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Full text of "0592 Historische Tatsachen Nr. 29 Udo Walendy Amtliche Luegen Straffrei Buergerzweifel Kriminell ( 1985, 40 S., Scan)"

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Dipl. Pol. Udo Walendy 


Amtliche Lügen 
straffrei, 

Bürgerzweifel kriminell 



Man schafft tatsächlich nicht mehr den ganzen Kram zu lesen 



Historische Tatsachen Nr. 29 


— Wissenschaftliche Zeitschrift — 


Dipl. Pol. Udo Walendy 


Amtliche Lügen straffrei, 
Bürgerzweifel kriminelP 


*) Oie Kriminalisierung von Burgerzweifeln an Oehaupieten 
deutschen Kriegsverb rechen ist durch oberste Rechtssprech- 
ung sowie Vorgeschichte und Inhalt des 21. Strafrechts 
anderungsgesetzes vom 13. Juni 1985 legalisiert worden. 


Dieses Heft ist vor Drucklegung juristisch 
dahingehend überprüft worden, daß weder 
Inhalt noch Aufmachung irgendwelche 
BRDStrafgesetzo verletzen oder sozial- 
ethischo Verwirrung unter Jugendlichen 
auslösen. 


Verfasser und Verte «er geben hiermit aus besonderer 
Veranlassung der neuen Strafrechtslage ausdrücklich 
kund, keinerlei Zweifel über das Geschehen in Auschwitz 
oder anderswo zu äußern, sondern lediglich unter Bezug- 
nähme auf das der Presse zustehendc Recht auf freie 
Information für historische Chronisten unter Maßgabe 
strenger wissenschaftlicher Maßstäbc zu berichten. 


ISSN 0176 - 4144 


Druck: Kollo Druck D 4994 Pr. Oldandorf 


"Ich bin ein freigeborener deutscher Mann, und ich bin 
stolz auf meinen Namen und auf mein Volk. Was deutsch 
war und ist. was Jahrtausende geboren haben, was große 
und gute deutsche Menschen in so vielen Jahrhunderten 
gearbeitet, gewirkt, erfunden und gedacht haben, das ist 
mein Erbe, da* ist mein Besitz; die licldcn. die Scher, die 
Propheten, die Weben, die Erfinder meines Volks, sic 
sind auch meine Ahnen, und ich darf dir Ehren nicht 
schänden und die Guter nicht rauhen lassen, die sie den 
Enkeln überliefert haben. Als meine Mutter mich gebar 
und mich mit dem ersten Licbcfclächcln auf den Knien 
wiegte und für das Leben cinsrgnrtr, als mein Vater 
meine Jugend züchtigte und unterwies und mir deutsche 
Redlichkeit. Treue und Frömmigkeit als das einzige 
gewisse Gut dieser Welt zcigle. da ward mir das deutsche 
Land, so w-cit c» sich streckt, als mein Vaterland ange- 
wiesen. da ward ich in die Rechte eines deutschen 
Bürgers eingeweiht. Diese Rechte sind mir gleich mit dom 
ersten und mächtigsten der deutschen Fürsten; er hat 
keine größere Ehre und Herrlichkeit zu verlieren als ich. 
Darum ist ein Dich und Entwcihcr deutscher Ehren und 
Rechte auch ein Dieb und Entwcihcr meiner Ehren und 
Rechte; darum darf ich den Fürsten und Bettler ver- 
klagen, wenn er gegen das Vaterland verbricht. " 

Ernst Moritz Arndt 


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Copyright 

by 

Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforscliung 
L) -4973 Vlotho/Wcscr Postfach 1643 

1985 

Konten des Verlages: Postscheck Essen 1 16162 - 433 
Kreissparkasse Herford 250 00 2532 
(BLZ: 494 501 20) 

Postscheck Wien: 7598.326 


■ ■ 

■ "... sprach Sebastian Haffner. der selbst ein erfolgreiches ■ 
i und sehr lesenswertes Büchlein 'Anmerkungen zu Hitler' £ 

* verfaßt hat. Für Haffner ist die Welt von heute ganz gene- * 

* rell das Werk Hitlers Deutschland müsse glücklich * 

sein, keinen Friedensvertrag nach 1945 erhalten zu * 

* haben, denn unter den damaligen Bedingungen der » 
J frischen Erinnerung an die Greuel der Konzentrationslager 5 
5 hätte 'das Volk der Mörder' einen wesentlich schlechte- * 
J ren Vertrag erhalten, als zum Beispiel nach dem Ersten ■ 

■ Weltkrieg. Wer aber dennoch heute schon wieder am Sta- ■ 

■ tus quo rüttele, der bedrohe die Grundlagen des europä- ■ 

■ ischen Friedens.” ■ 

■ Allgemeine Jüdische UochcnzeHung 3. Februar 1984. S. 6. - ■ 

■ - Haffner/Pretzel vgl. Historische Tatsachen Nr. 27 S. 1 7. - ■ 

■ *■*■*■*■*■•■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■ 


2 


Von Ernst Moritz Arndt (1810) 

Diese für die Grcifswalder Universitätsfeier im Jahre 1810 vorbereitete Rede hat Ernst Moritz Arndt wegen 
der politischen Verhältnisse nicht halten können; sie wurde erst 1847 veröffentlicht. Sie wäre in unserer 
gegenwärtigen bundesdeutschen Lage angemessen, doch wird sie - ebenfalls der politischen Verhältnisse wegen! - 
vor einem offiziellen Forum nicht gehalten werden. Es ist auch tatsächlich noch nicht geschehen. 

Amtlich verkündete "offenkundige historische Tatbestände", Kriminalisierung der Zweifler und Bestreiter 
solcherart "offenkundiger historischer Tatbestände" in Verbindung mit Beamtengesetzgebung, entsprechende 
Rechtsprechung, Personalpolitik in Parteien. Verwaltung und Wirtschaft. Schulrichtlinien für parteiischen Ge- 
schichtsunterricht. gleichgerichtetes geistiges Trommelfeuer aller "pluralistischen" Medien bedingen die Notwendig 
keit, uns solche Jahrhunderte überdauernden Aussagen wie jene von Ernst Moritz Arndt ins Gedächtnis 
zurückzurufen. 


"Ich trete hier auf unter Ihnen als einzelne Stimme 
unter so vielen Stimmen, die an diesem Tage laut v werden 
möchten. Schaue ich nach außen hinaus, eine Welt hat 
sich verwandelt in dieser kurzen Zeit, die meisten auch 
von uns haben sich mitverwandelt, mehr als ihnen 
scheinen mag, in Freuden und Leiden, in Hoffnung und 
Furcht, in neuen Ansichten und Strebungen der Herzen, 
die aus neuen Bewegungen und Erschütterungen der Welt 
hervorgegangen sind. 

Wie vieles ist von dem geschwinden Strom der Zeit 
weggespült, wie vieles heißt man uns hassen, was wir 
damals noch liebten, wie vieles verachten, was wir damals 
noch ehrten, wie vieles nichtig ansehen, was uns damals 
herrlich deuchte... Wenn alte Sitte, nicht neuer Befehl, 
wenn alte Treue, nicht junge Schmeichelei, wenn reines 
Herz und stille Hoffnung uns hier versammeln, so ziemt 
uns auch ein ernstes Wort zu uns über uns. Uns ziemt das 
Geständnis, daß die fürchterliche Zeit, die alles in 
Trümmer übereinander geworfen, uns vielfach verwundet 
und zerschmettert hat, uns ziemt nach soviel Unglück 
und Unheil der Stolz der Wahrheit, die Freiheit und 
Mündigkeit des Geistes 

Wir wären unwürdig zu leben, wenn wir für das Alte, 
die alte Zeit, die alten Verhältnisse die alten Menschen 
keine Tränen hätten. Wie kann das Heue sich Treue 
versprechen von einem Leichtsinn, der keine Toten zu 
beweinen bat? Wo wir verwandelt werden konnten, sind 
wir alle verwandelt worden. Aber das unwandelbar Feste, 
das in der Gesinnung ist, läßt sich durch keine Schwerter 
und Machtbriefe vertilgen, es ist unser ! 


Wir haben nicht vergessen, was wir waren, wir wollen 
nicht vergessen, was wir sein sollen... 

Das Alte ist vergangen, das Heue soll leben. Diese 
Worte sind uns mit 1.000 Donnerstimmen verkündet 
worden. Wer nicht mit des Geistes Auge überSchutt und 
Trümmer hinschaut, wie mag er sich retten von Ver- 
wirrung und Verzweiflung? Das Sichere und Unbewußte, 
was Gewohnheit und Sitte sonst hielt und trug, ist nicht 
mehr in dieser Welt. Wer Fremden nachäfft, wie weit er 
es auch bringt, offenbart immer eine nichtige Eitelkeit. 
Wie wir uns achten, werden wir geachtet werden... 

Wir sind ja so zerflossen, zerfallen, so aufgelöst und 
zeronnen, daß wir zu allem umgestaltet und verwandelt 
werden können, nur nicht wieder zu dem. wovon du 
redest... 

Hein, nein sage ich - es lebt noch Deutsches, es lebt 
ein deutsches Volk, es klingt noch eine deutsche Sprache, 
es wirkt und schafft noch deutscher Sinn, es schlagen 
noch deutsche Herzen, und deutsche Geister ringen und 
kämpfen noch. 

Wer sich selbst verläßt, der wird verlassen. Das Volk, 
das an sich selbst zweifelt, an dem verzweifelt die Welt, 
und die Geschichte schweigt auf ewig von ihm... 

Der äußere Bau, das äußere Kleid mag wechseln wie es 
will, alles Innere steht ewig. Hicht in der Gestalt mag das 
Alte lebendig bleiben, sondern im Geist... Mit diesem 
Hoffen umfassen wir die Zeit, mit diesem Stolz bekennen 
wir unseren Hamen und unser Volk, in diesem Sinne 
wollen wir auch Weltbürger sein und alle zahlreichen 
Völkergeschlechterder Erde mit Liebe begrüßen!..." 


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Wie sehr unsere Geschichte verfälscht worden ist. wird jeder gewahr, der einmal in alten Büchern blättert, 
besonders in Geschichts- und Landschaftsbüchern — vornehmlich aus Ostdeutschland — , die vor den großen 
Umbrüchen unseres Jahrhunderts geschrieben worden sind. Sie lassen erkennen, in welchem ungeheuren Maße seit- 
dem Sprachregelungen und Wertungen, die nur die jeweiligen Machtinteressen repräsentieren, das gesamte geistige 
Leben einer Nation beherrschen können. Mag diese Nation nun "demokratisch", "republikanisch", “sozialistisch , 
“monarchisch” oder “faschistisch" strukturiert sein; - die gepriesene Vielfalt der Meinungen endet allerorten an 
gesetzten Tabus. Ändern sich jedoch plötzlich die Machtverhältnisse, so ändern sich ebenso schnell die 
“Wahrheiten" und die “offenkundigen historischen Tatbestände". 

Möge man dies auch gegenwärtig in der Bundesrepublik Deutschland begreifen und dem Historiker das Recht 
einräumen, seine Recherchen. Erkenntnisse und Wertungen in einem machtunabhängigen Forschungsauftrag im 
Sinne von I-eopold von Ranke und Ernst Moritz Arndt durchzuführen, zu gestalten und öffentlich zu bekennen! 
Nur dann kann Sinnvolles und dauerhaft Beständiges für die geistige Weiterentwicklung der Menschheit gewonnen 
werden ! 


3 


Eine Dokumentation, 
die die Lage klärt 


An die Dipl. Pol. Udo Walendy 

Staatsanwaltschaft D-4973 Vloiho/Wescr 

Postfach den 22.3.1986 

5300 Bonn 1 

Strafanzeige 

gegen Bundeskanzler Helmut Kohl 
und 

l)r. Kühne, Leiter des Bundeskanzleramtes, 
wegen Volksverhetzung. Rassendiskriminierung und 
Kidbruch 

Begründung 

Herr Bundeskanzler Helmut Kohl hat in der Bundes- 
tagsdebatte vom 7. November 1985 ( Bulletin , Bonn 
8.11.1985 Nr. 122/S. 1061) behauptet, die Deutschen 
bzw. “das NS-Regime" bzw. die deutsche Wehrmacht - 
bzw. "zur Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherr- 
schaft in Deutschland und den von Deutschland zeit- 
weise besetzten Gebieten" geschehen hätten während 
des Zweiten Weltkrieges 500.000 Zigeuner bzw. Sinti 
und Roma — ermordet. Herr Dr. Kühne hat als Leiter 
des Bundeskanzleramtes mit inzwischen in der Na- 
tionalzeitung veröffentlichtem Schreiben vom 6. De- 
zember 1985 (Kopie anbei) diese Behauptung erneut 
aufgestellt mit dem Zusatz. "die Schätzungen reichten 
bis 800.000 ermordeten Sinti und Koma. Ilahei ist die 
Zahl von 280.000 die als gesichert gellende I ntergrenze. 
die sich nach Vorlage weiteren Dokumenten mal erials 
noch erheblich erhöhen kann '. — Den weiteren Brief- 
text von Herrn Dr. Kühne bitte ich dem Originalschrei- 
ben zu entnehmen. 

Mit Einschreiben vom 3.1.1986 hatte ich an das 
Bundeskanzleramt z.H. Herrn Dr. Kühne folgendes Er- 
suchen gerichtet: 

Sehr geehrter Herr Dr. Kühne! 

Mir liegt Ihr inzwischen in der Deutschen National- 
Zeitung veröffentlichter Brief an Herrn Xopilsch vom 
6.12.1985 vor. Ich bitte uni konkrete Auskunft . wo und 
wie. ich Dokumentationen über die angebliche Ermor- 
dung von "etiva 500.000 ermordeten Zigeunern ' nach- 
priifen kann. Ich habe ein abgeschlossenes Studium der 


politischen Wissenschaften in Kerlin und somit Zugang 
zur wissenschaftlichen Arbeitsweise und den dazuge- 
hörigen Arbeitsmaterialien. Zur anschaulichen \ach- 
prüfung lege ich Ihnen zwei von mir erarbeitete wissen- 
schaftliche Untersuchungen ' Historische Tatsachen ” Vr. 

21 und Ar. 25 bei. Ar. 23 hat die inzwischen ‘landläufig 
gewordene " Behauptung von der Ermordung von 
500.000 Zigeunern widerlegt. Ihre Informalionsunter- 
lagen benötige ich fir die Weiterforschung. 

Mit freundlichem Gruß 
Ido Walendy 

Herr Dr. Kühne "beantwortete" mein Schreiben mit 
Schweigen. Am 6.3.1986 erinnerte ich per Einschreiben: 

"Bezug: Mein Schreiben vom 3.1.1986 nebst Ein- 
sendung der wissenschaftlichen Schriften " Historische 
Tatsachen " Ar. 21 + 23, insbesondere Ar. 23 "Zigeuner 
bewältigen eine halbe Million". 

Sehr geehrter Herr Dr. Kühne! 

Auf meine o.g. Einschreibsendung mit der Bitte, mir 
Unterlagen mit authentischem Dokumentationswert 
über die angebliche Ermordung von 500.000 Zigeunern 
nährend der Jahre 1933 oder 1939 bis 1915 zu be- 
nennen und mir somit zur Weiterforschung zugänglich 
zu machen, haben Sie mich mit zweimonatigem Schwei- 
gen " gewürdigt ". Sollte ich nochmals solange auf eine. 
Reaktion Ihrerseits warten müssen, sehe ich mich ge- 
zwungen. diesen Schriftwechsel zu publizieren und 
Ihnen sowie dem Bundeskanzler öffentlich vorzuwerfen, 
daß Sie im Wissen um die Unwahrheil das deutsche Volk 
mit der Lüge von den 500.000 ermordeten Zigeunern 
desinformieren . 

Mit Empfehlung 
Udo Walendy ” 

Dr. Kühne hat inzwischen weiter geschwiegen. 

Die Vorwürfe, die hier gegen das deutsche Volk als 
bleibende Belastung vor der Weltöffentlichkeit erhoben 
worden sind, sind so ungeheuer und der hiermit ver- 
bundene Schaden für unser Volk so dauerhaft unermeß- 
lich. auf der anderen Seite die fehlende Dokumentation 
für solche Behauptungen inzwischen so offensichtlich 
und wissenschaftlich offengelegt, daß es hier in dieser 


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l>I S RUNI>i SK AN7I F RAM FES 
177 - K 46 910/BS !! 


. n. : dr- G. Dezember 1985 

Admautilllcf Hl 

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Tritt ««•*‘(1 

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Sehr geehrter Herr- 


'ur Ihr Scheiben von 11. Novcr.ber 198S darf ich Ihnen im Aufträge des 
Bundeskanzler*, verbindlich danken. Die hier Dc‘anntcn Schaltungen reichen 
v.n rd. r 80. 000 bis ROO.OOB ermordete« Sinti und Bn-s. Dabei ist die ZaM 
von 780.000 die als gc-s icNrt gellende UntergicnJi«, die Sich nach Vorlage 
Alleren Do* unent H ions«ateri als nuch erheblich erholen kann. Der Bundes- 
kanzler hat die Zahl von et»M SOO.CDO Sinti und Äo**a genannt, weil Sie 
die Mitte der hekannten Schätzungen darstellt und die Größenordnung des 
Opfers deutlich »acht, das Sinti und Roma zur Zeit der nationalsoz ialisti- 
sihrn f.-valtherrschaft in Deutschland und den von Deutschland zeitweise 
«»•setzten Gebieten erbracht haben. Die Zahl der ermordeten deutschen Sinti 
und Rwm betragt etwa IS. 000. 

Mit freuidllchcn Gn/ßen 
I« Auftrag 




{ n. . kuhrv l 


Strafanzeige dafür keiner näheren Beweise be- 
darf. Die Beweisführung hierfür ist in “ Histo- 
rische Tatsachen ” Nr. 23 “Zigeuner bewälti- 
gen eine halbe Million” erbracht, daß es sich 
bei den Behauptungen von der Ermordung 
hunderttausender Sinti und Roma um pure Pro- 
paganda handelt. 

Bundeskanzler Helmut Kohl hat einen Eid ge- 
leistet. "Schaden vom deutschen Volke abzu- 
wenden”, Dr. Kühne, als Auftragsbevollmäch- 
tigter im Bundeskanzleramt meines Wissens 
ebenfalls. Das öffentliche Verhalten beider Her- 
ren erfüllt somit neben dem Tatbestand der 
Volksverhetzung und Rassendiskriminierung 
auch den Tatbestand des Eidbruchs, denn beide 
behaupteten das deutsche Volk in ungeheurem 
Maße belastende Sachverhalte und halten diese 
Vorwürfe, ohne auch nur den Willen zur Revi- 
sion zu bekunden, aufrecht, nachdem ihnen in 
wissenschaftlicher Dokumentation nachgewiesen 
ist, daß solche Vorwürfe ohne jegliche sach- 
gerechte Substanz sind. 

Ich bitte mich über den Fortgang dieses 

Strafverfahrens zu informieren, zumal ich die 

Öffentlichkeit hiervon zu unterrichten ge- 
denke. 

Mit rechtsstaatlichen Empfehlungen 
Udo Walendy 

Anlagen 

1) Bulletin Bonn 8.11.1985 Nr. 122/ S. 1061 

2) Schreiben Dr. Kühne vom 6.12.1985 

3) Historische Tatsachen Nr. 23 "Zigeuner bewältigen 
eine halbe Million” 

4) Genannte Einschreibbelege 


An die 

Staatsanwaltschaft 

Postfach 

5300 Bonn 1 

- D-4973 Vlotho, den 28.4.1986 

Betr.: Strafanzeige vom 22.3.1986 
gegen Bundeskanzler Helmut Kohl und Dr. Kühne, 
Leiter des Bundeskanzleramtes, wegen Volksverhetzung. 
Rassendiskriminierung und Eidbruch 

Sehr geehrter Herr Staatsanwalt! 

Per Einschreiben hatte ich Ihnen am 22.3.1986 die 
o.g. Strafanzeige mit den dazugehörigen Anlagen zuge- 
leitet. Trotz meiner Bitte, mich über den Fortgang dieses 
Verfahrens zu unterrichten, habe ich bis jetzt nichts 
davon vernommen. Ich bitte mir wenigstens die Be- 
arbeitungsziffer für dieses Ermittlungsverfahren zuzu- 
stellen, damit erkenntlich wird, daß meine Schreiben bei 
Ihnen nicht im Papierkorb landen. 

Zum Sachverhalt möchte ich Ihnen heute ergänzend 


OER BONOESMINISTER FÜR JUGEND. FAMILIE UNO GESUNDHEIT 

O. »A N l» m, « 4 . >«*-* 

» m« >«*• '•.» 

Bonn 

J». ,ur. w ilholw Stauch 

TiTT/toTTsT/b SU 


Ba’.r.i Sinti and Bona: 

hier Sohlen «er ln der HS-Xelt Ernordoten 
jji Ihr Schreiben vor 10. 1. 1981 an das Bundeiikanzlarant 

Sehr geehrter Herr Dr. Stftgllch. 

das Itundoakanilnramt hat Ihr Schroiben xustandlgkeituhalbcr 
an t-ich »eitergeleitet . Die Vielzahl der Eingaben lief» leider 
4>tn» Irtihara Beantwortung nicht tu. 

Die Zahl von 800.000 Opfern wurde von einen, ttechtüanwal t ln 
Paris genannt, dessen Anschrift hj-r nicht bekannt lat. Der 
Zer • r *lrat Deutscher Si”'l und Bona ln Hnidelbnig spricht von 
rd. 503.000 Opfern. 

Herr Donald KenrlO . U> Ion, gibt ln seine« Aufsatz "Die Ver- 
richtung der Sinti und Rc*a In NS-HerrSChaftOberOlCh* , ver- 
öffentlicht i* lieft «'1981 üet Zeitschrift für Kul t or.u.» au.ch 
de« Instituts fü« Auslands!* Höhungen. Stuttgart. Salto I9J, 
d.e Zahl nit J7J.JOO an ei« d-n Vorbehalt, da* sie »Ich nach 
tri i.c weiteren DoKuncntatzonsn«terial>i erheblich er- 

koonc. In weiteren Verlauf seiner Ruft tOhrongen spricht 
Cesrick von "bl. tu einer halben Killion Toten". 

EiHO Ijpio dieses Aufsatzes ist bclgefjgt. 

Ich hoffe. Ihr.cn hicmit geholfen ru haben. 

Kit freundlichen GruBcn 
ln Auftrag 

Garten 


D 




das inzwischen publizierte Schreiben des Bundes- 
ministers für Jugend, Familie und Gesundheit an Herrn 
Dr. jur. Wilhelm Stäglich vom 27.2.1986 zuleiten, ln 
diesem Schreiben ist erneut belegt, daß die Ermordungs- 
version in bezug auf die Zigeuner einzig und allein 
darauf fußt, daß ein nicht bekannter Rechtsanwalt aus 
Paris die Zahl “800.000 genannt” hat und Donald 
Kenrick, London, in einem Aufsatz von "bis zu einer 
halben Million Toten spricht”. 

Bundeskanzler Helmut Kohl sowie sein Bundeskanz- 
leramtschef funktionierten somit Genanntes bzw. 
Gesprochenes bzw. Geschriebenes ohne jeglichen Doku- 
mentationswert in historische Tatbestände mit dauer- 
hafter Belastungswirkung gegenüber dem deutschen 
Volk um, — ohne sich nach wissenschaftlicher Wider- 
legung solcher Behauptungen zu einer Revison solcher 
Aussagen bereitzufinden! Das ist doch ein ungeheurer 
Sachverhalt! Dies um so mehr, als davon auszugehen ist, 
daß gleichartiges Verhalten auch in anderen Sachbezügen 
genauso fundiert ist. 

Ich erinnere nochmals daran, daß ich als Publizist 
und Historiker diesen Sachstand weiterverfolgen werde 
und um Information der Bearbeitungsnummer dieser 
Strafanzeige gebeten habe. 

Mit rechtsstaatlichen Empfehlungen 
Udo Walendy 


An die Staatsanwaltschaft 

Postfach 

D-5300 Bonn 1 

Vlotho 6.5.1986 

Betr.: Strafanzeige gegen Bundeskanzler Helmut 
Kohl und Bundeskanzleramtschef Dr. Kühne vom 22. 
März 1986 

Sehr geehrter Herr Staatsanwalt! 

In Ergänzung zu meiner Strafanzeige und meiner 
Erinnerung sowie Ergänzung vom 28.4.1986 möchte ich 
heute zusätzlich zur Kenntnis geben, daß inzwischen 
mehrfach ein Schreiben des Internationalen Such- 
dienstes in Arolsen vom 7.7.1980 (Sach-Nr. 9008) ver- 
öffentlicht worden ist, in dem über das Auskunft- 
ersuchen “über die z.Zt. der NS-Verfolgung umgekom- 
menen Zigeuner" geantwortet wurde: 

".... mochten wir bemerken, daß dem Internationalen Such- 
dienst weder Dokumentenmateriai noch Erkenntnisse zur Ver- 
fügung Stehen, die die Beantwortung dieser Fragen ermöglichen. 

Wir empfehlen Ihnen, sich an die Frankfurter Allgemeine 
Zeitung zu wenden." 

Der Hinweis auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung 
wird Ihnen sicherlich auch nicht als ernstzunehmende 
historische Forschungsquelle geeignet erscheinen. 

An die Durchgabe des Aktenzeichens Für dieses Er- 
mittlungsverfahren darf ich zum wiederholten Male er- 
innern. 

Mit rechtsstaatlichen Empfehlungen Udo Walendy 


Staatsanwaltschaft Bonn 

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S4M e«M I. P;»r«e J*.M 


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Sise »enn a«o 23 . 4 . 1986 /Ke 
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Or. MrlautKnhl u.A. **•«]*» ilr-i Verdacht*' der Volks* 
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Sehr oeehrfer Herr Wnlend/1 

Vnrh hfuluno itrr Snrh- mri Rrrtt r, I nifi* Orntnht ;u 
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( l>r . W i I <••* I *• ) 
Oh**r«t nnt nntm« 1 1 


An den 

Generalstaatsanwalt 

Postfach 

5300 Bonn 


D 4973 Vlotho, den 13.5.1986 

Dienstaufsichtsbeschwerde 
gegen Oberstaatsanwalt Dr. Wilhelm 

Bezug: Einstellungsbescheid vom 23.4.1986 in bezug 
auf meine Strafanzeige vom 22.3.1986 gegen Bundes- 
kanzler Helmut Kohl und Bundeskanzleramtsleiter 
Dr. Kühne 

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt! 

In Verbindung mit meiner o.g. Strafanzeige habe ich 
den wissenschaftlichen Nachweis beigefügt ( Historische 
Tatsachen Nr. 23 “Zigeuner bewältigen eine halbe 
Million”), daß 

1.) die Behauptung Bundeskanzlers Helmut Kohl vor 
dem Bundestag am 7.11.1985, von deutschen Menschen 
seien “während der NS-Herrschaft” 500.000 Zigeuner 
ermordet worden, wissenschaftlich einwandfrei wider- 


6 


legt ist und dem Bundeskanzler für eine solche Behaup- 
tung niemals irgendwelche Dokumentationen zur Ver- 
fügung gestanden haben, 

2.) der Bundeskanzleramtschef Dr. Kühne ebenfalls 
diese Behauptung in Form einer historischen Tatsachen- 
feststellung öffentlich verbreitet hat, sich jedoch wei- 
gert, auch nur die geringsten Konsequenzen aus der 
wissenschaftlichen Widerlegung des ohne jegliche Be- 
weisgrundlagen behaupteten Sachverhaltes zu ziehen. 

