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Full text of "Bertran de Born; sein leben und seine werke: sein Leben und seine Werke"

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BERTRM m mm, 



SEIN LEBEN UND SEINE WERKE, 



MIT ANMERRUNGEN UND GLOSSAR 



HERAUSGEGEREN 



VON 



ÂLBEBT STIMMINO. 



HALLE, 

MAX NIBMEYEB. 

1879. 



V r r e d e. 



Viel spâter, als ich gehofft, wird es mir endh'ch môglich, die 
Ausgabe Bertrans de Bom zu verôffentlichen. Ich hatte den Wunsch, 
das gesammte ûber diesen Dichter uns erhaltene handschriftliche 
Material zu benutzen, und es war nicht ganz leicht, dieses Ziel zu 
erreichen, da die in Frage kommenden Handschriften ziemlich weit 
zerstreut sind. Die in Paris befindlichen habe ich selbst copirt, 
die Abschriften der rômischen waren mir schon vor mehreren Jahren 
von Herm Prof Stengel gûtigst besorgt worden. Herr Prof. Sachs 
in Brandenburg ûberliess mir eine in seinem Besitze befindliche Copie 
der meisten Gedichte Bertrans de Bom aus dem Codex Estensis, 
und die hierin fehlenden erganzte in zuvorkommender Weise der 
Bibliothekar in Modena, Herr Antonio Cappelli. Zu den wenigen 
Liedem unseres Dichters, die sich in der ambrosianischen so wie 
der laurenzianischen BibIiothek befinden, hatte dort Herr Prof. Pio 
Rajna in Mailand, hier Herr E. Molteni in Florenz die Freund- 
lichkeit, die nôthigen Collationen zu liefem. Herr Prof. Suchier 
in Halle endlich theilte mir bereitwilligst die Varianten dreier von 
Bertrans Gedichten aus der Handschrift in Cheltenham mit Allen 
diesen Herren verfehle ich nicht, an dieser Stelle fûr die mir 
gûtigst gewâhrte Unterstûtzung meinen aufrichtigen Dank auszu- 
drûcken. 

Die Biographie ist zum grossen Theil aus den Werken des 
Dichters, aus den uns erhaltenen provenzalischen Lebensnachrichten, 
so wie aus den mir hier zugánglichen Quellenwerken und Docu- 
menten 'zur franzôsischen und englischen Geschichte geschôpft. 
Wenngleich in derselben viele von den frùher dunkeln Punkten 
nunmehr aufgehellt sind, so bleibt doch noch immer manche 
Schwierigkeìt und Unklarheit zuriick. Vielleicht wûrde ein sorg- 
faltiges Durchsuchen einzelner franzôsischer Archive noch neue 



IV 

Thatsachen ans Licht bringen, und ich hoffe, dass diese Aufgabe 
in nicht allzu langer Zeit gelôst werden wird, da Herr Prof. 
L. Clédat in Lyon, wie mir derselbe mittheilt, demnáchst eine 
Doctorthese „Du rôle historique de Bertrand de Bom" zu ver- 
ôffentlichen gedenfct 

In Bezug auf die Textgestaltung glaubte ich die bei der Aus- 
gabe Jaufre Rudels befolgte Methode auch hier beibehalten zu 
soUen, nur habe ich dieselbe jetzt noch strenger und sorgfaltiger 
durchgefûhrt Demnach habe ich versucht, fùr jedes einzelne Ge- 
dicht zunâchst einen Stammbaum der uns erhaltenen Handschriften 
aufzubauen und dann die daraus sich ergebenden Typen wieder zu 
reconstruiren. Aus den áltesten derselben (x und y) habe ich sodann 
immer den Text hergestellt, indem ich denjenigen zu Grunde legte, 
der am wenigsten Fehler aufwies, dann aber von ihm auch nur in 
den Fállen abging, wo sachliche, grammatische oder metrísche 
Griinde mich dazu zwangen. Unter dem Text habe ich sodann 
nur die Varianten des andern Archetypus mitgetheilt, wàhrend ich 
die Lesarten der ûbrigen Handschriften, die nach meiner Meinung 
fûr die definitive Textgestaltung nicht massgebend waren, im An- 
hange zusanamengestellt habe. 

Wo jedoch nur eine oder, was dasselbe ist, mehrere fast 
identische Handschriften, z. B. J K d, vorlagen, da konnte naturlich 
das eben angedeutete Verfahren nicht angewandt werden, um 
etwaige Fehler zu verbessem, sondem hier blieb als einziges Mittel 
die Conjectur ûbrig. Ich habe nun auch in diesen Fállen wenig- 
stens den Versuch einer Heilung machen wollen, habe demnach, 
wenn irgend môglich, den Anspnichen des Sinnes, der Gram- 
matik und Metrik gerecht zu werden gesucht Die dadurch nôthig 
gewordenen Aenderungen habe ich in den Text aufgenommen, 
wenn sie nach meiner Ansicht einen hohen Grad von Wahrschein- 
Iichkeit fûr sich hatten, im andem Falle sie in den Anmerkungen 
mitgetheilt. Derartige Abweichungen von der ûberlieferten Lesart 
sind inuner durch Cursivdruck kenntlich gemacht und ich bin wcit 
entfemt, zu wàhnen, mit ihnen immer das Richtige getroífen zu 
haben, sehe dieselben vielmehr nur als Vorschlâge an, die vor 
plausibleren sofort das Feld ráumen werden. 

Was sodann die Orthograpliie betrifft, so lásst sich dieselbc 
aus den Reimen nicht feststellen, da der Dichter je nach Bedûrf- 
niss die verschiedenen Spielformen eines Wortes gleîchmássig ver- 
wendet ; so findet sich im Reime z. B. me neben mi, se neben sei, 



adrei und drei neben facha und fracha, cal neben cau, cavals 
neben cavaus, pâis neben paes etc, sodass hieraus keine sicheren 
Schlûsse gezogen werden kônnen. Trotzdem hâtte sich nun z\var 
eine consequente Schreibung ohne Mûhe durchfûhren lassen, doch 
hâtte diese bei dem Mangel an zuverlâssigen Anhaltspunkten keincn 
Anspruch auf Authenticitât erheben kônnen, hâtte also doch 
keinen Werth gehabt Ich habe mich daher begnûgt, u von v, i 
von j zu scheiden, sodann u, das in einigen Handschriften hinter 
q fchlt, immer hinzuzufûgen, die beiden gequetschten Laute durch 
Ih und nh zu bezeichnen, cndlich inmier ai, ei, oi zu schreibcn, 
wâhrcnd in C bekanntlich bei diesen Diphthongen manchmal y an 
die Stelle von i tritt. Im Uebrigen bin ich inmier der Ortho- 
graphie derjenigen Handschrift gefolgt, welche ich, als die beste 
Lesart enthaltend, bei der Construction des Textes zu Grunde ge- 
legt habe, und diese ist in der Einleitung jedes einzelnen Gc- 
dichtes namhaft gemacht 

Bei den Anmerkungen habe ich nicht nur die speziellsten 
Fachgelehrten , sondem auch weniger Geûbte im Auge gehabt, so- 
dass dieselben ziemlich umfangreich ausgefallen sind. Da wir aber 
bisher ausserordentlich wenige Ausgaben provenzalischer Texte haben, 
die von Anmerkungen begleitet sind, so glaubte ich hierin einen 
genûgenden Anlass zu einer grôsseren Ausfûhrlichkeit sehen zu 
sollen, gestehe aber gem zu, dass es nicht leicht ist, die ríchtige 
Mitte zwischen dem Zuvìel und Zuwenig inne zu halten. 

Auch in Betreff der Ausdehnung und Einrichtung des Glossars 
habe ich lange geschwankt. Endlich habe ich mich auf den Rath 
competenter Gelehrter hin entschlossen , dasselbe so auszufûhren, 
dass ein spâterer Lexicograph des Provenzalischen den ganzen 
Sprachschatz des Bertran aus demselben kennen lernen kônntc. 
Ich habe daher alle Worte aufgenonmien, indem ich jedoch bci 
den gewôhnlichsten Begriffen nur wenige Belegstellen gegcben, auch 
dle regelmâssigen Paradigmata der Grammatik als bekannt voraus- 
gesetzt habe. 

Die vorkonmienden Abkûrzungon sind die aus Bartsch*s Grund- 
riss zur Geschichte der provenzalischen Literatur her bekannten. 
Demselben Buche bin ich in Bezug auf die Benennung der Hand- 
schriften gefolgt, wie ich auch die Lieder der einzelnen Dichter 
nach dem von Bartsch aufgestellten Verzeichnisse der Troubadours 
bezeichnet habe. Hierbei macht jedoch Marcabrun eine Ausnahme, 
dessen Gedichte im Anschluss an die von Suchier im Jahrb. XIV, 



129 sq. angefertígte, von Bartsch etwas abweichenden Liste zitírt 
werden. 

Schliesslich muss ich noch mittheilen, dass Herr Prof. Tobler 
in Berlin nicht nur auf einige Anfragen in BetrefF des Textes 
mir bereitwillige Auskunft ertheilt, sondem auch die Gûte gehabt 
hat, die Aushàngebogen des Textes wâhrend des Druckes durch- 
zulesen und mir einige Besserungsvorschlâge zu ûbersenden. Zwar 
konnten diese in den bereits gedruckten Text nicht mehr aufge- 
nommen werden, doch habe ich dieselben in den Anmerkungen 
mitgetheilt und durch ein beigefûgtes (T) bezeichnet Ich benutze 
diese Gelegenheit, um den verehrten Lehrer fûr seine freundlichst 
geleistete Hùlfe^ meines wármsten Dankes zu versichem. 

■ 

Kiel, Weihnachten 1878. 

Albert Stîinming. 



INHALT. 



r^J- /\^ \y~y 



8elt« 

Voirede m 

Biographìe i 

Metrìk 99 

Provenzalische Lebensnachrìchten 104 

Lieder 127 

Anmerkungen 229 

Anhang 302 

Glossar 326 

Namensverzeichniss 364 

Druckfehler 368 



k 

'î 



Biographie. 

Diez begînnt seine Lebensbeschreîbung des Bertran de Born 
mit den Worten: „Ueber keinen Troubadour enthalten die pro- 
venzalischen Liederbûcher eine so vollstândige Nachricht, als ûber 
diesen." Daher môchte man versucht sein, aus diesen Worten den 
Schluss zu ziehen, dass es beí diesem Dichter besonders leicht und 
bequem sei, denselben auf allen seinen Schicksalen zu begleiten 
und alle wichtigen Ereignisse seines thatenreichen Lebens zu be- 
leuchten. Dennoch liegt die Sache durchaus anders. Zwar haben 
wir in der That zahlreiche und ausfûhrliche Scholien zu mehreren 
seiner Gedichte; aber bei náherer Prûfung stellt sich heraus, dass 
dieselben keineswegs Anspruch auf unbedingte Glaubwûrdigkeit 
machen kônnen. An einigen Stellen z. B. lassen sie sich kaum in 
£inklang bringen mit den uns anderweitig ùberlieferten und gut 
verbûrgten geschichtlichen Thatsachen jener Zeit; in andem Punkten 
widersprechen sie sich sogar untereinander; manchmal endlich sind 
sie so unklar in ihrer Fassung, dass es schwer, wenn nicht unmôg- 
lich wird, dén Sinn der Worte vôUig zu verstehen. Sie machen 
den Eindruck, als seien sie erst eine geraume Zeit nach dem Tode 
des Dichters angefertigt, sodass der Verfasser selbst ausser Stande 
war, ûber gewisse Anspielungen und Aeusserungen Auskunft zu 
geben, sei es, dass die betreíFenden Ereignisse nicht bedeutsam 
genug waren, um noch damals von Jedermann im Gedâchtniss ge- 
halten und sicher gewusst zu werden, sei es, dass die Anspielungen 
selbst so allgemeih und ungenau gehalten waren, dass es schon 
damals nicht leicht oder nicht môglich war, dieselben zu erklâren. 
Diese Annahme wird durch die Thatsache bestatigt, dass erstens 
in Bezug auf die geschichtlichen Ereignisse in den Angaben der 
Scholien mehrfach eine grosse Unklarheit herrscht, dass sodann 
einige der vokommenden Anspielungen ûberhaupt nicht gedeutet 
sind und dass endlich bei andem die ganze Erklârung in einer 
Paraphrasirung des Textes selbst besteht, wodurch wir natûrlich 
dem Verstandniss um keinen Schrítt nâher konunen. Aus diesen 
Andeutungen ergiebt sich die Schwierigkeit der Aufgabe, das Leben 
des Dichters darzustellen. Wir werden daher alle die in den 
„razos" mitgethellten historíschen Angaben an der Hand zeitge- 
nôssischer Chroniken prûfen und so versuchen, die oben besproche- 
nen Unklarheiten, Inconsequenzen und Widerspruche zu lôsen und 



zii entfemen. Bci der Deutung der Anspielungen werden ^vir fast 
ausschliesslich auf die provenzalischen Nachrichten angewicscn sein, 
und in den Punfcten, wo dicse, sci es aus Unkenntniss, sei es aus 
Nachlássigkeit, uns im Stiche lassen, werden auch wir nicht immer 
hoffen dûrfen, Licht in die Dunkelheit bringen zu kônnen. 

Bertran de Bom, heisst es in der provenzalischen Biographie (1), 
war ein Schlossbesitzer aus dem Bisthum Perigord, Herr einer Burg, 
welche Autafort hiess. Aus dieser Notiz gelit nicht hervor, welches 
der Stammsitz der Familie war und welches somit auch der Ge- 
burtsort des Dichters war. Mehrere Litterarhistoriker haben nun 
einfach behauptet, dass er in Autafort geboren sei, ohne dies zu 
begrûnden. Aus den Nachweisungen von I^urens *) (pag. 21, Anm. i) 
geht aber hervor, dass das Schloss Autafort von 987 bis 11 65, d. h. 
bis lange nach Bertrans Geburt ausschliesslich das Eigentiium und 
der Wohnsitz der Familie de la Tours war, und dass die Familie 
Bom vielmehr seit vielen Jahren auf dem Schlosse Born ansassig 
war, welches zwei Stunden nòrdlich von Autafort lag. Dieses 
Schloss Bom ist als der Geburtsort des Dichters anzuschen. Ks 
war von einem Dorfe und einem Walde gleichen Namens umgeben, 
und in der Náhe floss ein kleiner Bach vorbei. Dieser Bach existirt 
noch heute unter dem Namen Mureau; auch der Wald, obwohl 
stark gelichtet, ist noch vorhanden, dagegen ist von der Burg keine 
Spur mehr zu entdecken. Autafort gehòrte, ebenso wie Bom, zu 
der alten Grafschaft Pórigord, so dass die Nachricht der andem 
Biographie ,^Bertrans de Born si fo de Lemozi** ungenau ist, da 
die beiden genannten Schlôsser zwar nahe der Grenze, aber nicht 
in Limousin selbst lagen. Dicser scheinbare Widerspmch lôst 
sich aber durch die Thatsache, dass der Ausdruck „Limousin" zu- 
weilen in weiterem Sinne gebraucht wurde und sich nicht aus- 
schlíesslich und stren^ auf die Grafschaft dieses Namens beschrankte. 

Der Name Bom tritt uns zum ersten Male entgegen in der 
Stiftungsurkunde des Cisterzienser-Rlosters Dalon. Dieses lag 
nicht weit von Autafort, gehôrte jedoch schon zu Limousin und 
war von Golfier und Gerald de las Tours nach ihrer Rûckkehr aus 
dem heiligen Lande gestiftet worden. Die Stiftungszeit wird in der 
Chronik von St Maixent (Bouquet XII, 407) als um das Jahr 1 1 20 
lerum angegeben. Aus der von Laurens (pag. 26, Anm. i) theil- 
weise abgedmckten Urkunde geht jedoch hervor, dass die Grûndung 
i. J. II 14 geschah. Unter den dort aufgefûhrten Zeugen figurirte 
auch ein Iterius de Born. Dieser Itier war kein andrer als der 
Vater unseres Dichters. Laurcns giebt an, ohne seine Quelle zu 
nennen, dass er die Tochter des Golfier, seines Lehnsherm, ge- 
heirathet habe. Aus dieser Ehe gingen zwei Sôhne hervor: Bertran 
und sein jûngerer Bmder Constantin. Mehr ICinder werden nirgends 
genannt, und es ist daher um so auffallender, dass in der Bio- 
graphie II von „seinen Brûdem" gesprochen wird. Auch der 



*) Le Tyrtée du moyen âge par V. P. Laurens. Paris 1863. 



Dichter selbst beschwert sîch an einer Stelle seiner Gedichte (11,44) 
darûber, dass „seine Briider** ihm nicht wollen Recht angedeihen 
lassen. Dieser Ausdruck ist aber wohl nicht wôrtlich zu nehmen, 
da Bertran nìcht nur mehrfach von „seinem Bruder" sprícht, son- 
dem auch in eben demselben Gedicht sagt: queh dons que mos 
frair nCa juraiz . . vol retener Vauira meìiaiz (11, 40). 

Ueber das Geburtsjahr und dîe Jugendzeit des Dichters ver- 
mag ich nichts anzugeben. Ich muss mich darauf beschrânken, 
einfach das zu referiren, was Laurens erzâhlt, obwohl er nicht an- 
giebt, auf welchen Actenstûcken seine Behauptungen beruhen. 
Danach wâre Bertran im Jahre 1145 geboren, hâtte bereits in 
seinem siebenten Lebensjahre seine Mutter verloren und wâre îm 
Alter von neun Jahren in das benachbarte Kloster von Dalon ge- 
schickt worden, um dort seine Ausbildung zu empfangen, eine 
Aufgabe, die er durch einen fûnfjâhrígen Aufenthalt erfullte. Um 
nun auch in dem WafFenhandwerk untenviesen zu werden, sei er, 
14 Jahre alt, zu einem Waffengefahrten und Freimde seines Vaters 
nach Poitou gesandt worden, wo er nach vîer Jahren zum Range 
eines Knappen befordert worden, und habe ebendort nach der 
Zurûcklegung seines eînundzwanzigsten Lebensjahres den Ritter- 
schlag erhalten. Wâhrend dieser Zeit hatten sich in der Heimath 
wîchtige Ereignisse zugetragen. Der alte Golfier de las Tours war 
gestorben, und sein Sohn Olivier war ihm in der Herrschaft ûber 
die verschiedenen Besitzthûmer des Familie gefolgt Letzterer war 
verheirathet mit Almodis, der vierten Tochter Archambalds IV., 
Grafenvon Combom (Bouqu. XII, 422, 426 und 440), und als 
diese 1163 oder 11 64 starb, hinterliess sie ihm zwei Kinder, Agnes 
und Golfier. Wáhrend nun Bertran in der Feme seinen rítter- 
lichen Uebungen oblag, wusste Constantin sich die Gunst der vor- 
nehmen und reichen Erbin Agnes zu enverben (Bouqu. XII, 422) 
und erlangte mit ihrer Hand als Mitgift das stolze Autafort mit 
einem Gebiet, das, wie Biographie II erwâhnt, nìcht weniger als 
tausend Einwohner zâhlte, wâhrend die ûbrígen Schlôsser und Be- 
sitzungen einst an Golfìer, Bruder der Agnes, fallen sollten. Dass 
in der That auf diese Weise die Burg Autafort erst durch Heirath 
in den Besitz der Familie Bom kam, geht aus einer von Laurens 
zitirten Stelle des „Dictionnaire de la Noblesse" von Laschenaye- 
Desbois hervor. 

Man kann sich denken, dass Bertran bei seinem heftigen, 
leicht erregbaren Temperament und seinem glûhenden Ehrgeiz 
durch diese Heirath, welche seinen jûngem, unbedeutenderen 
Bmder an Macht und Ansehen weit ûber ihn stellte, sich im Inner* 
sten seines Herzens empôrt fûhlte, und dass, wenn er nicht schon 
von Jugend auf eine tiefe Abneigung gegen Constantin gehegt 
hatte, diese jetzt in seinem Innem entstand und nun je lânger je 
fester Wurzel fasste. 

Die nunmehr folgenden Ereignisse aus dem Leben Bertrans be- 
ríchtet Laurens in folgender Weise. Bald nach seiner Rûckkehr, 



d. h. bald nach 1 1 66 sci der alte Itícr gcstorben und Bertran sclbst 
habe sich einige Jahre spàtcr, etwa 1173, auf Reisen begebcn und 
sei zunâchst nach Bordeaux, der damaligen Residcnz ïlleonorens, 
der Gémahlin Heinrichs 11. von England, gegangen, an deren Hofe 
er die Freundschaft der jungen Prinzen, des achtzehnjâhrígen Hein- 
rich, des sechzehnjàhrigen Richard und des funfzehnjáhrigen Gott- 
fried, envorben und wo er der jungen Prinzessin Helene seinc 
Huldigungen dargebracht habe, durch deren Verheirathung mit 
Heinrich dem Lôwen jedoch manch kûhner Jugendtraimi Bertrans 
zerstôrt worden sei. 

Prûfen wir diese Angabcn, so ist sicher, dass Bertran mit den 
Sôhnen des englîschen Kônigs auf vertrautem Fusse stand. Dies 
geht schon daraus hervor, dass er fûr jeden derselben einen Ver- 
stecknamen hatte, indem er den áltesten, Heinrich „Marinier" (z. B. 
37» 56), den zweiten, Richard „0c e Non" (z. B. 2,43; 2,52; 
3, 51; II, 60 etc), den dritten, Gottfried „Rassa" (z. B. 24, 73 ; 
27i 33 etc.) nannte. Dieser Umstand wird auch in der Biographic II 
noch besonders hervorgehoben, doch wird hier Richard mit seinem 
Vater verwechselt, denn es heisst dort : E cìamava lo rei d*Anclaterra 
„0c e No" el rei jave, son filh „Martmer^\ 

Fragen wir uns nun weiter, auf wclche Weise diese Intímitat 
cntstandcn sein mag, so wird man kaum eine andre Erklârung 
dafûr finden als durch einen Aufenthalt Bertrans am Hofe dcr 
Eleonore. Diese war in der That von ihrem Gatten, als diescr 
Ende Januar 11 63 nach England gegangen war, um die Streitíg- 
keíten mit Thomas Becket zu ordnen (Lord Lyttelton, Life of King 
Heniy II, London 1767, 11, 140 und 421), zur Statthalterin von 
Aquitanien imd Maine emannt worden, sie hatte seit dieser Zeit 
ihren "VVohnsitz in Bordeaux genommen und ihre Sòhne lebten 
meist bei ihr, namentlich seitdem durch den Vertrag von Mont- 
mirail vom 6. Januar 1169 dem jungen Heinrich dic Venvaltung 
von Anjou und Maine, seinem Bruder Richard die von Aquitanien 
ûbertragen worden war (Lyttelton II, 497 und 498). VVcnn wir 
also keinen Grund habcn, gegen die ersten der Angaben Laurens' 
Einwânde zu erhebcn, so sind doch die ûbrigen durchaus als un- 
genau zu bezeichnen. Zunáchst die Jahrcszahl 1173. In diescm 
Jahre nâmlich fand die grossc Empòrung der drci Sôhnc Hcinrichs 
gegen ihren Vater Statt, der álteste ist nachweislich nur zu Anfang 
des Jahres im Winter kurze Zeit besuchsweise in Límousin und dcr 
Auvergne gewescn, wâhrcnd er glcich darauf nach Franlareich floh, 
um den Kampf zu beginncn'; seine bcidcn Brûdcr Richard und 
Gottfricd folgten ihm nach Paris, und als auch Elconorc selbst, dic 
dcn Aufstand angestíftet hatte, in Mannskleidem ihnen nachcilen 
wollte, wurde sie ergriffen und ins Gefàngniss geworfcn. Allc 
diese Ereignisse fanden aber vor Ostern 11 73 Statt (Lyttelton III, 
108 — 112), und, da weder Eleonorc noch cincr ihrer Sòhne in 
dicsem Jahre nach Bordeaux zurûckkchrte , so kann von einem 
frcundschaftlichcn Umgang des Dichtcrs mit dcn Prinzcn in dcr 



angegebenen Zeît nicht die Rede sein. Es ist nîcht mòglich, die 
Zeit dieses Verkehrs genau festzustellen, doch ist es wahrscheinlich, 
dass Bertran von seinem Staramschlosse Bom aus mehrfach Be- 
suche in Bordeaux gemacht hat und dass seine Bekanntschaft mit 
Richard und Gottfried in die Jahre unmittelbar vor 1173 fallt, wo 
diesc bei ihrer Mutter sich aufhielten. Die Freundschaft mit Hein- 
rich muss dagegen schon âlteren Datums sein; denn dieser wurde 
am 15. Juni 1170 in Westminster vom Erzbischof von York, obwohl 
erst 15 Jahr alt, zum Kônig gekrônt und' war seitdem bis zu der 
vorhin erwáhnten Reise im Winter 11 72 — 73 nicht mehr nach Sud- 
frankreich gekommen. Er war nâmlich nach der Rrônung in 
England geblieben, indem er nur ein Mal, im Fruhling 1172, auf 
kurze Zeit nach der Normandie gekommen war, um den Frieden 
seines Vaters mit dem Papste mitzubeschwôren. Dann war cr 
sammt seiner jungen Gattin Margarethe, Tochter Ludwigs VII. von 
rrankreich, nach England zuriickgekehrt und mit ihr zusammen in 
Winchester vom Erzbischof von Rouen zum zweiten Male gekrônt 
worden. Im November desselben Jahres 1 1 7 2 war er mit Margaretha 
zu einem Besuche nach Paris gegangen und war dann mit ihr nach 
der Normandie zuriickgekehrt (Lyttelton III, i — 106). Wâhrend 
der lotzten drei Jahre ist also die Môglichkeit eines Zusammenseins 
zwischen Bertran und dem jungen Heinrich ausgeschlossen. 

Fassen wir nun die ûbrigen in Rede stehenden Angaben 
Laurens' ins Auge, so wird die Behauptung, dass Bertran einer 
Tochter des Kônigs Heinrich seine Huldigung dargebracht hat, 
auch durch die provenzalische Lebensnachricht bestâtigt. Aber im 
Einzelnen finden sich auch hierbei in Laurens* Behauptung manche 
Unrichtigkeiten. Erstens námlich hiess die Prinzessin nicht Helene, 
sondern Mathilde, sodann war sie nicht, wie er pag. 51 behauptet, 
eine der jûngem Tôchter, sondern war die àlteste und stand den 
Jahren nach zwischen Heinrich und Richard. Endlich aber kann 
dies Verhâltniss zwischen ihr und dem Dichter nicht im Jahre 1173 
gespielt haben, weil die Dame bereits im Frûhling 1168 von den 
beiden Earls von Arundel und von Pembroke nach Deutschland geleitet 
worden war, um ihrem jungen Brâutigam vermáhlt zu werden 
(Lyttelton II, 4q6). Aber auch an die Zeit vor dieser Hochzeit 
kann nicht wohl gedacht werden, da Mathilde im Jahre 11 56 ge- 
boren war, zur Zeit ihrer Verheirathung daher kaum zwôlf Jahre zâhlte 
und es doch nicht anzunehmen ist, dass Bertran einem zehn- oder 
elQáhrigen Mádchen den Hof gemacht habe. Wir werden spàter 
dies Verháltniss ausfûhrlicher besprechen. 

Wir kommen nun zu einem wichtigen Familienereigniss in dem 
Leben des Dichters, námlich zu seiner Verheirathung. Laurens 
fùhrt zwei Urkunden aus dem Archiv der Abtei Dalon an, durch 
welche Bertrandus de Bom sammt seiner Familie dem Kloster 
Schenkungen machte. In einem dieser Actenstiicke wird die 
Gattin Hermengarda, in der andern Raymonda genannt, sodass 
wir annehmen kônnen, dass sic beide Namen gefûhrt hat, denn in 



beiden Schriftstûcken werden Bertrandus und Iterius „yf/iï eorum** 
genannt Da nun das erste derselben vom Jahre 1179 datírt ist, 
so dûrfen wir die Heirath wohl in den Anfang des Jahrzehnts 
setzen. Aber die eben genannten Sôhne waren nicht die einzigen 
Kinder, welche dieser Ehe entsprossen; aus den Archiven des 
Schlosses Autafort hat Laurens vielmehr ersehen, dass ein drítter 
Sohn, Constantin, und eine Tochter, Aymeline, den beiden ersten 
folgten. Der álteste, Bertran, hat sich als Dichter einen Namen ge- 
macht, und Aymeline wird auch in einer andem Chronik genannt, 
wie wir spâter erfahren werden. 

Wir mûssen nun einen Augenblick von den hâuslichen An- 
gelegenheiten Bertrans abschweifen, um einen Blick zu werfen auf 
das gewaltige Ereigniss, welches um diese Zeit sein Vaterland er- 
schûtterte, ich meine die schon oben kurz angedeutete grosse Re- 
bellion der drei englischen Prinzen gegen ihren Vater. Dies 
Ereigniss wird von Laurens im dritten und vierten Capitel seines 
Buches geschildert, aber wiederum mit so vielen historischen Feh- 
lem, dass ich es vorziehe, dem schon mehrfach zitirten, vortrefF- 
lichen Biographen Heinrichs II. zu folgen (103 — 171). 

Nach dem ûbereinstimmenden Urtheil aller Chronisten war 
Niemand anders als díe Kônigin Eleonore selbst die Anstifterin 
dieses Aufstandes. Wahrscheinlich weil sie, nachdem die Periode 
íhrer Fruchtbarkeit vorùber, von Heinrich vemachlâssigt wurde, 
fasste sie einen bitteren Hass gegen ihn und liess wáhrend der 
Jahre 1 1 7 1 und 1 1 7 2 ihren in England residirenden Sohn Heinrich 
diirch Boten aufstacheln, die Absetzung seines Vaters zu betreiben. 
Heinrich wurde schliesslich diesem Gedanken zugânglich, um so 
mehr, als sein Schwiegervater, der Kônig von Frankreich, seine 
Hûlfe versprach. Auf dem bereits erwàhnten Besuche in Paris im 
November 1 1 7 2 wurde der ganze Plan festgesetzt, wáhrend Eleonore 
die aquitanischen Barone fûr die Sache zu gewinnen suchte. Der 
Vater, vôllig ahnungslos, feierte ruhig zu Chinon in Anjou das 
Weihnachtsfest und begab sich dann mit Heinrich und der Eleonore 
nach der Auvergne, um dort die Verlobung seines jûngsten Sohnes 
Johann mit der Tochter des Grafen von Savoyen zu feiern. Auf 
dieser Reise und einer andem gelang es dem jungen Heinrich 
auch, scine beiden Brûder Richard und Gottfried fûr sich zu ge- 
winnen. Als nun Vater und Sohn gemeinschaftlich nach der Nor- 
mandie zurûckkehrten , verliess Heinrich seinen Vater heimlich in 
Chinon, eilte nach Alençon und anstatt nach Caen zu gehen, wie 
verabredet, floher iiber Argenton nach Chartres, wo damals der 
franzôsische Hof residirte. Viele aquitanischc Barone folgten ihm 
dahin, ebenso fanden sich Richard und Gottfried alsbald in Paris 
ein, wáhrend Eleonore, wie vorhin berichtet ist, auf der Flucht 
ergriífen wurde. 

Ostem 1173 fand zu Paris eine grosse Versammlung der fran- 
zôsischen Wûrdentràger Statt, woselbst Ludwig feierlich schwor, 
seine ganze Kraíl einzusetzen, um den jungen Heinrich mit Waflfen- 



gewalt auf den englischen Thron zu bringen, und alle Barone 
folgten ihm hierin. Auch Schottland wurde zum Aufsttinde bewogen. 

Kurz nach Ostern begarm der Krieg und erstreckte sích bald 
ûber alle Provinzen. Ein Angriff des Grafen von Flandem zu- 
sammen mit seìnem Bruder, dcm Grafen von Boulogne, auf die 
Normandie endete mit dem Tode des letzteren und hatte keinen 
Erfolg; Ludwig selbst eroberte zwar zunàchst Vernueil durch ^^er- 
rath, wurde dann aber ebenfalls von Heinrich aus dem Lande 
geschlagen, worauf dieser die Rebellen in der Normandie, der Bre- 
tagne, in Anjou und Touraine unterwarf. Nachdem ein "VVaíïen- 
stillstand bis Ostem abgeschlossen , bezog der englische Kônig in 
der Normandie Winterquartiere. 

Aber im Fnihling des náchsten Jahres begann der blutige 
Waífentanz aufs Neue. Nachdem der alte Heinrich die Hauptstadt 
von Saintonge erobert, schifiíle er sich am 8. Juli 1174 in Barfleur 
nach England ein, um einen von seinem áltesten Sohne beabsich- 
tigten Einfalle zuvorzukommen. Da der Plan jedoch gar nicht ziu- 
Ausfiihrung kam, so kehrte er, nachdem die Schotten unterworfen, am 
7. August nach Frankreich zuriick und entsetzte am 24. desselben 
Monats das seit dem 21. Juli hart bedrângte Rouen. Am nàchsten 
Tage wurde ein WafFenstillstand geschlossen, der sich jedoch nicht 
auf Richard bezog, da dieser sich nicht fûgen wollte. Als ihn 
aber der Kônig mit den Waffen in die Flucht getrieben hatte, 
warf cr sich weinend dem Vater zu Fûssen und bat um Vergebung. 
Der ebenso weichherzige wÌ6 tapfere Konig verzieh ihm, nahm ihn 
mit zu seiner Zusammenkunft mit Ludwig, Heinrich und Gottfried, 
und hier wurde am 29. September der Friede abgeschlossen. Die 
Sòhne kehrten zum Gehorsam zurûck, der junge Heinrich erhielt 
zwei normannische Schlôsser und eine jáhrliche Revenue von 
I5<X)0 Pfund in angevinischem Gelde, Richard zwei Plátze in 
Poitou und die halben Einkûnfte aus jener Provinz. 

Viele der aufrûhrerischen Barone waren aber mit diesem Frieden 
nicht einverstánden und setzten den Kampf fort. Der Kônig selbst 
iibemahm daher die Niederwerfung derselben in Anjou, wáhrend 
er diese Aufgabe fùr die Bretagne dem Gottfried, fûr Poitou und 
Aquitanien dem Richard ûbertrug. 

Da dieser Krieg Richards gegen seine frûheren Bundesgenossen 
fûr die Geschichte Bertrans von Bom von Wichtigkeit ist, so folge 
ich in der Darstellung desselben dem Bericht des áusserst zuver- 
lássigen Abts Benedict von Peterborough , des einzigen Chronisten, 
der diesen Kampf ausfùhrlich ûberliefert hat (Bouquet XIII, 
163—165). 

Um den Befehl seines Vaters auszufûhren, sammelte Richard 
ein bedeutendes Heer und zog am 24. Juni 1175 vor das feste 
Schloss bei Agen, in welchem jedoch Amaut von Boville einen so 
tapfem Widerstand leistete, dass er es erst nach zweimonatlicher 
Belagerung nehmen konnte. Aber es blieben noch so viele mâch- 
tige Barone im Aufstande, dass Richard nicht hoífen durfte, in 



8 

diesetn Jahre seines Auftrages sich vôllig zu entledigen, da seine 
Hûlfsmittel dazu nîcht ausreichten. £r begab sich daher zu Ostem 
des folgenden Jahres 1176 nach England, wohin sein Vater und 
álterer Bruder bereits im Herbst zurûckgekehrt waren, und bat um 
Unterstûtzung. Der Kônig stellte ihm nicht nur bedeutende Geld- 
mittel zur Verfûgung, sondem bestimmte auch den Heinrich, seinem 
Bruder persônlich bei dessen Vorhaben zu helfen. Wáhrend ersterer 
zunâchst in Paris einen Besuch abstattete, sammelte Richard in 
Poitou mit dem erhaltenen Gelde eine grosse Truppenmacht, ver- 
nichtete gleich nach Pfingsten zwischen Saint-Mégrin und Bouteville 
ein von den Rebellen aufgestelltes Soldnerheer und rûckte nun 
siegreich in Limousin ein. Der erste und vielleicht machtigste 
Gegner, gegen dçn er sich nun wandte, war Ademar oder Aimar V., 
Vizgraf von Limoges. Er eroberte dessen Schloss Aixe und dessen 
Hauptstadt Limoges, griíT sodann in Gemeinschaft mit Heinrich, 
der inzwischen angelangt war, den Vizgrafen von Angoulême, 
Wulgrin in. oder, wie Benedict ihn nennt, Uggrinus, an und nahm 
ihm nach 15 Tagen seine Burg Château-neuf (Novum castrum), 
nach 10 Tagen Mulinous und belagerte endlich die Hauptstadt 
Angouléme selbst, in welche sich ausser Wulgrin auch ein Graf 
Wilhelm Taillcfer von Angoulême sammt seinem Sohne, sodann 
der vorhin genannte Aimar von Limoges, der Vizgraf von Venta- 
dour (Ebolus IV.), endlich der Vizgraf von Chabanais geworfen 
hatte. Als nach sechstíigiger Einschliessung die Stadt ûbergeben 
werden musste, kamen alle diese Barone in die Gefangenschaíl ; 
den Vizgrafen von Angoulême selbst mit einigcn andern sandte 
Richard nach England zu seinem Vater, doch schickte dieser sie 
seinem Sohne wieder zurûck. Damit war der Aufstand in dieser 
Provinz unterdrûckt. 

Fragen wir uns nun, wie sich Bertran de Bom diesen gewal- 
tigen Ereignissen gegenûber verhalten hat, so ist von vom herein 
nicht anzunehmen, dass er gar keinen Antheil an denselben ge- 
nommen habe. Gegen diese Annahme spricht sein kriegslustiger 
Sinn, seine heftige, klugen und friedlichen Rûcksichten wenig zu- 
gângliche Sinnesart, dagegen spricht vor allem die Freund- 
schaft mit den englischen Prinzen, die ihn gewiss angetrieben haben 
wird, in treuer Waffenbrûderschaft Schwert an Schwert mit ihnen 
zu kâmpfen. Bertran war damals etwa 28 Jahr alt, in der Fûlle 
seiner Manneskraft, in WafFen wohI geûbt, frei und unabhángig, 
dagegen im Besitz eincs Machtgebietes, das seinem hochfahrenden, 
stolzen Sinn bei weitem nicht genûgte; wie hátte er da nicht mit 
Freude, ja mit Begeistemng cine Gelegenheit ergreifen sollen, die 
ihm die lang herbeigesehnte Môglichkeit bot, nicht nur seinen 
Thatendurst zu befriedigen, seine Manneskraft zu bethàtigen, son- 
dern vor allem, durch einen seinen fûrstlichen Freunden erwiesenen 
Dienst, die Hofïhung auf Belohnung, die Aussicht auf Zuwachs an 
Land und Macht zu erwerben! Die Annahme, dass unser Dichter 
sich an dem Aufstande betheiligt, ist zu wahrscheinlich, als dass 



sîe noch eînes besonderen directen Beweises bedûrfte. Wir sînd 
aber auch ausser Stande, einen solchen positiven Beweis beizu- 
bringen : weder die zeitgenôssischen ChroniUen nennen seinen Namen 
bei dieser Gelegenheit, noch scheint sich irgend eins seiner Ge- 
dìchte auf diesen Krieg zu beziehen. 

Laurens ist allerdings in Bezug auf letzteren Punkt anderer 
Meinung, indem er behauptet, dass das Lied 20 aus Anlass der in 
Rede stehenden Empôrung entstanden sei. In der „razon" dieses 
Gedichtes wird berichtet, der Kônig Heinrich sei im Vercin mit 
Richard vor Autafort gezogen, habe dasselbe genommen, es aber 
schliesslich dem Bertran auf seinc Bitte zurûckgegeben. In Ueber- 
einstimmung hiermit erzâhlt nun Laurens, Kônig Heinrich sei, 
nachdem cr seinen Sohn Richard mit der vôlligen Untcrdriickung 
der Rebellion beauftragt, selbst zugleich mit ihm vor Autafort er- 
schicnen, habe die Burg nach kurzer Zeit mit Sturm genommen, 
dennoch aber den Dichter wieder in den Besitz derselben gesetzt. 
Gleich darauf habe jedoch Richard, der gerade im Kriege mit dem 
rcbellischen Ademar von Limogcs begriíFen gewesen, sich mit diesem 
vertragen, und beide hátten gemeinschaftlich von Neuem die Burg 
berannt, jedoch vergeblich, und hàtten, nachdem sie das umliegende 
Land verwûstet, wieder abziehen mûssen (1178). Dies scheint aber 
durchaus nicht der Wahrheit entsprechend zu sein. Ich wende 
hier nicht ein, dass Bertran zu dieser Zeit hôchst wahrscheinlich 
Autafort noch gar nicht besass, wie ich an einer andem Stelle be- 
weisen werde. Aber aus einem andem Grunde ^ann sich dies 
Lied nicht auf den in Rede stehenden Feldzug beziehen, weil der 
Kônig in demselben nachweislich niemals in Gemeinschaft 
mit Richard eine Expedition unternommen hat Dies geht 
aus der oben gegebenen Skizze unzweifelhaft hervor, sodass jenes 
Gedicht, wie sich auch herausstellen wird, einem anderen, spâteren 
Vorgang seine Entstehung verdanken muss. Ebenso widerlegt sich 
die angebliche Episode mit Adcmar von Limoges, so wie cndlich 
die angegebene Jahreszahl einfach durch die vorhin aufgezâhlten 
historischen Thatsachen. 

Der wahre Hergang scheint vielmehr der gewesen zu sein, 
dass Bertran zwar unbedenklich sich dem Aufstande angeschlossen 
und tapfer auf der Seite der Prinzen gekámpft, dann aber, als 
diese sich unterwarfen, ebenfalls den Frieden angenommen und 
sich nicht jenen Unversôhnlichen beigesellt hat, welche den Krieg 
à outrance fortzusetzen beschlossen und die dann ein so schlimmes 
Geschick ercilte. Dass Bertran in der That an dem lctzten Kampfe 
gegen Richard nicht mehr Theil genommen hat, scheint daraus 
hervorzugehen, dass Benedict, der in diesem Theile seines Berichts 
besonders ausfûhrlich ist, indem er alle eroberten Burgen und alle 
unterworfenen Barone wôrtlich auffûhrt, dennoch weder Bertrans 
noch seines Schlosses mit einem Worte Erwàhnung thut Eine 
entgegengesetzte Handlungsweise des Dichters wûrde sich auch 
schwer erklâren lassen. Er hatte das Schwert gezogen auf die 



lO 

Aufforderang und im Interesse der Prinzen, jedenfalls mit der Er- 
wartung, selbst dabei zu gewinnen ; wic hátte er nun dazu kommen 
sollen, jetzt, nachdem die Prinzen selbst ihrc Sache als hoífnungs- 
los aufgegeben, sich den persônlichen Feinden Richards 
anzuschliessen, und damit nicht nur auf alle Hofïhungen und Âus- 
síchten von Seiten Richards zu verzichten, sondem sogar direct 
seine eigne Exìstenz auf das Gefahrlichste zu bcdrohen? Jedenfalls 
haben wir nicht den geringsten Anhalt fûr jene Annahmc. 

Der VollstandigUeit halber mìì ich noch erwáhnen, dass, wie 
Benedict (Bouquet III, 172) berichtet, im Herbst 1177 Richard von 
seinem Vater nach Poitou geschif^t wurde „ad subjìciendum sibi 
inimicos suos", wáhrend der Kònig selbst nach Limousin und 
Guyenne ging, um die Theilnehmer an der Empôrung von 11 73 
nachtrâgUch zu bestrafen *) , endlich dass Richard auch im Winter 
II 78 auf 1179 bis nach Pfingsten verschiedene Burgcn brach, die 
Bouquet XIII, 179 aufgezâhlt werden; doch wird bei keiner dieser 
Anlâsse Bertran de Bom enváhnt 

Wir mûssen nunmehr wieder zu den privaten Verháltnissen 
des Dichters zuruckkehren und die Frage zu bcantwortcn suchen, 
wie Bertran in den Besitz von Autafort kam. Wie oben constatirt 
worden, hatte G>nstantin von Bom dieses stattliche Schloss bei 
seiner Verheirathung mit Agnes de las Tours als Mitgift mit- 
bekommen. Eigenthûmlicher Weise heisst es in der „razon" zu 20 
,fen Bertrans de Born e sos frcùr, en Comiantis, agrcn totz temps 
guerra ensems et agren maholensa /*iis a /'autre, ỳer so que chascus 
mlta esser senher <V Autafort, lo lor comunal castel per raso," 

Diôse Worte sind schwer zu erklàren, wcnn man nicht etwa 
annehmen will, dass sie insofern auf einem Irrthum bemhen, als 
der provenzalische Chronist den spáter eingctretencn Zustand, wo, 
wie wir sehen werden, die beiden Brûder wirklich die Burg gemein- 
schaftlich besassen, mit Unrecht und fâlschlich als dcn ursprûnglichcn 
und rcchtmâssigen angesehen hat Sieht man jene Worte aber als 
richtig an, so wáre viellcicht der Sachverhalt folgendermassen zu 
dcnken. Durch den Bcsitz von Autafort war Q)nstantin dcr Lehns- 
herr seines álteren Bmders geworden, ein Verhâltniss, das den 
Feudalsatzungen jener Zeit direct widersprach und das mit Recht 
dem Bertran Ursache zur Klage geben mochte. Diescr konnte 
ausserdem darauf hinweisen, dass, wenn ein so wichtiger Theil des 
Familienbesitzes, wie Autafort, eincr Tochter als Mitgift mitgcgcbcn 
werden konnte, dics mit dcmselben Recht, wie bei Agnes, so béreits 
bei Bertrans und Constantins gemeinschaftlicher Mutter, ebenfalls 
einem Fráulein de las Tours, Kàttc geschehen mûssen, wodurch 
Autafort zunâchst an Itier und dann naturgemâss an den âltesten 
Sohn, also an Bertran gefallen wáre. Vielleicht war der alte Golfier 



*) Implacitavtí Comites et Barones Lemovenses et caeteros comprovin- 
ciales, qui contra eum filiis suis tenuerant tempore guerrae et multa grava- 
mina eis intulit, secundum quod unus quisque promeruit (Bouquet XIII, 1 73). 



\ 



II 

dieser Argumentatíon zugânglich und liess sích durch dìe beiden 
erwâhnten Grûnde bewegeny ein Abkommen zu treffen, das die 
scheinbare Ungerechtigkeit ausgleichen konnte, indem er namlich 
Autafort beiden Brûdem gemeinsam ûberliess. 

Wie dem auch sei, Thatsache ist, dass das Verhâltniss der 
beiden Brûder bald ein sehr feindseliges wurde, und dass die erste 
Veranlassung dazu ein Attentat gewesen zu sein scheint, welches 
Bertran gegen Constantin als Besitzer oder richtíger wohl als Mitbesitzer 
von Autafort unternahm. In der schon erwâhnten ^razon" zu 20 
wird erzâhlt, dass er sich dcr Burg bemachtigte und den Constantín 
sammt seinen Sôhnen aus dem Lande vertrieb. Die naheren Um- 
stânde 'dieser That vermôgen wir nicht anzugeben, denn was 
Laurens pag. 57 sq. erzâhlt, scheint auf poetischer Eríìndung zu 
beruhen. Nach seìner Ansicht war Autafort im ausschliessUchen 
Besitz Constantíns. Als nun eínst, so heisst es bei ihm, Bertran 
hôrte, dass Constantin darûber gespottet habe, wie sein Bruder 
nach so grossen Ansprûchen sich mit einer so mâssigen Heirath 
hatte begnûgen mûsscn, brach sein Zorn in hellen Flammen aus; 
er schwor, dass nicht drei Tage vergehen sollten, bis sein Banner 
auf Schloss Autafort wehen wûrde. Er miethete eine Schaar wilder 
Sôidlinge, damals Brabanter genannt, und ûberfìel eines Nachts 
die Burg. Der Angriíî gelang vollstândig, die Besatzung wurde 
ûberrumpelt, Constantín entkam mit seiner Familie durch einen 
unterírdischen Gang und erfuhr erst draussen, durch wen er aus 
seinem Besitz vertrieben worden war. 

Folgen wir nunmehr wieder der vorhin erwâhnten Lebens- 
nachrícht, so ergiebt sich daraus, dass Constantín sich um Hûlfe 
an seine Freunde und Nachbaren wandte, namentlich an Ademar, 
den Vizgrafen von Limoges, an Amblart, den Grafen von Périgord 
und an Talleyrand von Montagnac Er beschwerte sich bitter ûber 
seinen Bruder, doch sprach er auch hier nur von einem Mitbesitz 
seinerseits, nicht von einem ausschliesslichen Besitz des stríttigen 
Schlosses „i7 /0 deguesson ajudar contra son fraire en Bertran, qui 
malamen iefu'a Auiaforty qu*era mieitz sieus e no Ven volia dar 
neguna pari, anz Vavia malamen dezerelat^\ Sei es, dass jene Barone 
ùber diesen Rechtsbruch empòrt waren, sei cs, dass sie auch sonst 
dem Bertran nicht gewogen waren, genug, sie machten Constantíns 
Sache zu der ihrigen, begannen einen heftígen Kríeg gegen den 
Usyrpator, eroberten schliesslich Autafort, wo sie nun den Constantín 
allein cinsetzten, wâhrend Bertran selbst mit der Besatzung enticam. 
Aber dieser war nicht der Manu, der so leicht einen Plan auf- 
gegeben hâtte; vielmehr waren die Bundesgenossen seines Bruders 
kaum in ihre Heimath zuruckgekehrt, als er sammt seinen Freunden 
und Angehôrígen vor der Burg erschien und einen neuen Kampf 
begann. Das Schloss aber war stark, die Belagerung zog sich in 
die Lânge, und endlich bot Bertran seinem Bruder einen Frieden 
an unter der Bedingung, dass der frûhere Zustand des gemein- 
schaftlichen Besitzes wieder hergestellt wûrde. Constantin besass 



12 

nicht dîe Energîe seines Bruders, es heísst von ihm in der „razon" 
ZVL 44 „non cra hom que s\ntremeses moU dc vaìor ni (Ponor^* und so 
hielt er es fûr das Gerathcnste, liebcr diese Bedingungen anzu- 
nehmen, als durch Ablehnung derselben Alles auf das Spiel zu 
setzen, um so mehr, aìs offenbar seine fruhercn Bundcsgenossen 
nicht mehr so krâftig zu ihm standen, und sô zog denn Bertran 
zum zweiten Male, \venn auch nicht als Sieger, so doch als Mit- 
beherrscher in die vielumstrittene Veste cin. Dies ctwa war der 
Hergàng, wenn wir der „razon" zu 44 folgen, und es scheint kein 
Grund vorzuliegen, dieselbe fûr falsch zu halten, da sie \Vider- 
scrûche nicht aufweist Nach I^urcns hâtten die vorhin genannten 
Barone, nachdem sie dem Constantin das erste Mal gcgen seinen 
Bruder beigestanden, denselben beim zweiten Angriíf ûbcrrcdct, auf 
den Alleinbesitz Autaforts zu verzichten und so wíirc nun crst auf 
ihr Anstiften die Theilung der Herrschaft zwischcn Beidc vorge- 
nommen worden. Abgesehen aber davon, dass eine solche Aus- 
kunft sich schwer erklâren lâsst, falls sie nicht etwa ein einfaches 
Zuriickgreifen auf den status quo ante ist, so widerspricht, wic ich 
schon angedeutet, diese Erzâhlung direct der provenzalischcn 
Lebensnachricht 

Hier mûssen wir eine Pause in Bertrans Geschichte annehmen, 
denn, obwohl in der Lebensbeschreibung gleich nach diesem Friedens- 
schluss ein neuer Bruderzwist berichtet wird, so folgt doch daraus 
nicht, dass beide Ereignisse auch zeitlich sich unmittelbar an eînander 
anschlossen, da in jener Beschreibung Angaben ûber die Zeít ûber- 
haupt nicht gemacht werden. Dagegen mûssen wir versuchen fest- 
zustellen, wann der eben erzáhlte Kampf sich zugetragen. hat 

Nach Laurens* Darstellung wàre derselbe in die Zeit zu sctzen, 
welche zwischen Bertrans Verheirathung und dem grossen Aufstand 
der aquitanischen Barone vom Jahre 11 68 liegt (pag. 57 und 65). 
Andrerseits aber berichtet er, ebenfalls auf Seite 57, dass der Zwist 
ausgebrochen sei nach dem Tode des alten Olivier de las Tours, 
des Schwiegervaters Constantins. Er scheint nicht zu bemerken, 
dass diese beiden Angaben im grellsten Widerspruch zu cinander 
stehen, da Olivier im Jahre 11 80 starb. Derselbe hatte sich 1179 
zugleich mit mehreren andem Baronen nach dem heiligen Lande 
begeben, war daselbst am 17. April des folgenden Jahres in Jeru- 
salem gestorben und von seinen Landsleuten ebendort ehrenvoll 
begraben worden (Chronicum Gaufredi Vosiensis, Bouquet XII, 447 
und 448). 

Mir scheint es nun unzweifelhaft zu sein, dass Bertran sein Attentat 
erst nach dem Beginn des Jahres 1 1 80 unternahra. Deim, raochte 
nun der alte Olivier Autafort seinem Schwiegersohn allein oder in 
Gemeinschaft mit dessen Bmder ûberlassen haben, jedenfalls blieb 
er immer der beiden gemeinsame Oberherr, ja, wenn man will, der 
eigentliche Besitzer des Schlosses, und es ist daher nicht anzu- 
nehmen, dass Bertran es gewagt haben sollte, bei Lebzeiten des 
Olivier einen Schritt zu thun, der ihn nothwendig in einen Krieg mit 



13 

dem mâchtigen Herrn de las Tours hàtte bringen mûssen. Gegen 
diese Annahme spricht aber ausser der Wahrscheinlichkeit auch 
noch die Thatsache, dass Constantin sich um Hûlfe nicht an seïnen 
Schwieger\'ater, sondeni an seine Nachbam wandte. Dies lásst sich 
kaum anders als dadurch erkláren, dass der Schwiegervater eben 
bereits todt oder «venigstens nicht mehr im Lande war. 

\Vir werden daher wohl nicht allzuweit fehlgreifen, wenn wir 
annehmen, dass die mehrfach envâhnte Bruderfehde im Jahre 1 1 80 
oder bald darauf Statt gefunden hat 

Es môchte hier der Ort sein zu untersuchen, in welche Zeit 
tlie Liebschaft Bertrans mit Maenz von Montagnac fallt Diez stellt 
keîne Vermuthung darûber auf, Laurens nimmt an, dass es nach 
Heinrichs 11. Tode, also nach 11 89 gewesen sei. Dagegen sprícht 
aber vor allem, dass Bertran in einem zu Ehren der Damc ge- 
dichteten Liede, nâmlich No. 37, den Rassa und den Marinier, 
d- h. den Prinzen Gottfried von der Bretagne und Heínrich, den 
jungcn Kônig, anredet, von denen der erstere 11 86, der letztere 
sogar schon 11 83 starb. Daraus geht also mit Evidenz hervor, 
dass wcnigstens der Beginn des Vcrhaltnisses schon vor das Jahr 
II 83 zu setzen ist 

Die Dame hiess, wie schon gesagt, Maenz d. h. Mathilde und 
war, wie wir aus der „razon" der Lieder 12, 15, 37 und 38 er- 
fahren, die Tochter des Vizgrafen von Torena. Laurens untcr- 
sucht nicht, wer damit gemeint sei, Diez will darunter Boso II. 
verstehcn. Dieser Vizgraf kam jedoch, wie Gottfried von Vigeois 
(Bouquet XII, 436) berichtet, bereits Ende Juni 1143 um, indem 
er bei der Belagerung von Roche Saint-Paul durch einen Pfeil- 
schuss getiidtet wurde. Da nun sein einziger Sohn Raimund, der 
spáter als Raimund II. zur Herrschaft kam, erst vier Monate nach 
des Vaters Tode geboren wurde, so mûsste dessen Schwester, falls 
er eine solche hatte, jedenfalls frûher als dieser, also spâtestens 1 142 
geboren sein. Dann wâre sie aber einige Jahre álter als Bertran 
selbst gewescn und hátte um 1180 bercits fast vierzig Jahre gezâhlt, 
ein Alter, welches doch wohI eine Liebschaft ausschliesst , da einer 
âlteren Frau gegenûber des Dichtcrs ûberschwengliche Schilderung 
ihrer Reize einfach làcherlich gewesen sein wûrde. 

Da nun auch ausscrdem in der vorhin erwiihnten Qucllc ûber- 
haupt nicht von Tòchtem Bosos II. die Rede ist, so werden wir 
wohI gezwungen sein, nicht Boso U., sondern dessen eben genann- 
ton Sohn Raimund II. als dcn Vater der Maenz anzunehmen. Diesc 
Annahme wird auch andenveitig bestatigt Aus der „razon" zu 12 
geht nàmlich hervor, dass Maenz noch zwci Schwestern be- 
sass, nâmlich Maria von Ventadom und P^lise von Montfort, 
eine Notiz, die durch ïiertrans eigne Worte bestiitigt wird. In 
einem aus dem Jahre 1182 stammenden Gedichte hebt er die 
drei Schweiîtern aus Turenne als Damen her\'or, welche durch 
ihre Schônhcit weit und breit berûhmt seinen (9, 17 — 19). Die 
^'crmáhlung dcr cben genanntcn Maria mit Ebolus, Vizgrafcn von 



14 

Ventadom berichtet derselbe Gottfried (Bouquet XII, 424). Diez 
hatte angenommen , dass dìes Ebolus IV. gewesen sei, welcher im 
Jahre 1 1 70 auf der Rûckkehr von Jcrusalem starb. Dem gegen- 
ûber weist jedoch Robert Meyer (Das Leben des Trobadors Gaucelm 
Faidit Heidelberg 1876, pag. 2^) darauf hin, dass Ebolus IV. mit 
Sibylla, der Tochter Radulfs von Faya, Seneschalls von Aquitanien 
verheirathet gewesen sei, und dass daher jene Notiz des Gottfried 
sich oífenbar auf dessen Sohn und Nachfolger Ebolus V. beziehen 
mûsse. £r macht es wahrscheinlich , dass dìe Vermáhlung dieses 
Vizgrafen mit María von Turenne im Jahre 1191 Statt gefunden 
hat, und folgert hieraus auch fûr die María, dass sie nicht die 
Tochter Bosos IL, sondem Raimunds II. ist 

Wenn es demnach als ziemlich ausgemacht gelten kann, dass 
Mathilde die Tochter Raimunds II. von Turenne war, so ist es 
schwieríger festzustellen, wer ihr Gatte gewesen ist Sie wird stets 
Maenz von Montagnac genannt, und in der „razon'' zu 15 heisst 
es, sie sei die Gattin Talleyrands gewesen, welcher in den Scholien 
zu 1 2 ausfûhrlicher der Bmder des Grafen von Pérígord genannt wird. 
Diez und die ûbrígen Biographen acceptiren diese Angabe, wonach 
unter dem Grafen von Pérígord Niemand anders als Elias V. ver- 
standen werden kônnte. Nach Art de vér. 1. d. (X, 204) hatte 
dieser allerdings einen Brader, Namens Guillaume-Tallcyrand, und 
es wird dort sogar hinzugefûgt, dass er einc Frau Namens Mensa 
oder Mathilde besessen habe, in welche der Troubadour Bertran 
de Bom sich verliebt habe *), doch ergiebt sich aus der zuletzt ange- 
fûgten Bemerkung, dass fûr diese Behauptung eben auch nur die 
Lebensnachrícht des Dichters als Queile gedient hat, sodass wir 
hierín keine Bestâtigung der obigen Angabe der „razon" fìnden 
kônnen. Dieselbe muss aber, wie wir spâter sehen werden, aus 
mehr als einem Gmnde in Zweifel gezogen werden. 

Dass cs zunâchst einen Herm von Montagnac gab, steht fest 
Ein solcher ist uns bereits aus dem Streite Constantíns mit unserem 
Dichter belcannt geworden, in welchem er Bertran feindlich gegen- 
ûbertrat Schon dieser Umstand muss es hôchst vcrdâchtig er- 
scheinen lassen, dass innerhalb des langjâhrígen Streites zwischen 
den beiden Brìidcm der Dichter intimen Umgang mit der Familie 
eines Barons hat pflegen sollen, wclcher, wenigstens im Anfang, 
entschieden und mit bewafiheter Hand Partei fûr seinen Gegner 
ergríffen hatte. 

Aber es kommen noch weitere Schwierígkeiten hinzu. Nach 
Gottfríed von Vigeois (Bouquet XII, 425) und nach Art de vér. 1. d. 
X, 205, wo auf das Cartularíum der Abtei Dalon versviesen wird, 
war Elias V. von Périgord, also der áltere Bmder Wilhelm-Talley- 
rands, ebenfalls mit einer Tochter Raimunds II., Vizgrafen von 

*) Diez behauptet (L. u. W. 181), in Art de vér. 1. d. werde angegeben, 
Maenz sei mit dem Oheim des Elias und Wilhelm verheirathet gewesen. 
Dies ist jedoch cîn Irrthum, vielmehr beíìndet sich jenes Werk in vôUiger 
Uebereînstimmung mit Diez. 



»5 

Turenne verheirathet , die jedoch in der Quelle nicht mit Namen 
genannt wird. Da nun diese positive, wohl verbûrgte Nachricht 
fuglich nicht angefochten werden kann, so wûrden wir nothwendig 
zu der Schlussfolgerung gefûhrt werden, dass Raimund II. vier 
Tôchter gehabt hat, eine Schlussfolgerung, die Robert Meyer (I. c. 
pag. 24, Anm.) auch fùr richtig hâlt. Dieser Annahme widerspricht 
aber nicht nur die Lebensnachricht , sondem auch die oben ange- 
fûhrte Stelle Bertrans de Bom selbst, wo beiderscits auf das Be- 
stimmteste von drei Schwestem aus Turenne gesprochen wird. 
Wie sollcn wir aus diesem Dilemma herauskommen? Ich denke, 
auf folgende Weise. In Bezug auf Maria von Ventadom und Elise 
oder Alix von Montfort kann kein Zweifel obwalten, da deren 
Heirathen auch anderweitig historisch bestâtigt werden, dagegen 
glaube ich, dass Maenz von Montagnac und die Gattin des 
Elias V. von Périgord ein und dieselbe Person, nicht 
aber Schwestern scien. Der Irrthum wáre dann dadurch ent- 
standen, dass der Scholiast Bertrans den Elias mit seinem Bruder 
Wilhelm verwechselt hàtte, was sich um so leichter erkláren liesse, 
als nach Art de vór. 1. d. X, 204 auch ersterer wie sein Brader 
den Beinamen Talleyrand fûhrte und hâuíìg allein mit diesem 
Namcn bczeichnet wurde, wie ja auch der Gatte der Maenz in der 
„razon" immer nur Talleyrand genannt wird. Wir wûrden positiv 
bewcisen kònnen, dass diese Verwechselung in der That Statt ge- 
fundcn hat, wenn nicht unglûcklicher Weise Gottfried von Vigeois 
in der zitirten Stelle verabsáumt hatte, den Namen der Gattin des 
Elias V. anzugeben. Dass aber die Lebensnachricht Bertrans 
keineswegs unbedingte Glaubwûrdigkeit verdient, werden wir bald 
an weitcren Beispielen erfahren. 

Durch die soeben aufgestellte Annahme heben sich alle vorhin 
hervorgehobenen Schwierigkeiten auf das Beste. Es bleiben drei 
Schwestem, die Nachricht Gottfrieds von Vigeois wird bestâtigt 
und Maenz ist nicht die Gattin des Herm von Montagnac, der 
zur Partei Constantins hielt, sondem die des Elias, welcher, wie 
wir sehen werden, im Jahre 11 83, also kurz darauf zu den ìntim- 
sten Gefahrten und Wafrenbrudem unseres Dichters gehôrte. 

Da Gottfried zwar von Elias' Gattin nicht aber von dessen 
Elindem spricht, so geht daraus hervor, dass im Jahre 11 83, wo 
Jener seine Chronik beendete, die Heirath bereits vollzogen war, 
wâhrend hôchst wahrscheinlich von den drei Sôhnen des Elias da- 
mals noch keiner das Licht der Welt erblickt hatte. 

Wann hat aber das Verháltniss unseres Dichters mit Maenz 
Statt gefunden? Diese Frage ist nicht leicht zu entscheiden. Dass 
dasselbe bereits vor 1 183 wenigstens begonnen haben muss, habe 
ich bereits envâhnL Vielleicht gelingt es jedoch, die Zeit noch 
genauer zu fìxiren. In dem Liede 19 nâmlich, welches, wie wir 
sehen werden, etwa Ende 11 82 verfasst ist, erklârt der Dichter, 
sein „Bels Senher" môge sich nunmehr nach einem andem Cour- 
macher umschen, da er, Bcrtran, jetzt der Krone aller Frauen diene 



i6 

(19, II — 14). Nun îst aber „Bels Senher" gerade der Verstedc- 
pame, mit dem er die Maenz anredet z. B. 12, 61;^) auch wenn er 
37, 62 von seinem „Be\ Mal Senhor** spricht, so meint er díeselbe 
Dame. Wenn nun der in Lied 19 gemeinte „Bels Senher** mit dem 
eben angefûhrten identisch ist, so wûrde die lièbschaft in die Zeit 
vor den Winter 11 82 zurûckgerûckt. 

Dieses Argument wird allerdings etwas abgeschwâcht durch 
die Thatsache, dass der Ausdruck „Bels Senher" noch in eìnem 
andern Liede {3, 61), das, wie spâter sich herausstellen wird, wahr- 
scheinlich zu Anfang von 11 90 entstanden ist, gebraucht wird und 
zwar ebenfalls zur Bezeichnung der Geliebten, die jedoch nach dem 
Zusammenhang unmôglich Maenz sein kann. Wenn es aber auch 
glaublich ist, dass der Dichter spâter, nachdem seîn Verhâltniss zu 
Maenz lângst zu Ende war, den frûhem Verstecknamen derselben 
auch auf eine andre Dame angewandt hat, so ist doch nicht anzu- 
nehmcn, dass er fast zu derselben Zeit (denn es ist nicht môglich, 
das Verhâltniss mit Maenz allzu wcit von 1182 nickwârts zu legen) 
zwei verschiedene Geliebte mit ein und demselben Namen belegt 
haben sollte^). 

Vielleicht finden wir aber noch einen weiteren Anhalt zu der 
gewûnschten Zeitfeststellung in einîgen Worten des bereits oben 
envâhnten Godichtes 37, nâmlich in denVersen 56 — 60 desselben: 

Martmers, vos avetz honory 
e nos avem camjai senhor 
bon gerrier' per iornejador, 
e prec a^n Golfier de la Tor, 
mos chaniars nolh Jassa paor, 

Sollten diese Worte nicht eine Anspielung enthalten auf den 
Wechsel von Bertrans Lehnsherm? Wie bereits berichtet, war der 
alte Olivier de las Tours im Jahre 11 79 nach dem heiligen Lande 
gezogen und daselbst Anfang 11 80 gestorben, sodass nun seìn einziger 
Sohn Golfier, der Bruder von Agnes und Schwager Constantins 
seine Stelle eingenommen hatte. Dieser war in der Tliat nicht so 
kriegerisch gesinnt wie sein Vater, und, da Jiertran in dem genannten 
Gedichte sich ziemlich energisch ^eg^&^ díe allzu friedliebenden 
Barone ausgesprochen, so war vielleicht die Art von Entschuldigung, 



»» 



') Im Geleîte dieses selben Gedichtes schickt er das Lied zwar seinem 
Aziman", womit er natûrlich auch seine Dame meint, doch widersprícht dies 
nícht der obcn ausgesprochenen Ansicht, da der Ausdnick „Aziman" d. h. 
,,Magnet" bei den Dichtern so allgemein gebrâuchlich ist, dass er nicht mehr 
als Versteckname, sondem als allgemeine Bezeichnung íur die Geliebte gilt. 

*) Rob. Meyer (1. c. 33 sq.)- weist nach , dass bei Gaucelm Faidit „Plus 
Avinen" in einigen Gedichten eine Geliebte, in andern einen Gònner bezeichnet 
und er fugt hinzu: y,Die zwiefache Verwendung eines Verstecknamens durch 
denselben Trobador ist keineswegs ohne Beispiel; doch lconnte ein Dichter, 
wenn er nicht zu einer Undeutlichkeit Anlass geben wollte, mit demselben 
Namen nicht zwei Personen nebeneinander, sondem nur geraume Zeit nach- 
einander bczeichnen.*' 



17 

welche Bertran in den oben zitirten Worten an den Gouffier richtet, 
nicht ganz ûberflûssig. 

SoUte jedoch mit dem ,»senhor'' nicht der Lehns- sondem der 
Landesherr gemeint sein» so kônnte von einem Wechsel desselben 
nicht die Rede sein» da Richard zwar» wie Radulf de Diceto 
(Bouquet XVII, 647) erzâhlt, im Alter von 22 Jahren d. h. 11 79 noch 
ein Mal feierlich zum Herzog von Aquitanien gemacht wurde, dies 
aber nichts als eine Formalitat war, weil er bereits seit dem Ver- 
trage von Montmirail 11 69 diese Wûrde besass. Dagegen kônnten 
dann jene Worte bedeuten, dass Richard aus einem Krìeger sich 
in einen Toumierhelden verwandelt habe. Aber auch dann wûrden 
sie etwa auf das Jahr 11 80 zu deuten sein, da Richard nach dem 
eben genannten Chronisten noch im Jahre 1179 einen energìschen 
Kríeg gegen Gottfríed von Ranchon und den Grafen von Angouléme 
zu fûhren hatte, nach deren Besiegung, wie es heisst, Niemand von 
der Normandie bis zu den Pyrenâen sich gegen ihn aufzulehnen 
wagte. 

Aus den vorhergehenden £rwâgungen ergiebt sich als sicher, 
dass dic Liebschaft Bertrans mit Maenz bereits vor 11 83 begann, 
als wahrscheinlich , dass sie zwischen 11 80 und Ende 1182 ihren 
Anfang nahm, und dieses Resultat wird auch durch das muthmass- 
liche Alter der Mathilde durchaus bestâtigt. Da nâmlich ihr Vater 
1143 geboren wurde, so kann sie nicht gut vor 1163 ^ur Welt 
gekommen sein, so dass sie 11 83, als sie bereits verheirathet war, 
zwanzig Jahre zâhlte. 

Wie lange nun aber das Verhàltniss gedauert, vermag ich 
nicht zu entscheiden. Ich lege daher nunmehr die ganze £nt- 
wickelung desselben dar, so wie sie sich aus den Gedichten Bertrans 
und den dazu gehôrigen „razos" ergiebt 

Unter die zum Lobe dieser Dame gesungenen Lieder gehôrt 
vor allem 37 , welches die Form einer Zuschríft an den jungen 
Gottfried trâgt, da jede Strophe mit dem Worte „Rassa" beginnt 
Die ersten drei derselben sind dem Preise seiner Geliebten ge- 
widmet, welche an Vorzûgen alle Rivalinnen ûbertriíft (i — 9), nicht 
nur, weil sie der InbegrííF aller kôrperlichen Reize ist {12 — 22)^ 
sondem namentlich, weil sie sich durch ihre Gesinnung auszeichnet, 
zuerst, indem sie nicht, wie manche Coquetten, sich mit einer 
Schaar Anbeter umríngt, sondern sich mit einem begnûgt (10, 11), 
sodann aber, weil sie sich bei ihrer Wahl nicht durch Macht und 
âussere Stellung blenden lâsst; vielmehr ist sie gegenûber den 
Reichen als solchen nur stolz, dagegen huldreich gegen die 
Wackeren, auch wenn diese arm sind (23 — 28); da sie nun den 
Dichter mit ihrer Neigung beglûckt hat, so bestârkt dieser sie 
durchaus in ihrer Gesinnung (29 — ^^), 

In der „razon" wird noch behauptet, dass Bertran în seîner 
Bewerbung um Maenz mâchtige Nebenbuhler gehabt habe, nâm- 
lich Richard und Gottfríed, sodann Alfons von Aragon und 
Raimund von Toulouse. Aber Diez meint mit Recht, dass diese 



/ 



i8 

Behauptung wohl nur entstandcn ist aus der wôrtlichen Auffassung 
der Verse: 

non vol Peitieu ni Tolosa 
m Bretanha ni Saragosa^ 
die aber, wie der Zusammenhang lehrt, bildlich zu nehmen sind. 

Diese freundschaftlich 2ártlichen Beziehungen Bertrans zu seiner 
Dame soUten jedoch bald getrûbt werden, und zwar war der Vor- 
gang nach der „razon" zu 1 5 folgender : Einer dcr Nachbaren des 
Dichters, der Vizgraf von GDmbom, verheirathete sich mit Guiscarda, 
Schwester des Guiscard von Beaujeu in Burgund, einer Dame, die 
weit und breit ihrer Schônheit wegen gefeiert wurde. Als nun ihre 
Ankunft bevorstand, begrûsste auch Bertran sie mit einigen Strophen, 
(No. i). Er preist dcis Land Limousin glûcUlich ob der Ehre, die 
demselben bevorsteht, indem alle liebenswûrdigen Eigenschaften und 
Tugenden demnâchst daselbst in Gestalt der Frau Guiscarda ihren 
Einzug halten werden (i — 5). Da gilt es denn auch fûr die 
Mânner, alle diejenigen Vorzûge zu zeigen, durch welche man 
hoffen darf, die Gimst der Frauen zu erwerben. Ein echter Lieb- 
haber muss tûchtig, wacker, edel von Gesinnung sein; muss den 
Frauen gegenûber sich dienstfertig und demûthig, sonst aber hoch- 
herzig und freigebig zeigen; es muss in Bezug auf seine áussere 
Ercheinung gewáhlt sein; er muss nicht nur auf Hoffesten, sondem 
auch im Waffenspiel, und zwar dem friedlichen, dem Toumier, wie 
dem kriegerischen, dem Kampf, gleichmássig sich auszeichnen ; — nur 
wenn er alle diese Bedingungen erfûllt, darf er hoffen, das Herz 
der Damen zu erobem (6 — 11); jetzt aber ist Gelegenhpit gegeben, 
sich in allen diesen Punkten zu bewáhren, da Frau Giscarda im 
Anzuge begriffen ist (12 — 14). 

Durch diese einer fremden Dame erwiesene Artigkeit wurde 
Mathilde so erzûmt, dass sie den Dichter verabschiedete. Es 
scheint, als ob Bertran zuerst beschlossen hat, auch seinerseits in 
die Trennung zu willigen und sich dem aufgehenden Steme ganz 
zuzuwênden. Wenigstens dûrfte Lied 10 fiir diese Annahme 
sprechen. Er erldárt hier nâmlich, derjenige thue recht, welcher 
das Bessere fûr das Gute eintausche, und er selbst habe den Vor- 
satz, der Besseren so treu zu dienen und zu huldigen, dass sie 
ihn fûr den erlittenen Verlust entschádige und den Schmerz, in 
welchen die treulose Verrâtherin ihn versetzt, in siisse Hoffhung 
verwandle (i — 10). Die Limousiner, fahrt er dann fort, haben 
Anlass froh zu sein, denn unter ihnen weilt die Dame, die, so weit 
der Erdball reicht, nicht ihres Gleichen findet; alle Freude kommt 
nur von ihr und sie hat deren so viel, dass sie von dem Ueber- 
schuss einen Traurigen heiter zu stiiomen vermag (11 — 20). Sie 
ist so sehr das Ideal aller Vorziige und Tugenden, dass alle 
diejenigen, welche ihr ein Mal haben huldigen dûrfen, mit Sehn- 
sucht im Herzen von ihr scheiden (2 1 — 30). Sie hat versprochen, 
den als Liebhaber anzunehmen, welcher am meisten Tùchtigkeit 
besitzen wird. Daher wird Jedermann zu dem edlen Wettkampf 



19 

herbeieilen, denn auch der Beste kann dabeî gewînnen, wenn er 
sich als freigebig, ehrenhaft, dienstfertig und gewandt erweist 
(31 — 40). Das Lied soU daher Allc, Arme und Reiche, zum 
Wettstreit auffordern und der, welcher ihre Gunst erwerben wird, 
so hofft der Dichter, der wird auch sonder Zweifel den Lohn der 
Liebe davontragen (41 — 48). Das Gedicht ist an Boso von 
Turenne, den jûngem Bruder des regierenden Grafen Raimund, 
geríchtet und Bertran fordcrt ihn auf, ebenfalls bestrebt zu sein, 
den ausgesetzten Preis zu erringen (49 — 52). 

Aber, sei es nun, dass in dem Wettkampf ein Andrer unserem 
Bertran den Rang ablief, sei es, dass er allmâhlich der Vorzûge 
des „Guten" gegenûber denen des vermcintlich „Besseren" doch 
wieder bewusst wurde, genug, er machte den Versuch, sich mit 
Maenz wieder auszusôhnen und richtete eins der orìginellsten Ent- 
schuldigungslieder an seine Dame, die je geschríeben worden sind 
(No. 15). Er betheuert seiner Herrin, dass er nie eine Andre als 
sie geliebt und dass die gegen ihn vorgebrachten Beschuldigungen 
niedertrâchtige Verleumdungen seien (i — 6). Er wûnscht die 
denlcbar unangenehmsten Widerwârtigkeiten auf sich herab, falls 
seine Versicherungen auch nur einen Deut von der Wahrheit ab- 
wichen: Wûrgefalken môgen seinen Jagdsperber vor seinen eignen 
Augen zerreissen (6 — 9), im trauten Umgang mit seiner Geliebten 
mòge die Mannestraft ihn vcrlassen (13 — 18), im Bretspiel môge 
er bestandig Unglùck haben und verlieren (19 — 22)^ Theilbesitzer 
will er in einem Schlosse mit drei Andern sein, mit denen er in 
Feindschaft lebt, so dass er fortwâhrend Bogenschûtzen , Aerzte, 
Schergen, Wachen, Thûrhûter nôthig habe (25 — 29), seine Liebste 
môge ihn fûr einen Andem aufgeben (31), der Wind môge ihm 
auf hoher See ausgehen (33) und am Kônigshofe soUen die 
Pfôrtner ihn schlagen (34), ja er wûnscht der erste zu sein, der im 
Kampfe die Flucht ergreift (35), endlich, wenn er einen práchtigen 
Entenhabicht bcsitzt, so soll er ihm gánzlich unbrauchbar gemacht 
werden (37 — 41), wenn die Hinterbringcr jener Nachrichten nicht 
schmâhlich gelogen haben. Sie môgc daher nicht zugeben, dass 
durch bôse Verlàumder Unfriede zwischen ihn und sie gebracht 
werde (3 — 6). 

Doch, so gut gemeint und drastisch auch dies Entschuldigungs- 
schreiben war, es vermochte nicht, den Zom der Mathilde zu be- 
sânftigen; sie grollte nach wie vor dem Sânger, den sie mit Recht 
oder mit Unrecht der Untreue zieh. Da beschloss denn Bertran 
als scharfer Menschenkenner ein Mittel anzuwenden, das seiner 
Meìnung nach einen unfchlbaren Erfolg haben musste, er beschloss 
an die Eitelkeit seiner Damc zu appellircn und verfasste zu diesem 
Zwecke das Lied 12, in welchem er einen áusserst gelungenen 
Einfall zu einer feinen Schmeichelci fûr die Maenz verarbeitete. 
Da nâmlich scin „Bels Senher" (61) ihn fortgeschickt hat, und zwar 
ganz ohne Gmnd (3), so ist er rathlos und, falls er nicht eine 
Dame íìndet, welche der Ersteren gleicht, so will er hinfort ganz 

2* 



20 

der Liebe entsagen (i — lo). Da nun aber lceine seiner frûheren 
Herrin an Schônheit, Anmuth und liebreizendem Wesen gleich- 
kommt, so will er die Verlorene dadurch ersetzen, dass er bei den 
gefeiertsten Damen seiner Zeit Hilfe sucht und zwar so, dass er 
Jeder derselben denjenigen Vorzug entlehnt, durch welchen sie 
sich gerade besonders auszeichnet (ii — 20). So nimmt cr die 
frische Farbe und den verliebten Blick von der schônen Cimbeline 
(21 — 23); Frau Elise soll ihm ihre witzigc Unterhaltungsgabe ûber- 
lassen (28 — 30); die Vizgráfin von Chalais muss ihren Hals und 
ihre zarten Hânde (31 — 33); Frau Agnes von Rochecouard ihr 
vielgepriesenes Haar beisteuem (34 — 40); der Frau Audiart ent- 
lehnt er ihr artiges Wesen (41 — 46), seiner „Besser als gut", d. h. 
also wohl Frau Guiscarda, ihren schlanken, jungen Leib (47 — 50) ; 
wenn er nun noch die herrlichen Záhne der Frau Faidida und 
ihre Geschicklichkeit im Antworten (51 — 55), endlich das heitere 
Wesen seiner „Bel Miralh" hinzufùgt (55 — 60), so glaubt er ein 
wahres Muster von Schônheit hergestellt zu haben. Aber achl 
kaum ist dies ideale Weib vollendet, so erkennt dcr Dichter doch 
sofort, dass er sich nach dieser bei Weitem nicht so sehnt, wie 
nach seiner zùmenden Geliebten (61 — 63), ja er ist von Lctzterer 
so eingenommen, dass es ihm mehr Genuss bereitet, nach seiner 
Dame zu schmachten, als die Andre in seinen Armen zu halten 
(67, 68). Mit Recht fragt er sich, warum er trotz dieser so warmen, 
hingebenden Liebe verschmáht werde (69, 70). , 

Diesen originellen Gedanken Bertrans nutzte ein spáterer 
Dichter, Elias de Baijols, zu einem áhnlichen Zwecke aus. Da nâm- 
lich, wie dieser erklârt, es keinen Ritter giebt, der wûrdig wáre, 
der Geliebte sciner Dame zu werden, so wird er ihr aus den 
vorzûglichsten Herren einen construiren, der sich mit ihr messen 
kônne: 

farai fittn tot nou qiier bos, 

e penrai de las faissos 

de quada un de las melhors qiíauran, 

tro vos ajatz cavalier ben estan; 
worauf er genau so wie unser Dichter verfáhrt El. de Barj. 5, 13 sq. 
Aber, was Bertran so sicher envartct hattc, trat nicht ein, 
Frau Mathilde liess sich weder durch Schwûrc noch durch Compli- 
mente enveichen. Da that Bertran, wie uns in der „razon" zu 38 
crzáhlt wird, einen Schritt, welcher ein characteristisches Licht auf 
die Sitten und Anschauungen jcner Zeit wirft. Er begab sich nach 
Sentonge zu Frau Tibors, der Gattin des Herm von Chalais, 
Berbesil und Montausier, klagtc ùber das ihm von Maenz wider- 
fahrene Unrecht und bat, dass sie ihn nun als ihren Ritter an- 
nehmen môchte. Frau Tibors abcr antwc}rtete folgender Massen: 
„Herr Bertran, Eure Worte haben mir eincrseits Freude andrerseits 
Schmerz bereitet; Freudc, weil Ihr zu mir gekommen seid und 
Euch mir als Ritter angeboten habt; Schmerz, wenn ich fûrchten 
mùsste, dass Ihr dcr Frau Maenz Anlass zu ihrer nandlungsweise 



21 

gegeben habt Ich werde daher die Wahrheit zu erforschen wìssen, 
und werde, falls es sich verhàlt, wie Ihr sagt, versuchen, Euch in 
ihre Gunst zurûckzufûhren; stellt es sich aber heraus, dass Euer 
die Schuld ist, so werde weder ich, noch irgend eine andre Dame 
Euch als Ritter annehmen." Bertran war ûber diesen Bescheid 
hocherfreut und gelobte, falls er Mathildens Liebe nicht wîeder- 
erlangen sollte, nie einer andem Dame dienen zu wollen als Frau 
Tibors, wohingegen diese versprach, dass, wenn ihr Vorhaben trotz 
Bertrans Schuldlosîgkeit scheitern sollte, sie ihn als ihren Cavalier 
annehmen wollte. Und Frau Tibors hielt getreulich Wort Sie 
ûberzeugte Frau Maenz von dem Missverstandniss , diese willigte 
ein, ihren Troubadour wieder zu empfangen und eine grosse Ver- 
sohnung fand Statt, bei welcher Mathilde jedoch verlangte, dass 
Bertran und Tibors die Versprechungen lòsten und aufhôben, welche 
sie sich gegenseitig gegeben. 

So romantisch und abenteuerlich diese Episode auch klingt, 
so steht dieselbe in der provenzalischen Litteraturgeschichte doch 
nicht vereinzelt da. Wie uns námlich Diez, Leben und Werke der 
Troubadours, pag. 256 erzáhlt, suchte auch Pons von Capdolh in 
gleicher Weise Hûlfe gegen seinc erzûmte Geliebte Adalasia von 
Mercoeur; nur waren es hier dreî edle Damen, die ihre Hûlfe, 
jedoch ebenso bereitwillig, liehen und zwar mit demselben gûnstigen 
Erfolge. 

So war denn des Dichters lang ersehnter Wim8ch endlich er- 
fûUt, und in dem Liedc 38 giebt er seiner Freude hierûber Aus- 
druck. Wenn er anderswo Hûlfe gesucht hat, erklârt er, so ist dies 
eigentUch nicht im Emste geschehen; vielmehr ist er und sein 
Sang zur eigentlichen Herrin wieder zuriickgekehrt (12 — 15). Er 
hat Abschied genommen von dem Orte, wo er so freundliche Auf- 
nahme gefunden (16 — 18), und wirklich, sagt er, verdient der 
doppeltes Lob, welcher Vertriebene aufhimmt und eine Versôhnung 
zu Stande bringt (19 — 22), Dennoch war wohl nicht Alles so wie der 
Dichter es gehofft oder gewûnscht hatte. Zwar versichert er auch 
im ersten Geleit, dass ihm eine so grosse Freude zu Theil gewor- 
den, wie wenn er ein Kônig wáre (89 — 92), aber es scheint trotz- 
dem, als habe Bertran von seiner Geliebten eine weiter gehende 
Gunstbezeugung envartet, als diese ihm wirklich erwiesen; denn er 
klagt in der ersten Strophe ùber die Zaghaftigkeit seiner Dame 
und erklârt, wenn der junge Lenz, der Sang der Nachtigall und 
die Liebe selbst ihr nicht den Muth erhôhe, er wohl kaum ziun 
Liebesgenusse gelangen werde (i — 11). 

Damit schliesst fùr uns dies Liebesabenteuer unseres Dichters, 
denn wir wissen nicht, ob und in welcher Weise dasselbe weiter 
fortgesponnen wurde. 

Wir kommen nunmehr zu ciner andem sehr friedlichen und 
lieblichen, aber fûr Bertran sehr bedeutungsvoUen Episode seines 
Lebens, nâmlich zu seiner nâheren Bekanntschaft mit Mathilde, der 
Tochter des englischen Kônigs Heinrìch U., der Gemahlln Hein- 



22 

richs des Lôwen, Herzogs von Sachsen. Ich habe oben die Grûnde 
auseinandergesetzt , aus welchen ich es fûr unmôglich halte, dass 
das nun zu besprechende Verháltniss von Dichter und Prinzessin 
vor der Verheirathung derselben vor sich gegangen sei ; andrerseits 
sprechen die Lebensnachrichten und die Lieder Bertrans ûberein- 
stimmend dafûr, dass dasselbe in der That Statt gefunden hat, 
und zwar in folgender Weise: Bekanntlich gerieth Heinrich der 
Lowe mit dem Kaiser Barbarossa in Streit, empôrte sich gegen 
diesen und wurde in Folge dessen auf mehreren Reichstagen fast 
seiner sámmtlichen Lehen fùr verlustig erklàrt und zu dreijàhriger 
Verbannung aus Deutschland verurtheilt. Wie dies ganz naturlich 
war, beschloss er, sich zu seinem Schwiegervater zu begeben, und 
so kam er gegen Ende des Sommers 1182 wirklich mit sciner 
Gattîn, einer Tochter und zwei Sôhnen, Heinrich und Otto , dem 
nachmaligen Kaiser Otto IV., in der Normandie an. Der Kônig 
empfing ihn áusserst liebcvoll in Rouen, gab den deutschen Edel- 
leuten, welche den verbannten Herzog freiwillig begleitet hatten, 
reiche Geschenke und gewáhrte seinem Schwiegersohne die Mittel 
eines fùrstlichen Haushaltes. Dieser selbst begab sich zwar bald 
nach seiner Ankunft auf eine Pilgcrfahrt nach San Jago di Com- 
postella, abcr, nachdem er im Spâtherbst von dort zurûckgekehrt 
war, nahm er mit seiner Familie seinen Wohnsitz in der Normandie, 
und zwar bis zum 2. Juni 1184, wo die Herzogin mit ihrem Vater 
nach England ging, wohin Heinrich der Lôwe spáter folgte (Lyt- 
telton ni, 349 sq.). Es versteht sich von selbst, dass alle Glieder 
der englischen Kônigsfamilie ihre ganze Kraft aufboten, um der 
unglùcklichen Fûrstin ihr Loos zu erleichtem und ilir den ge- 
zwungenen Aufcnthalt so angcnehm wie mòglich zu machen. In 
diesem Sinne war namentlich der fast gleichaltrige Richard, der 
àlteste von ihren unverheirathetcn Brûdem, eifrig um sie bemûht, 
und, da er annehmen durfte, dass die Erinnerung an die schônen 
Laute der provenzalischen Sprache, w^elche gewiss zugleich mit der 
englischen ihrc Muttersprachc war, und welche ihr die in den 
schônen Thálem Sûdfrankreichs verlebten Tage der Jugend ins 
Gedachtniss zurûckrufen mussten, den Schmerz ûber die rauhe 
Gegenwart beschwichtigcn mochten, so fûhrte er seinen Freund 
Bertran de Born zu ihr und bestimmte sie, ihn als ihren Ritter 
anzunehmen, so dass er nnn das Recht, gewissermassen die Pfìicht 
hatte, ihr durch ihre Lieder seine Huldigung darzubringen (cf. die 
„razon" zu 19). Um nun einen directen Beweis dafùr beizubringen, 
dass die in Rede stehende Episode wirklich 1182 und in der 
darauf folgenden Zeit Statt fand, so nennt der Dichtcr in einem 
hierher gehôrigen Gedichte (9, 36) die Fûrstin eine „Sâchsin", was 
keinen Sinn gehabt hátte, wenn sie unverheirathet gewesen wâre, 
was aber auf die Gattin des Herzogs von Sachsen vortrefflich passt 
Aus dieser Bemfiing Bertrans glaube ich zwei Schlussfolgemngen 
ziehen zu dùrfen, ein Mal niimlich, dass derselbe sich bereits als 
Dichter bemerkbar gemacht hatte, hochst wahrscheinlich durch einige 



23 

der bereîts besprochenen Lieder zu Ehren von Frau Maenz, sodann 
aber finde ich hierin eine neue Widerlegung der von Laurens be- 
haupteten FeindseligUeit zwischen Bertran und Richard um diese 
Zeit Denn es ist kaum anzunehmen, dass, wenn dìeselben wirk- 
lich einen so erbitterten Krieg gefûhrt hâtten, der nicht ein Mal 
mit einem Síege Richards geendet haben wûrde, gleich darauf 
wieder eine so enge Freundschaft hàtte entstehen kônnen und dass 
Richard seinen frùheren Feind zu dem intimsten Umgange mit 
seiner so besonders rucksichtsvoll behandelten unglûcklichen Schwester 
hâtte heranziehen sollen. Dass aber die Freundschaft zwischen 
I^rtran imd Richard damals durchaus herzlich war, wird von dem 
Dichter in einem der hierhergehôrigen Gedichte (19, 7 und 8) be- 
sonders hervorgehoben. 

Auch die vorhin erwàhnte Lebensnachricht (zu 19) nennt die 
Prinzessin, wie Laurens, Helene. Sie ist aber zu dieser Angabe wohl 
auch durch zwei missverstandene Steilen der dieser Dame dargebrach- 
ten Lîeder gekommen. Zunâchst spricht er nâmlich 9, 9, von „einer 
heitem, gawandten Helena", was aber offenbar bildlich gemeint ist, 
in Erinnerung an die schône Trojanerin. Sodann nennt er sie ìn 
einem spâtem Gedichte 19, 7 zwar direct „na Lana", doch scheint 
dies nur eine Reminiscenz an die zuerst gewâhlte Bezeichnung zu 
sein, da die Dame in der That Mathilde hiess. £s scheint ûber- 
dies, als ob in einem der Gedichte selbst eine Andeutung ihres 
richtigen Namens vorkomme, nâmlich in dem Geleit von No. 9 : 

de iotas es na Majer soheirana 
de quant mars e terra clauy 
worin vielleicht der Versteckname „Majer** nicht ohne Rûcksicht auf 
den âhnlich klingenden „Maenz" gewâhlt worden ist 

Mathilde zâhlte damals 25 Jahre, war also noch in eînem 
Alter, welches eine selbst ernst gemeinte Huldigung wohl recht- 
fertigen konnte, und es ist daher nicht zu venvundem, dass der 
£indruck, den die hohe Frau auf das empfangliche Gemûth Bertrans 
machte, tief genug war, um ihn zu zweî seiner schônsten Lieder zu 
begeistem. Im ersten, 9, klagt er ûber die Pein, die ihm dadurch 
verursacht werde, dass eine heitere Helena ihn in Fessehi ge- 
schlagen, aus denen er nicht wieder erlôst werden kônne (i — 12); 
so liebenswûrdig sei sie, dass er sterben werde, falls sie ihn nicht 
mit einem Kusse beschenke (13 — 15); dieser Wunsch sei aber zu 
kûhn, denn die Geliebte ûbertreífe bei Weitem die drei durch ihre 
Schônheit beriihmten Schwestem von Torena (16 — 24). Da ihre 
geistigen Vorzùge ebenso vollkommen seien, wie die kôrperlichen 
(37 — 48), so erkenne er, dass die Liebe zu dieser Schônsten auf 
der Welt hoffhungslos sei ; denn, betrachte er ihre Zûge, so erkenne 
er, dass sie unmôglich je die Seine werden wiirde; denn wâhlen 
kônne sie, wenn sie wolle, unter den edelsten und mâchtigsten 
Baronen, da sie ja der Inbegriff aller Tugenden sei (43 — 60). 

Dass dieses Lied wirklich zur Zeit seines Aufenthaltes in der 
Normandie gedichtet wurde, geht deutlich aus folgenden Stellen 



24 

desselben hervor. Zunâchst aus dem Geleit, wo der Dichter selbst 
seiner Herrin betheuert: 

Domnay sat en Normandia 

sui per vos la nueit el dia 

apensos, 
Aber wir haben eînen noch zwingenderen Beweis fur unsere 
Behauptung. Wie nâmlich Benedict von Peterborough (Bouquet XVII, 
451) erzâhlt, hatte die Herzogin ihren Wohnsitz zunâchst in Argen- 
ton genonmien und áuch hierauf spielt der Dichter v. 31 an. £r 
erklârt nâmlich in Strophe drei, dass ein Hof, an welchem man 
nicht scherzt und nicht lacht und nicht freigebig ist, eigentlich kein 
Hof, sondem nur eine Versammlung von Baronen sei, und so 
wûrde auch ihn, fûgt er hinzu, die Langweiligkeit und der Mangel 
an Feinheit, denen er inArgenton begegnet sei, imigebracht 
haben, wenii die Schônheit und die Liebenswûrdigkeit der Fùrstin 
ihn nicht daran verhindert hátten (25 — 36). 

Noch ein zweites Lied, No. 19, ist bei Gelegenheit dieses 
Besuches in der Normandie entstanden, aber, wie ich meine, etwas 
spâter, als das eben besprochene ; denn der Dichter spricht bereits 
von seiner bevorstehenden Rûckkehr nach Limousin, um die dor- 
tigen Schônen zu begrûssen (9, 10), fûgt aber gleich hinzu, dîe 
von ihm frûher gefeierten Damen mûssten sich nunmehr nach einem 
andern Verehrer umsehen (11, 12), denn die Liebe, die ihn jetzt 
zu der Lieblichsten der Welt beseele, mache ihn gegen alle andem 
kalt (13 — 16). Ja er sieht voraus, dass, sobald er erst wieder zu 
Hause sein wird, er der Sehnsucht nach ihr nicht widerstehen 
kônnen, sondern dass er freiwillig seine Heimath verlassen und 
sich ùber Anjou hinaus d. h. wieder in die Normandie zuriick- 
begeben werde (19, 20); denn in Folge der freundlichen und 
zuvorkommenden Aufnahme, die sie ihm bereitet, habe die Liebe 
fâr immer Besitz von seinem Herzen ergrifTen (25, 26). Dies er- 
klârt sich nur allzugut aus den Vorzûgen der Dame: sie ist jung, 
edel, echt, vollendet uiid obenein von kôniglichem Geblût (17, 18), 
ja sie ist so sehr ûber alle andem erhaben, dass sogar die rômische 
Kaiserkrone durch sie geziert werden wûrde, falls sie dieselbe auf- 
setzte (21 — 24). Mit £ntzûcken erínnert er sich an die Stunden, 
die er in ìhrer Nâhe zugebracht: sie hatte ihn neben sich auf 
einem prachtigen Teppich sitzen lassen und sich huldvoll mit ihm 
unterhalten (27 — 30). Als er ihre gewandte Conversation , ihre 
reizende Liebenswûrdigkeit genossen, als er ihre weissen Zâhne, 
ihren schlanken, zarten Kôrper, ihre rosigc, frísdie Gesichtsfarbe 
erblìckt, da hatte er seìn Herz fûr immer verloren (33 — 38). 

Die provenzalische Lebensnachrícht erzâhlt uns, dass dieses 
Lied einem besonderen Umstande seine Entstehung verdaiikt 
Wàhrend der Winterzeit hatte nâmlich Richard mit seinem Freimde 
einen lângeren Ausflug „en una ost", d. h. also wahrscheinlich eine 
Truppeninspection untemommen. In dcm Lager, heisst es, herrschte 
grosser Mangel an Lebensmitteln, und so kam es denn eines Sonn- 



25 

tags, dâss der Mittag schon vorûbcr ^ar, ohne dass sie etwas ge- 
gessen und getrunken hatten. Daher empfand Bertran eine sehr 
erklârliche Sehnsucht nach einer guten Herberge, dio reichlich mit 
Fleisch und Wein und Brot versehen und von einem hellen Feuer 
diirchwâimt wáre (i — 4). Aber, statt sich vom Unmuth bezwingen 
zu lassen, zauberte er das holde Bild der Prinzessin vor seine 
Seele und dichtete das eben besprochene zarte Lied. Dies Gedicht 
ist daher im Winter 1182 entstanden und zwar vor Weihnachten, 
denn, wie Benedict von Peterborough (Bouquet XVII, 451) erzáhlt, 
feierte der Kônig das Weihnachtsfest in diesem Jahre in der Nor- 
mandie in Caen zusammen mit scinen drei âltesten Sôhnen, sowie 
dem Herzog von Sachsen und dessen Gemahlin, wáhrend er gleich 
nach dem Fest mit seinen Sôhnen nach Anjou reiste, von wo 
Richard der entstandenen Streitigkeiten wegen nicht wieder nach 
der Normandie zuruckkehrte. 

Aber diese fríedliche Zustand sollte nicht lange dauem; das 
Jahr 1 1 83 , das ereignissreichste und folgenschwcrste in Bertrans 
Leben rûckte heran und dûstere Wolken thûrmten sich am poli- 
tischen Himmel des Landes auf. 

Ich schicke zunâchst wieder eine kurze Schilderung der Ur- 
sachen dieser verhângnissvoUen Wirren voraus und folge dabei 
wieder, wie friiher, dcm Buche des Lord Lyttelton (UI, 369 sq.), 
dessen Bericht seinerscits vomehmlich auf Benedict von Pcterborough 
und Hoveden bemht 

Gegen Ende des Jahres 11 82 forderte der junge Heinrich von 
seinem Vater seine sofortige Belehnung mit der Normandie oder 
einem andem Besitzthum dieser Art, um mìt seiner Gattin standes- 
gemâss leben zu kônnen. Der Kônig glaubte hierauf nicht cin- 
gehen zu soUen, erbot sich aber, ihm eine stattliche Revenue aus- 
zusetzen, ihm einen Hofstaat einzuríchten und, damit er auch 
âusserlich als „Kònig" gekcnnzeichnet wùrde, versprach er ihm, 
dass seine beiden Brûder Richard und Gottíried ihm, als dem 
kûnftigen Herrscher, huldigen sollten. Da Heinrich sich mit diesen 
Bedingungen einvcrstanden erklárte, so wurde zu Anfang des Jahres 
II 83 ein Tag festgesctzt, an welchem die Ceremonic Statt findcn 
sollte. Beide Brûder erschienen; Gottfried lcistete ohne Bedenkcn 
den geforderten Eid, wáhrend Richard sich dessen weigerte und 
zwar mit Berufung auf den Vertrag von Montmirail 1 1 69 (s. o.), 
nach welchem ihm dic Lehnsherrschaft ùber Aquitanien zugesprochen 
war, so dass er ein directer Vasall Frankreichs zu sein behauptete. 
Vielleicht hátte dieser Schritt nicht so trûbe Folgen gehabt, wcnn 
die beiden Brûder nîcht vorhcr schon wegen des Schlosses Clairvaux 
in Streit begriffen gcwesen wâren, welches Richard gegen Heinrichs 
Willen auf einem Gcbiete errichtet und befestigt hatte, welchcs 
nach dem Tode dcs alten Heiurich dem kûnftigen Kônige, nicht 
aber Richard zufallen musste. Bei der also schon herrschenden 
Spannung gerieth der jungc Heinrich íiber die Weigerung seines 
Bruders in den heftigsten Zom. Dazu kam, dass die aquitanischen 



26 

Barone» welche der gewaltthâtígen Herrschaít Richards lângst ûber- 
drûssig waren, diesen Zwist in ihrem Interesse auszubeuten be- 
schlossen und Boten zu dem jungen Heinrich sandten» welche sich 
ûber Richard bitter beschwerten; sie erklârten, sie wûrden diesem 
fortan nicht mehr gehorchen und boten dem âltesten Sohne die 
Herrschaft ûber Aquitanien an. Alle diese Umstânde regten den 
nicht eben characterfesten Prínzen so auf, dass er das Anerbieten 
der Barone, ohne seînen Vater zu fragen, annahm und sich mit 
Gottfríed verband, um Richard aus seinem Besitz zu vertreiben. 
Ja er war jetzt so erbittert, dass, als Richard bald darauf ihm die 
fruher venveigerte Huldigung anbot, er dies Anerbieten zuruckwies 
und beschloss, dfe Waífen entscheiden zu lassen. 

So trat denn auch an Bertran de Bom d'e Nothwendigkeit 
heran, sich fûr einen der beiden feindlichen Prinzen zu entscheiden, 
denn, dass er bei seinem Thatendurst etwa miissiger Zuschauer 
eines solchen Kampfes bleiben wûrde, war bei ihm von vomherein 
nicht vorauszusetzen. Auch schwankte er keinen Augenblick, sich 
mit der Majorítat seiner Landsleute dem Aufstande anzuschliessen, 
da er ja besser als jeder Andre aus Erfahmng wusste, dass R!chard 
ein zwar fûr edle Regungen keineswegs unzugânglicher, aber trotz- 
dem heftíger und rûcksichtsloser , Heinrích dagegen ein milder, 
freundlîcher und namentlich weicher, fremdem Einflusse nach- 
gebender Character war, sodass ihm eigne Neigung und das In- 
teresse des Vpterlandes die Wahl leicht machte. Aber nicht nur 
mit dem Schwert, auch mit der Leier unterstutzte er die von ihm 
gewâhlte Sache. In dem zu Anfang des Jahres 1183 verfassten 
Gedichte 33 zahlt er stolz die Barone seiner engeren Heimath 
Pérígord auf, welche sich dem Aufstande angeschlossen (i — 16). 
Aber er hofft noch auf weiteren Beistand, nicht nur von Sûden, 
aus der Gascogne (17 — 20), sondera auch von Norden, namentlich 
aus Poitou werden die Bundesgenossen herbeieilen (25 — 32). So 
scheint denn die Sache vortreíflich zu stehen, und siegesgewiss 
fordert er Richard, dem er Tapferkeit nicht absprechen will, direct 
auf, mit seinem Heere zu kommen und sich mit ihnen zu messen 
(21 — 24). Um sodann den jungen Kônig noch mehr anzureizen, 
erinncrt ihn der Dichter daran, wie Richard widerrechtlich zu 
Clairvaux ein festes Schloss erríchtet habe (^^ — 36) und im ersten 
Geleite spricht er sogar ziemlich deutlich den Wunsch aus, dass 
auch PhiHpp von Frankreich sich auf ihre Seite schlagen môge 
(41 u. 42). Dìeser Wunsch schien nicht ungebûrlich zu sein, da 
am 18. September 11 80 Ludwig VII gestorben, und sein Sohn 
Philipp II. August, der Schwager des jungen Heînrích, ihm ge- 
folgt war. 

Nach der Lebensnachrícht wáre ein Gmnd des Kríeges auch 
der gewesen, dass Richard seinem Bmder die Einkûnfte von den 
KarAen d. h. das Strassengeld, welches sein Vater ihm ûberlassen, 
entzog, indem er in seinem Lande die Kârmer nicht einmal mhig 
in ihren Quartieren wohnen liess. £s muss aber hôchst sonderbar 



27 

erscheinen, dass der Kônig dem einen Sohne gewisse Eirîcûnftc 
eines Herzogthums ûbertragen haben sollte, das einem andern 
Sohne als Lehn angehôrte. Dicse ganze Notiz ist aber ofFenbar 
hei vorgegangen aus Missverstandniss fplgender Verse des Ge- 
dichts selbst: 

Saint-EstierSj mout aveiz grand honor^ 

ei eu meieisy qui conoisser lam voU 

et a sohrier Engolesmes major 

d*en charretier que guerpis la charretaj 

non a deniers ni no^n pren ses paor (lO — 14). 
Aber schon, wenn man diese Stelle wôrtlich nimmt, so ist 
jener Sinn schwer herauszudeuten ; aber, wie der Vergleich zeigt, 
haben wir es hier mit einem Bilde zu thun. Der Dichter sagt, der 
Herr von Saint-Astier, er selbst und der Herr von Angouleme, die 
ihr Blut fûr ihre Sache einsetzten, haben mehr Ehre als ein Fuhr- 
mann, der seînen Wagen im Stich lasse und daher Mangel leide. 
Es scheint hierin gegen den jungen Hcinrich der Vonvurf ausge- 
sprochen werden zu soUen, dass dieser zuerst grossartig von seinem 
Vater ein eignes Herzogthum gefordert, dann aber sich mit der 
hohlen Formalitát einer Huld^'gung, d.h. scheinbaren Gleichstellung 
mìt dem Kònige habe abspeisen lassen, also seinen Wagen, sein 
rechtmâssiges Besitzthum, im Stich gelassen habe. Diese Ver- 
muthung gewinnt bedeutend an Wahrscheinlichkeit durch die un- 
mittelbar folgenden Worte: 

per qtiah honpr preiz mais pauca terreia 
qtiun gran empier iener a desonor, 
welche offenbar eine directe Anspielung auf die áusserlich zwar 
glânzende, im Grunde aber wenig ehrenvolle Mitregentschaft Hein- 
ríchs mit seinem Vater enthalten. 

Dcr Bruderkrieg entbrannte mit unerhòrter Heftigfceit. * Hein- 
rich nahm eine Schaar Brabanter in seinen Sold und diese fiel in 
Gemeinschaft mit der bretagnischen Miliz in Poitou und Aquitanien 
ein. Aber Richard verzagte Dfcht, er hiess nicht umsonst der 
lôwenherzige und wehrte sich ^mit allen Kráften gegen die von 
allen Seiten ansturmenden Feinde. 

Dieser Krieg wurde auch fûr Bertran die Veranlassung zu 
einem neuen Familienzwist Der Sachverhalt ist nicht ganz klar, 
da die Lebensnachrichten von einander abweichen; zu 20 heisst es 
nâmlich: Quant en Bertrans fon ah toia la soa gen dinz lo castel 
d'Auia/ort, sil (nâmlich seinem Bruder) /eiz /alhimen e nolh ietic 
sagramen ni conven e iolc lo casiel a gran /ellonia a son /rairen 
Etwas anders wird zu 44 berichtet; dort heisst es von Constantin: 
E sil (nâmlich dem Bertran) tolc una veiz lo castel d*Auta/ort, 
qiiera d'cmdos comunalmen ; ^n Bertrans sil recohret e sil casset de 
tot lo poder. 

Der letztere der beiden Berichte wird durch die Worte des 
Dichters selbst bestâtigt, denn er sagt (44, 3 — 7), er werde seinen 
Verwandten, das was ihnen zukomme, reìçhlich geben (das Ei und 



28 

das Dotter), wenn aber eîner derselben sein, des Dichters, Eigen- 
thum verlange, so werfe er ihn aus dem gemeinsamen Besitz. 

Wie dem auch sei, Thatsache ist, dass Constantin zum zweiten 
Male der Gewalt weichen und dem angeerbten Schlosse den 
Rûcken zuwenden musste. Wir werden nicht fehlgreifen, wenn wir 
annehmen, dass dies Mal politische Meinungsverschiedenheiten den 
Grund der Zwietracht bildeten. Bertran hatte sich mit Eifer und 
Begeisterung der Partei der Aufstandîschen angeschlossen. Con- 
stantin war, wie wir gesehen haben, ein vorsichtiger Mann, der die 
Ruhe liebte und kûhnen Plánen und Untemehmungen abgeneigt 
war. Es war daher sehr natûrlich, dass er den Wunsch hatte, in 
dem Kampfe der drei Prinzen lieber neutral zu bleiben, als durch 
eine Parteinahme gegen Richard das Familiengut in Gefahr zu 
bringen. Bei sô entgegenstehenden Meinungen war natûrlich ein 
friedliches Zusammenregieren von Autafort imdenkbar, ein Streit 
war unausbleiblich und, wer auch immer denselben begonnen 
haben mag, er endete mit dem Siege Bertrans. 

Die Vermuthung, dass wirklich die Frage der Parteiergreifung 
die beiden Schlossherm von Autafort in Zwist gebracht, wird wahr- 
scheinlicher gemacht durch die Thatsache, dass Constantin sich 
hûlfesuchend gerade an Richard wandte (zu 44), der im Kampfe 
mit den aufrûhreríschen Baronen begriffen war und der natûrlich 
die Pflicht und den Wunsch haben musste, die ihm treu gebliebenen 
Grossen zu schûtzen. Der Appell fand bei Richard gûnstiges 
Gehôr. Zwar befand er sich damals gerade in einer Fehdc mit 
Ademar V. von Limoges, aber die Nachricht, dass auch Bertran 
de Bom von ihm abgefallen war, von dem er nach der langen, 
vertrauten Freundschaft sich dieser Undankbarkeit nicht versehen 
hâtte, erzûmte ihn so, dass er beschloss, zunâchst diesen un» 
getreuen Freund zu zûchtigen. Er machte mit Ademar Frieden 
und, da auch dieser wohl von frûher her einen Groll gegen 
Bertran hegte, so schloss er sich dem Prinzen an. Beide fielen 
gemeinschaftlich in das Gebiet des trotzigen Troubadours ein und 
verbrannten und zerstôrten Alles rings heram im Lande, sodass 
Bertran von Autafort aus rings heram auf rauchende Tnimmer und 
zerstampfte Saatfelder blickte. 

Da schleuderte er ingrimmig ein Sirventes, 44, gegen sie los, 
in welchem er zugleich seinem bittem Unmuth ûber die Unthâtig- 
keit seiner Bundesgenossen Luft macht Er habe eine grosse Ge- 
fahr zu bestehen gehabt, die ihm Adcmar und Richard bereitet, 
jetzt aber háttcn diese selbst so viel Widerwártigkeiten , dass sie 
wohl genug daran haben wùrden (8 — 14). Dann klagt er, wie 
ûbel es ihm gehe: fortwáhrend mûssc er sîch schirmen und ver- 
theidigen, wáhrend man ihm sein Land zerstôre und verbrenne, und 
er von allen seinen Feinden, tapfem wie feigen, angegriffen werde 
{22 — 28), Dies sei um so unbegreiflicher, als er sich die erdenk- 
lichste Mûhe gebe, die Barone zur Thatkraft aufzurûtteln und sie 
zusammenzuschweissen; aber diese seien aus zu elendem Stoife, 



«9 

und der seîn ein Narr, der sich mit ihnen abgebe (29 — 35). Ein- 
zebie derselben nimmt er direct vor, so den Wilhelm von Gordon, 
dem er biidlich vorwirft, dass er nicht genûgend fûr die Verthei- 
digung seines Schlosses gesorgt und sich der Verbindung der 
Barone nicht angcschlosscn habe, so dass diese ihn fûr einen 
Sicherheitscommissarius und einen Maulaffen hielten (15 — 21). 
Talleyrand kommt noch schlechter weg; dieser rûhre sich nicht 
vom Platz und ûbe nicht das Waffenhandwerk, sondern lebe wie 
ein Kauímann, denn er sei so voll Trâgheit, dass er fortwâhrend 
sich strecke und gâhne (36 — 42). Bald aber werde das Blatt sich 
wenden, er, der Dichter, selbst werde auf seinem Schlachtross nach 
Périgord kommen und, wenn er dort einen Dickwanst aus Poitou 
treffe, so werde er die Schàrfe seines Schwertes fiihlen (43 — 49). 

Wie ich bereits oben erwâhnt, trug sich nach Laurens* Er- 
zâhlung das eben beríchtete Ereigniss im Jahre 1178 zu, nachdem 
Bertran durch den Kônig selbst wieder in den Besitz seines 
Schlosses gesetzt worden sei. Ich habe damals aber auf Grund 
der Chroniken nachgewiesen , dass weder die Wiedereinsetzung 
Bertrans Seitens des Kônigs, noch auch diese Belagerung Autaforts 
Seitens Richards und Ademars zu jener Zeít hat Statt fìnden kônnen. 

Wenn auch Bertran vorláufig mit dem blossen Schreck und 
der Brandschatzung seines Schlosses davonkam, so soUte er doch 
in kurzer Zeit gar trube Erfahrungen machen. Nachdem nâmlich 
der Kônig eine Zeit lang dem Kampfe seiner Sohne zugesehen, 
kam er, als es schien, dass Richard in die Enge getrieben werden 
wùrde, mit einem Heere von England herùber, um Richard in 
seinem Rechte zu schûtzcn. Der junge Heinrích fûgte sich ihm, 
bat um Verzeihung, erklárte sich bereit, von seinem Vorhaben ab- 
zustehen und ersuchte seinen Vater, das Schloss Clairvaux zurûck- 
zuerobem und es fûr sich zu behalten. Richard wagte nicht dem 
directen Befehle seines Vaters sich zu widersetzen und lieferte ihm 
die Burg aus. Nunmehr begab sich der Kônig mit seinen Sôhnen 
nach Angers und alle drei schwuren ihrem Vater stets treu und 
gehorsam zu sein und unter einander stets Frieden zu halten. 

Mit dieser Fahnenílucht Heinríchs war nun der ganzen Em- 
pôrung die Spitze abgebrochen, um so mehr, als ausserdem die 
Ankunft des Kònigs und seines Heeres grossen Schrecken ver- 
breitete. Daher erklârt es sich, dass die Mehrzahl der Verbûndeten, 
wie uns in der „razon" zu 21 erzáhlt wird, zu retten versuchte, 
was noch zu retten war und dem Richard Frieden anbot. 
Richard nahm dies Anerbiêten bereitwillig an, um nun mit voller 
Kraft ûber diejenigen herzufallen, die noch in dem Widerstandc 
verharrten. Dies Mal gehôrte auch Bertran zu den Letzteren, 
erstens wohl, weil er sich durch den geleisteten Eid gebunden 
glaubte, sodann abèr, weil er jetzt dem Richard wegen seines 
Raubzuges grûndlich zûrnte, vielleicht auch endlich, weil er meinte, 
diesem noch ein Mal hinter Autaforts starken Mauern trotzen 
zu kônnen. Aber jetzt schlug seine Hofftiung fehl, denn, wie 



30 

uns zu 21 berichtet wird, erschîen Richard wiedenim vor der 
Burg mit seinem Heere und schwor, dass er nicht eher weichen 
werde, als bis Bertran ihm die Veste ûbergeben und sich imter- 
worfen haben wûrde. Als der Belagerte von dièsem Schwur be- 
nachrìchtigt worden war und er sich ùberlegte, dass er auf Hùlfe 
von ausserhalb, also auf Ersatz, nidit zu rechnen habe, so beschloss 
er, die Sache nicht zum Aeussersten zu treiben, sondem ôffhete frei- 
wiUig die Thore der Burg und bat Richard um Verzeihung. Da trat 
beiLetzterem einejenerplôtzlichen Wandlungen ein, die bei Menschen 
von so lebhafter, ja leidenschaftlicher Gemûthsart nicht selten sind ; 
sei es, dass ihm die ganzc trotzig-stolze Handlungsweìse Bertrans, 
obwohl jetzt gegen ihn gerichtet, doch innerlich sympathisch war, 
sei es, dass er auch im Grunde ihm noch die alte Freundschaft 
im Herzen bewahrte, kurz, als er nun seinen Widersacher ge- 
demûthigt zu seinen Fûssen sah, da hob er, statt sich an ihm 
grausam zu râchen, ihn auf, umarmte ihn und verzieh ihm. 

Was nun weiter geschah, erfahren wir aus der eben zitírten 
„razon" nicht. Dies erhellt jcdoch aus einer Notiz der Chronifc des 
Gottfried von Vigeois, welche Diez pag. 2og anfûhrt, nach welcher 
Richard nach Einnahme der Burg den Constantin von Bom, wel- 
chen sein Brader Bertran von Bom durch Verrath vertrieben hatte, 
wieder einsetzte. 

Bei dieser Veranlassung nun verfasste Bertran wiederam ein 
Sirventes i 2 1 , welches unmittelbar nach dem Ereigniss selbst ent- 
stand und noch deutlich die Stinmiungen, die ihn damals bewegten, 
ausdruckt „Wenn ich auch Verlust gehabt habe", raft er aus, „so 
verzage ich doch nicht, sondem ich werde mich bemûhen^ Autafort 
wìeder zu bekommen, das ich dem Richard auf seinen Befehl habe 
ûbergeben mùssen (i — 8). Da er mir aber auf meine Bitte ver- 
ziehen und mich gekûsst hat, so brauche ich keinen Schaden zu 
befiirchten, was er auch frùher gesagt haben mag** (9 — 1 5). Nun 
zâhlt er alle seine eidbruchigen Bundesgenossen aus Limousin, 
Périgord, Gascogne, Guyenne und Toulouse auf (16 — 30), die 
dabei keineswegs glim'pflich wegkommen. In der Kirchc des 
heilìgen Martíal hatten sic zusammen mit Bertran das Bûndniss 
beschworen, aber Keiner habe ihm in der Noth geholfen (31 — 38). 
Ein Gewisser habe ihm sein Wort verpfandet, ohne ihn keinen 
Vertrag einzugehen, habe aber sein Wort gebrochen und sei dn- 
seitíg zu Kreuz gekrochen (39 — 45). Da dies nach der „razon" 
Adcmar von Limoges sein soll, so muss man annchmen, dass das 
Bûndniss, das dieser mit Richard gegen Bertran de Bom geschlossen, 
nicht ernst oder jedenfalls nicht dauemd gewesen ist, so dass dieser 
zunâchst wìeder zu Richards Feinden ûberging, dann aber, als die 
Sache verloren schien, sich ebenfalls zugleich mit den Andem 
unterworfen hat Vielleicht ist aber mit diesem zu Kreuz kriechen 
gerade der Abschluss jenes Bûndnisses zwischen Ademar und 
Richard gemeint 

Am Schlusse des Gedichtes wendet sich Bertran direct an 



31 

Rìchard. Wenn dieser freundlîch gegen ihn sein wolle, so werde 
er ihm dafûr kraftig und treu beistehen (46 — 51); daher môge 
Jener ihn gutig aufnehmen und ihm seinen Verlust ersetzen (52 — 60); 
er môge ihm Autafort zur Bewachung anvertrauen oder es ihm 
ganz geben (61 — 64); denn mit seinen Nachbaren kônne er nicht 
im Fricden leben (65 — 68); cr habe diescn Schritt bei Richard 
nicht eher thun wollen, als jetzt, wo er dem Adcmar von Limoges 
schutzlos gcgcnûber stehe (73 — 75). Es hat nach dieser Aeusserung 
den Anschein, als sei er damals mit dem Ademar noch in dirccter 
Fehde begriffen gewesen, was fûr die zweite der oben aufgesteUten 
Vermuthungen sprechen wurde. 

Aus den \Vorten v. 61 — 64 geht also hervor, dass Richard 
dem Bertran zwar verziehen, ihm aber das Schloss vor der Hand 
nicht zurûckgegeben hatte, und dies wird ja auch durch die vorhin 
angefûhrte Stelle aus Gottfrieds Chronifc durchaus bestâtigt Wenn 
man aber der „razon'' zu 21 Glaubcn schenken darf, so hâtte 
Richard auf Grund dìeses Gedichtes und zwar jener Strophe dem 
Dichter seine Bitte erfâllt. Thatsache ist, dass Bertran die Burg 
bald damuf wieder in Besitz hatte, vielleicht bekam er sie bei dem 
provisorischen Frieden wieder, der verabredet, wenngleich nicht 
ausgefûhrt wurde, nach welchem Alles auf den status quo ante 
zuruckgebracht werden soUte. 

So war Bertran zwar, wie man sagt, mit einem blauen Augc 
davon gekommen; aber er war darum nicht geneigt, das Unrecht 
zu vergessen, durch welchcs er seiner Meinung nach in jene 
schlinmie Lage gekommen war. Als einzigen Urheber des plôtz- 
lichen Umschwunges der Lage sah er aber den jungen Heinrich 
an, dem zu Liebe er zugleich mit allen andern Baronen die Waffen 
ergriífen und der sie Alle dann so schmâhlich im Stiche gclassen 
hatte. Kaum war er daher der persônlichen Gefahr entronnen, als 
er beschloss, den jungen Kônig die ganze Schàrfe seines Spottes 
fîihlen zu lassen. Zu diesem Zwecke verfasste er das Sirventes 13, 
welches eine scharfe Rûge gegen den ungetreuen Prinzen enthâlt 
Er verhiihnt îhn, dass er seine Forderung gegen Richard auf- 
gegeben, nur weil sein Vater es angeordnet (i — 5); da er nun 
nicht mehr ûber Land zu gebieten habe, so môge er Kônig der 
Memmen werden (7, 8) ; denn er selbst benehme sich wie eine 
Memme, da er als gekrônter Kônig von Renten und Lieferungen 
lebe (9 — 13); die Folge dieses seines Abfalles werdc sein, dass er 
in Poitou seine ganze Beliebtheit einbûssen werde (15, 16). Nicht 
durch Schlafen werde er als englischer Kônig Cumberland be- 
herrschen, Irland erobern, Anjou, Poîtou, die Normandie, die Gas- 
cogne behaupten .(17 — 24). Dem Richard giebt der Dichter sodann 
einen Rath: seines Bruders wegen brauche er seinen Unterthanen 
nicht zu schmeichen (25 — 27). Er thue dies aber auch nicht, viel- 
mehr setze er ihnen arg zu, nehme und zerstôre ûberall ihre 
Schlôsser (28 — 30). Heinrich aber môge hingehen und mit seinem 
Schwager Toumierfeste abhalten {31, 32). Im Geleit wird der 



32 

Wunsch ausgesprochen , dass der Graf Gottfrîed der âlteste sein 
môchte und dass Kônigreîch wie Herzogthum ihm bestimmt wâren 

(33 — 36). 

In der „razon", welche nur die auch in dem Gedichte selbst aus- 
gesprochenen Thatsachen berichtet, wird ausserdem noch erzâhlt, 
dass der junge Kônig nach der Lombardei gegangen sei, um zu 
toumieren und dass er sich amùsirt habe, wâhrend Richard die 
Barone zu Paaren getrieben. Auch diese Notiz, die von den zeit- 
genòssischen Chroniken nicht bestâtigt wird, scheint, wie schon 
mehrfach, aus einer falsch aufgefassten Stelle des Gedichtes selbst 
hervorgegangen zu sein, nâmlich aus v. 31 und ^2: 

el reis tornei lai ab cels de Garlanda 
e Vautre sos conhaiz, 

Wir haben hier aber einen Wunschsatz mit dem Conjunctiv 
„tornei", durch welchen der Dichter dem Prinzen einen spôttischen 
Rath ertheilt, gerade wie er kurz vorher v. 27 zu Richard ge- 
sprochen hatte. 

Aber, obwohl es schien, dass nunmehr der ganze Streit zu 
Ende und jede Schwierigkeit gehoben sei, so nahm die Sache, 
gerade als ob Bertrans Wunsch sich erfûUen sollte, bald eine 
âusserst bedrohliche Wendung an, wie uns der mehrfach erwáhnte 
Chronist Benedict (Bouquet XVII, 452 sq.) erzâhlt Da nâmlich in 
Angers die aquitanischen Barone nicht zugegen gewesen waren, so 
wurde eine Zusammenkunft in Mirebeau festgesetzt, wo áuch mit 
den Aufstándischen Frieden geschlossen werden soUte. Inzwischen 
war aber unter diesen eine Wandlung vorgegangen. Man weiss 
nicht, welchen Einflûssen nachgebend, hatten sie ihren Entschluss, 
sich zu untersverfen , geàndert und erschienen daher nicht in 
Mirebeau, sondem blieben unter den Wafïen. Der Kônig schickte 
Gottfried an sie, um sie zum Gehorsam zu ûberreden; dieser aber 
liess sich von ihnen gewinnen, ging zu ihnen ûber und fiel sogar 
an der Spitze einer Schaar Brabanter in seines Vaters Land ein. 
Nun wurde der junge Heinrich auf sdne dringende Bitte entsendet, 
um ihnen Frieden anzubieten unter der Bedingung, dass der Besitz- 
stand des vorigen Sommers wieder hergestellt wûrde. Dieser begab 
sich nach dem Schloss Limoges, ihrem Hauptquartier und, obwohl 
er keinen einheitlichen Beschluss der Barone erzielen konnte, so 
rief er doch in der Hoffnung, dass die Schwierigkeiten bei einer 
persônlichen Zusammenkunft sich heben wûrden, seinen Vater 
dorthin. Als dieser aber mit Richard und wenigen Begleitem dort 
erschien, wurde er von der Mauer aus mit Pfeilschûssen empfangen, 
so dass Alle eiligst zu dem in der Nàhe befindlichen Heere fliehen 
mussten. Nunmehr zog der Kômg an der Spitze seiner Truppen 
heran; zwar wurde er ohne Widerstand in die Stadt eingelassen, 
aber von der Burg aus, wohin sich die frondirenden Barone 
zurûckgezogen hatten, wurde wieder, und zwar in Gegenwart seiner 
S(")hnc auf ihn geschossen, wobei er nur durch eînen Zufall vor 
einer schweren Venvundung bewahrt blieb. Heinrich und Gottíried 



55 

waren zwar ûber diese That unzufríeden, bestraften sie aber nicht 
und brachen auch nicht ihren Verkehr mit den Âufstândischen ab. 
Jener hoíïte immer noch, den Frieden herstellen zu kônnen, und 
erklârte seinem Vater, er werde die Barone verlassen, falls sie sich 
nun nìcht unterwùrfen. Der Kônig liess Jenen durch ihn dieselben 
Bedingungen anbieten, die er ihnen zuerst gestellt hatte, aber diese 
wurden abgelehnt Der junge Heinrich musste unverrichteter Sache 
zurûckkehren und versprach nun, ganz im Dienst des Vaters bleiben 
zu wollen. Die letzte £rklârung nennt Benedict jedoch einen 
Betrug, da er sich factisch von den Aufstandischen habe gewinnen 
lassen und da er diesen Schrítt nur gethan habe, damit unterdessen 
Gottfríed ungestôrter mit seinen Brabantern die Raubzûge durch 
das Land untemehmen kônnte. Bald darauf habe er denn auch 
seinen Vater unter einem nichtigen Vorwande verlassen wollen, 
sei aber von diesem zurûckgerufen worden. Wie dem auch sei, 
jedenfalls erklârte der junge Prínz, als er sah, dass es ausser seiner 
Macht lag, den Frieden herzustellen oder, wie Benedict behauptet, 
sein verratherisches Vorhaben auszufûhren, seinem Vater, er woIle 
das Kreuz nehmen, ein Vorschlag, zu dem der alte Heinrích 
nur ungem und nach langer Zôgemng schliesslich seine £in- 
willigung ertheilte. Nunmehr emeuerte der junge Prínz seine Ver- 
mittelungsversuche, fûhrte selbst einige der Hàupter der Ver- 
schwômng aus der Burg zu seinem Vater und bat und erhielt 
Verzeihung fûr dieselben. Als der«Kônig jedoch Boten nach der 
Burg sandte, um die Geisseln zur Sichemng des Fríedens ent- 
gegenzunehmen, wurden sie zuruckgewiesen und beinahe getôdtet. 
Nun ging der junge Heinrích oíTen zu den Feinden ûber und blieb 
in der Burg. Aber immer noch gab er sein doppeltes Spiel nicht 
vôllig auf. Er ersuchte seinen Vater, ihm den Morítz von Creon 
und andre Barone zur Verhandlung zu senden, hatte aber seine 
eignen Leute so wenig in seiner Gewalt, dass, als die Gesandten 
in der Burg erschienen, wâhrend der Verhandlung und in seiner 
eigenen Gegenwart einige von dem Gefolge derselben getôdtet 
wurden. Gleich darauf erschien Gottfríed, der bisher mit seinen 
Sôldnerhorden das Land ausgeplûndert hatte, bei seinem Vater 
imd erklârte, er werde nunmehr in die Burg gehen, um Jene zum 
Fríeden zu bewegen. Man gewàhrte ihm einen Waífenstillstand, 
und er begab sich allerdings in das Castell, nicht aber, um Fríeden 
zu stiften, sondem, um den Reliquienschrein und Schatz des Klosters 
St Martial zu berauben, der nach der Burg geílûchtet worden war. 
Mit dieser Beute kehrte er in die Stadt zurûck, bat um Verlângemng 
des Waífenstìllstandes um einen Tag und, als ihm auch diese Bitte 
gewâhrt war, benutzte er denselben, lun zu seinem Heere zurûck- 
zukehren, wo er nun mit Hûlfe der gestohlenen goldenen und 
silbemen Gefasse seine Brabanter bezahlte. 

Unter solchen Umstânden konnte von einer Schonung der 
Schuldigen nicht mehr dic Rede sein. Lyttelton III, 379 sq. theilt 
einen Bríef mit, den Richard, Erzbischof von Canterbury, auf be- 



34 

sondern Befehl des Papstes an den jûngcrn Heinrich schrieb, in 
welchem er ihm sein schmáhliches Unrecht vorhielt und drohte, 
dass, wenn er und seine Anhánger in 15 Tagen nicht die Waften 
niederlegten , sie alle excommunicirt werden wûrden. Aber die 
Barone hatten den schwachen, gutmûthigen Prinzen bereits so um- 
gamt, dass er sich ihrem Einilusse nicht mehr zu entziehen ver- 
mochte. Er blieb bei den Aufstándischen, erlclárte aber, er kâmpfc 
nicht gegen seinen Vater, sondern gegen Richard, um die Barone 
von Poitou von dessen Tyrannei zu befreien. 

Nun wurde am Himmelfahrtstage 1183 die Excommunication 
gegen alle Rebellen geschleudert mit alleiniger Ausnahme jedoch 
des jungen Kònigs, den man also wohl als den Verfûhrten ansah. 

So begann dcnn der zweite Theil dieses grásslichen Dramas. 
Hatten wir im ersten Act die Briider unter einander sich blutig 
befehden gesehn, so musste man jetzt das trostlose Schauspiel er- 
leben, dass die Sôhne in frevelndem Sinne ihre Hand sogar gegen 
des eignen Vaters Haupt erhoben. 

Fragen wir uns nun, wie sich Bertran de Born diesen eben vor- 
gefûhrten Thatsachen gegenûber verhielt, so mûssen wir constatiren, 
dass er mit ganzer Seele und mit ganzen Kràften Partei in dem 
Streite ergriíFen hat; aber leider fìnden wir ihn nicht auf dcr Scite 
des Rechtes, sondem er war so sehr Parteimann und so von seiner 
Leidenschaft beherrscht, dass er kein Bedenken tmg, sich den Em- 
pôrem anzuschliessen , obwohl, wie wir gleich erkennen werden, er 
sich sehr wohl bewusst war, dass die von ihm vertheidigte Sache 
sich moralisch nicht rechtfertigen liess. Wir dûrfen annehmen, 
dass, sobald er seine Burg wieder in Besitz genommen, er sein 
dem Richard gegebenes Versprechen schnell vergessen, dass, als es 
sich damm handelte, einen neuen Bund zur Hintertreibung des 
Friedens zu schliessen, er, der alte Rufer im Streit, nicht einen Augen- 
blick zurùckbleiben konnte; w dûrfen annehmen, dass er immer 
der eifrigste Vertreter der Unversôhnlichen gewesen ist und gewiss 
seinen ganzen Einfluss auf Heinrichs weiches Gemûth geltend ge- 
macht hat, um diesen zum zweiten Male auf ihre Seite zu ziehen. 

Wir besitzen zwei Gedichte Bertrans, welche bald nach dem 
Wiederbeginn der Feindseligkeiten niedergeschrieben sein mûssen. 
Das erste, 2^, bezieht sich auf die Theilnahme des Grafen Raimund V. 
von Toulouse. Als námlich der Kônig Heinrich aus England 
herûbergekommen war, um dem Streite der Briider, wenn nôthig, 
mit Gewalt ein Ende zu machen, hatte er sich mit seinem alten 
Freunde, dem Kònige Alfons II. von Aragon (1162 — 1196) ver- 
bûndet, imd dieser hatte sich ihm auch mit einem Hûlfscorps an- 
geschlossen. Dem gegenûber hatte aber auch der junge Heinrich 
sich nach Húlfe umgesehen und zwar hatte er sich namentlich an 
seinen Schwager, den Kônig Philipp von Frankreich, an Hugo, 
Herzog von Burgund, und endlich an den Grafen von Toulouse 
gewandt, die ihm sammtlich Unterstûtzung in Aussicht gestellt 
hattcn. Letzterer hatte mehrfachen Anlass, diesen Schritt zu thun. 



35 

Zunachst níiralich war er seit laugor Zeit mit rieinrich II. vorfeindet. 
Dieser hatte bereits 1 159 im Namen seiner Frau Eleonore Anspriiche 
auf die Grafschaft Toulouse erhoben, hatte fast das ganze Land 
erobert, die Hauptstadt belagert und war nur durch die directe 
Dazwischenkunft des Konigs Ludwig VII. von FranUreich von der 
Einnahme derselben abgehalten worden. Im Mai 1 1 60 kam es zu 
einem Vertrage, nach wclchem Raimund zwar sein Land behielt, 
aber die Lehnshoheit des englischen Kònigs anerkennen musste 
(Lyttelton II, 91 — 98). Aber im Jahre 1 164 begann ein neuer lCrieg, 
der erst durch eincn zu Anfang 11 69 geschîossenen Fricden be- 
endet wurde. Letzterer so wie ein spáterer aus dcm Jahre 11 73 
bestâtigte die Bedingungen des ersten, aber Raimund ertrug widcr- 
wilHg die ihm so aufgezwungenen Bcdingimgen. 

Auch mit Alfons II. von Aragonien hatte Raimund verschie- 
dentlich Differenzen gehabt Beide machten Anspriiche auf dic 
Grafschaft Provence, und am 18. Februar 11 76 hat Raimund seinem 
Gegner das Streitobject gegen einc Summe von 3000 Mark Silber 
ûberlassen. 

So war der Graf weder dem Kònige von England noch dem 
von Aragonien wohlgewogen und, da er glaubte, die Cielegenheit, 
lieiden Schaden zuzufûgen, nicht vorûlxirgehen lassen zu soilen, so 
verband er sich mit dcm jungen Heinrich. 

Auf dieses Bûndniss bezieht sich, wie gesagt, das Lied 2^. 
Der Dichter erzâhlt, dass der Graf von Toulouse ihn durch Raimon 
Luc von îlsparo habe auffordem iassen, ein zum Kampfe anreizendes 
Sirventes zu verfertigen (i — 6). Da Jener ihn also zum Dolmetscher 
seiner Gesinnungen gemacht habe, so dûrfe er nicht nein sagen, 
weil ihn sonst die Gascogner tadeln wùrden (7 — 12). In Toulouse 
bei Montagut werde der Graf sein Banner aufpflanzen auf der 
Wiese (13 — 16), und ebendorthin werden auch seine Verbûndeten, 
der Dichter und auch die andem Barone, theils durch Geld, theils 
durch Ueberredung gewonnen, in so grosser Zahl kommen, dass 
sie drei Nàchte ohne Obdach im Freien wûrden lagem mûssen 
(17 — 24). Sobald sie aber angelangt, werde der Waffentanz auf 
dem Felde beginnen und die Catalanen und Aragonier werden 
unter den wuchtigen Hieben der Unsrigen in grosser Zahl aus dem 
Sattel geworfen werden (25 — 30). Da werden denn die Splitter 
gen Himmel emporfliegen, da werden die kostbaren Stoífe und 
Gewánder zerrissen, da werden Stricke, Zelte, Haken, Pflòcke, Ba- 
racken und Hûtten venvandt und aufgerichtet werden (31 — 36) 
Deswegen fordert Bertran auch die Feinde und deren Bundes- 
genossen auf, zu erscheinen : den Kônig von Aragon, Roger II von 
Beziers, Herm von Mon Albeo, die Sôhne Berahard Ottos 11 von 
Nîmes, so wie den Grafen Peter, den Grafen von Fois sammt 
Sancho, dem Bmder des Kônigs von Aragon (37 — 42). Er schliesst 
mit dem Wunsche, dass die hohen Barone doch immer mit ein- 
ander in Zwist liegen môchten (45, 46). 

Es sei hier nur kurz erwâhnt, dass sowohl Raimund als auch 



36 

Hugo III. von Burgund mit ihren Mannschaften zum Heere des 
jungen Heinrich stiessen (L'art de vérif. 1. d. X, 261), dass jedoch 
der bald darauf eintretende Tod dieses Prinzen, welcher die ganze 
Untemehmung zum Scheitern brachte, auch ihr Vorhaben ver- 
eitelte. 

Aber noch ein andres Gedicht, 14, dùrfte bald nach dem 
eben besprochenen entstanden sein, jedenfalls zu der Zeit, als 
der ELampf zum zweiten Male wieder ausgebrochen war; denn 
in den einleitenden Worten desselben ruft Bertran aus, es werde 
sich nun bald entschleiden, wem von den Sôhnen des Kônigs das 
Land gehôren werde (4 — 6). Er gesteht sodann offen ein, und 
dies Zugestandniss ist bei Bertrans Parteistellung und seiner Leiden- 
schaftlichkeit doppelt bemerkenswerth, dass die Prinzen sich gegen 
ihren Vater versûndigt (19, 20); mit alleiniger Ausnahme des 
jûngsten, nâmlich Johanns ohne Land, hâtten sie ihn sâmmtlich 
schmâhlich hintergangen {2^, 24). Nunmehr recapitulirt er kurz 
den Hergang der ganzen Empôrung: die Vasallen haben sich ver- 
einigt und sich gegen Richard erhoben, denn sie wollten lieber von 
einem Kônig, d. h. von Heinrich, gut behandelt, als von einem 
Grafen d. h. von Richard, geknechtet werden, und darin giebt ihnen 
der Dichter Recht (25 — 30). In der That hatte der junge Kônig 
seinen Bruder bereits beinahe besiegt, als dieser den Vater be- 
nachrichtigte (7, 8); Letzterer war alsdann gekommen, hatte dem 
jungen Heinrich hart zugesetzt (9), Angoulôme erobert und Saintonge 
bis jenseits Finisterre befreit (lO — 12). Dennoch aber glaubt 
Bertran, dass seine Partei und der junge Kônig das Spiel trotz 
des alten Heinrich gewinnen wûrden, dcnn dessen Fusstruppen 
haben sie schon vertrieben (31 — 36). Zwar hat Jener in Limousin 
gesiegt, aber hier d. h. wohl in Poitou, ist's damit zu Ende und 
bald werden ihm zu den alten Feinden in den Franzosen neue 
entstehen (37 — 42). Ausserdem glaubt er versichem zu kônnen, 
dass die Normannen, also die Kerntruppen des Konigs,* hôchst un- 
zufrieden sind und dass, wenn sie irgend in die Heimath zuruck- 
kehren kônnen, Keiner derselben wiederkommen werde (43 — 48). 
Nunmehr wendet cr sich gegen Konig Philipp II. von Frankreich. 
Dieser ist seiner Meinung nach schlecht berathen und schlecht ge- 
leitet, er lásst es an thátiger Hûlfe fehlen und wird an Ruhm 
Einbussc haben, wenn er seinem Schwager nicht helfen wird (49 — 54). 
Daher fordert er die Frarizosen auf, ihres Ruhmes zu gedenken, 
sich alle auf den Ruf ihres K{jnigs zu versammeln und thátig in 
den Kampf mit einzugreifen (55 — 60). Aber Bertran hofft noch 
auf weitere Hûlfe: der Herzog von Burgund hat versprochen, im 
Sommer zur Unterstùtzung zu kommen und ausserdcm noch eiiì 
champagnisches Hûlfscorps herbeizuziehen ; Bertran taxirt diesen 
Zuzug auf etwa 500 Ritter (6i — 64). Wcnn wir dann Alle beisammen 
sein werden, mft er aus, so wird man in Poitou Angst bekommen 
(65, 66); kámpfen muss man, um Ehre zu erlangen, und nur, weil 
er Spanien erobert hat, wird man alle Zeit von Karl sprechen 



(63 — 72)! Im Celeit stellt er dem jungen Heinrich das Zeugniss 
aus, dass er sich Ruhm er\vorben habe von Burgos bis nach 
Deutschland (75, 76). 

Aber auch dies Mal, wie schon friiher, stellte es sich heraus, 
dass Bertran nichts weniger als ein praktischer PolitiUer, sondem 
ausschliesslich ein phantastischer Schwármer war, der allerhand 
sanguinische Hoffnungen und Combinationen fûr Thatsachen ausgab. 
Denn wie ganz anders endete die Sache, die er eben als so glánzend 
und aussichtsreich geschildert hatte! 

lch gebe die nun folgenden Ereignisse wiederum hauptsâchlich 
nach Lyttelton III, ^^2 sq. Der Kampf wurde mit Erbitterung 
fortgesetzt Der Kônig griff vom i . Márz an das Schloss von Limoges 
mit Energie an , doch dies leistete so kráftigen Widerstand , dass, 
da das schlechte Wetter dir^ Rebellen unterstiitzte , der Kònig ge- 
níHhigt wurde, nach vierzehn Tagen die Belagerung aufzuheben und 
sich zuriickzuziehen. Der junge Ileinrich sah keine andre l\l(')glichkeit, 
die Ansprûche der unersáttlichen Brabanter zu befriedigen , ais 
indem er zu dcraselben Mittel griff, das (jottfried bereits ange- 
wandt, d. h. indem er einige Kl(")ster in der Nahe der Stadt Limoges 
plùnderte. Diese gottlose Handhnig erbitterte die Einwohner von 
Limoges so sohr, dass, als er sich dieser Stadt, die frìiher warm 
fùr ihn eingenoramcn war, niiherte, er die Thore verschlossen fand 
und mit eincîra Regen von Steinen empfangen wurde, der ihn 
zvvang, sich eiligst zu entfernen. Bei der Abtei Uzerche trafen 
der Herzog von Burgund und der Graf von Toulouse mit Verstar- 
kungen ein, und es wurde im Kriegsrathe beschlossen, am Montag 
nach Pfingsten einen allgemtîinen Angriff gegen das Heer des Kr)nigs 
zu unternehmen. Vorher jedoch erkrankte der Prinz an einem 
hitzigen Fieber und musste aus dem Lager fort und nach Martel, 
einem Schlosse der Vizgrafschaft Turenne gebracht werden. Hier 
nahm die Krankheit eine schlimme Wen(lung, und die Aerzte 
theilten ihm endlich mit, dass er sterben mûsse. Er sandte nun- 
raehr einen Boten aus an seinen Vater, durch welchen er diesem um 
Verzeihung bat luid ihn anílehte, er mòge an sein Strrbebett 
kommen. Heinricli, dessen warmfuhlendes Vaterherz sofort diesem 
Rufe zu folgen geneigt war, konnte nur mit Miihe von seinen 
Freundcn, die eine neue Hinterlist fûrchteten, zurûckg(îhalten werden; 
aber er sandte durch den Erzbischof von Bordeaux dem sterbenden 
Sohne einen diesem wohlbekannten Ring als Zeichen seiner Vergebung. 
Als der Bischof ih'n dem Prinzen ùberreicht hatte, kiisste dieser 
d(*nselben und ersuchte den Geistlichen, zu seinem Vater zuruck- 
zukehren und ihm als sc'ine letzte Botschaft die Bitte zu iiberbringen, 
gegen die Barone von Aquitanien bannherzig zu sein und seinen 
Rittem und Dieniîrn den riickstandigen Sold zu bezahlen. Dann 
liùllte er sich in Sacktuch, kniipfte einen Strick um seinen Hals 
und liess sich auf einen Aschenhaufen It^gen, den er zu diesem 
Zweck auf dem Fussboden hatte ausbreiten lassen. Nachdem er 
noch den Wunsch ausgesprochen, dass seine Leiche in Rouen be- 



38 

graben werdcn míSchte, und er darauf mit den Sterbesacramenten 
versehen worden war, verschied er am n. Juni 1183. 

Dieser Tod des jungen Heinrich war ein harter, unersetzlícher 
Verlust fûr die aquitanischen Barone. Durch dieses Ereigniss wurde 
ihnen zugleich das Haupt ihres Aufstandes und obenein die Ver- 
anlassung, der Vorwand desselben genommen; dcnn nur, um ihn 
an die Stelle dcs verhassten Richard zu setzen, hatten sie ja das 
ganze Wagniss unternommen. 

Bertran de B(ìm musste diesen Verlust doppelt schmerzlich 
empfìnden, da er in Heinrich nicht nur, wie seine Standesgenossen, 
politisch einen wohlwollendcn und machtigen Beschûtzer und Be- 
gûnstiger, sondern vor allem einen wahrcn, aufrichtigen, seinem 
Hcrzen nahe stehcnden Freund verlor. Letzteres ergiebt sich aus 
dcn beiden schònen Licdern, welche er dem Andenken des Ver- 
storbenen weihte und in welchen kein Ausdruck der Trauer Platz 
fand ûber etwaige nachtheilige , verhângnissvolle Folgen, die 
dieses unerwartete Unglûck fûr die Sache der Verbûndeten mit 
sich bringen musste, sondern welche ausschliesslich den Gedanken 
Ausdruck geben, die ihn als Mensch uud als Freund bewegten, 
Cjedanken eines ungeheuchelten, tiefgefûhlten Schmerzes, Gedanken 
der wármsten, rûckhaltlosesten Anerkennung fûr die Vorziige und 
Verdienste des Dahingcschiedenen. 

