Skip to main content

Full text of "Pamphlets - Provençal"

See other formats


Provençal  - 
Pamphlets 


Wilhelm  _ 
Bohnhardt,  Josef 
Aymeric, ... 


JL   ÍLy^uut.  CL  vm.  2^  U^iu^^^^ 


.  k)ui.Ljd  by  Google 


.  k)  i^  .cl  by  Googl 


I 

I 

I 

il 

Ì 

.  k).  i. cd  by  Google 


I 


I 


t 


Digitized  by  Google 


^  1 


Das  Persoüal-Proüomeü 

im  Àl^rovenzabâcheiL 


iBtugnrtl-OisittUiloa 


zar 


Srlangung  der  Dootorwflrde 

b»i  <l«r 

Mm  »UlM^pUMkeB  W9ßtm  n  Martarf 

Willlelm  Bohnhardt 


MABBURG. 

C.  L.  Pfeil'scbe  Usivenitftts-Bwhdnickerei. 

1897. 


Digitized  by  Goog 


1 


■ 


Herrn 

Professor  Dr.  Edmimd  Stengel 


in  dankbarer  Vorehrung 


80Wid]B0t» 


Digitized  by  Google 


4 


Digitized  by  Gopgle 


Man  darf  es  als  ein  orfireuliches  Zeichen  bcgrüssen,  dass 
sich  auf  afz.  Gebiete  ein  immer  wachsendes  Streben  kund  gibt, 
durch  allseitigste  Forschungen  die  Wege  zur  Her8t(>llung  einer 
llingst  erwünschten  Grammatik  zu  bahnen.  So  kann  sich  auch 
ein  kleiner,  aber  nicht  unbedeutender  Satzthcil  einer  Reihe  ge- 
diegener Vorarbeiten  rühmen:  das  Pronomen.  —  Ausser  (fe.«^s- 
ner  s  yortrcfBichen  Programmen  (Collège  Royal  Frauçais,  Berl. 
1873  n.  74),  den  wertnvoUen  Bemerkungen  Tobler's  in  seinen 
Reoénaionen  (G9tt.  Oel.  Ans.  1866.  1872.  1875.)  nnd  noch  zalil- 
reiolien  anderen,  in  Zeitschriften  gelegentlich  niedergelegten  ' 
Beitrfl^en,  widmen  sich  Specialurbeiten  einzelnen  Pronomini  bus 
in  gewissen  Perioden  oder  Denkmälern  ^).  —  Dieser  reichen  Litte- 
ratur  über  das  afz.  Pronomen  hat  das  Provenzalische  nur 
wenige  Leistungen  entgegenzustellen.  Noch  immer  ist  das  von  Diez 
Gegebene,  freilich  auch  Grund  legende,  fast  alh  in  massgebend, 
neben  ihm  verdienen  Erwähnung  :  Uhabaneau's  «Notes  sur  c[uel- 
qaes  Pronoms  Froyenoanx*  in  der  Romania  nnd  Revne  des 
Langnet  Romanes,  sodann  Anmerkungen  in  eini^  kritischen  Aus- 
Mhen  der  Trobadors:  in  erster  Linie  Stimming*s  „Bertran  de 
Som*  und  Suchier's  „D(  nkmaler.**  —  Mahn's  Granimuiik 
brachte  nichts  Neues  und  konnte  es  nicht,  w(m1  s<>iner  Material- 
sammlung das  vornehmste  Kriterium  fehlte:  Scheidung  des 
wirklich  durch  den  Heim  Gesicherten  von  nur  durch  theils 
willkürliche  àSchreibung  Verbürgtem.  —  Da  wirkte,  wie  inuner, 
mein  iiochgeschätzter  Lehrer,  iierr  Prof.  Stengel,  anregend, 
als  er  uns  die  Nothwendigkeit  einer  umfangreicheren  Sammlung 
ftr  die  Behandlung  des  provenaalisohen  Pronomens  darlegte. 


E.  Beyer:  Dm  Pront.mpii  im  af/..  Rolttidslied«.  HaII«,  DIss.  1875.  — 
A.Gies«ck«:  Di«  Deiuooitrativa  iui  Afz.  mit  Eiu«chlaMi  dra  lO.  J«brk.  Rostock, 
DIflt.  —  P.  NtMM  :  Dvr  NonlMtlv  d«r  T«riraiid«nM  Peiwulpffooonliw  Im  Afi. 