Ich habe weiterhin dargelegt, daß 

a) die zudem offizielle — Behauptung Bundeskanz- 
lers Kohl, Deutsche hätten 500.000 Zigeuner ermordet, 
nicht nur für das gegenwärtige Deutschland, sondern 
auch für alle zukünftigen Generationen unseres Volkes 
unermeßlichen, gegenwärtig in seinen Ausmaßen noch 
gar nicht zu überschauenden Schaden zufügt, 

b) dieses einen offenkundigen Eidbruch, Volksver- 
hetzung und Rassendiskriminierung darstellt und daher 
eindeutig strafwürdig ist. 

Oberstaatsanwalt Dr. Wilhelm hat das von mir mit 
den entsprechenden Beweisunterlagen ausgestattete Ver- 
fahren (AZ: 50 Js 233/86) eingestellt, ohne auch nur 
mit einem einzigen Wort auf den Sachverhalt 
als solchen einzugehen oder eine Begründung 
dafür anzugeben, warum eine solche, un- 
ser Volk so ungeheuer diffamierende Beschul- 
digung “keinen Anhaltspunkt für Straftaten 
ersichtlich” macht. Folgt man dieser Praxis 
des Oberstaatsanwaltes Dr. Wilhelm, so wäre 
die Zeremonie einer Ministervereidigung, “die 
ganze Kraft zum Wohle des Volkes einzusetz- 
en, seinen Nutzen zu mehren und Schaden 
von ihm fernzuhalten", purer Fax, denn ein 
Bruch des Eides hätte keinerlei strafrecht- 
liche Folgen, so offensichtlich und hoch- 
oder landesverräterisch er auch sei. 

Sollten Sie meine nunmehrige Dienstauf- 
sichtsbeschwerde ebenfalls einzustellen ge- 
denken, so bitte ich doch dringend um eine 
juristische Begründung, ob es einem Bundes- 
kanzler oder Minister nach bundesdeutschem 
Recht grundsätzlich freisteht, unserem Volk 
und unserer völkischen Geschichte beliebige 
Massenmordtaten anzulasten und damit unser 
Volk für alle Zeiten zu brandmarken oder 
nicht. 

Ich hatte in meinem bisherigen Schrift- 
wechsel bereits angedeutet, daß die juristi- 
sche Klärung dieses Sachverhaltes in bezug 
auf den angeblichen Mord an 500.000 Zigeu- 
nern in Verbindung mit dem vom Bundes- 
kanzler und seinem Amtschef geleisteten Eid 
Anhaltspunkte dafür liefert, in wie weit auch 
bei anderen Themen von Amts wegen “histo- 
rische Fakten festgeschrieben’ * werden und 
wie in Wirklichkeit die Handhabung der demo- 


kratischen Meinungsauseinandersetzung in der Bundes- 
republik Deutschland praktiziert wird. Um es noch 
deutlicher auszudrücken: Der Schaden für unser Volk 
wird sich bei einer solchen Untersuchung mit Sicherheit 
als noch viel gewaltiger heraussteilen, als er sich im Fall 
der 500.000 Zigeuner abzeichnet. Es wird sich nämlich 
auch in jenen anderen Fragenkomplexen ergeben, daß 
gleichermaßen dort von Amts wegen unter Mißachtung 
jeglicher Sachlichkeit die Schulddiffamierung unseres 
Volkes als straffrei angesehen wird und sich daher 
niemand in dieser Richtung irgendwelche Hemmungen 
aufzuerlegen brauche. 

Eine Einstellung dieses von mir angestrengten Ver- 
fahrens wäre gleichbedeutend mit einer Bestätigung 
eines solchen Freibriefes für Politiker, Journalisten, 
Historiker und alle sonstigen in der Öffentlichkeit Täti- 
gen. Sollten die bundesrepublikanischen Gesetze wirk- 
lich keine Grenze in der Schulddiffamierung unseres 
Volkes und in der hiermit bedingten Zufügung von 
Schaden setzen? Ihre offizielle Entscheidung in diesem 
Verfahren wird die offizielle Antwort geben. 

Mit rechtsstaatlichen Empfehlungen Udo Walendy 


Om On««foltlciot*onwolt 


2« S44/M 


Herrn 

Udo Welendy 
Hochetr. 6 


4973 


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NauHUl 


J Oalu» 

3. Juni 1086 

Hetr . : 

Ihr* Strafanzeige von 22 . Härz 1988 gegen Bundeskanzler Or. Hainut 
KoM u.A. «egen dee Verdachte der Volkaverhetzung u.e. 

- SO Je 233/86 Steateenweltechef t Bonn • 

Bezug: 

Ihre Beschwerde von 13. Hei 1986 gegen die Elnetellung des 
Verf ehren* 

Sehr geehrter Herr Malendyl 

Auf Ihre vorbezeichnete Beschwerde hat «Ir der Leitende Obersteets- 
anwalt in 8onn die Vorgänge zur Entscheidung vorgelegt. Ich hebe 
den Sachverhalt geprüft, zu HeBneh-ien Jedoch keine Vorenleeeung gesehen 
Oie Staat senuelt sehe ft Bonn het da* Verfahren nit zutreffender Be- 
gründung zu Hecht eingeetellt. 

Ich weise Ihre Beechwerde eie unbegründet zurück. 


Hochachtungsvoll 
ln Auftrag 
Or. Ger lach 

Oberst e etsenwelt fV' "Vk 

Beglaubigt £ 


iidJA. 

Justiz engestellte 



7 


Tucholsky sieht Euch an 



" 'Tiere sehen dich an' - so verhöhnte Kurt luchoUky in 
seiner antideutschen Hetzschrift 'Deutschland. Deutschland über 
all«* während der Weimarer Republik deutsche Heerführer, deut- 
sche Männer, dir sich in der Politik und auf dem Schlachtfeld um 
ihr Vaterland verdient gemacht hatten. Diese wie auch die übrigen 
das deutsche Volk diffamierenden Fotomontagen zu Tucholskys 
Machwerk, das 1929 im marxistischen Willi-Munzenbrrg- Verlag 
erschien, lieferte sein Stamincv und Gesinnungsgenosse John 
Heartfield (alias Helmut Herzfeld). 

Unfähig, «las Gesetz von Ursache und Wirkung zu begreifen, 
behaupten unsere heutigen Umerzieher, Tucholsky habe vor 1933 
gegen das aufkommcmle ‘Verhängnis «les Nationalsozialismus 
geschrieben (Erich Kästner: 'Er wollte mit der Schreibmaschine 
eine Katastrophe aufhaltcn.’). In Wahrheit hat der geniale Confe 
riencicr seiner Epoche' (so der /\4Z- Feuilletonchef Marcel Reich- 
Ranicki über K.T.), der auch die Pseudonyme Peter Panter, 
Theobald Tiger. Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser führte und 
zunächst für Siegfried Jakobsohns 'Schaubühne*, später für Carl 
von Ossietzkys 'Weltbühne' journalistisch tätig war. mit be- 
sonderem Talent und Fleiß den Antisemitismus in Deutschland 
herbeigeschrieben. Mit staatsfeindlichen Erklärungen und Be- 
kenntnissen (‘Ich spreche hier mit dem vollen Bewußtsein dessen, 
was ich sage, daß es kein Geheimnis der deutschen Reichswehr 
gibt, das ich nicht einer fremden Macht auslieferte. Wir sind 
Landesverräter und wollen cs sein* und 'das Land, das ich 
angebüch verrate, ist nicht mein Land, dieser Staat ist nicht mein 
Staat, diese Rechtsordnung ist nicht meine Rechtsordnung“) 


machte sieh Tucholsky schon lange vor 1933 im deutschen Volk 
verhaßt und unbeliebt. 

Als er sich in dem Land. das. wie er empfand, 'nicht sein Land’ 
war. nicht mehr ganz wohl fühlte, begab er sich nach Frankreich 
und setzte sieh später nach Schweden ab. Nachdem in einer gegen 
den 'undcutseben Geist’ gerichteten symbolischen Bücherver- 
brennung am 10. Mai 1933 auch die schriftlichen Produkte 
Tucholskys den Flammen übergeben wurden, begleitet von dem 
Ruf: 'Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehr- 
furcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist', bekannte 
sich der nunmehr in Deutschland Geächtete in seinem schwedi- 
schen Exil offen zum Judentum und rechnete mit jener heute 
unentwegt hochgejubeltcn geistigen Elite’ ab. die es nach Hitlers 
Machtantritt vorzog. aus Deutschland fluchtartig zu ver- 
schwinden: 

•Ich bin im Jahre 1911 aus dem Judentum ausgetreten. und 
ich weiß, daß man «las gar nicht kann. Die Formel vor dem 
Amtsgericht hütet so. Sie wissen, daß «lainit keine Konjunktur- 
riecherei verbunden gewesen ist ein Jude hatte es im Kaiserreich 
erträglich, ein Konfessionsloser nicht... Warum als«» tat ich das.’ 
Ich habe es getan, weil ich noch aus der frühesten Jugendzeit her 
einen unauslöschlichen Abscheu vor dem gesalbten Rabbiner 
hatte... Wie sie noch schielen (gemeint sind die Emigranten von 
1933! Anm. d.Rcd.) wie sie sich als Deutsche fühlen aber 
zum Donner, die Deutschen wollen euch nicht! Sic merken es 
nicht.... Stall einer Selbstkritik und Selbsteinkchr sehe ich etwas 
von 'Wir sind das bessere Deutschland’ und Das da ist gar nicht 
Deutschland' und solchen Unsinn... Ich habe mit diesem Land, 
dessen Sprache ich m» wenig wie möglich spreche, nichts mehr zu 
schaffen...* ») 

Ohne sieh an diese» unmißverständliche Vermächtnis eines 
auch innerlich »ich von Deutschland losgelösten und sich vom 
deutschen Volk abgewendeten Manne» zu halten, fühlte sich die 
Deutsche Bumlcsposl Berlin jetzt bemüßigt. Tucholsky, der am 
19. Dezember 1933 im schwedischen Hindu eine Uberdosis 
Veron.il schluckte, an der er zwei Tage spater starb, durch 
Herausgabe einer Briefmarke, die sein Porträt ziert, zu ehren. 
Wenn man hierzulande sch«»n keine Rücksicht auf dir Gefühle 
patriotischer Deutscher nimmt, so hätte man wenigstens berück- 
sichtigen sollen, daß Kun Tucholsky mit Deutschland nichts 
mehr zu schaffen' haben wollte und demzufolge sicher auch 
keinen Wert auf eine ihm gewidmete Wicdergutinachungsbrief- 
marke' gelegt hatte.“ J ) 



2x Kurt Tucholsky: 1918 in Rumänien und 1985 in Berlin 


1) "du" Kulturelle fytonauschrrft 28 Jhg. Juli 1968. Seite 543. 

2) Urr Bümarck Deutsche, Kaufbeuren. Nr. 8. Nov. 1985. 


8 





Wir haben Abgeordnete!?!! 

Keine Ahnung — aber 


sic weiß cs besser als die anderen! * 

* 

Sic erzählt vor dem Bundestag, vor * 
der Weltöffentlichkeit die tollsten * 
Schauergeschichten und hat wirklich * 
nicht das Wissen! i 

Plenaiprolokoll 10/122 * 


Deutscher Bundestag i 

* 


***,*»*,*^*»*****«*, ****.*»*, *,***♦*******#******.'»♦* ********* 



Herrn 

Johannes Holst 
itoltkestrafie 8 
22 So Husum 


SMö Boon , den lo.6.19B5 


(««..•.Ml. 



Stenographischer Bericht 


122. Sitzung 

Bonn, Mittwoch, don 27. FeDruar 1985 
"Wir Jüngeren wissen so gut wie nicht» über die 
Geschichten unserer Eltern und haben irgendwann 
aufgehort nachzufragen.... 

E» gibt Dinge, die wird man nie verstehen, am 
wenigsten diese ungeheure, diese buchhalterische, 
diese typisch-dcutsch-grundliche Vernichtung und 
Verarbeitung von Millionen Juden und Polen und 
Zigeunern und Kommunisten und Homosexuellen 
und behinderten in den Gasöfen von Auschwitz bis 
zur fabrikmäßigen Verarbeitung ihrer Körpcrbesund- 
teile, von Haaren und Gold/ahnen und sogar des 
Körperfetts für Wchrmachlsseife. Ucnn da noch eine 
Steigerung möglich ist: Fast noch unfaßbarer ist mir 
die Tatsache, daß heute, vierzig Jahre nach 
Auschwitz, die winzigen Reste der Juden in Deutsch- 
land unter Polizeischutz ihre Gottesdienste abhalten 
müssen. " 


Wie sagte sie soeben? - “Wir Jüngeren 
wissen so gut wie nichts und haben irgend- 
wann aufgehort, nachzutragen”! — Sie weiß 
also nichts und fragt auch nicht nach! Sie 
behauptet aber einfach etwas, was durch 
Angehörige ihres eigenen Volkes an Mord- 
verbrechen geschehen sei, von dem sie selbst 
in gleichem Atemzug zugeben muß. daß 
man solches “nie verstehen” werde. 

Wahrlich herausragende Maßstäbe, die sie 
an die "Vernunft” bzw. Dummheit ihrer 
Mitwelt anlegt! Was man “nie verstehen” 
werde, soll man "glauben’ ' und als “Tat- 
bestände” einordnen! Grotesker geht cs 
freilich nimmer! 

Der geistige Entwicklungsprozeß dieser 
Abgeordneten des Deutschen Bundestages 
hinsichtlich der "Wchrmachtseife aus Kör- 
perfett" binnen vier Monaten — siehe Doku- 
ment rechts — ist immerhin beachtlich. 


* Sehr geehrter Herr Holst! 

* 

* 

• Auf Ihren Brief kann ich Ihnen nur folgendes antworten: Ich 

• habe selbst in Auschwitz Dokumente gesehen, daß von den dort 

• vergasten Juden. Polen und Zigeunern die Haare geschoren wurden, 

• um sie fabrikmäßig für Wehrmachtstof_f e ml tzuver arbel ten . Diese 

• Stoffe uerden dort im Museum auch *«*oeie!gt. Uber die Verar- 

£ beltung zu "Wehrnachtselfe“ habe Ich keine Dokumente, es Ist 

• davon nur Immer wieder berichtet worden. Ohne daß Ich die 

• genaue Quelle angeben konnte. Soweit der Versuch einer korrekten 

• Antwort. 

• 

* JJit freundlichen GrtiBen 

* Ihre 

:» vi ^ 

* 

\ Antje Vollmer 

# ...*.*.»w».,.,w # . # .*.*. # **a.... # *.* # .*******n*e*************** 

Man hat ihr einige Stücke Papier gezeigt, von denen polni- 
sche Kommunisten behaupteten, es handele sich um "Doku- 
mente", man hat ihr auch Stoffe gezeigt. - und nun “weiß" sie, 
daß "Wehrmachtstoffe fabrikmäßig aus Haaren von Häftlingen 
hergestellt worden sind"! — Der “Beweis" beim Museumsbesuch 
ist "überzeugend". Weder sie noch ein anderer westdeutscher 
Bundestagsabgeordneter "fragte nach”, prüfte "Dokumente" 
oder Stoffe. Nein! Wie sagte sie am 27.2. 1985 vor dem Bundes- 
tag? “Wir haben irgendwann aufgehört nachzufragen"! Wirklich 
tolle Volksvertreter, denen andere erzählen können w r as sie 
wollen und die jenen anderen noch öffentlich bescheinigen, daß 
sie "nichts über die Geschichten ihrer Eltern wissen und auf- 
gehört haben naclizu fragen". 

Hätte man ihr doch wenigstens im Auschwitz-Museum auch 
noch ein Stück Seife und das “Dokument USSR-197" gezeigt, 
das der Sowjet russische Ankläger, Oberjustizrat Smirnow, am 
19. Februar 1946 im Nürnberger Militärtribunal-Prozeß als 
“Beweisstücke" dafür vorgelegt batte, daß die “Reichsstelle für 
industrielle Fettversorgung Seife aus menschlichen Leichen her- 
gestellt" habe. — sie hätte dann auch dies noch "gewußt", daß 
es sich hierbei um “Tatbestände" handele. 


9 


600. 000 Ermordete ! ! 


Und da soll inan nicht an “offenkundigen Tatbeständen, 

die keines Beweises mehr bedürfen”, zweifeln? 


M. UMNKnt 




T*« 

25.04.85 


Betr. : Lagerplan von Bolzec 


Auf eine Anfrage bei der Zentralen Stelle der Landen- 
j us ti z Verwaltungen in Ludwigsburg, wo ich einen Lager- 
plan von Bolzec erhalten könne, teilten diese mir mit, 
daß in Ihren Unterlagen (Akten 1 JS 237/60) ein 
Lagcrplan von Belzec sein müßte. 

Ich bltto Sio höf. um Übersendung dieses Lagerplanes 
in Kopie. 

Dtof. Pol Udo Walendy 

• IOC***'»«« « 

0-4973 Vtolho/Wüitr 


5 itt/i 


Mit freundlichem Gruß 

<i.un 




GevLaitsnummcr: 

Bille, bei eilen Sdueiben anseben’ 

1 Ja 2157/60 


8000 MQndicu 35. den 
Poatfadi 

Llnprumirafte 25 

Fern, ul. WWl 

Du rill wähl : WOiTlZ' 

tu •«■•«•unMM *"•»!« i 
ii.-bv” l>-Q*-« ftafiMvab» 
.feMiiPB.il <• ('•-■>-•*•1 


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Kbatl bei Otm UndgenOil M O wfcenl ”1 




Die großen Kriegsverbrechenskomplexe aus dem 
Zweiten Weltkrieg, die dem besiegten Deutschland von 
den Sieger-Weltmächten in ihrem psychologischen 
Kriegsführungsinteresse unentwegt wie einem Stier das 
rote Tuch vorgehalten werden, waren langjährig im 
wissenschaftlichen Sinne nicht aufzuklären. Die Gründe 
hierfür waren : 

1. ) Die Elite Deutschlands saß — sofern sie überlebte — 

langjährig in Gefangenschaft (zahlreiche Männer sit- 
zen heute noch hinter Kerkermauem) und wurde bis 
zur Stunde im Anklagezustand gehalten; 

2. ) Die Dokumentensichtung blieb den Siegern Vorbe- 

halten, die auch in eigener Willkür darüber befanden, 
was der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden 
sollte und was nicht; 

3. ) Ein Zugang zu unveränderten Tatorten war der 

internationalen Öffentlichkeit ebenso unmöglich wie 
eine unparteiische Zeugeneinvernahme; 

4. ) Im kommunistischen Machtbereich, d.h. in ganz 

Osteuropa ist nach wie vor eine freie wissenschaft- 
liche Arbeit unmöglich und ein Wille zur unpartei- 
ischen Wahrheitsforschung nicht vorhanden; 

5. ) Die Siegermächte insgesamt sowie ihre machtpoliti- 

schen Helfer haben die alliierte Kriegspropaganda 
nach 1945 bis heute in einer bisher nie gekannten 
Weise unter Anwendung aller Mittel der Täuschung, 
der “Desinformation” und des Betruges — worunter 
nicht nur Dokumentenfälschungen und Gerichtsver- 
fahren zählen — zu einem täglich intensiver wirken- 
den Trommelfeuer ausgedehnt; 


44- 

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- Hopi«trnt:ur - 

Horm 
Dipl. Pol. 

Udo Wnlondy 

VerliK für Volk*r.ua u.£«itfor«chunK 
Kochs tr. * 

'*975 VI o» bo/Wo so r 

J 

ln Uemtwortunp dortipon Schreiben« vom 
?*>.«. l‘)B5 -«.Anl-pio - wird mitpetoilt : 

Di« ^nporiihrto Verfahren wurde nn '».2.19^0 
rea.S 170/2 Sti*0 einroB-.ellt. Die Akt-«n sind 
bereit* nuBpaarhiodoa und dshor w«-ino 
Unturl^ron mehr vorhanden. 



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6.) Aus der nach wachsenden Historiker-Generation war 
“niemand dabei”, — bei dem behaupteten Geschehen 
einst vor vielen Jahren im abgeriegelten Osten. 

Nur der nicht eingeschüchterte, unabhängig geblie- 
bene und qualifizierte Experte vermag noch seinen 
klaren Kopf zu behalten und die Beweisgrundlagen 
sachgerecht zu ordnen. Wer von “Verbrechen der ande- 
ren”, die im Notariat der Geschichte einwandfrei belegt 
sind, zu berichten oder — noch schlimmer! — “aufzu- 
rechnen” wagt, muß ohnehin damit rechnen, daß er 
durch Gerichtsentscheidungen darüber belehrt wird, daß 
solches Tun “unzulässig” sei. wie gehabt. 

Dennoch hat die Geschichtsforschung inzwischen 
Beweisführungen ermöglicht, die das ganze Ausmaß des 
propagandistischen Lügengebildes aufhellen. 

Hat der Verfasser zum “Tatort Auschwitz” bereits in 
den Heften "Historische Tatsachen" Nr. 5, 9 und 10 
Stellung genommen sowie auf die Dokumentation 
“Auschwitz im IG-Farben Prozeß — Holocaustdokumen- 
te? ” und die Bücher von Professor Arthur Butz “Der 


10 


Jahrhundertbetrug” sowie Dr. Wilhelm Stäglich “Der 
Auschwitz Mythos” verwiesen, so hat er sich in den 
Heften Nr. 12 und 13 mit Treblinka befaßt. 

Hier nun soll aufgezeigt werden, was der Öffentlich- 
keit konkret über Belzec mitgeteilt wurde, wobei natür- 
lich der üblichen Methode entsprechend Hinweise auf 
“glaubhafte Zeugenaussagen”, “Sachgutachten des In- 
stituts für Zeitgeschichte”, "rechtskräftig gewordene 
Gerichtsurteile” auch von uns z.T. nicht seziert werden 
können, weil sie einfach nicht zugänglich sind. 

Immerhin wird uns folgendes angeboten, und zwar 
vornehmlich von einer ganz offiziellen Amtsperson, dem 
langjährig leitenden Oberstaatsanwalt der Zentralstelle 
der Justizverwaltungen in Ludwigsburg, nunmehr aus 
Altersgründen ausgeschiedenen und inzwischen ver- 
storbenen Adalbert Rückerl: 

Das Lager Belzec, nahe der Bahnlinie Lublin- Lemberg 
gelegen, wurde im Winter 1941/1942 eingerichtet, 3 ) am 
16. März 1942 eröffnet und hatte gleichzeitig — 
“Mitte März 1942” — seinen "Vemichtungsbetrieb auf- 
genommen" •*). Das Lager war mit Stacheldraht umge- 
ben, der mit Bewuchs so durchflochten war, daß man 
nicht hineinsehen konnte. Der Umfang betrug je 250 m 
an der Nord-, West- und Ostseite und 200 m an der 
Südseite. Es gab die Lagerbereiche I und II. Im Lagerbe- 
reich I gab es Unterkünfte fiir Wachmannschaften. Ent- 
laderampe, Sammelplatz, Entkleidungsbaracken und 
eine “Räumlichkeit” (die später als "Baracke" geschil- 
dert wird 5 ), in der die Haare geschoren wurden. Im 
Lagerbereich II, der durch einen Zaun abgetrennt, aber 
durch einen engen Gang, "Schlauch" genannt, mit La- 
gerbereich I verbunden war, befand sich die Vergasungs- 
anlage (wir folgen den Urteilsgründen des Münchener 
Schwurgerichts von 1964 AZ-StA München I: 110 KS 
3/64), die bis Mitte Mai 1942 eine von innen mit Blech 
ausgeschlagene Holzbaracke war und ein Fassungsver- 
mögen von 100 • 150 Personen hatte. Vergast wurde in 
dieser Baracke mit Zyklon-B. Mitte Mai 1942 wurde 
diese Vergasungsbaracke abgerissen und an gleicher Stel- 
le ein massives Steingebäude errichtet; dieses hatte einen 
langen Gang in der Mitte, rechts und links davon je 3 
(also insgesamt 6) Gaskammern a 4 x 5 m Umfang. Die 
Türen waren nur innen vom Gang her zu öffnen, außen 
gab es mit Gummi abgedichtete Schiebetüren, dahinter 
Rampen, nicht weit davon entfernt die Massengräber. 
Das Gebäude verfügte über ein Röhrensystem, mittels 
dessen die Abgase eines Panzer moto rs in die Kammern 
geleitet worden seien; von innen waren die Kammern ca 
1 m mit Zinkblech verkleidet. Bauzeit des Gebäudes: 
einschließlich Abreißen der Holzbaracke = 45 Tage. 
(Man vergleiche die nahezu gleichartige Darstellung des 
“Gashauses” in Treblinka. nur mit dem Unterschied, daß 

31 Adalbert Rückerl, "NS-Vernichtungslager”. dtv dokumente. München 

Dezember 1977, S. 132 

4) ebenda S. 133 

5) ebenda S. 133 •• 135 


es dort noch etwas schneller ging und Kacheln statt 
Zinkblech Verwendung fanden). 

Nunmehr konnten in Belzec — immer noch laut 
Urteilsgründen des Schwurgerichts München — in einem 
“Arbeitsvorgang" des "Panzermotors” 1.500 Menschen 
gleichzeitig ums Leben gebracht werden. Man 
rechne nach (was das Schwurgericht München freilich 
nicht getan hatte): 4 x 5 m = 20 qm x 6 Kammern = 120 
qm = 1.500 Menschen; dies hieße 12,5 Menschen pro 
Quadratmeter, für einen Menschen verblieben 800 qcm = 
28,28 x 28,28 cm Platz. An anderer Stelle verweist 
Rückerl sogar “bis 300 Menschen” gleichzeitig in eine 
Kammer *), da wäre für eine Person nur 25,82 cm x 
25,82 = 666,66 qcm Platz, pro qm stünden dann 15 
Menschen. — 

Ein von Prof. Dr. Krausnick (Institut für Zeitge- 
schichte) durchgeführter Versuch erbrachte maximal 13 
Personen in einem 1,62 qm großen Aufzug, in dem sich 
aber keiner mehr bewegen konnte 7 ), das sind 8 Men- 
schen pro Quadratmeter. Er hat allerdings den Versuch 
nicht mit nackten Personen wiederholt, denen vorge- 
täuscht wurde, in eine Dusche zu gehen, um sich zu 
säubern. Dies hätte — was wohl auch Herrn Krausnick 
und Herrn Rückerl einleuchten dürfte — zweifellos an- 
dere Maße ergeben. Aber immerhin: In Belzec war eben 
anderes möglich! Angeblich. 

"Die deutsche Lagerbesatzung war außerhalb des La- 
gers in festgebauten Häusern untergebracht. Ihre wesent- 
liche Aufgabe war. die jüdischen Arbeitskommandos zu 
beaufsichtigen, die ihrerseits ihre Rassegenossen in den 
Tod führten"). Und sie waren eifrig, diese Arbeits- 
kommandos: Von März bis Mai 1942 haben sie minde- 
stens alles nach Angaben von Herrn Oberstaatsanwalt 
Rückerl 90.000. von Juli bis November 1942 minde- 
stens 300.000, "nach Schätzungen des Professors 
Scheffler" sogar ingesamt über 600.000 spurlos beseitigt 
("Transport dokumente” unbekannter Herkunft und Art 
haben Prof. Scheffler zu diesen Schätzungen animiert).” 