In dem einen hierauf bezûgliclien Liede, 41 , erklàrt der 
Dichter, dass, wenn alle Schmerzen und Thránen, aller Jammer und 
alles Herzeleid, von dem man je auf der Welt gehòrt, vereinigt 
wùrden, sie doch leicht und nichtig erscheinen mûssten im Hinblick 
auf den Tod des jungen Kònigs von England (i — 5); traurig und 
dûster und freudeleer ist die Welt zuruckgeb]ieben (7, 8), und wie 
kann je die Freude wieder daliin zurûckkehren, da Alle, die hôfischen 
Ivrieger wie die anmuthigen Dichter und Spielleute ihren bestcn Freund 
verloren haben (9 — 16) ? Der Tod kann sich rûhmen, den wackersten 
Ritter, die Verk(")rperung aller ruhmwûrdigsten Eigenschaften ver- 
nichtet und der Welt geraubt zu haben (17 — 21). Was bleibt 
nunmehr der letzteren noch an Vorzûgen und Freu<ien? Was hat 
sie nun noch aufzuweisen an Werth und Tûchtigkeit, seitdem der 
liebenswûrdige junge Prinz davongegangen ist (25 — ^i)? Ihn, 
dem es einst gefallen, um unserer Sûncie wegen in dic Welt zu 
konmien und der, um uns zu erUisen, den Tod auf sich genommen, 
ihn bitten wir um Gnade fùr den jungen Kônig; môge er ihm barm- 
herzig sein, wie er ja die Barmherzigkeit selber ist, mòge er ihn dort 
weilen lassen, wo es keine Schmerzen, keine Thránen giebt (33 — 40) ! 

Nicht minder warm und tief empfunden ist ein zweites Lied, 
26, welches ebenfalls der Erinnerung an den kôniglichen Freund 
geweiht ist Dcr Dichter glaubt, dass hinfort seine Lieder nicht 
mehr werden ertônen kônnen, da ihm mit dem jungen Kônig zu- 
gleich die Vernunft und seine Sangeskraft verloren gegangen ist 
(i — 4). Da er aber fûrchtet, dass der stumme Schmerz ihn t<kiten 
werde, so will er doch sprcchen und den geliebten Freund Gott 



39 

empfehlen, damit er ihn in den Aufenthaltsort der Selîgen auf- 
nehmen môge (lo — 14). Seinen Namen „junger Kònig** hat er mit 
vollem Recht gefûhrt, denn er ist ein Fûhrer und Vater der Jugend 
gewesen, ja er wurde Kònig aller Hôfischen und Kaiser aller 
Wackeren geworden sein, wenn er nur lánger geiebt hatte (15 — 18); 
denn Alles was Krieg, Toumicr und Frauendienst bctraf, hat bei 
ihm sich in hôchster VoUfcommenheit gefunden; nun aber, da es 
mit ihm seinen Pflegcr und F(")rderer verloren hat, wird es auch 
zugleich mit ihm diese freudlose Welt verlassen (19 — 28). Aber 
nicht nur den ritterlichen , auch den geselligen Tugenden ist ihr 
Hauptbeschûtzer cntrissen worden; denn AUes was sonst die Welt 
zierte und das Leben verschínitc : freundliche Aufnahme, Dienst- 
fertigkeit, angenchme W^cchselrcde , Gastfreundlichkcit , standesge- 
masses Auftreten, Frcigcbigkcit, die hcrrlichen Gastmáhler in Ge- 
scllschaft kûhner und mfichtigcr Gcnossen bei Musik und Cicsang — 
Alles das steht jctzt venvaist und schutzlos da (29 — 42). Denn 
der Prinz galt fiir den ausenviihltcstcn Rittcr, und scit den Zciten 
Rolands hatt es kcincn gcgcl)cn, dcr sich mit ihm im Kampf und 
im Tournier hátte mcsscn kònncn und dcssei\ Ruhm, wic der 
seinige, ûbcrall im Ostcn und Westcn verbrcitet gcwescn wàre 
(43 — 56). Dahcr trifft dicscr Vcrlust auch keineswcgs allein ihn, 
den Dichter, sondcrn allc, dic je mit dcm jungcn Prinzcn in Be- 
riihrung gekoramen sind: Englándcr, Irlánder, Prctonen, Normannen, 
Franzosen, Fiamlander, Dciitsche — kurz Allc, Alle haben Anlass 
zu trauem und zu klagcn (57 — 70). Bertran erklart schliesslich, 
dass nach dem Tode scines Frcundcs fiir ihn selbst die Welt 
sammt allen ihren Bewohnem ganz und gar keinen Werth mehr 

habe (74—79)- 

Es verdient viellcicht hcrvorgehoben zu werden, dass diese 
Schilderung des verstorbcncn Prinzcn nicht ein durch die Phantasie 
des Dichters erzcugtcr, von dcm Wohlwollcn dcs Freundes ûber- 
triebener, der thatsachlichcn Grundlage aber entbehrcndcr Panegyricus 
ist, sondem dass, wie von allen zeitgcnòssischen Chronistcn iiber- 
einstimmend berichtct wird, er mit den glánzendsten Vorziigen des 
K<")rpers und des (ieistes ausgestattct war, Vorziige, dercn Glanz 
allcrdings durch scine Charakterschwáchc und UnbestándigUeit stark 
beeintriichtigt wird. Um nur ein BeivSpiel anzufuhrcn, das auch 
Diez bereits enváhnt, so bcrichtet Gervasius (Bouquet XVII, 664), 
dass von den aquitanischen Baronen, welche sich scincm Hecre 
angeschlosscn , cinige kamcn aus Hass gegen den Kònig, seinen 
Vater, andre in der Absicht, Richard, seinen Brader, zu vemichten, 
alle aber aus dera Wunsche, ihm den Sieg zu verschaffen; „denn er", 
heisst es, „war licbcnswiirdig gcgen Alle, von anmuthigem Aeussem 
und er stand hintcr Nicmand im Ruhme militarischer Tiichtigkeit 
zuríick; er war bcschcidcn, lcnksam und leutsclig, so dass er von 
allen ihm fem und nahc Stehcndcn aufrichtig gelicbt wurdc." Auch 
andre provenzalischc Dichtcr ausscr Bertran spcnden ihm Lob; so 
heisst es in dem Klagelicde auf den Tod des Richard Lòwenherz : 



40 

Tug , , degran saber cum fos de ỳretz amaire 

e qual foron vosire dui valcn fraire, 

lo joves rets el cories coms faufres; 

e qui en loc remanra de vos ires, 

ben deu aver fin cor e ferm cossir 

de ioiz bos aips enansar e grandir. 

G. Faid. 22, 49 sq. 

In dem Planh auf den Infanten Ferdinand von Castilien ver- 
sichert der Dichter von Letzterem: 

cujavon qtCen elh fos esmendaiz 

lo joves reis én Richariz lo prezaiz 

el coms faufres, iug li irei vaìen fraire, 

Guir. de Cal. 6, 26 sq. 

Auch Raimon Vidal de Beziers envàhnt seiner mehrfach lobend, 
z, B.: E sos (sc. Heinrichs II.) filhs ires que noi oblii: 

Henric ni*n Richard ni^n faujre, 
car en lor ac dos ians de be 
^om non poiria dtun an dir, Dkm. 152, 15 sq. 

Ebendort xveiterhin: en Englaierrctn Enricx , . 
e mais de sos filhs airessi, 
n* Enrics e^n Richariz e*n fofres, Dkm. 168, i sq. 

Wie ich schon sagte, sollte sich sein Tod als eines der ver- 
hàngnissvoUsten und folgensch\versten Ercignisse fûr die ganze 
Untemehmung er^veisen. 

Das ganze Heer der Rebellen lòste sich auf, Jeder suchte 
seine Heimath zu erreichen, um hinter starlcen Mauem Schutz zu 
suchen ; Richard setzte den Fliehenden nach und vemichtete mehrere 
Abtheilungen derselben, einzelne der Barone untenvarfen sich sofort 
auf Gnade und Ungnade. 

Der erste Eindniclc, den die Nachricht auf den Konig selbst 
machte, war dor dcs tiefsten Schmcrzes; drei Mal fiel er in Ohn- 
macht, als ihm die TodesboLschaft hinterl)racht wurde. Bald aber 
ermannte er sich, und nun ergriff ihn grimmiger Zom gegen alle 
die, denen er als Urheber des Aufstandes, die Schuld an seines 
Sohnes frûhzeitigem Tode zuschricb. Zwar hatte Heinrich noch 
auf dem Todtenbette seinen Vater um Gnade fur die aquitanischen 
Barone angefleht, aber eine solche Nachsicht schien dem Kônige 
nicht am Platze zu sein, und er beschloss vielmehr, die Rebeìlion 
mit Keulenschlâgen abzuthun. Er nahm zunâchst das Schloss von 
Limoges, das so lange die Verbûndeten geschûtzt hatte, und machte 
es dem Erdboden gleich, dann rûckte er mit seinem Heere durch 
das ganze Land und brach und zcrstôrte die Burgen Vieler von 
denen, die sîch an der Empòmng betheiligt hatten. 

Nmì nahte sich auch fûr Bertran de Bom die Entscheidungs- 
stunde. Der englische Kônig erschien îm Bunde mit Alfons II., 
Kônig von Arragonien, welcher ihm schon zu Anfang des Aufstandes 
mit einem Heer zu Hùlfe gekommen war, vor Schloss Autafort. 



41 

In der „razon" zu 32 wird hervorgehoben, dass er dem Troubadoiir 
besonders* gezûmt habe, weil er giaubte, dass dieser der Hauptan- 
stifter des blutigen Bruderzwistes gewesen war. Nach demselben 
Berícht yerlief die Katastrophe in folgender Weise: Bertran be- 
trachtete den Umstand, dass der Kônig Alfons sich. in dem feind- 
lichen Heere befand, als einen fùr ihn gûnstigen, da dieser sein 
spezieller Freund war. In dieser Annahme wurde er besonders 
dadurch bestârkt, dass Alfons, als im lielagerungsheere Noth an 
Lebensmitteln sich bemerkbar machte, in die Burg schickte und 
ihn um Brot, Wein und Fleisch bat Bertran sandte ihm daher 
das Gewûnschte, liess ihm aber durch den Boten, der die Geschenke 
ûberbrachte, zugleich die Bitte aussprechen, er mòge dafúr sorgen, 
dass die Kriegsmaschienen von ihrem jetzigen Standorte entfcrnt 
wûrden, weil die Mauer an der Stellc, wo sie jetzt arbeiteten, fast 
zerstôrt sei. Alfons entblòdete sich nicht, die so erhaltene Kenntniss 
aus HofFnung auf schnòdes Geld dem Kônige Heinrich zu verrathen. 
Dieser that natûrlich gerade das Gegentheil von dem, was Betran 
gewûnscht: er verstarkte und vemiehrte die Sturmbl()cke an der 
bezeichneten Stelle und bald war auch Bresche in die Mauer gelegt, 
und die Burg wurde gestûrmt Auch dies ist ein geschichtlicher 
Act, welcher uns von zeitgenòssischen Autoren bestatigt wird; so 
zitirt schon Diez eine Stelle der Chronik Gottfrieds von Vigeois, 
aus welcher hervorgeht, dass das Schloss Authefort, das er „valde 
inexpugnabile" nennt, nach einer siebentágigen Belagerung, und zwar 
an der Octave des Peter-Paulstagcs d. h. am 7. Juli 1 183 vom Kònige 
genommen wurde. 

Wir folgen nunmehr wieder der vorhin genannten „razon" und 
zwar geben wir deren Erzáhlung in wòrtlicher Uebersetzung, weil 
uns dicselbe in ihrer epischen líinfacliheit w^ahrhaft ergreifend er- 
scheint. „Und Herr Bertran wurde mit allem seinem Volk in das 
Zelt des Kònigs Heinrich gefiihrt, und der K(")nig empfing ihn sehr 
iibel und sprach zu ihm: „Bertran, Bertran, Ihr habet gesagt, dass 
Ihr zu keiner Zeit auch nur die Hálfte Eures Verstandes nòthig 
hàttet, aber wisset, dass Ihr ihn jetzt wohl ganz brauchet" — 
„Herr", sagte Herr Bertran, „es ist wohl wahr, dass ich dies sagte und 
ich sagte wohl die Wahrheit." — Und der Kònig sagte: „Ich glaube 
wohl, dass er Euch jctzt abhanden gekommen ist." — „Horr", sagte 
Herr Bertran, „wohl ist er mir abhanden gekommen." — „Und wie 
das?" sagte der Kònig. — „Herr", sagte Herr Bertran, „an dem 
Tage, an dem der wacKere junge K(*)nig, Euer Sohn starb, da 
verlor ich den Verstand und das Wissen und die Kenntniss." — 
Und als der K(')nig das vemahm, was H(îrr Bertran ihm unter 
Thránen von soinem Sohne sagte, kam ihm vor Mitleid ein grosser 
Schmerz in das Herz und in die Augen, sodass er sich nicht 
enthalten konnte, vor Schmerz in Ohnmacht zu fallen. Und als er 
wieder zu sich kam , ruft er und sagte weinend : „Herr Bertran, 
Herr Bertran, Ihr habet wohl Rccht und es ist wohl erklárlich, 
wenn Ihr um meines Sohnes willen den Verstand verloren habt. 



42 

denn er liebte Euch mehr als irgend Jemand in der Welt. Und 
ich, aus Liebe zu ihm, schenke Euch das Leben imd die Habe 
und Euer Schloss und gebe Euch meîne Liebe und meine Gunst 
wieder und schenke Euch fûnfhundert Mark Silber wegen der 
Scháden, welcbe Ihr erlitten." — Und Herr Bertran fiel ihm zu 
Fiissen, indem er ihm Dank sagte. Und der Kônig zog mit seinem 
ganzen Heere davon." 

Aber, obwohl Konig Heinrich dem Dichter versprochen, dass 
er Autafort wieder haben soUe, so scheint es doch, dass die Aus- 
fûhrung auf sich hat warten lassen. Wemgstens wirft Bertran in einem 
an Rassa, also Gottfried von der Bretagne gerichteten Liede, 36, 
die Frage auf, warum gerade er im Gegensatz zu allen ùbrigen 
Herren des Landes sein I^nd nicht zurûck erhalten habe (i — 7). 
Zugleich ergreift er diese Gelegenheit, um von Neuem die Feigheit 
der Barone, die ihn im Stich gelassen, zu brandmarken: mehr als 
dreissig Verbûndetc seien sie gewesen, alle zum Kriege geneigt 
und doch hátten sie nichts erreicht, weil in dem Augenblick, ais 
es der Schláge bedurft, die Andem sich auf Unterhandlungen ein- 
gelassen hiltten (8 — 14). Diese verrátherische Handlungsweise sei 
bei Jenen aber ctwas Gewòhnliches ; immer licssen sie ihn im Stich, 
sobald sie gemeinsam in einen Krieg verwickelt seien und, wenn 
dann -sein Land venvûstet und verbrannt sei, so fordem sie ihn 
spòttisch auf, falls cs ihm beliebc, sich Recht zu verschaffen (15 — 21). 
Wie die Sachen augenblicklich standen, so sei an Krieg nicht zu 
denken ; die Armbrustschûtzen werden es bitter merken, da Niemand 
ihnen Sold geben werde (24 — 26) ; dagegen werde Richard nun 
seiner Jagdlust frôhnen; und Habichte, Falken, Hômer, Trommeln, 
Schweiss- und Leithunde, Bogen, Pfeile und Jagdanzùge — das wûrden 
nunmehr die Gegenstánde sein, mit welchen dieser Prinz sich ab- 
geben werde (29 — 35). Zum Schluss lâsst er noch ein Mal seinem 
Zorne freien Lauf: von Monpellier bis jenseits dcr See habe er 
gesucht, aber nirgends habe er cinen ganzen Mann gefunden, 
Einen, dcssen Tûchtígkeit vôUig tadellos sei; mit Ausnahme Eines 
gefalle ihm Keiner (36 — 42). 

Wenn wir uns nach dem Gnmde fragen, weshalb der Kònig 
dcm Bertran, obwohl er ihm verziehen, Autafort nicht sofort wicder- 
gab, so ist dieser vielleicht darin zu suchcn, dass dcm Kônige 
Zweifcl ûber die Rechtmássigkeit seines Besitzes aufstiegen. Fjs 
wird uns nâmlich in der „razon" zu 20 erzáhlt, dass Constantin, 
als er wiedemm von seinem Bruder widerrechtlich und gewaltsam 
aus dem Schloss vertrieben worden war, sich zum Kònig Heinrich 
und zu Richard begeben und dass er ihrem Heere sich ange- 
schlosscn habe. Als nun der Kònig in der Erregung des Augen- 
blickes jene Worte gesprochen hatte, fand sich ohne Zweifel Con- 
stantin ein und suchte seine Rechte auf die Burg geltend zu machen. 
Aber es scheint, dass auch Bertran seinen ein Mal ermngenen 
Vortheil nicht ^vieder aufgeben wollte und vielleicht den Heinrich 
an sein Versprechen erinnerte. Wie dem auch sei, nach einiger 



43 

Zeit erhielt Bertran, wie in der soeben genannten „razon" erzáhlt 
wird, die Burg wirklich wieder, und zwar fûgte der Kònig, als er 
ihm seine EinwiIIigung gab, scherzend hinzu: „Sie sei Dein, Du 
musst sie vemûnftiger Weise wohl haben, da Du Deinen Bruder 
so ùber das Ohr gehauen hast" Wie wir sj)áter sehen werden, 
beabsichtigte der Kònig mit diesen Worten nicht, dem Bertran 
den AUeinbesitz der Festung zu ûbertragen, vielmehr wollte er den 
frùheren Zustand dcr gemeinschaftlichen Ilerrschaft wieder herstellen. 
Der schlaue Bertran aber durchschaute sofort die Situation und 
beschloss sogleich, sie zu seinem Vortheil auszubeuten. Er kniete 
daher vor Ilcinrich nieder und sagte: „Herr, tausend Dank! wohl 
gefallt mir ein solches Urtheil!" Wáhrend nun aber dcr englische 
Kom*g mit seinem Sohn und seincm Heere in sein Land zuruck- 
kehrte, zog Bertran nach Autafort zurûck, sperrte aber sofort die 
Thore zu und wies den Constantin, als dicser, vòllig in seinem 
Recht, sich einstellte, h()hnisch ab. In seiner Noth wandte sich 
Letzterer nun an seine Freunde um Rath, und diese schlugen ihm 
vor, sich sofort zura K(mige zu begeben und sich ûber Bertran zu 
beschweren; er werde ihm gewiss zu seincm Rechte verhelfen. 
Dieser that, wie ihm gerathen, und der K()nig beschied den unge- 
fùgigen Baron vor sein Antlitz, um sich wegen der Anklage zu 
verantworten. Dieser aber hielt ihm die Worte seines eigenen, 
allerdings scherzhaft gemeinten, Urtheilsspruches , den cr sich der 
Sicherheit halber schriftlich hatte geben lassen, vor. Der Kônig 
lachte und, da ihm dieser pfiffìge Einfall Spass zu machen schien, 
so liess er den Bertran nach Autafort zurûckkehren, wàhrend Con- 
stantin das leere Nachsehen behielt. Zwar fand er noch ein Mal 
bei den ihm befreundeten Baronen willige Hiilfe, und diese fûhrten 
mit Bertran lange Zeit Krîeg; aber diesen Feinden zeigte Letzterer 
sich vôllig gewachsen, und, wie in der erwáhnten „razon" zu 20 
hervorgehoben wird, so hat er, so lange er lebte, das viel um- 
strittene Schloss siegreich fiir sich behauptet, und erst nach seinem 
Tode vertrugen sich seine Sôhne mit ihrem Oheim Constantin und 
dessen Sòhnen, ihren Vettem. Letztere Angabe enthâlt, wie wir 
spáter sehen werden, einige Unrichtigkeiten. 

Die ganze soeben vorgefûhrte Episode wird, wie ich oben 
bereits erwáhnt, von Laurens in das Jahr 1173 gesetzt; ich habe 
damals aber die Grûnde angegeben, aus welchen dies Datum un- 
moglich richtig sein kann. 

Kaum war Betran wieder im Besitz des geliebten Autaforts, 
als er ein Lied verfasste, 20, das seinem kecken, unbeugsamen und 
doch auch der List nie abholdem Sinn einen beredten Ausdrack 
leilit Er erklârt, er dichte ein Mal wieder recht aus Herzenslust, 
da er der Gefahr glûcklich entronnen sei, ohne dass Grafen noch 
Kònige ihm etwas anzuthun vermocht hátten, ein Erfolg, den er 
einzig seiner Schlauheit und seiner Gewandtheit zuschreibt (i — 8). 
Aber, weit davon entfemt, durch den Schaden gewitzigt, zum 
Nachgeben geneigt zu sein, báumt sich sein alter Stolz ungebrochen 



44 

nur um so heftiger auf. Da der Kônig und Richard ihm verziehen, 
so môgen die Barone, seine Nachbarn, ihn immerhin bekriegen; 
nicht einen Fetzen von Autafort wird er lassen und, wer etwas 
dagegen einzuwenden hat, muss es auf einen neuen Kampf mit 
ihm ankommen lassen (9 — 16). Wenn ûberall Frieden ist, so bleibt 
fûr ihn doch noch ein Stûckchen Krieg, und davon will er auch 
nicht lassen; Krieg ist fïir ihn der einzige Genuss, der Friede ist 
ihm verhasst, daher achtet und hált er kein Gesetz als das ihm 
mit dem Schwerte auferlegte (17, 24). Mag es nun Sommer oder 
Winter sein, zu jeder Zeit sind seine Gedanfcen darauf gerichtet, 
nachzudenken, wie er seinen Widersachem Schaden zufûgen kann 
(25 — 29); mit Gewalt wird Niemand bei ihm etwas durchsetzen 
(30 — 32). Andre môgen ihr Land bestellen und ihre Wálder aus- 
roden, seine Lieblingswerkzeuge sind Geschosse, Helme, Panzer, 
Rosse, Schlachtschwerter; seine Belustigungen sind Angriffe, Tour- 
niere, Geschenkemachen, Frauendienst (^^ — 40). Sein Mitbesitzer 
hat sich erkùhnt, von ihm das Erbe seiner (Bertrans) Kinder zu 
verlangen und er hat fast die Absicht, ilmi davon mitzutheilen; da 
man aber dann doch an ihm wird auszusetzen haben, weil er ìhnen 
nicht Alles hingiebt, so will er lieber sein Vorhaben ganz aufgeben. 
Jenem wird es ûbel ergehen, ehe er sich mit ihm einlassen kann 
(41 — 48). Er will mit Autafort nach seinem Belieben schalten und 
walten, da er die Entschcidung des Kônigs acceptirt (49 — 52). 

So hauste denn Bertran ^vieder auf der schwererrungenen 
Burg. Abcr, wie wir schon ein Mal bemerken konnten, die glûck- 
liche Wiedergewinnung dcrselben liess ihn nie vcrgessen, dass er sie 
vorher verloren, liess ihn namentlich nicht vergessen, durch wen er 
sie verloren. Dies Mal sah er in Alfons von Aragonien den 
Haupturheber seines Unglûckes und, da " er ihm mit voUem Rechte 
wegen des schnòden Ver^'athes der Freundschaft zûmte, so beschloss 
er, da die Macht des Beleidigers jcde Mòglichkeit einer andren 
Rache ausschloss, ihn schonungslos mit allen seinen unlautcren 
Handlungen an den Pranger der Oeffentlichkeit zu stellen. Nun 
bot das private und òffentliche I^ben dieses Fûrsten trotz vieler 
Tugenden, dic ihm das Lob und die Schmeicheleien der Trouba- 
dours in hohem Grade einbrachten, doch auch manche Zûge dar, die 
nicht auf einen durchaus lauteren Character schliessen lassen, und 
alle diese î^inzelheiten verarbeitete Bertran in den beidcn Gedichten 
^2 und 35, wobei indess nicht verschwiegen werden darf, dass er 
bei seinem leidenschaftlich erregten Zustande es mit der Wahrheit 
nicht immer allzu genau nahm, sondcm auch manche Fabeln und 
Verláumdungen, dic ûbcr den Kònig in Meiige circulirten, begierig 
sammelte und fíir baare Mûnze annahm und ausgab. 

In der Einleitung zu 32 erklárt er, er werde jetzt ein Lied 
dichten, um dem Kònig der Aragonier zu zeigen, dass er nicht 
ungestraft hergekommen und mit seinen feilen S<')ldnern am Kriege 
sich betheiligt habe (i — 9). Seine niedrige, emporgekommene 
Familie, so prophezeit ihm dcr Dichter, wird schmáhlich enden 



45 

und einzig auf den Besitz beschránkt werden, von dem sie aus- 
gegangen, auf Melhau und Carlades; Jeder der Nachbaren wird 
sich, was ihm zugehôrt, nehmen, und er selbst mòge dann nach 
Tyrus gehen, obschon ihn hiervon wohl die Seeluft abschredcen 
wird, da er so zaghaft und verzártelt ist (lO — 18). Die Provence 
wird er an seinen Bruder Sancho verlieren, den man dort hôher 
schâtzt als ihn, da er selbst lceine andre Sorge kennt, als die, sich 
zu mâsten und in Roussillon zu trinken, wo er den Gottfried aus 
seinem Besitze vertrieben (ig — 2^); ûberall gilt er mit Recht fûr 
eidbrûchig, da er die, denen gegenûber er sich verpflichtet hat, 
aus Furcht im Stiche gelassen hat (24 — 27). Dem Kônige Alfons III. 
von Castilien ráth er, den Barzelonier Àlfons ein Mal seine Kraft 
fùhlen zu lassen, da dieser wirklich ein schlechter Lehnsmann sei; 
ja er schátzt diesen nicht ein Mal so hoch wie einen Unglâubigen, 
da er von ihm an demselben Tage verrathen worden sei, an wel- 
chem er ihm einen Dienst erwiesen (29 — 36). Der Dichter hofft 
daher zuversichtlìch, dass das Reich Aragon eine Beute Sanchos VL, 
Kônigs von Navarra, sein werde, der ein volles Anrecht darauf 
hat ; ja dessen Vater Garsia Ramitz wûrde dies Ziel bereits erreicht 
haben, falls er lange genug gelebt haben wûrde, da die Tûchtig- 
keit des Alfons mit der des Kònigs von Navarra keinen Vergleich 
aushalten kann (37 — 45). Wenn er nicht aus Rûcksicht fûr die 
gute Kònigin von Aragon endlich schwiege, so wûrde er ihm auch 
vorhalten, wie er den Berengier von Besaudun verrathen und zur 
Schande seines ganzen Hauses umgebracht hat (46 — 54). Den 
einen Umstand aber muss er noch erwàhnen, wie schmâhlich der 
Kônig an der Tochter des griechischen Kaisers Manuel gehandelt 
hat; zuerst námlich hat er sich mit ihr verlobt und dann, als sie 
init reichen Schátzen angekommen, hat er sie ihrer ganzen lìabe 
beraubt und sie selbst sammt ihren griechischen Begleitern in 
brutaler Weise ûbers Meer zu ihrem Vater zurûckgeschickt (55 — 63). 
Hatte das eben besprochene Sirventes wesentlich die politische, 
òffentliche Thâtigkeit des Kònigs ins Auge gefasst, so unterzieht er 
er in einem andem, 35, auch das Privatleben desselben einer ver- 
nichtenden Kritik. Auch hier erklârt der Dichter ausdrucklich, 
dass der feindliche Heereszug des Aragoniers die Ursache dieser 
Vorhaltungen sei (9 — 13), er fûgt zugleich einen Stich gegen 
Richard hinzu, indem er das Gedicht auch diesem zur Beachtung 
empfiehlt (8). Die hier an die OeffentIichkeit gezogenen Hand- 
lungen berichtet Bertran zum Theil mit Angabe seiner Gewáhrs- 
mânner. So hat ihm einer von des Kònigs eignen Vasallen er- 
zâhlt, dass dieser, als er auf eine Einladung des Hcrrn Espanhol 
in dessen Burg Chastellot gekommen, sich derselbeu bemâchtigt 
und den Besitzer daraus vertrieben hat (17 — 24). Eine andre 
Neuigkeit hat ihm Gaston von Bearn und Pau mitgetheilt; als 
nâmlich einige von des Kônigs Leuten gefangen genommen waren, 
sandte ihm sein Bundesgenosse, der Kònig von England Geld, um 
die Gefangenen damit auszulòsen. Er aber unterschlug die ganze 



46 

Summe uiid liess seine cigenen Leute in der Gefangcnschaft 
stecken (25 — ^2), Was sodann sein Verháltniss zu den Joglars 
betrifïl, so giebt Bertran zu, dass er ab und zu Gewánder und 
kleine Geldgeschenke an einige derselben vertheilt hat; daher ist 
es aber seiner Meinung nach um so schlinmier fûr ihn, dass er 
sich an einem derselben fûr seine Spcnden an die andem schadlos 
gehalten hat, nâmlich an Artusct, den er fûr schnòdes Geld an die 
Juden verkaufte, die diescm eines Strcites wegen zûrnten und die 
ihn dann verbrannten [^^ — 40). Nicht minder schmachvoll hat er 
dem Spielmann Peter vergolten, der ihm Geld und Pferde geliehen 
hatte, da cr erlaubt, dass die Alte, welcher Fons Ebraus gehôrt, 
ihn ganz zerstùcken und mit Messern zerfetzen liess (41 — 48). 
Perdro Ruiz hat einst ganz richtig von ihm prophezeit, dass er ein 
Mal weder kûhn noch feige werden wer<le, und zwar hat er dies 
am Gíihnen erkannt; denn ein Kònig, welchcr gáhnt und sich 
reckt, sobald er von Krieg sprechen hôrt, erregt damit den An- 
schein, dass er dies entweder aus Blasirtheit thue, oder dass er 
nichts von WafFen versteht (49 — 56). Schliesslich spielt Bertran 
seinen letzten Trumpf gegen ihn aus, indem er ihm hohnisch zu- 
ruft, er verzeihe es ihm, dass er ihm, dem Dichter, durch seine 
Leute hat Bòses zufûgen lassen, denn er habe ja nicht anders zu 
handeln gewagt, der Graf Richard habe es ihm ja befohlen gehabt; 
der Zweck seines ganzen Heereszuges sei ja auch ausschliesslich 
der gewesen, Geld zu verdienen, und er hahe sich nicht geschâint, 
als KÒnig von einem einfachen Vasallen, nâmlich von Richard, 
solches zu nelunen (57 — 64). 

Es ist hier nicht der Ort zu untersuchen, inwiefcm die gegen 
dcn Kónig geschleuderten Vorwûrfe begrûndet waren, ich verweise 
in dieser Beziehung auf die dem Texte angefùgten Anmerkungen. 

Was dagegen die Abfassungszeit beider Gedichte betrifft, so 
wird man Diez beistimmen mûssen, nach desscn Meinung das erste 
im Frùhling n 84 cntstanden ist. Dass es námlich zur Zeit der 
Abfassung dcssclben Friihling war, ergiebt sich aus dem in dcr 
ersten Strophe enthaltenen Hinweis auf die gerade sich entfaltende 
schône Blûthenzeit, und, da der Inhalt mit den Ereignissen des 
Jahres 1183, auf welche mehrfach angespielt wird, in directer Be- 
ziehung steht, so kann auch die Jahreszahl nicht zweifelhaft sein. 

Das zweite Sirventes ist jedenfalls spáter verfasst und zwar, 
wenn wir der „razon" glaubcn diirfen, ziemlich vicl spáter, denn, 
wie es dort heisst, hat Bcrtran das neue Lied gegen den Kònig 
von Aragon losgelassen „íï cap d*una gran sazon, qu^el tíac aỳres 
d^auires mals qtiel avia faiiz'*» 

Wir mû^sen nun die politischen Verháltnisse des Landes weiter 
verfolgen und zwar zunáchst die weiteren Strcitigkeiten Heinrìchs 
mit seinen Sôhnen und mit dem franzôsischen Kônige, weil die- 
selben Anlass zu spâteren Kampfen wurden, an welchen sich auch 
Bertran de Bom betheiligte. 

Kaum war námlich der junge Heinrich gestorben, als sein 



47 

Schwager Philipp von Frankreich im Namen seiner Schwester Mar- 
garethe vom englischen Kònige die Herausgabe Gisors' und des 
dazu gehòrigen normannischen Vexins, welches die Mitgift der 
Prinzessin gebildet hatte, als auch aller der Lándereien verlangte, 
welche der junge Heinrich fûr seine Gemahlin ausgesetzt hatte. 
I>em gegenùber wies Heinrich nach, dass letztere I^ndereien 
eigentlich seiner eigenen Gemahlin Eleonore geh()rt hátten, demnach 
nun an diesclbe zurûckfallcn mùssten, dass aber Gisors und das 
normannischc Vexin seit undenklichen Zeiten einen llieil des 
Herzogthums der Normandie gebildet hátten und dass obenein 
Ludwìg VII. bei Margarethens Heirath feierlich auf alle Anspruche 
auf dassêlbe verzichtet hátte. Nach langeren Verhandlungen wurde 
endlich am 6. December 1183 in Gisors ein Vertrag geschlossen, 
nach welchem Heinrich der Margarethe eine Rente von jâhrlich 
2700 Pfund Anjou-Wáhrung zahlcn soUte, wáhrend Phiiipp auf 
Gisors und das normannìsche Vexin verzichtete unter der Bedingung, 
dass Heinrich es demjenigen seiner Sôhne geben sollte, welcher die 
Alice, Philipps Schwester, heirathen wûrde, die schon seit langer 
Zeit mit Richard verlobt war. Hierdurch wurde vorláufig der Friede 
mit Frankreich erhalten. 

I^agegen brach innerhalb der englischen Familie selbst bald 
wieder ein Streit aus. Heinrich verlangte niimlich von Richard, er 
solle Aquitaníen an seinen jûngsten Brudcr Johann abtreten. Richard 
erbat sich zweî oder drei Tage Bedenkzeit, um seine Freunde des- 
wegen um Rath zu firagen. Als ihm die Zeit gewáhrt war, verliess 
er heìmlich den Hof, begab sich nach Poitou und liess seinem Vater 
sagen, er werde nie zugeben, dass ein Andrer als er Aquitanien 
besitze. Hiermit war abcr der Kònig keineswegs zufrieden, son- 
dem verhandelte fortwâhrend mit seinem Sohne, um ihn bald durch 
Gûte, bald durch Drohung dazu zu bewegen, seinem Bruder, wenn 
auch nicht das Ganze doch wenigstens einen Theil des Landes 
abzutreten. Doch Richard crwiderte jedesmal, so lange er lebe, 
kônne davon keine Rede sein. Endlich wurde der Kònig zomig 
und gestattete seìnem jùngsten Sohne Johann, ein Heer zu sammeln, 
um Richard mit Waffengewalt zu zwingen; Johann aber verbùndete 
sich mit seinem Bruder Gottfried, der ihn mit Truppenmacht zu 
unterstûtzen versprach (Bouquet XVII, 458, 459, 460). 

Auf diesen neuen I3ruderzwist bezieht sich meiner Ansicht nach 
Bertrans Lied No. 34, obwohl die ùbrigen Biographen des Dichters 
anderer Meinung sind. Wir besitzen nâmlich auch zu diesem Liede 
eine „razon", und in dieser wird behauptet, dass dasselbe nach 
Rìchards Rûckkehr aus dem Kreuzzuge und zwar nach seiner Be- 
freiung aus der Gefangenschaft verfasst sei, und dieser Angabe 
schliessen sich Diez und Laurens an. Diese AuíTassung scheint 
mir aber nicht richtig zu sein, vielmehr ist sie wohl nur aus einem 
Missverstândniss einiger Stellen des Gedichtes selbst hervorgegangen. 
Gegen dieselbe sprechen namlich folgende Punkte. Zunâchst nennt 
Bertran den Richard Vers 20 „lo senhor de Bordel", wâhrend dieser 



48 

in den nach seiner Thronbesteigung entstandenen Liedem immer 
„reis" heisst Ja in der sechsten Strophe wird sogar direct von 
ihm als dem „Grafen" gesprochen; denn der „coms", von dem 
dort die Rede ist, kann wohl kein andrer als Richard sein, da ìn 
Vers 48 auf seine kûnítige Salbung zum Kònige angespielt wird. 
Aber noch ein andrer, entscheidender Grund kann gegen die in 
Rede stehende Behauptung angefûhrt werden. Die Strophe fùnf 
ist nâmlich an „Rassa" gerichtet, dem darin Vonvûrfe gemacht 
werden. Nun ist Rassa nach der ausdrùcklichen Angabe der pro- 
venzalischen Lebensnachrichten der Versteckname fïir Gottfried von 
der Bretagne, dem dritten Sohne Heinrichs. Wenn diese Angabe 
aber richtig ist, so kann das vorliegende Gedicht nicht*so spát, 
wie behauptet wird, entstanden sein, da Gottfried, wie wir nachher 
erfahren werden, bereits am 19, August 1186 starb. Wenn wir 
nun das Gedicht mit der „razon" vergleichen, so erkennen wir, 
dass folgende Stelle des ersteren die Ursache des Missverstândnisses 
gewesen ist (18 — 21): 

mas sirventes farai fresc e novel, 

pois castiar ctùdon en guerrejan 

nosire baron lo senhor de Bordel 

€ per forsa tomar franc e cortes, 
Denn in der „razon" werden diese Worte eigentlich nur 
paraphrasirt. Es wird hier nâmlich erzâhlt, dass, als Richard aus 
der Gefangenschaft zuruckgekehrt, er gegen die Rebellen sehr er- 
zûrnt geworden sei und sie heftig bedroht habe; diese jedoch 
fftengron las soas menassas a nìen elh manderon dizen qiíel era ven^ 
gutz trop hraus e trop orgolhos e que ilh mal son grat lo farian 
franc e cortes et humil e qtiilh lo castiarian guerrejan*\ Ks scheint 
daher unzweifelhaft , dass, als der provenzalische Scholiast seine 
Bemerkungen zu diesem Gedichte geben wollte, er annahm, dass 
die in dem oben zitirten Verse geschilderte Situation nur auf die 
Zeit nach Richárds Rûckkehr passe und dass er daher áà& Gedicht 
ohne Weiteres danach fixirte. Derselbe scheint aber noch eine andre 
Stelle desselben missverstanden zu haben. In Strophe vier nâmlich 
erklárt der Dichter, es wûrde eine Schande fûr Rìchard sein, wenn 
er Limousin verl<')re, wo er so manchen Kampf gekampft von Agen 
bis Nontron. Hierauf scheint sich die Bemerkung der „razon" zu 
beziehen, Bertran liabc gewusst, dass Richard sehr bôse gewesen 
sei wegen der Schlòsser von Montron und Agen, wclche die Em- 
pôrer ihm genommen hatten. Abgesehen aber von der Aenderung 
von „Nontron" in „Montron" haben offcnbar die Worte des Ge- 
dichtes einen ganz andem Sinn als den, welcher ihnen in der 
„razo" beigelegt wird. 

Aus diesem gemeinschaftlichen Irrthum des provenzalischen 
und der modernen Biographen unseres Dichters folgt schon, dass 
es nicht ganz leicht sein wird, aus den Worten des Liedes einen 
sichercn Schluss auf sciiie Entsteliungszcit zu ziehen. Dennoch 
glaube ich, dass die von mir aufgestellte Ansicht, das Gedicht seî 



49 

zur Zeit des Streites der beiden Brûder um Aquìtanien entstanden, 
die grôsste Wahrscheinlichkeìt fûr sich hat Zunâchst muss es, wie 
schon envâhnt, vor dem Tode Gottfrieds von der Bretagne, d. h. 
vor der Mitte des Jahres 1186, verfasst worden sein; nicht minder 
aber nach dem Sommer 11 83, da Richard bereits als der prâsum- 
tive Thronfolger erscheint Innerhalb dieser Grenzen aber vermag 
ich kein andres Ereigniss herauszufìnden , durch welches Richard 
in seinem Besitz hâtte bedroht werden kônnen, als den oben kurz 
skizzirten Bruderkrieg. Dass eine solche Gefahr aber zur Zeit der 
Entstehung des Gedichtes vorlag, scheint aus der vierten Strophe 
mit Evidenz hervorzugehen; denn dort hàlt ihm Bertran vor, es 
werde eine Schmach fûr ihn sein, wenn er in dieser Weise seine 
Sache in Limousin aufgeben wollte, gerade dort, wo er so manche 
schône Waífenthat vollbracht, wo er bereits so viele Mûhen und 
Strapazen ertragen hat (25 — ^2). Aus diesen Worten kann man 
sogar herauslesen, dass ihm zugemuthet wurde, freiwillig auf sein 
Land zu verzichten. Wir sehen also, wie Bertran in dem Streite 
entschieden fûr Richard eintritt. So erklârt es sich denn auch, 
dass er die Gelegenheit benutzt, um dem Gottfried, der auf Johanns 
Seite stand, bittere Vorhaltungen zu machen. £r erinnert ihn 
nâmlich an die Vorgânge des Jahres 1 1 83. „In Eurem Interesse", 
sagt er, „haben sie den Kampf begonnen ; daher beklagen sie sich 
jetzt bitter ûber £uch, da sie es nun sind, welche den Schaden 
davon haben und welche die Kosten tragen mûssen. Dies>besta- 
tigen mir Ademar und alle die andern Barone, welche sich mit 
Euch eingelassen haben. Wenn sie jetzt Frieden haben, so ver- 
danken sie dies nicht Euch, sondern dem Grafen Raimund (33 — 40)". 
Die sechste Strophe bezieht sich sodann, wie es scheint, auf den 
bevorstehenden Kampf der Brûder. Bertran sieht nâmlich im Geiste 
seinen Freund Richard bereits siegreich und ruft aus, dass in der 
Bretagne, in der Normandie, in Anjou, in Poitou und in Maine es 
Keinen geben wird, der nicht Richards Heeresrûstung werde zu 
sehen bekommen, ja der Dichter fordert diesen sogar auf, auch 
gleich auf das Land des heiligen Aimon, womit er vielleicht die 
Bretagne meint, Anspruch zu erheben, bis man ihm die Kônigskrone 
aufs Haupt setze (41 — 48). 

Es bleiben nunmehr noch die Verse zu erldáren, welche den 
Anlass zu dem oben hervorgehobenen Missverstândniss gegeben haben. 
£s wird uns zwar in den Chroniken nicht direct berichtet, dass, 
als der Kneg zwischen Richard und seinen Brûdem in Aussicht 
stand, auch die Barone sofort wieder Lust verspûrten und auch 
âusserten, diese gûnstige Conjunctur zu benutzen, um das verhasste 
Joch Richards abzuschûtteln. Es ist dies aber âusserst wahrschein- 
lich, und gerade aus Bertrans Wortcn môchte man schliessen, dass 
die Barone in der That sich heimlich zum Kampfe nisteten, viel- 
leicht auch Drohungen aller Art ausstiessen. Durch das spâter zu 
besprechende Lied 28 (siehe pag. 54) wird diese Vermuthung 
durchaus bestatigt, ja wir erfahren dort, dass unter den Vasailen, 



50 

die dem Richard damals feindlich entgegentraten , auch sein alter 
Gegner Ademar von Limoges sich befand. Wenn die Chronisten 
diesen Umstand nicht erwáhnen, so hat dies wohl darin seinen 
Grund, dass der geplante Aufstand der Barone nicht zu Stande 
kam, und zwar, wie wir gleich sehen werden, weil sich Gottfried 
und Johann als zu schwach erwiesen, ihren Plan dem Richard 
gegenûber mit Gewalt durchzufûhren. Darum sieht auch Bertran 
dies Mal die Sache der Vasallen als aussichtslos an, und aus diesem 
Zusammenhange heraus scheinen jene Worte verstanden werden zu 
mûssen. In dem Anfange des in Rede stehenden Gedichtes erklârt 
Bertran nâmlich, dass, wenn er wegen der lieblichen Jahreszeit ein 
Lied verfasse, dies nicht geschehe, weil er verliebt sei; denn er sei 
kein Liebhaber, gebe sich ûberhaupt nicht mit Liebe ab, mache 
keiner Dame den Hof, und es sei daher eine niedertráchtige Ver- 
lâumdung, wenn Einige die Meinung verbreitet haben, dass er der 
schònsten Dame der Welt seine Liebe geschenkt habe (i — 16). 
Ein Liebeslied will er daher nicht dichten, wohl aber ein Sirventes, 
um den Baronen Bescheid zu sagen, die so vermessen sind, dem 
Richard mit Gewalt feine Manieren beibringen zu wollen (17 — 21); 
aber die Sache wird sich vielmehr umkehren ; Richard wird so grob 
sein, dass Jene froh sein werden, wenn er ihnen ùberhaupt nur 
antwortet, und sie werden gute Miene zum bôsen Spiele machen, 
selbst wenn er sie gehôrig schindcn und scheeren sollte (22 — 24). 

Man kann dem Bertran nicht Inconsequenz vonverfen, weil 
etwa diese Worte mit seinen Reden und Thaten des vergangenen 
Jahres so gar nicht im Einklang stehen; denn im Jahre 1183 han- 
delte es sich um einen Anschluss an den durch seine Milde und 
Freundlichkeit belcannten jungen Kônig, mit welchem Bertran 
ausserdem durch enge Bande der Freundschaft verknûpft war, dies 
Mal aber um einen Aufstand zu Gunsten des ganz jungen, kaum 
siebzehnjàhrigen Gottfried, sodass Bertran nicht Bedenícen tragen 
konnte, fûr Richard Partei zu ergreifen, mit dem er bis auf wenige 
Ausnahmen immer auf dem besten Fusse gestanden, und mit dem 
er gerade seit 1 1 83 so harmonirte, dass, wie wir bemerken werden, er 
von da an in allen Streitigkeiten ausnahmslos auf dessen Seite sich 
befand. 

Falls die soeben dargelegtc Vennuthung der Wahrheit ent- 
spricht, so wûrde das Lied in das Jahr 11 84 fallen, und zwar, da 
in den ersten Versen von den in ihrer Blumcnpracht dastehenden 
Gârten gesprochen wîrd, dûrfte das Ende des Frûhjahres als 
die wirkliche Entstehungszeit desselben anzusetzen sein. Letztere 
Bestimmung wûrde auch durch die uns ùberlieferten historischen 
Ereignisse bestatigt werdeii. Wic námlich Benedict von Peterborough 
(Bouquet XVII, 460) erzáhlt, machten Gottfried und Johann wirklich 
einen Angriff gegen Richard, den dieser damit beantwortete , dass 
er sengend und brennend in Gottfricds Besitzungen einfiel, so dass 
der Kònig sich endlich gezwungen sah, seine drei Sôhne zu sich 
zu benifen, um zwischen ihnen den Frieden zu vermitteln. Sobald 



51 

dìese gekommen, begab er sich mit ihnen sowie mit der Eleonore, 
dem Herzog und der Herzogin von Sachsen nach London, wo er, als 
das Adreasfest, d. h. der 30. November, herannahte, eintraf. Hier kam 
nun auf einer grossen Versammlung die Versôhnung in der Weise 
zu Stande, dass der Kônig von seiner Forderung Richard gegen- 
ùber abliess. Aber Letzterer war innerlich noch so erbost gegen 
Gottfried, dass, als or im náchsten Jahre nach Aquitanien zurûck- 
gekehrt war, er sofort seinen Verwûstungskrieg gegen die Bretagne 
fortsetzte und nicht eher sich fûgte, als bis der Kònig am i6. April 
II 85 selbst nach der Normandie kam und ihm die gemessenensten 
Befehle zukommen liess. 

lch greife nunmehr den Ereignissen etwas vor und erzáhlc 
sofort den Tod Gottfrieds, da dies P>eigniSs nicht nur fûr die Be- 
stimmung des eben besprochenen Gedichtes von Wichtigkeit ist, 
sondem auch aufs Engste zusammenhángt mit den Kampfen zwischen 
Heinrich und dem neuen franzôsischen K6nige, bei denen Bertran 
so energisch seine Dichterstimme erhob. Gerade námlich, als ob 
es das Verhángniss des englischen K(')nigs gewesen wàre, dass 
keiner seiner Sôhne das (ỳefûhl der Dankbarkeit kennen sollte, 
verlangte Gottfried, als Richard kaum zur Ruhe gebracht war, 
ohne Grund von seinem Vater das Herzogthum Anjou fùr sich 
und, da Heinrich nicht auf diese Forderung einging, so wandte er 
sich nach Frankreich, dessen Kònig sein Gesuch nach Kráften 
unterstûtzte. Unter dem Vorwande eines Tournierfestes begab sich 
Gottfried nun sogar nach Paris, um mît Philipp die zu ergreifenden 
Massregeln • zu berathen. Da hinderte plôtzlich die Hand der Vor- 
sehung die Ausfûhrung dieser verrátherischen Verabredungen. Nach 
der Version einiger Autoren wurde Gottfried plôtzlich von einem 
Fieber befalien; andre erzáhlen, er sei bei dem eben envàhnten 
Toumiere gestûrzt und unter die Pferde der andem Ritter ge- 
kommen; arg zugerichtet, habe er sich bei sorgfáltiger Pflege 
zwar scheinbar bald erholt, aber, als er nach Wiederaufnahrae der 
Unterhandlungen von. einem heftigen Schmerze, wie von einer 
innem Verletzung herrûhrend, ergriíFen worden, sei ein Fieber hin- 
zugekommen, dem er dann am 19. August 1186 erlag. 

Nach der Chronologie der Gedichte Bertrans de Bom konmit 
nun, wie ich glaube, das Lied 11 an die Reihe, obwohl die in 
demselben gegebenen Anspielungen nicht so deutlich sind, um 
diese Annahme fest zu begrûnden. Zunáchst erscheint es un- 
zweifelhaft, dass auch dies Gedicht nach den Ereignissen des 
Jahres 1 1 83 entstanden ist, da in demselben auf den Streit Bertrans 
mit seinem Bruder Constantin angespielt wird, ein Streit, der mit 
der Alleinherrschaft unseres Dichters in Autafort endete. Die andre 
Partei, behauptet er, verlangt von ihm auch die Gùter und Zugestánd- 
nisse zurûck, die sein Bruder ihm direct zugeschworen hat (40 — 42). ' 
ba also seine Verwandten nicht Recht und Billigkeit gcltcn lassen 
wollen, so darf man ihn nicht deswegen schelten, wenn er sich in 
Besitz des Ganzen setzt ; namentlich aber sollen sich diejenigen niçht in 

4* 



52 

die Sache einmischen , die gar nicht dazu berufen sind (43 — 49). 
Aber leider hat man ìmmer etwas an íhm auszusetzen: beraubt er 
die, welche ihn nicht in Frieden lassen, so heisst's, er sei zu vor- 
eílig; und jetzt, da er keinen Krieg fûhrt, nennt man ihn feige 

(50—56). 

Einen weiteren Anhalt fûr die Fixirung des Gedichtes giebt 
vielleicht die dritte Strophe. Dort erklárt Bertran, es gefalle ihm, 
dass der kleine Kônig von Terra-Menor so vorwàrts strebt und 
seine Vasallen unterwirft, er râth ihm, seine Rechte allseitig geltend 
zu machen (15 — 21). Wenn ich den Sinn dieser Worte richtig 
erfasst habe, so ist dies eine hôhnische, ironisch gemeinte Belobigung 
Philipp Augusts. Terra-Menor scheint mir eine Parodírung des aus 
den Chansons de geste bekannten Ausdrucks Terra-Major zu sein. 
Auch bei den Troubadours ^onmit die Bezeichnung Terra-Major 
fûr Frankreich zuweilen vor z. B.: quel conquisi que nosir* ancessor 
conquisierm Terra^ Major , perdem Aim. de Belen. 10, 20, so dass 
also die Parodie sofort verstándlich war. Dass Bertran aber dem 
franzôsischen Rònige durchaus nicht gewogen war, werden wir aus 
einer Reihe seiner nàchstfolgenden Gedichte erfahren, und auf diese 
Weise ist auch wohl das Attribut „pauc" zu erfclâren, das sich oíFenbar 
nur auf die Jugend des erst 1165 geborenen Fûrsten, nicht aber 
auf dessen Macht beziehen kann. Was nun die in der Strophe 
berûhrten Ereignisse betrifft, so scheint damit der Krieg gemeint 
zu sein, den Philipp gegen einige seiner mâchtigsten Vasallen im 
Interesse der Krone unternahm. Schon im Jahre 1181 hatte der 
Graf von Flandem im Bunde mit dem Herzoge von Burgund und 
mehreren andem máchtigen Baronen einen Kampf gegen den 
jugendlichen, damals noch nicht ganz selbstândig regierenden Kônig 
gewagt, doch war dieser auf Vermittelung Heinrichs II. von England 
durch einen Vergleich beendet worden. Aber kaum fûhlte Philipp 
sich stark genug, als er den Vertrag brach und sich zunáchst mit 
einem bedeutenden Heere gegen den Grafen von Flcindem wandte, 
den er 1185 zwang, sich zu unterwerfen und ihm sogar einen Theil 
der Grafschaft Vermandois abzutreten. Auch der Aufforderung 
Bertrans, das angefangene Werk zu vollenden, entsprach Philipp, 
indem er im nâchsten Jahre in Burgund eindrang und den Herzog 
nôthigte, vor ihm zu erscheinen und um Verzeihung zu bitten. (Al. 
Schmidt, Geschichte von Frankreich I, 401 — 405). Fast noch dunkler 
erscheint die Strophe vier; dort heisst es, die Feiglinge des Kaisers 
hatten die Absicht, die Lombardei zu erobem, und unterlassen aus 
Furcht es nichf, oberhalb Cremona zu bauen (29 — t^í), Soll damit 
angespielt werden auf den sechsten Zug Friedrich Barbarossas nach 
Italien? Dieser unternahm denselben im Herbst 1184 und zwar 
ohne Heer, in friedlicher Absicht, um nâmlich seinen Sohn 
Heinrich vom Papste krônen zu lassen und ihn mit der Constantia, 
der Erbin von Apulien und Sicilien, zu verloben, bei welcher Ge- 
legenheit er von allen lombardischen Stádten mit Ehrfurcht und 
Freudenbezeugungen aufgenonmien wurde. Da das Gedicht weiter 



53 

keine thatsâchlichen Angaben enthàlt, so erscheint die Vermuthung, 
dass dasselbe etwa ím Herbst 1185 entstanden sei, âusserst un- 
sicher, aber es wird kaum môglich sein, ein durchaus zweifelloses 
Resultat zu erzielen. Die Einleitung des Gedichtes steht in einer 
Art Gegensatz zu No. 34, dem zuletzt besprochenen. Dort be- 
hauptete Bertran, dass er sich damals gar nicht mit Liebe befasste, 
hier erklârt er, dass er lange nicht gesungen, weil seine Dame es 
ihm verboten, und er ihrem Gebote sich gefûgt (i — 7); jetzt aber 
nimmt die Schône seine Lieder und Huldigungen wieder entgegen, 
und so wird er denn wieder beginnen (15 — 21). Nachdem er 
sodann den Kônig von Terra-Menor zu weiterem Kampfe aufgereizt 
hat, bittet er, man môge ihn, den Dichter, nicht fûr einen Stôren- 
fried halten, wenn er immer die Màchtigen aufeinanderhetze; denn 
nur so kônnen die kleinen Vasallen und Schlossherm von Jenen 
Nutzen ziehen und Vortheil haben, da ein Mâchtiger im Kriege 
viel liberaler, freigebiger und zuthulicher sei, als im Fríeden {22 — 28). 

Noch eine Stelle dieses Gedichtes scheint mir Beachtung zu 
verdienen: „Wohl weiss ich, dass die ûblen Nachredner, weil ich 
ihre Betnigereien aufdecke, mich deswegen einen Dulder nennen 
werden, weil ich mir Gewalt auferlegen und mich leiten lasse." 
Ich môchte in diesen Worten eine Zurechtweisung erblicken, die 
Bertran den Baronen zukommen lâsst, welche ihn hôhnten, dass er, 
der frûher so trotzige Empôrer, sich nun so vôllig unterworfen und 
der Sache des regierenden Fûrsten angeschlossen habe. Die 
darauf folgenden Strophen, welche sich gegen die unberechtigten 
Forderungen sdner Verwandten richten, scheinen zu beweisen, 
dass diese scheinbare Sanftmuth nur eine Massregel der Vorsicht 
war, hervorgerufen von dem Wunsch, seinem Bruder Constantin 
nicht wiederum eine Gelegenheit zu geben, sich mit Hûlfe Richards 
oder des KÔnigs Heinrich noch ein Mal, und zwar dann viel- 
leicht mit gûnstigem Erfolge, in Besitz des so schwer erlangten 
Autaforts zu setzen. 

Mit etwas grôsserer Bestimmtheit lâsst sich, wie es scheint, 
das nun zu besprechende Lied No. 2S fìxiren. Dass dasselbe nicht 
allzu lange nach den bereits behandelten Sirventesen ^2 und 35 
entstanden ist, scheint daraus hervorzugehen, dass der Dichter es 
nicht unterlassen karm, auch in diesem dem Kônige AlfonsIL von 
Aragonien einen Hieb zu versetzen. In der fûnften Strophe nâm- 
lich behauptet er, dass die Aragonier, die Catalanen und die Be- 
wohner von Urgel trauem, weil sie keinen Staatslenker , sondem 
einen schlafFen und traurigen Herm haben, einen Dichterling, der 
mehr nach Geld als nach Ehre strebe und der sich dadurch die 
ewige Verdammung zugezogen, dass er seinen Vorgànger erhângt 

habe (33—40). 

Aber zwei andre Notîzen geben uns weiteren Anhalt, die Ab- 
fassungszeit des Gedichtes herauszufìnden. Zunâchst nâmlich erzâhlt 
der Dichter in den einleitenden Worten desselben, dass schon ùber 
ein Jahr lang die Waífen ìm Lande geruht hâtten (i — 5), was vom 



54 

Herbst 1184, dem Kampf 2wischen den drei Prinzen, an gerechnet 
etwa auf den \Vinter 1 1 85 bis 1 1 86 fûhrt Und diese Schluss- 
folgerung wird durch Vers 29 bestâtigt, aus welchem sichtbar 
wird, dass die Franzosen eine drohende Miene angenommen, ja 
sogar einen Krieg in Aussicht gestellt hatten, was sie in der That 
auf Gottfrieds Ansuchen, wie oben berichtet, gethan. Auch im 
Uebrigen passt die politische Situation, die sich aus diesem 
Gedichte construiren lásst, genau mit der, die wir in dem ge- 
nannten Winter beobachten kônnen. Nachdem námlich Bertran 
angegeben, dass seit einem Jahre kein Krieg im Lande gewesen, 
fùgt er den Grund dieser auffallenden Erscheinung hinzu; die 
Barone, sagt er, haben darauf verzichtet, einen Aufstand zu machen, 
und zwar einige derselben aus Furcht, andre, und Bertran 
rechnet sich ausdrûcklich zu den letzteren (nos autre), aus Liebe 
zu Richard (6 — 8). Es entsprechen diese Worte aJso genau den 
in Lied 34 und 11 dargelegten Verhâltnissen, sodass hierdurch 
indirect die ûber die Entstehung jener Lieder ausgesprochene Ver- 
muthung bestátigt wird. Letzteres geschieht aber ebenso sehr im 
weiteren Laufe unseres Gedichtes. Auch in 28 kommt, wie in 34 
(und 11), eine scharf ausgeprágte Abneigung gegen die empôrungs- 
lustigen Barone zum Ausdruck, eine Abneigung, die sich in Bertrans 
beliebter Manier in beissendem Spott und verletzendem Hohn 
áussert. Also auch in unserem Gedichte nimmt er entschieden 
Partei fûr Richard, der hier sogar eigenthúmlicher Weise wie 34 
fylo senher que ten Bordel^^ genannt wird. Dass die Barone damals 
die grôsste Neigung zur Empòrung hatten, geht aus dem ganzen 
Liede deutlich hervor, und Bertran bescheinigt ihnen sogar, dass 
sie reichliche Veraiilassung zu einer solchen haben, denn Richard 
schárft und schleift und streicht sie fortwáhrend wie ein Messer 
(9 — 11); dieser Umstand giebt dem Dichter daher um so gerech- 
teren Anlass, ihre Feigheit und Unentschlossenheit zu brandmarken. 
Denn trotz dieser groben Behandlung von Seiten Richards sind sie 
doch, fûgt er hinzu, schartig und stumpf und zahmer als ein Prior; 
Jenem werden sie es also verdanken, ruft er hôhnisch aus, wenn 
sie durch ihre Sanftmuth sich das ewige Leben erwerben (12 — 16). 
Alle Jahr, wenn es zum Sommer geht, da zeigen sie unbándigen 
Muth; tritt dann aber die Kàlte ein, so venvandelt das dûster 
werdende Wetter ihre Kûhnheit in Zaghaftigkeit (17 — 24). Daher 
wird auch der Vizgraf von Turenne sich kaum in diesem Jahre 
empôren, vielmehr wird er abwarten, was denn die Franzosen thun 
werden, welche mit Drohungen um sich werfen. Aber, fûgt er 
hinzu, dicse sind nicht so keck, dass sie nicht lieber den Frùhling 
erwartetcn, denn vorlàufig regnet und friert es (25 — 32). Wenn 
aus dcr letzten Wendung hervorgcht, dass Bertran dies Lied im 
Winter dichtete, so liegt auch hierin wiederum eine Bestátigung 
der Annahme, dass wirklich der Winter 1185 auf 1186 die Ent- 
stehungszeit desselben ist 

Der Rest des Gedichtes dient einem ganz anderen Gegen- 



55 

stande. Hier lclagt er eine Dame des Verrathes und des Betruges 
an, weil sie durch ihren Leichtsinn es dulde, dass falsche Heuchler 
sich den Anschein geben, von ihr geliebt zu werden, obwohl bel 
ihren hohen Vorzùgen dies unmòglich erscheint (41 — 48). Er 
kennt einen trefflichen, edlen, hòfischen Habicht, mit welchem er 
sich den Verstecknamen Tristan giebt Dieser hat ihn zimi Lieb- 
haber angenommen und macht ihn durch seine Liebe reich (49 — 65). 
Diese Liebe wird ihn anfeuern, in Poitou zu turniren, wer auch 
darùber spotten môge (57 — 59). 

Ich bin nicht im Stande, diese Anspielungen zu erklàren. Es 
ist nîcht ersichtlich, welche Dame er unter der Bezeichnung Tristan 
verstanden, da dieser Name in keinem andem der uns erhaltenen 
Lieder wiederkehrt, und aus den eben angefûhrten Worten nichts 
geschlossen werden kann. Noch weniger ist zu erkennen, von 
wem er in Strophe 6 hat sprechen wollen, da es scheint, dass 
die hier des Leichtsinnes und des Verrathes angeklagte Dame 
keineswegs mit der Tristan genannten identisch ist. Es ist 
auch kaum zu hoffen, dass diese Schwierigkeit je eine Lôsung 
finden wird. 

Wir haben nunmehr unsem Blick zuruckzuwenden und einige 
Thatsachen nachzutragen , welche wáhrend der eben geschilderten 
politischen Unmhen sich ereigneten und einen mehr privaten Charakter 
hatten. 

Das schreckliche Jahr 1183 war voriiber gegangen und fried- 
lichere Tage sollten ûber Autafort kommen. Die nâchste Zeit 
brachte zwei Ereignisse, welche fùr die Familie unseres Dichters 
von bedeutender Wichtigkeit waren. Die Kenntniss derselben ver- 
danken wir Laurens p. 157 sq., welcher angiebt, dieselben aus den 
Acten der Abtei von Dalon entlehnt zu haben, ohne diese Angabe 
jedoch genauer zu spezifiziren. Danach wârc im Laufe des Jahres 
II 84 Constantin von Bora, der dritte von Bertrans Sôhnen, in das 
Kloster zu Dalon eingetreten, um sich dem geistlichen Stande zu 
weihen, wàhrend zu Ostem des folgenden Jahres, d. h. 11 85, 
Aymeline, des Dichters einzige Tochter, sich mit Seguin II. de las 
Tours, dem Herrn und Besitzer von Pompadour vermâhlt hátte. 
Die letztere Angabe wird auch ander^veitig bestátigt. So erzâhlt 
Gottfried von Vigeois in seiner Chronik (Bouquet XU, 422), dass 
Seguin de las Tours mit der Aymeline, Tochter Bertrans von Bom, 
verheirathet gewesen ist und von ihr zwei Sòhne, Gerald und 
Ranulf erhalten hat Das Verwandtschaftsverhâltniss zwischen 
diesem Herm von las Tours mit Agnes, der Frau Constantins von 
Bom, ergiebt sich aus folgendem Stammbaum, bei dem jedoch nur 
dîe directe Familie der beiden Bctreffenden , nicht jedoch die 
Seitenlinien berucksichtigt sind ^) : 



^) Die untereinander stehenden Namen sind die des betreíFenden Ehe- 
paares. 



56 



Gnido de las Tours 



Gcrald Golfier 

Humberga Agnes 

I I 

Seguin Olivier 

Brunicenda Almode 



I ^ 

Seffuin Agnes Golfier 

AyiSeline Constantin v. Bom Geralda 



Gerald Ranulf Golfier keineKinder. 

Auch die nun folgenden Ereignisse betreffen das Privatleben 
des Dichters und werden von Laurens p. 156 sq. ohne Angabe der 
Quelle erzâhlt. Constantìn von Bom, dessen Anstrengungen, Auta- 
fort wieder zu erlangen, vergebens gewesen waren, hegte noch 
immer den tiefsten Hass gegen seinen Bruder und ûbertrug diesen 
auch auf dessen neuen Schwiegersohn , wie auf dessen Freunde. 
Daher ergriff er mit Freuden eine sích ihm darbietende Gelegen- 
heit, um denselben einen empfindlichen Schaden zuzufûgen. Be- 
sonders geeignete Werkzeuge schienen ihm die Banden braban- 
tischer Sôldner zu sein, welche seit dem' Aufhôren des Krieges 
keine Beschâftigung mehr hatten und nun marodirend im Lande 
henunzogen. Sie hatten bereìts unter Fûhrung ihres Hauptmanns 
Mercaders mehrere Schlôsser ûberfallen und ausgeraubt, so wie 
mehrere Stâdte und Klôster gebrandschatzt und geplûndert Das 
waren gerade die Mânner, wie Constantin sie zu seinen Zwecken 
brauchte. £r schloss sich zugleich mit Rudolph von Castelnau 
dem Mercaders an, sie zogen gegen Pompadour, ûberrumpelten 
das Schloss und machten die Gamison nieder. Die Bewohner 
mussten ihre Freiheit mit schwerem Gelde erkaufen und die be- 
wegliche Habe, so weit sie brauchbar war, wurde fortgeschleppt. 
Nachdem die zuchtlosen Banden. die kleinen Stadte Nontron, 
Chalus und Excideuil heimgesucht hatten, brachen sìe nach Auta- 
fort auf, um Bertran de Bom eine áhnliche Ueberraschung zu be- 
reiten. Zwar war dieser auf seiner Hut und vermochte sich auch 
ohne grosse Mûhe in der festen Burg selbst zu halten, aber rings 
herum wurden die Hàuser verbrannt, die Felder verwûstet, die 
Einwohner beraubt. Da bildete sich ein allgemeîner Bund gegen 
die frechen Râuber, ein Heer wurde gesammelt, die Brabanter 
wurden angegriffen, besiegt, zersprengt und zum grôssten Theile 
niedergemacht 

Wáhrend diese ruchlose That Constantins innerhalb der Familie 
las Tours blutige Auseinandersetzungen hervorrief, wurde Bertran 
de Bom von einem schweren Schlage betroffen: ihm starb 1186 
Ermengarde, seine Gattin, die Mutter seiner Kinder. Bertran blieb 
jedoch nicht lange Wittwer, sondem verheirathete sich nach einiger 
Zeit zum zweiten Male und zwar mit einer Dame Namens Philippa 
(Laurens pag. 181). 

Bald sollten aber die immer drohender sich gestaltenden 
politischen Verháltnisse die Aufmerksamkeit des Dichters wieder auf 



57 

sich ziehen und von seinen Privatangelegenheiten ablenken. Jetzt 
waren es jedoch nicht Streitigkeiten innerhalb der englischen Kônigs- 
familie, viehnehr drohte ein Conílict zwischen den beiden Kônigen 
von England und von Frankreich. Wir haben gesehen, wie der 
Keim desselben in den Ansprùchen des Philipp August auf die 
NDtgift seiner Schwester Margarethe, der Wittwe des jungen Hein- 
rich, gelegen hatte und wie dieser vorlâufig durch den Vertrag vom 
6. December 1183 beigelegt worden war. Inzwischen war nun 
aber das Verhâltniss des franzôsischen Kônigs zu seinem mâchtigen 
Vasallen durch sein Eintreten fûr Gottfrieds unberechtigte Anspniche 
ein âusserst gespanntes geworden, und Philipp drang mit Recht auf 
die Ausfûhrung des oben erwâhnten Vertrages, welche Heinrich 
von Jahr zu Jahr aufschob. So hatten denn die beiden Kônige 
am 10. Mârz 11 86, also vor Gottfrieds Tode, eine neue Ziisammen- 
kunft in Gisors, wo Heinrich zunáchst das Versprechen des friiher 
festgesetzten Jahresgehaltes an Margarethe emeuerte, sodann aber 
schwor, dass er alsbald die Verheirathung Richards mit Alice aus- 
fûhren wûrde. Nur unter dieser Bedingung verzichtete Philipp 
auch jetzt wieder auf Gisors und das dazu gehôrige Gebiet 

Aber schon das nàchste Jahr 1 187 brachte neue Verwickelungen. 
Richard hatte sich immer noch nicht mit der franzôsischen Prin- 
zessin vermâhlt, und so verlangte Philipp mit gutem Grund die 
Herausgabe Gisors' und des normannischen Vexins, wâhrend eine 
zweite, weniger berechtigte Forderung von ihm darín bestand, dass 
Richard ihm fûr Aquitanien den directen Lehnseid schwôren sollte. 
Da aber wedcr Heinrich die in seinem Besitz befindlichen Lânder 
gutwiliig herausgeben, noch auch Richard die zweite Forderung 
erfûllen wollte, so entstanden zunachst langwierige Unterhandlungen, 
die aber schliesslich zu blutigen Thaten fahrten. Der Kônig kam 
am 17. Februar 1187 aus England heruber nach der Normandie 
und wurde hief von seinen beiden Sôhnen Richard und Johann, 
von den Grafen von Flandem und der Champagne, so wie von 
einigen andem Grossen empfangen. Gleich nach Ostem fand eine 
Zusammenkunft in Nonancourt Statt, die aber zu keinem Resultate 
fûhrte. Im Gegentheil scheint es, dass hier die Parteien hart an- 
einandergerathen sìnd, so dass der Krieg unvermeidlich schien; 
denn Gervasius Dorobemensis (Bouquet XVII, 667) erzàhlt ,,pax 
pmitius elongaia est et uterçue eorum jura sua vel injurias iueri 
minabantur vel revocare.** £r fûgt hinzu, dass dennoch schliesslich 
ein Waífenstillstand bis zum Feste Johannis des Tâufers, d. h. bis 
zum 24. Juni , festgesetzt wurde , eine Zeit , die jeder der beiden 
Kônige zur Ansammlung môglichst grosser Truppenmassen benutzte. 

Eine politische Lage wie diese entsprach zu sehr der innersten 
Natur und Neigung Bertrans von Bom, als dass er nicht laut seine 
Stimme hâtte vemehmen lassen sollen. In der That verdankt das 
Lied 2 den eben geschilderten Umstânden seine Entstehung. 

Bei der schônen, jungen Friihligszeit, ruft er, hat der Mensch 
mehr Muth und ist zur Freude aufgelegt (i — 7); daher ârgert es 



58 

ihn, dass er nicht aus der Stelle kommt imd dass er poch nìcht 
das Fest, nâmlich das Johannis des Tâufers, passirt hat (8, 9); er 
kann diese Zeit kaum erwarten, ein Tag kommt ihm so lang wie 
dreissig vor, und jenes Versprechen (den Beginn des Kampfes zu 
verschieben) bereitet ihm Aerger und Verdruss (10 — 12) ; er môchte 
nichtDouai besitzen ohne die sichere Anwartschaft, auch das nahe dabei 
liegende Cambrai zu bekommen (13, 14). Er venvûnscht den, der 
diesen Vertrag angerathen (15, 16); denn jâmmerliche Feigheit ist 
nicht so viel werth, wie ein flottes Wagniss (17, 18), noch Ruhe 
und behaglìches Leben wie Krieg und Heerfahrt, das môge Philipp 
sich-merken (17 — 21). Von diesem ist bisher noch kein Kampf 
ausgefochten und keine kriegerische Expedition untemommen wor- 
den {22 — 26), ja man hat es ihm bereits tadelnd vorgehalten, dass 
er noch nie eine Lanze gegen einen Schild geschleudert habe 
(27, 28), Wenn ein Kônig von einem Grafen gekránkt und Lûgner 
gescholten wird und er dann einen Krieg ohne Feuer und ohne 
Blut fûhrt, so ist das eine eben nicht erbauliche Geschichte (29 — 32). 
Mag er sich spâter ruhen imd pflegen ; ein junger Mann, der nicht 
im Kriege lebt, wird schlafF und feige (33 — 35). — Um nun den 
franzôsischen Kônig noch mehr anzustacheln, hâlt er ihm das ihm 
widerfahrene Unrecht vor; in Tours erhebe man keine Steuem fur 
ihn und in Bezug auf Gisors befrìedige man seine Forderungen 
nicht (37 — 39); also habe er ja Krieg und Frieden zur freien Wahi 
in seiner Hand, aber nicht eher werde er Ruhm erwerben, als bis 
er ein Mal herzhaft darauf losgegangen sei (40 — 42). Ueber Herm 
Richard beklagt er sich nicht, wie er sagt, denn ihn braucht er 
nicht erst lange anzustacheln , der ist nie fùr Frieden und Vertrag 
gewesen, sondem hat stets mehr als jeder Andre kuhne Thaten 
und Untemehmungen geliebt (43 — 49). Philipp schâtzt den Frieden 
mehr als ein Mônch, Richard hàlt mehr vom Krieg als der ver- 
wegenste Râuberhauptmann (50 — 53). 

Versuchen wir auch hier zu fixiren, wann Bertran dies Lied 
gedichtet, so mûssen wir zunâchst einige Widerspruche zwischen 
der „razon" dieses Gedichtes und der Geschichte hervorheben. 
Jene behauptet zunáchst, unser Lied sei nach Lied 31 entstanden, 
wàhrend gerade das umgekehrte Verhâltniss obwaltet, wie ich 
spáter (pag. 61) nachweisen werde. Sodann soll die Zusammen- 
kunft auf der Grenze zwischen Turenne und Berry Statt gefunden 
haben, wáhrend nach der Aussage der Chronisten der Versamm- 
lungsort Nonancourt, auf der Grenze von Normandie und Orléanais, 
war. Was ausserdem noch in der „razon" erzáhlt wird, dass nám- 
lich Philipp und Richard in harten und scharfen Wortwechsel ge- 
rathen, wobei Letzterer Jenen einen Lûgner genaimt habe, und 
dass sie zomig auseinander gegangen seien, haben wir keinen An- 
lass zu bezweifeln, da diese Notizen weder mit dem Gedichte noch 
mit den Angaben der Chronisten in Widerspmch stehen, im Gegen- 
theil meistens durch dieselben unterstûtzt werden. 

So kommen wir denn zu dem Resultat, dass die Zeit der Ab- 



59 

fassung unseres Lîedes în den Frûhling 1187, und zwar in die 
Wochen zwischen Ostem und Johannis fallt. 

Als Heinrich seine Truppen beieinander hatte, theilte er seine 
Annee in vier Corps, von denen Richard und Johann je eines 
commandirten. Philipp fiel noch vor Ablauf der WafFenruhe in 
Berry ein, eroberte Issodun und belagerte Chateauroux, die wich- 
tigste Festung dieses Landes, die nun von Richard und Johann 
vertheidigt wurde. Als darauf Heinrich selbst nìit dem ûbrigen 
Theile seiner Armee zum Ersatz herbeizog, hob Jener die Belagerung 
auf und zog sich eine kleine Strecke zuruck, worauf die vereinigte 
englische Armee ihm folgte. Am 23. Juni 1187 standen beide 
einander gegenûber und waren im Begriff, die Schlacht zu beginnen, 
als diese im letzten Augenblicke noch verhindert wurde. Bei dem 
Heere Heinrichs befanden sich nâmlich zwei Legaten des Papstes 
Urban, welche nach England gekommen waren, um ûber die Unter- 
stûtzung des bedrangten Palâstinas zu verhandeln. Diese traten 
zwischen die beiden Reihen der Schlachtordnung und bedrohten 
im Namen des Papstes unter Hinweisung auf den Kreuzzug Jeden 
mit dem Banne, der die Feindseh*gkeiten beginnen wûrde. Damit 
nicht zufrieden, versuchten sie, unterstûtzt von der gesammten Geist- 
Iichkeit der beiden Lager, den Frieden herzustellen und brachten 
wenigstens einen Waffenstillstand von zwei Jahren zu Stande, 
und zwar unter der Bedingung, dass Philipp Issodun allerdìngs 
behalten, sonst aber vorláufig alle streitigeïi Punkte auf sich beruhen 
lassen sollte. 

Wir dûrfen annehmen, dass Bertran de Bom ebenfalls diese 
Expedition mitgemacht hat und zwar dies Mal auf der Seite seines 
rechtmâssigen Herm, da er uns ein Sirventes, 31, hinterlassen hat, 
welches nicht nur den eben skizzirten Ereignissen seine Entstehung 
verdankt, sondem in dem er sich auch ûber die betreflfenden Vor- 
gange ausserordentlich gut orientirt zeigt Aus der sehr ausfûhr- 
lichen „razon" dieses Gedichtes lemen wir zunáchst noch einige 
Einzelheiten in Bezug auf die begleitenden Umstânde. Zunáchst 
ist daselbst ein Irrthum zu constatiren, indem nâmlich auf englischer 
Seite nicht von Heinrich sondem von Richard als dem Comn\an- 
direnden gesprochen wird, weshalb dieser auch immer den Namen 
„Kônig** erhàlt und nicht nur als Herr von Aquitanien sondem des 
ganzen Reiches angesehen wird. Das Heer Philipps bestand da- 
nach aus Franzosen, Burgundem, Champagnem, Flamlándern und 
Einwohnem von Berri, wáhrend sich das des Heinrich aus England, 
der Normandie, der Bretagne, Poitou, Anjou, Maine, Saintonge und 
Limousin recrutirt hatte. Die beiden Heere wurden durch ein 
Flûsschen, Namens Gaura, getrennt und standen sich kampfbereit 
vierzehn Tage lang gegenûber, immer jedoch zuruckgehalten durch 
die Erzbischôfe und anderen Geistlichen, welche den Kampf ver- 
boten und ùber den Frieden verhandelten. Philipp aber wollte 
den Frieden nur unter der Bedingung genehmigen, dass Heinrich 
(die „razo$'' schreibt auch hier fálschlich „Richard") ihm fûr alle 



6o 

seine Besîtzungen diesseíts des Canals huldigte und íhm Gisors 
abtràte. Heinrich jedoch wollte diese Bedingungen nicht zugestehen 
und hoífte um so mehr, seinen Willen durchzusetzen, als er die 
Champagner durch eine bedeutende Geldsumme bestimmt hatte, 
nicht gegen ihn zu kâmpfen. Da also keine Einigung zu erzielen 
war, so befahlen die beiden Kônige, sich zur Schlacht zu rûsten. 
Da bemerkte Philipp zu seinem grôssten Schrecken, dass die Cham- 
pagner sich nicht vom Platze rùhrten, wàhrend die Englânder 
schon ihren Vormarsch begannen. Er war so bestûrzt, dass er 
sofort jene Geistlichen, die bisher sich vergeblich um den Frieden 
abgemûht hatten, eiligst zu sich rîef und beauftragte, von Neuem 
die Verhandlungen zu beginnen, indem er vorlàufig von seinen 
Forderungen abstand. Auf den Rath seiner Barone nahm der 
englische Kônig diesen Vorschlag an und der Friede wurde auf 
zehn Jahr abgeschlossen. Diese Zeitangabe stinmit mit der Geschichte 
nicht ûberein, doch ist môglich, dass hier ein Schreibfehler der 
Handschriften „detz" statt „dos" vorliegt. Wenn nun auch, wie 
schon gesagt, einige Barone mit diesem Frieden einverstanden 
waren, so gab es doch auch andre, welche ûber denselben 
hôchlichst zûrnten, und unter diesen befand sich in erster Linie 
Bertran, nicht nur wegen seiner besonderen Vorliebe fûr den Kampf 
und Streit, sondem auch, weil, wie in der „razon** hervorgehoben 
wird, er in Zeiten des Krieges von Richard Alles, was er wollte, 
durçhsetzen konnte, da er wegen. der schneidigen Schárfe seines 
Wortes von Jedermann gefûrchtet war. Diesem seinem Unmuthe 
nun machte er in dem* genannten Liede in derben Worten Luft. 
Er sagt selbst, er werde es so pfeíFern, dass, wenn die beiden 
Kônige es vemehmen, jeder den Wunsch haben werde, den Krieg 
wieder zu beginnen (3, 4). Nicht gefalle ihm ein Kônig, der im 
Frieden verharrt, wenn man ihn seines ihm rechtlich zustehenden 
Besitzes beraubt, und der das Schwert in die Scheide steckt, ehe 
er seine Ansprûche auch durchgesetzt hat (5 — 7). Beiden Kônigen 
rechne man es als Feigheit an, dass sie einen Frieden geschlossen, 
durch den Beide entehrt werden (8, 9). Nunmehr liest er jedem 
der beiden Fûrsten gehôrig die Leviten. Dem Richard versichert 
er, dass durch einen solchen Frieden, ^vie dieser, die Tûchtigkeit 
nicht gebessert werde; nicht dûrfe er dulden, dass man ihm seinen 
Besitz verkleinere, denn sein Vater, der Kônig Heinrich, habe 
Issodun in seinen Besitz gebracht und wûrde sich nicht fûr einen 
Vasallen des Philipp erklâren, wenn dieser ihm das Lehn von 
Anjou auch nur um eine Elle verringert (15 — 21). Noch mehr 
aber muss Philipp die Schárfe von Bertrans Spott fûhlen : von den 
fimf Herzogthûmem, welche der franzôsischen Kjone gehôren, sind 
drei in mangelhaftem Zustande, denn die Einkûnfte von Gisors hat 
der Kônig verloren, Quercy aber, die Bretagne und Angoulême 
sind in steter Aufregung (10 — 14). Ein Zeichen von SchlafFheit ist 
es, wenn ein Kônig unter den Waffen zu Verhandlungen schreîtet 
(36, 37); den Franzosen und Burgundera ist jedes Ehrgefïihl ab- 



6i 

handen gekommen (38, 39), denn Philipp hâtte besser gethan, es 
auf einen Kampf ankommen zu lassen, als auf Anstiften der Kirche 
unter den Waffen zu verhandeln (40 — 42). Da hat es der taube 
Heinrich, Onkel des Raoul von Cambrai, besser gemacht. Als 
dieser nâmlich gesehen, dass sein Neffe mit den vier Sôhnen 
Alberts in Streit gerathen war, da hat er ihm gerathen, so lange 
er noch nicht gerûstet gewesen, môglichst Frieden zu erhalten; 
sobald er sich aber auf den Kampf vorbereitet, sich nicht auf Ver- 
handlungen einzulassen (29 — 32). Aber Philipp hat leider anders 
gehandelt, der, ehe er zum Kampfe gerûstet gewesen, weniger zum 
Nachgeben geneigt gewesen war, als spâter, wo er vôllig kampf- 
bereit dastand (^^ — 35). Schliesslich hált Bertran dem Philipp 
hôhnisch vor, dass er im Grunde durch englisches Geld ûberwunden 
sei; nicht durch die Tapferkeit der Angeviner und Manser, sondem 
durch die Sterlinge seien die Qiampagner besiegt worden (26 — 28) ; 
daher móge der Kônig sich bei Richard bedanken, dass Dieser so 
freigebig gegen ihn gewesen und so viel englisches Geld ausgestreut 
habe, dass davon Sácke und Riemen in Frankreich vertheucrt seien 
(22—25). 

Dies Gedicht wird daher etwa in der Mitte des Jahres 1187 
entstanden sein. Laurens setzt es in die Zeit nach Richards 
Thronbesteigung, ohne ein bestimmtes Datum anzugeben. Diez 
meint zwar , dass es aus dem Jahre 1 1 87 zu stammen scheine, 
macht aber darauf aufmerksam, dass wegen der Aehnlichkeit der 
Umstânde, welche die damaligen Kriege zwischen Frankreich und 
England begleiteten, es kein Leichtes sei, bei den hierauf bezûg- 
lichen Liedem zu bestimmen, welchem Zeitpunkte sie just ange- 
hôren. Laurens scheint durch die „razon" irre geleitet zu sein, 
die aber, wie schon gesagt, selbst im Irrthum befangen war, da 
im Gedichte selbst Richard nie Kônig genannt wird, sondern 
gerade vom Kônig Heinrich geredet wird. Fùr die Zusammen- 
gehôrigkeit mit dem in Rede stehenden Feldzuge spricht sodann 
ein Mal die Anspielung auf die Einnahme von Issodun von Seiten 
der Franzosen, sodann auch die Vermittlungsversuche der Pràlaten, 
beides Ereignisse, die bei keiner andem Expedition vorgekommen 
sind und die beide in dem Liede selbst erwáhnt werden. 

Doch noch eine andre unrichtige Angabe bei Laurens ist zu 
verbessem, welcher behauptet, dass dieser ganze Vorfall sich in 
Poitou zugetragen habe. Auch hierzu ist er wohl durch die „razon" 
gekommen, wo es heisst, dass die Heere einander gegenûber- 
gestanden ffSoòre la rtba (Tun flum que a nom Gaura^ loquals passa 
li al pe de Ntort.'* Er nimmt nun ohne Weiteres an , dass damit 
das jetzige Niort im Département Deux Sèvres gemeint sei und 
setzt demnach statt Gaura einfach Sèvre-Niortaise. Nach der ûber- 
einstimmenden Erzáhlung aller Chronisten fand jener Friedensschluss 
aber mitten in Berry Statt, und zwar in unmittelbarer Náhe von 
Chateauroux, von dem sich Philipp eben zurûckgezogen hatte. 
Nirgends wird jedoch in den Chroniken einer Stadt oder eines 



62 

Fiusses £rwâhnung gethan, so dass also entweder dìe Notiz der 
^razon" eine falsche ist oder es noch ein zweítes Niort in Beny 
gegeben hat. 

Endlich bleibt noch ein Punkt íestzustellen, den ich schon 
oben (pag. 58) kurz beriihrt, die Behauptung d^ „razon" zu No. 2 
nâmlich, dass dieses Lied nach dem soebcn besprochenen ent- 
standen sei, eine Behauptung, der sich Laurens ohne Begrûndung 
anschliesst. £s heisst dort nâmlich, nach dem auf Veranlassung 
der Geistlichkeit geschlossenen Frieden sei Richard immer hoch- 
fahrender geworden und habe in den franzôsîschen Grenzmarken 
manchc Ungebâhrlichkeiten begangen, dann sei endlich durch die- 
selbe Vermitteiung eine Zusammenkunft zu Stande gekommen, wo 
Richard und Philipp arg aneinander gerathen und schliesslich in 
Unfríeden geschieden seien. Dass aber die von uns befolgte 
Reihenfolge der Gedíchte und nicht die in der ^razon** behauptete 
die ríchtige ist, ergiebt sich aus dem Inhalt des Liedes 2 und aus 
den auf den VVaífenstillstand folgenden historíschen Ereignissen, die 
mit den eben gehôrten durchaus nicht stinmien. £s entsprach 
nâmlich vôllig dem unbestândigen Charakter Richards, dass, als 
er wegen Abschlusses des Waffenstillstandes sich in Philipps Lager 
begab, er sich von diesem so gewinnen iiess, dass er ohne seines 
Vaters Erlaubniss mit ihm nach París ging und zwar mit Hervor- 
kehrung einer solchen Vertraulichkeit, dass sie unterwegs an dem- 
selben Tische assen und in demselben Bette schliefen. Alan kennt 
nicht den Inhalt der damals getroífenen Abmachungen, dagegen 
steht fest, dass, als Richard nach wiederholter Auíforderung seines 
Vaters endlich París verliess, er nach Chinon in Touraine ging, 
sich eines Schatzes bemâchtigte, welchen Heinrích in diesem Schlosse 
aufbewahrte und von da nach Poitou eilte, wo er das Geld dazu 
verwandte, seine dortigen Burgen zu befestigen. £rst nach lângeren 
Verhandlungen verstand er sich dazu, nach Angers zu kommen 
und sich mit seinem Vater zu versôhnen. 

So standen die Sachen, als eine Trauemachrícht die 
ganze chrístliche Welt erschùtterte. Am 4. Juli 11 87 war bei 
Hiddin am See Tiberías die christliche Armee von Saladin gânzlich 
geschlagen worden; die Biûthe der abendlândischen Ritterschaft 
war gefallen, der Kônig Guido von Lusignan war gefangen, das 
heilige Kreuz war erobert worden und bald darauf, am 29. Sep- 
tember, hatte auch Jerusalem selbst dem Feinde seine Thore ôíhien 
mûssen. Von allen Seiten ertônten Rufe und Bitten, dem heiligen 
Grabe zu Hûlfe zu kommen. Der Patriarch von Antiochien schil- 
derte in einem Bríefe an den Kônig von England die Noth des 
gelobten Landes, Wilhelm, Erzbischof von Tyrus, eilte selbst bitt- 
flehend ins Abendland, der Papst Gregor VIII. forderte in zwei 
dríngenden Schreiben die ganze Chrístenheit auf, das Kreuz zu 
nehmen. 

Diese Nachríchten brachten eine ungeheure Wirkung in dem 
ganzen Abcndlande hervor, und eine grosse Zahl Ritter schmûckten 



63 

sîch sofort mit dem heiligen Zeichen, allen voran, noch im Jahre 
1187, Richard, dessen thaten- und abenteuerdurstiger Sinn auf 
einer derartigen Untemehmung reiche Befriedigung erhoffen durfte. 
Aber auch die beiden Kônige selbst konnten sich der allgemeinen 
Begeisterung nicht entziehen. Am 21. Januar n88 trafen sich 
Heinrich und Philipp, begleitet von ihren Baronen und in Gegen- 
w^ des Erzbischofs von Tyrus, unter einer uralten, riesigen Ulme 
zwischen Gisors und Trie, wo seit Menschen Gedenken vielmals 
Verhandlungen Statt gefunden hatten. Hier wurde feierlich ge- 
schworen, dass alle Feindseligkeiten hinfort ruhen soUten, und beide 
Kônige sammt allen ihren Vasallen empfìngen aus den Hânden 
der hohen Geistlichen das Kreu2, nur war das Abzeichen bei den 
Franzoscn roth, bei den Englândern weiss, bei den Flamlándem griin. 

Auch Bertran de Bom, der ja an allen seine Zeit bewegenden 
Fragen und Ereignissen einen so lebhaften Antheil nahm, liess seine 
Stimme zu Gunsten des heiligen Unternehmens erschallen , und 
zwar entstand zunâchst das Lied 30. Der Herzog Richard, heisst 
es dort, raft alle Muthigen und Wackern auf, sich ihm anzuschliessen ; 
denn, obwohl er sich sonst wegen eines Krieges wenig Sorge 
macht, so lâsst er sich diesen doch sehr angelegen sein, da das 
echte Kreuz Christi und der Kônig von Jerusalem den Feinden in 
die Hánde gefallen sind, und das heilige Grab der Hûlfe bedarf 
(i — 6). Wir alle glauben ohne Fehl, dass das heilige Feuer vor 
den Augen der Pilger herabkômmt, und derjenige thut nicht zu viel, 
welcher dies glaubt (7 — 9). Allen vorangegangen ist der Graf, 
der spâter Kônig sein wird, und dadurch ist sein Ruhm verdoppelt 
(lO, 11). Derselbe ist ûberhaupt so ruhmbegierig, dass er den 
Ruhm des Guten und den Ruhm des Schlechten fûr sich in An- 
sprach nimmt (12 — 18). Aber auch der Kônig Philipp zeigt bei 
dieser Gelegenheit, dass er ein echter Kônig sein will, denn auch 
von ihm sagt man, dass er das Kreuz genommen und bei dieser 
Gelegenheit sich gcrûhmt habe, dass Karl der Grosse sich niemals 
auf ein so ruhmreiches Untemehmen eingelassen habe (19 — 22). 

Aus der letzteren Wendung môchte ich schliessen, dass damals 
der Kônig von Franfcreich, wie auch der von England noch nicht 
wirklich das Kreuz genommen hatten, dass aber die Verhandlungen 
deswegen schon im Gange waren. Da andrerseits die Kreuzes- 
nahme Richards, die bereits 1187 Statt fand, so besonders hervor- 
gehoben wird, so wird man die Entstehungszeit des Gedichtes etwa 
gegen das Ende dìeses Jahres annehmen dûrfen. 

Vergegenwártigen wir uns nun kurz die Ereignisse, die wâhrend 
dieses Jahres sich in dem heiligen Lande zugetragen. Die meisten 
Stâdte des Reiches waren schon vor dem Falle von Jerasalem er- 
obert worden, sodass nach dem September von bedeutenderen 
Plátzen nur noch Antiochia und Tyrus in den Hánden der Christen 
sich befanden. ObwohI nun der Winter schon hereinzubrechen 
begann, so beschloss der unermûdliche Saladin dennoch, sogleich den 
Krieg fortzusetzen, um wo môglich ohne Uriterbrechung seine gahze 



64 

Aufgabe zu vollenden. Zuerst wandte er sich zu diesem Zwecke 
gegen Tyrus, stiess hier aber ganz unerwartet auf einen ebenso 
hartnackigen wie erfolgreichen Widerstand, welcher durch die un- 
vermuthete Ankunft des Conrad von Montferrat veranlasst wurde. 
Letzterer war der jûngste Sohn des Markgrafen von Montferrat 
und Bruder des ersten Gemahls der Kônigin Sibylla von Jerusalem, 
deren zweiter Gemahl Guy, hauptsâchlich durch ihre Intrigen, 1 1 86 
zum Kônige gekrônt worden war. Conrad selbst war bisher in 
Constantinopel gewesen, hatte hier durch seinen Muth und seine 
Unerschrocfcenheit eine Empôrung unterdrûckt, eine Schwester des 
dortigen Kaisers geheirathet und war dann zur Unterstûtzung des 
heiligen Grabes nach Palâstiná gezogen. £r kam zu Schiíf nach 
Tyrus, wo man bei der allgemeinen MuthIosigkeit im Begriíf stand, 
auf eine Vertheidigung der Stadt zu verzichten. Mit seinem Einzug 
ânderte sich sofort die Situation. Weniger die geringen Streitkrâfte, 
die er mitbrachte, als seine ermuthigenden Reden und vor Allem 
sein festbegrûndeter Waífenruhm hob den Muth der Einwohner so, 
dass sie sich vôllig unter seinen Befehl stellten und einen Wider- 
stand bis aufs Aeusserste beschlossen. 

Am II. November 1187 erschien Saladin mit einem Heere 
und 13 Katapulten vor der Stadt, wàhrend eine aegyptische Flotte 
von 10 Schiífen den Hafen blockirte. Als er aber merkte, dass er 
trotz seiner Energie nicht so schnell, wie er wûnschte, zum Ziele 
kommen wûrde, suchte er den Widerstand Conrads durch die 
Drohung zu brechen, er werde, falls die Stadt sich nicht ergâbe, 
den alten Markgrafen von Montferrat, Conrads Vater, tôdten lassen, 
welcher kurz vor der Schlacht bei Hiddin nach Jerusalem gekom- 
men war, den Kônig begleitet und dessen Schicksal getheilt hatte. 
Aber Conrad blieb unerschûtterlich, und Saladin war edel genug, 
diese Drohung nicht auszufûhren. Am 29. December wurde die 
vor dem Hafen stationirte Flotte bei Tagesanbruch von mehreren 
im Hafen von Tyrus heimlich ausgerûsteten Schifïen plôtzlich ange- 
griífen, funf der feindlichen Galeeren genommen und die andem 
in den Grund gebohrt Dieser- Sieg machte Saladins Stellung vor 
der Stadt unhaltbar und das neue Jahr sah zum ersten Male diesen 
unbesiegten Helden auf dem Rûckzuge. 

£s lâsst sich denken, dass das Ereigniss im Abendlande das 
grôsste Aufsehen machen musste und dass alle Welt auf diese 
muthîge und glorreiche That in Mitten des vielfachen Unglûckes 
mit besonderer Freude blickte, und so wollte auch Bertran de Bom 
dem unerschrockenen Kreuzfahrer seine Anerkennung aussprechen, 
was er in dem an diesen selbst gerichteten Liede No. 4 that Von 
allen Menschen, erklárt der Dichter, verdient Conrad von Montferrat 
den grôssten Ruhm, da er sich in Tyrus gegen Saladin und seine 
wilden Schaaren vertheidigt (i — 4). Da die Hûlfe auf sich warten 
lásst, so môge Gott ihm beistehen ; Jener aber wird allein die Ehre 
haben, weil er allein den Kampf besteht (5 — 7). Bertran entschul- 
digt sich sodann dem Conrad gegenûber, dass er selbst noch nìcht 



65 

zu ihm gestossen, und gìebt zwei Grûnde dafQr an, ein Mal nâm- 
lich, weil die grossen Fûrsten immer noch zaudem, sodann aber, 
weil seine blonde Herrin ihm das Herz erweicht und umgestimmt 
hat (8 — 14). Aber die Hauptschuld, dass Conrad immer noch auf 
sich selbst angewiesen ist, tragen die beiden Herrscher Richard 
und Philipp, welche immer noch zôgem und zwar aus dem Gmnde, 
weil jeder sich vor dem andern fûrchtet (15 — 18); aber Gott wird 
zomig werden und diescn Betmg bestrafen, da, nachdem sie mit 
dem Kreuz versehen sind, sie doch inmier noch zaudem und der 
Ruhe pílegen, wâhrend Conrad dort Hunger und Durst erleidet 
(19 — 28). Nunmehr brìcht er in eine allgemeine KIage ûber dic 
Zeit aus: Die Welt wird tâglich schlechter und die Meisten sind 
nur bemûht, ihre Mitmenschen zu betrùgen (29 — 32); aber die 
Strafe wird lconunen, denn Gott schreibt alle Worte und alle Thaten 
der Mcnschen nieder (33 — 35). 

Auf Einen setzt der Dichter seine Hoffnung, auf den wackeren 
Richard; er wird noch in diesem Jahre mit mòglichst grosser Macht 
nach dem heiligen Lande hinûberfahren (36 — 39); aber auch 
Philipp wird sammt andern Rônigen in See stechen und dort £r- 
oberungen machen (40 — 42). 

Im Geleit beauftragt der Dichter seinen Spielmann Papiol, er 
solle ûber Savoyen, Brindisi und das Meer zu Conrad eilen und 
ihm sagen, er, Bertran, werde konmien, wenn erstens die Kônige 
ihn nicht wieder tâuschen, und wenn zweitens seine Herrín nichts 
gegen die Reise einzuwenden habe (43 — 50). 

Dies Mal kônnen wir die Entstehungszeit des Liedes ziemlich 
genau bestimmen; der Ausdrack „in diesem Jahre" v. 38 bezieht 
sich jedenfalls auf 1188, und da die Nachricht von der Auf hebung 
der Belagerung offenbar noch nicht ins Abendland gelangt war, so 
sind wir auf die ersten Tage dieses Jahres mit Sicherheit hinge- 
wiesen. Um so mehr ist es zu venvundem, dass Laiurens auch 
dieses Lied erst nach der Thronbesteigung Richards entstanden 
glaubt 

Aber so unmittelbar bevorstehend nach den soeben gehôrten 
Aeussenmgen der Kreuzzug auch zu sein schien, so liess, wie 
Bertran selbst ríchtig erfcannte, die politische Eifersucht der Fûrsten 
denselben vorlâufíg noch nicht zu Stande kommen. Ja Richard selbst, 
der am eifrígsten sich fûr die heilige Sache ausgesprochen hatte, 
wandte seine Aufmerksamkeit ganz andern Dingen zu. Gleich 
nachdem sein Vater am 26. Febmar 1188 nach England gegangcn 
war, um die Mittel zum Kreuzzuge flûssig zu machen, erhielt 
Richard die Nachrícht, dass Gottfríed von Lusignan, ein Bruder 
des Kônigs von Jemsalem, einen Baron aus Poitou, der mit Richard 
befreundet war, heimtûckisch getôdtet hatte. Als Richard herbei- 
eilte, um die schnôde That zu bestrafen, sah er sich wiederum 
eìnem ganzen Bunde von Empôrem gegenùber, welche jede Ge- 
legenheit ergriiïen, Richards Joch abzuschûtteln. Benedict von 
Peterborough (Bouquet XVU, 479) nennt den Grafen Ademar von 



66 

Angoulême und Gottfried von Ranchon, wâhrend er die Namen 
der andem verschweigt Aber Richard schlug diesen Aufstand mit 
eisemer Hand nieder, belagerte, nahm und brach die Schlôsser der 
Rebellen, verbrannte ihre Stádte, zerstôrte ihre Gárten und fûhrte 
ihr Vieh als Beute weg, sodass Gottfried von Lusignan das Land 
verlassen und in Tripolis Zuflucht suchen musste, wo sein Bmder 
nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft resîdirte. 

Kaum hatte Richard diese Expedition beendet, als ihm hinter- 
bracht wurde, dass der Graf von Toulouse einige Kaufleute, welche 
aus Aquitanien in sein Gebiet gelcommen waren, gefangen genom- 
men und âusserst grausam behandelt hatte. Sofort sanmielte der 
englische Prinz eine Schaar Brabanter und aquitanischer Vasallen, 
fiel nach Pfingsten in Quercy ein, nahm die Stadt Cahors, das 
starke Schloss Moissac und die ganze Provinz, rûckte in Toulouse 
selbst ein und eroberte 1 7 Schlòsser in der Umgebung der Haupt- 
stadt. Der hart bedrángte Graf wandte sich an Philipp, seinen 
Lehnsherm, mit der dringenden Bitte um Beistand. 

So war ja Bertrans Lieblingswunsch wieder ein Mal in Er- 
fûllung gegangen; ein frischer, frôhlicher Krieg war im besten 
Gange. Auch zôgerte er nicht, durch ein Sirventes (No. 29) der 
Befriedigung Ausdruck zu geben, die er ûber die Nachricht empfand, 
dass Richard wiederum den Kampf begonnen ; kannte er doch kein 
grôsseres Vergnûgen als den Krieg der Kônige untereinander (i — 8). 
Auch er, der Dichter, wûrde am Kampfe ^fheil genommen haben, 
wenn er nicht einsáhe, dass Richard ihn hintergeht (9 — 12). Dazu 
kommt, dass er nicht reich genug ist, lun auf weite Entfemung hin 
einen Feldzug fûhren zu kònnen, wohl aber vermag er persônlich 
mit seinen Kenntnissen zu helfen, den Schild am Hals, den Helm 
auf dem Kopf (13 — 16). Nun wendet er sich gegen Philipp, den 
er aufzustacheln sucht, indem er seine Unthâtigkeit scharf tadelt. 
Hátte dieser Kônig, mft er aus, doch nur vor Gisors eine Barke 
verbrannt oder einen Teich durchstochen, sodass er in Rouen mit 
Gewalt in die Verschanzung eingednmgen wàre und es so eng 
umschlossen hátte, dass man ohne Taube keinen Brief wûrde 
heraus bekommen haben, dann wûrde er doch zeigen, dass er Karl 
dem Grossen, seinem edelsten Venvandten, gleichen wollte, durch 
welclien Apulien und Sachsen erobert worden ist (17 — 24)! Wer 
im Kriege keinen Muth zeigt, der ladet dadurch Schande auf sich; 
aus diesem Grunde wird Richard auch weder Cahors noch irgend 
eine andre seiner Erobemngen herausgeben, da er in Schlichen wohl 
bewandert ist (25 — 28). Lust hat er zum Kriege, und wenn ihm 
der Kônig den Schatz von Chinon schenkt, so wird er spâter dazu 
auch die Macht haben (29, 30). So sehr ist ihm Mûhsal und 
Wagniss angenehm, dass er nicht nur seine Feinde sondem auch 
seine Freunde quált (31, 37). 

Zur Zeitbestimmung fûr dieses Lied haben wir zunáchst eine 
Anspielung auf den Schatz zu Chinon, dessen Richard sich be- 
kanntlich im Herbst 1187 bemáchtigte, sodann aber die auf die 



67 

Einnahme von Cahors und andrer Plâtze Seîtens Richards, woraus 
hervorgeht, dass dieser Prinz seine Eroberung von Quercy bereits 
glûcklich ausgefûhrt hatte, was bald nacb Pfìngsten, also etwa im 
Mai 1 1 88, geschehen war. Auch ist jedenfalls die Erwáhnung von 
Lusignan und Ranchon in v. 1 3 nicht zufallig, vielmehr wohl durch die 
Erìnnerung an den Aufstand hervorgerufen, den die Besitzer dieser 
beiden Schlôsser zusammen mit Ademar von Angoulême vor Beginn 
des Krieges gegen Toulouse untemommen hatten. Andrerseits 
hatte oífenbar Philipp den Kampf noch nicht begonncn, wie er dies 
kurz vor Mitte Juni that, so dass das Gedicht nothwendiger Weise 
Ende Mai oder Anfang Juni 1188 verfasst sein muss. 

Denselben Zweck, nâmlich den franzôsischen Kônig gegen 
Richard aufzustacheln, verfolgt auch das Lied 40, das sogar mit dem 
eben kennen gelemten ziemlich gleichzeitig zu sein scheint. Ein 
Jammer ist es, sagt Bertran, dass der Kônig Philipp keinen Muth 
hat, und dass Poitou unter seiner Herrschaft zuruckgeht (4 — 7). 
Sodann macht er den Unterschied von Richards und Philipps 
Thatigkeit an einem der Jagd entlehnten Bilde klar : Richard fangt 
Hasen und Lôwen und treibt sie so rûcksichtslos zu Paaren, dass 
keiner auch nur zu mucksen wagt; bald hoíït er auch dîe grossen 
Adler und Habichte zu seiner Beute zu machen (8 — 14). Kônig 
Philipp ist dagegen weniger ehrgeizig; er begnûgt sich mit der 
Jagd auf Rebhùhner und kleine Vôgel, wáhrend er mhig zusieht, 
wie Richard ihm allmâhlich immer grôssem Schaden zufùgt; hat 
doch Letzterer in diesem Jahre bereits Angoulême ûbenvàltigt imd 
sich Toulouse's bemâchtigt, welches er noch unberechtigter Weise 
besetzt hált (15 — 21). Ja mehr noch, wenn Philipp so wenig den 
politischen Vortheil seines Landes im Auge hat, so môge er doch 
wenigstens fûr die Beleidigungen Gefuhl haben, die Richard ihm 
persônlich zufûgt, er môge daran denken, dass dieser Prinz Philipps 
Schwester, mit der er verlobt ist, im Stiche lásst und sich mit der 
Tochter des Kônigs von Navarra verlobt hat (22 — 28). Im Alter 
noch wird Philipp sich ùber seine jetzige Unthàtigkeit schâmen, 
durch die er sein Recht aufgiebt; die Franzosen aber dûrfen sich 
keine Hoíìhungen mehr machen, denn man fûrchtet sich nicht mehr 
vor ihnen, sondem man lacht in Poitou ûber ihre Fordemngen 

(29—35)- 

Wie schon gesagt, scheint auch dies Gedicht zu Anfang des 

Sommers 11 88 verfasst worden zu sein; denn wir finden hier 

ausser der Bezugnahme auf den Einfall in Toulouse auch die auf 

die Niederwerfung der Rebellen, unter denen Ademar von Angou- 

lême eine hervorragende Stellung einnahm. Neu dagegen ist die 

Anspielung auf den Brach der Verlobung mit Alice, der Schwester 

Philipps. Bekanntlich hatte Heinrich, dem die Alice schon als 

Kind behufs spâterer Verheirathung mit Richard ausgeliefert war, 

trotz mehrfacher, selbst eidlicher Versprechungen , die Heirath zu 

vollzîehen, dieselbe stets aufgeschoben , und obwohl Philipp den 

Kríeg von 1187 hauptsachlich aus diesem Gmnde untemommen 

5* 



68 

hatte, so hôren wir nîchts von einer Fordening Richards an seinen 
Vater, die Heirath nun endlich zu vollziehen; im Gegentheil hatte 
Richard sich gerade an diesem Kriege kraftig und zwar gegen 
Philipp betheiligt. Ja, wáhrend dieser Prinz von seinem Vater sonst 
im Laufe der Zeit so vieles Billige und Unbillige verlangt hat, so 
hat er diesen Punlct, mit Ausnahme einer spâteren Gelegenheit, auf 
die wir noch kommen werden, nie auch nur berûhrt, sodass wir 
annehmen dûrfen, ihm habe selbst nichts an dieser Heirath gelegen. 
Nun finden wir ihn spàter verlobt mit Berengaria, Tochter Sanchos L, 
Kônìgs von Navarra, die auch seine Gattin wurde, und obwohl wir 
nicht genau angeben kônnen, wann diese Verlobung, die ja wegen 
der Beziehungen zu Alice vorlâufíg sicher nur geheim sein konnte, 
Statt fand, so meint auch Lyttelton (III, 448) unabhângig von un- 
serem Gedichte, dass Richard um diese Zeit wohl schon um diese 
Prinzessin warb, und erklàrt gerade aus diesem Umstande seine 
Gleichgultigkeit gegen Alice. Wie dem auch sei, wenn auch 
Bertrans Ausdruck, dass sich Richard mit der Berengaria bereits 
1 1 88 rite und offiziell verlobt hat, vielleicht eine poetische Hyperbel 
ist, die darauf berechnet war, Philipp empfindlich zu reizen, so 
darf man aus seiner Aeusserung doch folgem, dass Richards 
Bewerbungen um jene Dame wohl schon begonnen hatten, und 
dass die allzeit geschwátzige Fama der spâter erfolgten wirklichen 
Verlobung bereits vorausgeeilt war. 

Gerade wie wenn Bertrans unablássiges Bemûhen, den Krieg 
zu schûren, namentlích aber, den Philipp aus seiner vermeintlichen 
Lethargie emporzurûtteln , gewirkt hátte, machte der franzôsische 
Kônig zunâchst Heinrich wegen des Friedensbruches seines Sohnes 
Vorstellungen , und als dieser erklàrte, dass Richard weder mit 
seinem Rathe noch mit seiner Einwilligung handle, beschloss Philipp, 
selbst einzugreifen. Er fiel unenvartet in Berry ein, ûbemunpelte 
Chateauroux, in das er am 16. Juni einzog, nahm Argenton und 
brachte noch einige weitere Plátze in seine GewalL 

Die nun folgenden Ereignissc scheinen unseren Dichter zu 
keinen Liedem angeregt zu haben; dennoch glaube ich dieselben 
kurz skizziren zu soUen, um den Zusammenhang mit denen der 
spáteren Jahre herzustellen ^). 

Auf die Nachricht von Philipps Einfall hin kam Heinrich am 
lo. Juli von England heriiber und forderte Genugthuung. Da der 
franzôsische Kônig aber cine hòhnische Antwort gab, so wár eine 
friedliche Lôsung ausgeschlossen. Richard hatte auch keinen Augen- 
blick den Muth verloren. Er hatte vorláufig den schon fast ver- 
nichteten Grafen von Toulouse losgelassen, sich nach Berry gewandt 
und hatte, da Philipp sich bereits zurûckgezogen, schnell alle Barone, 
die zu den Franzosen abgefallen waren, wieder unterworfen. Nun- 
mehr verband er sich mit seinem Vater und Beidc fielen im August 
siegreich von der Normandie aus in Frankreich ein. Bald darauf 



*) cf. R. Pauli, Geschichte von England III, 182 sq. 



69 

kam es auf Philîpps Antrag zu háufigen Verhandlungen, die aber 
zu kcinem Resultate fûhrten. Die Sache nahm fùr Heinrich bald 
eine schlimme Wendung an, weil Richard sich vvieder mit ihm 
entzweite. Er verlangte nâmlich von ihm, dass sammtliche Vasallen 
des Reiches ihm als dem prâsumtiven Thronfolger schwôren sollten, 
und, um den Beistand des franzôsischen Kônigs zur Erlangung 
dieser Forderung zu gewinnen, theilte er diesem mit, er sei bereit, 
sich in BetrefF des Streites mit Toulouse seînem Schiedsgerichte zu 
unterwerfen, und unterstûtzte spàter auch dessen Forderung Hein- 
rich gegenùber, endlich die Heirath der Alice zu vollziehen, obwohI, 
wie wir wissen, cr keineswegs danach Verlangen trug. Auf einer 
Conferenz vom 8. November lehnte Heinrich jedoch beide Antrâge 
ab, worauf sich Richard zornig zu Philipp umdrehte und ihm fûr 
die Normandie, Aquitanien, Anjou und alle englischen Besitzungen 
in Frankreich huldigte. Beide verabredeten nun einen Krieg gegen 
Heinrich, der im Frûhjahr 1189 bcgann. Nachdem die Verbûn- 
deten an mehreren Stellen siegreich gewesen, sah sich der englische 
Kônig am 28. Juni genôthigt, einen fûr ihn sehr ungûnstigen 
Frieden zu schliessen. Als er aber bei dieser Gelegenheit erfuhr, 
dass auch sein jûngster Sohn Johann in der Normandie zuletzt die 
WafFen gegen ihn ergriífen hatte, zog ihm dieser Verrath seines 
Lieblingssohnes ein Fieber zu. Vom Orte der Conferenz aus liess 
er sich in einer Sanfte nach Chinon tragen und auf das Kranken- 
lager betten, von dem er nicht wieder aufstehen sollte; er starb 
daselbst am 6. Juli 1189. 

Sein Nachfolger und Erbe aller seiner Besitzungen wurde 
Richard. Nachdem dieser sich die Krone aufgesetzt und seine 
Herrschaft im ganzen Lande befestigt hatte, beschloss er, sein vor 
langer Zeit abgelegtes Gelûbde zu lôsen und traf alle Vorbereitungen 
fûr den Kreuzzug. Am 30. December 1 1 89 hatte er mit Philipp 
eine Zusammenkunft, und beide Fùrsten schworen sich gegenseitige 
Treue und Unterstûtzung. Der Aufbruch, welcher anfanglich auf 
Ostem festgesetzt war, wurde bis Ende Juni verschoben. Nachdem 
alle Vorbereitungen beendet, trafen sich die beiden Fûrsten mit 
ihren Heeren in Vezelay am 27. Juni 1190, und es wurde fest- 
gesetzt, dass das ganze Kreuzheer sich in Messina sanameln und 
dass keine Abtheilung allein von dort aufbrechen sollte. Richard 
schiífte sich mit seinem Heere in Marseille ein, fuhr langsam an 
der ìtalienischen Kûste entlang und hielt am 2^. September unter 
dem Ellange von Hômern und Trompeten seinen Einzug in Messina, 
wàhrend der Kônig von Frankreich bereits einige Tage vor ihm 
angekommen war. 

Da aber die Jahreszeit schon zu weit vorgeriickt war, so wurde 
beschlossen, den Winter ûber in Sicilien zu bleiben. Aber auch, 
als der Frûhling herangekommen war, und Philipp so wie Richards 
eigne Barone zum Aufbmche drângten, suchte Letzterer die Abreise 
unter allerlei Vorwânden aufzuschieben. Der Grund lag darín, 



70 

dass er seine Mutter, dìe Rônigìii Eleonore, und seine zweite Braut, 
Berengaria von Navarra, erwartete, welche bereits nach Messina 
unterwegs waren. Da nun ausserdem Richard davon benachrichtígt 
Moirde, dass Philipp hinterlistíge Intrígen gegen ihn begonnen» so 
erklarte er dem franzôsischen Kônige, er kônne sîch mit Alice 
nicht vermahlen, und Philipp sah sich genôthigt, einen Vertrag zu 
unterzeichnen , welcher von Rigordus (Bouquet XVTI, 32) wôrtlich 
angegeben wird. In demselben gab Philipp dem Richard nicht nur 
sein der Alice gemachtes Eheversprechen zuruck und ertheilte seine 
£inwilligung, dass Jener sich mit der Berengaría vermâhlte, sondem 
er trat ihm auch noch obenein Gisors und das normannìsche Vexin 
ab, welches die Mitgift der Alice hâtte sein soUen und welche8 nun 
durch die Auíhebung des Verlôbnisses naturgemâss an Frankreich 
wieder hâtte zunickfa]len mûssen. Dieses Ereigniss, das auch von 
Radulf de Diceto (Bouquet XVII, 638) bestâtígt wird, musste in der 
Heimath Aufsehen erregen, und es scheint, als sei auch eîns von 
Bertrans Liedem, No. 45, auf dasselbe zu beziehen. Dort heisst es 
nâmlich v. 41 — 44: „Wenn Philipp, Kônig der Franzosen, dem 
Richard Gisors hat geben wollen, so muss Dieser ihm dafûr sehr 
dankbar sein/* Dies kann sich nâmlich nur auf den eben besprochenen 
Vertrag beziehen, da Philipp unmittelbar nach seiner Rûckkehr aus 
Palâstina 1193 sich der genannten Stadt bemâchtigte, die dann 
nicht wieder in Richards Besitz gelangte. Auch der ûbríge Inhalt 
des Gedichtes spricht dafiir, dass dasselbe wâhrend des Kreuzzuges 
verfasst worden ist Mit Recht hat man die Frage aufgeworfen, 
wamm Bertran, der doch selbst so eifríg fûr das heilige Untemchmen 
aufgetreten ist und die Kônige wegen ihrer Zôgerung so scharf 
getadelt hat, nicht selbst einer Pflicht genûgte, deren Erfûllung er 
Andem so âríngend ans Herz legte. Wir dùrfen nicht annehmen, 
dass er im Ernste rede, wenn er 4, 12 — 14 behauptet, dass der 
Anblick seîner blonden Freundin seinen £^tschluss ins Schwanken 
gebracht habe; dagegen scheint Laurens das Richtìge getroíFen zu 
haben, wenn er angiebt, dass Bertrans Mittel die Ausgaben eines 
Kreuzzuges nicht gestatteten, und es ist nicht unmôglich, dass die 
Worte des Liedes 29, das ja kurz vor dem Ejreuzzuge und zwar, 
als díeser schon beschlossen war, entstand, 

mas non ai ges Lizinhan ni Rancom, 

qíiieu puosca lonh ostejar ses aver (v. 13, 14) 

gcwisser Massen eine Art Rechtfertígung oder wenigstcns Entschul- 
digung seines Zurûckbleibens sein sollten. Dazu kam auch wohl 
ohne Zweifel, wie Laurens ebenfalls hervorhebt, der Umstand, dass 
Bertran immer noch vor seinem Bmder Constantin in Furcht sein 
musste, daher nicht wagen konnte, sein Besitzthum durch seine 
Abwesenheit der Gefahr irgend eines unvermutheten Angríffes von 
jener Seite auszusetzen. 

So blieb denn Bertran aus Klugheit und Vorsicht daheim, 
obwohl, wenn er seinem Herzen hâtte folgen dûrfen, er den ro- 



7ï 

mantischen, an Abenteuem imd Rriegsthaten reîchen Kreuzzug ge- 
wiss dem unthâtigen, langweiligen Aufenthalt in der Heimath vor- 
gezogen haben wûrde. Denn lang^'eilig musste ihm das Leben jetzt 
in der That vorkommen. Kriege und Kâmpfe, in denen er ja zu- 
gestandener Massen seinen grôssten Genuss sah, waren wâhrend 
des Ejreuzzuges streng verboten, prâchtige Hoffeste und Toumiere 
konnten ebenfalls nicht Statt fìnden, weil die Kônige und mit 
ihnen die ausenvàhltesten und reichsten Grossen des Landes ja in 
der Fremde weilten. Da bot denn allerdings das Leben wenig 
Abwechselung dar, und sicherlich horchte Jeder neugierig und 
sehnsûchtíg auf alle Nachrichten, die von dem Kreuzheere in die 
Heimath herûberdrangen. Ein treues Bild der missmuthigen Stím- 
mung, in welcher unser Dichter sich damals befand, giebt uns das 
bereits enváhnte Gedicht 45. Gem wûrde er ein Sirventes dichten, 
sagt er, wenn nur Jemand da wâre, der es hôren wollte; dies ist 
aber leider nicht der Fall, denn Ruhm, Ehre und Tûchtígkeit sind 
dahin, und wenn man ihren Untergang râchen wollte, so wûrde 
dies vielen Menschen das Leben kosten (i — 8). Statt verstándig 
zu sein und sich nach Krâften eines angemessenen Benehmens zu 
befleissen, sind die meisten in Masslosigkeit und Selbstuberhebung 
verfallen (9 — 16). Kônigreiche, Grafschaften, Marken imd Schlôsser 
sind herrliche da, aber nicht die dazu gehôrigen Kônige, Grafen, 
Markgrafen und Schlossherm; man giebt Banquette, aber zu essen 
giebts dabei wenig (17 — 24); schône Gestalten und Hamische fíndet 
man in Menge, aber die Helden fehlen; man erblickt Viele mit 
schôn gelcâmmten Haaren, glatten Záhnen, wohlgepflegten Bárten, 
aber nicht solche, die Hof halten, Frauendienst ûben und freigebîg 
sind (25 — 32). Ein schlaffes Geschlecht! Wo sind sie, die sonst 
Schlôsser zu belagem, glánzende Feste zu geben und reiche Spen- 
den an Sôldner und Spielleute zu vertheilen pflegten? Nicht Einer 
von ihnen ist da (33 — 40)! 

Der Grund dieses scheinbaren Verfalles liegt sehr nahe, wenn 
man annimmt, dass das Lied wirklich wâhrend des Kreuzzuges 
verfasst worden ist: die tûchtigsten, reichsten und muthigsten der 
Barone waren eben ausser Landes. Aber noch ein anderer Beweis 
fûr diese Abfassungszeit scheint îm Geleit enthalten zu seîn. £r 
schickt dies Lied durch seinen Spîelmann Papiol an die beiden 
Fûrsten von England und Frankreich und tragt ihm auf, dem 
Richard zu sagen, dass er ein Lôwe sei, wáhrend ihm der Kônig 
Philipp ein Lamm zu sein scheine, weil er sich so berauben lasse 
(49 — 52). Auch diese Aeusserang scheint nicht zufallig, sondem 
in ganz bestimmter Absicht gethan worden zu sein. Wie nâmlich 
aus einer von Pauli (III, 216) angefûhrten Stelle des Chronicum 
Ricardi Diviensis, de rebus gestis Ricardi I, hervorgeht, hatte sich 
Richard unter den Sicilianem durch seine ungestùme Rûclcsichts- 
losigkeit und Eigenmáchtigkeit den Beinamen des Lôwen zuge- 
zogen, wâhrend sie den Philipp, dem an einem freundschaftlichen 
Einvemehmen mit den Eingeborenen zu thun war und der ihnen in 



72 

Folge dessen AUes nachsah, das Lanim nannten^). Es îst nun 
hôchst wahrscheinlich , dass diese Anekdote nach dem Norden 
drang und auch zu Bertrans Ohren gelangte, der diese Bezeichnung 
als auch seiner Meìnung nach âusserst passend, sofort sich aneignete 
und in dem Gedichte benutzte. 

Wenn die eben ausgesprochene Ansicht richtig ist, so wûrde 
sich etwa der Frûhling oder der Sommer 1191 als die Abfassungs- 
zeit des in Rede stehenden Gedichtes ergeben. 

Wáhrend nun die Englànder, die Franzosen und die Deutschen 
sich in Palâstina mit den Heeren Saladins henmischlugen , hatte 
Berlran in seiner Familie verschiedcne wichtige Ereignisse zu ver- 
zeichnen. Wir erzâhlen dieselben nach dem Berichte Laurens', 
dem wir auch die Verantwortlichkeit fûr die Richtigkeit derselben 
ûberlassen mùssen. Danach erwarben im Jahre 1192 auf einem 
der glánzenden Ritterfeste in Puy-Sainte-Marie, die mit Wâffen- 
und Dichter-Toumieren gefeiert wurden, die beiden Sôhne unseres 
Dichters, Bertran und Itier von Bom, die Rittenvurde, nachdem 
Jener in der Poesie, Dieser in der Waífenkunst sich hervorgethan hatte. 
Ihre Rûckkehr nach Autafort wurde zu einem wahren Triumph- 
zuge; viele der vornehmsten Ritter und Edelfrauen aus Périgord 
und Limousin hatten sich eingefunden, um ihren Einzug in das 
váterliche Schloss zu verherrlichen. Nach dem Feste liess der 
Burgherr seine beiden Sòhne in Gegenwart ihrer Stiefmutter Philippa 
schwôren, die von ihm der Abtei Dalon in den Jahren 1172, 11 78 
und 1180 ùbermachten Schenkungen zu ratifiziren, und Jene er- 
fûUten nicht nur bereitwillig diese Aufforderung , sondem fûgten 
sogar ihrerseits noch neue bedeutcnde Dotationen hinzu. 

Bald darauf hatte Bertran von Bom das Unglùck, auch seine 
zwcite Frau Philippa durch den Tod zu verlieren, und zwar starb 
sie, ohne Kinder zu hinterlassen. 

Inzwischen hatte Kònig Richard nach vielen, meist resultatlosen 
Kámpfen am 9. October 1192 das heilige Land verlassen, ohne 
sein Ziel, Jerusalem zu befreien, erreicht zu haben*^). Nach 
liingeren Irrfahrten war er an der iUyrischen Kûste gelandet und 
hatte den Versuch gemacht, als Pilger durch Deutschland nach 
seiner Hcimath zu gelangen. Als er aber durch Oesterreich zog, 
liess ihm der Herzog Leopold, den er in Palâstina auf dem ICreuz- 
zuge schwer beleidigt hatte, aufiauem, nahm ihn am 21. December 
gefangen und lieferte ihn am 2^, Márz 1193 gegen eine grosse 
Summe an den Kaiser Heinrich VI. aus. Ganz Europa gerieth bci 
der Nachricht von der Gefangenschaft des englischen Kônigs in 
Aufregung, denn ûberallhin hatte sich der Ruf seiner kûhnen 
WaíFenthaten verbreitet, und mit Recht wurde er als der erste Ritter 
seiner Zeit allgemein bewundert und gepriesen. Besonders schmerz- 



') undâ et unus dictus est Agnus, alter Leonis nomen accepU. Ric. 
Div. 18. 

*) cf. Pauli, in, 237 sq. 



73 

lich wurde Bertran von derselben erregt, da dîeser seit der grossen 
Enipôrung von ii 83 unentvegt seinem legitimen Lehnsherm treu 
angehangen und zur Seite gestanden hatte. £r empfand daher 
den grôssten Unwillen, als nicht lange nach des Kônigs Abreise 
die alten Feinde desselben unter den aquitanischen Baronen von 
Neuem das Haupt erhoben und sich nicht scheuten, ihren auf dem 
heiligen Untemehmen bescháftigten Herm und Kônig verràtherischer 
Weise anzugreifen. Roger von Hoveden erzâhlt in seinen Annalen 
(Bouquet XVH, 551) den Vorgang folgender Massen: Da im Jahre 
1192 der Seneschall von der Gascogne, welchen Richard als seinen 
Stellvertreter zurûckgelassen hatte, erkrankte, so empôrten sich 
Elias V. Talleyrand, Graf von Pórigord, ein Vizgraf de la Marche 
und fast alle Baronc der Gascogne und begannen die kôniglichen 
Schlôsser zu verwûsten. Nachdem endlich der Seneschall genesen 
und durch einen Zuzug von Richards Schwager Alfons, dem Sohne 
des Kônigs von Navarra, verstarkt worden war, vermochte er die 
Rebellen zu zûchtigen. £r nahm und zerstôrte die Burgen des 
£lias und fìel sogar mit seinem Bundesgenossen siegreich in das 
Gebiet des Grafen von Toulouse ein, der sich natûrlich aus alter 
Feindschaft gegen Richard dessen Feinden angeschlossen hatte. 

Aber dieser Sieg vermochte Richards Sache doch nicht fûr 
immer zu sichem ; vielmehr war die Versuchung zu gross, als dass 
nicht bald wieder neue Unmhen hátten ausbrechen sollen. Von 
dem bereits enváhnten Roger von Hoveden (Bouquet XVH, 570) 
werden vornehmlich Gottfried von Ranchon und Ademar von 
Angoulême unter den Fmpôrem genannt. Jetzt genûgte auch 
die Macht der Stellvertreter Richards nicht, um die Ruhe wieder 
herzustellen und es bedurfte, wie wir sehen werden, der Anltunft 
des Kônigs selbst, um seine Autoritat wieder herzustellen. Die 
langersehnte Rûckkehr desselben liess aber sehr auf sich warten. 
Dic Verhandlungen wegen des Lôsegeldes zogen sich in die Lànge. 
Ira April 1193 war die Summe auf 70000 Mark Silber festgesetzt 
worden, wâhrend sie in dem Vertrage vom 29. Juni desselben 
Jahres auf 100,000 Mark Silber Côlner Wàhrang erhôht worden 
war. Aber diese ungeheure Summe war selbst bei dem schon 
damals gewaltigen Reichthume Englands nicht leicht aufzutreiben. 
Trotz der eifrigsten Bemûhungen und der angestrengtesten Samm- 
lungen vergingen doch mehrere Monate, ehe das Geld beisammen 
war, und Richard machte seinem Unmuth ûber diese Zôgerung 
durch das bekannte Lied Luft, welches Diez (L. u. W. 103) ûbersetzt 
hat und welches mit den Worten beginnt: 

Zwar redet ein Gefangner insgemein 
Nicht mit Geschiclc in seiner herben Pein, 
Doch dichtet er, vom Gram sich zu befrein. 
Freund* hab' ich viel, doch sind die Gaben klein; 
Schmach ihnen, dass um Lôsgeld ich allein 
Zwei Winter lieg' in Eíaft! 



74 

Aber endlich war auch diese Schwierigkeit ûberwunden, und seine 
Heimkehr stand in Aussicht Da verfasste Bertran ein Gedicht, 
No. 8, in welchem er sich die Ânkunft des Kônigs bereits ver- 
gegenwártigt und sich vorstellt, welche Folgen dieses Ereigniss fûr 
seine Heimath haben werde. 

Zunâchst schilt er ûber die Feigheit und Wankelmûthigkeit 
der Barone, die nur Maulhelden seien, aber vor einem emsten 
Wagniss zurûckschrecken (i — 16). Auf diese Weise macht roan 
aber keine Eroberungen, und durch Feigheit steigt man nicht im 
Ruhme, vielmehr bleibt man auf der untersten Stufe stehen, und 
wollte man auch tausend Mark Sterling bieten (17 — 24). Daher 
Nvùnscht Bertran, dass der Kônig ein Seher wâre imd dass er in 
das Land kâme und erfûhre, wer von den Baronen falsch und wer 
ihm treu ist, und dass er das Leíden, an welchem Limousin laborírt, 
kennen lemte; denn dies sei sonst im vortrefflichsten Zustande, 
nur werde es von einem Geschwur heimgesucht (25 — ^2), Môge 
Richard daher, sobald er aus Deutschland gekommen sein wird, 
dies Geschwùr aufsuchen und entzweischneiden, ehe es zu hart 
wird, und môge er seine beiden Hauptfeinde Ademar und Guido 
so ablohnen, dass keiner sich ûber ungleiche Theilung beschweren 
kônne (33 — 40). 

Im Geleit lásst er Heinrich VL, dem E^ser von Deutschland, 
eine harte Rùge zukommen, indem er versichert, dass dessen Vater 
Friedrich Barbarossa niemals, wie sein Sohn es gethan, sich erlaubt 
haben wûrde, Pilger auf ihrer Pilgerfahrt gefangen zu nehmen ; daher 
sei es auch nicht zu verwundem, dass jener gerechte Kônig Apulien 
und die Romagna erobert habe (49 — 53). 

Wenngleich nun Heinrich selbst den Richard nicht hatte er- 
greifen lassen, so hatte er sich doch durch den Befehl seiner Aus- 
lieferung zu Leopolds Mitschuldigem gemacht Jedenfalls befand 
sich also damals der englische Kônig in den Hânden des KaiserSy 
und zwar stand, wie aus der Wendung in Vers 37 hervorgeht, 
seine Freilassung bereits in Aussicht, sodass es fast sicher erscheint, 
dass dieses Gredicht in das Ende des Jahres 1193 gehôrt 

Endlich, am 4. Februar 1194, schlug fûr Richard die Stunde 
der Befreiung; er eilte ûber Côln und Antwerpen zurûck in die 
Heimath und setzte am Morgen des 13. Mârz zum ersten Mal seit 
vier Jahren wieder den Fuss auf den Boden seines Inselreiches. 
Aber er hatte in seinem Stammlande, wo sein Bruder Johatin 
schmâhlicher Weise die Herrschaft sich anzueignen versucht, so 
viel zu ordnen und zu regeln, dass er erst im Sommer daran 
denken konnte, Aquitanien seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. 
Aber seine Ankunft stand doch nun unmittelbar bevor, und diese 
Hoffnung genûgte bereits, um den Bertran zu einem Liede 5 zu 
begeistem und um seinen Herrn schon im Voraus zu begrussen. 

In demselben spricht der Dichter seine Freude ûber das dem- 
nâchst zu erhoffende Eintreffen des wackeren Kônigs Richard aus, 
da man nun wieder Kâmpfe, Zerstômngen von Festungen und 



75 

Gefangennahme von Feinden erleben werde (i — 8). Er schilt die 
Barone, die meîneidig geworden sind und nun beschâmt darûber 
dastehen werden; keiner derselben wird sich mit Waffen gegen 
Rìchard vertheidigen kônnen, sobald dieser kommt, vielmehr werden 
sie alle zu Kreuze kríechen und den Versuch machen, sich weiss 
zu brennen (9 — 16). Dann wiederholt er einen schon mehrfach 
ausgesprochenen Gedanken: seine einzige Freude sind Schlachten 
und Getûmmel (17 — 24); verhasst dagegen sind ihm Taugenichtse, 
feile Dimen, geizige Wirthe, so wie knickeríge Herm und Damen: 
Jene soUte man hângen, in Diese sich Niemand verlieben (25 — ^2). 
Aber trotz seines Zomes gegen die aufstândigen Barone brícht 
auch hier in Bertran wieder seine im Grunde durchaus edle Natur 
hervor, und zwar in einer Bemerkung, die ofFenbar auf Richard 
berechnet war, der seinen Beinamen, wie wir gesehen, schon 
damals fûhrte. „Wohl gefallt mir", erklârt Bertran, „der Brauch 
des Lôwen: gegen einen ûberwundenen Feind ist er grossmûthig, 
gegen einen Stolzen dagegen stolz" (33 — 35). So sind aber die 
Barone des Kônigs nicht; im Gegentheil, sobald sie bemcrken, 
dass seine Sache weniger gut steht, so versucht Jeder, wie er ihn 
betrûgen und hintergehen kônne (36 — 38). Schliesslich verwahrt 
sich der Dichter gegen die Annahme, dass er etwa vom Kônige 
erkauft sei; das ist nicht der Fall, aber fûr einen tûchtigen Herm 
muss man alle Zeit einstehen (39, 40). 

£s ist nicht schwer, den Zeitpunkt im Allgemeinen zu bestim- 
men, in welchem dies Gedicht verfasst ist Naturlich kann es nur 
nach dem 13. Mârz 1194 entstanden sein und zwar oífenbar zu 
der Zeit, wo Richard zwar noch nicht auf franzôsischem Boden 
gelandet war, w0 seine Ueberfahrt aber bereits vorbereitet wurde 
(v. I und 2). Da er nun, wie Roger von Hoveden (Bouquet XVII, 
568) beríchtet, am Pancratius-Tage d. h. am 12. Mai ûber den 
Canal setzte, so dûrfen wir annehmen, dass Bertran nicht lange 
vor diesem Termin dichtete, wie auch der Ausdruck ,,/a coindeta 
sazos**, die im ersten Verse als im Anzuge begríífen geschildert 
wird, auf den Frûhling weist. 

Aber obwohl nun Richard sich auf dem Festlande befand, so 
konnte er doch noch nicht sofort in sein Ueblingsland konmien, 
weil er sich zunâchst mit seinem Brader Johann und dem Kônige 
von Frankreich áuseinandersetzen musste. Als er dann jedoch zu 
Anfang des Sommers nahte, da, scheint es, hat ein grosser Theil der 
Aufstândischen es fûr rathsamer gehalten, sich bei Zeiten zu unter- 
werfen ; wenigstens erzâhlen die Chronisten sâmmtlich nur von zwei 
Baronen, die dem Kônige bewaí!heten Widerstand entgegensetzten, 
nâmlich Gottfríed von Ranchon und Ademar, der Vizgraf von 
Angoulême. Aber, wenn diese auf Beistand von Frankreich ge- 
rechnet hatten, so hatten sie sich geirrt; sich selbst ûberlassen, 
vermochten sie Richard auf die Dauer nicht zu widerstehen, ihr 
ganzes Gebiet wurde erobert, und Richard zâhlt in einem Briefe au 



76 

den Erzbischof Hubert von Canterbury vom 22. Juli 1194 stolz 
alle Burgen auf, die er gebrochen*). 

Ueberhaupt war der ganze Rest von Richards Regierungszeit 
ausgefûUt mit unausgesetzten Râmpfen gegen die Franzosen und 
seine eignen Vasallen, Kâmpfe, die wir hier naturlich nicht im 
Einzelnen verfolgen kônnen, sondem die wir nur insofem beruck- 
sichtigen, als Bertran de Bom in seinen Uedem auf sie Bezug 
nimmt. So betrií!l das Lied 18 einen Streit Richards mit seìnena 
eignen Nefifen Arthur, dem nach dem Tode des Vaters geborenen 
Sohne Gottfrieds von der Bretagne. Der Vorgang wird in den 
vcrschiedenen Chroniken verschieden und nicht vôllig klar vorge- 
tragen, doch scheint der Zusammenhang etwa folgender gewesen 
zu seín. Richard hatte den Wunsch, seinen Neífen bei sìch zu 
haben und unter seiner Leitung zu erziehen, verlangte daher, dass 
ihm derselbe ausgeliefert wûrde; dem widersetzte sich aber nicht 
nur dessen Mutter, Constantia, sondem auch die Mehrheit der 
bretagnischen Bevôlkemng, welche auf diesen Prinzen schon wegen 
der Gleichheit seines Namens mit dem ihres berûhmten National- 
helden dìe grôssten Hoiïhungen setzte und denselben daher durch- 
aus nicht aus den Hânden geben wollte. Richard zitirte daher die 
Constantia im Jahre 1196 nach der Normandie und liess sie ins 
Gefangniss werfen. Aber damit erreichte er scinen Zweck nicht; 
vielmehr hûteten die Bretonen ihren Prinzen nur um so sorgfal- 
tiger und riefen sogar schliesslich dîe Hûlfe des franzôsischen 
Kônigs an, indem sie in die Besitzungen des englischen Kônigs 
einen Einfall machten. Eine Zeit lang scheint Richard versucht zu 
haben, mit Gûte die Sache zu ordnen; als er aber sah, dass nur 
Gewalt zu helfen schien, rûckte er mit eînem Heere in die Bretagne 
ein und venvùstete weit und breit das ganze Land. Die Bretonen 
namlich hatten darauf verzichtet, sich mit WaíFen gegen den Kônig 
zu vertheidigcn und hatten sich mit Arthur in das gebirgige Innere 
der Halbînsel zurûckgezogen. Richard musste ûbrigens bald wieder 
das Land verlassen, um sich gegen Philipp zu wenden, welcher, um 
den Bretonen sein Versprechen zu halten und ihnen Luft zu 
machcn, die Normandie ûberfallen hatte (Bouquet XVII, 174; 579; 
677). In dem auf dies Ereigniss bezûglichen Liede 18 lobt zunâchst 
der Dichter die Freigebigkeit des englischen gegenûber der Knickerei 
des franzôsischen Kônigs (i — 8). Dann macht er dem ersteren 
wegen seiner Lâssigkeit Vorwûrfe; wer ein grosses Land fûr sich 
fordere, der mûsse auch energisch und schnell handeln (9 — 12); 



*) Sctatís çiíûd nos Dei gratía, qui in omnibus râctum considerat, 
TaiSnirgum et Marciliacum et omnia castella et totam terram Gaufridi de 
Rancona cepimus, et civitatem Engolismi et Castellum'novum et Munciniacum 
et Lachese et omnia alia casteUa et totam terram comitis Engolismi cum 
omni integritate cepimus. Civitatem autem Engolismi et burgum in una 
vesperata ceỳimus ; in terris vero quas in ỳartibus illis cepimus, bene usque 
ad trecentos milites et quadraginta millia armatorum cepimus. Teste meipso 
apud Engolismum, vicesimo secundo die julU (Bouquet XVII, 570)- 



77 

zwar habe er sich darín muthig und entschlossen gezeigt, dass er 
ín die Bretagne eìngefallen sei, dann aber habe er wieder nach- 
gelassen {13 — 16). Ein Krieg mûsse energisch mit Feuer und 
Schwert so wie auch mit bedeutenden Geldmitteln gefûhrt werden 
(17 — 20), aber weder Richard noch sein Bruder verdiene dieses 
Lob {21 — 24). Nunmehr wendet er sich gegen die Bretonen, die 
durch ihren Widerstand gegen Richard Bertrans besonderen Zom 
auf sich gezogen hatten. Deswegen schilt er sie unzuverlâssig, 
ehrlos und muthlos; namentlich aber hâlt er sie fûr sehr herab- 
gekonmien, weil sie so ângstlich nach ihrem Arthur Verlangen 
tragen {25 — ^2), Noch ein Mal richtet er an den Kônig die 
Mahnung, er môge, ehe er den entscheidenden Schritt thue, sich 
ùberlegen, ob es klug oder thôricht, vortheilhaft oder nachtheilig 
fùr ihn sei (33 — 37); dann aber solle er frisch daran gehen, denn 
fûr einen schlâfrigen Herrn werde er, Bertran, nicht in den Krieg 
ziehen; auch erobere man schwerlich Lânder im Schlaf {^8 — 40). 
Im zweiten Geleit wendet er sich an den Grafen Hugo; er 
schmeichelt ihm und spricht die zuversichtliche Hoífnung aus, dass 
er nicht schlechtes Geld nehmen, das heisst wohl, sich nicht vom 
franzôsischen Kònige bestechen lassen werde (41 — 44). Da nach 
BouquetXVlI, 157 der Einfall Richards in die Bretagne um Ostem 
1197 untemommen wurde, so wird man annehmen dûrfen, dass 
das soeben vorgefiihrte Lied bald nach diesem Zeitpunkt verfasst 
worden ist. 

Es bleibt nunmehr noch ein Lied ûbrig, 25, welches noch 
wâhrend Richards Lebenszeit entstanden seìn muss, obwohl das 
genauere Datum sich nicht mit Bestimmtheit angeben lâsst. Auch 
dieses Gredicht ist verfasst in einem Moment, als zwischen den 
beiden rivalisirendcn Kônigen von England und von Frankreich 
ein Krieg auszubrechen drohte. Richard hatte sich dabei nach 
Bundesgenossen umgesehen und hatte einen solchen, wie es scheint, 
in dem Kònige Alfons 111. von Castilien gefunden. Dieser war seit 
1 1 70 mit Rìchards Schwester Eleonore verheirathet und hatte, wenn 
wir Bertrans Worten glauben dûrfen, versprochen, seinem Schwager 
mit einem Heere zu unterstûtzen (3, 4). Beide Kônige rûsteten 
daher um die \Vette, sammelten Sôldnerschaaren, und Richard gab 
bei dieser Gelegenheit nach alter Gewohnheit das Geld scheffel- 
weise aus, denn der Krieg allein war seine Wonne (5 — 8). Auch 
fôr unsem Dichter war eine solche Aussicht gerade die erwûnschte, 
und er freute sich schon in Gedanken darauf, dass sich nun bald 
die ihm so sympathischen Kriegs- und Kampfesscenen wiederholen 
werden (9 — 16); auch die Wege, prophezeit er, werden gefahrdet 
sein, das Saumthier, der Bûrger, der Kaufmann, die aus Frankreich 
kommen, sie werden nicht mehr sicher sein, imd reich wird der 
werden, der tûchtig zugreifl (17 — 24). Auch Bertran wird sich, so 
verspricht er, am Kampfe betheiligen; kommt er mit dem Leben 
davon, so wird es sein Glûck sein, muss er aber sein Leben lassen 
— nun so ist er von allen Sorgen befreit (25 — 28), 



78 

Man erkennt» dass dìe Ândeutungen nidit speziell und genau 
genug sindy um die Fixirung des Liedes mit Sicherheit zu folgem, 
um so wenigeri als uns nirgends erzâhlt wird, dass Âlfons je mit 
einem Heere nach Aquitanien seinem Schwager zu Hûlfe gezogen 
ist, so dass er sein Versprecheny falls er es ûberhaupt gegeben, 
wahrscheinlich nicht gehalten hat Damit fallt aber die einzige 
charakterístische Notiz des Gedichtes weg, und wir kônnen daher 
es nur als wahrscheinlich hinstellen, dass sich dasselbe wegen der 
Aehnlichkeit der Umstânde auf den, Kríeg bezieht, den Richard im 
Sommer 1198 gegen Philipp verbreitete. Wir wissen, dass er sich 
dazu mit mehreren Fûrsten, namentlich mit Raimund VI. von Tou- 
louse, der eine andre seiner Schwestem, Johanna, zur Frau hatte, 
verband, und dass er mit grossen Geldsummen Tmppen anwerben 
liess (Bouquet XVU, 587, 588). Ist die Annahme ríchtig, so wàre 
das Gedicht vor dem Herbst 1198, wo der Kampf begann, ent- 
standen. 

£s scheint nicht, dass Bertran de Bom wâhrend Richards 
Lebzeiten noch ein weiteres Lied verfasst hat, wenigstens ist 
uns kéin solches erhalten. Der Tod des lôwenherzigen Kônigs 
entsprach ganz seinem Leben; er kam bei einem Raubabenteuer 
um. Der Vizgraf Ademar V. von Limoges hatte auf seinem Lande 
einen Schafz gefunden und hatte seinem Lehnsherm einen Theil 
desselben ûbersandt, weigerte sich jedoch, ihm, wie er forderte, das 
Ganze zu ûberlassen. Richard benutzte mit Freude diese Weigerung 
als einen Vorwand zu einem neuen Kampf und belagerte den Viz- 
grafen in seiner Burg Chalus. Als er am 26. Mârz 11 99 um die- 
selbe herumritt, traf ihn ein Pfeilschuss in die Schulter, und er 
starb am 6. Apríl desselben Jahres in Folge dieser Wunde. 

Die nâchste Zeit brachte fûr Bertran de Bom wiedemm wich- 
tige Familienereignisse, welche Laurens pag. 267 sq. auf Gmnd der 
Archive des Schlosses Autafort beríchtet Der âlteste Sohn Con- 
stantins von Bom, Golfìer, wurde von Guido von Umoges, dem 
Sohne des vielgenannten Ademar V., der seinem Vater gegen Ende 
des Jahres 1199 in der Vizgrafschaft gefolgt war, zum Zweikampf 
herausgefordert und auf der Stelle getôdtet Dem Sohne folgten aber 
in kurzen Zwischenraumen die beiden Eltern ins Grab nach. Zu- 
nâchst nâmlich starb 1200, wenige Wochen nach Golfìers Tode, 
dessen Mutter Agnes von las Tours, und auch Constantín ûberlebte 
seine Gattin nur um etwa ein Jahr. Als einziger £rbe des Hauses 
von las Tours verblieb ein kôrperlich schwâchlicher und wenig ehr- 
geiziger jûngerer Sohn, der nach Laurens ebenfalls Golfìer hiess. 

£ine theilweise Bestâtìgung fìnden die von Laurens gebrachten 
Angaben durch eine kurze Notiz bei Gottfríed von Vigeois, welcher 
(BouquetXn, 422) erzâhlt: „Constantin von Bom erzeugte mit Agnes, 
der Tochter des Olivier de las Tours, den Golfier, welchen Guido, 
der Vizgraf von Limoges, tôdtete." Dagegen sprícht er nicht von 
einem jûngeren, gleichnamigen Sohne Constantins. 