Kl«l,  DiAR.  IMK2. 

S)  Altprovrii7.  (iramiiullk,  KSthen  iHtCi.  Theil  I. 

1 


Digitized  by  Google 


2 

Seiner  freundlicliei»  Auí'imintcrung,  seinem  belehrenden  Rathe 
verdankt  daher  diese  Untersuchung  ihr  Entstehen.  Für  die 
gütige  Untenttttsunç  durch  HÜfsniUte!  aller  Art  sage  ich  ihm 
an  di^er  Stelle  aufrichtigsten  Dank.  —  Die  vorliegende  Arbeit 
zerfiüit  in  2Theile:  In  dem  ersten  soll  versucht  werden,  unter 
Benutzung  aller  zu  Gebote  stehenden  kritischen  Text(^  wie  sie 
dem  Altmeister  noch  nicht  vorliegen  konnten^  das  durch  Reim 
und  Metrum  Frststrllbarc  zu  sichern.  Die  Zeugnisse  der  alten 
prov.  Grammatiken,  des  Oonat  proen^al,  der  Razog  de  Trobar 
(ed.  Stengel,  die  beiden  ältesten  prov.  Grammatiken,  Marburg 
1878)  und  der  Leys  d'Amors  (ed.  Gatien-Arnouk,  Monument 
de  la  littérature  ramane)  wurden  überall  berücksichtigt  und 
anf  die  Riditigkeit  ihrer  Angaben  hin  geprflft.  Die  gedruckten 
Rdmreihen  der  Lyriker^)  und  der  flamenca  wurden,  soweit  sie 
Pronomina  boten,  in  Betracht  gezogen  nnd  ergänzt.  Für  das 
Versinnere  waren  von  Wichtigkeit:  Pleines  «Híat  und  Mision  im 
Prov."  A.n.  A.  Heft  L  und  Hengesbach  „Reitrag  znr  Lehre  von  der 
Inclination  im  Prov.**  A.  u.  A.  Heil  XXW'il.  (dem  ich  die  An» 
lehnung  von  eh  und  t/ hinzufügte.) —  Abschliessendt-s  hinsichtlich 
der  reui  orthographischen  Schreibarteu  war,  selbst  für  den 
Reim,  nicht  zu  geben,  daher  wurde  ihnen  nur  geringe  Beach- 
tung geschenkt.  —  Die  Arbeit  setzte  an  die  Forschungen  nnd 
Resultate  der  genannten  Gelehrten  und  Werke  an  und  suchte  durch 
wettere  Belege  gewisse  Erscheinungen  als  wirklichen  Sprachge- 
brauch zu  erhärten.  Dieser  Grundsatz  wurde  auch  in  dem  zweiten 
Theile,  der  syntactischen  Behandlung  des  Pronomens,  befolgt. 
Hier  waren  Morf  (Die  Wortstellung  im  afz.  Rolandsliede,  Rom. 
Stud.  ni.  199  -294),  A.  8clmlze  (Die  Wortstellung  im  aiz. 
directen  Prage^aize,  Arch.  Z.  71;  185  ff.)  und  Ebering  (Syntac- 
tische  Studien  zu  FruiöurL"  ZFRP  V.  325.)  öchätzenswerthc  Vor- 
bilder. —  Was  den  Gesichtspunkt  anlangt,  von  dem  ich  in  dem 
Capitol  Aber  Stellung  und  Trennung  des  Suhjectspronomens  in 
Beaug  auf  das  Verb  ausging,  so  war  es  der  von  Tobler,  in 
der  fieoension  von  Morfs  Arbeit,  ZFRP  III.  144.  aufgestellte: 
»es  sei  nur  da  anzunehmen,  das  Metrum  habe  den  Dichter  zu 
sprachwidriger  Wortstellung  veranlasst,  wo  kein  anderer  Aus- 
weg bleibe/   Zwei  Gründe  bewegen  michj  dieser  Ansicht  fur 


ij  A  liarnisrb:  Die  altprov.  Praesens  n.  ImperfoctMIdODf*  A.n.  A.  XL.—* 
K.  Meyer:  Dir  jimv.  OestaltQDg  ilrr  mit  dem  Perfectsstamme  gebildeten  T'tTi 
pora  des  Lat.  A.  u.  A.  XU.  —  R.  Uofmelster:  Spracbl.  DDt«rsachuog  der  Keime 
BtiOftrtt  v^n  T«nte4orD.  Iftrboff,  DIm.  —  O.  Siabert  :  DI«  Rpraehe  dts  pmMi. 
Brnnans  Plamenr«.  Iffarbarf,  Dtsi.  ISSft. 