Also von Mitte März bis Anfang Mai 1942 = 90.000 
in 55 Tagen = über 1.600 pro Tag. Aber diese Rechnung 
ist auch wieder falsch, denn der Kronzeuge im Prozeß 
Oberhäuser, dem Herr Rückerl auch keine Falschdarstel- 
lung vorhält, hatte ja folgendes erklärt: 

“Die Vergasungen von Juden im Lager Beizer bis zum 
1.8.1942 können in 2 Kategorien eingetcilt werden. Bei der ersten 
Versuchsreihe handelte es sich um 2 bis 3 Transporte a 4 bis 6 
Waggons a 20 bis 40 Personen. Durchschnittlich wurden pro 
Transport 150 Juden angeliefert und getötet. Diese Vergasungen 
standen noch nicht im Zeichen einer systematischen Ausrottungs- 
aktion, sondern man wollte zunächst einmal die Kapazität des 
Lagers ausprobicren und überprüfen, wie eine Vergasung technisch 

6) Ruckerl. ebenda S. 135 

7) "Denk Mit", Nürnberg, Heft 1 17 1 982, S. 4 - Der Versuch fand statt am 

24. April 1979 im Jusiizgebaude Neustadt/Aisch; wegen Überlastung 

erlitt der Aufzug einen Funktionsschaden 

8) Rückerl, ebenda S. 1 34 


11 


durchgeführt werden konnte. Nach diesen ersten Vergasungen 
sind dann Wirth und Schwarz sowie das gesamte deutsche Per- 
sonal aus Belzec verschwunden. Als letzte Amtshandlung hat 
Wirth vor seinem Abzug die etwa 50 Arbeitsjuden des Lagers 
einschließlich der Kapos vergast oder erschossen. Als Wirth und 
seine Leute abzogen, befand ich mich gerade in Lublin. Ich hatte 
einen größeren Materialtransport durchzuführen. Als ich wieder 
nach Belzec kam, war niemand mehr da. Im Lager befanden sich 
etwa 20 Ukrainer als Wachmannschaft; diese standen unter Auf- 
sicht des SS-Scharführers F Die nächsten 6 Wochen herrschte 

dann im Lager Belzec Ruhe. Anfang Mai 1942 kam dann plötzlich 
SS-Oberfiihrer Brack aus der Kanzlei des Führers nach Lublin. Er 
verhandelte mit Globocnek über die weitere Durchführung der 
Judenvernichtung Etwa 8 Tage, nachdem Brack zu Glo- 

bocnek gekommen war, kehrte dann auch Wirth mit seinen 
Leuten wieder nach Belzec zurück " 

Um also noch einmal zu rekapitulieren: 

Mitte März 1942 = “Vemichtungsbetrieb aufgenom- 
men” 


6 Wochen vor ca 10. Mai 1942 = Ruhe im Lager, 
Wirth mit seinen Leuten nicht anwesend, Arbeitsjuden 
vorher vergast oder erschossen. Also Ruhe vom ca 20. 
März bis 10. Mai 1942. 

Für die Vernichtung von 90.000 Menschen verblieben 
also nur die 5 Tage vom 16.3. bis 20.3., pro Tag 18.000 
Menschen, die Bevölkerung einer Kleinstadt, und das nur 
mit 50 Arbeitsjuden und einer nicht für leistungsfähig 
erachteten Holzbaracke, ‘‘in die nur 100 bis 150 gleich- 
zeitig hineingepfercht werden konnten 

Aber da stimmt ja wieder etwas nicht: Sprach nicht 
gerade Kronzeuge Oberhäuser von einer "ersten Ver- 
suchsreihe. von 2 bis 3 Transporten a 4 bis 6 Waggons a 
20 bis 40 Personen”? Wie aber sind, wenn dies wieder 
stimmt, die "90.000” des Herrn Rückerl zu erklären? 

Doch da dafür kerne Beweise erbracht werden, Funde 
nicht vorhanden sind, mag der Leser sich die Antwort 
selber geben. 



Hintergedanke solcher 
Spiele: Die Feriengäste 
kommen sich so auf 
Tuchfühlung nahe L 


Wie viele Urlauber 
passen auf die Ladefläche 
dieses Kleintransporters? 
Die Animateure im Club 
Aldiana auf Fuerteventura 
brauchen die Gäste nicht 
lange zu bitten. Sogar 
der Säugling in der Mitte 
zählt mit Ergebnis: 

a £ i 4. j r 


Da Quick k«me näheren Angaben gemacht halte, um welchen Wegentyp und welche Ladeflache es sich bei 
der Aufnahme handelt, haben wir euf den Kanarischen Inseln nachgefragt: Es handelt sich bei dem 
dargestellten Lieferwagen um das japanische Modell "Pick up ' von Toyota (Cajon Planol mit einer 
Ladefläche von 2.775 m Lange und 1.6 m Breite, d.h. 4.44 qm. 

Oas heißt: Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß »amtliche Personen Badeanzug tragen, zuweilen 
mitgezahlte Kleinkinder auf dem Arm tragen und Personen sich außerhalb der Ladefläche (iberhangend 
feithalten. macht das bei 46 - 10 Menschen (10.361 auf dem qm. Des entspricht dom "Aufzug Beispiel’' mit 
Prof. Kreuinick von 8 Personen auf 1 qm (vgl. S. 1 1I. 

Im Gegensatz zu diesen Belegen sollen laut "Gersteln Bericht” ("700 800 Personen auf 25 qm") - 28 
32 euf 1 qm Platz gefunden haben 

Laut Aussage des französisch-jüdischen Zeugen im IG-Farbenprozeß I“ Auschwitz im IG-Farbenprozeß'. S. 
561 und Häftlingsarzt in Auschwitz Dr. Charles Sigismund Bendel ■ 25 Personon pro 1 qm (bei angebl. 
Gaskammern von 10 m Länge und 4 m Breite mit 1 .000 Personen). 



Zur Dokumentierung des Lagers Belzec mit seinen ge- 
heimnisvollen Einrichtungen stellt Oberstaatsanwalt 
Adalbert Rückerl noch im Dezember 1977 die wider- 
sinnige und längst widerlegte Niederschrift des Kurt 
Gerstein vor, der unmittelbar “nach seinem schriftlichen 
Geständnis“ in französischer Gefangenschaft auf myste- 
riöse Weise zu Tode kam. Zwar erwähnt A. Rückerl 
in einer Fußnote, daß dieses “Dokument“ an einigen 
Stellen ungenaue Darstellungen von Größenverhältnis- 
sen, Namen und Diensträngen enthält”, doch dieses sind 
für ihn keine Gründe, quellenkritische Vorbehalte ein- 
zuräumen oder den "Bericht" weiterhin auf technische 
Unmöglichkeiten hin zu untersuchen. Zu dieser Art der 
“Vergangenheitsbewältigung" gehört, daß Oberstaats- 
anwalt Rückerl auch nicht darauf aufmerksam macht, 
daß es drei unterschiedliche Versionen dieses “Gerstein- 
Berichtes" gibt, die ihrerseits ebenso mysteriös sind. 
(Vergl.: Arthur Butz, “Der .Jahrhundertbetrug", S. 311 
ff — dort ist auch der vollständige Text abgedruckt, den 
wir uns hier ersparen) 

Schon der französische ehemalige KL-Häftling Paul 
Rassinier hatte bereits in den sechziger Jahren zum 
"Gerstein-Bericht” sinngemäß geschrieben: 

Wenn es nicht wahr ist, daß Hitler je in Lublin oder 
Belzec war, wenn es nicht wahr ist, daß 700 bis 800 
Menschen in eine Gaskammer von 25 qm hineinpassen 
(■ 28 bis 32 Menschen auf einen Quadratmeter!), wenn 
es nicht wahr ist. daß die Deutschen 25 Millionen 
Menschen vergast haben, wenn es nicht wahr ist, daß die 
Gaskammern von Belzec, Treblinka und Sobibor 15.000 
- 20.000 Menschen täglich vernichten konnten, wenn es 
nicht wahr ist, daß ein Zug von 45 Waggons 6.700 
Menschen transportieren konnte, dann, da der Bericht 
wenig anderes enthält, müssen wir fragen, was steht denn 
an Wahrem überhaupt darin? ,0 ) 

Man könnte ergänzen: 

Wenn es nicht wahr ist, daß am 19. August in Polen 
Winter ist, 

wenn es nicht wahr ist, daß 700 bis 800 Menschen in 
einem 25 qm großen, luftdicht abgeschlossenen Raum 
nach 2 Stunden, 49 Minuten noch leben — nach dem 
Sauerstoffverbrauch zu urteilen, hätte schon nach 25 
Minuten niemand mehr geatmet, wozu also diese Um- 
stände und der Energieverbrauch mit dem Dieselmotor 
und die Stoppuhr und das Warten solange? , 

wenn es ist nicht wahr ist, daß Berge von Kleidungs- 
stücken und Unterwäsche 35 - 40 Meter hoch sind 

wenn es nicht wahr ist, daß man in einer so vollge- 
pferchten “Gaskammer" (“die Toten konnten nicht 
umsinken, weil nicht der geringste Raum verblieben 
war") durch ein Guckfenster in der Tür erkennen kann, 
“daß viele schon tot sind"; — man würde nämlich gar 

9 ) Rückerl, ebenda S. 136 

IC Paul Rassinier, "Das Drama der Juden Europas", Harviov«' 1965 
S. 95-96 


nichts sehen, weil schon der direkt Davorstehende sowie 
Dunst und Schweiß die Sicht vereiteln würde, sofern 
nicht schon von innen die Scheibe zerschlagen worden 
wäre. 

Doch mit solcherlei Fragen befaßt sich Oberstaats- 
anwalt Rückerl gar nicht erst! 

Im August 1942 habe Globocnek u.a. Gerstein in 
Lublin erklärt, er habe — dies soll sich wohl auf das 
Lager Majdanek beziehen — “die technische Einrichtung 
unserer Gaskammern umzustellen, die bisher durch den 
Auspuff eines alten Dieselmotors funktionierte, — sie 
soll nunmehr auf ... Blausäure umgestellt werden”. ») 
Oberstaatsanwalt Rückerl verweist im gleichen Buch an 
anderer Stelle selbst darauf ,3 \ daß es — hier in bezug auf 
Belzec — gerade umgekehrt gewesen sein soll: Zu Anfang 
(ab Mitte März 1942) Zyklon-B, dann, weil nicht wirk- 
sam genug (90.000!), ab Ende Juni 1942 Umstellung mit 
Neuerrichtung eines “massiven Steinhauses” und Röh- 
rensystem auf Dieselmotorabgase. Ein einziger Motor 
zur Bewältigung von 6 Kammern! Es ist schon grotesk, 
dem Leser zuzumuten, er solle glauben, daß derselbe 
Mann (Globocnek) die Methode “Dieselmotor” zugun- 
sten der wirksameren Methode “Zyklon-B” in Majdanek 
abändem ließ, während er in Belzec befahl, mittels eines 
enormen Arbeitsaufwandes genau das Gegenteilige ein- 
zuführen, mit dem Argument, die Zyklon-B- Methode 
habe sich nicht genug bewährt. 

Aber Rückerl hat ja schließlich noch eine richterliche 
Untersuchungsinstanz als “Beweis” vorzuführen: Der 
Untersuchungsrichter von Zamosz! Er inspizierte das 
Gelände vom Lager Belzec sage und schreibe VA Jahr 
nach Eroberung durch die Rote Armee — am 10. 
Oktober 1945! Und was fand er? — Die Deutschen 
hatten sich mit der Spurenbeseitigung so viel Mühe 
gegeben, sie hatten alle Leichen wieder ausgegraben und 
verbrannt und das Gelände — im Lagerbereich standen 
ohnehin über 20-jährige Kiefer-gruppen — mit jungen 
Kiefern bepflanzt. ,J ) Doch dabei war ihnen (entgegen 
den Kommunisten in Katyn) offenbar ganz entgangen, 
“große Mengen der von verbrannten Leichen stammen- 
den Asche sowie Reste von verbrannten menschlichen 
Knochen, Schädel, Wirbel, Rippen. Schienbeine, Kiefer, 
Zahnprothesen aus Kautschuk, Haare (vorwiegend weib- 
liche und oft in Haarzöpfe geflochten), Stücke von 
verwestem menschlichen Fleisch wie Hände und untere 
Glieder kleiner Kinder" zu beseitigen. Denn das lag nach 
Protokoll des kommunistisch-polnischen Untersuchungs- 
richters alles da herum, auch zwei Armbinden mit 
David-Stern, Teile von Büchern in jüdischer Sprache usw. 
— Der westdeutsche Oberstaatsanwalt Adalbert Rückerl 
stellt das Ganze als “unparteiischen Sach vortrag”, als 
“historisches Beweismittel” vor und ereifert sich über 

11) Rucken. aaO. S. 61 
121 Rückerl aaO. S. 133 
13) Rückerl. aaO. S. 145 


13 


Nicht nur, daß amtliche wie nicht amtliche Lügen straffrei sind, — sie 
erhalten auch Rechtscharakter, wenn Richter solche “glaubhaft” über- 
nehmen und zu Grundlagen ihrer Sprüche machen. 



NS-Prozeß nach fast zweieinhalb Jahren beendet 

Vir» Vrrurlriluni'rn »r je Krik.Hr »am Morrf, na Km^aarh t llucfca* Mnilr rmUH Jahn llall 


Zweieinhalb Jahre Prozeßdauer, zweieinhalb Jahre Mcdienthema, bei dem nur das von den öffentlichen Meinungsmachern an 
Argumonten in dio Öffentlichkeit getragen wird, was der weisungsgebundene Staatsanwalt vortragt, die ausländischen Zeugen der 
Anklage berichten, die Richter für "glaubhaft" halten. Und dabei ist dieses Beispiel hier eines der nahezu unbekannten Fälle, die 
überlagert sind von den noch viel spektakuläreren, die mit gleicher Thematik, Methode und Sprachregelung die vergangenen Jahrzehnte 
des bundesrepublikanischen Staatslebens begleitet haben. 

Daher sollte man auch in diesem Fall auf die wirklich wesentlichen Details achten. Die Frankfurier Allgemeine vom 2.3.1973 sei 
deshalb zitiert: 


'Von den 86 vernommenen deutschen Zeugen, sagte der Richter, hätten 78 beschworen, von den Judenvernichtungen erst nach 
dem Krieg erfahren zu haben. Dies nehme er den Zeugen nicht ab, doch habe er darauf verzichtet, Meineidverfahren gegen sie 
anzustrenaen, da auch nicht die geringste Chance bestehe, sie der Luge überführen zu können. Genauso wenig wie diesen Zeugen glaube 
das Gericht den Beteuerungen der Angeklagten, von den Judenmorden nichts gewußt zu haben . " 

Der Hauptangoklagte Dr. Harry Sturm hatte als Offizier eine Kontrollfunktion bei der Räumung des Ghettos in Lublin. Dio FAZ 
berichtet weiter: 

"Dem Angeklagten Sturm, meinte der Richter, könne deshalb die Massenvernichtung nicht verborgen gebheben sein. Er habe den 
Ablauf der Aktionen gefördert und sich auch aus Rassenhaß daran beteiligt . " 

Der Richter verwies auf die ihm "glaubhaft geschilderten" Vorgänge in Belzec, wo "die Menschen in als Duschen deklarierte 
Kabinen gepfercht wurden, in die man durch eine Schlauchleitung die giftigen Abgase eines Dieselmotors leitete". - Zum Fall Belzec 
^hatten wir auf S. 10 f berichtet, zur Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit einer Verwendung von Dieselmotoren zur Menschenvernichtung 

% in Historische Tatsachen Nr. 24, S. 29 f. 

' Man erinnere: 600.000 Ermordete langeblich!), — es handelt sich um jene des "Gerstein- Bei ichtes"! Akten vernichtet, vgl. S. 10 


$■:!:■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*-*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*-*■*■*■*■*■*■*■*■*■*■*-*■*■*■*■*■*■*■*■*■* 


jeden Zweifel an diesen jedweder Moral und Aufrichtig- 
keit entbehrenden kommunistischen Praktiken. 

Dabei wird jeder Sachkenner sofort an Katyn erin- 
nert, wie die Sowjets es dort getrieben haben: Über 
15.000 gefangene polnische Offiziere mit Genickschuß 
umzubringen (im April/Mai 1940), die Massengräber mit 
Kiefern zu bepflanzen, und nach Aufdecken dieser 
Verbrechen durch eine eigene kommunistische “Unter- 
suchungskommission’’ “amtlich” feststellen zu lassen. 


daß die Deutschen diese Morde begangen hätten. Dieser- 
art kommunistische “Justizpraktiken” von 1917 an 
unter Lenin, Trotzki, Dsherschinsky, Stalin, Berija, 
Wyshinski und Genossen, die über 30 Millionen Men- 
schen — die Zahl ist gar nicht mehr faßbar! — auf dem 
Gewissen haben, sind international ausreichend nach- 
gewiesen. — Den Deutschen aber servieren solche Ober- 
staatsanwälte wie Adalbert Rückerl von der Zentralen 
Stelle der Justizverwaltungen in der Bundesrepublik, 
Sachgutachter des offiziellen “Instituts für Zeitgeschich- 


14 


te" in München und Richterkollegien in ihren Sprüchen 
derlei makabre Schauspielertricks als historische Wahr- 
heitsgrundlagen! 

Niemand geht in die Details, fragt danach, wie das 
technisch überhaupt alles möglich gewesen sein könnte, 
warum der kommunistische Untersuchungsrichter zwei 
ganze Jahre nach Rückeroberung des Geländes über- 
haupt erst anfängt, das ehemalige Lagergelände zu in- 
spizieren, was es neben “Zeugenaussagen” eigentlich an 
konkreten Beweismitteln gibt usw. usw. 

Noch makabrer wird das Ganze durch folgenden 
Sachverhalt: Dieselben Professoren, Doktoren und Mit- 
arbeiter des Instituts für Zeitgeschichte in München, die 
mittels ihrer Gutachten wesentlich dazu beigetragen 
haben, jene Horrorstimmung in den Gerichtssälen anzu- 
heizen und die anschließenden Urteile gegen deutsche 
Männer und Frauen zu fundieren, geben dann Jahre 
später in ihren eigenen Publikationen selbst zu, daß ihr 
konkretes Wissen um dieses Geschehen ••fragmentarisch” 
ist, sich “im Halbdunkel ungenauen Wissens befindet”, 
daß ihnen bewußt ist, “daß eine abschließende Bilanz 
über die Vernichtungslager nicht möglich ist, weil hierzu 
die meisten Vorarbeiten noch fehlen” (beide Eingeständ- 
nisse in der “beilage das pariament” vom 8. Mai 1976 
sowie dem Heft 2, 1976 “Vierteljahrshefte für Zeitge- 
schichte", das eine in der Vorbemerkung der Schrift- 
leitung, das andere gegen Ende der Ausarbeitung von 
Amdt/Scheffier “Organisierter Massenmord an Juden in 
Nationalsozialistischen Vernichtungslagern" ). 

Ja, diese Herren Professoren sahen sich — nachdem 
die Hauptprozesse mit ihrer Hilfe im beschriebenen 
Sinne abgelaufen waren — genötigt, in den jüngst vergan- 
genen Jahren vor Gericht zuzugeben, 

daß über die Gaskammern trotz einer Vielzahl von 
vorhandenen Dokumenten keinerlei Unterlagen vorlie- 
gen (Prof. Scheffler im Sachgutachten zum Majdanek- 
Prozeß — Siehe " Historische Tatsachen" Nr. 9 Seite 31 
ff), 

daß keinerlei technische Untersuchungen hierüber 
überhaupt vorgenommen worden sind (Sachverständige 
Ino Arndt vor der Nürnberger Strafkammer des Land- 
gerichts am 13. April 1978 sowie Prof. Dr. Krausnick als 
Sachgutachter vor der Strafkammer in Neustadt /Aisch, 
daß sie nicht wüßten, wie eine Vergasung vor sich 
gegangen sei — “Woher soll ich das wissen? ”( Prof. Dr. 
Krausnick, eh. Leiter des Instituts für Zeitgeschichte, am 
24.4.1979 vor dem Gericht in Neustadt/Aisch als Gut- 
achter), !■») 

daß die 6-Millionen-Zahl "eine symbolische Zahl" sei 
(Prof. Dr. Broszat am 3. Mai 1979 als Gutachter im 
Strafprozeß gegen Erwin Schönbom vor einem Frank- 
furter Schöffengericht — Az: 50 Js 12 828/79 919 Ls). 

Dennoch läuft die Dauerbeschuldigung gegen das 
deutsche Vol k unvermindert auf den Touren der Millio- 

14) "Denk Mit", Nürnberg, Nr. 1/2, 1982, S. 4 


nen-Vemichtungsbehauptungen, — mit offizieller 
“Amtsbeihilfe" über die Bühne des gegenwärtigen Welt- 
theaters! Unsere angeblich “demokratisch gewählten 
deutschen Volksvertreter” setzen der Diffamierung un- 
seres Volkes nicht nur keine moralischen, ethischen, 
rechtlichen oder wissenschaftlichen Hindernisse in den 
Weg. — viel schlimmer noch: sie sind mit die aktivsten 
Verfechter dieser Diffamierung, auch indem sie jeden — 
selbst den berechtigten! — Widerspruch zu kriminalisie- 
ren suchen. Sie sind es selbst, die die ausländischen 
Behörden, u.a. auch die kommunistischen im Osten, 
ersuchen, ihnen ja alles Belastungsmaterial zusammen- 
zusuchen zwecks Auswertung in deutschen Gerichts- 
sälen! Sie sind es selbst, die wissenschaftliche Bücher, die 
dieses Treiben und seine Ergebnisse demaskieren, auf 
den "Index für jugendgefährdende Schriften” setzen und 
damit dem Blickfeld der Öffentlichkeit entziehen bzw. 
mittels Beschlagnahme gänzlich verbieten und deren 
Herausgeber gar noch strafrechtlich zu belangen 
trachten! (Siehe Beschlagnahme und Verbot des wissen- 
schaftlichen Standardwerkes "Der Auschwitz-Mythos” 
von Dr. Wilhelm Stäglich sowie die nachträgliche Ab- 
erkennung seiner Doktorwürde durch den Dekan der 
Göttinger Universität wegen Schreiben dieses Buches!). 
Sie sind es selbst, die mit ihren offiziellen Publikationen 
und ihren z.T. zweifelhaftesten Quellen Schrittmacher 
für die kleinen Journalisten und “wissenschaftlichen” 
Nachwuchskräfte sind. 

Da dieses Verhalten seit 1945 quer durch alle herr- 
schenden Parteien in Westdeutschland geht und aus den 
Rechts- sowie Personalgrundlagen der Besatzungszeit 
resultiert, hat das Ganze auch mit Demokratie — sie 
soll ja Toleranz, Gleichberechtigung, Chancengleichheit 
für unterschiedliche Meinungen, Unabhängigkeit der drei 
Gewalten (Legislative, Exekutive, Judikativebedeuten - 
nichts zu tun, sondern ist Ausdruck einer moralisch 
entwurzelten Machtpolitik, die an die mittelalterliche 
Hexenverfolgung erinnert. 

Betreff des Ingers Belzec bleibt es dabei: 

Es gibt für die behaupteten 300.000 oder 600.000 
Getöteten in Belzec keinerlei Spuren, keine Beweise, 
keine Dokumente, jedenfalls keine, die authentisch, echt 
sind. Es gab in Belzec kein Krematorium. Die Sowjets 
haben ein “eingeebnetes” Gelände vorgefunden, d.h. 
nichts von dem, was Ihre Behauptungen stützen könnte. 
Nicht einmal die Spuren exhumierter Massengräber 
haben sie der internationalen Öffentlichkeit vorgeführt, 
freilich auch keine Fotografien vom Vorgefundenen Zu- 
stand. Aufgelöst war das Lager bereits im September 
1943’ 5 ), erobert durch die Russen w-urde es im Juli 
1944. Zeugen gibt es “fast keine”. 16 1 Wegen dieses 


15) Ruckerl. aeO. S. 142 

16) beilage das pariament, Bonn, 8.5.1976 + 

Vieneijahrshefte für Zeitgeschichte, München 1976, Heft 2. 


15 


"Tatkomplexes” waren gegen 51 Personen Strafverfah- 
ren eingeleitet worden. Hiervon blieb nur eines “anhän- 
gig"; die Verfahren gegen 50 Beschuldigte wurden ein- 
gestellt. 17 ) — Propaganda und “Holocaust-Geschichts- 
schreibung ” nehmen von alledem jedoch keine Kennt- 
nis. 

Bleibt noch nachzutragen: Hätte Oberstaatsanwalt 
Adalbert Rückerl — zumal er eine “zentrale” Position 
innehatte — nicht im Sinne des Arbeitgebers, sprich 


Bundesregierung in Bonn, geschrieben, — was meinen 
Sie. hätte man mit diesem Beamten, der sich nicht ge- 
ziemend in der Öffentlichkeit zurückgehalten hat, ge- 
macht? Ein Disziplinarverfahren allein hätte da sicher 
nicht ausgereicht! Man erzähle also nicht, dieser Mann 
hätte lediglich seine in einer freien Demokratie üb- 
liche Meinungsfreiheit wahrgenommen, und die Re- 
gierung hätte damit nichts zu tun! 

Er hat amtliche Doktrinen umgesetzt! 




Wenn Politiker straffrei lügen und das Volk verdummen dürfen, nehmen sich 
die Verleger daran ein Beispiel, wenn sie sich nicht sogar dazu aufgefordert fühlen, 
sich noch mehr in der “gewünschten Richtung“ hei vorzutun. 

Für dumm verkauft ! 


Zitat aus dem Buch des Chefanklägers im Kichmann- 
Prozeß in Jerusalem, Gideon Hausner, “Die Vernichtung 
der Juden", München 1979, S. 233: 

"Sic zögern, gehen aber trotzdem weiter auf die Todeskam- 
mern zu, die meisten von ihnen, ohne ein Wort zu sagen; die 
Menschen hinter ihnen, die von den Peitschen der SS-Lcutr 
angetrieben werden, drucken und schieben sie vorwärts. Eine 
Frau, etwa vierzig Jahre alt, verflucht den Anführer der Mörder 
und ruft laut, das Blut ihrer Kinder werde auf sein Haupt 
kommen. Der Sturmbannführer Wirth schlagt ihr mit deT Peitsche 
fünfmal ins Gesicht, und sie verschwindet in der Gaskammer. 
Viele beten ... Die SS-Lcutc drangen die Menschen in die Zellen. 
‘Dicht zusammen!’ befiehlt Wirth. Die nackten Menschen treten 
sich gegenseitig auf die Füße. Etwa sieben- bis achthundert 
Menschen stehen auf einer Fläche von ungefähr fünfundzwanzig- 
einhalb Quadratmetern. Die Türen schließen sich, der Rest des 
Transports bleibt nackt wartend stehen - auch im Winter müssen 
sie nackt warten. Aber der Dieselmotor funktioniert nicht. Es 
vergehen fünfzig Minuten, siebzig Minuten. Die Menschen in der 
Todeszelle stehen weiter da. Man Hort ihr Weinen. SS-Sturmbann- 
führer Professor Dr. Pfannenstiel. Ordinarius für Hygiene an der 
Universität Marburg, bemerkt: ‘Wie in der Synagoge’ ... Erst nach 
zwei Stunden und ne unund vierzig Minuten fängt der Dieselmotor 
endlich an zu arbeiten. Fünfundzwanzig Minuten vergehen, viele 
sind bereits gestorben, wie man durch die kleinen Fenster sehen 
kann. Achtundzwanzig Minuten später sind noch immer einige am 
Leben. Nach zweiunddreißig Minuten sind alle tot. Jüdische 
Arbeiter öffnen die Türen auf der anderen Seite. ... Die Toten 
stehen wie Basaltsäulen da. denn zum Niedersinken war kein 
Platz. ... Nur mit Mühe werden die Leichen getrennt, um für den 
nächsten Schub Platz zu machen ” 


171 Presse- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages, "Zur 
Verjährung nationalsozialistischer Verbrechen - Dokumentation der 
parlamentarischen Bewältigung des Problems I960 - 1979", Teil I, Bonn 
1980, S. 115. 


Diesen Text nimmt ein Diplomingenieur und ver- 
eidigter Sachverständiger für Bauwesen mit einem Brief- 
kopf. der ihn mit dieser Qualifikation ausweist, zum 
Anlaß, um dem herausgebenden Kindler- Verlag u.a. wie 
folgt zu schreiben: 

"Sehr geehrte Damen und Herren! 