Laurens macht mit Recht darauf au£merksam, dass im óegen- 



79 

satz zu der eben gehôrten Darstellung ìn der „razon" zu 20 ein 
Irrthum enthalten ist, wo behauptet wird, dass nach dem Tode 
Bertrans von Bom dessen Kinder sich mit ihrem Oheim Constantin 
und ihren Vettem, dessen Sóhnen, vertragen hâtten (cf. pag. 43). 
Erstens nâmlich sei Constantin vor seinem Bruder gestorben, sodann 
aber habe er nur einen Sohn hinterlassen. 

Ob Laurens auch ûber die weiteren Schicksale Bertrans sich 
aus den Archiven des Schlosses Hautefort oder der Abtei Dalon 
unterrichtet hat, ist aus seinen Worten nicht zu entnehmen. Er 
theilt nâmlich mit, dass der Dichter einige Monate nach Richards 
Tode seine beiden Sòhne Bertran und Itier zu sich gerufen, dera 
áltesten die Vizgrafschaft Autafort, dem jûngeren die Herrschaft 
Bom iibergeben habe und dass er selbst sodann in das Cisterzienser- 
Kloster Dalon als Mónch eingetreten sei, um daselbst seine Tage 
zu beenden. Als Grund dieses Schrittes giebt er an, unser Dichter 
habe bei dem Uebergange Aquitaniens an die Krone Frankreich 
gefûrchtet, Philipp August mòchte an ihm, der ihn so lange und 
so hartnâcldg bekâmpft und verspottet, sich râchen, und habe daher 
vorgezogen, dessen Zom die Spitze abzubrechen, indem er sich 
bereits vor der Ankunft des franzòsischen Kònigs seines Besitzes 
freiwillig entausserte. Entweder scheint aber die Zeit oder das 
Motiv seines Eintritts in das Kloster hier nicht richtig angegeben wor- 
den zu scin; denn im Jahre 1200 war ein Verlust der franzôsischen 
Besitzungen Englands noch gar nicht zu befûrchten; diese Gefahr 
bcgann vielmehr erst seit 1203 zu drohen, und erst im Sommer 
1205 war die Erobemng Aquitaniens vollendet. Aber auch abge- 
sehen hiervon scheint es kaum môglich, dass Bertran gemeint habe, 
Autafort werde in den Hânden seines Sohnes vor Philipps Zom 
gesicherter sein, da, wie wir gleich erfahren werden, auch Bertrans 
Sohn oífen fûr Johann Partei ergriíF und sich freimuthig gegen den 
franzôsischen Eindringling aussprach, sodass in dieser Beziehung 
die Gefahr nicht gemindert worden wàre. 

Wenn wir nun aber auch gegen die Angaben in Bezug auf 
das Wann und das Waram des vorhin erwàhnten Schrittes des 
Dichters Zweifel erheben mûssen, so scheint doch die Thatsache 
selbst richtig zu sein, da sie auch durch eine Notiz der Biographie II 
bestâtigt wird, nach welcher Bertran ein hohes Alter erreichte und 
schliesslich in den Cisterzienserorden eintrat. 

So blieb denn unser Dichter von nun an von dem ôífentlichen 
Schauplatze zuruck, und seine Sôhne nahmen seine Stelle ein. Der 
âlteste trat auch als Dichter in die Fusstapfen seines Vaters, indem 
er, wie friiher Jener, in einem Sirventes (I) ûber die seine Zeit 
bewegenden widitigen Ereignisse seine Meinung aussprach. Durch 
eine ausfûhrliche „razon" werden wir ûber die betreffenden Vor- 
gânge eingehend orientirt Nach dem Tode Richards, heisst es 
dort, wurde Johann ohne Land Kônig von England und verlangte 
nun vom Grafen von Angoulême, dass er ihm seine fûnízehnjâhrige, 
schône Tochter, die auf Veranlassung Kônig Richards mit dem 



8o 

Grafen Hugo dem Braunen von der Mark verlobt worden war, zur 
Frau gâbe. Der Vater willfahrte seinem Wunsche, und Johann 
begab sich alsbald mit sciner jungen Gattin in die Normandie. 
Aber auf Veranlassung des beleidigten Brâutigams kam eine grosse 
Empôrung gegen den englischen Kônig zu Stande. Die Barone 
zogen nach der Bretagne, huldigten dem Arthur als dem Sohne 
von Johanns álterem Bruder fur ihre Lehen und fûhrten denselben 
mit sich nach Poitou, wo sie alle kônigiichen Schlôsser bís auf 
wenige eroberten. Als nun aber die Aufstândischen die Kônigin 
Eleonore, Johanns Mutter, in der Burg Mirebeau belagerten, kam 
Johann mit einem Heere zum Ersatz herbei und zwar so heimlich, 
dass er Jene vôllig ûbemimpelte und sie AUe sammt Arthur gefangen 
nahm. Nachdem er zunâchst in die Normandie zurûckgezogen, 
fuhr er hinûber nach England und fùhrte den Arthur, so wie den 
Savaric von Mauleon und den Vizgrafen von Castel Airaut mit 
sich. Seinen Neífen liess er sodann ertrânken, wâhrend er die 
beiden andem Barone in einen festen Thurm werfen liess. Gleich 
darauf aber íìel der franzôsische Kônig in die Normandie ein und 
nahm ihm das ganze Herzogthum, wâhrend zugleich die Barone 
von Poitou sich aufs Neue empôrten und das Land in ihre Gewait 
brachten. Auch dem Savaríc von Mauleon gelang es nicht nur, 
sich zu befreien, sondem sogar, sich der Burg zu bemâchtigen, 
in welcher er gefangen war, sodass Johann sich genôthigt sah, ein 
Abkommen mit ihm zu treífen, wonach er ihn zum Statthalter 
von Poitou und der Gascogne emannte. Diesen Posten ûbemahm 
derselbe und eroberte auch wirklich einen Theil von Johanns Be- 
sitzungen zurûck; doch konnte dieser Erfolg nicht von Dauer scin, 
da der Kônig ihn ohne jede Hûlfe an Geld oder Tmppen liess. 
Da, heisst es, habe der junge Bertraji sein Sirventes losgelassen. 
Diese Angaben der „razon" werden durch die Geschichte zwar im 
Allgemeinen bestâtigt, im Einzelnen jedoch mehrfach modifízirt 
Der Graf von Angoulême hiess Ademar oder Aimar, seine Tochter 
Isabella, ihre Verheirathung mit Johann fand 1200 Statt, und am 
8. October desselben Jahres liess er sich in Westminster zum 
zweiten Male* und zwar zusammen mit seiner Gemahlin lcrônen. 
Hugo von der Mark und die andem Empôrer wandten sich an 
Philipp um Hûlfe, und dieser lud Johann nach Paris vor einen 
Geríchtshof der franzôsischen Pairs, liess ihn aller seiner fran- 
zôsischen Lehen fûr verlustíg erkláren und fiel in die Normandic 
ein, wàhrend er den sechzehnjâhrígen Arthur zu den aufrùhreríschen 
Grafen nach Poitou schibkte. Letzterer griíF sofort mit seinen 
Verbûndeten seine Grossmutter Eleonore in Mirebeau an, als die 
Belagerer am i. August 1202 von Johann ûberfallen und meist 
gefangcn genommen wurden. Aber der Aufstand nahm hierdurch, 
statt nachzulassen, nur um so grôssere Dii^ensionen an, namentlich 
aber, als zu Ostem 1203 Arthur auf Veranlassung seines Oheims, 
wahrscheinlich von diesem selbst umgebracht wurde. Im Laufe der 
Jahre 1203 und 1204 fìel die ganze Normandie, nach fast drei- 



8i 

hundertjâhríger Herrschaft der Normannen wieder zurûck an die 
franzôsische Krone. Dasselbe Schicksal hatten in demselben und 
dem nâchsten Jahre 1205 fast alle ùbrigen Besitzungen Johanns 
diesseits des Canals (Pauli, Geschichte von England III, 303 sq.). 
Da machte Bertrans gleichnamiger Sohn seinem Unmuth Luft 
durch ein „beissendes" Lied, das er dem Johann ûbersandte 
(6 — 8). Schâmen soll sich dieser Kònig, wenn er an seine tapfem 
Vorfahren denkt, dass er so Poitou und Tours verliert, ohne sich 
zur Wehr zu setzen (9 — 12). Ganz Aquitanien betrauert daher 
den Kônig Richard, der fûr die Vertheidigung des Landes die 
grôssten Opfer gebracht hat (13 — 16). Jener aber liebt nur Spiele, 
Jagd und ein gemâchliches Leben; Muth zeigt er nicht, daher steht 
er auch tief in der allgemeinen Achtung (17 — 24). Er hált ihm 
dann die glânzenden Beispiele aus der Sage vor: den muthigen 
Gavain, den tapfem Kônig Ludwig, der seinen treuen Vasallen 
Wilhelm von Orange nicht im Stiche liess, als der Sarazene Thibaut 
ihn in seiner Stadt belagerte (25 — ^2), Aber nicht geringeren 
Vorvvurf richtet er gegen die Barone, deren Thorheit und Ver- 
blendung er bitter tadelt; tiefer Schmerz ergreift ihn, wenn er an 
sie denkt, denn thôricht und ehrlos sind sie geworden und gutem 
Rathe verschliessen sie ihr Ohr (^^ — 40). Das Geleit wendet sich 
an Savaric von Mauleon und versichert diesem, dass er von seinem 
schlaífen Kônige keine Hùlfe zu erwarten habe (49 — 52). Dieser 
Savaric von Mauleon soll nach der „razon" Statthalter des Kônigs 
Johann gewesen sein; doch stimmt die§ nicht mit der Geschichte, 
da vielmehr Robert von Turnham diesen Posten einnahm. Aber 
Savaric war zugleich mit Arthur vor Mirebeau gefangen genommen 
worden (Bouquet XVII, 1 89), wurde jedoch spàter aus der Gefangen- 
schaft entlassen und kàmpfte nun auf englischer Seite gegen die 
Franzosen, sodass er in dem Vertrage vom 26. October 1206, 
nach welchem jeder der beiden Kônige seinen damaligen Besitzstand 
behalten sollte, vom Kônige Johann als Bûrge bestimmt wurde 
(Bouquet XVII, 61). Der Irrthum der „razon" ist dadurch ent- 
standen, dass Savaric von Mauleon unter Johanns Nachfolger 
Heinrich III. englischer Statthalter von Poitou wurde und als 
soicher 1224 gegen Kônig Ludwig Vlll. Kâmpfe zu bestehen hatte 
(A. Schmidt, Geschichte von Franfcreich I, 481). 

Da der Einfall Philipps in Poitou im August 1204 begann, 
und die letzte Burg der Touraine erst um Mittsommer 1205 fiel, 
so muss das Gedicht zwischen beiden Terminen entstanden sein 
imd zwar hôchst wahrscheinlich im Frûhling 1205, da in der Ein- 
leitung davon die Rede ist, dass die neuen Blátter und Blûthen 
soeben emporsprossten. 

An diesen Ereignissen «hat der altemde Dichter also wohI 
keinen directen Antheil mehr genommen; er weilte unterdessen in 
den dûsteren Hallen des Klosters, um in seinen alten Tagen die 
Ruhe und den Frieden zu suchen, den das Leben ihm nicht hattc 
gewáhren kónnen. Die Hand, welche zeitlebens das schneidige 



82 

Schwert geschwungen, erfasste jetzt den friedlichen Rosenkranz, und 
er, dessen trotzig-lcûhnen Sinn keine Macht der Erde hatte bán- 
digen kônnen, fûgte sich nun ohne Widerrede in die eintônigen 
Satzungen strenger Klosterzucht. 

Wann endlich aber ist der Tod gekommen und hat ihm die 
mùden Augen zugedrûckt? Eiae bestimmte Angabe darûber scheint 
sich auch in den Privaturkunden nicht zu finden, denn Laurens 
nimmt willkùrlich 12 lo als das Todcsjahr unseres Dichters an. 
Sicher scheint nur zu sein, dass Bertran 12 15 bereits nicht mehr 
lebte. Laurens zitirt námlich eine Stelle aus einem Seelenmessen- 
register, die er wohl der Chronik des Bernard Itier (Bouquet XVIII, 
22^ sq.) entlehnt hat und in welchcr es heisst: ,ySuò anno 12 15 
octava candela in sepulchro (sancti Martialis) ponitur pro Bertrando de 
Born, Cera tres soltdos empia est.**^ 

Es scheint nicht zvveifelhaft zu sein, dass der hier gcnannte 
Bertrandus de Born mit unserem Dichter identisch ist, und wenn 
dies richtig ist, so wùrde damit fûr zwei Lieder die Autorschaft 
Bertrans wegfallen, die ihm bisher zugeschrieben vvorden sind. Es 
sind dies 6, vvelches, wie wir gleich sehen vverden, zwischen 12 16 
und 12 18, so wie 42, welches noch spáter entstanden sein muss. 
Das erste ist uns in IKd, eine Strophe auch in D® erhalten wor- 
den. In letzterer Handschrift wird Guillem Rainols als der Ver- 
fasser genannt, wáhrend IKd das Lied dem Bertran zuschreiben. 
Wenn man dasselbe mit Rûcksicht auf seinen Inhalt prûft, so 
kann man sich daraus wohi erklâren, wie man darauf hat kommen 
kónnen, es unserem Dichter unterzuschieben. In der Einleitung 
erklárt námlich der Verfasser, wegen der grossen Noth, die er im 
ganzen Lande herrschen sehe, vvolle er zu seinem frùheren Brauch 
wieder zurûckkehren, d. h. er vvolle vvieder dichten, und \vcnn sein 
Lied ein wenig nach einem Klausner schmecke, so sei das nicht 
seine Schuld, sondem die der Andem (i — 4). Diese Worte hátte 
sehr vvohl ein im Ivloster lebender Dichter schreiben kònnen, der 
seit Jahren geschwiegen und der nach langer Unterbrechung seine 
schon etvvas verrostetc Harfe wieder ergriíF. Abcr abgesehen davon, 
dass schon durch die Entstehungszeit des Gedichtes die Autorschaft 
Bertrans gar nicht in Fragc kommen kann, so unterscheidet sich 
dasselbe auch durch seinen Inhalt von allen andem Erzeugnissen 
unseres Sángers. Das grosse Ereigniss, welchem das Lied sçine 
Entstehung verdankt, ist der Albigenserkrieg , die folgenschvvere 
Ueberschw^emmung der schònen Tháler Sùdfranfcreichs durch die 
erbarmungslosen, fanatisirten Horden der Kreuzfahrer. 

Die Albigenser hatten ihrer Lehre im Sùden dcs Landes immer 
weitere Verbreitung zu verschafl'en gevvusst, und da alle gùtHchen 
Versuche der Pápste, sie zu bekehren, vergeblich gevvcsen waren, 
so vvollte man jetzt zur Gevvalt schreiten. Weil aber Raimund VI. 
von Toulouse diese seine ruhigen und fleissigen Unterthanen nicht 
dcr blinden Verfolgimgsvvuth aussetzcn vvoUte, so wurde cr in den 
Bann gethan, vváhrend zugleich das Interdict ûber seine Lánder 



83 

ausgesprochen wurde. Nach vielfachen Verhandlungen aller Art 
wurde ein Kreuzzug gegen ihn beschlossen und Simon von Monfort 
fiel 121 1 an der Spitze eines starlcen Heeres, das zum gròssten 
Theile aus Nordfranzosen bestand und dem sich viele zelotische 
Geistliche anschlossen, in die Grafschaft ein. Der Krieg wurde mit 
wechselndem Glùcke gefùhrt, bis im Sommer 1213 Peter II. von 
Aragon (11 96 — 12 13) mit einem Heere von tausend auserlesenen 
Rittern seinem Schwager Raimund VI. von Toulouse zu Hûlfe kam 
und sich mit ihm vereinigte. Am 10. September begannen Beide 
die Helagerung der kleinen, am linken Ufer der (jraronne gelegenen 
Stadt Muret, als Simon von Monfort zum Ersatze heranzog. Es 
kam am 12. Septomber zur Schlacht, in welcher die Verbûndeten 
trotz ihrer ûberlegenen Zahl gescblagen wurden und Peter selbst 
tapfer kàmpfend das Leben verlor (Scháfer, Geschichte von Spanien 
III, 62 sq.). Raimund wurde durch diese Niederlage so entmuthigt, 
dass er im April 12 14 als Unterpfand seiner Unten^'erfung unter 
die Ciebote des Papstes sich und sein Land deiA Legaten ûbergab. 
Zu Anfang des folgenden Jahrcs wurde auf einem Concil zu Mon- 
pellier Simon von Monfort von den Prálaten mit der schônen 
Grafschaft belehnt, und auf einer grossen Kirchenversaramlung im 
Lateran, im Novembcr desselben Jahres, wurde diese Belehnung- be- 
stàtigt Aber die Bev()lkerung war innerlich ergriimnt ûber diese 
Massregeln; denn die Nordfranzosen waren ihnen in den Tod ver- 
hasst, und als Simon von Monfort sogar mit dem Bischof von Nar- 
bonne Streit bekam, boten viele Adlige des Landes dem vertriebenen 
Grafen ihren Beistand zur VViedereroberung der Grafschaft an. 
Wáhrend Raimund VI. nach Spanien ging, um Hùlfe zu holen, 
besetzte sein neunzehnjáhrigor Sohn 12 16 die provenzalischen Be- 
sitzungen wieder, eroberte die Stadt Beaucaire, belagerte das Schloss 
derselben und nahm es, nachdem er Simon von Monfort mit einem 
Ersatzheer zurûckgeschlagen ; Letzterer wich immer weiter zurùck. 

Auf diese Ereignisse bezieht sich das Lied 6, das der Dichter 
sogar direct an den Grafen Simon von Monfort ùbersenden will 
(6, 7). Wenn Dieser kommen wird, um seinen Tribut einzufordern, 
so soll er nicht in Beaucaire lagern, da, seitdem er dort gelagert, 
es immer mit ihm zurûckgegangen ist (g — 12). Das Ganze ist ein 
Betrug von ihm und von den Pfafí'en; er ist jetzt in ihrer Gewalt 
und kann sich nicht mehr frei machen; er aber ist an Allem Schuld 
(13 — 16). Wer ein Mal fehlgreift, thut dies leicht zum zweiten 
Male, wenn er Gelegenheit dazu hat {17, 18). Dann scheint er 
den jungen Grafen Raimund anzufeuern: „Was stehst Du da und 
zôgerst? Rege Deine Hánde, denn durch Rûhrigkeit sind schon 
manche Menschen gerettet worden, die sonst umgekommen sein 
wùrden (19 — 24). Da wir nun klar in der Sache sehen, so muss 
jeder Wackere auf dem Posten sein; wir mùssen darauf denken, 
das Land zu vertheidigen und uns nicht von Gleichgultigkeit ûber- 
winden lassen. Wir kennen jetzt die Absicht der Franzosen! Aber 
Gott und unser Recht hat ihnen ihr Glùck gewendet trotz ihrer 



84 

Verbûndeten! (25 — ;^2), Gem rede ich jedem Frieden das Wort, 
aber der Friede, den Simon bringt, raubt und richtet zu Grunde 
[^^ — 36). O Ihr feigen Barone, man sieht, dass die Pfaffen und 
die Franzosen Euch in ihren Netzen haben mit ihrem erheuchelten 
Frieden; denn sie werden den Vertrag umwerfen (37 — 40). Und 
Ihr Catalanen! wo ist Euer Ruhm? In Schande werdet Ihr leben, 
bis Ihr durch einen Krieg Eure Schuld einlôst gegen den Rônig, 
der Euch Ehre verschaffte. Schlecht beldagt Ihr ihn, wenn Ihr ihn 
nicht rácht, und der, welcher ihn umgebracht hat, môge Euch im 
Schlafen Gesellschaft leisten (41 — 46). Durch seinen Tod seid Dir 
Aragonier sehr herabgekommen von Eurer Hòhe (49 — 52). 

Der Graf, der dem Dichter nach Vers 5 den Anstoss zu diesem 
Sirventes gegeben, scheint Raimund selbst gewesen zu sein, und es 
geht aus dem Zusammenhange hervor, dass das Gedicht zwischen 
dem Sommer 12 16 und dem 25. Juni 12 18 verfasst ist, da einerseits 
Beaucaire oífenbar von dem Grafen von Toulouse bereits zurûck- 
erobert war, andrerseits Simon von Monfort noch lebte, welcher an 
dem zuletzt genannten Tago durch ein Steingeschoss getôdtet 
wurde. Die gròsste Wahrscheinlichkeit spricht dafiir, dass es noch 
im Jahre 12 16 selbst entstand. 

Das zweite Lied endlich, das ebenfalls mit Unrecht dem 
Bertran de Born zugeschrieben wird, ist 42, das in den Hand- 
schriften CER erhalten ist, die ihn als den Verfasser nennen. 
Diez hat bereits darauf hingewiesen, wie unwahrscheinlich diese 
Angabe sei, da, wie wir sogleich finden werden, das Gedicht 
frûhestens 1230 entstanden sein kann, und er hàtte daher die Ver- 
muthung ausgesprochen, dass vielleicht der Vater mit dem Sohn 
vervvechselt worden sei, es daher wohl von dem jûngem Bertran 
herstamme. Gegen diese Vermuthung sprechen aber die Anfangs- 
worte, in welchen der Dichtcr erklàrt, er habe noch nie ein Sir- 
ventes gemacht, jetzt aber solle ihn die Furcht nicht lánger davon 
zurûckhalten. Dicse Worte kônnen nicht von Bertran dem Jûngeren 
geschrieben worden sein, da auch dieser, wie wir wissen, bereits 
1205 ein beissendes Sirventes gegen Kônig Johann geschleudert 
hatte. 

Auch âusserlich unterscheidet sich das in Rede stehende Lied 
wesentlich von denen Bertrans und seines Sohnes. Es weist eine 
ziemlich grosse Zahl von grammatischen und metrischen Fehlem 
auf, wie die Anmcrkungen zeigen werden, und die fûnfte Strophe 
zeigt eine ausserordentliche Armuth an Gedanken und Worten, 
indem einzelne Ausdriicke und Wendungen in dcrselben zwei Mal 
venvandt werden. 

Fassen wir nunmehr das Sirventcs selbst ins Auge, so muss 
zunáchst festgestellt werden, wer mit dem Ausdmck „nostre rei", 
der mehrfach in dem Liede vorkommt, gemeint ist. Diez konnte 
bei seiner Auffassung damnter Niemand anders als den franzôsischen 
Kònig Ludwig IX. verstehen; doch widerstrebt dieser Ansicht vor 
allem das Geleit, in welchem es heisst: „Unser Kònig hat genug 



85 

Truppenmacht unter den Sarazenen, aber jetzt wûnschte ich seinen 
Heerbann dort bei Monfort zu sehen gegen alle die, welche ihn an 
Ehre verringem." 

Diese Notiz lcann sich nur auf Jacob I. von Aragon be- 
ziehen, der seit 1229 in einem àusserst glorreichen Kriege gegen 
die Mauern begrifFen war, und diese Auffassung passt auch zu dem 
Inhalt des ùbrigen Theils des Gcdichtes. In der ersten Strophe 
nâmlich klagt der Dichter, dass sein Kônig, d. h. also Jacob, Melhau 
und Marseille verloren habe und zwar, wie aus Strophe 2 hervor- 
geht, an den Grafen von Toulouse. Diesem werden nàmlich 
scharfe Vorwùrfe ûber seine Undankbarkeit gemacht, da er als 
Dank fûr die ihm von Peter von Aragon gebrachte Hûlfe dessen 
Sohn seines Erbes beraube (9 — 16). In der That hatte Ludwig IX. dem 
Raimund VII. von Toulouse durch den Fríeden vom 17. Mai 1229 
die Vizgrafschaft Miihaud zuruckgegeben und versprochen, ihm 
gegen Jedermann beizustehen, der gegen diese Rùckabtretung pro- 
testiren soUte. Diese Clausel, heisst es, war gegen Jacob von 
Aragon gerichtet, dessen Vater einst Milhaud an den verstorbenen 
Grafen von Toulouse verpfandet, scine Ansprûche aber stets auf- 
recht erhalten hatte. Wirklich entbrannte auch zwischen beiden 
Fùrsten spâter ein Krieg ûber diese Vizgrafschaft (Hist de Lang. * 
m, 380). 

Die Stadt Marseille kam im folgenden Jahre in den Besitz 
Raimunds VII., indem die Einwohner, nachdem Dieser ihnen im 
Sommer thátige Hûlfe gegen den Grafen Raimund Berengier von der 
Provence gebracht, ihn durch einen Vertrag vom 7, November 1230 
freiwillig als ihren Oberherm anerkannten. (ib. III, 389). In Folge 
dessen brach ein dreijáhriger Krieg zwischen den beiden benach- 
barten Grafen aus, auf den auch in unserem Gedichte angespîelt 
wird, indem der Verfasser dem Grafen von der Provence zuruft, 
er môge keine Angst haben, da der K(")nig Jacob ihm bald als 
Bundesgenosse zu Hùlfe eilen wcrde (17 — 20). Die vierte Strophe 
ist weniger klar. In dieser wird der Graf von Urgel zum Kampfe 
aufgemuntert : Ihr habt ja genug Weizen und Hafer und gute, feste 
Schlôsser; wohlan denn! fordert vom Kònige alles Gebiet jenseits 
von Urgel, das Ihr frûher gehabt habt (25 — 32). Die Geschichte 
der Grafen von Urgel wâhrend dieser Zeit ist nicht besonders klar. 
Es scheint hier jedoch nur Pons von Cabrera gemeint sein zu 
kônnen, der 1231 seiner Cousine Aurembiax in der Grafschaft 
folgte, nachdem Beide viele Jahre hindurch Streit um die Erbfolge 
gefûhrt hatten. Die Aurembiax hátte sich in diesem Zwist der 
wirksamen Unterstûtzung Jacobs von Aragon zu erfreuen gehabt 
und hatte ihm daher 1228 neun feste Schlòsser abgctretcn (Art. 
de vér. 1. d. X, 75 sq.). Unser Dichter war daher wohl ein Partei- 
gànger des Pons und besass dabei noch genug Localpatriotismus, 
um die Wiedererwerbung der verlorenen Burgen zuriickzmvunschen, 
selbst auf Kosten Kônig Jacobs, des Oberlehnsherm seines Grafen, 
dem er ja ûbrigens wohl gewogen war. 



86 

Aus den vorgefùhrten Thatsachen geht hervor, dass das soeben 
behandelte Sirventes wahrscheinlich im Jahre 1231 verfasst ist 
und zwar wohl von einem Catalancn, da er einerseits ein Unter- 
than des aragonischen Kônigs war, andrerseits aber von dessen 
sûdfranzòsischen Besitzungen mit „lai" (v. 5, 14, 42), von Spanien 
mit „sai" (21) redet. 

Die bei weitem gròssere Hâlfte der Lieder Bertrans von Bom 
ist bereits bei Gelegenheit der P>záhlung der Lebensereignisse des 
Dichters besprochen worden. Es bleiben jedoch noch einige ùbrig, 
welche dort keine Stelle gefunden haben und welche doch eben- 
falls Beachtung verdienen. Wir kònnen dieselben eintheilen. erstens 
in solche, welche zwar auch zeitgenòssische Ereignisse betreíFen, 
bci welchen aber die Beziehungen nicht klar und deutlich genug 
sind, um ihren Platz mit einiger Sichcrheit herauszufinden , sodann 
in solche, welche an bestimmte Privatpersonen gerichtet sind und 
sich auch ausschliesslich mit diesen bescháftigen , endlich solche, 
deren Inhalt ein allgemeiner ist. 

Zu den in erster Linie genannten gehôrt zum Beispiel das 
unter No. 3 aufgcfûhrte Lied. Es ist eines der wenigen, in welchen 
sich Bertran der dunklen und schweren Dicht^veise, die ja von Manchen 
mit Vorliebe cultivirt wurde, zuwendet, und welches daher schwer 
verstándlich ist. Der erste Theil des Gedichtes wird, wie dies bei 
Bertran nicht selten geschieht, benutzt, um sich ûber persònliche 
Vorkommnisse auszusprechen. So beklagt er sich zunáchst bitter, 
dass seine Geliebte ihn weggeschickt und ihm untreu geworden ist 
(i — 6); hôhnisch fûgt er hinzu, es werde nicht sein Schade sein, 
wenn sie die Kinder Andrer in seine Wiege lege (7 — 10). Die 
zweite Strophe scheint an seinen glûcklicheren Nebenbuhler ge- 
richtet zu sein, dem er zuruft, er handle thôricht, da das Frauen- 
zimmer ohne Vorzûge und ohne Ehre sei (i i — 20). — Sollte der 
Dichter in seiner zweiten Ehe traurige Erfahrungen gemacht haben? 

Der Rest des Liedes wendet sich, wie es schcint, an Richard, 
und zwar fordert er ihn darin, wenn ich richtig verstanden, zum 
Kreuzzuge auf. Richard, sagt er, hat sich zuerst von der Jagd 
losgerissen, hat sich auf den Weg gemacht und wird auch sein 
Vorhaben ausfùhren, falls er nicht etwa hier hángen bleibt; sollte 
er wirklich aufbrechen, so wird cr auch Edessa und viele andre 
asiatische Lánder und V()lker dort erobem (21 — 30). P> ist frei- 
gebig und liebt die Jagd so wie das Kriegshandwerk (31 — 40), 
aber zwischen der Charente und der Dordogne zeigt er sich schlaíT 
und tritt nicht energisch genug seinen Feinden entgegen (41 — 50). 
Daher fordert er ihn auf, da er so viel bcsitze, eilig zu kommen 
(51—60). 

Aus der Strophe 5 ergiebt sich oífcnbar, dass Richard nicht 
mehr bloss Herzog von Aquitanien, sondern schon Kònig von Eng- 
land war, wo er sich damals auch befand. Ist die Vermuthung 
richtig, dass derselbe durch das Lied zum Kreuzzug aufgefordert 



87 

werden sollte , so wùrde daraus folgen , dass dasselbe Ende 1 1 89 
oder Anfang iigo gedichtet ist. 

Aufïallig ist der Umstand, dass im Goleite „Bels Senher** an- 
geredet und zwar gefragt wird, ob ihn der Verlust des Dichters 
nicht betrube. Ist es denlcbar, dass er auch damals noch seine 
frùhere Geliebte Maenz von Montagnac mit diesem Versteclcnamen 
meinte und dass er bei ihr Mitleid mit seinem Unglûck zu erregen 
suchte? 

In dieselbe Rategorie gehôrt auch das Lied 22, welches eine 
schroffe, riiclcsichtslose Gesinnung zur Schau trágt. Mancher lum- 
pige Baron, heisst es dort, steclct in Krieg und Strapazen, wie ich 
sehe; abcr was mache ich mir aus dem Schmerz, den sie empfin- 
den, oder gar aus dem Schaden, den sie erleiden? Daher will ich 
mich damit erheitern, ein neues Sirventes zu singen (i — 8). Krieg 
gefallt mir, denn er fôrdert Alles, was das Leben Schônes bietet, 
und veredelt obenein den Charalcter des Menschen; deshalb sehe 
ich es gem, wenn der Friede mit Hùlfe von Bestechungen ge- 
brochen wird (9 — 1 6). Daher werden wir an der Freigebigkeit 
und an der Aufwendung von Geld in kurzer Zeit sehen, wer von 
den beiden Kònigen am wenigsten schábig ist (17 — 20). So hat 
denn der, welcher Graf, Herzog und Markgraf ist, tuchtig Geld 
aufgetrieben, aber er giebt es auch aus, das bestátigen Gascogner 
und Englánder (21 — 24). Nun wird sich bald heraustellen, wer 
besser die Unbilden und Widerwârtigkeiten wird ertragen kônnen; 
denn bald wird der Krieg mit all seinen Schrecknissen und Drang- 
salen unter uns sein (25 — ^2). Die Franzosen werden hoífentlich 
nicht ungestraft so manchen wackeren Baron haben berauben dùrfen ; 
daher wundert mich, dass ihnen der Kônig von Aragonien nicht 
energisch entgegentritt {^^ — 40). Aber wie auch immer der Aus- 
gang sein mag, wer auch immer verwundet, getôdtet oder gefangen 
werden mag, mich soll's nicht kûmmem, ich habe meine Liebste 
(41—48). 

Dass von den beiden hier genannten Kônigen, die sich feind- 
lich gegenùberstehen , der eine der franzôsische ist, scheirít nach 
Vers ;^;^ nicht zweifelhaft, ebenso ergiebt sich wohl aus Vers 16, 17, 
24, dass sein Gegner der englische Kônig ist, und zwar dûrfte 
Richard gemeint sein, da er in Vers 2 1 Graf, Herzog und Markgraf 
heisst und in Vers 24 die Gascogner besonders ncben den Eng- 
lándern genannt werden, was bei Richard ganz natùrlich ist, da 
dieser ja vor seiner Thronbesteigung immer Graf oder Herzog von 
Aquitanien gewesen war. Auch das Lob der Freigebigkeit passt vor- 
nehmlich gerade auf diesen Fûrsten. Wer ist aber mit dem Kônige 
der Aragonier gemeint, von dem der Dichter Beistand gegen die 
Franzosen erwartet? Es erscheint kaum glaublich, dass Bertran an 
Alfons II. gedacht haben sollte, gegen den er ja, wie wir ims er- 
innern, einen so wûthenden Hass hegte, sodass demnach nur 
dessen Nachfolger Peter 11. ûbrig bliebe, der 1196 zur Regiemng 
kam. Beweisen wird sich dies sehr schwer lassen, da aus den 



88 

Worten des Liedes hervorzugehen scheint, dass der aragonische 
Kônig zu des Dichters Verwunderung und Bedauem sich factisch 
nicht in den Krieg eingemischt hat, sodass wir kaum hoffen 
dûrfen, aus der Geschichte Gewissheit ûber diesen Punlct zu er- 
langen. VVahrscheinlich aber ist es sonach immerhin, dass dies 
Gedicht nach 1196 und zwar wàhrend der Kâmpfe zwischen 
Richard und Philipp August entstanden ist 

Endlich dûrfte das Lied 43 hieher zu rechnen sein, welches 
einen heftigen Vorwurf gegen die Schlaífheit und Unentschlossenheit 
der Barone enthàlt. Der Dichter erldárt, dass er hinfort nicht mehr 
von diesen Feiglingen sprechen will, denn tausend Stacheln hat er 
bereits auf ihnen verbraucht, ohne auch nur einen Einzigen von 
ihnen in Gang zu briiigen (i — 4); ohne Widerstand lassen sie sich 
ihr Eigenthum nehmen, wie Mônche lassen sie sich geduldìg 
scheeren und ohne Nothstall kann man sie an allen Vieren be- 
schlagen (5 — 8). Ademar, Guido und wie sie alle heissen môgen, 
mûssten jetzt ihre Thatkraft beweisen; denn wer nicht etwas aufs 
Spiel setzt, der kann auch keine Ehre ervverben (8 — 14). Aber im 
ganzen Lande ist auch nicht Einer, der es nicht ruhig mit ansehe, 
wie man ihm widerstandslos in seinem váterlichen Erbtheile Gewalt 
anthut {15 — 17). 

Man sieht, dass wir hier keine bestimmten Anhaltspunkte 
haben, um dies Gedicht zeitlich zu fixiren, noch dazu, da der darin 
behandelte Gegenstand ein Lieblingsthema des Dichters ist, also 
mehrfach zur Venvendung gekommen ist. Aber, obwohI beispiels- 
halber die Lieder 21, 28 und 36 fast den gleichen Gedanken 
enthalten, so môchte es doch gewagt sein, darum unser Lied als 
gleichzeitig mit einem von diesen anzunehmen. 

Es mûssen nunmehr diejenigen Gedichte besprochen werden, 
welche an Privatpersonen gerichtet sind und welche sâmmtlich sehr 
dunkel und in Folge dessen schwer verstándlich sind. In einem 
derselben, námlich in 17, wird ein Joglar, Namens Folheta, ange- 
redet. Derselbe hatte sich an Bertran gewendet und ihn um ein 
Lied gebcten (i). Letzterer wundert sich hieriiber, da er sonst 
Niemand findet, der sich von ihm etwas sagen lassen mag (2 — 4) ; 
da nun aber Folheta eine Ausnahme macht, der lieber abgekanzelt 
werden will, wenn er nur Vortheil davon hat, als gelobt werden, 
wenn ihm Schaden daraus erwáchst, so will der Dichter ihm die 
Leviten verlesen, doch macht er ihn von vom herein darauf auf- 
merksam, dass er schlecht dabei \vegkommen wird (5 — 7). Zunáchst 
entvvirft er dem Joglar ein nicht eben schmeichelhaftes Portrait von 
dessen Pcrsònlichkeit; eine rauhe Stimme besitzt er, mit der er 
mehr kráchzt, als singt; seine Hautfarbe ist so dunkel, dass man 
ihn fûr einen Sarazenen halten kann; jâmmerlich sind die von ihm 
beim Rezitiren gebrauchten Worte, und, was das Schlimmste ist, er 
stinkt am Leibe wie gemeines Savoyarden-Volk, kurz der Dichter 
will ihm ein Lied verfassen, nur um ihn sich dadurch vom Leibe 
zu schaft'en (8 — 14). Es folgen nun z\vei Strophen zum Lobe des 



89 

Markgrafen Conrad von Monferrat, welche fast wôrtlich mit deii 
beiden ersten Strophen des Liedcs 4 ùbereinstimmen. Dann fîihrt 
er fort: „In Betreff des Herm Ja und Nein (Richard) ist mir nicht 
bange, denn den àrgert es doch, wenn ich ihm den Kopf wasche; 
und der Kônig von Frankreich scheint so auf eine Unternehmung 
zu sinnen, dass ich fûrchte, er môchte meine Gesinnung theilen. Nie, 
selbst nicht bei der Belagerung von Troja, gab es einen solchen 
Fùrsten, wie den, welchen ich mir durch mein Singen zum Feinde 
gemacht habe (29 — 35). 

Das Gedicht wird an Isembart gesandt, und zwar versteht Bertran 
darunter einen Ritter, der in Flandem lebte (s. Anm. zu 17, 36), 
und er wiederholt diescm gegenûber die schon ein Mal gethane 
Behauptung, dass es fûr die Kônige, die das Kreuz genommen 
habcn, eine Schande sei, dass sie sich nicht auf den Weg machen 

(36-38). 

Die grosse Aehnlichkeit mit Lied 4 macht es wahrscheinlich, 
dass auch das eben vorgefùhrte etwa um dieselbe Zeit, also auch 
Anfang 11 88 entstanden ist 

VVenn aber dies Gedicht noch einigermassen klar ist, so be- 
gegnen uns bei No. 16 erheblich grôssere Schwierigkeiten. Zunáchst 
beginnt auch dies mit einer Anrede an Folheta. Allerdings steht in der 
Handschrìft „fulhetas", doch glaube ich, dass dies eine Aenderung 
des Abschreibers ist, welcher diu-ch den Inhalt der ersten Strophe 
in den Irrthum verfiel, dass von Blâttem die Rede sei und daher 
den angeblichen Singular „fulheta" in den Plural verwandelte. Dass 
aber unter Folheta auch hier wieder eine Person zu verstehen ist, 
geht aus dem ganzen Inhalt des Gedichtes, namentlich aus den 
Versen 11 und 15 hervor. Der Irrthum ist aber wohl dadurch 
entstanden, dass der Dichter allerdings die Aehnlichkeit des Namens 
mit dem Deminutivum von „folha" zu einem Wortspiel benutzt, 
indcm er dem Folheta zuruft : Der Februar und Márz hat zwar die 
Gárten noch nicht mit Laub geschmûckt, Ihr aber seid schon jetzt 
von Eurem Gebirge herabgekommen, ehe die grosse Wárme ein- 
tritt (i — 7); Ihr verlasst stets unter den Ersten Euer Land, ehe 
noch die Wiese mit Blumen sich schmûckt, und bettelt, indem Ihr 
erzáhlt, wie ûbel Euch der Winter mitgespielt (8 — 1 4). Der Dichter 
bittet ihn daher, in den Sold des Herrn Archimbaud zu treten, 
den die andem Wackem verlassen haben, denn Dieser habe einen 
schônen Gewinn erzielt (15 — 19); dem Archimbaud selbst, da er 
bieder und gerade ist, ràth er, der Tûchtigkeit sich zu befleissigen 
(20, 21). Dem Tempra dagegen wirft er Leichtsinn vor, dass er 
nachlasse, nachdem er einen Anlauf genommen, und stellt sich und 
sein Beispiel Jenem gegenûber (22 — 28). 

Wunderbarer Weise theilt der Dichter im Geleit dem Tempra 
mit, dass er sich nicht mehr in Lieuchata, einem Schlosse in Sûd- 
frankreich, das er verlassen habe, sondem in Damiata befinde. 
Damiata oder Damiette ist eine Stadt in Unterâgypten, welche, wie 
Mathaeus Paris (Bouquet XVII, 743 sq.) ausfûhrlich berichtet, im 



90 

Nòvember 12 19 von den Christen erobert wurde und bereits 1222 
den Sarazenen wieder in die Hánde fiel. Wenn diese Stelle echt 
ist, die Wahrheit berichtet und sich auf die ág>ptische Stadt be- 
zieht, so mûsste der Dichter dieses Liedes wohl gerade in den 
Jahren zwischen 12 19 und 1222 in Damiata gewesen sein, denn 
nur, so lange diese Stadt in christlichem Besitze war, wâre an 
einen Aufenthalt daselbst zu denken. Mit dieser Annahme wùrde 
aber sofort die Autorschaft unseres Dichters fûr dieses Lied un- 
moglich werden. Vielleicht aber hat der Ausdruck hier eine andre, 
allgemeine Bedeutung, oder aber es gab noch eine zweite Ortschaft, 
die den Namen Damiata fûhrte. 

Mit dem vorhin behandelten Liede 17 ist ein anderes, námlich 
24, auf dieselbe Linie zu stellen. Dies nâmlich ist, wie jenes, ein 
Sirventes, welches Bertran auf die Bitte eines Spielmannes, der in 
24 Mailolin heisst, verfasst hat. In beiden fertigt er die Bittsteller 
derb ab, indem er scheinbar willig auf ihr Gesuch eingeht. Wáh- 
rend er aber in 17 nur eine Strophe auf die Verspottung des 
Joglars venvendet und dann zwei Strophen aus einem frùheren 
Gedichte ganz ohne Zusammenhang entlehnt, ist hier das ganze 
Gedicht jenem satirischen Zwecke gewidmet 

Ich habe viel ûber Euch erzáhlen hôren, redet Bertran den 
Mailolin an, und da Ihr mich um ein Lied bittet, so will ich 
Eurem Wunsche willfahren (i — 4). Und nun giebt er ihm folgende 
drastische Schilderung seiner innern wie áusseren Persònlichkeit : 
Ihr seid ein Pfifficus, denn, obwohl Ihr im Grunde ein Lump seid, 
so wisst Ihr Euch doch den Anschein eines tûchtigen Mannes zu 
geben; es wàre jedoch besser, Ihr schlûgt Euch selbst durch, als 
dass Ihr von dem Mitleid Andrer lebt (5 — 7). Ihr seid albemer 
als ein Schaf, und es gewáhrt mehr Vergnûgen, eine Kráhe oder 
ein grunzendes Schwein, ja einen Verwundeten, der operirt wird, 
anzuhôren als Euch, wenn Ihr singt (10 — 14). Zwar seid Ihr jung 
und gross und stellt Euch, als wáret Ihr muthig, aber da, wo sogar 
der Haase ein Lòwe ist, seid Ihr feige, nichtsnutzig und ohne 
Widerstandskraft (15 — 21). Ihr seid innen hohl wie HoUunder 
und habt eine grosse Leber und Lunge {22 — 25); schon am 
Morgen seid Ihr schláfrig, und wenn Jemand Euch etwas sagt, so 
thut Ihr, als ob Ihr es nicht hôrtet {26 — 28). Aber selbst unter 
den Taugenichtsen hâlt man Euch fûr einen unzuverliissigen Patron, 
denn jeder von den Trossknechten entschliesst sich eher zum 
Kampfe als Ihr (29 — ^2); wenn der Gegner sich mit Melonen 
vertheidigte, so wûrde jeder Andre cher angreifen, als Ihr, selbst 
wenn Ihr Helm und Visir auf dera Kopfe háttet {;^;^ — 35). Wo 
Ihr aber Hammelbraten riecht, dahin lauft Ihr ciliger als in die 
Pallisade und die Verschanzung (36 — 38) und die gròsste Niere 
verschlingt Ihr mit einem oder zwci Bissen (39 — 41). 

Das Lied ûbersendet der Dichter dem Raimon von Plancl, 
ura dazu eine Melodie zu machen, und zwar schárft er ihm ein, 
sich Mùhe zu geben (42 — 44). Vielleicht dûrfen wir hieraus 



9t 

folgem, dass Bertran de Bom der Regel nach nicht der Componist 
der zu seinen Gedichten erforderlichen jNIelodien war. Im zweiten 
Geleit zieht Bertran sogar sein im Anfange des Gedichtes ge- 
gebenes Versprechen zurûck, indem er sagt, der sei ein Narr, 
der dem Mailolin ein Liéd ùberlasse, denn er singe schlechter als 
ein Pfau und verhunze nicht nur die Melodie sondern auch den 

Text (45 — 47)- 

Gedichte der Art wie die eben geschilderten finden sich 
mehrfach in der provenzalischen Litteratur. Es gab unter den 
Spielleutcn viele, die nicht selbst dichten lconnten, sondern die sich 
damit begnûgten, Lieder Andcrer vorzutragen, und die sich in Folge 
dessen zuweilen an renommirte IVoubadours mit der Bitte richteten, 
ein Lied fûr sie zu verfassen. Charalcteristisch ist hierfùr folgendc 
Stelle: 

Bajonay per sirventes 

sai be qtiiesi venguiz mesi nos, 

ei ah aqtusi seran ires, 

qtíieu vo^n avia faiz dos, 

dont mani aur e mani argeni 

aveiz guazanhai, Bajona, 

e maini uzai garnimen 

e d^avol rauV e de hona; 

aras, cani res no vo^n par, 

cujaiz vdn renoveliar etc. 
R. de Mir. 1 1 , i sq. Ein zweites von den so gefertigten Liedem 
jenes Dichters ist ebenfalls erhalten (Bartsch No. i). In derselben 
\Veise sagt Uc de St. Circ 21, i sq.: 

Messonget, un sirvenies 

rrCas quisi, e donar Vo i^ai 

al pus iosi que ieu poirai eic, 
und entwirft dann ebenfalls ein nicht gerade erbauliches Bild des 
Bittstellers. 

Das letzte von Bertrans Liedern, welche Privatangelegen- 
heiten betreffen, ist No. 39. Dies ist, wie es scheint, an Gott- 
fried von der Hretagne gerichtet und bezieht sich auf ein 
Liebesabenteuer desselbcn; jedoch mit so dunklen Andeutungen, 
dass die Einzelheitcn nicht vòllig klar zu erkennen sind. Folgen- 
des scheint indcssen im Ganzen und Grossen die Sachlage gewesen 
zu sein. Der Graf hatte wohl eine Licbschaft mit einer nicht náher 
bezeichneten Damc, und Letztere sandte einen Spielmann zu ihm 
als Boten, um ihn zu sich zu laden (10, 17, 18); er aber wagte 
nicht, dieser Einladung zu entsprechen (3, 4). Durch diese Hand- 
lungsweise zog er sich jedoch den Tadel des Dichters zu. Dieser 
schàmte sich in des Prinzen Seele (6, 7) und erklárte ihm geradezu, 
er habe sich sehr thoricht benommen (8). Wenn námlich ein 
Liebhaber von seinem Schatz gerufen werde, so dûrfe er nicht 
zógem und dùrfe sich durch nichts zurûckhalten lassen (9 — 24). 
Nun kômit Ihr crproben, ruft er dem Grafen zu, dass ich Recht 



92 

gchabt, als ich behauptet, die hochgestellten Menschen envûrben 
keine Liebe, wenn sie eine Buhlschaft beginnen; sie haben so viel 
zu bedenken und so viel zu besorgen, dass die Liebe sie von sich 
stôsst; daher môchte ich nicht Burgund besitzen, wofern ich auf 
Liebesfurcht und Liebesheimlichkeit verzichten soU (25 — 32). Ich 
strebe nicht nach Macht und Reichthum, wo mir Jemand Rnauserei 
vonverfen kônnte, ich will lieber mit meinem Schatz lachen und 
scherzen, als mir deswegen Vorhaltungen machen zu lassen (33 — 40). 

Vielleicht gelingt es mit Hûlfe des Geleites, die Entstehungs- 
zeit dieses Liedes zu bestimmen. Dort heisst es nàmlich: „Wenn 
der Graf Gottfried sich nicht entfernt, so wird er Poitou und die 
Gascogne bekommen." Nach dieser Aeusserung scheint es sicher, 
dass das Gedicht verfasst ist zu der Zeit, wo Gottfried seinen 
Bruder zwingen wollte, sein Herzogthum Aquitanien oder wenigstens 
einen Theil desselben ihm abzutreten und deshalb einen Einfall in 
Richards Gebiet machte. Auch die sechste Strophe bestatigt diese 
Annahme. Dort heist es „nostre senher", d. h. Richard, werde durch 
Drohungen sich von seinem ein Mal vorgenommenen Ziele nicht 
ablenken und zum Nachgeben bringen lassen, vielmehr werde er 
Limousin zusammenschnûren, namentlich aber werde er dem Ademar 
schlimm mitspielen (41 — 48). Wie ich schon oben zu 34 (pag. 47 sq.) 
mitgetheilt, dachte Richard allerdings nicht daran, nachzugeben, 
sondem venvûstete aus Rache seinerseits die Bretagne, und die 
Barone, die geneigt waren, diesen Vorwand zu einer neuen Em- 
pôrung zu benutzen, unter ihnen natûrlich vor allen Richards alter 
Feind Ademar von Limoges, sahen sich in ihrer Hoflfhung auf Er- 
folg gánzlich getauscht. Demnach entspricht die hier vorauszu- 
setzende Situation genau der in Lied 34 geschilderten, und es ist 
daher wahrscheinlich, dass No. 39 mit dem eben genannten beinahe 
gleichzeitig d. h. im Frûhjahr 1 1 84 entstanden ist 

Es mûssen nunmehr noch diejenigen Gedichte Bertrans de Bom 
besprochen werden, welche allgemeineren Inhaltes sind. Dahin ge- 
hòrt zunáchst No. 7, in welchem die Begriffe „jung" und „alt" definirt 
werden, und zwar ergiebt sich daraus, dass dieselben hier âusserst 
weit und vielseitig aufgefasst werden. Demnach nennt der Dichter 
eine Frau alt, wenn sie txl den PfafFen láuft, wenn sie keinen 
Cavalier hat, wenn sie sich zwei Buhlen zu gleicher Zeit hàlt, wenn 
sie sich mit einem gemeinen Menschen abgiebt, wenn sie innerhalb 
ihres Schlosses, also ganz im Verborgenen, liebt, wenn sie Zauber- 
mittel anwendet, wenn sie die Spielleute nicht mag und allzu ge- 
schwátzig ist (9 — 16); dagegen ist sie jung, so lange sie dem 
Stande Ehre macht und gute Thaten voUbringt, so lange sie recht- 
schafFene Gesinnung zeigt und die Ehre hochhált; jung ist sie, 
wenn sie ihren Kôrper schôn erhált, sich beherrscht, nicht ver- 
lâumdet und sich vor Schlechtigkeit hûtet (17 — 24). Unter den 
Mánnem gilt ihm der fùr jung, welcher das Seine dráufgehen 
lásst, sodass es ihm persônlich knapp geht, der sich die Bûrg- 
schaften fûr Zweikámpfe tùchtig etwas kosten lásst; nicht minder 



93 

der, wclcher freigebîg ist, Koffer und Geldfcasten verbrennt, Kampf 
und Toumier pfìegt, Frauendienst treibt; endlich der, \velchen die 
Spielleute gern môgen (25 — ^2); dagegen verdìent nach seiner 
Meinung alt genannt zu werden ein reicher Mann, welcher nichts 
draufgehen lásst, wàhrend Kûche und Keller reich gefiillt sind; 
ebenso, wenn er an einem Fleischtage sich und den Seinigen nur 
Eier und Kâse spendirt; nicht minder, wenn er ûber den Mantel 
noch einen Reitermantel zieht; sodann, wenn er ein Pferd hat, das 
man sein eigen nennt; auch, wenn ihm der Frauendienst nicht 
gefallt; endlich, wenn er weicht, ohne dass er dadurch eincn 
grossen Gewinn erzielt {^^ — 40). 

Dies Gedicht lâsst er durch seinen Spîelmann Arnaut an 
Richard tragen mit der Auíforderung, keinen „alten" Schatz auf- 
zustapeln, da man mit einem „jungen'' Schatze Ruhm gewinnen 
kônne. 

SoUten wir in dieser Auíîorderung eine Andeutung auf den 
Schatz von Chinon iìnden dùrfen, den Richard, wie oben schon 
gesagt, im Herbst 1187 in seine Gewalt brachte, so môchte dies 
Gedicht bald nach diesem Termin entstanden sein. 

Besonders charakteristisch fûr Bertrans schroff aristokratische 
Gesinnungen ist das Gedicht 29, in welchem er seiner Abneigung 
gegen die Bauem in seiner bekannten leidenschaftlichen Weise 
einen energischen Ausdruck verleiht Da die Bauera stets mit dem 
Adel Streit anfangen, so ist es ihm ein Hochgenuss, dieselben im 
tiefsten Elende zu sehen (i — 8). Der Bauer lebt, so lange er 
innerhalb seiner Spháre bleibt, wie ein Schwein; wird er aber reich, 
so wird er vom Gròssenwahn befallen ; daher muss man ihm seinen 
Fresstrog stets leer halten (9 — 16). Wer einen Bauem nicht stramm 
hâlt, der bestârkt ihn nur noch in seiner Aufsâtzigkeit ; daher muss 
man ihn immer ducken; denn, wenn er sich erst sicher fûhlt, so 
findet man an Schlechtigkeit nicht seines Gleichen (17 — 24). Daher 
darf man sich nie durch ûbel angebrachte Schwáche verleiten lassen, 
ihn zu beklagen, selbst wenn er Arm und Bein bricht, oder in das 
grôsste Unglûck geráth (25 — 32). Ein Bauer ist so voll Trug, 
namentlich aber so voll von Hochmuth und Selbstûberhebung, dass 
er sogar Gott verachtet. Daher móge Gott sie veríluchen {^^ — 40) ! 

Da in der letzten Strophe Rassa, also Gottfried von der 
Bretagne angeredet wird, so muss das Gedicht vor dem Sommer 
1186 entstanden sein; doch fehlt es an jedem Anhalt fûr eine 
genauere Bestimmung. 

Bertran war aber eine innerlich zu gerade und aufrichtige 
Natur, als dass er gegen die seinem eignen Stande anhaftenden 
Schwàchen hátte blind sein sollen, und so richtet er denn ein 
scharfes Sirventes gegen die unter den Vomehmen herrschenden 
Unsitten. Es ist dies das Lied 38, dasselbe, in dessen ersten 
Strophen, wie wir gesehen, er seine Freude darùber ausdrûckt, 
dass Maenz von Montagnac ihn wieder zu Gnadcn aufgenommen 
hatte. Mit dieser Eigenthûmlichkeit, in ein und demselben Gedicht 



94 

zwei ganz verschiedene Gegenstande zu behandeln, steht unser 
Dichter ûbrigens nicht allein da, im Gegentheil war diese Sitte bei 
Peire Vidal noch viel schàrfer ausgeprágt (s. Ausg. von Bartsch 
pag. IX und Diez, L. u. W. IX). 

So geht denn Bertran auch in dem in Rede stehenden Gedicht 38 
erst mit der dritten Strophe zu seinem eigentlichen Thema ûber, 
indem er erfclârt, dass er Niemand, weder Herzog noch Kònig, 
schonen werde, um so weniger, als viele derselben in vomehmer 
Selbstûberschátzung sich einbilden, ùber dem Bereiche der Kritik 
zu stehen, da bei ihrer Macht Niemand wagen werde, ihnen Vor- 
haltungen zu machen {2^ — 33). Er theilt nunmehr die Vomehmen 
nach ihren Neigungen und Passionen in mehrere Kategoricn. 
Zunàchst tadelt er die Streitsûchtigen , welche keinen Augenblick 
ohne Krieg und ohne Fehde leben kônnen und dabei allerlei Un- 
recht begehen; dies aber, sagt er, bringt ihnen keine Ehre, denn 
ihnen fehlt die wahre Tûchtigkeit (34 — 44); ausserdem giebt es 
ùbertriebene Bauliebhaber, welche ihr ganzes Vermôgen in Thûnne, 
Treppen, Gewòlbe und dergleichen stecken und die, wenn sie 
obenein Schlemmer sind, natûrlich die Tugend der Freigebigkeit 
nicht ûben kònnen, wodurch ihr Ruhm sehr getrûbt wird (45 — 55); 
nicht weniger jedoch tadelt er die, welche sich durch ihre unsin- 
nigen Ausgaben fûr die Jagd ruiniren; sie geben sich gern den 
Anschein, ' reiche Leute zu sein, indem sie einen grossen Jagdapparat 
halten, und vermindern dadurch am Ende ihre Mittel in dem 
Masse, dass sie schliesslich ausser dem Wild und den Fischen ùber 
nichts mehr zu befehlen haben (56 — 66). Aber auch die allzu 
passionirten Toumierhelden haben nicht des Dichters Beifall, da 
sie ihre Leidenschaft nur als Mittel benutzen, um Geld und Schátze 
zu erwerben und um die armen Aftervasallen auszuplûndern ; ja sie 
werden schliesslich so dickfállig, dass, wcnn sie nur Geld verdienen, 
sie sich aus der ûblen Nachrede nichts machen (67 — 77). An 
diese negativen Vorschriften fûgt er sodann auch einige positive, 
indem er kurz auseinandersetzt , wie er denn nun eigentlich die 
Vornehmen wunscht: -danach soUen sie ein fûr die Ritter stets 
oífenes, gastfreies Haus haben; ohne Andern Unrecht zuzufûgen, 
sollen sie edel, hôflich, gewáhlt, frcigebig und mildthátig sein, 
namentlich sollen sie auch ihren Sòldnern zu verdienen geben 
(78 — 88). 

Das Lied wird durch Papiol Herm Ja und Nein, also dem 
Prinzen Richard ûbersandt (93 — 96). 

Einige Male benutzt Bcrtran die sich ihm bietende Gelegen- 
heit, um seine Abneigung gegen gewisse Leute und Stánde offen 
und unverhohlen mitten in einem von einem ganz anderen Thema 
handelnden Liede auszusprechen, und diese kurzen Herzensergûsse 
sind gerade zur Vervollstandigung des Bildes unseres Dichters be- 
sonders geeignet. So weiht er in dem Liede 37 nur die ersten 
drei Slrophen dem begeistertcn Lobe seiner Dame und záhlt dann 



95 

in der vierten Strophe alle diejeiiigeu Leute auf, welche ihm be- 
sonders verhasst sind; es sind dies die lcnauserigen Reichen, die 
Verláumder, die Hartherzigen, die Undankbaren (34 — 39); sodann 
die Jáger, welche die Habichtsbeize vcrachten, da diese gewòhnlich 
auch mit dem Kriege und mit der Liebc sich nicht befassen 
(40 — 44). Dagegen ist nach seiner Meinung ein Mîichtiger, welcher 
sich durch Nichts vom Kricge abbringen lásst, bis er sich Genug- 
thuung verschafft hat, mehr werth als Jagd und Beize, denn da- 
durch erwirbt Jener sich Ruhm (45 — 50). 

Auch in das Lied 5 endlich ist ein derartiger kleiner Excurs 
eingelegt. Nachdem der Dichter namlich versichert, dass Schlacht 
und Getûmmel seine einzige Frcude sei, erklárt er, dass ihm 
zuwûder seien die Taugenichtse , die feilen Dirnen, geizige Wirthe 
und knickerige Damen ; Jene soUte man hángen und in Diese sollte 
Niemand sich verlieben (25 — ^2). 

Ehe wir die Betrachtung der Gedichte Bertrans de Born be- 
schliessen, verdient noch erwáhnt zu werden, dass in einigen Hand- 
schriften, námlich in lKd, welche aus derselben Quelle stammen, 
und in T noch ein Lied unserem Dichter zugeschrieben wird (II), 
welches nach dem Zeugniss der besten Manuscripte, námlich A B D, 
von \Vilhclm von Saint Gregori stammt, wálirend von andern 
Handschriften wiederum andre Dichter, námlich Lanfranc Cigala in 
Ce, Guilhem Augier in M, Blacasset in PUV als die Verfasser 
genannt werden. Dass dies Lind nicht von unserem Dichter 
stammt, scheint ein Mal aus dem eben vorgefûhrten Zeugniss der 
Handschriften , sodann aber auch aus der Strophe sechs des Ge- 
dichtes selbst hervorzugehen , in welcher eine Gríifin Beatrix als 
Inbegriíï aller Tugenden und Schònheiten gefeiert wird, eine Dame, 
die sonst nie in Bertrans Gedichten vorkommt und die auch unter 
denen, mit welchen er je in Berûhrung gekommen, nicht genannt 
wird. Dagegen lásst es sich leicht erkláren, wie einzelne Hand- 
schriften auf den Gedanken gekommen sein mògen, Bertran de Born 
als den Verfasser hinzustellen. Das ganze Lied námlich athmet 
einen so kriegerischen, kampfeslustigen Geist, dass man wohl zu der 
Meinung gelangen komìte, dass gerade der kriegerischste aller 
Troubadours, er, den die Franzosen wohl den Tyrtaeus des Mittel- 
alters genannt haben, der Dichter desselben gewesen sein mûsse. 
Und zu dieser Ansicht konnte man um so eher kommen, als, wie 
ich fast glauben mòchte, der wirkliche Verfasser unsem Dichter 
sehr gut gekannt, ja sich direct durch ihn inspirirt hat Denn es 
kônnen mehrere Stellen des in Rede stehenden Gedichtes aufgefùhrt 
werden, dic dem Inhalte nach, ja einzelne sogar, die wòrtlich sich 
bei Bertran wieder finden. lch habe bei Gelegenheit der Biographie 
mehrfach auf diese Stellen hingewiesen, kann daher jetzt mich wohl 
damit begnûgen, einfach darauf zu verweisen. Dieselben finden 
sich vornehralich in J.ied 22 , namentlich Strophc 2 und 4; in 
Lied 2^, Strophe 5 und ó; in JJed 5, Strophe 3; in Lìeá 25, 



96 

Strophe 2 u. s. w. In manchen Fâllen bezieht sich die Uebereîn- 
stímmung sogax auch auf den Ausdruck, z. B. heisst es II, 35, 

don anaran a raige cavalhy 
welches fast wôrtlich stímmt mit 12, 13: 

a rage veirem anar desiriers; 
ebenso erinnert U, 49 : 

vei los moriz que pels cosiaiz 

ani los ironchos àb los cendaiz 
sehr an 25, 14: 

veirem . . per cosiaiz e per piechz mania latiscL 
Ebenso II, 31: 

brans, elms de color, escuiz iraticar e desgarmr veirem 
an 25, 10: 

veirem camps joncaiz . . d'elms e d^esctUz e de branz. 
Diese Stellen, die sich vermehren liessen, machen es wahr- 
scheinlich, dass der Verfasser von II den Stíl, den Ausdruck und 
die Gedanken Bertrans direct und absichtlich nachgeahmt hat. 

Hiermit beschliessen wir unsere Angaben ûber das Leben und die 
Werke Bertrans von Bom. Wir scheiden von ihm mit dem Bewusst- 
sein, dass er doch ein wesentlich anderer Charakter war, als wie 
er gewôhnlich hingestellt und geschildert wird. Er war nicht der 
unversôhnliche Raufbold, der Krieg unter allen Umstanden und 
Zerstôrung in allen Formen erstrebte und veranlassté; er war 
nicht der unverbesserliche Empôrer, der zu jedem Aufrahr, jeder 
Auflehnung gegen den gesetzmássigen Landesherm unbedingt die 
Hand geboten hátte. Zwar liebte er den Kampf ûber Alles, nicht 
aber um seiner selbst willen, sondem als Bethátigung edler Ritter- 
lichkeit und selbstbewusster Manneskraft; zwar zog er die Ent- 
scheidung des Schwertes der der Verhandlungen vor, aber nur, 
wenn er seine Sache fûr eine gerechte hielt und nur, wenn die 
Nachgiebigkeit als Schwáche ausgelegt werden konnte; zwar hat 
er sich an dem Aufstande von 11 83 betheiligt, aber, nachdem wir 
die damaligen Verháltnisse uns klar gemacht haben, werden wir 
weit entfernt sein, ihn einen professionellen Empôrer zu nennen. 
Wir erinnem uns, dass er in dem Streit zwischen Richard und 
dessen Brader Heinrich, der den Anlass zum ICriege gab, seiner 
ganzen Natur nach unmôglich mùssiger Zuschauer bleiben konnte, 
dass er nothwendig Partei ergreifen musste, und wir haben gesehen, 
dass die von ihm getroífene Wahl von seinem Standpunkte aus 
durchaus die natùrliche und richtíge war. Dass er aber dem ein 
Mal ergriíîenen Panier bis zuletzt treu blieb, dass er dem kônig- 
lichen Freunde bis an dessen Tod anhing, dass er die Sache, die 
er zu der seinen gemacht, bis zum letzten Blutstropfen vertheidigte, 
— dies wird doch Niemand ihm als Verbrechen auslegen wollen. 
Gewiss ist zuzugestehen, dass er sich schwere Verirmngen hat zu 
Schulden kommen lassen; aber iiî der damaligen politísch auf- 
geregten Zeit war es einem so warmblùtígen Manne wie Bertran 
gcwiss nicht so leicht wie heute uns, den schmalen Pfad der Pflicht 



97 

• 

ÌBmitten des Sturmes und des Dranges der Leìdenschaften heraus- 
zufínden. Vergessen wir nicht, dass auch im Frûhsommer 1183 
nach der Meinung der Barone, und ausgesprochener Massen auch 
nach der unseres Dichters, es sich nicht um eine Revolte gegen 
den Landesherm, sondem um einen Zwist der drei Brûder han- 
delte; vergessen wir nicht, dass Bertran zwar unbedenklich und 
energisch am Kjiege Theil nahm, aber zu gleicher Zeit ausdrûck- 
lich erklârte, alle drei Prinzen, also auch sein Freund Heinrich, 
hâtten sich schmâhlich an ihrem Vater versûndigt; vergessen wir 
endlich nicht, dass sogar der englische Kônig, als er den ge- 
demûthigten Dichter im Staube vor sich knien sah, die grosse 
Liebe seines Sohnes zu Bertran als einen genûgenden Entschul- 
digungsgrund fûr die Handlungsweise des Letzteren ansah und ihm 
trotz seines tiefen Schmerzes verzieh. Gewiss, der Dichter hat 
gefehlt, 8chwer gefehlt, nicht aber aus Schlechtigkeit, sondem aus 
den edelsten Motiven, aus zu weit getriebener Freundesliebe. 

Aber abgesehen von diesem einen Falle, in welchem auch eine 
minder erregbare Natur wohl schwerlich sogleich das Richtige gefunden 
haben wûrde, ist Bertrans politische Handlungsweise fast durch- 
gângig correct gewesen. Unbedenklich und rûckhaltlos trat er auf 
die Seite des rechtmassigen Herm, sobald die unmhigen Barone 
Miene machten, sich aufzulehnen. In den unablâssigen Kâmpfen 
mit den Franzosen hielt er unentwegt mit Wort und That zur 
Sache seines Kônigs; seine Freundschaft mit Richard ist nie wieder 
emstlich getrûbt worden ; denn, wenn er auch mit der ihm eigenen 
Offenheit diesem seine Fehler imd Missgriffe in freimûthigster Weise 
vorrùckte, so dachte er doch' nie daran, sich activ ihm gegenûber- 
zustellen, ja, als die Barone sich nicht entblôdeten, die Abwesenheit 
des Lôwen zu benutzen, um ungestôrt ihre unlautem Zwecke zu ver- 
folgen, da war es unser Bertran, welcher in tiefster Indignation sich 
zum begeisterten Anwalt des Abwesenden machte, der jene unedle, 
feige Handlungsweise auf das Energischste brandmarkte und der 
den schnôden Friedensbrechern kûhn die Maske vom Gesichte riss. 

Diesen polítischen Anschauungen entsprachen auch seine so- 
cialen. Er war Arístokrat durch und durch. Was nicht von edler 
Herkunft war, schien ihm nicht der Beachtung werth, die Parvenus 
waren ihm in der Seele verhasst. Aber dies Vomrtheil verliert 
viel von seiner scheinbaren Einseitigkeit, wenn man eríahrt, welche 
Anforderangen er auch an einen Mann von Stande stellt. Nicht 
die vomehme Geburt allein genûgt, um Anspmch auf Achtung und 
Ehre zu haben, es mûssen vor allem edle Thaten, ritterliche Tugen- 
den hinzukommen. Unbarmherzig geisselt er die arístokratischen 
Faullenzer, Schlemmer, Verschwender, und tadelt scharf andre Aus- 
wûchse, die er an der vomehmen Gesellschaft seiner Zeit nur allzu 
reichlich bemerkte. Nur wer mit Erfolg bestrebt ist, sich die Vor- 
zûge des Kôrpers und des Geistes anzueignen, nur wer der 
Gesetze feiner Sitte und hôfìschen Benehmens sich beíleissigt, nur 
der verdient in Wahrheit den Namen eines Edelmannes. 



98 

Auf die Geistlichkeit war Bertran nicht besonders gut zu sprechen, 
und die Frômmelei war ihm, wie er ausdrûclclich erldârt, zuwider. 
Den zarten Gefûhlen war er, ebcnso wie den heftigen und 
kriegerischen, wohl zugânglich, und einige Stellen seiner Lieder 
scheinen zu verrathen, dass er auch in dieser Beziehung vielleicht 
wânuer und lebhafter empfand, als die conventionelle Sitte damaliger 
Zeit eigentlich verlangte oder selbst gestattete. 

Seine Sprache ist meist markig, drastisch und originell, selbst 
seinen Canzonen weiss er ein Geprâge aufzudrûcken , welches die- 
selben von dem gewôhnlichen Typus deutlich unterscheidet, seine 
Bilder und Vergleiche sind zahlreich und fast immer gut gewàhlt 
Die pathetische Ausdrucksweise verwendet er im Ganzen seltener, 
am liebsten ist ihm die satirísche, und mit ofìfenbarem Hochgenuss 
schwingt er die Geissel seines Spottes und theilt nach allen Seiten 
an Freunde und Feinde seine wuchtigen Hiebe aus. Meist trâgt 
dieser Spott den Charafcter des âtzendcn Giftes, namentlich immer, 
sobald es sich um wichtige, ihn tief bewegende Fragen handeit. 
Dies schliesst jedoch nicht aus, dass er auch manchmal ein harm- 
loseres Aeussere zeigt, sobald der Gegenstand dies gestattet So 
scheint mir unser Dichter in den an Folheta und Mailolin gerich- 
teten Liedem fast in das Gebiet des Humors zu streifen, wenn er, 
augenscheinUch mit viel Behagen, die ergôtzlichen Portraits der 
unglûckiichen Bittsteller mit grellen Farben uns vormalt. Kurz 
innerhalb der so typischen, eng abgegrenzten provenzalischen Lyrik 
hat Bertran de Bom es verstanden, seinen eigenartigen Charakter 
allseitig zur Geltung und zum Ausdruck zu bríngen. 

So steht also der Dichter vor uns als eine durch und durch 
noble und gross angelegte Natur, kleinlichen und engherzigen Er- 
wâgungen nicht zugânglich, sondem fast immer aus edlen Impulsen 
handelnd, schnell in seinen Entschliessungen, energisch in der Durch- 
fûhmng seiner Plâne, warm in seiner Freundschaft, unerbittlich in 
seinem Hass, von Liebe zu seinem Fùrsten und seinem Vaterlande 
erfûUt und zu Opfem fíir dieselben stets bereit, von den Vorzûgen 
seines Standes fest ùberzeugt, aber auch hohe Anfordemngen an 
die Mitglieder desselben stellend, als Dichter verschiedenartigen 
Empfìndungen zugânglich und wohl im Stande, denselben einen 
angemessenen Ausdmck zu leihen, begabt mit einer lebhaften Phan- 
tasie so wie mit einer drastischen und originellcn Sprache — das 
ìst in kurzen Zûgen das Biid, unter welchem Bertran dc Bom in 
der Nachwelt fortleben wird*). 



^) Bei dieser Gelegenheit will ich kurz erwâhnen, dass im Jahre 1873 
ein dânischer Dichter, Emst von der Recke, ein Stiick herausgegeben hat, das 
den Titel iuhrt ,,Bertran de Born, lyrisk drama ì tre acter", dessen Held 
aber unserm Dichter kaum mehr als in dem Namcn glcicht, und das in Bezug 
auf die vorgeiïïhrten Ereignisse ebenso wenig der historíschen Wirklichkeit 
entsprícht wie in Bezug auf den Charakter des Helden. 



MetriL 

Ueber provenzalische Metrik ist bereits so viel geschrieben 
worden'), dass ich glaubc, mich in Bezug auf diesen Punkt môg- 
lichst kurz fassen zu kònnen. Bertrans hauptsachlichste Bedeutung 
liegt in seinen Streitgedichten , sodass er in der provenzalischen 
Litteratur unter den Verfassern politischer Sirventese bei Weitem 
den ersten Rang einnimmt. In der That gehôrt die grosse Mehr- 
zahl seiner Lieder dicser Dichtgattung an, indem nur sechs unter 
ihnen, nâmlich i, 9, 10, 12, 15 und 19 den Canzonen zugerechnet 
werden kònnen. Einzelne seiner Gedichte, wie 37, 38 beginnen 
wie Liebeslieder, brechen dann aber von diesem Gegenstande ab 
und behandehi bis zum Schluss einen andern. Unter den Sirven- 
tesen befinden sich zwei Kreuzlieder (4 und 30) , wáhrend zwei 
andre (26 und 41) sogenannte „Planhs" sind, da sie den Tod des 
jungen Kônigs beklagen. 

Was die von unserm Dichter verwandten Verse betrifïl, so 
sind dieselben recht mannichfaltig; so bemerkt man Zehnsilbler 
mit mânnlichem Schluss in den Liedern: i, 4, 5, 6, 7, 10, 15, 17, 
18, 19, 25, 26, 29, 30, 31, 33, 34, 40, 41, 42, 43; mit weiblichem 
Schluss in I, 7, 13, 19, 25, 26, 29, 30, 31, 33, 43. Sehr beliebt 
sind auch Verse von acht Silben, die sich in 2, 5, 10, 11, 14, 16, 
20, 22, 23, 24, 32, 35, 37, 44, 45 finden; doch braucht er nur ein 
Mal, in lied 37, diesen Vers mit weiblichem Schluss. Unter den 
Siebensilblem sind ausnahmsweise die in der Mehrzahl, die noch eine 
unbetonte Silbe anhángen, wie in 2,3,4, 8, 9, 12, 14, 16, 17, 18, 
22, 24, 27, 28, 35, 36, 38, 44; wâhrend solche mit mânnlichem 
Ausgang sich in folgenden Gedichten zeigen 2, 3, 8, 9, 12, 18, 
ig, 26, 27, 28, 36, ^S. Kûrzere Verse als die eben envàhnten 
sind im Ganzen seltener; so kommen mànnlichc Sechssilbler in 13 
und 21; mannliche Fûnfsilbler in 3, 18, 20, 26; weibliche Fûnf- 
silbler in 12 und 26 vor. Die vier- und dreisilbigen Verse dulden 
bei Bertran nicht das Hinzutreten einer unbetonten Silbe, jene finden 
sich in II, 13, 21, ^2y diese in 3, 9, 12 venvandt. 



*) Ausser den grôsseren Arbeiten von Diez, Poesie der Troubadours, 
und Bartsch in Eberts Jahrbuch I, 171 sq., so wie in Pfeiffers Germahia 11, 
274 sq. íinden sich mehr oder minder lange metrische Abhandlungen in fast 
allen bisher erschienenen Ausgaben eìnzelner Troubadours. 



too 

Auch in. Bezug auf den Strophenbau variírt Bertran betrâcht- 
lichy zunâchst in Bezug auf die Lânge; so braucht er in Lied 21 
Strophen zu 15 Zeilen, in 26 solche zu 14, in 9 solche zu 12, in 
37 und 38 solche zu n, in den Liedem 3, lo, 12 welche zu 10, 
in 30, ^2f 43 Strophen zu 9, in Lied 14, 15, 23 solche zu 6 Zeilen. 
Die Mehrzahl der Gedichte weist sieben- oder achtzeilige Strophen 
auf, erstere nâmlich die Nummem i, 2, 4, 11, 16, 17, 24, 31, 36, 
40, 44, wâhrend bei allen noch ûbrigen Gedichten inuner je acht 
Verse zusammen gruppirt sind. 

Noch grôsser gestaltet sich die Verschiedenheit, wenn man die 
Arten der Verse innerhalb der einzelnen Strophen ins Auge fasst 
Ganz aus mânnlichen Zehnsilblem bestehen die Lieder: 6, 15, 34, 
40, 41, 42, wàhrend i, 4, 7, 25, 29, 30, 31, ^3, 43 eine Mischung 
von mânnlichen und weiblichen Zehnsilblem zeigen; auch Acht- 
silbler kommen allein nur in 2^ und 45 vor, in allen andem Ge- 
dichten Combinationen und zwar solche von zwei Arten von Versen, 
nâmlich von lo und 8*) in No. 5; von 10 und 7 ^ in No. 17; von 
8 und 8u in No. 37; von 8 und 7^ in No. 14, 16, 22, 24, 35, 
44; von 8 und 5 in No. 20; von 8 und 4 in No. 11 und ^2; 
von 7 und 70 in No. 8, 27, 28, 36, ^S; von 6 und 4 in No. 21. 
In folgenden Liedem kommen noch mannichfaltigere Mischungen 
vor; so erscheinen Verbindungen von 10 und lOv^ und 7 in No. 19; 
von 10 und 8 %, und 8 in No. 10; von 10 und 6 und 4 in No. 13 ; 
von 8 und 7 und 7 « in No. 2 ; von 7 und 7 « und 3 in No. 9 ; 
von 7 und 6 und 6v, in No. 39. Einige Strophen endlich bestehen 
aus vier Arten von Versen; so Lied 26 aus 10, lo^, 5, 5^; Lied 18 
aus 10, 7, 7u, 5; Lied 3 aus 7, 7«, 5, 3; Lied 12 endlich aus 
7> 7^> 5» 3* Aber selbst die Strophen, welche dieselben Arten von 
Versen aufweisen, sind keineswegs immer unter einander gleich 
gebaut; vielmehr unterscheiden sie sich fast durchweg von einandcr 
durch abweichende Anordnung der verschiedenen Arten von Versen, 
so wie durch andre Reime, so dass man zugestehen muss, dass 
Bertran, ohne in das Uebermass und die Manierirtheit der spâtem 
Perioden zu verfallen, auch in Bezug auf die metrische Form grosses 
Geschick und ûberraschende Gewandtheit zeigt. In der That sind 
auch mehrere von seinen besonders hervorstechenden Strophen- 
formen von andemDichtem nachgeahmt worden. Um einige Bei- 
spiele anzufûhrcn, so stimmt Guiraut de Bom. 69 ganz mit No. 1 3 (hier 
kann die Prioritát unseres Dichters zweifelhaft sein) ; Peire Card. 40 
mit No. 20; Peire Card. 2 mit No. 26; P. R. de Tol. 9 mit dem- 
selben Gedicht; Am. Dan. 17 mit No. 29 etc. 

Die Câsur unterliegt nur bei den zehnsilbigen Versen einer 
strengen Regelung. Wàhrend sie námlich bei den Achtsilblem 
nach Belieben in der Mitte des Verses eintreten oder fehlen kann, 
fallt sie bei jenen der Regel nach immer hinter die vierte Silbe. 



*) Die Ziffcm bezeichncn die Zahl dcr Silben in jedcm Verse, ein hin- 
zugefugtes bedeutet, dass der Vers weiblich schliesst. 



lOI 

Folgt der so betonten vierten Silbe noch eine unbetonte vor dem 
Einschnìtt, so haben wir eine weibliche Cásur; ist die vierte Silbe 
selbst aber unbetont, so dass der Ton auf die dritte Silbe fallen 
muss, so haben wir die lyrische Câsur; jene findet sich: 5, 31; 
7» 44; 15. ïi; 19» 29; 29, 24; 31, 7; 34, 43; diese i, 4; 4, 25, 
42, 50; 5, 30; 7, 7, 8, 10, 12, 14, 16, 17, 18, 22, 26, 2Sy ^2, 
34; 15, 6, 18, 20, 21, 27, 35, 40, 51; 19, 7, 27, 35; 25, 8, 13; 
26, 16, 17; 29, 3; 30, I, 3, 4, 6, 21; 31, 14, 16, 26; 33,2,44; 
34, 10, 17, 21, 48, 53, 60; 40, II, 13, 17, 20, 21, 24, 28; 41, 
25; 42, 3» 7» 9» iS» 20, 21, 24, 26; 43, 13. 

Ausnahmsweise trítt in dem Zehnsilbler die Câsur erst nach 
der sechsten' Silbe ein, z. B.: 6, 17; 34, i; ja in manchen Versen 
ist die Pause ûberhaupt nicht deutlich markirt z. B. : Fulheta, vos 
mi prejatz que ieu chan 17, i; dels homes qiiel nos a iraitz d'entrels 

Wenn in der Mitte des Verses ein auslautender und ein an- 
lautender Vocal zusammentreífen wùrden, so wird der erste meist 
entfernt und zwar entweder vôllig elidirt, wie i, 5, 9; 4, 12, 18, 
22; 5, 31, 35; 6, 36, 44, 46 etc, oder aber durch die Synalôphe 
wenigstens fûr das Ohr entfernt, so: 2, 6, 15, 36; 3, 9, 15, 18, 
34» 35, 41; 5» 29, 31; 6, 33; 7, 13, 29, 35; 10, 5, 14; 11, 41; 
12, 8, 18, 57; 13, 2, 3, 10, 12, 19, 28, 29; etc. 

Aber es ist hervorzuheben, dass Bertran ebenso wenig wie 
irgend ein andrer provenzalischer Dichter den Hiatus prínzipiell 
vermeidet Derselbe findet sich vielmehr in grosser Zahl, nicht 
nur, wenn der erste der beiden Vocale nicht elidirbar ist, z. B. qui 
<z I, 6; ni anc 2, 22\ ni ah 2, 25; vi a und ni a 2, 26; ni hom 

2, 47; ni assais 2, 58; so a enquest 3, 4; autrui enfans 3, 8; ieu 

3, 19; cui es 3, 21 ; e Arans 3, 28; noi a 3, 44 etc, sondern auch, 
wenn derselbe aus der Endsilbe a oder e besteht Manchmia] wird 
dies e oder a durch den Versrythmus gestûtzt, indem der Ton 
darauf fallt, z. B.: la elesta 2, 2; me a 2, y; ara entendats 4, 16; 
home estort 6, 2y<t gola e 9, 46; paúbre e 10, 44; VatUre azir li, 
2y^ que ob ii, 28 etc; doch fìndet sich der Hiatus auch ohne 
diesen Erklàrungsgrund : domna esser i, 7; guerra e 2, 40; 3, 39; 
que aribaran 5, 2; que autramen 6, 24; vouta e 7, 30; aize ab 8, 5; 
Polha e 8, 53; dona e 10, 24; que amors 10, 52; etc. 

Was nun den Reim und die Allittcration betriíït, so werde 
ich die hierhin gehôrígen bemerkenswerthen Erscheinungen und 
Unregelmassigkeiten in den Anmerkungen besprechen. Ich hebe hier 
nur hervor, dass Bertran der Regel nach das Gesetz der Durchreimung 
befolgt, d. h. dass er in allen Strophen an den entsprechenden 
Stellen die gleichen Reime zeigt. Abweichungen sind jedoch nicht 
selten ; so zeigen in 7 zwar die letzten vier Zeilen den gleichen Reim 
durch das ganze Gedicht, in der ersten Hálfte gleichen sich in 
dieser Beziehung jedoch nur Strophe i, 4, 5 ; Strophe 2 und 3 weichen 
von dieseix ab und stimmen nicht ein Mal untereinander vôllig, 



I02 

indem jenes die Reime: aja — a — aja — <z, dieses die Reîme: 
aige — a — aige — a zeigt 

In Lied .9 haben einerseits Strophe i und 2, andrerseits 
Strophe 3, 4, 5 gleiche Reime. Lied 14 besteht aus 14 Strophen, 
welche sámmtlich in ihrer ersten, zweiten, vierten und fûnften Zeile 
den Reim „a/" brauchen. In Bezug auf die weiblichen Reime der 
dritten und sechsten Zeile stimmen miteinander Strophe I — IV 
(erna), Strophe V— VIII (ia), endlich Strophe IX— XU (anha). In 
No. 27 und 37 kommen in jeder Strophe nur zwei Reîme vor, ein 
mànnlicher, der durch das ganze Gedicht derselbe ist (ar resp. or) 
und ein weiblicher, der in allen Strophen varíirt. Lied 45 ist ganz 
durchgereimt mit Ausnahme der fûnften und sechsten Zeile, die 
nur in je zwei Strophen immer den gleichen Reim haben. Gar 
keine Uebereinstimmung zwischen den einzelnen Strophen in Bezug 
auf den Reim findet in dem Gedichte 21 Statt; in No. ^^ be- 
schrânkt sich die ganze Uebereinstimmung darauf, dass Strophe i 
und 2 einer-, so wie Strophe 3 und 4 andrerseits gleich reimen, 
wáhrend die letzte Strophe auch hierin selbstàndig ist Eine einiger- 
massen kunstliche Reimverschlingung findet nur im zehnten Liede 
Statt, welche folgende Formel ergiebt: inStrophe i: abbaabcobct.b; 
Strophe 2: bddbbdcx^dcv.d; in Strophe 3: daaddac^aci^a, 
worauf die vierte und letzte Strophe wiederum mit der ersten ùber- 
einstimmt 

Das Geleit stimmt bei Bertran, wie es die provenzalische 
Metrik erfordert, in Bezug auf den Reim gewôhnlich mit den ent- 
sprechenden letzten Versen der ûbrigen Strophen, oder, wo nicht 
Durchreimung Statt findet, mit denen der letzten Strophe ûberein. 
Bemerkenswerth ist in dieser Beziehung nur No. 30, wo das Geleit, 
das vier Reime hat, sich nicht nach den letzten, sondem nach 
den ersten vier Zeilen der ûbrigen Strophen richtet 

Endlich verdienen bei Bertran noch die sogenannten Refrain- 
wôrter hervorgehoben zu werden, d. h. Wôrter, welche sich durch 
das ganze Gedicht hindurch in einem bestimmten Reime jeder 
Strophe fìnden und welche meist eine fùr das betreffende Gedicht 
hervorstechende Bedeutung haben, gewissermassen den Grimd- 
gedanken desselben bezeichnen. Diese Refrainwôrter finden sich 
auch bei andem Dichtem nicht selten. Einige Beispiele hat Paul 
Heyse in seiner Dissertation yyStudia JRomanensia*^ Berlin, pag. 11 
gesammelt. Einige andre môgen hier Platz finden. So bildet das 
Wort j, Mataplana*^ das vierte Reimwort jeder Strophe in einem 
Rlageliede auf den Tod des Markgrafen von Mataplana bei G. 
de Berg. 9; die Worte „dol e pena** stehen bei G. de Bom. 26, 8; 
16 etc. in einem Gedichte, welches die Schlechtigkeit der Welt 
bedauert Im dritten Liede Peire Vidals bilden t^m'sa'* und ,^aja'* 
den zweiten und vierten Reim jeder Strophe; in dem fûnfund- 
zwanzigsten desselben Dichters „«a Vierna** den achten Reim. 
Weitere Refrainwôrter sind „coratge** Gauc. Faid. 34, lo; 2^ etc; 
„aon** F. de Mars. 9, 5; 12 etc; „cosset/i" R. de Vaq. 2, 3; 11 etc; 



I03 

tin'Enric*' Paulet de Mars. i, 6; 12 etc. in einem Gedichte, welches 
bei Gelegenheit der Gefangennahme des Prinzen Heinrích von 
Castilien verfasst wurde; ,,dobla'^ und ^^obla^^ bílden Reim i ond 3 
aller Strophen bei Raimon Gaucelm 5; ^ytoiz temps*^ und ^essems** 
erscheinen als je achter und neunter Reim bei Aim. de Peg. in 
Lied 30, das gleichzeitig denTod Azzos VI. von £ste und den des 
Bonìfazius von San Bonifazio beklagt; jyNarbona** in dem Planh auf 
den Tod des Vìzgrafen Âmalríc von Narbonne G. Riq. 63, 5; 
13 etc Das Wort jjguerrc^* bildet den siebenten und letzten Reîm 
jeder Strophe bei G. Riq. 81 u. s. w. In derselben Weise fìnden 
sich bei Bertran folgende Beispiele: t^entû^* 2, 4; 11 etc, sodann 
y^marrímeni**, ,Joven rei engles** und „iríï" als Reim i, 5, 8 in aJlen 
Strophen von No. 41, dem Klagelied auf den Tod des jungen 
Kônigs. 



Biographie naoh ÂBFJE (I). 

• 

Bertrans de Born si fo us castellans de revescat Peiregors, 
senher d'un castel que avia nom Autafort Totz temps ac 
gerra ab totz los sieus vezins: ab lo comte de Peiregors et ab 
lo vescomte de Lemoges et ab son fraire Constantin et ab 
5 Richart tant cant fo coms de Peitieus. Bons cavalliers fo e 
bons gerriers e bons dompnejaire e bons trobaire e sávis e 
ben parlans e saup tractar mals e bens, et era senher totas vetz 
quan se volia del rei Henric d'Englaterra e del filh de lui. 
Mas totz temps volia qu'il agesson gerra ensems, lo paire el 

lo filhs elh fraire, Tuns ab Tautre, e totz temps volc quel reis de 
Franssa el reis d*Englaterra agesson gerra ensems. E s'ii avion 
patz ni treva, ades se penava eis percassava ab sos siventes de 
desfar la patz e de mostrar cum chascus era desonratz en la 
patz, e si n'ac de grans bens e de grans mals [de so qu'el 

15 mesclet mal entre lor. 

E fetz mains bons sirventes, delscals son gran ren aissi 
escriut segon que vos podetz vezer et entendre.] 



I. uns B. un JK. — everqat FJK. — peireguors K. peregors F. 
peiregos A B. — 2. qui F. — autrafort J. — et ac totz temps A. — 3. ab] 
con F J K. — los sieus] lo seus F. sos A. — uesis F. — ab] cum F. com J K. 

— peireguors K. peregor F. peiregos A. — ab] cum F. com JK. — 4. le 
F. — lemotgas AB. — ab] cum F. cora JK. — constanti J. — ab] ab en 
B. cum F. con JK. — 5. ríchartz JK. — peiteus B. piteusF. — 6. guirriers 
F. guerrers J K. — 7. e] fehlt J. — saup] saup ben F J K. — bens e mals 
A. — et] fehlt F J K. — seigner era F J K. — 8. enric J K. — d'Englaterra 
fehlt FJK. — fils JK. — 9. qe ill FJK. — 10. elh] el JK. — ab] con 
JK. e F. — volc] uolia A. fehlt F. — quel] qe lo F JK. — 1 1. franssa F JK. -— . 
el] cls F. — dengleterra J K. henrícs dangelterra F. — quil agesson gerra lo 
reis de franssa el reis denglaterra A. — agron F. aguen JK. — 12. trega F. 

— es percassava] fehlt J K. — ab] cum F. con J K. — 13. desfar la patz] 
far J K. — de mostrar] demostrava B. — la] aquella J K. — 14. n*ac] nac 
el A. — raals] alles Folgende fehlt in F J K. — de so] daisso B. — 
qu'el] qez el A. — 15. mal] fehlt B. — 16. E] e si en B. — son — entendre] 
en a aissi plusors escrítz B. 



I05 

Biographie naoh E (11). 

Bertrans de Bom si fo de Lemozí, vescoms d'Autafort, quei 
avìa prop de mil homes. £t avia fraires e cujavals dezeretar, 
si no fos lo reis d'Anclaterra. Molt fo bons trobaire de sir- 
ventes et anc no fes chansons fors doas. El reis d'Arago donet 
5 per melhors las chansons d'en Guiraut de Bornelh a sos sir- 
ventes. Et aquel que cantava per el avia nom Papiols. Et era 
azautz hom e cortes. E clamava,, Rassa^' lo comte de Bretanha 
e lo rei d'Anclaterra „Oc e No" el rei jove, son filh, „Marinier*'. 
Et avia aital uzatge c'ades fazia mesclar guerra entrels baros e 

lO fes mesclar lo pair ci filh d*Anclaterra tant entrol joves reis fo 
mortz d'un cairel en un castel de Bertran de Born. E Bertrans 
de Bom sis vanava qu'el cujava tan valer que ja no cujava que 
totz sos sens Tagues mestier. E pueis lo reis lo prcs, e quant 
Tac pres, el li dis: „Bertrans, auraus encara mestier totz vostre 

15 sens?" Et el respos qu'el avia tot son sen perdut, quan lo 
reis joves morit. Adonx si ploret lo reis de son filh e perdonet 
li el vestit elh det terras et honors. E visquet longuamen el 
segle e pueis rendet se al orde de Sistel. Et aqui trobares de 
sos sìrventes. 



I. Bertran E. — 3. bon trobador E. — 5. melhors] moiller E. — 
6. papiol E. — 10. ioue rei E. — 11. e bertran E. — 14. bertran E. — 
l6. lo rei E. — 18. segle E. 



Ausser diesen beiden speziellen Biographien befinden sich in 
den Handschriften F J K noch zu mehreren von Bertrans Gedichten 
besodere provenzalische ErUlárungen, (die zu No. 8 nur in F) 
welche hier in derselben Reihenfolge, wie spáter die entsprechen- 
den Gedichte, abgedruckt werden. 

Zu I und 15. 

Bertrans de Born si era drutz de ma domna Maenz de 
Montanhac, de la molher de Talairan, que era aitals domna 
com vos ai dich en la razon del sirventes de „la domna 
soiseubuda". E si com eu vos dis, elal parti de si e det li 
5 comjat et encusava lo de ma domna Guiscarda, de la molher 
del vescomte de Combom, d'una valen domna, que fon de 
Bergonha, sor d'en Guiscart de Beljoc. Avinens domna et 
ensenhada era, complida de totas beutatz. Si la lauzava hom 
fort en comtan et en chantan. Bertrans, enans qu'el la vis, 
10 era sos amics per lo ben qu'el auzi d'ella, et enans qu'ella fos 



I. maeutz JK. — 2. montaaignac J. — tallairan JK. talaran F. — 
qera F. — 3. com eu uos F. — dich J K. ditz F. — del sirventes fehlt J K. — 
4. seuseubuda F. — ellal F. — si] se F. — 5. encuset F. — 7. sor] soror 
F. — d*cn ]de F. — auinen F. — 8. era, complida] e bella F. — hom] fehlt 
F J K. — 9. et en] e F. — qu'el] qe F. — uijs F. — 10. auzi] dizia J K. — 



io6 

venguda amcuriiz al veísoomte de Comborn, e per ralegressa 
qu'el ac de la soa venguda si fetz aquestas coblas que dìzion: 
Al Lemozis etc. (No. i). 

£ per aquesta domna Guiscarda sil parti de si ma donma 

15 Maenz, qu'ella crezia qu*el li volgues melhs que ad ella, e qu'ella 

li fezes amor. — E per aquest departimen el fetz „la domna 

soiseubuda'* el sirventes que ditz : „£u m'escondisc, domna, que 

mal non mier.'' 

II. a marìt F. amarìt K. amarrìt J. — uescote F. — conbom F. — ale- 
gressa JK. lalegresa F. — 12. la] le F. — dizion] dizon F. — 14. sil] 
si J. — de] da F. — si] si etF. — 15. maeuz JK. — quelaj. — 16. el] et 
aqest F. — 17. que ditz etc.] fehlt F. — mescondic JK. 

Zu 2. 

Quant en Bertrans ac faich lo sirventes que ditz: ^oìs als 
baros enoja e lor pesa** et ac dich al rei Feîip com perdia de 
dnc ducatz los tres e de Giort la renda el perchatz, e com 
Caercins remania en guerra et en barata e la terra d'£ngol- 
5 mesa, e com Frances e Bergonhon avian cambjat honor per 
cobezesa, e com lo reís Feiìps avia anat plaidejan sobre la 
riba de l'aiga, e com el non avia volguda la patz, cant fon 
desarmatz e, si tost com el fon armatz, perdet per viutat l'ar- 
dimen e la forza, e que mal semblava del cor Enric, l'oncle de 

10 Raols del Cambrais, que desarmatz volc que la patz si fezes de 
Raols, son nebot, ab los quatre fìlhs n'Albert e, depois que fon 
armatz, non volc patz ni concordi, e com totz reis era aunitz 
e desonratz, pois comensava guerrejar ad autre rei per terra 
qu'aquel reis li tolgues, cant el fazia patz ni treva, tro la 

15 demanda quelh fazia agues conquista e recobrat so que fos 
dreitz e rasos, don li autre rei lo tenon desiritat, e per far 
vergonha als Campanes dels esterlins que foron semenat entre 
lor, per so que ilh volguesson tomar a la guerra: tuit li baron 
de Peitieu e de Lemozin en foron molt alegre, que molt erent 

20 trist de la patz, per so que meins n'eron onrat e car tengut 
per amdos los reis. Lo reis Richartz si carguet molt d'orgolh 
d'aquesta patz e comenset for tortz e desmesuras en las terras 

I. Quant en] a F. — que ditz fehlt F. — pos F. — 2. phelip F. — 
3. cincs F. — gìortz JK. — percatz F. — 4. caersins F. — dangolerma 
JK. — 5. con F. — írances FJK. — borgognon F. — cambiada F. — 
6. cobeza J K. — phelips F, — plaìdeiar F. — 7. fon] era F. — 8. si] 
tan F. — el fehlt F. — el perdet F. — per viutat] ía uertut F. — 9. qucj 
quel F. — del cor] lo cont F. — Henrìc F. — de] den F. — 10. del fehlt F. — 
canbrais F. — qui F. — de] den F. — 11. ab] com F. — quatres F. — 
despois F. — 13. pos comensa F. — guerrejar fehlt FJK. — 14. qe 
aqel F. — torgues F. — quant] car J. — 15. que fos] ques sos F. — 
16. lautre F. — deseretat F. — 17. qi F. — 18. uolgueson JK. — 
19. Peitieus JK. piteu F. — eran F. — 20. trìstz J. — patz] pas J. — 
qar menz F. — 21. carguet] creisset F. — 22. las] la JK. — 



I07 

del rei de Fransa que marcavon ab las terras d'en Richart. El 
reìs Felips venia a reclam ad aicels que avìan faita la patz 

25 entre lor dos, e'n Richartz no volia per lor tort ni dreg far, 
don fon ordenatz per lor uns parlamens, on foron ensems en 
la marcha de Torena e de Beiriu. £1 reis Felips si fetz mains 
reclams d'en Richart, don amdui vengron a grans paraulas et 
a malas, si qu'en Richartz lo desmenti el clamet vil recrezen. 

30 £ sis desfieron e sis partiron mal. £ cant Bertrans de Bom 
auzi que il eront mal partit, si fo molt alegres. £t aisso fon 
el temps al comensament d'estiu, don Bertrans fetz aquest sir- 
ventes que vos aras auziretz: „Al doutz nou termini bianc del 
pascor vei la elesta.*' £t en aquel sirventes el poins fort lo rei 

35 Felip qu'el degues comensar la guerra ab lo rei Richart a fuoc 
et a sanc, e dis quel reis Felips volia mais patz c'uns morgues 
e'n Richartz, ab cui el s'apeìlava „Oc e Non'S volia mais guerra 
que negus dels Algais, qu'eron quatre fraire gran raubador e 
raubaven e menaven ben ab lor mil raubadors a caval e ben 

40 doa milia a pe e no vivion d'autra renda ni d'autre perchatz. 

23. ab] com F. — 24. phelips F. — ad aicels fehlt F. — qui F. — 25. tortz 
J. — 26. fom ensemble F. — 27. torene F. — briu F. — phelips F. — 
mantz F. — et a] et as J. fehlt F. — 29. ríchart JK. — e lo clama uil e 
recrezenz F. — 30. si se F. — desfizeron F. — si se F. — 31. si] so 
JK. — fon] si fez F. — 32. comensar destat F. — si fetz F. — 33. nou] 
fehlt J K. — del pascor uez la estat J K. fehlt F. — 34. poins] pois J. — 
35. phelip F. — ab] com F. — 36. et a] et F. — phelips F. — mongues 
F. — 37. e'n] e F. — richart J K. — com F. — el fehlt F. — Non] no 
F. — volia fehlt J. — 38. raubador JK. — 39. raubaven] prezador F. — 
ab] con F. — mils F. — 40. doze mils F. — percatz F. 



Zu 8. 

Quant Richartz ac faita la patz ab en Bertran de Bom elh 
ac rendut son castel Autafort, el se croset, lo reis Richartz, e 
passet oltra mar. £'n Bertrans remas guerrejan ab n'Aìmar, 
lo vescomte de Lemoges et ab lo comte de Peiregors et ab 
5 totz los autres baros de viron. £, si com avetz entendut, quan 
Richartz s'en tomava, el fo pres en Alemanha e si estet en 
preison dos ans e si se rezemet per aver. £ quan Bertrans 
de Bom saup quel reis devia eissir de preison, . molt fo alegres 
per lo gran ben qu'el sabia qu'el auria del rei e per lo dan 
10 que seria a sos enimics. £ sapchatz qu'en Bertrans avia escript 
en son cor totz los mais els daçs que aquist guerrejador avian 
faitz en Lemozin et en las terras del rei Richart £ fetz son 
sirventes. 

Diese „razos" findet sich nur in F. — i. richart aic fata F. — ab en] 
con F. — 2. se fehlt F. — richart F. -— 3. E'n] e F. — ab]con F. — 
4. et ab] e con F. — et ab] e con F. — 6. Richartz] R. F. — alemagn 
F. — estec F. — 7. preson F. — anz F. — 8. essir F. — 9. so dan F. — 
10. bertran F. — ii, el danz F, 



io8 

Zu 12. 

Bertrans de Bom si era drutz d'una domna gentíl e jove 
e fort prezada, et avia nom ma domna Maenz de Montanhac, 
molher d'en Talairan, qu'era fraire del comte de Peiregors, et 
ella era fìlha del vescomte de Torena e sor de ma domna 
5 María de Ventadom e de n'Elis de Monfort e, segon qu'el dis 
en son chantar, elal parti de si elh det comjat, don el fon 
mout trìstz et iratz e fetz razo qiie ja mais no la cobraría ni 
autra non trobava quelh fos tan bella ni tan bona ni tan plazens 
ni tan ensenhada. E penset pois qu'el non poiría cobrar neguna 

lO quelh pogues esser egals; e la soa domna li conselhet qu'el en 
fezes una en éiital guisa qu'el soiseubes de las autras bonas 
domnas e bellas de chascuna una beutat o un bel semblan o 
un bel aculhimen o un avinen parlar o un bel captenemen o 
un bel garan o un bel talh de persona; et enaissi el anet 

15 queren a totas las bonas domnas que chascuna li dones un 
d'aquestz dos que m'avetz auzit nomar per restaurar la soa 
domna c'avia perduda. Et el sirventes qu'el fetz d'aquesta 
razon vos auzirctz nomar totas las domnas a lasquals cl anet 
querre socors et ajuda a far la domna soíseubuda. EI sirventes 

20 qu'el fetz d'aquesta razon si comensa: „Domna, pois de mi nous 
cal E partit m'avetz de vos." 



I. Bertrans K. — 2. forte prizanda F. — maeuz J K. — 3. talaran P. 
tailarairan JK. — 4. serorJK. sororF. — 5.uentadorF. — e segon — comjat] 
ez en son chantar el appellaua dalfì eill comint F. — 7. moutl fort F. — trist e 
grams F. — 8. quelhj que F. — 9. inseignada F. — pos F. — 10. qu'el en 
fezes fehlt F. — ii. guissa K. — qu'el] que F. — 12. 0] on und so immer 
F. — 13. acoillir F. — captintmen F. — 14. garan] gran F. — el] ell 
F. — 15. qerren F. fehlt J. — a] que a J K. — las fehlt F. — 16. daquest 
J. — que] fehlt F. — auzitz JK. — per restaurar] a refar F. — 17. qe 
auia F. — qu*el] que F. — 18. nomar K. — 19. querre] qirir F. — 
20. comensa enaissi, die Anfangsvorte fehlen F. — nous] non K. — 21. E 
partit etc.] fehlt J. 

Zu 13. 

En la sazon quel reis joves ac faita la patz ab son fraire 
Richart elh ac fenida la demanda quelh fazia de la terra, si 
com fo la voluntatz del rei Enric, lor paire; el paire li dava 
certa liurazon de deniers per vianda e per so que besonhs 
5 l'era; e neguna terra non tenia ni possezia, ni negus hom a 
lui non venia per mantenemen ni per socors de guerra: en 
Bertrans de Born e tuit li. autre baron que l'avian mantengut 
contra'n Richart foron molt dolen. El reis joves si s'en anet 
en Lombardia tomejar e solasar e laisset totz aquestz baros en 



I. sazo F. sazos J. — 2. e lac F. — 3. uoluntat J K. — henríc F. — 
5. li era F. — possezia ni tenia F. — 6. mantinimen F. — secors J. — en 
fehlt F. — 7. mantegut contra F. — 8. fomo molto F. — et el sen anet lo 
reis ioues en F. — 9. tomeiare F. — sollasar F. — laiset F. — aquest F. — 
baros ist unterpunktirt F. — en la — assetja] fehlt F. — 



rog 

lo la guerra ab en Richart. £'n Richartz asetga borcs e castels e 
pres terras e derroca et ars et abrasa. £1 reis joves sì torne- 
java e dormia e solazava. Don en Bertrans si fetz aquest 
sirventes que comensa: „D'un sirventes nom cal far lonhor 
ganda." 

10. chastels JK. — li. deroca F. — abrassa J. bniisa F. — torniaua JK. 
soiomaua F. — 12. solazaua] sollasava F. --- cn fehlt F. — si] cn F. — 
13. que etc.] fchlt F. — 14. ganda fehlt J. 

Zu 19. 

Bertrans de Bom si era anatz vezer una seror del rei 
Richarty que fon maire de Temperador Oth, laquals avia nom 
ma domna £leina, que fo molher del duc de Sansonha. Bella 
domna era e molt cortesa et ensenhada e. fazia gran honor en 
5 son aculhimen et en son gen parlar. £'n Richartz, qu'era 
adoncs coms de Peiticus, si Taissis lonc temps, sa seror, e sil 
comandet qu'ellalh disses clh fezes plazer e grant honor; et 
ella, per la gran voluntat qu'ella avia de pretz e d'onor, e per 
so qu'ella sabia qu'en Bertrans era tan fort presatz hom e 

10 valens e qu'el la podìa fort enansar, silh fetz tant d'onor qu'cl 
s'en tenc fort per pagatz et enamoret se fort de leis, si qu'el 
la comenset lauzar e grazir. — £n aquella sazon qu'el Tavia 
vista, el era ab' lo comte Richart en una ost el tcmps d'invem, 
et en aquella ost avia grant desaise. £ cant venc un dia 

15 d'una domenga, era ben meitz dia passatz, que non avian 
manjat ni begut. £ la fams lo destrenhia mout, et adoncs fetz 
aquest sirventes que dis: „Ges de disnar non fora oimais matis." 



I. serror J. — 2. ot F. — 3. samsoigna K. — 5. gens F. — E'n] e F. — 
6. adoncs fehlt F. — piteus F. — sil aissis J K. si saissis F. — lonc temps] 
lonor F. — serror J. soror F. — e sill dis e sil comandet F. — 7. quela 
iU J K. qella li F. — dizcs F. — fez F. — 8. la] fehlt F. — donor auer 
F. — per so] per JK. — 9. qu*en] qe F. — cossi prcssatz F. — 10. qella 
F. — II. fort de leis] della fort F. — qcUa F. — 12. auia F. — 13. ab] 
con F. — una] un JK. — 14. cn aquel JK. ella F. — 15. dominiga F. — 
dias F. — 16. ni] ne F. — molt F. — 17. que etc.] fehlt F. — for J. 

Zu 20. 

Si com vos- avetz maintas vetz auzit, en Bertrans de Bom 
e sos frair, cn Constantis, agren totz temps guerra cnsems ct 
agren gran malvolensa l'us a I'autre, per so que chasciis volia 
esser senher d'Autafort, lo lor comunal castel per razo. ¥à 
5 avenc se que, com so fos se causa a qu'en Bertrans agucs 
presa e tolguda Autafort e cassat Constanti e sos fìlhs de la 



I . mantas F. — auzitz J K. — en fehlt F. — 2. frairc F. — con- 
stantis totz temps agron se gran maluolenza F. — 4. cstre F. — son com- 
manal F. — 5. se] si F. — so fos fehlt F. — caussa J. — a qu'en] qe F. — 
6. pres e tolgut F. — cassat] casset J K. — costantin F. costanti J. — 



\ 



IIO 

terra, en Constantíns s'en anet a n'Aemar, lo vescomte de 
Lemoges et a n'Amblart, comte de Peiregors et a nTalairan, 
senhor de Montanhac querre lor merce, qu'il lo deguesson 

lo ajudar contra son fraire, en Bertran, qui malamen tenia Autafort, 
qu'era mieitz sieus, e no Ten volia dar neguna part, anz Tavia 
malamen dezeretat. Et ilh Tajuderon e conselheron contra en 
Bertran e feiron lonc temps gran guerra ab lui, et a la fìn 
tolgren li Autafort £'n Bertrans s'en escampet ab la soa gen 

15 e comenset a guerrejar Autafort ab totz sos amics e parens. 
Et avenc si qu'en Bertrans cerquet concordi e f>atz ab son 
fraire e fon faicha grans patz, e vengron amic. Mas quant en 
Bertrans fon ab tota la soa gen dinz lo castcl d'Autafort, sil 
fetz falhimen e nolh tenc sagramen ni conven e tolc lo castel 

20 a gran fellonia a son fraire. E so fon un dia de dilus, en 
loqual era tals ora e tals poinz que segon la razon dels agurs 
ni dels poinz e d'astrolomia non era bon comensar negun gran 
faich. E'n Constantis s'en anet al rei Enric d'P^nglaterra et a'n 
Richart, lo comte de Peiteus querre mantenemen contra'n 

25 Bertran. EI reis Enrics, per so qu'el volia mal a'n Bertran, per 
so qu'el era amics e conselhaire del rei jove, son filh, loquals 
avia avuda guerra ab el e crezia qu'en Bertrans n'agues tota la 
colpa, sil pres ad ajudar, el coms Richartz, sos fílhz; e feiron 
gran ost et assetgeiron Autafort et a la fin preiseron lo castel 

30 e'n Bortran. E can fon menatz al pavalhon "denan lo rei, ac 
gran paor. Mas per las paraulas lasquals el membret al rei 
Enric del rei jove, son filh, lo reis li rendet Autafort, e per- 
donet li, el el coms Richartz, totz sos mals talans, si.com vos 
avetz auzit en Testoria que es escrita denan sobre lo sirventes 

35 que dis: „Puois lo gens terminis floritz." Mas quan lo reis 
Enrics li rendia Autafort, dis solazan ves de Bertran : „Sia toa. 



7. en] fehlt F. — costantis F T. — azemar F. — lo] fehlt F. — 8. lemozes F. 
lemo^ J K. — et a*n] cn 1 . — amblar F. — talaran F. taiUaran J K. — 
9. setgner F. — montaainfpiac J. — lor fehlt F. — deguessen F. — 10. en 
fehlt F. — qui] que F. — II. meiz F. mieuz JK. — seus F. — nol len 
JK. noiU F. — 12. malamenz lauia F. — cn fchlt F. — 13. feron F. — 
14. tolgren JK. — E*n] e F. — escapet con F. — 15. con totz sos parenz 
et amics F. — 16. qu'en] qe F. — ab] con F. — 17. uegron F. — 18. fon 
ab tota] fo con F. — sil fehlt F. — 19. sagramenz F. — et a gran fellonia 
tolc lo castel a F. — chastel JK. — 20. diluns j. lune F. — 21. lo 
quale F. — hora F. — poinz] poings K. punz F. — 22. ni dels poinz] ni 
del poinz J. ni del poings K. fehlt F. — destroloraia J K. — 23. faich J K. — 
faitz F. — constantin F. — henric F. — denglaterre J. dengleterre K. 
dangleterra F. — 24. lo] fehlt F. — peitieus J. piteu F. — querrer F. — 
mantinimen F. mantemen K. — contra F. — 25. henrics F. — qu'el] qar 
F. — 26. conseillare F. — del] den bertran per del JK. — 27. auda JK. — 
gerra K. — ab] con F. — qu'en] qe F. — 28. ferron F. — 29. host F. — 
assetgeiron] asseicron F. — preiseron] prenderon F. — 30. e bertran fo 
pres F. — lo] dal F. — 31. lasquals] quals F. — . mcmbret] recordet F. — 
32. henríc F. — 33. el el] el F. — mal J K. — taUanz F. — 34. la ystorìa 
F. — escrípcha F. — 35. puois] pos F. — 36. henrícs F. — solassan F. — 



III 

ben la deves tu aver per razon, tan gran fcllonia fezis tu dc 
ton fraire." Et en Bertrans s'engenolhct denant luí e dis: 
„Senher, granz merces! Bem platz aitals jutgamcnz." P?n 

40 Bertrans intret el castel, el rcis P^nrics el coms Richartz s'en 
torneron en lor terra ab lor gen. Quant li autre baron, 
qu'ajudavon Constantin, auziron so e viron qu*en Bertrans avia 
ancaras lo castel, foron molt dolen et irat et conselheron Con- 
stantin qu'el se reclames d'en Bcrtran denan lo rei Enric, quel 

45 mantenria ben en razon. Et el si fetz. Mas Bertrans mostret 
al rei lo jutgamcn qu*el avia fait, car el s'avîa ben fait escrire, 
el reis s'en ris cis sollasset. E*n ]5ertrans s'eu anet ad Autafort, 
e Constantis non ac autra razo. Mas li baron que adjudavon 
Constanti feiren ab lui lonc temps grant gucrra a'n Bertran et 

50 el ad els. E tant com visquet nolli volc rendre lo castel ni 
far patz ab son fraire ni trcva. E can fon mortz, acorderon 
se li filh d*cn Bertran ab en Constantin, lor oncle et ab sos 
filhz, lor cosíns. E per aquestas razos fctz en Bertrans aqucst 
sirventes que dis: „(jcs de far sirventes nom tartz, Anz lo fatz 

55 bon ses totz afïanz." 



37. deves] des JK. — felonia F. — 39. Bera] ben mi F. — aital JK. — 
iuiameDz F. iutgamenz J K. — 40. ez entret bertrans F. — henric F. — 
41. en soa terra con la lor F. — 42. constanti J. - • qe bertrans encar 
auial F. — 43. chastel K. — moll] trop F. — costantin J. — 44. d*en] 
de F. — henric F. — 45. manteria F. — Et el] e F. — 46. iuzamen F. — 
auia F. — 47. eis] c F. — solasset F. — E*n] c F. — 48. costantis J. — 
aiudavan F. — 49. costanli J. — feiren] feron F. — con el F. — 50. ad] 
a K. — coml con F. — 51. ab] con F. — tregua F. — 52. d*en] de F. — 
ab en] con 1". — costanti J. — lor] son F. — e con F. — 53. sos cosis 
F. — 54. que dis etc.] fehlt F. — tart JK. — lo etc.] tehlt J. 

Zu 21. 

Al temps qu'cn Richartz era coms de Peiteus, anz qu'el 
fos rcis, Bcrtrans de Bom si cra sos cncmics, per so qu*cn Bertrans 
volia bcn al rei jove, que guerrcjava adoncs ab en Richart, 
qu*era sos frairc. E'n Bertrans si avia fait virar contra'n Richart 
5 lo bon vescomte de Lemogcs, que avia nom n'Acmars, cl ves- 
comte de Torena el vescomte de Vcntadom el vescomte de 
Gumel el comte de Peircgors e son fraire, el comte d*Engolcima 
e sos dos fraires, el comtc Raimon de Tolosa el comte de 
Flandres el comte de Barsalona e*n Centolh d'Estairac, un 
10 comte de Gasconha, e'n Gaston de Beam, comte de Begora, 
el comte de Digon. E tuich aquist si Tabandoneron e feiron 
patz ses luí e sis peijureron vas lui. E n'Aemars, lo vescoms 



I. Al] el F. ~ pitieus F. — qu'el] que F. — 2. bertrams K, so 
immer. — qu'enl quem J. que F. — 3. ab en] cum F. — 4. E'n] e F. — 
contra'n] contra F. — 5. lemogas J K. — qui F. — naimars F. — el ves- 
comte de Torena] fehlt J K. — 7. peiragors J K. — dengoleime J K. — 
9. barsolona JK. — destarac JK, — 10. bigora JK. — 11. de Digon] 
dignon F. — aquistz J. — 12. sis] ses FJ. — cn aimars F. — 



112 

de Lemoges, que plus Tera tengutz d'amor e de sagramen, si 
l'abandonet e fetz patz ses lui. £'n Richartz, cant saup que 

15 tuich aquist Tavion abandonat, el s'en venc denant Autafort ab 
la soa ost e dis e juret que ja mais no s'en partíria, s'il nolh 
dava Autafort e no venia a son comandamen. Bertrans, quant 
auzi so qu'en Richartz avia jurat e sabìa qu'el era abandonatz 
de totz aquestz que vos avetz auzit: sil det lo castel e si venc 

20 a son comandamen. £1 coms Richartz lo receup perdonan li 
e baisan lo. Don Bertrans fetz d'aquestas doas razos aquest 
sirventes: »Ges eu nom desconorf £ sap>chatz que per una 
cobla qu'el fetz el sirventes, laquals comensa: „SiI coms m'es 
avinens e non avars", lo coms Richartz li perdonet son brau 

25 talan e rendet li son castel Autafort e vengren fìn amic coral. 

£ vai s'en en Bertrans e comensa a guerrejar n'Aemar, lo ves- 

comte que I'avia desamparat el comte de Peiregors; don 

Bertrans receup de grans dans, et el a lor fetz de grans mals. 

£n Richartz, quant fon devengutz reis» passet outra mar, 

30 e'n Bertrans remas guerrejan. 



13. lemogas F. — li era F. — 15. ab] cum F. — 16. ja] fehlt F. — 's'il] 
si F. — 17. uinia F. — 19. ausit JK. — chastel K. — venc] uen F. — 
20. recep J. — pardona JK. — li] fehlt F. — 21. Don — desconort steht 
in J K am Schluss des Ganzen. — 22. desconort] F fugt noch hinzu „ Sieu 
hai perdut". — 23. laquals] loquals K ; locals J. — 25. li rendet F. — 
chastel K. — e venc sos amics corals F. — 26. ua F. — s'en en] fehlt F. — 
e comensa a] fehlt F. — naimar F. — uescont F. — 27. peregors F. — 
29. fon] fo F. — oultra K. 

Zu 26. 

Lo plainz qu'en Bertrans de Bom fetz del rei jove non 
porta autra razon si non quel reis joves era lo melher hom 
del mon, e'n Bertrans li volia melhs qu'a home del mon e lo 
reis joves ad el melhs qu'a homc del mon e plus lo crezia 
5 que home dcl mon, pcr que lo reis Enrics, sos paire, el coms 
Richartz, sos fraire, volian mal a'n Bertran. £ per la valor 
quel reis joves avia e per lo gran dol qu'en fon a tota 1a gen 
el fetz lo plainh de lui que dis: „Mon chan fcnisc ab dol et 
ab mal traire." 

I. plaintz qe F. — 2. port F. — se no F. — 3. qu*a] qe az F. — e 
lo] el F. — 4. uolia miellz ad el F. — qu*a] qe az F. — lo] le F. — 
5. que — mon fehlt F. — henrics F. — 6. rìcharz F. — uolum F. — la] 
lo J K. — 7. rei F. — dol] danz F. — qu*en] que J K. — a tota genz F. — 
8. lo] aqest F. — plaing] plainz F. — Mon etc.] fehlt F. — fenis JK. 

Zu 29. 

Anc mais pcr re qu'en Bertrans de Bom disses en coblas 
ni cn sirventes al rei Felip ni per recordamen de tort ni 

I. Anc] an J. — ren J. — qu'en] fehlt F. — de Bom fehlt F. — 
2. phelip F. — 



"3 

d'aunimen quelh fos ditz ni faitz no volc guerrejar lo rei 
Richart, mas en Richartz si salhi a la guerra, quant vit la fre- 
5 voleza del rei Felip, e raubet e prenet e ars castels e borcs e 
villas et aucis homes e pres; don tuich li baron a cui desplasia 
la patz foron molt alegre, e'n Bertrans de Bom plus que tuich 
per so que plus volia guerra que autr'om e car crezia que per 
lo seu dire lo reis Richartz agues comensada la guerra, ab 
lo loqual el s'apellava „0c e Non", si com ausiretz el sirventes 
qu'el fetz, si tost com el auzi qu'en Richartz era salhitz a la 
guerra, loquals comensa: „Non puosc mudar, un chantar non 
esparga.'* 

3. quclli] qiU F. — dite ni] fehlt J K. — 4. vit] uic F. el uit J. — 
5. phelip F. — prenet] presct F. — 6. et] e JK. — 7. e'n c F. — 8. quc] 
qar F. — la guerra F. — 9. agues] auges J K. aguesse F. — ab] con F. — 
10. c] et JK. — Non] no F. — auziretz F. — II. richart J. — 12. guerral 
in J K folgt : et el fetz aquest siruentes. — loqualsl qui J K. — comensaj 
comcnsset enaissi; der Anfang des Gedichtcs fehlt i, 

Zu 31. 

En lo temps et en la sazon que lo reis Richartz d'Engla- 
terra guerrejava ab lo rei Felip de Fransa, s*il foron amdui 
en camp ab tota lor gen. Lo reis de Fransa si avia ab se 
Franses e Bergonhos e Campanes e Flamencs e cels de Berrion ; 
5 el reis Richartz avia ab se Engles e Normanz e Bretos e 
Peitavis e cels d'Anjeu e de Torena e dal Maine e de Sain- 
tonge e de Lemozin et era sobre la riba d'un flum que a nom 
Gaura, loquals passa li, al pe de Niort E Tuna ostz si era 
d'una riba e l'autra ostz era da Tautra, et enaissi esteron 

10 quinze joms, e chascun jorn s'armavan et apparelhavan de 
venir a la batalha ensems. Mas arcivesque et evesque et abat 
et home d'orde, que cercavan patz, eran en miech que defen- 
dian que la batalha non era. Et un dia foron armat tuit aquilh 
qu'eran ab lo rei Richart et esqueirat de venir a la batalha e 

15 de passar la Gaura, e li Frances s'armerent et esqueirerent. E 
li bon home de religion foron ab las crotz en bratz, pregant 
Richart el rei Felip que la batalha non degues esser. El reis 
de Franza dizia que la batalha non remanria, sil reis Richartz 



i. que lo] quel F. — phelips de fransa guerreiaua ab lo rei rìchart 
dangeltcrra F. — dengleterra JK. — 2. s'il] si F. — foron] feiron JK. — 
3. con tota la lor F. — 4. borgognos F. — campagnes F. — Berrion] 
briu F. — 6. pitauis F. peitaus JK. — d'Anjcu] de nieu F. — torrena J. 
torreinc F. — santonge F. — 8. caura F. — li fehh F. — la una F. — 
ost F. — 9. dal mia F. — ost era J K. fehlt F. — lautra part F. — aissi F. — 
10. quinze] XV JK. be XV F. — joms] iom J. — jom] dia F. — 
ct appareilîauan JK. e pareiUauon F. — ii. ensemes F. — 12. dorden 
qui F. — en] e J. — miech] meiz F. — 14. ab lo rei] con lei F. — 
esquirat F. — 15. Gaura] seura F. — franses JK. — esqueirerent] ses- 
qilirent F. — 16. relion F. — fom com F. — en] els F. — 17. rìghat F. — 
phelip F. — estre F. — 18. fransa F. — non remandria la b. F. — richart J. — 

8 



114 

nolh fazîa fezeutat de tot so que avia de sa mar: del ducat 

20 de Normandia e del ducat de Quitania e del comtat de Peitieus 
e quelh rendes Guiort, loqual lo reis Richartz l'avia tolt Et en 
Richartz, quant auzi aquesta paraula quel reis Felips deman- 
dava, per ïa grant baudesa qu'el avia car li Çampanes avian a 
lui promes que nolh serion a Tencontra per la grant cantitat 

25 dels esterlins que avia semenatz entre lor, si montet en destrier 
e mes I'elm en la testa e fai sonar ias trombas e fai desserar 
los sieus confanos encontra Taiga per passar outra et aordena 
las esqueiras dels baros e de la soa gen per passar outra a la 
batalha. EI reis Felips, cant lo vi venir, montet en destrier e 

30 mes Telme en testa, e tota la soa gens monteron en destriers 
e preseron lor armas per venìr a la batalha, trait li Campanes, 
que no meteron elmes en testa. EI reis Felips, quant vi venir 
en Richart e la soa gen ab tant grant vigor e vi quelh Cam- 
panes no venion a la batalha, el fon avilitz et espaventatz e 

35 comens'a far aparelhar los arcivesques els evesques et homes de 
religion, totz aquels que Tavìon pregat .de ia patz far; e preguet 
lor qu'il anesson pregar en Richart de la patz far e del con- 
cordi e si lor promes de far e de dir aquella patz et aquel 
concordi del deman de Gisort e del vassalatge quelh fazia en 

40 Richartz. E li saint home vengron ab las crotz en bratz en- 
contra lo rei Richart, ploran qu'el agues pietat de tanta bona 
gen com avia el camp, que tuit eron a morir, e ques voigues 
la patz; qu'ilh li farian laissar Gisort el rei partir de sobre la 
soa terra. E li baron, quant auziron la grant honor quel reis 

45 Felips li presentava, foron tuich al rei Richart, conselheron lo 
qu'el preses lo concordi e la patz. Et el, per los precs dels 
bos homes de religìon e per lo conselh dels seus baros, si fetz 
la patz el concordi si quel reis Felips li laisset Guiort quitamen,* 
el vassalatges remas en penden si com el estava, e partit se 

50 del camp. El reis Richartz remas, e fo jurada la patz d'amdos 

19. que] quel F. — sa] sai F. — marl mare F. — 20. peitieus] piteus F. — 

21. guiortz TK. gisort F. — res F. — llauia F. — toltl tot JK. — 

22. phelips F. — 23. baudessa F. — campagnes F. — avianj fehlt JK. — 
ad el F. — 25. que] quel F. — destrer JK. — 26. trompas F. — 
desserar] dessarJK. — 27. ordenetF. — 28. esquerasF. — soa] seuaF. — 
29. pheUps F. — uinir F. — destrer J K. — 30. lelm F. — en] en la F. — 
seua F., — montet F. — destrers K. — 31. prenderent F. — 11 fehlt F. — 
32. elms F. — phelips F. — ui richart uenìr F. — 33. seua F. — ab] con 
F. — qiU F. — 34. fo F. — 35. comenset F. — aparelhar] appellar F. — 
ds] et F. — 36. relion F J. — tot J. toz K. — 37. aneson J K. anesso F. — 
cn fchlt F. — far fehlt F. — 38. dir] F fagt hinzu: e de recebre. — 
aquella concordia de gisort del demandel uassalage qe fazia an ríchart F. — 
39. uassatge K. — 40. ab] tuit con F. — 41. richartz F. — piatatK. — 
42. auian JK. — eran F. — ques] quel F. — 43. li] fehlt JK. — faran 
F. — guisort JK. — 44. seua F. — 45. phelips F. — 46. Et el] e F. — 
47. bos fehlt F. — de religion] religìos F. — e per lo] per F. — 48. si qe 
gisort li laisat quìtamenz lo reis phelips F. — gisort F. — 49. com sestaua F. — 
50. foron iurat ambedui la patz JK. — 



"5 

los reis a detz anz. £ desfeiron lor ostz e deron comjat als 
soudaVlìers e vengron escars et avar ambedui li rei e cobe e 
no volgron far ost ni despendre si non en falcos et en austors 
et en cans et en lebriers et en comprar terras e possessions et 

55 en far tort a lor baros. Don tuit li baron del rei de Fransa 
foron trist e dolen e li baron del rei Richart, car avian la patz 
faicha per que chascuns dels dos reis era vengutz escars e 
vilans. £'n Bertrans de Bom si fo plus iratz que negus dels 
autres baros per so car el no se dellectava mais en guerra de 

60 si e d'autrui e mais en la guerra dels dos reis, per so que, 
quant il guerrejavan ensems, el avia d'en Richart tot so qu'el 
volia d'aver e d'onor et era temsutz d'amdos los reis per lo 
dire de la lenga. Don el, per voluntat qu'el ac quelh rei tor- 
nesson a la guerra e per la voluntat qu'el vi als autres baros, 

65 si fetz aquest sirventes loquals comensa : „Pois li baron son irat 
e lor pesa." 

51. los] lo F. — deisfeiron J. desferron F. . — ost F. — als] al F. — 

52. anars JK. — e cobe amdui li rci F. — amdui F. — 54. chans J. — 
56. fom F. — qar ill F. — 57. quc fehlt F. — chaschuns JK. — 
58. uillans K. — E'n] e F. — si fehlt F. — 59. deleUua F. — 60. mas F. — 
61. guerrejavan] auian li dui rei guerra JK. — el] eill J. — d*en] dal rei 
F. — 62. per lo dire de la lengua damdos los reis F. — 63. lengua F, — 
^omeson JK. tornasson F. — 65. loquals etc. fehlt F. 

Zu S^. 

Lo reis £nrics dTnglaterra si tenia assis en Bertran de Born 
dedins Autafort el combatia ab sos edeíicis, que molt li volia 
gran mal, car el crezia que tota la guerra quel reis joves, sos 
íìlhz, I'avia facha, qu'en Bertrans lalh agues faita far, e per so 
• 5 era vengutz denant Autafort per lui desirítar. £1 reis d'Aragon 
venc en I'ost del rei Enric denant Autafort £ canf Bertrans o 
saub, si fo molt alegres quel reis d'Aragon era en I'ost, per so 
qu'el era sos amics espedals. £1 reis d'Aragon si mandet sos 
messatges dinz lo castel, qu'en Bertrans li mandes pan e vin e 

10 cam, et el si I'en mandet assatz, e per lo messatge per cui el 
mandet los presenz el li mandet pregan qu'el fezes si qu'el 
fezes mudar los edifìds e far traire en autra part, quel murs 
on il ferion era tot rotz. £t el, per gran aver del rei £nric, 
el li dis tot so qu'en Bertrans I'avia mandat a dir. £1 reis 

15 £nrics si fetz metre dels edifìcis plus en aquella part on saup 
quel murs era rotz, e fon lo murs ades per terra el castels pres. 



I. henrìcs F. — dengleterra J. dangleterra F. — en fehlt F. — 2. alta- 
fort F. — ab] con F. — 4. li auia F. — qu'en] quc F. — lalh] li F. — 
5. deseretar F. — El] e lo F. — 6. li uenc F. — henríc F. — 7. legres F. — 
8. specials F. — darragon J. — 9. carn e pan e vin F. — 10. messatge] 
mes F. — cui] qui F. — el li F. — 11. li] lo F. — 12. los edificis mudar 
F. — parte F. — quel] que F. — 13. era tot rotz on il ferían F. — totz J. — 
henríc F. — 14. li auia F. — a dir] pregàn F. — 15. henrícs F. — dels] 
del JK. — parte non F. — 16. ades lo murs F. — el] e F. — 

8» 



ii6 

E'n Bertrans ab tota sa gen fon menatz al pabalhon del rei 
Enric, el reis lo receup molt mal, el reis Enrics sil dis: 
„Bertrans, Bertrans, vos avetz dig que anc la meitatz del vostre 

20 sen nous ac mestier nulls temps, mas sapchatz qu*ara vos a el 
ben mestier totz." — „Senher", dis en Bertrans, „el es ben 
vers qu'eu o dissi e dissi ben vertat". — El reis dis: „Eu cre 
ben qu'el vos sia aras falhitz." — „Senher", dis en Bertrans, 
„ben m'es falhitz". — „E com?" dis lo reis. — „Senher", dis 

25 en Bertrans, „lo jom quel valens joves reis, vostre filhz, mori, 
eu perdi lo sen el saber e la conoissensa". — El reis, cant 
auzi so qu'en Bertrans li dis en ploran clel filh, venc li granz 
dolors al cor de pietat et als olhs, si que nois poc tener qu'el 
non pasmes de dolor. E quant el revenc de pasmazon , el 

30 crida e dis en ploran: „En Bertrans, en Bertrans, vos avetz 
ben drech, et es ben razos, si vos avetz perdut lo sen per mon 
filh, qu'el vos volia melhs que ad home del mon. Et eu, per 
amor de lui, vos quit la persona e l'aver el vostre castel, e vos 
ren la mia amor e la jnia gracia, e vos don cinc cenz marcs 

35 d'argen per los dans que vos avetz receubutz." — E'n Bertrans 
sil cazec als pes, referrent li gracias e merces. El reis ab tota 
la soa ost s'en anet. E'n Bertrans, can saup quel reis d'Aragon 
l'avia faíta si laida felonia, fon molt iratz ab lo rei n'Anfos. E 
si sabia com el era vengutz al rei Enric esser soudadiers 

40 logaditz e sabia com lo reis d'Aragon era vengutz de paubra 
generacion de Carlades, d'un castel que a nom Carlatz, qu'es 
en Rovergue, cn la senhoria del comte de Rodes. E'n Peire 
de Carlat, qu'era senher del castel, per valor e per proessa si 
pres per molher la comtessa da Milhau, qu*era caseguda en 

45 eretat, e si n'ac un fllh que fon valens e pros e conquis lo 
comtat de Proensa. Et us sos filhs si conquis lo comtat de 
Barsalona et ac nom Raimons Berengiers, loquals conquis lo 
regisme d*Aragon e fo lo primiers reis que anc fos en Aragon. 



17. E*n] e F. — ab] e F. — gen] genz e F. — pavaiJlon F. — 18. henric 
F. — cl] e lo F. — molt] mol F. — mal] malt K. — henrics F. — sil] si li 
F. — 19. Bertran K. — Bertran K. fehlt F. — del] de F. — 20. non 
uos besognet nul F. — a el — totz] besogna ben F. — 21. en fehlt F. — 
ben fehlt F. — 22. 0] lo F. — dis e dis me ben F. — crei F. — 23. en 
fehlt FK. — 24. dis en Bertrans fehlt F. — 26. lo saber el sen F. — 
27. 11 dis] diz F. — 28. nois] no se F. — pot F. — qu'el] qe F. — 
29. non] no se F. — pasmaison F. — el ad en bertran en ploran dis vos 
auetz etc. F. — 30. en bertran en bertran JK. — 31. perdutz J. — lo sen 
perdut F. — mon] lo meu F. — 32. qu*el] qi F. — 35. darzen F. — 
bertran J K. — 36. sil] si li F. — cazec] cazi F. — ab] con F. — 37. E'n] 
c F. — darragon F. — 38. li auia F. — fellonia J. fehlt F. — si fo F. — 
ab] con F. — anfos T'. — 39. saubìa F. — henric F. — 40. saubia F. — 
darragon J. — 41. carlat FJK. — qu'es] que es K. — 42. en Rosergue 
F. fehlt JK. — senhoria] terra F. — 43. proesa F. — 44. pres] tolc F. — 
da]deF. — 45. crectatF. — 46. proenssa FJ. — 47. raimon JK. raymcnz 
F. — berengier TK. — loqual F. — 48. darragon J. — rìmers J. prcmers 
F. — anc fehlt F. — fo F. — arragon J. — 



117 

Et anet penre corona a Roma e, cant s*en tornava e fon al 

50 borc Saint Dalmas, el mori. E remanseron ne trei filh: Ânfos, 

loquals fo reis d'Aragon, aquest que fetz lo mal d*en Bertran 

de Bom, e Tautre, don Sanchos e Tautre Berrengiers de Besau- 

dunes. — E saup com el avia tráida la filha de l'emperador 

Manûel, que Temperaire Tavia mandada per molher ab grant 

55 tresor et ab gran aver et ab molt onrada companhia, et los 

raubet de tot Taver que la domna elh Grec avian; e com los 

envïet per mar marritz e consiros e desconselhatz ; e com sos 

fraire Sanchos Tavia tolta Proensa; e com se perjuret per l'aver 

quel reis Enrics li det contral comte de Tolosa. — E de totas 

60 aquestas razons fetz en Bertrans de Bom lo sirventes que ditz: 

„Pois lo gens terminis floritz s'espandis etc." 



50. Dalmas fehlt F. — remascn li F. — amfos K. — 51. lo fehlt F. — 
d'en] de F. — 52. sancho F JK. — 53. E] el F. — 54. li auia F. — con 
gran tresor a muiller F. — 55. ab] con F. — ab] con F. — et] et elF. — 
56. quella F J K. — dopna F. — e li crec F. — 57. e consiros fehlt F. — 
e] oJK. — 58. sancho F. — li auia F. — totaj. touta F. — proenssa J. — 
se] ses JK. — auer F. — 59. henrics F. — E fehlt F. — toutas K. — 
60. cn fehlt F. — lo] aqest F. — que etc.] fehlt F. — 61. floris JK. — 
s'espandis fehlt J. 

Zu 33- 

Bertrans de Bom, si com vos ai dig, en la sazon qu'el 
avîa guerra ab lo comte Richart, el fez si quel vescoms de 
Ventadorn el vescoms de Combom el vescoms de Segur, so fo 
lo vescoms de Lemoges, el vescoms de Torena se jureron ab 
5 lo comte de Peiregors et ab los borges d'aquellas encontradas 
et ab lo senhor de Gordon et ab lo senhor de Monfort e si 
se serreron ensems, per qu'ilh se deífendesson dal comte 
Richart, quels volia deseretar, per so car il volion ben al rei 
jove, son fraire, ab cui el se guerrejava, alqual el avia toltas 

10 las rendas de las caretas, de lasquals caretas lo reis joves 
prendia certa causa, si com lo paire li avia donat, e nol lais- 
sava neus albergar segur en tota la soa terra. E per aquest 
sagramen que tuich aquist avian fait de guerrejar en Richart, 
Bertrans de Born si fetz aquest sirventes : „ Puois Ventadoms 

15 e Comboms ab Segur" per assegurar totas las gens d'aquella 
encontrada per lo sagrament que aquilh avian faich contra'n 

I. dich F. — qu'el] que F. — 2. com lo conte F. — el] ei F. — 
quel] qe lo F. — 3. ucntedom JK. — cl vescoms de Coraborn fchltJK. — 
4. lo vescoms fehlt F. — lemogas J K. — uescom J. — torrena F. — iurcn 
com F. — 5. peregors F. — ab] com F. — borzes K. — daqella encon- 
Irada F. — 6. ab lo] col F. — gordo K. cordon F. — ab lo] col F. — 
7. serreren F. sareron JK. — ensemble F. — qu'ilh] que F. — deffen- 
dessent F. — 8. quels] qe los F. — 9. con qui F. — se fchlt F. — toltas] 
totasJK. toltototasF. — il. li] loJK. — donat] dat F. — 12. seua F. — 
13. cn fehlt. — 14. bertran F. — pos F. — 15. ab Segur fehlt JK. — 
lO. contra F. — 



ii8 

Richart e reprenden lo rei jove car el en guerra non era plus 
prosperos, remembran a lui com en Richartz Tavia toltas las 
rendas de las caretas e com il avia fait levar un castel el miej 

20 loc de la terra quel paire l'avia dada e lauzan lo senhor de 
Puoj-Guilhem e de Clarensa e de Granhol e de Saint Estier, 
qu'eren gran quatre baron de Peiregors e lauzan si mezeis e 
Torena et Engolmesa e dis que, sil vescoms de Bearn e de 
Gavardan, so era en Gastos de Bearn, qu'era caps de tota 

25 Gasconha e'n Vivians de Lomanha e'n Bemardos d'Armanhac 
el vescoms de Tartas venion sai ad els que volion mal a'n 
Richart, asatz avia el que far, e sil senher de Malleon, so era 
en Raols de Malleon, lo paire d'en Savaríc, el senher de 
Taunai el vescoms de Siorai el senher de Talhaborc el vescoms 

30 de Toartz, que tuit aquist lor ajudarian si lor fossen de pres 
per lo grant tort' qu'en Richartz lor fazia; e tuit aquist eron 
gran baron de Peitieu. £ de totas aquestas razos sí fetz en 
Bertrans aquest sirventes que comenssa: „Puois Ventadoms e 
Comborns ab Segur e Torena e Monfortz." 

18. recordan ad el con richartz 11 auia F. — ríchart JK. — toltas] 
totas J K. — 19. il] li F. — chastel K. — miej] meilz F. — 20. li auia F. — 
lausan F. — 21, puoiguiUem JK. poi guillem F. — clarenssa J. clarenza 
F. — astier FK. — 22. gran fehlt F. — IIII K. — peiregor F. — 
23. Beam] Bom F J K. — 24. gauardon J K. gauaudan F. — era gaston 
F. — de fehlt JK. — 25. guascogna F. — e'n] e F. — e bernados F. — 
26. tartaz F. — els] el J K. — 27. assaz F. — mauleon F. — era iaols de 
mauleon F. — 30. toratz F. coratz J K. — aqest F. — lor ajudarían] or 
laiudarauen F. laiudarauon JK. — 31. tort] tor F. — ríchart JK. — 
32. peiteu F. — bertrans si fetz F. — 33. que etc. fehlt F. — 34. e Torena] 
torena JK. 

Zu 34. 

Quant lo reis Richartz s'en fon passatz outra mar, tuit li 
baron de Lemozin e de Peiregors se jureron ensems e feiron 
gran ost et anerent als castels et ais borcs qu'en Richartz lor 
avia toutz. Et enaissi combateron e preseron totz aquels queîs 
5 deffendion et enaissi cobreron gran re d'aquel qu'en Richartz 
lor avia tout. E quant en Richartz fon vengutz d'outra mar 
et issitz de preison, molt fo iratz e dolens dels castels e dels 
borcs quelh baron l'avian toltz e comenset los a menassar 
fortmen de deseretar los e de destruire los. El vescoms de 
10 Lemoges el coms de Peiregors, per lo mantenemen quel reis 
de Fransa lor avia fait e fazia, sil tengron las soas menassas 



I. oltra F. — tui F. — 2. lemozi J. — peiregor F. — ensemble F. — 
feren F. — 3. anaren F. — chastels K. — qu*en] que F. — 4. tout F T. — 
Et enaissi] mas se se F. — totz aquels] ac^Ior F. — queis fehlt \ . — 
5. dcfFendion] defenderon F. — enaissi] aissi F. — dalquel J. daqecs F. — 
richars F. ríchart J K. — 6. en] fehlt F. — rícharz F. ríchart J K, — 
doltra F. — 7. eissitz F. — molto F. — chastels J K. — 8. quelh] qiU F. — 
li auian F. — totz JK. tolt F. — lor fort a menassar F. — 9. de] e JK. — 
10. lemozes F. lemogas JK. — peiregor F. — ii. sil] fehlt F. — 



iig 

• a nïen elh manderon dizen qu'el era vengutz trop braus e trop 
orgolhos e que ilh mal son grat lo farían franc e cortes et 
hmnil e qu'ílh lo castíarían guerrejan. Don Bertrans de Bom» 

15 si com cel que non avia autra alegressa mas de mesclar los 
baros de guerra, cant auzi quel reis menassava aquels baros 
que nol prezavan re e metion per nïen lo sieu dig, e que ilh 
l'avion mandat dizen que ilh lo castiaríon el faríon mal son 
grat tomar franc e cortes e humil: en Bertrans si'n fo molt 

20 aiegres. £ sabia quel reis en era fort dolens e iratz, d'aisso 
que ilh dizion et del castel de Montron e d'Agen quelh avian 
tout, e fetz un son sirventes pcr far salhir lo rei Richart a la 
guerra. £ cant el ac fait son sirventes, el lo 'mandet a'n 
Raimon Jauzeran, qu'era de Catalonha, del comtat d'Urgel, 

25 senher de Pinos, valens liom e larcs e cortes e gentils, e non 
era nulls hom en Catalonha que valgues lui per la persona, et 
entendia se en la marquesa, qu'era fìlha del comte d'Urgel e 
molher d'en Girout de Cabriera, qu*era lo plus rics hom el 
plus gentils de Catalonha trait lo comte d'Urgel, son senhor. 

30 E comensa' enaissi lo sirventes: „Quant la novella flors par el 
vergan." 



12. elh] e il JK. eill F. — 14. quil K. — 15. cel] aqell F. — autr F. — 
16. menassa J. — 17. que] e qeill F. — re] de re F. — per] a F. — sieu 
dig] dir de lui F. — 18. li auian F. — 19. tomar fehlt F. — e humil] fehlt 
JK. — en] fehlt F. — si*n] si F. — 20. quel] queil JK. — irratz daiso 
F. — 21. cnastel K. — do motron F. — dazgen. JK. dezent F. — quelh] 
que iU J K. qeill li F. — 22. e] el J K. — son] seu F. — 24. iauseran F. — 
querra K. — de catallogna F. fehlt JK. — dulgel JK. — 25. pinous JK. — 
homs F. — 26. hom fehlt F. — en] en tota F. — lui ualgues F. — la] la 
soa F. — ez entendia en larchesa F. — 27. querra J. — 28. cabrieras JK. — 
hom el] e F. — 30. Quant etc.] fehlt F. 

Zu 35- 

Ben avetz entendutz los mals qu'en Bertrans de Bom 
remembret quel reis d'Aragon avia faitz de lui e d'autnii. Et 
a cap d'una gran sazon qu'el n'ac apres d'autres mals qu'el 
avia faitz, si los volc retraire en un autre sirventes. £ fon dig 
5 a'n Bertran c'un cavallier avia en Aragon, que avia nom 
n'Espanhols, et avia un bon castel molt fort, que avia nom 
Castellotz et era propfíetatz d'en Espanhol et era en la forte- 
ressa de Sarazis, don el fazia grant guerra als Sarrazis. £1 
reis si entendia molt en aquel castel e venc un jom en aquella 
10 encontrada, e n'Espanhols sil venc encontra per servir lo e per 
envidar lo al seu castel e menet lo charament, lui ab tota soa 

I. los] lo JK. — qu'en] que F. — 2. remcmbret] recordet F. — 
fidch F. — 4. faich F. — si] li J. — los] lol JK. — uolF. — fonJK. — 
5. arragonj. — qui u. so immer F. — 7. castellotF JK. — proprietat J K. — 
forteresaK. — 9. chastel JK. — jom] dia F. — 10. e — encontra fehlt JK. — 
II. chastel K. — menete F. — charament] dinz lo castel F. — ab] e F. — 



I20 

gen. £1 reîs, quant fon dedinz lo castel, lo fetz penre et 
menar deforas e tolc li lo castel. — E fon vertatz que, quant 
lo reis venc al servizi del rei Enric, lo coms de Tolosa sil 

15 descomfìs en Gaseonha e tolc 11 ben cinquanta cavallìers; el 
reis Enrics li det tot Taver quelh cavallier devian pagar per la 
reenson, et el nol paguet, Taver, als cavalliers, anz Ten portet 
en Aragon. Elh cavallier isseron de preison e pageron l'aver. — 
E fon vertatz c'us joglars, que avia nom Artusetz, h' prestet dos 

20 cens marabotis, e menet lo ben un an ab si e nolh en det 
denier. E cant venc un dia Artusetz joglars, si se mesclet ab 
un Juzieu, elh Juzieu li vengron sobre e nafreron Artuset 
malamen, lui et un son companhon. Et Artusetz et us sos 
companhs aucisseron un Juzieu, don li Juzieu aneron a reclam 

25 al rei e pregueron lo qu'el en fezes vendeta e que lor des 
Artuset el companhon per aucire, e qu'ilh li darian dos cens 
marabotis. El reìs los lor donet amdos e pres los dos cens 
marabotis. Elh Juzeu los feiron ardre lo jom de la nativitat 
de Crist, si com dis Gullhems de Bergadan en un seu sirven- 

30 tes, dizen en el mal del rei: 

„E fetz una mespreison 
don om nol deu razonar, 
quel jom de la naision 
fetz dos crestias brusar: 
35 Artus ab autre son par, 
e non degra aici jutgar 
a mort ni a passion 
dos per un Juzieu fellon. — 

Don us autre, que avia nom Peire joglars, li prestet deniers e 
40 cavaus, ct aquel Peire joglars si avia grans mals ditz de la 
velha reina d'Englaterra , laquals tenia Fontebrau, que es una 
abadia, on se rendon totas las velhas ricas. Et ella lo fetz 
ausire per paraula del rei d'Aragon. 