.  k)  i^  .o  uy  Google 


s 

■ 

dâ8  Prov.  betsapfiîcbten  In  Folge  der  scKwacben  ßehandlang 
des  Reiheiuohlnsses  Im  ProvenzalischeD  ist  im  Verse  die  Stef 
Itiog  der  TerschiedeDen  Redetheilc  zu  einander  eine  ziemlich 
froic;  Tnvcr^ioTi,  wo  sie  auftritt,  dahrr  nnr  selten  durch  den 
ViTs  bediiiíít.  FÀno.  durch  metrischen  Zwauii  veraulassto  Wort- 
folge,  für  welche  Aualoga  in  freier  Wortstellung  fehlen,  gibt  es 
überhaupt  im  Prov.  nicht.  —  ^^odann  weisen  auch  prüsaische 
Denkmäler  eine  £;rössere  Anzahl  von  Belegen  für  eine  oeatimmte 
Sieihlog  in  poe&chen  Abeohnitton  ^nf  —  Dms  manche  be- 
achton^werthe  EigeDthümliohkeiten  nient  znr  Sprache  kameni 
die  bei  einem  in  tormah  r  SUnaicht  oh  Teracbwmdend  kleben 
Satztheil,  wie  es  unser  Pronomen  ist,  leicht  entgehen  konnten, 
wird  bei  der  Fülle  des  Materials  zu  «iitHchuldigon  sein. 
Nur  weiiiiTi'  <i^uellen  zu  unteisucbeu  hielt  ir-h  für  unthun- 
lich,  indem  wU  mit  Tohler  die  Notliwendigkeit  einer  vollstän- 
digcu  Sammlung  deü  Voikonmieiideu  anerkenne  (Gött  Gel.  Anz. 
1875.  p.  1079):  , Werthlos  wird  sichere  Ergebuibse  derartiger 
Untertuobnn^en  nnr  derjenige  nennen,  der  nicht  wet88|  aus  was 
für  unscheinbaren  Kleinigkeiten  am  Ende  doch  immer  sich 
anfbanty  was  man  als  Ganzi  s  Stil  emes  Volkes^  einer  Zeit, 
einer  Kanatgattung,  eine«  Dichtere  nennt." 

Von  provenzaliachen  Texten  oder  aoiche  enthaltenden  Sam- 
melwerken wurden  sur  Abbandlang  nnterancht: 

Ä.  tf.  A.  Stengel,  Ausgaben  n.  ÁbhandhinLon  aus  dem  Gebiet  der* 
roman.  Philologie,  Marburg  seit  1882.  —  A  B.  Stengel,  Älteste  Beicht- 
formelu,  ZFRP.  X.  —  A.Gr.  Stengel,  Die  ältesten  prov.  Grammatiken. 

—  Agil.  SanctaAgne«.  Provenz.-geistliches  Schr,n>i>it'l.  ed  K  Bartsch. 
Berlin  1869  (mit  Monaci  s  Facsimile).  —  Aie^i.  xUexius,  das  Leben 
des  hl.  Sucbier's  Denkmäler.  I.  125  -155.  —  Arch.  Henigs  Archiv 
fur  neuere  Sprachen.  —  Â.Da.  Arnaut  Daniel,  ed.  Canello-  Am. 
Bte.  Amameu  des  Escas^  Ensenbamen  B.L.  140 — 148.  —  Am,Oare, 
Amant  de  CaicasseB,  Las  novas  del  papagai,  B.Chr.*  259  ff.  — 
Ärn^OÄ^Hars.  Aruaut  Guillem  de  Marsan,  EnseDbameo«  B.L.  132 

—  139.  —  Arek.Giott.  Archim  Glottologico  hs.  von  Ascoli.  —  B.d.B. 
Bertran  de  Bnm,  ed.  Stimming.  —  fí.Chr.  Barîsth,  Clu otomathie 
Pruvenrale  IV*'.  —  B.D.  Bartsch,  Denkmäler  der  Trov  I  ff l  or^t  iir. 
(Bibl.  des  litter.  Ver.  in  Stutt^'art.  XXXIX.)  —  U.U.  Bartsch,  bruud- 
risö  der  Prov.  Litteratur.  —  B.L.  Bartsch,  Prov.  Lesebuch.  —  Boeth. 