In letzter Zeit hörte, bzw. las ich häufiger, daß Rechtsextre- 
misten wieder aktiv werden und in diesem Zusammenhang von 
ewiggestrigen All-Nazis und unbelehrbaren Nco-Nazis die grausi- 
gen Verbrechen an Juden infragc gestellt, bzw. sogar bestritten 
werden, indem in einer Art Nazi-Arithmetik ein rechnerischer 
Nachweis versucht wird, die Vernicht ungszahlrn, die bekanntlich 
zwischen 6 und 26 (nach: "Europa unter dem Hakenkreuz") l8 ) 
und sogar noch mehr Millionen schwanken, wenn nicht gar 
überhaupt zu bestreiten, zumindest in Zweifel zu ziehen 

Ich will davon absehen, eine Liste der Unmöglichkeiten in dem 
Buch von Gideon Hausner ‘Dir Vernichtung der J uden’ aufzu- 
zählen, sondern erlaube mir. die Frage zu stellen, ob es bei einem 
Detail des Buches sich um einen Druckfehler handelt; denn das, 
was auf Seite 233 zu lesen ist. ist ebenso sicher eine physikalische 
Unmöglichkeit. Dort heißt es: ‘Die nackten Menschen treten sich 
gegenseitig auf die Füße. Etwa sieben- bis achthundert Menschen 
stehen auf einer Fläche von ungefähr 25,5 Quadratmetern.’ 

Bitte rechnen Sie nach: Bei 80U Menschen auf 25.50 qm ergibt 
das pro Mensch 319 Quadratzcntimctcr. Eine Buchseite von 
Gideon Hausner hat 274 Quadratzentimeter, also nur 45 qcm 
weniger. Was also auf dieser Seite des Buches als Tatsache 
behauptet wird, ist eine absolute physikalische Unmöglichkeit..." 

Da der vereidigte Sachverständige auf diesen Brief 
keine Antwort erhielt, mahnte er nach zwei Monaten 
noch einmal an: 


18» H.U. Reichert u.a., "Europa unter dem Hakenkreuz — Städte und 
Stationen". Köln 1982, Vorlagsgewllschaft Schulfernsehen (vgsl. S. 169. 

Spiegel berichtete in seiner Ausgabe 11/1985, S. 30 von "12 
Millionen" ermordeten Menschen. 


16 


"In meinem Brief habe ich gefragt, ob in der Greuelschildcrung 
auf Seite 233 des Buches von Gideon Hausner Ihnen ein Druck- 
fehler unterlaufen ist. ... Ich möchte das insbesondere anläßlich 
der noch laufenden Bemühungen um das 21. Strafrechtsände- 
rungsgesetz wegen wissen, welches das Leugnen und die Verharm- 
losung von Verbrechen an Juden auch dann unter Strafe stellen 
soll, wenn geäußerte Zweifel begründet sind, mit anderen Worten 
auch dann, wenn eine Greuelschildcrung überhaupt nicht wahr 
sein kann. 

Ich habe Ihnen nachgewiesen, daß in Gaskammern mit 25,5 
qm Grundfläche nicht sieben- bis achthundert Menschen stehen 
können. Insofern ist meine Feststellung, daß dies eine physika- 
lische Unmöglichkeit ist, unwiderleglich. ..." 

Hierauf antwortete der zuständige Sachbuch-Lektor 
des Kindler-Verlages, der Akademiker Dr. Rolf Cyriax, 
am 3. April 1985: 

"Ei ist in der Tat eine schwerlich faßbare Tatsache, daß die 
ungeheuerlichsten Vorgänge im Zusammenhang mit der Ver- 
nichtung von Menschen zu verzeichnen sind. 700 Menschen auf 
25,5 Quadratmetern muten uns als Erfindung an, als physikalische 
Unmöglichkeit, wie Sie schreiten, und doch scheint diese Angabe 
zu stimmen, da sie auch in anderen Darstellungen der NS-Ver- 
brechen enthalten sind. Man mußte zuweilen die Toten auseinan- 
dcrbrcchcn, so eng waren sic in den Vergasungskammern zusam- 
mengepreßt worden. Ich darf nur daran erinnern, daß immer 
wieder Berichte aus iranischen Gefängnissen zu uns gelangen, daß 
Zellen, die höchstens für 20 Personen gedacht sind, zeitweilig mit 
300% übcrbclcgt werden. Ich glaube, in Diktaturen wird mit den 
Menschen in der gräßlichsten Weise Schindluder getrieben. Und 
wenn man jemand zu Tode bringen möchte, achtet man nicht 
darauf, wie brutal man ihn vor dem Sterben behandelt. 

Ich sehe deshalb keine Gründe, an den Angaben von Gideon 
Hausner zu zweifeln. ..." 

Physikalische Unmöglichkeiten sind also möglich, — 
unter einer einzigen Voraussetzung: wenn "Nazis" die 
beschuldigten "Täter” sind. In diesem Fall gilt ein 
Naturgesetz dann als aufgehoben, wenn "auch in an- 
deren Darstellungen der NS- Verbrechen" die gleichen 
Unmöglichkeiten “enthalten sind". 
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dpa - Praxis 

"Ganz anders, wenn ein deutscher Zeithistoriker einmal eine 
wissenschaftliche Erkenntnis publizieren will, die die deutsche 
Geschichte nicht belastet. Da möchte die Nachrichtenagentur 
erst einmal wissen, welche Belege er für seine Entdeckung hat, wer 
seine Erkenntnisse auch noch bezeugen kann, wie er zu einem 
solchen Forschungsergebnis gekommen sei und woher er sein 
Material habe - um dann am Schluß doch keine Meldung über 
diese mehrfach ausgewiesene Erkenntnis zu bringen, wie dies 
unlängst die ' Deutsche Presse-Agentur ' (dpa) praktizierte. Im 
Falle der angeblichen 500.000 umgekommenen Zigeuner galten 
jedoch für dieselbe Nachrichtenagentur diese Kriterien nicht. Sie 
kolportierte bedenkenlos die eingeführte Zahlenangabe. " 1 9 ) 


19) Alfred Schickei. "Beiträge zur Zeitgeschichte" Ingolstadt 1983 S 98 



Vogel in Lidice - Mai 1985 

Sinnigerweise führten Ex-HJ-Führer Jochen Vogel und glei- 
chermaßen NS Begeisterter a.D. Harry Ristock eine Delegation 
der SPD, um Kränze im ehemaligen Konzentrationsgebiet There- 
sienstadt sowie in Lidice niederzulegen, wobei Vogel bleibende 
Schuld und Sühne dem deutschen Volk auflastete. Unerwähnt 
blieb der KZ-Alltag nach Kriegsende unter kommunistischer 
Tschechenherrschaft, bei der Abertausende Deutsche unter 
grausamen Umständen den Tod fanden. Unerwähnt blieben die 
von alliierten Bombenteppichen ausradierten Städte, Großstädte 
mit ihren tausenden und in Dresden 250.000 zivilen Opfern. 
Unerwähnt blieb schließlich die Volk errechtswidrigk eit des Parti 
sanenkrieges. des zivilen Bombenkrieges, der Weltrevolutionsziel- 
setzung, die Kriegserklärung des Zionismus an Deutschland schon 
am 24. März 1933 usw. usw. Solches zu erwähnen, wäre für Leute 
seines Schlages erst opportun, wenn die Machtverhältnisse sich 
erneut geändert hätten. Sein Wörterbuch wußte er sofort auszu- 
wechseln. 

*■*■* ■*■»■*■*■*■*■*■?■* ■*■$■*■*■*■*■* ■* 

■ 

■ Lügen — von den Belogenen bezahlt 

■ 

■ Die Bonner "Welt” befaßt sich mit der bevorstehenden Aus- 
strahlung einer Femsehserie über den Zweiten Weltkrieg: 

"Der Bayerische Rundfunk hat friihzeitig erklärt, daß er diese 
Serie nicht übernehmen werde. Ebenso hat sich das ZDF gewei- 
gert. diese Produktion, eine sowjetische ‘Dokumentation’, anzu- 
kaufen. Schon der Sendetermin der 1979 vom WDR erworbenen 
Serie ist aufschlußreich. Fällt er doch zusammen mit der Diskus- 
sion um Nachrüstung, Doppel beschluß und Neutronenwaffe. Auf 
Nachfrage bestätigte Jürgen Rühle, der Leiter der WDR-Redaktion 
Geschichte und Zeitgeschehen, daß die Dokumentation eine große 
Zahl von Unrichtigkeiten enthalte, die man jedoch belassen habe 
— obwohl die Anstalt das Recht zu Kürzungen und zu Eingriffen 
im Textteil besitzt. Eine bereits vorgenommene Korrektur, 
nämlich die geschichtsklittemde Darstellung des -* sowjetischen - 
Massenmordes an polnischen Offizieren im Wald von Katyn, wird 
sogar wieder rückgängig gemacht Fernsehdirektor Heinz Werner 
Hübner meinte dazu, es handele sich um sowjetische Dokumente 
und aus sowjetischer Sicht sei die Darstellung eben zutreffend... 
Authentizität also nach Art des Hauses. Die Lüge wird für teures 
Geld angekauft, sie wird vorgetragen, und sie wird nicht einmal 
durch Begleittexte korrigiert. Da weiß der Zuschauer wenigstens, 
wozu die Anstalten demnächst noch mehr Geld brauchen." 20 ) 


201 Frankfurter Allgemeine, 24. August 1981 


17 


Im übrigen bin ich der Meinung, daß sich seit Jahren jene der 
Volksverhetzung schuldig machen, die Lügen über 
unser deutsches Volk und seine Geschichte verbreiten, 
nicht aber jene, die gegen diese Lügenflut ankämpfen! 


Besorgte Bürger schreiben, sie haben es schon oft getan 

Geändert hat sich nichts! 


Stuttgart 25. Mai 1984 


An den Bundcsminister der Justiz 
z.Ild. von Herrn Ficbcrg 
Hcinemannstr. 6 
5300 Bonn 2 

"Sehr geehrter Herr Fieberg! 

Ich war schon im Dritten Reich gegen jegliche Gewalt, egal von 
welcher Seite sic uusgciibt worden ist. Ich war Soldat vom ersten 
bis zum letzten Tag des Zweiten Weltkrieges in einem Münchner 
Infanterieregiment mit anschließender russischer Gefangenschaft. 
Es hat in unserer Finheit, und dies kann man von so ziemlich 
allen Einheiten der Wehrmacht und der Waffen-SS auch sagen 
keine Übergriffe gegeben, wie man sie uns nun schon seit über 39 
Jahren anhangen will. 

Daß cs Verbrechen gegeben hat. leugnet kein anständiger 
Mensch, nur sollte man unterscheiden können zwischen kriegsbe- 
dingten Handlungen und solchen, welche uns nach «lern Kriege 
von einer rachsüchtigen Siegerjust i/ angelastet worden sind mit 
Zahlen und angeblichen Geschehnissen, die einer wissenschaft- 
lichen Überprüfung nicht standhallen können. 

Ich habe mein ganzes Leben mit wachen Sinnen und kriti- 
schem Geist alles verfolgt, was .sich um mich im Kleinen und auch 
im Großen abgespielt hat. F.s gibt so viele Literatur über das 
'Tausendjährige Reich', das einmal von der Mehrheit des deut- 
schen Volkes getragen worden ist. und «las weder objektiv noch 
wahrheitsgetreu geschildert w-ird. Aber es gibt auch eine Literatur, 
welche versucht. Licht in das Dunkel zu bringen, das seit jenen 
Jahren auf unserer Vergangenheit lastet. Denn eines sollten alle 
bedenken, daß nach 1945 die Siegerjustiz bei uns diktierte, was 
'Recht' ist, und daß in unserem Grundgesetz so manches von 
diesem ‘Recht’ übernommen worden ist. 

Daß sich dieses ‘Recht’ des Siegers.... auf FaLschaussagen, 
Meineiden, Lügen und Manipulierungen aufbaute, blieb immer 
getragen von einem Haß, der nicht erst seit 1933 gegen Deutsch- 
land zu spüren war und den Kampf gegen den NS nur zum 
Vorwand nahm, um die Wirtschaft smachl Deutschland ein für alle 

Mal auszuschalten. dürfte Ihnen erkenntlich «in Eine 

Episode aus der russischen Gefangenschaft mochte ich Ihnen 
nicht vorenthalten: Im August 1945 habe ich mir im I-agrr 
Wischny -WollotSchek nördlich von Moskau, nach der stetigen 
Berieselung unserer ungeheueren Schandtaten eine Broschüre über 
Auschwitz im allgemeinen und den französischen Sozialisten und 
jüdischen Politiker Leon Blum in der Lagerbibliothek verschafft, 
und mußte festslellen.auf was für eine grausame Art und Weise 
dieser Mann im Lager umgcbracht worden ist. Roßhaare durch die 
Zunge ziehen, abschneiden der Ohren, ausstcchcn der Augen und 
abschncidcn des Geschlechtsteiles wurden in blutrünstiger Webe 
geschildert, bis der arme Mann sein Leben unter den blutigen 
Händen der SS- Schergen aushauchtc. Während des Lesens dieser 
I-ektiire. es war an einem der wenigen freien Stunden im Lager, 
kam unser Propagandist mit der nur zu gut bekannten Zeitung 

18 


'Aetic* Deutschland', um uns über die neuesten Weltnachrichten 
zu informieren. Hier erfuhren wir u.a.. daß der französische Poli- 
tiker I«on Blum als Sonderbotschafter Frankreichs nach New 
York geflogen sei. Auf meinen Einwand, daß Leon Blum in Ausch- 
witz unter deutschen Verbrecherhänden »ein Leben ausgehaueht 
habe, und dem anschließenden Aufruhr in unserem Erdbunker, 
verließ dieser Herr, ein früherer Feldwebel mit Parteiabzeichen, 
fluchtartig mit Zeitung und Broschüre, die ich ihm vor die Füße 
warf, unseren Bunker und ward nicht mehr gesehen. Tag» darauf 
fragte ich meinen russischen Techniker, der unserer Gruppe von 
Spezialisten Vorstand, und der mir erzählte, daß er. ein russi- 
scher Jude. in Auschwitz mehrere Jahre verbracht habe, was von 
dieser Sache nun zu glauben sei. Er rrklärte mir wörtlich er 
sprach rin einwandfreies Deutsch — , Du darfst nicht alles glau- 
ben. wa» gesagt und geschrieben wird! Kommentar überflüssig. 

Mir ist It. Grundgesetz gestattet, eine eigene Meinung zu haben, 
und die« auch öffentlich zu vertreten, auch wenn sie mit anderen 
Meinungen nicht konform geht. Was man uns an Zahlen seit 1945 
vor gesetzt hat. ebenso propagandierl wie sei« eh und je. geht nicht 
einmal auf die bekannte Kuhhaut. Wer sich einigermaßen infor- 
mieren kann, und dazu hat jeder ausreichend Gelegenheit, muß 
Zwxifcl an der Seriosität von so Vielem aufbriugen. Hier nur 
einige Beispiele: Man kann sich doch informieren über die wirk- 
lichen Zahlen der jüdischen Mitbürger vordem Zweiten Weltkrieg, 
dies gilt genau so lur die Zigeuner, welche sich unter deutscher 
Besetzung befanden, vergleicht man dann die Zahlen, welche auch 
von jüdischen und anderen «it 1945 bekannt gemacht worden 
sind, so entstehen doch gewaltige' Unterschiede. Wer dies nicht 
merkt, hat entweder Scheuklappen vor den Augen oder hat einen 
oder mehrere Gründe, daß die Wahrheit nicht bekannt werden 
soll. Die Methode wie die Deutschen nun die« Millionen 
vom Ixbrn zum Tode beförderten, müssen doch auf Widerspruch 
stoßen, da die technischen Voraussetzungen zu solchen Massen- 
Vernichtungen gar nicht mogiirh waren. Denn wer diese Zeit 
damals gerade von 1943 an, wo wir ungeheuer cingcspannt waren, 
selbst mit erlebt hat. muß sich fragen, wo kamen der Transport- 
raum. die Energieträger Kohle. Orl. Holz usw. her. wenn an den 
Fronten und in der Heimat dies alles Mangelware war? ? ? Wieso 
kommt es. daß sämtliche ‘Vernichtungslager’ hinter dem eisernen 
Vorhang liegen und nie besichtigt werden konnten, man auch 
keine Cbcrreslc der Millionen Opfer fand? Man fragt nie. wie 
diese Zahlen zustande kamen. Gcrsteinbericht, die angeblichen 
Enthüllungen der KZ-Kommandantcn. welche nachweisbar unter 
schwerer Folter entstanden, sind zweifelhafte Argumente. Daß in 
den letzten Monaten des Krieges auf Grund der kriminellen 
I-uftbombardcments in ganz Deutschland eine Versorgung auch 
der KZ nicht mehr möglich war, und daraus die hohen Verluste, 
welche noch durch Seuchen rapide stiegen, sollte man auch im 
Justizministerium wissen. Man wird durch Gesetze nie die Wahr- 
heit unterdrücken können. Daß bei uns Vieles auf Lüge aufgebaut 


15. Februar 1985 


ist, sollte einem Justizminister mitsamt seinen Mitarbeitern be- 
kannt sein. Ist doch das Grundgesetz aus den alliierten Sieger- 
gesetzen hervorgegangen, welche nur die Rechte der Sieger 
kannten, den Besiegten aber rechtlos machten. 

Wir haben dies hautnah am eigenen Körper verspürt, wie 
rechtlos wir waren. Als man uns nicht nur von östlicher Seite 
sämtlichen privaten Eigentums beraubte. ALs sich der Sieger das 
Recht nahm, das man dem Besiegten, als er Sieger war. zum Strick 
drehte, und unter unvorstellbaren Opfern unter den deutschen 
Menschen Racheorgien feierte. Ich habe es im W’eichselbnicken- 
kopf von Januar 1945 an tagtäglich erlebt, wie man mit un- 
schuldigen und wehrlosen Menschen, Frauen, Kindern und alten 
lauten umging. 

Oder war dieser Holocaust, um einmal mit dem so gängigen 
amerikanischen Wortgcbilde zu sprechen, kein Völkermorden, als 
man in den ostdeutschen Provinzen, in der Tschechci und auf dem 
Balkan millionenfach die Menschen massakrierte, wohlverstanden 
nach den Kampfhandlungen? Heute spricht von diesen Ver- 
brechen keiner mehr, oder nur: die Deutschen haben 
an gefangen ! Nein, Herr Ficbcrg! Viele machen es sich bei 
uns zu einfach! 

Ich frage mich oft, wenn ich täglich von 
Spendenaufrufen für die ganze Welt höre: 

Zum Spenden sind diese pervertierten 
Verbrecher recht, zum Zahlen ungeheuerer 
Summen schlagt man nicht einmal die ‘blut- 
triefenden Hände' zurück. Es ist ein Hohn, 
wenn man bedenkt, daß nach 1945 zig 
Kriege geführt wurden mit über 50 Millionen 
loten, daß zig mal Völkermord an natio- 
nalen, rassischen und religiösen Minder- 
heiten begangen wurde . ohne daß ein 
internationaler Gerichtshof nach den Ge- 
setzen von Nürnberg eingegriffen hatte. 

Daß die Mitankläger von Nürnberg heute 
noch Völkerausrottung betreiben, man den- 
ke nur an Afghanistan!!!! 

Oder ist dies was anderes??? Man kann 
mich nicht überzeugen, solange man nur 
Deutsche verurteilt, solange nur wir Ver- 
brecher waren und noch heute sind. Auch 
wenn man scheinheilig uns zu Freunden 
erkoren hat, weil man uns braucht, weil 
man nach Churchill das falsche Schwein 
geschlachtet hat. Das beste Beispiel ist 
doch die Feierlichkeit zum 40. Jahrestag 
der Invasion am 6. Juni 1944. Daß es bei 
uns ehrlose Menschen gibt, welche sich zu 
solchen ‘Siegesfeiern’ cinladcn lassen und 
auch hingehen, braucht man nicht zu er- 
wähnen, aber ich sage Ihnen als alter Sol- 
dat, der, wie Millionen Soldaten aller Länder 
dieser Erde, nur seine Pflicht tat. wer an 
einer solchen Feier teilnimmt, beleidigt 
nicht nur die Überlebenden deutschen 
Soldaten, sondern — und das wirkt 
noch schwerer auch alle diejenigen, 
welche im guten Glauben ihr Leben 
lassen mußten. 

Daß wir Deutsche schon immer rin be- 
sonderes Volk waren, sollten auch Sic 
wissen, aber was sich so mancher. deT sich 
auch Deutscher nennt und dadurch seit 
1945 hier seinen Reibach machen konnte, 
leistete, ist ein Schandfleck sondcrsglcichcn. 


An den Bundesminister der Justiz 
Hcincmannstr. 6 
5300 Bonn 2 

...Es ist noch nie so viel gelogen worden, wie in unserem 
Jahrhundert und man hat uns noch nie mit so vielen Halbwahr- 
heiten traktiert, wie in den letzten Jahrzehnten. 

Man darf doch bloß aufmerksam die Berichte der letzten Zeit 
verfolgen, welche über Greueltatcn deutscher Soldaten berichten, 
sei cs nun Kalavrati auf dem Peloponnes, sei es Oradour in 
Frankreich oder Marzabotto in Italien. Man hört nur von deut- 
schen 'Verbrechen*, von Deutschen 'Ermordete', aber nie, was 
diesen Massakern vorausgegangen war. Man erhöht die 'Opfer' 
willkürlich, ohne Bedenken, während man die 'Opfer' z.B. vom 
Untergang Dresdens mit nur 35.000 ‘Toten’ angibt, welche 
identifiziert worden sind. Von den Hunderttausenden, welche 
pulverisiert und total verbrannt sind, da schweigt man sich lieber 
aus. Dies. Herr Engelhard, sind die Fakten, welche in einem 
Menschen Zweifel aufkommrn lassen an der Ehrlichkeit und 
Wahrheitsliebe der Verantwortlichen bei uns. Sei cs nun in der 
Politik oder bei den Massenmedien. 

Auch das Gerede, wenn man von den Verbrechen unserer 
ehemaligen Gegner spricht, daß dies nur Aufrech ncrei sei, ist 
eine fadenscheinige und nicht haltbare Wortklauberei. Denn nach 
den Brwaltigungsakrobaten gibt cs nur deutsche Verbrechen, daß 
aber diese deutschen Verbrechen durch vorhergegangene andere 
Verbrechen erst möglich gemacht wurden, davon will man über- 


Stahl 

F ranke haU p, wm™. 

Millionen? 




Einstiger SPD Minister für innerdeutsche Angelegenheiten, Egon Franke (im 
Bild rechts), fand sich 1985 vor der Großen Strafkammer Bonn mit seinem Sach- 
bearbeiter Edgar Hirt wieder (im Bild links = sein Verteidiger und ehemaliger 
CSU-Bundesinnenminister Hermann Höcherl). Die Anklage wirft Franke vor, 
5,6 Millionen DM öffentlicher Mittel mittels zahlreicher "Waschanlagen" ver- 
untreut und zum Verschwinden gebracht zu haben. Was den Fall besonders 
interessant macht, ist weniger die Langzeit seiner ministeriellen Tätigkeit - 
immerhin 13 Jahre als vielmehr der Schlüssel zu seinem Aufstieg in der bun- 
desdeutschen Nachkriegsdemokratie: 1935 war Franke wegen Vorbereitung 
zum Hochverrat zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Celle 
absaß. Im Krieg gehörte er dem Strafbatallion 999 an. Die "Stunde 0” war sei- 
ne große Stunde. 


19 


Wie sich ein Zeitgeschichts-Professor und 
Sachgutachter bei Gericht geistig auseinandersetzt 


19.4.1984 

"Sclu geehrter Herr 

Ich habe jetzt Herrn Dr. Wolf gang Schefflet in West-Berlin 
direkt angcrufcn und ihn auch erreicht. Mein Gespräch inh Herrn 
Sc he ff ler war höchst interessant: 

Laut Erklärung von Herrn Schefflet hat es gar keinen Sinn, in 
verschiedenen westdeutschen Archiven nach ähnlichen Doku- 
menten zu suchen weil cs hier keine gibt. Solche Dokumente 
besäße nur die Sowjetunion. Herr Scheffler gab mir gegenüber zu. 
noch nie ein solches Dokument gesehen zu haben abgesehen 
natürlich von dem sogenannten Demjanuk • Dokument. Das heißt, 
«laß er überhaupt keine Vergleichsinöglichkeiten hat. Herr 
Scheffler, von mir darauf angesprochen, begründete sein Urteil, 
dis ‘Demjanuk - Dokument’ sei echt, wie f«>!gt: Ein Dokument 
müsse dann als echt gelten, wenn es in seiner technischen 
Ausführung echt wirkt und wenn auch andere Indizien auf 
Echtlteit hinweisen. Ohne ein Vergleichsdokument je gesehen zu 
haben und ohne solch ein Vcrgleichsdokumcnt auch nur be- 
schaffen zu können, reichten Herrn Scheffler als Kriterien also 
völlig «lie technische Perfektion (dir von jeder Fälscher werk statte, 
allzumal vom RGB erreicht werden kann) und ‘Indizien’, wo- 
runter er offenbar die Unterschriften von Streibl und Teufel 
versteht. Darauf angesprochen, erklärte Herr Scheffler. auf dem 
Dokument gebe es keine Abdeckung; deshalb sei es ja auch von 
«len zunächst skeptischen US-Brhördrn akzeptiert worden. Ein 
weiteres ‘Indiz* soll der Umstand sein, daß die Sowjets bisher 
noch nie gefälschte Dokumente* ') in Kriegsverbrccherprozcssen 
vorgelegt hätten. Die ‘la*gik’: Ein Fälscher ist kein Falscher, wenn 
er vorher noch nie gefälscht hat! 

Als ‘Indizien’ wertet Herr Scheffler offenbar auch, «laß 

1. ) Herr Schäfer die Anwesenheit Drmjanuks in Treblinka 
zugegeben haben soll, und 

2. ) Herr Demjanuk selbst das Dokument als richtig erkannt 
haben soll. 

Abgesehen davon, was Schäfer und Demjanuk immer erklärt 
haben mögen, kann es meines Erachtens nicht zur Aufgabe eines 
Dokumenten-' Sachverständigen’ gehören, Zeugenaussagen bei 
seiner Bewertung zu berücksichtigen. Ein D«>kumentcnsarhvcr- 
ständiger darf nur das Dokument an sich bewerten, wozu Herr 
Scheffler nicht in der Lage war und ist. weil cs kein VcTglcichs- 
stück kennt und vorzuweisen hat und weil cs. nach seiner eigenen 
Angabe, solche Vcrgleichsstücke auch im Westen und in der 
Bundesrepublik Deutschland gar nicht gibt. 

Dies ist «ler wesentliche Inhalt der Angaben, die mir Herr 
Scheffler telephonisch machte. Herr Scheffler gab im Lauf des 
Gesprächs zu. «laß er Berufskollegen habe, die seiner Arbeit 
skeptisch gegenüberstünden. 

Mit freundlichen Grüßen 


21) Dieser vom "Sachverständigen" Prot. Scheffler geäußerte Ode« angeb- 
lich geäußerte Sachverhalt ist falsch: Es gehört zu« ständigen Übung 
kommunistischer Staaten und somit auch de« Sowjetunion als Fuhfungs- 
macht des kommunistischen Weltsystems mit Dcsinfo«mation «J.h. mit 
Fälschungen Jedwede« Art. natürlich auch mit Dokumentenfälschungen 
in hemmungslosester Form zu arbeiten, wo es ihr aus machtpolitischen 
Erwägungen sinnvoll erscheint. Dieses Verhallen ist seit Lenins Lehren 
von de«"Strategie und Taktik" und der "kommunistischen Moral" dog- 
matisch vorgeschrieben. 