12. dedinz lo castel] dintre F. — prendre F. — 13. li fehlt JK. — 
14. henric F. — 15. cincquanta K. — cauallers K. — 16. henrics F. — 
quelh] qill F. — cauallerK. — 17. reenson] prexonF. — nol] no F. — paget 
FK. — 18. arragon J. — eissiren F. — 19. artuset J K. — dozenz F. 
CC JK. — 20. menete F. — ab si] cossi F. — 21. un] una F. — 
artuset J K. — ab] con F. — 22. juzeu K. judeo F. — juzeu K. judei 
F. — sill fom sobra sil naffreron malamen F. — 23. artuset JK. — ct us 
sos] el F. — 24. si auciseron F. ccusseron J. — Juzieu] dels judeus F. — 
Juzieu] judei F. — a reclam fehlt JK. — 25. pregeron FK. — e] fehlt F. — 
26. Artus JK. — que ill F. — CC FJK. — 27. donec F. — prcs] tolc F. — 
C C F J K. - 28. judei F. — los] lo F. les J K. — feron F. — ardre] 
brusar F. — jorn] dia F. — 29. Bregadan K. bcrguedam J. — 30. en el 
fehlt F. — 31. E] en F. — 33. quel] que F. — 34. dos] dons JK. — 36. aissi 
F. — iuizar F. -^ 38. judeu felon F. — 39. ioglar J K. — 40. cauals 
F. — dich F. — 41. rcgina F. — dangleterra F. — fontebraus F. — ques 
F. — un abdia F. — 42. rendian F. — 43. aucire F. — 



121 

E totz aquestz laitz faitz remembret en Bertrans de Born 
45 al rei d'Aragon en aquest sirventes que dis: „Quant vei per 
vergiers desplejar los cendaus grocs, indis." 

44. laichz F. laich J. — faìch J K. — remembret] recordet al rei daragon 
bertrans F. — 45. darragon J. — quan etc. fehlt F. — 46. cendans K. 

Zu 37. 

Bertrans de Bom si s'apellava „Rassa" ab lo comte Jaufre 

de Bretanha, qu'era fraire del rei jove e d'en Richart, qu'era 

coms de Peitieus. E'n Richartz e'n Jaufres si s'entendion en 

la domna d'en Bertran de Bom, na Maenz de Montanhac, el 

5 reis n'Anfos d'Aragon e'n Raimons, lo coms de Tolosa. Et 

ella los refudava totz per en Bertran de Bom, que avia pres 

per entendedor e per castiador. E per so que ilh remasessen 

dels precs d'ella, el volc monstrar al comte Jaufre, quals era la 

domna en cui el s'entendia e si la lauzet en tal maneira que 

10 par qu'el Tagues vista nuda e tenguda. E volc ben c*om 

saubes que na Maenz era la soa domna, aquella que refudava 

Peiteus, so era en Richartz, qu'era coms de Peitieus, e'n Jaufre, 

qu'era coms de Bretanha, el rei d'Aragon, qu'era senher de 

Sarragoza, el comte Raimon, qu'era senher de Tolosa, e per so 

15 dis en Bertrans: 

Rassa, als rics es orgolhosa 
e fai gran sen a lei de tosa, 
que no vol Peitieu ni Tolosa 
ni Bretanha ni Saragosa 
20 anz es tant de pretz envejosa 
qu'als pros paubres es amorosa. 
E d'aquesta razon queus ai dicha el fetz son sirventes dc 
blasmar los rics que re non donon e que mal acolhon e sonan 
e que senes tort ochaisonen e, qui lor quier merce, que non 
25 perdonen ni servizi non guizerdonen; et aquels que mais non 
parlon si non de volada d'austor ni mais d'amor ni d'armas non 
auson parlar entre lor. E volia quel coms Richartz guerrejes lo 
vescomte de Lemoges e quel vescoms si deíFendes proosamen. — 

I . sappellaua F. — Raissa J K. — con lo conte F. — 2. qu'era fehlt 
F. — 3. piteus F. — e rìchartz e F. — 4. ena raeuz JK. — 5. namfos K. — 
darragon J K. — ramons F. — 7. se remansessen F. remesesen J K. — 
9. cui] qe F. — sentendea F. — la lauzetz F. lauzet J K. — maineira J K. 
mainera F. — il. qel era na maenz F. — maeuz J K. — 12. piteu F. — 
en fehlt F. — piteu F. — en iaufres J K. e iaufre F. — 13. darragon J. — 
14. saragosa F. — 16. es] etz J K. — orgoillasa J. orgoillofa K. — 17. fai] 
faitz JK. — sen] sent K. — 18. piteu F. — 19. seragosa JK. — 21. qu'alsj 
qal F. als J K. — pro paubre es F. — paures J K. — es amorosa fehlt 
JK. — 22. queus] qeu F. — dicha] ditz F. — de] e de F. — 23. re 
non donon] tenon don JK. — acolhon e sonan] uolen e souen JK. — 
24. ocaisonon F. — quier fehlt F. — 25. guierdonen J K. — ez aquellor 
qi F. — 26. uoUada F. — 27. coms fehlt F. — 28. lemozes F. lemogas JK. — 
deffendes J K. — 



122 

E d'aquestas razos si fetz lo sirventes que ditz: „Rassa, tan 
30 creis e mont' e poja cella qu'es de totz enjanz voja." 

29. si] el F. — Rassa etc.] fehlt F. — 30. Cella etc.] fehlt K. 

Zu 38. 

Bertrans de Born si fo acomjadatz de soa domna, ma 
domna Maenz de Montanhac, e nolh tenc pro sagramenz ni 
esditz qu'el fezes en comtan ni en chantan qu'ela volgues 
creire qu'el non ames na Guiscarda. E sî s'en anet en Sain- 
5 tonge vezer ma domna na Tibors de Montausier, qu'era de las 
plus prezadas domnas que fossen el mon, de beutat e de valor 
e d'ensenhamen. Et aquesta domna era molher del senhor de 
Chales e de Berbesil e de Montausier. E'n Bertrans silh fetz 
reclam de ma domna Maenz que Tavia partit de si.e nol volia 

10 creire per sagramen ni per esdich que \i fezes qu'el no volgues 
ben a na Guiscarda. E si la preguet qu'elal degues recebre 
per cavallier e per servidor. Ma domna na Tibors, com savìa 
domna qu'ella era, sil respondet enaissi : „Bertrans, per la rason 
que vos etz vengutz sai a mî, eu en sui mout alegra e gaja e 

1 5 tenc m'o a grant honor e d'autra part si me desplatz : ad honor 
m'o tenc, car vos m'ez vengutz vezer ni prejar qu'eu vos prenda 
per cavallier e per servidor, e desplatz me mout, si vos avetz 
faich ni dich so, per que ma domna Maenz vos avia dat comjat 
ni per que sia irada ab vos. Mas eu son aquella que sai ben 

20 com se cambja tost cors d'amadors e d'amairitz. E si vos non 
avetz falhit vas ma domna Maenz, tost en sabrai la vertat; e si 
vos retornarai en la soa gracia, s'enaissi es. E si en vos es lo 
falhimens, eu ni autra domna nous deu mais aculhir ni recebre 
per cavallier ni per servidor. Mas eu farai ben aitan qu'eu vos 

25 penrai a mantener a far lo concordi entre vos et ella." Bertrans 
si s'en tenc mout per pagatz de la responsion de ma domna 
na Tibors e promes li qu'el non amara mais autra domna ni 
servîra si non ma domna na Tibors, si causa er qu'el non 
pogues recobrar l'amor de ma domna Maenz. E ma domna 

2. maeuz JK. maenza F. — tenc] ten J. — 3. quella F. — 4. san- 
tongne F. — 5. montasquer JK. — 7. aquesta] aqella K. — moUer K. — 
8. charles F. — berbesill F. — montauser F. — E'n] e F. — 9. maeuz K. 
maeutz L — 10. esditz F. — que] qel F. — ii. prcget F. — qella lo F. — 
12. comj si con F. — 13. enaisi F. — Bertran JK. — 14. mi] mai F. — 
sui] son JK. — molt F. — 15. sim desplai F. — 16. teing F. — m'ez] 
mest F. — vezer ni] uener e F. — 17. molt F. — 18. ditz F. — maenz 
JK. — 19. ab] con F. — son] sui F. — 20. cor en amadors e en amariz 
F. — si] fehlt F. — 21. faiUitz F. — maeuz JK. — sabria F. — 22. re- 
tomara F. retomerai JK. — seua gratia F. — s'enaissi es fehlt F. — 
23. no uos F. nos JK. — 24. caualer F. — 25. penra K. — mantener] 
manticier et F. — 26. s*en fehlt F. — molt F. — ma] la JK. — 27. ni 
servira fehlt F. — 28. cosa F. — er] era F. — 29. l'amor fehlt F. — maens 
F. maeuz J. maeutz K. — 



123 

30 na Tibors promes a'n Bertran, s'ella nol podia acordar ab ma 
domna Maenz, qu'elal recebría per cavailier e per servidor. £ 
non anet longa sazos, que ma domna Maenz saup qu'en 
Bertrans non avia colpa, et escoutet los precs quelh eron faich 
per en Bertran e sil toniet en gracia de vezer lo e d'auzir sos 

35 precs. £t el li comtet el dis lo mantenemen quelh avia faich 
ma domna na Tibors e la promession qu'ella avia faich ad el. 
Don ma domna Maenz li dis qu'el prezes comjat de ma domna 
na Tibors e queis fezes absolver las promessions elz sagramens 
que ilh avian faitz entre lor. Don Bertrans de Bom fetz aquest 

40 sirventes: „S'abrils e folhas e ílors/* 

£ si recordet lo socors qu'anet a demandar a ma dompna 
na Tibors e Tacolhimen qu'ella li fez dinz son repaire en una 
cobla qu'el dis: „Dompna, s'ieu quezi socors." 

£z cn las autras coblas blasmet los rícs baros que ses 

45 donar, per paor volian prez aver e qu'om non auses retraire 
los mals que ilh fazian; ez autre, que baston, volian se far 
parer rícs, autre per tener cans et austors; ez autre per 
guerrejar laisson joi e joven et amor, li autre per los granz . . . 
que fazian als tomiamenz, on raubaven los paubres cavalliers e 

50 laissavan los granz faitz d'onor. £ d'aquestas razos fez aquest 
sirventes. 

30. qe sella F. — ab ma domna Maenz] con soa dompna F. — 31. maeuz 
JK. — qella lo F. — 32. sazo JK. — maeuz JK. — sap J. — qe F. — 
33. bertran J K. — quelh] qill F. — 34. en] em F. — bertran de bom e F. — 
e fehlt F. — 35. ez el dis e contet lo F. — mantinemen F. — 36. ma] de 
ma F. — e la] ella F. — promission F. — el] ell F. els JK, — 37. ma 
domna] Ma. F. — maeuz J K. — qu'el prezes] del pretzet J K. — 38. queis] 
qes F. — absoluere F. — promissios F. — 39. que ilh] assatz don es queïl 
JK. — faich J. — 41. E si etc. alles Folgende íindet sich nur in F. — 
domandar F. — 42. lacoillime F. — 46. ez autres F. — basten F. — 
47. autres F. — ez autres F. — 48. los autres F. — granz] das zu diesem 
Adj. gehôríge Subst., etwa conquestz oder gazanhs fehlt im Ms. — 49. caua- 
lers F. 

Zu 44. 

Bertrans de Bom, si com eu vos ai dich en las autras 
razos, si avia un fraire, que avia nom Constantins de Bom, e 
si era bons cavalliers d'armas, mas non era hom que s'entre- 
meses molt de valor ni d'onor, mas totas sazos volia mal a'n 
5 Bertran e ben a totz cels qui volian mal a'n Bertran. £ sil 
tolc una vetz lo castel d'Autafort, qu'era d'amdos comunalmen. 
E'n Bertrans sil recobret e sil casset de tot lo poder. £t 
aquel si s'en anet al vescomte de Lemoges, quel degues man- 
tener contra son fraire, et el lo mantenc. £1 reis Richartz lo 

I. vos] fehlt F. — 2. constantîn FK. çonstanti J. — 3. cauallier JK. — 
sentremezes F. sentrameses JK. — 4. donor ni de ualor F. — 5. e ben — 
Bertran] fehlt JK. — 6. tolc una] luna F. — comunalmen] en communailla 
F. — 7. recrouet F. — 8. uescont F. — lemogas J K. — 9. richart J K, — 



124 

lo mantenc contra'n Bertran. E'n Rîchartz si gerreja\'a ab n'Aimar, 
lo vescomte de Lemoges. YJn Richartz e n'Aimars si guerre- 
javon ab en Bertran elh fondian la soa terra e lalh ardian. 
Bertrans si avia faich jurar lo vescomte de Lemozin el comte 
de Pciregors, que avia nom Talairans, alcal Richartz avia touta 

15 la ciutat de Peiregors, e nolh en fazia negun dan, car el era 
ílacs e nualhos. E'n Richartz si avia tolt Gordon a*n Guilhem 
de Gordon, et avia promes de jurar ab lo vescomte et ab 
Bertran de Bom et ab los autres baros de Peiregors e de 
Lemozin e de Caercin, losquals en Richartz deseretava; don 

20 Bertrans lo repres fort — E fctz de totas aquestas razos aquest 
sirventes que dís: „Un sirventes que mot non falh ai faich 
c'anc nom costct un alh." 

10. mantenia JK. — contra F. — e ríchart F. — ab] con F. — ii. lemo- 
gas JK. — E'n] e F. — ríchart F J K. — naimar J K. — 12. con bertran e si 
confondran la seua F. — lalh] la li F. — 14. talairan F J K. — ríchart F. — 
touta] tota JK. — 15. nolh en] non len F. — cl fehlt F. — 16. flacs e 
uils e n. F. — E*n] e F. — si fehlt F. — toU] tot JK. — cordon F. — 
17. cordon F. — con le F. — ab] con F. — 18. ab] con F. — 19. lemozi 
J. — cacrsin F. — en] fehlt F. — dcsertaua F. — 20. lo] los F, — de 
totas] fehlt F. — 21. que dis etc.] fehlt F. 

Zu L 

« 

Quant lo reis Richartz fo mortz, el remas us sos fraire, 
que avia nom Joans ses Terra per so qu'el non avia part de 
la terra. E fon faitz reis d'Englaterra et ac lo regisme el ducat 
de Quitania el comtat de Peitieus. E tan tost com fon faitz 
5 reis e senher del comtat e del ducat de Peiteus, el s'en anet 
al comte d'Engolelma, que avia una mout bclla filha piucella, 
que avia ben quinze anz, laqual avia faita jurar en Richartz a 
n'Ugo lo Brun, qu'era coms de la Marcha et era botz d'en 
Jaufre de la Senha et era sos vasals; el coms d'Engolelma 

10 l'avia jurada la filha a molher e receubut per filh, qu'el non 
avia plus ni filh ni filha. E dis al comte d'Engolelma qu'el 
volia sa filha per molher e fetz se la dar et esposet la ades et 
montet a caval ct anet s'en ab sa molher en Normandia. E 
quant lo coms de la Marcha saup quel reis l'avia touta sa 

15 molher, fon mout dolens et anet s'en reclamar a totz sos 
parens et a totz sos amics, e tuit en foron mout irat e preiron 



I. richarz F. — 2. Joan JK. iohans F. — 3. dangelterra F. — regissme 
K. — 4. piteu F. — E tan] es F. — 5. ducat e del comtat F. — piteu F. — 

6. dongollelma F. — que] puçella qui F. — molt F. — pucella J. — 

7. XV. F J K. — fata J K. — riçarz F. — a] an J. — 8. marqua J. — 
botz d'en] neps de F. — 9. seingna J K. signa F. — et era] c F. — uassals 
F. — 10. lal auia F. — a] a dar per F. — ii. plus ni filh ni filha] mais 
fiU ni fiUa F. plus ni filla K. — qu*el] qe F. — 12. sa fila K. la soa fiUa F. — 
effez sella dare ez adcs la esposet F. — 13. ab sa] con la F. — E fehlt F. — 
14. cons F. — marqua J. — sa] soa F. — 15. moU fo F. — s*en] se F. — 
reclamare F. — 16. sos] ses JK. — forn moìt F. — prendron F. — 



125 

conselh que ilh s'en anesson en Bretanha e tolgiiessen lo filh 
del comte Jaufre, que avia nom Artus, e qu'en fezessen lor 
senhor; que per razon o podíon far, qu'el era filhs de comte 

20 Jaufre, qu'era enanz natz quel reis Joans. Et enaissi o feiren 
e feiron d'Artus lor senhor e jurerent li fezeutat e meneron lo 
en Peitieus e tolgron al rei Peitieus traitz alcanz castels e borcs 
fortz que avia en Peitieus. Et el s'estava ab sa molher en 
Normandia, que noit ni jom mais da leis nois partia ni manjan 

25 ni beven ni durmen ni velhan, e menava la en cassa et en 
forest et en ribeira ab austors et ab falcons. Et aquist baron 
li tolion tota la terra. 

Ben s'avenc c'un jom lor venc granz desaventura; que ilh 
avion sa maire assisa en un castel que a nom Mirabels, et el 

30 per confort d'autmi si la socors a no-saubuda e venc si cela- 
damen c'anc non saubron novellas tro qu'el fon jos el borc ab 
els. E trobet los durmen e pres los totz: Artus e sos baros e 
totz aquels que tenion ab el. E per jelosia de la molher, car 
non podia viure ses leis, el abandonet Peitieus e tomet s'en en 

35 Normandia e laisset los preisoniers per sagramenz e per ostages 
e passet s'en en Englattîrra e menet ab si Artus e'n Savaric de 
Mauleon el vescomte de Castel Airaut. E fetz negar son nebot 
Artus, e*n Savaric de Mauleon fetz metre en la tor Corp, lai on 
hom mais no manjava ni bevia, el vescomte de Castel Airaut 

40 atressi. E tan tost com lo reis de Franza saup que lo reis 
Joans ab sa molher era passatz en Englaterra, el entret ab gran 
ost en Normandia e tolc li tota la terra. Elh baron de Peitieus 
se revelcron, e tolc (}uilhelms tot Peitieus trait La Rochella. 
E'n Savarics de Mauleon, com hom valenz e savis e larcs, si 

45 s'engenhet, si qu'el escampet foras de la preison e pres lo castel 
on el estava pres. El reis Joans fetz patz ab el, qu'el lo laisset 
anar e det li en garda tota la terra qu'el non avia perduda de 



17. aneson JK. — tolguessen] tolge F. — 18. fezescn K. fezesson F. — 
19. podian F. — 20. iohans J. — enaisi F. — feiren e feiron] feren F. — 
21. iureron F. — li fezeutat e meneron fehlt F. — 22. peitieu J K. piteu F. — 
piteu F. — 23. piteu F. — con la moiUer e F. — 24. ni] e F. — mais no se 
partia della F. — 25. buuen F. — 26. ribeire J K. rebeira F. — ab] con F. — 
et ab] e con F. — Et] ez F. — 28. s'avenc] saucê F. — jorn] dia F. — 
lor] li JK. — una granz F. — que ilh] queil JK. qiU F. — 29. auian F. — 
sa] una soa F. — assissa J K. — mirabel F J K. — 30. socoret F. — non- 
saubuda F. — celladament F. — 31. saupron F. — borcs con F. — 
32. dormen F. — sos] los F. — 33. que] qui se F. — ab] con F. — gelosia 
della F. — 34. piteu F. — en] e K. — 35. preisoners K. prexoniers F. — 
36. engleterra J K. engelterra F. — e'n] et en F. — sauarics J. — 37. maleon 
JK. — uesconte FJK. — 38. maleon JK. — 39. de] del JK. — 
40. autressi F. — tan] si F. — que lo] quello JK. qel F. — 41. iohans F. — 
ab sa] con la F. — engleterra F J. — ab] con F. — grand F. — 42. peitieu 
J K, piteu F. — 43. se] si se F. — reuelaron F. — tolc Guilhelms] tolgron 
li JK. — peitieu JK. piteu F. — rocella F. — 44. sauaric F. — maleon 
JK. — 45. sengeigna JK. — de la preison fora F. — 46. on staua F. — 
iohans si F. — ab] con F. — qu'el lo] e F. — 47. qu'el] laqual F. — 



120 

Peitíeus e de Gasconha. £'n Savarìcs s'en venc e comeaset la 
guerra ab totz los enemics del rei Joan e tolc lor tot Peitieus 

50 c tota Gasconha. £1 reis se sojomava en £nglaterra en cambra 
ab sa molher ni non donava socors ni ajutorí a'n Savaric de 
Mauleon d'aver ni de gen. Don Bertrans de Bom lo joves, lo 
filhs d'en Bertran de Bom d'aquels autres sìrvehtes, per lo 
besonh qu'era a'n Savaríc e per lo reclam que tota la genz de 

55 Quitania e del comtat de Peitieus en fazian, si fetz aquest sir- 
ventes: ,,Cant vei lo temps renovelar." 

48. peîtieus JK. piteu F. — 49, guera K. — abl con F. — enimics F. — 
iohan J. — lor] allor F. — peitìeu J K. piteu F. — 50. soiorna J K. — 
cn] fehlt F. — engleterra F. — chambra con la moillere F. — 52. maleon 
JK. — de gen] gen F. — 53. d'aquels] qui fez aqels F. — 55. piteu F. — 
56. Cant etc.] fehlt F. 



L i e d e r. 



Dieses Gedicht befindet sich in FJK, von denen J und K 
fùr die Krítik identisch sind. Die befolgte Orthographie ist die 
von JK. 

1. Ai! Lemozis, francha terra cortesa, 
mout me sap bon car tals honors vos creis, 
que jois e pretz e deportz e gajesa, 
cortesia e solatz e domneís 

s'en ven a nos, el cors estej' enceù; 5 

b^s deu gardar qui a drutz se depeis 
per cals obras deu domna esser quesa. 

2. Dons e servirs e gamirs e larguesa 
noirís amors, com fai Taiga los peis, 
ensenhamenz e vaiors e proesa 10 
armas e cortz e guerras e tomeis; 

e, qui pros es ni de proessalís feis, 

mal estara, s'aoras non pareìs, 

pois na Guiscarda nos es en sai tramesa. 



I. A lemozin F. — 3. gaiessa JK. — 5. cor FJK. — estei anceis 
F. csteian auceis JK. — 7. esser dompna F. — quesa] conquissa JK. — 

8. Dos e seniir F. — largesa F. — 9. lo peis JK. — los pes F. — 
10. proessa J. peresa F. — ii. corz K. cort F. — 12. proesas F. — 
14. puois K. pos F. — es sai tramesa F. a en zai trames JK. 



2. 

Dieses Gedicht lieg^ in 9 verschiedenen Versionen vor, welche 
durch die Handschríften ACDD^EFJKN vertreten werden. Nach 
Bartsch, Grundriss pag. 116 wáre dasselbe in N anonym, doch ver- 
sichert Suchier in der Rivista di Filologia Romanza II, 167, Anm. i, 
dass alle in N enthaltenen Lieder Bertrans de Bom den Namen 
des Dichters tragen. Die 9 Handschriften zerfallen in 2 Gmppen: 
CE und ADD°FJKN. Innerhalb der zweiten Gmppe sind die 



128 

Abweichungen nicht sehr gross, doch scheint folgende Figur das 
Verháltniss der einzehien Redactionen zu einander darzustellen : 







• 


1 

X 






1 




1 






V 




A 






1 


1 














u 


F 






1 


1 








1 






t 


Dc 








1 
















s 




N 






1 











1 

y 

I 



I I 

C E 



I I 

D JK 

DD°FJKN zeigen nâmlich an einigen Stellen die gleichen Fehler, 
wo A die richtige Lesart hat, z. B. v. 7 „meiller" statt „melhor" 
und V. 48 „cochas" statt „cocha". Auch in v. 20 tritt A den 
ûbrigen Handschriften entgegen mit „guerra" gegen „guerr'e", doch 
ist hier nicht zu entscheiden, welches das Richtige ist, da diese 
Strophe in CE fehlt; ebenso hat v. 34 A den Accusativ „cui" 
deutlich ausgedrûckt, wáhrend die ûbrigen Handschriften dieser 
Gruppe in „qui" den Nominativ zu sehen scheinen. — Zweitens 
scheiden sich DD°JKN von AF durch folgende gemeinschaftliche 
Abweichungen : v. 15 „e" statt „0" und v. 38 „nos" statt „nous", 
wo allerdings D ebenfalls die richtige Lesart zeigt. — Deutlicher 
ergiebt sich die Sonderstellung von DJKN durch zwei gemeinsame 
Fehler, námlich v. 10 „sojoms" statt „sols joms", v. 12 „sors" statt 
„sortz". — Endlich lesen D J K falschlich v. 7 „sabors" statt „sabor", 
V. 14 „del" statt „de". Die Stellung von D® innerhalb u ist nicht 
genau zu bestimmen. — 

Die Reihenfolge der Strophen ist in allen Handschriften von 
X die gleiche, CE stellen 4 und 5 um, in N fehlen die 6 letzten 
Zeilen des Gedichtes, D° zeigt von Strophe i nur den ersten Vers 
und Strophe 2, 4, 5. — Die Orthographie ist die von A. — 

I. Al doutz, nou termini blanc 
del pascor vei la elesta, 
don lo nous temps s'escontenta, 
quand la sazos es plus genta 
e plus avinens e val mais, 5 

I — 14 in E nur bruchstiickweise , in Do von Strophe i nur der erstc 
Vers. — 1. doutz, nou] nou doutz AD. — 2. vei] ues C. — elesta] sesta CE. — 
3. don lo nous] del nouelh CE. — 5. e] fehlt C. — avinens] couinens C. — 



129 



et hom deuría esser plus gais, 
e melhor sabor me a jais. 

2. Per qucm pesa car m'estanc, 
qu'ieu ades non pas la festa, 

c'us sols joms mi sembla trenta lO 

per una promessa genta, 

don mi sortz trebalhs et esglais, 

e non vuolh, sia mieus Doais 

ses la sospeisson de Cambrais. 

3. Pustella en son huolh e cranc 15 
qui ja mais Ten amonesta! 

que ja malvastatz dolenta 

non valra mession genta, 

ni sojorns ni estar ad ais 

tant cum gerra, trebalHs e fais, 20 

so sapchal senher de Roais. 

4. Ni anc no'n vi bratz ni flanc 
tronchat ni gamba ni testa 
ferit de plaja dolenta 

ni ab grand ost ni ab genta 25 

nol vi a Roam ni a Sais, 
e membres li c'om li retrais 
qu'anc en escut lansa non fraìs. 

5. Gerra ses fuoc e ses sanc 

de rei ni de gran poesta 30 

cui coms laidis ni desmenta 
non es ges paraula genta; 
qu'el pois si sojom ni s'engraisl 
e joves cui guerra non pais 
n'esdeven leu flacs e savais. 35 

6. Reis de Franssa, eus tenc per franc ; 
car om a Tors nous fai questa 



6. et hom deuria] qoascus degr C. — 7. melhor] mager CE. — mi a jais] 
matrays C. — 

9. qu'ieu] quar C. — pas] uey CE, — 12. sortz] sors CDEJKN. — 
trebalhs] trebols N. temors CE. — 

15 — 21 fchlen in ÇEDc. — 15. Pustella] postell DFJK. — e] o 
D JKN. — 16. ren] lan A. lui N. — 17. maluestatz D JK. malucsUt F. — 
18. non] nol JK. noil A. — 20. guerra] guerr e DFJKN. — trebalhs] 
trebaiU FJKN. — 

22. Nil et CE. — no'n] no DE. nol C. noiU F. — vi] uim A. — 
23. tronchatj trenchat CDc. traucat EF. — 26. vi] uim AF. — Roam] 
roan D. rohom E. rrohon N. rom JK. — a Sais] azais Dc. assais CDN. — 
27 und 28 bUden in CE v. 34 und 35. — 

30. ni] o CE. — 31. cui] qus CEN. — coms] hom AN. — 33. qu'el] 
que CE. — 34 und 35 bilden m CE v. 41 und 42. — 35. n'esdeven] esdeven 
E. endeucn C. — 

36 — 45 fehlen Dc. — 36. de Fransa] de fran N. de francha JK. írances 
C. dels frances D. — 37. nous] non AJKN. — pus a tort nos fai hom 
questa CE. — 



I30 



ni de Giortz nous presenta 

patz ni fìn que sia genta: 

ec vos la gerra e la pais! 40 

e ja, entro qu'om si eslais, 

non er sos pretz fìns nì verais. 

7. Ges de n'Oc e Non nom planc, 
qu'eu sai ben qu'en lui non resta 

la gerra ni non s'alenta, 45 

c'anc patz ni fìs nolh fon genta, 
ni hom plus volontiers non trais 
ni non fetz cochas ni assais 
ab pauc de gens ni ab gran fais. 

8. Lo reis Felips ama la pais 50 
plus quel bons hom de Talantais. 

9. £n Oc e Non vol gerra mais 
plus que non fetz uns dels Algais. 



38. Giortz] gniorz D. guiotz JK. guizort F. guiza CE. — nous] non C. 
nos JK. mos N. — 39. fin] fis C£. — que] queus CE. — 40. cc] et D. 
e FJ. a N. — ec vos la guerra] quab lui es la guerr CE. — 41 ubd 42 
bilden in CE v. 27 und 28. — 41* ja entro] domentre ADFJKN. — 
qu'om si] quels E. ques C. — lo reys on pretz non es (er E) uerays C E. — 

43. de n'Oc] doc CE. — nom] no mi CE. — 48 — 53 feblen N. — 
48. cochas] cocha DEFJK. — 49. gens] gent CEF. — 

V. 51 — 53 in E verstûmmelt — 51. Talantais] tarantais F. calentais D. 
carentrais C. — 53. plus que non fetz us] qe no uol negus F. qe no fai 
negus C. 



Dies Gedicht wird uns durch fiinf Handschriften ùberliefert, 
nâmlich CJKMd. Von diesen sind JKd, wie immer, fast identisch. 
Diesem Typus steht von den beiden andern Handschriften M nâher, 
wâhrend C mehr von ihm abweicht. In Bezug auf die Reihenfolge 
der Strophen herrscht nicht vôllige Uebereinstimmung zwischen den 
Handschriften. Die von mir beobachtete Anordnung ist die von C ; 
JKMd stellen 4 und 5 um. Die Orthographie nach C. 

I. Ânc nos poc far major anta, 
quan m'assols 
ni mi pres en dols, 
e, pus elh so a enquest, 
e platz mi dons que m'esclava 5 
ni quem lais, 
no m'es dans 
sils autrui enfans 

I. nos] nous C. — mager C. — 2. masols M. macols JK d. — 3. nim C. 
e mi J K d. — 4. so] o J K d. — 5. mi] a mi C. — menclaua C. — mi 
dons nil plai qe mescïaua M. mi non es greu sil mesclaua JKd. — 6. nim 
nirais JKd. — 7. no m*es] ni mes JKd, no mer C. — 8. autruis CM, — 



131 



colgua els meus bressols, 

qu'ieu sui grans. lO 

2. Fatz cors, pus elha t'enchanta, 
tu f o cois 

e fas î que fols, 

que de tot joi se desvest 

e de pretz si cura es lava; 15 

per ja mais 

lo bobans 

remanha el mazans, 

qu'ieu o vuelh, sil vols 

dos aitans. 20 

3. Lo senher de cui es Manta 
e Murols 

s'es prìms de tersois 

tomatZy ab que sai non rest: 

sieus sería, s'il anava, 25 

lai Roaìs, 

Trevagans, 

Alaps e Arans; 

pus fera fìlhols 

dels Persans. 30 

4. Enaps e copas mazanta 
et orzols 

d'argent e pairols 

e sec ribeira e forest 

e sai tollia e donava: 35 

nos biais 

dels afans: 

pressas e mazans, 

guerra e trìbols 

l'es enans. 40 



9. els meus] e mon C. — colc el roiea berssol M. colgua el meu bressor 
J K d. — 10. qUeus ni granz J K d. — 

II. fat cor C. — pus elha] e pos 111 M. — tenzanta JKd. — 12. tu] 
e tu C. — 13. i] fehlt C. — que faitz qui que fols JKd. — 14. que] quar 
JKd. — 1$. si cur es 1, C. si cura e 1. M. — 16. per ja mais] per leiamâs 
JKd. — trop mirais C. — 17. lo] le M. fehlt JKd. — bobantz M. bubanz 
JKd. — 18. remagn el manz JKd. — 19. sil uols] sil o vol JKd. sis uol 
M. si e vols C. — 

21. lo] le M. sel JK. — senhor C. — 22. e mercurols M. e mercuriols 
C. — 23. ses prims dej ses prim C. fos premìers J K d. — 24. tomat C. — 

25. s'ill sieu M. — e fora seus sis nanava J K. car le ue sieu sil anana C. — 

26. laij la C. — 27. trevas e guans C. — 28. Arans] berbanz J K d. — 
29. pus fara fillols C. pois fera fiUol J K d. e foran filhol M. — 30. pezans C. — 

31. copa CM. — mazauta JKMd, — 32. orçols M. oriols C. — 
33. pariols J. — 34. riueire JK. riuiere d. ribiera M. — 35. tolli M. toli 
J K d. — 38. preisas J K d. prieissas M. trescas C. — 39. guerra] gerras M. 
fehlt J K d. — e tribol J K d. — ab tribol M. — 40. ler ennanz M. i en 
sonanz JKd. — 



132 




5. Entre Dordonha e Charanta 
es trop mols, 

som dis n'Auriols, 

qu'encar re noi a conquest, 

et er Tanta, sis pausava, 45 

qu'aìssi lais 

benanans 

e gortz e tirans 

selhs qu'amar no sols 

e poissans. 50 

6. Ves mon Oc e Non t'avanta, 
Papiols, 

quar síeus es Brístols 

e Nortensems e Susest 

e Londres e Titagrava 55 

e Carais 

e Roans 

e Coras e Cans 

e tot a quan vols: 

sai s'eslans. 60 

7. Bels Senher truans, 
cossi nous es dols 

lo mieus dans? 



41. Dardonha C. — Charanta] ialata JKd. — 42. trops M. — molhs 
C. — 43. dieis M. — nauraiols J K. nauranols d. — 44. re] fehlt C. — re 
noi a] noi a ren M. — 45. Tanta] li anta C. llanta J. — sis pausava] sis 
neva C. — e quar lanta sasuava M. — 46. qu'aissi] ni que M. — 49. sel 
d. — sols] sol M. soiU J K d. 

53. quar sieus] de cui JKd. — 54. Nortensems] niort ensems C. nortz 
e crentz M. nolz e trims JKd. — Susest] suest M. uzest C. — 55. tinta 
graua C. tuta grava JKd. — 56. quarais C. tarais JKd. •— 57« e toranz 
J K d. — 58. e coras e ganz J K d. e carains e cantz M. el horc sanch 
amans C. — 59. e tot a] e tot o C. pos tot ha M. as tot a J K. as tot o d. — 
vols] uol J K M d. — 60. sia sellantz M. — 

61, belh C. bel JKd. — seinhers M. — truans] poissans C. — 
62. seres si nous dol M. es si nous dol J K d. — 63. loj íe J K M d. — 
mieu C. — Hinter v. 63 hat M: „Aremers emanz £s qamar de stol Als 
amantz." — JKd schieben vor v. 61 ein: „Man uers (ners Kd) enanz Es- 
canar destol Als amanz." 



4- 

Dieses Lied ist in fûnf uns erhaltenen Handschríften nieder- 
geschrieben, nâmlich in D^'FJ^d, von denen jedoch D° nur die 
beiden ersten Strophen bringt. Die ûbrigen fallen auseinander, 
indem F den drei andem gegenùbertritt, wie ein Blick auf die 
Varianten lehrt. In den beiden ersten Strophen geht D® der Regel 
nach mit F zusammen, gehôrt also nicht zur Gruppe JKd. — d end- 
lich ist eine Copie von K resp. von dessen Original, da es mehrere 
Schreibfehler aus K mit aufgenommen hat, die J nicht zeigt, z. B. 



133 

V. 41 „autreis" und „cap" statt „autres" und „cab". — Die Reihen- 
folge der Strophen íst ûberall die gleiche. — Orthographie nach F. 

1. Ara sai eu de prez quals Ta plus gran 
de totz aquels ques leveron maiti: 
messers Conratz Ta plus fì ses enjan, 
ques defen laí a Sur d'en Saladi 

e de sa masnada croja; 5 

socoral deusl quel socors vai tardan: 
sols aural prez, que sols soíïre I'afan. 

2. Senher Conratz, a Jesu vos coman, 
qu'eu fora lai a Sur, so vos afi; 

mas laissei m'en, quar s'anavan tardan 10 
li comt' elh duc elh reî e li prínci; 
pois vi mi donz bell' e bloja, 
per que s'anet mos cors afeblejan, 
qu'eu fora lai ben ha passat un an. 

3. Senher Conratz, eu sai do;^ reis qu'estan 1 5 
d'ajudar vos, ara entendatz quì: 

lo reis Filips es I'us, quar vai doptan 

lo rei Richart, e cel lui dopt' aissi; 

ar fos us quecs d'els en boja 

d'en Saladi, pos van deu galian, 20 

quar son crosat e d'anar mot non fan. 

4. Senher Conratz, tot per vostr' amor chan 
ni ges noi gart amic ni enemi, 

mas per sol fatz quels crosatz vauc reptan 

del passage qu'an si mes en obli, 25 

non cuidon qu'a deu enoja; 

qu'ilh se paisson e se van sojoman, 

eus enduratz fam, set, et ilh estan. 

5. Senher Conratz, la rodas vai viran 

en aquest mon, pur en mal a la fì, 30 

2. aquels] aquel J K d. — ques] fehlt F. — 3. messers] mesers J K d. 
messier Dc . seigner F. — Conratz] contra J K d. — fi] fins J K d. — 4. a] 
an JKd. — d'en] de JKd. — Saladi] saladin DoJKd. — 6. seccoral F. — 
7. que] qar F. — 

8. Senher] meser J K d. — Conratz] conrat F. conra J K d. — Jesu] 
ieusa F J. zesu K d. — 9. queu] qen F. — a] an J K d. — Sur] surs Do . — 
so vos afi] de saladiTKd. — 10. s'anavan tardanj se tarzauen tan J K d. — 
II. elh] elli JKd. li F. — rei e li] baron eiU Do. — 12. bloja] bona JKd. — 
13. que s'anet] qen anet Do. — mos] lo Do. — cors] cor FDc. — 

15 — 50 fehlt in Dc. — 15. Conratz] conratFJKd. — dos reis] dui rei 
JKd. — 16. entendatz] entendutz F. — 17. felips JKd. — 18. rei] reis 
F. — e cel luî] es ellui J K d. e lui F. — 19. en boja] enbonia J. emboia 
F. — 20. d*en] del F. — saladin JKd. — deu galian] de deu gaban JKd. — 
21. corsat F. — 

22. conrat F J K d. — 23. ami J K d. — 24. quels crosatz] qeill crozat 
J K d. — 27. qu'ilh] que ill J K d. — 28. eus] e vos J K d. — fam] e fam 
e F. — et iU estan] eiU stan JKd. al uan F. 

29. conrat FJKd, — 



134 

quar paucs en sai que no s'anon penan 

quom enganon vezi e no-vezi; 

mas cel quì perd, nolh par joja; 

doncs sapchan be cilh qu'eu dic qu'aìso fan 

que deus escriu so que dich e façh an. 35 

6. Senher Conratz, lo reis Richartz vàl tan, 
sitot, quan volh, de lui gran mal m'en di, 
qu'el passara ab tal esfortz ogan 

quom fair poira, so aug dir tot de fi, 
el reis Felips en mar poja 40 

ab autres reis, qu'ab tal esfortz venran 
que part l'arbre sec irem conquistan. 

7. Bels Papiols, vas Savoja 

ten ton camin e vas Branditz brocan 

e passal mar, qu'al rei Conrat ti man. 45 

8. Quan seras lai, no t'enoja, 

tu li diras que, s'ar nolh valh ab bran, 
elh valrai tóst, silh rei nom van bauzan. 

9. Mas ben es ver qu'a tal dompnam coman, 
sil passatge nolh platz, non crei quei an. 50 

31. sai] fai F. — 

36. conrat F J K d. — reis] rei J K d. — richart F J K. reichart d. — 
38. passara] passera JKd. — ab] ap JKd. — 39. faire JKd. — poira] 
pora F. poiran J K d. — 40. el] del P. — 42. lalbre J K. — 

43. Bel papiol J K d. — 46. seras] serais J K d. — t'enoja] tin noia 
JKd. — 47. que] fehlt JKd. — ab] al JKd. — 48. valrai] ual roi JKd. — 
silh rei] sils reis J K d. — 49. ver] vers J K d. — 50. sel J K d. siU F. — 
passatges F. 

5. 

Die Gruppirung der vier Handschriften ADJK, welche dieses 
Gedicht aufvveisen, ist áusserst (unfach: DJK gehôren zusammen 
und treten A gegenûber, wie die unter dem Text angegebenen 
Varianten zeigen. Leider war aber schon die beiden Gruppen 
gemeinschaftliche Vorlage verstummelt, sodass eine vôllige Her- 
stellung des Liedes aus dem vorliegenden Material unmôglich ist — 
Orthographie nach A. 

I. Ar ven \á coindeta sazos 
que aribaran nostras naus, 
e venral reis galhartz e pros, 
c'anc lo reis Richartz non fo taus; 
adoncs veirem aur et argen despendre, 5 

peirieiras far destrapar e destendre, 
murs esfondrar, tors baissar e deissendre 
cls enemics encadenar e prendre. 



7. effondar K. e fondar D J. — deisendre J K. dissendre A. — 



135 



2. Ges nom platz de nostres baros 

qu'ant faitz sagramens, non sai caus; lO 

per so n'estaran vergonhos 

cum lo lops qu'al latz es enclaus, 

quand nostre reis poira mest nos atendre; 

qu'estiers nulhs d'els non s'en poira defendre, 

anz dirant tuìch: „Mi non pot hom mesprendre 15 

de nuih mal plaich, anz mi vuolh a vos rendre/' 

3. Bella m'es preissa de blezos, 
cubertz de tenhs vermelhs e blaus, 
d'entresenhs e de gonfanos 

de diversas colors tretaus, 20 

tendas e traps e rics pavaiihons tendre, 
lanssas frassar, escutz traucar e fendre, 
elmes brunitz e colps donar e prendre 



4. Nom platz companha de basclos 25 
ni de las putanas venaus 

sacs de moutos 

m'es laitz, quand son vengut de fraus; 

e mainadier escars deuría hom pendre 

e ric home, can son donar vol vendre; 30 

en dompn' escarsa nois deuria hom entendre, 

que per aver pot plegar et estendre. 

5. Bom sap Tusatge qu'al leos, 
qu'a ren vencuda non es maus 

mas contr* orgolh es orgolhos ; 35 

el reis non a baros aitaus, 

anz, quan vezon que sos aifars es mendre, 

ponha chascus cossil puosca mesprendre; 

e nous cujetz qu'eu fassa motz a vendrc, 

mas per ric bar deu hom tot jom contendre. 40 

10. faitz] fag D JK. — 11. sol sois A. — 12. qu'al] ca D. quan JK. — 
13. mestl mcs D JK. — 14. poiraj poiran D JK. — 15. mi] ni DJK. — 
pot homj podom D. podon J K. — 

17. blezos] blessos A. — 18. de tenhs verraelhs] de tenz blancs uer- 
melhs JK. e teins e blancs A. — 19. dentressems A. — 20. tretaus] trere- 
taus J K. — de diuers colors entretaus A. — 22. frassar] frasar D J K. — 
23. ej granz D JK. — 24. fehlt in allen Hss. ; in A ist eine Liicke fiir eine 
Zeile. — 

25. nom] ges nom DJK. — basclos] basclons D. blascos A. — 

27. sacs] seis D. — Die Lûcke ist markirt in A D K. — des moutous J K. — 

28. quand] tan DJK. — deffraus J K. desfraus D. — 29. deuri DJK. — 
prendre DJK. — 30. homen A. — 31. deurí DJK. — 32. estendre] 
decendre D. defendre J K. — 

33. bom] ben D J K. — lusatges A J K, — 34. qanc a re uencuda non 
fo m. D JK. — 37. que sos] qucl seus D JK. — 39. cujetz] cuges DJK. 



136 

6. 

Dies Gedicht findet sich vollstândig nur in JKd; ausserdem 
in D® die ersten beiden Zeilen und die dritte Strophe. — Ortho- 
graphie nach JK. 

1. A tomar m'er enquer al premier us 
per los granz ops qu'eu vei sobraparer, 
e si mos chanz sap un pauc ves reclus, 
vostr* es lo tortz, e non de mon saber; 
qu'entrels marítz non es massa solatz; 5 
chantarai eu? — Oc, poís al comte platz; 

aissi trairai ira de mon conort, 

qu'eu trametrai a'n Symon de Monfort 

2. S'il vol venir per querre sos trabus, 

nolh lau qu'el tom a Belcaire jazer, 10 

on eschampet la velha de son bus, 

si qu'anc puois jom no fetz mas deschazer; 

ar es l'enjanz de lui e dels clerjatz; 

quis retraira, oimais es enchantatz 

plus que vielhs lops e no vol penre port; 15 

si mal l'en pren, a cui darai lo tort? 

3. Qui falh en un semblan, fai que en plus 
falhis el temps que n'auria lezer; 

e tu, qu'estas, com fai ratz el pertus? 

No ves lo dan que t'en pot eschazer? 20 

Bar, salh enanz, esmou las mans els bratz, 

qu'íj/ fortz e ferms contrals desmesuratz! 

Quar per esfortz son maint home estort 

que autramen foran vencut e mort. 

4. £ puois oimais em vengut a la lus, 25 
tragas enan sel que sabra valer, 

e devedam los plans e las palus 

e nons laissam sobrar per non-caler; 

quar li Frances tornon totz desarmatz, 

podem saber quals es lor volontatz; 30 

mas dieus e dreitz lor a camjat lor sort 

mal grat de cels qui uiseran l'acort. 



I. tomat J. — ancar Dc . — premer Kd. — 2 — 16 fehlt Dc . — 2. obs J. — 
3. mas d. — saup J. — 4. vostr*es] vostre JKd. — 5. quentrelz JKd. — 
6. chanterai d. — eu] fehlt J K d. — Oc] a d. — 

II. escampet K d. — 14. retrarai J. retrairai K d. — omais Kd. — 
15. uielz J. uiellz Kd. — 

18. falhìs] faills JKd. — tems J. — que n'auria] cauia lo JKd. — - 
19. qu'estas] cnestas Dc. — fai ratz el] fan rat en JKd. — 20. que] quen 
JK. — echazer JKd. — 21. Bar] bars Do . — enan Do. — mas Dc. — 
22. qu*est] ques J K d. qetz Dc. — 23, quar] que J K d. — estort] esfort 
d. — 24. dautramen Dc. — 

25 — 52 fehlen Do. — 28. nons] nos JKd. — 32. que K. — la cort 
JKd. - 



137 



5. Patz volh onrar, noirir e traire en sus 
! e a chascun serai sos mantener, 

mas questa patz qu'en Symos nos adus 35 

raub' e ansi' e fai d'aut bas chazer. 

Ai! croi baron! beus tenon enbregatz 

clerc e Frances ab lor enfenha patz, 

que sai venon et autreis lor acort 

tomar fara de ciutat a un ort 40 

6. Aram digatz, Catalan escamus, 
on es lo pretz que soliatz aver? 
qu'aunit viuretz, tro guerra vos escus 
ves lo rei queus soli' onrat tener; 

lui mal plangetz e de ren nol venjatz, 45 

e quì Ta mort, si dórm a vostre latz. 
Qui fo ni es? Cel que ben s'o recort, 
ades pot melhz blasmar vostre comport. 

7. Aragones, nous fassatz plus iratz, 

troi diga mais, mas tant vuolh que sapchatz: 60 
tant etz falhit el rei et en sa mort, 
laig razonar fai en cort vostre tort. 



33. volh] vol JKd. — 34. chascuns J. chascus K d. — son JKd. — 
35. adutz JKd. — 36. ausi d. — chaer K d. — 37. beous JK. beaus d. — 

43. quanit d. — uiouretz J K d. — 44. veous lo bon rei queous soli 
JKd. — 

51. tan JKd. — es faillitz JKd. 



Fûr das nun folgende Lied haben \vir nur zwei Handschriften, 
C und M, zur Verfûgung, sodass hier von einer Classification 
nicht die Rede sein kann. Die beiden Handschriften entfernen 
sich jedoch sehr weit von einander, nicht nur durch die Lesarten, 
sondem auch dadurch, dass in M die dritte Strophe und das 
Geleit ganz fehlen, wáhrend es die ûbrigen in einer andeni Reihen- 
folge, námlich i, 5, 4, 2 bringt Ich folge C in Bezug auf die 
Orthographie, die Anordnung und der Rcgel nach auch in Bezug 
auf den Text, wenn nicht der Sinn, die Grammatik oder eine Lûcke 
in dem Manuscript auf M zu recurriren zwingt. 

I. Belh m'es quan vei camjar lo senhoratge 
elh vielh laissan als joves lur maizos, 
e quascus pot giquir a son linhatge 
aitans enfans que Tus puesc' esser pros: 
ladoncs m'es vis quel segles renovelh 5 



2. elh vielh] els uiels C. qel uieilh M. — laixan C. laisson M. — 
lurs C. — 3. cascus M. — giquir a] laissar en M. — 4. enfans] defans C. 
— tantz fils qe luns puesca ben M. — 5. ladoncs] adoncs M. — vis] belh 
C. — segles] segle C. — renovelh] renouella M. — 



138 



mielhs que per flor nî per chantar d'auzelh; 
e qui dona ni senhor pot camjar, 
vielh per jove, ben deu renovelar. 

2. Vielha la tenc, dona, pus capelaja, 

et es vielha, quan cavalier non a, lo 

vielha la tenc, si de dos drutz s'apaja 

et es vielha, si avols hom lolh fa; 

vielha la tenc, si ama dins son castelh 

ez es vielha, quan l'ha ops de fachelh; 

vielha la tenc, pos l'enuejon juglar 15 

et es vielha, quan trop vuelha parlar. 

3. Joves es dona que sap honrar paratge 
et es joves per bos fagz quan los fa, 
jove se te, quan a adreg coratge 

e vas bon pretz avol mestier non a; 20 

jove se te, quan guarda son cors belh 

et es joves dona, quan bes capdelh; 

jove se te, quan noi cal devinar, 

qu'ab belh jovent se guart de mal estar. 

4. Joves es hom que lo sieu ben enguatge 25 
et es joves, quan es ben sofraitos; 

jove se te, quan prol coston ostatge, 

et es joves, quan fa estraguatz dos; 

jove se te, quan art Tarqua el vaisselh 

e fai cstorn e vouta e sembelh; 30 

jove se te, quan li plai domnejar, 

et es joves, quan ben l'aman juglar. 

5. Vielhs es ricx hom, quan re no met en gatge 
e lì sobra blatz e vis e bacos; 

per vielh lo tenc, quan liura huous e fromatge 35 
a jom carnal si e sos companhos; 



6. d'auzelh] daizelh C. — 7. dona ni senhor pot] seinhor ni donna uol M. — 
8. ben] bes M. — 

9. per uieilha tenc M. — pus] ma M. — 10. quan] pos M. — II. si] 
pos M. — dos] sos M. — s'apaja] si paya M. — 12. si] qant M. — lolh] lo 
C. — 13. si ama] mas am M. — 14 und 15 fehlen in C. — 14. quan] ma 
M (cf. V. 9, 13). — fàchell M. — 15. Tenuejon] lenuieion M. — 16. quan] 
que C. — 

17. Strophe 3 fehlt in M. — es] fehlt C. — 19. jove] ioues C. — 
22. capdel C. — 

25. Joves es hom que] per iouel tenc pos M. — 26. ben] bes M. — 

27. jove] ioues C. — pel iouel tenc pos pro M. — coston] costa C. — 

28. estragatz M. estraguat C. — 29. jove] ioues C. — ioues qant art sarcha 
ni son uaissel M. — uaixelh C. — 30. ioues qan uol bastir cort e cembelh 
M. — 31. per iouel tenc qan ben uueilha iogar M. — 32. ben l'aman juglar] 
sap ben donneiar M. — 

33. ricx hom] totz homs M. — re no met] no met terra M. — 34. blatz] 
blat C. — e uiells qant ha uins ni blatz ni bacos M. «^ 35. quan etc.] pos 
liures ni formage M. — 36, e] non M. — 



139 

per vielh, quan viest capa sobrjB mantelh, 
e vielh, si a caval qu'om sieu apelh; 
per vielh lo tenCy quan nol plai domnejar, 
e vielh, si pot guandir ses baratar. 40 

6. Mon sirventesc pbrt' e vielh e novelh, 
Amautz juglars, a Richart, quel capdelh, 
e ja thezaur vielh no vuelh' amassar, 
qu'ab thezaur jove pot bon pretz guazanhar. 

37. pcr vielh] uills es M. — ticst M. — 38. viclh, si] uiells qant M. — 
39. lo tencj fehlt C, — uiells es quan uol un ior en paz estar M. — 40. vielh, 
si] uìlls quan M. — 

41. Das Geleit nur in C. — 42. amaut iuglar C. — 44. bon] fehlt C. 



8. 

Von den 5 Handschriften , welche dies Lied aufweisen, nâm- 
lich ADFJK, sondert sich zunâchst A ab, das einen eigenen 
Typus repràsentirt ; sodann gehôren wieder DJK zusammen, von 
denen JK aber der Lesart von D manchmal entgegentreten. F 
hat grosse Abweichungen zu verzeichnen, mit denen es jedoch fast 
immer allein steht. Einige Stellen kônnen indessen als Beweis dienen, 
dass es aus einem Typus der Gruppe DJK geschôpft hat, z. B. 
V. 6: semblais A, sembla FJK, semblan D; v. 20: qetz e clis A, 
que salis DJK, qe sasis F; v. 31 : queral DFJK statt quera A; 
"v, '^i lo A, lol DJK, loiU F; v. 37: pois qer vengutz de la maigna 
A, pois uengutz es dalemaigna (dalamaigna JK) DFJK; v. 51 lo A, 
sos DFJK. Dagegen ist es nicht ganz leicht, der Handschrift F 
innerhalb dieser Gruppe genau ihre Stellung anzuweisen. Aus v. 20 
kônnte man schliessen, dass sie sich JK nâhert, wo sie mit JK 
„estre" liest gegen „estar** in AD; gegen diese Annahme spricht 
aber v. 12, wo D J K „ens" lesen gegen „e" in A D, und v. 49, wo 
DJK gemeinschaftlich den Fehler „iam" haben, wáhrend hier F 
die richtige Lesart von A „ian" bewahrt hat. Ich glaube daher 
der Wahrheit am nàchsten zu kommen, wenn ich folgende Grup- 
pirung der Handschriften annehme : 



y 




1 






1 


Z 


F 


1 




1 




D TK 





I I 

A 



Die Reihenfolge der Strophen ist die von ADJK; F hat nur fol- 
folgende und in folgender Ordnung: 4, 5, 2, i, 3, 7. — Ortho- 
graphie nach A. 



140 



1. Bem platz car trega ni fìs 
non reman entrels baros, 
qu'ades plantavon boissos, 
tant amon ortz e jardis, 

aize ab pauc de companha; 5 

semblais gardon d'anssessis, 
que ja lai on uns d'els fos 
non intraretz ses mesclanha. 

2. Ancaras i aura ris, 

e ben leu amarant nos 10 

et aculhirant los pros 

e daran dels barbaris, 

si volon c'ab lor remanha; 

que ja per cridar „Paris"! 

senes autras messios 15 

non conquerran gen estranha. 

3. Ja non crezatz c'om ressis 
puoig de pretz dos escalos, 
mas al soteiran de jos 

pot ben estar quetz e clis 20 

et en aquel que remanha; 

que per mil marcs d'esterlis 

no'n poiria pojar dos, 

tant tem qu'avers li sofranha. 

4. Ben volgral reis fos devis 25 
e que passes sai mest nos 

e que saubes dels baros 

cals I'es fals ni cals I'es fìs 

e conogues la malanha 

de que clocha Lemozis, 30 

qu'era sieus e foralh bos, 

mas us sobros lolh gavanha. 

5. Ben volgra I'en ma chausis, 
coras qu'en fos lezeros, 

e qu'en passes dos e dos, 35 

anz que trop li endorzis, 

pois qu'er vengutz d'Alamanha; 

e vuolh, n'Aimars, lo meschis, 

e'n Guis fasson partizos 

tan engals c'us no s'en planha. 40 



3. qu'adcs] cardes A. — 6. semblais] sembla FJK. scmblan D. — 
gardon] gardcn D F J K. — danssessis] dancessis D F. dausessis J K.* — 
8. intraretz] intraratz F. ratraraz D. intratz JK. — 

12. ej ens DJK. — daran] deran A. — 

20. estar] estre F J K. — quetz e clisj que salis D J K. qe sasis F. — 

30. clocha] gloza D. loze F. colpatz J K.. — 31. qu*era] queral DJK. 
querral F. — 32. lolh] lo A. - 

33. ma] mas J K. — uolgra lom e si auzis F. — 37. qu'er vengutz] 
vengutz es D F J K. — d'Alamanha] de la maìgna A. — 



141 



6. Marínìers, ges pels Chanzis, 
sils albergan malmeiros, 

nom fassatz mal a rescos; 

nous en serai plus aclis 

ni pe'n Peiro Lacassanha, 45 

de que s'es mal menatz Guis 

vas mi de doas preisos 

en amor et en companha. 

7. Papiols, ja'n Frederis 

non feira aital barganha 50 

cum fetz sos fìlhs na Enris, 
quan pres romieus ab bordos; 
don pres Polha e Romanha. 



41 — 48 fehlt F. — 41. MariniersJ mariner DJK. mainìer A. — ges] 
gens DJK. — pels] per los A. — Chanzis] chauzis J. çanchis A. — 
42. mahniros D. mal ne iros A. — 43. nom fassatz] nim faiz far D. nim fai 
fiur J K. — 44. nous en] nou en A. no uos D. no uon J K. — 45. lacazaigna 
D J K. — 46. Guis] gis D J K. — 47. preisos] empreisos A. — 

49. Papiol ADJK. — ja*n] iam DJK. — frederics F. fresesis K. 
fireseris D. fresezis J. federis A. — 51. sos] lo A. 

9- 
Dies Lied wird von 10 Handschriften ûberliefert, nâmlich von 

ABCDEFJKRT. Dieselben zerfallen zunâchst in zwei Haupt- 

gruppen, ABCERT und DFJK; in letzterer sondert sich wieder 

DF von JK (z. B. v. 41 „genser* statt „gensa**), in ersterer ABR von 

CET. Dass CET zusammengehôren , geht aus den im Anhang 

gegebenen Lesarten von v. 5, 8, 9, 16, 18, 20, 29, 35, 36, 39, 46, 

52 hervor, wàhrend ABR in v. 6, 41, 44, 54 gemeinsame Fehler 

aufweisen. Das Verháltniss von CET unter einander ist nicht ganz 

kiar; ET weichen gemeinschaftlich ab v. 7 mit „don ia quar** statt 

„car" und v. 46 mit „ueiria** statt „vezia**, dagegen haben CE v. 18 

den Fehler „tolena** statt „Torena**, das T hat, und v. 53 lesen CE 

„ben conosc que** statt „conosc que ja**, dem T mit „consc qe gies** 

nâher steht; dennoch kann in den beiden letzteren Fâllen die 

grôssere Aehnlichkeit von T mit der richtigen Lesart auf einem 

Zufalle beruhen, da T ûberhaupt sehr viele Abweichungen sich er- 

laubt, wâhrend eine solche Annahme in v. 46 und namentlich in 

V. 7 wohl ausgeschlossen ist. Demnach ergiebt sich folgendes Bild 

aus den eben dargelegten Verhâltnissen : 

s 



I 



I 
t 



I I I 

y X « JK 



II II 

C R AB D 



ì 



l 



142 

Die Rpihenfolge der Strophen ist die von ABCET, in DFJK 
ordnen sie sich i. 2. 4. 3. 5., in R i. 2. 4. 5. 3. — Orthographie 
nach Â. 

1. Cazutz sui de mal en pena, 
car vau lai ol cors mi mena, 
don ja mps 

nom descargarai del fais; 

car mes m'a en tal cadena 5 

don malha nois descadena, 

car m'atrais 

ab un esgart de biais 

una gaja, lisa Lena; 

fait ai longa carantena, 10 

mas oimais 

sui al digous de la Cena. 

2. Tant es d'amorosa mena 
que morrai, si no m'estrena 

d'un doutz bais, 15 

mas en trop d'orguolh m'eslais: 

de tota beltat terrena 

ant pretz las tres de Torena 

fis, verais; 

mas ilh n'a sobre lor mais, 20 

plus que fìs aurs sobr* arena, 

qu'eu no vuolh aver Ravena 

ni Roais 

ses cuidar que nom retena. 

3. Ja mais non er cortz complia 25 
on hom non gab ni non rìa, 

cortz ses dos 

non es mas parcs de baros; 

et agram mort ses falhia 

l'enois e la vilania 30 

d'Argentos, 



3. don] on T. e DFJK. — 4. descargarei D. descarcarei F. descar- 
garel J K. — 6. don] on D F J K. — 8. dej en A B C £. — 9. una] dnna 
DFJK. — elena ABT. — 

13. es] sui DFJK. — 16. d'orgolh] dire DJK dir F. — 17. de 
tota] que de la DFJK. — 19. iìs e uerays R. fis essais AB. fis e nays C£. 
fins e gais T. don mapais DF JK. — 21. plus que fis] si co fìs R. que non 
es C E T. tant quant ual A B. — aurs sobr'] anrs plus q B. mais aurs q 
A. — 22. qu'eu] e D F J K R. — Ravena] carena C £ T. garena R. torena 
AB. — 24. ses cuidar que nom] ses cuidar quellam C£T. quem cuides qe 
(quem F) nom DFJK. ses lieis qe ia nom AB. — 

25. Ja mais non er cortz] tart sera cort R. quel (queill £ que T) cortz 
non er ia C £ T. jes non pot esser D F J K. — 26. corz com noi gab e noi 
ria DFJK. — 28. parcs] part C£. perda T. esbàrc R. gabs AB. — > 
29. falhia] falsia R. íadia D F J K. ^ 



143 

mal gentils cors amoros 

e la doussa cara pìa 

e la bona companhia 

el respos 35 

de la Saissam defendia. 

4. Ren en beutat non galia 
ni'n fai nulha fantaumia 

lo jojos, 

joves, gens cors amoros, 40 

e genssa qui la deslia, 

et on hom plus n'ostaria 

gamizos, 

seria'n plus envejos, 

que la nuoich fai semblar dia 45 

la gola, e qui'n vezia 

plus en jos, 

totz lo mons n'agenssaria. 

5. Doncs beis tanh c'amors m'aucia 
per la genssor qu'el mon sia 50 
en perdos, 

que, quan remir sas faissos, 

conosc que ja non er mia, 

que chausir pot, sis volia, 

dels plus pros 55 

chastellans o rics baros; 

qu'en lieis es la senhoria 

de pretz e de cortesia, 

de gens dos 

e de far que ben Testia. 60 

6. Domna, sai en Normandia 
sui per vos la nueit el dia 
apensos, 

quel vostre gens cors jojos 

me sembla qu'ades me ria. 65 

32. mal gentils cors] mas gentils cors B. mas lo gentil cors £. mas los gens 
cors C. mas lo regarz (regatz J K) D F J K. — tro vi sas gayas faysos R. — 

33. e] de D F J K R. — doussa caraj cara donssa F J K. cara dous e D. — 

34. franca cortesia D F J K. — 

42. plus] mais DF JK. — 45. semblar] parer ABCE. par T. — 
48. n'agensaría] magensaría T. en genssaría ABR. nalumpnaría DFJK. — 

49. Doncs beis] ab ques C E T. a ques F. e ques D J K. — tan tenz 
que samor R. — 59. de gens dos] fehlt C E. et de grantz don T. de rícx 
dos R. de faiz (íaich F) bos D F J K. — 60. e de farj e deu far C E. deu 
far T. per far so D JK. per far F. — ben] gen DF JKR. — 

61. Das Geleit nur in C und verstûmmelt in E. — domna, sai] don 
aisi E. — 62. vos] satz E. — 64. gens] gen C. 



144 



lO. 



Die fûnf Handschriften, welche uns das nax:hstehende Lied 
ûberliefert haben, FGJKd, reduziren sich in der That auf drei, da 
JKd auf ein und denselben Text zurùckgehen. Das náhere Ver- 
háltniss dieser drei Typen wird durch Stellen klar gemacht, in 
welchen GJKd gemeinschaftliche Fehler zeigen, wáhrend F die 
durch das Metrum bedingte richtige Lesart aufweist Dies ist der 
Fall V. 12 „car** statt „qu*araus", v. 52 „camors" statt „que amors". 
Auch in anderen Punkten stehen sich die Handschriften în der- 
selben Weise gegenûber, ohne dass die eine der beîden Lesarten 
falsch zu nennen wáre, so v. 4 „serval" F gegen „serva al" GJKd, 
V. 13 „com" F gegen „quant" GJKd. Da nun aber G und JKd 
im Uebrigen manche Besonderheiten haben, so ergiebt sich folgende 
Figur: 

z 
I 



I I 

F y 



I 



,1 



I 

JKd 



In Bezug auf Zahl und Reihenfolge der Strophen stimmen alle 
Handschriften ùberein. — Orthographie nach F. 

1. Cel qui camja bon per melhor, 
sil melhz pren, be deu mais valer, 
qu'eu ai cor, e deus don poder, 
que tan serval melhz et ador 

que de l'ira e de la dolor 5 

om mes cil quem degra valer, 
quem tráit e cuzet m'aucire, 
plassalh quem tom en bon esper; 
qu'enves me nos pot escondire, 
qu'al seu tort nom dones lezer. 10 

2. Lemozin, be vos deu plazer 
qu'araus es vengutz melhz de be; 
tan com mars clau ni terra te 
non ha dompna on puosca caber 

lo bes qu'om pot en lei vezer; 15 

noi ha joi qui de lei nol te, 

qu'ella sap tan gen far e dire 

tot so qu'a bon prez aperte 

qu'ab son joi fai los iratz rire, 

tant avinenmen se capte. 20 



3. donj dom JKd. — 4. serval] senia al GJKd. — et aor] caor JKd. — 
6. omj on G J K d. — 

12. qu'arans] car GJKd. — vengutz] uengut TKd. — 13. com] quant 
GJKd. — 16. noi] ni FG. — 18. aperte] perte F. — 



145 



3* Aquesta vos dic que mante 
prez e joi, tan ama'n honor, 
joven e solatz et amor 
ez acolh, dona e rete 
grat de totz cels que se conve; 25 
per que tuit sei curtiador 
parton denan lei ab dezire, 
tan lor ha sos vezers sabor 
qu'om no la ve qui non consire; 
qu'anc de sos olhz no vi gensor. 30 

4. £t am convenguda s'ampr, 
quan volra cavalier aver, 
que cel que mais sabra valer 
sofïrira per entendedor, 

ez er be malvatz qui no cor 35 

al cors on hom met tan d'aver; 

quel melhz qu'om puosc' el mon eslire 

pot gazanhar e conquerrer, 

s'es larcs et adrez e sendre 

e sap far e dire plazer. 40 

5. Guilhelms e Bertrans, fai saber 
per tot aquest dir de part me, 

e, qui pros er, esforss' en se, 

paubre e ric, segon poder, 

qu'ella volra son dit tener, 45 

que cel on mais volra de be 

n'aura guizerdon ses desdire, 

qu'en tal loc vol son joi assire. 

6. Guilhelms, a Torena vai dire 

a'n Bos, ques captenha tan be 50 

qu'om puesca d'oi enan eslire 
que amors de son joi Testre. 



21. Aquesta] Ja questa JKd. — 24. dona] domna FJKd. — 
33. valer] uoler F. — 37. eslire] esler JKd. — 
41. Gruilhelm F. guiUem GJKd. — Bertram GJKd. bertran F. - 
48. loc fehlt F. — 

49. Guìlhelm F. guillem GJKd. — 52. que amors] camors GJKd. 



II. 

Dies Gedicht ist in 4 Handschriften, nâmlich AJKd, auf- 
gezeichnet, aber die Ueberlieferung ist keine sehr voIlkommene. 
Der kurze sechste Vers fehlt bei den sechs ersten Strophen in A 
und lâsst sich in der fûnften Strophe auch nicht ersetzen, da diese 
sich in J K d nicht findet. J K d, welche, wie immer, einen eignen, 
dies Mal ziemlich mangelhaften Typus darstellen, enthalten am 
Schluss noch zwei Geleite, die aber zum Theil arg entstellt sind. — 
Orthographie nach A. 

10 



146 



1. Cortz e gerras e joi d'amor 
mi solìon far esbaudir 

e tener gai e cantador, 

tro per lieis cui dei obezir 

mi fo mos chantars devedatz, 5 

et en la lei 

veus cum mos chans s*es tomejatz. 

2. Ara sui tomatz en amor, 
e veiretz anar e venir 

chanssos, pois a la bellazor 10 

plaz que deja mon chant soírir 

e m'onransa, s'es acordatz 

son cors adrei 

e non a negun d'els comtatz. 

3. Del pauc rei de Terra-Menor 15 
mi platz car si vol enantir; 

c'oimais lo tenran per senhor 

cilh que deuran son fìeu servir; 

pois venca lor aíi^rs auratz, 

ara s'estei 20 

e cobre sos dreitz daus totz latz. 

4. Nom tengatz per envazidor, 
s'ieu vuolh c'us rics l'autre azîr, 
que mielhs s'en poiran vavassor 

e chastellan de lor gauzir; 25 

car plus es francs, larcs e prívatz, 
fe qu'eu vos dei, 
rìcs hom ab gerra que ab patz. 

5. El volpilh de l'emperador 

volian Lombart envazir 30 

e ja non laisson per paor 

sobre de Cremona bastir; 

quel coms Raimons es sai honratz 



car ab lo rei s'es afìatz. 35 



I. Cortz] orz JK. or d. tortz A. — gestas JKd. — 3- c] fchlt beide 
Male in J K d. — 4. lieis A. — 5. chantar J K d. — 6. fehlt A. — 7. veus] 
es JKd. — mon chan excomoniatz JK. — 

8. era A. — tomatz] asoatz JKd. — 10. chanson JK. — II. mos 
chanz deia culllir J K d. — 12. en monranza J. en mouranza K d. e mos 
rasa A. — 13. fehlt A. — 14. et noi ac negus JKd. — 

15. terra maior JKd. — 16. car si] caissis JKd. — enamir JKd. — 
17. comais JKd. — tenra JKd. — 18. seiU queill deuon soi fei JKd. — 
19. uencut JKd. — avas aratz K d. auas araz J. — 20. ar es estei JKd. 
fehlt A. — 21. sos] ses J K d, — daus totz latz fehlt J K d. — 

22. accusador J K d. — 23. s'ieu] sieu non A. sius J K d. — ric J K d. — 
lautr A. lautres J K d. — assir J K d. — 24. car meill san poran J K d. — 
25. et castellans JKd. — 26. que JKd. — lares d. — 27. fehlt A. — 
28. a patzJKd. — 

29—35 fehlen J K d. — 34. fchlt A. — 



147 



6. Ben sai que li mal parlador, 
car vuolh de lor guilas ver dir, 
m'en apellarant sofrídor, 

car mi lais forssar e balhir; 

quels dons que mos frair m'a juratz 40 

e autre autrei 

vol retener l'autra meitatz. 

7. Pois non volon dreich ni amor 
miei fraire ni mos plaitz soírir, 

ges per lezidor doblador, 45 

s'ieu m'en podia revestir, 

non dei esser mal razonatz; 

qu'il fant plaidei 

maintas vetz c'om nols n'a prejatz. 

8. Mas eu hai tant ensenhador, 50 
non sai per Crìst! lo mielhs chausir: 
quan eu prend e tuolh la ricor 
d'aquels que nom laisson garir, 

dizon que trop me sui cochatz; 

car non gerrei, 55 

ditz hom aras qu'ieu sui malvatz. 

9. Papiols, e tu vìatz 
a Lion nerei, 

diras que trop dormir nom platz. 
10. £n Oc e No ama mais patz 60 

ab Felip crei 
quel fruir ioait deseretatz. 



37. de] do d. — gillas J K d. guerra A. — 38. appellarant] apellaren 
JKd. — soífrìdon d. — 39. e] ni JKd. — 40. del don quc men frair 
mauiatz (manuatz Kd) JKd. — 41. fehlt A. — e] e far JKd. — 

43. uolen dreitz mamor J K d. — 44. fraire ni negun J K d. — 45. lezi- 
dors A. lei eras JKd. — dobrador A. — 47. dei] diu JKd. — 48. queill 
J K. d. — plaideis d. — 

50. denseignador JKd. — 51. mciU JKd. — 52. la] sa A. — chant 
en pren e tol sai iecor J K d. — 53. daels J K d. — 56. ar dison que sui 
in. JKd. — 

V. 57 — 62 fehlt A. — 57. Papiol JKd. — 58. liou K. — 

60. En] eu JKd. — 61. ab] ab trop d. 



12. 

Die sechs Handschríften , in welchen dieses Lied vorliegt, 
nâmlich A B D F J K, zerfallen in zwei Gruppen ; zur erstem gehôren 
ABF, zur andem DJK. Dies ergiebt sich aus der Thatsache, 
dass jede der beiden Gruppen gemeinschaftliche Fehler aufweist 
So lesen D J K v. 11 „non" statt „nous" ; v. 43 „esteu** statt „estai" ; 
V. 68 „dautra" statt „autra"; v. 74 „chai" statt „sai". ABF haben 
weniger gemeinsame Irrthiimer; hierher gehôrt v. 25 „ren" statt „rei", 
wo B allerdings „ren i" schreibt, dadurch aber eine Silbe zu viel 

10* 



148 

bekommt; sodann aber v. 39 „que" statt „qu'en", wie DJK haben. 
Daher ergiebt sich folgende Figur 

z 

I 



I I 

y X 

I 



D JK AB F 

In Bezug auf Anordnung der Strophen herrscht vollstándige Ueber- 
einstimmung. — Orthographie nach A. 

1. Dompna, puois de mi nous cal 
e partit m'avetz de vos 

senes totas ochaisos, 

non sai on m'enquieira; 

que ja mais 5 

non er per mi tant rics jais 

cobratz; e, si del semblan 

non trob dompna a mon talan 

que valha vos qu*ai perduda, 

ja mais non vuolh aver druda. 10 

2. Pois nous puosc trobar engal, 
que fos tant bella ni pros 

ni sos rics cors tant jojos, 

de tant bella tieira 

ni tant gais 15 

ni sos rics pretz tant verais: 

irai per tot acaptan 

de chascuna un bel semblan 

per far dorapna soiseubuda, 

tro vos me siatz renduda. 20 

3. Fresca color natural 
pren, bels Cembelins, 4a vos 
el doutz esgart amoros 

e fatz gran sobrieira, 

car rei lais, 25 

c'anc res de bcn nous sofrais; 

mi donz na Elis deman 

son adreich parlar gaban, 

7. e, si del] si de bel F. — 8. dompnal meu F. — 9. qem A B. — 
10. fehlt F. — 

II. nous] non D J K. — pos trobar non posc aital F. — 12. fos] sia 
A B. — tan bella e (feblt J K) que fos tan pros D J K. qc uos tant bell e 
tan pros F. — 13. ni ab tanz piazenz faissos F. - 14. ni de bclla ceira F. — 
16. sos rics prez ni F. — 17. acaptan] azaptan F. agaran A B. — 19. per] 
a F. — 

22. sembelis F. ccbelins D J K. — 23. eiU douz csgartz J K. eillz douz 
esgartz D. — 24. fatz] dic F. — 25. car] qe F. — rei] ren A B F. -• 27. mi 
dons na Elis] a ma dompna elis F. rai donz dals A B. — 28. adreichj 
plazen F. — 



140 



quem don a mi donz ajuda, 

pois non er fada ni muda. 30 

4. De Chales la vescomtal 
vuolh quem done ad estros 
la gola els mans amdos; 
pois tenc ma carrieira, 

nom biais, 35 

vas Rocacoart m'eslais 

als pels n'Anhes quem daran; 

qu' Jseutz, la dompna Tristan, 

qu'en fon per totz mentauguda, 

nols ac tant belz a saubuda. 40 

5. N'Audiartz, si bem vol mal, 
vuolh quem don de sas faissos, 
quelh estai genliazos 

e car es entieira, 

c'anc nois frais 45 

s'amors nis vols en biais; 

a mon Mielhs-de-ben deman 

son adreich, nou cors prezan, 

de que par a la veguda, 

la fassa bon tener nuda. 50 

6. De na Faidid* atretal 
vuolh sas bellas denz en dos, 
Taculhir el gen respos 

don es presentieira 

dinz son ais; 55 

mos Hels Miralhs vuolh quem lais 

sa gajeza e son bel gran, 

e car sap son benestan 

far, don es reconoguda, 

e no s'en cambja nis muda. 60 

7. Belz Senher, eu nous quier al 
mas que fos tant cobeitos 



29. don a] si ab F. — 

3 1 . Chales] qales F. — 32. done ad estros] done ad estors A B. done a 
estors D JK. do dellas faissos F. (cf. 42). — 35. noml no F. — 36. rozacoart 
F. — 37. als pels n'Anhes] als auinenz F. — 38. qu'J que D J K. — Jseutz] 
neus F. — 39. qu'cn] qe A B F. — 40. non ac tan bella saubuda F. — 

41. Naudiaiz F. — 42. done ad cstros F (cf. 32). — 4V estai] estci F. 
esleu D JK. esten A. — genliazos] gen lai ios F. — 44. e] fehlt F. — 
45. nos soífrais F. — 46. sos prez ni uolu en b. F. — 47. et a mon bel oiU 
d. F. — 48. son plazen cors bencstan F. — 49. de que par] don par ben F. — 

51. faidida A B. — en faida atrctal F. — 52. sas bellas] qem don sas 
F. — 53. raculhir el gen] e lacoillir el F. — 54. plazenteira F. — 55. e 
son sais F. — 56. Miralhs] moillos D. moiols J K.. — mos bel seigner F. — 
57. bel gran] garan A B. — de son plazen cors aitan F. — 58. son adreît 
parlar prezan F. — 59. don es gén aperceubuda F. — 60. no s'en] nos D. 
nois AB. — c per tot recognuguda F. — 

61. belz] bel DFJK. — 62. fos] fotz F. — 



I50 



d'aquesta cum sui de vos, 
c'una lechadieira 

amors naìs, 65 

don mos cors es tant lechaís, 
mais vuolh de vos lo deman 
que autra tener baisan; 
doncs mi donz per quem refuda, 
pois sap que tant l'ai volguda? 70 
8. Papiols, mon Aziman 
m'anaras dir en chantan 
c'amors es desconoguda 
sai e d'aut bas cazeguda. 



63. daqestas AB. — 66. fehlt JK. — mos] mon F. — 68. autra] dautra 
DJK. — 

71. Papiol ABDJK. — naziman F. — 73. es] ses F. 



13- 

Dies Gedicht ist uns durch neun Handschríften bekannt: 
ACDFJRMNR. Von diesen stehen zunáchst CMNR den 
ûbrigen, also ADFJK gegenûber. Jene gruppiren sich MR 
einerseits und C N andrerseits, diese D J K gegen A F, sodass sich 
das gegenseitige Verhàltniss so darstellt: 

r 

I 





1 






1 






u 






z 






1 


"1 




1 




1 


1 




1 


t 




s 


X 




y 


1 




1 


1 




1 



I II i I I I I 

D JKA FM RC N 

Die Unterschiede des Typus u von dem Typus z ergeben sich 
durch die unter dem Text mitgetheilten Varianten; die Gruppirung 
innerhalb z beruht auf der Thatsache, dass manchmal M R gemein- 
schaftliche Fehler haben, wo CN das Richtige aufweisen, nâmlich 
V. I „granda" statt „ganda", v. 11 „uianda" statt „liuranda", v. 12 
jjSenhor** statt „marques", v. 14 „duptatz" statt „prezatz", v. 20 „tenra" 
statt „aura", v. 29 „sai los" M und „sai sos" R statt „tol lor", ib. „els" 
statt „e". Umgefcehrt haben M R die richtige Lesart gegen gemeiii- 
same Fehler in CN: v. 5 „pars loy" statt „pairs lo", v. 21, welcher in 
diesen beiden Handschriften ganz fehlL, v, 2^ „ja" statt „ni". — 
Auf der andem Seite sondem sich D J K durch einige in allen 
dreien vorkommende Versehen ab, nâmlich v. 18 „islanda" statt „Yr- 
landa" und v. 22^ welcher bei ihnen gânzlich ausgeîassen ist A und 
F endlich schreiben beide mit Unrecht v. 15 „lor truanda" statt 
„los t." und V. 23 „ni" statt „sai", wo DJK diese Fehler vermeiden. 



i5í 

Die Reihenfolge der Strophen ist in allen Handschríften die 
gleiche mìt Ausnahme von M, welche 3 und 4 vertauscht, und R, 
welcher das Geleit fehlL — Orthographie nach A. 

1. IVun sirventes nom cal far lonhor ganda, 
tal talan ai quel diga e que Pespanda, 

car n'ai razon tant novella e tant granda 

del joven rei qu'a fenit sa demanda 

son frair Richart, pois sos pairs lo comanda; 5 

tant es forsatz! 

pois na Enrícs terra non ten ni manda, 

sia reìs dels malvatzl 

2. Que malvatz fai, car aissi viu a randa 

de liurazon a comte et a garanda; 10 

reis ooronatz que d'autrui pren liuranda 

mal sembla Amaut, lo marques de Bellanda, 

nil pro Guilhem que conquis Tor Mirmanda; 

tant fon presatz! 

pois en Peitau lor ment e los truanda, 15 

noi er mais tant amatz. 

3. Ja per dormir non er de Coberlanda 
reis dels Engles ni conquerra Yrlanda 

ni tenra Angieus ni Monsaurel ni Canda 
ni de Peiteus non aura la miranda 20 

ni ducs clamatz de la terra normanda 
ni coms palatz 

sai de Bordel ni dels Gascos part Landa 
senher ni de Basatz. 
'4. Conselh vuolh dar el son de n'Alamanda 25 
lai a'n Richart, sitot no lom demanda: 
ja per son frair mais sos homes non blanda; 
noncais fai el, anz asetga els aranda, 
tol lor chastels e derroca et abranda 
devas totz latz; 30 

el reis tomei lai ab cels de Garlanda 
e Tautre sos conhatz, 
5. Lo coms Jaufres, cui es Bresilianda, 
volgra, fos prímiers natz, 

car es cortes, e fos en sa comanda 35 

regesmes e duchatz. 

5. son] sos ADFJK. so R. fehlt M. — frair] fraire MR. frairs D. 
fraires F. — Richart] ríchartz AJK. ríchars D. ríchatz N. 

1 3. pro] pros C N R. prous M. — Mirmanda] milmanda D. miranda 
CMN. — 15. e los truanda] els atruanda D. nils atruanda R. els en truanda 
M. e lor truanda ACF. — 16. fehlt F. — 

19. Canda] glanda R. ganda AD JK. — 2r. Der Vers fehlt CN und 
steht in MR hinter v. 18. — 22. fehlt D JK. — 

28. noncaìs] nonqas M. nonca D. noca F. non quo C. non com J K N. — 
31. lai ab cels] lai ab aiselhs C. ab totz cels R. ab aqells M. — 

33. Das Geleit fehlt in R. — 35. fos] for C N. fora M. 



152 

14. 
Dies Lied fíndet sich nur in C. Bartsch hat vergessen anzu- 
geben, dass es bereits R. 4, 157 und M. W. i, 308 abgedruc^t 
worden ist 

1. Jeu chan, quel reis m'en a preguat 
a l'auzen de mon menassat 

de l'afar d'aquesta guerra, 

d'aquest juec que vei entaulat, 

e sabrem, quant l'auran joguat, 5 

dds quals dels fìlhs er la terra. 

2. Tost Tagral reis joves matat, 
sil coms nol n'agues essenhat, 
mas aissils clau els enserra 
qu'Engolmes a per fort cobrat 10 
e tot Centonge desliurat 

tro lai part Finibus-Terra. 

3. Sil coms pot far sa voluntat, 
que nol vendon cist afìat 

crety del tot si dezenferra; 15 

qu'anc cinglar no vim pus irat, 
quan l'an brocat ni l'an cassat, 
qu'elh er, mai sos cors non l'erra. 

4. De mon senhor lo rei annat 

conosc que an siei fìlh peccat, 20 

que del sojorn d'Anglaterra 
l'an ahoras dos ans lunhat; 
del tot lo'n tenh per enguanat 
mai quan de Johan ses Terra. 

5. Li guazan si son acordat 25 
entr'elhs e ves lui revelat 

quon aissilh de Lombardia; 

mai volon esser be menat 

per rei que per comte forssat, 

d'aitan lur trac guarentia. 30 

6. Aquest juec tenc per guazanhat 
deves nos e per envidat, 

que dels pezos de valia 

avem l'estachier desliurat, 

que tug n'aneron esfredat 35 

ses comjat qu'us no'n prendia. 

7. £n Lemozi fon comensat, 
mas de sai lur es afìnat; 
qu'entre Fransa e Normandia 

ves Giortz e ves Nuoumercat 40 



II. deliurat C. — 

15. crei] ni C. — dezenferra C. — 16. cynglar C. — 19. mosseDlie C. — 

25. guazam C. — 30. lur] lur en C. — 



153 



vuelh qu'en aujan crídar: „Arrat*'l 
e „Monjoi"I e ,^eus àia"! 

8. Lo sen venserem ab foudat 
nos Lemozin et envezat, 

que volem qu'om do e ria; 45 

quelh Norman en son enujat 
e dizon, sis n'eron tomat» 
qu'uns mais d'elhs sai non venria. 

9. Lo rei tenc per mal cosselhat 

de Fransa e per piegz guizat, 50 

quar vei que sos fagz estanha, 
que //' valrion mais daurat, 
e, si no val a son conhat, 
sens e pretz tem quel sofranha. 
ip. Frances, si quon es abdurat 55 

sobre totz e li plus prezat, 
paresca qu'us non remanha 
companh quel reis aja mandat, 
que ja mais no seretz prezat, 
si non etz en la mesclanha. 60 

11. Lo dux de Berguonh' a mandat 
qu'el nos ajudara l'estat 

ab lo secors de Campanha, 

on venran tal cinc cent armat 

que, quan tug serem ajustat, 65 

non er, Peitieus no s'en planha. 

12. Reis qui per son dreg si combat 
a mielhs dreg en sa eretat, 

e, quar conquerec Espanha 

Carles, n'a hom totz tempz parlat; 70 

qu'ab trebalh et ab larguetat 

conquíer reis pretz el guazanha. 

13. Senhe'n Rassa, aquest comtat 
vos crescal reis ab Bretanha. 

14. Lo reis joves s'a pretz donat 75 
de Burcx tro qu'en Alamanha. 



41. aujô C. — 

46. quels normans C. — 

52. que li] quel C. — 

64, tals C. — cens C. — 66. nossen C. 

70. Karles C. — tostempz C. 



154 

ï5- 

Das Gedicht findet sich in ABCDEFJRRT, deren Ab- 
hángigfceitsverhàltniss aus folgender Figur ersichtlich ist: 

z 

__ I 



I I 

y V 

I I 



I 
AB 



I 

D JK 







1 






R 




u 

1 








1 




1 






£ 




t 

1 






1 




1 






F 




s 

1 



I I 

C T 

Nicht mit vôlliger Sicherheit lâsst sich jedoch angeben, ob nicht 
etwa D vielmehr nâher zu AB, als zu JK gehôrt; mit beiden 
Handschriftenpaaren nâmlich hat es Fehler gemeinsam, mit AB 
v. 1 1 „mon desirier** statt „lo desirier", was sich als Zufall èrfcláren 
liesse, da die erste Person Subject ist, und v. 40 „aiglon" statt 
„aigron"; hàufiger aber zeigen D und JK gemeinschaftlich falsche 
Lesarten, nâmlich v. 3 (merce), v, 6 (comdar), y. 22 (lo reirrairar D, 
lorreirarar J K), v. 23 (maîs fehlt). Fûr die definitive Textgestaltung 
hat diese Frage keine Bedeutung. Auch die Gruppinmg der 
zweiten Classe ergiebt sich nicht auf den ersten Blick. Der Platz 
von R wird bestinmit durch Stellen, in denen es die richtige Lesart 
erhalten hat, wâhrend CEFT die gleichen Fehler aufweisen, so 
V. 5 „humil e franc" statt „franc et humil" CEFT; v. 10 „non am 
mais" statt „mais non am" E F, „mai de uos" C T ; v. 20 „noi" statt 
„non" FT (in CE fehlt die ganze Strophe). Aus diesen Stellen 
ergiebt sich auch, dass E zu dieser Gruppe gehôrt und dass die 
Uebereinstimmung mit D J K in dem Fehler „merce" v. 3 auf einem 
Zufall beruhen muss. Dass E zwischen R imd C F T gestellt wer- 
den muss, folgt aus zwei Stellen, in denen E ebenso wie R mit 
der richtigen Lesart einem gemeinsamen Fehler in CFT gegen- 
ûberstehen, nâmlich v. 2 „queus" statt „que" CFT und v. 4 „fin 
lejal" statt „leial e" CF, „lial ni" T. — CT endlich nehmen die 
letzte Stelle ein, weil sie sich auch von dem Archetypus t noch 
durch gemeinschaftliche Fehler absondem, z. B. v. 3 „que" statt 
„qu'om", V. 6 „encontral mieu", wo FER das Richtige haben; 
V. 10 „mais de vos", v. 14 „mais" statt „plus" und v. 35 „uey hom" 
statt „fass' al". — Die Strophe 8 scheint unecht zu sein, erstens, 
weil sie sich nicht in allen Handschriften einer Gruppe befindet, 
nâmlich nur in CFRT, nicht aber in E, sodann, weil die letzte 
Zeile eine WiederhoIung eines andern Verses ist, die Strophe auch 



155 

sonst inhaltlich hinter den ûbrigen zurûclcsteht, endlich, weil eine 
Canzone hôchstens sieben Strophen haben darf. — Auch sonst 
sind nicht alle Handschriften vollstandig: in B fehlt Strophe 3, in 
E fehlt 4, 5, 7, in C fehlt 4 und das Geleit, in R Strophe 7 und 
in T nicht nur das Geleit, sondem auch innerhalb der Strophen 
einzehie Verse. 

Die von mir beobachtete Reihenfolge der Strophen ist die von 
ABDEJK; R ordnet i, 2, 3, 8, 4, 5, 6, 9, schiebt also nur die 
unechte Strophe ein, C: i, 2, 7, 8, 6, 5, 3; F: i, 2, 7, 3, 4, 5, 8, 6, 9; 
T endlich: i, 5, 6, 4, 2, 8, 7, 3. — Orthographie nach A. 

1. Eu m'escondisc, dompna, que mal non mier 
de so queus ant de mi dich lausengier; 

per merceus prec qu'om non puosca mesclar 
ïo vostre cors fin, lejal, vertadier, 
humil e franc, cortes e plazentier 5 

ab mi, dompna, per messongas comtar. 

2. Al primier get perd' eu mon esparvier, 
quel m'aucion el ponh falcon lainier 

e porton l'en, qu'ieul lor veja plumar, 

s'ieu non am mais de vos lo cossiricr ip 

que de nulh' autra aver lo desirier 

quem don s'amor nim retenha al colgar. 

3. Autr* escondich vos farai plus sobrier 
e no mi puosc orar plus d'encombrier : 

s'ieu anc falhi vas vos neis del pensar, 15 

quan serem sol en cambra o dinz vergier, 
falham poders davas mon companhier 
de tal guisa que nom posca ajudar. 

4. S'ieu per jogar m'asset pres del taulier, 

ja noi puosca baratar un denier 20 

ni ab taula presa non puosca intrar, 

anz get ades lo reirazar derrier, 

s'ieu autra dompna mais deman ni enquier 

mas vos, cui am e desir e tenh car. 

5. Senher sia eu de castel parsonier, 25 
et en la tor siam catre parìer 

e Tus Tautre nons poscam ja amar, 
anz m'ajon ops totz temps arbalestier. 



7. perd* eu] perda eu A. perda FT. — ii. autra aver] autr DEFJK. — 
12. retenha al] reteignal DEFJKR. retena T. — 

Strophe 3 fehlt in B ganz, in E bis auf die erste Zeile. — 18. posca] 
puosc D F J K R. — 

Strophe 4 fehlt in CE, die letzte Zeile auch in T. — 19. del] de F. 
al R. lo T. — 

Strophe 5 fehlt in E. — 26. et en] e quen C. si qen F R T. — 27. c 
l'us] e lun R. e ia lus A B D F J K. — nons poscam ja] non pusca ia T. 
nocSs puscam R. nous poscam D. non poscam A. — e lus en lautre non si 
puesca fizar C. — 



156 



metg' e sirven e gaitas e portíer, 

s'ieu anc aic cor d'autra dompna amar. 30 

6. Ma dompnam lais per autre cavalier» 
e pois non sai a que m'aja mestier, 

e falham vens, quan serai sobre mar, 

en cort de rei mi batan li portier, 

et en cocha fassal fugir primier, 35 

si non menti cel queus anet comtar. 

7. Dompna, s'ieu aì mon austor anedier 
bel e mudat, ben prenden e mainier, 
que tot auzel puosca apoderar: 

sinh' e grua et aigron blanc e nier 40 

volrai lo donc mal mudat, gaillinier, 

gras, debaten, que non posca vuolar. 
[8. Escut a col cavalgu'ieu ab tempier 

e port sallat capairon traversier 

e renhas breus qu'om no puesc' alonguar 45 

et estreups loncs en caval bas, trotier, 

et a Tostal truep irat l'ostalier, 

si nous menti quius o anet comtar.] 
9. Fals, envejos, fementit lausengier, 

pois ab mi donz m'avetz mes destorbier, 50 

ben lausora quem laissasetz estar. 



29. fehlt T. — sirven] sîruenz F R. — 

Strophe 7 fehlt E R. — 38. bel] bon C F T. — e mudat, ben prenden] 
e uolant e prenden C F. esprenent e olant T. — 40. aigron] agro JK. 
aiglon A B D. — e] o C F. — 41. volrai lo donc] volria lo donc DJK. 
volria lo A B. prena li en dons T. — 42. gras] guort C. grot F. guortz T. — 

Strophe 8 nur in C F R T. — 43. a] al R. — caual eu F. caualque 
T. — 44. sallat — traversier fehlt in T. — sallat] sailait F. alas R. — 
capairo C. — 45. renhas] ceignes F. — qu*om] que R T. — non] nom T. — 
46. estreups] estreus T. estrueps C R. — loncs] lonh T. — en] e R T. — 
bas] las C. mal R. — 47. a Tostal] en ostal C. can uenrai T. — ostalier C. — 
48. anet] anes R. — sieu agui cor dautra dompna pregar F. si eu ai cor 
dautra domna amar T. — 

49. Das Geleît fehlt in CT. 

16. 

M ist die einzige Handschrift, aus welcher wir dies Gedicht 
kennen lernen. 

I. Fulheta, ges autres vergiers 
non fai fulhar mars ni febriers, 
mas vos, que vos es trop cochat 
de montanha sai devalat, 
enanz que granz cauz s'abata, 5 

qu'ieu ai ja vist albre fulhat 
ques cocha, pueis gels lo mata. 



I. Fulhetas M. — 4. deuailat M. — 7. gels] ges M. — 



157 



2. Mas totz temps ìsses voluntiers 
de vostra terr* ab los primiers, 

anz que sia li ílors el prat lo 

e fatz conte de paupertat 

con vos e vostr' asiata 

ha tengut l'invems enserrat, 

qu'anc uns no'n passet la lata. 

3. Fulheta, sìas soudadiers 15 
n'Archimbaud, qui nasquet derriers, 
que Pautre lo han hàt laissat 

de proeza, e el gazanhat; 

e, pos leu e gen barata, 

el vei adreit ez alinhat, 20 

lau qu'en proeza s'abata. 

4. Na Tempra, vos est trop leugiers 
e fatz o quom fa esparviers, 

ques laissa quant ha randonat, 

mas ieu con sahus afìcat: 25 

desqu*en la rota m'abata, 

non auría mil ans camjat, 

qu'ieu sivals tot jorn noi glata. 

5. Na Tempra, ges de Lieuchata 

no sui, anz o hai tot laissat 30 

ez estauc a Damiata. 



15. Fulhetas M. — 17. laiitres o ha tout M. — 21. proeça M. — 
22. tcmpre M. — 23. qom a M. — 26. desqem M. — 27. auríals mils M. — 
29. Zwisclicn der vierten Strophe und dcm Geleit ist in der Haudschrift 
Raum leer gclassen fur eine wcitere Strophe. — 29. lieu chanta M. 

17- 
Dies Gedicht findet sich, wie das vorige, allein in M. 

1. Fulheta, vos mi prejatz que ieu chan, 
pero non hai ni senhor ni vezi, 
d'aquest afar aja cor ni talan 

ni vuelha ges qu'en chantan lo casti, 

mas vos o tenes a joja, 5 

amta ab pro maìs que honor ab dan, 

e aves mal chauzit al mieu semblan. 

2. Faraucha vos, don crídaz en chantan, 
el niegre cors, don semblas Sarazi, 

ol paupre mot que dizcs en contan 10 

e quar fiairaz sap, engcma e pi 

con avols gens de Savoja 

e quar es lag garnitz e mal estan, 

ab queus n'anes, farai vostre coman. 

3. Ara parra de prez quals l'a plus gran 15 

15. cf. 4, I. — 



158 



de totz aquels quis leveron mati : 

mesiers Conratz l'a plus fìn ses enjan, 

ques defen lai a Sur d'en Sakdì 

e de sa mainada croja, 

dieus l'acorra! quel secors vai tardan, 20 

sols aural prez, pos sols suefre Tafan. 

4. Mesiers Conratz, a Jesu vos coman, 
qu'ieu fora lai ab vos, so vos afì, 

mas laissei m'en, quan vi que li plus gran 
si croiçavan, li rei e li princi; 25 

pueis vì mi dons bella e bloja, 
per que mos cors mi vai afreolan, 
lai for* ab vos, s'ieu en saupes aitan. 

5. De n'Oc e No nom vauc ara duptan, 
quar peza li, si nulha rel casti, 30 
el reis íranceis vai si trop aprìman, 

ez ai paor que venha sobre mi; 

mas anc al seje de Troja 

non ac tan duc, prínce ni amiran 

con ieu ai mes per chantar a mon dan. 35 

6. A mon Ysembart part Troja 

vai, serventes, e di lim, qu'ieu lol man, 
qu'als reis crozatz es amta quar non van. 



16. aqells M. — 17. mesier M. — 

22. conrat M. — 25. prímsi M. — 27. per qes M. — afreollan M. 
32. me M. — 34. prímce M. — 
36. Ysombart M. 



18. 

Bei dem nun lcommenden Gedichte sind wir behufs Constituirung 
des Textes auf die 4 Handschriften JKMd beschrânkt, welche, da 
J K d fast identisch sind, sich im Grunde auf zwei reduziren. In 
Bezug auf Strophe 4 und 5 weichen die beiden Typen in der 
Reihenfolge ab, doch hat hier M wohl die ursprûnglichere Anord- 
nung, da die Strophe, in welcher das Sirventes angeredet wird, an 
das Ende gehôrt. Dagegen hat M in Strophe 2 und 3 die zweiten 
Hâlften der Strophen mit einander vertauscht — Orthographie 
nach J K. 

I. Gent part nostre reîs liuranda, 
per que son tuit gras 
sei Engles e nou e ras, 
e chascus porta guirlanda, 
e Frances son rozilhos 5 

I. GentJ ges M. — part] fai M. — liuranda] liouranda JKd. uianda 
M. — 2. quej so J K d. — 3. nou e ras] de nou ras M. — 4. guarlanda M. — 
5. rozilhosj roillos J K d. rusillos M. — 



159 



de portar lor gamîzos 

e soffront fam e set e ploja e ven, 

el reis conquer l'autrui el seu defen. 

2. Reis que gran terra demanda 

par que fassa gas, lo 

quan caval non trai de pas 

ni chausa de fer non randa; 

el reis fetz que corajos, 

car venc sai entrels Bretos; 

mas cer honors tomara a n'íen, 15 

s'es tals la fìs com fetz comensamen. 

3. Guerra vol c'om sanc espanda 
e c'om foc n'abras 

e que ja non sia las 

de donar n'i 'meta ganda; 20 

qu'eu sai fraires aitals dos: 

Tus es reis, Tautr'es coms pros; 

mas ges non ditz vertat aicel que men, 

ni tuit lauzat no son pro ni valen. 

4. Breton son fors de garanda 25 
e son d'onor bas, 

car uns coms de san Tomas 

entret en Breselianda; 

ben paron de bon cor blos 

e tornat de sus en jos, 30 

car lor Artus demandon frevolmen; 

non dirai plus, car negus no m'enten. 

5. Al valen rei, quel gen blanda, 
sirventes, diras 

qu'enanz que passes lo pas, 35 

gart ben si l'es foudatz granda, 
si Tes sens o danz o pros: 
ja per senhor dormilhos 



6. lor] lurs M. la J K d. — 7. fam c set] set e fam M. — 8. reis] rei M. — 
II. caval] qui au Kd. qiu au J. — trai de] tra del M. — 12. chausa] 
calsas M. — 13 — 16 in M mit v. 21 — 24 vertauscht. — 13. el reis fetz 
que] ben fel reis ques JKd. — 14. car] quan M. — 15. cel*] la M, — 
tomara a] tomera en M. — 16. la] li M. — fetz] lo JKd. — 

17. qu'om sanc] qe sancs M. — 18. qu'om foc] qe fuecs M, — 19. que] 
qom M. — 20. de] do M. — meta] metra M. — 21. sai] sci JKd. — 
22. es] e M. — Tautr'es] lautre J K d. — 23. ges non ditz] no ditz ges M. — 
ditz] dig J. — aicel] a cel M. — 24. tuit] tort J. toit K. — 

Strophe 4 und 5 sind in J K d vertauscht. — 25. fors] for M. — 
26. son d'onor] de honor M. — 27. uns coms] anc hom M. — thomas M. — 
28. entret] nintret M. — brecelianda M. — 29. paron de bon] par sion de 
M. — 31. lor] los d. — artuc M. — 32. car] qe M. — 

33. Als baros qui argen J K d. — 35, passes] passon J K d. — lo] el 
M. — 36. gart ben si l'es] gard ben si es M. veion sil er (el d) JKd. — 
37. si Tes] si es M. sil er J K d. — 38. ja] car J K d. — 



i6o 



non entrarai en guerra ni en conten, 
car greu conquer hom ben terra en dormen. 40 
6. Sirventes, vai fen cochos 
al comte qu'a nom n'Ugos, 
car el val tan e ve e sap e sen 
que ja no vol penre malvatz argen. 



39. entrarai] intrerai M. uoill intrar J K d. — 40. en fehlt J K d. — 

42. qu*a nom] qes ditz M. — nom] nô J. non K d. — nlJgos] ugos 
M. — 43. a cel qi en donar no met besten M. — 44. que ja] e ges M. — 

19. 

Dies Gedicht íìndet sich in 5 Handschriften , nâmlich ìn 
A D F J K. Die Gruppirung ist folgende: 

z 
I 



I I 

y A 



I 



I I 

z F 



I 



I I 

D JK 

Dass A allen ûbrigen Handschriften gegenùbersteht, wird durch die 
unter dem Text verzeichneten Lesarten der Verse 2, 4, 21, 25, 30, 
33, 35 und 36 nachgewiesen. Innerhalb y sondem sich DJK durch 
einige gemeinsame Fehler ab, z. B. v. 7 „Laina" statt „Lana"; v. 18 
„riau" statt „rejau"; v. ig „estraing, estrainge" statt „estranhs"; v. 24 
„cap" statt „caps"; v. 25 „et al" statt „et ab"; v. 30 „dir** statt „dich"; 
V. ^2 „den" statt „de". 

In Bezug auf die Reihenfolge weicht F etwas ab, indem es 
Str. 4 und 5 umstellt ; D hat Str. 5 und das Geleit nicht erhalten. — 
Orthographie nach A. 

1. Ges de disnar non fora oimais maìtis 
qui agues pres bon ostau, 

e fos dedinz la cams el pans el vis, 

el focs fos clars cum de fau; 

lo plus rics joms es huoi de la setmana, 5 

e degram estar soau, 

c'aitan, volgra, volgues mon pro na Lana 

cum lo senher de Peitau. 

2. Per saludar torn entrels Lemozis 

cellas qui ant pretz cabau; 10 

mos Bels Senher e mos bels Cembelis 
quieiron oimais qui las lau; 



2. pres] fort D F J K. — 4. cum] e D F J K. — 6. estar] ester A. — 
7. Lana] laina D J K. le na F. — 

10. cellas] cella FJK. — ant] a FJK. — 



i6i 



qu'îeu aì trobat del mon la plus certana 
e la genssor c'om mentau; 
per que s'amors m'es tant cotidiana 15 

qu'a las aatras mì fai brau. 

3. Gens, joves cors, francs e verais e fis, 
d'aut paratge e de rejau, 

per vos serai estranhs de mon pâis 

em mudarai part Angau; 20 

e, car etz tant sobr* autras sobeirana, 

vostra valors n'es plus au; 

qu'onrada n'er la corona romana, 

sil vostre caps s'i enclau. 

4. Ab doutz esgar quem fetz et ab clar vis 25 
mi fetz amors son esclau, 

e mos senher m'ac pres de lieis assis 

sobr* un feltre emperiau, 

e la paraula fon doussa et humana, 

elh diich cortes e soau, 30 

e de solatz mi semblet Catalana 

e d'aculhir de Fanjau. 

5. Al gen parlar quem fetz et al bel ris, 
quan vi las denz de cristau 

el cors graile, delgat e fresc e lis, 35 

trop ben estan en blîau, 

e la colors fo fresca e rosana: 

retínc mon çor dinz sa clau; 

mais aic de joi que quìm des Corrozana, 

car a son grat m'en esgau. 40 

6. De totas es na Majer sobeirana 
de quant mars e terra clau. 



16. mi] ni A. — 

19. estranhs] estraingD. estrainge JK. estraitz F. — 20. anjauDFJK. — 
21. etz] es DFJK. — 23. n'er] uer JK. nes F. — 

25. ab] al D F J K. — et ab] et al D J K. — 26. mi] men D. em F. 
en JK. — 28. sobr' un] son brun A. — 29. e la] eil A. — 30. soau] 
leiau D F J K. — 32. de Fanjau] den faniau D. den fairíau J K. de son 
iau F. — 

33 — 42 fehlen D. — 33. bel] gen F J K. — 34. las] la A. — 35. graile, 
delgat] dalgat graile F. dargat graile JK. — 36. trop] vi FJK. — 
39. corozana F. corezana JK. — 

42. de quant mars e] de tot can ma J K. de tot quant mau F. 



20. 

Das nunmehr zu besprechende Lied kennen wir in 7 Ge- 
stalten, welche durch die Handschriften A C D E F J K reprásentirt 
werden. Diese 7 Versionen stehen zu einander in folgender Be- 
ziehung: 

II 



102 



I 

y 

I 



1 



I I 

C E 



I I 

u F 

. I 

I I 

D JK 

Die Hauptgruppìrung in x und y erhellt aus den unter dem 
Text gegebenen Varianten. Auf der Seite von y trennt sich v 
durch eine Reihe von schlechten Lesarten, wo A mit CE das 
Richtige zeigt, z. B. v. 5 „que" statt „e"; v. 9 „pois lo reis e lo 
(el D)" statt „e pois lo reis el"; v. 12 „ni" statt „ni'n"; v, 22 „cab" 
statt „ab"; v. 25 „eu non gardi lusdi ni martz" statt „e noi gart 
diluns ni dimartz" ; v. 28 „cerqe" statt „tracte"; v. 48 „qals" statt 
„anz". — Nicht minder evident sind endlich die Beweise dafûr, dass 
innerhalb v die drei Handschriften D J K sich durch gemeinsame 
Fehler absondern, wo F mit den ûbrigen Handschriften stimmt, 
nâmlich v. 2 „quenanz lo faz ses" statt „anz lo fauc senes"; v. 6 
„uec uos mestort" statt „veus m'en estort"; v. 18 „a min sobra" 
statt „a mi resta"; v. 19 „en luoill" statt „en son huolti"; v. 29 „qui 
man" statt „quem fant**; v. 33 „quis vol" statt „qui que" und „bels" 
statt „bos"; v. 34 „queu" statt „eu"; v. 41 „gainartz" statt „galhartz"; 
V. 42 „ma terr a sos" statt „la terra mos" ; v. 43 „darai len" statt 
„vuolh l'en dar^' ; v. 45 und 46 „tant ca maluatz port nauran la lor 
sort"; V. 52 „de mon" statt „mon". 

In Bezug auf die Reihenfolge der Strophen stimmen A und 
C E , denen ich mich daher anschliesse. In der Gruppe D J K 
ordnen sich dieselben: i, 2, 6, 3, 5, 4, 7, in F endlich: i, 2, 4, 
6> 3> 5» 7* — Betreífs der Schreibung folge ich A. 

I. Ges de far sirventes nom tartz, 
anz lo fauc senes totz afíans; 
tant es sotils mos genhs e m'artz 
que mes m'en sui en tals enans 
e sai tant de sort 5 

que veus m'en estort; 
que comte ni rei 
nom forfeiron rei. 



4. tals] tal A. — quez ieu (perquieu £) nai pres aital C£. qades naì 
fait tan granz F. qem sai gardar dc totz D J K. — enans] enganz D J K. — 
5. e] que DFJK. — sai tant] aitan CE. — 6. m*en] mi C£. — 7. que] 
queill CDEJK. — ni] nil CDEJK. — 8. forsaran rei F. forssan 
nigrei A. — 



i63 



2. £ pois lo reis el coms Rìchartz 
m'ant perdonat lor mals talans, lo 
ja mais n'Azemars ni n'Amblartz 

nom don tregas ni'n Talairans; 

ni ja d'Àutafort 

non laíssarai ort; 

quis vol» m'en guerreiy 15 

pois aver lo dei. 

3. Quant íìs es devas totas partz, 
a mi resta de gerra uns pans; 
pustella en son huolh qui m'en partz, 

si tot m'o comenssiei enans! 20 

patz nom fai conort, 
ab gerra m'acort, 
qu'ieu non tenh ni crei 
negun' autra lei. 

4. £ noi gart diluns ni dimartz 25 
ni setmanas ni mes ni ans 

nim lais per abril ni per martz 

qu'ieu non tracte cum venha dans 

a celz quem fant tort, 

e j'ab mi per fort 30 

non conquerran trei 

lo pretz d*un correi. 
5? Qui que fassa sos bos issartz, 

eu m'en sui totz temps mes en grans 

cum puosca aver cairels e dartz, 35 

elms et ausbercs, cavals e brans; 

c'ab aissom conort 

em tenh a deport 

assaut e tornei, 

donar e dompnei. 40 

6. Mos parsoniers es tant galhartz 

qu'el vol la terra mos enfans, 

et eu vuolh l'en dar, tant sui gartz; 



9. pois] mas C E. — 10. perdonatz C E. — lurs CDEJK. — 
II. n'Azemars ni n'Amblartz] ríchartz ni naguiraus A. naimars ni naichartz 
DJK. guirautz nin audoartz CE. — 14. non] noil A. — non renda mais 
ort F. no fas dreyt ni tort CE. — 

17. Quan iìs cs] puois fìs e JK. puois qe iins es D. quant es iis C£. 
tan sui fis F. tant sui fortz CE. — devas] de D. — 18. guerra uns pans] 
gerral pans A. guerral uans CE. — 21. patz no ma CE. per patz nom 
D J K. ges nom des F. — 

26. setmana C E F. — 30. e] mas A. — j'ab] ia A C E F. — mi per 
fort] us per fort CE. per nuill sort A. — 31. non] noy CE. — 

33. Qui] quals C E. — 34. mes totz temps (mes fehlt E) C D E J K. — 
37. conort] cofort C E. — 38. tenh] trac C E. — 

42. qu'el] qe CE. — 43. vuolh Ten dar] uuelh lui dar C. darai len 
D J K. lail uuoiU dar A. — 

II* 



164 



pois diran que mals es Bertrans, 

quar tot non loi port; 45 

mas a malvatz port 

venra, sous aatrei, 

anz c'ab mi plaidei. 

Nom cal d'Autafort 
mais far dreich ni tort, 50 

quel jutgamen crei 
mon senhor lo rei. 



45. non loi] noil lo F. non lo £. — 46. tant ca maluaz port D J K. mas sal 
tot lo tort A. — 

49 und 50 fehlen F. — 49. Nom cal] iamais CE. — 50. mais far] no 
fas C£. — 51. hinter 50 wiederholen CE die Verse 15 nnd 16: quis uol meii 
guerrey, pus auer lo dey. — quel] lo C E F. — 52. mon] de mon D £ J K. — 
de mossenhel rei C. 



21. 



Das folgende Lied lemen \vir aus acht Handschriften kennen, 
nâmlich ADD°FGJKM, welche sích, wenn wir zunâchst D° ausser 
Acht lassen, in dieser Weise zu einander verhalten: 



I I 

y » 



I 



I I I I 

D TK T u 

I I 



i I I 

A M F 



i 



Diejenigen Punkte, w^elche x und y trennen, ergeben sich aus den 
unter dem Text angegebenen Varianten. Innerhalb x zeigen einer- 
seits AM, andrerseits FG gemeinsame Fehler, z. B. AM: v. i/ 
„dui" statt „trei", v. 2 1 „engolmezi" statt „peiregorzi", \. 2^ „peira- 
gozi" statt „engolmezi", v. 26 „fermazo" statt „plevizo", v. 51 
„amics" statt „humils", v. 54 „pro" statt „bo", v. 56 „es bo" statt 
„te pro", V. 66 „aqist" statt „tuit dst". — Dasselbe findet in Bezug 
auf FG Statt, z. B. : v, 22 „contrafat" statt „comte fat", v. 27 
„comte" statt „coms" und „uion (ion G)" statt „Digon", \, 2^ „et 
un" statt „ab lo", v. 29 „e ramon (rannon G)" statt „e'n Raimons", 
V. 56 „cho" statt „so". D° endlich hat nur die beiden Anfangs- 
zeilen imd Strophe drei crhalten und gehôrt zum Typus x, dessen 
Handschriften aber sich geradc in dicser Strophe eigenthûmlicher 
Weise etwas anders gruppiren, als in den ûbrigen Strophen, nâm- 
lich so: 



i65 



I 



X 

I 



"I 

V 

I 



1 




1 




F 




u 

1 










1 




M 




t 



í 



I 



C 



Ob die Stellung von F wirklich so ist, wie hier angegeben, oder 
ob es vielleicht mit A zusammen auf einen gemeinschaftlichen 
Typus zurûckgeht, làsst sich nicht genau entscheiden; fûr die von 
mir angenommene spricht nur v. 38, wo D° F G M gemeinschaftlich 
,,mesal" statt „messal" lesen. Diese Frage ist ûbrigens gleichgûltig ; 
sicher ist aber, dass sich D*' G M durch gemeinsame Fehler abson- 
dem, so v. i „no me" statt „eu nom", v. 35 „en" statt „qu*en", 
endlich dadurch, dass sie alle drei die Vcrse 35 und 36 hinter 37 
und 38 bringen. — Endlich wcisen D°G einen gemeinschaftlichen 
Fehler auf, v. 37 „qen" statt „mi". 

Die Reihenfolge der Strophen, die der Gedankengang ziemlich 
deutlich ergiebt, ist in einigen Handschriften geândert, so ist in 
DFJK Strophe 3 und 4 vertauscht, G und M haben die vierte vor 
die zweite gesetzt; D*^ hat ûberhaupt nur die dritte Strophe, und 
in G fehlt das Geleit. In M findet sich vor dem Geleite noch ein 
zweites, das aber oífenbar unecht ist, weil der Inhalt durchaus 
nichtssagend ist, und es dieselbe Lânge hat wie das echte. 
Zweifelhaft kônnte man bei einem andcm sein, das nur in A ûber- 
liefert wird. Dies folgt auf das erste, ist daher kûrzer und wird 
an den Spielmann Papiol gerichtet. Ich dracke beide im Anhange 
ab. In Bezug auf die Orthographie folge ích A. 

I. Ges eu nom desconort, 
s'ieu ai perdut, 
que non chan em deport 
e no m'ajut 

cum cobres Autafort, 5 

qu'eu ai rendut 
al senhor de Niort, 
car l'a volgut; 
e puois en mercejan 
li sui vengutz devan, 10 

el coms en perdonan 
m'a retengut baisan, 



I. eu nom] no me Do G M. nom A. — 3 — 15 fehlen D« . — 9. en] e J K. 
tot A. fehlt D. — 



i66 



ges noi dei aver dan, 

que quem dis^es aiitan 

ni lausengier non blan. 15 

2. Vas mí son peijurat 
trei palaizi 

el quatre vescomtat 

de Limozi 

e li doi penchenat 20 

peiregorzi 

e li trei comte fat 

engolmezi ; 

e'n Centolhs ab Gasto 

e tuit Tautre baro 25 

mi feiron plevizo 

e lo coms de Digo 

ab lo comte breto 

e'n Raimons d'Avinho, 

et anc uns nom tenc pro. 30 

3. Ses pro tener amic 
tenc per engal 

cum fatz mon enemic 

que nom fai mal; 

qu'en un mostier antic 35 

de saint Marsal 

mi jureron maint ric 

sobr* un messal; 

tals me plevic sa fe, 

non fezes plaig ses me 40 

.c'anc pois no m'en tenc re, 

e nolh estet ges be 

car se mes a nerce 

e s'acordet ab se, 

so vos pliu per ma fe. 45 

4. Sil coms m'es avinens 
e non a^ars, 

mout li serai valens 
en sos afars 



1 3. g€s noi dei] ges non dei F. ea noi dei (cnit M) A M. noi dei mais G. — 
Strophe 2 fehlt in Dc. — 18. el quatre] e tuit li AFGM. — 
24. Centolhs] centoill F. centol G. sentolls M. sestols D J K, — ab] en 
A G. e F. den M. — 27. fehlt A. — e lo coms] e lo comte G. el comte F. 
el seinhers M. — Digo] diio M. uion F. ion G. — 28. fehlt D J K. — ab 
lo] et un GF. — 

41 und 42 sind in D J K in einen Vers zusammengezogen : quanc noill estet 
ges be D J K. — 42. M bringt diesen und den folgenden Vers am Schluss 
der Strophe und weicht in v. 44 und 45 ganzlich ab (cf. Anhang). A hat 
statt der Verse 42 — 45 deren nur zwei, welche mit keiner andem Handschrift 
iibereinstimmen (cf. Anhang). — 43. femt D. — 

Strophe 4 und alle folgenden fehlen in Dc. — 



i67 



e fîs cum us argens, 50 

humils e cars, 

el coms fassa los sens 

que faì la mars: 

quan ren i chai de bo, 

vol que ab lui s'esto, 55 

e so que nolh te pro 

getà fors el sablo; 

aissi tanh de baro 

que tenha son perdo 

e, s'el tol, que puois do. 60 

5. Lo comte vuolh pregar 
que ma maiso 

mi comant a gardar 

o que lam do, 

c'ades mi son avar 65 

tuit dst baro, 

c'ab els non puosc estar 

ses contenso; 

ara mi pot cobrar 

lo coms ses mal estar, 70 

et eu vas lui tomar 

eservir et honrar, 

e non o volgui far, 

tro c'al desamparar 

sui vengutz de n'Aimar. 75 

6. Dompna, ab cor avar 
de prometre e de dar, 
pois nom voletz colgar, 
donassetz m'un baisar; 

aissim podetz ric far 80 

e mon dan restaurar, 
si dieus e sains m'anpar! 



51. cars] clars AFGM. — 52. los] lo DGJK. — 54. quan ren 1] quan 
res i F. qe si rei A. qe qan i G. — qe so qell es de pro M. — 55. que 
ab] que a G. qab F. ben cab AM. — 60. s*el] si AFGM. — 

70 — 75 fehlen in A ; statt dessen sind dort 4 Verse aus dem Geleit vor- 
weg genommen, die aber spâter doch wiederholt werden (cf. Anhang). — 

Das Geleit fehlt in G (und Dc). — 78. fehlt M. — voletz] uol- 
guetz AD. 

22. 

Das folgende Sirventes wird nur von JKTd unserem Dichter 
zugeschrieben, wâhrend in M, ofTenbar mit Unrecht, Duran sartre de 
Paemas als Verfasser genannt wird. Dasselbe ist bisher nicht nur, 
wie Bartsch angiebt R. 4, 263, sondem auch M. W. i, 3 1 1 gedmckt — 
Von den genannten Handschriften treten in v. 8 JKMd der Hand- 
schrìft T gegenûber, indem Sie sâmmtlich „un" auslassen, das T 



i68 

hat iind das durch das Metrum verlángt wird. — Orthographìe 
nach J K. 

1. Guerr' e pantais veg et afan 
a mant baron malvatz, truan; 

pauc m'es del dol e menz del dan, 

per quem volh alegrar chantan, 

quar ab joi vauc et ab joi pes, 5 

e pensamenz no m'enpacha, 

ni sabers nom fai sofracha 

de far un novel sirventes. 

2. Guerram platz, sitot guerram fan 

amors e ma domna tot Tan, 10 

quar de guerra vei traire enan 

cortz e domnei, solatz e chan; 

guerra fai de vilan cortes, 

per quem platz gerra ben facha 

e.n platz quan la treva es fracha 15 

dels esterlins e dels tomes. 

3. Esterlins e tomes camjan, 
tollen e meten e donan 

veirem dels dos reis anz d'un an 

lo menz croi segon mon semblan; 20 

per sol senher coms, ducs, marques 

n'a ben sa penhora tracha, 

mas metre lo fan per gacha, 

som dizon Gascon et Engles. 

4. Ara parra qui melhz poiran 25 
soíïnr los maltraitz nil mcizan: 

maint caval bai e maint ferran, 
maint escut, maint elm e maînt bran 
e maint colp ferir demanes, 



I. Guerr'e] gera e T. geire Kd. peire J. — pantais] trabagll T. — 
2. a] de T. — maluais baron T. — 4. quem] cieu me T. — 5. en gioi 
estauc T. — ab] en T. — 6. m'enpacha] menpaicha J. me maia K. men 
maia d. — 7. saber T. — sofraicha J. — 8. de] a T. — un] fehlt JKMd. — 
seruentes K. — 

9. si totz gerra T. — 10. amor T. — doma T. dompna J. — 11. de] 
per T. — trair J K d. — 12. e] fehlt J K d. — domneis T. — 14, faicha J. — 
15. las trevas T. — fraicha J. — 16. del tomes T. — 

17. Esterlis K. esterlin T. — 19. ueires T. — dels dui reis T. deill 
dui rei JKd. — ans d'un an] denen nan T. — 21. persol senher] perol 
segners T. per so lo J K d. — marces T. — 22. penora T. — traicha J. — 
23. mas] mal T. — fan] fai T. — gaicha J. etc. — 24. so T. — dizom JK. — 
gascoms J K d. gascons T. — ingles T. — 

25. ara para J K d. e breu ueires T. — cal mais p. T. — 26. los] lo 
J K d. — lo trabagU nil lafan T. — 27. cauals bais e mainz J K d. — feran 
K d. ferant T. — 28. escut] scut J K d. — e maint elme lusent e m. b. T. — 
29. ferrir Kd. — maint nafra e feri demanesc T. — 



lóç 



maint mur, mainta tor desfacha 30 

veirem, maínta testa fracha, 
maint chastel forsat e conques. 

5. Ges non crei, Frances ses deman 
tengan lo desiret que fan 

a tort a maint baron presan, 35 

per que meravelham don gran 

del senhor dels Aragones 

car a lor dan nols destacha, 

puois a los ades a pacha 

desmandatz comte, duc, marques. 40 

6. Qjis volha n'aja mals o bes 
o enpacha o desenpacha 

o bratz rotz o testa fracha, 

que tant m'es deis mortz com dels pres. 

7. Gai mi ten una gaja res, 45 
avinenz, joves, ben facha, 

et ai ab leis una pacha 
com an Pisan ab Genoes. 



30 nnd 31 in T umgestellt. — 30. maint] e mant T. — mainta] e mainta JKd. — 
mantas tor desfaitas T. — 31. mainta] e mainta JKd. — giaser e man testas 
fraitas T. — 32. e mant T. — forsatz JKd. — 

33. Ges] mas T. — 34. tegna T. — los J K d. — desirit J K d. — 
quel J. — 35. tortz JKd. — mainz J. moinz Kd. — baros JKd. — 
36. pcro maraueglian T. per que ira me J K d. — 37. dels del segner T. — 
arragones J. — 38. carj com T. — a] ab J K d. — danz no J K d. — 
descaccia T. — 39. a] fai T. — an desanpaccha K d. am desanpaicha J. — 
40. desmandat J K d. desn randatz T. — comte] acont J K d. lo coms T. — 
marces T. — 

41. mals 0] mal o JKd. ell malls els T. — 43. rott T. — 44. aitant 
T. — mes del JKTd. — mort co del T. — 

45. gaja] bella T. — 46. auinet lones T. — 47. e a ab mi aital e p. 
T. — 48. con T. — con T. 

23- 

Von den acht Handschríften ACDFJKMR, welche dieses 
Lied bewahren , gehôren einerseits A C M R , andrerseits D F J K 
zusammen. In jener Gruppe sondem sich zunâchst A C M von R 
und dann C M von A , in dieser stehen D F gegenùber von J K, 
sodass sich folgendes Schema ergiebt: 









z 

1 














1 






1 










y 






X 










1 






1 








1 


1 




1 




1 






V 


R 




JK 




u 

1 














1 


t 




A 






D 




F 


1 

















C M 



I70 

Die Gruppe x macht sich durch folgende gemeiiisame Fehler be- 
merkbar: v. 7 „er li ops" statt „er ops que"; v. 1 1 Mblastîmaron'' statt 
„blasmariant" ; v. 12 „quan" statt „que"; v. 18 „e" statt „si"; v. 29 
„sosteran" statt „sostenran"; v. 31 „estre" statt „e8ser**. Innerhalb 
y zeigen nun zunâchst A C M mehrere gemeinsame Âbweichungen, 
wo R, durch x gestûtzt, das Richtige liest, z. B. v. 13 „part" statt 
„pres"; v. 33 „cendat" statt „samit", und umgekehrt v. 34 „samit" 
statt „cendat"; ib. „non" statt „noi". Dass endlich CM wieder 
nâher zusammengehôren, ergìebt sich aus folgenden in beiden vor- 
kommenden falschen Lesarten: v. 2 „uc" statt ,.Luc"; v. 4 „traucat** 
statt „trencat"; v. 9 „quenans de la roazo" statt „que ges noi 
diga de no"; v. 10 „0 aial comps aperceubut" statt „dapois que 
m'o a covengut"; v. 21 „tug li" statt „liplus**; w. 22 „elegut" statt 
„mentaugut" ; v. 29 „non lur tenran pro" statt „nols sostenran lor" ; 
V. 32 „que uel C, que uas M" statt „contra"; und v. 40 „el coms 
don" statt „e lo coms". — Auf der andem Seite scheíden sich DF 
von JK durch folgende gemeinschaftliche Fehler: v. 26 „sab'* D, 
„ab" F statt „s'al"; v. 27 „eill" statt „e"; v. 30 „ferem" statt „ferrem"; 
V. 39 „e f^lz" staft „el filh"; v. 42 „e" statt „e'n". 

In Bezug auf die Reihenfolge zeigt nur C eine Abweichung, 
indem es die vìerte Strophe erst hinter der sechsten bringt; das 
erste Geleit endlich fehlt in R. — Die Orthographie nach A. 

1. Lo coms m'a mandat e mogut 
per na Raimon Luc d^paro 
qu'ieu fassa per lui tal chansso 
on sion trencat mil escut, 

elm et ausberc et alcoto 5 

e perponh falsat e romput 

2. £t er ops que sia atendut, 
pois coratar mi fai sa razo, 

e que ges noi diga de no, 

dapois que m'o a covengut; 10 

que blasmaríant m'en Gasco, 

que de lor mi tenc per tengut 

3. A Tolosa pres Montagut 
fermaral coms son gomfano 

al prat comtal jostal peiro, 15 

e, quand aura son trap tendut, 

e nos lur venrem de viro, 

si que tres nuoitz i jairem nut 

4. £ seran i ab nos vengut 

las poestatz e li baro 20 



7. er ops que] er 11 ops D F J K. — 9. que ges] que ia R. quez eu F. — 
noi] non A D F. — e quenans de la roazo C M. — 10. o aial coms aperceubut 
C M. — II. blasmarian*] blastimariant A. blastimaron F J K. blasmaron D. — 
12. que] queu M. car A. quan DFJK. — mi] mo CMR. — 

17. venreia] uiarem D. tiarem JK. trairen F. serem R. — nos lo 
penrei-i tot enuiro C. nos alogerem denuiro M. — 18. si] tant A. e DF JK. — 



171 



e li plus honrat companho 
del mon e li plus mentaugut, 
que per aver, que per somo, 
que per precs i serant vengut 

5. £ desse que serem vengut, 25 
mesclar s'al tomeis pel cambo, 

e Catalan ell d'Arago 

tombaran soven e menut, 

que ja nols sostenran arso: 

tant grans colps i ferrem nos drut 30 

6. £ non pot esser remasut, 
contra cel non volon tronço 
e que samìt e cìsclato 

e cendat noi sion romput, 

cordas, tendas, becas, paisso 35 

e trap e pavìlhon tendut. 

7. Lo reis qu'a Tarascon perdut 
el senher de Mon Albeo, 
Rotgiers, el filh Bemart Otho 

e lo coms Peire lor n'ajut 40 

el coms de Fois ab Bemardo 
e'n Sanso, frair del rei vencut. 

8. De lai pensson de gamizo, 
que de sai lor er atendut. 

9. Totz temps vuolh que li aut baro 45 
sion entre lor irascut 



26. sal] sa JK. san R. al M. ab F. sab D. — torneis] tomei DF JKR. — 
29. ja nols sostenran] nols sostenran lor A. ia nol sostenran R. ia nol (iall 
noill D) sosteran D F J K. non lur tenran pro C M. — 30. i] los A D J K. — 

31. esserl estre DFJK. — 32. contra] contral A. que uel C. que uas 
M. — 34. noij non A C M. — e cendat noi sion] noy sian esquistat e R. — 
35. cordas] fenlt M. — tendas, becas] tendas b'cas F. e tendas e becas e D. 
tendas e perchas e M. e becas e C. e brays e R. e tendas e JK. e tentas 
e .À. ~— 

' 39. fîni] fills A D F. — 

43 und 44 fehlen R. — 44. er] es DJK. 

24. 

Nur eine Handscbríft, nâmlich IM, hat uns dies Gedicht auf- 
bewahrt 

I. Mailolis, joglars malastmc, 
pos acoindat m'a hom de vos 
e mi venes querre chansos, 
en talent ai qu'ieus en valha; 
quar iest avols e semblas bos, 5 

mielhs fora, fosses campios 
que viure d'autmi coralha. 



I . Mailolin M. — maulastruc M. — 2. a comdat mahom M. — 6. foses M. — 



172 



2. Aital solatz m'aves faissuc 
qu'autr* om en serìa enujoSi 

ez es plus nescis que montos, lO 

e canta plus clar li gralha; 
porc, quom regarda milhargos, 
fai melhor escoutar que vos 
o nafrat, qttant hom lo talha. 

3. Qu'ieus apellava paoruc, 15 
semblaria que ver non fos, 

quar iest granz e joves e tos, 

fas semblan, qu'ajas coralha; 

mas lai on lebres es leos 

vos est volpilhs e nualhos, 20 

ílacs ses tota defensalha. 

4. Dedintz iest plus caus d'un sâuc 
ez as major cors c'uns soiros, 

mas lo feges et lo polmos 

es grans sotz la cabeçalha, 25 

ez iest de matin somelhos, 

que, quius sona un mot o dos, 

fas semblan que nous en calha. 

5. Mal vos tenen per asertuc 

d'armas en la ost dels basclos, 30 

que un non hi a dels garços 

que denan vos non assalha; 

sis defendian ab melos, 

cascus intrer'i anz que \k>s, 

s'avias elm e ventalha. 35 

6. Lai on sentes raustir montos 
vos fas de l'intrar plus cochos 
qu'al pal ni a la serralha. 

7. E non es tan grans lo ronhos 
qu'en un sol morsel o en dos 40 
non Tenpasses, quil vos talha. 

8. Raimons de Planel, quar es pros, 
vuelh qu'aujal sirventes de vos, 

el sons iesca'n ab trebalha. 

9. Car sordeis chantatz que paos 45 
e gavanhatz los motz els sos, 

per qu'es fols qui los vos balha. 

9. quautroms M. — 12. millargos M. — 14. qam M. — 

16. vers M. — 20. uollpills M. — 

24. le M. — et le M. — 27. qious M. — 28. nous] nos M. 

39. le M. — 40. morsell M. — 41. Uenpasses M. — 

42. Raimon M. — phmell M. — 

45. sordei M. — 47. folls M. — 



173 



25- 
Dies Halbsirventes fìndet sich, wie Lied 24, nur in M. 

1. Miez sìrventes vuelh far dels reis amdos, 
qu'en brieu vcirem qu'aura mais cavalliers, 
del valen rei de Castella, n'Anfos, 

c'aug dir que ven e volra soudadiers; 

Richarz metra a mueis e a sestiers 5 

aur e argen e ten sa benanansa 

metr* e donar e non vol sa fîansa, 

anz vol gerra mais que qualha esparviers. 

2. S'amdui li rei son pro ni corajos, 

en bríeu veirem camps joncatz de quartiers, 10 

d'ehns e d'escutz e de branz e d'arços 

e de fendutz per bustz tro als brâiers, 

ez a rage veirem anar destríers 

e per costatz e per piechz manta lansa 

e gaug e plor e dol e alegransa: 15 

lo perdr'er granz, el gasanhz er sobríers. 

3. Trompas, tabors, senheras e penos 
et entresenhs e cavals blancs e niers 
veirem en bríeu, quel segles sera bos, 

que hom tolra l'aver als usuríers, 20 

e per camis non anara samniers 

jom afìçatz ni borjes ses duptansa 

ni mercadiers qui venga de ves Fransa, 

anz sera rícs qui tolra volontiers. 

4. Mas sel reis ven, ieu aì en dieu fìansa 25 
qu'ieu serai vìus o serai per quartiers, 

e, si suì vius, er mi grans benanansa, 
e, se ieu mueir, er mi grans deliuríers. 



2. cauailhìers M. — 4. sodadiers M. — 7. fìanza M. — 

9. prou M. — 12. als] al M. — 13. ez] es M. — 14. lanza M. — 
15. alegrança M. — 16. lo] le M. — 

19. veirem] uerrem M. — 20. que] qes M. — 23. deuer M. — fì-ança M. — 

26. serai] sera M. — 27. gran M. 



26. 

Acht Handschriften stehen uns zur Verfûgung, um den ur- 
sprûnglichen Text des nachfolgenden Liedcs zu reconstruiren, 
nâmlich ABCDEFJK, dercn Abhángigkcit von cinander durch 
folgende Figur dargestellt wird: 



174 



I 1 

y 3t 



I 

V AB 

I 



I I 

u F 

I 



I I 

D JK 



Folgendes sind die Stellen, in welchen DFJK gemeinsame Fehler 
aufweisen, wáhrend ABCE die richtíge Lesart bringen: v. 39 fehlt 
in DFJK; v. 47 „deus" statt „des"; v. 48 „dellai (desai F) ni" 
statt „ni de lai"; v. 52 „sen (se F) prenha" statt ^s'empenha" (D hat 
hier das Richtige) ; v. 6 1 und v. 62 sind in denselben Handschriften 
lungestellt; v. 70 „aleman" statt „Alaman". Endlich zeigen auch 
DJK gemeinschaftliche Abweichungen von F, wáhrend dies von 
den ûbrigen Handschriften gestûtzt wird, z.B.: v. 25 „ials reueingna" 
statt „los retenha"; v. 35 „maint" statt „pro"; v. 40 „a" statt „al"; 
V. 43 „quen" statt „cn"; v. 62 „e iau preechan JK, e iaudseechan D" 
statt „e Angeus pren dan"; v. 65 „el" statt „e"; v. 77 „pensan" statt 
„pesan". — Wenn also hierdurch das Verháltniss der Handschriften 
hinreichend sicher festgestellt erscheint, so ist es doch bemerkenswerth, 
dass auch einige Erscheinungen zu beobachten sind, welche dieser 
Feststellung sich nicht zu fûgen scheinen; zunâchst zwei Stellen in 
F, in denen es mit AB den gleichen Fehler theilt, nâmlich v. 3 
„chant" gegen ^jaug** aller andern Handschriftcn, und v. 36 „prezan", 
wâhrend alle ûbrigen wiedcr „poissan" lesen. Es beruht dies aber 
auf einem zufalligen ZusammentrefFcn; F hat ausserordentlich zahl- 
reiche und willkûrliche Aenderungen, in 79 Versen nicht weniger 
als etwa 43, und da ist eine solche Ucbereinstímmung nicht zu 
venvundem. Im ersteren Falle lag die Aenderung in „chant" nach 
dem in v. i vorhergegangenen „mon chant fenisc" ausserordentìich 
nahe; im zweiten kann als Erklárung dienen, dass F hier bei 
dem Abweichen von „poissan" auch zu „prezan" griíf, weil es 
einc Vorlicbe fûr dies Wort hatte, da es dasselbe noch mehrfach 
anwendct, wo keine andre Handschrift es aufweist, z. B. v. 26 „mas 
tuit fait prezan" statt „mas lai vos segran" uad v. 50 „qab faitz 
tan prezan" statt „ni tan guerrejan". — F stimmt in seinen Ab- 
weichungen auch mit andem Handschriften zuweilen ûberein, die 
mit ihm sonst durchaus keìnc Gemeinschaft haben, z. B. v. 48 „de 
sai" mit E gegen „de lai" aller andem Handschriften. — Endlich 
auch zeigen C und E, die unzweifelhaft einem Typus angehôren, 
in einzelnen Punkten Differenzen, und es triffl sich auch hier einìge 
Male, dass die ausweichende Lesart mit der irgend einer andem 
ûbereinstímmt ; so liest v. 6 C mit AB „ben", wáhrend E mit 



175 

sâmmtlichen ûbrigen Handschríflen „gen** hat; ersteres verdient hier 
wohl den Vorzug, da „gen" in dem mimittelbar vorhergehenden 
Verse schon vorkommt; v. i8 hat AB „eratz vos guitz", DJK „eratz 
capdels", wozu auch F mit „eravat caps** gehôrt Auch hier gehen 
C und E auseinander, aber in umgekehrter Weise, wie in v. 6, 
nàmlich E âhnelt AB mit „erauas guitz", C liest genau wie DJK; 
in der dritten Strophe theilt C mit AB folgende Fehler: v. 29 
„servir (AB servirs) de bon aire", wo E mit allen andem Hand- 
schriften „donar ses cor vaire" zeigt, und v. 41 „quel" C, „qeil" A 
(in B fehlt dieser Vers) gegenûber der allseitig gestûtzten Lesart 
„pel". Aber auch E theilt mit A B einige Abweichungen, z. B. v. 68 
„ni" statt „e", wie sich sonst ûbcrall findet; namentlich aber ist es 
aufiallend, dass zu dem ûberzâhligen Verse von AB im Anfange 
des ersten Geleites „anc er prezan" sich in E ein Pendant findet, 
da dies an derselben Stelle die ûberzáhlige Zeile „noi er pezan" 
aufweist E zeigt aber auch mit andern Typen einzelnc Ueberein- 
stimmungen, z. B. v. 43 „quen" mitDJK statt „en"; v. 52 „senprenha" 
mit FJK statt „sempenha"; v. 53 „ni sil" mit JK statt „ni si" etc. 
Wenn alle diese Erscheinungen in der That recht aufïallig sind, so 
kônnen sie doch das oben klar gelcgte Verháltniss nicht umstossen, 
eben weil dieselben ungleichmâssig sind, also sich gegenseitig auf- 
heben. Dieseìben habcn allcrdings die Folge, dass in v. 6, 18 und 
29 nicht mit absoluter Sicherheit bestimmt werden kann, welches 
die ursprungliche Lcsart gewcscn, doch ist diescr Umstand nicht 
von grosser Bcdcutung, da in allen drei Fállen die bciden gcgcn- 
ùberstehenden Lesarten gleichbedeutend und auch fast gleich gut 
sind, sodass sclbst ein etwaiger Fehlgrifï keinen Schaden anrichten 
wûrde. 

In der Rcihenfolge der Strophen stimmen CDEFJK ùbcrein, 
denen ich gefolgt bin, wáhrcnd AB die zwcite und die dritte 
Strophe umstcllen. — In Betrcff dcr Orthographie schlicssc ich 
mìch an A an. 

I. Mon chant fenisc ab dol ct ab mal traire 
per totz temps mais el tcnc per remasut, 
car ma razon e mon gaug ai perdut 
el melhor rei que anc nasques dc maire: 
larc e gen parlan 5 

e ben cavalgan, 
de bella faisso 
e d'umil semblan 
per far grans honors; 

tant cre quem destrenha 10 

lo dols que m'estenha, 
car en vauc parlan; 



3- gaug] chant ABF. — 6. ben] gen DEFJK. — 7. de bellas 
faissos ABCE. — 11. fehlt D. — 12. car en] quâr ieu E. pcr qen F. tant 
en AB. perquieu C. — 



176 



a dieu lo coman, 

quel meta en luoc Sain Johan. 

2. Reis dels cortes e dels pros emperaire 15 
foratz, senher, si acsetz mais viscut, 

car reis joves aviatz nom agut 

e de joven eratz vos guitz e paire, 

et ausberc e bran 

e bel bocharan, 20 

elm e gomfano 

e perponh e pan 

e jois et amors 

non ant quils mantenha 

ni qui los retenha, 25 

mas lai vos segran, 

qu'ab vos s'en iran 

e tuich ric faich ben estan. 

3. Gent aculhir e donar ses cor vaire 

e bel respos e ben-siatz-vengut 30 

e gran ostal pagat e gen tengut, 

dons e gamirs et estar ses tort fraire, 

manjar ab masan 

de viula e de chan 

ab pro companho, 35 

ardit e poissan, 

de totz los melhors — 

tot volh qu'ab vos tenha, 

qu'om ren no'n retenha 

aì segle tru?n 40 

pel malastruc an, 

que nos mostret bel semblan. 

4. Senher, en vos non era res a faire, 
que totz lo mons vos avia elescut 

pel melhor rei que anc portes escut 45 

el plus ardit el melhor tomejaire; 
des lo temps Rotlan 



14. meta] met CDEFJK. — en loc] a lonc E. a latz C, — San Johan] 
ben estan AB. — 

17. car] queDEFJK. — 18. eratz vos guitz] erauas guitz E. eranat 
caps F. eratz capdels CDJK. — 19. et] ay C. fehlt E. — 21. eîms e 
guomfaynos CE. elmes gonfanos A B. — 22. perponh] perpoins ABDEJK. 
escut F. — pans AB. — 25. fehlt E. — qui los] ab sius C. — 26 und 27 
in C umgestellt. — 26. mas] e C. que A B. — 

29. donar] donars F. seruir C. seruirs AB. — ses cor vaire] de bon 
aire A B C. — 32. gamirs] grazirs C. grazir E. — 34. uiol C D E F J K. — 
35. ab] alF. eABDJK. — pros compaignos ABCE. maint com- 
paignon D J K. — 36. poissan] prezan A B F. — 39. fehlt D J K. — qu*om] 
que hom EF. que AB. — 41. fehlt B. — pel] qeil A. quel C. — 42. belj 
tan belh E. tam belh C. — 

44. tot lo mons C. tot lo mon E. — avia] aui DE JK. — 



177 

nì de lai denan 

non vi hom tant pro 

ni tant guerrejan 50 

ni dond sa lauzors 

tant pel mon s'empenha 

ni si lo revenha 

ni que Tan cercan 

per tot agaran 55 

del Nil trol solelh colgan. 

5. Senher, per vos mi vuolh de joi estraire, 
e tuich aquil queus avion vegut 

devon estar per vos irat e mut, 

e ja mais jois la ira no m'esclaire; 60 

Engles e Norman, 

Breton et Yrlan, 

Guian e Gasco 

et Angìeus pren dan, 

e Maînes e Tors, 65 

Franssa tro Compenha 

de plorar nois tenha, 

e Flandres de Gan 

trol port de Guisan 

ploron, neis li Alaman. 70 

6. Loirenc e Braiman, 
quan tomejaran, 

aurant dol, quand nous veiran. 

7. Non pretz un besan 

nil colp d'un aiglan 75 

I0 mon ni cels quei estan; 

8. Per la mort pesan 
del bon rei prezan, 

on tuich devem aver dan. 

49. pro] pros A B C E. — 53. ni si lo] ni sil lo E J K. noill lo D. caissi lo 
A. — ni hom sai lo resfenha C. — 54 und 55 in AB umgestellt. — 54. ni 
qne l'an] ni quels ans £. ni que san D. ni aquels an JK.. ni qels an F. 
qaisil uan AB. — 

61 nnd 62 in D F J K umgestellt. — 63. Guian] guiana C. guians B. 
ginan E. giena D J K. german F. — Gasco] gascos A B C E. — 64. Agieus] 
angieu E. angiers C. aiman A. aman B. peitou D F J K. — pren dan] a dan 
D J K. prezan A B. abscan F. — 66. tro Compenha] tro compaigna D. tro 
campaxiha E TK. e descompeigna AB. tensan preigna F. — 68. ej ni AB£. — 
69. trol portj daqui D J K. diqui F. de sai A B. — de Guisan] den guînssan 
C. da guan £. a guizan J K. a giran D. an guizan F. — 70. neis] e A B C. — 

71. Vor diesem Verse findet sich in AB ,.sinc er prezan", in £ „e noi 
er pezan". — 72. fehlt A. — 

75. colp] cop A B Ç. cap F. — 

79, devem aver] avem C£, 



12 



178 



27. 

Das folgende Gedicht fceimen wir aus den Manuscrípten C 
und R. — Die Orthographie ist nach C geregelt 

1. Mout mi plai, quan vei dolenta 
la malvada gent manenta, 

qu*ab paratge mou contenta, 

em plaì quan los vei desfar 

de jom en jom, vint o trenta 5 

els trop nutz ses vestimenta 

e van lur pan acaptar, 

e, s'ieu ment, m'amiam menta. 

2. Vilas a costum de traeja, 

que de gent viure s'enueja, 10 

e, quan en gran ricor pueja, 

Tavers lo fai foliejar, 

per quel deu hom ia tremueja 

totas sazos tener vueja 

el deu del sieu despensar 15 

e far sufrir vent e plueja. 