* 

0  Wi«  Witt  diaMlb«  (Br  dM  Afk.  bemhilft  Ut,  wagt  kh  nicht  sn  «ot- 

2)  R.  Pape:  Die  WorUtdliinK  in  der  provenz.  PrfKa-T.itter .tur  des  12» 
D.  18.  JahrK  INm.  Jen»  l8H:t. 

1* 


Digitized  by  Google 


Pas  Fragment  v.  Boethius,  ed.  ÎTûniic^eii,  Oppeln  1884.  --  fírrr.  Le 
Breviari  cl  Aruor  de  Rlatfre  Krmeugaud.  pp.  A/.ais  (  iJie  falsche  /.Liíiluug 
der  Ausgabe  wird  beibehalten.)  —  CVrv.s  Li  Auzel  Cassadm  de  i^aude 
de  Pradas.  li.Ghr.  177—104.  —  Chast.d  Am.  Cbastcl  d'Amurs,  B.Chr. 
273.  —  Dim.  Difttetik,  Sachier  Denkm.  201  ff.  —  Doclr,  Doctrinal^ 
ib.  241  ff.  —  Anm.  Das  Lebeo  der  hl.  Emmii,  B.D.  815  ff.  — 
Bktê.âàêêc.  Emanhamen  del  escnidier,  B.D.  101  ff.  —  Bns.delQ, 
Enaeidi.  del  Guano  von  Lnnel  de  Monteg.  B.D.  1 14  ff.  —  F.Z.  Über* 
setnuig  des  afz  Gedichtes  von  den  15  Zeichen  des  jüngsten  Gerichtes, 
Such.  Denkm.  156.  —  Flam  Lc  Roman  de  Flamenca  pp.  Paul  Meyer, 
Paris  lH(?f^.  —  n  riC.  Guillem  de  Cabestaing,  ed.  llüft'er.  —  G.dJ^ 
Guilleiii  lie  roitou  (Graf  v.  d.  Provence),  ed.  Holland  u.  Keller.  — 
(J.loBtun.  Garin  îo  Brun,  Ensenhamen  B.Chr.  89.  —  Gram.limous. 
Chabaneau  :  Grammaire  limouüiiie,  citirt  nach  den  Bänden  der  Rev. 
des  L  r.  —  0*Folq,  Die  deben  Freuden  T.'Gid  Folaneys,  Sncbier 
Denkm.  273.  —  Gtnr»d»CaÒ,  Gniraiit  de  Cabreini  Eneenh.  B.Gbr. 
88.  —  O^Biq.  Gniravt  Biqnier,  ed.  VHS,  Malin'e  Werke  HT.  ^Jm^n^^ 
Der  Roman  von  Jaufre,  B.Chr.  247  ff.,  S.D.  801  ff.  —  JoLevg.  Das 
Evangelium  Johannis,  B.Chr.*  9 — 18.  —  K-Jes.  Das  Evangelium  der 
Kiudhoit  Jesu,  B  D.  270  ff.  —  Luchaire.  Recueil  de  Textes  de  l'an- 
cien Dialt  rte  Gascon.  Paris  1881  (citirt  nach  den  Urkunden).  — 
Lun.  F0I4UCL  de  Lunel,  ed.  Eichelkraut.  —  Tmn.  Rom.  Kolquct  de 
Luuel,  Hornaus  de  la  vida  moudaua,  ed.  Eichelkiaut.  —  Mar.lUd, 
Manenlied,  B.D.  88  ff:  —  M,Q,  Mabn,  GedielitÌB  der  Ibnbadors.— 
if.Tr.  ders.  Werke  der  Ttonbadors.  —  JídJí.  Der  MOnch  Ton  Heu- 
tendon,  ed.  Klein,  A.  n.  A.  —  Hie.  Das  Evangelium  Nieodemi,  Sock. 
Denkm.  1  ff.  —  NM  U^uù  (waldensisch)  u.  lileinere  Stücke,  citirt 
nach  F.  Apfelstedt's  genauem  Abdruck  der  Genfer  Us.  207t;  Arch. 
02,  273  ff.  ZFRP,  IV.  330  tf.  u.  ib.  521  ff.  —  Nnv.ddh,  Las  Novas 
del  heretge,  B.L.  123 — 127.  —  PAMam.  Faulet  de  Marseille,  ed. 
Levy.  —  P.GuiUem.  P.  Guillem  Novas,  B.Chr.  265  ff.  —  P.Card. 
(U.C.)  Peire  Cardenal,  üna  ciutatz,  B.Chr.  259.  —  P.Rog.  Peire 
Rogier,  ed.  Appel.  —  P,Joh.  Brief  des  Priesters  Johannes,  Such. 
Denkm.  841  ff.  —  P.jr.£.  Brief  Matfre  Ennengand's  an  s.  Sebwester, 
B.IX  81  ff.  —  P.PmL  Pein  Yidal,  ed.  E.  Barteeb.  —  P.Cap.  Pom 
de  CapdoÜt  ed»  8t  ?.  Napolski.  —  Ps,  Pstím  108.  BJ).  71—75.  — 
Jîai/,  Raynonard,  Cboix  des  Poésies  des  troubadours.  —  Ä.  VidM. 
Raimon  Vidal,  Minnegericht,  Chr.  217  ff.  ~  R.VùlCasL  Derselbe, 
Ca^tiadlos,  B.L.  29  ff.  M.  \V.  III,  22t;.  —  R.Vid,Vf.  Derselbe,  Klage 
über  den  Verfall  des  hübschen  Lebens,  B.D.  144  ff.  —  Ross.  Girart 
de  Bossüho,  citiert  nach  0,  ed.  Förster,  Korn.  Stud.  V.  u.  P,  ed.  C. 