Einschreiben Vlotho den 17.12.1985 

Sehr geehrter Herr Scheffler! 

Nebenstehend abgelichtete Notiz wurde mir von 
einem Bekannten zugeleitet. 

Zwecks Veröffentlichung wäre ich dankbar, mir die- 
se Darlegung entweder zu bestätigen, richtigzustellen 
oder grundsätzlich zu dementieren. Ich gehe davon 
aus, daß Ihnen für die Beurteilung jenes angesproche- 
nen Dokumentes lediglich eine Fotokopie zur Verfü- 
gung stand. — Einen Freiumschlag zur Beantwortung 
lege ich bei. — Ein Schweigen müßte ich als Bestäti- 
gung des abgesetzten Telefoninhaltes auffassen, ein in- 
haltloses Dementi ebenfalls. 

Mit freundlichem Gruß Udo Walendy 

U. zurückges. 

Der wissenschaftliche Anstand und die berufliche 
Sorgfaltspflicht verbieten cs, auf ein angeblich mit 
einem Herrn Anonymus geführtes Telefongespräch 
auch nur mit einem einzigen Wort cinzugehcn. 

Prof. Dr. Scheffler Berlin, 18.1.1986 

■*■*■*• *■*■*■*■*■*■*■*■*■ *■*■$■*■*"* 

Einschreiben 

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Scheffler! 

Obgleich es Ihnen offenbar nicht mehr würdig er- 
scheint, mich als Ihrem ehemaligen Kommilitonen ei- 
ner Anrede — geschweige denn ehrenvollen — zu würdi- 
gen. möchte ich einmal im Interesse der Sache darüber 
hinweg sehen. Daß der Name Ihres Telefonpartners 
irrtümlich in meinem Schreiben an Sie vergessen wurde, 
bitte ich zu entschuldigen, doch läßt sich das nachholen, 
obgleich Sie ja wissen müssen, um wen es sich handelt:... 

Ich nehme an, daß es jetzt nicht mehr Ihrem “wissen- 
schaftlichen Anstand und Ihrer beruflichen Sorgfalts- 
pflicht“ widerspricht, nun zur Sache Stellung zu neh- 
men. Damit Sie Ihre Erinnerung wieder auffrischen 
können, lege ich eine Kopie meines Schreibens vom 
17.12.1985 bei. 

Mit freundlichem Gruß Udo Walendy 

Fiir diesen Brief wurde vorsorglich die 
Annahme verweigert. 

So erübrigt sich eine Stellungnahme zur 

Sache. 


20 



Andere “Offizielle” machen es sich auch so leicht 


In der Tat: "Es ist makaber”. 


Aus Platzgründen konnten wir nach- 
stehend zitierten Brief nicht in Faksimile 
abdrucken. Er liegt uns jedoch im Verlag 


INSTITUT FÜR ZEITGESCHICHTE 
- Archiv - 

r ■••l’-.l II» fl'lpttc*«!)'« Inn-Mat. 4fl b BTUiiW II TV | 

Sehr geehrter Herr Ruhwandl, 


den 15. 11. 1982 
A 1/1 V./p 


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Daß auch Behörden Irren können, lat alcher nlchta Neuee. Angaben ln 
Tarfanaungaachutzberlcbten werden auch von Tellen der Kunchner Juetlx 
nicht laaer ale dem neueeten Vleeenaatand enteprechend angeeehen 
und gewertet - daa hat einer meiner Kollegen, der eich auf Angaben 
elnea Verfaaaungeechutiberlohte etUtete, leidtoll erfahren s'Jeeen. 

Bel der Krforeohung den Koaplezea Konaentratlonelager/Ternlchtungelager - 
daa nag vielleicht eur Kntachuldlgung manoher Fehlinformation geeagt 
eeln - hat die Gehelmhaltungetaktlk der SS-Slenetatellen datu beige- 
tragen, die Krforeohung der Wahrheit eu erechweren. Aue dleeea Crunde 
war ee e.T. erat Jahre nach den Zuaaaaenbruoh möglloh, auch fOr 
RBf tllngnlager auf dem damaligen Belchegeblet wie lavenebrUck. Kaut- 
haoeen, Stutthof u.a. die Krletens von Yergaeungeaalagen aechauwelaen, 
mit denen Taueende von Opfern getötet wurden. Für Dachau liegen 
une nach wie vor keine eindeutigen Bewelee vor, alt denen belegt 
werden könnte, daß die dort lnntalllerte Anlage eur Ermordung von 
Heneohen benutat worden let. 

Angeeichte der grauenhaften Torgknge ln den HAf tllngelagern der 
SS mag ee makaber arechelnen, darüber nacbtuforechen, ob nun auah 
ln Dnchau ble Krlegaende noch Meneehen vergast wurden oder nicht. 

Vir halten er aber fllr eine der wesentlichen Aufgaben unseres 
Institute, Im Ictereeeo der Glaubwürdigkeit unerrer Vla»»n*obaft 
ollen ungeklUrten FrAger. der Zel tgeachlchte nachsugehtn uni eie xu 

beantworten - freilich lm Rahmen unserer materiellen Möglichkeiten 

Mit freundlichen GrUOen 1 

(■ «Jl&fSu) 


vor. 


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Der Bundesminister 
für Forschung und Technologie 

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1 I .03.86 


Botr.: Institut für Zeitgeschichte in Münch« 
Bezug: Ihr Schreiben vom 19.2.1986 
An lg . : - 1 - 
Sehr geehrter Herr 


kfL, 


m3mamn - c B =.c B c - &«c.3BC B ümt.«D,c.c 


Ihr an das Presse- und 1 11 formal io nsamt der Bun- 
dcsrcgicrunx xcrichtclc Schreiben vom 19.2.1986 
ist über das Bundesministerium der Finanzen an 
mich «Hangt. Auf Ihre Anfrage teile ich mit, 
daß das Institut für Zeitgeschichte gemeinsam vom 
Bund und dem Freistaat Bayern, die gleich hohe 
Zuwendungen leisten, finanziert wird. 

Die Bundc'inittel für «las Jahr 1986 belaufen sich 
auf 2.310.250,- DM. Fine Übersicht über den 
Wirtschaftsplan des Instituts für Zeitgeschichte, 
«lie die Finanzierung für die Jahre 1984 • 1986 
darstellt und die im Bundeshaushaltsplan für 

das Haushaltsjahr 1986 unter dem Kapitel 3002 
Titel 685 58 veröffentlicht ist. füge ich bei. 

Mit freundlichen Grüßen 
Im Auftrag 
gcz. Dr. Döll 

4.62 Millionen DM bekommt dieses 
Institut aus öffentlichen Mitteln zugesteckt, 
um nicht etwa Geschichte so zu schreiben, 
wie sie wirklich war. sondern um die “deut- 
sche Schuld” mit dialektisch ausgearbeite- 
ten “historisch-wissenschaftlichen” Unter- 
suchungen und entsprechenden “Sachgut- 
achten" vor der Weltöffentlichkeit, inson- 
derheit auch vor den Gerichten in immer 
neuen Variationen zu “dokumentieren”. 
Diese seit 1961 von Bund und Ländern 
getragene “Öffentliche Stiftung bürgerlichen 
Rechts”, firmiert sich “unabhängig”, ob- 
gleich sie total von den machthabenden 
politischen Willensträgern abhängig ist. 

Schon hier beginnt die Unwahrheit der mehr als 60 Planstelleninhaber und Zeit Vertragsmitarbeiter, die sich gleicher- 
maßen durch die Justiz, die staatlichen und kommunalen Behörden hindurchzieht, wenn diese sich auf die 
“unabhängigen Sachgutachter" in ihrer Rechtfindung oder ihren Aufgaben zur Sachaufklärung beziehen. Ange- 
sichts dieser jährlichen Millionen kann die “Unabhängigkeit” auch dadurch nicht als hergestellt gelten, weil 
zusätzlich große wissenschaftliche Stiftungen wie "Deutsche Forschungsgemeinschaft”, “Stiftung Volkswagen- 
werk”, “Thyssen-Stiftung”, “Stiftung zur wissenschaftlichen Erforschung der Zeitgeschichte” u.a. die Finanzierung 

von projektgebundenen Zeitvertragsmitarbeitern 
übernehmen. 


22 


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Von Lagern mit tausenden Überle- 
benden sollte es möglich sein, Verga- 
sungsanlagen über Jahrzehnte nach 
Kriegsende hinaus “geheimzuhalten" 
— wegen der “Taktik der SS-Dienststellen”? Selbst Leute, die solches 
unter dem Anspruch des “Ethos der Wissenschaft” behaupten, bieten 
auch dann noch keine Beweise, keine Funde! — Welche Dummheit 
und Unmoral mutet man eigentlich der Menschheit zu?! 

Diese Leute “beraten" bei uns noch Pädagogen und Schulbuehverlage! 


221 Man vergleiche Schreiben des IfZ in Historisch e Tatsachen Nr. 24, S. 20. 


21 


“Auch bei zahlreichen anderen Gelegenheiten treten das IfZ 
und seine Mitarbeiter Versuchen rechtsradikaler Geschichts- 


klitterung entgegen. 


23) 


Im Pressedienst des Instituts für Zeitgeschichte er- 
schien im August 1984 eine vom Leiter jenes Instituts, 
Prof. Dr. Broszat, abgezeichnete Presseerklärung, die auf 
kurzem Raum deutlich macht, daß hier nicht emotions- 
freie, neutrale Wissenschaft Maßstab von Untersuchun- 
gen, Verlautbarungen, Gutachten und "Ratschlägen” ist, 
sondern unverhohlener Tagesopportunismus, wie er von 
den politischen Willensträgern, die jährlich die Millionen 
für die Existenz des IfZ finanzieren, in Form von 
“Sprachregelungen” vorgegeben wird. So sei z.B. die 
Tatsachenfeststellung “ Vertreibungsverbrechen”, soweit 
sie sich auf die Vertreibung von 18 Millionen Deutschen 
aus ihrer ostdeutschen Heimat und auch aus ihren 
balkanischen Heimatgebieten bezieht, ein “mißverständ- 
licher Begriff”, “dem der Geruch der Verrechnungs- 
absicht anhafte", wie sich von "polemischen Traktaten 


oder Bayern. 

Die Vertreibungsverbrechen waren keineswegs eine 
Folge der vorangegangenen Kriegsereignisse, sie waren 
keine Rache für gleichartiges Handeln des Gegners — also 
der Deutschen -, sondern sie waren motiviert von einer 
hemmungslosen Welteroberungsstrategie, die sowohl in 
ihrer Zielsetzung als auch in ihren Methoden ideologisch- 
dogmatisch vorgegeben und politisch-zentral mit einer 
Volk er haß- Propaganda ohnegleichen vorangetrieben 
wurde. Dies geschah ebenso auf Seiten der eigentlichen 
kommunistischen Betreiber in Rußland, Polen, Tsche- 
choslowakei, Jugoslawien, wie auf Seiten der mili- 
tärischen und propagandistischen Unterstützer in den 
"westlich-demokratischen Befreierstaaten". 

Die Vertreibung und die damit verbundene Mord- 
politik, die Grenzziehung der Oder-Neiße- Linie und alle 
damit zusammenhängenden Folgeerscheinungen waren 
nicht Akte individueller Ausschreitungen erbitterter 


aus rechtsnationaler Ecke” entnehmen lasse. 

Nicht nur, daß die Tatsache brutaler Ver- 
treibung von Millionen von Menschen als außen- 
politische und militärische Maßnahme der “de- 
mokratischen Befreierstaaten" als solche in 
ihrem geschichtlich einmaligen Ausmaß mini- 
malisiert und verharmlost, sein Einmaligkeits- 
charakter in den geschichtlichen Verbrechen aus 
dem Bewußtsein verdrängt wird; — die vom IfZ 
empfohlene Begriffsänderung soll die geschicht- 
lichen Zusammenhänge grundsätzlich auf den 
Kopf stellen. Es soll den Deutschen und der Welt 
eingeredet werden, die Deutschen seien daran 
selber “schuld", denn wie weiter aus der 
Presseerklärung des IfZ hervorgeht es habe sich 
bei jenen Ereignissen um "verständliche Rache” 
und eine “notwendige Folge des Krieges” ge- 
handelt. Bundespräsident Richard v. Weizsäcker 
wußte es dann am 8. Mai 1985 in seiner "Be- 
freiungsrede" noch friedfertig-sprachgewandter 
auszudrücken, als er auf die "erzwungene Wan- 
derung” hinwies. Es dauert sicherlich nicht mehr 
lange — dann nämlich, wenn man davon aus- 
gehen kann, daß die Generation der Erlebnis- 
zeugen nicht mehr unter den Lebenden weilt — , 
bis jene Herrschaften dazu übergehen werden, 
den kommunistischen Sprachgebrauch zu über- 
nehmen und grundsätzlich leugnen werden, daß 
die deutschen Ostgebiete jahrhundertelang genau 
so deutsch waren wie Westfalen, das Rheinland 


i c « r « c «a»c«u"o*c B n 


■□■c*a*L. a o"o*o*o B o B o B o > c*o"a*n«D > c B ; 


Würde dies jemand anders als das IfZ 
J geschrieben haben, so wäre es "rechtsradikale 

J Geschichlsklittcrung , \ 

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B B o B a B u B o B u B u 


INSTITUT FOR ZEITGESCHICHTE 
- Bibliothek - 


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MwNCHEN 5.3.84 


B 4 

00653/64 


■ * Bar •hm’*- «• ’» « » » 1 


3ctr, : Foltcrmethoden der Gestapo 
Sehr geehrter Herr 

wir beziehen uns auf Ihre Anfrage vom 27.2.84 und Über- 
reichen Ihnen anliegend eine Reihe von einschlägigen Ti- 
teln. Es handelt sich um eine Auswahl. V.'lr haben davon ab- 
gesehen, Ihnen die Vielzahl der Titel von Erlebnisberichten 
aus Gestapogefangnlssen abzulichten, da deren dokumentari- 
scher Wert doch oft problematisch ist. 

Uber Folteroethoden der Wehrmacht Ist uns nichts bekannt; 
wir kennen Jedenfalls dazu keine Literatur nachweisen. 


Hit freundlichen Grüßen 
i.A. 


...... fl 


23) Institut für Zeitgeschichte - Selbstverstandnis, Aufgaben und ^ ; B B ; b - b o b d b - b o b d b d b _ 1 
Methoden der Zeitgeschichte. München 1979, S. 15 


22 



oder rachedurstiger Soldaten der siegreichen Armeen, 
sondern Führungsentscheidungen der Weltimperial- 
“ Staatsmänner”. Der Spiegel hatte ja einst — am 
7.1.1985, S. 30 darauf hingewiesen, daß diese Leute 
alle samt nach den Grundsätzen des Nürnberger Militär- 
tribunales hätten als Kriegsverbrecher aufgehängt wer- 
den müssen. Doch dies hätte man auch ohne den Spiegel 
schlußfolgern müssen. 

Jedenfalls bleibt festzustellen: Nicht nur die IfZ- 
Begriffskosmetik, sondern gleichermaßen die groteske 
Verkleinerung der Opferzahlen bei der Vertreibung an- 
statt 3,28 Millionen auf "rund 100.000 oder 250.000" 
macht deutlich, wie der Boden der Wissenschaft hier 
verlassen und heuchlerische Agitation betrieben wird; 
gleichermaßen die IfZ-Polemik gegen alle sachlichen 
Berichterstatter und Historiker dieser Vertrei- 
bungstragödie als "rechtsnationale” bzw. "rechtsradikale 
Geschichtsklitterer”. Und dies nicht nur in bezug auf die 
Vertreibung, sondern im gesamten Aufgabenspektrum 
dieses Instituts! Läßt sich doch die Wissenschaft nicht 
aufteilen in Gebiete, in denen Zusammenhänge entstellt 
werden dürfen, und solche, in denen man die 
Wahrheit sagen müßte. 

Uns liegen unter Eid vor einem Strafgericht 
gemachte Aussagen einer Sachgutachterin des IfZ 
vor — vgl. Historische Tatsachen Nr. 5. S. 32 - 
33 — , denenzu folge sie keine Bücher liest, von 
denen sie vermutet, daß sie "das Dritte Reich 
exculpieren”, sprich: die ihr nicht ins Konzept 
passen. Wir haben außerdem eine Überfülle von 
konkreten Beispielen dafür, daß das IfZ überhaupt 
nicht gewillt ist, auch auf anderen Gebieten als 
jenen der Vertreibung der Deutschen aus ihrer 
Heimat, nahezu sogar auf allen Gebieten der jüng- 
sten Zeitgeschichte - seiner eigentlichen Auf- 
gabenstellung — Literatur zur Kenntnis zu neh- 
men und zu verarbeiten, die uns in der sachlichen 
Aufhellung der zeitgeschichtlichen Erscheinungen 
wahrheitsgemäß weiterführt. Daher fühlen wir 
uns berechtigt, hier mit einem Zitat von Prof. 

Martin Broszat als Leiter des IfZ abzuschließen, 
allerdings unter Auswechslung des einen Wortes 
“rechtsextremistischen" — dies ist ohnehin eine 
propagandistisch zweckgerichtete, auf Diffamie- 
rung Anderer ausgerichtete Wortschöpfung ohne 
jeglichen wissenschaftlichen Bezug! — durch die 
Buchstabenverbindung "IfZ” als Kennzeichnung 
für das Institut für Zeitgeschichte in München: 

"Die Pathologie solchen Amoklaufes in der IfZ-Lheratur 
äußert sich in der Weigerung der betreffenden Autoren und ihrer 
Gläubigen, ihnen nicht passende Informationen aufzunehmen und 
zu verarbeiten." 34 ) 

Die bisherigen Nummern der Historischen Tatsachen 
sind Beweis genug, daß w i r uns stets mit der IfZ- 
und ihr verwandten Literatur auseinandergesetzt haben! 


Der Sachgutachter des IfZ. der im Indizierungsverfahren 
gegen das Buch "Wahrheit für Deutschland — Die 
Schuldfrage des Zweiten Weltkrieges", feststellte, die- 
se historische Untersuchung sei "gefährlich" und “für 
die Wissenschaft nicht ganz unbedeutend": 

Sehr geehrter Herr ....! 

"Schönen Dank für Ihren Brief vom 4. August 1976, dessen 
Beantwortung sich durch einen längeren dienstlichen Aufenthalt 
in Amerika leider erheblich verzögert hat, wofür ich Sie um 
Verständnis bitte. Ebenso danke ich Ihnen für die freundlichen 
Worte, die Sie über unser Institut und seine Arbeit gefunden 
haben. Um so betrübter bin ich darüber. Ihnen sagen zu müssen, 
daß ich den Vergleich zwischen uns und Herrn Walcndy gar nicht 
schmeichelhaft für uns finde. Ich kenne Herrn Walcndy nicht und 
weiß deshalb auch nicht, ob er tatsächlich, wie Sir annehmen, die 
Wahrheit sucht, wenngleich ich angesichts der Machart und 
Tendenz seiner Bücher starke Zweifel nicht zu unterdrücken 
vermag und als leitendes Motiv vor allem einen extremen und die 
Wahrhrilssuchr wenig begünstigenden Nationalismus zu erkennen 
meine. Wie dem auch sein mag, in der ernsthaften deutschen 
Zritgcschichtsforschung ist jedenfalls unbestritten, daß Herr 


Thesen haben mit den Ergebnissen der Wissenschaft nichts zu tun, 
noch weniger seine Techniken bei der Behandlung von Quellen 
und Literatur.... Mit freundlichen Grüßen I.A. Hermann Graml 

Beweise braucht Herr Graml ja nicht. F.r schreibt 
"amtlich”; das reicht für die, die er für deppert genug 
hält, um ihnen solchen nonsense zumuten zu können. 

24) Voruärtt. . 1 September 1984. S. 22. 



"Skinheads” in Aktion (Hannover 19841. - "Demokratische Tole- 
ranz" und "schlagende Argumente” sind offensichtliche Erziehungs- 
ergebnisse einer jahrzehntelangen amtlichen politischen Bildungsar- 
beit, die ihr Bemühen darin setzt, die nationalen Wurzeln des eigenen 
Volkes zu zerstören und die Verfechter nationaler Rechte, Werte 
und Würde mit Hilfe des Strafrechts, Amtsentlassungen, Literatur- 
vemichtungen zu kriminalisieren und mit den amtlich verwendeten 
Begriffen wie "Nazis". "Neo Nazis", "Rechtsradikale", "Rechts- 
extremistische", "Gegner der demokratischen Grundordnung" usw. 
dem Mob der Straße freizugeben. 

*■* ■*■*■•■*■*■* ■* ■*■*■*■*■*■*■*■ 

Walcndy bei »einer Suche die Wahrheit nicht gefunden hat. Seine 


23 



Historische Dokumentation 

Nicht nur Lügen, selbst hochgestellter und einflußreicher Persönlichkei- 
ten — Politiker — , sind in einer Demokratie erlaubt, sondern auch Boykott- 
Aufrufe und -Maßnahmen, sogar Presse- und Rundfunkerklärungen zum 
Ausrufen eines “Heiligen Krieges" gegen ein anderes Volk. Freilich bedürfte 
es hierfür sicherlich einer bestimmten Volkszugehörigkeit, denn Deutsche 
dürften sich solches gewiß nicht leisten. Samuel Untermeyer, erster Reprä- 
sentant der amerikanisch-jüdischen Boykott-Bewegung gegen Deutschland 
nach seiner Rückkehr von der Jüdischen Boykott-Konferenz in Amsterdam 
(Niederlande) nach New York (USA) am 7. August 1933 in seiner 
kontinentweit übertragenen Rundfunkansprache über die Station WABS: 


"Meine Freunde! 

Welch eine Freude und Erleichterung und ein Gefühl der 
Sicherheit ist es für mich, wieder einmal auf amerikanischem 
IJodcn zu sein! Die Alpträume und Schrecken, die ich in den 
letzten zwei Wochen in Europa durchlebte, als ich den herz 
zerreißenden Berichten von Fluchtopfern lauschte, spotten jeder 
Beschreibung. 

Ich bin von Eurem begeisterten Empfang nach meiner Ankunft 
heute tief bewegt, aber Ich verstehe sehr wohl, daß dieser nicht 
mir persönlich gilt, sondern dem heiligen Krieg für die Sache der 
Humanität, In den wir gemeinsam, ob Jude oder Nichljude, 
eingetroten sind, da wir gleichermaßen darum besorgt sind, daß 
die Arbeit von Jahrhunderten nicht hinfällig gemacht wird und 
die Zivilisation nicht stirbt. 

Dies ist ein Krieg, der unablässig solange geführt werden muß, 
bis die dunklen Wolken der Bigotterie, des Rassenhasses und des 
Fanatismus, die über dem Lande aufgezogen sind, das einst 
Deutschland war, nun aber mittelalterliches Hinterland ist, wieder 
vertrieben sind. Wenn wir uns bis zum letzten Mann zum Kampfe 
stellen und in der Sache hart bleiben, dann wird die strahlende 
Sonne der Zivilisation auch in Deutschland wieder aufgehen und 
die Welt wieder sicherer sein. 

Als unser Schiff heute die Bucht hinauf an unserer stolzen 
Freiheitsstatue vorüberfuhr, stieß ich ein Gebet der Dankbarkeit 
und Danksagung dafür aus. daß diesem herrlichen Land der 
Freiheit der Fluch, der sich über das umnachtete Deutschland 
gelegt hat und das sich dadurch von einer Kultumation in eine 
wahrhaftige Hölle mit grausamen Bestien verwandelt hat, erspart 
worden ist. 

Die Sorge Her Well 

Wir schulden es nicht nur unseren verfolgten Brüdern, sondern 
der ganzen Welt, daß wir jetzt in Notwehr zu einem Schlag 
ausholen, um die Welt von einer Wiederholung dieser unglaub- 
lichen Gewalttätigkeit zu schützen. 

Diesmal sind die Juden die Opfer, das nächste Mal könnten es 
Katholiken oder Protestanten sein. Wenn wir auch nur einmal 
zugestehen würden, daß, wie die deutsche Regierung immer 
wieder frech behauptet, solch eine teuflische Verfolgung von 
Menschen einer bestimmten Rasse oder Religionszugehörigkeit die 
interne Angelegenheit eines Staates sei und die übrige Welt 
nichts angehe, wie sollen wir dann wissen, wer als Nächster an der 


Reihe ist? 

Jetzt oder nie müssen sich alle Nationen der Erde zusammen- 
schließen zum Protest gegen die ungeheure Behauptung, daß die 
Ermordung, die Aushungerung und Vernichtung eigener un- 
schuldiger Bürger ohne Sinn und Verstand oder Entschuldigungen 
durch ein in die Barberei zurückgefallenes Land dessen interne 
Angelegenheit sei und daß die übrige Welt tatenlos Zusehen müsse, 
ohne eine Hand zur Verteidigung zu erheben. 

Ich habe viele dieser von Grausen ergriffenen Flüchtlinge, die 
das Glück hatten, unter Hinterlassenschaft ihrer gesamten Habe 
über die Grenze zu entkommen, gesehen und mit ihnen ge- 
sprochen, und ich kann Ihnen versichern, daß nichts was durch 
die strenge Zensur und Lügenpropaganda, die nur dazu dienen, die 
wirkliche Lage der Juden in Deutschland zu verschleiern und 
falsch darzustellen, durchsickert, auch nur einen Bruchteil des- 
sen, was diesen Männern. Frauen und Kindern an teuflischer 
Folterung. Grausamkeit und Verfolgung tagtäglich zugefügt wird 
oder der Schrecken, die sie durchleben müssen und die schlimmer 
als der Tod sind, wiedergibt. 

Wenn die ganze Geschichte erzählt wird, wie es eines Tages 
geschehen wird, wenn der kraftlose Völkerbund jemals völlig aus 
seinem Dornröschenschlaf erwacht und sich seiner Macht und 
Pflicht zur Untersuchung dieser Vorgänge bewußt wird- dann wird 
die Welt einem Anblick gegenüberstehen, der in seiner bar- 
barischen Grausamkeit so schrecklich sein wird, daß selbst die 
Hölle des Krieges und die behaupteten Greueltaten in Belgien zur 
Bedeutungslosigkeit verblassen werden im Vergleich zu diesem 
teuflischen, willkürlich und kaltblütig geplanten und schon teil- 
weise durchgeführten Feldzug zur Vernichtung eines stolzen, 
sanftmütigen, loyalen und gesetzestreuen Volkes - eines Volkes, 
das sein Vaterland liebt und sein Blut dafür vergossen hat und 
dem Deutschland weitgehend seinen Wohlstand und seine großen 
Wissenschaftler, Erzieher. Rechtsanwälte, Ärzte, Dichter, Musiker, 
Diplomaten und Philosophen verdankt, die bisher das Rückgrat 
seines Kulturlebens waren. 

Ins Finstere Mittelalter zurück 

Aber warum sollten wir noch länger bei diesem widerlichen 
Anblick der Verwüstung verweilen, die diese undankbaren Raub- 
tiere aus den verabseheuenswürdigen Motiven des Rassenhasses, 
der Bigotterie und des Neides heraus angerichtet haben, ver- 
weilen? 