3. Qui son vilan ben non serma, 
en deslialtat lo ferma, 

per qu'es folhs qui non ramerma, 

quan lo ve sobrejSujar; 20 

quar vilas, pus si conferma 

e'n tan ferm loc si referma, 

de maleza non a par, 

que tot quan cossec aderma. 

4. Ja vilan no deu hom pianher, 25 
sil ve bratz o camba franher 

ni ren de sos ops sofranher, 

quar vîlan, si dieus m'ampar! 

a cel que pus li pot tanher, 

per planher ni per complanher 30 

I. Mout] mot R. — veij uey la R. — 2. la malvada] estar falsa R. — 
4. desfar] mermar R. — 5. enj e R. — vint] XX C R. — trenta] XXX R. — 
6. els trop nutz] pueys los uey R. — 7. e van lur] anar del R. — 8. s'ieu] 
sin R. — 

9. Vilas a costum de] vilan ab te de R. — 10. que de gent viure] que 
destar ne de R. — 12. lauer C. aucr R. — foUejar] forssenar R. — 13. per 
quel deu hom] per com li deu R. — lentremueia C. — 14. totas] mantas R. — 
fazos C. — 15. despensar] apanar R. — 

1 7. ben non serma] non aerma C. — 19. et es pecx qui be nol merma R. — 
20. ve] vetz C. — sobrepujar] trop aut montar R. — 21. uilan CR. — pus] 
can R. — conferma] referma R. — 22. e*n tan ferm] ni en fort R. — 
coferma R. — 23. non ha de maleza R. — 24. adzerma R. — 

26. sil] quil R. — ve] uetz C. — 0] ni R. — 27. ren] res R. — 
28. m'ampar] me gar R. — 29. fehlt C. — 30. fehlt R. — 



179 



nnlhs hom nol deu ajudar, 
enans deu lo fag reíranher. 

Rassa, vilana tafura, 
plena d'enjan e d'uzura, 
d'erguelh e de desmezura — 35 

lur faitz non pot hom durar, 
quar dìeu geton a non-cura 
e lejaltat e drechura, 
Adam cujon contrafar; 
dieus lur don mal' aventural 40 



31. nulhs hom nol deu] no uol del sien R. — 32. enans] per com R. — lo 
íag] lo feg C. sos faitz R. — 

33. Strophe 5 fehlt in R. — 37. dieus C. 

28. 

Das folgende Lied fìndet sich in den Handschriften ÂCDJ 
K R T U V. Da nun die dritte Strophe und das zweite Geleit sich 
nur in CJKRT finden, so kônnte es danach scheinen, dass die 
eben genannten Handschriften einer Gruppe und die iibrigen 
einer andem zuzurechnen seien. Dem widersprechen aber die 
Lesarten, welche vielmehr eine andre Classification verlangen. 
Danach w{irde die Haupteintheilung : Â D J K und C R T U V sein ; 
dort sondem sich sod^m J K von  und D ab, hier treten einer- 
seits CRT, andrerseits UV zusammen, sodass sich die gegen- 
seitige Âbhângigkeit figiirlich so darstellen lâsst: 

z 

I 



I I 

» y 

I I 



II II 

V JK n t 

I I I 



i X 111 

A D s R U 



i 



I 



i 



I 

T 



Das Verhâltniss von x und y ergiebt sich aus folgenden Versen: 
v. 25, wo y ^al senher** las, wâhrend AD JK „del senhor** zeigen; 
V. 30 dagegen haben die Handschriften von x „e", wo der Sinn 
tjEoas^ verlangt, das sich auch in C T findet, wâhrend U V abweicht 
(R hat die ganze Strophe nicht); v. 32 las x „que oimais", y dagegen 
y,qu'ogan mais''; v. 47 las x „s'anon", y „se van"; v. 48 scheint y 
das richtige „cui bos" gehabt zu haben, obwohl UV schon den 
Fehler „cui bon" zeigen, Â D J K haben aber gemeinschaítlich „que 
bon". — Wenn diese Eintheilung aber die richtige ist, so ergiebt 
sich daraus auch, dass die drìtte Strophe und das zweite Geleit 

12» 



i8o 

echt sein mûssen, da sie sich in fùnf Handschriften beíìnden, die 
zu verschiedenen , von einander unabhângigen Typen gehôren. — 
Die Gruppirung innerhalb x und y ergiebt sich leicht, A und D 
sondem sich von J K durch das Fehlen der beiden genannten 
Strophen ; C R T von U V durch gemeinsame Fehler, namlich v. 2 „e 
sapchatz que no mes belh" statt „de guerra far ab castel", v. 3 „quar 
anc (car ieu R)" statt „e car", v. 4 „passat ha (fehlt T) im** statt 
„mais aura d'un", v. 16 „ben" statt „tuit", v. 21 „3^em" statt „estiii", 
V. 40 „senferaa" statt „enfema". Auch U und V weisen meh- 
rere gemeinsame Abweichungen auf, so v. 4 „ui" statt „vim*', v. 5 
„me U, mel V" statt ,4n'o**, v. 7 „autres" statt „autre", v. 8 „seingnier** 
statt „senhor", v. 10 „el" statt „els", v. 16 „que tot auran" statt „tuit 
venran a", v. 25 „miradol" statt „Mirandol", v. 30 „se (sa V) tot se fan" 
statt „mas non son tan", v. 31 „qe ben" statt „beu non", v. 36 „sèingnier 
flanc" statt „senhor flac", v.^8 „qe" statt „e**, „denier** statt „deniers", 
V. 39 „qe perdet" statt „e pendet", v. 4 1 „las" statt „Ia", v. 42 „me** statt 
„m'es", V. 45 „que" statt „car", v. 46 „sofra" statt „sofre", v. 5 1 „adreit e 
franc" statt „franc e cortes", v. 52 „a" statt „ab", v. 54 „a me" statt 
„am", V. 55 „a me" statt „am", v. 56 „rei" statt ,.reis", v.57 „lo" statt 
„la", V. 59 „a" statt „en". — Endlich mûssen noch diejenigen Punkte 
hervorgehoben werden, wo C T die gleichen Fehler zeigen, wàhrend 
R das Richtige liest. Dies findet Statt v. 6 „estan" statt „n'estan", 
v. 1 1 „cui es" statt „que ten", v. 1 5 „merces" statt „merce", v. 2 1 
„son" statt „ven", v. 53 „per aquelh eys" statt „tot per aital (per 
tot aytal R)", v. 55 „onor" statt „ricor". 

Die Reihenfolge der Strophen ist die von ADJKUV, doch 
fehlen in A D U V Strophe 3 und 9 ; in R fehlt Strophe 4 und 6, 
in T fehlt die sechste Strophe, und die ûbrigen erscheinen in fol- 
gender Ordnung: i, 2, 3, 4, 7, 5, 9, 8; C endlich ordnet i, 2, 3, 
6> 5» 4» 7> S> 9« — Orthographie nach JK. 

1. Molt m'es descendre carcol, 
de guerra far ab castel, 

e, car assaut ni cembel 

non vim, mais aura d'un an, 

e tenh m'o a gran affan; 5 

car il n'estan per paor 

e nos autre per s'amor 

del senhor de Molïema. 

2. Quels agusa els esmol 

els toca coma coutel 10 

lo senher que ten Bordel, 

mas trop son espes denan 

e moz devas lo trenchan 

e plus lejal d'un prior; 

merce de Tesmoledor 15 

tuit venran a vita etema. 

16. tuit] ben CRT. qe Q V. — 



i8i 



3. Ja'n Verlais de Mosterol 
nì'n Guilhems de Monmaurel 
no agren cor tan isnel 

com nostre baro cada an, 20 

can ven a l'estiu intran; 

puois, quan intr'a la fredor, 

Tarditz toma en paor, 

can lo clars temps s'esbuzema. 

4. Del senhor de Mirandol, 25 
qui ten Cruisa e Martel, 

no cre, ogan se revel, 

tro que veja que faran 

Franceis, que van menassan; 

mas non son tan gabador, 30 

ben non atendol pascor, 

que oimais plou et invema. 

5. Aragones fan gran dol, 
Catalan e cel d'Urgel, 

car non an qui los capdel 35 

mas im senhor flac e gran, 

tal ques lausa en chantan 

e vol mais deniers c'onor 

e pendet son ansessor, 

per ques destrui et enferna. 40 

6. Lai vir on la dens me dol, 
vas cella de cui m'es bel 
qu'ieu la repti e Tapel 

de tracion e d'engan, 

car per son leugier talan 45 

sofre quel fals fcnhedor 

s'anon fenhen de s'amor 

de leis cui bos pretz govema. 

7. Eu sai un austor tresol, 

mudat, qu'anc non pres ausel, 50 

franc e cortes et isnel, 



17—24 fehlcn ADU V. ~ 17. Ja'n] lan JK. en R. gies T. — Verlais] 
verlai J K. berlay C. bemart T ; B. R. — Mostrairol J K. mostairol C. 
mostarol R. — 18. guiUem CJK. gullem T; G. R. — 19. agren cor tan] 
agren coz tan JK. an lur cor tant T. lur cost ni an C. — 21. ven] son T. ^ — 
can ven] falh lay R. — Testiu] lyuem C. yuem R T. — 22. puoisj e C R. — 
intr'a] uen a T. son aC.se tray R. — fredor] chalor C T. verdor R. — 
23. rarditz toma] lardit toma JK. toman lardit R. torna larditz CT. — 
paor] doussor C. dosor T. ualor R. — 24. can] per T. — s'esbuzema] qui 
sesbuema T. sabinuema JK. sabuema R. — 

25 — 32 fehlen R. — 25. Del senhor] ial segner TUV. ial senhor C. — 
26. Cniisa] craeissa C. crucha T. coissan U. caissan V. enuisa J K. gresa D. 
glesa A. — 30. mas] e ADJ. el K. — mas non son tan] se (sa V) tot se 
fan U V. — 32. que oìmais] car oimais A. quogan mais C T U V. — 

41 — 48 fehlen in RT. — 47. s'anon] se uan CU V. — 48. cui bos] cui 
bon U V. que bon A D J K. — 



l82 



ab cui eu m'apel Tristan, 

e tot per aital semblan 

am pres per entendedor 

et am dat mais de rìcor 55 

que, s'era reis de Palema. 

8. Trìstans, per la vostr'amor 
me veiran tomejador 

en Peitau, qui quem n'esquema. 

9. Puois la regìna d'amor 60 
m'a pres per entendedor, 

ben posc far cinc et ilh tema. 



53. tot per aital] per tot aytal R. il per aital U V. per aquelh eys C T. — 
57. Tristan A C D J K R T U V. — 59. qui] que U. quis D J K T. — 
60—62 fehlen in ADUV. 

29. 

Die elf Handschriften , welche bei diesem Lîede in Frage 
konmien , nâmlich ACDFJKMRTUV stehen zu einander in 
einem Abhángigfceitsverhàltniss, welches durch folgende Figur deut- 
lich gemacht wird: 

z 

I 



1 I 

í î 



I I I 

A F u 

I 



II II 

D JK UV t 



L 

1" " "~ I 

s r 

I I 



M T C R 

Die Haupteintheilung, nâmlich die in x und y, ergiebt sich aus den 
Varianten der Verse 4, 9, 12, 16, ^2^^ 34, 41, 43, 44. — Dass 
sodann D und J K nâher zusammengehôren , ergiebt sich aus fol- 
genden gemeinschaftlichen Fehlein dieser drei Handschriften: v. 13 
„eu non ai'' statt „non ai ges'S v. 16 „au'' statt „al'S v. 20 ,4a^gu^'' 
statt ,,1'asetges", v. 27 „cairac" statt „Caiarc**. — Fùr die Steliung 
von F andrersdts sind diejenigen Fâlle entscheidend, în welchen F 
die durch y geschûtzte richtige Lesart hat, wáhrend CMRTUV 
die gleichen Fehler zeigen; dies ist der Fall v, 13, wo F richtig „ai ges** 
hat gegen „es mieus" jener Handschriften , v. 2^ „lo mieilis de sos" 
gegen „de sos melhors", v. 29 „sil reis li da", wâhrend u „sil 
baiUal reis" gelesen hat, "^» ^2 „los", wo u offenbar „sos" sehrieb. — 
Von u sondem sich sodann C M R T durch ûbereinstimmende 



i83 

Eigenthûmlichkeiten ab, wàhrend U V die correcte Lesart aufweisen, 
z,B. V. 13 „e" statt „mas", v. 15 „a** statt „de", v. 28 „mon" (auch in T) 
statt „mos", V. 36 „en bas si (sotz T) plomba" statt „aval jos tomba", 
V. 37 Msai vos dire (vostçe C)" statt „dirai vos ben", v. 38 „com" 
statt „qu'ieu", ib. „anc nom volc tener" statt „nom vol retener". 
Manchmal stimmen auch nur drei dieser Handschriften, wâhrend 
die vierte eine willkûrliche Abweichung zeigt , z. B. v. 30 „ aurian " 
C R T „agra en" M statt „aura'n", v. 36 „e puoj" C R T „e sailh" 
M statt „e leva", v. 39 „iom ni respieg" CMR, „dit respeit" T 
statt „que nom manten". — Dass U und V zusammengehôren, er- 
giebt sich auf den ersten Blick (cf. im Anhang v. 3, 5, 6, 7, 8, 
9 etc). — M und T haben ebenfalls mehrere gemeinsame Beson- 
derheiten, z. B. v. 4 „del (de M) rei" statt „dcls reis", derselbe 
Fehler zufallig auch in U V ; sodann ib. „sin vei" gegen „quan vei" in 
CR statt „vezer**, v. 9 „colp receubut", wáhrend x und die aus ihm 
geflossenen Hss. „colps receubutz" lasen, v. 1 7 „nages" statt „n*agues", 
v. 28 „qe" statt „pois", wo C R richtig lesen. Hàufiger findet der 
umgekehrte Fall Statt, d. h. C R haUîn gemtnnsame Fehler, so v. i 
„estarai" statt „puosc mudar", v. 2 „an" und „fach" statt „a" und 
„traich", v. 3 „e" statt „car", v. 4 „que mi play" statt „quem plai 
ben" und „lur** statt „la", v. 5 „pals e" statt „paisson", v. 7 „amassem" 
C, „amallem" R statt „encontrem", v. 9 „colps nagra ieu" statt 
„qu'ieu n'agra colps", v. 12 „mon oc" statt „que n'Oc", v. 13 „nil" 
statt „ni", V. 14 „e non pues" statt „qu'ieu puosca" etc. 

Die Strophen sind nach der Folge geordnet, in welcher sie in 

ADFJKUV erscheinen; CR ordnet: i, 4, 2, 3, 5, M: i, 4, 3, 

2, 5, 6; T endlich: i, 3, 4, 2, 5, 6; die Tornada fehlt also in 
CR. — Die Orthographie nach A. 

1. Non puosc mudar, un chantar non esparga, 
pois n'Oc e Non a mes fuoc e traich sanc, 
car grans gerra fai d'escars senhor larc, 

per quem plai ben dels reis vezer la bomba, 

que n'ajon ops paisson, cordas e pom, 5 

e'n sion trap tendut per fors jazer, 

ens encontrem a milliers et a cens, 

sí c'apres nos en chant hom de la gesta. 

2. Qu'ieu n'agra colps receubutz en ma targa 

e faich vermelh de mon gonfanon blanc, 10 

mas per aisso m'en sofïrisc e m'en parc 

que n'Oc e Non conosc qu'un dat mi plomba. 



4. vezer la] sin uei la M T. quan uei lur C R. auzir la A D J K. — 
7. cns] es FUV. els M. — 8. en] fehlt UV. — de la] pois de AD. pois 
de la U V. — 

9. colps] colp A D J K M U. fehlt T. — receubutz] receubut A D J K 
MTU. — II. sofrrisc] sofTric JK. sofri CMRUV. suffier F. fuc T. ~ 
12. conosc qu'un] sap ben qun (qeun U) U V. me par quel T. vei que un 
ADJK, que ab us C. cap R. — 



i84 

mas non ai ges Lizìnhan ni Rancom, 

qu'ieu puosca lonh ostejar ses aver, 

mas ajudar puosc de mos conoissens, 15 

escut al col e capel en ma testa. 

3. Sil reis Felips n'agues ars una barga 
denan Giortz o crebat un estanc, 

sì qu'a Roam întres per forssa el parc, 

que l'asetges pei puoig e per ia comba, 20 

c'om no'n pogues traire breu ses colom: 

adoncs sai eu qu'el volgra far parer 

Carle, que fon dels mielhs de sos parens* 

per cui fon Polha e Sansonha conquesta. 

4. Anta l'adutz e de pretz lo descarga 25 
gerra cellui cui hom no'n troba h'anc, 

per qu'eu non cuich, lais Caortz ni Caiarc 

mos Oc e Non, pois tant sap de trastomba; 

sil reis lí da lo thesaur de Chinom, 

de gerra a cor e aura'n pois poder; 30 

tant l'es trebalhs e messios plazens 

que los amics els enemics tempesta. 

5. Anc naus en mar, quand a perdut sa barga 
et a mal temps e vai urtar al ranc 

e cor plus fort qu'una sajeta d'arc 35 

e leva en aut e puois aval jos tomba, 

non trais anc pieitz, e dirai vos ben com, 

qu'ieu fatz per lieis que nom vol retener, 

que nom manten jom, terme, ni covens, 

per que mos jois, qu'era florítz, bisesta. 40 

6. Vai, Papiols, ades tost e correns, 
a Trâinac sias anz de la festa; 

7. Dim a'n Rotgier et a totz sos parens 

qu'ieu non trob mais „omba" ni „om" ni „esta". 

1 3. Lizinhan] lisignan F. lezingnan D. lenzignan J K. lizinan A. lisinans 
V. luzinans U. lezianz M. lisenhas R. le sinha T. li senhal C. — 16. escut] 
lescut ADJK. — al] a CFUV. — e] el DJKM. — 

V. 19. fehlt D. — si qu'a Roam] qa roam FT. quardan JK. o a roam 
A. o auríom UV. quar quant C. car ais R. — 

V. 26. no*n] lon T. lo J K. en A D. — 

33. en] e T. de A D J K. — 34, e vai] que va C. e uol D J K U V. 
eis uol A. — 

41 — 44 fehlen in CR. — 41. Papiols] siruentes ADF JK, in F ausser- 
dem als Varíante „papiols'^ papiol MTUV. — 43. sos] mos ADJK — 
44. qu'ieu non] qe noi ADJK. — mais] plus ADJKM. 

30. 

Dies Gedicht ist wohI ein Halb-Sîrventes wie 25, da es nur 

aus 2 Strophen und einem Geleit besteht Es liegt in 5 Hand- 

schriften vor, namlich D^F JKd, welche in zwei Gruppen zerfallen, 

indem auf der einen Sdte D° und F, auf der andem JKd der 



i85 



Regel nach zusammengehen. Das Geleit findet sich nìcht in D*^ F. 
Die Orthographie ist die von F. 

1. Nostre senher somonis el meteis 
totz los arditz els valenz els prezatz, 
qu'anc mais guerra ni cocha nol destreis, 
mas d'aquesta si ten fort per grevatz; 

quar presa es la vera crotz el reis, 5 

el sepolcres ha de secors fraichura, 

don tuit crezem ab lial fe segura 

que lo saintz focs i deissen, qu'om o ve, 

per que no fai nul esfortz qui so cre. 

2. Cel qui es coms e ducs e sera reis 10 
s'es mes enan, per qu'es sos prez doblatz, 

qu'el vol mais prcz qu'om de las doas leis, 

dcls cristians e dels non-batejatz; 

e s'el vol prez, a las obras pareis, 

qu'el vol tan prez e tan bon' aventura, 15 

per que sos prez creis ades e melhura, 

qu'el vol lo prez del mal el prez del be: 

tant ama prez, qu'ambedos los rete. 

3. Âras sai eu qu'adreitz vol esser reis 

lo reis Felips, que dizen qu'es crozatz, 20 

et anc Carles en tal pretz no s'empeis 
cum el fara, d'aiso s'es ben vanatz. 



2. prezaU] presans J K d. — 3. guerra ni cocha] cocha ni guerra Do . 
4. mas] nas F. e J K d. — se ten] ten se J K d. — 5. quar] que J K d. 
7. leial Dc. leia JKd. — 8. i] o JKd. — 9. no] noi JKd. — 

13. e] ni JKd. — batejatz] bapteiat Do. — 14, s*el] cel JKd. 
18. tant ama] e uol tant JKd. — los] lor Do. lo F, — 

19. Das Geleit íìndet sich nur in JKd. 



31- 

Elf Handschriften besitzen dies Lied, nâmlich ABCDEFJK 
R U V, von denen jedoch U nur die ersten 6 Zeilen enthâlt Dle 
verschiedenen Lcsarten verhalten sich in folgender Weise zu ein- 
ander: 

s 

I 





1 






1 










t 






u 
















1 
1 


1 








1 


1 






V 


AB 




X 


y 








1 






1 


1 






1 


1 


1 


1 1 




1 

i 




D 


JK 




F 


UV E 




z 












1 


r 

1 

c 


J . 


' 1 

R 



idó 

D J K sondem sich durch eînige Fehler ab, wo A B die durch dîe 
andem Handschriften gestûtzte richtige Lesart zeigt, z. B. v. 1 2 ^es** 
statt „ces", V. 15 „reis" statt „ges", v. 19 „guenris" J K, „guenrric** D 
statt „Henrics", v. 40 „que" statt „qu'ieu", v. 46 „digatz" J K, „digez" 
D statt „digas", v. 48 „e" statt „elh". — Iimerhalb der andem 
Gruppe wird die Stellung von C R bestimint durch Stellen, in 
denen beide von der richtigen Lesart gleichmâssig abweichen, 
nâmlich v. i „li baron son irat", v. 5 „es dregz", v. 26 fehlt in 
beiden, v. 39 „frances". Dass sodann CER zusammengehôren, 
ergiebt sich auf den ersten Blick aus den Versen 8 und 9, die 
in ihnen fehlen, sodann 11, 12, 13, 15, 16, 17, 18, 19 — 21, 22, 
28 etc. Schwieríger dagegen ist es, zu entscheiden, ob UV zu 
CER gehôren, oder mit F auf cinen Archetypus zurûclczufûhren 
sind. Fûr die erstere Annahme sprechen 3 Stellen, namlich v. 26, wo 
die Lesart von V „era (wohl fûr e ja) non ac" nahe mit der fehler- 
liaften von E verwandt ist „canc no i ac" (in C R fehlt der Vers), 
wáhrend F die richtige Lesart zeigt, v. 27 liest V mit CER das 
fehlerhafte „fon lo" statt „forolh", das sich in F findet, \. 2^ fehlt 
in C E R V „ lor ", das in F steht. Dagegen lassen sich folgende 
Stollen nur durch die; andre Annahme erkláren: v. 1 1 liest F „da- 
qels cinc", V „daqest çinc", wàhrend CER „dels comtatz" auf- 
weisen, das mit dem richtigen „sils comtatz" nahe verwandt ist; 
in dem selben Verse „aras menz" F, „al men" V fûr „a dire" 
ABCDEJKR; v. 24FV „que" gegen „quel" der andern Hss.; 
V. 25 „fransa" statt „Franssa'n", das C E R haben und durch A B D 
gestûtzt wird; in v. 29 liest statt „Henrics", das CER haben, F 
„geriu", V „garins"; v. 37 haben die selben beiden Handschriften 
„e demanda (demandra V) son drci", wáhrend CER mit „qua 
playdeyar estey" der Lesart der andern Gruppe „e vai querre plaidei" 
náher stehen. — Wie diese Frage aber auch beantwortet werden 
môge, fûr die Construction des Textes hat sie keine Bedeutung. 

In Bezug auf die Reihenfolge der Strophen zeigen A B D F J K V 
die von mir beobachtete, nur fehlt ixi V Strophe 3 und ein Theil 
der Geleite; CER ordnen: i, 6, 4, 3, 5, 2, 7, 8; U besitzt nur 
die ersten 6 Zeilen der ersten Strophe. — Die Orthographie nach A. 

1. Pois als baros enoja e lur pesa 
d'aquesta patz qu'ant faicha li doi rei, 
farai chansson tal que, quand er apresa, 
a cadâun sera tart que guerrei; 

e no m'es bel de rei qu'en patz estei 5 

deseretatz ni que perda son drei, 

tro la demanda qu'a faita a conquesa. 

2. Ad ambedos ten hom ad avolesa 

car ant fait plaich don quecs de lor sordei; 

V. I — 5 sind in E zerstôrt. — 7. qu'a faita a] qa íaita V. que iai ha 
E J K R. que fai aia C. qel fai aia F. — 

V. 8 und 9 fehlen in C E R. — 9. don quecs de lor] don es dels lo F. 
de chascun V. — 



i87 



cinc ducatz a la corona francesa, lO 

e, sils comtatz, son a dire ii trei; 
e de Giortz pert lo ces e l'esplei 
e Caersins reman sai en trepei 
e Bretanha e la terra engolmesa. 

3. Ges aitals patz non melhura proesa 15 
cum aquesta ni autra c'om li grei, 

ní deu sofrír c'om li bais sa ríquesa, 

pois Esaudun a tomat deves sei 

ío reis Henrics e mes en son destrei, 

e nois cuges qu'a son home s'autrei, 20 

sil fìeu d'Angieu li merma una tesa. . 

4. Sil reìs engles li fetz don ni larguesa, 
al rei Felip, dreitz es que l'en mercei, 
quel fetz liurar la moneda englesa, 

qu'en Franssa'n son carzit sac e correi; 25 

e no foron Angevin ni Mansei, 
que d'esterlins forolh prímier conrei 
que desconfí la lor gen campanesa. 

5. Lo sors Henrics dis paraula cortesa, 

quan son nebot vic tomat en esfrei : 30 

que desarmatz volgra'n fos la fìns presa, 

quand fo armatz, non volc penre plaidei; 

e non semblet ges lo senhor d'Orlei, 

que desarmatz fon de pejor mercei 

que, quand el cap ac la ventalha mesa. 35 

6. A rei armat lo ten hom a flaquesa 
quand es en camp e vai querre plaidei; 
ben ant camjat honor per cobeesa, 
segon qu'auch dir, Bergonhon e Francei; 

e vaigra mais, per ia fe qu'ieu vos dei! 40 

al rei Felip, comenses io desrei 
que plaidejar armatz sobre la glesa. 



II. sils comtatz] dels comtatzCER. daqels cinc F. daqest çinc V. — 12. lo 
ces] lo ses DJK. lo sorz V. la rend CEFR. — 13. Caersins] caercin C. 
caersin D F R. caersi E. coartzi V. — 

V. 15 — 21 fehlen in V, v. 19 — 21 fehlen in CER, wo statt dessen zwei 
andre Verse stehen (cf. Anhang). — 20. cuges] cuzes F. cuicli ges A B. — 
son] sa F. — 

26. feUt CR. — 28. que desconfi] qe desconfìs F. qui desconfìs V. 
desconfìron D. que desconfiron CER. — 

29. sors] sor FJKV. sort CER. iors D. — Henrics] enric CER. 
guenris T K. guenrric D. geriu F. garins V. — 30. tomat] tomar D E F V. — 
31. quej totz BDJK. — volgra*n fos] uolgra fos D V. uolc qe fos F. 
uolgrauer CER. — 

V. 36 und 37 folgen in C E R hinter v. 39. — 37. querre] queren J K. 
penre B. — vai querre plaidei] qua playdeyar estey (lestey C R) C E R. ç 
demanda (demandra V) son dreî F V. — 



i88 

7. Vai, Papiols, mon sirventes adreí 
nú portaras part Crespín el Valei 

mon Isembart en la terra artesa; 45 

8. £ digas lì qu'a tal dompna soplei 
que marves pot jurar sobre la lei 

quelh melher es del mon elb plus cortesa. 

43. papiol ABCDEFJKV. — 

V. 45 — 48 fehlen V. — 47. pot] po D J K. — marves pot jurar] marues 
posc iurar F. iurar puesc marues CER. — la] ma CEFR. — 48. queih] 
quel C D J K R. quill E. qe F. — melher] genser C E F R. — elh] el C F R. 
e DJK. 

32. 

Dies Lied bríngei^ uns die acht Handschríften ABCDEFJK, 
die sich wahrscheinlich in folgender Weise zu einander verhalten : 













z 
1 














1 








1 










y 








X 








1 


1 


1 






1 






1 




1 






V 




AB 




C 




£ 






1 
















1 




1 






u 




JK 














1 




















1 














D 




F 















Zweifelhaft erscheínt, wie schon frùher, die Stellung von F. In 
einigen Punkten zeigt es nâmlich mit D J K gemeinsame Fehler, 
wo alle andem Handschriften das Richtige haben, nâmlich v. 9 
„esser soudadiers" statt „e siei soldadier'*; v. 25 „tolosan'' statt 
„Tolsal"; v. 48 „deus" statt „des"; dazu kommt noch v. 13, in 
welchem D F „cordailles" statt „Carlades" lesen, sodass man hieraus 
den Schluss ziehen muss, dass F zu dem Typus v gehôrt und zwar 
speziell mit D nahe venvandt ist Eigenthûmlicher Weise passt 
dies Verhâltniss jedoch nicht fûr das ganze Gedicht, vielmehr lâsst 
sich nachweisen, dass in Strophe 5 und 7 F mit C £ auf den selben 
Archetypus zurûckzufûhren ist, da diese drei Handschríften hier 
mchrfach die gleichen Unríchtigkeiten aufweisen, nâmlich v. 38 
„cobre** statt „cobrera", wie alle andem Manuscrípte zeigen; v. 39 
„sil" statt „quel"; v. 44 „val mil tans (tant F)" statt „melhs e tant"; 
v. 57 lesen sie nicht „quintals" wie ABDJK, sondem „cuizas F, 
cocha C, coita E"; v. 61 „ac pres" statt „n*ac traich". Wir mûssen 
also auch hier annehmen, dass F zwei Vorlagen benutzt hat (cf. 29, 
41). — Dass endlich C und £ zusammengehôren, folgt aus den 
unter dem Text angegebenen Varíanten von v. 11, 13, 26, 30, 31, 
34» 36, 47, 48, 51, 58, 59. — Die Reihenfolge der Strophen ist 
in allen Manuscripten dieselbe. — Die Orthographìe nach A. 



i89 

• 

1. Pois lo gens terminís íloritz 
s*espandis gauzions e gais, 
m'es vengut en cor que m'eslais 
de far un novel sirventes 

on sapchont li Aragones 5 

c'ab mal agur, 

d'aisso sion ilh tuich segur, 

sai venc lo reis, don es aunitz, 

e siei soldadier logaditz. 

2. Sos bas paratge sobrissitz 10 
sai que fenira coma lais 

e tomara lai don se trais, 

a Melhau et en Carlades; 

quand quecs n'aura son dreich conques, 

an s'en vas Sur; 15 

greu er que en mar nol debur 

l'aura, car tant es pauc arditz, 

flacs e vans e sojomaditz. 

3. Proenssa pert, don es issitz, 

que son frair Sanson prezon mais; 20 

qu'el non a sonh mas que s'engrais 

e beva per Rossilhones, 

on fo deseretatz Jauíres; 

qu'a Vilamur 

e'n Tolsal tenon per prejur 25 

tuich cilh ab cui s'era plevitz, 

car los a per paor giquitz. 

4. Lo reis cui es Castrasoritz 
e ten de Toletal palais 

lau que mostre de sos eslais 30 

sai al filh del Barsalones, 

car per drdch sos malvatz hom es; 

del rei tafur 

pretz mais sa cort e son atur, 

non fatz cella don fui trahitz 35 

lo jom qu'el fon per mi servitz. 

5. Lo bons reis Garsia Ramitz 
cobrera, quan vidalh sofrais, 

7. d'aisso] daquo CEJK. — ilh] cil E. ben C. — 

10. paratges ABCDEFJK. — ii. coma] cama CE. — 13. Melhau] 
meill lai E. melay C. — et] o C. ho E. — 16. en] la C E. — 17, Taura, carj 
lai ira E. lay ira C. la ira DJK. lai irai F. — 

20. Sanson] sancho C. sanchol E. — 23. on] don AB. — 25. tenon] 
ten hom CE. — 26. tuich cilh] totz sels CE. — 

30. eslais] essais CE. — 31. al filh del] als fíls dels (del C) C E. — 
34. pretz mais] mais am C E. — 36. lo jom qu'el fon per mì] lendema quels 
aigm CE. — 

37. bons rcis] bon rd C E. — 38. cobrera] cobre C E F. — vidalh] 
ttida ti EF. uidal C. — 



IQO 

Aragon, quel monges restrais; 

el bons reis navars, cui dreitz es, 40 

cobraral ab sos Alanes, 

sol s'i atur; 

aìtant cum aurs val mais d'azur 

val melhs e tant es plus complitz 

sos pretz que del rei apostitz. 45 

6. Per cella de cui es maritz, 
per la bona rêinam lais, 

e des quem dis so don m'apais; 

Berengier de Besaudunes 

li retraissera, sil plagues; 50 

mas tot rencur 

sos malvatz faitz, que son tafur, 

car per el fo mortz e trahitz, 

don es sos linhatge aunitz. 

7. Mout trahi laich Femperairitz 55 
cum fals reis prejurs e savais, 

quand pres a quintals et a fais 

Taver que Manûels trames 

e la rauba e tot rames; 

pois ab cor dur, 60 

quand n'ac traich lo vert el madur, 

el n'envïet per mar marritz 

la dompna els Grecs que ac trahitz. 

39. quell sil CE. sel F. — 41. cobraral] cobrara BCDEFJR. — 
43. aitantj quaitant C E. — 44. melhs e tant] mil tans (tant F) et C E F. — 
47. rêìnam] reina CE. — 48. so donl que uol C. tan E. — 49, Berengiers 
ABDF. — 51. fehlt CE. — rencurj recur ADJK. retur F. — 54. don} 
on C E D J K. — lignatges A B C D E F. — 

57. quintals] coita E. cocha C. cuizas F. — 58. que Manûels trames] 
que maint uentre aun mes E. quen mant uentre a mes C. — 59. e det la son 
írair en (don E) iacmes CE. — 60. cor] con CE. — 61. n'ac traich] ac 
pres C E F. 

33' 

Die sechs Handschriften, aus welchen wir das nachstehende 

Lied kennen lemen, grappiren sich in folgender Weise: 

z 

I 



I I 

y c 



I 



I 

X 

I 



1 



I I 

V F 



D 



jlc 



Diejenigen Stellen, în welchen A und C die richtige Lesart be- 
wahren, wâhrend alle andem Handschriften gemeinsame Fehler auf- 
weisen, sind folgende: v. 12 lesen DFJK „torena et" statt „a 
sobrìer totz"; v. 16 „que" statt „qu'un"; v. 21 „aural coms pro" 
statt „aura prol coms"; v. 26 „fossen pres" statt „fos en pes"; 
V. 31 „que el" statt „tro que"; v. ^^ „la uilla" statt „la isla". So- 
dann sind einige charakterístische Punkte hervorzuheben, in welchen 
F mit A und C geht, wahrend in DJK die gleichen Fehler auf- 
treten; so lesen Letztere in v. 20 „et armagnacs et artas e" statt 
„el senher d'Aics e cel cui es"; v. 25 „talliborcs" statt „Talha- 
borcs". — Eigenthiìmlich ist nur, dass in Strophe 5 bei Gelegen- 
heit der vielen Namen sich das Verhàltniss der Handschriften 
etwas zu verschieben und zu verwirren scheint, z. B. v. 34 liest C 
„Chaudu", A „Lenzon", F „Laudim", D „Laudun", und JK „Lenzen"; 
in demselben Verse „Chinon" C D F gegen „Chaslon" A J K; ebenso 
V. 35 „Qarasvals" CDF gegen „Claraval" AJK, auch v. 38 „joves 
reis" C D F gegen „reis joves" A J K. Wenn auch die letzte Stelle 
durch einen Zufall erklârt werden kann, so sind doch die zuerst 
genannten Uebereinstimmungen auffallend genug und wurden zu 
der Annahme berechtigen, dass fûr diese Strophe eine andre 
Gruppirung vorzunehmen wâre, wenn nicht v. 33 eine Bestátigung 
der Richtigkeit des oben gegebenen Schemas auch aus dieser 
Strophe enthielte. Wir haben ûbrigens schon ôfter gefunden, 
dass gerade bei der Angabe von Namen in den Handschriften 
zuweilen grosse Willkûr und daher Verwirrung herrscht. 

Die Reihenfolge der Strophen ist bei allen Handschriften die- 
selbe, doch fehlt das Geleit in D und F. — Die Orthographie ist 
nach A geregelt. 

1. Pois Ventadoms e Comboms ab Segur 
e Torena e Monfortz ab Gordo 

ant faich acort ab Peiregorc e jur, 

e li borzes si claven de viro: 

m'es bel qu'ieu chant e qu'ieu m'en entremeta 5 

d'un sirventes per lor assegurar; 

qu'ieu non vuolh ges, sia mia Toleta, 

per qu'ieu segurs non i auses estar. 

2. A! Puoig-Guilhems e Clarens e Granhol 

e Sains Estiers, mout avetz grand honor, 10 

et eu meteìs, qui conoisser lam vol, 



I. Ventadoms e Comboms ab] uentadom e combom e C. — 2. Mon- 
fortz ab Gordo] monfort e guordos C. — 3. ab Peiregorc e jur] a perjatog 
la jos C. — 4. si claven de viro] fant las uilas serrar A. fan adobar 11 
mur C, — 5. mes bon e belh huey mais quieu mentremeta C. — 6. lor 
assegurar] elhs aconortar C. — 8. segurs] segur A D F J K. — i] lai C. — 
estar] intrar C. — 

9. puoig (pueg C) guillem A C. pui guillems D J K F. — clarent A. — 
granolh C. — 10. saint estier (astier C) ACDFJK. — 11. lam] lom C. — 



192 

et a sobríer Engolesmes major 

d'en charretier que guerpis la charreta, 

non a deniers ni no'n pren ses paor; 

per qu'ab honor pretz mais pauca terreta 15 

qu'un gran empier tener a desonor. 

3. Sil rics vescoms que es caps dels Gascos, 
a cui apen Beams e Gavardas, 

e'n Vezians sis vol e'n Bemardos 

el senher d'Aics e cel cui es Marsas: 20 

d'aquella part aura prol coms que fassa, 

et eissamen, aissi cum el es pros, 

ab sa grand ost qu'atrai e que amassa 

passe s'en sai et ajosteis ab nos. 

4. Si Talhaborcs e Ponz e Lezinhas 25 
e Malleos e Taunais fos en pes, 

et a Siurac fos vescoms vius e sas, 

ja non creirai que non nos ajudes; 

cel de Toartz, pois lo coms lo menassa, 

tengas ab nos e non sia ges vas; 30 

e demandem li, tro que dreich nos fassa 

dels homes qu'el nos a traitz d*entrels mas. 

5. Entre Peitau e la Isla Bochart 
e Mirabel e Laudun e Chino, 

a Clarasvals ant bastit ses regart 35 

un bel chaslar e mes en plan chambo; 

mas non vuolh ges, lo sapcha ni lo veja 

lo joves reis, que nolh sabría bo; 

mas paor ai, pois que tant fort blancheja, 

que lo veira ben de Matafello. 40 

* 

12. sobrier] sorbier C. — Engolesmes] engolesme C. totz engolmes A. — 
et torena et engolmes DFJK. — 13. d'en] quen C. — que gnerpis la] ma 
gurpit sa C. — 14. non ac denier nin pres senes C. — 15. qu*ab] quaz C. — 
16. gran empier] emperì C. — 

17. que es caps] lo senher C. — 18. apenl saten AD F JK. — Beams 
e Gavardas] brartz c guaualdas C. — 19. sisj ho C. — bemados C. — 
20. dayx C. — marsas C, — 22. ab neys e men aissi quo uey es pros C. — 
23. ab sas grans gens quez atraj et amassa C. — 24. passe] poie A. uenha 
C. — Darauf folgen in C noch zwei Verse: et a bordelh pot remaner la 
rassa £ uas peitieus dressem los guomfainos. — 

25. talhaborc C. taillaborc A. — e pont e lezinha C. — 26. e malleoa 
e tempnays C. — 27. fehlt C. — 29. pois] mas C. — coms lo] coms li C. — 
30. tengas ab nos] uenha sen sai C. — 31. li, tro que dreich nos] entro que 
hom li C. — 32. dels homes qu'el nos] los homenes quom C. dels homenes 
qeus A. — a traitz] li trays C. — 

33. peitou K. peiteu D. peiteus F. peitieus C. — la Jsla] la ylhan C. 
lays la A. la uilla DFJK. — 34. mirabelh C. — Laudun] chaudu C. 
lenzon A. lenzen J K. — Chino] caslon A. chaslon J K. — 35. a] e C F. — 
claraual A J K. — ant bastit ses] bastis senes C. — 36. chaslarl castel D F. — 
e mes en] el mieg dun C. — 37. mas] mai C. e DF. — loj beide Male li 
C. — 38. lo reis ioues AJK. — 39. que tant] el tant DF. aitant C. — 
blanqueia C D F. — 40. que] quel A J K. — lo veira] li ueyon C. — cilh 
de matafelho C. — 



193 



6. Del rei Felip sabrem ben sî panteja 
o si segra los usatges Carlo 

7. D'en Talhafer, que per senhor Tautreja 
d'Engolesme, et el Ten a fait do; 

8. E non ea dreitz de rei que ren autreja, 45 
pos a dich d'oc, que mais diga de no. 



41 — 46 fehlen in DF. — 41. sabrem] ueirem F. — si panteja] sil 
paireia A J K. — 42. o sil segral bon usatge A J K. — 

43. D*en] mas C. — que per senhor] pus so senher C. — 44. et] 
on AJK. — 

45. E] quar C. — dreitz] bo C. — rei que ren] so que reys C. — 
46. pos] quant C. poisqu J K. — mais] pueys C. 

34. 

Acht Handschriften ûberliefem dies Gedicht, nâmlich ACDF 
JKMT, deren Abhàngigkeitsverhàltniss sich aus folgender Figur 
ergiebt : 







1 






y 






1 




1 






V 


JK 




1 








1 



1 

X 

1 




1 1 

M u 

1 




é 


1 
t 

1 



I 1 

F T 

Innerhalb des Typus y ist der Platz von D nicht mit Sicherheit 
anzugeben , da es manchmal mit A , manchmal mit J K gemein- 
schaftliche Fehler zeigt; letzteres v. 10 „quen razon domna d'amor**, 
obwohl hier A mit „quieu en razon ges dompna" auch nicht das 
Richtige zu haben scheint; ebenso lesen DJK v. 38 „quen" statt 
„qu'ab". Dem stehen jedoch gegenûber: v. ^2, wo A „motron", 
D „montron" lesen statt „Nontron", wie JK richtig hat; endlich 
V. 37, wo AD „golfiers" bringen, das noch obenein gegen den 
Reim verstôsst, wâhrend in JK sich das andervveítig gestûtzte 
„iofres" fìndet. — Auch die Gruppirung von x bietet Schwierig- 
keiten dar, da hier die Handschriftcn F M T sich so viele willkûrliche 
Abweichungen erlauben, dass es nicht leicht ist, charakteristische 
Merkmale fûr die Anordnung herauszufinden. Dass zunáchst C F T 
zu einem Typus zusammenzufassen und M gegenùberzustellen sind, 
geht am schlagendsten aus dem Umstande hervor, dass die ge- 
nannten drei Handschriften die beiden Verse 55 und 56 umstellen, 
wâhrend M die von A D J K beobachtete Reihenfolge beibehâlt. Die 
gemeinsamen Unrichtigkeiten von F T sodann sind folgende : v. 1 1 
„en (e T) dreit damor" statt „ni non domnei"; v. 17 „hom" statt 

«3 



194 

„qu'om"; -^,22 „estera" statt „estara". — Aber auch in unserem 
Gedichte scheint F noch eine zweite Vorlage benutzt zu haben, 
denn an einigen Stellen zeigt es im Gegensatz zu allen andem 
Handschriften eine Uebereinstimmung mit A, námlich v. 28 „fraich" 
A, „freit" T statt „faig" und v. -1^2 „motron" statt „Nontron"; auch 
V. 3 weicht F mit „torn" von CMT, die „temps" lesen, ab und 
stimmt mit A D J K. Dennoch zeigon die Varianten von v. 2, 3, 1 4, 
24, 2^2^ 51, dass F in allen entscheidenden Fàllen mit CFT sich 
A D J K gegenùberstellt. — Was die Vollstiindigkeit betriflt, so ent- 
halten die einzelnen Manuscripte folgende Strophen und in fol- 
gender Ordnung: ganz voUstándig ist nur C, das jedoch Strophe 4 
und 5 umstellt ; in der Gruppe y, also in A D J K, fehlt Strophe 6 
und das erste Geleit; in F ausserdera noch Strophe 5; M hat nur 
I, 6, 4, 7; T endlich i, 2, 3, 4, 5, 7, 8. — Die Orthographie ist 
nach J geregelt. 

1. Quan la novella flors par el vergan, 
on son vermelh, vert e blanc li brondel, 
per la dousor qu*ieu sent al torn de i'an 
chant autresi com fan li autre ausel; 

car per ausel me tenh en mantas res, 5 

car aus voler tot lo mielz qu'el mon es, 

voler Taus eu et aver cor volon, 

mas non l'aus dir mon cor, anz lolh rescon. 

2. Eu non sui drutz, ni d'amor nom fenh tan 
qu'el mon domna no'n rason ni n'apel, 10 
ni no domnei, e sim val autretan 

que lausengier fals, enojos, fradel, 

desensenhat, viUan e mal apres 

an de mi dit; tant ne son entremes 

que fan cujar que la genser del mon 15 

mi tenha gai, jausen e desiron. 

3. Qu'om ses domna non pot far d'amor chan, 
mas sirventes farai fresc e novel; 

puis castiar aiidon en guerrejan 

nostre baron lo senhor de Bordel 20 

e per forsa tomar franc e cortes, 

mal estara, s'ancar villans non es 



2. on] don C F M T. — bronclel] brotelh C. bordel F. blondellMT. — 
3. per] ab A D J K. — qu'ieu sent] qem uen F M. que ue T. que mou C. — 
tom] temps C M T. — 4. chan e deport F. cobbri mon chant C. uueilh 
malegrar M. malegrom chant T. — 6. tot lo mielz] la gensor F M. la 
genser C. lo milz T. — 

V. 9 — 16 fehlen M. — 10. qu'el mon domna no*n rason] qieu en razon 
ges dompna A. quen rason domna damor D J K. causor deman a rescos T. — 
14. an de mi dit; tant ne son] ant dich de mi tant en son A. man ab mentir 
aitan aut C. ma*ab lor dìtz fals tan aut T. qan en parlar aitan aut F. — 

V. 17 — 24 fchlen M. — 20. nostre baron] sai sei home F. per fort siey 
hom C. uais sos omes T. — 21. e per forsa tomar] e mai per fort lan fag C. 
et mais tuit es tan T. — qel sia francs sauis e ben apres F. — 



195 



tant que chascus aja gaug, sil respon, 
e nols enoi, si bels pela nils ton. 

4. Anta aura, s'aissi pert son aífan 25 
en Limoisi, on a trait tant cairel 

e tanta tor, tant mur e tant anvan 

faig e desfaig e fondut tant chastel 

e tant aver tolt e donat e mes 

e tant colp dat e reseubut e pres 30 

e tanta fam, tanta set e tant son 

com el a trait d*Agen tro a Nontron. 

5. Rassa, per vos remanon sai claman 
en Limoisi, de sai vas Monmaurel, 

per vostre pro avetz fait de lor dan, 35 

som dis n'Aimars el senher de Martel 

e'n Talhafers e*n Folcans e'n Jaufres 

et tuit aisel qu*ab vos s*eron enpres; 

non an las patz ges pcr vos en que son, 

anz fan lor grat lai al comte Raimon. 40 

6. Una ren sapchon c Breton e Norman 
e Angevi, Peitavi e Mancel 

que d'Ostasvalhs entro a Monferran 

e de Roziers entro a Mirabel 

noi aura un, no veja son arnes; 45 

e pueis lo coms o vol e sos dregz es, 

deman ades la terra sanh Aimon, 

tro quel pauzon la cresma sobrel fron. 

7. Sirventes, vai a'n Raimon Gauseran 

lai a Pinos, en ma rason Tespel 50 

quar tan aut son sei dit e sei deman 
de leis que ten Cabriera e Fon d'Urgel; 
a mon fraire en ren gratz e merces, 
de Bergida, del fin joi que m'enques, 



24. nols enoi] nos moua F T. uos monon C — si bels pela nils] sil pela o 
sil T. si belhs ra o sils C. si benl ra ni benl F. — 

25. aura] naura C. i aura A M T. — 31. tanta set] e tant set C. e tant 
freg M. c tant freic T. e mant freit F. — 32. tro a] truesca C F T. iusca M. — 
Nontron] raotron A F. montron D. naustron C. clarmon T. — 

V. 33 — 40 fehlen FM. — 34. Monmaurel] mon saurel ADJK. — 
35, per] pel A C. car per T. — de] lo C. fehlt T. — 37. Folcansl folcaut 
T. golfautz D J K. rostrans A. — 38. acels T. aquilh C. — qu*ab] cals T. 
quen D J K. — 

41 — 48 nur in C M. — 41. e Breton] breton C. — 42. Angevi] colonhas 
C. — 43. dostas uaus M. - 44. de Roziers] del libre M. — a Mirabel] lai 
mirabelh C. a san marcell M. — 45. no] nol M. — c mais ensems tro que 
lajam conques C. — 46. lo] le M. — lo coms o vol e] lezer uol coms ni C. — 
47. deman ades] demandiei tant C. — 48. pauzon] pauçom M. — tro la crisma 
li pauzon sus el fron C. — 

50. lai a] dreit a C T. cel de F M. — en] e F. qen A. que C M T. — 
5 1 . quar] pus C F T. mas M. — dit] prec C M T. fait F. — 54. del fin] del 
ric C M T. c del F. — 

13» 



que tot mon cor me tomet jauzioiiy 55 

quan nos partim amdoi al cap del pon. 

8. Gauseran Durtz e son írair, en Raimon, 
am atretan cum s'eron mei seguon. 

9. Si com Tausel son desotz l'Aurion, 

son las autras sotz la gensor del mon. 60 

55. tot mon cor] de gran dol M. de gran gioi T. de marrìt F. trist 
cor C. — 56. al] el A C. del MF. — 

57 und 58 nur in C T. — 57. ganserant T. — frair, en] fraire T. — 
58. atertan T. — 

59. desotz] tuit sotz CF. 

35- 

Von den neun Handschriften dieses Gedichtes habe ich nur 
acht, nâmlich ACDFJKRT benutzen kônnen, da Grûtzmacher 
in seiner Abschríft von U gerade unser Lied auslásst, weil es dort 
von spâterer Hand erst hinzugefûgt sei. Der Verlust ist aber leicht 
zu verschmerzen , da in dem voriiegenden Liede die Hand- 
schríften wenig auseinandergehen, ja so wemg, dass es sogar schwer 
ist, das Abhângigkeitsverhâltniss genau anzugeben. Zwar ergiebt 
sich nâmlich auf den ersten Blick, dass die Haupteintheilung A D J K 
von C F R T trennt. Dass sodann A D gegenûber von J K zusammen- 
gehôren, scheint aus v. 12 „canc" statt „quant", y. 22 „lui" statt „el", 
so wie aus dem Umstande hervorzugehen , dass in beiden v. 39, 
Strophe 7 und 8 ganz fehlen. — Schwieríger gestaltet sich die 
Frage auf der andem Seite. C hat die ríchtige Lesart, wâhrend 
F R T die gleichen Fehler haben, v. 40 „quen" C, „que" F R T und 
V. 48 „coutels" C, „coutel" FRT. Innerhalb der Gruppe FRT 
gehen bald R T, bald F T zusammen, so R T : v. 2 „los" fehlt, v. 3 
„chiuaus" statt „cavaus", v. 6 „sonar" statt „clar**, v. 14 „e dic o" statt 
„eu o dic", V. 18 „cun" statt „qu'us", v. 2;^ „car lai" R, „car" T statt 
„ quand " ; doch auch F T , z. B. : v. 2 1 „ per qeil (ce T) lau non " 
statt „enom par que", v.27 „qe gaston" statt „Gastons", v.29 „dels" F, 
„del" T statt „de sos", v.45 „a" statt „ab", v.46 „ni" statt „de", sodass 
nicht mit Bestimmtheit angegeben werden kann, welche gemeinsamen 
Fehler auf einem Zufall, welche auf Entlehnung beruhen. Fûr die 
Textgestaltung ist aber die Entscheidung dieser Frage nicht von 
Wichtigkeit, da sich der Archètypus von CFRT ohne Mûhe 
reconstruiren lâsst 

Die Strophe 7 findet sich nur in CFJKT, Strophe 8 nur in 
FJKT. Da diese Handschríften aber nicht bloss zu einem der 
beiden Haupttypen gehòren", so folgt daraus, dass die Strophen 
echt sind; dasselbe gilt von dem Geleit, obwohl D und R dasselbe 
nicht aufweisen. 

In der Reihenfolge weicht nur T ab, welches die Strophen: 
I, 2, 8, 3, 5, 4, 6, 7, 9 ordnet. — Dic Orthographie nach JK. 



197 



1. Quant vei pels vergîers desplegar 
los cendatz grocs, indis e blaus, 
m'adousa la vos dels cavaus 

el sonet que fan li juglar, 

que viulan de trap en tenda, 5 

trombas e com e graile clar; 

adoncs volh un sirventes far 

tal quel coms Richartz l'entenda. 

2. Ab lo rei mi volh acordar 
d'Aragon e tomar en paus, 10 
mas trop fon descauzitz e braus, 

quant venc sai sus per ostejar; 

per qu'es dregs qu'eu l'en reprenda, 

ieu o dìc per lui castiar, 

e pezam sil vei follejar 15 

e volh que de mi aprenda. 

3. Ab mil volon tuit encuzar, 
c'us me comdet de sos vassaus 
que de Castellot ac mals laus, 

quant ne fes n'Espanhol gitar; 20 

e nom par que si defenda 
ves el, s'el lo n'auza proar; 
e, quant intret per covidar, 
conquerri lai pauc de renda. 

4. Oimais no li puosc ren celar, 25 
anz li serai amics coraus: 

Gastons, cui es Beams e Paus, 

mi trames sai novas comdar 

que de sos pres pres esmenda 

del rei, quels i degra liurar, 30 

e volc en mais Taver portar 

que hom totz sos pres li renda. 

5. Que so m'an dig de lui joglar 
qu'en perdon an fags totz lur laus; 
s'anc lur det vestirs vertz ni blaus 35 
ni lor fes nulh denier donar, 

lag l'es c'om Ten sobreprenda 
que d'un sol s'en saup ben pagar. 



6. trombas] trompas C F R. et aug T. — com] coms C F R. cortz T. — 
graile] grale J K. grailes T. grasles R. — 

13. ren] lon 0. lo F R. lol D JK. — 

17. encuzar] acuzar CFRT. — 19. mals] mal AFR. mot mal C. ma 
T. — 22. s'el lo n'auza] si lo nausa F. sil le nausa R. si el nausa A D J K. 
sil nauzi T. sil auza C. — 24. conquerrí] conquerí A. conqerec FR. con- 
qucrre C R. conqiec T. — 

29. de sosj dels F. del T. — pres (Verbum)] prezes F, pretz es C. 
presatz T. ac R. — 30 und 31 in T umgestellt. — 34. fags] fag CFR. 
íái T. — 



içS 



d'Artuzet, don fai a blasmar, 

qu'en mes als Juzieus en venda. 40 

6. Peire joglar saup mal pagar, 
quel prestet deniers e cavaus, 
que la velha que Fons Ebraus 
aten, lo fes tot pessejar, 

qu'anc Tentresenhs fags ab benda 45 

de la jupa del rei d'armar, 
quel balhet, non lo puoc guizar, 
c'om ab coutels tot nol fenda. 

7. Peire Ròis saup divinar 

aì prim qu'el fo joves rejaus 50 

que no sería arditz ni maus 

e conoc lo al badalhar; 

reis que badalh ni s'estenda, 

quant au de batalha parlar, 

sembla, o fassa per vanejar 55 

o qu'en armas no s'entenda. 

8. Eu loi perdo sim fe mal far 
a Catalans ni a Laraus; 
puois lo senher cui es Peitaus 

loi mandet, non auset als far; 60 

e reis que logier atenda 
de senhor, bel deu afFanar, 
et el venc sai per gazeuihar 
mais que per autra fazenda. 

9. Volh, sapchal reis et aprenda 65 
de son grat e fassa cantar 

mon sirventes al rei navar 
e per Castella l'estenda. 



43. Fons Ebraus] fon e braus C. font ebzaus F. fon temps braus T. — 
44. aten] ateRT. atcnt D F J K. a temps (\ — 45. rentrcsenlis] entresscingz 
K R. antrescnh ('. entrcseiíîna T. — 46. d'armar] armar FRT. armat C. — 
47. non lo] nol li JK. no H F. nol RT. — 

49—56 fehlenin ADR. — SO. fo] uiCFJRT. — joves] iouc JKT. 
iouene .C. — 52. conoc lo] conosc be F. conosc T. parec be C. — 54. quant 
au] quanc aug J K. — 56. o qu'en] o per cen T. men J K. — 

57—64 fehlen in A C D R. — 57. loi] loil C lo JK. — 61. reis] rei 
C T. — 63. fehlt J K. — 

65 — 68 fehlen D R. — 65. Volh" sapchal] be uuoill sapchal A. 
íîossalbo C. es al bon F. io al bons T. — et] fehlt C F T. — 66. son grat] 
sagra F. sagro T. fragra C. 



->6. 



Das Verhíiltniss der sechs Ilandschriften, dic uns dies Gedicht 
ubcrliefert habeu, ergiebt sich aus folgender Figur: 



199 





r 










y 




X 










1 






; i 


1 
C 




1 

M 




1 








1 


1 
1 








D 


JK 









Nur zwei Stellen scheinen sich diesem Schema nicht zu fûgen, 
V. 14 und V. ^2. In v. 14 scheint mir „corelha" die ursprûngliche 
Lesart zu sein , die sich in A und D erhalten hat ; J K lesen 
„qiierrella", C und M sind auch abgewichen: M liest „companha", 
C, wie JK, „querrela". Wir kònnen dies ZusammentrefFen aber 
un2weifelhaft einem Zufall zuschreiben, da es sehr leicht môglich 
war, dass zwei Copisten unabhângig von einander statt des nicht 
sehr háufigen „corelha" das ihnen geláufigere, dabei synonyme und 
obenein in der Form àhnliche „querela" wáhlten. Ebenso beruht 
in V. 32 der gemeinsame Fehler von AM „ab" statt „e" wohl auf 
einem ZufalL 

Die Reihenfolge der Strophen ist nicht ûberall die gleiche ; 
y, d. h. AD JK, stellt 2 und 3 um; M bringt 6 vor 4 und 5; das 
erste Geleit fehlt in C, beide in M, das dafiir ein andres aufzu- 
weisen hat — Die Orthographie nach A. 

1. Rassa, mes si son primier 
en la fìn que ant parlada 

li senhor elh mainadier 

elh baron de l'encontrada 

s'il an fag vas vos passada; 5 

et eu cal mal vos en mier, 

que terra non ai cobrada? 

2. Nos fom tal trenta gerrier, 
chascus ab capa traucada, 

tuich senhor e parsonier, 10 

per cor de gerra mesclada, 
c'anc non cobrem dinairada, 
anz, als colps quand ac mestier, 
ant lor corelha prestada. 

3. Cad' an mi laisson derrier, ' 15 
quan m'ant mes en la mesclada 

li gentil e li lainier; 



5, c sil fant uas uos estrada A D J K. — 

8. fom] som DJK. em A. — 12. cobrem] trobem M. aguem C. — 
13. anz als colps quand ac] ans qand a als colps A. ans le coms quar na M. 
al comte kar la C. — ac] es J K. — 14. ant] a C. — corclha] querrela C J K. — 
na sa compainha cobrada M. — 

15. cad'an] chascus A. ades M. totz temps C. — laisson] laissa A. — 



200 



pois qu'ant ma terra adermada 

et arsa et abrasada, 

dizont ciìh del Colombier 20 

qu'en prenda dreich, si m'agrada. 

4. Oimais seran ric portier, 
que tenrant porta serrada, 
e sabran arbalestier 

qu'es la patz en Tencontrada, 25 

c'om non lor dara soudada, 
ans auran chan e lebrier, 
del comte s'amor prìvada. 

5. Austor e falcon grùier, 

com e tabor en cuirada, 30 

e braquet e liamier, 

arc e sajeta barbada, 

gannacha e capa folrada 

et osas de salavier 

serant mais de lor mainada. 35 

6. Cercat ai da Monpeslier 
tro lai part la mar salada, 
que non trob baron entier 
c'aja proeza acabada, 

qu'el mieich luoc non sia oscada 40 

o fraicha en Tun cartier 
nì maìs us no m'i agrada. 

7. Bella dompna, a dieu vos quier, 
que tant vos ai desirada 

que mort m'ant li desirier, 45 

avinens dompna prezada. 

8. Na Tenpres gensser m'agrada, 
que m*a per son messatgier 

del mon la razon celada. 



18. pois qu*ant] pois que an D. pois quan man JK. quan man M. — terra 
adermada] terra ermada J K M. terra . . mada D. — e quan lur patz es par- 
lada C — 19. et arsa et] ni man ma terr C. — 20. del] de A. — 

23. que] quar C. e M. ' — 25. qu'es] que D JK. — que la patz ses 
encontrada C M. — 27. ans] doncs A. et D J K. — 

30. com] cors D J K. loire C M. — tabor] tabors A D J K. — en fehlt 
CM. — 31. e] li ADJK. — e] eil AD JK. — 32. e] ab AM. ~ 
33. gannacha e capa] gannacha larga (laigua D) A D J K. e gantz e capa M. — 

36. Cercat ai] serrat ai A. estat ai C. agutz sui M. — da] de D J K. 
en M. part C. — 37. tro lai part] tro sai en C. e de sa M. — 38. non] noy 
C M. — 39. c'aja] aia D J K.. — proeza] proez C. ualor M. — 40. qu*el 
miech luoc non sia] quez en luec no sia C. qe non sia mie M. — 41. en] da 
A. daus C. — Tun] lor JK. un M. — 42. m'i] men A. — 

43 — 46 fehlen C ; 43 — 49 fehlcn M ; In M statt dessen : Pauiol ten drech 
scntier Non tcmas uen ni gelada Digas mi a mon rainer Qe sa proesa 
magrada. — 43. bella] bona DJK. — 

47. Tenpres] temprel C. — 48. quc m'a per son] per cuj hieu suj C. — 
49. mon] nom JÌC. 



20I 

37. 

Das folgende Gedicht findet sich in den Handschriften C imd 
D zwei Mal, ausserdem aber noch in sieben anderen, sodass elf 
Redactionen vorliegen, mn den Tcxt zu gestalten, nâmlich A C C^ 
D D® E F J K M R. Wie diese Handschriften aus dem vermuthlichen 
Urtext geílossen sind, mag, wenn wir zunàchst von der letzten 
Strophe absehen, welche besonders behandelt werden muss, durch 
folgende Figur veranschaulicht werden: 

z 

I 



i i 



I 



t 



I 
M 



II II I 

F C E C» R 



I 
DDo JK 



Dass A in der That allen andem Handschriften gegenûber eine 
Sonderstellung einnimmt, ergiebt sich zunâchst aus den Stellen, wo es 
mit einer gut verstándlichen Lesart einer in sâmmtlichen ûbrigen 
befìndlichen andem gegenûbertritt, z. B. v. 8 „mantenran" gegen 
„mantenon" in A, v. 15 „c'un" gegen „com", v. 20 „la" gegen „li", v. 24 
„a« gegen „fai", v. 30 „la" gegen „li", y. :^2 „que" gegen „qu'un", 
V- 35 ff^^ honra ni acuelh ni sona" gegen „ni acuolh ni met ni 
non sona", v. 37 „quier merce" gegen „mercelh quier". Besonders 
zwingend sind aber diejenigen Stellen, in denen nur A eine rich- 
tige, verstàndliche Lesart aufweist, wàhrend aJle andern Hand- 
schriften den gleichen Fehler zeigen; es sind dies zwei: v. 3 „sos 
pretz qua las melhors enoja", wie y liest, ist schlecht, weil das 
Subject „sos pretz" ohne Prádicat bleibt, wo A mit „sos pretz a 
las autras enoja" Heilung bringt, und v. 20, wo das „pot hom" 
von y in so fem unzulássig erscheint, als die Apposition „cilh que 
se fan" den Plural und nicht den Singular vorraussetzen lásst 
Auch hier scheint A mit „podon" das Richtige zu bringen. — Es 
kâmen nunmehr diejenigen Fálle in Betracht, in welchen A und t, 
d. h. C2MR, gegenùber von CDDcEFJK mit ihrer Lesart den 
Vorzug verdicnen. Dies findet sich v. 5 und 6, wo die zuletzt ge- 
nannten Handschriften ûbereinstimmend „de vezer que sa beutat 
(beutatz D D° J K) loja las pros qua sos ops cui quen coja" lesen, 
was nicht verstándlich îst , wâhrend A M R (in C^ fehlt die erste 
Strophe): „quel vezers de sa beltat loja los pros a sos ops, cui 
que coja" haben, was einen vortreíFlichen Sinn giebt; v. 17 lesen 



202 

A C^ M R : „de l'esquina" gegen „per l'esquina" aller andem Hand- 
schriften; v. 29 liest A „pois", x „de"; aus t liest R ebenfalls „pois", 
wáhrend C^ und M abweichen ; v. 43 zeigt À „ni", x „que" ; C* M R 
stimmen mit „e" zwar nicht dem Wortlaute, wohl aber dem Sinne 
nach zu A. Zahlreicher sind die Fâlle, in welchen A und x ùber- 
einstimmen, wáhrend C^ M R gemeinschafth'ch eine schlechte Lesart 
aufvveisen, z. B. v. 2 „de ieis" statt „cella"; v. 4 „ha poder qel" 
statt „que ren i" ; v. 7 „el" statt „quel" ; v. 1 1 „qe no ha mas un" 
statt „non vol mas un sol"; v. 12 „genta e corteza" R, „corteza 
genta" M statt „dompna qu'es fresca"; v. ig „bon" fehlt, dafûr 
„la gran" statt „la"; v. 31 „uol" statt „am" und „paubre" statt 
„pro"; V. 42 „parlan" statt „gaban". Dazu kommt, dass C^MR 
aus Strophe 2 und 3 durch Einschiebung unechter Verse 3 Strophen 
machen. Daraus folgt also, dass x und t Von einander unabhângig 
sind. Ebenso verhalten sich v und u innerhalb x. Denn erstens 
zeigen CE gemeinsame Fehler, wo DD^'FJR die gute Lesart 
haben, z. B. v. 19 „el" statt „al"; ib. „a" fehlt; v. 26 fehlt ganz in 
beiden; endlich v. 45 „baros" statt „Rassa". Andrerseits aber son- 
dem sich innerhalb v noch DD**J R durch gemeinschaftliche Fehler 
ab, so V. 5 „beutatz" statt „beltat" ; v. 8 „la" statt „sa" ; v. 1 5 „per" 
statt „pel"; v. 20 „ben" statt „leu"; v. 30 „qem" statt „que"; v. 37 
„noill" statt „non". Es bleibt endlich noch nachzuweisen , dass 
innerhalb C^ M R : C^ und R náher zusammen gehôren. Dies ergiebt 
sich aus V. 28 „nes" statt „es"; v. 29 „ma" statt „am" in y; v. s^ 
„duc" statt ,.rei" in y; v. 35 „ondra" statt „onra". — Eigenthûm- 
licher Weise ist das Verhâltniss der Handschriften in der letzten 
Strophe etwas abgeândert, indem hier v mit A zusammengeht, wie 
aus den Lesarten der Verse 45, 46, 47, 48, 49, 52, 53, 54 zur 
Flvidenz hervorgeht Innerhalb der Typen t, u und v hat sich 
nichts verschoben, wie mit LeichtigUeit nachgewiesen werden kônnte, 

sodass sich fûr diese Strophe das Verhâltniss so gestaltet: 

z 

I 



I I 

y » 



I 



I I I 

V A u t 

Die Reihenfolge der Strophen ist die von CDD<^EFJK; in 
A ist 2 und 3 umgestellt Die drei oben erwáhnten Strophen, 
welche C^ M R an Stclle dcr zweiten und dritten haben , setzen 
sich in folgender Weise zusammen: i) v. 11 — 17, 2 miechte und 
V. 31 — ^^; 2) V. 23 — 30 und drei unechte; 3) 6 unechte und 
v. 18 — 22. Diese drei Strophen ordnet M in der soeben ange- 
gebenen Folge, C^ ordnet: i , 3, 2; R: 2, i, 3. Ich theile die 
eingeschobencn Verse im Anhange mit. — Das erste Geleit fìndet 
sich nur in A C E M , doch fehlen in C die beiden letzten Vorse 
desselben ; das zweite wird von C E M uberìiefert — Orthographie 
nach A. 



203 

1. Rassa, tant creis e monta e poja 
cella qu'es de totz engans voja, 
sos pretz a las autras enoja, 
c'una noi a que ren i noja, 

quel vezers de sa beltat loja 5 

los pros a sos ops» cui que coja; 

quel plus conoissen elh melhor 

mantenon ades sa lauzor 

e la tenont per la genssor, 

qu'il sap far tan entier* honor, 10 

non vol mas un sol prejador. 

2. Rassa, dompna qu'es fresca e fina, 
coinda e gaja e mesquina, 

pel saur ab color de robina, 

blanca pel cors com flors d'espina, 15 

coide mol ab dura tetina 

e sembla conil de l'esquina; 

a la fìna fresca color, 

al bon pretz et a la lauzor 

leu podon triar la melhor 20 

cilh que se fant conoissedor 

de mi vas cal part ieu ador. 

3. Rassa, als rics es orgolhosa 
e fai gran sen a lei de tosa, 

que non vol Peitieu ni Tolosa 25 

ni Bretanha ni Saragosa, 

anz es de pretz tant envejosa 

qu'alz pros paubres es amorosa; 

pois m'a pres per chastiador, 

prec li que tenha car s'amor 30 

I— II fehlen in C. — 3. a] qua CDDcEFJKR. qe M. — autras] 
melhors CDDcE JKR. meillor F. — 4. noi a] non i a A. — que ren 
i noja] cal rei uoia A. — 5. quel] deCDDcEFJK. — vezers] uersers M. 
ucivr C D Dc E F J K R. — de] qe C D DcE F J K. — loja] luia J K. luega M. 
uoia A D Do , — 6. los pros a] las pros qua C D Dc E F J K. — los pros a 
sos ops] a sos obs les pros R. pretz e iouen a M. — que] quen C D Dc E F, 
quens J K, ' — 8. mantenon] mantcnran A. — lauzor] ualor C E F M. — 
10. qu'il] qar il M. mas ilh R. e CDDcEFJK. — 

12. dompna] domnai DDcJK. dorapna hai F. — 15. pel] pcr C*D 
D«EJKM. — cors] col A. fehlt F. — com] qol M. cun A. — 16. coidc] 
co^de M. couide DDc. covnde C*. cuende C. coude E J K. condc F. cundc 
R. — 17. de] per CDD'ÉF JK. — 18. a la] qa la M. ab la F. et a A. — 
19. al] el C C« E. ab A D F. — bon] fehlt C» M R. — a la] a la gran C* M R, 
la C E. ab gran A. — 20. leu podon] pot hom leu C E F. pot hom ben C* 
DDcJK. pod hom M. pot homz R. — triar] conoisser M. entendre R. — 
la] liA. — 21. se] sen CDcJK. — cilh que se fant] aquil qeis fant A. per 
ques fan tug C' R. c tut fan si M. — 22. ieu] qieu A. cui F. — 

24. fai] faitz E. a A. — 25. que] qui A M. qilh R. — Peitieu] peitieus 
A J K R. piteus D Dc . — 26. Saragosa] seragosa D Dc . serragosa A. — 
27. de pretz tant] tan de pretz C C* D Dc E F J K R. ~ 29. pois] mais C*. 
et C D Dc E F J K M. — m'a pres] am pres C D D« E F J K M. pres ma R. — 
30. li] lei F. la A. — que] quil A. qera D Dc J K. — 



204 



et am mais un pro vavassor 
qu'un comte o duc galiador 
que la tengues a desonor. 

Rassa, rícs hom que ren non dona 
nì acuolh ni met ni non sona 35 

e qui senes tort ochaisona 
e, qui mercelh quier, non perdona 
m'enoja e tota persona 
que servrizi non guizerdona, 
e li ríc home cassador 40 

m'enojont elh buzatador 
gaban de volada d'austor, 
ni ja mais d'armas ni d'amor 
non parlaran mot entre lor. 

Rassa, aissous prec que vos plassa: 45 
rícs hom que de gerra nois lassa 
ni no s'en recre per menassa, 
tro c'om se lais que mal nolh fassa, 
val mais que ríbieira ni cassa, 
que bon pretz n'acuolh e n'abrassa; 50 
Maurís ab n'Algar, son senhor, 
ten hom per bon envazidor, 
el vescoms defenda s'onor, 
el coms deman lalh per vigor, 
e vejam l'ades al pascor. 55 



32. qu'un] que C C'DDoEF JKMR. — comte] comt CDDoEJKR. 
coms C*. duc M. — 0] ni C* M. e C R. — duc] ducx C». ric C. rci D DcE F 
JK. — 33. fehlt C*. — tengues] tornes MR. menes CDDoEF JK. — 

35. acuolh ni met ni non] honra ni acuelh ni C C' D DcE F J K M R. — 
36 und 37 fehlen C*. — 37. qui mercelh quier] quil (qui C) quicr merce C 
D DcE F J K R. qui a merce M. — 38, m'enoja] meneio A. no mazaut C*. — 
43. ni] e C* M R. que C D DcE F J K. — d'armas fehlt A. — 44. parlaran 
mot] parlara hom (lom C*) C C* D Do K. parlera hom F J M. paria hom E. 
R weicht ganz ab (s. Anhang). — 

45. aissous prec que vos] aisso (aisse D) uoill que vos DDoF JK. a totz 
(tot M) o dic (uos dic R. dic e M) en C C* E M R. — 46. rícs hom que] 
quauols es qui C £. cauols qui R. maluatz es qui C*. qe flacs es qi M. — 
gerra nois] guerras C C' E M R. — 47. no] qui C C* M R. que E. — recre] 
rete R. laissa A. — 48. c'om se lais] que hom sen lais R. qom lo lais D 
DcJK. qom lais F, que ueia C E. que ueza M. — que mal] que tort C*R. 
que F. quom C E M. — nolh] no li F. — 49. val mais] mais ual C E M R. 
mais am C*. ni uol F. — 50. n'abrassa] mabrassa C*. embrassa F. namassa 
A. — 51. Mauris] maurins F J K. maoretz M. maurin D Do . maurì C E R. 
niort A. — ab] et AC'R. — n'Algar] nalguar C. nalguarh C*. negam F. 
nagarn R. nagaut A. nagout M. — 52. fehlt C*. — ten] tenc DDoJK. — 
ten hom per] foron fort F. — ac (pren M. s donet R) guerra (graci R) ab 
(a R) pretz ualedor (e ualor R. ualor E) C E M R. — 53. defenda] defendal 
D Dc J K. defendalh F. — el coms a (ac C) cor denuaidor (desuazidor C) C 
C* M R. et ac bon cor denuaidor E. — 54. deman lalh] deman lai F. lapelle 
A. — el uescoms de (el uescomte C) defendedor C C' M R. el uescomte 
defendaill sonor E. — 55. l'ades] lal dels DDcJK. la delhs C*. los ades £. 
los lai C. adoncs M. de lor R. — 



205 

6. Marmiers, vos avetz honor, 
e nos avem camjat senhor 
bon gerrier per tomejador, 

e prec a'n Golfier de la Tor, 

mos chantars nolh fassa paor. 60 

7. Papiols, mon chantar recor 
en la cort mon mal Bel Senhor. 

56—58 nur in A C E M; 59 und 60 nur in A E M. — 56. Marinier CEM. 
— 56 und 57. Mainier camiat auem seignor A. — 59. prec] fehlt E. — prec 
a'n] iamais M, — Golfier] golfiers M. — de la Tor] deuer onor E. — 60. mos 
chantars nolh fassaj nos don de mon chantar M. no fass ueimais per E. — 

61 und 62 nur in CEM. — 61. Papiol CEM. — 62. en la cortj lai 
on es G. fehlt £. — mal Belj bel mal EM. 

38. 

Das nachstehende Gedicht ist in elf Handschriften verzeichnet, 
nàmlich in ABCDFJKNRUV, von denen mir jedoch N nicht 
zuganglich gewesen ist. Die ûbrigen zehn stehen zu einander in 

folgendem Verhâltniss: 

z 

I 



I I 







X 






1 




1 


1 




u 


AB 




1 




1 




1 


JK 




D 



f 



l 



I 

▼ 

I 



I I 

UV t 



I 



i A 



Die beiden Haupttypen x und y ergeben sich nicht nur durch eine 
Reihe von Varianten, wie ein Blick auf die unter dem Text be- 
íìndlichen Lesarten lehrt, sondem auch aus dem Umstande, dass 
die siebente und achte Strophe, so wie die beiden Geleite nur von 
y ûberliefert werden. Innerhalb x finden sich nicht viele Ab- 
weichungen , doch sondern sich D J K durch einige gemeinschaft- 
liche Fehler ab, z.B. v. 6 „nou" statt „nous", y,22 „sol" statt „sols", 
V. 53 „nols en" statt „no iur", v. 59 „quans" statt „cans" etc. — 
Auf der andem Seite erhellt der Plátz von C durch Stellen, in 
welchen dies mit x das Richtige liest, wáhrend v gemeinsame Fehler 
aufweist; dies trifft zu v, 22^ wo F R U V „ab" lesen statt „a", wie 
C ríchtíg zeigt, V. 2^ ,ima" statt „m'es", v. 29 „e" statt „mas", 
v. 37 „un iom" statt „nulh temps", v. 51 „qar son" statt „vei los", 
v. 60 „coms (critz R)" statt „corn"; von v. 67 an sind die Ab- 
weichungen von v unter dem Text notirt Es bleibt nun, um die 
Gruppirung von UV und F R zu begrûnden, ûbrig zu beweisen, 
dass sowohl F und R mit C das Richtige lesen, wáhrend U V ge- 
meinschaftliche Fehler haben, als auch, dass umgekehrt U V durch 



206 

C geschûtzt der Lesart von t gegenùbertreten. Ersteres findet Statt 
V. I , wo in U V „e" fehlt, v. 4 „as" statt „et", v. 6 „floriz" statt 
„grazitz", V. 7 „quen nadutz" statt „quens adutz", v. 8 „grasiz" 
statt „floritz", v. 27 „non" statt „nous", v. 28 „qan uos" statt „sus- 
quecx" (quand us in x), ib. „que" fehlt, etc. Der zweite Fall liegt vor 
v. 21 „e" in F R statt „quan", v. 35 „poder" statt „lezer", v. 39 
„trop" statt „vei", v. 41 „raas eu" statt „per qu'eu", v. 52 „lurs" 
statt „lur", V. 61 „els sai tant abursesit" F, „e son tant aborzezitz" 
R statt „qu'es lor pretz tant frevolitz". 

Die beiden letzten Strophen und die beiden Geleite finden 
sich nur in den Handschriften der Classe y, doch scheint kem 
Grund vorzuliegen, sie fûr unecht zu erldáren. Dagegen findet 
sich in F ein drittes Geleit, welches diesen Anspruch wohl nicht 
erheben kann; ich drucke es daher im Anhange ab. 

Die Reihenfolge der Strophen ist in allen Handschriften an- 
nâhernd dieselbe, nur ist in der Gruppe x die vierte Strophe hinter 
die sechste gerathen, wâhrend aus den ersten VVorten „us n'i a" etc. 
hervorgeht, dass sie den Anfang der Aufzàhlung machen muss; UV 
haben Strophe 5 und 6 umgestellt, R endlich hat die siebente 
zwischen 3 und 4 eingeschoben. Von den Geleiten fehlt das zweite 
in R, wáhrend in UV sich zwar beide finden, jedoch in umge- 
fcehrter Ordnung. — Die Orthographie gelxî ich nach A, Strophe 
7 und 8 nach C. 

1. S'abrils e fuolhas e flors 
elh belh maitin elh clar ser 
elh ric joi cuí eu esper 

no m'ajudon et amors, 

elh rossinholet c'auch braire 5 

el nous temps vertz e grazitz, 

quens adutz jois e dousors, 

el coindes pascors floritz 

mi donz son ardit non creis, 

e nolh merma Tespavens: 10 

tart m'en venra gauzimens. 

2. Dompna, s*ieu quisi socors 
alhors, non o fis en ver, 

e veus m'al vostre plazer, 

mi e mos chans e mas tors; 15 

e pren comjat del repaire 

on tant gen fui aculhitz, 

on nais jois, sens e valors; 

e cel que manten faiditz 

per honor de si mezeis, 20 



3. elh] del U V. (iun A B D J K. — 4. m'ajudon] maiud<'i F. malegron 
A B D J K. — 6, nousj nou D J K. clar R. dous C F U V, — 8. coindes] 
cortes CFRUV. — II. tart] greu CFRUV. — 

13. en] de C F R U V. — 17. tant gen fui] fui tant gent (genz U) C F U V. 
suy tan gent R. — 18. nais jois, sens] reynha pretz CFRU V. — 



207 

quan fai bos acordamens, 
a sols los afiìamens. 

3. Vostre reptars m*es sabors, 
ric, car cuidat2 tant valer 

que ses donar per temer 25 

volriatz aver lauzors 

e c'om nous auses retraire, 

quand us fai que deschausitz; 

mas semblaria paors, 

si n*era per mi cobritz 30 

coras ni vescoms, ducs ni reis; 

mas faitz vostres faitz tant gens 

queus en sega digz valens. 

4. Us n*í a gerrejadors, 

que ant de mal far lezer, 35 

e nois sabon captener 

nulh temps ses enginhadors, 

tant amon lanssar e traire; 

e vei los totz temps garnitz, 

coma vivian de cors; 40 

per qu'eu no lur sui aizitz, 

c'anc a bon pretz non ateis 

rics hom, si jois e jovens 

e valors nolh fon guirens. 

5. iyautres n'i a bastidors, 45 
rícs homes de gran poder 

que sabon terra tener 

e fant portals e bestors 

de cauz e d'arena ab caire 

e fant tors, voutas e vitz, 50 

e vei los bons manjadors, 

e'n fant lur dons plus petitz, 

e ges bons pretz no lur creis, 

car aitals captenemens 

non val mest las bonas gens. 55 -, 

6. D'autres n'i a cassadors 
per la costuma tener, 

21. fai] fant ABD JK. — quan fai] qa fat U. — 22. sols] sol CDJKR. — 

25. per] ab CP' RU V. — 28. quand us fai] sus quecx faitz C FR. qan 
uos faitz UV. — 30. si] sus C F R. si com UV. — 31. fehlt C. — 

36. c] el J K. que C R. qui F U V. — 38. tant amon] e amon U V. c 
volon R. e sabon C F. — 39. temps] ioms C U V. iortz F. iom R. — 
40. coma] quoman C. qom en F. si com U V. per en R. — vivian] uiuia F. 
tiiuiam U V. uezian C. ueia e R. — 42. c'anc a] quar anc C F. car en R. 
qanc en U V. — 44. valors nolh] donar (donor V) noil U V. dos (dars F, 
dar R) non len C F R. — 

47. que] quar C R. ■ — 48. e] que C R. qar U V. — 50. tors] murs 
C R. — 52. e*n fant] e fan C. fan ne FJKR. don fant A B. façen U. 
faxen V. — 

57. fehlt C. — 



208 



queis fant ric home parer, 

car amon cans et austors 

e com e tabor e laire, 60 

qu'es lor pretz tant frevolitz 

et ant tant pauc de valors 

e lor poders tant frezitz 

que res mas bestia o peis 

non lor es obedïens 65 

ni fai lor comandamens. 

7. Ges dels rics tornejadors, 
si tot si guaston i'aver, 
nom pot us al cor plazer, 

tan los truep gualìadors; 70 

ricx hom que per aver traire 

sec tomejamens plevitz, 

per penre sos vasvassors, 

non l'es honors ni arditz; 

mas els non estrenh correis, 75 

sol c'ab els s'en an l'argens, 

s'om pueis s'en es mal dízens. 

8. Ríc home vuelh qu'ab amors 
sapchan cavalliers aver 

e quels sapchon retener 80 

ab befag et ab honors 

e c'om los truep ses tort faire, 

francx e cortes e chauzitz 

e larcx e bos donadors, 

qu'aissi fon pretz establìtz 85 

qu'om guerrejes ab tomeis, 

e quaresmas et avens 

fesson soudadiers manens. 

9. Na Tcmpra, jois m'es cobitz, 
qu'ieu n'ai mais que s'era reis; 90 



58. fehlt F. — V. 61 — 63 bei R in umgekehrter Reihenfolge. — 6t. qu'es 
lor pretz] mas lor prez U V. e uey los C. els uei tant F. caysi son R. — 
tant frevolitz] tant feblesitz C. afreuoiitz T. cays aflebitz R. es tan freoliz 
U V. — 62. ant tant pauc] tan pauca es R. es tan pauc F. tan bassa U V. 
mermadas 0. — de] lur F U V. lurs C R. — 63. poders] pretz es C U V. — 
tant frezitz] tant freulitz C. tuz deliz U V. — e son tant aborzezitz R. els 
sai tant abursesit F. — 

69 — 96 fehlen in A B D J K. — 69. nom pot us al] nonu poc us al U. 
non n poc us al V. nom podon al F. no podo a mon C. non pot en mon R. — 
70. truep] uei F U V. — 72. torneiamen pleuit C. — 75. els] elh C. lur R. 
uns F. — 76. els] elh C. el F. lor F. — 

78. ric home] ricx homes C R U V. — 79. sapchan] sapcha C. — 
cavalliers] cauallier C. caulrias U. caualarías V. — 80. e] o C. — 81. befagl 
bon faich U V. ben far F. ben dir R. — 82. c'om los truep] quels tmep 
hom R. qels trobon U V. qels trobm F. — 87. quaresmas] qaresma C U. 
caresma R. — 88. fesson] fes hora R. feçes U V. — 



2og 

quel fels mesclatz ab aissens 
m'es endevengutz pimens. 
lo. Papiols, s'esí tan arditz, 
pren mon chan e vai ab eis 
a n'Oc e No, quar prezens 95 

U fatz de mainhs digz cozens. 

91. fcls] fel RUV. fehlt C. — mesclat CRUV. — aissens] eyssens 
C. aisens U V. ascenz F. lengens R. — 

93 — 96. nur in C F U V. — 93. Papiols] papiol C U V. — s'est] ses 
U V. fis (wohl sis) F. sias C. — 94. ab eis] nab eis U V. nab elh C. — 
95. quar] que F. qes UV. — 96. digz] motz FU. monz V. 

39- 

Dieses Lied liegt in vier Versionen vor, die durch die Hand- 
schriften A D J K repràsentirt werden. Das náhere Verháltniss 
derselben scheint sich aus zwei Stellen zu ergeben, wo A und D 
gemeinschaftliche Fehler haben, wáhrend JK das Richtige zeigt, 
nâmlîch v. 46 „nis broigna" und v. 49 „nois loigna", wo dem Verse 
eine Silbe an der vollen Zahl fehlt, die JK ergànzen, indem sie 
dort „ni senbroigna", hier „no sesloigna" lesen. Hiermit stimmt 
aber nicht y. 2^, wo D allein eine der richtigen Lesart àhnlichere 
aufweist: „dara", wâhrend A und J K gleichmàssig „daratz'' lesen ; 
doch wáre es môglich, dass dieser Fehler bei beiden unabhángig 
durch das unmittelbar vorhergehende „nous" hervorgerufen wàre. 
Zahl imd Reihenfolge der Strophen ist in allen Handschriften die 
gleiche. — Die Orthographie ist die von A. 

1. Senher en coms, a blasmar 
vos fai senes falhia, 

quar noi ausetz anar, 

pois ella o volia, 

a la dompna parlar; 5 

et al for de Catalonha 

al vostr* ops eu n'ai vergonha, 

car lai fesetz fadiar. 

2. £ fìs drutz nois deu tardar, 

si messatgel venia, 10 

4. mas que pens de I'anar 
e queis meta en la via; 
com non sap son aífar 
de si donz ni sa besonha, 
ben leu a talan que jonha, 15 

per que nois deu aturar. 

3. ausetz] ausatz A. — 6. de] fehlt J K. — 7. eu n*ai] n*ai eu J K. — 
8. fesetz] laisses JK. — 

9. nois] nous D. — ii. que] ques D. — 13. sap] sabon D. — 
15. jonha] loigna A. — 

14 



2IO 



3. E quan vîtz vostre joglar, 
que de vas lieis venia, 

ja nous degratz restar, 

quius dones Normandia; 20 

s'acsetz bon cor d'amar, 

Ant-rebeira e Dordonha 

de regart nous dera sonha, 

ni ja nous degra membrar. 

4. Mas ara podetz proar 25 
s'es ver so qu'eu dizia 

que non fai ad amar 

rìcs hom per drudaria; 

tant ant a cossîrar, 

per quel jois d'amor los lonha; 30 

qu'ieu non vuolh aver Bergonha 

sens temer e sens celar. 

5. Qu'ieu ja non vuolh esser bar 
ni de gran manentia, 

per quem pogues reptar 35 

nulhs hom de vilania; 

mais am rire e gabar 

ab mi donz que m'en somonha, 

qu*eu no volria Gasconha 

ni Bretanha capdellar. 40 

6. Mon chant vir vas n'Azemar 
qui s'onor* e'n s'abria, 

cui nostre senher car 

sa pauca lombardia; 

tant gen sap dompnejar 45 

que nois camja ni s'enbronha 

per menassas, anz resonha, 

Lemozin fai reserar. 

7. Sil coms Jaufres no s'eslonha, 
Peitau aura e Gasconha, 50 
si tot no sap dompnejar. 



17. E] fehlt D. — vostre] nostre JK. — 20. quius] q*us K. quieus 
J. — 21. d'amar] danar A. — 22. Ant-rebeira] antrebcra JK. autrebera D. — 
23. dara D. daratz A J K. — 

25. proar] pidar D. — 26. ver] uers A. — 27. non] noi D. — 30. quel] 
que JK. — 

33. ja] fehlt A. — vuolh] uuoill ges A. — 37. rire] rir D J K. — 
40. Bretanha] bertaingna D J K. — 

41. n*Azemar] naemar DJK. — 44. pauca] panca D. — 46. ni 
s'enbronha] nis broigna A D. — 47. per mcnassa D. — anz] an D. — 
ressoigna A. — 48. Lemozin] limozi D. limotgel J. limogel K. — 

49. no s'eslonha] nois loigna A D. — 50. peitan D. — aura] fehlt A. — 
51. no] nois A. 



211 

Dies Lied wird nur von CR ûberliefert. — Die Orthographie 
richtet sich nach C. 

1. S'ieu fos aissi senher nì poderos 
de mi mezeis que no fos amoros, 
ni no m*agues amors el sieu poder, 
ben feira tan qu'a totz feira saber 

del rei Felip e quals mortz e quals dan 5 

e quals dols es quar elh be non es pros 
e quar Peitous vai ab Fransa merman. 

2. E sai Richartz pren lebres e leos, 
que no'n reman per plas ni per boissos, 

enans los fai dos e dos remaner 10 

per sa forssa, c'us nos n'auza mover, 
e cuja ben penre d'aissi enan 
las grans aiglas ab los esmerilhos, 
et ab buzacx metr'austors en soan. 

3. El reis Felips cassa lai ab falcos 15 
sos perdigals els petitz auzelhos, 

e siei home non Tauzan direl ver 
quar pauc e pauc se laissa dechazer 
sai a'n Richart que Ta tolgut oguan 
Engolesme, don s'es fagz poderos, 20 

e Toloza, qu'el te sobre deman. 

4. E pus non es per sa terra iros, 
membrel sa sor el maritz ergulhos, 
que la laissa e non la vol tener, 

aquestz forfaitz mì sembla desplazer 25 

e tot ades que s'en vai pejuran 
quel reis navars a sai dat per espos 
a sa filha, per que Tant'es pus gran. 

5. E s'aissi pert sos dregz, entre qu'es tos, 

lai quant er vielhs, en sera vergonhos, 30 

e ja Frances non ajan bon esper, 

quar an lor iout qu'om sol sai tan temer, 

no prezon re lur dig ni lur deman 

I. senhers C R. — ni] e C. — 3. amor R. — 4. feira] feiran R, — 
Felip] felips C. — 5. qual mortz C. cal mort R. — cal R. — dans C R. — 
6. quals] cal R. — 7. peiteus R. peytous C. — 

8. sai] si R. — e si richartz que pren lebres bos fos C. — 9. no'n] 
noy C. — 10. los] las C. — e dos] e doas C — 11. n'auza] auza C. n*auz 
ara R. — 13. ab] am R. — 14. soans R. — 

15. rey felip C. — 16. perdigals] passeratz C. — els] el R. — 19. tol- 
gntz R, — oganj estz ans R. — 20. angolesme R. — 2i. demans R. — 

22. E pus per sa terra non es CR. — 23. marít C R. — 25. aquest 
forfait CR. — 26. s*en vai] li es R. — pejuran] periurans R. — 27. rey 
nauar CR. — 28. que] ques F. — Tant'esJ lanta i es R. — 

29. qu'es] es R. — 32. an] am R. — tout] tot C R. — 33. ditz ni lurs 
demans R. — 

14* 



212 

sai vas Peitou, enans s'en fan janglos, 
quan son ensems en Richartz e*n Bertran. 35 
6. £ venran sai ab las noveihas ílors, 
e lur bobans sera de sobr* en jos, 
e ja'n Guastos nons poira pro tener 
que nons tollam lo mon pres San Sever, 
a Rocafort tot quan tolgut nos an, 40 

si qu'en Peitou sera nostre brandos 
gent alumnatz, si que ttùt o veiran. 

34. peitieus R. peitous C. — enan.R. — 35. rìchart CR. — 

37. bobans] bombas R. — 38. guasto C. gasto R. — nons] nous R. — 
39. nons] nos R. — toUan CR. — 41. peitaus R. peytous C. — seran 
nostres C R. — 42. tuit] totz C R. — o veiran] anarem enan C. 

41. 

Dies Lied findet sich nur in Tc, von denen letzteres es fâlschlich 
dem Peire Vidal zuschreibt — In der Orthographie folge ích c 

1. Si tuch 11 dol el plor el marríment 
e las dolors el dan el caitivier 

que hom anc auzis en est segle dolent 

fosson ensems, sembleran tot leugier 

contra la mort del joven rei engles, 5 

don reman pretz et jovens doloros 

el mons escurs e tenhs e tenebros, 

sems de tot joi, plens de trístor e d'ira. 

2. Dolent e tríst et plen de marriment 

son remansut 11 cortes soldadíer 10 

el trobador el joglar avlnent, 

trop an agut en mort mortal guerríer; 

que tout lor a lo joven rei engles, 

vas cui eran 11 plus larc cobeltos; 

ja non er mais nl non crezatz que fos 15 

vas aquest dan el segle plors nl Ira. 

3. Estenta mortz, plena de marriment, 
vanar te podz quel melhor chavalier 

as tout al mon qu'anc fos de nulha gent, 

I. tuch] tut T. — li] lo T. — plur T. — el] e c. — marrìmen T. — 
2. çaitiuer c. catiuiers T. — 3. qe hom anc auçis c. com ages T. — dolen 
T. — 4. foson esems T. fosan emsenç c. — sebleran T. semblaran c. — 
tut T. — leuger c. — 5. gioue T. — reis c. — 6. preç c. — e guen T. et 
iouent c. — doloros] tenebros T. — 7. escurs e tintz et negre doloros T. — 
8. sem T. sens c. — tut gioi plen T, — 

9. dolen T. — marìmen T. — 10. remansutz T. remangut c. — sol- 
daier c. soudadier T. — 11. guglar T. — 12. agutz c. — e mort agut T. — 
guerrer c. gerìer T. — 13. ce tolt lor aic lo giouen T. — 14. li plusor 
coibeitos T. — 15. gia T. — creças qe c. creatz ce T. — 16. ueis c. — 
aiqest dans T. — plurs T. — 

17. Senta T. — mort T c. — pleina de marìmen T. — 18. pos ccl 
meglior T. — chaualer c. caualìers T. — 19. mont canc T. — nula T. nulh c. — 



213 



quar non es res qu'a pretz aja mestier, 20 

que tot no fos el joven rei engles, 
e fora melhs, s'a dieu plagues razos, 
que visques el que mant autre enojos, 
qu'anc non feron als pros mas dol et ira. 

D'aquest segle flac, plen de marriment, 25 

s'amors s'en vai, son joi tenc mensongier, 
que ren noi a que non tom en cosent, 
totz joms veuzis et val mens oi quez ier; 
cascuns se mir el jóven rei engles, 
qu'era del mon lo plus valens dels pros; 30 

er es anaz sos gens cors amoros, 
don es dolors e desconortz et ira. 

Celui que plac pel nostre marriment 
venir el mon nos traire d'encombrier 
e receup mort a nostre salvament, 35 

com a senhor umìl e dreiturìer, 
clamem merce, qu'al joven rei engles 
perdon, sil plaz, si cum es vers perdos, 
el fassa estar ab hondraz companhos 
la on anc dol non ac ni aura ira. 40 



20. re ca T. — prcç c. — mestîers T. — 21. tut T. — gioue T. — 
22. mieltz T. — plages raizons T. — 23, ce uisces T. — ce maint T. — 
noios T. — 24. canc no T. — al T. — et] e c. — 

25. aqest T. — marimen T. — 26. samor Tc. — tench c. teinh T. — 
nen soingiers T. — 27. car noia qui T. — en coscnt] e core T. — 28. giom 
T. — ueuçis et c. ueiretz ce T. — mentz uoi ce iers T. — 29. cascun T. 
çascum c. — giouen T. — 30. cera del mont T. — ualen del T. — 31. ar 
es anatz son gien cor T. — 32. dont T. — desconort T c. — c T. — 

33. ce planc per T. — marìment T. — 34. e nos trais denconbriers T. — 
35. reseup c. — a] el T. — saluamen T. — 36. fehlt c. — co T. — umils 
edrìcuríers T. — 37. clamen merçe c. clam merces T. — cal gioue T. — 
38. platz si com es uer T. — 39. fasa c. fatz T, — oratz conpagnos T. — 
40. Ìai T. — anch c. — dol etc.] non ac dol ni era T. 



42. 

Das jetzt kommende Gedicht ist in drei uns bekannten Hand- 
schriften niedergelegt, nâmlich C E R. Dieselben gehôren alle zu 
dem gleichen Typus, denn die Abweichungen sind àusserst gering. 
Die einzige Stelle, wo zwei derselben einen gemeinschaftlichen, 
ui^d zwar nicht grammatischen, sondem sachlichen Fehler aufzu- 
weisen scheinen, ist v. 19, wo das „quel nostre reys" von CE in 
der Luft schwebt, wáhrend „el nostre rei" einen bessem Sinn er- 
gìebt — Die Orthographie nach C. 

I. Un sirventes farai novelh, plazen, 
anc mais no'n fis: no m'en tenra paors 
qu'ieu non digua so qu'aug dir entre nos 
del nostre rei, que pert tan malamen 



214 



lai a Melhau, on solia tener, 5 

quel coms li tolh ses dreg et a gran tort 
e Marcelha li tolh a gran soan 
e Monpeslier li cuget tolr'antan. 

2. Coms de Tolza, mal guazardon aten 

selh que vos sier, don vei qu'es grans dolors, 10 
quar de servir tanh qualsque guazardos; 
doncs beus servi lo reis Peire valen, 
• que ab sa gent vos anet mantener 
e mori lai, don fo grans desconort; 
pero d'aisselhs que foron al sieu dan 15 

anatz creissen el reis Jacmes merman. 

3. Al comte dic, non aja espaven, 
de Proensa, qu'en breu aura socors 
el nostre reî, quar trop n'es coratgos 

que li valha, quan n'aura mandamen 20 

sai en Chiva, pero ieulh fatz saber 
qu'en Berenguiers li al castelh estort 
e dis que reis que lo sieu vai donan 
ni s'en toma, fai costuma d'efan. 

4. Comte d'Urgelh, assatz avetz fromen 25 
e cìvada e bos castelhs ab tors, 

ab que de cor no siatz temeros! 

e demandatz al rei tot ronramen 

de lai d'Urgelh que soliatz tener 

e noi guardetz camp ni vinha ni ort, 30 

e si no fagz, ja l'autra sanh Johan 

no vejatz vos, s'el mieg non faitz deman. 

5. Bona domna, ieus am tan lialmen 
que, quan nous vei, cuja m'aucir amors, 

e quan vos vei, sui ta fort temeros 35 

que dir nous aus mon cor, tal espaven 

mi pren de vos, nous fezes desplazer; 

doncs que farai, dona, qu'en breu sui mortz 

en dret d'amor? Qu'autra non vuelh ni'n blan, 

e quan vos vei, no vos n'aus far semblan. 40 



5. Melhau] millau E. — 8. li cuget tolr*] cuget tolre C. — 

9. Tolza] toloza E. — 10. gran R. — ii. qual que CR. — 12. rey 
R. — ualens C. — 14. gran desconort CR. grans desconortz E. — 16. rei 
iacme C R. — 

19. el nostrc rei] quel nostre reys C E. — 20. que] quel R. — 21. Chiva] 
cuia E. — ieulh] yel R. eil E. — 22. berenguier C E R. — 23. dis] ditz C. — 
rei ER. — 

31. no] nou E. — fagz] fais E. — sanh] sajjt R. saint E. — Johan] 
ioan E R. — 32. s'el mieg] sil miei E. sil meu R. — 

35. ta] tan £R. — 38. mortz] mort R. — 39. dret] dretz C. — 
40. no vos] nous R. - n'aus] aus C — 



215 



6. Lo nostre reis assatz a de poder 
mest Sarrazis, mas laì devas Monfort 
volgra vezer hueîmais son auríban 
contra totz selhs quil van d'onor baissan. 



42« mest] ues £. — 44. baissan] baisan ER. 

43- 
Dies Gedicht kennen nur die Handschriften JKd, die be- 

kanntlich auf einen und denselben Typus zunickzufûhren sind. 

1. Un sirventes fatz dels malvatz baros, 
e ja mais d'els no m'ausiretz parlar, 
qu'en lor ai fraiz maìs de mil agulhos, 
c'anc no'n puoc far un correr ni trotar, 

anz se laissen ses clam deseretar; 5 

maldigals dieusî e que cujan doncs far 
nostre baron? c'aissi cum un confraire 
no i es uns, nol poscatz tondr' e raire 
o ses congrenz dels quatre pes ferar. 

2. Lous e n'Aimars, n'Aquenbautz e'n Guios 10 
degran oimai lor joven demostrar, 

quar joves rícs cui non platz messios, 

cortz ni guerra, non pot en pretz montar 

nis fai temer ni grazir ni onrar; 

que da Londres tro qu'a la ciutat d'Aire 15 

non i a un, qu'en la terra son paire 

nolh faisson tort senes tot calonhar. 

3. agulhos] agulions J K d. — 4. c*anc] e anc J K d. — puoc] puoic 
JKd. — correrj corrîer d. — 5. laissen] laissem J. — 6. digals] digâl J. — 
7. nn] us J K d. — 

10. naquenbauz Kd. — guions JKd. — 13. pot] po JKd. — 
14. Zwischen 14 und 15 fehlt ein Vers. — 16. un] uns JKd. — 17. ca- 
loingnar JKd. 

44. 
Dieses Gedicht lemen wir aus 8 Handschriften kennen, nâm- 
lich aus ACDFJKMN, deren Abhángigkeitsverhaltniss in fol- 

gender Weise anschaulich gemacht werden kann: 

z 

1 



I 1 

X 



y 



I 



I I I 

N D JK 







I 




1 






u 






1 ■ 




1 




1 


t 




A 


1 




1 



ì 

F 



I I 

M C 



2l6 

Dass sich zunáchst x und y gegenûberstehen , ergiebt sich aus 
den unter dem Texte angegebenen Varianten der Verse 15, ^2, 
38, 41, 49 und 52, in denen beide Typen deutlich von einander 
abweichen. Die Stellung von N innerhalb y wird bezeichnet durch 
Fálle, in denen es in Uebereinstimmung mit x die richtige Lesart 
aufsveist, wáhrend A C F M gemeinsame Abweichungen zeigen. Dies 
trifït zu V. 28 „que*' in AFM statt «qu'er**, was C allerdings, offen- 
bar durch Zufall, wieder in das Richtîge geândert hat; v. 40 „et 
(que M, qar F) es tan ples" ACFM statt „tant es farsitz"; v. 47 
„sabra (ueira M)" statt „veiran"; v. 48 „el" statt „pel". — Es 
muss nun nachgewiesen werden, dass auch ACM manchmal die 
gleichen Fehler haben, wo F durch N und x gestutzt wird. Solche 
Stellen sind v. 8 „mon" statt „lo" ; v. 1 2 „barailla" statt „trebalha'* ; 
V. 16 „dintz (en M)" statt „a"; v. 18 „pero per fol (bric M)" statt 
„mais per savi"; v. 20 „li dui uescomte (comte M)" statt „li ves- 
comte"; v. 21 „batailla" statt „frairalha"; v. 25 „fai" statt „fan"; 
V. 26 „ab (am A)" statt „en"; v. 52 ,.ab sol" statt „eus don". 
Hierher sind auch diejenigen Fàlle zu rechnen, in welchen A mit 
C oder mit N allein einen gemeinschaftlichen Fehler aufweist, da 
hier anzunehmen ist, dass die andre Handschrift willkurlich geàn- 
dert und dabei zufallig die gute, richtíge Lesart wieder her- 
gestellt hat, z. B. haben in v. 5 A und C „eul part", M richtig 
„part li"; v. 8 A und C „tenh", M richtíg „ai"; v. 14 A und C 
„auran", M richtig „nauran". Andrerseits zeigen in v. 1 3 A und M 
den Fehler „li", wo C richtig „lor" hat; ebenso v. 37 „non ieis", 
wo C, wie alle andern Handschriften , „nos mou" bringt Dass 
aber endlich innerhalb u wieder CM eine Sonderstellung ein- 
nehmen, wird aus einer ziemlich bedeutenden Anzahl von gemein- 
schaftlichen Unrichtígkeiten ersichtìich, wâhrend A mit den ûbrigen 
Handschriften stimmt, z. B. v. 4 „cozi" statt „fraire"; v. 14 „de" 
statt „en"; v. 31 „e" statt „que" und „metre auzart C, metre cor 
auçart M" statt „metr' a issart"; v. 41 „autra gent" statt „la autra 
gens"; v. 44 „lansar" statt „gitar"; v. 50 „senhors C, seinher M" 
statt „baron"; v. 52 „quem" statt „que". 

Die Reihenfolge der Strophen ist die von DFJKN, von 
denen jedoch N die beiden ersten nicht erhalten hat M ordnet: 
I, 2, 5, 4, 7, 3, 6, 8; C: i, 2, 5, 4, 6, 7, 8, es fehlt hier also 
die dritte Strophe; A endlich: i , 4, 6, 3, 2, 7, 5, 8. Vielleicht 
ist Strophe 3 erst nach 5 zu bringen, da der Dichter sich in 5 
ùber die Barone beschwert und er dann sowohl dem Wilhelm als 
dem Talairan seine Fehler von^'irft — Die Orthographie ist nach 
F geregelt, da mir von N keine Copie, sondem nur eine CoUation 
zu Gebote stand. 

i. Un sirventes cui motz non falh 
ai fait, qu'anc nom costet un alh. 



I — 14 fehlen N. — i. cui] que CD JK. on A. don M. — non] noi D. 
noill J K. — 



217 



et aî apres un aital art 

que, s'aí fraire, german ni quart, 

part li Tou e la mealha, 5 

e s'el pois vol la mia part, 

eu l'en gîet de comunalha. 

2. Tot lo sen haì dintz lo seralh, 
si tot m'an donat gran trebalh 

entre n'Azemar e'n Richart; 10 

lonc temps m'an tengut en regart, 
mas eras an tal trebalha 
que lor enfan, sil reis no]s part, 
n'auran pro en la coralha. 

3. Guilhelms de Gordon, fol batalh 15 
avez mes a vostre sonalh, 

et eu am vos, si deus mi gart! 

mais per savi e per musart 

vos tenon de la fermalha 

li vesconte, et es lor tart 20 

quar non est en lor frairalha. 

4. Tot jom contendi em baralh, 
m'escrim em defen em tartalh, 
em fon hom ma terra e la m'art, 

em fan de mos arbres eissart 25 

e mesclal gran en la palha, 
e non hai ardit ni coart 
enimic, qu'er no m'assalha. 

5. Tot jom ressolli e retalh 

los baros els refon els calh 30 

que cuizava metr' a issart; 

e sui be folz quar m'en regart, 

qu'ilh son de pejor obralha 

que non es lo fers saint Launart, 

per qu'es folz qui s'en trebalha. 35 

6. Talairans no trota ni salh 
ni nos mou de son arenalh 
ni no geta lanza ni dart, 
anz viu a guisa de lombart; 

tant es farsìtz de nualha 40 



3. et] qeu D F. — 

15 — 21 fehlen C. — 15. Guilhelms] GuiUem AM. Guillelm F. — 
Gordon] cordon DJK. — 

28. qu'er] quera JKN. qei D. que AM. qui F. — 

31. que] qui JK, qels D. qiels A. e CM. — metr' a issart] metre en 
eissart A"D. metre issart N. metre auzart C. metre cor auçart M. — 32. quar] 
qan DJK. — 34. Launart] lunart D. leonart AFM. — 

37. arenalh] areniaigl N. artenailh M. artezalh C. arandaill A. araiU F. — 
38. geU] buta M. dopta A C F N. — 40. tant es farsitz] tant es frasitz J K. 
tant es fraisiz D. et (que M. qar F) es tan ples A C F M. — 



2l8 



que, quan la autra gens s'en part, 
el s'estendilh' e badalha. 

7. A Peiregors, pres del muralh, 
tan queî puosc' om gitar ab malh 
venrai armatz sobre Bajart, 45 
e sei trob peitavin pìfart, 

veiran de mon bran com talha, 
que sus pel cap li farai bart 
de cervel mesclat ab malha. 

8. Baron, deus vos salv e vos gart 50 
e vos ajut e vos valha 

eus don que digatz a'n Richart 
so quel paus dis a la gralha. 



41. que, quan] qe qant tot M. gren mes quan A. — la antra gens] la orra 
gen N. lautra gens A D J K. lautra gen F. autra gent C M. — s'en part] sen 
compart D J K. si compart F. se part A. so part C. sespart M. — 

44. tan] atan N. si C F M. — quei] qeu F. cant A. — puosc' om] 
poirom M. poirai A C F. — 47. veiran] ueira M. sabra A C F. — 48. pcl] el 
A C F M. — 49. de] del D J K. — 

52. que] quen D J K. quem C M. 

Das folgende Sirventes kennen wir nur aus JKd, die unter 
einander ganz nahe verwandt sind. 

1. Volontiers fera sirventes, 
s'om lo volgues ausir chantar, 
que pretz es mortz, honors e bes, 
e se ib pogues revenjar, 

tanz n'i agra que mortz que pres 5 
que, si fins del mon noi vengues, 
tanz non pogra aiga negar 
ni tuit li foc del mon cremar. 

2. Si non es tortz ni nescïes 

so qi^en chantan níauzetz contar, 10 

car deus dona la ren del ses, 

qu'el s'en deja saber guidar, 

segon que lo melhs l'avers es, 

mas ses mesura non es res: 

aisel ques vol desmesurar 15 

no pot sos faitz en aut pojar. 

3. Regisme son, mas reis noi es, 
et contat, mas non coms ni bar; 



I. Uoluntiers K. — 2. lo] bo JKd. — 3. mort J. — 4. se lo] sel 
J K d. — ueniar J K d. — 6. fins] sim J K d. — 7. aigas J K d. — 

9. nesies J K d. — 10. qu'enj quan J K d. — m*auzetz] moez JK d. — 
II. diu JKd. — 12. deja] de ia JK. debia d. — 13. quello mellauers JK 
d. — 16. sos] sei JKd. — 

17. rei J K d. — 18. contatz J. contaz K. contaez d. — comt J K d. — 



219 



las marchas soDi mas nolh marques, 

elh ric castel elh bel estar, 20 

mas li castellan no i so 

et avers es plus c^anc non fo; 

pro an condutz e pauc manjar 

en colpa d'avol ric avar. 

4. Bellas personas, bels ames 25 
pot om pro veder e trobar, 

mas noi es Augìers lo Danest 

Berrautz nì Baudûis noi par; 

e de pel penzenat son pro, 

rasas denz et en cais greno, 30 

mas non ges sel que sapch' amar 

cort tener, domnejar ni dar. 

5. Si flaca gen! on solh tomes 
que solon castels asejar? 

e que solon ses man e mes 35 

cort mantener ab gen renhar? 

e que solon donar rics dos 

e far las autras mesios 

a soudadìer et a juglar? 

Un sol no^n vei, so auz contar. 40 

6. Sil reis Felips, reis dels Frances, 
a volgut a Richart donar 

Gisort, aut loc ez aut paes, 

Richartz l'en deu fort mercejar; 

mai si Felips del mieu cor /os, 45 

Richartz no mouríals talos 

a son dan senes en contar, 

e pois nol vol, lais s*en ferrar. 

7. Papiols, sias tan cochos, 

dim en Richart qu'il es leos, 50 

el reis Felips anhels me par, 
qu'aìsis laissa desiritar. 



19. ma nols JKd. — 20. bel] beill J. — 21. castellans JKd. — noisso 
JK.d. — 22. plu JK. — c*anc] can JKd. — 23. pros JKd. — manlar 
K d. manlar J. — 

25. bels] e bels J K d. — 26. pot] prod J K d. — 27. augier lo domes 
J K d. — 28. berrauz K d. — baudui J K d. — 29. de] del d. — 30. et en] 
e J K d. — grano J K d, — 3 í . ges] ge J K d. — 32. domnei uidar J K d. — 

33. flac JKd. — 37. ricedos d. — 38. las] lasi JKd. — 39. guglar 
J K d. — 40. no*n] on J K d. — auz] autz J. — 

41, sil rei JKd. — del d. — 43. pais JKd. — 44. richart JKd. — 
45. fos] sos JKd. — 46. rìchart JKd. — 48. lais s'en] laisser JKd. — 

49. papiol JKd. — tan] fehlt JKd. — 50. din JKd. — 51. agnel 
J K d. -— 52. quisis d. 



220 



I. 

Eine bildliche Darstellung des gegenseitígen Verhâltnisses der 
zehn Handschriften A B D D* F G J K M N, in welchen dìeses Gedicht 
vorfcommt, ergiebt folgende Figur: 



z 

I 



1 

X 



I I 

y JK 



I 



I 
AB D 





1 

y 

1 








1 




1 




M 




u 

1 








1 




1 






G 


1 

F 


t 
1 


1 
s 

1 



Dass sich zunâchst ABDJK und D*FGMN gegenûberstehen, 
ergiebt ein Biick auf die unter dem Text angegebenen Lesarten 
der Verse 5, 11, 14, 18, 29 etc. — Innerhalb der Gruppe x sind 
die Abweichungen unbedeutend. Dass A B D sich von J K abson- 
dem, scheint aus einer Stelle hervorzugehen, nâmlich aus v. i, wo 
die genannten drei Handschriften gemeinsam die unrichtíge Lesart 
„pois" haben, wáhrend J K das durch y geschûtzte „quan" zeigen ; 
ob V. 2^ JK mit „noi" oder ABD mit „non" das Richtíge haben, 
lâsst sich nicht entscheiden, da auch in y sich beide Lesarten fín- 
den. Andrerseits stehen v. 17 DJK mit „chazar" dem „cassar" 
von AB gegenûber. In der Gruppe y sind fûr die Stellung von 
M diejenigen Verse massgebend, in welchen diese Handschrift mit 
X ûbereinstimmt, wâhrend GFD*N gemeinsame Fehler zeigen. Es 
sind deren wenige, da in M die Strophen 4 und 5 ganz fehlen 
und das Geleit in der zweiten Hâlfte abweicht, Entscheidend ist 
V. 43, wo M wie A B D J K „tant es vera vostra lauzors", D* F G N 
aber „tant es fina vostra valors" lesen ; in v. 19 haben A B D J K M 
„honors", wâhrend u ofFenbar „rhonors" hatte, obwohl F willkûrlich 
abgewichen und zufallig zum Richtígen zurûckgekehrt ist. Von 
der Gruppe D*G F N trennen sich sodann wiederD*FN durch die 
folgenden gleichen Fehler : v. 7 „e trametrai lo" sLatt „que trametrai 
lai"; V. 16 „non par daquest" statt „d*aquest nom par**; v. 26 „el 
fez" statt „e far"; y. ^2 „e" statt „que". Endlich haben 1> imd N 
noch einige Eigenthûmlichkeiten vor F voraus, z. B. v. 11 „car", 
wàhrend u „car" las, v. 13 „que per" statt „per que", v. 18 „chins" 
statt „cans" von y, v. 23 „noi" gegen „non" in u, v. 29 „per ques" 
statt „per que" von t. — Als Autor giebt M „S* le filh bertran de 
bort" an, in N ist das Gedicht anonym, alle andem schreiben es 
Bertran de Bom zu. 



221 

Die Reihenfolge der Strophen ist in allen Manuscripten die- 
selbe, doch fehlt in M Strophe 4 und 5, in G das Geleit — 
Orthographie nach A. 

1. Quant vei lo temps renovellar, 
e pareis la fuolha e la ílors, 

mì dona ardimen amors 

e cor e saber de cantar; 

e pois vei qu'als no m'en sofranh, 5 

farai un sirventes cozen, 

que trametrai lai per presen 

al rei Johan, queis n'avergonh. 

2. E deuríais ben vergonhar, 

sil membres de sos ancessors, 10 

car laissa sai Peìtieu e Tors 

al rei Felip ses demandar; 

per que tota Guiana planh 

lo rei Richart, que defenden 

en mes maint aur e maint argen, 15 

mas d'aquest nom par aja sonh. 

3. Mais amal bordir el cassar 
e bracs e lebriers et austors 

el sojom, per quelh falh honors, 

eis laissa vius deseretar; 20 

mal sembla d'ardimen Galvanh, 

que sai lo viram plus soven; 

e pois autre conselh non pren, 

laìs sa terra al senhor del Gronh. 

4. Mielhs saup Lodovics desliurar 25 
Guilelme e far ric socors 

ad Aurenga, quan I'almassors 

a Titbaut I'ac faich assetgar; 

pretz et honor n'ac ab gazanh, 

eu o dic per chastiamen 30 

al rei Johan, que pert sa gen, 

que non lor socor pres ni lonh. 

5. Baron, sai vir mon chastiar 
a cuì eu blasme las follors 

5. pois vci qu'als] doncs pos res (ren G M) D» F G M N. — 

II. car] cant D^N. qe M. cum ABD JK. — laissa sai] sai laissa D* 
F N. sai laisat G. ia laissa M. — Peitìeu] piteu F. piteus J K. peitieus A B 
DD*N. — 14. que] qucn BDaFG. — 16. aja] naia DaFMN. noia G. — 

18. bracs] cans F. chans M. chins D»N. qis G. — 22. viram] uirâ K. 
uiran J M. uirom D* . uiron F G N. — 23. non] noi J K M N. noil D» . — 

25 — 40 fehlen M. — 25. Lodovics] lozoic D^. lezoics DJ. lodoic G. 
leozics K. lodoìos F. — 26. e far] el fer G. el fez D^FN. — 28. a] e D» 
FN. el G. — Titbaut] tibaut DJK. tibauz D^FN. reis tebaut G. — faich 
assetgar] lag aseiat G. — 29. pretz et honor n'ac] per ques (que F) nac 
honor D»FN. per so nac honors G. — 30. eu] qeu FGN. — 

33. BaronJ seignor D»FGN. — 34. cui eu] cui en D. uos cui D*FGN. — 



222 

I 



que avetz, e pren m'en dolors 35 

car m'aven de vos a parlar; 

que pretz avetz tombat el fanh 

et avetz apres un fol sen, 

que non doptatz chastiamen, 

mas quius ditz mal, aquel vos onh. 40 

6. Dompna, cui desir e tenc car 
e dopt e blan part las melhors, 
tant es vera vostra lauzors 
qu'ieu non la sai dir ni comtar; 
c'aissi cum aurs val mais d'estanh, 45 
valetz mais part las melhors cen 

et etz plus lejals vas joven, 
non son a dieu cilh de Cadonh. 

7. Savarics, reis cui cors sofranh 

fara greu bon envazimen, 50 

e pois a cor flac, recrezen, 

ja mais nulhs hom en el non ponh. 



35. que avetz] queus (vos G) uci far D*FGN. — 

44. qu'ieu non la sai dir ni] que la meitat non sai D» F G M N. — 47. etz] 
es ADD«»JKMN. ez B. de G. -- 48. a] uas D*F. uai G M N. — 

49 — 52 fehlen in G. — 51 und 52 lauten in M: per qieu non hai aten- 
demen Pos ara nos failh al besoinh. — 52. el] lui D^FN. 

II. 

Das nachstehendc Gedicht findet sich in 13 verschiedenen 

Handschriften aufgezeichnet, námlich in ABCDJRMPTUVde, 

von denen jedoch V kaum in Betracht kommt, da es nur die erste 

Strophe bringt. Bei dem Versuche, das gegenseitige Verhâltniss 

der Handschriften festzustellen , ergab sich, dass einzelne Copisten 

nicht fùr das ganze Gedicht derselben Quelle gefolgt waren, sodass 

in den einzelnen Theilen sich das Verhàltniss als verschieden 

herausstellte. Fassen \vir daher zunáchst Strophe i , 3 und 4 ins 

Auge, so gruppireu sich die Redactionen in folgender Weise: 

z 

I 



I 

y AB 



I 







1 




1 






u 




p 






1 








1 




1 






t 




u 






1 








1 




1 




s 




XV 






1 











I I 

D JKd 



I I 

Ce M 



223 

Dass zunâchst A B allen andem Handschriften gegenùber einen 
eigenen Typus bilden, ergiebt sich fur Strophe i und 4 aus den 
unter dem Text angegebenen Lesarten von v. 5, 6, 9, 34, 36. Fûr 
Strophe 3 fehlt es an entscheidenden Beweisen, weil in dieser 
Strophe nie sâmmtliche Handschriften von y dem Typus A B 
gegenûbertreten. Zwar lesen in v, 25 ABx das Richtige „ab", 
wáhrend v einen gemeinsamen Fehler „a" aufweist, in v. 26 da- 
gegen wird die gute Lesart durch ABv ûberliefert, wáhrend x 
ausweicht, doch kônnte man hiemach auch annehmen, dass v und 
AB auf einen gemeinsamen Typus zuruckzufûhren wàren. Die 
Frage kann also fûr Strophe 3 nidit zwingend entschieden werden, 
doch ist dies fùr die Textgestaltung ziemlich gleichgûltig, und die 
Wahrscheinlichkeit ist sehr gross, dass das Verháltniss in Strophe 3 
dasselbe sein wird, wie in i und 4. — Die beiden Gruppen inner- 
halb y ergeben sich sodann daraus, dass sowohl x als v gemein- 
schaftliche Fehler zeigen, so v in v. i „douz*' statt „gais", v. 25 
„a" statt „ab", v. 47 „serem en lestor" statt „er en lestor"; x 
in Vers 8 „e platz me en mon coratge" statt „et ai grand 
alegratge". — Die Stellung von P wird durch diejenigen Punkte 
bestìmmt, in welchen es die richtige Lesart aufweist, wàhrend CM 
T U e (fûr Strophe i auch V) die gleichen Fehler zeigen ; dies ist 
der Fall v. i, wo x „del" liest statt „de", v. 29 „quar** statt „que", 
auch V. 37 las x „lestorms sera" statt „er en lestor**. — Nunmehr 
ist dasselbe Verhâltniss fûr U gegenûber von C M T V e nachzu- 
weisen. Letztere lesen gemeinschaftlich falschlich v. 2 „quan uei" 
statt „que fai", wie U richtig hat; v. 26 „intratz" statt „mesclaz"; 
V. 28 „de segre" statt „e segrel"; v. 37 „mesclatz" statt „entratz"; 
endlich steht auch v. 38 „negus" in C T e mit dem gleichbedeuten- 
den „ia nuUs" M der Lesart von U „chascun" gegenùber, welche 
von allen andem gestûtzt wird. — Auch innerhalb t finden sich in 
C M e gemeinsame Fehler, z. B. y, 2^ „armat" statt „armatz" ; v. 26 
„en lo camp" statt „en Pestor**; v. 32 „asclar* statt „traucar"; v. 37 
„ia pos" C e und „pueis qe** M statt „e quand" ; ebendort „es" C e 
imd „er" M statt „sera". — Aus den beiden zuletzt angefûhrten 
Beispielen erhellt, dass innerhalb s sich wiederum Ce und M 
gegenùberstehen. Dies ergiebt sich auch noch aus folgenden in C 
und e gemeinschaftlichen Fehlem: v. 9 „companha" statt „cam- 
panha"; v. 10 „ab" statt „e"; y. 2^ „ab" statt „en"; v. 24 „aissi" 
und „lo sieu enantir" statt „c'aissi" und „los sieus enardir*^ v. 31 
„lansas" statt „massas"; v. 34 „gran ren" statt „e maint"; v. 36 
„caualiers mortz e derrocatz" statt „cavalh dels mortz e dels 
nafratz"; v. 38 „daut" statt „de"; v. 39 „ponch dasclar mas" statt 
„pens mas d'asclar". — Wenn hiernach die Richtigkeit des oben 
aufgestellten Schemas nicht in Zweifel gezogen werden kann, so ist 
es um so auflfallender, dass in Strophe 2 das Verháltniss derselben 
Handschriften sich zum Theil wesentlich anders gestaltet, namlich 
in folgender Weise: 



224 



z 

_ I 

r " ' "I 

7 AB 

I 





1 

X 


JKd 




1 






1 


1 




V 


u 




1 


1 


1 

Çe 


' 1 

M t 

1 


1 

p 




1 
s 


r 

D 




1 





I I 

T U 

J K d und X gehen an mehreren Stellen auseinander, indem manch- 
mal J K d, manchmal die zu x gehôrigen Handschriften díe 
gleichen Fehler aufweisen, so liest x v. 15 „et ai gran alegratge", 
wàhrend J K d mit A B „e platz me en mon coratge" haben ; um- 
gekehrt haben J K d v. 17 „el beri totz (tor d) es" statt „els barris 
rotz"; V. 19 „clau" statt „claus"; v. 20 „seiatz" statt „serratz". — 
V und u treten sich an zwei Orten gegenùber, v. 17, wo CMe „e" 
lesen , wáhrend u mit A B J K d ûbereinstimmt, und v. 19, wo D P 
TU den gleichen Fehler „qes daus de murs e" haben, wàhrend 
dies Mal v die richtige Lesart aufweist — Innerhalb u sodann 
sondem sich DUT von P durch folgende gemeinsame Ab- 
weichungen: v. 17 „eill barri" DU „eal bair** T statt „els barris"; 
ebendort „desfronsatz" DT „desforzaz" U statt „esfondratz" ; auch 
V. 14 gehôrt wohl hierher, wo „fugir" D und „brugir" TU nahe 
stehen und dem richtigen, in P erhaltenen „venir" gegenùber- 
treten. — Es muss nun auf den eigenthûmlichen Umstand auf- 
merksam gemacht werden, dass D, dessen Zugehôrigkeit zu u durch 
vier Stellen, nàmlich zwei in v. 17, je eine in v. 14 und v. 19 festgestellt 
ist, in V. 15 nicht die falsche Lesart von u „e platz me en mon 
coratge", sondem die richtige von ABDJKd theilt, wonach es 
nicht zu x zu gehôren scheint. Diesen Widersprach erklàre ich 
mir folgender Massen : Die Handschriften C M P T U e haben den 
8. Vers der ersten Strophe mit dem 5. Verse der zweiten vertauschL 
Da nun D in Strophe 2 dem Typus der eben genannten Handschriften, 
in Strophe i aber dem der ûbrigen folgte, so hâtte hier v. 15 gleich v. 8 
lauten mûssen, also „et ai grand alegratge"; da der Copist aber 
dies vermeiden wolIte, so folgte er in diesem Verse nicht seiner 
Vorlage t, sondem holte sich Rath aus einer der J K d venvandten 
Handschriften, der er ja fûr Strophe i , 3 und 4 gânzlich gefolgt 
war. — Es eriibrigt nun noch, ein Mal fûr TU, sodann fûr Ce 
gemeinsame Unrichtigkeiten zu constatiren. Jenes fìndet Statt v. 14 



225 

* 

„bnigir" statt „venir" und v. 19 „mur" statt „murs"; dieses v, 13 
„aprop" statt „apres"; v. 18 „pel" statt „el"; v. 20 „ficatz" statt 
„ serratz ". 

Âuch die beiden noch ûbrìgen Strophen des Liedes mûssen 
gesondert behandelt werden. Díe fùnfte kennen \vir aus 9 Hand- 
schriften , nâmlich aus ABJKPTUde, deren Abhângigkeit von 
einander sich in folgender Weise darstellen lâsst: 









1 




z 
1 












• 


1 








y 








X 








1 








1 




1 




1 


1 








V 




JKd 




U 


AB 






1 














1 




1 






u 




T 












1 














1 




1 












e 




p 













X und y gehen auseinander in v. 45, wo x „rombratge", y „rerbatge" 
las ; da jedoch „rombratge" die einzig môgliche Lesart ist (l'erbatge 
kommt drei Zeilen weiter noch ein Mal als Reimwort vor), so folgt 
hieraus noch nicht mit Bestinuntheit, dass U auf die Seite von A B 
zu stellen ist; man kònnte auch annehmen, dass U und y auf eine 
Quelle zurûckzufûhren wâren, welche U treu bewahrt hâtte, wâhrend 
y abgewichen wáre. Genau dasselbe gilt von v. 50, wo zwar auch 
allein U mit AB allen andem gegenûbersteht, (y las oífenbar „ab 
los tronchos"), wo aber jene drei Handschriften wiederum das 
Richtige haben. Wenn jedoch schon hiemach die Wahrscheinlichkeit 
ziemlich gross ist, dass in der That U mit AB und nicht mit y 
auf eine gemeinsame Quelle zuruckzufûhren ist, so wird diese 
Wahrschein]ichkeit noch grôsser durch die Analogie mit Strophe 6, 
in welcher nur die Zahl der Handschriften , nicht aber das Ver- 
hâltniss derselben zu einander sích ândert und in welcher die 
Zusammengehôrigkeit von A B U durch gemeinsame Fehier sicher 
gestellt ist — Dass sodann y in v und J K d zu trennen ist , er- 
giebt sich daraus, dass sowohl v als JKd gemeinsame Fehler 
haben ; so lesen J K d v. 48 „lombratge" statt ,,1'erbatge", das P T e 
aufweisen; desgleichen v. 50 „penons" statt „tronchos"; umgekehrt 
haben PTe v. 41 „beus", wàhrendJKd richtig „eus" zeigen. — 
Dass endlich noch Pe von T sich durch eigne Fehler abson- 
dern, ergiebt sich aus v. 44, wo P mit „hantrair" und e mít 
„entrair" von der richtigen Lesart „enhir" sich entfemen, desgleichen 
V. 45 mit „jos cauals" von „cavals voitz" und v. 50 mit „ab tros de 
lanza senhalatz" von „ant los tronchos ab los ccndatz". 

Die Strophe 6 wird, wie gesagt, zum Theil von andem Hand- 
schriften ûberliefert, nâmlich von A B C M P U e, die sich folgender 
Masseu zu einander verhalten: 

15 



22Ò 





1 






1 




y 






X 




1 




í 


1 


1 




1 




V 




P 


U 
















1 




c 


M 









AB 



Dass zunâchst A B U auf die eine , C M P e auf die andre Seite 
gehen, ergiebt ein Blick auf die Lesarten von v. 52, 54, 57 und 60. 
Ob innerhalb y C M e oder C P e zusammen zu rechnen sind, lásst 
sich mit vôUiger Sicherheit nicht entscheiden. Fùr die erstere An- 
nahme spricht, dass CMe v. 52 „quhom puesc en tot lo" lesen, 
wàhrend P „qe hom puesca el" hat; desgleichen v. 55 „paratge" 
gegen „linhatge" in P; umgekehrt haben CPe folgende gemein- 
same Fehler: v. 56 fehlt bei ihnen „et", und v. 59 lesen sie „fìn" 
statt „rics". Fûr die Gestaltung des Textes ist die Entscheidung 
dieser Frage jedoch unwesentlich. — Die gemeinsamen Eigen- 
thûmlichkeiten von Ce endlich sind folgende: v. 52 „ar" statt 
„mais" und v. 53 „tenon ar" statt „ten hom e". 

Das Geleit bietet keine genûgend charakterístischen Varíanten 
zur Classifìzirung. Der Umstand jedoch, dass es von denselben 
Handschríften ûberliefert wird, welche die fûnfte Strophe enthaiten, 
lâsst schliessen, dass auch das Verhâltniss dasselbe sein wird. 

Ein zweites, oíFenbar unechtes Geleit von 6 Zeilen fìndet sich 
in M P e, ein andres von 3 Zeilen in T. Ich theile beide im An- 
hange mit 

Zu bemerken ist endlich noch, dass in T Strophe 4 und 5 
umgestellt sind. — In der Orthographie folge ich A. 

1. Bem plai lo gais temps de pascor, 
que fai fuolhas e ílors venir, 

e plai me, quand auch la baudor 

deïs auzels, que fant retentir 

lor chant per lo boscatge, 5 

e plai me, quand vei per los pratz 

tendas e pavaihons fermatz, 

et ai grand alegratge, 

quan vei per campanhas rengatz 

cavalliers e cavals armatz. 10 

2. £ platz mi, quan li corredor 
fant las gens e l'aver fugir, 

c platz me, quan vei apres lor 



I. Die Zeilen i — 5 sind in C verstiimmelt. — 5. lor] lo ABU. fehlt 
C. — 6. per los] sobrels D J K T U V d. sobrel P. sus els C. sus el c. — 
9. campanhas] campaigna D J K M U d. campaiha V. la canpagna T. com> 
panha C e. o camps P. — 

II — 63 fehlen in V. — 



ÍÍ7 



gran ren d'annatz ensems venir, 

e platz me en mon coratge, 15 

quan vei fortz chastels assetgatz 

els barrís rotz et esfondratz 

e vei Tost el rìbatge, 

qu'es tot entom claus de fossatz 

ab lìssas de fortz pals serratz. 20 

£t atressim platz de senhor, 
quand es prímiers a l'envazìr 
en caval, armatz, ses temor, 
c'aissi fai los sieus enardir 
ab valen vassalatge, 25 

e pois que I'estoms es mesclatz, 
chascus deu esser acesmatz 
e segrel d'agradatge, 
que nulhs hom non es ren presatz, 
tro qu'a mains colps pres e donatz. 30 

Massas e brans, elms de color, 
escutz traucar e desgamir 
veirem a Tintrar de Testor 
e maint vassal essems ferír, 
don anaran a ratge 35 

cavalh dels mortz e dels nafratz, 
e quand er en Testor intratz, 
chascus hom de paratge 
non pens mas d'asclar caps e bratz, 
que mais val mortz que vius sobratz. 40 

£us dic que tant no m*a sabor 
manjar ni beure ni dormir 
cum a, quand auch crídar: y,A lor'M 
d'ambas las partz et auch enhir 
cavals voitz per I'ombratge, 45 

et auch crídar: ,,Aidatz! aidatz'^' 
e vei cazer per los fossatz 
paucs e grans per Ferbatge, 
e vei los mortz que pels costatz 
ant los tronchos ab los cendatz. 50 



14. ensems] apres BC. aprop e. corren A. — 15. en] e AB. moult en JK 
d. — et ay gran alegrage C M P T U e. — 

34. e maint vassal] e mains uassals D J K M T U d. gran ren uassalhs 
C e. — 36. cavalh delsj cauals dels D J K M P U d. caualls de T. caualiers 
C e. — 40. que] car A D T U P. — 

41. Strophe 5 fehlt CDM. — 42. maniars ABJKd. — 44. enhir] 
engnir U. enguir J K d. agnir T. entrair e. hantrair P. bruir A B. — 
45. l'ombratge] lerbatge J K T d e. lerbastie P. — 48. Ferbatge] lesbatges U. 
erbastie P. lombrage J K d. — 50. ant los tronchos] al los penons J K d. lo 
tancron T. ab tros de ianza P e. — 

IS* 



228 



6. Pros comtessa, per la melhor 
c'anc se míres nì maís se mir 
vos ten hom e per la genssor 
dompna del mon, segon c'auch dir; 
Biatrítz, d'aut linhatge, 55 
bona dompna en digz et en fatz, 

fonz on sorzon totas beutatz, 

bella ses maestratge, 

vostre rics pretz es tant pojatz 

que sobre totz es enanssatz. 60 

7. Baron, metetz en gatge 
castels e vilas e ciutatz, 
enans c'usquecs nous gerrejatz. 



51. Strophe 6 fehlt in DJKTd. — 52. Diese Zeile bildet in CMPe 
den vierten Vers dieser Strophe. Statt dessen steht hier : quhom puesc (puesca 
M) en tot lo mon chauzir C M e. qe hom puesca el mon chausir P. — 54. In 
C M P e steht an dieser Stelle v. 52. — 57. on sorzon] on soiom C. lai on 
sorz ABU. — totas] tota ABU. — 60. enanssatz] enauzatzPe. enantatz M. 
coronatz C. — 

Das Geleit fehlt in CDM. — 61. Baron] baros JKPTde. — e]o 
J K d. fehlt P T U. — e] o J K d. — 63. fehlt e. — nous] nos J K d. no P T U. 



Anmerlcnngen. 

1. (cf. Bio^aphie pag. i8.) 

1. ai dient nicht nur als Ausnif des Schmerzes, wie namentlich in 
Verbindung mit dem Adj. las, lassa» sondern auch der Freude, z. B. hai! 
si poirai Tora veder Cerc. 3, 40; quan la candelam fetz vezer vos baizan, 
rizen — ai! qual scr! R. d'Or. 19, 49; ai! doussa res, cara e genta ib. 27, 
18; ai! francha, de bon aire! B. de Vent. 37, 35; ai! dolsa, franca res Am. 
de Mar. 6, 52; ai! bels amics, ben ensenhatz G. de Born. 65, 25 etc. In 
dem Liede Marcabruns No. 29 bildet dic Inteijection ai ! als Zeichen der Freudc 
dcn íunílen Vers aller Strophen. 

2. c a r kann auch einen Substantivsatz cinleiteni s. Diez, Gram. in, 337. 
£s ist zn bemerkcn, dass Substantivsatze mit „car" im Gcgcnsatz zu denen 
mit „que" nie dcn Conjunct. annehmeny cf. 2, 8; 8, i; ii» 16; I7i 38; 21, 
43; 22, 38. 

5. cors. Das „cor" der Hss. ist ein Fehler. — estcj* Es kônntc auch 
,,estei*' geschrîeben werdcn. — cnccis. ancendre, was die Lcsart dcr Hand- 
schriftcn voraussctzt, ist nicht bclegt. Diez n, 216 gicbt dic Partic. „azeis" 
von „accenderc" und „cceis" von „inccndere". Ich habe „enccndere" ge- 
wâhlt, weil dies mehrfach im figiirlichen Sinnc vorkonmit, z. B. : ans que 
s'cncenda sobrcl cor la dolors, merces dcisscnda en vos G. de Cabcst. 5» 61 ; 
lo joi quem fal cor cnscndrc R. dc Mir. 18, 18; quel coratges nolh n'en* 
cenda ib. 23, 18. 

6. a drutz. Sehr aufíallig muss dic Anwcndung des Nom. nach eincr 
Prâp. erscheinen. Der Nom. hat aber im Prov. cin ziemlich weitcs Gebict 
und wird mehrfach nach dcm Sinne gebraucht, wo grammatisch dcr Acc. er- 
forderlich wâre. So in der bekanntcn \Vendung „aver nom" z. B.: vai t*en 
cochos al comte qu*a nom n*Ugos (R^) 18, 42; reis joves aviatz nom agut 
26, 17; andre Stellen: auretz nom drutz o molheratz (R) P. Rog. 7, 30 ; 
a non n'Anfos G. Riq. 2, 66 etc. Sodann aber namcntlich als factitivum zu 
einem reâexivcn Verbum, z. B. sc mostrar: nous en mostretz estoutz (R) 
P. d*Alv. 16, 54, se fenhcr: s'cn fcnh trop gais (R) Ccrc. 2, 41; drutz nom 
fenh P. d'Alv. 5, 47; coven que . . m'en fenha coindes e letz (R) G. dc Bom. 
^Si 13» cs fcnh fort francs P. Card. 2, 44; us escaravais si fcnhia papagais 
(R) ib. 41, 43; tals si fcnh pros c valens (R) ib. 41 , 46; sc fenhon cnamo- 
rat (R) Guir. del Oliv. 40 , i ; ccls qucs fenhon per lieis gai (R) Aim. dc 
Belen. 4, 24; mout se fenh prims e savis Sordel 34, 9. sc tener: a menhs 



>) (R) bedcutet, dass das davor bcímdliche Wort im Rcim stcht« 



230 

me tenh que juzeiis (R) P. Vid. i6, 24; me tenria paubres ses vos ìb. 39, 48; 
nos te celatz (R) ib. 48, 35; cel quis ten bos Moine de Mont. 5, 13; qu*ieu .. 
nom tenha pagatz (R) Guir. de Cal. 7, 6; me diz quem tenha pagatz (R) Sordel 
12, 47. se sentir: sim sentis fizels amics (R) G. de Bom. 72, i ; mi sen reven- 
gutz (R) P. Vid. 17, 31 ; quan nom sen aventuratz (R) ib. 30, 50; eras me sen 
peccaire (R) R. de Mir. 35, 13. AndreSynonyma: clamet se dolens, chaitius 
pechaire (R) Ross. 6471 ; nous aizinetz gabaire (R), ans cove írancs e suaus G. 
de Bom. 67, 19; vostr'om mi ren G. Faid. 17, 29; ben coven, sia gais qui drutz 
si met G. de Bom. 20, 64 ; sius trobatz enganatz (R) (von éiner Person) Guil. 
de Montanhágout 14, 31 ; sos sers m'autrei G. Faid. 2, 20; d'aissom clam astrucs 
(R) Am. Dan. i, 6. Bei weitem am hâufìgsten nach „se faire", so bei unserm 
Dichter: cilh que se fant conoissedor (R) 37, 31; andre Stellen: Ross. 7250; 
P. Rog. 6, 2; 6, 21; G. de Berg. 6, 2; P. de Capd. 17, 21; 22, 37; Peirol 
I, 10; 27, 3; G. de Bom. 22, 45; 36, 77; 42, loi ; 67, 33; G. de St. Leid. 

5, 45; Moine de Mont. i, 64; 9, 2; 16, 89 etc. Ja die Dichter gehen bîs- 
weilen so weit, dass sie bei dìesen Verben auch dann statt des zweiten 
Acc. den Nom. setzen, wenn der erste n i c h t das Reílexivpronomen ist, z. B.: 
Alaman, trop vos dic vilan, felon, enic (R) P. Vid. 13, 78; me tenon mortz 
(R) F. de Mars. 19, Ii6; de franc m'a sos sers tomat Lanír. Cig. 24, 4. So 
erklârt es sich denn auch, dass nicht ein Mal die Hinzufûgung einer Práp. 
die Anwendung des Nom. zu verhindem braucht, so findet sich bei Bertran: 
si ten fort per grevatz (R) 30, 4. Andre Fâlle mit se tener per: tenras 
per greviatz (R); G. de Bom. 46, 104; de quem tenh per forsatz (R) ib. 73, 
26; ten se per escamitz (R) P. R. de Tol. 17, 4; eram tenh per enganatz 
(R) P. Vid. 31, 14; ieu jam tenia per plus ricx (R) R, de Vaq. 24, 74; jas 
tenia hom per rics e per guaritz (R) Aim. de Peg. 22, 36 ; iem tenc per ricx 
Betr. d'Alam. 14, 10; per rícs si ten Flam. 221, 297; caschus per garìtz si 
ten ib. 5317; tenc si per ereubutz (R) ib. 6733; d'aissom tenh per enrequitz 
(R) R. de Mir. 37, 28; se tenen per verai amic (R) Guir. del Oliv. 40, 2; 
nos tenga per blasmatz (R), enans . . per ben lauzatz (R) Cadenet 13, 14; 
eu mi tenc per rícs e per honratz (R) Alb. de Sest. 14, 2; bera tengra per 
honratz (R) Blacatz 6, 37; iem tengra per estortz (R) G. Riq. Sim fos saber 
19; ib. Qui a sen 123; nom tenc per sabens (R) ib. Qui conois 27. Am 
gebrâuchlichsten ist die Wendung : „se tener per pagatz", z. B. : G. de Bom. 

6, 29; 35, 33; 70, 20; G. de Berg. 14, 23; F. de Mars. 16, 35; R. de Mir. 
38, 40; Aim. de Peg. 53, 41; Sordel 17, 37; Bonif. Calvo 12, 31; El. Cairel 
I, 14; 13, 6 ; Aim. de Belen. 16, 29; Lanfr. Cig. 5, 57; Alb. de Sest. 14, 
19; Cadenet 21, 68; Flam. 1680; 2836; 7245; 7299 etc. Selten werden 
andere Prâp. gewâhlt, z. B. : pai tenh a ben menatz (R) G. de Bom. 47, 93; 
oder andre Verba, z. B. : se fenhon per lial amador R. Jord. 5, 12; dagegen 
fìndet sich dieselbe Eigenthiimlichlceit, wenn statt der refìexiven Constmction 
die passive gewâhlt wird, z. B. : es tengutz per savis e per sertz (R) G. Riq. 
A penas lunh 45. £s braucht wohl nicht besonders hervorgehoben und be- 
legt zu werden, dass neben dieser Construction nach dem Sinne auch die 
streng grammatische fast gleich haufíg vorlcommt. Ueber den ganz analogen 
Gebr9uch des Nominativs im Altfranzôsischen s. Tobler, Li dis dou vrai 
aniel, pag. 26. 

9« com fai l'aiga los peis. Dies Bild wird von den prov. Dichtera 



231 

meìirfach verwandt, von den voIksthuTnlichen wie den lcunstmâssigen, so : plus 
suau lo noirís que aigua peisso Ross. 7085 ; si cum ii peis an en l'aigua lor 
vida, Vai ieu en joì Arn. de Mar. 22, i ; aitan pauc col peissos vin ses Taigua, 
viurai P. de Capd. 3, 31; plus que no pot ses aiga viurel peis, no pot esser 
P. Vid. 7, 55; sim sol amors tener gai plus que Taigua] peis R. de Vaq. 24,8. 

2. (cf. Biographie pag. 57.) 

2. elesta ist das substantivirte Part. Prât. von elegir, von welchem Rayn. 
die Formen elegit, elegut, elcg und elest belegt; wenigstens ist letztere Form 
aus dem Acc. PI. eletz zu reconstruìren. £s bedeutet daher „das Auserwahlte, 
das Schônste, der Glanzpunlct." 