1}  J.R11.  J»ü(n  Rnéel,  «d.  Sclnnilnf. 


Digitized  by  Google 


6 

HofÌDaiìTì,  M.  liioffr.  —  Sav.  Palaytz  de  Savîeza,  Emieitung  zum  Luci- 
darius,  B.D.  57  ff.  —  Sen  Seneca  (lo  Savi),  ìi.D.  102  ff.  —  SertK 
Lehrged.  Senrerí  ä  Lehrgedicht  vom  Werth  der  Fraueu,  Suchier  Deukm. 
266  ff.  —  SLEtt»  Flaob  de  sant  Estere,  B.Glir.  21.  —  S/rmL  Die 
MeD  fVeoden  Mariae,  Siieh.  Denkm.  85.  —  3,Beue*  Des  Sonâm 
Beae,  ib.  2U  it  —  Tod  Bob.  Gedicht  auf  deo  Tod  Robert*«  von 
Sidlien,  B.D.  50  ff.  ~  Zorz,  B-  Zorzi,  cd.  Levy. 

Die  kritischen  Ausgaben  der  Trobadors  werden  nach  Ge* 
dicht  und  Vers,  Denkmäler  mit  fortlaufender  Zählung  (Agn., 
Rr('v  ,  Fîíim.,  Ross.  n.  s.  f.,  sowie  die  grö.xseron  in  S.D.  und 
H.i>.  fiiihaitenen  iStückc)  nach  dieser,  kleinere  nach  Seite  und 
Zoilc  der  Sammelwerke  zugeführt.  Bei  Citatcn  aus  M.G.,  M.W. 
und  Ray.  wird  nur  die  Gedichummmer  dea  Autors  nach  B.Ö. 
gegeben.  —  £in  mit  Sternchen  versehener  Name  bedeutet  ein 
dem  betreffenden  Dichter  ^aohlicb  beigelegtes  Gedicht 

Neben  oben  erw&hnten  Schriften  orauohte  ich  folgende 
Hil&mittel? 

Dkg:  Onmnutik  der  loman,  Bpradiea.  8.  Anfl*  —  MäiMner: 
Syntax  der  nenfranz.  Sprache.  Berlin  1843      Ders.  Franz.  GramiPatik. 