24 





(Einige Sföaljlplafatc ber Parteien. - Berliner lllusirirte. 27. \pril 1924 


: 
: 

■ 

Eine geistige Auseinandersetzung kann man diese Plakat-Hetze wohl nicht nennen. Doch 2 
dies war das Niveau, mit dem es anfing, und das auch später beibehalten wurde. - von ge- 2 
wissen, international leider mächtigen Imperialmacht-Bürgern hauptsächlich. Wer in Wirklich- 2 
keit den Krieg erklärt und mit einer klaren Zielvorstellung verbunden, d.h. zum Schwert un- 2 
ter Inkaufnahme von Millionen Toten gegriffen hat, ergibt sich u.a. aus der hier abgedruck- 2 
ten Untermeyer-Rede vom 7.8.1933. Der proklamierte "Heilige Krieg" zielte auf die "Ver- 2 
nichtung der Existenz Deutschlands". Samuel Untermeyer legte der Öffentlichkeit für sei- 2 
no Behauptungen keine Beweise vor; er bediente sich der Pauschalbehauptungen, Übertrei- 2 
bungen und offensichtlichen Lügen, um ein politisches Herrschaftssystem in einem für ihn 2 
fremden Erdteil, in dem er weder Bürger- noch Mitspracherechte noch Vermögenswerte 2 
hatte, global vor der Welt zu diffamieren. - Wie sehr sich die deutsch jüdischen Organisa- 2 
tionen gegen diese "Heilige Kriegs"-agitation verwahrt haben, vgl. Historische Tatsachen 2 
Nr. 10/ S. 19 + 20 sowie 26/ S. 5 + 6. 

Wer, wie die Kommunisten, die Welt erobern, enteignen, entrechten, diktatorisch be- 2 
herrschen will, hat keine glaubwürdigere Basis. 2 


gewerkschaftlichen Bestimmungen 
des Versailler Vertrages und die von 
Deutschland bei der Aushandlung 
dieses Vertrages schriftlich abge- 
gebenen Versprechungen zum Schutz 
seiner Minderheiten, die durch den 
Entzug des Wahlrechtes für deutsche 
Juden und deren Verfolgung scham- 
los gebrochen wurden, auszulegen 
und zu erzwingen. 


Was Boykott bedeutet 

Was den Boykott betrifft, so 
scheint seltsamerweise eine kleine 
Handvoll unserer gedankenlosen, 
aber zweifellos gutwilligen Juden bei 
der bloßen Erwähnung des Wortes 
Boykott verwirrt und verängstigt zu 
sein. Der Begriff schwört bei ihnen 
Vorstellungen von Gewalt und Ille- 
galität herauf, so wie es in der Ver- 
gangenheit bei den Kämpfen zwi- 
schen Gewerkschaften und Arbeit- 
gebern kennzeichnend war. Da es 
sich bei diesen verschüchterten See- 
len, von denen Ich spreche, um Ka- 
pitalisten und Arbeitgeber handelt, 
ist ihnen das Wort Boykott und al- 
les, was es beeinhaltet, in den Ohren 
verhaßt. 

ln Wirklichkeit bedeutet es nichts 
dergleichen. Diese Herren wissen 
nicht, was sie reden und denken. 
Anstatt vor ihren verschwomme- 
nen Befürchtungen und halb ausge- 
gorenen Gedankengängen zu kapi- 
tulieren, sollte es unsere erste Pflicht 
sein, sie darüber aufzuklären, was 


Denn die Juden sind die Aristrokaten der Welt. Seit undenk- 
lichen Zeiten wurden sie verfolgt und sahen ihre Verfolger 
kommen und gehen. Sie allein überlebten, und so wird sich die 
Geschichte wiederholen, aber daraus erwächst für uns kein Grund, 
diesen Rückfall einer ehemals großen Nation ins finstere Zeitalter 
zuzulassen oder es zu unterlassen, diese 600.000 menschlichen 
Seelen aus den Qualen der Hölle zu befreien, wie wir es mit Hilfe 
unserer christlichen Freunde tun können, wenn wir nur den 
Willen zur Tat aufbringen. 

Da sich die Proteste und Einsprüche aus allen Winkeln der Erde 
seitens führender Persönlichkeiten aller Konfessionen, sowie der 
idealistische TYaum unseres opferbereiten Präsidenten, die 
Welt reif für die Demokratie zu machen und die Minderheiten zu 
schützen, als vergeblich und nutzlos erwiesen haben, müssen wir 
uns fragen, was die Richtlinien unseres Verteidigungskampfes 
gegen diese Greueltaten, mit dem wir bereits tatkräftig begonnen 
haben, sein sollen? Sind wir mit unserem Plan im Recht? Wenn 
ja. welche Schritte sollten jetzt unternommen werden, um zum 
Erfolg zu gelangen? 

Unser Feldzug ist zweifacher Art: defensiv und konstruktiv. 
Auf der defensiven Seite steht der wirtschaftliche Boykott gegen 
alle deutschen Waren. Tranportmittel und Dienstleistungen. Auf 
der konstruktiven Seite steht ein Aufruf an den Völkerbund, die 


• mil e ' nem defensiven Boykott 

gemeint ist und was wir zu tun beabsichtigen. Zugegeben, der 
Boykott ist unsere einzige wirklich wirksame Waffe. Aber diese 
Herren, die sich unter Ausschluß ihres Verstandes von grundlosen 
Befürchtungen leiten lassen, haben bisher nichts anderes getan 
und haben kein Programm außer ihrem Versuch, die Weltmeinung 
aufzunitteln, die jedoch ohnehin unserer Meinung ist und von 
Anfang an war, was ja auch wegen dieses brutalen, sinnlosen, 
unprovozierten Angriffs auf die Zivilisation garnicht ausbleiben 
konnte. 

Wir brauchen diesen Erfolg, wenn man ihre ziellosen und 
fruchtlosen Bemühungen in dieser Richtung in Anerkennung ihrer 
guten Absichten so würdigen kann, nicht zu verkleinern oder 
herunterzu spielen, so ergebnislos sie auch gewesen sind. Es genügt, 
darauf hinzuweisen, daß sich ihre Bemühungen als zwecklos 
herausgestellt haben und daß der Feldzug der Schrecklichkeit 
trotz der einhelligen Weltmeinung nicht nur unvermindert an- 
dauert, sondern an Heftigkeit ständig zunimmt und daß die breite 
Masse des deutschen Volkes, verführt durch die Regierungs- 
propaganda und beeinflußt durch die Unterdrückung der freien 
Meinungsäußerung und der Presse oder aus Angst vor Bestrafung 
durch die despotischen Herrscher, die Regierung bei diesem 
teuflischen Feldzug unterstützt. 

Was haben diese liebenswürdigen Herrschaften denn schon 
vollbracht und was hoffen sie mit ihren ‘StaubwedeT-Methoden 


25 




zu erreichen, um die unsere Zivilisation vernichtende Feuers- 
brunst einzudämmen? Man kann doch ein Feuer und noch dazu 
diese Art von Feuer nicht dadurch löschen, indem man es nur 
solange anstarrt, bis die tobenden, vom Winde des Hasses ange- 
fächelten Flammen alles zerstört haben. Was wir wollen und 
schon weitgehend im Begriff sind, zu tun, ist die Durchführung 
eines rein wirtschaftlichen Boykotts, der das Hitler-Regime unter- 
graben und das deutsche Volk dadurch zur Räson bringen wird, 
daß sein Ausfuhrhandel, von dem seine nackte Existenz abhängt, 
vernichtet wird. 

Erteilt Ihnen eine Lektion 

Die Deutschen haben ständig mit der Weltmeinung kokettiert 
und sie herausgefordert. Wir organisieren die Weltmeinung auf die 
einzige Art und Weise, in der man sie Deutschland begreiflich 
machen kann. Hitler und seine Sippschaft werden es wohl kaum 
zulassen, daß das deutsche Volk erfährt, wie es von außerhalb 
angesehen wird. Daher müssen wir Ihm auf dem einzigen uns 
offenstehenden Weg eine Lektion erteilen. 

Es wäre einmal eine interessante psychologische Studie, so 
widerlich sie auch sein mag. die Motive zu untersuchen, die 
jüdische Bankiers dazu veranlaßt haben, Deutschland Geld zu 
leihen, wie es z.Zt. geschieht. Es ist nämlich teilweise jüdisches 
Geld, welches das Hitler-Regime für seinen böswilligen Propa- 
ganda-Feldzug, mit dem es die Welt antisemitisch machen will, 
verwendet. Mit diesem Geld fallen die Hitlerleute in Groß- 
britannien, in die Vereinigten Staaten von Amerika und andere 
Länder ein, gründen dort Zeitungen und richten subventionierte 
Agenturen ein und geben anderweitig viele Millionen aus. um ihre 


ruchlose Weltanschauung zu verbreiten. 

Die Aufforderung, ihre von ihnen als nicht gerechtfertigt 
bezeichneten Ehrenschulden mit diesen Geldern zu bezahlen, wird 
von ihnen mit Hohngelächter oder Totschweigen beantwortet. 
Indessen führen sie ihren ruchlosen Feldzug mit zunehmender 
Heftigkeit weiter - zur ewigen Schande jener jüdischen Bankiers, 
die ihn mitfinanzieren und der Schwächlinge, die nicht Wirksames 
unternehmen wollen, um ihm Einhalt zu gebieten. 

Das Hitler-Regime machte zuerst von einem Boykott zur 
Judenvernichtung Gebrauch, indem es Plakate in Jüdischen 
Geschäften aufhängen ließ, in denen deutsche Bürger davor 
gewarnt werden, bei Juden zu kaufen. Jüdische Ladeninhaber 
werden verhaftet und zu Hunderten unter Bewachung von Nazi- 
Trupps durch die Straßen geführt, nur weil sie Juden sind. Sie 
werden aus den gehobenen Berufszweigen, in denen viele von 
ihnen zu Ansehen gelangt sind, entfernt, die Kinder werden von 
den Schulen heruntergenommen und die Männer aus den Gewerk- 
schaften entfernt, so daß ihnen jeder Weg zum Erwerb ihres 
Lebensunterhalts verbaut wird. Man wirft sie in berüchtigte 
Konzentrationslager, dort werden sie ausgehungert, gefoltert, 
ermordet und grundlos geschlagen, wobei man auf jede andere 
erdenkbare Form der Folterung, so unmenschlich, daß ein Mensch 
sie kaum beschreiben kann, zurückgreift, bis der Selbstmord der 
einzige Ausweg dieser Unglücklichen ist, und das alles nur weil sie 
Juden sind oder weil ihre entfernten Verwandten Juden waren, 
mit dem offen ausgesprochenen Ziel, sie auszurotlen. 

Appell an die Menschheit 

Gegen diesen übelsten Boykott in der ganzen Menschheits- 
geschichte rufen wir die ganze Menschheit zu einem Gegen- 
boykott auf. Unser Appell ver- 
bindet sich mit der Überzeu- 
gung, daß Idealismus und Ge- 
rechtigkeit noch nicht tot sind. 

Die Anwendung eines wirt- 
schaftlichen Boykotts als Werk- 
zeug der Gerechtigkeit ist an 
sich nichts Neues. Die Statuten 
des Völkerbundes sehen ihn mil 
den gleichen Worten vor, um 
widerspenstige Nationen zur Rä- 
son zu bringen. Präsident Roo- 
sevelt, dessen kluge Staatskunst 
und Ideen zu den Wundern 
der zivilisierten Welt zählen, 
beruft sich auf diese Statuten, 
um seinen edlen Plan zur Neu- 
ordnung der Beziehungen zwi- 
schen Kapital und Arbeit durch 
seinen rasanten Industrial Re- 
covery Act (Gesetz zur Gesun- 
dung der amerikanischen Wirt- 
schaft) durchzusetzen, mit dem 
Ziel, der Arbeit zu einem ge- 
rechteren Anteil an dem von ihr 
geschaffenen Wohlstand zu ver- 
helfen. Er ist dabei, die Ver- 
braucher in unserem Lande 
zu einem nationalen Feldzug 
aufzurufen und zu verpflichten, 
alle Fabrikanten, Groß- und Ein- 
zelhändler, die sich dieser Ver- 
pflichtung entziehen wollen, zu 
boykottieren und nur von den- 
jenigen zu kaufen, die zuge- 
stimmt und daher das Vorrecht 



Vemon McKenzie ■ 

Der amerikanische Professor gab am 20. August 1934 nach einer ausgiebigen Besichtigungsreise ■ 
durch Deutschland im Völkischen Beobachter seine Eindrücke wie folgt wieder: ■ 


“Wohl am meisten bin ich bei meinem augenblicklichen Besuch daran beeindruckt, welche ■ 
überaus ehrliche Begeisterung Herrn Hitler vom frühen Morgen bis nach Mitternacht von den ■ 
Tausenden vor der Reichskanzlei versammelten Deutschen entgegenschlug. Die 1 lenschenmenge ■ 
zeigte wirkliche Verehrung für den Führer: das beweist mir. daß er heute weit mehr ist als ein " 
Parteiführer. o 

Im Jahre 1932 war er so augenscheinlich ein Parteiführer, ilaß man uohl seine politischen o 
Fähigkeiten bewunderte, aber die staatsmännischen noch nicht erkennen konnte. Deutschlands g 
Zukunft liegt ganz zweifellos bei Adolf Hitler. II enn Deutschland volle Gleichberechtigung g 
nicht nur in politischen kragen, sondern auch in der Abriistungsfrage verlangt, so erkläre ich £ 
frei und offen, daß dies Deutschlands volles Recht ist. Andere Völker haben zuerst den Versail- i 
ler Vertrag gebrochen. Es würde zum Besten des Weltfriedens sein, wenn man Adolf Hitlers Ab- ■ 
riistungs politik anerkennen würde. ” ■ 

26 


haben, die Flagge mit dem blauen Adler zu hissen. Wollen unsere 
verschüchterten Freunde noch ein erhabeneres Beispiel zur Nach- 
ahmung haben? 

Bisher gemachter Fortschritt 

Ich habe jetzt nicht genügend Zeit dazu, aber ich hoffe, daß 
ich Ihnen schon in Kürze über die bereits unternommenen 
Schritte und über den überraschenden und erfreulichen Fort- 


schritt berichten kann, der bereits in vielen Ländern in Richtung 
auf einen erfolgreichen Boykott erzielt worden ist. Obwohl auch 
in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten schon erheb- 
liche Fortschritte in dieser Richtung erzielt wurden, werden Sie 
überrascht sein, zu erfahren, daß es unter all den Ländern, die auf 
der Weltwirtschaftskonferenz in Amsterdam vertreten waren, 
gerade die rückständigsten und höchst unzureichend organisierten 
Länder waren, die dem Boykott durch formelle Abstimmung 
einhellig und begeistert zustimmten, indem sich ihre Vertreter von 



Ward Price 

Der weltbekannte britische Journa- 
list schrieb am 21. September 1936 in 

"Daily Mail": 

“England ist noch nicht aufgewacht 
zur Erkenntnis dessen, uns in Deutsch- 
land vor sich ficht. I or 150 Jahren ver- 
änderte die Französische Revolution 
die Geschicke Europas. Heute werden 
sie von llillcr verändert. Er hat der Zi- 
vilisation einen neuen II cg gewiesen. 
Stationen, die sieh an die alten Metho- 
den klammern, werden Zurückbleiben. 

Das Ziel des einzelnen Engländers 
ist persönlicher Erfolg, das der Natio- 
nalsozialisten Dienst am Vaterland 1 
Die Führung ist es. die die deutsche 
Seele verändert und die menschlichen 
Motive auf ein höheres Niveau gebracht 
hat. Die persönliche Inspiration Hitlers 
hat das bewirkt. Ihre II irkung ist unge- 
heuer. Gewaltige Macht, sowohl im mili- 
tärischen als auch im moralischen Sinne. 


den Sitzen erhoben. 

Bei uns in Amerika ist die Verzögerung teilweise auf fehlende Mittel und auf die Größe 
des zu bearbeitenden Gebietes zurückzuführen, aber wir hoffen und erwarten, daß dieser 
Zustand bald behoben sein wird. Wir sind fest dazu entschlossen, einen Anschauungsun- 
terricht abzuhalten, der für die ganze Menschheit so wertvoll sein wird, daß wir es nicht 
wagen können, hier zu versagen. 

Jeder von Ihnen. Jude oder Christ, der noch nicht mit uns in diesen heiligen Krieg ein- 
getreten ist. sollte es jetzt und hier tun. Es ist nicht genug, keine in Deutschland herge- 
stellten Waren zu kaufen. Sie müssen sich weigern, mit irgendeinem Kaufmann oder La- 
deninhaber. der deutsche Waren verkauft oder deutsche Schiffe oder andere Transport- 
mittel begünstigt, Geschäfte zu machen. Zu unserer Schande muß leider gesagt werden, 
daß es ein paar Juden unter uns gibt, glücklicherweise sind es nur sehr wenige, die so 
wenig Würde und Selbstachtung zur Schau tragen, daß sie auf deutschen Schiffen rei- 
sen wollen, wo sie verachtet werden und wo selbst das Bedienungspersonal und die Mit- 
reisenden ihnen ihre berechtigte Verachtung entgegenschleudern. Ihre Namen sollten 
weit und breit bekanntgemacht werden. Sie sind Verräter an ihrer Rasse. 

Mit dieser Erläuterung unserer Zielsetzung appellierte ich an das American Jewish Com- 
mittee, dessen nach außen in Erscheinung tretenden Geist und gute Absichten ich nicht 
einen Augenblick in Zweifel ziehen möchte, nicht länger abseits zu stehen, sondern sich 
von seinen ängstlichen und undurchdachten Vorurteilen zu befreien und sich an unserem 
Boykott aktiv zu beteiligen. Außer einem Appell an den Völkerbund, auf den Ich noch 
zuhickkommen werde, bt dieser Boykott unsere einzige Waffe. 

Ich verzichte absichtlich darauf, den American Jewish Congress mit in diesen Appell 
einzubeziehen, weil ich davon überzeugt bin, daß 95'r seiner Teilnehmer schon zu uns 
gehören und daß sie nur von zwei oder drei jetzt im Ausland lebenden Männern falsch 
vertreten werden. Ich erwarte von den Teilnehmern, daß sie schon vor der in diesem 
Monat in Prag statlfindenden Sitzung des Exekutivausschusses diesen falschen Führern 
in unmißverständlicher Weise klarmachen, welche Position sie in dieser alles bedeutenden 
wichtigen Sache zu beziehen haben und daß sie entweder die Meinung der Teilnehmer 
offen vertreten oder von ihren Ämtern zuriiektreten müssen. Einer von ihnen, der gene- 
rell als Verbindungsmann der Übeltäter bezeichnet wird, reist derzeit auf dem Konti- 
nent von einer Festveranstaltung zur anderen herum und sieht offenbar seine Lieblings- 
beschäftigung darin, überall dadurch Unfriede zu stiften, daß er an einer Stelle ver- 
sichert. er sei für den Boykott und unterstütze ihn auch, und an einer anderen Stelle, 
daß er gegen den Boykott oder dieser ihm gleichgültig sei. je nachdem, welche Zuhörer- 
schaft er gerade vor sich hat. aber stets darauf bedacht, direkt oder indirekt einen Stoß 
im Dunkeln zu führen. 

Gestatten Sie mir zum Schluß, Ihnen noch einmal für diesen herzlichen Empfang 
zu danken und Ihnen zu versichern, daß wir mit Ihrer Unterstützung und der von Millio- 
nen unserer nicht-jüdischen Freunde den letzten Nagel in den Sarg der Bigotterie und 
des Fanatismus, der es gewagt hat. sein häßliches Haupt zu erheben, um die Zivilisation 
des XX. Jahrhunderts zu verleumden, zu belügen und zu schänden, einschlagen werden." 


■ *■*■*■*■*■*• ’*>*■*■*•*■*■*■*■'*■*■*■*■*■' 


!*■*■*■*! 


wird in dieser Nation lebendig, die nach 
dem Programm des Führers verwan- 
delt worden ist. 

Das moderne Deutschland ist ein 
neues Fundament in Europa. Die Gren- 
zen seiner Macht und seiner Leistung 
sind unübersehbar. Es ist der größte 
Faktor, mit dem eine britische Regie- 
rang jemals hat rechnen müssen. " 


Ziel dieses "Heiligen Krieges” war. wie der Präsiden! der “World Jewish 
Economic Federation", Samuel l'ntermeyer. erklärte, Deutschlands Außen- 
handel zu zerstören, wovon Deutschlands “unmittelbare Existenz” abhing. 
Ziel war somit die Existenzvernichtung Deutschlands, nicht der NSDAP 
oder Hitlers. Den Abdruck dieser Rede in der US-Zeitung ‘ Social Justice ' 
am 16.3.1942 kommentierte Father Coughlin u.a. mit den Worten: Die 
zivilisierte Welt weiß, daß wohlhabende Juden in Amerika, England, 
Frankreich, Holland, Galizien und aus anderen Ländern sich nach dem 

27 



Ersten Weltkrieg in Deutschland einfanden, um mit ihrem wertvollen Geld einen großen Anteil an Eigentums- 
werten in Deutschland aufzukaufen, die durch von Armut, politischer Mißwirtschaft und Inflation entwertete 
deutsche Mark repräsentiert waren. Dadurch seien in der Tat “die Juden” die Aristokraten, die Finanz-Aristo- 
kraten in Deutschland geworden. — Diesen Sachstand bestätigt im übrigen auch Nahum Goldmann, der 
langjährige lauter des Jüdischen W eltkongresses, in seinen Memoiren -Werken. Die von gewissen Leuten 
apostrophierten “goldenen zwanziger Jahre" waren für das deutsche Volk die elendsten Jahre überhaupt. 

Welche Maßstäbe sollen nun gelten: Demokratie und das Selbstbestimmungsrecht der Völker oder die 
Maßstäbe internationaler Finanz-Aristokraten? — Verfasser und Verleger dieser Zeitschrift distanzieren sich von 
den vorgenannten Pauschalbezeichnungen, weil bekannt ist, daß die Welt noch komplizierter ist, als sie Father 
Coughlin und Nahum Goldmann, natürlich auch Samuel Lntcrmeyer dargestellt haben, doch bleibt es vor der 
Geschichte dokumentiert, daß auch gerade Ausländer und Juden selbst eine solche vereinfachende Begriffs- 
bestimmung durch ihre Aussagen genährt haben. 

I in antiamerikanischrn Äußerungen erginge. Es wurde darauf 
hinßcwic\en. daß sie (die Veranstalter) sich damit nicht nur den 
Zorn der jüdischen Gemeinde auf sich laden würden, sondern dies 
sei auch eine äußerst unpatriotische Handlung. 

Die Veranstalter ließen sich überzeugen. Das gleiche geschah in 
Boston und anderen Städten, und schließlich wurde die Tournee 
eingestellt. Schmeling flog ohne seine Tournee-Beute nach 
"Im Jahre 1937 erzielten die J.W.V. Deutschland zunick. Dank den Jcwish War Veteran*! •• 2 !) 

(Jüdische Kriegsteilnehmer) einen be- 
deutenden Durchbruch bei den gemein Auch Pr war westdeutscher “Volksvertreter”! 

schaltlichcn Bemühungen zum Boykott. 

Dem einflußreichen jüdischen Arbeiter- 
Führer Sidnev Hillmann wurde durch rin 
Mitglied der J.W.V. nahcgclcgt, sich auf 
dem landesweiten Kongreß des C.I.O. 

(Co mitte« of Industrial Organization) an 
John I.. Lewis zu wenden. Kr erläuterte 
diesem die Gefahren des Nazismus für den 
amerikanischen Lebensstil (way of life). 

Lewis war von der Genauigkeit und dem 
Umfang der Nachforschungen der J.W.V. 
sehr beeindruckt und versprach, das C.I.O. 
in diesen Kampf cinzusihallcn. Sein Ver- 
sprechen haltend, bezeig er die Mitglieder 
des C.I.O. in den Boykott ein. und von 
diesem Augenblick an nahm die nicht- 
jüdische Gemeinde ebenso wie jene Juden, 
die immer noch tatenlos abseits standen, 
aktiv an dem Boykott-Feldzug teil. Allein 
in Pittsburgh versandten die örtlichen Ver- 
treter des C.I.O. cinhundcrttausend Rund- 
schreiben. in denen eine gemeinschaftliche 
Aktion zum Boykott dringend gefordert 
wurde. 

Harry Schaffer aus Pittsburgh, der 
1937 und 1938 landesweiter Kommandeur 
(der J.W.V.) war, erinnert sich daran, daß 
sogar Max Schmeling’.' Siegestour in den "Unser Bild zeigt den einstigen Vorsitzenden des Wiedergutmachungsausschusses des 
Boykott einbezogen wurde. Als cs bekannt Bundestags, Frenzei, als Angeklagten auf dem Weg zum Bundesgerichtshof. Der pro- 
wurdc. daß die Erlöse dieser Tour nach minente sozialdemokratische Parlamentarier mit tschechischer Staatsangehörigkeit hatte in 
Deutschland transferiert wurden, ent- seiner Eigenschaft als Mitglied des Verteidigungsausschusses des Bundestags die geheimsten 
schloss sich die J.W.V. dazu, seine Plane zu NATO-Planungen an die Tscheche! verraten. Der Bundesgerichtshof verurteilte ihn des- 
durchkreuzen. Schmelings Sieg über Joc wegen zu 15 Jahren Zuchthaus. Heinemanns erste Amtshandlung als Justizminister der 
Louis hatte ihn zum Tagesgespräch in der Großen Koalition war es, Frenzei zur Freiheit zu verhelfen und seinen tschechischen 
Presse gemacht, und seine Schaukampfc Auftraggebern zu überstellen. 

hätten ihm mit Sicherheit bemerkenswerte ln der Stunde vor seiner Verhaftung hielt Frenzei, der sich als Soldat der britischen 
Eintrittsgelder eingebracht. F.r hatte je- Armee seiner Verdienste im Kampf gegen Deutschland rühmte, noch eine seiner großen 
doch nicht mit der Wendigkeit der Reden vor dem 6. Ordentlichen Kongreß der Dachorganisation aller europäischen Wider- 
J.W.V.- Führer in Philadelphia, wo der erste standsverbände (Fildir) in Bonn. Das Motto des Kongresses hieß 'Freiheit - die schöpfe- 
Kampf stattfinden sollte, gerechnet. Man rische Kraft Europas'. Unter großem Applaus forderte der prominente Sozialdemokrat 
wandte sich an die Veranstalter des Schau- damals, 'die ehemaligen Verfolgten dürfen nicht schlechter gestellt werden als ihre einstigen 
kampfes und brachte diesen nicht nur Verfolger’. Kanzler Adenauer schüttelte dem verdienten Mann genau eine Minute vor seiner 
eindringlich die Greucltaten der Nazis Verhaftung warm die Hand: 'Herr Frenzei, Sie haben eine wirklich gute Rede gehalten und 
nahe, sondern auch Schmelings Pläne, sich großes Verdienst erworben’. Frenzeis für den nächsten Tag vorgesehenes zweites 
seine Gage nach Deutschland zu ‘expor- Referat mußte wegen Entlarvung des Landesverräters ausfallen. 'Die Betroffenheit über den 
tieren', dessen Regierung sieh so lautstark Fall war unter den Delegierten groß", berichtete die "Frankfurter Allgemeine'.." 26) 

251 Gloria R. NSosesson, "The Jewish War Vete- 
rans Story", Washington 1971, S. 224 
28 



Aus deutschen Geschichtsbüchern 
erfährt man dergleichen nicht 


261 ItcuUchr \alionalzeitung . 6.6 1986 






Demokratischen Willensprozeß gesteuert 

— “rechtsradikaler Buhmann”! 


Nicdcrsächsischer Landtag — Zehnte Wahlperiode Drucksache 10/4036 


Antwort auf eine Kleine Anfrage 
— Drucksache 10/361 1 — 


Uetr.; Kinder V-Mann Joachim Apel 


Wortlaut der Kleinen Anfrage der Abg. Frau Schuran (Grüne) vom 13. 12. 1984 


Presse berichten über einen seit dem 27. U. 1984 vor der ersten Jugcndkammer des 
Landgerichts Aurich laufenden Prozeß gegen drei Neonazis ist zu entnehmen, daß hier 
seit geraumer Zeit ein V-Mann namens Joachim Apel von niedersächsischen Sicherheit*- 
behörden eingesetzt war. Folgt man der Berichterstattung, so war der auch in der Haupt- 
verhandlung namentlich genannte V-Mann nicht nur mit dem Sammeln von Erkennt- 
nissen beschäftigt, sondern hat in der Rolle eines „agent provocateur" maßgeblich und 
führend an neonazistischen Aktivitäten teilgcnommen: Durch Verfassen. Hemcllcn 
und Finanzieren von NS-Propagandaschriftcn. Organisieren bewaffneter Wehrsport- 
Übungen. Herstellung überregionaler Kontakte. Planung und Durchführung von 
Brandanschlägen sowie Beschaffung von Waffen. 