3. escontenta. Das Vcrbum escontentar ist sonst nirgends belegt. 
10. us sols etc. Die Ungeduld lâsst die Zeit lânger erscheinen, z. B. 

so fai tan len (d. h. sie zôgert so lange mich anzublickcn) c'uns sols dias me 
dura cen B. de Vent. 15, 49; quecs jorns mi sembla plus d^m an, car non la 
vei Uc de St. Circ 9, 38; mas II jom mi sembleran VIII, entro qu'eu sapcha 
etc. Flam. 5327; I joms mi tenra un an entro qu'eu sia justa lui ib. 6181; 
manchmal allerdings auch der Genuss, so : silh plagues qu'o fezes, per un mes 
n'agra tres Marc. 24 a, 1 9. 

13. Doais. Douai ist, wie Cambrais, eine Stadt in dem fìranzôsischen 
Flandem. Der Gedanke ist, der Dichter wiìrde sich durch einen sicheren 
Besitz nicht bewegen lassen, seinen Anspmch auf £rweiterung desselben auf- 
zugeben. 

15. pustella en son huolh e cranc. Dieselbe Verwiinschung bei 
Bertran noch ein Mal: pustella en son huolh qui m'en partz! 20, 19; auch 
bei Andem, z. B. piustel' hui sus en sa gronha! R. d'Or. 31, 39; pustel' en 
son oil e cranc, qui . . G. de Bom. 59, 43 ; pustela en sa barba qui so pesset 
Ross. 2984; aja en son olh postella Folq. de Rom. 2, 32; pustella en sa 
gauta cel c'ab lieis si desacorda Am. Dan. 5, 26; que perdatz los huolhs 
amdos de cranc ib. 17, 42. Bemerkenswerth ist, dass der Relativsatz in 
diesen Fâllen sich auf die in dem Possessivum steckende Person bezieht. 

iq. estar. Wenn der Inf. substantìvirt wird, so bekommt er regel- 
mâssig Flexion, z. B.: dons e servirs e gamirs e larguesa noirís amors i, 8; 
tan lor ha sos vezers sabor 10, 28; quel vezers de sa beltat loja los pros a 
sos ops, cui que coja 37, 5; vostre reptars m'es sabors 38, 23. Selbst wenn 
der Inf. ein Adverbium bei sich hat, so verlangt er bei vorgesetztem Artikel 
dennoch der Regel nach die Flexion, z. B. : sai m'en reman lo grans destrícs , 
lo deziríers soven el plors Marc. i , 25 ; el gen parlars Am. de Mar. Bríef in, 
36; quel loncs espers el loncs consirs el trop velhars el pauc dormirs me ten 
aissi ib. 47 sq. etc. Die Inf. , die auf - e ausgehen , entbehren jedoch trotz 
des Artikels oder dessen Stellvertreters manchmal der Flexion, z. B. bei 
Bertran: lo predr'er granz 25, 16; tan m'es lur mentaure non-sens R. d'Or. 
^7» 63« — Wenn dagegen der Iníînitiv Subject des Satzes ist und nicht den 
Artikel bei sich hat, so kann er nach Belieben substantivirt werden oder 
Verbform bleiben. Hierhin gehôrt unser Fall. Andre Beispiele : li plai dom- 
nejar (R) 7, 31; 39; trop dormir nom platz 11, 59; tant no m'a sabor manjar 
ni beure ni dormir (R) 11, 41; enojam estar a port Moine de Mont. 10, 59; 
mielhs mi fora jazer vestitz Rudel i, 36; pena m'es a mainz grazirs G. de 



232 

Bom. 54, T2; viures m'es marrímens et esglais P. de Capd. 7, 5; ben fora 
nauja demandars G. de Born. 54, 14. 

21. Roais ist der Name der Stadt Edessa. £s ist mir aber nicht k1ar, 
wìe Philipp zu der Bezeichnung „Herr von Edessa" kommt; denn, dass dcr 
Kônig von Frankreich gemeint ist, geht aus Strophe 4, 5 und 6 hervor; N 
schreibt deshalb auch ^Cambrais", doch zeigen die sammtlichen 8 iibrìgen 
Handschriflen ,,Roais". 

26. Roam ist die Hauptstadt der Normandie; rait Sais scheint das heutìge 
Sées oder Sees gemeint zu sein, ein Stâdtchen, das ebenfalls in der Normandie 
und zwar im heutigen Departement Ome gelegen ist. 

27. membres li. Ein Wunschsatz wird im Prov. gewôhnlich durch 
den einfachen Conjunctiv des Prâsens ausgedriickt , was auch das Natûr- 
liche ist, da ja ein Prâsens „ich wunsche" zu erganzen ist, so: 3, 16; 3, 36; 
3, 60; 4, 6; 4, 16; 4, 34; 6, 26; 6, 49; 7, 43; 8, 17 etc. Seltener tritt „que" 
hinzu: qu'el pois si sojorn ni s'engrais! 2, 33; que pens de l'anar 39, 11. 
Daneben kommt aber auch, obwohl seltener, in dergleichen Satzen der Con- 
junctiv des Imperfects vor, wie in unserer Stelle; ausserdem: ar fos usquecs 
d'els en boja d'en Saladi 4, 19; dompna, pois nom voletz colgar, donassetz 
m'un baisar 21, 79. Aus andem Autoren: fazia so sermo: creessen deu 
Boet. 23; ai! mala fos reis Lozôics! Marc. i, 26; lai, el renc dels Sarrazis 
fos eu per lieis chaitius clamatz! Rudel 2, 14; ai! car me fos lai pellerís! ib. 
2i 33 > ^' francha de bon aire, fessetz m'un bel semblan B. de Vent. 37, 36 ; 
ai deus ! ar sembles ironda, que voles per l'aire ib. 44, 49 ; a ! dompna prezans, 
abrasses vos en baizans R. d'Or. 12, 50; pendutz fos aut per la cervitz qui 
a molher ib. 21, 47 etc. Der Gedanke bekommt durch den Conj. Imp. eine 
kleine Aenderung. Da dieser nâmlich die Ergânzung eînes Conditionnels 
„ich môchte wohl, ich wiirde wunschen" im Hauptsatze verlangt, so wird auch 
der Gedanke des Wunschsatzes ein mehr conditionaler , d. h. es wird ausge- 
drûckt, dass die Erfollung des Wunsches unwahrscheinlich ist. 

31. laidis ni desmenta. Ein Relativsatz, welcher eine nur gedachte 
Eigenschaft oder Thâtigkeit angiebt, hat bei Bertran das Verbum der Regel 
nach im Conjunctiv z. B. : per vielh lo tenc . . si a caval qu'om sieu apelh 
7, 38; al soteiran (sc. Stufe) pot ben estar et en aquel que remanha (R) 8, 21 ; 
ja mais non er cortz complia on hom non gab ni non ría 9, 26 ; en leis es la 
senhoría . . de far que ben Testia 9, 60; reis que badalh ni s'estenda, quant 
au de batalha parlar, sembla o fassa per vanejar 35, 53 ; reis que logier atenda 
de senhor, bel deu aífanar 35, 61. Sobald der Autor jedoch die Eigenschaft 
als eine wirklich vorhandene hinstellen will, so steht natiirlich der Indicativ: 
rícs hom que ren non dona ni acuolh ni met ni non sona . . m'enoja 37, 34 etc. 
Etwas ktihn ist daher: ad ambedos ten hom ad avolesa car ant fait plaich 
don quecs de lor sordei (R) 31, 9, wo der Conj. vielleicht mit Riicksicht auf 
den Reim gewâhlt ist und wo der Ind. jedenfalls natiirlicher gewesen wâre. 
In unserera Beispiele wâren beide Constructionen vereinigt. Daher Tobler: 
„Iaidei, Conj. von laideiar, das ich freilich nicht kenne". 

38. Gisortz ist die norraannische Stadt Gisors, in dem heutigen 
Departement Eure; cf. Biogr. pag. 57. 

41. eslais. Nach tro que oder tro steht bei Bertran, wie iiberhaupt 
im Prov., meist der Conjunctiv, z. B. nous fassatz plus iratz, troi diga mais 6, 



233 

50; irai per tot . ., tro vos me siatz renduda 12, 20; no cre, ogan se revel, 
tro que veja que faran Franceis 28, 27; demandem li, tro que dreich nos 
fassa 33 , 31; rìcs hom que de gerra nois lassa . . , tro c'om se lais que mal 
nolh fassa 37, 48. Bei den zusammengesetzten Zeiten kann jedoch auch der 
Ind. cìntreten, wenn die Handlung des Nebensatzes als vollendet hingestellt 
wird: no m'es bel de rei qu'en patz estei . ., tro la demanda'qu'a faita a 
conquesa 31, 7; nulhs hom non es ren presatz, tro qu'a mains colps pres e 
donatz II, 30. — Statt: si eslais „s*i e." (T). 

51. qucl bons hom de Talantais. Diese Worte werden in der 
„razon" umschríeben mit „c*uns morgues". Talantais ist offenbar nur eine 
Nebenform iur Tarantais imd gemeint ist damit wohl das Erzbisthum Tanin- 
taise im alten Kônigreiche Arelat, siidlich vom Genfer See. 

53. uns dels Algais. Nach der „razon" waren die Algais vìer 
Bruder, welche durch ihre kiihnen Râubereien sich beruhmt und beríichtigt 
machten, die sie an der Spitze von tausend Reitem und zweitausend Fuss- 
truppen untemahmen. Richards Nachfolger, Johann ohne Land, machte sogar 
einen Martin Algais zum Seneschall in der Gascogne, doch endete dieser 
schliesslich sein Leben am Galgen (Pauli, Geschichte von England III, 476). 
In einer bei Diez L. u. W. 415 abgedruckten Stelle eines Liedes von Uc de St. 
Circ heisst es von demselben : Ges en la companha Martin d' Algai honi pietz 
non trai. Auch sonst fìguríren diese Bruder in den prov. Gedichten als be- 
kannte und gefiirchtcte Persônlichkeiten, z. B. Dieu prec que trachors . . abais 
aissi com fes (Ms. fos) los Algais P. Card. 48, 21 ; ous tengues us dels Algais 
en lega lo terz d'un dia Ebles dlJis. 3, 6. 

3. (cf. Biographie pag. 86.) 

2. quan. Man erwartet „que quan", doch fallt, wenn das zweite Glied 
einer Vergîeichung ein Satz ist, die Vergleichungspartikel oft weg, so: del 
rei tafur prctz mais sa cort e son atur, non fatz cella don fui trahitz 32, 33; 
etz plus lejals, non son a dieu cilh de Cadonh I, 47. Daher entsprícht n<ich 
einem Comp. unserem „als dass'* ein einfaches „que", z. B. : volc en mais Paver 
portar, que hom totz sos pres li renda 35, 31; mais am rire e gabar ab mi 
donz, que m'en somonha 39, 38; volh mais perdrels olhs del fron, qu4eu ja 
ren fassa c'a leis pes B. de Vent. 5, 24; ans fos ieu mortz, qu'en aital mot 
falhis G. de Born. 13, 32; es mielhs c*un pauc de deniers hom vos envi, 
c*om plus pres vos atenda ib. 27, 8; amors ditz qu'ans mi penda, que ja li*n 
menta de re Uc de St. Circ 34, 16 etc. Eine Stelle, die ganz der unsrígen 
entspricht, ist folgende: plus nom poc amors honrar, quan me fez ves vos 
atraire; que anc deus non volc formar gensor domna Sordel 12, 12. 

3. pres. Nach dem Zusammenhange miisste prendre qn. en „Jem. in 
Etw. versetzen" heissen, eine Bedeutung von prendre, die ich nicht zu belegen 
vermag , obwohl „ se prendre en , sich mit etwas befassen " vorkommt , z. B. : 
en vos lauzar s'en son pres tug li bo Aim. de Peg. 34, 63. Vielleicht ist 
„mes*- zu lesen ; denn „metre" wird im Prov. und auch bei Bertran gerade in 
diesem Sinne gebraucht. Man vergleiche z. B. 4, 25; 9, 5; 20, 4; 20, 34; 
36, 16; 40, 14. 

12. t*o. So die Handschríften, wohl cin Schreibfebler statt „la", denn 
in V. 14 und 15 ist „sie" Subject. 



«34 

20. aitaDS. Nach Cardinalauihlen steht „aitant" inimer substantiviscb 
und im Plural, also dos aitans „zwei Mal so viel". Andre Beispiele: De mi 
dons mi lau cent aitans B. de Vent. 21, 25; val dos aitans que far no solia 
G. de Bom. 66, 3; dieus vos donav' ades mil aitans (sc. Reichthum) F. de 
Mars. 20 , 44 ; dcu avcr dos aitans de jai Peirol 17, 1 1 ; sclha cui am mil 
aitans mais que me G. Faid. 36, 10 etc. — Ebenso „Unt" in dieser Bc- 
deutung : ai lo pejor (im Spiel) dos tans B. de Vent. 30, 1 1 ; ieu n'ai (sc. von 
der Liebe) dos tans ib. 33, 14; cen tans sui vostre melhs que meus Am. de 
Mar. Brief III, 54; fai hom mielhs mil tans guerras e cortz P. de Capd. 3, 5; 
ja bes no li'n venha ses mil tans de dolor ib. 4, 4 ; es cen tans majer honors 
G. Faid. 26, 19; per sos ops dezir mil tans d'onor que per lo mieu G. Riq. 
29, 38 etc. 

21. Lo senher etc. Nach dem Zusammenhang scheint Richard Lôwen- 
herz gemeint zu sein. Was bedeutet dann aber Manta und Murols? Die 
Namen erínnem an Mantes und Moreuil, zwei kleine Stâdte, jene im heutigen 
Dep. Seine - et - Oise , diese in der Picardie, Dep. Somme, doch sprâche dies 
gegen die vorhin angegebene Vermuthung. 

23. s*es prims de tersols tornatz „hat sich zuerst von der Jagd 
losgerissen". 

26. Roais s. Anm. zu 2, 21. — Die folgenden Namen scheinen will- 
liiirlich zur Bezeìchnung von Sarazenen gewâhlt zu sein. Trevagant oder 
Tervagant ist bekanntlich ein in den chansons de geste hâufìg vorkommender 
Name heidnischer Personen. Alaps ist die Stadt Alep in der asiatischen 
Tiirkei, deren Gebiet in den Urkunden des Mittelalters auch Alapia heisst, 
wâhrend ihre £inwohner Alapini genannt werden , z. B. von Mathâus Paris 
(Bouquet XVII, 748). Was mit Arans gemeint ist, vermag ich nicht zu 
sagen. 

29. fera filhols dels Persans. „Faire" in der Bedeutung „zu 
£twas machen, in Etwas verwandcln" wird zwar auch, wie im Ncufranz., mit 
dem dem doppelten Acc. co'nstmirt , z. B. : qui quc fassa sos bos issartz 20, 
33; doch kommt fast noch haufìger ein Accusativ und die Prâp. „de" vor 
wie hier; andre Stellen: guerra fai de vilan cortes 22, 13; grans gcrra fai 
d'escars senhor larc 29, 3; ieu n*agra faich vermelh de mon gonfanon blanc 
29, 10; fan dc mos arbres eissart 44, 25. Also auch bei zweî Adjectiven, 
z. B. : fai de ton cor feble fort G. de Bom. 26, 26 ; cavalìers ai vìstz, que de 
baissatz fes altz e d'altz aussors Aim. de Peg. 52, 20 etc. 

31. mazanta. Raynouard Lex. rom. in, 124 unter „enap" schreibt 
„m'azauta" und iibcrsetzt „me convient vases et coupes"; doch ist diese Aen- 
derung der iiberlieferten Lesart schon aus dcm Grunde nicht zulâssig, weil 
der Reim ein Wort auf -anta verlangt. Entsprechend dem „sec" in v. 34 
wiirden wir demnach in „ mazanta " dìe 3. Pers. Sg. Ind. Prâs. haben , also 
auf ein Verbum mazantar kommen, das ich jedoch nicht kenne und auch 
nicht herzuleiten vermag. 

32, orzols scheint bisher im Prov. noch nicht belegt zu sein. Es 
stammt von lat. urceolus (Colum.) „kleiner Krug", das Deminutiv von urceus. 
Das Simplex kommt als Feraininum ira Span. vor, orza „ein Topf ohne 
Henkel, in welchem eingemachte Friichte aufbewahrt werden". Eine andre 



«35 

prov. Stelle ist : yoHa se disnar d*un fogasol e d'aigua ab un elme, no d'autre 
orcol (besscr ,,orço1") Ross. 6405. 

34. ribeira e forest. Ribeira afr. riviere ist eigentlich „Ufergegend'*, 
dahcr „Jagdgebiet (unser Revier) fìir die Vogelbeize", z. B. : cassa aurem en 
rìbiera, erbatge e fulh Ross. 71 ; endlich diese selbst; forest ist der Aus- 
druck fìir die Jagd mit Pfeil und Bogen im Walde. Gleichbedeutend mit 
,,forest" ist auch „cassa" afr. chasse; wenigstens iìndet es sich der Beize in 
der sclben Weise, wie an unserer Stelle, gegenîibergestellt : Rìcs hom que de 
gerra nois lassa . . val mais que ribieira ni cassa 37, 49. (cf. Der Mônch von 
Montaudon ed. Philippson pag. 97); ebenso nbos" afr. „bois" z. B. : cassa cn 
bos e*n ribiera Ross. 53; de bos e de riviera es essenhatz ib. 4281. Dagegen 
wird das Yerbum cassar ohne Unterschied von beiden Arten von Jagden ge- 
braucht, z. B. : cassa ab falcos sos perdigals els petitz auzelhos 40, 15; anc 
cinglar no vim pus irat, quan Tan brocat ni Tan cassat 14, 17; es veziada 
plus que nulha volp cassada Marc. 24 a, 35; ja mais esparvier no port ni 
cas ab cerena, s'anc . . fui d'autra cnquistaire R. d'Or. 6, 50; cassar d'austor 
o de falcon Bonif. Calvo 17, 31 ; ab falcos los cassavan (sc. Tauben) Da- 
miette 310. 

43. n'Auriols. Name eines unbekannten Barons. 

45. er l'anta sis pausava. Man erwartet „seria** statt „er". Eigen- 
thiimlicher Weise zeigt aber bei Bertran mehrfach der Hauptsatz eincs hypo- 
thetischen Satzgefuges das Prâs. oder Futurum statt des Conditionnel , z. B. : 
chausir pot, sis volia, dels plus pros chastellans 9, 54; s'ìeu m'en podia 
revestir, non dei esser mal razonatz 11,46; ieu non vuolh ges, sia mia Toleta, 
pcr qu'ieu segurs non i auses estar 33, 7; si . . a Siurac fos vescoms vius e 
sas, ja non creirai que non nos ajudes 33, 27; tîs drutz nois deu tardar sì 
messatgel venia 39, 9; ja non vuolh esser bar . ., per quem pogues reptar 
nulhs hom de vilania 39, 33. 

46. lais. Der Conjunctiv abhângig von „er I'anta". 

49. sols scheint kaum etwas anderes sein zu kônnen, als die 3. Sing. 
Ind. Prât. von soler. Diese Form heisst aUerdings regelmâssig „soIet" und 
die sonst nicht bekannte starke Conjugationsform wiirde sich nur durch eine 
gewaltsame Beeinflussung durch den Reim erklàren lassen. Auch die Form 
„vols" V. 49 ist wohl auf dieselbe Ursache zuríickzufìihren, obwohl „voler** in 
den Perfectformen vereinzelt ein s zeigt , z. B. : domna , si tan faire volses 
Flam. 4992. 

53. Die hier aufgefììhrten Namen sind zum Theil etwas entstellt. Brístol, 
London, Rouen und Caen sind klar; Nortensems soU wohl Northampton sein; 
Susest ist jedenfalls des Reimes wegen aus Sussex entstanden und hat auch 
aus dem selben Grunde kein Nominativzeichen ; Titagrava halte ich fìir Titgrave, 
einen Ort in England, wo der Kônig eine Domaine hatte; Lyttelton II, 311 
zahlt mchrere dcr kòniglichen Besitzungen auf, darunter auch Titgrave; was 
mit Carais und Coras gemcint scin kann, ist mir nicht klar, bei Carais kônnte 
man an Calais denkcn, wcnn dicsc Stadt damals schon dcn Englândcm gehôrt 
hatte. 



236 

4. (cf. Biogr. pag. 64.) 
I. Ara sai eu de prez. Wenn ein BegrifF des Nebensatzes hervor- 
gehoben werden soll, so kann er in den Hauptsatz gezogen werdcn, und zwar 
kann dies auf zwci Arten geschehen, ein Mal, indem der BegrifF mit 
der Prâp. de „in Bctreíf" verbunden wird; dann muss er an der ent- 
sprechenden Stelle des Nebensatzes durch ein Fûrwort wieder aufgenommen, 
resp. vertreten werden, so in unserem Falle und 17, 15 durch den Acc. des 
Pron. pers. Ein Beispiel far den Dativ ist: de leis engenha (sinnt er nach) 
col (= con li) retrai son pantai P. d'Alv. 23, 22. Hat der betreffende Begriff 
im Nebensatze die Function eines Attributes, so wird er durch das Pron. 
poss. vertreten , z. B. : de mon senhor lo rei annat conosc que an siei filh 
peccat 14, 19; dagegen braucht cr nicht besonders vertreten zu werden, 
wenn er das Subject des Nebensatzes ist: ges nom platz de nostres baros 
qii'ant faitz sagramens 5, 9; del pauc rei de Terra-Menor mi platz car si vol 
enantir 1 1 , 15; no m*es bel de rei qu'en patz estei deseretatz ni que perda 
son drei 31, 5; non es dreitz de rei . . que mais diga de no 33, 46; veiran 
de mon bran com talha 44, 47. Ausserdem giebt es aber noch eine zweite 
Art der Attraction, indem namlich das Subj. des Nebensatzes unverandert, 
also im Nominativ an die Spitze des Hauptsatzes tritt, z. B. : aquesta vos dic 
que mante prez e joi 10, 21 ; n'Audiartz, si bem vol mal, vuolh quem don dc 
sas faissos 12, 40; mos Bels Miralhs vuolh quem lais sa gajeza 12, 57; sens 
e pretz tem quel sofranha 14, 54; n'Oc e Non conosc qu*un dat mi plomba 
29, 12; sos bas paratge sobrìssitz sai que fenira coma lais 32, 19; lo reis cui 
es Castrasorìtz . . lau que mostre de sos eslais 32 , 28 ; aissous prec que vos 
plassa 37, 45; ric home vuelh qu'ab amors sapchan cavallìers aver 38, 78. 

3. messers. Dies ist lcein prov. Wort, sondem das italienische „messere*' 
ist einfach herubergenommen , weil Montferrat bereits zu Italien gehôrt. Das 
Wort kommt mehríach vor, z. B. : di m*al pro marques mecier Colrat P. R. 
de Tol. 1 6, 47 ; per so m*an Lombart conques, pos m'apellet car messier . . P. 
Vid. 47, 18. Ebenso das Simplex „sier": farai mandar . . a sier Ugoli Uc 
de St. Circ 42, 4 ; un mercadier de Genoa que ac nom sier Amfos Biogr. des 
F. de Mars.; sier Peire de Fraisse . . vuelh, jutje nostre dig G. Rìq. 14, 49; 
le sier Salamos que tant fon sapïens P. Corb. Tresor 386. 

4. Sur bedeutet Tyrus, cf. Bencdict von Pcterborough (Bouquet XVII, 
478): .,Archiepiscopus civitatis Tyrì, quae romana lingua vocatur Sur.'* 

9. cu fora lai a Sur; mas laissei m'en etc. Dies ist ein condi- 
tionales Satzgeíuge , das nicht selten statt des gewôhnlichen : „ ich wurde . ., 
wenn nicht . ." eintrìtt; so noch bei Bertran: Lemozis . . foralh bos, mas us 
sobros lolh gavanha 8, 31 ; agram mort . . l'enois, mal gentils cors amoros . . 
de la Saissam defendia 9, 29; ieu n'agra colps rcceubutz en ma targa . ., 
mas per aisso m'en soffrìsc e m'en parc que . . 29, 9. 

12. beir e bloja. Wir haben hier cin Bcispiel dcr Alliteration. 
Dass dicse Figur in der provenzalischen Poesie von jeher bekannt und ge- 
pflegt wurde, mag durch einigc aus den âlteren Dichtem entnommene 
Bcispiclc bewiesen werden: vejaire m*es que tot perdal sen el saber Ccrc. 
4, 18; vola e vai Marc. 24^, 49; art lo fust c la festuja ib. 18, 2i ; tal 
amei blanc, brun e bai ib. 29, 42; cl es sas e saus ib. 33, 14; bei B. 
v. Vent.: en maint genh se volf es vìra mos talans e ve e vai 18, 1 tmd 2; 



237 

ien que plang e plor 28, 7; sals ni sas 30, 44; lo temps vai e ven e 
vire 30, I. Auch J. Rudel venvendet gern dies Mittel: tot quant ve ni 
vai 2, 36; que cor mi tengues san e sau 4, 53; amors don ieu sia jauzens 
jauzitz 4, 12; mou mon chant jauzen jojos 6, 3; ieu la joi jauzìtz 
jauzen 6, 18. Andre Belege sind: noi jauzem jauzen jornal R. d'Or. 
6, 28; sabran li sec (= cec) elh sort ib. 20, 5; amors brota e bruelha 
P. d*Alv. 12, 16; de jostals breus jorns la blanc' aura brunezis, volh 
que branc e brolh mos sabers d'un nou joi quem frug' e floris ib. 15, 
I — 4; etc. Auch bei Bertran steht das obige Beispiel nicht vereinzelt da, 
es kommen noch weiteTe Fâlle vor: qu'es fortz e ferms 6, 22; dieus e 
dreitz 6, 31; el val tant e ve e sap e sen 18, 43; pauc m'es del dol e 
menz del dan 22, 3; domna qu*es fresca e fina 37, 12 und 18; jois e 
jovens 38, 43. Spâter gehôrte die Allitteration so sehr zum AVesen der 
Liebespoesie , dass Peire Cardenal, als er gegen letztere loszog, auch die 
Allîtteration durch unsinnige Uebertreibung in der fíiníten Strophe von Lied 7 
parodirte. 

16. ara entendatz qui. Dergleichen verlciirzte indirecte Fragen sind 
auch im Prov. nicht selten, z. B. : ant faitz sagramens, non sai caus 5, 10; 
m'en det . . non-plazers, mas sabetz que B. de Yent. 3, 27; vostr* amics bos 
e coralsy assatz podetz entcndre cals, ihanda Arn. de Mar. Brief III, 4 etc. 

18. lui. Die voUere Form ist des Gegensatzes wegen gewâhlt, um das 
Wort mehr hervorzuhebcn ; âhnlich: lui mal plangetz e de ren nol venjatz 6. 
45; mas els non èstrenh correis 38, 75; amor blasmon . ., mas leis non es 
dans B. de Vent. 15, 16; cor ai qne lei dia R. d'Or. 11, 39; vai ferir G., e 
G. fer si lui de plen en plen Ross. 493 ; non pusc aver lui ni s'amor ib. 3592 ; 
mal no te fassa, ni vos lui tort ib. 4788; non ama Girartz lui ni sa gen ib. 
4959. Andre Stellen sind: Ross. 3278; 6259; 8232; 8862; G. de Cab. 2, 12; 
P. R. de Tol. 9, 22; G. de Bom. 7, 19; 38, 17; 58, 34-, P. Vid. 2, 15; 30, 
6; 43, 55; F. de Mars. 2, 22; 20, 50; P. de Capd. i, 20; i, 36; 14, 15; 
26, 39; etc. 

23. enemi des Reimes wegen statt „enemìc"; ebenso v. 37 „di" statt 
„dic". — Der Satz „noi gart amic ni enemi" bedeutet „ich nehme dabei auf 
Niemand Racksicht". £s ist nâmlich in allen Litteraturen des Mittelalters 
der Brauch beliebt, den Begriff der Totalitat auszudracken durch das Hervor* 
heben zweier oder mehrerer môglichst entgegengesetzter Einzelbegriíïe. Der- 
artige Bezeichnungen bei Bertran sind: enganon vezi e no-vezi 4, 32; paubre 
e rìc (= ALle) 10, 44; lo vert el madur (= alles) 32, 61 ; quaresmas et avens 
(= immer) 38, 88; noi gardetz camp ni vinha ni ort (^ nichts) 42, 30; no'n 
reman per plas ni per boissos (= nirgends) 40, 9 ; Pou e la mealha (= alles) 

44» 5- 

26. enoja. Der Indicativ ist ganz unregelmassig und scheint aus Riick- 

sicht anf den Reim gewâhlt zu sein, da Bertran nach den vemeinten Verben 

des Denkens stets den Conjunctiv verwendet, cf. 4, 50; 5, 39; 8, 17; 22, 33; 

28, 27; 29, 27; 31, 20; 33, 28; 41, 15. 

28. e u s. £s ist auíTallend, dass „vos*% obwohl es zu „ilh" einen Gegen- 

satz bildet, also in der volleren Form stehen sollte, angelehnt ist; doch 

kommt Aehnliches vereinzelt auch sonst vor, z. B. : rì (sc. die Dame) als autres 

cm fai olh de leo P. Vid. 2, 38; era nous ai, ni vos non avetz mi F. de 



238 

Mars. 3, 8; ieus cug prendre e mi no pnesc aver, ieus cug nozer et a mi 
sui nozens ib. 22, 27. — ^Enduratz fam e set et ilh estan" (T). 

29. la rodas vai viran. Das sich drehende Rad der Glficksg5ttin 
ist eine im Mittelalter haufìg vorkommende Anschauung. So heisst es von 
einem ungliicklichen und besiegten deutschen Kônige : el chantav'al mal traire 
vezen la roda virar G. Faid. 4, 6. Ein andres Beispiel zitirt Raynouard : Na 
Fortuna ab tota sa roda que lo gira e lo regira a dextre e a senestre Lez. 
Rom. m, 67. Weitere sind: tals es en gran pojar cui la rod'en breu virar 
fai son pojar descendre G. de Bom. 38, 8; quel roda nos vire, so desus 
desotz, qu'al virar faria totz sos enemics ríre Folq. de Rom. 6, 33. Altfranz. 
Beispiele fuhrt Littré unter „roue" auf. 

30. p u r. Das Adv. „pur" it. „pure" wird von Rayn. nicht angegeben. 
£s heisst i) „bloss, nur", z. B. : pur Puna fremna . . no comprarí' om ab mil 
liuras d'argent Boet. 192; noi a mal . . mas pur Paigua Ross. 17S6; no lor 
valo escut pur un besenc ib. 2181 ; negus non estors . . mas pur ieu ib. 6395 ; 
so namentlich in Verbindung mit einem Conjunctiv: an pur cois pot Marc. 
40, 35; pur anem dreg a la gleisa Flam. 2240; mais al ters clas pur sai sias 
ib. 3789. 2) „ dennoch " : si cum cel que ses companhos vei rír e re non sap 
de que e pur rí £1. Clairel 12, 3. £ndlich erscheint es auch in der Zusam- 
mensetzung „per pur tant que", z. B. Boet. 6. 

34. qu'eu dic qu'aisofan. Wenn ein Relativsatz von einem Verbum 
des Sagens oder Denkens im Verhâltnisse eines lateinischen Acc. c. Inf. ab- 
hângig gemacht wird, so sind zwei Constructionen môglich ; entweder nSmlich 
wird das Pron. rel. in Form des Acc. in den Hauptsatz gezogen, wie 
hier und: Anfos, c'aug dir que ven e volra sodadiers 25, 4; sel qu'ieu 
plus dezir que m'aja Beatr. de Dia i, 10 etc. (Diez, Gr. IQ, 336), oder 
aber das in den Hauptsatz gezogene Relativum wird von der Prâp. „de" 
abhângig gemacht: cella de cui m'es bel qu'ieu la repti 28, 42; naturlich 
kann die Conjunction „que" auch fehlen: de que par a la veguda, la fassa 
bon tener nuda 12, 49. 

37. de lui gran mal m'en di. Ueber den pleonastischen Gebrauch 
von „en" cf. Diez, Gr. III, 63 sq. £benso: m'es bel . . qu'ieu m'en entre- 
meta d'un sirvcntes 33, 5. Aehnliche Fâlle andrer Pronomina bei unserem 
Dichter sind : vielha la tenc, dona, pus c'a pel laja 7, 9 ; quar vìlan . . nulhs hom 
nol deu ajudar 27, 31 ; anta l'adutz (bringt ihm) et de pretz lo descarga gerra 
cellui cui hom no'n troba franc 29, 25; sil reis engles li fetz don ni larguesa 
al rei Felip, dreitz es que l'en mercei 31, 32; natiirlich auch vor einem Objec- 
tivsatz: a rei armat lo ten hom a ílaquesa quand es en camp e vai querre 
pbddei 31, 36; lag l'es c'on l'en sobreprenda que d'un sol s'en sanp ben 
pagar 35, 57; no m'en tenra paors qu'ieu non digua so qu'aug dir 42, 3. 

42. arbre sec ist der mythische Baum in Hebron, der seit der £r- 
schaffung der Welt existirt, bei Chrísti Tode vertrochnete und wieder grunen 
wird, sobald ein abendlândischer Fiirst das heilige Land erobem wird. 

44. Branditz. Raynouard schreibt „branditz"; im Lex. rom. n, 250 
ISsst er „e vas" weg und iibersetzt: „Beau Papiol, balancé, éperonnant tiens 
ton chemin vers la Savoie". Laurens dagegen ûbertragt Raynouards Text 
durch: ,,Poursuis droit ton chemin sur un coursier rapide". Aus dem dop- 
pelten „vas" geht jedoch hervor, dass anch beim zweiten Male eine Orts- 



239 

bestìinmimg folgen muss und zvrari wie sich aus v. 45 ergiebt, ein ám Meere 
gelegener Ort, von wo man sich nách Palâstina einschiffte. Der Dichter hat 
daher anzweifelhaft Bríndisi das alte Brundusium gemeint, welches auch 
sonst genannt wird, z. B.: los camis els portz de Brandis tro al bratz Sanh 
Jortz R. de Vaq. 24, 72. 

47. tu li diras. Das persônliche Fiirwort trítt nicht selten zum Im- 
peratÌT ond zum imperativischen Futurum, z. B. : Bastart, tu vai e portam lai 
mon sonet P. Rog. 6, 56; chansos, tn m'iras saludar celui G. de Bom. 7f 55; 
e tu vai t'en, chansos ib. 62, 131: Peironet, tu lam saluda G. Faid. 64, 51; 
e tu pren los guiardos R. de Mir. i, 20. 

48. elh valrai tost. Die Conjunction „e" dient, wie in andem roman. 
Sprachen, so auch im Prov. zuweilen zur Einleitung des Nachsatzes cf. Diez, 
Gram. IQ, 345. Andre Stellen bei Bertran: quand aura son trap tendut, e 
nos lur venrem de viro 23, 17; e, car assant ni cembel non vim, mais aura 
d'on an, e tenh m'o a gran aifan 28, 5. Weitere Belege sind: chans. rel. I, 133; 
R. d*Or. 12, 12; G. de Bom. 22, 32; Guil. Fig. 5, 26; Aim. de Peg. 50, 39; 
Guir. del Oliv. 43, 4; Rich. de Berb. 2, 5; Dkm. 259, 28; Flam. 4263 etc. 

50. passatge. Dass die Wôrter auf -atge, wie bei andern prov. 
Autoren, so auch bei Bertran im Nom. kein „s" bekamen, geht aus folgender 
Stelle hervor: íìs dratz nois deu tardar, si messatgel venia 39, 10, wo die 
Anlehnung des „1" an eine Form mit „s'* nicht môglich wâre. 

5. (cf. Biogr. pag. 74.) 

4. taus. Zu ergánzen ist „wie er jetzt sein wird" d. h. Kônig Richard 
ist nie so muthig und wacker gewesen, wie er nun sein wird. 

20. tretaus. Rayn. schreibt im Text „trertaus", bríngt aber das Wort 
nicht in seinem Lexicon. Dasselbe kommt noch in folgender Stelle vor, die 
jedoch nicht klar ist und die Bedeutung nicht erkennen lâsst. Der Zusam- 
menhang ist: Jeder Potentat ist auch ein Ritter; daher kônnte man einen 
Kônig sehr wohl einen sehr edlen Ritter nennen, aber, fôhrt der Dichter fort 

„qui per I samdier 
ve passar mantas gens 

ve personalmens 
aquel, de qui seran 
et enquier demandan: 
„de qui soi o qui es?*' 
respon 11 dreg, som pes, 
sel qu'o sap certamens 
si qu'enten planamens: 
„de qui o que?" so crei: 
del comte o del rei, 

01 coms ol rei tertal etc. 
G. Riq. Pur dieu 288 sq. 

30. can son donar vol vendre, d. h. wenn er zur Erreichung selbst- 
siichtiger Zwecke freigebig ist. 

33. leos. Der Ausdruck „Lôwe" ist nicht ohne Absicht gewâhlt, da 
Richard bereits bei seinen Zeitgenossen, wie in der Biographie hervorgehoben 
ist, den Beinamen des Lôwen íuhrte. Daher: vos que li Turc felon temion 



240 

mais que leon Dalf. d'Alv. 8, 14. Der Lôwe wird bei den provenzaliscìien 
Dichlem meist als Bild des Stolzes, der Hârte und der Rûcksichtslosigkeit 
gebraucht, z. B. ors ni leos non etz vos ges que m'aucizatz s'a vos mi ren 
B. de Vent. 31, 40; s'il serva cor de leo, no m'a ges tot lo mon serrat, qu*en 
sai una qu'am mais ib. 32 , 31; dona, leos ja s'anfranquis . ., lo vostre fers 
cors s'afortis Am. de Mar. ii, 60; rì (sc. die Dame) als autres de viro, em 
fai olh de leo P. Vid. 2, 38; ilh m'es mala et eulh sui bos, eu sui anhels, 
llh leos Uc de S. Circ 25, 56; putans sembla leon d'aitan: fers es d'orgolh 
al comenssan, mais pois . . Marc. 42, 25 ; el mon non a leo aitan salvatge . . 
P. Cardenal 22, i und 68, 18. — Bertran fasst ihn jedoch als Sinnbild des 
Muthes, z. B. lai on lebres es leos, vos est volpilhs e nualhos 24, 19; dim 
a'n Richart qu'il es leos , el reis Felìps anhels me par, qu'aissis laissa desi- 
ritar 45, 50. Ebenso zuweilen auch andre Dichter, z. B. : lo coms a cor noble 
e de leo Ross. 87; aissi cum es arditz leos P. Vid. 17, 78; cor de conil ab 
semblan de leon Sordel 20, 48. 

38. cossilpuosca. Wenn der Substantivsatz die Form eines indirecten 
Fragesatzes annimmt, so steht in diesem Satze der Regel nach derselbe Modus, 
der in gleichem Falle in einem reinen Conjunctionalsatze stehen wiirde, z. B. 
steht in einem indirecten Fragesatz, der von einem Verbum abhângt, welches 
ein Wollen , ein Streben nach £twas ausdriickt, der Conjunctiv: nim lais . . 
qu'ieu non tracte, cum venha dans a cels quem fant tort 20, 27; eu m'en sui 
totz temps mes en grans cum puosca aver cairels e dartz 20, 34; m'ajut cum 
cobres Autafort 21, 5; non ai d'al re pessamen mas cum li fos bos servire 
B. de Vent. 27, 58; eu consir cous disses o vos fezes dir mon pensamen 
Am. de Mar. Brief LII, 10. Desgleichen steht in indirecten Fragesatzen, die 
von dem Ausdruck „nicht wissen" abh&ngen, bei Bertran immer der Con- 
junctiv, z. B. : non sai on m'enqueira 12, 4; non sai a que m'aja mestier 15, 
32. Auch sonst, z. B. : non sai, com sia ja mais pros ni com venh'a guerimen 
Rudel 6, 52, 53 etc. Doch kommt hier auch der Indicativ vor: no sa 
laquals auctorìtatz lor essenha que sian dmtz Marc. 37, 52; no sai de que 
m'ai fait chanso G. de Bom. 80, 43. Ist saber oder das gleichbedeutende 
Verbum des Hauptsatzes affirmativ, so steht immer der Ind. : 4 , i ; 6, 30 ; 8, 
27; 16, 6; 17, 15; 22, 25; 25, 2; 28, 28. 

39. a vendre steht in attributivischem Verhâltnisse zu „motz"; ebenso: 
ieu sai dona a vendre R. de Mir. 21, 50. Der Dichter verwahrt sich also 
gegen die Verdâchtigung, als habe er sich bestechen lassen. 

40. bar ist ein unregelmassiger Accusativ statt „baron". Die Substan- 
tiva der prov. dritten Declination mit beweglichem Acccnt zeigen des Reimes 
wegen nicht selten Abweichungen von der correcten Form, z. B.: totz lo 
mons vos avia elescut pel melhor rei . . el melhor tornejaire (R) 22, 46; es 
confraire a l'erisson et al goz et al laire'(R) Marc. 8, 20; sai un de bon aire, 
franc de sazo, cortes e larc donaire (R) ib. 8, 32; mas aras l'an avilada duc 
e rei et emperaire (R) ib. 20, 42; aquist antic trobador dic que son fort 
peccaire (R) R. Jord. 5,5; tug aquist que eron bon trobaire ib. 5, 11. So 
erscheinen als Nom. Sg. im Reim: felhos P. de Capd. 11, 3; fazedor Moine 
de Mont. 13, 61; G. Riq. 49, 37; raubador P. Card. 55, 19; senhor ib. 55, 
27; als Voc. Sg.: emperador Peirol 28, 29; als Acc. Sg.: emperaire Ross. 
7258; G. de Berg. 17, 25; jauzire P. Vid. 33, 40; predicaire Moine de Mont 



241 

9, 3; laûre Perdigon 15, ïi; peccaire ib. 15, 16; salvaìre Dkm. 64, 4; trazire 
P. Card. 60, 16. Als Nom. Pl. lichaire Ross. 8280; galiaire G. de Bom. 16, 
34; emperaire P. de Capd. 22, 22; servire Aim. de Belen. 19, 43; trahire P. 
Card. 60, 5; laire ib. 2, 29; Folq. de Lun. mondana vida 151; enguanaire P. 
Card. 48, 15-, 52, 78; companh Dkm. 205, 34; bar G. Riq. Pus dicu 254. 
Als Acc. Pl. pcjor P. Card. 42, 46. 

6. (cf. Biogr. pag. 82.) 

4. non dç mon saber. Ueber die Auslassung des Pron. dem. s. Diez 
Gr. m, 78. Anderc Bcispiele aus Bertran: del rei taíiir pretz mais sa cort, 
non fatz cella, don fui trahitz 32, 35 , wo offenbar ein von cella abhingiger 
Genitiv „desjenigen" zu ergfinzen ist; tant es plus complitz vos pretz que del 
rei apostitz 32, 45. 

S.'massa solatz. Nach Quantitatsbegriffen braucht Bertran der Regei 
nach die Prap. de: ab pauc de gens 2, 49; no mi puosc orar plus d'encom- 
brier 15, 14; am dat mais de rìcor 28, 55; tant sap de trastomba 29, 28; 
conquerrì lai pauc de renda 35, 24; ant tant pauc de valors 38, 63; lo nostre 
reis assatz a de poder 42, 41 etc. Nur nach dem Comparativadverbium iSsst er 
dieselbe ein Mal weg: en brìeu veirem qu'aura mais cavalliers 25, 2. 
cf. Diez, Gr. m, 400. 

6. eu. Dies findet sich in den Handschriíten nichti doch muss ein 
einsilbiges Wort hinzugeíìigt werden, da sonst dem Verse eine Silbe fehlt. 
Denkbar wâre auch ^doncs** wie: doncs mi donz per quem reíìida? 12, 69; 
doncs que farai, dona? 42, 38; que cujan doncs far nostre baron? 43, 6. 

9. trabus. s ist des Reimes wegen íur tz eingetreten, ebenso in lus 
V. 25 , palus V. 27 , adus v. 35. Dies kommt auch bci andern Dichtcm vor, 
z. B. pres G. de Bom. 68, 33; cros G. de St. Leid. 2, 30; 10, 12; razis F. 
de Mars. 23, 9; formis Moine de Mont. I3> 34 ctc. Fûr die Form ^trabut" 
oder ,,trâut" neben „trìbut" zitirt Rayn. noch eine Stelle aus Fierabras; andre 
sind: ha rendutz mil salutz . . ses trâutz de íalsa semensa Marc. 24 b, 76; 
castel, don non dei renda ni trabug A. Daniel 12, 10. 

11. Der Sinn ist mir nicht verstandlich : „wo er sich am Tage zuvor von 
seinem Bote rettete"? 

12. no fetz mas deschazer entsprìcht dem nfir. Brauch bei BcschrSn- 
kung des Verbalbegrìffes ; so schon: nî noit ni dia no faz que mal pcnsar 
Boet. 90; anc no fetz mas honrar los volpils G. de Bom. 55, 75. 

15. penre port. Der Ausdmck ist bildlich zu nehmen; „port'' heisst 
in ûbertragencr Bedeutimg „Sicherheit, gûnstige Lage", wofur Rayn. mchrere 
Beispide anínhrt. So auch bei Bertran : mas a malvatz port venra, sous autrei 
20, 46. Der Ausdmck „prendre port** mit âhnlicher Bedeutung wie hier 
kommt in einem von Guilhem Augier verfassten Klageliede auf den Tod des 
Markgrafen von Beziers vor: caitieu! com es tug a mal mes! vas cal part 
tenrem ni vas on penre port? 2, 29. cf. prendre ostal „Quartìer aufsuchen, 
einkehren" : ges de disnar non fora oimais maitis, qui agues pres bon ostau 19, 2. 

16. mall'enpren. In diesem Ausdmck ist „prendre" unpersônlich 
„es ergéht", daher mit dem Dat. verbunden. Andrc Beispiele sind: a totz 
joms m'es pres enaissi que . . Gnil. de Poit. 9, 14; a Çalomo pres enaissi que 
Guil. Aug. 4, 40; aissim n'es pres com al fol orador F. de Mars. 21, 39 etc. 

16 



242 

Hierzu ist dann das Adv. ^.mal" getreten, ebenso: nulha res, si mal m'en 
pren, nom deu planher del dampnatge P. R. de Toul. 5, 10; nuls hom be 
non ama, que d'amor si clama, sitot mal Ten pren Peirol 8, 37 etc. 

17. Lies: Quì falh en un, semblan fai etc. (T). 

19. e tu qu'estas. Ueber den Gebrauch vou „e" zur Einleitung einer 
Frage s. Diez, Gr. III, 403. Ebenso: et eu cal mal vos en mier? 36, 6. 

22. qu'est. In Do steht „qu*etz*S was sich mit dem Sing. in der vor- 
hergehenden Zeile nicht vertruge, in J K d „qu*es", was gegen die Grammatik 
wâre; cf. Diez. Gt. III, 372. 

28. nons. Die Lesart „nos'' der Hss. wiirde gerade das Gegentheil 
von dem durch den Zusammenhang geforderten Sinne ergeben. 

29. tornon totz desarmatz „alle Bewaiïheten zurackschicken" ? 

32. uiseran ist unverstandlich und scheint verderbt zu sein. Ich denke, 
es ist „}ureron*' zu lesen. 

33. volh. Diese Aenderung, zu der ich durch das „serai" des folgen- 
den Verses verleitet wurde, ist unnôthig. Es ist zu lesen, wie Tobler vor- 
schlagt: Patz vol onrar, noirir e traire en sus £ a chascun sa raison man> 
tener. Ebenso ist anch wohl v. 36 statt „anci'" besser mit d „ausi" fìir 
„anci" zn lesen. 

36. d'aut bas. Diese Wendung, die neben „chazer" fast pleonastisch 
erscheint, ist im Prov. sehr beliebt: leu pot hom d'aut bas cazer Guil. Aug. 
4, 12; quem sent d'aut bas cazegut Uc de St. Circ 18, 19; lei qui m'a virat 
bas d'aut A. Daniel 13, 6; mans n'a faitz d'aut bas baros Chr. 218, 7 etc. Auch 
Bertran verwendet dieselbe noch ein Mal: amors es . . d'aut bas cazeguda 
12, 74. Umgekehrt heisst es: de bas aut pojat Aim. de Peg. 17, 18. 

38. enfenha. Das Verbum enfenher „erheucheln" ist von Rayn. nicht 
belegt. 

39. autreis etc. Der Sinn der beiden Verse scheint zu sein: „Wenn 
Ihr nachgebt, so werden die Franzosen den Vertrag nicht halten". 

41. escamus. Das Wort fìndet sich nicht bei Rayn. £s scheint des 
Reimes wegen aus „escamos" geandert zu sein, welches vom lat. squamosus 
„schuppig" herkonunen wìirde, das aber schon im Lateinischen in ûbertragener 
Bedeutung „rauh, grob" gebraucht wird. 

44. ves lo rei queus. Die Hss. lesen: „veous lo bon rei queous". 
Zunâchst ist eine Silbe zu viel, die durch Streichung von „bon" entfeml 
werden kann; noch besser, wie T. der Caesur wegen vorschlâgt, durch Verwand- 
lung von „soli'" in „sol" (daá Pras. von soler im Sinne des Prat.); „queous" 
ist in „queus" zu ândem. £benso, môchte man meinen, miisste aus „veous'* 
„vens" gemacht werden. Dem widerspricht aber der Sinn, denn der Ausruf 
wâre doch nur denkbar, wenn der Kônig Peter noch lebte. Ich schlage 
daher „ves" vor, mit der Bedeutung „gegeniiber, an", gerade wie in: 
s'es mal menatz Guis vas mì 8, 47; enves me nos pot escondire 10, 9; âhn- 
lich : vas bon pretz avol mestier non a 7, 20 ; s'ieu anc falhi vas vos neis del 
pensar 15, 15; quan serem sol en cambra . . falham poders davas mon com- 
panhier 15, 17; vas mi son perjurat trei palaizi 21, 16. 

44. queus soli' onrat tener. Eine Aenderung in „onratz" ist nicht 
nôthig; denn tener qn. mìt dem Acc. eines Adjectivs heisst „Jemanden in 
einer Eigenschaft, einem Zustande erhalten", z. B. : jove se te, quau a 



243 

adreg coratge 7, 19; ebenso v. 21, 23, 27» 29, 31 ; joi d'amor mi solion . . 
tener gai e cantador 11, 3 ; per quel deu hom la tremueja totas sazos tener 
vueja 27, 14; que la genser del mon mi tenha gai, jausen e desirou 34, 16 • 
tennmt porta serrada 36, 23. Im vorliegenden Falle handelt es sich jedoch 
um eine andre Construction , ìn welcher tener zwar auch mit dem Acc. 
eines Substantivs und einem Adjectiv verbunden ist, jedoch mit dem Unter- 
schiede, dass ietzteres nicht wie oben als Accusativ, sondem als Neutrum im 
Sinne eines Adverbs aufzufassen ist, also unverânderlich bleibt und dass tener 
mit diesem neutralen Adjectiv zu einem BegriíT zusammenschmilzt. Diese 
Construction findet sich namentlich in Ausdríicken wie „tener qn. car, vil etc", 
wo dieselbe Form des Adjectivs auch im Femininum bleibt, z. B. aus Bertran : 
s'îen autra dompna mais deman ni enquier mas vos cui am e desir e tenh 
car 15, 24; prec li que tenha car s*amor 37, 30. Andre Stellen: dompna, ctd 
desir e tenc car I, 41; mon volpilhatge tenh car Marc. 7» 41; l'uns amics vol 
l'autre vil tener B. de Vent. 42, 19; sim pert ma par em ten vil R. d'Or. 10, 
5; mi ten mi dons tan vil ib. 26, 49; ieu la tenrai car P. d'Alv. 17, 39; el 
(sc. das Herz) garda vos (sc. die Dame) eus ten tan car F. de Mars. 8, 21 etc. 
Dass in diesen Wendungen das Adject. immer adverbiale Geltung hat, wird 
dnrch den Umstand bewiesen, dass an Stelle des Adjectivs auch adverbiale Aus- 
dTQcke rait demselben Sinne vorkommen, z. B. bei unserm Dichter : am (sie môge) 
mais nn pro vavassor, qu'un . . duc galiader, que la tengues a desonor (= vil) 
37, 33; anderswo: pres sui de son pretz tenir en car (= car) Giiil. de Poit. 
8, 41; se meteissa ten en car Marc. 15, 32. Hierher gehôrt also auch der in 
Rede stehende Fall; „onrat tener" ist gleichbedeutend mit „onrar'*. — • Eine 
dritte Construction von tener mit dem Accusativ und einem Adjectiv wird in 
der Anm. zu 25, 6 besprochen. 

45. lui s. Anm. zu 4, 18. 

46. si dorm'. Ueber „si" zur Einleitung des Nachsatzes s. Diez 
Gt. m, 344. Der Sinn ist wohl „der Môrder Eures Kônig8 mag nihig 
schlafen, Ihr werdet ihn nicht beunruhigen". 

51. etz falhit. Die Lesart der Handschriften „es faillitz" enthalt 
aogenscheinlich einen Fehler, da die Aragonier angeredet werden. 

52. laig razonar. Das consecutive „que" kann fehlen, wenn es im 
Hauptsatz dnrch ein Adverb der Intensitat vorbereitet ist , z. B. non son tan 
gabador, ben non atendol pascor 28, 30 ; tant creis e raonta e poja ceUa qu'es 
de totz engans voja, sos pretz a las autras enoja 37, 3; il sap £ur tan entier' 
honor, non vol mas un sol prejador 37, 11. Dieser Gebrauch ist auch sonst 
hauiìg, z. B. : venç Boeci ta gTan[s] dolors al cor, no cuid aprob altre dols li 
demor Boet. 42; eUa's ta bella, reluz ent lo palaz ib. 162; anc tan snau nom 
adurmi, mos esperitz tost no fos la Rudel 3, 19; ni tan d'ira non ac de sa, 
mos cors ades no fos aqui ib. 3, 2; tant ai mon cor plen de joja, tot me 
desnatura B. de Vent. 44, 2 etc. 

52. fai. Faire wird zuweîlen in dem Sinne von „esser** gebraucht: 
i) wenn von Naturerscheinungen die Rede ist, wie noch nfr., z. B. quant fai 
chaut Cerc. 3, 2; quan fai lo dous auratge Am. de Mar. 10, 15; apres bel 
jom ai vist far nuoich escnra F. de Mars. 16, 8 etc. 2) in Verbindung mit 
dem Neutmm eines Adjectivs, und zwar a) personlich, z. B. trop parlars 
fai pieg que peccatz criminaus R. d'Or. 18, 55^ entre amics dezacort (des 

16* 



244 

Reimes wegen statt „dezacortz") m'enoja em fai peitz de mort Moîne de Mont. 
10, 62 etc. b) unpersônlîch, z. B. lai vers nadau fai atrestau, que vos 
falb cbans e vis e pas Marc. 41, 9 etc. So bei unserm Dichter: de que par 
a la vegudai la fassa bon tener nuda 12, 50. Wenn das Subject durch eînen 
Inf. vertreten wird, so verbindet sich mancbmal das Adj. als Attribut mit 
diesem , z. B. bon chantar fai al gai temps de pascor Alb. de Sest. 8 , i ; 
ebenso an unserer Stelle ,,es ist nicht angenehm, Eure Fehler zu vertheidigen*'. 
Dass das Adj. hier in der That Attríbut ist, erkeimen wir daraus, dass im 
Comparativ nicht die sâchliche, sondem die mânnliche Form verwandt wird, 
so bei Bertran: porc . . fai melhor escoutar que vos 24, 13; ebenso in einer 
Stelle aus dem Roman de Jauíre : mais no m'o letz aras comtar, car enant £ù 
melhor auzir „es ist besser weiter zu hôren" Chr. 247, 32. — Ueber „faire** 
mit der Bedeutung „sein" in der Verbindung „faire a" und dem Inf. s. Anm. 

zu 35» 3^ 

7. (cf. Biogr. pag. 92.) 

I. quan. Auch diese Conjunction kann einen Substantivsatz einleiten: 
em platz quan la treva es fracba 22, 15; em plai quan los vei desfar 27, 4*, 
a rei armat lo ten hom a flaquesa quand es en camp e vai querre plaidei 31, 
36. Zu demselben Zwecke dient auch „si": peza li si nulha rel casti 17, 30; 
pezam sil vei follejar 35, 15; eu loi perdo sim fe mal far 35, 57. Es gilt 
jedoch auch von diesen Stellvertretem von „que" das, was zu i, 2 von ^car** 
gesagt ist, dass sie nimlich immer den Indicativ nach sich verlangen. 

4. aitans d'efans konnte bleiben s. Diez, Gr. III, 152 (T). 

que Tus puesc' esser pros. In einem Consecutivsatz steht in zwei 
FâUen der Conjunctiv: erstens, wenn, wîe hier, die Folge eine beabsîch- 
t i g t e ist ; andre Belege aus Bertran sind : vuolh , n'Aimars lo meschis «'n 
Guis fasson partizos tan engals c*us no s'en planha 8, 40: vai dire a'n Bos 
ques captenha tan be qu'om puesca eslire, que amors de son joi Testre 10, 
5 1 ; falham poders davas mon companhier de tal guisa que nom posca ajudar 
15, 18; volrai lo (sc. den Habicht) . . gras, debaten, que non posca vuolar 15, 
42; per quem plaî ben dels reis vezer la bomba, que n'ajon ops paisson, cor- 
das e pom, e'n sion trap tendut 29, 5* per quem plai . . quens encontrem a 
milliers et a cens si c'apres nos en chant hom de la gesta 29, 8; volh un 
sirventes far tal quel coms Richartz Ventenda 35, 8; faitz vostres faitz tant 
gens queus en sega digz valens 38, 33 ; aissi fon pretz establitz qu'om gerrejes 
ab tomeis e quaresmas et avens fesson soudadiers manens 38, 85; a Peiregor 
pres del muralh, tan quei puosc'om gitar ab malh, venrai 44, 44. Zweitens 
aber tritt der Conjunctiv in dem Consecutivsatze ein, wenn die Folge als eine 
nur gedachte hingestellt wird, die jedocb nicht eingetreten ist, weil die 
Voraussetzung derselben nicht dagewesen ist. Aus letzterem Grunde ist in 
diesen Fâllen der Hauptsatz inmier ein negativer oder wenigstens ein hypo- 
thetischer Satz , z. B. : non es tan grans lo ronhos qu'en un sol morsel o en 
dos non Tenpasses 24, 39; non' ai ges Lizinhan ni Rancom, qu'ieu puosca 
lonb ostejar ses aver 29, 14; mal estara, s'ancar viUans non es tant que chas- 
cuns aja gaug, sil respon, e nols enoi si bels pela nils ton 34, 22; l'entre- 
senhs . . non lo puoc guizar c'om ab coutels tot nol fenda 35, 48; ja'n 
Guastons nons poira pro tener que nons toUam lo mon de San Sever 40, 39. 



245 

Beispiele frtr Bedingnngssátze : s'ieu ai mon anslor bel e mndat . ., que tot 
anzel puosca apoderar, volrai lo . . 15, 39; sil reis Felips n'a^es ars una 
barga . . si qn'a Roam intres per forssa el parc . . c'om no'n pognes traire 
breu . . 29» 19; s'ieu fos aissi senher ni poderos de mi mezeis que no fos 
ainoros, feira . . 40, 2. 

5. ladoncs. In diesem ^orte wâLre „la*S das wie die andre Form „lai" 
auch temporal gebraucht wird, gleichbedeutend mit „doncs". Da es aber 
sonst nicht vorzukommen scheint, so ist vielleìcht „c'adoncs" oder mit M 
,,adoncs" zu lesen. 

renovelh. Ueber den Modus nach Verben des Glaubens und Denkens 
s- Diez, Gt. in, 333. Bertran setzt mit Vorliebe den Conjunctiv: cre 
quem destrenha (R) lo dols 26, 10 ; fán cujar que la genser del mon mi tenha 
gai 34, 16. 

9. capelaja. „Das Verb capelajar bei Rayn. ist eine undenJcbare Ab- 
leitung von „capellan" ; es Uônnte hôchstens ein „capelaneiar'< existiren. Etwa : 
pus c'a pel laja, wenn sie hâssliche Haut hat" (T). 

11. „Nach II, 13, 15 fehlen Konunata, ebenso 17 u. s. w." (T). 

12. fa. Faire wird mehrfach in demselben praegnanten Sinne gebraucht : 
aquist con son . . raubador: tuit cilh gartz i clamon partz . . e qui mielhs fa, 
sordeitz a Marc. 23, 70; auretz totz bels plazers d'amor ses far G. de St. 
Greg. 5, 5; . . val mais quel far qu'om en tal cocha pren Peirol 17, 16; sil 
faires noi es . ., totz los autres plazers desfai ib. 17, 35; oft ndt hinzugeíugtem 
„lo, o": l'am mais . . quant lo ha fait o enan? Peirol 10, 7; major jai a drutz, 
pois si dons o fai ib. 10, 14; ab sa bona donna jai tot' una nueg e no lol 
fai ib. 17, 4; o fai e pueis s'en vai ib. 17, 12; loi fauc una vetz Moine 
de Mont. 15, 18; si loi fazia ib. 15, 22; s'ab sius colga, faitz l'o be Aim. de 

Pcg. 37. 11; 17; 33. 

14. fachelh. Das Wort findet sich bei Rayn. nicht, scheint auch 

sonst nicht belegt zu sein. Dagegen finden sich Ableitungen, z. B. cill q^b 

ían faitilhamens (Zauberei) e las faitileiras (Hexen) pudens seran el fuec arden 

Marc. 38, 26. Andre giebt das Lex. rom. IH, 282. 

16. quan trop vuelha. Der Conjunctiv Pras. steht, weil der Fall als 
ein gedachter, aber môglicher hingestellt werden soll, cf. Diez, Gr. m, 
355 und 358. So auch nach „si" und nach „que", z. B. : sim servatz mos 
forfaitz . ., senher, non er ges bos plaitz P. d'Alv. 16, 31; sos bels olhs el 
francs vis, que ja plus nom consenta, mi deu aver conquis B. de Vent. 37, 13. 
£in conditionales „que" mit dem Conj. liegt auch wohl in einer andem Stelle 
unseres Gedichtes vor : jove se te, quan noi cal devinar, qu'ab belh jovent se 
guart de mal estar 24. 

17. Jovesesdona. „es*' findet sich nicht in den Hss. , doch ist es 
ofíenbar einzufugen, da der Satz sonst ohne Verbum sein wurde. Auch die 
Analogie zu v. 18 und 22, namentlich aber zu v. 25 „joves es hom" erfordem 
diese Aenderung. Die Auslassung des „es" erklârt sich in der gemeinsamen 
Vorlage von C M durch den Umstand, dass auch unmittelbar vorher -es stand. 

19. jove. „Joves von C scheint mir richtig, ebenso spâter v. 21, 23, 27, 
29, 31* Wo s in C fehlt, wird „se'' daran Schuld sein" (T). cf. Anm. zu 1,6. 

23. noi steht fur no li, s. Diez, Gr. III, 56; ebenso: er ops . . que 
noi (sc. dem Grafen) diga de no 23, 9; de sos pres pres esmenda del rei 



246 

quels i degra liurar 35, 30; eu loi perdo, sixn fe mal Ìar 35, 57; lo senher 
loi mandet 35, 60. 

25. enguatge. Das Verbum zeigt des Reimes wegeii die frz. Endong 
-e statt des regelmassigen -a ; cf. Suchier, der Troubadour Marcabru im Jahrb. 
XTV, 307, Anm. i., wo auch Beispiele aufgefiihrt werden. £in weiterer Fall 
bei unserm Dichter : ja mais jois la ira no m'esclaire 26, 60, obwohl man hier 
zax Noth auch den Conjunctiv annehmen kann. Sonst: quel roda nos vire (R.) 
Folq. de Rom. 6, 33; ein andrer Dichter redet seine Dame an: per mercetis 
prec que nom sìatz salvatge (R). Alb. de Sist. 9, 15. 

29. quan art l'arqua el vaisselh. Sind die Geldkìsten gemeint, 
sodass also das Geld nicht im Koffer liegen bleiben kônnte, sondem aus- 
gegeben werden mûsste? 

36. sos companhos. Das Zeichen des Dativs kann bekanntlich auch 
fehlen, so noch: 12, 27; 71; 13, 5; 31, 45; 45, 50. 

39. lo tenc fehlt in C, ergiebt sich jedoch aus v. 35; M hat eine andre 
Lesart. 

41. Mon etc. „Man kônnte auch denken an: „Mon s. port de vielh e 
novelh Amautz juglars a Richart*S wo port Conj. Pras. wâre** (T). 

44. bon fehlt in der Hs. Da jedoch der Vers eine Silbe zu wenig hai» 
so muss eine solche eingefligt werden; „bon" íindet sich bei Bertran mehr- 
fach in Verbindung mit „pretz«*, z. B. 7, 20; 10, 18; 28, 48; 37, 19; 50; 38, 
42; 43. Sonst kônnte man auch „hom", oder „reis** wâhlen, wie 14, 72: ab 
larguetat conquier reis pretz el guazanha. 

8. (cf. Biogr. pag. 74.) 

3. plantavon boìssos etc. Es scheint, dass der Dichter andeuten 
will, dass die Barone sich in ihren Burgen verschanzt haben, um dort den 
Verlauf der Dinge abzuwarten (cf. v. 6-— 8); daher schilt er sie als unent- 
schlossen und schlaíF (v. 14 — 21). 

12. dels barbaris. Barbarìner sind nach Raynouard und Du Cange 
Geldmûnzen, welche von den Vizgrafen von Limoges geschlagen wurden und 
welche ihreft Namen von einem bârtigen Portrâtkopfe bekommen hatten, der 
sich auf denselben befand. Der Werth derselben muss gering gewesen sein, 
wie aus folgender Stelle hervorgeht: sil metiatz en la ma per ver dir un 
marabeti e per mentir un barbarì, lo barbari[s] guazanhara P. Card. 53, 15. — 
Ueber den Theilungsartikel cf. Diez, Gr. III, 46. Andre Beispiele aus 
Bertran: n'Audiartz vuolh quem don de sas faissos 12, 42; lo reis . . lau que 
mostre de sos eslais 32, 31; per vostre pro avetz fait de lor dan 34, 35. 

13. c'ab lor remanha. £s fragt sich, was in diesem Satze Subject 
ist. Rayn. schreibt „qu'om ab lor r." Dies ist aber erstens durch die Hss. 
nicht beglaubigt und ergiebt ausserdem eine Silbe zu viel. Vielleicht ist „rís" 
aus V. 9 zu ergânzen. 

14. Paris ist wohl der Kríegsruf der Franzosen ; der Sinn der Zeile ist 
also „nur dadurch, dass sie es mit den Franzosen halten, d. h. erklaren, dass 
sie íranzôsisch gesinnt sind*'. 

22. per mil marcs. Mil ist neben cen sehr beliebt als Bezeichnung 
einer unbestimmten, grossen Zahl; bei Bertran: non auría mil ans camjat, qu'ieu 
etc. 16, 27; m'a mandat qu'ieu fassa tal chanso on sion trencat mil escut 23, 4; 



247 

en lor ai fraiz mais de mil agulhos 43, 3. Andre Beispiele : entre mil non truep 
qnaranta Marc. 10, 12; amors mil homes a mortz ib. 18, 50; en mil non trob 
tma corau (sc. Liebe) ib. 19, 39; tals mil en auzez braire ib. 30» 26; mil dolen 
serìan del mieu gaug manen R. d*Or. i , 35 ; entrava per mais de mil ans 
tot als sieus comans ib. 12, 30; mil malastruc serion ple del malastre ib. 14, 
1 1 ; maldìc lo jom mil vetz cilha ib. 26 , 50 ; mil vetz en sui falhitz P. 
d'Alv. 17, 24 etc. 

29. malanha. Dies Wort wird vonRayn. nur mit unserer Stelle belegt 
und durch „Bosheit'* ûbersetzt; letzteres ist jedoch gewôhnlich „malesa", 
auch passt die Bedeutung nicht. Diez, Gr. II, 347 fitôst das Wort als Ab- 
leitung von „malum" mit der Endung ,,-anea" und ûbersetzt „Fehler". Es 
heisst jedoch wohl auch „Schaden, Leiden, Uebel", wenigstens hat es diese 
Bedeutung offenbar in : sotz Belfau s'acosseguen en una planha . ., ab espasas 
se moven dol e malanha Ross. 690. 

31. foralh bos. Bon hat auch die Bedeutung „zugethan" ent- 
sprechend unserm „gut" in „Jemandem gut sein", z. B. or e dezir que bonam 
fos sim fazìa d'amor prezen Rudel 6, 10; a lei de fol íìn amador m'avetz 
ades, on peitz mi faitz, plus bo Aim. de Feg. 50, 24; per tres razos . . li 
serai bos R. de Mir. 4, 28; il m*es mala et eul sui bos Uc de St. Circ 25, 55. 

33. en ma. Man wurde zunâchst glauben, dass „ma" das Subst. „ma, 
Morgen" wâre und daher ûbersetzen: „am Morgen, íriih", doch sprìcht die 
Lesart „mas" von J K dafur, dass wir lat. manus vor uns haben. Dies heisst 
nicht nur „Hand", sondem auch wie bei uns „Macht", z. B. lo paer li doneth 
totas chausas e sas mas Ev. Joh. 13, 3; sogar, wo nicht ein Mal von einem 
lebenden Wesen die Rede ist: nobles cors qu'en mans se met de rìc loc e 
de bas Chr. 216, 25. Raynouard fuhrt Lex. rom. IV, 140 aus einem noch 
nicht gedruclcten Gedichte F. Raimon's von Toulouse „Pois lo novel" eine 
Stelle an, die genau der unsrìgen entsprìcht, indem auch dort „en ma" ohne 
Genitiv schon „in seiner, ihrer Gewalt" bedeutet : tant am fermamen lieis que 
a e man me e mon sen; eine andre ist: ai! Proensals, etz vengut en ma de 
cel de Fransa Aim. de Peg. i, 37. 

35. qu'en passes dos e dos bezieht sich wohl auf das Geschwûr; 
daher „dass er es zertheilte, entzweischnitte". „Dui e dui" heisst sonst „zu 
zweien": van cridan dui e dui Mula i, 20; guerra . . fan lor paren dui e dui 
R. de Vaq. 22, 20; juglar dui e dui esteron pels bancs Flam. 721; ebenso: 
las cartas una et una tracta Flam. 2590; ac comjat pres de las domnas per 
una et una ib. 7437; gieta las en tres e tres P. Card. 5, 26. 

38. Aimars ist ebenso wie der in der folgenden Zeile genannte Gruido 
einer der gegen Richard rebellirenden Barone. Gemeint ist Ademar, Graf von 
Angoulême, Oheim und Stellvertreter der Mathilde, der eigentlichen Besitzerin 
der Grafschaft (cf. Biogr. pag. 73, 75). Wer mit Guido genieint ist, ist nicht 
ganz klar, da weder unter den Empôrem noch unter den von Richard be- 
siegten Baronen ein Guido genannt wird. Es wird aber dort hinzugeíugt, dass 
noch viele andre sìch an der Untemehmung betheiligt haben, und daher ist 
wahrscheinlìch Guido von Limoges darunter zu verstehen, der Sohn und seit 
II 99 Nachfolger Ademars V. von Limoges, des alten Feindes Richards, von 
dem uns berìchtet wird, dass er sich dem Aufstande gegen Richard ange- 



248 

schlossen habe (L'Art de vér. 1. d. X, 261). — Die Verse 39 und 40 sind 
natûrlich ironisch zu verstehen. 

41. Die sechste Strophe enthalt mehrere schwer verstândliche An- 
spielungen. Wer wird „Mariniers" angeredet? Dies war bekannt]ich der 
Versteckname des jungen Heinrich, doch kann an diesen nicht gedacht wer- 
den, da er schon circa 10 Jahre todt war. Auch die ûbrígen Andeutongen 
der Strophe bin ich nicht im Stande zu erklâren. 

42. sils. Man erwartet ,,sius". 

43. arescos. Ain Verbindung mit einem Adjectiv beseichnet haufig 
die Art und Weise, z. B. : vuolh quem done ad estros la gola 12, 32; dor- 
metz a segur Ross. 8565 ; tom al plus isnel Marc. 30, 88 ; fon proeza manten- 
guda a celat et a saubuda ib. 20, 40; mas qu'a celat los sieus olhs me vire 
B. de Vent. 35, 15; qu'anes prejan sai e lai a rescos Am. de Mar. 4, 32; 
lo jom que a celat vostre cors entre mos bras remir ib. Brìef m, 134; al 
melhs qu'eu sai la serv Peirol 8, 20; quem consentis a celat dins sa cambra 
A. Daniel 14, 14. — Die selbe Bedeutung hat diese Prap. aber auch zusam- 
men mit Substantiven , nicht nur denen, welche selbst eine Art und Weise 
ausdríicken, z. B. : fai gran sen a lei de tosa 37, 24; al for de Catalonha eu 
n*ai vergonha 39, 6; viu a guisa de lombart 44, 39, sondem auch andem. 
In der zweiten oben aus Marcabrun angefìihrten Stelle steht „a saubuda" 
neben „a celat'*. Derselbe Ausdmck íìndet sich'bei Bertran: Iseutz nols ac 
tant belz a saubuda (bekanntlich, offenbar) 12, 40 ; andre: cor al cors 10, 36; 
viu a randa de liurazon 13, 10 ; a rage veirem anar destríers 25, 13 (àhnlich 
n, 35) ; ab honor pretz mais pauca terreta qu'un gran empier tener a desonor 
33, 16; duc galiador que la tengues a desonor 37, 33. Einige Stellen aus 
andem Dichtem : ben deurí' esser blasmaire de mi meteis a razo B. de Vent. 
30, 16; az honor vol est segl' e I'autr'aver R. de Vaqu. 3, 20; a fran jauzirai 
joi en vergier o dins cambra A. Daniel 14, 5. — Hierher rechne ich auch 
diejenigen Ausdrûc^e, welche nach Dìez, Gr. m, 160 den begleitenden 
Nebenumstand ausdríicken. Wie man „a desonor, a razon etc." sagt, so sagt 
man auch ,,a tort*S z. B. lo desiret que fan a tort a maint baron 22, 35 ; und 
die Sachlage wird nicht geandert, wenn ein Adj. oder Pron. poss. hinzutrítt: 
Melhau, quel coms li tolh . . a gran tort e Marcelha li tolh a gran soan 42, 
6 und 7; al seu tort nom dones lezer (sc. zu hoffen) 10, lO; ahnlich: 
m'enoja . . quan sai que tenson a lor tort Moine de Mont. 10, 63 (ih der 
Anm. zu dieser Stelle in der Ausgabe von Philippson giebt Tobler zwei 
weitere Beispiele); mais aic de joi que quim des Corrozana, car a son grat 
m'en esgau 19, 40. 

45. pe'n. Die Prap. wird nicht nur nùt dem Art. zusammengezogen, 
wie in »,pels" v. 41, sondem auch mit „en", z. B. : si non fos pe'n Bemardet 
Flam. 1740; so oft. 

49. Frederis. Gemeint ist der Kaiser Fríedrích Barbarossa, Vater 
Heinríchs VI. von Deutschland. Letzterer ist Subject in v. 52, Ersterer in 

V. 53. 

50. feira. Das aus dem lat. Plusqu. hervorgegangene Conditioimel er- 

fullt auch zugleìch die Functionen des Conditionnel passé, so hier und: reis 
dels cortes . . foratz, senher, si acsetz mais viscut 26, 15; lo bons reis Garsia 
Ramitz cobrera, quan vidalh sofrais, Aragon 32, 37 ; de sos pres pres esmenda 



249 

del rei, quels i degra liiirar 35, 30; qtian viu vostre joglar . . ja nous degratz 
restar 39, 19. Dass es aber daneben auch die Bedeutung des Conditionnel 
der Gegenwart hat, ergiebt sich aus 10, 6; 14, 7; 40, i sq. ; 41, i sq. etc. 

51. naEnris. Das Wort ),na" heisst der Regel nach „Frau*S doch 
schêint es auch die Bedeutung ,,Herr" haben zu kônnen, wenigstens kommt 
es mehrfiich in diesem Sinne vor. An unserer Stelle schreiben sâmmtliche 
Handschrìften ^naenrìs'" (F ^nahenrìs"). Ebenso verhâlt es sich 13» 7: npois 
na Enrícs terra non ten ni manda", wp von dem jnngen Heinrìch die Rede 
ist. Vor demselben Namen Enrìc haben auch bei Folq. de Lun. 4, 23 beide 
Hss. ,»na". Bertran braucht diese Form jedoch auch sonst. Eine andre Stelle 
ist „na Tempra, vos est trop leugiers (R) 16, 22, wo die mannliche Form des 
Prâdicates beweist, dass auch das Subject ein Masculinum ist. Derselbe 
Tempra kommt aber noch ôfter zusammen mit „na" vor, zuerst in demselben 
Gedicht 16, 29, wo also an einen Wechsel der Person nicht zu denken ist; 
sodann 36, 47 im zweiten Geleit, wo Bertran ,,na Tempres" anredet, nachdem er 
im ersten bereits zu seiner Dame gesprochen hat ; endlich' 38 , 89 in dem 
Gedichte, in welchem er sich des Besitzes der Liebe von Frau Maenz ruhmt, 
und wo er in dem Geleite seinem „na Tempra'* mittheilt, dass ihm mehr 
Freude zu Theil geworden, als wenn er Kônig wâre. Endlich begegnet uns 
„na" in der Bedeutung „Herr" noch ein Mal, nâmlich: Lo coms m'a mandat 
per na Raimon Luc d'Esparo 23, 2, wo „na" durch die Handschrìften AC 
DJK gestûtzt wird, wâhrend die jiingem und weniger guten FMR das 
danach synonyme „en*' lesen. 

9. (cf. Biogr. pag. 21.) 

2. ol. Der erste Bestandtheil dieser Zusammensetzung ist wohl nicht 
nicht „on", da das „n" in diesem Worte nach der Regel fest ist, sondem 
„o'* lat. ubi. Dasselbe erscheint noch ein Mal bei Bertran: de la dolor om 
mes cil quem degra valer 10, 6. Dies Adverbium „0" kommt bereits im 
Boetius vor: lai o solien las altras leis jutgar Bt. 61 ; lo mas o intra inz es 
granz clarìtaz ib. 163. Zwei andre Beispiele fìnden sich in dem Gedichte 
Chastel d'Amors: las maizos dels borges, o Pestraing fan lor conres Chr. 
271, 9; aqui o es major atz ib. 271, 18; weitere sind: en paradis, el loc 
melhor, lai ol bos reis de Fransa es G. de Berg. 9, 38; ma don' o son tuit 
bon deich pausat en bella faizon R. de Vaq. 18, 39; lai om retenc G. Faid. 
36, 23; lai om vengron siei huolh trahir ib. 38, 13; Amautz dreìch cor lai 
ous honor A. Daniel 6, 63. Dass ûbrìgens die Môglichkeit vorliegt, dass 
„on" dennoch ein „n*' mobile hat, ergiebt sich aus der Analogie von „don", 
welches das n abwerfen kann , z. B. : chansson dolh mot son plan e prìm 
A. Daniel 6,1; sim fos saber grazitz . . , do pogues conquerer . . senhor G. 
Riq. Sim fos saber 4. 

5. mes m'a en tal cadena. Aehnlich sagt Peirol: ab suau cadena 
mi destrenh em lia 15. 27; auch Raimbaut von Orange singt: amors m'a mes 
tal cadena, plus doussa que mel de bresca 41, 29; Bemart von Ventadour 
drnckt seìne Befrìedigung, von der Liebe beireit zu sein, so aus: Dieu lau, 
fors sui de cadena, e vos etz remasut en la follor 2, 1 2. . Umgekehrt : ab suau 
cadena mi destrenh e lia Peirol 15, 27. 

9. L e n a ist eine Abhûrzung fur Elena , z. B. : cui ieu suì plus lìs c'a 



*50 

Lena París G. de Bom. 28, 26. Lied 19» 7 schreibt Bertran des Reimes 
mregen ,,Lana". 

10. fait ai longa carantena. Auch dieses von den kirchUchen 
grossen Fasten hergenommene Bild findet sich wÔrtlich bei Bemard von 
Ventadour: ieu Tamava íinamen; fait ai longa carantena 2, 40. 

12. digous de la Cena „der Griindonnerstag, der Tag der Einsetzung 
des heil. Abendmahls" nfr. la jour de hi Cène, z. B.: dec a manjar et a 
beurel pimen lo íìlhs de dieu lo dìjous de la Cena als apostols Dkm. 82, 35. 

18. las tres de Torena cf. Biogr. pag. 13. 

19. sobre lor mais. ^Sobre" vertrítt nach einem Comparativ zuweilen 
„que", z. B.: lo sap sobre totz plus palen P. de Capd. i, 6; oder ist gleich- 
bedeutend mit ,,mehr, als": val sobre amar doussors Aim. de Peg. 39, 34. 

20. plus que fîs aurs sobr' arena. Ein ziemlich gleiches Btld 
braucht der Dichter spâter noch ein Mal: aìtant cum aurs val mais d'azur, 
val melhs . . sos pretz que . . 32, 43; cf. aissi cum aurs val mais d'estanh, 
valetz mais part las melhors cen I» 45; val sobr* autras si cum aurs sobr' 
argen Aim. de Peg. 21, 52. 

22. eu no vuolh aver Ravena ni Roais. £s war ein bei den 
prov. Dichtem sehr beliebter Brauch, den hohen Werth, den sie dem Besitze 
ciner Sache beilegten , dadurch auszudríicken , dass sie denselben mit dem 
Besitze eines machtigen Reiches oder einer wichtigen Stadt verglichen. 
Einige Beispiele raôgen dies illustríren ; zunachst aus Bertran : mais aic de joi 
que quim des Corrozana 19, 39; am dat (sc. sie) mais de rícor que s'era reis 
de Palerna 28, 55; ieu non vuolh ges, sia mia Toleta, per qu'ieu segurs non 
i auses estar 33, 7 ; jois m'es cobitz, qu'ieu n'ai mais que s'era reis 38, 39 ; ja 
nous degratz restar, quius dones Normandia 39, 20; ieu non vuolh aver Ber- 
gonha sens temer e sens celar 39, 31; eu no volria Gasconha ni Bretanha 
capdellar 39, 39. Aus andern Dichtem : qui m'aportaría tot l'aver que a Soría 
Guil. de Poit. 9, 27; quim dava Monpeslier, non er laissaz ib. 2, 53; valon 
Toloza e Monpestier Marc. 3, 35 ; majer (sc. Freude), que quim dava Piza P. 
d'Alv. 12, 25; ieu n'am mais so que n'ai qu'esser reis d'Escotz e de GaUcs 
ib. 15, 27; en loc de sa rícor no volh aver Fríza B. de Vent. 44, 24; quim 
dones Roais G. de Berg. 16, 18; quim doncs Alixandra P. R. de Tol. 8, 2i; 
quit donava Blaja G. Faid. 12, 55; no volgr' esser reis d'Armaja ib. 52, 35; 
no vuelh . . aver l'emperí dels Grífos R. de Mir. 21, 12; fos mi' Alamanha 
R. de Vaq. 3, 44; no vuolh . . aver Luzema A. Daniel 3, 44; lO, 35; non 
vuolh l'aver que clau Tigrís e Màndres ib. 4, 27; no vuelh Roam aver ni tot 
Jherusalem ib. 8, 36; no vuelh esser reis d'Irlanda P. Card. 61, 8 etc. Be- 
sonders hâufig wurde das Rônigreich Frankreich zu diesem Zwecke verwandL 

24. £ntweder: ,,ses cuidar qu'ellam retena*' oder ),que cuides que nom 
r." (T). 

35. de la Saissam defendia. Man vermisst ein ,,lo, es**. Dies 
kann aber als Object ausgelassen werden, z. B. : ja . . sos homes non blanda; 
noncas fai el 13, 28; si non menti cel queus anet comtar 15, 36; noi gardatz 
camp ni vinha ni ort; e, si no fagz, ja . . 42, 31. Dasselbe gilt, sobald die 
Constructíon ins Passiv verwandelt wird , z. B. atressim sui enganad' e trahia 
com degr' esser Bealr. de Dia 2, 7. 

37 — 40. Der Sinn ist: „Alle ihre Reize sind echt". 



251 

42. on bom plns n'ostaria etc. Ueber die Gleichstellung zweier 
Comparative s. Diez, Gr. m, 396. Statt „on"^ oder „com" steht beim 
ersten Comparat. zuweilen „ aissi com 'S z. B. : aisi con plns la vuelh, e peitz 
m'en pren G. Faid. 7, 30; aissi cum es miels en domna beutatz . ., aissi deu 
miels gardar sas voluntatz ib. 15, 21; enaissi cum son plus car que non solon 
mei cossir . ., dei plus plazens chansos far Uc de St. Circ 12, i. Auch zum 
zweiten Comp. tritt zuweilen ,)On" : las domnas on plus an prejadors, on plus 
cujan que . . G. Faid. IS> 17* Im demonstrativen Satzgliede kann der Comp. 
anch fehlen, z. B.: ades cug m'acuelha (sc. sie), on plus m'en desesper B. de 
Vent. 24, 12; ades recaliva mos leus cors, on pieitz m'en vai R. d'Or. 8. 21 ; 
chant, on plus ai malanansa G. Faid. 4, 8; aissi cum chascus es plus cars 
(= Werth besitzt)» degra voler que G. de Bom. 54, 38; qom plus mi dolh, 
ades mi creis l'amor P. R. de Tol. 6, 29; on plus li clam merce, nom denh 
auzir G. Faid. 35, 19; on plus esgart autra domna ni mir, non ai poder que 
ja de lieis m'estraja ib. 60, 39. Ziemlich hauíìg wird auch hier der Haupt- 
satz durch die Conjunction „et'* eingeleitet» z. B. Peirol 31, 6; G. Faìd. 7, 
3^1 37> 42; 6], 22; Bertr. Carb. 14, 30; Alb. de Sest. 6^ 9; Aim. de Peg. 
32, 37; P, Card. 24, 12. 

45. la nuoich fai semblar dia. Dieselbe Wendung: sa beulaiz 
resplan tan fort, nuegz n'esdeve joms clars e gens P. Rog. 3, 41. 

10. (cf. Biogr. pag. 18.) 

1. camja bon her melhor. Dies scheint eine spruchwôrtliche Wen- 
dung gewesen zu sein , denn sie findet sich auch sonsi , z. B. : ben deu hom 
camjar bon per melhor F. de Mars. 6, 45. 

2. melhz. Dies Wort wird im Prov. nicht nur als Adv. verwandt, wie 
6, 48; 22, 25 etc, sondem auch adjectivisch als Prâdicat, z. B. fora melhs, 
s'a dieu plagues 41, 22; segon que lo melhs l'avers es 45, 13. Daher kann 
es auch substantivirt werden» zunâchst in neutralem Sinne „Besseres*S wie 
hier und: araus es vengut melhz de be 10, 12; eu hai tant ensenhador, non 
sai per Crist ! lo mielhs chausìr 11, 51; dann aber auch geradezu von Per- 
sonen gebrauchti z. B.: eu ai cor e deus do'n poder que tan serval melhz et 
ador que . . lo, 4; quel melhz qu'om puosc' el mon eslire pot gazanhar 10, 37. 

7. cuzet m'aucire. Cuidar c. Inf. „beinahe etwas thun" entsprechend 
nír. penser, manquer, faiUìr faire qc. belegt das Lex. rom. H, 430. Eine 
andre Stelle: a mi mezeus mi cuja far aucir (sc. meine Herrin) Aim. de 
Peg. 18, 9. 

10. „Denn sehr mit Unrecht wûrde sie mir die Erlaubniss (sc. zu hoíTen) 
vcrweigem." 

13. tant com etc. Diese Wendung war ziemlich beliebt. Zunachst 
verwendet Bertran dieselbe noch ein Mal: de totas es na Majer sobeirana de 
quant mars e terra clau 19, 42. Andre: en tan col cels dau la marP. d'Alv. 
17, 45; aitan quan mars clau ni serra G. de Berg. 18, 72; tan con li mars 
environa P. R. de Tol. 12, 31; tan cum mars clau ni terra pot estendre 
Arn. de Mar. 8, 17; si com clau mars, cels ni terra G. Faid. 28, 18; aitan 
quan mars ni terra pot tener Guir. de Cal. 2, 41. 

19. fai los iratz rire. Dies galt als Beweis grosser Liebenswiirdig- 
keit; ebenso: leis que fals iratz rire P. Vid. x, 14. 



«52 

2$. que se conve. Bcaehylogìsch „von denen es sich geziemt, dass 
sie ihr beistimmen". 

28. ,,Nach „sabor" ein ; dafor nach „consire" keine InteTpunktion" (T). 

41. Guilhelms e Bertrans. £s ist nicht bekannt, wer diese Per- 
sonen sind. 

46. »,volra wird aus der vorhergehenden Zeile heríibergenommen sein 
fur veira" (T). 

50. Bos. Gemeixtt ist Boso von Turenne s. Biogr. pag. 19. 

52. que amors. Die Hss. haben camors, doch fehlt dann den^ Verse 
eine Silbe. — que kônnte aufgefasst werden als Acc. Sing. des Pron rel., 
sodass „V" pleonastisch daneben stande in dem Sinne, wie zu 4, 37 besprochen 
worden ist. £s ist aber wohl rìchtiger, darín die Conjunction nque" zu sehen. 
Diez sprícht Gr. in, 380 davon, dass statt eines von einer Praposition ab- 
hangigen Relativums zuweilen die Conjnnction nque" nnd ausserdem das ent- 
sprechende Pron. pers. mit derselben Praposition eintrete. Diese selbe Con- 
struction íìndet sich jedoch auch, wenn das Relativum im Dat. oder im Acc. 
stehen soUte , z. B. : greu er pros domna c'ades calqne drutz hom nO li'n 
devi Chr. 218, 37; non sai domna . . qn'amar no la pogues B. de Vent. 12, 26. 

11. (cf. Biogr. pag. 51.) 

I. Cortz. Nach Grutzmachers Copie im Archiv 34, 187 hat A ,»Tortz**; 
in JKd ist der erste Buchstabe ausgelassen und der Raum dafîir frei ge- 
blieben. Bartsch schreibt aber mit Recht in seinem Verzeichnisse ,,cortz*% 
da der Sinn dies verlangt. 

4. lieis ist aus Versehen unter dem Texte wiederholt. 

9. veiretz etc. Derselbe Ausdruck: auziretz . . cansos anar e venir 
G. de Bom. 51, 42. 

12. e m'onransa. Dies scheint die Lesart der Vorlage von A gewesen 
zu sein, wonach „m'onransa" ebenso wie „mon chant" Object zu sofrir ware; 
richtiger wohl mit JKd: en m'onransa. — Dic folgenden Worte : „faUs er 
ihrer trefFlichen Person (= ihr, der Trefflichen) gewâhrt, dargebracht wird". 

13. adrei. Auslautendes t íallt mehrfach des Reimes wegen ab; so 
in: adrei noch 31, 43; drei 31, 6; au statt aut, alt 19, 22; hintcr «ineraCon- 
sonanten in: recor 37, 61. Letzteres kommt jedoch auch ausserhalb des 
Reimes vor, z. B. esgar 19, 25 etc, 

14. Lies: dels comtatz „aus den Graíschaflen" oder „von dcn kleinen 
Grafen" (T). 

15. Terra-Menor s. Biogr. pag. 52. 

25. de lor. Tobler schlâgt: del lor „des Ihrigen" vor; doch ist 
vielleicht „de lor" zu lassen und auf die Machtigen zu beziehen, von denen 
die kleinen Vasallen in einem Kriege mehr Vortheil haben, weil dann ihre 
Bundesgenossenschaft durch Zugestandnisse erkauft wird. 

26 sq. £in âhnlicher Gedanke fìndet sich noch ein Mal bei unserm 
Dichter: guerra fai de vilan cortes 22, 13; auch sonst, z. B. : grans guerra . . 
fai mal senhor vas los sieus afranquir Peire Card. 4, 16. 

57. Dieser Vers hat eine Silbe zu wenig. 

58. „Lies: al joven rei" (T). 

62, fruir ioait „frair joan?" (T). 



253 



12. (cf. Biogr. pag. 19.) 

12. nous puosc trobar engal que fos. Das Gesetz der Folge der 
Zeiten wird kemeswegs immer strenge inne gehalten, und zwar beschrânkt 
sich der Gebrauch eines Conjunct. Imperf. nach einem Prfisens im Hauptsatze 
nicht nur besonders auf die fìnalen Nebensatze» wie die Leys d'Am. 2, 278 
behaupten (cf. Philippson, der Mônch von Montaudon Anm. zu 12, 25). Die 
aus unserem Dichter gesammelten Beispiele beweisen dies bereits zur Genûge. 
Es sind dies ein Mal RelativsStze, die von einem Superlativ oder einem nega- 
tiven Begríff abhangen. In diesen steht der Conj. Imp. erstens fìir den 
Conj. PrSs., nnd es scheint fast, als sollte durch denselben der Gedanke be- 
sonders staTk ausgedruckt werden. Hierhin gehôrt unser Fall. Aehnlich : no 
sai messatge tan cortes ni que melhs celes totas res Am. de Mar. Brief 
m, 22. Sodann aber wird in derartigen Relativsatzen der Conj. Imp. auch 
gesetzt, wo man den Conjunctiv des zusammengesetzten Perfects erwarten 
sollte, da die Handlung des Relativsatzes zwar in die Vergangenheit fôllt, 
dnrch das PrSsens des Hauptsatzes aber mit der Gegenwart in Beziehung ge- 
bracht wird , z. B : mon gaug ai perdut el melhor rei que anc nasques de 
maire 26, 4; vanar te podz quel melhor chavalier as tout al mon qu'anc fos 
de nulha gent 41, 19; per la melhor qu*anc se mires ni mais se mir vos ten 
hom II, 51. £s mag hier daran erinnert werden, dass in allen diesen Fallen 
sich „anc" im Relativsatz findet und dass auch iro Nfr. nach ^jamais" und 
im Engl. nach ^ever*' mit Vorliebe das Passé défini resp. das Imperfect gegen- 
uber dem Perfect gebraucht wird. Ohne „anc*': non es res, qu'a pretz aja 
mestier, que tot no fos el joven rei engles (dieser war bereits todt) 41, 20. 
Aber auch in andem als derartigen Relativsâtzen íìndet sich diese eigen- 
thûmliche consecutio temporum, z. B. : eu nous quier al mas que fos tant 
cobeitos d'aquesta cum sui de vos 12, 61; al rei valen, sirventes, diras 
qu'enanz que passes lo pas, gart ben si Ves foudatz 18, 33; m'ajut cum cobres 
Autafort 21, 5; prec li que am mais un pro vavassor qu'un comte o duc 
galiador, que la tengues a desonor 37, 30 ; non crezatz que fos vas aquest dan 
(sc. den Tod des jungen Heinrich) el segle plors ni ira 41, 15. Aber der 
umgekehrte Fall, dass namlich auf ein Tempus der Vergangenheit der Conj. 
Pras. folgt, ist nicht seltener, z. B.; non vi hom tant pro ni dond sa lauzors 
tant pel mon s'empenha (R) ni si lo revenha (R) ni que l'an cercan 26, 49; 
nois cuges qu'a son home s'autrei 31, 20; el bon reis cobraral, sol si atur 32, 
40; volc en mais l'aver portar, que hom totz sos pres li renda (R) 35, 31 ; 
rentresenhs . . non lo puoc guizar, c'om ab coutels tot nol fenda (R) 35, 47. 

13. ni sos rics cors. Wenn mehrere Relativsatze coordinirt anein- 
andergereiht werden, so geht die Construction zuweilen aus der relativen in 
die demonstrative ûber ; an Stelle des Relativums tritt das persônliche Fiinvort, 
oder, falls jencs im Genitivus possessivus hattc stehen miissen, das besitzan- 
zeigende ; so bei uns. Andre Beispiele : qu'una non porta benda qu'eu prezes 
per esmenda jazer, ni fos sos drutz Guil. de Cab. 5, 44 ; tals mi rete qu'es plus 
bela assatz e sos pretz enansatz G. Faid. 18, 44; qui es conoisens e mezura 
li platz et es ab el vertatz, de tot sap far son pro G. Riq. Per re non 222. 
Diese Construction iìndet auch namentlich im Englischen Anwendung z. B. : 
he whom next thyself of all the world I loved and to him put the manage 



254 

of my state Shakesp. Tempest i, 2; the workers of iniquity, which speak peace 
to their neighbours , but mischief is in their hearts Psalm 28, 3. cf. Matzner, 
eng. Gram. III, 551. 

22. bels Cembelins ist ein Versteckname, der auch 19, ii voikomint, 
einer Stelle, aus der hervorgeht, dass Bertran einst zu ihren wannen Verehrem 
gehôrte. Wer damit gemeint, lasst sich nicht bestimmen. Auch Peire Vidal 
braucht diesen selben „senhal" zweî Mal: 16, 53 und 24, 79. 

27. na Elis ist offenbar Elise von Monfort, eine Schwester der erzûmten 
Mathilde. 

31. de Chales la vescomtal vuolh etc. Die Vizgr&fin von Chalais 
scheint identisch zu sein mit Frau Tibors, die in Bertrans Liebschaft mit 
Mathilde von Montagnac eine RoUe spielte, denn in der „razon" zu 38 wird 
erzahlt, dass der Gatte der Frau Tibors Herr von Chales, von Berbezil nnd 
Montausier war. Grenau genommen hatte Bertran nach der zu 4, i gegebenen 
Regel „la vescomtals", also den Nominativ schreiben môssen. £s ist daher 
entweder anzunehmen, dass der Dîchter hier dem Reim eine Concession ge- 
macht hat, oder aber, dass der Ausdruck verkarzt ist aus „de 1a vercomtal 
de Chales vuolh", wo also ein „de" weggefaUen w&re. 

33. els mas amdos. Man „Hand" ist zwar der Regel nach weiblich, 
doch wird es sehon von den altesten Zeiten an, obwohl nicht hSafîg, daneben 
auch mânnlich gebraucht, cf. Diez, Gt. U, 19, woselb$t auch einige Bei- 
spiele. Andre sind: zunSchst noch eins bei Bertran selbst: dels homes qu*el 
nos a traitz d'entrels mas 33, 32 ; sodann : la boqu' . . el[s] mans els bratz B. 
de Vent. 3S» 20; mans jons R. de Mir. 22, 15; Folq. de Mars. 13, 24; mos 
mas dins los vostres tìnc G. de Berg. 13, 19; quels vostres mans A. de Mar. 
24, 34; G. de Bom. 25, 53; dels mans ib. 55, 30; als mans ib. 68, 103; el col 
els mans P. Vid. 22, 65. Ausserdem zSUt P. Meyer die in der Flam. vor- 
kommenden Beispiele im Lexicon auf. 

36. Rocacòart. Eine Baronie in Limousin, heute ist Rochechouart 
eine hleine Stadt in dem Dep. Haute-Vienne. 

38. Iseutz, la dompna Tristan. Diese beiden Helden der breto- 
nischen Sage werden von den prov. Dichtem mehr&ch zitirt. In dem Buche 
„Ueber die den provenzalischen Troubadours des XII und Xm Jahrhunderts 
bekannten epischen Stoffe" Halle 1878, stellt Birch-Hirschfeld die betreffenden 
Stellen zusammen, doch sind noch weitere hinzuzufugen, z. B. : car ieu begui 
de la amor . . ab Tristan , quan lalh des Yseus gen R. d'Or. 32 , 27 ; Iseatz 
estet en gran paor, puois fon breumeus conselhada qu*il fetz a son marìt 
crezen etc. ib. 32, 43 sq. ; anc servidor meins antiu non ac la bel' a cui servi 
Tristans R. de Mîr. 13, 44. In einem demselben Dichter ndt Unrecht zuge- 
schriebenen Liede heisst es; seri' eu gais e d'amor benanans plus que no fo 
per s'amia Trístans [R. de Mir] 45, 34; endlich: quez anc no amet tan Tristanz 
Ysolt la bella Folq. de Roih. 2, 24. 

40. a saubuda s. Anm. zu 8, 48. Neben dem meist gebrftuchlichen 
Fem. flndet sich in dieser Verbindung zuweilen auch das Masc. „saubut" z. B. : 
malvestat vei espandir ves totas partz a saubut P. Card. 18, 38; lo mons es 
perpres d'enjan tant qnel pus l'obran a saubut G. Riq. 48 , 7 ; el dart intra 
per huelhs . . o per tot a saubut ib. Als subtils 306 ; una causa que dieas 
hi fes . . a saubut Dkm. 243, 9. 



255 

41. n'Audiartzist wahrschein]ich Audiart von Malamort, eine Freundin 
der Maria von Ventadorn, einer andcrn Schwester der erziirnten Mathilde. 
Diese Audiart lieh ihre Hand zu einer Intrigue gegen den Dichter Gaucelm 
Faìdìt (cf. Diez, L. u. W. 364, und Robert Meyer, das Leben des Trobadors 
Gaucelm Faidit p. 30 sq.). Ausser Gaucehn brauchen auch P. Vid., P. de 
Capd., R. de lifir. und Aim. de Belenoi denselben ^senhal** (cf.RomaniaII,433). 

43. genliazos. „Das von Rayn. angenommene genliazo, „gentillesse" 
ist eine ganz undenkbare Bildung. Am Ende des Verses steht wohl ,,liazos" 
= frz. „liaisons", ein Wort, das Rochegude anfûhrt. Aber was geht vorher? 
„quelh estai gen liazos, denn eine Verbindung steht ihr wohl" oder „qu'ilh 
esten gen 1., denn sie streckt schÔn Bande aus?" (T). 

47. Mielhs-de-ben. Dieser Versteckname kommt sonst bei Bertran 
ixicht vor und kann nicht gedeutet werden. Folq. de Mars. braucht ihn 2, 3. 

48. cors prezan. „Prezar" heisst nicht nur i,schâtzen", sondern auch 
,Preis» Tiichtigkeit besitzen" , z. B. Chansos, vai dir a'n Blacatz en Proensa 
qn'el fai valor valer e pretz prezar Aim. de Peg. 8, 56 etc. Daher ist auch 
,»pre2an" fast gleichbedeutend nût „prezat", so hier und: lo desiret que fan 
a tort a maint baron presan 22, 35 ; del bon rei prezan 26, 78. 

50. fassa bon. s. Anm. zu 6, 52. 

52. de na Faidid' autretal vuolh sas bellas denz. Na Faidida 
„die Verbannte" ist wohl ebenfalls ein Versteckname. — Ueber den pleo- 
nastischen Gebranch des Pron. poss. s. Diez, Gr. ni, 73. Derselbe kommt bei 
Bertran mehrfach vor: non vi hom . . tant guerrejan ni dond sa lauzors tant 
pel mon s'empenha 26, 49; nos autre (sc. stehen davon ab) per s'amor del 
senhor de Molïema 28, 8; sofre quel fals fenhedor s'anon fenhen de s'amor 
de leis cui bos pretz govema 28, 47 ; del rei taíur pretz mais sa cort e son 
atur 32, 34; auran del comte s'amor privada 36, 28; non sap son aiTar de si 
donz ni sa besonha 39, 13. 

56. Bels Miralhs ^schôner Spiegel" ist der ,vsenhal" fur eine nicht 
bekannte Dame. 

61. Belz Senher ist nach dem Zusammenhang offenbar der Versteck- 
name íûr Mathilde. Auch mit ,,Aziman" v. 71 kann dieselbe gemeint sein, 
denn dieser Ausdrack ,,Magnet" war eine allgemein gebrauchliche Bezeichnung 
far die Geliebte. 

18. (cf. Biogr. pag. 31.) 

3. granda. Ueber die Femininform s. Diez, Gr. II, 73. Ein weiteres 
Beispiel bei Bertran: gart ben si l'es foudatz granda (R) 18, 36. 

8. sia reis dels malvatz. Diese Worte enthalten eine Parodie auf 
Heinrichs Titel als „joves reis". 

12 und 13. Diese Verse sind eine Anspielung auf Amaut von Beaulande 
nnd auf dessen Nachhommen, Giiillanme d'Orange, welcher bei der Einnahme 
von Orange auch den Thurm Gloriette, bei uns „Tor Mirmanda" genannt, 
eroberte. cf. Príse d'Orange ed. Jonckbloet. 1854. 

17. Coberlanda ist Cumberland ; zu erganzen ist wohl ,,reis" aus dem 

folgenden Verse. Monsorel, jetzt Morsoreau» ist, wie Diez bereits mittheilt, 

eine Stadt in Anjou unweit Saumnr ; Cande ein Schloss in derselben Provinz. 

22. coms palatz „comes palatii". aír. quens palais. Das Fehlen des 



256 

Genitìvzeichens, das sonst nur vor persônlichen Begrìífen ausfallen darf, erklart 
sich wohl durch die wôrtliche Heríibemahme des amtlichen lateinischen Aus- 
drucks in das Romanische. 

23. Landa ist der ebene Landstrich im sûdwestlichem Frankreich, etwa 
von Bordeaux bis zum Fusse der Pyrenaen, dem seine Naturbeschaífenheit 
den Namen „Heide, Steppe" gegeben hat. Auch das hentige Departement 
daselbst heisst Landes. 

24. Basatz lat. Vasates, heute Bazas, ist eine Stadt in der Grascogne» 
Dep. Gironde, nicht weit vom linken Ufer der Garpnne gelegen. 

25. el son de n'Alamanda „nach der Melodie, die Weise von Frau 
Alamanda." Es scheint die Melodie gemeint zu sein, ûber welche der Text 
des vorliegenden Gedichtes gelegt worden ist. Solche Bezeichnungen kommen 
auch sonst vor z. B. : un sirventes . . el son d'en Amaut Plagues Uc de St. 
Circ 21, 4; un sirventes en aquest son d'en Gui ib. 42, i. 

28. anz asetga els aranda. £s ist auffallig, dass das Pronominal- 
object» das zu beiden Versen gehôrt, sich beim zweiten befindet. 

31. Garlanda ist eine franzôsische Baronie; die drei Brûder von Grar- 
lande hatten im Anfange des Jahrhunderts unter Kdnig Ludwig VI eine 
bedeutende Rolle gespielt. ,,Die von Garlanda" ist also eine Bezeichnung 
fur die Franzosen, weshalb Heinrich auch aufgefordert wird, mit seinem 
Schwager d. h. mit dem íranzÔsischen Kônig Philipp n August zu tumìren. 

33. Bresilianda ist, wie Diez hervorhebt, ein Wald in der Bretagne, 
der auch mit der Arthur-Sage verflochten ist. Gottfried von der Bretagne 
war der drìtte Sohn Heinrìchs II. 

14. (cf. Biogr. pag. 36.) 

2. a 1 ' a u z e n. Dies ist nicht mehr Gerundìnm, sondem bereits Verbal- 
substantiv. Den Uebergang bilden Wendungen wie : sal en estant Boet. 68 ; 
me levi en sezens, apres retomi m'en jazens Arn. de Mar. Brìef IH, 119, 120. 
l^^gc^ci^ licgt ein Substantiv vor, sobald die Form von dem Artikel resp. dem 
Pron. poss. begleitet ist oder den Genitiv regirt , z. B. : ajudar puosc de mos 
conoissens 29, 15; parlen tot son auzen Ross. 6779; en son jazen entrels 
bratz sa molher ib. 6800; qui mos bons nous metz enten, ben er plus nous 
a son viven R, d'Or. 1,6; si veira ja est fìs amans a son viven lo jom 
que . . Am. de Mar. Brìef m, 133; cum si chantes de tal guisa qu'autrui 
chantan non ressembles P. d'Alv. 12, 5; pert vostr' amor e vos qui son escïen 
mentis Moine de Mont. 12, 28 etc. s. Diez, Gr. m, 261 Anm. — Alt- 
franzÔsische Beispiele giebt Tobler im Jahrb. VTII, 347. 

4. d'aquest juec hângt von „ieu chan" ab; der Krìeg wird mit dem 
Bretspiel verglichen. 

7. l'agral mit dem „ihn" ist Richard gemeint, mit dem der folgenden 
Zeile der Kônig Heinrich 11. Leizterer ist auch Subject in v. 9. 

8. Engolmes ist der Bezirk von Angoulême, einer Stadt dicht an der 
Charente. Dies Gebiet, Angoumois, bildet zusammen mit Saintonge, dem 
Centonge des nâchsten Verses, das heutige Dep. Charente. 

12. Finibus-Terra. Hiermit ist wohl der westlichste Theil der Nor- 
mandie, das jetzige Dep. Finisterre gemeint. 

14. que nol vendon. Das y^que" ist das lose ankniipfende , welches 



257 

verwandt wird, um ein nSher bestimmendes Verhâltniss anzufûgen. Diez, 
Gr. m, 339. 

15. ni del tot etc. £s scheint ein Fehler in der Ueberlieferung vor- 
zuliegen. Der Satz mit „si'S der offenbar ein Nebensatz und zwar der Be- 
dingnng ist, hat namlich keinen Hauptsatz. Ich glaube daher, dass der Ab- 
schreiber „ni" statt „crei" gelesen hat, sodass also letzteres wieder herzu- 
stellen warc. 

15. desenferrar. Dies Verb ist bisher anderweitig noch nicht belegt. 

18. mai etc. DerEberlaufl bekanntlich, wenn er wuthend ist, gerade 
auf die vorgcstreckte Klinge los, sodass er selbst sie sich in die Brust rennt. 

21. sojorn d'Anglaterra. Dieser Ausdruck gehôrt zu den Fâllen 
der íreiesten Verwendung des Genitivs, denen namlich, wo durch denselben 
nur ausgedrûckt wird, dass der abhSngige Begriff in die Sphare des regiren- 
den íallt, zu ihm in Beziehung steht, wâhrend dem Zusammenhange ûberlassen 
wird, das genauere logische Verh&ltniss festzustcUen. £s ist dies ein Genitiv 
dcr Benennung im wcitem Sinne, der auch im Nfr. mehrfach Verwendung 
íîndet, z. B. le voyage de Paris, le chemin du tombeau, la descente du fossé 
(in den Graben) cf. MStzner, Gr. 483. Das gleiche VerhSltniss waltet ob in : 
escutz traucar e desgamir veirem a l'intrar de l'estor (beim £ingreifen in den 
Kampf) II, 33; ebenso in: e'n laissei l'anar d'£spanha Moine de Mont. 12, 32 
(cf. Anm. zu dieser Stelle bei Philippson) ,* fort me platz e m'agensa l'anar de 
Proensa Blacatz 5, 7. 

22. dos ans. Der Konig Heinrich war Ostem 11 82 aus £ngland 
herûbergekommen (Lyttelton IH, 366) und war seitdem in seinen íranzôsischen 
Besitzungen geblieben; demnach bezieht sich „dos ans^' auf 1182 und 11 83, 
ohne dass jedoch schon volle zwei Jahr vergangen gewe8en wâren. 

24. maiquande. Was zunachst das „quan" betrifft, so wird dies zuweilen 
pleonastisch zu „mais" hinzugcfugt, hat also keine besondere Bedeutung, z. B. : 
nom pot cosseUar res mas quan sos gais cors cortes P. R. de Tol. 3, 13; res de 
be noi fidh mas quan merces ib. 16, 43 ; andre Stellen : Am. de Mar. 1 1, 36 ; G. de 
Bom. 13, 9; 41 ; 16, 10; 48, 22; Guir. de Cal. 2, 46; Uc de St. Circ 25, 2 etc. — 
,,mais" nach einer Negation heisst „ausser", z. B. 16, 3; 36^ 42; 37, 11 ; 38, 
64; 41, 24. Diese Uebersetzung bemht auf einer £llipse, z. B. ist in „ges 
autres vergiers non fai fulhar mars ni febrìers mas vos" zu erganzen „fai 
fulhar mars e febrìers". Dieselbe £llipse liegt in unserer Stelle zu Grunde, 
nur muss, da der erste Satz affirmativ ist, ein negativer Satz ergânzt werden: 
„Von allen seinen Sôhnen ist er hintergangen worden, aber von Johann" zu 
ergSnzen „ist er nicht hintergangen worden". Behanntlich ist der Gebrauch 
des cnglischen „but*' genau derselbe: „he has been deceived by all his sons 
but by John". Andre prov. Stcllen: tug amador son guay e cantador, mas 
ieu que plang e plor B. de Vent. 28, 7; eu chant, mais per mon Tort-n'avetz 
P. Rog. 6, 6; tug dessenero, mas sol us P. Card. Sermo I, 5. Daher be- 
kommt „ mas " vor Zahlen wie im £ngl. einfach die Bedeutung „nur*S z. B. : 
el bes quet fetz, si n'eras el fuoc ars, poz lolh grazir, fo doncs mas us baisars 
G. de Bom. 17, 42 (nach A). 

25. guazan. Dies Wort wird von Rayn. nur mit unserer Stelle belegt 
und durch „vassal'' ûbersetzt, offenbar nach dem Sinn. Diese Bedeutung ist 
aber kaum zu erklaren. Wir haben darin wohl eine Ableitung von „gazanhar*' 

17 



258 

und zwar, wie ich glaube, in dessen Grundbedeutung „das Feld bauen" (Diez, 
Wb. I, 225) zu sehen, sodass ich dem Worte den Sinn ,,Landleute, 
Aclcerbauer" geben môchte, um so mehr, als das Derivatum dieses Wortes 
„guazandor'* diese Bedeutung hat, wie die im Lex. rom. m, 446 zitirte Stelle 
^laboradors e guasandors de teras" beweist. 

27. aissilh de Lombardia. Gemeint sind wohl die oberìtalienischen 
Stâdte, deren fortwâhrende Empôrimgen gegen Fríedrìch Barbarossa seit 11 54 
YÌelleicht sprìchwôrt]ich geworden sein mochten oder wenigstens uberall bekannt 
genug waren, um als Vergleich benutzt werden zu kônnen« 

30. Der Dichter nimmt also die Rebellen in Schutz. 

32. envidat. Raynouard iibersetzt „renvier" also „iiberbîeten". „En- 
vidar" ist in der That terminus technicus vom Bretspìel, aber es heisst nicht 
„ûberbieten**, wofur der Provenzale „revidar" hat, sondem „eine Invite 
machen, herausfordern, provozircn". Im Roman de Flamenca (ed. Paul Meyer) 
wird das Liebesspiel zwischen Flamenca und ihrem Fretmd Guillaume mit 
demselben Bilde geschildert: Jugar podon a lur talan; mas nom qual dir a 
mon semblan los gais envitz que chascus fai; . . soven envidon e revidon lo 
jors la mostra e la presa Flam. 6495 sq. Andre Stellen : li point son de veire 
trasgitat e qui'n fndng un, pert son joc envidat Guir. de Calanso 2, 40 
(Chrest. 166, i), was Bartsch mit „anfangen" ûbersetzt. Bertran, a doble vos 
envit de la tenzon que razonatz R. de Mir. 16, 33; bos jogaìre fon Bertrans 
Tenvidaire, mas trop tost laisset l'envit que Guilhelms li volc faire Auzer Fig. 
3, 14; fort avetz joc marrìt, que, quand es perdutz, Tenvidatz Bertr. d'Avìgn. 
I, 42. Dem Sinne nach wurde also „renvidat" allerdings besser passen, und 
es ist nicht tmmôglich, dass das anlautende r wegen des vorhergehenden „per" 
verloren gegangen ist. 

33. de valia wird nach dem Zusammenhang besser zu „avem desliurat" 
als zu „pezos", die ja Feinde sind, gezogen. 

34. estachier wird rìchtiger „estatgier" geschrieben, wie „estatge", da 
es von demselben Stamm herkommt, daher den angesessenen £inwohner be- 
deutet. 

36. ses còmjat qu'us no*n prendia. Da der Provenzaie eine Con- 
junction „ses que" nicht besitzt, so muss er unser „ohne zu" anders aus- 
drìicken. Der gebráuchlichste Ausdruck wâre gewesen: „qu'tts comjat no'n 
prendia". Doch wird ein solcher Modalsatz auch bei andem Dichtem mit 
Hûlfe der Prâp. „ses" und eines Relativsatzes ausgedrûckt: la dolor . . quem 
fai traire ses colp' e ses tort qu'eu no l*ai P. Vid. 23, 4; greu dolor . . ses 
conort que non i a ges G. de Berg. 9, 12; merce s'ajatz ses tort qu'ieu anc 
non aic F. de Mars. 9, 16; son bel cors . . mi fant estranh ses tort que ieu 
non l'ai R. de Mir. 41 , 14; ses desir e ses razo qu'ieu non ai don sia gais, 
mi ven . . us doutz desirs qu'ieu chan Uc de St. Circ 35, i. — In âhnlicher 
Weise drìickt unser Dichter ein Mal ein causales Verhaltniss aus: quels cro- 
satz vauc reptan del passatge qu'an mes en obli „weil sie die Fahrt verab- 
sâumt haben" 4, 24. 

37. en Lemozi fon comensat, mas de sai lur es afinat. Die 
unpersônliche passive Constmction íìndet sich nicht nur, wenn ein Satz mit 
„que" logisches Subject ist, z. B. : non pot esser remasut (R), contra cel non 
volon tronço 23, 31; m'es vengut en cor que m'eslais 32, 3, sondem aucb 



259 

ohne ein solches; so hier und: et er ops que sia atendut (dass gehorcht 
werde) 23, 7; de lai pensson (Conjunctiv) de gamizo, que de sai lor er aten- 
dut 23, 44. 

40. Nuoumercat frz. Neufmarché, lat. Novus Mercatus, eine Stadt in 
der Normandie. Bertran hoíTt, dass der Kônig aus Limousin sich nach der 
Normandie wird zurìickziehen mûssen, um sich gegen die Franzosen zu ver- 
theidigen. 

44. envezat ist ,,nos Lemozin" coordinirt, muss also auch der N. Pl. 
eines Substantivs sein. Envezar heisst ,,erfreuen*S daher bedeutet das Part. 
substantivirt hier vielleicht o<Ue lustigen Bríider", die also die Klugheit durch 
ausgelassene ToUheit besiegen woUen und die immer mit Geld um sich werfen 
und lachen woUen. Wie aus den folgenden Versen hervorgeht, wiU der 
Dichter andeuten, dass sie, die RebeUen, durch ihr lustiges Leben und durch 
ihre Freigebigkeit gegen die Truppen den Aerger der vom Kônige knapp 
gehaltenen Normannen hervorgerufen haben, sodass letztere erklârt haben, sie 
wiirden nicht wieder zu der Armee des Kônigs zuruckkehren, sobald sie erst 
ein Mal wieder in die Heimath gekommen sein wiirden. 

47. dizon, sis etc. Wenn ein conditionales Satzgefûge von einem 
Satze abhângig gemacht wird, so tritt stets der Bedingungssatz vor seinen 
HauptsatZy z. B : om non es tan mal ensenhatz, si parl' ab lieis un mot o dos, 
que . . non tom cortes P. Rog. 4, 4; el mon non ai tan mortal enemic, sU 
n'aug ben dir, nol n'aja per senhor P. de Capd. 3, 36; el mon non es res . . 
quem penses quel plagues, nom fos gaugz e dossors P. de Capd. 21, 19; el 
mon non es vUas tan mal apres, si parPab Heis un mot, non torn cortes G. 
de St. Leid. 3 , 46 ; anc nula sazos no fo , s'ieu vis sa beUa faisso , que anc 
trebalha ni dan sentis Uc de St. Circ i, 15. Hôchstens tritt „que" vor den 
den Bedingungssatz : tant ai sufert longamen gran afan que, s'estes mais que 
no m'aperceubes, murir pogra G. Faid. 59, i. Auf diese Weise erklârt sich 
auch die SteUung bei Bertran 15, 15 sq. 

51. estanha-daurat. Gold und Zinn werden ofl bildlich als Gegen- 
sâtze gegeniibergesteUt, z. B. : aissi cum aurs val mais d'estanh, valetz mais I, 
45; ben barganh, s'ieu per estanh don mon aur G. de Bom. 40, 86; prenda 
l'aur e lais Testanh R. de Mir. 42, 48; per estanh camjet son aur íìn Uc de 
St. Circ 3, 62 etc; dem entsprechend auch die davon abgeleiteten Verben, 
z. B. reis casteUans . . , cho dauratz qu'altra poestatz stanha G. de Berg. 20, 
34; me dauret gen so que ara m'estanha Peirol 31, 14 etc. 

52. que li. Die Hs. hat „quel", doch wird die fehlende SUbe am eln- 
fachsten durch die Trennuug beider Bestandtheile gewonnen. 

53. a son conhat. Gemeint ist der junge Heinrich, der mit PhiUpps 
Schwester, Margarethe, verheirathet war. 

55. si quon. Auch in causalem Sinne kann „com" von „si" begleitet 
werden, ein Beweis dafur, dass man die Grundbedeutung der Vergleichung noch 
ftihlte, z. B. : aissi cum el es pros, passe s*en sai 33, 22; qu'al joven rei engles 
perdon, si com es vers perdos 41, 38. 

es ist eine Nebenform fiir „etz" s. Anm. zu 6, 25; sie erscheint ausser- 
dem 14, 55; 15, 3; 13; 24, 10. cf. 16, 8; 15; 17, 5; 7; 8; 9; 10; 14; 24, 
3 etc; 35, 3 etc 

61. lo duz de Berguonh' ist Hugo m. 

17* 



26o 

66. Peitieus. In Poitou stand damals der englische K5ni^. 

69. quar conquerec Espanha Carles. Anspielung auf die be- 
rûhmte Expedìtion Karls,- die mit der Schlacht im Thale Ronceval endete. 
Eben dahin gehôrt der Vergleich des jungen Heînrich mit Roland: „des lo 
temps Rotlan non vi hom tant pro 26, 47. Das Beispiel Karls des Grossen 
wird dem Phìlipp von unserm Dichter mehrfach vorgehalten ; so erzShlt er von 
ihm: el volgra far parer Carle, que fon dels mielhs de sos parens, per cui 
fon Polha e Sansonha conquesta 29, 22; anc Carles en tal pretz no s'empeis 
cum el Êira (sc. als sich dieser zum ICreuzzuge rustete) 30, 21; del rei Felip 
sabrem ben . . si segra los usatges Carlo 33, 42. 

73. Rassa ist der Versteckname fur GottMed von der Bretagne. 

75. s'a pretz donat. Bekanntlich wurden im Afr. und Prov. die 
zusammengesetzten Zeiten der reflexiven Verba durch die passiven Verbformen 
mit vertreten, so v. 46 en son enujat ,,sie haben sich geSrgert"; en son en- 
tremes „sie haben sich damit befasst" 34, 14 etc. Wenn das Reflezivum noch 
daneben gesetzt wird, so ist es als Dativus ethicus aufzufassen. Man erkennt 
dies daran, dass das Participium immer im Nomìnativ, nicht im Accusativ steht, 
so: si son acordat v. 25 unseres Liedes; Engolesme, don s'es £iàgz poderos 
40, 20. Da nun die passiven Formen nur gebraucht werden kônnen, wenn 
das Reflezivum im Verhâltniss des Accusativobjects zum Verbum steht, so 
mûssen die activen, also mit ,,aver" gebildeten Formen beibehalten werden, 
sobald das Reflexivimi ein Dativ ist, so bei ims ; ebenso : so m'ai pessat Ross. 
1069; ges puois de mal no s'esglaja, quel mielhs de ben s'a tolgut P. d'Alv. 
6, 44; e si m'ai pessat des ier G. de Bom. 11, 3; no sai de que m'ai Êdt 
chanso ib. 80, 43 ; favas ab que s'an adobat lo vielh convers Moine de Mont. 
1 1 b, 67; can remir la vostra beutat, tot m'oblida cant m'ai pensat Am. de Mar. 
Brìef m, 18; ieu eis m'ai anat enqueren R. de Mir. 44, 39; trop s'a levat 
pejor crìm quel de Câim Guil. de Montagn. 3, 20 etc. Ueber dcn Gebrauch 
im Altfranzosischen s. Tobler, Li dis dou vrai aniel pag. 29. 

76. Burcs. £s ist wohl nicht die franzÔsische Stadt Bourges gemeint, 
sondem Burgos in Spanien, da der Dichter jedenfalls zwei weit auseinander- 
tiegende Punkte gewâhlt haben wird. Bertran Hebt derartige Ausdrucke : per 
tot agaran del Nil trol solelh colgan 26, 55; com el a trait (sc. Drangsale) 
d'Agen tro a Montron 34, 32; cercat ai da Monpeslier tro lai part la mer 
salada 36, 36; da Londres tro qu'a la ciutat d'Aire non i a un 43, 16. Auch 
bei andem Dichtem ist diese Art Bezeichnung beUebt, so: de Roma a Ais 
Ross. 7452; d'Espanha a Runa ib. 8026; de Portogual tro en Frisa Marc. 
10, 23; d'Aix tro a Sinha R. d'Or. 26, 35; del Pueg tro en Lerìda G. de 
Cab. I, 32; des lai on s'abrìval Nils tro lai on sols es colgans G. de Bora. 
49, 28; de sai lo Nil . . tro lai on solelhs plovil A. Daniel ii, 49; de Burx 
tro en Alamanha Paul. de Mars. i, lO; d'aqui a Mesina Bertr. Carb. 13, 52; 
del flum Jordan tro al solelh colguan Guir. de Cal. 6, 32; de la mar tro en 
Bergonha P. Card. 19, 17; de Bordel tro en Alamanha e de Flandrìs tro a 
Narbona Flam. 7194. 

tro qu'en. ,,tro que*< und ^tro" kommen ohne Unterschied sowohl 
als Prâposition, wie als Conjunction vor. 



201 



15. (cf. Biogr. pag. 19.) 

7. get bedeutet das Loslassen des Sperbers gegen das Jagdwild, nach- 
dem ihm die Haube vom Kopf heruntergezogen ; z. B. (esparviers) fon mainiers 
e prìvatz e dc bons gets apreisonatz G. de Bom. 51, 20. Ausser dem Sperber 
waren Falken und Habichte beliebte Beizvôgel. Man jagte mit ihnen nicht nur 
Reiher, Enten, Feldhuhner, Schwâne, Kraniche (cf. v. 40) und andres Geflîigel» 
sondem auch Kaninchen und Hasen. Erst seit dem Anfang des vorigen Jahr- 
hunderts ist die Beize in Europá abgekommen; in einzehien Theilen von 
Afrìca und Asien , namentlich in Persien ,' ist sie noch heute sehr beliebt. — 
Eine âhnliche Wendung braucht zu gleichem Zweck Raimbaut von Aurenga : 
jamais esparvìer no port ni cas ab cerena, s'anc . . fui d'autra enquistaire R. 
d'Or. 6, 50. 

8. falcon lainier. Dies war, wie Diez mittheilt, nach Daudes de 
Prades* Lehrgedicht Auz. cass. die schlechteste Fa]kenart. Neufranzôsisch 
heisst lanier ^Schlangenbussard" (falco gaUicus). 

9. qu'ieul lor veja plumar. Lor ist Subjectsdatìv , da der Inf. 
ein Object bei sich hat. Andre Beispiele: eu loi perdo sim fe mal far a 
Catalans ni a Laraus 35, 57; a totz feira saber quals mortz es 40, 4; pauc e 
pauc se laissa dechazer sai a'n Richart 40, 18; ieulh fatz saber qu'en Beren- 
giers li al castelh estort 42, 22 ; l'almassors a Titbaut Tac faich assetgar I, 28. 

21. ni ab taula presa non puosca intrar. Diez ûbersetzt: ,,noch 
in das Spiel meines Gegners eindringen kônnen". Bartsch und Raynouard 
geben fur taula die Bedeutung „Spieltisch*S die sie jedoch beide nur durch 
unsere Stelle belegen. Diese spezielle Bedeutung hat das Wort jedoch nicht. 
£s heisst i) der Tisch im Allgemeinen ; 2) der Stein, der Bretstein, der beim 
Bretspiel verwandt wurde, und davon sind abgeleitet : taulier ,,das Spielbret", 
taular „Trìktrak spielen", das Paul Meyer Flamenca 6480 nachweist, und se 
taular in derselben Bedeutung: jogava un joc grossier, quem fo trop bos al 
cap premier, tro fui taulaz G. de Poit. 2, 47. Dieser zweiten Bedeutung 
entsprechend wird auch das Spiel immer durch den Plural „taulas" ausge- 
druckt, z. B. : d'escaxs sab e de taulas, de joxs de datz Ross. 4282. Das 
Lex. rom. V, 307 giebt : jax de datz e de taulas e de escrima, aus V. et Vert. ; 
endlich: jugar a taulas, ad escax et a datz Chr. 345, 47. Demnach heisst 
unsere SteUe „mit einem hinausgeworfenen Steine môge ich nicht wieder 
hineinkommen kônnen", weil nâmlich der Gegner die Felder, auf die der 
Dichter mit dem Steine zuerst wieder gehen muss, doppelt besetzt hat. 

22. reirazar. Rayn. schreibt „reir'azar", giebt aber imLexicon keine 
Bedeutung an; Diez ubersetzt es zusammen mit „deraier" durch „Unglttcks- 
zahl"; Bartsch schreibt, und zwar wohl mit Recht „reirazar<% dem er die aus 
dem Zusammenhang sich ergebende Bedeutung „Wurf* giebt; „demier" wird 
dann „niedrìg" heissen miissen. 

24. mas vos. „mas" ist zu verbinden mit „autra". Der Dichter hat 
zwei Constructionen vermengt „wenn ich eine andre Dame liebe ausser Euch" 
und „wenn ich eine andre Dame mehr liebe als Euch". 

32. a que m'aja mestier „worìn es fiir mich ein Bedûrfhiss geben 
soll" d. h. „welche Unannehmlichkeit ich mir herbeiwTÌnschen soll". 

35. fassal fugir. Bartsch schreibt „fass'al fugir", was mir unver- 



202 

stândlich ist ; denn, wemi „faire" mit „a" und dem Inf. verbmiden ist, so hat 
letzterer nicht den Artikel. Dieser AuíTassung widerstrebt auch die Bedeu- 
tung, cf. Anm. zu 35, 39. Deranach scheint es, als ob Bartsch „faire" die 
Bedeutung ,,seine Zuflucht nehmen zu, greifen zu" beilegen will, doch kommt 
diese sonst nicht vor. Ich glaube, dass der Inf. „fugir" hier einíach sub- 
stantivirt, also gleichbedeutend mit nfuga, fugimen" ist, wie falhir = ,,Sûnde'* 
in: nom perdona la colpa el falhir P. Capd. 26, 27. Faire lo fugir hiesse 
also dann „die Flucht ergreifen", wenigstens belegt Rayn. Lex. rom. III, 
405 „la fugìda que a fach" (cf. Anm. zu 39, 8). 

39. „Nach „nier" ist ein Komma zu setzen" (T). 

42. debaten. Dies war eine schlimme Eigenschaít bei einera Habicht, 
cf. lo bos austors que per talan nos mou nî nos desbat, enans aten tro qu'om 
raja gitat Rich. de Berb. 10, 17 sq. 

51. laìssasetz. Die Schreibung mit einem s, welche wohl wegen des 
vorhergehenden ss aus euphonischen Grûnden gewahlt ist, íindet sich in allen 
Handschriften. 

16. (cf. Biogr. pag. 89.) 

1. Fulheta. Die Handschrift hat hier, wie v. 15, fulhetas. Siehe iiber 
diesc Aendenmg Biogr. pag. 89. Gegen die dort aufgesteUte Annahme, dass 
wir es mit einer Person, Namens Fulheta, zu thun haben, scheint „co€liat" und 
„devalat" in v. 3 und 4 zu sprechen, da diese wie Pluralformen aussehen. 
Aber wenn „fulhetas" wirklich „Blâtter" bedeuten soUte, so miissten jene 
beiden Formen „cochadas" und „devaladas" heissen. £s wird daher nichts 
iibrìg bleiben, als des Reimes wegen eine Abweichung von der Flexion anzu- 
nehmen, gerade wie 17, 13. 

autres ist hier pleonastisch gebraucht, cf. Diez, Gr. m, 84. Andre 
Beispiele bei Bertran: chant autresi con fan li autre ausel 34, 4; fora melhs 
que visques el que mant autre enojos 41, 23. 

2. mars ni febriers. Die Provenzalen brauchen die Namen der 
Monate ohne Artikel , z. B. : en abrìu s'esclairolh rìu Marc. 23, i ; a l'issida 
d'abrìu ib. 27 , i ; bel m'es quan lo vens m'alena en abríl , ans qu'intre mais 
Am. de Mar. 10, 2; si cum abrìls e mais es d'autres temps plus guais etc. 
ib. 19, 56 etc. So auch bei Bertran: nim lais per abril ni per martz . . 20, 
27; s'abrils e fuolhas e flors . . no m'ajudon 38, i. Ausnahmen sind sehr 
selten, z. B. par l'abrìl G. de Bom. 70, 27. 

7. gels. Das Ms. hat ges. Raynouard zitirt im Lex. rom. III, 451 unsere 
Stelle und schreibt „puis gel lo mata". 

10. li als fem. kommt zuweilen vor, z. B. li gralha 24, ii, jedoch nur 
in jiingeren Handschrìften. „Nach prat ist ein Komma zu setzen" (T). 

11. fatz conte de paupertat, rìchtiger paubretat d. h. „Ihr bettelt". 

12. asiata. Dies Wort vermag ich nicht zu belegen; nach dem Zu- 
sammenhang scheint es „Sippe, Schaar, Art" zu heissen. Wahrscheinlich ist 
„esclata" zu lesen, welches in dieser Bedentung vorkommt, namlìch: trop 
follamen renhatz per argen, Roma de mal' esclata e de mal coven Guil. 
Fig. 2, 54. 

14. lata heisst sonst „die Latte, die Stange", wird hier von Rayn. mit 
,,limite" iibersetzt, ohne dass er eine weitere Stelle angiebt. 



203 

iy. I'autre lo han tuit. Die Handschrift bringt ^lautres o ha tout"; 
das Richtige liegt auf der Hand. 

23. quom fa. „Lies: quoma" (T). 

25. con sahus aficat ist etwas unklar. Es steht offenbar dem „quoma 
esparviers" als zweiter Vergleich gegeniiber; „s*aficar" heisst „sich an etwas 
hângen, auf etwas erpichen", daher lcônnte afìcat „zahe, hartnâclcig, an- 
dauemd" heissen. Bei sahus ist an sâuc ^Flieder'* nicht zu denken; 
vielleicht ist es identisch mit „sêus" in : dreh mi fassa Girartz, plus no li rêus, 
o nolh laissarai tan cum val I sèus Ross. 4893, das Rajm., oífenbar unrichtig, 
von lat. „sus** ableitet, daher nùt „porc, cochon" iibersetzt; eher môchte man 
bei uns wegen der Zusammenstellung mit „glatir" an einen Hund, Wolf oder 
Fuchs denken. 

29. de. £s ist statt dessen wohl „a" zu lesen, wie v. 31. 

Lieuchata oder Leucata war ein Schloss im Dep. Aude, Arrond. 
Narbonne» und wird in der Hist. de Languedoc mehrfach genannt, z. B. 
(2. Auflage) m, 425; IV, 479; V, 657. 

31. Damiata s. Biogr. pag. 89. 

17. (cf. Biogr. pag. 88.) 

3. d'aquest afar aja. Das Relativ-Pronomen kann nach vemeinenden 
Ausdríicken, wenn der Relativsatz ebenfalls vemeint ist, ausfallen, cf. Diez, 
Gr. in, 381. Ein andres Beispiel aus Bertran ist: de Roziers entro a Mirabel 
noi aura un, no veja son ames 34, 45. 

5. o pleonastisch auf das folgende Object hinweisend. 

8. faraucha. ,J^ies: la raucha" (T). 

9. niegre wird richtiger negre geschrieben. Da der Dichter aus der 
Constmction fallt, so ist nicht ganz k1ar, in welchem Casus das Wort steht, 
aber selbst wenn wir darin, was das Wahrscheinliche ist, den Nom. sehen 
miissen, so ist es doch môglich, dass das Fehlen des Flexions-s mit Rûcksicht 
auf die lateinische Form „niger" ganz correct ist. 

10. paupre besser ,^paubre" heisst hier „erbârmlich, schlecht". 

11. flairaz sap, engema e pi „Ihr habt einen harzigen, ranzigen 
Geruch an Euch", cf. vuelh quem oífratz de lonh merces qu*un petit vos flaira 
Tales G. de Bom. 27, 5. Was fiir ein Baum oder eine Pflanze „engema" sei, 
ist mir picht môglich anzugeben; Tobler schlâgt statt dessen „e goma" vor. 

12. avols gens de Savoja. £s scheint hiemach, als ob auch damals 
schon die Savoyarden sich in der Welt herumtrieben. 

13. estan ist wohl nur des Reimes wegen statt „estans" geschrieben, 
denn „esser** mit dem Gerundium diirfte kaum vorkommen. 

15. Strophe 3 und 4 sind eine Wiederholung von No. 4 Strophe i und 2. 

33. al seje besser: al setge. Sachs, Le Trésor de Pierre de Corbiac, 
Anm. zu 760 zitirt diese Stelle, schreibt aber Alseie de Troia und will 
damnter den Ascanius verstanden wissen, jedenfalls mit Unrecht. * 

36. Ysembart. Dieser Name kommt noch ein Mal 31, 45 vor, wo 
der Dichter seinen Spielmann Papiol auffordert, das Sirventes zum Isembart 
in das artesische Land zu tragen. Aber wer damit gemeint sein kann, ist mir 
nicht klar. Da er jedoch in Artois lebte, so ergiebt sich, dass mit „Troja" 



264 

in V. 36 die Stadt Troyes in dcr Champagne gemeint ist, die der Bote auf 
der Reise nach Artois mit einem kleinen Umwege wohl passiren konnte. 

18. (cf. Biògr. pag. 76.) 

4. chascus porta guirlanda. Man schmackte sich mit Blumen- 
gewinden und Krânzen als Zeichen der Freude oder aus Anlass einer Fest- 
lichkeit, z. B. : pus ven la patz el gais temps de pascor, si deuria mostrar ab 
garlanda de flor Sordel 34, 20. Hier ist der Ausdruck wohl bildlìch zu 
nehmen wìq in: porta garlanda et es gais ab testa blonda P. Card. 61, 24. 

8. l'autrui. Der Artikel hat aír. und prov. zuweilen noch demonstrative 
Kraft, cf. Diez, Gt. in, 78. Ebenso : Catalan ell d'Arago tombaran 23, 27. 

10. par que fassa gas. Das Wort i,gas<* wird im Lex. rom. nicht 
angefuhrt. £s scheint das Subst. zu gasar afr. gaser nfr. jaser „schwatzen" 
zu sein, das sich also zu dem eben genannten Verb verhalten wûrde wie 
gazanh „Gewinn" zu „gazanhar*S desiret „Raub" zu „desiretar**, laire „Gc- 
bell" zu „lairar*< etc. Diese Èedeutung scheint es auch in folgender Stelle 
zu haben : senher, nos farem so que tu volras, quar noi a mais mestier orguUis 
ni gas Ross. 8943. Diese Vermuthung wird dadurch verstârht, dass wiedenim 
eine Ableitung des Wortes „gas" sich erhalten hat, die nicht gut direct von 
„gasar" herkommen kann. Zwar gehôrt das von Raynouard dazu gerechnete 
„gazal" und dessen Ableitungen nicht darunter. Dagegen imdet sich: laisat 
estar lo gazel, „stellt das Schwatzen ein" Chans. rel. m, Str. 2. Diese Bedeu- 
tung wird dem Worte „gas" auch im Lex. occit. gegeben, wo es mit 
„railleries" iibersetzt, jedoch nicht belegt wird. Danach wurde unsere Stelle 
heissen: „£in Kônig, der auf ein grosses Land Anspruch erhebt, scheint nur 
leeres Geschwâtz zu machen, wenn er sein Pferd nicht aus dem Schrìtt bringt**, 
d. h. „wenn er sich nicht eiírig und energisch zeigt*'. 

21. aitalsd. h. solche, welche den eben aufgestellten Anforderungen 
geniìgen kônnten; aus den Zeilen 23 und 24 geht jedoch hervor, dass der 
Dichter auch mit diesen 'nicht vôllig zufrieden ist 

23. Dieselbe Sentenz: qui men, no ditz ver P. Vid. 21, 50. 

27. uns coms de san Tomas. Ich vermag nicht zu sagen, wer 
damit gemeint ist ; es scheint jedoch einer der Anfuhrer von Richards Truppen 
gewesen zu sein, der vielleicht beìm £infalle des Kônigs in die Bretagne in 
den von Sagen reich umwobenen Wald Breselianda, eine Art Nationalheilig- 
thum der Bretonen, eingedrungen war. 

33. quel gen blanda. Das „1** ist wohl nicht Artìkel und „gen** 
das Subst. „Volk**, weil dann der Conjunctiv nicht zu erklâren wâre, sondem 
ersteres ist der Dativ des Pron. pers., letzteres das Adv. „gen**, und „que** 
cum Conj. wiirde dann einen Finalsatz einleiten „damit ich ihm freundlich 
zurede**. 

35. enanz que passes lo pas. Bertran scheint nicht an einen be- 
stìmmten Pass zu denken, jedenfalls wohl nicht an den englischen Kanal, falls 
dieser schon damals diesen Namen fuhrte, denn Richard war bereits auf dem 
Festlande; vielmehr scheint der Ausdruck bildlich zu stehen im Sinne von 
„den entscheidenden Schrítt thun'*. 

42. al comte qu'a nom n'Ugos. Ich glaube dass damit Hugo DC. 
von Lisignac, mit dem Beinamen der Braune, Graf von der Mark, gemeint ist. 



^^5 

Dieser hatte sich bereits im Kreuzzuge ausgezeichnet, befand sich in Richards 
Heer, als dieser 1196 seinen Einfall in die Bretagne machte, iind wird unter 
denen genannt, die der englische Kônig auf die Nachrìcht von Philipps Ein- 
fall als die Tapfersten aus seinem Heere auswâhlte, um schnell sich gegen 
den neuen Angreifer zu wenden. Der Graf nahm auch wirklich an den nun 
folgenden Kâmpfen bei Aumale Theil. (Bouq. XVn, 175). Bertran drnckt 
hier die Hoifnung aus, Hugo werde sich nicht durch franzôsisches Geld be- 
stechen lassen. 

19. (cf. Biogr. pag. 28.) 

2. ostau. Die Auílôsung des auslautenden I geschieht desReimes 
wegen; ebenso v. 10, 18, 28, 34; dasselbe geschieht vor Flexions-s cf. 5, 4; 
10 etc. 

8. losenherde Peitau. Gemeint ist Richard Lôwenherz; mit „na 
Lana" dessen Schwester Mathilde cf. 9, 9. 

9. entrels Lemozis. Die Bewohner als Bezeichnung de$ Landes. 
II. Bels Senher s. Biogr. pag. 15 sq. und Anm. zu 12, 61. 
Cembelis s. Anm. zu 12, 22. 

14. mentau. Die Regel ist, dass in einem Relativsatze, welcher sich 
auf einen Superlativ bezieht, der Conjunctiv steht. So auch bei Bertran: 9, 
50; 10, 37; 26, 4; 26, 45; 41, 19. Doch kommt daneben, obwohl seltener, 
auch der Indicativ vor, ohne dass ein áusserer Unterschied bemerkbar wâre; 
es liegt aber wohl eine andre Auifassung zu Gninde. Eine zweite Stelle ist: 
aus voler tot lo mielz qu'el mon es (R) 34, 6. 

17. cors dient zur Umschreibung des persônlichen Fiirworts, s. Diez, 
Gr. m, 66. 

19. pais. Daneben kommt auch die correctere Form paes vor, z. B. 
45» 43 ebenfalls im Reim; dasselbe auch bei andem Dichtem. 

22. au s. Anm. zu 11, 13. 

23. onrada n*er etc. Man vergleiche: vofftre fille, ou Pempereres 
d'Alemaìngne seroit bien saus, s*il l'avoit prìse Chev. au lyon 5475. Aehnlich 
bei Provenzalen: iìna beutatz vos faissona ad ops de portar corona sus en 
Vemperìal banca P. Vid. 15, 18; vos etz tant bella e pros que non es em- 
peraire el mon que non fos honratz els vostres dos G. Faid. 33, 61. 

28. feltre oder feutre kommt vom lat. „fìltram", unser „Filz" und be- 
zeichnet daher ursprìinglich einen groben StoíF, wie aus folgendem Vergleich 
hervorgeht: al cor dins (sc. sind sie) mal (wenig) ensenhat, plus (= plus mal 
d. h. weniger) que feutres sembla cendat ni durs cuers bon' escarlata R. d'Or. 
5» 45 sq. Diese Bedeutung passt hier nicht, und Raynouards Uebersetzung 
„tapis" ist willkûrlich. Dagegen heisst es bei uns offenbar „Polster", eine 
Bedeutung, die das Wort „feutre" im Franzôsischen noch heute hat. 

31. Catalana. Diez macht bereits darauf auímerksam, dass die Cata- 
lanen im Rufe besonderer Liebenswurdigkeit standen. Dies geht in der That 
aus vielfachen Aeusserungen hervor; so sagt R. Vid. de Bezaudun: terras doas 
o tres on trobava baros assatz adreitz e ben acostumatz e donadors vas totas 
mas, e auzic nomnar Catalas Dkm. 150, 5 sq. Namentlich gedenkt Guir. 
Riquier ihrer mit begeistertem Lob, so 40, 14 sq. und Lied 65, dessen zweite 
Strophe ausschliesslich diesem Gegenstande gewidmet ist. Aus dem folgenden 



266 

Verse geht daher hervor, dass die Bewohner der Sudt Fanjaa, heute Fanjean 
in Languedoc, Dep. Aude west]ich von Carcas'sone, sich damals durch ihre 
Gastfreundiichkeit auszeichneten. 

34. de cristau. Dieser Ausdruck soll wohl die Weisse und Reinhcit 
der Záhne hervorheben. Nach unserer Anschauungsweise ist es auífallend, 
zu diesem Zwecke das Krístall zum Vergleich heranzuziehen, doch kommt 
dìes ôfter vor» z. B. : huels clars ab boca rìzen, dens plus blancas que crìstals 
Uc de St. Circ 34, 38. Auch mit dem Silber und Elfenbein wcrden die 
Zahne zusammengehalten : petita boca, blancas dens, plus blancas qu'esmeratz 
argens Am. de Mar. Brìef III , 95 sq. ; las dens . . plus blancas que d'un 
orifan Flam. 1610. 

39. Corrozana ist die persische Provinz Korasan, s. Anm. zu 9, 22. 

41. na Majer s. Biogr. pag. 23. 

20. (cf. Biogr. pag. 43.) 

8. rei steht des Reimes wegen fdr „re'*; ebenso sei 31, 18; mercei 31, 
34; und hierhin ist auch zu rechnen Francei mit abgeiallenem s 31, 39; beides 
koinmt auch bei andem Dichtem hâufig vor, so: mei G. de Berg. 2, 15; P. 
Rog. 6, 27; Am. de Mar. 11, 58; 17, 46; malmei R. de Mir. 12, 22 etc; 
ebenso „amei" statt „ames" G. de Bom. 15, 36; Ross. 1112; marquei Ross. 
573; tomei ib. 586) prei (statt pres) ib. 750 etc. 

11. n'Azemarsist Ademar oder Aimar V., Vizgraf von Limoges in 
Limousin, im heutigen Dep. Haute-Vienne. Er regirte von H48 — 1199. 

Amblartz soU nach der „razon" Graf von Pérìgord gewesen sein. 
Der regirende Ghraf hiess jedoch Elias V. mit dem Beinamen Talleyrand, von 
II 66 — 1205. Daher muss entweder ein andrer Herr in Pérìgord gemeint 
sein, oder die Ueberliefemng ist unzuverlâssig. Letztees scheint auch aus 
den grossen Abweichungen der Handschrìíten in Bezug auf diese Namen 
hervorzugehen. 

12. Talairans. Gemeint ist Wilhelm, jungerer Bmder des eben ge- 
nannten Elias V. und wie dieser Talleyrand zubenánnt, Herr von Montagnac, 
jetzt Montignac, einem Schlosse, das nicht weit siidlich von Autafort ge- 
legen war. 

19. partz. Dies kann keine andre Form sein als die 3. Sing. Ind. 
Prâs. von partir, die regelmassig „part" lautet> die also des Reimes wegcn 
etwas gewaltsam umgeândert worden ist. 