Darüber hinaus soll Apel von Sondetfahndern des Landcskriminalanues (LKA)tuch im 
Bereich nicht politisch motivierter Kriminalität eingesetzt worden sein. Kontakte be- 
standen hier zu LKA-Bearnten. die unter den Decknamen „Uwe" und „Harry" auftra- 
ten und an Geschäften mit harten Drogen, Waffen, Falschgeld und verschiedenster 
Hchlctware interessiert waren. Berichtet wird weiterhin von einer Finanzierung des 
Apel über das niedersächsische Landesamt für Verfassungsschutz, wobei der V-Mann* 
Führer in Emden unter dem Namen „Willi“ gearbeitet haben soll. 

Der Berichterstattung ist ebenfalls zu entnehmen, daß die „Vertraucnsperson” Joachim 
Apel der Strafverfolgung weitgehend entzogen worden ist: Trotz zahlreicher krimineller 
Aktivitäten (darunter Hehlerei und räuberische Erpressung) soll er keine Haftstrafen be- 
kommen haben. 


Ich frage die Landesregierung: 
Antwort der Landesregierung 


Der Nicdersäihsischc Minister des Innern 
— 24.2 — 01423/0 — 2 — 


Hannover, den 13 3. 1983 


Soweit in der Fragestellung der Kleinen Anfrage eine V-Mann-Tatigkeit des Herrn 
Joachim Apel unterstellt wird, kann dazu weder bestätigend noch verneinend Stellung 
genommen werden, da sich aus Gründen der Geheimhaltung und des Staatswohls Ein- 
zelheiten über V-Mann-Einsätzc grundsätzlich nicht füt eine Erörterung in der Öffent- 
lichkeit eignen. ... 

Micklmchoff 


(Ausgegeben am I 4 1985) 


Je frecher man die “Schuld der 
Deutschen“ herausslelll, desto 
mehr “politisches Profil” ge- 
winnt man hei uns 



Michel Friedmann 

CDU-Stadtrat Michel Friedmann. geb. 
1956 in Paris, seit seiner Schulzeit in 
Frankfurt/M. machte nicht nur als Refe- 
rent für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit 
im Vorstand der Frankfurter Jüdischen 
Gemeinde Karriere, sondern auch inner- 
halb der CDU, die ihn als Oberbürger- 
meister von Frank furt/M aufzubauen sich 
bemüht. Bei aller Toleranz und inter- 
nationalen Aufgeschlossenheit muß man 
sich indessen fragen, ob Aussprüche wie 
der nachfolgende geeignet sind, einem 
Antisemitismus entgegenzuwirken oder 
ihn zu fördern, und ob eine solche Per- 
sonalpolitik wohl in anderen Ländern 
möglich wäre. 

“Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff... 
Die Krbcn des judenmordenden Staates bieten 
den Opfern und Nachkommen der Opfer Ver- 
söhnung an und sind erbittert, wenn dieses Wort 
zurückgewiesen wird. F.s kommt ihnen in Wirk- 
lichkeit gar nichts anderes zu. als die schwere 
historische Verantwortung auf sich zu nehmen, 
generationenlang, für immer.” 2 ?) 




27) Deutsch e \ationalteilung, 25.7.1986 


29 


Amtliche Friedhofschändung 

auf Grund von 
Demonstr ations-T error 


In den frühen Morgenstunden des 5. März 1986 — um 
5.30 Uhr — veranlaßte der Rat der Stadt Hameln die 
Einebnung der gepflegten und mit Khrenkreuzen ver- 
sehenen 200 Gräber deutscher Soldaten und auch 
Frauen auf dem Friedhof Wehl am Rande der Stadt. Mit 
Planierraupen wurde diese Schandtat vollendet. Dieser 
Friedhofsteil war die letzte Ruhestätte deutscher Män- 
ner und Frauen, die in Wehrmacht und militärischen 
Verbänden ihren Dienst für ihr Vaterland getan hatten, 
wie das Gesetz es überall auf der Welt auch anderen 
Soldaten vorgeschrieben hatte. 

Das Besondere dieser Kriegsgräber bestand darin, daß 
britische Siegerjustiz, der wohl die Bezeichnung 
‘Lynch-justiz’ besser anstehen würde — so bezeichnete 
sogar später der Hauptankläger der USA, Justice Robert 
H. Juckson, diese Praktiken! 3 *) — , diese Frauen und 
Männer in mehr als fragwürdigen Prozessen ohne Be- 
rufungsinstanz und sachgerechte Bewertung zu Ver- 
brechern und Mördern erklärte und zu Tode brachte. 
Hierzu zählten z.B. die im Bergen- Be Isen -Prozeß in 
Lüneburg zum Tod Verurteilten, unter ihnen auch drei 
junge Frauen. Selbst die britische Dokumentation über 
diesen Prozeß 29 ) gesteht die lediglich auf Rache aus- 
gerichtete Praxis der anklagenden 
und richtenden britischen Militärs 
angesichts des durch Fleck fieber- 
seuehe, die wiederum durch zer- 
bombte Versorgungswege und Was- 
serleitung in dem schon zu Anfang 
des Jahres 1945 überfüllten und sich 
in den letzten Monaten vor Kriegs- 
ende noch weiter auffüllenden La- 
ger ausgebrochen war. verursach- 
ten Massensterbens. Doch nicht nur 
1945 wurde mißhandelt, falsch 
Zeugnis abgelegt, gerächt und ge- 

28) Thomas Mason, "Harlan Fiske Steine - Pillar 
ot the Law". New York 1956. S. 716. - 
Justice Robert H. Jackson 1945 vor seiner 
Abreise aus Washington nach Nürnberg zu 
seinen sowjetischen, britischen und französi- 
schen Kollegen. 

291 David Maxwell Fy»e iGeneral Editorl. "War 
Crimes Trials", London- Edinburgh 1949. 

Vol. II. - The Belsen Trial. 


henkt, sondern noch Jahre später, bis zum Dezember 
1949. Die Deutsche llochenzeitung veröffentlichte am 
10.10.1975 die Namen der Opfer und schrieb dazu u.a.: 

"Zu ihnen «den Hingerichteten aus dem Bcrgcn-Belsen-Prozcß) 
kamen viele Männer und Frauen, deren einzige Schuld es war, 
Befehlen gehorcht und in schwerer Zeit ihre Pflicht erfüllt zu 
halten. Etwa der Landesschützenhaupt mann Mackensen, der zu- 
erst anstandslos von den Engländern aus der Gefangenschaft 
entlassen wurde, um am Schluß doch gehenkt zu werden. Er hatte 
in Thorn ein Kriegsgefangenenlager geleitet. Seinem Rechtsanwalt 
l>r. Bernhard Pfad gelang es nicht, vor (iericht das Wort zu 
ergreifen; seine Witwe erhielt niemals rin Urteil. Den Tod ihres 
Mannes erfuhr sic aus dcT Zeitung. 

Der Rataillonskominandcur. SS-Obersturmbannführer Bern- 
hard Siebken wurde noch 1949 gehenkt. Seine Verteidigerin. Dr. 
A. Oehlcrt. wandte sich am 27. Nov. 194H. weil ihre Bemühungen 
vergebens geblieben waren, an den Oberkirchenrat llerntrich und 
schrieb; ‘Ich habe in dem letzten KricgsvcrbrechcrprozcU im 
Curiohaus in Hamburg den früheren Bataillonskommaiidcur der 
12. SS-Panzerdivition 'HJ'. Bernhard Siebken, verteidigt. Herr 
Sicbkcn ist angeklagt gewesen, an der Erschießung dreier kana- 
discher Soldaten am 9. Juni 1944 in seinem Bataillonsabschnitt 
tcilgcnommcn zu haben. Am 9. November 1948 hat das britische 
Militärgericht im Curiohaus Herrn Siebken zum Tode durch den 
Strang verurteilt. ... Ich habe schon des öfteren im Curiohaus 
verteidigt, aber noch niemals ein derart krasses Fehlurteil erlebt. 



Herta Ehlert (Nr. 81, Irma Grese (Nr. 9), Ilse Lothe (Nr. 10) als Angeklagte im 
Bergen -Belsen-Prozeß 1945. Irma Grese, Johanna Bormann (Nr. 6), Elisabeth Vol- 
kenrath (Nr. 7) wurden zum Tode durch Erhängen verurteilt. Herta Ehlert erhielt 
15 Jahre Haft, Ilse Lothe wurde freigesprochen. .Insgesamt wurden in diesem Ver- 
fahren 11 Todesurteile ausgesprochen. 


30 


als in diesem Falle. Der Schuldspruch und das Urteil stehen in 
klarem Widerspruch zu dem Ergebnis der Beweisaufnahme vor 
dein Gericht. ...’ Die Rechtsanwältin führt dann aus, welche 
Beweise der Unschuld Sichkens sie vor Gericht erbracht hat und 
wie die Aussagen sämtlicher Entlastungszeugen nicht beachtet 
wurden. Als schließlich doch das Urteil gegen Siebken wegen 
erwiesener Unschuld aufgehoben wurde, war dieser bereits hinge- 
richtet. *’ 

Als im Jahre 1950 das Zuchlhaus Hameln wieder 
in deutsche Verwaltung übergeben wurde, fand man im 
Hof eine große Anzahl übereinandergeschichteter Lei- 
chen, und an anderen Stellen Knochenhaufen, die nicht 
mehr zu identifizieren waren. Diese sterblichen Über- 
reste waren es, die anteilnehmende Männer und Frauen 
auf ein Gräberfeld auf dem Hamelner Friedhof Am Wehl 
umgebettet haben, um ihnen ein dauerhaftes Liegerecht 
zu gewährleisten, wie es den Kriegsgefallenen aller 
Länder der westlich- zivilisierten Welt zukommt. Da sich 
weder offizielle Dienststellen, noch die Kriegsgräberfür- 
sorge in Kassel, die sich andernorts viele Verdienste um 
die Kriegsgräberpflege erworben hat. um diese Gräber- 
stätte kümmern wollte, übernahm eine Bürgerinitiative 
die vertraglichen Regelungen mit der Stadt Hameln, die 
Pflege der Gräber und gedachte am Volkstrauertag im 
kleinen Kreise von Verwandten und Kameraden der 
Toten durch einige Gedenkworte und Niederlegen eines 
Kranzes. 



Gräberfeld — früherer Zustand 


Am Volkstrauertag 1985 wurde diese kleine Feier- 
stunde am Gräberfeld von Demonstrationschaoten ge- 
stört, ja verhindert. Von einer Bestrafung der die Fried- 
hofsruhe Störenden ist nichts bekannt geworden, ob- 
gleich Polizei die Vorgänge beobachtet hatte. Statt 
dessen beschloß der Stadtrat am 19.2.1986 in Über- 
rumpelungsmanier der Verwaltung — denn ein solcher 
Tagesordnungspunkt war gar nicht vorgesehen — auf 
einer Sitzung entgegen den Vertragsbindungen mit der 


Bürgerinitiative das Gräberfeld einzuebnen, — weil, wie 
später Oberbürgermeister und Stadtdirektor in einem 
Schreiben kundtun, "gewalttätige Auseinandersetzungen 
zwischen rechten und linken Radikalen” stattgefunden 
haben und “in jüngster Zeit wiederum versucht wurde, 
dort Demonstrationen zu veranstalten". Da jedoch diese 
“gewalttätigen Auseinandersetzungen” und “Demon- 
strationen” ausschließlich von “linken Radikalen" in 
eindeutiger Verletzung des Versammlungsgesetzes und 
der Friedhofsordnung inszeniert und ausgelöst wurden, 
beugte sich die Stadt “dem Druck der Straße” und 
stimmte mit den Vertretern der CDU, SPD und FDP bei 
nur einem Votum dagegen für die Gräberschändung. 
Und dies, obgleich Oberbürgermeister und Stadtdirektor 
zugeben mußten — so laut hektografiertem Schreiben als 
Antwort auf die eingegangenen Protestbriefe vom April 
1986 — , daß "die Gründe der einzelnen Hinrichtungen 
nur in Einzelfällen bekannt sind”, in jedem Fall aber 
auch Personen dort bestattet sind, "deren Taten oder 
Handeln aus heutiger Sicht keineswegs eine Todesstrafe 

Grabmal 

Bernhard Siebken 


rechtfertigen". Da aber ein einziger Mann, der “zustän- 
dige Minister des Innern im Jahre 1972 entschieden 
hatte, daß diese Reihengrabstätten nicht unter das 
Kriegsgräbergesetz fallen”, wird kurzerhand geleugnet, 
daß es sich um Kriegstote oder Kriegsgräber handelt. 

Diese Dokumentation ist kein Ruhmesblatt in der 
bundesrepublikanischen Chronik! 




Gräberfeld — nach der Einebnung 


31 


Die dummen Sprüche mehren sich 
Eine neue Erbsünde für unsere Kinder — so der Wille der 

“interessierten Mächte” 

Hitler ist an allem schuld — wir sind an allem schuld 


Im Mai 1985 erklärte der deutsche Botschafter in 
Israel, Niels Hansen, im Auftrag des Bundespräsidenten 
Richard v. Weizsäcker am Mahnmal Yad Washem bzw. 
im israelischen Rundfunk: 

"Wir Deutschen wollen den Holocaust nicht vergessen und 
fühlen uns verantwortlich ungeachtet der Generationen." 

Im Juli 1986 ereiferte sich Professor Christian Meier, 
Verbandspräsident der westdeutschen Historiker, in Tel 
Aviv in einem Vortrag über Vergangenheitsbewältigung 
- entsprechend einer wohl offiziellen bundesrepublika- 
nischen Sprachregelung — : 

"So wenig cs Kollektivschuld gibt, ** »ehr haben wir eine 
Verantwortung für das, was von uns und in unserem Namen 
geschah. ..." 30 ) 

Also doch eine noch weit über alle künftigen Gene- 
rationen hinausgehende Kollektivschuld!? 

Dr. Armin Möhler schrieb hierzu in der Frankfurter 

Allgemeine aml9.7.1986: 

"Meier* Hauptanliegen ist cs. das Dogma von der 'Einzigartig, 
keil’ der deutschen Verbrechen zu zementieren; nicht mal Rclati- 
vicrungcn“ läßt er zu. Den Historiker und Univertitatsprofcuor 
Meier scheint dabei nicht zu stören, daß gar keine Forschung 
mehr erlaubt ist, deren Ergebnisse mit jenem Dogma nicht 
vereinbar waren. Veröffentlichungen dieser Art werden ... gleich 
beschlagnahmt (entweder von der als jugrndschutzerischc Kom- 
mission oberflächlich getarnten Zen- 
sur oder dann direkt von der Polizei 
...) Gewiß gibt es bei dieser 'revisio- 
nistischen' Literatur manche Über- 
treibung in die andere Richtung. Die 
offiziellen Historiker sind aber die 
letzten, die sich darüber aufregen 
dürfen. Wenn sic Forschungsgebiete 
meiden, wo einem das Bestreben um 
historische Wahrheit nur Ärger und 
berufliche Schwierigkeiten ein- 
bringt, dürfen sie sich nicht wun- 
dern, wenn vornehmlich Außen- 
seiter sich mit diesen gefährlichen 
Themen befassen. Meier sollte sich 
einmal bei weniger konformistischen 
Kollegen unter den Neuhistorikern 
erkundigen, was sie von der Quellen- 
basis jenes Geschichtsbildes vom 
Dritten Reich halten, das nun mit 
Hilfe des Engelhard 'sehen (Bundes- 

30 ) Ih'ulsehe Nationnlzvitung, 24 . 5.1985 

32 


justizminister) Maulkorbgesetzes (21. Strafrechtsänderungsge- 
setzes vom 25.4.1985) als alleingültige geschichtliche Wahrheit 
inthronisiert werden soll. Die nun ja wohl endgültig entmysti- 
fi/iertc Legende vom Reichstagsbrand' ist nur das oberste Gipfel- 
rhen eines beträchtlichen Eisberges." 

Gewiß maß man saßen, Illustrierten, insbesondere 
womöglich Stern können schreiben, was sie wollen, und 
dies sei unerheblich für die Wissenschaft. Das maß wohl 
sein. Dennoch leben wir heute in einer "Gesellschafts- 
ordnung”, die in ihrer politischen Bewußtseinsbildung 
soweit es jedenfalls die stimmberechtigten “Massen” 
betrifft weitgehend von den Massenmedien, vornehm- 
lich auch Illustrierten gesteuert wird. Nicht ohne Grund 
legten die Siegermächte großen Wert darauf, daß z.B. 
auch ein Mann wie Sebastian Haffner, der u.a. als Eng- 
länder. u.a. als Deutscher firmiert, u.a. aber auch noch 
andere internationale Bindungen hat, als "führender 
Journalist“ vorwiegend in westdeutschen Illustrierten 
schrieb, obgleich er noch im August 1942 in der Lon- 
doner Monatszeitschrift World Review 31 ) zur Ermor- 
dung von mindestens 500.000 SS-Männern aufgefordert 
hatte. Zumindest ist es Aufgabe der historischen Wissen- 
schaft. auf diese, sogar mit seriösem, ja wissenschaft- 
lichem Anspruch auftretenden Journalisten aufmerksam 
zu machen und deren Umweltverschmutzung zu maß- 
regeln. 



Stern - Redaktion beim Vorstellen der "Hitler-Tagebücher" Anfang Mai 1983. V.r.n.I.: 
Felix Schmidt. Vorsteher Gerd Heidemann. Thomas Walde, Peter Koch und links vorn der 
britische Historiker Hugh Trevor-Roper. 

Nachdem dieses Windei zerplatzt ist. stellt uns Stern jetzt etwas Neues vor: Die einzigartige 
“Schuld Hitlers an der Atombombe”. - Doch, man nimmt Stern schon lange nicht ernst. 


So veröffentlichte besagter Stern anläßlich des 40. 
Jahrestages der Atombombenabwürfe auf die japani- 
schen Städte Hiroshima und Nagasaki eine Serie über die 
Entstehungsgeschichte der Atombombe, die darin aus- 
mündet: Adolf Hitler ist daran schuld, — an dem 
“Verbrechen, das die Welt verändert hat”! Das liest sich 
dann so, und man muß wissen, wie das alles dialektisch 
zurechtgedrechselt wird: 

1.8.1985 stem r^- 

"Wäre Hitler nicht «schienen, hätte sich die 
Katastrophe der Physik ihr Absturz ins Mörde- 
rische - womöglich vermeiden, zumindest hinaus- 
schieben lassen. Doch Hitler beschleunigte alles. 

Er war das Unheil, das das Unheil her vorb rächte. 

Beide — Hitler und die Bombe lassen sich als 
Ausdruck derselben großen Erschütterung begrei- 
fen, die aus dem 20. Jahrhundert ein Jahrhundert 
des Grauens machte. 

Die Geschichte der Atombombe beginnt mit 
der Vertreibung der jüdischen Wissenschaftler aus 
Deutschland. Denn es waren maßgeblich Emigran- 
ten aus Mitteleuropa, die die Bombe bauten - als 
letzte Waffe gegen den Weltvcrderber. 

Die Vertreibung der jüdischen Hochsc hullehrer 
war eine der ersten Kegierungsmaßnuhmen der 
Nazis im Jahre 1933. Bis dahin war Deutschland 
eine Weltmacht der Wissenschaft, insbesondere 
der Physik. Die Universitäten von Güttingen. Nach dem 
Berlin. Leipzig, München waren Zentren der kapitulatio 
Avantgarde 32). Fast alle, die später die Bombe * w « ite di « 5 

bauten, waren sich hier in den zwanziger und ~ Fe £® r 1 

frühen dreißiger Jahren begegnet. Auch Robert Menschen" 

Oppenheimer hatte seinen Doktor in Göttingen Strahlentoc 

gemacht. iahrrohnlul 


“Dies war die Lage, als Otto Hahn der wissenschaftlichen Welt 
milteilte, daß er das Uran-Atom gespalten habe. ...” 

Diese Mitteilung Otto Hahns geschah im Dezember 
1938 an das Fachblatt "Die Naturwissenschaften". 
Einen Durchschlag sandte er seiner ehemaligen (jüdi- 
schen) Mitarbeiterin Lise Meitner nach Schweden. Die 
Nachricht landete jedenfalls sofort bei den "richtigen 
Leuten” in Washington, zumal dort Anfang 1939 ein 
Physikerkongreß stattfand. Bisher freilich war alles wis- 




r Physik. Die Universitäten von Göttingen. Nach dem Abwurf der ersten “Versuchsbombe" "Little Boy" auf das längst 

Hin. Leipzig, München waren Zentren der kapitulationsbereite Japan am 6. August 1945 über Hiroshima wurde das 

antgardc32). Fast alle, die später die Bombe zweite dieser Verbrechen befohlen. Die hier abgebildete Bombe "Fat Man" 
Uten, waren .sich hier in den zwanzig« und "Fetter Mann" - fiel mit ihren fast 100 Zentnern (4.950 kg). 3,05 m Länge 

,IK» dreißiger Jahren begegne,. Auch Rubel »•»»•*«*,« 1945 ,uf Nagasaki. Weit übe, 200.000 

.penheime, hau. «inen »okto, in Gö.lingrn ^ J 1 “ l ’™* k " chen ' Erstickungl , 

btrahlentod, zehntausende Verletzte und Strahlengeschädigte siechten noch 
h ‘ jahrzehntelang dahin. 

Jüdische Forscher und l-ehr« hatten einen erheblichen Anteil senschaftlich. Doch dort in USA wurde nicht etWf 


an der Weltgeltung der deutschen Universitäten. ... 

1933 hatten die Antisemiten an den Universitäten ihre große 
Stunde: Alle jüdischen Hochschullehrer im Deutschen Reich 
wurden entlassen, insgesamt über tausend Professoren und Dozen- 
ten — rund 14 Prozent der akademischen Lehrerschaft. 

In der Physik war der Verlust besonders hoch, weil hier d« 
Anteil der jüdischen Forscher und Lehrer am größten war. Allein 
die Universität Göttingen verlor 45 Physiker. ... 

Die meisten der Vertriebenen hatten jedoch keine Mühe, in 
den Instituten des Auslands neue Arbeit zu finden. ... " 

Man stelle sich nur einmal vor, Hitler hätte diesen 
Hochschullehrern gestattet, die Atombombe in Deutsch- 
land zu bauen! Nicht auszudenken, welche “Schuld wir 
Deutschen für alle Generationen" auf uns zu nehmen 
hätten! Denn Journalisten wie Politiker hätten uns die- 
se Erblast mit Sicherheit aufgebürdet! Es dürfte wichtig 
sein, über diese Alternative zur Entlassung nachzuden- 
ken! 

&V Vgl. Historische TaUachen Nr. 27, S. 17 19. 

32J Was unter "Avantgarde'' zu verstehen ist. ließ der .Stern leider 
unerönert. Gewiß sollte es nicht so verstanden werden, als wurden 
darunter nur Juden zu verstehen sein; denn dies hieße ja unterstellen, als 
seien die Universitäten im Deutschland der zwanziger und frühen 
dreißiger Jahre um ein modernes geflügeltes Wort zu gebrauchen - 
"fest in jüdischer Hand" gewesen. 


senschaftlich. Doch dort in USA wurde nicht etwa 
sofort an die friedliche Nutzung dieser Erkenntnis ge- 
dacht, sondern: Vier Wochen vor Beginn des europä- 
ischen Krieges — wir wiederholen: vier Wochen vor 
Beginn des europäischen Krieges — , am 2. August 1939 
(Polen hatte soeben dem Danziger Senat ein Aushunge- 
rungs-Ultimatum gestellt, der Völkerbundshochkommis- 
sar in Danzig Carl Jakob Burckhardt soeben von inter- 
nationaler Seite den Hat erhalten, seine "Beschwichti- 
gungsbemühungen in der Danziger Frage zu unterlas- 
sen“) schrieb Professor Albert Einstein jenen "histori- 
schen Brief”, der den US-Präsidenten F.D. Roosevelt 
dringend — unter Berufung auf “die deutsche Gefahr" — 
aufforderte, schnellstens den Bau der Atombombe in die 
Wege zu leiten. Einstein selbst — ebenfalls jüdischer 
Emigrant aus Deutschland — wurde zu diesem Verhalten 
angeregt von den ebenfalls emigrierten jüdischen Kern- 
physikern Leo Szilard, Eugene Wigner und Edward 
Teller (dem späteren Neutronenbombe-Hersteller). 
Roosevelt griff dann in der Tat unter Verwendung 
gewaltiger amerikanischer Steuergelder dieses Projekt 
auf. Namhafte Atombombenentwickler waren: J.J. 
Rabi. J. Robert Oppenheimer, Robert Serber, Edwin 
McMillan, Victor Weisskopf, Robert Wilson, Edward 


33 


■ Hiroshima nach dem Angriff. — Nur die Trümmer. 

I kann man sehen, nicht das Leid der Menschen. 

■ 

Teller, Owen Chamberlain, Emilio Segre, Edwin Lof- 
Lofgren. Gebürtige Deutsche waren nicht unter ihnen, 
sie waren alle u.a. Amerikaner. 33 ) 

Robert Oppenheimer plante bereits im P’rühjahr 
1941, also zu einer Zeit, da sich die USA überhaupt 
noch nicht im Kriege befanden, eine radioaktive Ver- 
seuchung deutscher und japanischer Nahrungsmittel, 
wobei er meinte, man solle sich an dieses Projekt erst 
dann heranvvagen, "wenn wir die Nahrung für wenigstens 
eine halbe Million Menschen vergiften können”. 3 5 > Der 
Plan sah die Verseuchung der Milchvorräte mit Stron- 
tium vor. Innerhalb von zwei Monaten wären die Betrof- 
fenen an Knochenmarkzersetzung qualvoll gestorben. 
Stern hat nicht behauptet, daß Hitler auch daran 
“schuld” gewesen sei; aber das kann noch kommen. 

Und seltsam: Zur Zeit des Abwurfs der Atombomben 
auf das bereits vorher kapitulationsbereite Japan "aus 
Versuchszwecken”, wie IJS-Präsident Harry Truman sei- 
nem britischen Premier Winston Churchill auf der Pots- 
damer Konferenz Anfang August 1945 berichtete, war 
Adolf Hitler bereits ein Vierteljahr tot. 

Wiederholt halte Adolf Hitler versucht, einen zivilen 
Luftkrieg zu verhindern! 



Die am Fallschirm niedergehenden und in ca 500 m Höhe 
gezündeten Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki explodier- 
ten durch Spaltung von Plutonium mit einem Hitzegrad von 
mehreren Million Grad Celsius (andere schätzen 300.000 Grad) und 
töteten in Hiroshima über 80.000 Menschen, äscherten 11,5 qkm 
Wohnfläche völlig ein und brachten über 200.000 Menschen nach 
wochen-, monate-, jahrelangem schwerem Siechtum zu Tode. In 
Nagasaki wurden über 40.000 Menschen sofort getötet und über 
100.000 starben an Verletzungen und Spätfolgen. Von Miß- und 
Fehlgeburten, Sterilität und vielem anderen spricht niemand; auch 
nicht davon, daß die Bomben "aus Versuchszwecken" auf ein 
vorher bereits kapitulationswilliges Japan abgeworfen wurden. 


Am 21.5.1935 beschwor er in 
seiner RegieninRserklärung die 
Ächtung eines völkerrechtswid- 
rigen Luftkrieges und bot ent- 
sprechende Vorschläge an. Auch 
am 1.9.1939 versicherte er noch 
einmal vor der Welt, daß er kei- 
nen Kampf gegen Frauen und 
Kinder führen wolle und seiner 
Luftwaffe den Auftrag gegeben 
hübe, sich auf militärische Ziele 
zu beschränken. Ea gab auf deut- 
scher Seite keine zentrale Dienst- 
stelle wie das britische Bomber- 
Command. auch keinen Plan für 
einen "strategischen Luftkrieg”. 
Niemand konnte der deutschen 
Luftwaffe in ihren Feldzügen 
gegen Polen, Norwegen. Frank- 
reich, die Balkanländer, selbst 
die UdSSR der deutschen Luft- 
waffe Massenmordfunktion, 
leichtfertige Gefährdung von 
Zivilpersonen, oder gar ihre Ter- 
rorisierung oder Zerstörung ihrer 
Existenzgrundlagen zur Last le- 
gen. Bis Ende Juli 1940 hat 
Deutschland selbständige Luft- 
angriffe gegen feindliches Hinter- 
land überhaupt nicht geführt. 

“So räumt selbst der britische 
I.uftmarschali Spaight ein, daß 
Hitler anfänglich ernstlich be- 
müht war, mit England ein Ab- 
kommen zu erzielen, um den 

Luftwaffeneinaatz auf Frontge- 
biete zu beschränken, daß Eng- 
land davon aber nichts gehabt 
hätte und wohlüberlegt nicht 
darauf cinging." 34) 

33) Vfll. Der Spiegel Nr. 23/1967 
341 Eberhard Spetzler "Luftkrieg 
und Menschlichkeit", Göttingen, 
Berlin, Frankfurt/M 1956, S. 267 


US-Physiker planten noch im Frieden Verseuchung Deutschlands 

Geheimes Projekt entdeckt 

Nahrung sollte mit Strontium verstrahlt werden — Die Opfer wären qualvoll gestorben 


STANFORD/Kalilornien. - Schon sieben Monate sor dem Eintritt der 
Vereinigten Staaten In den Zweiten Weltkrieg Im Dtirmbn 1941 haben 
amerikanische Wissenschaftler vorgeachlagen. Nahningsml ttel in DeuUcliland 
und Japan radioaktiv tu verseuchen. 

Wie der Geschichtsprofessor Darton 
J. Bernstein in der kalifornischen 
UniversiUit Stanford berichtete, bele. 
rpii nun freigcgobene Regirrungsdo- 
kumentc. daß bereit*, im Frühjahr 1941 
ein Plan diskutiert wurde. wie Milch- 
und Getreidcvonjte in den möglichen 
FeindlBndern mit radioaktiven Sub- 
stanzen verstrahlt werden konnten. 

IVr Bericht Bernsteins wird in der 
AiiE'istnummer des BulleUn« der 
Atomwissenschaftler veröffentlicht 
weiden. 

Ursprünglich hatte sich die Phy- 
sikeigruppe. die von dem Nobelpreis- 
träger Arthur Compton geleitet wurde, 
für die vorrangige Entwicklung von 
Atombomben und atomgetriebenen 
Schiffen ausgesprochen Aus den frei- 
gegebenen Dokumenten der britisrhen 
und der amerikanischen Regierung 
geht nach Bernstein nicht hervor, ob 
ÜS-Prastdent Franklin D. Roosevelt 
von diesen Hanen der Wissenschaftler 
wußte. 

Doch belegten sie die Furcht der 
amerikanischen Führung vor einem 
deutschen Atomangriff, erklärte Bern- 
stein. Der Physiker Compton habe 1942 . _ 

in einem Brief an den Nationalen Plante den Suonüum-Tod von runde- 
AusschuU für Rustungsforschung ge- stens einer halben Million Deutschen f 
schrieben, daß die Deutschen inner- US- Atomphysiker Robert Oppcnhei- 
haib weniger Monate über Bomben mer. Foto: UP 

verfügen könnten, die radioaktives 

Material in tödlicher Dosis ausstreuen. oder zumindest zu ihrer ldcntifi- 
Compton habe die Entwicklung eines arerung vorgeschlagung. Unter hoher 
Systems zur Abwehr von Atomangrif- Geheimhaltung »einen Wissenschaft- 



I 



Irr mit SUahlenmeligeiaien nach Wa- 
shington. New York. San Francisco. 
Boston und Chicago geschickt worden. 

Auf dem Höhepunkt des Krieg* sei 
1943 der Plan von der Verseuchung 
feindlicher Nuhrungsvorrille wieder 
aufgegriffen worden. Der Leiter des 
Atombombe nprojekts „Manhattan* in 
Los Alamos, Robert Oppenheimer, 
verlangte absolutes Stillschweigen 
oder ubn flbn una' inlbrmiertV üic.u- 
emmWi 'CwwjlU" Oppenheimer soll 
erklärt haben: „Wir sollten uns erst an 
dieses l*rojekt heranwagen, wenn wir 
die Nahrung für wenigstens eine halbe 
Million Menschen vergiften können” 
Unklar blieb nach Bernstein, ob sich 
diese Ziffer nur auf Soldaten oder auch 
auf die Zivilbevölkerung bezog. 

Der Plan sah die Verseuchung der 
Milihvorrate mit Strontium vor. Inner- 
halb von zwei Monaten waren die 
Betroffenen an Knochenmarkzerset- 
zung qualvoll gestorben. Ausreichend 
wäre bereits eine geringe Menge von 
mehreren Dutzend Kilogramm, die 
vom Flugzeug abzuwerfen oder in das 
Feindland zu schmuggeln gewesen Mi. 

Oppenheimer habe das Projekt ge- 
meinsam mit dem Physiker Edward 
Teller, dem spateren Vater der Wasser- 
stoffbombe. weiterverfolgt. Teller, der 
heute noch am Hoovcr-Institut In 
Stanford forscht, könne sich jedoch 
angeblich nicht erinnern. Schließlich 
sei das Projekt jedoch an technischen 
Schwierigkeiten gescheitert Außer- 
dem hatten sich die Wissenschaftler 
auf die Entwicklung der Atombombe 
konzentrieren müssen. 


**) .\ordbayeritchr Zeitung. 18.7.1985, Nr. 163. S. 7 


34 



Die Stern- und sonstigen Redakteure, aber auch 
Politiker wie insbesondere der Herr Bundespräsident 
Richard v. Weizsäcker, für den ja wie er uns am 
8.5.1985 verkündete die Vcrbrechensgeschichte der 
Menschheit am 30. Januar 1933 begann, müssen sich 
schon verhalten lassen: Für diese Verbrechensmentalität 
sind jene Leute verantwortlich, 

die nach Abschluß des Waffenstillstandes 1918 ihre 
Blockade in klarer Erkenntnis weiter aufrechterhalten 
haben, daß Hunderttausende von Menschen auf Grund 
dieser Maßnahme verhungern mußten, 

die Deutschland 1919 unerfüllbare und demütigende 
Friedensliedingungen aulerlegten, in klarer Erkennt- 
nis, gar keinen Frieden, höchstens einen zeitweiligen 
Waffenstillstand zu wollen, der den Keim für einen 
neuen Krieg legt. 

die entgegen ihren Abrüstungszusagen ihre Rüstung 
langfristig in Friedenszeiten aul Expansion und Erobe- 
rung fremder Kontinente ausrichteten, natürlich bei 
Aufrechterhaltung ihres ohnehin schon vorhandenen 
Weltimperialbesitzes, 

die schon 1933 zur Existenzvernichtung Deutsch- 
lands aufriefen und einen langfristigen internationalen 
Boykott ausweiteten. 

die den zivilen Bombenkrieg bereits Jahre vor Kriegs- 
beginn 1 939 zur Grundlage ihrer Offensivstratcgic mach- 
ten, 

die am 31. März 1939 Polen eine Blankovollmacht 
gaben in klarer Erkenntnis, daß dies "zum Nicder- 
rnetzeln von Millionen Menschen führen mußte". 


*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□*□* 

Seit 31 Jahren gibt er 
den Deutschen Rätsel auf 



Mit "Dalli, Dalli" zieht ZDF-Showmaster Hans Rosenthal pro 
Sendung rund 20 Millionen Zuschauer an 


die im Juli 1939 einen Vertragsautomatismus mit der 
Sowjetunion abschlossen, der zusätzlich einen Krieg in 
Europa unausweichlich machte, 

die eine systematische Kriegsausweitung im Welt- 
maßstab betrieben und sich nicht scheuten, sogar Men- 
schen der eigenen Bevölkerung als erste Opfer zu 
wünschen und in die Schußlinie zu bringen, um diese 
ihre Politik zu ermöglichen, 

die jegliche Friedensinitiative zurückwiesen, 
die ihre Politik der "bedüigungslosen Kapitulation" 
in der klaren Erkenntnis forderten, daß diese zur Bruta- 
lisierung und Verlängerung des Krieges führen mußte, 
die Friedensbedingungen forderten, von denen sie 
selbst sagten, sie seien "so fürchterlich, daß man sie 
nicht zu Papier bringen könne", 

die auch in Deutschland den zivilen Bombenkrieg 
noch lange, nachdem der Krieg bereits entschieden war, 
in unverminderter Grausamkeit weiterfiihrten, 

die einer geschichtlich einmaligen Massenvertreibung 
von 18 Millionen zustimmten in klarer Erkenntnis, daß 
dabei Millionen Menschen grausam zu Tode kommen 
und alle moralischen sowie völkerrechtlichen Grundsätze 
verhöhnt werden, 

die sehr genau wissen mußten, daß mit ihren Kriegs- 
führungsgrundsatzen niemals ein Friede zwischen den 
Völkern verankert werden kann. 

Zu diesen Leuten zählten in erster Linie Winston 
Churchill und F.D. Rooscvelt mitsamt ihren Führungs- 
stäben. freilich auch Stalin mit seiner Partei. Wahrlich, 
eine schauerliche Bilanz der "Befreiung"! 

□*D*n*a*3*a*üta*D*n*a*ü**ü*ü*D*ß*a*a* 
Der meist beschäftigte Quiz- + Showmaster der BRD 
förderte wie kein zweiter in Rundfunk und Fernsehen 
die Kombination von Wissen und Unterhaltung. Mit 23 
Jahren bereits wurde er 1948 Aufnahmeleiter beim 
RIAS (Berlin) unter dem Pseudonym Haro Span ("Hans 
Rosenthal. Spandau"), obgleich er damals auch noch 
beim kommunistischen "Berliner Rundfunk” tätig war. 
Die Intensität seines Engagements druckte sich in der 
RI AS- Interpretation = "Rosenthal immer auf Sendung" 
aus. ,5 > 

Inzwischen ist Hans Rosenthal durch den Bundes- 
präsidenten mit dem Verdienstkreuz erster Klasse aus- 
gezeichnet worden. — wegen seiner Verdienste als Vor- 
sitzender der Repräsentantenversammlung der Jüdischen 
Gemeinde in Berlin sowie als stellvertretender Vorsitzen- 
der des Zentralrats der Juden in Deutschland. 

Wer seine zwei Bücher nicht kennt "Zwei Leben in 
Deutschland” und "Versteckt Wie Juden in Berlin die 
Nazi- Zeit überlebten”, mag seiner "Dalli-Dalli "-Polemik 
gegen ein Traditionstreffen ehemaliger Waffen-SS- 
Angehöriger im Jahre 1983 vielleicht überrascht, aber 
sicherlich nicht ernsthaft nachdenklich gegenübergestan- 
den haben. Doch sollte man schon einmal davon Kennt- 

35 ) Di? Web am Sonntag. 7 . 4.1935 


35 


nis nehmen, welche politischen Voraussetzungen einer 
so steilen Karriere von jungen Jahren an zugrundeliegen. 
Hans Rosenthal war 1945 20 Jahre alt. Wie er den Krieg 
in Berlin überlebt und was er dabei empfunden hat, 
schildert er in seinen Büchern: 

“L)a$ schönste für mich war, wenn cs nachts Luftalarm gab und 
die 'feindlichen' Flugzeuge kamen. Dann gingen die anderen in 
einen Itunker, und ich konnte die Laube verlassen! 

Erst dann, wenn die anderen, die in der Hackordnung höher 
standen, in den Bunkern saßen und zitterten ich habe sie. weiß 
Gott, nicht beneidet — , fühlte ich mich sicher. Wenn die Sirenen 
erklangen, mit ihrem auf- und ab schwellenden Heulton der Luft- 
warnung, schlug mein Herz höher. Sobald die anderen in ihrem 
Bunker verschwunden waren, ging ich, lief ich. rannte ich hinaus. 
Ich kannte das Motorengerausch der Flugzeuge und auch ungefähr 
die Höhe, in der sic anflogen. Im Sommer legte ich mich draußen 
ins Gras, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und sah hinaus 
in den nächtlichen Berliner Himmel. Dann war das Leben fast 
schön. Für mich waren nur die Engländer 'zuständig* sie kamen 

361 Han* Rosenthal. "Zwei Leben in Deutichland". Berflijch-Gladbüch 

1980, S. 64, 

Eine solche Auffassung 

Am 6.1.1984 hatte das Oberverwaltungsgericht 
Münster die Indizierung des Buches “Wahrheit für 
Deutschland — Die Schuld frage des Zweiten Weltkrie- 
ges” mit der Begründung aufgehoben: (wir zitieren in 
Auszügen - AZ: 20 A 1 143/81) 

“Gegenstand der Entscheidung war ein Buch, da* »ich im 
Schwerpunkt mit der von dem Kläger behaupteten Mit verursach 
ung und Mitschuld des Auslands insbesondere ausländischer 
Politiker und Militärs - am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 
befaßt. Wie sich aus der Entscheidung vom 7. Juni 1979 ergibt, 
stand mit Blick auf die Eignung zur ) ugendgefahrdung vor allem 
die Frage im Vordergrund, ob in dem Buch möglicherweise - was 
der Klüger bestreitet - bewußt oder unbewußt historische Un- 
wahrheiten ausgebreitet, insbesondere historische Abläufe aus der 
Zeit vor Kriegsbeginn unvollständig oder verzeichnet dargclcgt 
werden. Dabei ergaben sich aus Gegenstand und Darstcllungs- 
methode des Buches erkennbar besondere Schwierigkeiten. Der 
Kläger arbeitet fast durchgehend mit der Wiedergabe wörtlicher 
Zitate aus Schriften anderer Autoren und aus Kcdcn von Politi- 
kern und von anderen Personen. Diese wörtlichen, eng gedruckten 
Zitate machen in einigen Kapiteln bis zur Hälfte des Gesamttextes 
aus. Die Zitate werden nicht nur als Belegstellen verwendet. Der 
Klüger laßt sie vielmehr zumeist bewußt für sich sprechen. Der 
Eigentext des Klügcrs hat zum Teil die Funktion einer bloßen 
Überleitung und Verbindung zwischen den einzelnen Zitattexten, 
zum Teil verbinden sich mit den Überleitungen Kommentierungen 
und Wertungen. Diese Arbeitsweise führt dazu, daß der Leser den 
Text im allgemeinen nicht durch einfache Lektüre bewältigen 
kann, sondern daß er gezwungen wird, fortwährend über den 
konkreten Inhalt der Zitatstellcn und der Verbindungstcxlc zu 
reflektieren. 

Der Leser muß sich nicht nur das Geschriebene bewußt 
machen, sondern darüber nachdcnkcn, in welchem Zusammen- 
hang das Exzerpt ursprünglich, an der Herkunftstelle, gestanden 
haben mag. und darüber, in welchen Zusammenhang der Kläger 
das Zitat im Rahmen seines Buches stellt und was er damit an 
dieser konkreten Stelle in Verbindung mit seinen eigenen Dar- 

36 


nachts. Am Tage kamen die Amerikaner. Sie nützten mir nichts, 
denn bei Tageslicht wagte ich mich nicht ins Freie. 

Manchmal, wenn ich draußen war und das monotone Brum- 
men der Motoren über mir hörte, dachte ich: Wenn die Piloten da 
oben wußten, wie mir hier unten zumute ist. wie sie mich erfreuen 
mit ihrem Flug, der für die anderen Berliner Angst und Schrecken 
und für so viele auch den Tod bedeutete. Für mich bedeuteten sie 
das Leben. Ihre Kondensstreifen waren Lichtzeichen aus einer 
besseren Welt, in der auch ich frei leben durfte!”' 6 ^ 

"Er hatte viele Dinge zu erledigen, wenn der Krieg erst ein- 
mal vorüber war. Zunächst würde er seine ganze Zeit darauf 
verwenden. Angehörige der SS ausfindig zu machen. Er würde 
'ie erbarmungslos jagen — und töten. Die Nazis waren Mörder. 
Sie hatten den Krieg begonnen. Sie hatten die Juden utnge- 
braeht. Sic verdienen es nicht, am Leben zu bleiben. Dann würde 
er zum Rundfunk gehen und dein deutschen Volk über den 
Äther verkünden, daß es Toleranz lernen müsse, daß Juden 
Menschen seien wie alle anderen auch. Er würde Deutschland 
nicht verlassen. Er würde hier bleiben und die Jugend zur De- 
mokratie erziehen. Er haßte die Nationalsozialisten. Die Deut- 
schen konnte er nicht hassen.*’ 5 ’) 

37} Leonard Gross, "Versteckt Wie Juden in Berlin die Nezi-Zoit über- 
lebten". Reinbek b. Hamburg 1983 I Rowohlt Verlad), S, 130. 

kann auch erschrecken ! 

Icgungcn zum Ausdruck bringt, zum Ausdruck bringen will oder 
gar zu verdecken und täuschend zu verändern suchen mag. 

Hinzu kommt, daß der Gegenstand dieses Buche* geschicht- 
liche Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit bildet, aus einem 
Zeitabschnitt, dessen Folgrwirkungen deutlich bis in die Gegen- 
wartspolitik und die heutigen Auseinandersetzungen hinein- 
reichen und deren wissenschaftliche Beurteilung noch im Fluß ist. 
Auch dieser spezifische Gegenstand des Buche» bewirkt, daß nur 
derjenige ein qualifiziertes Urteil über den sachlichen Gehalt 
insbesondere den Wahrheitsgehalt - ahgeben kann, der über ein 
umfassendes Wissen zur europäischen Zeitgeschichte der letzten 
50 bis 60 Jahre verfugt. 

Bei dieser Sachlage ergab sich im konkreten Fall als Mindest- 
anforderung an die Mitglieder des Gremiums, daß sic das Buch - 
eine fast 500 Seilen umfassende, nach Aulbau und inhaltlicher 
Ausgestaltung einheit liehe, in ihren Teilen zusammenhängende 
Ausarbeitung vor der Beratung und Entscheidung mit Sorgfalt 
gelesen haben mußten. Den Umständen nach kann bereits zweifel- 
haft sein, ob dies bei allen Mitgliedern des am 7. Juni 1979 
beschließenden Gremiums der Fall gewesen ist. Aus den beige- 
zogenen Verwalt ungsvorgängen der Bundesprüfstelle ergibt sich 
nämlich, daß bei mehreren der Beisitzer zwischen der Absendung 
des Buches durch die Bundesprüfstelle an sie und der Rückkehr 
des Buches bei der Bundesprüfstelle nur wenige Tage gelegen 
haben. ... 

Zumindest leidet die Entscheidung vom 7. Juni 1979 daran, 
cbß cs verabsäumt worden ist. über den Wahrheitsgehalt des 
Buches ... ein Gutachten von einer mit dem in Frage stehenden 
I hema besonders vertrauten Person oder Institution erstellen zu 
lassen und zu verwerten und sich auf diese Weise bei der 
Ermittlung de» Sachverhalts fremde Erkenntnismöglichkeiten zu- 
nutze zu machen. ... 

Auf Grund der ersten Verhandlung vom 9. November 1978 ist 
zwar ein schriftliches Gutachten des Dr. Grand cingeholt wor- 
den.-’ 8 ) In der mündlichen Verhandlung vom 7. Juni 1979 ist 
zudem der Gutachter persönlich gehört worden. Das Gremium hat 
das Gutachten des I)r. Graml jedoch nicht der Entscheidung über 
den Wahrheitscharaktcr des Buches zugrunde gelegt. Das läßt sich 
aus den schriftlichen Gründen der getroffenen Entscheidung 



eindeutig entnehmen. ... 

Dies alles wäre allerdings unerheblich, wenn davon ausgegan- 
gen werden könnte, daß das Gremium selbst über die erforderliche 
Sachkunde, was die geschichtlichen Ereignisse betrifft, verfügte. 
Das kann jedoch nach Aufgabenbereich und personeller Ausstat- 
tung der Bundesprüfstelle nicht ohne weiteres angenommen wer- 
den und hätte daher in der Entscheidung näher dargelegt werden 
müssen. 

\'gl. Kopp. Verwaltungsverfahrensgesetz. 3. Aufl. § 26 Rdnr. 

20 . 

Der normale Vertreter gesellschaftlicher Gruppen, aus denen 
die Mitglieder des Priifungsgremiums ernannt werden, kann, auch 
wenn er überdurchschnittlich - etwa durch ein Hochschulstudium 
und Berufstätigkeiten - qualifiziert ist. schlechterdings solche 
Kenntnisse und Fähigkeiten nicht besitzen, bei denen das bloße 
Lesen des Buches zur notwendigen Information ausreicht. ... 

Es gibt auch keinen Anhaltspunkt dafür, daß die Beisitzer sich 
der zeit- und arbeitsaufwendigen Muhe intensiven ergänzenden 
Literatur- und Quellenstudiums unterzogen haben, zumal sie zum 
Teil das Buch nur für wenige Tage in Händen hatten. ... Daß 
einzelne Beisitzer tatsächlich Zeitzeugen gewesen sein mögen, 
reicht angesichts der Komplexität des I hemas für sich allein nicht 
aus. 

Die Entscheidung der Bundesprüfstelle leidet daher an einem 
Informationsdefizit der beurteilenden Personen und verstößt 
damit in einer der gerichtlichen Prüfung zugänglichen Weise gegen 
anerkannte Grundsätze der Ausübung des der Bundesprüfstelle 
zustehenden Bcurteilungsspielraums. Dieser Kechtsfrhlrr verletzt 
auch im Sinne von $ 113 Ab*. I Satz 1 VwGO Rechte de* 
Klagers, denn mit der mit Beurteilungsspielraum verbundenen 
I ndizierungskompelcnz der Bundesprüfstelle korrespondiert ein 
Recht des Klagers auf fehlerfreie Ausübung de* Beurteilungsspicl- 
raums in bezug auf das von ihm verfaßte Buch. ... 

Die Revision ist nicht zuzulassen, weil die Voraussetzungen der 

132 Abs. 2. 137 Abs. I Vw(R) nicht vorlicgcn. ..." 


Sachverständige zur Sachfeststellung anhören. 

Da dies nicht geschehen sei, verstoße die Entscheidung der 
Beklagten gegen 'anerkannte Grundsätze der Ausübung des der 
Bundesprüfstelle zustehenden Beurteilungsspielraumes’. Sie müsse 
deshalb aufgehoben werden. 

Die Beklagte hält diese Entscheidung für verfehlt. Mit ihr 
werden Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung aufgeworfen, 
die der höchstrichterlichen Klärung bedürfen . ... 

Die Beklagte hat sich in den letzten Jahren in zunehmendem 
Maße in zahlreichen Verfahren mit Anträgen auf Indizierung von 
NS-Schriften zu befassen, insbesondere von Büchern .... 

Dieses Schrifttum ist dadurch gekennzeichnet, daß es an sich 
offenkundige und allgemein anerkannte Tatsachen bestreitet. ... 
Die Beklagte hat in all diesen Verfahren sich auf den Standpunkt 
gestellt, daß die Tatsache der Verursachung des Zweiten Welt- 
krieges durch Hitler, die Tatsache der Verbrechen in den Konzen- 
trationslagern und die Tatsache der Judenvernichtung offen- 
kundig seien, ... daß mindestens aber es im Rahmen des pflicht- 
gemäßen Ermessens gemäß § 26 VwVfG Hegt, diese Tatsachen als 
feststehend und offenkundig ohne zusätzliche Sachaufklärung 
ihren Entscheidungen zugrundezulegen. 

Erstmals wird jetzt vom Berufungsgericht dies bezweifelt und 
die Offenkundigkeit dieser Tatsachen bestritten . ... Es bedarf der 
höchstrichterlichen Klärung, ob diese Auffassung des Berufungs- 
gerichts zutreffend ist . ... 

Dabei sind die Hinweise des Berufungsgerichts auf die innere 
Gestaltung des indizierten Buches für die Fragestellung ohne 
Bedeutung. 

Die hier angesprochenen Publikationen geben sich regelmäßig 
beivußt wissenschaftlich, häufen Zitate und Belegstellen an und 
zeichnen sich durch entsprechende Weitschweifigkeit aus. Das 
kann aus der Sicht der Beklagten an der Offenkundigkeit der 
Tatsachen nichts ändern . ... 

Die angefochtene Entscheidung ist inhaltlich sehr ungewöhn- 
lich. Aus ihr ergibt sich a/s Auffassung des Gerichts, die Frage 



Gegen dieses Urteil legte die Bundes- 
regierung Beschwerde ein mit dem Antrag, 
die Revision zuzulassen, ln der Begrün- 
dung ihrer Rechtsvertreter heißt es am 
20.3.1984 u.a.: 

"Der Kläger hat ein Buch publiziert, in dem 
auf mehr als 450 Seiten unter Heranziehung 
umfangreicher Zitate die These aufgestellt wird, 
der Zweite Weltkrieg sei nicht von Hitler, sondern 
im wesentlichen von den Alliierten verursacht 
worden. Das Buch gehört zu dem Kreis jener 


Publikationen, die auf der Grundlage einer be- 
stimmten politischen Auffassung die im deut- 
schen Namen begangenen Verbrechen zwischen 
1933 und 1945 zu bestreiten oder zu verharm- 
losen suchen. * ■, ■» ■, . 

Die Beklagte hat das Buch indiziert. Sie ist davon ausgegangen, 
daß die Unwahrheit der Grundthesen des Buches feststeht und 
daß das Buch nicht zu Zwecken der Wissenschaft zu dienen 
bestimmt ist. Zu letzterer Frage hat sie zur Verhandlung einen 
Sachverständigen herangezogen. Für die erstere hat sie die wirk- 
lichen Tatsachen als offenkundig angesehen . ... 

Das Berufungsgericht ist also der Meinung, die Schuld an der 
Entstehung des Zweiten Weltkrieges sei eine offene Frage, zu 
deren Beantwortung auch ein Kollegialorgan, wie dies die Bundes- 
prüfstelle ist, nicht sachkundig sei. Hierüber müßte sie deshalb 


Meinungsmacher Rudolf Augstein, r. Heinrich Böll 


nie Schwierigkeiten gehabt mit "offenkundigen Tatsachen 
- "Offenkundig" ist alles, was "amtlich verkündet" wird - 


nach der Schuld an der Entstehung des Zweiten Weltkrieges sei 
nicht offenkundig zu beantworten. Sie könne nicht einmal von 
einem Kollegialorgan in der Zusammensetzung der Bundesprüf- 
stelle selbst beantwortet werden, sondern verlange die Heran- 
ziehung von Sachverständigen. 

Es kann nicht verschwiegen werden, daß eine solche Auffas- 
sung eines Senats eines deutschen Oberverwaltungsgerichts auch 
erschrecken kann. ... " 

Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin hat mit Be- 
schluß vom 23.7.1984 (AZ: BVerwG 1 B 49.84) das 


38J Vgl. Historische Tatsachen Nr. 13. S. 12 - 16 


Buch daraufhin erneut indiziert. Bis zur Stunde ist keine 
weitere Entscheidung gefallen. 

37