20. Diez: „wenn auch die Schuld mein eigen ist". 

28. qu'ieu non tracte. Ueber die Negation s. Diez, Gr. in, 426. 
Ebenso : non pot esser remasut, contra cel non volon tronco e que cendat . . 
non sion romput 23, 32; non puosc mudar, un chantar non esparga 29, i; 
de gerra nois lassa, tro c'om se lais que mal nolh fassa 37, 48. Hìerher ge- 
hôrt auch: ges eu nom desconort que non chan em deport e no m'ajut 21, i, 
wo „non se desconortar" den Sinn hat „aus Muthlosigkeit unterlassen"' 

30. j'ab. Besser: ja'b (T). 

32. lo pretz d*un correi. Ueber diese sinnliche Verstarkung der 
Negation handelt Diez, Gr. III, 431 sq., woselbst er auch viele Belege giebt, 
die leicht vervielfacht werden kônnen. Einige weitere aus Bertran sind: non 



207 

preU un besan nil colp d'un aiglan lo mon 26, 74 sq. ; un sirventes . . qu'anc 
nom costet un alh 44, 2. 

34. en grans. Dass dies nicht „engrans'' sondem getrennt zu schreiben 
und als eine Zusammcnsetzung aus „en" und dem substantivisch gebrauchten 
Adjectiv „grant** Plur. „grans" mit zu ergânzendem „Noth, Miìhe, Arbeit, 
KQmmemisse etc. " aufzufassen ist, hat Tobler, Li dis dou vrai aniel Anm. 
zu 3 bewìesen und durch aír. Beispiele belegt. Im Prov. ist der Ausdruck 
selten, eìne andre Stelle fur den Plur. ist : que metres soli' hom en granz com 
agues pretz, honor e lau B. de Vent. 21, 3; der Sing. erscheint: sel que plus 
se met en gran (R), per un ben a de mals dozenz G. de St. Leid. 6, 13. 

50. far dreich ni tort „nach Belieben schalten und walten"; ebenso: 
er pot Girartz en Fransa far tòrt o drei Ross. 2669. 

21. (cf. Biogr. pag. 30.) 

7. al senhor de Niort. Niort war damals wie heute eine Stadt in 
Foitou, im jetzigen Dep. Deux-Sèvres; demnach ist der Ausdruck eine Be- 
zeichnung fûr Richard Lowenherz. £ine derartige Umschreibung des Namens 
war sehr beliebt, so bei Bertran: so sapchal senher de Roais 2, 21; lo senher 
cui es Manta e Murols 3, 21; del senhor de Molïeraa 28, 8; lo senher que 
ten Bordel 28 , 1 1 ; del senhor de Mirandol qui ten Cruisa e Martel 28 , 25 ; 
lo reis qu*a Tarascon perdut 23, 37; cel qui es coms e ducs e sera reis 30, 
10; I0 reis cui es Castrasoritz e ten de Toletal palais 32, 28; sil rics vescoms 
que es caps dels Gascos a cui apen Beams e Gavardas 33, 17; cel cui es 
^''^^"^s^ 33» 20; lo senhor de Bordel 34, 20; leis que ten Cabriera e Fon 
dlJrgel 34, 52; la velha que Fons Ebraus aten 35, 43; lo senher cui es 
Peitaus 35, 59. 

15. Der Sinn ist: da Richard den Verlâumdem nicht zuganglich ist, so 
hofft Bertran, dass diese nicht im Stande sein werden, die Erfiillung seiner 
Bitte, Autafort zuruckzuerhalten, bei Richard zu hintertreiben. 

17. trei palaizi. „Paladine waren", wie Diez angiebt, „iiberhaupt die 
Grossen des Reiches; welche hier gemeint sind, ist nicht deutlich". Nach 
den in der „razon" aufgezâhlten Baronen kônnte man dahin den Crrafen 
Philipp von Flandem rechnen, dessen ìn unserem Gedichte sonst keine £r- 
wâhnung gethan wird. Ausser diesem wird in der „razon" noch der Graf 
von Barzelona genannt. Die Grafschaít von Barzelona war aber seit 1162 mit 
dem Kônigreich Aragon vereinigt und Alfons IL von Aragon stand in 
diesem Kampfe, wenigstens spâter, gerade auf Seiten des KÔnigs Heinrìch II. 
Dieser Punkt ist daher nicht vôllig klar. 

18. el quatre vescomtat de Limozi. £s sind dies Limoges, wo 
Ademar V. ; Ventadour, wo £bolus V. ; Comborn, wo Archimbald V. ; endlich 
Turenne , wo Raimund 11. Vizgraf war. £bo1us V. wird in der „razon" mit 
dem Ausdmck Vizgraf von Gumel bezeichnet, doch kommt dies auf dasselbe 
hinaus, da Gumel oder Gimel ein Schloss in Limousin war. 

20. li doi penchenat peiregorzi. Damit meint der Dichter £lias V. 
von Périgord und dessen Bmder, wahrscheinlich den Wilhelm Talleyrand von 
Montignac. „penchenat" erklârt Diez durch „glatt, schmeichelnd", cf. 45, 29. 

22. li trei comte fat engolmezi. £s sind die drei Sôhne Wil- 



268 

helm's IV. Taillefer, Namens Winielm, Ademar und Elias, wekhe ihren 
âltesten Bmder Wulgrin III., der 1178 starb, ûberlebten. 

24. Centolhs ist Centule I., Graf von Astarac, oder, wie es in der 
„razon" heisst, ,^Estairac". — Gasto ist Graf Gaston VI. von Beam. Dic^er 
wird in der „razon" auch Graf von Bigora genannt, ein Titel, den er erst im 
September 11 92 von seinem Lehnsherm, dem Kônìg Alfons von Aragon, 
bekam, da er sich mit der Petronella, der Erbin der Grafschaft Bigorre, ver- 
lobt hatte. 

27. lo coms de Digo ist eine andre Bezeichnung fiir Hugo in. von 
Burgund, ebenso wie Raimons d'Avinho v. 29 kein andrer als der Graf 
Raimund V. von Toulouse ist; der bretagnische Graf ist Gottíried. 

36. saint Marsal. Wo die Kirche des heiligen Martial gelegen, in 
welcher der Schwur Statt fand, wird nicht angegeben. Nach Pauly, Geschichte 
von England m, 162 scheint es eine in Limoges gelegene gewesen zu sein, 
da diese Stadt der Heerd der ganzen Verschwôrung war. 

44. ab se. Man erwartet „ab lui, ab el." Zwar wird abweichend vom 
Neufranzôsischen auch nach Prâp. immer die Reflexivform gebraucht, wenn 
die mit dem Fûrwort bezeichnete Person auch Subj. ist, z. B. Esaudun a tor> 
nat deves sei lo reis Henrìcs 31, 18; dagegen ist die vorliegende Vertauschang 
nilr durch den Reim veranlasst und kommt sonst selten vor, z. B.: Aìmes i 
Aimerìs ab Andefrei nebot foro Terrìc, nuirìt ab sei (R) Ross. 2828; „Dea! 
fez ti parlar hui ab si (R ; = lei)". — „Vers es, ab ma domna parliei." Flam. 
4019; quant se pot . . remirar, cre queis n'azaut tota domna de se (R;==lai) 
Sordel 20, 28. (Einige weitere Beispiele giebt Chabaneau, Romania IV, 343). 

50. us argens. Ueber den Gebrauch des unbestimmten Artikels bei 
Stoffnamen s. Diez, Gr. ITI, 31. Ein andres Beispiel bei imserm Dichter: 
'dedintz iest plus caus d'un sâuc 24, 22. 

55. s'esto ist die 3. Sing. Conj. Prâs. von „estar". Diese Form heisst 
gewôhnlich „esteja, estia, estei" ; „esto" ist selten, z. B. : pus gen la (sc. rauba) 
faitz talhar . . per so que jen s'esto Dkm. 105, 30 (R); Flam. 7681 steht „estuja" 
im Reira auf „cuja". 

75. Aimar ist der bereits zu v. 18 erwâhnte Ademar oder Aimar V., 
Vizgraf von Limoges. 

76. dompna. Es ist nicht zu bestimmen, welche Dame hiermit ge- 
meint ist. 

82. si dieus e sains m*anpar. Si mit dem Conjunctiv dient zum 
Ausdmck des Wunsches, s. Diez, Gr. HI, 367. Ebenso : si dieus m'ampar 27, 
28; si deus mi gart 44, 17. 

22. (cf. Biogr. pag. 87.) 

2. a mant baron. Dieser Dativ iindet sich nach Verben der Wahr- 
nehmung und druckt, wie Diez, Gr. in, 136 erklârt, eine ôrtliche Beziehung 
aus, welcher gewôhnlich die Prâp. „in" entsprìcht. Auch im Nfr. ist er nicht 
selten, Matzner nçnnt ihn den Dativ der betheiligten Person (Gr. pag. 388). 
Andre Beispiele: enojam de marìt fer quant eu li vei bella molher Moine de 
Mont. 10, 44; platz me a rìc hom franqueza ìb. 15, 5. 

3. pauc m*es del dol. Dieselbe Wendung weiter unten: tant m'es 



209 

dels mortz com dels pres 22 44. An die Stelle des Substantivs kann auch 
ein Inf. treten: molt m*es . . de guerra far ab castel 28, 2. 

16. tornes frz. toumois ist eine Mûnze, welche ìn Tours geschlagen 
wurde; ein livre toumois hatte 12 Sous, ein sou tournois hatte 12 Deniers; 
ihnen standen die in Paris gepragten G'eldstiicke, parisis, gegenûber, welche 
um Y4 grôsser waren, als jene. 

17. tornes camjan. Es liegt hier der seltnere Fall vor, dass das 
Subj. des Gerundiums nicht auch das des Satzes ist, s. Diez, Gr. III, 259, wo 
jedoch nur ein prov. Beispiel gegeben wird. Einige andre sind: fo trobatz 
(sc. das Lied) en durmen Guil. de Poit. 7 , 5 ; sos cors jenz . . que m'ausì 
desiran F. de Mars. 13, 7; Uc de St. Circ 26, 19; plus me venz vostr* amors 
sospiran ib. 13, 39; l'adreitz cors . . m'auci aman R. de Vaq. 13, 36; en 
fugens m'encausa em camina ib. 25, 8; que fols £airas . . s'enaissi m'aucis de- 
ziran G. de St. Leid. 7, 21; eu dezir quel rics benestans vostre cors deziran 
m'aiziu R. de Mir. 13, 12; dins lo cor me nais la flama qu'eis per la boca 
en chantan ib. 40, 10 etc. 

21. per sol senher coms, ducs, marques. Diese eigenthûmliche 
Ausdmcksweise findet sich auch sonst, z. B. : quel ducx, coms, marques no 
reblan, per cui seretz mort Gavaudan i, 17. 

38. destacha ist, falls dic Lesart richtig ist, identisch mit destacar 
^losmachen" und ist in diesem Falle an unserer Stelle in ûbertragener Bedeu- 
tung gebraucht, etwa „abweisen, abfertigen*' im Sinne des ital. discacciare, 
das die italianisirende Handschrìít T auch dafur substituirt. 

39. Diese und die nSchste Zeile sind mir unklár: „da er sie (sonst) 
iramer nach Vcrabredung abgewiesen, heimgeschickt hat, den Grafen, Herzog, 
Markgrafen". 

47. una pacha com an Pisan ab Genoes. Diese Worte lassen 
kaum auf ein sehr freundschafUiches Verhaltniss zwischen dem Dichter und 
seiner nicht nâher bestimmten Freundin schliessen. Denn zwischen den beiden 
Republiken Pisa und Genua bestand ìim diese Zeit eine bittere Feindschaít, 
welche dureh Handelseifersucht erzeugt worden war und die bei jeder Ge- 
legenheit zum Ausdrack kam. Beide hatten z. B. an dem Rreuzzug Theil 
genommen, die Pisaner ìm Dienste Richards, die Genueser in demjenigen 
Philipps von Frankreich. In Ptolemais war es denn auch zwischen beiden zu 
blutigen Kampfen gekommen, und bald darauf brach zwischen beiden Staaten 
um den Besitz von Sardinien ein Krìeg aus, der von beiden Seiten mit grosser 
Erbitterung, aber verschiedenem Glûck gefuhrt wurde. Demnach kann der 
Ausdmck keinen andem Sinn haben als etwa „wir stehen uns wie Katze und 
Hund*% ist also ironisch zu fassen. 

33. (cf. Biogr. pag. 34.) 

I. lo coms ist Graf Raimund V. von Toulouse, doch ist der Vermittler, 
durch den er dem Dichter seine Bitte ûberbringen liess, Raimon Luc d'Esparo, 
sonst nicht bekannt. £s war wohl einer von des Grafen Baronen, der zur 
Unterhandlung mit dem jungen Heinrìch in das Lager der Rebellen gesandt 
worden war; ein Wilhelm von Esparo figurìrt als Zeuge in dem Testament 
einer Grafin von Melgueil (Lang*. III, preuves 139). 

9. noidigadeno. Wie man im Nfr. unser „ja, nein sagen** durch 



ZJO 

„dire que si, que non" ûbersetzt, so wird im Prov. den Aasdrâcken „oc, non" 
ein ^de" pleonastisch vorgeschoben. Eine andre Stelle aus Bertran: non es 
dreitz de rei . . pos a dich d'oc, que mais diga de no 33, 46. Dieser Ge- 
brauch ist so háuíig, dass es keiner Belege bedarf. Das ,,de" ist so formel- 
haft, dass es sich sogar íìndet, wenn die Partikeki ein Adj. bei sich haben, 
also substantivirt sind, z. B.: car noi vengues de sazo, avetz trobat aital de 
no R. Vidal £n aquel temps 314; nom saup dire plus gen d'oc Flam. 5725. 
Selten fehlt „de", z. B.: si faire non o vol e digua no Ross. 3132; 3489; 
4139; 4742; 7090; 7223; non dis hoc ni non Flam. 5051; ab lur non dir ib. 
6220; per dir non ib. 6222; ab oc e non dir Aim. de Belen. 3, 28. Fast 
noch seltener ist der Gebrauch von „que": ditz que no Ross. 3495; 5925; 
respon que no ib. 7616; dic ieu que no Cadenet 4, 3; el respondet que non 
Dkm. 52, 28. 

13. Montagut heisst heute Montaigut, liegt im Dep. Tam et Garonne 
etwas westlich von Cahors, der alten Hauptstadt der zu Toulouse gehôrigen 
Grafschaft Quercy. 

17. de viro. Die Prap. „de" wird in einzehien localen Ausdrucken 
wie im Nfr. auch auf die Frage wo? gebraucht, z. B.: de jos, „unten" 8, 19; 
de sai „hier" 14, 38; 34, 34; de lai „dort" 23, 43; 42, 29; de viro „ringsherum" 
33, 4. In unserem Beispiele ist nun ein solchcr Ausdruck mit einem Verbum 
der Bewegung verbunden, um das Ziel der Bewegung auszudrucken; „nos lur 
venrem de viro" heisst daher nicht „wir werden von allen Seiten zu ihnen 
kommen", da die Armee der Rebellen bereits vereinigt war, sondem „wir 
werden rings um sie Heram kommen, werden kommen und uns rings um sie 
hemm lagern", was auch durch den folgenden Vers bestâtigt wird. Ebenso: 
virar de Tautre latz G. Riq. 89, 18. 

24. que per aver, que per somo. Ueber diesen distributiven Ge- 
brauch des neutralen „que" s. Diez, Gr. m, 82. 

27. ell d' Aragon ist eine Umschreibung fûr die Aragonier; gewôhnlicher 
dient zu diesem Zwecke „cil", z. B.: el reis tomei lai ab cels de Garlanda 
13« 31; aissilh de Lombardia 14, 27; cel de Toartz 33, 29; cilh del Colom- 
bier 36, 20; cilh de Cadonh I, 48. — Alfons n. von Aragon war Bundes- 
genosse Heinrichs, also Feind des jungen Kônigs und Raimunds von Xoulouse. 

30. drut ist das nfr. dru „dicht", das wohl aus dem Celtischen kommt. 
Rajmouard belegt es nur durch unsere Stelle. 

33. samit bezeichnet nicht nur den Stoff, sondem auch das daraus ge- 
fertigte Kleidungsstiick, cf. Anm. zu 19, 36. Umgekehrt ist „cisclato", afr. 
siglaton, singlaton urspríinglich ein unten mnd zugeschnittenes KIeidungsstiick 
und dánn auch der Stoíf, aus dem es gefertigt (Diez, Wb. I, 126). 

34. cendat ist in erster Linie der Name fììr eine Art Zeug und zwy 
ein kostbares, feines (cf. Anm. zu 19, 28), dann aber bedeutet es auch 
„Fahne", weil zur Herstellung derselben wohl jener Stoff gewahlt wurde, so: 
quant vei pels vergiers desplegar los cendatz grocs, indis e blaus 35, 2; vei 
los mortz que pels costatz ant los tronchos ab los cendatz U, 50. 

35. In diesem und dem nâchsten Verse werden die zum Errichten eines 
Lagers nothwendigen Gegenstande aufgezâhlt; âhnlich: que n*ajon ops paìsson, 
cordas e pom, e'n sion trap tendut per fors jazer 29, 5 u. 6. 

37. Lo reis qu*a Tarascon perdut. Tarascon ist eine Stadt der 



»7« 

Grafschaft Provence, îm jetzigen Dep. Bouches du Rhône, steht hier fur die 
Grafschaft selbst. Mit dem Kônìge ist Alfons II. von Aragon gemeint, 
doch ist der Ausdruck nicht ganz der wahren Sachlage entsprechend. Als 
nSmlich des K5nigs Oheim, der Graf von Provence ii66 fiel, erhob er sowohl 
wie der Crraf von Toulouse Ansprûche auf dessen Land, und Raimund V. 
musste endlich 1176 seinem Gegner das streitige Object gegen eine Geld- 
snmme ûberlassen. Alfons setzte seinen Bruder Raimund Berengier in der 
Provence als seinen Stattha]ter ein. Als dieser jedoch 1181 auf einer £x- 
pedition nach Languedoc in einem Hinterhalte von Aimar von Melgueil 
getodtet worden war, râchte Alfons den Tod seines Bruders und ûberliess dann 
die Grafschaít cinem andem seiner Bruder , nâmlich dem in v. 42 genannten 
Sancho (Bouquet Xn, 363). Die Parteileidenschaft verfiihrte daher den 
Dichter, etwas von der Wahrheit abzuweichen. 

38. el senher de Mon Albeo. Mon Albeo ist wohl nicht identisch 
mit Montauban in Quercy, da in diesem Falle hier Raimuud von Toulouse 
zu verstehen wâre, wâhrend von dessen Feinden die Rede ist. Vielleicht ist 
Mont Albeo eine Baronie in Spanien, oder aber in Beziers, in welchem 
FuUe das „Rotgiers" des nâchsten Verses als Apposition zu „el senher" zu 
fassen w&re. 

39. Rotgiers. Geníeint ist Roger II., Vizgraf von Beziers und Graf 
von Carcassonne, welcher zwar mit der Adelhaid, Tochter Raimunds V. von 
Tottlouse, verheirathet , aber mit seinem Schwiegervater verfeindet war (Art 
de vér. 1. d. IX, 430). 

39. Bernart Otho. Er heisst in den Quellen Bemard Atho oder 
Atto U. und war Vizgraf von Ntmes. Im Jahre 1187 trat er sein Land an 
Raimund von Toulouse ab (Art de vér. 1. d. IX, 385). 

40. locomsPeire. Wer dieser Graf Peter gewesen ist, vermag ich 
nicht anzugeben. 

41. el coms de Fois. Dies war damals Roger Bemard I., ein Freund 
des Kônigs von Aragon, welcher ihm auch 1185 die Verwaltung der Graf- 
schaft von Provence fibertrug, die er seinem Bmder Sancho wieder nahm 
(Art de vér. 1. d. IX, 435). 

Bernardo ist vielleicht Bemard IV. von Comminges, einer Grraíschaft 
in der Gascogne westlich von Toulouse, im heutigen Dep. Haute-Garonne. 

43. penssondegarnizo. Bertran constmirt „pensar" noch ein Mal 
mit der Prâposition „de": mas que pens de Tanar 39, ii. 

24. (cf. Biogr. pag. 90.) 

1. malastruc. Des Reimes wegen ist das im Vocativ erforderliche 
flexivische s abgefallen. 

2. acoìndat. So Tobler statt a comdat der Hs. 

6. mielhs fora, fosses campios que viure. Der Dichter geht 
hier aus einer Constmction in eine andre iiber, indem er statt des zweiten 
Substantìvsatzes einen Iníìnitiv wáhlt. Ebenso : valgra mais, comenses lo des- 
rei que plaidejar armatz 31, 41. Der umgekehrte Wechsel íindet in folgenden 
Fâllen Statt: mais am donar que queira Guil. Aug. 4, 21; ieu vuelh mais 
traire . . d'ivem de fuec calor que sol vis rautre que resplan G. de St. Greg. 
5, 24; mais am viure a turmenz, que vostre pretz valia menz Sordel 12, 25. 



2^2 

Auch bei Bertran : volc en mais l'aver portar, que hom totz sos pres li renda 
35 1 31; mais am ríre e gabar ab mi donz, que m'en somonha 39, 36. 

8. faissuc. Raynouard und nach ihm auch Diez, €rr. n, 313 schreiben 
faichuCy das Rayn. mit ^fòcheux" ûbersetzt. Letzteres lcann aber unmôglich 
die Herkttnft des Wortes bezeichnen, denn f&cheuz lconmit von í&cher, dies 
von prov. fasticar und dies von prov. fastic lat fastidium. Von unserm Worte 
fínden sich die Formen „faichuc" und „faissuc". Die Schreibung „íaichuc** 
wird bei Rayn. ein Mal belegt durch eine Stelle aus dem ersten Ensenhamen 
des Amanieu des Escas: ab nulh home faichuc, nessis ni mal astruc (Dkna. 
pag. 105, i); in den andem von ihm zitirten Stellen steht „fayshuc", bei ons 
endlich ,4aissuc". Beide Formen sind moglich, wenn wir das Wort von lat. 
fascis prov. fais ,.Last" ableiten, das auch in iibertragenem Sinne gebraucht 
wird, mit der bekannten Silbe -uc. — Granmiatisch gehôrt das Wort als 
Attríbut zu „solatz". 

12. Die Construction ist: fai (s. Anm. zu 6, 52) melhor escoatar porc 
que vos. 

millargos besser milhargos ist wohl eine Ableitung oder Zusammen- 
setzung von „milh" lat. „milium, Hirse"; Rayn. giebt ihm die gleiche Be- 
deutung wie „milh*< und das Gloss. occ. ûbersetzt es mit „grain, tige de máïs". 
Im Italienischen giebt es: miglialsole „Perlhirse" und „migUarola*S welches die 
spezielle Bedeutung „Vogeldunst, feines Schrot" angenommen hat 

14. quant. Das Ms. hat „qam**. Dies ist oifenbar ein Schreibfehler 
statt „quant** oder statt „quom" wie v. 12. 

15. qu'ieus „dass ich Euch nannte** giebt keinen guten Sinn. Es 
scheint, dass „quius** zu lesen ist wie v. 27 und 41 „wenu Jemand Euch 
nannte**. 

16. ver. „Das vers der Hs. kann stehen bleiben, es ist das Subst. 
„Wahrheit**, nicht das prâdicative Adj." (T). 

21. defensalha. Das Wort ist sonst nicht belegt. 

22. plus caus d'un sâuc. Auf der selben Anschauung beruht ein 
Bild, das Marcabnm in seinem dritten Liede durchfuhrt, wo er die Welt mit 
der Weide und dem Hollunder vergleicht, beide sind hohl; ebenso: fols plus 
caus d'un saubuc Sordel 21, 33. — Ueber „de" statt „que** nach einem Com- 
parativ s. Diez, Gr. III, 398. Andre Falle: aurs val mais d'azur 32, 43; et 
a Engolesmes major (sc. Ehre) d'en charretier que guerpis la charreta 33, 12; 
aurs val mais d'estanh I, 45. 

23. soiros. soiron gleich afr. suiron nfr. ciron „Milbe*' (T). Das Wort 
íìndet sich nicht bei Raynouard. Im Uebrígen ist mir jedoch in diesem Verse 
Manches unklar geblieben. So der Gebrauch der 2. Singularís „as**, wShrend 
der Dichter, wie die Pronomina zeigen, vorher und auch nachher (cf. v. 27) 
wieder den Plural verwendet. Man môchte daher statt „as** vielleicht „es** 
lesen, wie v. 25. Dann miisste auch „major'' in den Nom. verwandelt werden. 
Aber auch dann ist keineswegs Alles beiríedigend. Ist „cors** dann als „cor** 
oder als „corpus** zu fassen? Der Lunge und Leber des folgenden Verses 
entsprícht wohl am besten „Herz**. Ist aber ein grosses Herz ein 2^chen 
der Feigheit oder sonst ein Gegenstand des Tadels, der hier offenbar bezweckt 
wird? Das Gegentheil „klein" wiirde eher dazu passen, auch schon deshalb 
weil das folgende ,,grans** gar nicht zu „majer** einen Gegensatz bilden 



«73 

wârde, das vielmehr „menre" postulirt. Endlich vermisst man auch den 
Artikel vor y,cors'^ 

25. cabeçalha. Dies Wort íindet sich nicht im Lez. rom., dagegen 
„cabeissa" mit einer Stelle aus Flamenca: de la testa semblet cabeissa, quar 
las canas foron íumadas, cortas e per luecs irìssadas Flam. 5783. Rayn. uber- 
setzt dies mit „pemique, couvrechef *, und P. Meyer schliesst sich ihm an. 
Davon ist ,,cabeçalha" abgeleitet und hat wohl auch âhnliche Bedeutung; das 
Gloss. occ. ûbersetzt es mit ^tresse de cheveux". £in Deminutivum „cabes- 
saiet" von „cabessal" wird im Lez. zur Chronique des Alhigeois (ed. Faurìel) 
durch ^coiffure, coiffe" wiedergegeben. 

24. de matin. De steht nicht selten in Zeitbestimmungen, namentlich, 
wie hier, auf die Frage wann ? Bei Bertran ist mir sonst keine weitere SteUe 
aufgefallen, dagegen anderswo, z. B.: molt me derramen donzellet de jovent 

* 

Boet. 195; omne qui de joven sun bo e, cum sun vell . . ib. 233; ni o farai 
d'est mes Marc. 30, 29; intrar pot hom de lonc jomau en breu dolh ib. 31, 
53; lavar de ser e de mati nos deurìam segon razo ib. 33, 10; d'autra vetz 
la'n creirai B. de Vent. 37, 62 ; eu vengues de noit príonda lai al seu repaire 
ib. 44, 52 etc. Daneben entsprícht „de" in Zeitbestimmungen auch der Frage 
„wie lange" ? z. B. : qui bel volría lauzar , d'un an noi poiría venir Guil. de 
Poit. 8, 18; ges ves mi non s'orgolha s'amors, anz n'hai lo chausit d'aitant 
quant mars clau ni revol (so lange das Meer steigt und fâllt) B. de Vent. 27, 
54; e'n pert so que d'un mes engrais R. d'Or. 27, 56; mais li pot en sol un 
jom servir que iftl paupre non faría d'un an G. de St. Leid. 15, 30 etc. 

29. asertuc Ììndet sich bei Rayn. nicht. £st ist wohl eine andre Form 
fâr „acertuc", vSiá dies eine Ableitimg von dem Subst. acert „Sicherheit", 
das im Lex. rom. belegt ist. 

41. enpasses. Enpasser ist anderweitig nicht belegt, nach dem Zusam- 
menhang mûsste es „herunterschlttcken" heissen, wie es' auch das Gloss. occ. 
auffasst: „avaler, engloutir". Tobler schlagt empansar von pansa vor. 

42. Raimons de Planel ist ein sonst nicht bekannter Spielmann, 
oder vielmehr Componist, der also die Melodie zu diesem Sirventes ver- 
fassen soll. 



25. (cf. Biogr. pag. 77.) 

2. en brieu veirem, wiederholt v. 10 und 19. 

3. del valen rei. Wenn in eiûer indirecten Frage das Interrogativ- 
pronomen eine Auswahl ausdruckt zwischen mehreren Personen oder Gegen- 
stânden , so kônnen letztere dem Fragewort entweder appositionell d. h. im 
gleichen Casus beigefûgt werden, oder aber sie kônnen von demselben mit 
„de" abhângig gemacht werden. Diese Constraction íindet sich noch nfir. Man 
kann z. B. entweder sagen : il íallut donc voir qui serait vainqueur, Otame ou 
Zadig, oder: d'Otame ou de Zadig. Racine sagt im Brítannicus I, i: qu'il 
choisisse, s'il veut, d'Auguste ou de Tibère. £benso provenzalisch : no sai 
ab qual mi tengua, de n'Agnes o de n'Arsen G. de Poit. 3, 24; qual ama 
mais dieus, aquel qu'es formis o dels raubadors que raubols camis, wo viel- 
leicht „d'aquels'< zu lesen ist, Moine de Mont. 13, 3$* £benso beabsichtigte 
Bertran an unserer Stelle zu sagen: „del valen rei . . o de Richart". £r be- 

18 



*74 

gann aiich die Construction, verliess dieselbe jedoch wegen des langen Rela- 
tivsatzes und íing mit „RicliAi^tz" eine neue Periode an. 

5. metra a mueis. Die Prâp. a dnickt zuweilen den Massstab ans, 
nach welchem etwas geschieht. Ebenso in: ens encontrem a milliers et a 
cens 29, 7; pres a quintals et a fais l'aver 32, 57; metrai hi (sc. in mein 
Sirventes) blasmes . . a mìHers et a cens P. Card. 65, 3; feiulas d'auctors sai 
ieu a mìliers et a cens P. Corbiac, Tresor 750. Im Nfr. wurde hier die Prâp. 
„par** Verwendimg finden. 

6. ten sa benanansa metr' e donar. Die logische Stellung wârde 
die Iníinitive als den Objectsaccusativ vor dem pradicativen i,sa benanansa" 
verlangen. tener im Sinne von „eine Person oder Sache fûr etwas halten, 
als etwas ansehen, glauben, dass sie das und das sei" wird i) und zwar in 
der Mehrzahl der FâUe mit dem Accusatìv und der Prap. „per" mit einem 
Ad)ectiv oder einem Subst. construirt, z. B.: reis de Fransa, eus tenc per 
fìranc 2, 36; per vielh lo tenc 7, 35; nom tengatz per envazidor ii, 22; aquest 
juec tenc per guazanhat 14, 31 etc. Zuweilen tritt an Stelle von „per" eine 
andre Prâp. auf, z. B. „a": ten s'a garìt Ross. 1246; Karlon tenc a judieu ib. 
3784; el lo tenrìa a u£uner ib. 4486; que Grirartz plus tenia a son fíel ib. 
81 18; tenc a non-calens los enojos A. Daniel 17, 31 ; ebenso: Gauc. Faid. 4, 
52; 61, 6; Flam. 2187; Perdigon 13, 32 etc. Aber 2) kann das Adj. resp. 
Subst. auch in den blossen Acc. treten, so : Vielha la tenc, dona, pus c'a pel 
^Ì^ 7> 9î dieselbe Wendung wiederholt v. 11, 13, 15; s'amors s'en vai, son 
joi tenc mensongier 41 , 26; els tenc d'armas plus fazendiefs Bertr. d'Avign. 
I, 46; tal ren ten hom vil qu'es prezan G. Faid. 59, 10; quem tenga sieu 
servidor Giiir. de Cal. 1,8; farias fol tener Guir. de la Tor. 12, 24; aital 
plazer tenrìa malestansa Bertr. d'Alam. i , 44 ; hierher gehôren auch die in 
Anm. zu I, 6 aufgefuhrten Beispiele des Nom. nach „se tener'^ Dieser Fall 
liegt in unserer Stelle vor. Diese Construction von „tener" ist wohl zu 
unterscheiden von der âusserlich ganz gleichen, welche Anm. zu 6, 44 be- 
sprochen ist. Eine andre Verwendung von tener „glauben" ist 3) die, dass 
es den Acc. einer Sache, den Dativ einer Person und die Prap. „a" mit 
einem Abstractum regirt und bedeutet „Jemandem £twas anrechnen» aus- 
legen als", z. B. : ad ambedos ten hom ad avolesa car ant fait plaich 31, 8; 
a rei armat lo ten hom a flaquesa quand es en camp e vai querre plaidei 31, 
8; no m'o tengatz ad u&na R. d'Or. 7, 17; sitot m'o tenetz a foles, per tan 
nom poirìa laissar ib. 28, 8 etc. Wenn der Dat. der Person ein Reflexiv- 
pronomen ist, so nâhert sich die Constructíon der unter i) besprochenen : mas 
vos o tenes a joja 17, 5; ab aissom conort em tenh (sc. es) a deport 20, 38; 
tenh m'o a gran aibn 28, 5; e tenh (sc. es) m'a gran meravilha Marc. 25, 5; 
a gran bon' aventura m'o dei tener F. de Mars. 21, 4 etc. Môglicher Weise 
liegt diese Constnictìon auch an unserer Stelle vor; man brauchte dann nur 
„s'a*' statt „sa" zu schreiben. 

benanansa ist, wie Bartsch Anm. zu Dkm. 39, 14 hervorhebt, durch 
VoUtsetymologie aus „benenansa" entstanden. 

8. vol gerra mais que qualha esparviers. Solche der Beize 
entnommene Vergleiche begegnen uns mehrfach, z. B. : non es nulhs om plus 
dnhs de batalhieis, ni de la calha penre nulhs esparviers Ross. 1506; plus 
mal me vol lo reis que falx ausel ib. 3623 ; mi temon plus que calha esparvier 



»75 

P. Vid. i8, 4; Frances bevedor plus que perditz ad austor no vos fan temensa 
P. Card. 25, 47; Gnillems vaus lo pertus colleja si con fai austors a perdiz 
FUun. 3121. 

12. fendutzperbustz. Bemerkenswerth ist, dass das Particip, ob- 
wohl substantivirt , dennoch seine verbale Kraft behalt. Mir ist nur ein 
weiteres Beispiel zur Hand: que faran li liurat a mal traire G. Faid. 22, 32. 

brâiers. Die gewôhnliche Form des Wortes ist nbragier^'. £s stammt 
von „braccae" und bedeutet ursprunglich den Gurtel, mit dem die Hosen 
zusammengehalten wurden, dann den Gûrtel im Allgemeinen und endlich 
speziell den verschliessbaren Keuschheitsgûrtel , z. B. : selh per que hom las 
destrenh (bewachen lasst), port'al braguier la contraclau P. d'Alv. 5, 12. 

22. afiçatz ist adjectivisch zu „saumiers" zuziehen; ebenso: per qu'ieu 
segurs non i auses estar 33, 8. 

23. de ves ist in diesem Sinne wohl getrennt zu schreiben, ebenso: er 
venon sai de ves Orïen li Tartaii Guil. de Montagn. 12, 6. 

26. serai per quartiers. Wie das Prâdicat bei ^esser" statt eines 
Adjectìvs unter Umstanden ein Adverbium sein kann, z. B. lur bobans sera 
de sobr' en jos 40, 37 (cf. Diez, Gr. UI, 314), so kann es auch aus einem 
Prâpositionalattsdruck bestehen, z. B. : per lieis serai o trebalhiers o ab plan 
deman (zudringlich oder bescheiden) Cerc. 4, 52; s'es faich de bon' aventura 
(glttcklich) Marc. 35, 60; me conoc (sc. er) ses bauzia (treu) vas leis quim 
retenc R. d'Or. ii, 20; so qu'es d'amon ib. 13, 12; tostems mi fo d'agradatge 
(angenehm) P. d'Alv. 23, 73; ebenso: son tuit d'agradatge mei dich e mei 
chan G. Faid. 34, 81; ieu li sui senes enguaa P. R. de Tol. 10, 41 etc. 

26. (cf. Biogr. pag. 3g.) 

4. el ist wohl nicht au£Ettlôsen mit „e lo" sondem mit „en lo". Der 
Dichter will nicht sagen, dass er seinen Verstand nnd seine Freude verloren 
hat und den besten Kônig, sondem in demselben, namlich durch dessen 
Verlust. Diese selbe identiíizirende Bedeutung hat „en" bei Bertran auch in 
folgenden Stellen: trop an agut en mort mortal guerrier 41, 12; en breu aura 
socors el nostre rei 42, 19. 

II. que m'estenha. Der Conjunctiv ist in dem Consecutivsatze ge- 
wâhlt, weil derselbe Modus in dem demonstrativen „quem destrenha tant" 
steht, wahrend sonst nach der in Anm. zu 7, 4 aufgestellten Regel hier der 
Indicativ stehen wiirde. 

14. en luoc Sain Johan. Der h. Johannes scheint nach der Ansicht 
der Zeit den besten Platz im Paradiese inne gehabt zu haben, wenigstens 
wird er mit Vorliebe hervorgehoben, z. B. : els metatz lai on esta sanhs Joans 
P. Card. 67, 48 ; m'arma en fora escricha lai on es sans Johans Alb. de Sest. 
II, 10; al nobl' en Giiiraut . . per companhia done lo bar san Johan Raim. 
Gauc. de Bez. 7, 27. 

18. Dasselbe Bild kommt vor: es guitz e paire de pretz G. de Bom. 
67, 48; era de valor caps e paire G. Faid. 22, 5; er de pretz emperaire R. 
de Mir. 12, 61. 

20. bocharan, a£r. bouqueran, nfr. bougran, engl. buckram war ein 
grober Stoff, aus dem Wâmmser u. dgl. verfertigt wurden. 

18* 



2y6 

30. ben-siatz-vengut ist ein BegrifF, ebensoin: quel sieus soUtz era 
guais e chausitz e l'aculhirs de ben-siatz-vengutz Aim. de Peg. 22, 18. 

32. fraire Drucldehler statt faire. 

38. ab vos tenha. ^tener** in absolutem Sinne heisst i) „reichen, 
dauern, aushalten", z. B.: tan com mars clau ni terra te 10, 13; tan 
quan ten terra ni dura B. de Vent. 24, 24; mos cors nos part de leis 
tant cum ten l'ongla A. Daniel 14, 30. 2) sich wenden, gehen, z. B. : 
ma chansos tengra vas Rodes R. d'Or. 8, 59; partim d'els e tinc alhor Gui 
dlJisel 13, 58; a Ventadom volh tenhas G. Faid. 39, 62; chansos, ten vas 
lo rei Aim. de Peg. 38, 37; tenria vas vos de cors G. Riq. Al plus noble 
95; Guillems tenc vas lo mostier Flam. 4757. 3) sich halten, bleiben: 
cant hom ditz ab la lenga so que ben en pes (aufrecht) non tenga R. d'Or. 
36, 6; s'ieu mezeis nom defendes ab mon saber, ben saves on voles tener G. 
de Bom. 22, 11 ; ieu sui del tot conques qu'alhors non puesc tener R. de 
Vaq. 20, 52; alhors non tenh G. de St. Leid. $> 4'* So in unserer Stelle. 

46. tornejaire s. Anm. zu 5, 40. 

48. de lai denan. Lai hat zuweilen auch temporale Bedeutung, so 
hier und: al vostr' ops eu n'ai vergonha, car lai fesetz fadiar 39, 9; e s'aissi 
pert sos dregz, entre qu'es tos, lai quant er vielhs» en sera vergonhos 40, 30 ; 
eu vas joi m'acli lai quan fai lo dous auratge Am. de Mar. 10, 15; ja d'aqui 
en lai hom plus no m'en (sc. Liebe) deman Peirol 14, 39. Hiermìt lasst sich 
„aissi*' vergleicheui welches auch sowohl local ^hier" als auch temporal ijetzt*' 
heissen kann. Beweise fur letztere Bedeutung: cuja ben penre d'aissi enan 
las grans aiglas 40, 12; probet del linhatge Câi .. a tans aici (bis heute) c'us 
a Deu non porta honor Marc. 33, 39; merce íara si nom mena d'aissi enan 
per loncs plais Am. de Mar. 10, 26 etc. Ebenso „sai" : ieu non cug qu'anc 
fos natz de Karlemagn' en sai G. de Bom. 73 , 75 ; de cinc anz en sa es 
cregutz Flam. 114 etc. 

51. nidond. Zu ergânzen ist vor ,,dond" etwa ^celui" im allgemeinen 
Sinne „irgend Jemand". Der Fall gehôrt also unter die in Anm. zu 6, 4 
besprochene Auslassung des demonstrativen Fûrworts. — Ueber das pleo- 
nastische „sa" s. Anm. zu 12, 52. 

60. esclaire s. Anm. zu 7, 25. 

66. Compenha ist wohl die Stadt Compiègne in der Isle de France, 
im heutigen Dep. Oise. 

69. Guisan scheint mir der romanisirte Name zu sein fur das íìâmische 
Wissant, eine kleine Hafenstadt in Artois, etwas westlich von Calais gelegen. 

71. Braiman sind die Brabanter. 

27. (cf. Biogr. pag. 93.) 

16. e far sufrir vent. Als Subject zu „sufrir" ist aus dem vorher- 
gehenden Verse der Dat. „1" in „el'* heruberzunehmen. 

29. a cel que. Cel wurde hier neutrale Bedeutung haben „in dem- 
jenigen was etc." Dieser Gebrauch scheint zwar vereinzelt vorzttkommen, 
z. B. : ma dona puesc nomnar ben per dever mon Belh Deport, pus ai mon 
bon esper qu'ilh me fassa selh que razos m'essenha, per que la prec per 
merce quem revenha G. Riq. 88, 43 ; vielleicht gehôrt hierher auch : non vuolh 
mais don ni esmenda, acort ni dura merce, ni mais non creza de me, qu'ieu 



277 

pcr licis a cel entenda, (obwohl K „al ccl" lîest) Uc de St. Circ 15, 49. 
Zu vcrgleichen wâre hiermit: rcndeman fo la sanz Joans, una festa rica e 
grans, es anc per el non s'amermet Flam. 469. Da jedoch diese Stellcn un- 
sicher sind, so ist vielleicht, wie Tobler vorschlagt, „e cel" zu lesen „und 
den, der ihn am nachsten angchen mag". 

31. nol. Ueber das pleonastische „1** s. Anm. zu«4, 37. 

33. Rassa. Das Nâchstliegende ist, hierín den Beinamen Gottfrieds 
von der Bretagne zu sehen, da Bertran an diesen mit Vorliebe seine Sirventesc 
ûber sociale Schâden ríchtet. Dann aber wurde viLma „Baucmschaft, Bauem- 
stand'* heisscn mussen, eine Bedeutung, die ich nicht zu belegen vennag. 
Tobler meint, rassa sei hier vielleicht gleich ír. race, obwohl er das Wort 
weder prov. noch afr. kennt. 

36. lur faitz etc. ist ein Anakoluth. 

39. Adam cujon contrafar. cujar c. Inf. hat hier wohl die in 
Anm. zu 10, 7 besprochene Bedeutung „beinahe, fast etw. thun". — Der Sinn 
ist: sie missachten, wie Adam, Grottes Vorschríften. 



(cf. Biogr. pag. 53.) 

I. dcscendre carcol. Dies ûbersetzt Ra^niouard „de déceindre le 
coUier"; „descendre** ist abcr sichcr nicht „decingere", welches „decenher" 
lauten wurde, sondem „descenderc"; carcol ist, wie T. hervorhebt, gleich it. 
cargollo, sp. pg. fr. caracol, cat. caragol „Wendeltreppe" (Diez, Wb. I, 112). 
Daher ist das Komma nach v. i zu streichen: „Mit eincr Burg Kríeg zu 
íûhren, (aus der keine Ausfôlle gemacht werden,) heisst mir gar sehr die Treppe 
hinabsteigen". cf. 8, 17 sq. 

5. e tenh m'o. £ im Nachsatz s. Anm. zu 4, 48. 

8. s'amor. Das Pron. poss. pleonastisch, s. Anm. zu 12, 52. 
Molïerna ist eine Herrschaft in Anjou, die bei Bouquet XVH, 246 

mit mehreren andem aufgcfuhrt und dort „Molihema" geschríeben wird. „Dcr 
Herr von Molïema" ist also eine Bezeichnung fur Richard. 

9. agusa. Agusar, esmolre und tocar sind technische Ausdríicke vom 
Schleifer ; Bertran behâlt dasselbe Bild durch die ganze Strophe bei. An andem 
Stellen braucht er andre fur denselben Gedanken, z. B. : que . . nols enoi, si 
bels pela nils ton 34, 24 ; aissi cum un íraire, no i es uns, nol poscatz tondr'e 
raire o ses congrenz dels quatre pes ferar 43» 7 > wo ebenfalls wie v. 14 ein 
Mônch als Symbol der Zaghaftìgkeit und Zahmheit gewahlt wird; tot jom 
ressolli e retalh los baros els refon els calh, que cuizava metre a issart 44, 
29. Einige dicser Bilder Ììndcn sich auch bei andem Dichtem: un pauc 
Vai ja ses aigua tondut e ras Ross. 4816; ieu no fìig sim ras o sim ton R. 
de Mir. 8, 39; que mielhs puescan tondr' e raire Bertr.' Carb. 35, 5; lo 
truans . . los ras e los ton ib. 60, 8; ton los Frances cls escorsa Guil. Fig. 
2, 124; son tondut et ant paor del raire El. Cairel 9, 25; cobeitatz pela e ton 
e rauba et acuza e pren P. Card. 51, 15; en Cesto escorgua e ton ib. 58, 16; 
tot assesmatz es com vos rása e tonda Sordel 21, 6. 

15. merce de l'esmoledor. „Merce** mit darauf folgendem Genitiv 
mit oder ohne Práp. „de" ist cin Accusativ der nâheren Bestimmung und 
entsprícht unserem elliptischen „Dank" mit dem Dativ, z. B. : merce deu e ma 
noiríssa, pauc m'o pretz sil vens m'eríssa Marc. 28, 12; encaras n'ai mon cor 



278 

jauzen, la merce de mon bon guiren Rudel 6, 47 ; na Viema, merce de Mon- 
peslier, en ndna sai amaretz cavalier P. Vid. 18, 43. In Shnlicher Weise 
wìrd bekanntlich „grat" verwandt* 

17. Verlais deMosterol. Mosterol, lateinisch Monasterìolum , nfir. 
Montreuil ist ein mehrfach in Frankreich vorkommender Stadtename. Verlais 
von Montreuil, der in den Chroniken Berlaius de Monsterolio genannt wird, 
war ein Baron in Anjou, der sehr kriegerisch war und sich namentlich an 
eìnem Kampfe gegen Heinrích I. von England im Jahre 11 18 betheiligte 
(s. Bouquet Xn, 501 und 673). 

18. Guilhelms de Monmaurel ist ebenfalls ein kríegerischer Baron, 
der im An&nge des Jahrhunderts lebte. £s wird uns beríchtet, dass er Feld* 
herr Wilhehns Vn., Grafen von Poitiers, war, der als Herzog von Aquitanien 
Wilhehn IX. hiess. Wâhrend der Herzog dem Alfons I. von Aragon gegen 
die Sarazenen zu Hîilfe gezogen war, wurde Wi]hehn 11 22 von den Xoulou- 
sanem in dem in Narbonne liegenden Schloss Toulouse angegriíFen, belagert 
und schliesslich gezwungen, den Platz zu râumen (s. Art de vér. 1. d. IX, 
380; X, 108; Bouqu. Xn, 373). 

26. Martel war ein Schloss in dem Gebiet der Vizgrafschaft von 
Turenne, dasselbe, in welchem der junge Heinrích am ii. Jimi 1183 starb. 
Mirandol und Cruisa scheinen Ortschaften in derselben Baronie gewesen zu 
sein; so erscheint Langued.' IQ, 410 ein Bemard-Isard de Mirandol; Lan- 
gued.^ m, preuves 152 ein Wilhelm von Mirandol. £s ist daher in unserer 
Stelle wohl Raimund n., Vizgraf von Turenne (1143 bis circa 11 90) gemeint. 

34. Catalan. Das Principat Catalonien bildete einen Theil der Krone 
von Aragon. — Urgel war zwar eine selbstandige Grafschaft, am Sûdabhange 
der Pyrenâen gelegen, wo damals seit 1183 £rmengaud Vlll. regìrte, doch 
war es ein Lehn der Grafschaft Barzelona, die zu jener Zeit ebenfalls mit Aragon 
vereinigt war. 

36. gran. An „grandis'* ist nicht zu denhen, vielmehr macht die Zu- 
sammensteUung mit „flac** es wahrscheinlich , dass „gram" gemeint ist, wie 
auch Diez das Wort durch „trauríg'* ûbersetzt. Dass im Reim die beiden 
Buchstaben „m** und „n** zuweilen vertauscht werden konnten, beweist Ran- 
com 29, 13 statt Rancon; Chinom 29, 29, wâhrend 33, 34 sich die ríchtige 
Form „Chinon** íìndet. 

37. ques lausa en chantan. Bekanntlich war Alfons II. von Aragon 
einer der eifrígsten Fôrderer der Dichtkunst und als solcher auch von vielen 
Troubadours hôchlichst gepríesen. 

39. e pendet son ansessor. Diez hat bereits diese Beschuldigung 
als ungerecht nachgewiesen. 

41. Lai vir. Der Dichter wendet sich nunmehr dem drítten Gegenstande 
in diesem Gedichte zu. — Das Spríchwort „lai vir (la lenga) on la dens mi dol** 
begegnet uns bei den Provenzalen mehrfach, z. B. : a la den toma soven la lenga 
on sent la dolor Marc. 23, 52; no puesc sofrír qu'a la dolor de la den la 
lenga no vir G. de Bom. 51, i ; a la dolor de la den vir la lenja F. de Mars. 
5 , 51; ein weiteres Beispiel zitirt Raynouard : la lenga vir on la dent mi fa 
mal Lex. rom. V, 552 (aus Uc de l*£scure's Gedicht). 

49. tresol, gewôhnlicher tersol ist ein technischer Ausdrack der 
Falknerei. Im Nfr. heisst es tiercelet, und man versteht darunter das abge> 



m 

rìchtete MSnnchen gewisser Jagdvôgel, namentlich der Habichte und der 
Sperber. Der Name stammt daher) dass diese um ein Drittel (tertivm) Ueiner 
sind als die entsprechenden Weibchen. 

52. Tristan ist offenbar der Versteckname íor eine Dame; eben des- 
selben hatte dch beUanntHch auch Bemard von Ventadom mehrfach bedient. 

56. Palerna ist wohl eine des Reimes wegen etwas modifizirte Form 
fûr Palermo, sodass hier vom Kônig von Sicilien gesprochen werden soU. 

62. ben posc far cinc et ilh terna. Das Bild ist vom Lottospiele 
genommen; fiur cinc „eine Quinteme gewinnen" ist die giinstigste MôgUchkeit, 
indem unter fânf gezogenen Nummem auch fîinf TreíFer sich befinden. So 
hoch schl2gt der Dichter seinen Erfolg bei seiner Dame an, wahrend er seinen 
eignen Werth geringer anschl&gt, da er seiner Dame nur eine Teme zu- 
rechnet d. h. unter fìinf gezogenen Nummem drei Treffer. Die Teme scheint 
sogar als ungûnstiger Wurf angesehen zu werden, wenigstens in folgender 
SteUe: de na Cuniça sai quez ilh fez ogan tal tema per qu'iUi perdet vita 
etema Uc de St. Circ 28, 5. 

29. (cf. Biogr. pag. 66.) 

7. a milliers et a cens. Ueber die Prap. a siehe Anm. zu 25, 5. 
„Cent" wird gtwohnUch nach der zweiten Decl. flectirt, also N. Pl. „cent*< 
z. B.: aqui Ven an segut tal quatre cen (R) Ross. 1559; sim rizian qnatre cen 
(R) angel R. d'Or. i, 34; A. Pl. „cens": ai dig cinc cens laus avinens P. 
Vid. 22, 35; vai totz sols entre cinc cens ferìs F. de Mars. 5» 30; vos veiriatz 
de boissas e de sacs tre centz (R) Moine de Mont. 11 b, 74; ben i ac plus 
de cinc cenz (R) Flam. 520 et'c. In Verbindung mit einem weibUchen 
Subst. erhalt es jedoch eigenthamUcher Weise auch im Nom. Pl. ein 
„s" z. B.: pregar m'en venrion domnas cinc cens (R) R. d'Or. 17, 44; sim 
prejavon d'autras domnas cinc cens (R) P. de Capd. 10, 10; aqui istan ganre 
gens conùnalmen mais que dos cens (R) Dkm. 260, 37; V cenz pareilz de 
vestimentas .. estan tut pres en un alberc Flam. 412. 

10. faich vermelh de s. Anm. zu 3, 29. Zu ^vermeUi*' ist »,gon- 
fanon" zu ergânzen. 

11. parc. Auslautendes „t** geht namentlich nach r zuweUen des 
Reimes wegen in „c" ûber, z. B. : eu m'esperc G. de Bom. 54, 34 ; tem quei 
perc ib. 50 etc. 

12. un dat mi plomba. Weim man in einen Wûrfel Blei einlSsst, 
so íaUt er immer, oder wenigstens meist, auf eine bestimmte Seite, ist also 
zum Betrugen geeignet. Dasselbe Bild wird mehrfach verwandt, z. B. : ben es 
fols qui si fia de sos datz qu'a plombatz Marc. 24 a, 28; ab us datz menutz 
plombatz nos a trichatz malvestatz P. Vid. 48, 41 ; ses fals'amor cudiei viure, 
mas ben vei c'un dat mi plomba A. Daniel 11, 26. 

13. Lizinhan, jetzt Lusignan, war wie „Rancom'* oder ^JUmchon** 
eine Baronie in Poîtou, cf. Biogr. pag. 65. 

19. Roam ist Rouen, Hauptstadt der Normandie. 

21. breu ses colom. Die Tauben wurden schon in den firuhesten 
Zeiten als Boten gebraucht, zuerst im Orient. §0 berichtet JoinviUe: U Sar- 
razin envoierent au soudanc par coulons messagiers par trois foiz que li roys 
estoit arivez Hist. de St. Louis § 163; ebenso provenzalisch : cant vic le 



28o 

soudans que per Tayga no lay podia hom entrar, trames sas letras per coloms 
Damiette 306. 

24. PolhaeSansonba sind die provenzalischen Namen fâr Apulîen 
und Sachsen (Saxonia). 

27. Caortz ist das heutige Cahors, die Hauptstadt von Quercy, im 
Dep. Lot. — Caiarc ein Schloss in derselben Grafschaft am Lot. (Langued.^ 
in, preuves 382; Langued.' in, 155 und 157). 

29. Chinom war ein festes Schloss Heinrichs 11. in der Touraine, 
heute eine kleine Stadt im Dep. Indre-et-Loire, in welchem derselbe einen 
grossen Schatz bewahrte. 

33. Anc naus en mar etc. Derselbe Vergleich, obwohl nicht so 
vollstandig durchgeíuhrt, fìndet sich in folgendem Liede: sui plus despers . . 
que naus, quant vai tomban per mar destreicha d'ondas e de vens G. de 
Bom. 60, 37 sq. 

' 43. Rotgier. Mir ist kein Roger von Trainac beUannt. Der Name 
der Stadt erscheint mehrfach, z. B. wird ìn der Chronik Gottfrieds von 
Vigeois erzâhlt, dass der Príor l^^Tilhelm des Klosters Grammont in Berrì aus 
Trainhac war. Nach Bouquet XIV, 189 und 191 lag der Ort in Limousin. 

44. omba ni om ni está. „Dass ich weitere omba, om und esta d. h. 
weitere Reimwôrter mit diesen Ausgangen nicht fìnde, weswegen ich auch 
das Gedicht schliesse." Man kann mit diesem Gestândniss das eines alt- 
franzosischen Dichters zusammenstellen Barb. et Méon II, 443: £t prist a 
dire isnelepas: Dixit dominus domino meo, Mais ge ne vos puis pas 
en o Trover ici consonancie (T). 

30. (cf. Biogr. pag. 63.) 

I. nostre senher ist Richard Lowenherz, cf. v. 10. 

somonis statt „somon" ist eine Ausweichung von der zweiten 
schwachen nach der drítten und zwar der inchoativen Conjugation, ebenso 
s'espandis'* 32, 2. 

el meteis. Wenn das Pron. „mezeis, meteis" zu einem Subst. trítt, 
so wird meist das Pronomen personale der drítten Person noch hinzugeíÏÏgt, 
z. B. : nostre senher el mezeis . . falhic R. d*Or. 36 , 43. Doch kann das 
Fûrwort auch ohne Weiteres zum Subst. gesetzt werden , z. B. : meesmes lo 
paer vos ama Chr. 15, 6. 

4. per grevatz, s. Anm. zu i, 6. 

5. el reis gehÔrt nicht zur folgenden Zeile sondem zum Vorhergehen- 
den, zu erganzen ist „es pres". Bekanntlich war Guido von Lusignan, Kônig 
von Jerasalem, am 4. Juli 1 1 87 in der Schlacht am See Tiberías von Saladin 
sammt dem heil. Kreuz gefangen worden. 

8. lo saintz focs i deissen. „£s ist aus der Geschichte der Kreuz- 
ziige bekannt, dass die Kerzen auf dem heil. Grabe am Ostersamstage durch 
ein von oben herabstrômendes gôttliches Feuer angezíindet wurden, ein 
Wunder, welches keiner der Zeitgenossen bezweifelte." Diez, L. u, W. 227. 

16. per que — melhura. Diese Worte sind in Parenthese zu 
denken. 

21. Carles. Gemeint ist Karl der Grosse, s. Anm. zu 14, 69. 



28l 



81. (cf. Biogr. pag. 59.) 

7. tro c. Ind. s. Anm. zu 2, 41. 

9. sordei. Ueber diesen Conj. s. Anm. zu 2, 31. 

II. dire hat hier die prâgnante Bedeutung „als mangelhaft bezeichnen, 
tadehi" ; so mehrfach, z. B. : merces n'es a dire (sc. bei der Dame) Aim. de 
Peg. 20, 14; namentlich mit der Negation, z. B.: sa gran beutat, don res non es a 
dire P. Vid. 33, 17; tant etz valens . . que non es a dire negus bos aips qu'om 
puesc' en domn' eslire P. de Capd. 23, 6; que mas merces non es a dire, 
domna G. Faid. 17, 38; de lieis non cre rens de ben sia a dire A. Daniel 18, 21 ; 
amics cabalos, tals don res a dir non fos £1. de Baijols 5, 11. Man vergleiche 
damit die Bedeutung von faire in 26, 43. 

li trei. Ueber den bestimmten Art. s. Diez, Gr. III, 42. Daher auch: 
proeza que . . no sia . . fraicha en Tun cartier 36,41. 

13. Caersins ist das jetzîge Quercy (lat. Cadurcinum), íriiher eine 
selbstândige Grafschafl. 

16. grei. Grejar ist nach T. nicht „agréer, plaire", sondem gleich 
greujar. Daher schreibt er: com li grei „sofem er ihm zuwider sei." 

18. Esaudun, jetzt Issoudun ist das alte Auxellodunum, eine Stadt in 
Bcrry, im heutigen Dep. Indre. 

20. cuges. Tobler: cug ges. 

21. una tesa ist ein Acc. der raumlichen Ausdehnung, siehe Diez, 
Gr. m, 122. 

28. que desconfi. Que ist neutral zu fassen „was"; nír. miisste man 
sagen: ce qui a défait . . ce ne sont pas . ., ce sont . . 

29. losorsHenrics etc. In der „razon" zu 2 heisst es, mit diesem 
Heinrích sei der Onkel Raouls de Cambrai gemeint, der, so lange er nicht 
gerîistet war, seinem Neffen zum Frieden rieth, als dieser von den vier Sôhnen 
Alberts angegrìffen wurde, der jedoch, sobald er die Vorbereitungen zum 
Kampfe beendet, von Frieden und Vertrag nichts mehr wissen wollte. Dies 
scheînt die rìchtige Deutung der Anspielung zu sein, denn in dem tms iiber- 
lieferten altfranz. Roman von Raoul de Cambrai (ed. Edward le Glay, Parìs 
1840, pag, 85 — 90) kommt in der That eine Scene vor, die mit der eben 
skizzirten grosse Aehnlichkeit hat, nur heisst der Vater der vier Bruder nicht 
Albert, sondem Herbert, und der Onkel Raouls nicht Heinrìch, sondern : sors 
Gerìns „der blonde Gerins", sodass das Adj. „sor" in der afr. Form unver- 
ândert hinûbergenommen ist, statt in „saur** verwandelt zu werden (in der Biogr. 
pag. 61 habe ich es falschlich mit „taub" ûbersetzt). Dann ist aber auch 
statt Henrìcs, wie CER haben und wie anscheinend auch der Verfasser der 
oben zitirten Lebensnachrìcht las, entweder nach F: Gerins, oder nach V: 
Garins in den Text zu setzen; „guenrìc" in DIK zeigt den Uebergang von 
einer Form zur andera. 

33. lo senhor d'Orlei scheint rair den Herm von Orléans, d. h. 
Philipp von Frankreich bedeuten zu soUen. 

39. Francei s. Anm. zu 20, 8. 

42. plaidejar s. Anm. zu 24, 6. 

44. Crespin el Valei. Valei ist die bekannte Landschaft Valois in 
Nordfrankreich ; Crespin ist unzweifelhaft Crespy, und zwar ist hier von den 



282 

beiden Stadten dieses Namensnicbt Crespy-en-Laonnais, sondern, wie das da- 
neben stehende „Valei'' waliTScheìnlich macht, das heutige Crespy-en-Valois 
im Dep. Oise gemeint 

Isembart s. Anm. zu 17, 36. 

82. (cf. Biogr. pag. 44.) 

10. paratge. Die Handschriíten haben ^paratges'*, siehe jedochAnm. 
zu 4, 50. 

13. a Melhau et en Carlades. Die Behauptung, dass Alfons II von 
Aragon aus Melhau und Carlades abstamme, hângt folgender Massen zu- 
sammen. Milhau oder Millau ist eine Vizgrafschaít im jetzigen Dep. Aveyron 
und wurde i. J. 107 1 von Beranger 11 beherrscht, welcher mit seiner Fran 
Adele unter anderem auch die Vizgra&chaft Carlades oder Carlat in der Auvergne 
mitbekommen hatte. Von den drei Sohnen dieser beiden bekam der zweite, 
Gilbert, l^hau und einen Theil von Carlat (Langued.* IQ, 424). Dieser 
Gilbert heirathete Gerberge, Schwester Bertrands, des Grafen von Arles nnd 
Niederprovence , und als Letzterer nach 1081 ohne Erben starb, fielen alle 
seine Besitzungen an seine Schwester und damit an Gilbert (ib. 436). Beide 
hatten eine Tochter Douce, die einzige Erbin der genannten Landereien, 
welche dieselben bei ihrer Verheirathung im Februar 1 1 12 ihrem Gatten Raimund 
Berangerin, Grafen von Barzelona als Mitgift mitbrachte (ib. 610). Letzterer 
wieder bekam zwei Sôhne, Raimund Beranger IV, welcher der Vater von 
Kônig Alfons wurde und welcher Barzelona und Taragona erbte, wShrend 
der jûngere Beranger-Raimund die Grafschaft Provence erhielt (ib. 678), die 
jedoch Alfons i. J. 11 66 ebenfalls erbte. (s. Anm. zu 23, 37). Demnach stammte 
Alfons allerdings, obwohl nur von Seiten seiner Grossmutter her, aus Melhau 
und Carlat. 

15. ans'envasSur. Der Dichter spielt hiermit auf die damals all- 
gemein bekannte Thatsache an, dass das| heil. Land in jener Zeit der will- 
kommene Tummelplatz allerhand Abenteurer, Industrieritter und andrer proble- 
matischer ExistenzeVi war (cf. Lyttelton, Life of Henry 11., vol. m, 464 sq.). 

19. Proenssapert etc. Wie bereits in der Anm. zu 23, 37 angegeben, 
machte Alfons beim Tode seines Bniders Raimund Beranger, d. h. 1181, den 
Sancho zu seinem Statthalter in seinen franzôsischen Lândem. Zwar nannte 
sich dieser nunmehr Graf von der Provence, doch war so wenig die Rede 
davon, dass die Grrafschaft sein Eigenthum war, dass der Kônig im Marz 1185 
dieselbe dem Sancho einfach wieder entzog und sie seinem Vetter Roger 
Bemard, Grafen von Foix, anvertraute. (Langued. * m, 68). 

21. que s'engrais. Dies galt als ein schwerer Vorwurf, da die un- 
thâtigen Schlemmer in tiefer Verachtung standen. Derselbe Tadel wird aus- 
gesprochen : non a suenh mas quel cors s'engrais G. de Bom. 73, 97. 

22. perRossilhones. Die Endung -es bezeichnet das Gebiet, z. B. 
Albeges P. Vid. 27, 22; Carcasses ib. 27, 23; Narbones ib. 39, 57; Vianes 
Peirol I, 39; Verones Uc de St. Circ 21, 31; Agenes ib. 42, 21 etc. Alfons 
besass die Grafschaft Roussillon seit dem Tode Gerards oder Guinards H., des 
letzten Grafen dieses Landes, d. h. seit etwa demEnde 1172, wenigstens nennt 
er sich in emem Document vom 12. Mai 11 73 bereits Graf von Roussìllon. 

23. on fo deseretatz Jaufres. Diez sagt „von einem aus Ronssillon 



283 

vertriebenen Gottfrîed weiss die Geschichte nichts**. "Vlelleicht gelingt es aber 
doch» den Aasdnxck zu erUfiren. Der vorliìn genannte Gérardwar der Sohn Gaus- 
íreds d. h. Gottírieds, Grafen von Roussillon, und zwar aus dessen erster Ehe. 
Letzterer hatte jedoch seine Gattin 1145 eigenmachtig verstossen und hatte 
eine andre genommen, von der er àuch ICìnder bekam, darunter einen Sohn. 
Drei Pâpste hintereinander erklârten diese £he jedoch fur nuU und nichtig, 
so wie die Erbanspríiche des Sohnes aus zweiter £he fur hinfallig, und wirldich 
erhidt Grérard beim Tode des Vaters am 24. Febr. I163 das ganze Land(Lan- 
gued' m, 8). Nun wird zwar der Name des zweiten Sohnes nirgends ge- 
nannt; es ist aber wahrscheinlich, dass er Gottfried hiess, wie sein Vater, und 
dass er 9 Jahre spâter beim Tode seines Stiefbruders gegen Alfons 
Anspruche auf die Grafschafl erhob, die er jedoch dem machtigen Rivalen 
gegennber nicht geltend machen konnte. Jedenfalls genûgten dieselben, um 
unserem Bertran den Verwand zu einem heftìgen Vorwurf gegen Alfons zu 
lìefem. 

24. a Vilamur e'n Tolsa. Vilamur ist ein Schloss im Toulousa- 
nischen. — Der Vorwurf kann sich nur auf den Krieg zwischen Alfons und 
Raimund V. von Toulouse i. J. 11 66 — 11 77 beziehen, wo Alfons vielleicht 
einigen von Raimunds unzufriedenen Baronen Versprechungen gemacht, die 
er dann spâter nicht gehalten hat. 

28. lo reis etc. Diese Strophe wird von Diez ausfuhrlìch erhlârt. 
Castrasorìtz ist das alte „Castrum Caesaris", spanisch Castro Xeriz; Toleta 
die Stadt Toledo, sodass wir unter dem Kônig dieser Stâdte den Kônig 
Alfons in von Castilien zu denken haben. Eine Lehnsoberhoheit Castiliens 
ûber einen Theil von Aragon hatte zwar fniher bestanden, war jedoch seit 
kurzer Zeit aufgehoben worden. 

37. Lobonsreis etc. Der Zusammenhang ist folgender : Als Alfons L, 
Kônig von Aragon und Navarra, am 7. Sept. 1134 ohne Kinder starb, wurde 
in Aragon sein Bruder Ramiro 11 (Diez nennt ihn Garcia), der bis dahin im 
Kloster gelebt hatte, daher den Namen „der Mônch** fuhrte, in Navarra da- 
gegen ein Eingeborener , Namens Garcias Ramirez, zum Kônige gewâhlt. 
Letzterer hatte wenig freundschaftliche Gesinnungen gegen den Mônch, die er 
auch nach 1137 ^u^ dessen Schwiegersohn und Nachfolger Raimon Beranger IV 
ûbertrug. Beide ftihrten lange Kneg miteinander und zwar mit wechselndem 
Gliick. Die Sachlage wurde auch nicht anders, als Garcias Ramirez starb und 
der in v. 40 bezeichnete Sancho, spâter der Weise genannt, seinem Vater 
folgte (Schâfer, Geschichte von Spanien III, 20 sq.). Aber auch Sancho ver- 
mochte, wie Diez bereits hervorhebt, gegen Alfons II nichts auszurichten. 

46. de cui es maritz. Alfons war mit Sancha von Castilien ver- 
heirathet. 

49. Berengier de Besaudunes ist nach der „razon** ein Bruder des 
Alfons. Dann kann damit nur Raimund Beranger gemeint sein, den Jener 
als seinen Statthalter in der Provence eingesetzt hatte (cf. Anm. zu 23, 37). 
Dieser kam jedoch, wie bereits erwâhnt, auf einer Expedition nach Languedoc 
in einem von Aimar von Melgueil ihm gestellten Hinterhalt um, sodass dieser 
Vorwurf eine grobe Verlâumdung enthâlt. 

56. mout trahi laich etc. Hieriiber sagt Diez: „Diese Beschul- 
digung ist nicht ungegriindet, doch hòchst iibertrieben. Allerdings war Alfons 



284 

mit Eudoxia, Elaiser Manuels Tocliter, verlobt gewesen und hatte sîch, da sîe 
ihn zu lange warten liess, mit Sancha von Castilien vermahlt, sodass die 
Verlobte, als sie endlich ankam, wieder abziehen musste". 

57. a quintals s. Anm. zu 25, 5. — fais ist ebenfalls ein bestimmtes 
Gewicht, und zwar, wie es scheint, geringer als der „quintal<S cf, aquel pro- 
metia trop mais d'aur e d'argen sinquanta fais Sta Enimia, Dkm. 219, 16. 

61. lo vert el madur s. Anm. zu 4, 23. 

33. (cf. Biogr. pag. 26.) 

1. Ventadorns war eine der vier Vizgrafschaften in Limousîn, in 
welcher 1183 Ebolus V. regirte; noch heute giebt es einen Flecken Ventadour 
im Dep. Corrèze. Die Namen der drei ûbrìgen Vizgrafen sind bereits in Anm. 
zu 21, 18 aufgefiihrt. Limoges wird hier durch Segur vertreten, welches ein 
limousinisches Schloss ist. In der „razon" heisst es „el vescoms de Segur, 
so fo lo vescoms de Lemoges". 

2. Monfortz. Montfort war ein Schloss in Pérìgord, Gordon ein 
solches in Quercy; heute liegt an derselben Stelle das Stadtchen Gt)urdon im 
Dep. Lot; der damalige Besitzer hiess 'NVilhehn, cf. 44, 15. 

3. Peiregorc. Der regirende Graf von Pérìgord hiess Elias V. Die 
in V. 9 und 10 genannten Herrschaften Puoîg - Guilhem (jetzt Puy - Guilhem), 
Clarens, Granhol (wohl das heutige Grìgnols siidlich von Périgueux) und 
Saint-Estier (jetzt St. Astier) waren Unterlehen der Grafschaft. 

6. per lor assegurar. Lor ist nicht etwa Dativ, sondem Accusatìv, 
aber in der absoluten Form. Wie nâmlich im Aír. (s. Tobler in Gôtt. gel. 
Anz. 1875, No. 34), so wird auch im Prov. bei dem prapositionalen Inf. 
zwischen PrSposition und Verbum immer die vollere Form der Pronomina 
gebraucht. So hier, ebenso: ieu o dic per lui castìar 35, 14. Andre Bei- 
spiele: qui morìr per lui vengar volrìa G. Faid. 14, 24; pessavan d'elh honrar 
G. Riq. 87. 32; de lui amar ib. Sim fos tan 191; a lui ajudar Flam. 2384; 
de lui amar ib. 5378 und 5988; en lor captener tanh que . . Bemart 3, 8; 
d'elhs amar nom partrìa G. Riq. 21, 42; namentlich sind die Beispiele mit 
„leis" zahlreich, z. B. : en lieis honrar P. R. de Tol. 10, 12; G. Faid. 39, 65 ; 
ib. 63, 16; en lei servir P. R. de Tol. 14, 27; G. de Bom. 7, 37; ib. 35, 14; 
F. de Mars. 2, 9; ib. 13, 15; P. de Capd. 6, 27; ib. 12, 16; 18, 14 etc; de 
lieis obezir Am. de Mar. Ensenhamen 354; de leis amar F. de Mars. 9, 14; 
R. de Vaq. 13, 42; A. Daniel i, 24; ib. 8, 39 etc. Ausnahmen kommen 
nicht vor; daher ist in: dont es lo tortz issitz de las mal razonár G. de Bom. 
55, 48 „d*elas" zu ândern; ebenso in: comens'a l[i] dire Flam. 5918 „l[ei]" 
zu lesen u. s. w. 

7. Toleta s. Anm. zu 32, 28. 

9. Puoig-Guillems. Das Flexionszeichen fehlt in AC; ebenso bei 
„Clarens" in A; bei „Sains Estiers" in allen Handschrìften , wahrscheinlich 
deswegen, weil es bei „Grranhol" des Reimes wegen wegbleiben musste. 

12. Engolesmes. Die Namen ^er Grafen von Angoulême s. Anm. 
zu 21, 22. 

17. caps de Gascos ist Gaston VL von Beam, s. Anm. zu 21, 24. 

18. Gavardas. Gavardan war ein ebenfalls im Besitz der Grafen von 
Beam beíìndliches Land. 



285 

19* c'n Vezians. In der ^razon" wird dieser ,,Vivians de Lomanha" 
genannt. Lomagne liegt in der Gascogne, und Vivian hat im Prov. auch 
die Nebenform Vezian. Daher wird in Langued.* IV, 607 und 608 der 1186 
regirende Vizgraf von Lomagne ,»Vezias" genannt. 

e*n Bernardos ¥drd in der „razon" als Herr von Armagnac bezeichnet, 
ist also Bemhard IV. Graf von Armagnac. 

20. el senher d'Aics. Ausser dem bekanntesten Aix, der Haupt- 
stadt der Provence, und Aixe in Périgord gab es noch ein Aix in der Gas- 
cogne» nôrdlich von den Pyrenâen. Letzteres ist hier gemeint. 

cel cui es Marsas. Marsan ist eine der zu der eigentlichen Gascogne 
gehôrigen Vizgrafschaften. In der „razon" steht dafur ^Tartas", welches eine 
andre Vizgraíschaft, im sûdlichen Theile des heutigen Dep. Landes ist. 

21. coms bedeutet Richard Lôwenherz ; nominell war ja der Krìeg nur 
gegen diesen, nicht gegen Kônig Heinrìch geríchtet. 

25. si Talhaborcs etc. Die in dieser Strophe aufgefiihrten Baronien 
waren nach der „razon" Unterlehen der Grafschaft Poitou. Talhaborc, jetzt 
TaUlebourg, liegt, ebenso wie Pons, im heutigen Dep. Charente inférìeure, 
dem alten Saintonge. Beides waren damals Schlôsser, welche dem Grafen 
Gottfried von Ranchon gehôrten (Bouq. Xm, 178 und 179). Taunai in der 
nachsten Zeile ist wohl das heutige Tonnay in demselben Dep. ; in den zeit- 
genôssischen Chroniken heisst es bald Taunay, bald Tannay (z. B. Bouq. XVII, 
61, 91); Lezinhas ist Lusignan, dessen Besitzer Gottfried sich 1188 gegen 
Richard empÔrte, s. Biogr. pag. 65. 

26 Malleos. Malleon oder Mauléon ist nicht die in den nôrdlichen 
Abhangen der Pyrenáen, im Dep. Basses - Pyrénées liegende Grafschaft, son- 
dem eine Baronie im nôrdlichen Poitou ; der damalige Besitzer war nach der 
„razon'* Raoul, Vater Savarícs von Mauléon, welcher spâter eine bedeutende 
dichterische und politische RoUe spielte. Raoul hatte sich wie Gottfríed von 
Ranchon an dem Aufstande von 1173 betheiligt. 

27. Siurac wird, wie Diez angiebt, auch Sivrai genannt und ist eine 
Vizgraíschaft in Poitou. 

29. cel de Toartz. Toartz, das jetzige Thouars im Dep. Deux-Sèvres, 
war eine Vizgrafschaft in Poitou, die damais von Guido regirt wurde. 

33. Peitau bezeichnet in diesem Falle wohi nicht die Grafschaft, son- 
dern die Hauptstadt derselben, das jetzige Poitiers. Auch die nun folgenden 
Orte existiren noch heute ; sie schliessen zusammen ein Viereck ein, und zwar 
liegen Llsle Bouchard und Chinon im Dep. Indre et Loire, an der Vienne, 
dagegen Mirebeau und Loudun im Dep. Deux-Sèvres. 

35. Clarasvals. Ueber den Bau des festen Schlosses Clairvaux siehe 
Biogr. pag. 25. 

40. veira. £s muss auffallen, dass nach einem Verbum der Furcht 
ein Futurum gebraucht wird. In der That verwendet Bertran auch sonst 
immer den Conjunctiv in einem derartigen Substantivsatz, z. B. : tem qu'avers 
li sofranha 8, 24; sens e pretz tem quel sofranha 14, 54; aì paor que venha 
sobre mi 17, 32; auch mit zugefìigtem ,ynon'*: espaven mi pren de vos, nous 
fezes desplazer 42, 37. Jedoch auch bei andern Autoren kommt nach den 
Ausdrncken der Furcht, obwohl selten, der Indicativ vor, z. B. : tem que serai 
cscamitz P. d'Alv. 17, 23; tem que n*auretz peccat Am. de Mar. 6, 12; tem 



286 

que noi val mos lauzars ib. 19, 33; fo mes en paor que ma dorana n'Alazais 
li volia far perdre la persona Biogr. von Peire Vidal, Chr. 238» 33. Sonst 
miisste man nveja" schreiben. 

Matafello war des jungen Heinrichs damaliger Aufenthaltsort, wahr- 
scheinlich in der Normandie. £in Hugo und ein Theobald von Mathafello 
kommen Bouquet Xn, 501 und 525 vor. 

42. Carlo. Gemeint ist wieder Karl der Grosse. Talhafer v. 43 ist eÌB 
Beiname der Grafen von Angoulême. Damals war in dieser Grafschaft ein £rb- 
folgestreit ausgebrochen , indem 1178 nach dem Tode Wulgrin-Taillefers m. 
dessen Brûder, Wilhelm V. und Ademar, das Land ihrer Nichte Mathilde 
streitig machten. Diese wandte sich an Richard Lôwenherz um Hiilfe und 
fand auch bei ihm Unterstûtzung , sodass sie wemgstens in einem Theile von 
Angoulême sich behauptete. Nun scheint es, dass die drei Geleite unseres 
Gedichtes ein einheitliches Ganze bilden und dass der Zusammenhang etwa 
folgender gewesen ist: Wilhelm hatte, da er allein sich nicht stark genug 
íuhlte, es mit Richard aufzunehmen, sich an Philipp n. August von Frank- 
reich um Beistand gewandt mit dem Versprechen, in diesem Falle das Land 
von ihm zu Lehn zu nehmen (43), und Jener hatte ihn auch wirklich belehnt 
(44) und ihm Hûlfe zugesagt. Da nun selbstverstandlich die Grafen von 
Angoulême, wie auch aus 21, 22 hervorgeht, unter den Rebellen, d. h. den 
Gegnem Rìchards, sich befanden, so fordert Bertran den Kônig von Frank- 
reich auf, sein Versprechen zu halten (45) und nicht Nein zu sagen, nachdem 
er ein Mal Ja gesagt. 

46. a dich d'oc s. Anm. zu 23, 9. 

34. (cf. Biogr. pag. 47.) 

10. qu'el mon domna no'n rason ni n'apel. „Dies verstehe ich 
nicht; ich denke, es ist: n'enrazon ni n'apel zu lesen, gleichbedeutend mit 
dem, was in AD JK steht" (T). Der Sinn der Lesart von CF wûrde etwa 
sein: „ich bin nicht so sehr in der Liebe befangen, dass ich es deswegen 
unterlassen sollte, einer Dame darìiber Vorhaltungen und Vorwarfe zu 
machen"; nach der Lesart von y (und Tobler): „ich bin nicht so verliebt, 
dass ich einer Dame Vorwiirfe machte, namlich dariiber, dass sie mir ihre 
Liebe vorenthâlt". Letzteres scheint allerdings mehr dem Zusanmienhange zu 
entsprechen. 

11. „Hinter diesem Verse wiirde ich eine Interpunction setzen; denn que 
in V. 12 heisst: denn" (T). 

20. lo senhor de Bordel ist Rìchard Lôwenherz, s. Anm. zu 21, 7. 

24. si bels pela nils ton cf. Anm. zu 28, 9. 

25. son affan ist concret zu verstehen: „das was er durch seine An- 
strengung erreicht hat". 

31. son. Diez ûbergeht dies Wort in seiner Uebersetzung; Raynouard 
fuhrt es unter „som" auf und tibersetzt es demnach mit „sommeil". In der 
That scheint des Reimes wegen eine Veranderung des Auslautes in diesem 
Worte vorgenommen ìeu sein (cf. 20, 8; 28, 36; 29, 29); denn an son „sonus" 
ist nicht zu denken, da wir ein festes „n'< brauchen. Da aber das von Ray- 
nouard vorgeschlagene „som" nicht in den Sinn passt, so steht „son" viel- 



287 

leicht statt sonh „Sorg«". Ebenso steht „gazan" statt „gazanh<* im Reim 
anf ,^" (habent) bei Gnil. de Montagn. 4, 26. cL Anm. zu 14, 25. 

32. Agen, das rômische Aginnum war die Hauptstadt der alten Land- 
schait Agénois, welche einen Theil der Guyenne bildete, ist jetzt eine Stadt 
im Dep. Lot-et-Graronne. 

Nontron ist eine Stadt im nôrdlichen Theil des alten Guyenne, im 
j«tzigen Dep. Dordogne. In der ,,razon" steht „Montron*S und es wird dort 
gesagt, die RebeUen hátten dem Richard die SchlÔsser Agen und Montron 
weggenommen. Ich habe aber bereits in der Biographie pag. 48 auf dies 
Missverstandniss hingewiesen. Der Dichter wâhlt Agen und Nontron als zwei 
von einander entfemt Uegende Punkte, um den Hauptschauplatz von Richards 
Thatîgheit poetìsch zu bezeichnen. 

34. Monmanrel. Mehrere Handschriften lesen „mon saurel". Mont- 
Sorel oder Mont-Soreau war aber ein Schloss in Anjou, wâhrend der Dichter 
hier ausdriicldich von Limousin (im weiteren Sinne) spricht, sodass wohl 
Monmaurel, jetzt Montmoreau, welches in Angouléme, im heutigen Dep. 
Charente liegt, das Richtige ist. 

36. Aimars ist Ademar V., Vizgraf von Limoges. — elsenherde 
Martel s. Anm. zu 28, 26. 

37. Talhafers s. Anm. zu 33, 43. — Folcans ist eben£edls einer der 
Barone, die an dem Auiistande von 11 83 Theil genommen hatten, doch ist 
nicht klar, wer damit gemeint ist. — Jaufres scheint Gottfried von Ranchon 
bezeîchnen zu sollen. 

40. al comte Raimon. £s ist wohl Raimund V., Graf von Toulouse, 
gemeint, der sich ja ebenfalls an jenem Kiiege betheiligt hatte. Dagegen ist 
nicht recht ersichtlich, inwiefem nach Bertians Meinung die ft.ebellen die 
beim Frìeden erlangten Bedingungen diesem Fiirsten verdankten. Jedenfalls 
hat Raìmund seine Verbûndeten nicht im Stiche gelassen, wie hier dem Gott- 
fried vorgeworfen wird, sondem hat wohl fur sie giinstige Bedingungen bei 
der Unterwerfrmg zu erlangen gesucht, und der milde Kônig ging daher, viel- 
leicht mit Rûcksicht auf die immerhin bedeutende Macht des Grafen, auf seine 
Bitte ein. 

43. Ostasvalhs scheint nach dem Zusammenhang eine Ortschaft im 
nôrdlichen Languedoc gewesen zu sein. 

Monferran ist ein Ort in der Auvergne, im heutigen Dep. Puy de 
Dôme, dicht bei der Stadt Clermont, mit der es jetzt vereinigt ist. 

44. Roziers. Gemeint ist wohl Rozier, lat. Rosarìum, in der Langue- 
doc, im heutigen Dep. Lozère, welches Langued.^ V, pag. 612 genannt wird, 
und nicht Rosières im Dep. Haute-Loire, das ebendort auf Seite 180 vor- 
kommt. 

Mirabel. Hier scheint nicht das 33, 34 genannte, heutige Mìrebeau 
gemeint zu sein. Ausserdem gab es noch zwei Schlôsser Namens Mirabeau: i) im 
Tonlonsanischen, 2) in Languedoc, im heutigen Dep. Ardèche, Arrond. Prìvas 
(Langued.^ m, 264; V, 2022); letzteres môchte das in Rede stehende sein. 

47. la terra sanh Aimon. Nach dem in der Biographie dargelegten 
Zusammenhange scheint darunter das Land Gottfrieds verstanden werden zu 
mûssen. Doch ist mir nicht klar, wie die Bretagne zu dieser Bezeichnung 
kommen kann. 



288 

48. la cresma ist das Salbôl, als Zeiclien der Kônigswarde, z. B. : per 
mon cap, en qu*es la cresma meza R. d'Or. 39, 16. 

49. Raimon Gauseran. Nach der ^razon" war dieser Raimon 
Gauseran Herr von Pinos in Catalonien, eines Unterlehns der Grafschaft 
Urgel. £r machte einer Dame den Hof, welche die Tochter des Grafen von 
Urgel und die Gattin eines andem Lehnsmannes dieses Grrafen war, námlich 
des Girout von Cabrera. Nach Art de vér. 1. d. X, 74 hiess diese Dame 
Miraglia, war die Tochter Ermengauds Vn., des Grafen von Urgel; doch 
wird dort der Gatte nicht Girout sondem Pons I., Vizgraf von Cabrera 
genannt. 

54. Berguedan ist eine Stadt und Vizgrafschaft in Catalojiien. Wer 
mit diesem ^Bnider*' gemeint ist, geht aus diesen Worten nicht hervor; viel> 
leicht ist es der Vizgraf Wilhelm selbst, der bekannte Mâcen und Dichter, 
der um diese Zeit lebte, und von dem in der Anm. zu 35, 39 die Rede ist. 
Aus den Versen 55 und 56 scheint hervorzugehen , dass Bertran mit ihm 
eine Zusammenkunft und Unterredung gehabt hatte. 

57. Raimon ist wohl identisch mit dem in v. 49 genannten Raimon 
Gauseran von Pinos, daher Gauseran Durtz sein Brader. 

59. Aurion ist, wie Tobler hervorhebt, hier nicht das Stembild des 
Orìon, sondem ein Vogel, der auch Ross. lOi und 157 vorkommt und der 
wohl, wie Mahn (etym. Unters. pag. 192) meint, mit afr. alerìon identísch ist. 
In der That hat ^aurìon" die Bedeutung eines ,Vogels auch sonst, z. B.: 
pojei tant contramon que penre cuidei Taurìon, c'om non pot penre G. Faid. 
56, 38; quels Sarazîs fa tan valer que sobre vos son aurìon P. Card. 51, 44. 
Zwingend ist namentlich die zweite Stelle, wo die Anwendung des Plural 
jeden Zweifel ausschliesst. Daher ist ^aurìon'* zu schreiben. 

85. (cf. Biogr. pag. 45.) 

8. quel coms Richartz rentenda. Der Dichter beabsìchtigt, in- 
dem er so schmâhlich ûber den Kônig von Aragon, Alfons II, herzieht, zu- 
gleich auch dessen Bundesgenossen Richard einen Hieb zu versetzen. 

14. per lui castiar. Ueber lui s. Anm. zu 33, 6. 

19. Castellot. Der Vorgang wird in der „razon*< folgender Massen 
berìchtet: In Aragon gab es einen Ritter, Namens Espanhol, welcher das 
Schloss Castellot besass. Dies lag im Bereiche des Sarazenengebietes und 
Espanhol fiigte von da aus den Mauren vielen Schaden zu. Der Kônig wurde 
auf diesen Besitz lûstern und beschloss, sich desselben zu bemâchtigen. Dabei 
verfuhr er in folgender Weise. £r kam einst, scheinbar in frìedlicher Absicht, 
in jene Gegend und nahm Espanhols freuftdliche Eìnladung, ihn zu besuchen, 
bereitwi]lîg an. Sobald er jedoch in dem Schlosse war, liess er den Besitzer 
ergreifen und aus demselben vertreiben. 

22. ves el. Die gebrauchlichste Consdructìon von „se defendre" ist 
mît „de"; so: ques defen lai a Sur d'en Saladi 4, 4; nom defendria d'un 
manc G. de Bom. 59, 26; be mi sabrai de vos defendre Bertr. d'Alam. i, 25 
(cf. engl. to defend from); doch finden sich auch andre Prâp., so hier „ves"; 
andre : ja dieus nom do poder qu'encontra lieis mi defenda R. de Mir. 22, 28 ; 
ieu nom vuelh a lieis defendre ib. 18, 27; estiers nom puesc a sas armas de- 



2Sg 

fendre Rich. de Berb. 5, 5; sîs vol, pot m'aucire, qu*ieu no lim defen G. 
Faid. 32, 20 etc. 

27. Gastons s. Anm. zu 21, 24. — Pau ist ebenfalls eine Stadt in 
Béam, im jetzigen Dep. Basses - Pyrénées. 

29. desospresetc. Aus der bereits genannten Quelle erfahren wir 
weiter: In dem Kriege von Ï183 hatte Raimund V. von Toulouse etwa 50 
aragonische Ritter gefangen genommen , sodass Kônig Heinrich 11. seinem 
Bundesgenossen das Geld gab, um diese auszulÔsen. Alfons aber untcrschlug 
das Geld und iiberliess es den Rittem, sich selbst loszukaufen. 

30. quels. Que ist wohl folgemd „sodass**. 

39. Artuzet war ein Spielmann, welcher dem Kônige zweihundert 
Maravedi geliehen hatte. Ueber ein Jahr war schon verflossen, ohne dass 
der Kônig das Geld zuriiclcerstattet hâtte. Da kam Artuset einst mit einem 
Juden in Streit, von beiden Seiten kam Hìilfe, und es entstand ein Handgemenge, 
in welchem Artuset und einer seiner Genossen verwundet wurde, wâhrend der 
Spielmann einen seiner Gegner tôdtete. Die Juden beschwerten sich nun bei 
Kônig Alfons und boten ihm weitere zweihundert Maravedi, falls er den 
Artuset und seinen Genossen ihrer Rache ûberliesse. Der Kônig ging schnoder 
Weise auf diesen Yorschlag ein und nahm das Geld, wâhrend die Juden die 
beiden ihnen ûberlassenen Opfer am Weihnachtstage verbrannten. Als Beleg 
fur die Richtigkeit dieser Angabe fiihrt die Lebensnachricht eine Stelle aus 
dem in der Anm. zu 34, 54 genannten Dichter Wilhelm von Berguedan an, 
in welcher dem Kônige diese That allerdings vorgeworfen wird. 

fai a blasmar. Faire hat in dieser Verbindung die Bedeutung „sein" 
(Diez, Gr. in, 239; cf. Anm. zu 6, 52). Faire a c. Inf. wird verwandt a) per- 
sônlich. Wenn in diesem Falle lebende Wesen Subj. sind, so kônnte es 
scheinen , dass „faire" seine gewôhnliche Bedeutung „hande]n" hat, z. B. bei 
Bertran: non fai ad amar rics hom per dmdaría 39, 27; fai ad honrar us 
paupres avinens A. de Mar. 15, 34. Andre Stellen jedoch verhindem diese 
Auifassung, so unsere, die nicht heissen kann „Artuset, an dem er tadelns- 
werth handelt", da Artuset schon todt war. Besonders zwingend sind die 
Stellen, wo ein abstracter Begrííf Subject ist, z. B. aitals amors fai a prezar 
Marc. 15, 31; mout fai a prezar cortesia G. de Bora. 74, 38 etc. b) unper- 
sônlich, in der Bedeutung „man muss", z. B.: Senher en coms, a blasmar 
vos fai senes falhia 39, i ; Beispiele aus andera Autoren : aitals reis (Acc. Pl.) 
farí* ad aucir P. Yid. 8, 45; aizo fai a saber „dies muss man wissen" Chr. 
87, 24; bel fai a grazir, „ihr muss wohl gedankt werden" ib. 247, 3. 

41. Peirejoglaretc. Auch dieser Spielmann hatte dem in Rede 
stehenden Kônige Pferde und Geld geliehen, und Alfons entledigte sich dieses 
Schuldners auf ahnliche Weise. Da Letzterer nâmlich von der verwittweten 
Kônigin von England, Mathilde, Bôses gesagt hatte, so liess diese den Spiel- 
inann auf Anstiften des Kônigs von Aragon ergreifen und tôdten. 

43. FonsEbraus ist, wie in der „razon" mitgetheilt wird, eine Abtei, 
in we]che sich die hochgesteUten Frauen in ihrem Alter begaben. £s ist das 
lateinische Fons Ebraldi, jetzt Fontevrault bei Chinon, im Dep. Maine-et-Loire, 
wo seit iioo ein Benedictiner-ICloster bestand, in welchem Nonnen und 
Monche wohnten. 

45. qu'anc etc. Die in den folgenden Worten enthaltene Anspielung 

19 



290 

ist nìcht deutlich. £s scheint, dass, als man den Peter nnter irgend welchem 
Vorwande herbeilockte, um den môrderíschen Plan auszufohren, der Waffen- 
kônig ihn durch Winke und durch Schwenken mit einem Stuck Zeug abzu- 
halten und zu retten versucht hat, ohne jedoch seinen Zweck zu erreichen. 

46. rei d'armar, frz. roi d*armes „Wappenkônig**, ist die hôchste 
Rangklasse der Herolde, deren mittlere Herolde (im engem Sinne), deren 
niedrìgste persevant (= poursuivant) hiessen. Verlangt wurde von ihnen 
eine genaue Kenntniss des hohen und niedem Adels, der Wappen, der 
Familienverzweigungen, der Rechte und Besitzungen derselben. Sie leiteten 
alle ôffentlichen Festlichkeiten, waren Richter in allen Streitigkeiten des Adels- 
wesens und wurden im Kriege zur Uebermittelung von Nachríchten verwendet. 

48. fenda. Ueber das Tempus s. Anm. zu 12, 12. 

49. Peire Rôis etc. Diese und die folgende Strophe werden von der 
„razon" nicht commentirt. Ich vermag nicht zu sagen, wer Pedro Ruiz ist. 

50. qu*el fo joves rejaus. Die Handschríften haben, ,vi" statt „fo**, 
doch wiirde dànn joves rejaus, dessen Flexions -s durch den Reim geschutzt 
ist, sich auf Peire RÔis beziehen, wâhrend der Ausdmck augenscheinlich auf 
Alfons gehen soll, da ihm schon in seiner Jugend seine Schlaífheit prophezeit 
sein soU. In mehreren der besten Manuscrípte fehlt der Vers ganz. 

58. Laraus sind die Bewohner von Lara, einer Herrschaft in Spanien. 
— Ueber den Dat. s. Anm. zu 15, 9. 

59. lo senher etc. s. Anm. zu 21, 7. 

62. bel deu affanar sc. den Grafen von Poitou. 

67. al rei navar s. Anm. zu 32, 37. 

68. Castella s. Anm. zu 32, 28. 

86. (cf. Biogr. pag. 42.) 

6. et eu. Ueber das „et** s. Anm. zu 6, 19. 

11. percorde „durch den Wunsch nach** kann nicht gut zu „traa- 
cada*' gehôren, da eine Zeile dazwischen steht. £s ist wohl in freier Weise 
zu „nos fom** zu ziehen, indem dies pregnant aufzufassen ist als „wir hatten 
uns zusammengefrmden, waren angewachsen zu etc.** 

12. c'anc non. „c*** ist nicht Pron. rel. sondem die Conjnnction 
„que**. 

20. Colombier bedeutet eigentlich „ Taubenschlag **, ist aber zu- 
gleich der Name fur eine Besitzung in der Normandie. In der Chronique de 
Normandie (Bouq. XVn, 251) wird dieselbe „Colombières** genannt. Ueber 
„cilh de** s. Anm. zu 23, 27. 

27. „Nach lebríer kein Komma** (T). chan e lebríer ist also Subject zu 
auran. 

28. s'amor s. Anm. zu 12, 52. 

29. austor e falcon grûier s. Anm. zu 15, 7. 

30. tabor. Bei der Jagd wurden auch Trommeln verwandt; cf. cassa- 
dors . . car amon cans et austors e com e tabor 38, 60. 

en cuirada. Rayn. schreibt „encuirada" und íibersetzt „tambour gami 
de cuir**. Dagegen sprícht aber Folgendes : ein Mal wird „tabor** sonst immer 
mânnlich gebraucht. Sollte es aber auch ausnahmsweise bei uns weiblìch sein, 
so verlangt der Zusammenhang hier den Plural, welcher „tabors encuiradas** 



291 

lanten wfirde. Daher ist wohl „en cuirada*' zu lesen und „cuirada" zu er- 
klâren „das aus Leder Gefertigte'S etwa „der Ueberzug, das Futteral^*, ahn- 
lich wìe nfr. ^cuirée'* ,,Wamms, BiiíFelwamms" heisst. 

35. salavier oder salabier iibersetzt Lex. rom. III, 390 (sub osa) mit 
„de peau velue". Das Wort ist sonst nicht belegt. 

36. Monpeslier lateinisch Mons Pessulanus, eine Stadt im jetzigen 
Dep. Hérault. 

41. Tun s. Anm. zu 31, 11. — Am Ende des Verses ist ein Komma 
zu setzen. 

47. na s. Anm. zu 8, 51, woselbst auch ilber „Tempres*' gesprochen 
wird. Wer damit gemeint ist, wird nicht ersichtlich. 

49. del mon la razon celada. Der Sinn dieser Worte ist nicht 
klar. Vielleicht beziehen sich dieselben auf ein prívates Vorkommniss, sodass 
sie nuT den betreíTenden Personen verstândlich waren. 

87. (cf. Biogr. pag. 17 und 94.) 

3. sos pretz etc. s. Anm. zu 6, 52. 

12. dompna qu*es etc. Ueber dem langen Relativsatz vergisst der 
Dichter, dass das Subject „dompna'* noch kein Prâdicat hat und lâsst den 
Satz unvoUendet. Man kann hinter „domna" das Hiilfsverb „es" ergânzen. 

fresca e fina s. Anm. zu 4, 12. 

15. blanca pel cors com flors d'espina. Derselbe Vergleich: 
tant blancha la cam cum flors d'espina Ross. 8578; gola e peitrina blanca 
com neus ni flors d*espina Am. de Mar. Brief m, 98. 

16. ab dura tetina. Dies Haupterfordemiss weiblicher Schônheit 
kommt ôfler vor, z. B. blanc peitz ab dura mamela P. Vid. ii, 38. 

17. semblaconil. Dieser Vergleich soU wohl das Weiche, Seidenartige 
der Haut bezeichnen. 

21. se fant conoissedor s. Anm. zu i, 6. 

24. tosa. Dies Wort, welches hier und auch sonst meist in lobendem 
Sinne gebraucht wird, hat bei Peire Card. gewôhnlich eine schUmme Bedeu- 
tung, z. B.: don ilh rete plus vilh d'un' autra toza un íìlh P. Card. 52, 10; 
mais mentir que tozas de bordelh ib. 57, 12; alberga las tozas els lairos 
ib. 65, 39. 

25. Peitieu etc. s. Biogr. pag. 18. 
33. que la tengues s. Anm. zu 6, 44. 
a desonor s. Anm. zu 8, 43. 

40. li ric home cassador m'enojont. Die Jagd wird von Bertran 
mehrfach dem Kríege gegensâtzlich gegeniibergestellt , insofem nach seiner 
Meinung die aUzugrosse Jagdlust der kríegeríschen Thâtìgkeit Abbmch thut, 
cf. 3» 23; 36, 27; 36, 29—35; 37. 46—49; 38, 56—66; 40, 8—16. 

49. ribieira ni cassa s. Anm. zu 3, 34. 

50. Mauris abn'Algar, sonsenjior etc. Dies ist eine Anspielung 
auf einen bisher verloren geglaubten Roman „Aigar et Maurín", von welchem 
kûrzlich A. Scheler Fragmente entdeckt und verôífentlicht hat, BraxeUes 1877 
(cf. Romania IV, 450; Ztschr. fiir rom. PhU. n, 315). Deshalb ist wohl auch 
„Maurin" mit DDoCER zu lesen. — Dagegen ist mir nicht klar, wen 
Bertran mit dem Vizgrafen und dem Grafen der nachsten Zeilen meint. 

19* 



292 

57. nos avem camjat etc. cf. Biogr. pag. 16. Der bicr genannte 
Golfìer de la Tor ist danach also nicht identisch mit seinem beríihmten Vor- 
fahren gleichen Namens, der im Morgenlande das Abenteuer mit dem Lowen 
und der Schlange erlebte (cf. Romania IV, 454 ; Ztschr. II, 322). 

61. recor. „d" hinter „r** fôUt, wenn es in den Auslaut treten sollte, 
oft ab, statt zu „t" zu werden, z. B. : m'ensenha de cui mi gar (R) Márc. 7, 
42; de tota vilanias gar ib. 15, 22; deus vos sal e deus vos gar (R) Am. de 
Mar. Bríef m, 209; ebenso Am. de Mar. 15, 3; ib. Ensenhamen 350; P. 
Vid. 2, 48; ib. 22, 43; G. de Bom. 50, 41. R. de Mir. 20, 2 etc. 

38. (cf. Biogr. pag. 21 und 94.) 

3. elh „ist mir nicht recht verstandlich; del oder d*un scheint mir noth- 
wendig** (T). 

13. alhors. Wie noch im Nír. „ailleurs" die spezielle Bedeutung „eine 
andere Person" hat, z. B. : j'aime aiUeurs Scríbe, Le Verre d'eau V, 7, so 
hat auch im Prov. das Wort einen âhnlichen Sinn , z. B. : s'ieu jal cor vîr 
per amar alhors Am. de Mar. 24, 20; non amarai alhors, sia sens o follors 
G. de Bom. 81, 21 ; per vos perc . . ríc joi d'alhor P. de Capd. i, 41 ; alhors 
non soplei ib. 26, 9; ieu cuit amar alhors Peirol 19, 28; unam tolh lo joi 
d'alhor R. de Mir. 7, 25; olh regardon lui et alhors Uc de Bacal. 2, 32; no 
puesc pensar d'alhor Aim. de Peg. 53, 4 etc. Eine âhnliche Bedeutung hat 
auch „lai", z. B. : amors . . mon cor forsa d'amar lai on sai be qu'amatz no 
sui ges Am. de Mar. 11, 3; „as enaissi ton cor en lai (R)?" — >«si ai" G. 
de Bom. 3, 8. 

non o fis en ver „ich meinte es nicht emst". 

15. mas tors. „1*0^" kann nicht gut etwas anderes sein als »,turTÌs**. 
Der Plural steht dann bildlich fiir den Ausdrack ^Burg**. 

28. us ist hier nicht Zahlwort, sondem unbestimmtes Fûrwort, daher 
auch im Plural vorkommend, z. B. v. 34 ; s. Diez, Gr. in, 83. 

40. coma ist eine Nebenform von „com" und heisst hier „wie wenn", 
was der Regel nach durch „com si" iibersetzt wird, z. B. ; Gauseran Durtz e 
son frair . . am atretan cum s'eron mei seguon 34, 58. Doch hat auch schon 
„com" allein manchmal diese Bedeutung, z. B. : podem dire que cena pren 
son nom de cenos, que vol dire . umbra, cum quâscu per granda avareza íassa 
en loc rescost et umbros sa cena, cum tota lor vianda vuelho devorar Chr. 
368, 16. Dasselbe gilt von „cossi", das gewôhnlich ebenfalls „wie" heisst, 
z. B. : ieu vos prometti be en dieu qu'ieu l'essenhe cosi era mieu Dkm. 277, 16. 

vivian. „Sicher ist hier Vivian oder auch Vezian, wie ihn die Pro- 
venzalen ebenfalls nennen, in den Text auizunehmen, und dann das Komma 
nach v. 39 zu tilgen ; gamitz gehort zu : de cors „ zu Streifzugen **, die ge- 
wôhnlichere Verbindung wâre: d'estors" (T) In B findet sich: descors, in F 
de tors. Nach der im Text stehenden Lesart wiirde de cors „eilig, schnell" 
bedeuten, daher der Vers etwa „wie wenn sie im Sturme dahinlebten'* zu ûber- 
setzen sein ; cf. si com vivion (sc. die Troubadours) per anar e per sercar terras 
e locx Dkm. 165, 12. Die Lesart von Tobler ist jedoch vorzuziehen. 

52. e'n fant etc. Um die Kosten ihrer Schlemmerei zu decken, 
schrânken sie ihre Freigebigkeit ein. 

58. queis fant ric hòme parer s. Anm. zu i, 6. 



293 

6o. laire. Dìes Wort findet sich nicht im Lez. rom., da Raynoaard 
an unserer Stelle „braire" liest, es ist das Verbalsubstantìv von lairar, 
latrare „beUen" nnd nach der in Anm. zu i8, lo besprochenen Weise ge- 
bìldet 

71. rìcx hom . . non Ves ist ein Anakoluth, welcher dnrch den langen 
Relativsatz verursacht worden ist. 

73. penre in íigurUcher Bedeutung „berauben" z. B.: non troba merce 
ni chausimen ab son senhor, anz, car lo raub' el pren, si vohia mudar Moine 
de Mont. 3, 3. 

75. els. Ueber die absolute Form s. Anm. zu 4, 18. Die Form .,elh" 
findet sich in C, wâhrend R „lur*S UV „els" schreiben, F abweicht; in der 
nâchsten Zeile behalten C und RUV die Schreibung des vorhergehenden 
Verses bei, F dagegen schreibt auch „el". Obgleich nun Raynouard die Lesart von 
C in seinen Text aufgenommen hat, so halte ich dies nicht íur richtig; „elh" 
als Acc. Plur. der absoluten Form ist erstens mit der lateinischen Form „illos" 
nicht vertrâglich und zweitens sonst nicht belegt. £s ist daher in C ein Fehler 
anzunehmen, umsomehr, als C an andem Stellen entweder ebenfalls „elhs" 
schreibt, z. B. 14, 26 und 48; oder das gleich richtige „lor", z. B. 37, 44; 
n, 13 beide Mal im Reim. 

82. Dieser Vers und die folgenden werden von Raimon Vidal in seinem 
didaktischen Gedichte ûber den VerfaU der Poesie „Abrìl issi' e mays 
intrava*' zitirt: 

fazian so qu'en Bertrans 

del Bom dis en un serventes 

a far ricx homes pus cortes 

e pus francs e pus donadors: 

„Que sian ses tortz faire elitz 

et adretz e francx e chausitz, 

ad aiso fon pretz estabUtz, 

c'om guerrejes e so fortmens 

et a caresma et avens 

e fezes soudadiers manens'*. 
Dkm. 157, 13 — 22. 

87. quaresmas et avens s. Anm. zu 4, 23. 

88. fesson. Die streng grammatische Construction hâtte den Singular 
verlangt, wie auch UV „feçes" schreiben; doch ist es nicht nothwendig, zu 
andem, da, wenn aUgemeine Ausdrìicke, wie „man, Jeder" etc. Subject sind, 
mehríach zwar in dem ersten Satze der Singular steht, im folgenden jedoch 
dem Sinne nach der Plural gebraucht wird, z. B.: mal estara s'ancar villans 
non es tant que chascuns aja gaug, sU respon e nols enoi, si bels pela nUs 
ton 34, 22 sq.; om o tenia a gran meravila e dizio que .. Chr. 24, 32; 
cf. amor blasmon per non-saber fola gens B. de Vent. 15, 16; totz hom me 
van dizen en esta maladia que . . ; ben sai qu'il dison ver Sordel 37, i sq. ; 
ebenso in der oben zu v. 40 angefuhrten Stelle. 

89. na Tempra s. Anm. zu 8, 51. 

91. aissens. Rayn. schreibt mit C „eyssens'S dgch ist die von den 
ûbrìgen Handschrìíten bewahrte Lesart besser, da sie dem lateinìschen Typus 
„absinthium" mehr entsprìcht. 



294 

92. pimcns. Dies war ein sehr sûsses GetrSnk, we1ches aus Honig und 
Gewurzen gemacht wurde; daher auch zum Vergleich verwendet: es doussa 
com pimens Marc. 42, 10 etc. 

39. (cf. Biogr. pag. 91.) 

I, a blasmar vos fai s. Anm. zu 35, 39. 

6. al for deCatalonha. Ich verstehe nicht, was mit der catalonischen 
Art gemeint sein soll. 

7. ops hat hier wie 37, 6 die Bedeutung ^lnteresse", daher „al vostr' 
ops" gleich ,4n Eurer Seele". 

8. lai fesetz fadiar. Faire mit dem Inûnitiv dient hier zur Um- 
schreibung des Verbum finitums, wie im Englischen „to do". Im Altfran- 
zôsischen findet sich derselbe Gebrauch, s. Tobler in Ztschr. fnr rom. Phil. I, 
II. — Vielleicht gehôrt hierher auch das in Anm. zu 15, 35 besprochene 
^fassal fugir", nur wûrde dort noch der Artikel zum Iníìnitiv hinzugekom- 
men sein. 

10. venia. Das Imperfectum, wodurch die Bedingung scheinbar eine 
sogenannte „irreale" wird, ist wohl nur des Reimes wegen gewShlt. Diese 
Eigenthûmlichkeit íìndet sich auch sonst , z. B. : sHeu mezeis nom defendes 
ab mon saber, ben saves on voles tener G. de Born. 22, 9; s'ieu fos reis . . 
farai ricx íaitz per s'amor ib. 35, ii etc. 

13. son affar. Ueber das pleonastische ,,son" s. Anm. zu 12, 52. 

19. degratz s. Anm. zu 8, 50. 

20. quius dones etc. s. Anm. zu 9, 22. 

22. Ant-rebeira. Es scheint, dass damit der Fluss „Ain" in Burgund 
gemeint ist, ein rechter Nebenfluss der Rhone, welcher auch einem Departe- 
ment seinen Namen gegeben hat. — Dordonha ist der bekannte Nebenfluss 
der Garonne. Auffallig ist die Conjunction ,,e'S da man „nì" erwartet, doch 
fìndet sich bei Bertran noch ein Beispiel dieses Gebrauches : ges eu nom des- 
conort, que non chan em deport e no m'ajut 21, i sq. Auch sonst: mija no 
s'en repent e invers deu no'n fai emendament Boet. 12; nom perdona la colpa 
el íalhir P. de Capd. 26, 27 etc. 

23. dera. D liest „dara*S AJK „daratz"; letzteres ist nìcht môglich, 
wenn „Ant-rebeira e Dordonha" Subject sind. Gegen „dara" sprícht aber, 
dass wir hier als im HauptSiitz eines hypothetischen Satzgefìiges das Con- 
ditionnel brauchen, wie auch im folgenden Verse steht. Aus diesem Grunde 
ist wohl „dera" zu lesen. Noch correcter wiirde es allerdings sein, wenn 
„deran'S d. h. der Plural, geschríeben wurde. 

24. ni ja etc. Der Sinn ist nicht vôllig klar. Wenn „membrar" un- 
persônlich zu denken ist, so fehlt das, woran der Graf nicht hátte denken 
mìissen. Vielleicht ist es transitiv zu verstehen: „Er, der Spielmann, hatte 
Euch gar nicht erst erinnem miissen'* , nâmlich an Eure Verpflichtung, zu der 
Dame zu gehen, da Ihr aus eignem Antríebe bereits hâttet gehen mîissen. 

32. sens tcmer e scns celar. Dies sind die technischen Ausdríicke 
fur Liebesfurcht und Liebesheimlichkeit , cf. tuich li mieu afar major son en 
celar et en temer vas domna G. Faid. 58, 6; no m'i poc esser bos . . celars 
ni temers R. de Mir. 38, 16. 



295 

35. per quem etc. „Per que" îst hier wohl, wie zuweilen, conditional 
zu fossen im Sinne des neufranzôsischen „pour vu que'*. 

38. que statt „que que" s. Anm. zu 3, 2. 

39. eu no volria etc. Der Bedìngungssatz ist aus dem Vorhergehen- 
den zu erganzen. 

41. Azemar s. Anm. zu 8, 38. 

42. qui s'onor* e'n s'abria. So die Handschriflen , doch giebt dies 
keinen rechten Sinn. Ich vermuthe, dass in der gemeinschafUichen Vorlage 
„en*< vor „sonor" stand, dass also zu lesen ist: qui en s'onor s'abria „der 
in seinem Lehn, seiner Besitzung sich deckt, zu schiitzen weiss**. 

43. car. Dies ist offenbar ein Conjunctiv und zwar, wie ich meine, 
von cardar ,,stríegeln". Der Wegfall des „d" im Auslaut wird zu 37, 61 be- 
sprochen. Das Bild von dem Stríegeln passt ganz zu den in der Amn. zu 
28, 9 auigeíuhrten, von Bertran sonst fur denselben Begriff gebrauchten, doch 
ist allerdìngs dagegen einzuwenden, dass die Ausdrticke ^esmolre, agusar, 
pelar, tondre etc." auf die Personen direct, nicht auf ihre Eigenschaíten an- 
gewandt werden. Man kônnte daher auch an .,cargar*' denken, welches im Lez. 
rom. n, 335 mit der Bedeutung „anrechnen, zur Last legen" belegt wird, nur 
kommt der Abfall von auslautendem „g" oder „c" nach Conssonanten bei 
Bertran sonst nicht vor. 

44. lombardia. Dies Wort íìndet sich nicht im Lex. rom., doch liegt 
die Bedeutung auf der Hand. Die Lombarden waren im Mittelalter als ge- 
witzigte Kauâeute bekannt imd zwar nicht immer in der ehrenhaftesten Weise, 
weshalb „lombart" als Ausdruck des Tadels verwendet wird, z. B. Talairans . . 
no geta lanza ni dart, anz viu a guisa de lombart 44, 38; prendol sordeìs 
qu'avian soanat aissi com fes lo lombartz de las fìgas R. de Mir. 4, 14. 

46. nois camja „er verândert sich nicht'* d. h. er ríihrt sich nicht aus 
seiner sicheren Stellung. 

s'enbronha. Raynouard ûbersetzt im Lex. rom. U, 262 „se revêt de 
la cuirasse*', ohne indessen das Wort weiter zu belegen. 

47. resonha. Das Wort „resonhar" iîndet sich nicht im Lex. rom. 
£s ist aber wohl das afr. resoigner „fttrchten, sich fiirchten", wenigstens passt 
diese Bedeutung hier nach dem Zusammenhang. 

48. reserar. Dies Compositum von „serrar'' wird von Raynouard nicht 
aufgeiuhrt. £s heisst offenbar wie nfr. reserrer „umschliessen, umstellen", 
daher auch „in die £nge treiben, in Noth bríngen". Die Schreibung mit 
einem r ist nicht auffallig, cf. „ferar" 43, 9 statt „ferrar". 

40. (cf. Biogr. pag. 67.) 

4. a totz s. Amn. zu 15, 9. 

5. quals mortz e quals dan. „Dan" statt „dans" der Hss. wird 
durch den Reim verlangt; dagegen ist mit C „grans" gegen „gran** bei R zu 
lesen, nicht als ob der Plural von Abstracten bedenklich wâre, cf. 41, i sq., 
sondem weil derselbe nicht gut mit dem Singular „quals dols" zusammen- 
gestellt werden kann. Das Fehlen des Flexionszeichens ist dann allerdings 
eine starke Concession an den Reim; doch steht dieser Fall bei Bertran nicht 
vereinzelt da, cf. 3, 54; 16, 3 und 4; 17, 13; 42, 14; (42, 36). Ja in un- 
serem Gedichte kommen noch weitere ahnliche Abweichxmgen vor, so v. 28 



296 

„gTan", V. 35 „Bertran"; auch „desplazer" v. 25 gehôrt wohl hierher, denn, 
wenngleich „semblar'^ in der Bedeutung „gleichen" mit dem Acc. verbunden 
wird, so hat es doch, wenn es „scheinen" heisst, der Regel nach den Nom. 
bei sich. £s muss iibrígens bemerkt werden, dass diese Unregelmâssigkeiten 
sâmmtlich in Gedichten vorkommen, welche von nur wenigen und zwar 
solchen Handschríften ûberliefert sind, welche sich, wie man bei andem Ge- 
dichten bemerken kann, manchmal starke Ab'weichungen erlauben, und 
welche ausserdem in der Beobachtung der Declinationsregeln nicht sehr ge- 
wissenhaft sind. Daher ist vielleicht an den betreífenden Stellen meist eine 
Aenderung des ursprûnglichen Textes anzunehmen, obwohl es unmôglich ist, 
letzteren wieder herzustellen. — Die der zweiten Halfte des Verses fehlende 
Silbe wird am einfachsten mit Raynouard durch ein vor dem ersten „quaU" 
eingeschobenes „e" ergânzt. Die Verbindung mit doppeltem „e" ist, wie 
iiberhaupt im Romanischen, so auch beì Bertran ziemlich gebrauchlich, z. B. : 
mon sirventesc port' e vielh e novelh etc. 7, 41; e Catalan ell d'Aragon 23, 
27; una ren sapchon e Breton e Norman 34, 41. Vîelleicht ist sogar das „s*' 
in Felips bei C nur ein Schreibfehler statt „e". 

8. sai. R sclireìbt „si", C desgleichen, doch ândert letzteres den 
ganzen Satz. £s ist daher anzunehmen, dass in der Vorlage bereits „si" 
gestanden hat, und dass R den Fehler einfach heríibemahm, wâhrend C an 
der falschen Stelle Heilung versuchte. „Si" giebt in der That keinen Sinn, 
wâhrend „sai" bei Bertran ganz gewôhnlich die Bedeutimg „bei oder zu uns, 
auf oder nach unserer Seite, unserer Partei hat" und dann einen Gregensatz 
zu „lai" bildet, welches die feindliche Partei ausdruckt. So entsprìcht auch 
an unserer Stelle dem „sai" ìn v. 8 das ,4ai'' in v. 15; cf. auch v. 19. 

20. Fngolesme. Ueber die Eroberung von Angoulême und einen 
grossen Theil der Grafschaíl Toulouse s. Biogr. pag. 65 und 66. Richard 
hatte diese Lânder zwar nicht dem Philipp abgenommen, aber Bertran will 
ausdríicken, dass diesem als dem obersten Lehnsherm wohl die Entscheidung 
iiber etwaige Streitigkeiten zugestanden hâtte. 

22. Die Lesart der beiden Handschríflen stimmt nicht mit dem Metrum, 
da die Verspause zwischen „sa" und „terra" fallen wûrde. Die Abhiilfe er- 
giebt sich durch Voranstellung von „non es". 

27. a. Es erscheint unerlásslich, statt dessen „Pa" zu lesen, da das „1"* 
sowohl grammatisch als auch durch den Sinn gefordert wird. 

30. lai s. Anm. zu 26, 48. 

32. tolt. Die Hss. lesen „tot", doch ist diese Schreibung nicht zuzu- 
lassen, obwohl sie einzeln vorkommt. 

35. Bertran. £s ist nicht zu sagen, ob unser Dichter sich selbst hier- 
mit gemeint hat. 

36. venran. Raynouard liest „venram", was keinen Sinn giebt; Diez 
ûbersetzt „sie môgen kommen", doch wiirde dies „venhan" voraussetzen. 

37. de sobr' enjos s. Anm. zu 25, 26. 

38. ja'n Guastos. Es ist Gaston VI. von Béam, s. Anm. zu 21, 24. 

39. tollam. Die Hss. haben „tollan", doch ist dies offenbar ein 
Fehler ; demnach iibersetzt Diez auch „dass wir . . nehmen". 

San Sever. Diese Stadt existirt noch heute; sie liegt im siidlichen 
Theile des Dep. Landes, nicht weit von der Grenze von Béam. 



297 

40. Rocafort, heute Roquefort, liegt nordôstltch von dcm eben gc- 
nannten Saint Sever; auf welches Ereigniss hier angespielt wird, ist mir 
nicht klar. 

41. (cf. Biogr. pag. 38.) 

4. tot. So in c, wâhrend T „tut" liest. Die Aenderung von Bartsch 
(Chr. pag. 112) in „tuit" ist nicht nothwendig, da auch das Adverb „ganz'* 
einen guten Sinn giebt. 

12. en mort *&. Anm. zu 26, 4. 

26. tenc mensongier s. Anm. zu 25, 6. 

28. veuzis et. Diese Lesart ist offenbar besser als die von T „veiretz 
que"; veuzir wird von Raynouard mehrfach belegt. 

29. cascuns se mir el joven rei. An ihm erkennt er wie in einem 
Spiegel, wie viele Fehler und Mângel ihm anhaílen. So mehrfach, z. B. : al 
falhimen d*autrui tanh c'om se mir, per so qu'om gart si meteus de falhir F. de 
Mars. II, 39 ^ qui vol pretz , els vostres faigz se mir Aim. de Belen. i , 30. 
Daher vergleichen die Dichter ausgezeichnete Personen auch hâufig mit einem 
Spiegel, z. B. : la bella qu'es ílors e miralhs . . de totz ensenhamenz P. R. 
de Tol. 18, 13; flors de joi . . e miralhs de beutat Am. de Mar. 6, 27; ib. 
Brìef ni, 192; PAlamans .. miralhs e guitz e flors d'autres emperadors G. 
de Bom. 32, 58; ilh es miralhs e flors de totas las melhors ib. 81, 25; àhnlich 
P. deCapd. 21, 11 ; G. Faid. 41, 22; Guir. de Cal. 6, 46; Aim. de Peg. 10, 
9; 10, 18 etc. 

31.- cors s. Diez, Gr. III, 66. 

42. (cf. Biogr. pag. 84.) 

5. on soliatener. „Tener" wird zwar auch absolut gebraucht (s. Anm. 
zu 26, 38), doch passt diese Bedeutung hier schlecht; es ist daher vielleicht 
„que" statt „on" zu lesen, gerade wie v. 29. 

9. aten „hat zu erwarten, darf rechnen auP* cf. qui ben sier, bon gua- 
zardon aten A. de Mar. 3, 9. 

II. Dieser Ausdmck ist sprichwôrtlich ; er íìndet sich z. B. genau 
ebenso: de servir tanh calsque guizerdos F. de Mars. 16, 22. 

18. de Proensa. Das Attrìbut wird zuweilen von seinem Beziehimgs- 
wort getrennt, z. B. : mai'n Bertrans m'ampara d'Opian G. Rìq. 49, 87 ; mas 
d*en Bertran nom tuelh d'Opian lauzar, quan poirai ib. 82, 51; m*en irai 
dreitamens al rei, on es vertutz, castellan ib. 2, 60 etc. 

19. el nostre rei s. Anm. zu 26, 4. 

36. tal espaven. Die correcte Construction erfordert den Nom., also 
„tals espavens". 

38. non. Man kann auch no'n schreiben. 

43. (cf. Biogr. pag. 88). 

8. nol poscatz. Ueber dìe Auslassung von „que" s. Diez, Gr. III, 381. 

9. congrenz. Dies Wort muss nach dem Zusammenhange ein Instru- 
ment dcs Hufschmîedes bedeuten. Es wird von Rayn. mit „travail" d. h. 
„Nothstall" iibersetzl und nur mit unserer Stelle belegt. Das Gloss. occ. 



298 

bríngt unter diesem Worte den Ausdnick ^mettre cn congrenh'S den es mit 
yiamasser*' ubersetzt 

14. Zwischen dieser und der folgenden Zeile fehlt ein Vers, etwa des 
Inhaltes ,,unsere Barone sind nicht darauf bedacht, Ehre zn erwerben'S 
worauf mit v. 15 die Begrundung dieser Behauptung erfolgt. 

15. da Londres etc. s. Anm. zu 14, 76. 

Aire ist das alte Aturus, Alarìchs Residenz, eine Stadt in der Gascogne, 
im jetzigen Dep. Landes. 

16. non i a. Lies: no n'i a (T). 
qu*en . . nolh s. Dicz, Gr. m, 380. 

17. sencs tot calonhar „ohne jede Provozirung'* namlich seitens der 
Barone. 

44. (cf. Biògr. pag. 28.) 

3. un. Lics: un' (T). 

4. quart. Die Ordinalzahl als Bczeichnung des Verwandtschaftsgrades; 
ebenso „seguon" 34, 57. 

5. Tou c la mealha s. Anm. zu 4, 23. 

8. seralh wird von Rayn. mit „arscnal" iibersetzt, doch ist kein Gnind, 
von der gewôhnlichen Bedeutung des Wortes abzugehen. Der Dichter will 
sagen, dass sein Verstand gut geschûtzt ist, also nicht so leicht verloren 
gehen kann. 

10. entre in Verbindung mit zwei durch „et" verbundenen Substantiven 
hat bekanntlich in allen romanischen Sprachen die Bedeutung von „sowohl — 
als auch, theils — theils", s. Diez, Gr. III, 408, Anm. Andre Beispiele : nom 
sab jes bo qu*entre vos e Girart ajatz tenso Ross. 3122; Dieus, vera vida . . 
entre clergues e lais P. d*Alv. i6, 2; las! mil n'ai faiz entre sospirs e plors 
G. de Cab. 4, 41 ; lo retint . . que fan rauzelet menut entrel blanc el vert el 
vaire R. de Mir. 12, 6; aissi lor abelhis entre mi dons et amor Perdigon 13, 
21 etc. Auch im Nfr. finden sich einzelne FâUe dìese Grebrauches, z. B., 
entre pièces de cinq francs et pièces de vingt firancs il y avait dans cette 
bourse deux cents francs Sachs Wb. sub „entre". Statt der beiden durch 
„et" verbundenen Substantiva iindet sich zuweilen auch nur eins im Plural, 
z. B. : sai tenson entre las poestatz G. de Bom. 6, 20 ; fui raubatz ogan entre 
tres reis ib. 46, 40; sol quel trobem, entre tos ben lo pagarem Chr. 384, 29. 

Azemar s. Anm. zu 20, 11. 

15. Guilhelms de Gordon s. Anm. zu 33, 2. — Dasselbe Bild von 
der Glocke findet sich: en tal sonalh an mes batalh don non tanh, pretz los 
vuelha Guil. de Montagn. 3, 25. 

26. mesclal gran en la palha. Dieser Ausdruck ist spríchwôrtlicli 
geworden , z. B. : els temps dels ancias jois, chans ensems eron quol palh' el 
gras G. de Bom. 32, 26; ieu trac lo gran de la palha Gavaudan 8, 3. 

30. calh kommt von „calhar** her. Dies Wort wird im Lex. rom. nicht 
besonders aufgefuhrt; sub verbo „retalhar*S wo unsere Stelle zitirt wird, ist 
es mit „rassurer** iibersetzt; Diez mit „verbinden**. Letzteres ist offenbar 
das Richtige, denn es kann nicht zweifelhaft sein, dass das Wort das 
lat. coagulare „machen , dass etwas Flûssiges zusammenrínne und dichter 
werde'* ist. Zwar hat sich im afr. coailler, sp. cuajar, pg. coalhar die erste 



299 

Silbe erhalten, aber das it. quagliare, cagliare entspricht genau tinserer Form. 
Dagegen scheint die Bedeutiing sonst iiberall bereits ausschliesslich intransitiv 
£;eworden zu sein. 

31. issart. Aus der in v. 25 gebrauchten Bedeutung ergiebt sich 
leicht die iibertragene; so mehrfach z. B. : farem de castels en Fransa issartz 
K.oss. 4700; Bos e T. e B. fan grans essartz (sc. in der Schlacht) ib. 5177; 
ja no . . sapchatz com ieu fui issarratz c'amics sui desarmatz G. de Bom. 68, 62. 

34. lo fers saint Launart „das heisst wohl die in seinem Heilig- 
thume auígehângten Ketten, die sâmmtlich zerbrochen waren" Diez, L. u. W. 
194, Anm.; cf. li pres faran de mi lor sanh Leonart qu'eu toldrai a cascu 
de vos sa part Ross. 7828. 

36. Talairans s. Anm. zu 20, 12. 

37. arenalh. Rayn. liest „artenalh", das sich jedoch nur in M fìndet, 
und iìbersetzt „fort", ohne indessen das Wort anderweitig zu belegen; Diez 
giebt „Hûrde". Arenalh fìndet sich nicht im Lex.' rom ; es kann jedoch nicht 
wohl etwas anderes sein als eine Ableitimg von „arena*S also eigentlich ,,Kies- 
platz'S hier natîirlich allgemein gebraucht. Im Gloss. occ. wird es mit ,,bord, 
grève, rivage" wiedergegeben. 

39. lombart wird von Rayn. nicht aufgefuhrt, s. Anm. zu 39, 44. 
43. Peiregors ist hier wohl nicht die Grafschaft sondem deren Haupt- 
stadt, we]che heute Périgueux heisst und im Dep. Dordogne liegt. 

45. Bajart ist eine Reminiscenz an das beruhmte Schlachtross des 
Renaud de Montauban ; so schon : Bajartz li pren grans sautz per oamps aratz 
Ross. 4265. 

46. pifart. Dies Wort ist sonst nicht belegt; Rayn. ubersetzt es mit 
„pìffire" d. h. „Dickwanst" und es ist auch wohl gleicher Herkunft mit letz- 
terem Worte, we]ches bekanntlich identisch mit „iifre'' ist und eigentlich 
„aufgeblasener Mensch'* bedeutet. 

48. bart. Rayn. kennt nur unsere Stelle fur dies Wort und giebt ihm 
die Bedeutung „tache, marque*S das Gloss. occ. „limon, argile". Gram. prov. 
(ed. Guessard, pag. 43) „lutum de terra", sodass es hier etwa „lehmige, 
breiige Masse*< bedeuten kônnte. Diez iibersetzt „ich hoffe ihm ein Gemisch 
von Him und Splittem auf den Scheitel zu setzen". 

53. so quel paus dis a la gralha. Die Barone sollen sich uber 
Richard beschweren. Auf dieselbe Fabel wird angespielt: us s'en fasia cla- 
maire dels ditz, don autr' era laire, com fes de la gralha paus G. de Born. 

67, 35. . 



ì 



45. (cf. Biogr. pag. 70). 

2. lo. Die Hss. haben „bo", doch ist dies wohl ein Schreibfehler ; 
môglich wâre auch „be". 

6. se lo pogues revenjar. Nach der Lesart der Hss. fehlen zwei 
Silben. Statt „lo" môchte man mit Riicksicht auf die vorangehenden drei 
Substantiva lieber „los" lesen. Revenjar ist das einzige belegte Compositum 
von venjar; man kônnte sonst auch „pogues" als die drìtte Person auffassen 
und dahinter „om" einschieben. 

6. fius statt „sinî" der Hss. ergiebt sich deutlich aus dem Zusammen- 
hange. 



300 

7- pogra aiga. Die Hss. haben ,ipogra aigas", daher kôimte man anch 
„pogran aigas" bessem. 

10. qu'en. So ist offenbar zu lesen, ebenso wie 17» 4; cf. 17, 8; 21, 
9; 21, II etc, da quan als Relativnm nur nacb tot und tan vorkommt. 

auzetz. Die Hss. haben die afr. Form „oez". Dieselbe Form scheint 
sich in einem Liede Bertran Carbonels 13, 35 zu íinden „vos oes bnigir" 
(s. P. Meyer, Dem. Troub. 62), wo also ebenfalls „auzetz*' zu bessem wáre. 

11. la ren del ses. Lies: la rend' el ses (i« ces) (T). 
13. lo melhs. Lies: l*om e (T). 

17. reis noi es. Lies: rei no jes mit der Handschrift; ebenso v. 18: 
comt ni bar, cf. Anm. zu 5, 40 (T). 

23. manjar. „manlar" der Hss. ist aus „maniar** verlesen. 

27. Danes. Diese Besserung statt „domes" der Hss. verdanhe ich 
Tobler. Wir haben also hier eine Anspielung auf den bekannten Helden der 
franzôsischen Nationalsage. ' 

29. penzenat, cf. 21, 20. 

30. en fehlt in den Hss., muss aber nothwendig erganzt werden. 

33. tornes. Dies Wort ist in seinen beiden Bedeutungen hier nicht 
sinnentsprechend , man erwartet einen Ausdmck, der eine Person bezeichnet, 
wie ^marques" etc. 

35. man e mes. Die Handschriften haben manemes, welches dasGloss. 
occ. mit „ni plus ni moins" ; „ses manemes" durch „sans se £ûre prier'* ûber- 
setzen. Tobler: ses man e mes „ohne Vorladung und Boten". 

40. auz ist „ich hôre", nicht „ich wage'* cf. 4, 39. 

43. paes, s. Anm. zu 19. 19. 

45. delmieucorfos. So Tobler statt „del mieu corsos" der Hand- 
schriílen, also „meines Sinnes wSre". 

47. senes en contar „ohne daruber zu rechnen d. h. Rechenschafl 
abzulegen, Rede zu stehen**. Tobler: „encontrar? £n prohlitisch zu einem 
Inf. halte ich íûr unmôglich". 

48. £ puis nol (vielleicht no) vol, lais s'en ferrar „und da er (Philipp) 
es nicht will, lasse er sich von ihm beschlagen **, letzteres in dem Sinne der 
nfr. Redensart se laisser ferrer (T); cf. 43, 9. 

49. tan fehltin den Mss.; cf. 38, 93. 

I. (cf. Biogr. pag. 79.) 

16. aja. £s ist mit y „n'aja** zu lesen „aber von diesem (sc. Johann) 
scheint es mir nicht, dass er sich darum kûmmere**. cf. Anm. zu 4, i. 

21. Galvanh ist Gauvain, Gawein, der bekannte Ritter von Konig 
Arthurs Tafelnmde. 

24. al senhor del Gronh ist eine Bezeichnung fûr Philipp von 
Frankreich. „Das Vorgebirge (groin) bei S: Malo fnhrt diesen Namen schlecht 
weg** Diez L. u. W. 528, Anm. i. 

25. Lodovics. Die ersten vier Zeilen dieser Strophe enthalten eine 
Anspielung auf die altfranzôsische Heldensage von Wilhelm d*Orange. 
Titbaut îst Thibaut d'Afrique, der erste Gemahl von Wilhelms Gattin Guibourc, 
die damals noch Orable hiess. Die Belagerung von Orange durch die Sara- 
zenen, die nur durch Kônig Ludwigs eilige Hiilfe vereitelt wurde, wird in 



30I 

der chanson d'Aliscans (ed. Jonckbloet in ,,Gnillaume d'Orange'' 1854 ^^^ 
Cmessard 1870) erzfihlt. 

33. sai ist dem Sinne nach gleich „zu Ench", sodass „a cui** darauf 
bezogen werden kann; s. Anm. zu 38, 13 und zu 40, 8. 

48. Cadonh war eine Abtei in Pérìgord, die franzôsisch ,,Cadoin'S 
lateinisch »,Cadunium" genannt wurde (Bouq. XVII. 695). Auch andre 
Troubadours erwâhnen sie, z. B. : ges monge de Cadonh nos íìon en entresenh 
G. de Bom. 10, 46. 

49. Savarics. Gemeint ist Savarìc von Mauleon, s. Biogr. pag. 80. 

n. (cf. Biogr. pag. 95.) 

II. corredor ist der technische Ausdmck, cf. degra si menar daus 
totz latz coredors e cavals armatz Bonif. de Castel l, 5. 

31. massa ist der Streitkolben, der nur von Knechten, nìcht von Rittera 
gefuhrt wurde, cf. m'enueja . . rícs om que massa vol traire Moine de Mont. 
9, 6 (cf. die Anm. bei Philippson). 

33. l'intrar de l'estor s. Anm. zu 14, 21. 

35. a ratge s. Anm. zu 8, 43. 

42. manjar s. Anm. zu 2, 19. 

44. enhir. Dies Wort findet sich nicht im Lex. rom., obwohl Rayn. 
an unserer SteUe mit T agnir liest. £s kann nichts andres sein als das lat. 
hinnire. 

55. Biatritz. Es ist nicht klar, welche Beatrìce gemeint ist. 

57. fons etc. Dies Bild kommt auch sonst vor, z. B. : fons de vera 
pietat G. Riq. 7» 46; fons de malvestatz ib. 48, 18. 

63. usquecs nous gerrejatz ist eine âhnliche Constmction nach dero 
Sinne wie die in Anm. zu 38, 88 besprochene, ebenso: cascus podem saber 
per ver Folq. de Lun. Mondana Vida 328. 



Ânhang. 
zu a. 

1. doutz, nou] douz Dc. — termini'l termin F. termini nou D». — 3. nous] 
zwei Mal A. — 6. et hom deuría] ben deurìon F. — deuria] deurí D J K. — 
7. melhor] meiUer DF JKN. — sabor] sabors D JK. solaz F. — mi] e F. — 

8. m'estanc] mon estanc Dc. — lO. sols joms] soioms D JKN. — 
joms] iom F. — trenta] trentra JK. — 12. esglais] glays E. — 13. Doais] 
roais D. — 14. la] sa C. la so D. — sospeisson] sospeissos D. — de] del 
DJK. — Cambrais] cabrais F. — 

15. cranc] cran K. — 16. qui] qe F. — 17. que ja] per so F. e sa 
N. — dolenta] mauenta N. — 18. mession] messios F. — 21. Roais] canbrais 
N. — 

23. gamba] camba C D E F J K. — 25. ab] en C. a N. — grand] fehlt 
F. — ab] en C. — 26. nol ui hom ni en assais C. — 27. membres] membre 
EN. membrí F. — 28. escut] scut F. — 

30. rei] fehlt C. — poesta] poestat E. — 33. s'engrais] engiais E. — 
34. e] fehlt D. — cui] qui D Dc J K N. — 35. leu] fehlt D. — flacs] gras A. 
flac Dc. — 

36. Reis] rei EN. — 37. om] lom A. — Tors] cors JK. — 40. vos] 
uos es F. — gerra] guerr N. — 41. eslais] eslas F. — 42. er] es N. — 
sos] tos N. — 

44. lui] lei E. — 45. non] nos C. — 46. nolh] non E. — 48. non] 
fehlt C. — assais] essais E. — 49. ab] a E. — ni] et JK. — ab] a E. — 

50. Felips] phelips D F. — 51. quel] qe F. — hom] homs F. -— 52. En] 
e non D. — 53. plus] fehlt JK. — Algais] agais J. 

Zu 4. 

2. leveron] leueiron JKd. — 3. enjan] enian FJKd. — 6. socoral] 
seccoralF. — 7. l'afan] laffan JKd. — '9. afi] affi Dc. — 10. laissei] laisse 
Dc. — s'anavan tardan] sanauon tardan DoF. — 12. vi] in F. — 13. afe- 
blejan] aflebeian JKd. — 14. qu*eu] qen F. — passat] pasat JKd. — 

17. Filips] felips JKd. — vai] va JKd. — 19. usquecs] us qetis F. — 
d*els] delz JKd. — 21. crosat] corsat F. — 

29. la] las d. — 30. en] in J K d. — 32. vezi] uez F. — 33. qui] que 
JKd. — 37. quan] quam K. — 38. esfortz] esfort J. — 39. quom] con 
JK. — 40. reis] rei d. — 41. autres] autreis K d. — qu'ab] cap Kd. — 
venran] uendran J K d. — 42. Tarbre] lalbre J K. 



303 



Zu 5. 



I. ven] oei D. — coindetas D. — 7. dissendre A. — 
10. sai] si D. — II. uergoingnons D. — 12. enclaus] lenclaus JK. — 
17. preissa] presa D. — 

28. vengut] uenguz D. — 31. nois] nous D. — 32. que] qui D. — 
pot] s pot D. — 

33. Ittsage D. — 35. orgólhos] orgoilbs J K. — 37. quan] tan J K. — 
38. puosca] poscon JK. 

ZvL 8. 

V. I — 4 lauten in F: En bos naimars et en guis Basten castels et doillos 
E platz onnortz e boisos Tan lor platz praz e iardis. — 4. ortz] ort J K. — 
5. aize ab] soUaz e F. — de] doppelt F. — 7. que] e F. — on] fehlt D. — 
uns] un JK. nus F. — 

9 und 10 in F: Oimas i naura pro ris E non remara ses dos. — ii. et 
aculhirant] et er acoiUir F. — 1 2. e daran] e donar F. — 13. si volon c'ab] 
sil plai qom ab F. — 14. cridar] eretar F. — 16. conquerran gen] anera en 
terr F. — 17. Ja non crezatz c'om] (g)reu poiara on F. — 18. puoig de] 
puoig A. puig JK. en bon F. — 19. al] el F. — 20. ben fehlt D. — 
21. aquel] lautre F. — 22. per mil] mils F. — 23. pojar] montar F. — 

25. volgral] uolgra F. — 26. e que passes] qan se traira F. — 27. dels 
baros] qals es bos F. — 28. l'es] das erste Mal es JK. — o qals es francs 
o qals fis F. — 29. conogues] qe saubes F. — 30. de que clocha] de seloz 
e F. — Lemozis] lemoisis J K. — 32. us] un J K. — sobros] sabors D. — 

34. coras] qora F. — lczeros] poderos F. — 35» e qu'en] en qe D. — 
e dos] ce dos JK. — e qe getes lo so dos F. — 36. abanz qe plus sen- 
durzis F. — 37. d'Alamanha] dalemaingna D F. de la maigna A. — 
38. e] fehlt F. — n'Aimars] nazimar F. — 39. Guis] gis JK. — 40. tan 
engals c'us] tals qe nultz dels F. — 

45. Peiro] peire D. — Lacassanha] la cazaina D. la cazania JK. — 
49. Papiols F. — 50. non feira] no fera D. — barganha] burgaingna 

JK. barbaigna F. — 51. na Enris] naenrris DJK. na henrics F. — 

53. pres] conqes F. 

ZvL 9. 

I. Cazutz] casutz AB. caiutz T. tomatz R. — 2. car] e AB. — ol] 
on lo R. — cors] cor CFRT. — 5. car] quilh CE. cigU T. — mes m'a] 
ma mes C D E T. — en tal] al call T. — 6. nois] nois A B. non E. nom 
T. — descadena] descontena ABR. — 7. car] don ia quar E. non gia car 
T. — ni nos frays R. — 8. ab un] un dous C E T. — esgart] esdard T. — 
9- S^j^] blanca CE. blance T. graila R. — lisa] grassa CE. gras T. 
fresca AB. — 10. fait] faicha AB. — carantena] quarentena J. — 11. et 
hueymay R. — 

14. que] qeu ABDR. — si] siU F. — nom nestrena C. — 16. en] 
ab C E T. — m'esclais] menlays C E T. — pus fin amor laz atrays R. — 
17. de totas beutas T. — 18. pretz] pres CET. — Torena] tolena CE. 



304 

torrena D. — 20. n'a] nal B. es CET. — sobre lor] sobrellas ABCE. 
soblelas T. — 23. Roais] roìais B. doays C. — 24. retena] reteigna ABCE. — 

25. complida E. — 26. gab ni] gaba e T. — 27. cort CR T. — 28. es] 
as E. — de] daut T. — 29. et agram mort] que mort magra CET. — 
30. l'enois] lenuey CE. lenueg R. lenueui T. — 32. la] fehlt F. — doussa 
cara] doussa care E. duse care T. francha doss e R. — 34. el gen semblan 
qm fazia R. — 35. el] el gen CET. — 36. de la] de na R. de lai CET. — 
Saissam] saisam B. saysam R. &ssam F. saisim AT. sayssim CE. — 
defendia] defendria T. — 

37. en] de AB. fehlt F. — non] nom DE. — Ren en beutat non] en 
res no falh ni R. sens e beuta nom T. — 38. ni'n] nim CDE. ni JKR 
T. — fantaumia] fatonia F. fantasmia T. — 39. deziros CE. deiizo T. — 
40. joves] ieue R. — gens] gen E T. gai R. — cors] cor T. — 4*- «] ^^ 
A B. an R. a T. — genssa] genser D F. — qui] que D. — 42. hom plus] 
plus £. pltts hom A. — n'ostarìa] non staría F. — 44. sería'n plus] plus en 
sería (serí R) ABR. — 45. que] car R. — 46. e qui'n] e qi F. qui la C 
ET. — vezia] ueiría E. uería T. — 47. jos] iois F. — 48. totz] tot CEJ 
R T. — mons] mon E R T. — 

49. beis] bens B. — c'amors] samor T. — 50. per] de R. — genssor] 
genser R. — 52. sas] sa F. — que, quan remir sas] quan mir sas (sos T) 
belhas C E T. — tan son de lieys cobeitos R. — 53. conosc que ja] ben 
conosc que C E. consc qe gies T. q tem q ia R. — er] es T. — 54. que] 
car ABR. — sis volia] cascun dia R. — 55. dels] de CT. els R. — 

56. chastellans] castellan T. — 0] et R. son T. — rícs] rircs F. ríc T. — 

57. qu'en lieis] que en lies B. celu T. — es] eis JK. — 58. de] fehlt JK. 

Ztt 10. 

I. camja] cania G-. — melhor] ueillor G. — 2. sil] sel G-JKd. — 
7. cuzet] cttgeit G-. cuzetz F. — m'aucire] maucir F. — 8. passaîll F. — 
9. nos] nois A. — 

II. Lemozin] lemoçin G. — 13. mais G, — 14. dompna] dompn F. — 
puosca] pousca F. — 

25. que] qui GJKd. — corteiador GJKd. — 28. ha] a a J. — sos] 
ses d. — sabor] saber d. sabors F. — 29. qui] que G J K d. — consire] 
consir F. — 30. sos] ses d. — gensor] zenzor G. — 

34. entendedor] entedor d. — 36. hom] on G. — 37. puosca GJKd. 
pousc F. — 39. adrez] adríz G. — 

42. tot] tost d. — 47. guizerdon] guizardon G. guierdo JKd. — 
48. qu*en] quem d. — 50. a'n] au F. am G. — ques] qeis F. 

Zu 12. 

3. ochaios B. — 8. non] nom JK. — 14. tieira] terra D. — 17. irai] 
ira B. — 20. troi A. — 26. rei] ren i B. — 25. c'anc] quan J K. — ben] bes 
bes JK. — 28. adreiz D. — 30. er] es D. — 33. els] el A. — 37. al pel 
magnes A. — n'Anhes] nagues B. naigues D. — 38. Iseutz] syeuz D. — 
40. nols] nils JK. — 43. qieil A. — 45. nois] nous JK. nos DF. — 
46. nis] nils JK. — 47. mon] moA. — 51. atrestal A. — 52. en dos] cm- 
dos D. — 53. lascuiUir B. — genz respons D. — 54. don] dos B. — 



305 

57« g«esa D. — 58. sap] saup JK. — belestan A. — 59. reconguda D. — 
64. lechadeira A. — 65. nais] mi nais D. — 67. mais vuolh] qam mais B. — 
74. cazuda B. 

ZVL 13. 

I. D'un] un JK. — nom] non CMR. — cal] uueilh M. pues R. — 
lonhor] lanhor R. — ganda] granda MR. — 2. tal] qen M. — quel] que 
JK. — e que 1'] el R. — 3. car] et R. — n'ai] ai M. en R. — 4. qu*a 
fenit] car fenis R. — 5. poìs] qe M. car R. — pairs lo] pars loy C N. pairs 
lol M. paire o R. — 6. es] son R. — forsatz] forssartz M. iratz R. — 
7. pois] car R. — na Enrics] nai henrics F. nainrics M. enrics C. naimerics 
A. — terra] terre F. — 

9. Que malvatz fai] ben es malvatz R. — car] can R. — 10. liurazon] 
delioratz o C. a liurason M. — comte et] comtess C. — ii. d'autrui] dautre 
M. — liuranda] uianda MR. — 12. mai sembla Amaut] be sembla mal 
yrnautz C. — marques] marque A. seinhor MR. — Bellanda] belanda A. 
beulanda M. ^beslanda R. — 13. Giiilhem] guiUehn F. gillem M. — Tor] 
tost A. — 14. fon] fort R. — presatz] duptatz MR. — 15. pois] mas M. e 
R. — en] sin R. — lor] los R. — 16. noi] nois J. non M. — er mais tant] 
sera mays R. — 

17. Ja] ca JK. qa N. — er] sera M. — de Coberlanda] de corber- 
landa F. de torberlanda C. de noblanda M. coms de beslanda R. — 18. reis 
dels] rei dels M. ni rey d R. — Engles] emgleis M. — ni] ni non C. ~ 
conquerra] conquira F. — Yrlanda] islanda D JK. landa C. — 19. ni] no 
F. — tenra] er sieus R. — Angieus] aniou C D F J K N. — Monsaurel] 
monssaurell MR. — 20. Peiteus] peytou CJKN. — aura] tenra MR. — 
21. ducs clamatz] es ducx clamatz R. sera ducs A. — normanda] normada 
F. — 22. ni] ni er CR. ner N. — coms] com R. — palatz] pallatz F. 
palaitz A. parlatz M. appellatz C. — 23. sai] ni AF. ia BN. — Bordel] 
bordels A. — dels] de F R. — Grascos] gascoms J K. gascs C. - Landa] 
marmanda C. — 24. senher] senhers CN. — Basatz] bezatz C. bazatz MNR. 
bassatz D. — 

25. Conselh vuolh dar] conseill darai M. ieu don cosselh R. — 26. lai] 
sai M. — sitot] seltot M. — no lom] no mi M. nol mi R. — 27. ja fehlt C. — 
mais sos homes] nulh son home R. — 28. noncais fai el] non fay el ies R. — 
asetga els] aseria els J K. asseitz el F. asseti e R. azagel C. assagueza M. — 
aranda] atanda FJK. e blanda M. manda R. — 29. tol lor] sai los M. sai 
sos R. — chastels] chastel D. — e] els M R. — derroca] acors R. — et] els M 
R. — abranda] demanda M. — 30. deves totz latz] car asseiatz R. — 3i. el] 
els JK. — tomei] tom C. — el reis tomei] e uenhal rei R. — Grarlanda] 
guarlanda CN. garllanda M. guislanda A. — 

33. coms] com C. — Bresilianda] bersilianda A. bercelianda C. brese- 
lianda DJKN. brecelianda M. — 34. fos primiers] fos premier F. primier 
fos M. — 35. es cortes] ers cortes F. ell es írancs M. — en] in F. e N. — 
36. regesmes] reismes D. reiehnes J K. reibnes N. — e] el J K. — duchatz] 
dttguatz CM. 



20 



3o6 



Zii 15. 

I. mescondcsc C. mescondic EJKT. — non] nom R. — mer B. — 
2. quetts ant] que man T. qe an F. quan (J. — de mi dich] dich de mi A B 

C. — fals lauzengier C. — 3. merceus] merce D E J K. — qu*om] que B C 
T. - — non] nom C R. — puosca] puoscant B. puescon C. — 4. lo fehlt C. — 
cors fin] cor íìn BR. gent cors C. cors F. cor T. — lejal] adreg C. — 
vertadier] e uertadier F. e plazentier C. ni drechurier T. — 5. humìl e franc] 
hmmls e francx R. franc et humîl CEFT. — cortes] e cortes J. leyal C. 
fehlt R. — plazentier] plaxentiers F. drechurier C. — 6. ab mi, dompna] 
encontral mieu C T. — messorguas C. messomia T. — comtar] comdar D J 
K. cuidar F. — 

7. premer F. — get] lans C. — esparuer E. esparauier F. — 8. quel] 
qe lo T. el C. ol ABF. — maucian DF JKR. moston T. — el] del T. — 
lanier CEJKRT. — 9. e porton Ten] que lon porton C. e de mos uueis 
T. — qu'ieul lor] qeu lor B F. quel lur J K. e qidel C. lo lur T. — 10. s*eu 
si R. — non am mais] mais non am E F. mai de uos C T. — de vos lo] 
ont ai mon C. no am lo T. — 11. que de nulh' autra] no fas dautra R. non 
am totz temps C. — aver] iauzir R. — lo] mon A B D. — qe nuill autran 
pma per caualier T. — 12. quem] nim T. — quem don s'amor] que dc 
nulha C. — nim retenha al] samor ni son C. — 

13. sobríer] plcnier T. — 14. no mi puosc] no men puesc R. nom puosc 

D. pus nom sai C. nom puosc plus A. ca no mail T. — orar plus] onrar 
plus R. orrar pius D. orar mais CT. adorar A. — dengombríer F. encom- 
bríer R. — 15. pensar] pensier A. — sieu tenc ma domna que la puesc 
abrassar C. de uos domna q nô uuillas amar T. — 16. quan screm sol] qan 
serem sols R. quan serai sols C. qe cant seres T. — en] dinz A C T. — 
dinz] fchlt T. en A. — 17. deuas C R. deues DFJKT. — 18. qe se uiot 
nô puesca eniudar T. — 

. 19- jogar] iutgar J. — m'asset pres] maseti R. mi met tras T. — 
20. noi] nonFT. — baratar] leuar mas T. — 21. non] fehlt B. nom JK. — 
puosca] puosc JKR. — ni non puescha a taulas ben girar T. — 22. get] 
uueil T. — lo reirazar] lo retrazar A. io rea^ar F. lorreirarar JK. lo 
reirrairar D. gitar lazar T. — 23. mais fehlt D F J K. — sieu mais autra 
dona am R. — si dona prec ni razon menquier T. — 

25. Senher] senhor C. — sia eu] si eu C JKT. — sieu ai D. — dej 
del B T. dun C. en D. — parsonier] ab paríer C. parríec T. — 26. siam] sion 

B. sian T. — paríer] peiríer T. parcier J K. parsonier C R. — 28. m'ajon] 
naion F. uaion D. — albalestier R. abalestiers T. — 29. metg* e] metge e 
A. metges C. — sirven] siruenz F R. gaitas C. — e] o F. — gaitas] siruent 

C. — portier] arquier C. — 30. s'ieu] si T. — dompna] don R. — si eu 
uengui per uos agualiar C. — 

31. autrescondich farai uos plus plus sobrier T. — 32. pois] ren T. — 
a que m'aja] que mi aia T. — mester E. — 33. e falham] q follia T. — 
serai] yrai R. — sobra D. — 34. en] e T. — porter E. — mi batan li 
portier] estia lai e mier T. — 35. en] de T. — cocha] cocham C. corra T. — 
fassal] falsa JK. uey hom CT. — fugir] faire T. — premer T. — 36. non] 
nous A B R. — si non menti fehlt E. — cel queus anet comtar] sel queus 



307 

ho anet comtar £. qinzo anet comtar T. quieu manet encuzar R. — e sieu 
agui cor dautra domnamar C. — 

37. mon] bon F. — anedier] auadier D. — 38. mainier] mainer JK, 
manier CT. — 39. apoderar] nesser sobrar T. — 40. sinh'e] sisne A. sian 
T. — et] o F. — blanc] planc T. — 41. galinier DEJK. gualHnier CT. — 
42. debaten] desbaten A. — vuolar] leuar T. — 

49. envejos] lauzengers E. — fementit] fementitz R. enuios E. — 
lausengier] mensonger E. — 50. pois ab] possa F. — destorbier] destorber E. 
encombrier R. — 51. bcn] beus AB. 

Zu 19. 

1. fora] for DF. fai JK. — 4. fos fehlt F. — 5. joms] iom F. — 
huoi] io F. — 6. degram] degran D. — 7. c'aitan] qantan F. — 8. fehlt 
D. — 

9. tom entrels] tomei e F. — Lemozis] lomozis D. — 11. bels] bel 
F. — sembelis DJK. zembellis F. — 12. quieiron] qeran F. — 15. m*es 
tant] mestau F. — 16. qu'a] qui JK. — 

17. e iis] iis JK. — 18. paratge] paratg K. parai J. parag D. — 

19. serai] sera J. — 22. n*es] e F. — 23. qu'onrada] contrada J K. — 
24. caps] cap DJK. — s'i] sen F. — 

25. doutz] coins K. coms J. — clar vis] car suis JK. — 26. amors] 
amor F. — 27. e] qan F. — assis] aisis F. — 28. feltre] feutr F. — 
29. doussa] dous D F. — 30. dich] diz F. dir D J. — 

34. cristau] cristaus JK. — 38. retinc] retenc F. — 39. aic] ac JK. — 
que quim] qui qem F. — 41. totas] tota J. 

Zu 20. 

2. anz lo fìiuc senes] quenans lo (los JK) fatz ses D JK. — totz] 
tortz JK. — 3. es] sui F. — mos genhs e m'artz] dengeing e darz F. — 
5. sort] sortz E. — qe tan sai F. — 6. que uec uos mestort D JK. — 

9. puois lo reis e lo (el D) D JK. — 10. mals] mai A. — 11. ja mais] 
e mai C. — 12. nom] nô D. — ni'n] ni D F JK. — talaranz F. tailaranz J. — 
13. ni] qe F. — 15. qis uoiUam plaidei F. — 

17. partz] artz F. — 18. a] qen A. — a mi resta] a min sobra D J 
K. — de gerra fehlt JK. — 19. pustella] pustelaDEJK. pustel C F. — 
son huolh] luoill D JK. — qui m'en] qui menzi JK. — quim F. — 20. si 
tot m'o] puois eu mo DJK. si ben eu F. — 22. ab] cab DFJK. — 
guerram cofort F. — 23. tenh] tem D J K. — en nuill autra lei F. — 23. eu 
non uoiil ni crei F. — 

25. eu non gardi lunsdi (lo lundi D) ni martz DFJK. — 26. set- 
manas] senmana E. — ans ni mes A. — 27. abril] abrils J K. — 28. qu'ieu] 
qe F. — tracte] serque DFJK. — 29. celz] cel JK. — 31. trei] rei F. — 

33, Qui que] quis uol JK. sis uol D. cals ques E. — sos] de A. — 
bos] bels D JK. — issartz] escartz JK. — 34. eu] queu DJK. — m*en] 
me A. — 35. puosc C E F. — aver] a D. — 36. braus A. — 37. c'ab] ab 
F. — 38. em] e F. — 40. domnei] domei D. — 

41. galhartz] gainartz DJK. — 42. la terra] las terras E. — quel uol 
ma terr (terra J K) a sos enfanz D J K. — 43. et fehlt C. — gartz] gart 

20* 



3o8 

JK. — 44. que mals cs] tiiich flacs en A. — 46. mas a] cre qua A. — 
malvat G. — nauran la lor sort DJK. — 47. venrai fe qeus dei F. eu lo 
K autrei DJK. — 48. anz] quals DFJK. — c'ab] cad D. — plaidei] 
guerrei J?. — 

49. cal] doppelt D. — 50. ni] doppeU D. 

Zu 21. 

3. que] qeu F J K. felilt G. — non] mon G. — em] en F. e M. e mon 
G. — 4. fehlt G. — 5. Autafort] autefort M. — 6. qu'eu] cui M. — rendut] 
perdut A. — 7. al] del A. — Niort] gisot G. monforrt A. — 9. puoìs] qar 
M. — 10. li] lin G. len M. — 11. fehlt G. — 12. retengut] receubut A. — 
13. noi] non D. — 14. que] qui JK. — quem] qen M. — disses] dises D J. 
dieisses M. fehlt G. — antan] amtan G. — 15. non] noi G. — 

16. Vas] vers G. — mi] meis A. — 17. trei] doi AM. — palaizi] 
palaizin A. — 18. vescomtat) uescomte A. — 20 und 21 sind in M hinter 
V. 23 gestellt. — 20. penchenat] pezinat G. — 21. peìregorzi] peiregoìzi F. 
peragorin D. peiragorìn K. peiragom J. perengoli G. engolmezin AM. — 
22. comte fat] contrafat F. contrafait G. — 23. engohnezi] englomezin D J K. 
dengohnesi F. degohnezi G. peiregozin A. peiragorci M. — 24. e'n] e F. — 
Gasto] gasco A. — 25. Die Verse 25 — 29 sind in A geordnet: 29, (27fehlt), 
28, 25, 26; in M: 25, 29, 27, 28, 26. — 25. tuit] tut M. maing A. — l'autre] 
llautre M. autre A. — baro] gasco M. — 26. plevizo] fermazo A. — 29. e'n] 
e F G J K. — Raimons] ramon F. rannon G. — 30. et anc uns] canc pois 
A. — tenc] tengron A. — pro] pron G. — 

31. Ses] qan A. — tener] nom ten A. — 32. tenc] am A. — cngal] 
aital M. — 33. cum] coz D«. — 34. nom] no G. — 35. In DoGM sind v. 35 
und 36 den beiden folgenden nachgestellt. — 35. qu*en] en D«GM. — 
antic fehlt G. — 36. In D findet sich v. 36 erst hinter v. 38. — Marsal] 
marzal G. maissal M. — 37. mi] qen DoG. qui me JK, — jureron] iuron 
G. — 38. sobr*] sus M. — un] on G. — messal] misal J. mesal D DcF G. 
missal KM. — 39. tals] tal G. — plevicj pleuis JK. — 40. fezes] fezetz J 
K. íaria A. — plaig] patz A. — ses] perD. — 41. pois] uns M. — 42. Statt 
dcr Verse 42 — 45 hat A : e non o feiron be Car ferront patz ses me. — In M 
lauten v. 42 und 43 folgender Massen: ni li souenc de me — nill membret 
mes de se; dann folgt v. 43 und zuletzt v. 42. — 42. nolh] non M. — estet] 
esteg D«?. estes G. — 43. car] qant M. — se] ses F. — a] en M. — 
44. s'acordet] socordet G. — 45. so] cho G, — pliïi] P^^ l^i F. — 

■ 46. SÌl] ses G. — m'es] nes G. — avinens] auinen G. — 47. non] nom 
G M. — escars F M. escar G. — 48. mout] mut M. — 49. en] e A. — 50. us] 
un G. fins M. — 51. humils] amics AM. — 52. coms] cons G. — fassa] 
faicha G. sega M. — sens] sen G. — 53. que] qi F. — fai] sec M. — la] 
li M. — 55. lui] lieis M. — s'esto] seston G. esto A. — 56. so] cho FG. — 
te pro] es bo AM. — 57. geta] gegta F. — fors] for M. — el] al M. — 
58. aissi] qaissìs M. aital A. — tanh] uoil A. — 59. tenha] fassa M. — 

61. Lo] al GM. — pregar] preiar G. — 62. que] qa A. de M. — 
63. mi comant a] qe la mi man M. que lam prest per A. — 65. c'ades] que 
tant A. — 66. tuit cist J tut sist J K. aquist A M. — 67. els] lor M. — 
estar] durar M. — 69 — 75 lauten in A: dompna ab cor auar — ses prometre 



309 

e ses dar — mout mi pogratz ric far — sim dassetz xm baissar — 69. ara] 
hueimais M. — pot] po M. — 70. lo] le M. — 71. vas] ab M. a G. — 
73. volgui] uolgi DJK. cudei M. — 74. c'al] qa G. al M. — desamparar] 
desainparar G. descamparar D. desamparat JK. — 
Hìnter v. 75 folgt in M: 

Ma bella esmendas gar 

hueimais de sordeiar 

qe ia per meilhurar 

non la cal trebailhar 

qel mon non sai sa par 

de ioi ni de parllar 

ni de bell donneiar. 
77. prometre] prometr DF JKM. — 78. fehlt M. — nom] non F. — 
donassetz] donases K. domna ses J. — Zwischen 79 und 80 íïïgt M ein: e 
so uolias far. — 80. aissim podetz] caissim podetz A. poirias mi M. — rìc] re 
M. — 81. mon dan restaurar] ma perda esmendar M. — 82. si] seDJK. — 
dieus e sains] dombres dieus M. — sains] fes F. — m'anpar] mampar F. mi 
gar M. — 

A hat noch folgendes zweites Geleit: 

Papiol mon chantar 

vai a mi donz comtar 

per amor den aymar 

mi lais de gerreiar. 

ZvL 28. 

I. Lo] le M. — coms] coms coms K. — m'a] a MR. — mogut] uolgut 
M R. — 2. na Raimon] narramon C. na ramon J K. en ramon F. en raimon 
M. en R. R. — Luc] luch D F J K. uc C M R. — d'Esparo] desparro J K 
R. dasparro C. desperronM. — 3. fassa] mueua M. — chansso] tenço M. — 
4. on] don MR. quen C. — sion] sion siont A. — trencat] tranchat JK. 
traucat C. traucant M. — mil] mell F. — 5. elm] elms CR. — ausberc] 
auberc J K. aberc D. auberx C. — alcoto] alcorto A. alqeto M. — 6. falsát] 
failssat F. — 

7. £t fehlt R. — er ops que] es luecx que C. — atendut] tendutz R. 
tengut C. — 8. comtar mi fai] contra me fay R. mi fai comtar C. íai mi 
dire M. — 10. depois DJKR. despois F. — que m'o] qer o D. — 
II. m'en] mo C. llen M. — 12. de lor mi tenc] mo tenc de lor M. — per] 
p A. — 

13. Tolosa] toloza C. tholsa R. — pres] part ACM. — 14. fermaral] 
plantaral M. — 15. al] el AM. — jostal] costal A. — peiro] petro JK. — 
16. e quand] quan lay C. — aura] autro P. — trap] trep JK. — 17. lur] lo 
lor D. los F. — de viro] dauiron D JK. fehlt F. — 18. jairem] iarem M. 
layrem C — nut] tut M. — e qui qe nutz nai e maiut F. e que tre nui 
narare zagut D. — 

19. nos] lor C. tan R. — seran i ab nos] ab nos seran hi M. — 
20. poestatz] poestat M. — 21. li plus] tug li C M. — honrat] ualen M. — 

22. del mon] de luy R. — plus] mieilh M. — mentaugut] elegut CM. — 

23. que] qui F. quar C. — que] qui F. e C. o M. — 24. que] qui A F. 



310 

e C. o M. — precs] prec M. pretz CDJK. — i]siA. — serant] fitran 
R. — vengfut] mogut A. aiut R. — 

25. desse que] qant aqi M. — vengut] nos tut F. — 26. mesclar] 
mescler M. mesdat F. — pel] per FM. — 27. e] ell ADF. — Catalan] 
catalas CR. — ell] cill F. e CMR. — d'Arago] arago MR. — 28. tom- 
baran] trobaran R. cairan y M. — 30. tant] tanz F. — ferrem] ferem D F. — 

32. volon] uoloill F. — tronso D J K M. trensso C. torso D. ìn R ver- 
wischt. — 33. e] si R. — samit] cendat ACM. — c fehlt D. — 34. cen- 
dat] samit ACM. — don] sia JK. — 35. paisso] paiso D JKR. faisso 
F. — 36. trap] traps C. — pavilhon] pauaillon FM. papallon JK. pabalho 
R. pabalonh C. — tendut] fendut F. perdut M. in R verwischt — 

37. reis] rey R. — 38. el] e F. — seignor JK. — Albeo] albio M. 
albeto R. arbezo C. — 39. Rotgiers] rotgier R. rogier JK. robertz M. — 
el] e F D. — el íilh] giscartz M. — Bemart Otho] bematado C. el fills noto 
M. B. hoto R. — 40. e lo coms] el coms don (den C) C M. — lor] li C. — 
41. el] lo C. le M. — ab] en CM. — Bemardo] bemado CMR. — 42. e'n] 
e DF. — Sanso] sansos F. sansom JK. sancho C. sanchol M. sasson R. 
sans A. — frair del] fair del K. faire del A. far del R. frairel M. frairal 
C. — rei] roi JK. — 

43. De lai] uemais M. — 44. sei] chai JK. — 45. aut] ric C. — que 
li aut] quel maluatz M. — 46. lor] els R. — irascut] irascutz M. 



Zu 

I. Mon chant] mos chantz F. — 2. el] men B. — remazut £. — b. e] 
en B. — 8. e d'umil] a humil F. — 9. far grans] fars grand D. — 10. cre] 
cuich AB. tem C. — quem] quim F. — ii. dols] mals AB. — 14. meta en] 
menten JK. — 

15. Reis] rei £. — dels] de F. — 16. foratz] forcatz F. — senher] senh 
F. — si acsetz] saguessetz AB. — 17. ioue reys C. rei iouen £F. — «gut] 
angut JK. — 18. joven] ualor F. — 19. aubrec K. — 20. bel] bon AB. — 
24. ant quils] er quius C. — 25. qui los] qui ials DJK. — retenha] 
reueingna D J K. — 26. e laj passaray C. mas tuit fait prezan F. — lai] leu 
E. — 27. qu'ab] ab A F. — 28. ric] autre A B. -- iait fehlt F. — 

29. gens (gen B) acuillirs ABF. — 30. bel] bels ABF. — 31. grans 
A B. — ostal] ostals B. fehlt A. — pagat] pagut A. — 32. dons e] dous e D 
K. non es F. — et fehlt B. — estar) humîls A B. — tortj tot tort B. — 
33. maniars F. — manzan F. — 37. de totz] del mon AB. — 38. volh] 
laus C. — tenha] tena C. uegna F. — tot uol qom o teigna AB. — 
39. retenha] teigna F. — 40. alj a JK. q D. — 41. pelj qeil A. quel C. — 
42. que nos] quem C. — 

43. enj quen EDJK. — 44. que] quen JK. — elescut] elegut CD 
£ J K. alegut F. — 45. pelj per £ F. — melhor reij lo meiUor F. — portes] 
portet JK. pertes B. — 46. elj e E. — tomiar F. — 47. desj deus FJK. 
dieus D. — des loj de sai C. — rolan D J F. — 48. ni de lai] ni de sai £. 
dellai ni DJK. de sai ni F. — 49. vi homj hac hom F. fo anc AB. — 
50. guerreians AB. - - qab faitz tan prezan F. — 51. dond] tant C. — la 
soas lauzor F. — 52. tant pelj per lo C. — s'empenha] senprenha £JK. 



3" 

sepreigna F. — 56. del] dc F. dal B. des A. — Nîl] nill K. — trolj tro lo 
J. trocal A B. — colgan] leuan A. — dorien trol sol colgan C. — 

57. per fehlt E. — vuolh] dey C. — 58. vegut] uegut A B. uigut C. — 
59. devon] deuem C. — 60. ioi E. — ire F. — no m*] nous C. — 62. berton 
F. — 65. e] el D J K. la A B. — Maines] meines D. uiana F. — 66. Franssa] 
de fransa C. — tro] e des AB. — 67. tenha] taingna D. — 68. de] e C 
D. — Gan] guan £. — 70. lij lai AB. — li Alaman] lalaman B. li alman 
K. li aleman D J. en lamentan F. -^ 

71. loirec D. loairenc JK. lorench C. loiarenc F. loier AB. — 73. quand] 
car B. — 74. non] nom C. — 75. aglan C D E F J K. — 76. ni] com F. — 
estan] stan DF. — 77. pesan] pensan DJK. — 79. tuich devem] tuitz 
deuon F. 

Zu 28. 

I . Molt] greu C R. be T. — descendre] defendre C R. deisedre T. 
discandre U. — carcol] cancol T, cartol R. — 2. ab] a V. — e sapchatz 
que no mes belh CRT. — 3. e, car] quar anc CT. car ieu R. — assaut] 
assatz R. — cembelj chambel J K. — 4. non] nom A. — vim] ui R U V. — 
mais aura] passat a C R. pasat T. — d*un] un CRT. — 5. e] eu JK. — 
m*o] me U. mel V. — a] en T. — gran] grad V. — 6. il] els R. luns T. — 
n'estan] estan CRT. — 7. e nos] e lautr C. lautre T. li autre R. — autre] 
autrì J K. autrui D. autres U V. et ieu C. sieu R. — 'estan T. — s'amor] amor 
A T. — 8. senhor] seingníer U V. — Molïema] molchema T. mulema R. — 

9. Quels] quils CR. que T. bels A. — elsj et T. — esmolj smol V. 
amol A. — 10. els] e T. el U V. — coutel] coltels V. ocutel JK. — 11. lo] 
le C. — senher] seingnor D. — que ten] qe tem U. de ccn D. cuj es C. cu 
es T. — Bordel] berzelh V. — 12. son] es T. — espes] espers JK. — 
denan] dauan C. — 13. mozJmosCR. molsT. molA. — 14. lejal] lialsRT. 
leiai D. — 15. merce] merces C T. — de 1*] dels RT. al C. — esmoledor] 
emmoledor C. ismolidor T. esmolador V. — 16. venran a] ueira T. tot auran 
U V. — vita] uid U V. — eteraa] tema Ç R. — 

18. Guilhems] gullem T. — 19. isnel] ymelhX R., — 20. com] quom C. 
co T. cals R. — nostrcs baros R. — cada] cad RT. quad C. — 22. can] 
quam K. — 23. enj e T. — 24. lo] 1 T. — clars] clar C R. crars T. — 

25. Mirandol] miradol U V. — 27. cre] cug C. coc D. — ogan] quon- 
guan C. — 28. faranj feran V. — 29. menassan] mefisan D. manasan U. — 
30. sonj sen D. — 31. ben fehlt C. — ben non] qe ben U V. — atendol] 
atendel V. atendon al C. — 32. plou] pluo T. — et invemaj edenuema U. 
edinucma V. — 

34. CatalanJ câtala C. catalas R T. — d'UrgclJ dorgcl U. dorgelh V. — 
35. an qui losj trobon qmls R. — capdelj gabdel U. — 36. mas un] et an 
R. — scnhorj seingnier U V. — flac] flanc U V. flat D. — 37. tal] tals D. — 
tal ques lausa] cui lausa trop T. — 38. e] qe UV. — c vol] cama R. — 
deniers] dineis D. deuers T. dinuems K. denier UV. conor J. — c'onorj 
conors D. dinucrns J. — 39. ej qe U V. — pendetj perdet U V. — 40. ques] 
que R. qe uos T. — destmi] destraui D. destmis JK. — enfema] scnfema 
C. sinfema T. si fema R. — 

41. la] las UV. — 42, m'es] me UV. — 43. qu'ieu] qic D. que C. — 



312 

rcpti e] rept e que C. — l'apel] larcl V. — 44. d'cngan] degan JK. - 
45. car] que U V. — son] lo D. — 46. soíre] sofra U V. — qucl] que A C — 
47. s'anon] sc uan CUV. — 48. govema] couema D. — 

49. £u] quieu R. — austor] austro D. astor UV. — un austor sai no 
T. — trcsol] tersol ACT. terzol V. — 50. qu'anc] cant R. — 51. franc] 
cocnt RT. adreit UV. — cortes] franc UV. gualliart R. — isnel] imelhR« 
nouell T. — 52. ab] a T U V. — m'apcl] mapll T. — ab quieu mapeli R. — 
Tristan] tristant D. — 53. semblan] scblan T. — 54. am] ma R. et am C* 
an T. a me UV. — per] ad R. — 55. am dat] a me dat UV. am fait C 
am may R. tenc mo T. — mais de] trop mais C. a maìs T. dat de R. — 
ricor] donor CT. — 56. s'era] sim fes C. — reis] rcy CUV. — Palema] 
palerma AUV. — 

57. la] lo UV. — 59. en] a UV. — quem] qucs RTUV. — 
60. Pttois] masC. — regina] reinaRT. raina JK. — 61. per] adR. — 
62. posc] pos K. puos J. dcu R. — cinc] s C. VRT. — ilh] ieu R. 

Zu 29. 

I. puosc mudar] mudarai T. estarai CR. — un] qun F. mon ACRT 
U V. -— 2. n*Oc] oc D F V. — a] ant A C R. — fuoc] fioc T. — traich] 
fach CR. — 3. car] qe F. e CR. — grans] gran CUV. — gerra] guerras 
F R T. — fai] fan F R. — d'escars] descas C M R. — senhor] seingnier U 
V. — 4. quem plai ben] que mi play CR. cem sap bon T. — dels reis] 
del rei TUV. de rei M. — bomba] labona T. — 5. que n'ajon] qen naiam 
U. qe naiam V. qeill agon M. e laion T. ens aion R. ens hian C. — paisson] 
pels e CR. passen U. passer V. paixs T. tendas F. — pom] poin R. pon 
CUV. — 6. e*n sion] e sîon DV. e siom U. ens hian C. — trap] drap U 
V. draps R. trop T. — tendut] tendutz C R. tengut U. — fors] for M. — 
7. encontrem] encontremen D. atrobem T. amassem C. amallem R. — mil- 
liers] meillcrs D. miglier U V. — cens] cen V. — 8. sij tant D. — nos] non 
T. — en] ne T. fehlt UV. — chant hom] chanton FJKUV. — 

9. Qu'ieu n'agra colps] colps nagra ieu CR. qeu naia colps (colp U) 
UV. — en] e JKT. — 10. e fehlt D. — faich] faitz V. — gonûmon] 
guofiayno R. coníanon DFJKM. — ii. parc] part T. — 12. que n'OcJ qe 
oc D T V. pueis noc M. mon oc C R. — NonJ nu T. — dat] datz C R V. 
dantz T. — 13. mas] mais eu DJK, qeu F. e CMRT. — ai gesj ai JK. 
es mieus CMRTUV. — ni] nil CR. — Rancom] rancum T. rancon MR 
U V. — 14. qu'icu puosca] qeu puesc V. qe posca F T. e non pues C R. — 
lonh] lieu M. — ses] les R. — 15. ajudar] audar U. — de] a CMRT. — 
16. al] au D JK. — enj e T. — e capel en ma tcsta] en ma testa el 
capel J. — 

17. reis] rey RTUV. — Felips] phelips DF. felis U. felip R. filipp 
T. — n'agues] nages MT. agues F. lagues C piagues R. — ars una bargaj 
ars una maria M. as ana maria CR. — 18. denan] desan C. dauan T. — 
Giortz] guìortz A. giorz D K. giortz J. ghiorz U. ghiortz V. gìort F. gisors 
M. gissort R. gîsorc C. giorg T. — 0] e D R. — crebat] fcrmat T. — unj 
son T. — 19. intres] nintres M. — per] tot per C. — forssa] fors F JKRT 
U V. — elj al U V. — 20. que 1'] e quel T. els C R. eils M, — asetgesj 
atsegues D. asegues J K U V. segies T. — puoig] puoc T. — la comba] las 



313 

combas T. — 21. colom] colon M. — 22. adoncs] adonc U V. lai doncs CR. 
aizì T. — sai eu] uiram CR. — qu'el volgra] cc uolgra T. qel cuiera M. 
quc fcira C. qui fera R. — far parer] aparer C R. ualer M. — 23. Carle, que 
fon] carles qui fo T. carle maine M. carle mangnes U V. al fach quarles C 
R. — dels] del A. lo F. — dels mielhs de sos] de sos miglors T. e sos 
melhors M. e sos meillier U V. lo sieu melhor C R. — 24. per cui] quen 
C. — fon fehlt M. — Polha] poill D F J K T. — Sansonha] sansoinha M. 
sansoina JK. samsuenha C R. sassoinha T. sasogna U V. — 

25. Anta] amta M. enU U. — lo] la U. — descarga] descazia 0. — 
26. cellui] seinhor T. — cui] que C R M. pos T. quant J K. — hom] trop J 
K. fehlt U V. — 27. qu'eu] que C R. o T. — non] nom T. — cuich) par 
T. laus M. uuclh C R. — laisj uas M. — Caortz] caorz U. caors D F J K M 
R. — Caiarc] caarc M. cairac DJK. gualhac R. orlhac C. cangiaire T. — 

28. mos] mon CMR. m T. — pois] qe M T. — tant] trop T. — sap] saub 
UV. — de] des JK. — de trastomba] destratomba M. de trastoinha T. — 

29. reis li da] reis li des M. bailla reis V. balla reis U. baylal rey CR. 
baitlal rei T. — lo fehlt JK. — thesaur] tristor T. — Chinom] chimom D. 
chimon JK. cinom UV. simon CR. zirom T. gion M. — 30« gerra] guerr 
CDFJKMÍRT. — e fehlt T. — aura'n] aura pois D. auram pois U. 
aurian CRT. agra en M. — 31. l'es] lies V. liez U. iUes M. — trebalhs] 
trebalh U V. — 32. que los] qe sos TUV. qel sicus M. per quels CR. — 

33. Anc] en C. e R. — naus] nauc T. nau CR. — a perdut] a perdu 
C. ac perduu V. del tot pert M. — sa] la A. — barga] barcha J. barba 
K- — 34. et] per T. — a] fai FM. trop T. — mal] mals T. fort M. — 
temps] temp T. — urtar] ferir M. uirar A. — al] a U V. e T. — 35. cor] 
uai V. uau U. — fort] tost C R U V. — qu'una] duna A C R T. — sajetaj 
saiecta U V. — 36. e leva] e leu DFJK. eis leua AUV. e puej CRT. e 
sailh M. — en] n T. — avalj en bas C M. as bas T. en ios R. — jos tomba] 
ios comba U V. si (sotz T) plomba C M R T. — 37. trais] trai C R. — anc 
pieitz] anc pretz J K. tan mal C R T. — e dirai] e sai M R T. et essai C. — 
vos ben] vos A. uos uos ben D. uos dire MRT. uostre C. — com] con 
R. — 38. qu'ieu] cum C M R T. — nom] non U V. — que nom vol retener] 
que anc nom uolc tener C M R T. — 39. que nom manten] que no maten J 
K V. qe non manten U. iom ni respieg C M R. dit respeit T. termes ni ditz 
F. — jom, terme] ni terme T. terme M. terminis C. qcrminis R. ni pleuitz 
F. — covens] conuen U V. conues T. couenenz M. — 40. jois] gioi T. 
chans CDJKR. — qu'era florìtz] quera fort J K. qui gen floris T. on 
mielhs floris C R. — bisesta] bissesta C R. besesta J K. bistcnsa T. — 

41. Vai] va V. — ades tost e correns] e non sias ges (trop T) lentz M 
T. e non istia lenz (renz U) UV. — 42. Trainac] trasinhac M. trainat U. 
trainatz V. traint T. — sias] siaz DUV. on sias M. — anz] a T. — de 
fehlt M. — 43. a'n] a V. — Rotgier] rogier DFJKTUV. augier M. — 
et a] ca V. — et a totz sos] qis mos miglior T. — 44. omba] ombra A. 
umba T. — om] olm A. on M. um T. — csta] resta AM. 

Zu 80. 

5. crotz] cros J. crocz Do. — 6. sepolcrcs] sepolcres F. — secors] 
socors Dc JK. — fraichura] franchura D®. — 8. lo] la Dc. — 9. esfortz] effortz 



3H 

D«J. — 10. ducs] dus Dc. — II. sos] ses F. — I2. de las] dellas JKd. 
de lais F. — 13. dels] del F. — 14. obras] obrais D«. — 18. qu'ambedos] 
qambdos F. 

Zu 81. 

I . als baros] al barons U V. 11 baron C R. — enoja] son irat C R. — 
enoja e lur] uei qe nuia e U V. — 2. faicha] fait U V. — 3. er] sera U V. — 
4. cadâunj chascuns (chascu V) dels U V. — .5. e] qe F. — m'es bel] es 
dregz C. es dreg R. — de] del J K V. — qu'en] qem U. — 6. dexeretatz 
V. — ni] e C E R U V. — que] qui F. — perda] perga R. — 7. tro la] 
trol CF. tro que la E. — 

8. Ad ambedos] dambedos F. aç ambedon V. — ten hom] tenon V. — 
avolesaj gran flaqesa V. — 9. plaich] paiz V. — quecs] queg JK. — 
10. cinc] AR. can V. — la] lo D. — francessa BD JK. — ii. a] na E. — 
a dire] aras menz F. al men V. — 12. Giortz] giorz D. guiortz V. giort F. 
ujort C. niort ER. — 13. reman] roman D JK. — sai] cai V. — en trepeij 
a mercey CER. — 14. e] e perd V. — terra] terr CER. — aguohneza 
C. — 

15. Ges] reisDFJK. — aitals] aitalCEJKR. — paU] fiCER. — 
melhura] met reys en C E R. — proesa] pesa D. — 16. autra] lautra C E R. — 
c'om li grdj com lo grei AB. non lagrey CER. — 17. ni deu sofrir] c 
non es dregz C E R. — li bais] labais E. — 18. poisj que C E R. — Esau- 
dun] esaudu A. essaudu D. isaudun E. yssaudun C. Issaudun R. — tomat 
devesj fag uirar (iurar R) ab CER. — 19—21 lauten in CER; e tengra si 
elenhiers (e lenchiers R. el senhers £) en de fey E non o dic per so mas quar 
mi peza. — 20. nois] non B. — 21. sil] sel JK. — d'Angieu] dangeu 
P F J K. dangieus A. — tesaj crestesa A B. — 

22. englesj angles E. engls V. — li fetz] i fes V. fetz mais B. a feit C 
E R. — 23. Felip] phelip D F. — que l'en] qel len A B. quel li R. que 
lolh C. queill E. — 24. quel] quelh C. qe F V. — fetz liurarj li liuret V. — 

25. Franssa'n] fransa FJKV. — carzit] carsitz D. farsit F. fehlt V. — 

26. e no foronj canc no i ac E. era non ac V. — 27, que] quar CER. — 
forolh] fon lo C E R V. — primier] primiers C. — conrei] correi J K V. conres 
R. — 28. lor fehlt C E R V. — genj genz V. — campanesa] companesa D. — 

29. disj ditz E R V. — 30. quan] cab R. — esfrei] efrei F. nesfrei V. — 
31. fins] finCER V. — 32. fo] for JK V. — 33. lo] soR. — d'Orlei] dorlcs 
E. dorlhes R. — 34. mercèi] merce AR. — 35. capj camp DJV. — vcn- 
talha] uetaiUa F. ueintriUa V. — 

36. AJ al V. — lo] o A C E R. — ten hom a flaquesa] tenh (fchlt C) 
az (ieu C R) auoleza C E R. — 37. es] cis F. neis V. — en camp] cn camps 
A. del camp F. armatz CER. — 38. ben ant] ben ha F. perca V. — 
cobeesa] cobeitesa B. cobetesa D JK. cobczcsa F. cobedesa V. auolcza C£ 
R. — 39. bergonhós R. — frances C R. — per que son prez e sa ualor 
sordei V. — 40. valgra mais] fora mielhs C E R. — qu'ieu] que D J K R. — 
vos] liV. — 41. Felip] phelipDF. — comenses] comensarF. que mogues C 
ER. — desrei] destrei E. derrei V. — 42. que) qui J K. — armat CE. — 
la glesa] la gresa R V. la greza E. largueza C. — 

43. Vai fehlt V. — Papiols, mon sirventes] siruentes papiol a (fehlt E) 



315 

CER. — adrei] al rei V. de rey CER. — 44. mi portaras] me porteras 
D V. tu ten iras C E R. — part Crespin] uas trespin F. — el] e V. — part 
Crespin el] a leopart C E R. — Valei] uallei V. — 45. Isembart] isenbart 
JK. izembart £. yzembart R. hizembart C. isembert F. — artesa] darteza 
CR. — 

46. digas] digatz J K. digez D. — li] lim C E R. — qu'a] uas F. — 
soplei] mautrey CER. — 48. mieiller A. 

Zu 82. 

4. de] a F. — 7. sion ilh] si noiU F. — 8. venc] uienc D. — reis] rei 

E. — 9. e siei soldadier] csser soudadiers DFJK. — soudader E. — 

10. sobrissitz] sobrezitz F. — 11. fenira] fenirai F. — 12. se trais] sa 
trais F. estrays C. — 13. Melhau] meillan JK. — et] o F. ho E. — en] 
sen F. — Carlades] cardailles D F. carcasses C. — 14. drech] dreiz D. — 
15. an] ans JK. — 16. greu er que en] mas greu er queDJKF. mas greu 
que la E. greu er que la C. — mar] mars F. — 17. tan] doppelt E. tanc 
JK.- 

19. pert] part F. — 20. que son frair] son frair en C. — írair Sanson] 
fraire sanch F. — Sanson] en sanso D. sancho JK. — 21. sonh] cor F. — 
22. Rossilhones] rossignoles A D F. rossimgnoles K. rossignols J. — 24. qu'a 
Vilamur] quant ui lonius F. — 25. Tolsal] tolosan D F. tolozan J K. — 
tenon] ten F. — prejur] peiur F. — 

28. Castrasoritz] castrassuritz. — 29. Toletal] toleta FJK. tolosal 
D. — 30. lau] laus BE. — mostre] mostra F. — eslais] esclais D. — 
31. sai] sil JK. — del] de F. — 32. malvatz] malsuatz T. — 35. cella] 
celui F. — 

37. Garsia] gartsia EF JK. guarsiquai C. — Ramitz] ramiz D. arabìtz 
A. — 39. monges] molges F. — 40. el] els D. — cui fehlt F. — 
41. cobrara] cobraral A. — Alanes] alaues EDF. — 42. sol] sols JK. — 
43. cum] quant A. — aurs] aur EF. — mais] plus B. — maìs d'azur] sobr 
azur C. — 44. val] vas A. — melhs] mais B. — e fehlt JK. — 

46. maritz] marritz JK. — 47. per fehlt F. — bona] bonam JK. — 
rêinam lais] reina mellais F. — 48. des] deus D F K. dieus J. — 49. Besau- 
dunes] besadunes JK. — 50. retraissera, sil] li retraisera A. taissera si li 

F. — 52. malvatz] malsuaiz D. malsiatz JK. — que son taíiir] qen son 
cassur F. — 53. trahitz] delitz F. — 

56. prejurs] perius B, periurs CF. peiurs DJK. — 57. quand] qar 
F. — 58. Manûels] manuel F. — 59. som dis sos fraires en iaufres F. — 
61. madur] maur F. — 62. el] els C F. — n'envïet] enuiet D JK. ne menet 
C. — que] quel AB. 

Zu 88. 

2. monfort D. — gordon D F J K. — 3. peiregor F. peiregos A . — 
4. uiron D F J K. — 5. qu'ieu] que A. — m'en entremeta] mentremeta F. — 
6. assegurar] asségiurar J. — 7. qu'ieu] que D. — non] nol J K. — Toleta] 
tolleta D. — 8. qu'ieu] que D F. — auses] iauses D J K. i asises F. 
pogues A. — 

9. A] ha A. — pui guilems D J K. — clarencs D. clarenz F. clarents 



3ï6 

JK. — ^aagnol DJKF. — ti. meteis] metetis A. — 13. cliarretier] 
charatier D J K. — gnerpis] grepisDFJK. — 15. per qo'ab] que ab A. — 
16. qu'im] que DFJK. — a] ab A. — 

17. gascons D J. gascoms K. — 18. gamardans J K. gauardans A D. — 
19. uisians F. uesians D JK. uezians A. — 20. d'Aics] dais F. — el senher 
d'Aics e cel cui es] et armagnacs (armainacs D) et artas e D J K. — cel cni 
es] lisla e F. — marsans ADFJK. — 21. d'aquella] daqesta A. — aura 
proi coms] aural coms pro F. i aural coms pro J K. i aura lo coms pro D. — 
D. — que] qi D. — 22. et fchlt F. — eissamen] eissamens A. — 

23. qu'atrai] que tra JK. qe trau D. — qu'atrai e que] qel aiost et F. — 

24. passe] passa J K. — s'en] en D. — nos] uos D J K. — 

25. Si] sin A. — Talhaborcs] tailliborcs D J K. — e Ponz fchlt J 
K. — en ponz de lezinans A. — lizignans DFJK. — 26. Malleos] mau- 
leons DFJK. — fos en pes] fossen pres DFJK. — 27. Siurac] siurai 
F. — sans A D F J K. — 28. creirai] creira F. — nos] uos A F. — 29, toarz 
D. — coms lo] coms J K. — 30. tengas] tenguans J K. — ab] uas D. — 
nos] ttos JK. — uans DFJK. — 31. demandem] demanden A. demande 
D. — tro que] que el D F J K. — 32. mans A D F J K. — 

33. bocart J K. boschart F. — 34. chinon D F. — 36. chambon A D 
J K. chabon F. — 38. que] car A. — bon A D F J K. — 39. ai] ais J K. — 
40. matafellon A D F J K. — 

41. ben fehlt JK. — 42. Karlo C. charlon JK. carlon A. — 44. don 
AJK. — 45. non] nos A. — 46. no AJK. 

Zu 34. 

I. flors] flor CT. — la novella flors par el] floreta par iustàl F. — d] 
pel T. — uerchan D. — 2. vert e blanc] uert blanc T. blanc e uert C. — 
3. dousor saiso T. — al] del C F M. — 4. com fan li autre] si com fan lautr 
F. aisi com fan li T. atressi conll M> — autre] autr C. — 5. car] qe F. — 
car per ausel me tenh] plus gais causell soi eu T. — en] e A T. de C M. — 
6. car] qeu F. — car aus voler] quaz amar mes C. — qu'el mon es] quanc 
nasques C qanc uis res M. canc om uolgues T. — 7. voler] amar C. — 
8. lolh] loi C. lo T. ssel F. — 

9. d'amor] damors C. — nom] non JK. — ni d'amor nom fenh] nim 
feing damor aitan F. — 10. ni n'] nim JKT. nil F. — 11. ni no domnei, 
e sim] en (e T) dreit damor e sim (sis T) FT. — 12. que] quar C. — 
lausengiers C D. — 13. desensenhat] del en seignat A. mal ensegnat (esegnatz 
T) C T. — vìllan] uilas C. — apres] cortes T. — 14. entremes] entrepes T. — 
15. que] qill F. — cujar] creire T. — 16. me ten gioios e gausen e desim 
T. me teingal cor allegre iauzion F. — 

17. Qu'om] hom FT. — non pot] ne deu T. — 18. fiarai] ferai T. — 
19. puis] puisj. pu K. mas C. — castian mandan em guerreian F. congiat 
cuc auer e cantan T. — 20. de] del T. — Bordel] bordella F. — 21. forsa] 
forsar J. — 22. estara] lestara C. estera FT. — s'ancar] sogan F. si enquir 
T. — viUans non] mals nols T. ->- 23. que aja gaug quascus silh li respon C. 
si cascun aia gauc sil respon T. — 24. bels] pels D. — nils] nìl D. — 

25. Anta] antra J K. ancta D. amta M T. — Anta aura] mal estara F. — 
26. en] c T. — Limoìsi] lemozi C. lemozin F M. lemosi T. lìmozin A. — 



31? 

a] ai J. — tant] maiiit C D F. — 27. c] en C. — tanta] maint F. — tant] 
tans Ç. maint F. — mur] murs C. — tsmt] mant F. — anvan] auan D. — 
2S. fiûg] fraich A F. — desíáig] refraìt F. — fondut] brìcat M. — tant] 
mant F T. — chastel] chaste K. — v. 29 und 30 in F umgesteUt. — 29. tant] 
mant F. — aver] auet K. auetz J. — 30. e manz colps daz e receubuz e 
pres F. — 31. tanta] manta F. — tanta] maint F. — tant]mant F. — 32. com 
el a trait] qaura su£fert F. — a] na C. — trait] pres T. — d'Agen] dangen D. 
daien M. de gens F. — 

. 33. Rassa] Passa JK. — per] de T. — sai] mout A. — 34. en] e 
T. — Limoisi] Umozin A. caerci C. — de] e CT. — vas] part T. — 
35. avetz] auretz D. — fait] faitz D J K. — 26. n'Aimars] naimarc C. — 
senher] segnor T. — de]' do T. — 37. e*n] em D J K. — Talhafers] tallaferr 

C. talafer T. aclafers D. — 38. tuit] tutz T. — s'eron] sairan T. — enpres] 
epres T. — 39. las] la D. — ges] gens J K. — ges per vos] eras ges C. — 
no on per uos ges la patz ce e son T. — 40. fan lor] ne fan T. fazn lor D. 
faus lur C. — grat] gat C. grant T. — lai al comte] als pros comten C. — 

49. uai sinientes M. — a'n] a M. ai T. — Raimon] ramon D. — 
Gauseran] ioceran M. — 50. Tespel] espelh C M T. lesples F. — 52. que] qem 

D. iehltT. — Cabreira CF. cabríeiraA. cabreir M. capreir T. — e Fon] el 
fons C. — dlJrgel] dergueU M. dorguogU T. — 53. a mon fraire] mon de- 
zirat M. em bergedan F. — en ren] tenrai C. refer F. — gratz] grat M. 
granz F. — sai grait e fas merces T. — 54. de] e. — Bergida] berguedan 
A. bergidan D. bergueda C T. bergadam M. — del] pel T. — de Bergi- 
da] del grant honor F. — que m'enques] quem trames C. quem promes M. 
on menques T. — 55. que] car T. — me tomet] en tomet A. tornet en 
D. — 56. amdoi] amdos T. — pon] mon M. — 

59. com] eum C. — son] san C. — l'Aurion] inauríon C. — 60. son] 
sus C. — sotz la gensor] es las genser C. 

Zu 86. 

I. Quant] cant JK. — vei] uez J. — pcls] per F. — vergiers desplegar] 
uergier desplaiar T. — 2. los fehlt R T. — cendatz] sedatz T. cendaus F. — 
grocs] ros uertz et T. — indis] e uermelhs R. — 3. m'adousa] mes doussa 
F. — la] lo JK. — dels] del T. — cavaus] chiuaus R. chinaus T. — 
4. que] qui F. cem T. — 5. que fehU F. — viulan] uan uiulan C. — trap] 
drap T. — en tenda fehU T. — 6. clar] sonar RT. — 7. voUi un sir- 
ventes far fehlt T. — 8. tal qucl coms fehU T. — coms] rey R. — 
Richartz] ríchart R. — 

9. ab lo] al bon R. — 10. e] a T. e uueUi R. — en] e T. — 11. trop] 
tro T. — descausitz] descausit T. descazutz F. — 12. quant] qar F. canc 
AD. — venc sai sus] sa e venc T. — per] per nos T. — 13. dregs] tagn 
T. — qu*eu] qom F. — 14. ieu o dic] e dic o RT. — 15. e] car R. — 
pezam] pezam fort R. — 16. e] eu A C-. mas F. — volh] lau T. — de] 
da A. — 

17. Ab] a AF. — volon] uoUra D. — tut K. — 18. c'us] cun R 
T. — vassaus] uasal T. — 19. que fehU C. — CàsteUot] chasteUet A. 
castelotz T. — 20. quant] car T. — n'Espanhol] nerspargnol C. — 21. e 
nom] e non D. per qeil F. per ce T. — par que] par quel R. lau non F 



3i8 

T. — si] sen T. — 22. ves el] deven T. — el] lui AD. — proar] apellAr 
T. — 23. c fehlt T. — qiiant] car lai R. car T. — intret] intres R. in C 
verwischt. — per] ab T. fehlt F. — covidar] cuydar R. — 24. lai] lag C. 
laig F. fehlt T. — pauc de] aital R. — 

25. ren] res R. — no li puosc ren] non uuoll sun dan T. — 26. amics] 
amic T. — 27. Gastons] gaston R. gascons A JK. qe gaston F. qen gastan 
T. — cui es] ques T. — Beams] beiarns K. beirans J. biam R. becarz D. 
de pretz C. — e Paus] beraus C. — 28. mi] sai T. — sai] per T. — 

29. de sos] dels F. del T. — pres] pretz T. — esmenda] esmada T. — 

30. quels i] quels F. quelh si C. qel si R. — liurar] deliurar F. — ce sai 
sos barons diliurar T. — 31. en] sey T. — 32. que] e T. — hom] homs F. 
com T. — totz] touz K. mas F. fehlt C. — sos pres] sos prez D. soutz T. — 
li] los T. — 

33. que so m'an dig] so man retrait T. — de lui] li doi R. nostre T. — 
34. perdon] perdos R. — totz] tot CR. — lur] sos T. — 35. s'anc lur] 
e sanc C. e sanc lor T. — vestirs] drap T. — blaus] blau T. — 36. lor 
fehlt JK. — fes nulh] fez nulz F. fezes R. — denier] diniers FR. — lor 
fes nulh denier] nula ren lor fei T. — 37. l'en] lon C. — erara par ces en 
repenU T. — 38. s'en] C F. — ben] gen R. tot C F. — pagar] cobrar F. — 
canc de sol un no saub cobrar T. — 39. d'Artuzet] artuset T. — a fehlt 
T. — et anc no uolc espera far R. — 40. qu'en] qe F T. — als] al D. — 
Juzieus] turcx C. — als iuzieus lo mes R. — venda] meda T — 

41. saup] foi T. — 42. e] en C. — cavaus] caudaus C. chiuaus T. 
caus R. — 43. que] cui F T. — 44. fes fehlt T. — 45. qu'anc] que anc C. 
cant R. — fags] fait C R T. — ab] a F T. — 46. de] ni F T. — jupa] 
guba T. iupal J K. ni pla C. — del] el R, — 47. quel] que flh C F. quel 
D R. qe T. — balhet] uestia T. — non] et no D. — guizar] gurentar R. — 
48. c*om] dom R. — ab] al D. — coutels] coltel FRT. — nol] lo R. — 

49. Rôis] reis J. — 51. que no seria arditz] que dis no seria pros C. — 
52. e fehlt T. — al] a T. — 53. reis] e reys C. rei T. — que] cui T. — 
badal] badagUia T. — s'estenda] sistenda T. — 55. sembla, 0] semblo C. 
sebla T, — íassa] fossa JK. — 56. no] nos C. — 

57. fetz F. — 59. senher] segnor T, — cui] cu T, — peitaus F. pietans 
C. piteus JK. — 60. loi] loil F. — 61, logìer] loger JK. — atenda] aten- 
denda K, — 63. sai] sa T. — 

65. reis] rois C. — et] c JK. — 66. e] o JK. — 68. Testenda] 
lesteda T. — 

Zn 36. 

I. Passa A. — 3. mainadier] meinadier A. mamaider D. — '4, elh 
baron de 1*] els baros dest C. — 5, s*il] sels C, — vos] nos J K, — 7, terra 
iy)n] gerra en M. — 

8. Nos] dos C. — tal trenta] XXX Ul A. — 9. ab] ha A, — 11. per] 
ab M. — cor] nom C, — mesclada] fináda C. — 12, cobrem] codrem D. — 

15. cad'an] ca . an D. — 16. quan] pos M. — 17. li seinhor el mainader 
M. — 20. Colombier] salamer M. — 21. qu*en] que C. — dreich] drez D JK — 

22. Oimais] quimai DJK. — portier] porterìer M. — 25. la] li M. — 
26. dara] daria J K. — 27. chan e] cam e D. aisil J K. — 



3>9 

29. graier] cmier C. — 30. e] ab M. — cuirada] curada DM. — 
31. liamier] liannier C. lianer D. — 33. gannacha] guamacha DJK. — 
34. salabier C. salamer M. — 36. er le miels de sa m. M. — 

38. que] e M. — 40. mieich] mios D. — sia] sie JK. — 41. fraicha] 
iratsa J K. — cartier] qarterìer M. — 42. us] un J D M. — 

44. desìrada] desiranda K. — 45. desirier] cossirer D. — 46. avinens] 
auinen JK. — 49. celada] encelada D. 

Zu 37. 

I. creis] uersa M. derts R. — monta e] monte CDDo£JKR. fehlt 
F. — 2 und 3 in M umgestellt. — 2. cella] de leis MR. — 3. sos] son F 
R. — 4. que ren i] cui rei DD«. que rei EJK. ren y 0. qe F. — noja] 
enuege £. — noi a que ren i] non ha poder qel MR. — 5. beltat] beutatz 
DDoJK. — 6. coja] uoia JK. eueya C. — 7. quel] el MR. — 8. sa] la 
DD«JK. — 9. tenont] trio R. — per la] tuit per F. — ia genssor] belazor 
R. — 10. sap far] fa M. — íar tan entier'] tan gen tener sa F. — tan 
fehlt C. — entier*] dentìer M. — honor] amor M. — 11. non] qe no MR. — 
vol] ha F. — un sol] sol un C. un MR. — 

12. fresca] fresqu CDDc£FJK. — dompna qu'es fresca e fîna] genta 
e corteza e fîna R. corteza genta e fìna M. fehlt C'. — 13. coinda e gaja e] 
una ioue C*. cund e gaya toza R. coinda e gaia ioue M. — mesquina] blan- 
quina R. — 14 und 15 in M umgestellt. — 14. pel] pels JK. — saur] daur 
R. saura qui JK. — 15 und 16 in DD© umgestellt. — 15. blanca] blancal 
F. — flors] flor ER. — 16. ab] e C*. — 17. e sembla] e sembl JK. e 
semblan R. qe sembla M. ressembia C. — l'esquina] lescina M. — 19. lauzor] 
ualor C'FR. — 21. conoissedor] deuinador M. — 

23. als rics es] richa es ez M. — 24. e] o M. — tosa] losa D. — 
25. vol] uoill J K. — Tolosa] telosa M. tolosasa D. — 26. fehlt C £. — Bre- 
tanha] bertaigna F. — 27. envejosa] talentosa M. — 28. qu'alz] qal EFJ 
K. — pros] pro F. — paubres] paubre F. — es] nes C*R. fehlt £. — 
29. chastiador] chastiadors F. — 30. prec li] per lei F. ial prec R. — 
s'amor] sonor C*E. — 31. et] qar M. — am] ama C F. uol C*M. — et am 
mais} mais uol pros R. — un pro] un pros E. pros C F. paupre C* M R. — 
vavassor] uasuassor C'. ualuasor FR. — 

34. hom] homs F. — que] can R. — ren] res C. — 36—39 ordnet 
M : 38, 39, 36, 37. — 36. e] ni R. — qui] que lome R. fehlt F. — senes 
tort] ses tot tort F. — 37. non] e no R. noill D DcE J K. — 38. e tote] ni 
dauol C*. — 39. que] quun C*. — guizerdona] guazardona C C* D Do£ J K R. 
— 40. e U] e illE. — 41. elh] e li F. — buzaUdor] busatotor DcJK. 
buzacador C*DER. — 42. gaban] gabans F. parlan C*MR. — de] la 
C. fehlt E. — d'austor] dastor M. — 43. e iamais hom de uiro lor R. — 
44. entre] uiron M. — no parle darmas nì damor R. — 

45. Rassa] baros CE. senhors R. — 46. hom] homs F. — 49. que] 
fehlt F. — 50. bon pretz] ricx hom C*MR. — n*acuolh] macuelh C*. 
acoill F. na requelh R. — 54. coms] com DDc. — 55. vejam] ueian F. 
veirem R. uenial M. — al] el E. est R. — 

58. gerrier] guerreier E. — tomejador] toraiador M. — 61. Papiols] 
. pauiol M. — recor] ricor M. — 



3*o 



Dic unechten Verse in OMR: 
hinter v. 17: sai ab un sol entendedor 

per que m'a sos lauzars sabor. 
hinter v. 30: que ges tuit siei cortejador 

nos fassan de lieis fenhedor 
mas retenha un sol amador. $ 

vor V. 18: Rassa la genser qu'anc fos nada 
e la melher del mon m'agrada 
tals qu'anc de mala re nomnada 
ni d'enjan non fo apelhida 
e pesam quar laus ai nomnada 10 
qu'era la vos ai ensenhada. 



I. ab un sol] ieu ab un M. — 2. sos lauzars ma R. — 3. que ges] 

âe ia M. tant que R. — cortejador] domneiador M. — 4. fassan] feinhan 
[. — Heis] lui R. — fenhedor] gabador M. — 5. retenha] remanh M. — 
sol fehlt C*. — 6. genser] gensor C*. — 7. meSier] melhor C*. pus pros 
R. — 8. tals] tal C*R. — mala re] mal non fon M. — 9. d'enjan nonj de 
lag fach M. — 10. e pesam] may fol suy R. — 11. qu'era] e qar M. — la 
vos] laus MR. 

Zu 38. 

I. e fehlt UV. — 2. elh] e R. — belh] bels UV. — maitin] matis C 
U V. — elh] e R. — 3. ric] fin R. — cui eu] qeu U V. en cui A. — 
esper] nesper R. — 4. et] as U V. — 5. elh rossinholet] el ressignolez P. — 
6. vertz] uert R. — grazitz] gamitz D. floriz U V. — 7. quens] qeus F. 
qen U V. quem R. — adutz] nadutz U V. — jois] ios F. ioy R. — 8. pas- 
cors] pascor R U V. — floritz] grasiz U V. — 9. son] sos F. — ardit] arditz 
F R. ardir U V. — non] nom R. nol J K. — 10. e] o C. — nolh] no ilh V. 
noz R. — II. venra] uera F. uerra UV. — 

12. s'ieu] sieus R. — quezi CDFJK. queri R. — 13. alhors] ailor B. 
ua uos C. vas vos J K. pcr vos R. — fis] fi C. fai F. — 14. e veus] e uenc C. 
eun sui F. — m*al] me al U V. al F. — 18. on] ou U. — nais] mais JK. — 
19. e cel] e ill F. exil V. — que] gen F. — 21. quan] e F. cn R. — 
22. a] ab FRUV. — los fehlt F. — afíizamens] asfinamens R. — 

23. Vostre] vostrcs D. nostre JK, — reptars] restars F. — m'es] ma 
F R U V. — 24. ric] ricx R U V. — cuidatz tan] tan cujatz C. — 25. que] 
ce D. quar C. — donar] be íar C. — . temer] tener FV. — 26. voliiatz] 
cujaratz C. — lauzors] lauzor A B. — 27. c*om] som A. cum C. con V. — 
nous] non U V. — 28. que fehlt U V. — 29. mas] e A F R U V. — scm- 
blarìa] semblariam A. semblaríaim F. — paors] temors C. parítz R. — 
30. n'era] ncratz R. — cobritz] cobiz D. — 31. coms] conUV. — vescoms] 
uescon U V. — ducs] dus D. duc U V. — 32. vostres faitz] uostre faiz U V. 
fehlt D. — gens] gent U. — 33. queus] ques D. que R. — en] von R. — 
sega] seguan C U V. siegan R. — valens] ualent U, — 

34. Us] duns F. dos C. mas uns U V. — 35. que] quar C. — lezer] 
poder FR. — 36. captener] chatener K. — 37. nulh] nuills D. — nulh 
temps] un iom F R U V. — ses] meynhs d' C U V. — 38. lanssar] 
lausar D. lançan U. lanxaz V. — 39. e] els F. — vei los] trop los R. 



3«! 

trobm F. — totz] tot R. — 40. de] des B. del C. — cors] tors F. — 
41. per qu'eu] masj eu P'R. — lur] uos D. — no lur sui] nols sui tan F. 
uoil qe sia U V. — aizitz] aziz D. auzitz J K U V. — 42. ateis] accreys R. — 
43. hom] homs F. — jois] ioy R. — 44. fon] es U V. — guirens] guerens 
F. — 

45. D'autres] dautre D. autres R. — 46. homes] home D. — 47. sabon] 
uolon UV. — terra] terras D. bon prez UV. — tener] auer UV. — 
49. cauz] calz B D U. qals V. — e fehlt A D U V. ab C. — d'arena] darcn 
F. aren C. reina e U V. — 50. e fant tors] e fan U V. e fan murs e R. fan 
murs e C. — e] ab A. — e vitz] acomitz U V. — 51. e vei los] e qar son 
FJKRUV. — 52. lur] lurs CFJKR. — 53. e ges] mas ges R, per que 
C. pero U V. — bons] bon R U V. lur C. — no lur] nols en F J. nals en K. 
no len D. noilh em UV. — creis] deys R. — 54. car] ni UV. — captene- 
mens] captenenimenz F. — 

56. D*autres] autres AR. — 58. queis fant] que faran R. — ric 
home] rics homes U V. — 59. car] ez F. — cans] caus A. qans D J K U. — 
60. comj comz FUV. critz R. — tabor] tabom BDJ. cabors UV. caram 
R. cridar F. — laire] braire F. — 62. et] que R. — ant] es B. — pauc] 
paucs B. — valors] valor A. honors U V. — 63. e] el A. qes U V. — lor] 
lurs C D J K. — 64. mas] mans U V. — bestia] besti D F J K. beista V. 
bestias C. bcsties R. — 0] e RUV. — 66. fai] fan D. siec RUV. — lor] 
lurs CJKR. sos F. — 

67. Ges] ses F. — dels] del U V. pels R. lo F. — rics] grans U V. — 
71. hom] homs R. fehlt P. — 72. sec] secs U. sor F. — plevitz] preuiz U 
V. — 74. non l'es] nols es R. no ler UV. — arditz] narditz UV. — 
75. mas] per UV. — estrenh] restrein V. restrem V. extreig F. — els non 
estrenh] non lur en falh R. — correis] corteis U. — 76. an] nam U. — 
77. s'om peuis s'en es] non presol nes U. non presol rìcs V. — mal ditz tenon 
a niens R. — 

78. qu'ab] en R. — 80. quels] quel U V. — 81. honors] lauzors R. — 
82. c'om] cum C. — tort faire] cor uayre R. — 83. e fehlt U V. — 84. bos] 
bon UV. — 85. establitz] estabiliz UV. — 86. guerrejes] guerreles F. — 
tomeis] tomels F. — 88. soudadiers] soudadier UV. — 

89. Tempra] rempra V. — jois] ioi R. — cobitz] cubirz V. — 90. n'ai] 
naiz R. an U. am V. — tant qe ab hora pareis F. — 91. quel] que F. — 
92. endevengutz] adevengutz F. endeuengut R. deuengut dreit UV. — 
pimens] pigmenz F. pumens R. piumens UV. — 

94. vai] va U V. — 95. a n*] a V. — 96. de fehlt F. — mainhs] bos 
UV. — cozens] corez F. — 

Zwischen dem ersten und zweiten Gdeite findet sich in F noch fol- 
gendes: 

Rassa, non sui margerìtz, 
anz es tan ferma ma leis, 
que s'anc jom fui recrezens, 
ara m'en [sui] reprendens. 



21 



^22 

Zu 39. 

2. vos] sos D. — falhia] falia D JK. — 8. fadiar] faidiar D. — I2. 
ques D JK. — i6. nos DJR. — 17. vitz] uis D JK. — joglar] iutglar K. 
19. nous] uous A. — 32. sens] ses DJK. — 39. Gasconha] gascoina J. — 
46. nos D J K. 

Zu 42. 

I. siruentesc R. — 2. tenra] terra R. — 4. que] qui R. — 10. grans] 
gran R. — 12. servi] seruit E. — 14. mori] morit E. — fo] fon R. — 
18. socors] secors E. cecors R. — 19. coratgos] coratios ER. — 24. d'efan] 
denfanER. — 25. assatz] asatz E. — fromen] formen R. — 26. civada] siuada 
ER. — 33. ieus] hieus C. — lialmen] leialmen E R, — 42. devas] deues E 
R. — 43. mais] may R. — 44. quil] quel R, 

Zu 44. 

I. Un] mantz M. — motz] mot A. — 2. fait] fatz FM. — qu*anc nom 
costet] qe non coston M. — 3. apres] apresa A. — 4. s'ai] si ai F. sey C. — 
fraire] cozi C M. — german] germain F. cosin A. — 5. part li] eul part A. 
hieulh part C. — 6. s'el pois vol] si pueys uol C. puois sìl uol A. sell uol 
pueis M. — 7. Ten] la A. lalh C. — comunalha] cominalha C. — 

8. lo] mon A C M. — hai] teing A C. — lo] la F. mon A C M. — 
seralh] seraiUa F. — 9. si] e si M. — m'an donat gran] m'ant dat gran M. 
mant mes en gran A. mi tenon en C. — lO. n'Azemar] naimar DF. — 
II. m'an] ma JK. — 12. eras an] ar nauran M. ar lo mou A. — trebalha] 
barailla ACM. — 13. lor] li A M. — enfan] enfanz JK. — sil] si F. — 
nols] noils F. — 14. auran AC. — pro] part A, — en la] e la F^ de la 
CM. en lur A. — coralha] crialha C. — 

15. fol] fort M. — ■ batalh] badaiU F. matailh M. baraiU A. — 16. a] 
en M. dinz A. — 18. mais per savi] mas per deso D. pero per fol (bric M) 
AM. — musart] moissart JKMN. — 19. de la] desta A. — 20. vescomtej 
dui uescomte A. dui comte M. — 21. quar non est] qar non e F. que siatz 
A. qeus ueiran M. — frairalha] bataiUa A M. baraUla N. — 

22. Tot jom contendi] totz iorns mi tenso M. — 23. m'escrim] mesqïï 
JK. mesquin N. masqi F. escrim A. emserìm M. — defen] defeni F. uolu 
M. — em] en F. — tartalh] tartartaiU F. coralh A. — 24. em fon hom] com 
me fond A. — terra] terr C. — e la] e A. — 25. em] en D. e N. — fan] 
fa C M. fai A. fauc N. — arbres] albres D C M. — 26. mesclal] mes- 
clanl F. musclan D. musclol A. mesclel N. — gran] gloi FN. — cn] c D. 
ab C M. am A, — 27. non hi] noi a A N. — ardit] uolpiU A. — 28. no 
m'assalha] non assaiUa F. — 

29. Ades los ressol els talh C. — 30. els caUi] es caiU F. — 31. cui- 
zava] cugiei C. lur cug M. — 32. folz] foltz F. — e sui be folz] per qieu 
sui fols A. fau que fatz fols C. mas pecs sui M. — m'en] ia men M. me D. 
mi A. — 33. de pejor] peior per A. — 34. es lo] el M. — 35. folz] foltz 
F. — 

36. Talairans] talaîran C. talarantz FN. aleiranz M. — ni] nîn A. — 
37. nos] nous D. no es F. — nos mou] non hieis A. non ieis M. — 39. anz 



r 



3*3 

vìu] ànc uiu N. enanz M. — lombart] coart A. picart M. — 41. gens] gent 
D. — 42. el s'enstendilh'] el sestendeilha M. elh sestendes C. el se desten F. 
et el sesten A. — e] em T. fehlt C. — badalha] batailla F. — 

43. Peiregors] pairegorcs D, peiraguors JR. peiraguers C. peiregor F. 
peirago M. — pres] prop M. — del] de D. — muralh] miralh CJ. — 44. 
gitar] lansar C M. ferìr F. -^ ab] a M. del F. — 45. venrai armatz] serai 
axmatz C. volrai anar A. — sobre] sobrel C. sus en M. — 46. sei] sieu C F. 

— pitauin D. — 48. sus] fus N. — U] lor C N. — farai] bastrai C. mou- 
rei M. — 

50. Baron] barons N. senhors C. seinher M. — deus] dieu C. — 
c vos] eus A. — gart e vos ajut e vos fehlt A. — 52. eus don] ab sol 
A C M. — richartz K. — 53. paus] pau C. paul N. — dis] ditz C N. 

ZttL, 

I. yuant] pois ABD. — 2. e] que AB. — la] li M. — fuolha] fuoill 
DD*FJK. — e la] a la D. el F. e li M. — 3. dona ardimen] donardimen 
mi M. — 5. m*en] me G. — 6. farai] fara F. — cozen] coren F. plazen M, 

— 7. que] quieu M. eD«FN. — lai] lo D«FN. -- 8. Johan] ioan D«. — 

9. deuriais] deuries M. — ben vergonhar] nauergoinhar M. — 10. sil] 
qel M. — II. Tors] cors D*. — 12. Felip] phelip M. philip F G. phelips D. 

— 13. per que] que per D«JKN. — tota] totz M. — Guiana] giana eJK. 
uiauai G. aguian es M. genz qei aF. — planh] plargn JK. — 14. Richart] 
rícart D*. — 15. en] ne G. — aur]anc G. — 16. d'aquest nom par] non par 
daquest (aquest N. qaqest F) D « F N. — 

17. amal] ama A. — el] e A. — cassar] chazarDJK. iogar G. — 18. 
lcbriers] librìers G. lebrers J K. lebres D. libers F. lebras M. — et austors] 
caustros N. — 19. el] e ABJ. — sojom] sorom K. soinor N. — falh] foill 
G. — honors] lonors D * G N. — 20. eis laissa] els laissa F. e laissais A. — 

— vius] uiu FG. sai M. — desertar F. desheritar G. — 22. que sai] qasai 
G. — TfivLs] pois JK. — 23. pois] mais G. — 24. lais] las F. — sa] la 
DFM. — terra] terr F M. - 

25. saup] sap G. — desliurar] deliurar F G. — 26. Guilelme] guiUehn 

F. guillems J K. guilbne G. — 27. ad] auz K. — Palmassors] lalmanssor F. 
lanmansors G. — 28. a] e D • F N. el G. — l'ac faich] lo fez F. — 29. ho- 
nor] honors JK. — 30. o fehlt G. — 31. Johan] ioan D«. — 32. que] qi 

G. e DaFN. — 

33. vir mon] ni loing G. — 34. blasme] blasteme JK. — las] la G. — 
follors] flors N. — 35. m'en] me J. — dolors] dolor G. --- 36, car] que JK. 

— m'aven] ue F. — m'aven de vos] de uos mauen G. -- 37. que] car G. 

— tombat] torbat F. — el] en G. — 38. apres] pres D. — un fol] us fols 
G. — 39. doptatz] dotaz F. — 40. mas] anz G. — ditz] di D*. — aquel] 
ades F. — vos] nos G. — 

42. dopt] dot F. dop G. deupt M. — e blan] doblan G. — part] per 
G. — 43. vera] fina DçFGN. — lauzors] ualors G N. ualor F. fehltD*. — 
45. aurs] aur G. — mais] mellz F N. — d'estanh] de taing F. — 46. part] 
per G. — cen] ten G. — 47. lejals] leias F. — 48. non] vos G. — Cadonh] 
caudoinh M. — 



324 

49- Savarics] sauaríc F. — cors] cor FJKM. — 50. fera greu] greu 
fara JK. — bon fehlt F. — 51. cor flac] flac cor AB. — 

Ztt n. 

I. Bem] ben T. — 10] le P. — gais] gai MPTVe. dolz D JKU d. — de] 
del M T U V. — 2, que fai] qan uey C M V e. ca uei T. — flors] flor T V. 

— 3. quand] ca T. — auch] uei JK T V d. — baudor] bauzor P. — 4. dels 
auzels] deli auzel U. — retintir A. retendir P. — 5. chant] chans M. — per 
lo] per le P. pel D. per V. — 6. e plai me] em platz J K. e plazm P. — 
7. pavalhons] pauillons D J K P d. — 8. ai grand alegratge] plai mi en (men 
M. en V. i T) mon coratge CMPTUVe. — 9. rengatz] arengatz e. aretigaz 
P. — 10. cavalliers] caualier TV. — e] en DMP. ab CUe. 

II. platz mi] plazm P. — quan] ca T. — 12. las gens] his gent U. la 
gen MT. — e l'aver] els auers C. e laus d. — 13. apres] aprop Ce. — 14. 
gran] gra A. — ren d'armatz] iens armatz P e. — venir] fugir D. brugir T. 
bruir U. — 16. quan] ca T. — fortz] fort P. — chastels] castell T. — asset- 
gatz] asciatz e. — 17. els] el JKUd. eill D, eal T. e CMe. — barris rotz] 
barres rotz M, barri rotz D U. beri totz JK. beri tor d. bair que rot T. bars 
rompre e. murs fondre C. — et] es JKd. — esfondratz] esfrondatz M. des- 
fronsaz D. deíronsatz T. desforzaz U. derocatz C. — 18. el] en U. pel C e. 

— 19. qu'es] €e T. e C. fehlt Me. — tot entom claus] claus (clau P) de 
mur (murs D) e DPTU. — claus] clau JKd. — de] ambos M. — 20. ab] 
am M. — lissas] lisas Ue. liças M. liscas T. lichas JKd. licas P. — de 
fortz] de fort T. e am M. — serratz] setraz D. seiatz IKUd. singatz T. 
cunatz P. ficatz C e. — 

21. Et fehlt Ce. — et atressim] totas ues me M. — de] de bon C. 

— 22. es] uen M. — primier TU. — a Penvazir] aleuasir T. als esuasir P. 

— 23. en] e T. ab Ce. — caval] cauals T. — armatz] armartz P. armat 
CJKMde. — temor] tremor P. — 24. c'aissi] aissi Ce. — los sieus] lo 
sieus T. lo sieu C e. — enardir] enantir C e. esbaudir T. — 25. ab] a 
DJKTUd. — ualenti P. — 26. e qan lo storm sera mescUtz U. can lestorm 
sera meschatz P. e quant es el estom intratz T. e quant es en lo camp in- 
tratz M. e quant elh es el camp intratz Ce. — 27. chascus] e chascus J. 
ciascun T. chascun U. — esser] eser T. — acesmatz] assesmaz D. achesmaz 
U. assermatz C. afermatz e — 28. e] de C M T e. a P. — segrel] segres A. 
segre M T. seguir C e. — d'agradatge] dagratie P. — 29, que] quar CDM TUe. 

— nulhs] nul P. fehlt M. — ren] de ren T. adreg M. — prisatz P. — 30. 
tro] tros M. — mains] maint P. — colps] copls M. — pres] pris P. — 

31. Massas] machas D. maças M. mazas P. maza T. lansas C JKde. — 

— brans] brant P. blanc T. blan U. — elms] ehn P T U. — de] do C — 
32. escutz] escu T. — traucar] trancar JK d. traincar U. trincar T. asclar 
CMe. — descamir DKd. — 33. l'estor] lostor T. lestorm Ue. — 34. es- 
sems] esem T. — 35. don] donc B. e don P. — anaran] aneran DT. nana- 
ran U. iran P. — a ratge] arratge C. amic e. — 36. mortz] mort T. — dcls 
nafratz] del nafratz T. desrocatz e. derrocatz C. — 37. e cant lostorm sarez 
entraz U. e can lestortz sera mesclatz T. e pueis qe lestorms er mesclatz M. 
e ia pos lestorm es mesclatz Ce. — 38. chascus] chascum U. cascun P. ia 



3^5 

nulls M. negus C T e. — de] daut G e. — 39. pens] pes P. ponch C e. cug 
T. — mas fehlt T. steht in C e hinter d'asclar. — d'asdar] esclar T. desclar 
M. destrar U. — e] ni T U. — 40. mort. — que] can T. — uiu T e 
niure P. — 

41. Eus] beus T. bes U. ben uos P e, — que tant] caitant T. — sabor] 
sabora T. — 43. cum a] con P e. cant fai T. — cridar] en dar e. — 44. d'am- 
bas las] anbos les T. — part U. — 45. cavals] caultz T. — cavals voitz] 
jos cauals Pe. — 46. aiatz aiatz IRd, — 47. los] les U. — fosatz P. — 
48. paucs] paues e. — gran U. — Terbatge] lesbatges U. erbastie P. lombrage 
JKd. — 49 vei los mortz] los nafratz T. — que pels] que perls U. cap el 
T. per los Pe. — 50. ant fehlt T. al JKd. — los] lo T. — tronchos] 
tancron T. penons JKd. — los] lo T. — ab los cendatz] outre passazU. 

— ab tros de lanza segnalatz. Pe. — 

51. Pros] pro UP. — per] pe M. — 52. c'anc] sanc B. — se fehlt P. 

— mires] miret U. — mais] ia M. ar Ce. — 53. ten hom] tenon CUe. — 
e fehlt U P. ia M. ar C e. — 55. biatris U. biatrix P. — linhatge] paratge 
C M U e. — 56. et fehlt C P e. — 57. fonz] font P e. — beutatz] bonUU A. 

— 58. maestratge] maistrage M. maiestratge PUe. mal estatge C. — 59. 
vostres U. — rics] fin C P e. — es] e P. — pojatz] prezatz C. — 60. que 
fehlt CU. — totz es] totas es C toz autres U. 

62. castell T e. castellas d. — e vilas e] uillage e. — ciutat T. ciuitatz 
P. — 63. enans] abantz T. abains P. — c'usqecs] qe uos T. qe uencut uus 
U. — nous] nos J K d. no P T U. — 

In P M e íìndet sich noch folgendes Geleit : 

Donzella d'aut linhatge, 
tal en cui es pretz e beutatz, 
am fort e sui per leis amatz; 
e donam tal coratge 
que ja no cuit esser sobratz 5. 
pels fols gelos outracujatz. 
I. d'aut] dau M. — 2. pretz e] tota M. — 3. sui] sim P. — 5. cuit] 
pens M. — sobratz] sobriatz Pe. — 6. pels] per P. — pels íols gelos] per 
un dels plus M. — 

T bringt statt dessen: 

Papiol degradage 

ad oc e anu ten uaic uiatz 

e digas li ce trop estan en patz. 



Slg 



%, Od prp. I) loc. wo? an. auf. in 
S, iî; 8, 19; 12,29; 22.2; 23, 15; 
26, 40; 29, 16; 30, 14; 34. 56; 
38.69;Í42,iSt';44,i6. VorOrts- 
namen 2.26; 37; 4.4; 9; (6, 10); 

10, 49 elc. fig. 2, 19; 15, 32; 

27.29; 35. Si: 37, "8; i9i 39, 7; 

11, 22. — 2) loc. wohÌn? nach, 
m, au/ ■;. ^ì; 29, 34:14, 38; 28,16; 
34.49; 38,95; n,43. VorOrts- 
namen 29, 19; 33, 13; 34, 50; 
44- 43- fifi. (6, I; 40); 21. 74- 
Zweck 41, 35. Factitiv 1, 6; 
31, îo.— 3) temp.wann? an. in. 
àei. lu 2, l; 7, 36; 9, 12; 12,49; 
'5. 7; 13: 34. 3; 35. 50: 37.55; 

. 33. iro a, eotro a s. tro, 
mto. — 4) Uassstab nacA. tu 
;,5; 29,7; 32,57- fig.Gemiss- 
eit 12, S; 17, 7; 37, 14; 39,6; 
I. 39. - 5) An und Weise in. 
Ù >) c. Subst. 10,10; 36; 13,9; 
), 40; 22, 35: 25, 13; 33. 16; 
'.33; (42. 6; 7); ".35- b)e. Ad), 

43; 12.32.- 6)c. Inf. a)nach 
iver, esser, far" gleich Ul. 

eiund. (6. 1); 35,39; 39. 1; 27; 
I etc. b) ohne Hiilfsverb 
leich Adj. 5. 39. 
uerjecl. aeh (cf. aí) a, 9. 
prp. I) Nïhe (von Petsonen nnd 
irsoniíìÛTleii Begríffen) bei 8. 13; 
i.6t; îo. 30; 21.55; 67: 26,38; 
1.30; 35,17; 40,7 BeRleitung 
onFersonen) mii 2, 35; 4, 3S; 41 ; 

51 17,6; 21.24; =8; 23. i9;4i; 

i, 27; 35 etc. beglcitender 
ebenumsland mit 10, 27; 21, 
i; 22,s; 24,44; 26,1; 33; 30,7; 
:, 6; 60; 33. 15; 36, 9; 37. 14: 
i; I, 29. — 2) VetbÌDdnng tnil 
>,49; 86; 91; 44,49- lig. freund- 
chc Beziehung 11,35; 20.48; 



21,44; 22-47! 48; 28,51; 32,26; 
33-3; 24; 34.38; 35, 9. feiod- 
liche 15, 6; 50; 27, 3; 28, 2, — 
3) Gleichieiligfceit (15, 43); 
16,9; 40,36.— 4)Mittel, ■Wcrk- 
leug 2, 49; 4, 47; 9, 8; 14, 63; 
19,25; 24,33; 32,41; 3S. 45; 48 
etc. fig. (6.38); 7,241 8,52; 10, 
19; 11,28; 14,431711741 15.21; 
20, 37; 38. 781 811 n, 25. c. In(. 
45. 36. 
ab que conj. c. Con}. l) damii 17, 14. 

— î) 3««« nur 3, 24; (42, 27). 
abatre Hl. herabkommen 16, 5. &g. 

sich einlassen auf {ta) 16.21126. 
abdurat a. abgihárttl 14, 55. 
ftbnmd&r tr. in Rrand sticten 13, 29. 
Etbrasar tt, aniûnden. verbrennen 

18. IB; 36, 19. 
abraaMT tr. fig. ergreifen, erlangen 

37. 50. 
abrÌBir tH. sich decten, Sehuti suchen 

39. 42. 
abril s, Aprii îo, 27; 38, i. 
&oabat, ada a. voUendel, vollstân- 

àig fig. 36. 39 (R)- 
&oaptar tr. taufen 27, 7. fîg. aus- 

viâhíen 1 J, 16. 
aoeBmar tr. bereit machen II, 27. 
aoli a. geneigt, geviogen 8, 44 (R). 
aoolbir, aonlhlr i) tr. avfnehmen, 

emỳfangen 8, 1 1 ; 26, 29; 38.17. 

H- 37, 50- — 2) intr. gastfrei. ent- 

gegeniommend sein lO, 24; 37, 35. 

— 3) s. Zuvoriommenheit 12,53; 
'9, 32- 

acoindar ì.T.beiannt, vertraut machen 

mit (de) 24. 2. 
aooTdamen s.m. Vfrsòhnung.Friede 

38,21 (R). 
aoordar i) i.t. gewâhre», âarbringen 

11,12. — 2) rfl. sich verstândigen, 

sieh vertragen mit (ab) 14, 15; 

20,22; 21.44! 35,9. 



) Dle Slellan In ( . 



iieclittfn StroplieD adur Liedfltu. 



327 



acopt s. Vertra^ (6, 32; 39 R); 33, 3. 
aonlliir s. acolhir; ad s. a 
adoniiar tr. zerstôren, verivûsten 

27, 24; 36, 18. 
adOB adv. \) sogleich (6,48); 29,41; 

34. 47» 37> 55- — 2) immer, fort^ 
wàhrend2,f)\ 9,6$; 15,22; 21,65; 
22, 39; 30. 16; 37, 8.— 3)tot ades 
que conj. besonders da 40, 26. 

adonofl adv. alsdann 5, 5; 29, 22; 

35, 7 (cf. Anm. zu 7, 5). 
adorar i) tr. fig. huldigen 10, 4. — 

2) intr. den Hof machen 37, 22. 

adouaar tr. erfreuen 35, 3. 

adreit, adreioh, adreg ; adrei 11,13 
(R); 31, 43 (R). gerade, schlanh 
12,48. — fig. echt 30, 19. — redUch, 
rechtschaffen 7, 19; 10, 39; 16, 20. 
^ gewandt 11,13; 12,28; 31,43. 

aduire Pr. Ind. Sg. 3. adutz 29, 25; 

38, 7. adus (6, 35) (R). tr. herbei- 
bringen, einbringen. fig. 

alÌBJl, afOui s. m. Anstrengung, Aer- 
gerntss 3, 37 ; 4, 7 ; 20, 2 ; 22, i ; 28, 
5 ; 34, 25 (sâmmtlich R). 

afánar tr. àrgern 35, 62. 

afiEtr, afifar s. m. Sache, Angelegenheìt 
5»37; Ii>i9; 14.3; I7»3; 2I,49(R); 

39, 13 (R). 

afeblejar rfl. schwach werden 4, 13. 

aff- cf. af- 

affiamen s. m. Vertrauen 38, 22 (R). 

afiar l ) tr. versichern^ betheuern 4, 9. 

— 2) rfl. sich vertragen milf (ab) 1 1 , 35. 
afiat s. m. Verschworener, Bundesge- 

nosse 14, 14 (R). 
afloat a. eifrig, erpicht 16, 25 (R). 
afiçat a. sicher, ungefâhrdet 25, 22. 
aflTiar intr. ein Endc machen 14, 38. 
a^arar intr. suchen, forschen 26, 55. 
ag^enssar intr. schôner werden 9, 48. 
agradar intr. angenehm sein (a) 36, 2 1 ; 

42; 47. 
agradats^e s. d'a. gern II, 28 (R). 

ag^ulllO s. Stachel 43, 3 (R). 

9iJC0X s. m. mal agur Unglûch 32, 6 (R). 

agusar tr. schàrfen 28, 9. 

ahorcts s. aoras 

ai interj. i) der Freude 1,1. — 2) 

des Schmerzes (6, 37). cf. a 
aiar intr. helfen I4, 42. 
aioel, aieel pr. dem. m. Sg. N. 18, 23; 

45, 15' — Pl" N. aissilh 14, 27. 

aisel 34, 38. — A. aisselhs (42,15). 

— s. derjenige, jener. 
aidar intr. beistehen 11, 46. 
ai^ s. ìVasser 1,9; 45, 7. 
aigla s. f. Adler 40, 13. 
aiglan s. m. Eichel 26, 75 (R). 
ai^on s. m. Reiher 15, 40. 



aÌB- cf. aic- und aiss- 

aÌB s. m. I) IVohnung 12, 55 (R). — 

2) Bequemlichheit 2, 19 (R). 
aÌBSens s. Absinth 38, 91 (R). 
aÌBSÌ, aÌBÌ adv. i) so, auf solche 

JVeise 3, 46; (6, 7); 13, 9; 14, 9; 

21, 80 etc. vor Adj. so sehr 40, i. 

— 2)ebenso/^, i8(R); 21,58; 1,45. 

— 3) tcmp» jetzt 40, 12. — 4) aissi 
cum conj. da, weil 33, 22. 

aiaso pr. dem. neutr. dies 4, 34; 20, 
37; 29, Ti; 30, 22; 32, 7; 37.45. 

aital, aitau 5, 36 (R). pr. ind. a. 
solch 5, 36;'8, 50; 18, 21; 24, 8; 

28,53; 31. 15; 38,54; 44,3- 
aitan pr. ind. i) a. ^0 viel (mit de) 

7, 4. — ebenso viel 3, 20 (R) ; 32, 43. 

— 2) adv. so sehr, so viel 14, 30; 
19, 7. — ebenso viel 32,43. 

aÌBe s. fVbhnung 8, 5. 

aÌBÌt a. gûnstig gesinnt 38, 41 (R). 

ajOBtar, ajustar l) tr. versammeln 

14, 65. — 2) rfl. sich messen, hàm- 

pfen mit (ab) 33, 24. 
ajuda s. Húlfe 12, 29(R). 
ajudar I) tr. unterstútzen 4, 16; I4, 

62; 15, 18; 27, 31; 33,28; 38,4; 

44, 51. — 2) intr. Beistand leisten 

(a) 23,40; 29, 15. — 3) rfl. Mittel 

suchen 21, 4. 
ajustar s. ajo.star; al s. als; albre 

s. arbre. 
albergar tr. beherbergen, aufnehmen 

8, 42. 
alcoto s. Panzerhemd 23, 5 (R). 
alegransa Heiterheit 25, 15 (R). 
alegrar rfl. sich erheitem 22, 4. 
alegratge Freude, Heiterheit II, 8 (R). 
alentar rfl. sich verzogem 2, 46. 
alh s. m. Zwiebel 44, 2 (R). 
alhors adv. fig. bei Jemand anders 

38, 13. 
alinhat a. fìg. redlich 16, 20 (R). 
ahnasBor s. Emir, Xalif I, 27 (R). 
alongn^i^ tr. verlàngem (15, 45). 
als, al 12, 61 (R) pr. ind. neutr. 

andres 12, 61; 35, 60; I, 5- 
alunmar tr. amûnden 40, 42. 
amar l ) tr. lieben, gern mogen 2, 50 ; 

3,49; 7,32; 8,4; 10; 10,22 etc. 

c. Inf. 38, 38; 39, 37. a. mais 7»^- 

ziehen 15, 10. — 2) intr. Liebe pfle- 

gen 7, 13; 39, 21; 45, 31. — 3) rfl. 
sich leiden môgen 15, 27, 
amaBaar tr. ansammeln 7, 43 (R); 

33, 23. 
ambas f. von ams pr. ind. a. beide 11, 44. 
amdoi, amdui pr. ind. s. Beide 

25,9; 34,56. A. amdos 12, 33 (R); 

25, 1 (R). ambedos 30, 18; 31, 8. 



328 



amermar tr. fì^. hUin machen, ducken 

27, 19. 

amia s. f. Geliehte 27, 8. 
amio s. m. Freund 4,23; 21,31 (R) ctc. 
amiraTì s. m. Emir 17, 34 (R). 
amonefltar tr. ermuntern^ bestàrhen 

2, 16. 

amor s. f. i) Lieòe i, 9; 4, 22; 8, 49; 
10, 23 (R); 31 (R)etc. personifizirt 
9, 49; 10, 52; 38, 4; 40, 3; 41, 26; 
I, 3. — 2) Itebensivûrdiges Beneh' 
men 12, 46; 38, 78. 

amoroSy osa a. i ) ïiebenswiirdig 9, 1 3 ; 
32 (R); 40 (R); 12, 23 (R); 41, 31 
(R). freundlich gegen (a) 37, 28 (R). 

— 2) verliebt 40, 2 (R), 
amparar» anparar tr. unterstútzen 

21, 82; 27, 28. 
amta s. anta. 
an s. m. Jahr 4, 14 (R); 14, 22; 16, 

27; 20, 26 (R); 22, 10 etc. 
anarlnf. 4,20; 11,9; 39,3; 11 (R).— 

Pr. I. vauc 4, 24; 17, 29; 22, 5; 

26, 12. vau 9, 2. — 3. vai 4, 6; 

17; 28; 17, 31 etc. — Pl. 2. anatz 

(42,16).— 3. van4,20; 17, 38 (R) 

etc. — Conj. I. an 4, 50 (R). — 3. 

an 26, 54; 32, 15 ; 38, 76. — Pl. 2. 

anes 17, 14. — 3. anon 4, 31 ; 28, 47. 

Imper. vai 10, 40; 17, 37; 18,41; 

29, 41 etc. — Imp. Sg. 3. anava 

3, 25 (R). — PI.3. anavan 4, 10. — 
Perf. Sg. 3. anet 4, 13; 15, 3^; (42, 
13). — Pi. 3. aneron 14, 35. — Fut. I. 
irai 12, 16. — 2. anaras 12, 72. — 

3. anara 25, 21. — Pl. i. irem 4, 42. 

— 3. iran 26, 27 (R). anaran n, 35. — 
Part. pt. anat 41, 31. — i) gehen, 
wandern, reisen, aufbrechen 3, 25; 

4, 50; 9, 2; 10, 49 etc. — a. a ratge 
umherrasen 25, 135 II, 35« — ^. 
Gerund. 4,6; 10; 13; 17; 20; 24 etc. 

— c. Inf. 12, 71; 27, 7; 29, 34; 

31,37; 39, 3i (42,13).— 2)fig. t'^- 
schimnden, sterben II, 9; 4li3l* — 
3) rft. mit en davon gehen 17, 14; 
18,41; 26,27; 32, 15; 38,76. 
ano adv. y<? 15, 15; 30; 26, 4; 45; 
35» 35 c^c. a. — non i) nie 2, 22; 
28 ; 46 ; 5,4 etc. a. mais — non 

30, 3 ; (42, 2). — 2) gar nicht 3, I ; 

35,45. 
anoar adv. i) jetzt, nun 34, 22. an- 

caras dass. 8, 9. — 2) encar 3, 44. 

enquer (6, i) noch. 

anoessor, ansessor s. m. Vorfahre 

28, 39; I, 10 (beide R). 
anedier a. in: austor anedier s. austor. 
anhel s. Lamm 45, 51. 

annat a. erstgeboren, àlter 14, I9(R). 



anp- s. amp- ; ans s. anz ; ans- cf. anc- 
anaiar intr. beàngstigen (6, 36). 
ansBesai s. Môrder 8, 6 (R). 
anta, amta s. Schande 3, i (R) ; 45 ; 

17, 6; 29,25; 34, 25; 40,28. 
antian adv. im vorigen Jahre 2ï, 14 

(R); (42, 8) (R). 
antic a. alt 21, 35 (R). 
anvan s. m. Befestigungswerk, 

Schanze 34, 27 (R). 
anz, ans adv. i)frûher 24, 34. — 2) 

vielmehr 5, 15; 16; 37; 13, 28; 

15, 22 etc. — 3) a. de prp. vor A^ 

lauf von 22, 19; 29, 42. — 4) a. 

que conj. c Conj. bevor 8, 36; 16, 

10; 20, 48. 
aoraBy ahoraa zà\.jettt i, 13; 14, 21. 
apaÌBar rfl. sich beruhigen 32, 48. 
apajar rfl. sich befriedigen mit (de) 

7, II. 
apelar, apellar i) tr. a) nennen 7, 

38; II, 38; 24, 15. — b) beschul' 

digen (de) 28, 43 ; 34, 10. — 2) rfl. 

sich gegenseitig einen Namen geben 

(ab) 28, 52. 
apendre intr. angehâren 33, 18. 
apensOB a. sorgen-, sehnsuchtsvoU 

9, 63 (R). 
apertener intr. gehôren, erforderUch 

sein (a) 10, 18. 
apoderar tr. ûberaoàUigen 15, 39. 
apOBtits a. betrûgerisch^ 32, 45 (R). 
aprendre i) tr. lernen, sich aneignen 

44, 3 ; I, 38. fig. vernehmen, erfah- 

ren 31, 3; 35, 65. — 2) intr. eine 

Lehre aiehen 35, 1 6. — Part pt 

mal apres fig. roh 34, 13. 
apres prp. i) temp. ncu:h 29, 8. — 2) 

loc. hinter 11, 13. 
aquel pr. dem. m. Sg. N. I, 40. A. 

aquel 8, 21. Pl. N. aquil 26, 58. A. 

aquels 4, 2 ; 11,53. — ^* ^S* aquella 

33, 21. — s. und a. derjenige, jener. 
aquestB pr. dem. m. Sg. N. a. 40, 25. 

A. aquest a. 4,30; 10,42; 14,4; 

31; 73; 17, 3î 41, 16; 25. •— s. 

I, 16. — f. Sg. a. aquesta 14, 3; 

31,2. — s. 10,21; 12,63; 30» 4î 

31, 16. — dieser. 
ar adv. 4, 19; 47; 5, i ; (6, 13). er 

44, 28. aras ii, 56; 30, 19. eras 

44,12. ara 4, I ; 16; (6,41); 10, 

12; II, 8 etc. jetvt, nun. 
arandar tr. fig. schUmm zurichten 

13, 28. 
artoleBtier s. ArmbrustschOtze 15, 

28 (R); 36, 24 (R). 
arbre» albre s. m. Baum 16, 6 ; 44, 25. 

a. sec 4, 42 s. Anm. 
arc s. Bogen 29, 35 (R); 36, 32. 



329 



aroo s. arso. 

ardimfin s. Xûhnheit I, 3 ; 21. 

ardit I) a. kûhn 26, 36; 46; 30, 2; 

32, 17 (R) etc. — 2) s. m. Muth 

28, 23; 38, 9; 74 (R). 
ardre Pr. Ind. Sg. 3. art 7, 29; 44, 24 

(R). Part. pt. ars, arsa 29, 17; 36, 

19. — tr. verbrennem 
arezia s. Sand 9,21 (R); 38,49. 
arenalh s. m. Kiesỳlat% iìg. P/atz, 

Gelnet 44, 37 (R). 
argen, argent s. m. 1) Silber 3, 33; 

5,5; 2i,50(R)etc. — 2) Geld 18, 

44; 38, 76 (beide R). 
aribar intr. ìanden 5, 2. 
armar tr. bewaffnen 44, 45; II, 10; 

14; 23. — rei d'armar s. rei. 
armaa s. Pl. von arma ìVaffen 24, 30 ; 

35» 56 ; 37» 43- ìVaffenspiele i , 1 1 , 
armat i) a. hrie^sbereit 31,32; 36; 

42. — 2) s. Bewaffneter 14, 64 (R). 
ames s. m. Rûstun^ 45i 25 (R). Zu- 

rûstung, Aussteuer 32, 59 ; 34, 45 (R). 
arqua s. Koffer 7, 29. 
arso, arço s. Sattelbogen 25, 11. iìg. 

Sattel 23, 29 (beide R). 
art s. f. Kunst, Geschichlichheit 20, 3 ; 

44, 3 (beide R). 
artesa a. %u Artois gehôrig 3 1 , 45 (R). 
as- cf. ass-. 

asolar tr. sỳalten, abhauen II, 39. 
asertuo a. sicher (?) 24, 29 (R). 
asiata s. 16, 12 s. Anm. 
assai s. Unternehmung t Expedition 

2, 48 (R). 
asaalhir i) tr. angreifen 44, 28. — 

2) intr. dass. 24, 32. 
aeaaut s. Angriff 20, 39 ; 28, 3. 
aasatB adv. genug vor Subst. obne 

de 42, 25; mit de (42, 41). 
asBegurar tr. versichern, betheuern 

33,6. 
aasetar rfl. sich setzen 15, 19. 
assetgar, aaetgar» asegar tr. be- 

lagern 13, 28; 29, 20; 45, 34; I, 28; 

n, 16. 
assire Inf. 10,48 (R). — Part.pt. assis 

19, 27 (R). — tr. hinsetzen 19, 27. 

fìg. anlegen, anbringen lO, 48. 
assolvre Perf. Sg. 3 assols 3, 2 (R). 

— tr. fig. verabschieden. 
atendre i) tr. envarten, ivarten bis 

28, 31 ; 35, 61 ; (42, 9). fig. besorgen» 
ausfiihren 23, 7; 44. — 2) intr. 
aufmerhen, aufŷassen 5, 13. 
atenher Perf. Sg. 3. ateis 38, 42 (R). 

— intr. gelangen su (a). 
atraire tr. zusammentdehen , sammeln 

33» 23- fig. amiehen 9,7. 
atur s. ra. Streben, BemUhg. 32, 34 (R). 



aturar rfl. r) sich aufhalten, zôgern 
39, i6. — 2) sich anstrengen 32, 42. 

au s. aut. 

aucir Inf. (42, 34). aucire 10, 7(R). — 
Pr. Conj. Sg. 3. aucia 9, 49 (R). - 
Pl. 3. aucion 15, 8. — i) tr. tôdten. 

— 2) intr. dass. (6, 33) s. Anm. 
aunit Part. pt. von aunir a. mit 

Schande bedecht (6. 43) ; 32, 8 ; 54. 
aura s. Luft 32, 17. 
aur s. m. Gold 5, 5; 9, 21 ; 25, 6; 

32,43; 1,15; 45. 
aurat a. î\.^.windig,gehaltlos i I,I9(R). 
auriban s. m. Heerbann (42, 43). 
aurion s. AdUr 34, 59 (R) s. Anm. 
aus- cf. auc' und au%' 
ausar, auzar tr. c. Inf. wagen 33, 8 ; 

34i6; 7; 8; 35,22; 60 etc. 
ausbero s. Pan%er 20, 36 ; 23, 5 ; 

26, 19. 
auStor s. m. HaJbicht 28, 49 ; 36, 29 ; 

37, 42(R); 38,59(R)etc. a. anedier 

Entenhabicht 15, 37 (R). 
aut, au 19,22 (R) i)a. hoch 45,43. 

fig. 19, 18; 23,45; 34» 51; n, 55. 

2) adv. dass. 19, 22. en aut in die 

Hôhe 29, 36; 45, 16. d'aut herab 

(6,36); 12,74. 
autramen adv. sonst, unter andern 

Umstànden (6, 24). 
autre, a i) a. ander 4,41; 8, 15; 

11; 41; 42; 15, 13 etc. pleonast. 

13.32; 34» 4; 4i»23' — 2)s. 12,68; 

18,22; 19,16; 21; 28, 7; (42, 39). 

Pus l*autre einander 11,23; ï5»27 

etc. — Cas. obl. autrui 3, 8 ; 13, 11 ; 

18,8; 24,7. 
autrei s. i) EinwiUigung (6, 39). — 

2) concret das Gewàhrte 11,41 (R). 
autrejar i) tr. verbûrgen, versichern 

20, 47. gewàhren, verleihen 33,45. 

anerhennen als (per) 33, 34. — 2) 

rfl. sich anerkennen als (a) 31, 20. 
autresi, atressi adv. ébenso 34,4; 

II, 21. 
atretal adv. ebenso 12, 51 (R). 
autretan, atretan adv. ebenso sehr, 

viel 34, 1 1 (R) ; 58. 
auzar s. ausar. 
auzel, auzelh, ausel s. m. Vogel 7, 6 

(R) ; 1 5» 39 ; 28, 50 (R) ; 34, 4 (R) etc- 
auzelho s. Vôglein 40, 16 (R). 
auzen s. Hôren, Nachricht 14, 2. 
auzir, ausir Pr. Ind. Sg. i . aug 4, 39 ; 

25» 4; (42,3). auch 31» 39; 38, 5; 
11,3; 43; 44; 46; 54. auz 45, 40. 

— 3. au 35, 54. — Pl. 2, (auzetz) 
45, 10. — Conj. Sg. 3. auja 24, 43. 

— Pl. 2. aujan 14, 41. — Imp.Conj. 
Sg. 3.* auzis 41, 3. — Fut. Pl. 2. 

21* 



33Q 



ausiretz 43, 2. — Inf. ausir 45, 2. — 

tr. hâren, vârnehmen. 
aval adv. heráb 29, 36. 
avantar rfl. sich aufmachen 3, 51. 
avar karg, geitig 21, 76; 45, 24 fìg. 

feindlich 21,47; ^5 (sâmmtlich R). 
aven s. Adventszeit 38, 87 (R). 
avenir unpers. c. Dat. sich ereignen, 

ỳassiren (mit a und dem Inf.) I| 36. 
aventura s. f. bon'a. Ruhm 30, 15. 

mal'a. Unglûck 27, 40 (beide R). 
aver Pr. Sg. i. ai 8, 10; 10, 3; 12, 9; 

13, 2; 3 etc. hai 11, 50; 16, 30; 

17, 2 etc. — 2. as 41, 19. — 3. a 

3» 44; 59; 4» i; 3; 5, 33; 36 etc. 
ha 4, 14; 7, 14; 10, 14; 16 etc. — 
Pl. I. avem 14, 34 ; 37, 57. — 2. avetz 
U^ 10; 34. 35; 37.56; (42, 25) etc. 
avez44,i6. aves 1 7, 7 ; 24, 8. — 3.an 
4,25; 35(R)î 14.17; 20; 22 etc. 
ant 9,18; 15,2; 19,10; 20, 10 etc. 
(han) 16, 17. — Conj. 3. aja 14, 58; 
15» 32; 17. 3; 22, 41 etc. — Pl. 2. 
ajas 24, 18. — 3. ajan 40, 31. ajon 
15. 28; 29, 5. — Imp. Ind. Sg. 3. 
avia 26, 44. — Pl. 2. aviatz 26, 17. 
avias 24, 35. — 3. avion 26, 58. — 
Conj. Sg. 3. agues 14, 8; 19, 2; 
29, 17; 40, 3. — PI.2. acsetz 26, 16; 
39, 21. — Perf, Sg. I. aic 13, 30; 
I9.39-— 3-aci2,40; 17,34; 19,27; 
31, 25 etc. — Pl. 3. agren 28, 19. — 
Fut. Sg. 3. aura 4, 7; 8, 9; 10, 47; 
13, 20 etc. — Pl. 3. auran 14, 5; 
36,27; 44.14- aurant 26,73. — 
Cond.I. Sg. I auria 16, 27. — 3. auria 
(6, 18). — Cond. n. Sg. I. agra 29, 9. 

— 3. agra 9, 29; 14, 7; 45, 5. — 
Part. pt. agut 26, 17 (R); 41, 12. 

— Inf. aver (6, 42) (R); 9, 22; 10, 
32 (R) etc. — I) Hûlfsverb 2) tr. 
besitzen 20y 16; 25,2; 29, 13; 31,10 
etc. fig. 20, 35 ; 38, 79. a. affi- 
zamen Vertrauen geniessen 38, 22. 
a. cor vfûnschen 15, 30; 29, 30; 
39, 2 1 . a. dan 26, 79. a. dol 26, 73. 
a. dreg sich im Recht bejinden 14, 68. 
a. íìansa en vertrauen auf 25, 25 ; 
a. fraichura de bedûrftig sein 30, 6. 
a. gaug tufrieden sein 34, 23. a. 
lauzor Ehre geniessen 38, 26. a. 
lezer de Gelegenheit haben zu (6, 1 8); 
38, 35. a. mestier bediirfen pers. 
41, 20. — unpers. 36, 13. a. nom 
heissen 1 8, 42 ; 26, 17. a honor ge- 
ehrt sein yj^ 56. a. ops nôthig sein 
(die Sache als Subj.) 15, 28; 29,5. 
a. sdhor gefallen pers. 2, 7; íO, 28. 

— unpers. II, 41. a. sonh sich kûm- 
mern (de) I, 16. a. talan, en lalent 



ivûnschen, beabsichtigen 24,4 ; 39, 15. 
a. vergonha sich schâmen 39, 7. — 
3) mit dem Inf. und a 39, 29 ; Inf. und 
que 33, 21. — 4) unpers. es giebt 
10, 14; 34, 45 ; 38, 34 ; 41, 40. temp. 

4, 14. — mit i 8,9; 24, 31 ; 37, 4; 
38, 45 etc, — a. ops (c. Dat. der 
Pers. und Gen. der Sache) 7, 14. — 
5) s. m. Habe, Geld 5, 32; 8, 24; 
10, 36 (R); 23, 23; 27, 12 etc. 

avergonhar rfl. sich schàmen Ober 

(de) I, 8. 
avinen a. anmuthig 2, 5; 22, 46; 

36,46; 41, II (R). îi'g.freundlich, 

geivogen c. Dat. 21, 46 (R). — avi- 

nenmen adv. 10, 20. 
avol a. schlecht, gemein 7, 12; 20; 

17, 12; 24,5; 45,24. 
avolesa s. Feigheit 31, 8 (R). 
asirar tr. hassen 1 1 , 23. 
azur s. Lasurstein 32, 43 (R). 

B. 

baoo s. Speck 7, 34 (R). 

badalhar intr. gàhnen 35, 52; 53; 

44. 42. 
bai a. braun 22, 27. 
bais s. m. JCuss 9, 15 (R). 
baisar i) intr. kûssen 12, 68; 21, 12. 

— 2) s. m. ICuss 21, 79. 
baÌBSar tr. umstûrzen 5, 7. fíg. ver- 

ringern 31, 17; (42, 44). 
balhar tr. geben, ûbergeben 24,47; 

35. 47. 

balhìr tr. fìg. lenken» leiten 1 1 , 39. 

baralhar rfl. sich streiten, kàmpfen 

44. 22. 
baratar i) tr. gewinnen 15, 20. — 

2) intr. dass. 7, 40; 16, 19. 
barbada f. v. barbat a. befiedert 

36, 32 (R). 

barbari s. m. Berber (Miinze) 8, 1 2 (R). 
barga s. f. Barke 29, 1 7 ; 33 (beide R). 
barganha Handel 8, 50 (R). 
baron Sg. N. bar 39, 33(R) ; 45, 1 8 (R), 

— A. baron 21,58 (R) ; 22, 2 ; 35 etc. 
bar 5,40. — V. bar (6, 21). — Pl.N. 
baron 2 1 , 25 ; 66 (R) ; 23, 20 ; 45 etc. 
bar 45, 13 (R) s. Anm. — A. baros 

5, 9 (R) ; 36; 8, 2 (R); 27 etc. — 
V.baron (6, 37); 44, 50; 1,33; n,6i. 

— s. m. Baron t hochgesteUter 
Mann, túchtiger Mann. 

barri s. m. Querbalken, Balben U, 17. 

bart s. Brei 44, 48 (R). 

bas i) a. kUin, niedrig (15,45). fig. 

18, 26 (R); 32, 10. — 2) adv. tief 
herab d'aut b. (6, 36); 12, 74. 

basclo s. m. Taugenichts, Lump 5, 25 ; 
24, 30 (beide R). 



331 



bastir l) tr. òawn 33, 35. — 2) intr. 

dass. 1 1 , 32. 
baBtidora A. Pl. v. bastire Bau- 

liebhaher 38, 45 (R). 
batalh s. m. Kiópfel 44, 1 5 (R). 
batalha s. Schlacht 35, 54. 
batejar tr. taufen. non-batejat Jleide 

30, 1 3. 
batre tr. schlagen 15, 34. 
baudor s. f. Lustigheìt II, 3 (R). 
bauzar tr. tàuschen 4, 48. 
beoa s. Haken 23, 35. 
bely belh; bella a. schòn, reizend 4, 

12; 7, 21 (R); 24; 12, 12; 14; 18; 

22; 40; 52; 57 etc. In der Anrede 

4, 43. - - esser bel s. esscr. 
bellajBor a. Comparativform v. bel 

II, 10 (R). 
beltat cf. heutat. 
befa^ s. Wohtthat 38, 81. 
ben, be i) adv. wohl, gut, sehr vor 

Verben 1,6; 2,44; 4,34; (6,37; 

47); 7, 8 etc. ben estar, menar s. 

estar, menar. vor Adj. u. Adv. 

dass. 4, 14; 49; 8, 10; 10, 35; 

18, 40; 22, 46; 26, 6 etc. — si be 

s. si. — 2) s.m,das Gute 10, 12 (R); 

15; 46 (R); 12, 26; 22, 41 (R) etc. 
ben-eBtan s. m. das IVohlanstàndige, 

feines Benehmen 12, 58 (R). 
benanan a. prospcrirend ^ glúchìich 

3, 47 (R). 
benananaa s. f. Glûck 25, 6 (R) ; 27 (R) 

benda s. Band, Besatz 35, 45 (R). 

ben-8ÌatB-vengut s. ìVUIhommen 

26, 30 (R). 
besan s.Byzantiner{)A!ATiz€) 26, 74 (R). 
beaonha s. f. Vorhaben 39, 14 (R). 
bestìa s. Thier 38, 64. 
bestor s. Thûrmchen 32, 48 (R). 
beure Inf. II, 32. — Pr. Conj. Sg. 3. 

beva 32, 22. — intr. trinìten, zechen. 
beutat, beltat s. f. Schônheit 9, 1 7 ; 

.37; 37,5; n, 57(R). 
biaÌB s. fìg. i) Zuneigung 9, 8. — 

2) F^r/rt// 12, 46 (beideR). 
biaiasar rlì. sich aìnvenden von (de) 

1,1^ \ 12, 35. 
biseatar intr. vergehen, schwinden (?) 

29, 40. 
blano, a a. weiss 15, 40; 25, 18; 

29, 10 (R); 34, 2; 37, 15. fig. b/u' 

thenreich, bliihend 2, I (R). 
blancheiJar intr. glànzen 33, 39. 
blandir \x.freundlich behandeln, sich 

wiUfàhrig zeigen, verehren 13,27; 

18,33; 21, 15; 42; 39; 1,42. 
blasmar tr. tadeln (6, 48) ; 23, 1 1 ; 

35,39; 39, i; I, il^ 

blat s. Getreide 7, 33. 



blau a. blau 5, 18; 35, 2; 35 (alleR). 

bleao s. m. Schild 5, 17 (R). 

bliau s. seidnes Obergewand 1 9, 36 (R). 

bloja f. V. bloi a. blond 4, 12 (R). 

bloB a. entblôsst von (de) 18, 29 (R). 

boban s. m. fig. Pomp, Prahlerei 3, 
17 (R); 40,37. 

booharan s. m. Steifleinewand 26, 
20 (R). 

boÌSBO s. Gehò/z 8, 3 ; 40, 9 (beide R). 

boja s. fig. Fesse/, Gewa/t 4, 19 (R). 

bomba s. f. Kriegsaufzug 29, 4 (R). 

bon, bo; bona i) a. gut (von Cha- 
raìtter) 2,51 ; 7, 18; 24,5 (R); 26,78 
etc. nach ìVunsch 9, 34; 19, 2; 
25, 19 (R); 38,21. tuchtig, tapfer 
»8, 29; 37, 52; 58; (42, 26); I, 50. 
echt, richtig 7, 20; lO, 18; 28, 48; 
37, 19; 39, 21; 40, 31 etc. In der 
Anrede (42, 33) ; II, 56. esser ho treu, 
anhàng/ich sein 8, 31 (R). faire bo 
unpers. c. Inf. es ist angenehm 12, 
50. — 2) adv. in „saber bo" c.Dat. s. 
saber. — 3) s. Gutes 10, i ; 21, 54 (R). 

bordir intr. turniren I, 17. 

bordo s. Pilgerstab 8, 52 (R). 

boijes, borzes s. m. Bûrger 25, 22 ; 

33,4. 
bofl s. m. Wa/d, Gehô/z 20, 33. 

bofloatge s. m. Gebûsch n, 5 (R). 

brac s. Bracke, Jagdhund I, 18. 

braier s. m. Gûrte/ 25, 12 (R). 

braire intr. singen 38, 5 (R). 

bran s. m. Schwert 4, 47 ; 20, 36 ; 22, 

28 (sâmmtlich R) ; 25,11 etc. 
brando s. m. Feuerbrand 40, 41 (R). 
braquet s. Schiveisshund 36, 31. 
bratB s. m. Arm 2, 22; (6, 21) (R); 

22,43; 27,26; n, 39(R). 
brau a. bôse 19, 16 (R); 35, ii (R). 
breaaol s. m. ÍViege 3, 9 vR). 
breto a. bretonisch 21, 28 (R). 
breu, brieu i) a./&«r* (15,45). — 2) 

s. en brieu in kurzer Zeit 25, 2; 10; 

19; (42, 18; 48).— 3)s.^nir/29,2i. 
brocar i ) tr. stechen, verwunden 1 4, 1 7. 

— 2) intr. Part. ps. brocan ei/ig 4, 44. 
brondel s. m. Zweig 34, 2 (R). 
brunir tr. Part. pt. brunit b/ank 5, 23. 
bUB s. m. Boot (?) (6, II) (R). 
bUflt s. Brust, Rumpf 25, 12. 
busac s. IVa/dgeier 40, 13. 
buzatador Pl. N. von buzataire s. Lieb- 

haber von Wa/dgeiern 37,41 (R). 

C. 

c* s. que, 

oabau a. vorzúg/ich 19, 10 (R). 

oabeçalha s. f. Kopfbedeckung 24, 

25 (R). 



332 



caber intr. fig. sich aufhalten, sich 

hefinden lo, 14 (R). 
cada a. jeder 28, 20. cad' an aUeieit 

36, 15, cadâun Jeder 31,4. 
oadena s. Kette, Fessel fig. 9, 5 (R). 
caire s. Quaderstein 38, 49 (R). 
oairel s. m. Pfeil 20, 35 ; 34, 26 (R). 
oais s. ÌVange 45, 30. 

caitivier s. m. Unglùchsfall 41,2 (R). 

cal s. qual. 

oaler intr. unpers. Pr. Ind. Sg. 3. cal 
7, 23; 12, I (R); 13, i; 20, 49. ~ 
Conj. Sg. 3. calìia 24, 28 (R). — es 
liegt Jem. (a) an Etw. (de). 

oalhar tr. vereinigen, zusammenhalten 

44» 30. 
oaloziliar intr. herausfordern , ỳro- 

voúren 43, 17. 
cambOy cbambo s. m. Feld 23, 26; 

33» 36 (beide R). 
cambra s. Zimmer 15, 16. 
oamin s. m. IVeg 4, 44; 25, 21. 
oamjar, cambjar i) tr. -voechseln, 

vertauschen fiir (per) 7, i ; 7; 10, i ; 

31» 38; 37» 57- fig- umsetzen, aus- 

geben 22, 17. unterlassen 16, 27. 

verschUmmern (6, 31). — 2) rfl. 

sich rûhren, von der SteUe gehen 

39, 46. ablassen von (de) 12, 60. 
camp s. m. i) Feld (42, 30). — 2) 

Schlachtfeld 25, 10; 31, 37. 
campanesa a. aus der Chamŷagtte 

31, 28(R). 
oampanha s. Feld 11, 9. 
oampio s. Kàmŷe 24, 6 (R). 
oan, ohan s. Hund 36,27; 38,59. 
ohan» ohant s. m. i) Lied (6, 3); 11, 

7; II; 34, I7(R); 38,15 etc. -- 2) 

abstr. das Singen 22, 12 (R); 26, l ; 

34 (R). 
ohansoy chansson s. f. Lied, Gedicht 

11,10; 23, 3 (R); 24, 3 (R); 31,3. 

oantador Sg. A. v. cantaire a. sanges- 

lustig II, 3 (R). 
cantar, ohantar i) tr. singen 35, 66. 
— 2) intr. singen, dichten 4, 22; 
(6, 6); 12, 72; 14, 1 etc. — von der 
Krahe 24, 11 ; vom Pfau 24, 45. — 
3) s. m. a) Singen, Sang 7,6; 11,5; 

37, 60. — b) Lied 29, I ; 37, 61. 
cap s. m. i)Ab//i9, 24; 31,35; 44, 

48 ; n, 39. — 2) fig. Anfûhrer 33, 
17. Ende 34,56. 
capa s. f. Manteh Reitermantel 7, 37 ; 

36, 9 ; 33- 
oapairon s. m. Kappe, Helm (15, 44). 
capdelar, capdelhar i) tr. beherr- 

schen 28,35; 39» 40- ^g-verfûgen 

iâber 7, 42. — 2) rfl. sich benehmen 

7, 22. 



oapel s. Helm 29, 16. 
capelaiar 7, 9 s. Anm. 
oaptenemen s. Benehmen 38, 54 (R). 
oaptener rfl. sich erhalten, hestehen 

38, 36. sich benehmen 10, 20; 50. 
car, quar conj. i) Gnmd denn» weii, 

da 2, 37; 3, 53; 4, 10; 17; 21; 

31 etc. — 2) Mittel indem, dadurch 

ífajj 12,25; 18, 14; 43, 32. — 3) im 

Substantivsatz = que dass i, 2; 

2, 8; 8, l; 11, 16; 21,43; 22,38; 

28, 6 etc. 
oar a. i) theuer, werth in c. tener s. 

tener. — 2) anhángUch, zugethan 

21, 51 (R). ■ 

oara s. f. AntUtz 9, 33. 

carantena s. f. Fasten fig. 9, 10 (R). 

carool s. Treŷpe 28, 1 (R). 

oargar tr. fig. vonverfen, zur Last 

legen (a) 39, 43 s. Anm. 
oam s. f. Fleisch 19, 3. 
oamal a. jom c. Fleischtag 7, 36. 
charreta s. f. Kdrre 33, 13 (R). 
oharretier s. Kàrrner 33, 13. 
carrieira s. f. Ixiuf 12, 34 (R). 
oartier s. TheU 36, 41 (R). 
carzir tr. vertheuern 31, 25. 
chascmi, quasomi, casomi; a pr. 

ind. I) s. Jeder 5, 38 ; 7, 3 ; 12, 18 ; 

18, 4; 24, 34; 34, 23 etc. — 2) a. 

jeder II, 38. 
chaslar s. m. Schh>ss 33, 36. 
caaaa s. Jagd 37, 49 (R). 
oassador Pl. N. von cassaire 37, 40. 

A. cassadors 38, 56 (beide R). s. 

und a. JagdUébhábert jagdliebend, 
caBsar i) tr. jagen 14, 17; 40, 15. 

— 2) intr. dass. I, 17. 

oastel, chastel, castelh s.m. ScMoss, 

B^rg 7, I3(R); 13.29; ï5»25 etc. 
oastellan, chastellan s. m. Schloss- 

herr%S^\ 11,25; 45» 21. 
ohastiador Sg. A. von chastiaire s. 

Rathgeber yj^ 29 (R). 
chastiamen s. Belehrung, Zurecht- 

weisung I, 30 ; 39 (beide R). 
oastiar Pr. Sg. Ind. i. casti 17, 4 (R) ; 

17, 30 (R). l) tr. belehren, bessern 

17, 4; 34, 19; 35, 14. — 2) s. m. 

Strafpredigt J., 33. 
oatre num. vier 15, 26. 
oau a. 1) hohl 24, 22. 2) s. qual. 
ohausa s. Hufbeschlag ; ch. de fer 

Hufeisen 18, 12. 
chausir, chauzir i) tr. sehen 8, 33. 

herausfinden 11,51. Part. pt. chauzii 

a. gewàhU, ausgezeichnet 38, 83 (R). 

— 2) intr. eine Wahl treffen 9, 54 ; 

17» 7. 
oaut s. Hitze 16, 5. 



353 



oauB s. Iía/k 38,49. 
oaval; oavau 35, 3 (R); 42 (R). s. m. 
Pferd, Ross 7, 38 ; ( 1 5, 46) ; 1 8, 1 1 etc. 
cavalgar intr. reiten (15,43); 26,6. 
oavallier, oavalier s. m. i) Reiter II, 

10. — 2) RUter 15, 31 (R); 25, 2 
(R); 38,79; 41. 18 (R).— DHof^ 
macher 7, 10 ; 10, 32. 

caBer, ohcbBer Inf. (6, 12; 20; 36); 

11, 47. dechazer 40, 1 8 (R). deschazer 
(6, 12) (R). — Pr. Ind. Sg. 3. chai 
21, 54. — Part. pt. cazutz 9, 1. f. 
cazeguda 12, 74 (R). — intr. fallen, 

cel pr. dem. m. Sg. N. cel, sel, selh 
s. 4, 18; 33; (6, 26; 47); 10, I ; 46; 
15» 36; 30, 10; 33, 20: 29; 38,19; 
(42, 10); 45, 31. — A. celui 29, 26; 
41.33. cel 10.33. — Pl. N. cilh 
s. 4, 34; II, 18; 32, 26; 36, 20; 
37, 21 ; I, 48. cel 28, 34. — A. cels, 
celz, sels, selhs 3, 49 ; (6, 32) ; 10, 25 ; 
13,31; 20, 29; 26, 76; (42,44). — 
f. Sg. s. cella 28, 42; 32, 35; 46; 
37,2. cil 10,6. — a. cela 18, 15. 

— Pl. cellas 19, 10. — neutr. 27, 20 
(cf. Anm.). — derjenige. 

oel s. Uimmel 23, 32. 

celar l) tr. verftehlen, verschifíeigen 

35. 25 ; 36, 49. — 2) intr. fig. Lie- 

besheimlichheit pflegen 39. 32. 
oembel, sembel s. Kamỳf 7, 30; 

9.3o(R); 28, 3 (R). 
cen, cent num. hundert 14, 64; 29,7 

(R). Bezeichnung einer unbestimm- 

ten Zahl I, 46 (R). 
cena s. Abendmahi. dijous de la 

Cena Grùndohnerstng 9, 12 (R). 
oendat s. m. i ) Taft 23, 33. — 2) 

Fahne, Feldzeichen 35, 2 ; Û, 50 (R). 
ceroar i) tr. durchioandern 26, 54. 

— 2) intr. umhersuchen 36, 36. 
oertan, a a. zuverlàssig, vortrefflich 

T9, 13(R). 
oervel s. m. Gehim 44, 49. 

ces, 608 s. m. Abgabe 31, 12; 45, il 

(R) s. Anm. 
ohJa^ cf. ca- 
oino I) num. fíinf 14, 64; 31, 10. — 

2) s. Quinteme 28, 62. 
oinglar s. m. Eber 14, 16. 
CÌSClato s. ein Seidenstoff 25, 33 (R). 
det pr. dem. Pl. N. m. a. 14, 14; 

21, 66. dieser. 
ciutat s. f. Stadt (6, 40); 43, 15; II, 

62 (R). 
Civada s. Hafer (42, 26). 
Clam s. Beschìverde, Klage 43, 5. 
olamar i) tr. nennen 13, 21. c. merce 

um Gnade bitten 41, 37. — 2) intr. 

sich behìagen 34, 33. 



olar a. helì, klar 19, 4; 28, 24; 
35, 6(R); 38, 2. fig. von der Stimmc 
24,11. freundlich 19,25. 

clau s. f. fig. Gewalt 1 9, 38 (R). 

claure Pr. Ind. Sg. 3. clau 10, 13; 
14, 9; 19, 42 (R), — Conj. Sg. 3. es- 
clava (?) 3, 5 (R), — Part. pt. claus 
II, 19. enclaus 5, 12. — i) ir. ein- 
schliessen, umzingeìn 14. 9; 19, 42; 

11, 19. — 2) intr. umspanneny rei- 
chen 10, 13. 

clavar rfl. sich einschliessen , sich 

2'erschanzen 33, 4. 
olerc s. Pfaffe (6, 38). 
Clerjat s. m. Geistlichheit (6, 13) (R). 
cli a. gébûcht 8, 20 (R). 
clochar intr. fig. leiden an (de) 8, 30. 
ooart a. feige 44, 27 (R). 
cobeesa s. Habsucht 3i,38(R). 
CObeitOB a. i) begierig (de) 12,62 (R). 

2) S^iiig 41. í4(R)- 
CObir tr. zutheiien. Part. pt. cobit 

zu Theil geivorden 38, 89. 

CObrar tr. erwerben, erobern 12, 7; 

14, 10; 21, 5; 32, 38; 41; 36, 7; 

12. fig. etw. durchsetzen ii, 21. 
fûr sich gewinnen 21,69. 

cobrir, cubrir Part. pt. cubert 5, 
1 8 ; cobrit 38, 30 (R). — bedechen. 
fig. schonen 38, 30. 

COCha s. f. Klemme, schwierige Lage 

2,48; 15,35; 30,3- 
cochÌBUr rfl. sich beeilen 1 6, 3 ; 7. fig. 

hitzig sein ll, 54. ^ 

cochoa a. ei/ig 24, 37 (R); 45, 49. 

adv. dass. 18,41 (R). 
COÌde s. m. Ellenbogen, Arm yj, 1 6. 
coinde, da a. Heblich, anmuthig 

37. 13; 38,8. 
coindeta, f. v. coindet a. anmuthig 

5, I. 
ool s. m. Ha/s (15, 43); 29, 16. 

colgar, colguar i) tr. legen 3, 9. 

fig. den Beischlaf gewàhren 2 1 , 78. 

— 2) rfl. untergehen (Sonne) 26, 56. 

— 3) s. m. Schlafen 15, 12 (R). 
colhir Pr. Ind. Sg. 2 cols 3, 12 (R). 

— tr. nehmen. 

COlom s. Brieftaube 29, 21 (R). 
color s. f. Farbe 5,20; I2,2I ; 19.37' 

fig. Gesichtsfarbe 37, 14; 18 (R). — 

de color buntfarbig 11, 31 (R). 
colp s. m. Schlag, Stoss ^y^y, 22,29; 

23.30; 26, 75 etc. 
colpa s. Schuld. en colpa de durch 

die Schuld von 45, 24. 
com, quom, oon, oum conj. i) indir. 

Frage wie 4, 32; lï, 7; 16, 12; 

20,28; 35; 21,5; 29.37(R); 44.47- 

— 2) Vergleich wie i, 9; 2, 20; 



334 



4» 39; 5. 12; (6, 19); 8,51; to, 13 

ctc. — 3) Zeit 7venn 24, 12; 39, 1 3. 

— cum si wiâ icenn 34, 58. — si 
com, aissi com s. si, aissi. 

coma, quoma conj. wie (Vergleich) 
16, 23 (cf. Anm.); 28, 10; 32, 1 1 ; 
38, 40. 

ooman s. Befehl 17. 14 (R). 

COmanda s. f. Gewalt, Botmà^sìgheit 

13, 35(R). 
comandamen s. Befehl 38, 66 (R). 

comandar l) tr. befi'h/en 13, 5. fig. 

anemỳfehlen 4, 8; 26, 13. anver- 

traven 21, 63. — 2) rfl. sich hin- 

l^eben 4, 49. 
comba s. f. Tfuiì 29, 20 (R). 
oombatre rfl. hàmỳfen 14, 67. 
comdar s. comtar. 
comensamen s. Anfanjir 18, i6(R). 
oomensar i) ir. beginnen 20, 20; 

31, 41. - - 2) intr. dass. 14, 37. 
con^jat s. Abschied 14, 36; 38, 16. 
companha s. i) Gesellschaft (concret) 

5» 25; 8, 5 (R). — 2) Umgang, 

Freundschaft 8, 48 (R). 
companhia s. f. fig. geselliges Talent 

9, 34 (H^). 
companier s.m. Genossin 15, 17 (R). 

oompanho Sg.N. companh 14, 58. — 
A. companho 26, 35 (R). — Pl. N. 
companno 23, 21 (R). — A. compan- 
hos 7, 36 ; 41, 39 (beide R). — s. m. 
Genosse. 

complanher intr. Mitleid empfìnden 

27» 30. 
complit a. voUkommen 32, 44. f. com- 

plia 9, 25 (R). 
comport s. m. Betragen (6, 48) (R). 
comtal a. gràflich 23, 15. 
comtar, comdar, contar i) tr. a) 

zàhlen 31, ii. — b) erzàhlen II, 14; 

15,6; (48); 23,8; 35, 18 etc. — 

2) v[\.\x,erzàhìen l", 10. hìatschen. 

nachtragen 15, 36. Rechenschaft 

ablegen 45, 47 s. Anm. 
comtat, contat s. m. Grafschaft 1 1, 

14 (R); I4,73(R); 45, 18. 
comte Sg.N. coms 2, 31 ; 11, 33; 13, 

33 etc. — A. comte (6, 6); 18, 42; 

21, 28 etc. — V. coms 39, i ; 42, 9. 
- Pl. N. comte 4, 1 1 ; 20, 7 ; 2 1 , 22. 

— V. comte (42, 25). -- s. m, Graf 
coms palatz Pfahgraf 13, 22. 

comte s. a c. auf Rechnung 13, lo. 
comtesBa s. Gràfin 11, 5 1 . 
comunalha s. gemeinsamer Besiíz 

44' 7 (R)- 
con s. com. 

condut s. Gastmahl 45, 23. 

confermar rfl. sich festsetzen 27, 21. 



oonfraire s. Frater, frommer Bnt' 

der 43, 7 (R). 
Gonfpcen!^ s. Instrument des Iluf' 

schmiedes 43, 9. 
conhat s. m. Schwager 1 3, 32 (R) ; 

I4»53(R). 
oonìl s. Raninchen 37, 17. 

conoissedor Pl. N. von conoisseire 
Kenner 37, 21 (R) (cf. far 3). 

conoissen s.m. Kenntniss 29, 15 (R). 

conoiBser Inf. 33, 11. — Pr. Ind. 
Sg. I. conosc 9,53; 14» 20; 29, 12. 
— Perf. Sg. 3. conoc 35, 52. — 
Conj. Sg. 3. conogues 8, 29. - 
Part. ps. conoissen 37, 7. — Parl. 
pt. f. rcconoguda 12, 59 (R). desco- 
noguda 1 2, 73 (R). — tr. erhennen, 

ûg.anerJi'ennen, zugeífen l^t^' ***" 

erhennen (a) 33, 1 1 . — conoissen a. 

erfahren 37, 7. 
conort s. m. Trosi 6, 7 (R). fig. Be- 

friedigung 20, 21 (R). 
conortar rfl. sich unterhaiten (ab) 

20, 37. 

conquerre i) tr. eróbern 3, 44; 8, 16; 

13» 13; 18 etc. ûg.erwerben 14,72; 

35, 24. erkàmpfen 31, 7; 32, 14. — 

2) intr. erwerben lO, 38. 
conquiatar intr. Eroberungen machen 

4,42. 
COnrei s. m. fig. That, Wirkung 31, 

27 (R). 
cons- s. coss-; cont- cf. comt-. 

conten s. Streit, Kamỳf 18,39. 

oontendre intr. sich anstrengen 44, 

22. hàmỳfen 5, 40. 

contenea s. Streit» Krieg 21, 68 (R). 
contenta s. Streit 27, 3 (R). 
contra prp. i) Richtung wohin .;* gen 

23, 32. — 2) feindliche Gesinnung 
á^^<^^« 5, 35 ; (6, 22 ; 42, 44). — 3) 
im Vergleich zu 41, 5. 

contra£ax tr. nachmachen 27, 39. 
conven s. Verabredung 29, 39 (R). 
convenir i) tr. zusichem, zugestehen 

10, 31. auftragen 23, 10. — 2) rfl. 

unpers. sich geziemen 10, 25. 
covidar s. Einladung 35, 23. 
copa s. Schaìe 3, 31. 
cor s.m. i) /r<rrz I, 5; 4, 13; 9, 2; 12, 

66 etc, — 2) Gesinnung 21, 76; 

26, 29; 32, 60; 45, 45 etc. — 3) 

ÍVunsch, Neigung, Lust lO, 3; 

15. 30; 17» 3; 29, 30 etc. cf. aver, 

venir c. — 4) Muth 18, 29; 28, 19; 

1,49. 
corsjos s. coratgos. 
coralha s. f. fig. Gemuth 44, 14. 

Muth 24, 18. Mitleid 24, 7 (alle R). 
coras que conj. wann nur immer 8, 34. 



335 



ooratge s. m. i) Her% II, 15. — 2) 

Gesinnung 7, 19 (beide R). 
ooratgOB, corajoB a. und s. muthig 

18, ï3; 25,9. îi<y,.geneigt, begierig 

(de) (42. 19) (aUe R). 
corau a. herzlich, Herzens- 35, 26 (R). 
corda s. Strick 23, 35. 
corelha s. f. Klage 36, 14. 
com s. Jagdhorn, Horn 35,6; 36, 

30; 38,60. 
corona s. f. Krone 19, 23. fig. Reich 

31, 10. 

coronar tr. hrônen 13, 11. 
corredor Pl. N. von correire s. m. 

Plànhler U, 1 1 (R). 
correi s. m. Riemen 20, 32; 31, 25; 

38, 75 (alle R). 
correr Inf. 43, 4. — Pr. Ind. Sg. 3. 

cor 10, 35(R); 29,35. socor I, 32. 

— Conj. Sg. 3. socora 4, 6. — Fut. 
Sg. 3. acorra 17, 20. — Part. ps. 
corrcn 29, 41 (R). — intr. laufen. 
fig. eiUn. — corren a. eilig 29,41. 

oora s. m. i) Leib, Kôrỳer 7, 2 1 ; 9, 32 ; 
17» 9; í9»35 etc. — 2) Persônlich' 
keit (Umschreibung) 3 , 1 1 ; 9 , 40 ; 
64; 11,13 etc. 

cors s. m. i) Lauf 14, 18. al c. eilig 

10, 36. — 2) Streifzug 38, 40 (R) 
s. Anm. 

cort s. f. I) Hof 9, 25; 27; 15, 34; 

32, 34 etc. — 2) Hoffest i, ii; 

11, I; 22, 12; 43, 13. cf. tener, 
mantener c. 

cortìador Pl. N. von cortejaire s. m. 

Hofmachery Liebhaber lO, 26 (R). 
COrteBy a a. hôfisch, edel^fein I, i (R); 

13» 35; 15» 5; 19» 30 etc. hoch' 
herzig, muthig 31,29. 
cortesia s. hôfisches Benehmen 1,4; 

9, 58 (R). 

cosent s. Leid 41,27 (R). 
coBBegre tr. erreichen 27, 24. 
coBBeUi, conselh s. m. Rathschlag 

13» 25. cf. prendre c. 
COBBelhat a. berathen (mal) 14,49. 
COBBÌ conj.Frage wiei^ a) directe 3, Ó2. 

— b) indir. 5, 38. 

coBBirary conBirar intr. i) nach- 

denken 39, 29. — 2) Sehnsucht 

haben 10, 29. 
coBBÌrier s. m. Sehnsucht 15, io(R). 
COBtar intr. Kosten verursachen 7, 27; 

44» 2. 
coBtat s.m. Hûfte 25, 14; U, 49(R). 
cOBtum s. Gewohnheitt Sitte 27, 9. 
COBtuma s. f. dass. 38, 57 ; cf. far c. 
cotidiana f. von cotidian a. fíg. ge- 

iáufig, vertraut 19, 15 (R). 
coutel s. Messer 28, 10 (R); 35,48. 



OOV- s. conv-. 

oozer Pr. Conj. Sg. 3. coja 37, 6 (R). 

— Part. ps. co^en 38, 96 (R) ; 1, 6 (R). 

— tr. àrgern, krànken. - cozen a. 
fig. beissend. 

cranc s. Krebs (Krankheii) 2, 15 (R). 

crebar tr. durch Durchsfrchen ab- 
leiten 29, 18. 

creÌBBer Pr. Ind. Sg. 3. creis 1 , 2 (R) ; 
30, 16; 37, I ; 38. 9 (R); 53 (R). — 
Conj. Sg. 3. cresca 14, 74. — Ger. 
creissen (42, 16). — i) intr. ivachsen, 
zunehmen. fig. erwachsen i, 2. — 
2) tr. vermehren 1 4, 74 ; 38, 9. 

cremar tr. verbrentten 45, 8. 

cresnia s. f. Salbòl 34, 48. 

creaer Pr. Ind. Sg. i . crei 4, 50 ; 20, 
23(R);5i; 22,33.— 3-cre 26,10; 

28,27; 30. 9 (R); 37» 47. — Pl. I. 

crezem 30, 7. — Conj. Pl. 2. crezatz 
8, 17; 41, 15. — Fut. Sg. I. creirai 
33, 28. — tr. I) glauben. — 2) gut 
heissen, annehmen 20,51. 

cridar l) tr. rufen 8, 14; 14, 41 ; 
n, 43 ; 46. — 2) intr. schreien 1 7, 8. 

oriBtìan s. m. Christ 30, 13. 

crÌBtau s. Cristall 19,34 (^)- 

croi, oja a. \)feige 4, 5 (R); (6, 37). 

— 2) knauserig 22, 20. 
croBar s. crozar. 
crots s. f. Kreuz 30, 5. 

croaar, crosar ríl. das Kreu% nehmen 

4,21; 24; 30,20. 
cu- cf. co-. 
cuidar, cuizar, ciuar tr. i) denken, 

wàhnen, hoffen 4,26; 5,39; 9*24; 

27» 39. — 2) c. Inf. beinahe etwas 

thun 10,7; (42,34). 
ouìrada s. lederner Ueberzug 36, 

30 (K). 
carar rfi. fig. sich entàussern , /os- 

machen (de) 3, 15. 

D. 

da prp. loc. von — an 36, 36; 43, 15. 

dan s. m. Schade, Verlust 3, 7 ; 63 ; 
' 7» 6 ; 35 (^llc R) ctc. a dan de zum 
Schaden von 22, 37; 45, 47. cf, far, 
prendre d. 

danee (Ms. domes) s. Dàne 45, 27. 

dapoÌB que conj. caus. da ja 23, 10. 

dar Inf. 13,25; 20,43; 21, 77 (R); 

44» 32 (R); 35» 32 (R). — Pr. Ind. 
Sg. 3. da 29, 29. — Imp. Conj. 
Sg. 3. des 19, 39. — Fut. Sg. I. 
darai (6, i6).* — 3. dara 36,26. — 
Pl. 3. daran 8, 12; 12, 37 (R). 

— Cond. Sg. 3. dera (Ms. dara) 
39, 23. — Part. pt. dat 28, 55 ; 34, 30 ; 
35» 35 ; 4t>» 27. — l) iY.geben, schen* 



336 



ken. d. lo tort (6, l6). d. conselh 
13,25. d. sonha 39,23. d. colps 
34, 30. — intr. Geschenke machen 

21,77; 45.32. 
dart s. Geschoss 20, 35 ; 44, 38 (beide R). 
dat s. m. Wûrfe1 29, 12. 
daurar tr. vergolden 14, 53. 
davas prp. ô<rí (einer Person) 15, 17. 

daus Ttach — hin loc. Ii, 21. 
de prp. i) loc. woher? von 3, 14; 

15; 23; (6, 36); 8, 37 etc. fig. 

3» 30; 4. 4; 5; (6, 40); 12, 51; 
1 8, 29 elc. de ves von — her 25, 23 ; 

39, 18. 2) loc. wo? 43, 9. de jos 
8, 19; desai 14,38; 23,44; 34,34. 
de lai a) dort 23, 43. h)jenseits (de) 
(42,29). de viro ringsherum 23, 17; 
33» 4- — 3) temp. von — an 10, 51 ; 

40, 12. — 4) temp. wann? de matin 
24, 26. — 5) Stoff aus 3, 33. — 
6) beim Passiv von 2, 23; 14, 23; 
24; 22, 16; 23, 12 etc. — 7) Grund 
wegen 2, 43; 8, 30 ; 12, i; 63; 
(42, 19). — 8) Mittel mit 7, ii; 

9, 1$; 10» 30; 52; 25, 10; 35» 38; 

(42, 15). — Art und Weise de tal 
guisa 15, 18 ; de grat 35, 66 ; de cors 
38, 40 (s. Anm.) ; d*agradatge 11,28. — 
10) genauere Bestimmung in Betreff 
2,38; 4,1; 25; 8, 17; 9, 17; 11,15 
etc. — II) nach Compar. als 32, 43 ; 

33» 13; 43.3; I»45.— i2)pleonast. 

(d*oc, de no) 23, 9 ; 33, 46. 
debatre ríl. %appeln, mit den Fliígeln 

schlagen 15, 42. 
deburar tr. krumm òtegen, fig. ein- 

schiichtem 32, 16. 
deohaser tr. zu Grunde richten 40,18. 
dedlntB adv. imvendig 19, 3; 24, 22. 
defendre tr. 1) vertheidigen 18,8; 

37. 53. — 2) verbieten 9, 36. — 3) 

rfl. sich vertheidigen (de, ves) 4, 4; 

5, 14; 24,33; 35,21 ; 44,23; 1,14. 
defenaalha s. f. ìViderstandskrajft 

24,21 (R). 
deissendre, descendre Inf. 5, 7 (R); 

28, I. — Pr. Ind. Sg. 3. deissen 

30. 8. i) intr. herábkommen 30, 8. 

— 2) tr. herabbringen. 
delgat a. zart 19, 35. 
deliurier s. Erleichterung 25, 28 (R). 
deman s.m. i) Forderung, Anspruch 

34, 5 1 ; 40, 2 1 ; 33. ìVerbung 1 2, 67. 

cf. far d. — 2) Einrede 22, 33 (alle R). 
demanda s. f. Forderung 1 3, 4 (R) ; 

31» 7- 
demandar l) tr. erbitten, erstreben 

2;í>w (a) 12,27; 47; 13,26; 15,23; 

18,9; 31 etc. -- 2) remonstriren, 

Vorstellungen machen 33, 31 ; I, 12. 



demanes adv. sofort 22, 29 (R). 
demostrar tr. beweisen 43, 11. 
den s. f. Zdhn 12, 52 ; 19, 34; 28, 41 ; 

45, 30. 
denier s.m. HeìUr 15, 20 (R); 35, 36. 

Pl. Geld 28, 38; 33, 14; 35, 42. 
denan a) prp. i) loc. wo? vor 29, 18. 
- 2) woher? von — weg lO, 27. 

— 3) temp. wann? vor 24, 32. — 
b) adv. i) loc. vorn 21, 10 (R); 28, 
1 2 (R). — 2) temp. spàter 26, 48 (R). 

depenker Perf. Sg. 3. dcpeis i, 6 
(R). - sich bezeichnen aù (a). 

deport s. Vergnûgen 1,3: 20, 38(R). 

deportar rfl. vergnûgt sein 21, 3. 

derrier i) a. der letzte 16, 16 (R). 
fig. niedrig, ungiinstig 15, 22(R). 

— 2) adv. cf. laissar d. 
derrocar tr. umstUrzen 13, 29. 

dea prp. temp. seit 26, 47. — des 
que conj. i) temp. sobald als 16, 26. 

— 2) caus. da, vaeil 32, 48. 
deaamparar tr. im Stich lassen Inf. 

subst. 21, 74 (R). 
desarmat s. und a. unbewaffnet {6^2^) 

(R); 31, 31; 34. 

desc- cf. deiss- 

descadenar rfl. sich loslôsen 9, 6. 

descargar l) tr. fig. eníblôssen, be- 

rauben (de) 29, 25. — 2) rfl. sicA 

entledigen (de) 9, 4. 
descauait a. roh , gemein 35, 1 1 ; 

38, 28 (R). 
deschazer intr. fig. riickwàrts gehen 

(6, 12). 
deBConfire Perf. Sg. 3. desconfi 31,28. 

— tr. besiegen. 
deBOonoisaer tr. verkennen 1 2, 73. 
deeconort s. Niedergeschlagenheit 

41,32; (42, 14) (R). 

desconortar rfl. den Muth verlieren 

21, I. 

desdire intr. ses d. unfehlbar lo, 47. 
desenpacha s. Fôrderung, Vor