2.  Anfl.  Berlin  1877.  -  TobUr .  Vermischte  Beiträge  zur  frani. 
Grammatik.  Leipzig  1880.  Lf  CouUre:  De  l'ordre  des  mots  dans 
Crestien  de  Troyes.  Dresde  1875.  — Schliekum:  Wortstcliuug  io 
Aacassin  und  Nicolete.  Franz.  ötudini.  HL  Ausserdem  die  Kccen- 
sionen  Tohlrr's:  der  Ausgabe  der  Flameuca  v.  V.  Meyer,  Güll.  Gel. 
Aui.  lätiö.  Stuck  45;  der  Arbeit  Lu  CouUre' s  ib.  iö75-  ätück  34; 
«nd  die  Aber  Morf,  ZFBP.  DI.  144  ff. 


Erster  HaupttheiL 

Bie  iwmtfi  des  Personal-PrtntiiieBS. 

Capitel  L:  Singular. 
A)  Die  Nominative  der  drei  Penionen. 
L  Person. 

§.  1.  Ans  ego  entwickelte  sich  nnd  daneben  eine  jüngere 
triphtbonffisehe  Form  «èu.  Die  BUdongsgesohiehte  dieser  beiden 
Formen  behandelt  in  anschaulicher  Wttse  Nennuum,  ZFRP. 
VIII;  302    «Über  einige  Satsdoppelformen  der  firana.  Sprache." 

§.  i\  Die  Rcinin  incn:  A.Gr.,  Rimarîum  der  Hs.  D  lOU; 
üarniech  257 j  Klein»  M. d.M.  119$  Sicher Fiam.  62  fuhren 


Digitized  by  Google 


6 

die  Hindungcii  des  tu  {iiti)  aui.  Da.^stlbf"  erscluiiit  bis  auf 
eiuc  Aubuahmc  lu  ReiltcD  auf  -eu  laig  uud  faöt  d-urcbgeheudt» 
mit  denaelben  Reimwdrteragebiinden,  (Diese  und  die  Foftsettiv- 
pronomioa  nUeu,  tien,  sieu,  dieu  =  deuntf  Eieennamen  wie 
Änärim,  Matiäm,  hébreu,  jugieu^  endlich  das  ad),  leu  and  das 
oorrespondirende  ffreu,) 

§.3.  Die  Reimbelege:  Agn.l056.  Alex.  65.  381.479.857.998. 

A.  d.  Sest.  11.  Am.  d.  Esc.  146, 12  (B.L.)  u.  Ray.  V,  23.  B.Calv.  14. 
Brev.235.  495  8:51.  1492.  2400.  10232. 10695.  10852.  11503.  1 1717. 
12454.  1^18(>  13624.  13770.  20191.  20271.  20995.21000.  21105. 
21()3S  22097.  22151.  22521.  22529.  22546.  22708.  22730.  22836. 
23060.23627.  25546.  26497.  2(1740  Ä.13.  2.  11.  42.  171.  Cobl.esp. 
35,10.43,10.  Eüim.  216,13.  217,22.  218,3-  222,20.233,33.243, 
28.34.245,5.  254,1. 257,16.264,4. 265,30. 267,82.  Ens. d.O.  115,20. 
Flam  3542.5331.7059.  6JLdeni.7.  Q.d.Berg.l8.  G.Riq.  6 1,13.81,401. 
84,32.  Jaaft-e  Chr.  258,26.  KJeB.287,17  291,12.299,4.300,37. 
304,33.  Lud.  St.  Jacob  Chr.  413, 11.  Mar. lied  65,  28.  M.dM.4,7.  Nie. 
589.  1540. 1954.  Noel  Chr.  18,23.  P.Card.  37  (bis)  P.Vi  l  1,23.44. 
72.  88.  35,6.60.  Kbt.d'Aur.3.  R.Vid.Vf  156,  2Î.  Rosb-T  3783.  5016. 
5088.  6417.  8750.  Ross.  0  4464.  5757.  64133  7329.  0799.  [Vergl.ûber 
die  offenen  Tiraden  (2i^4.  431).  áOo.  6ü2)  K.  Müller:  Die  Asso- 
uaui^eu im  Giiai  t  da  Uudsilhu.  Frauz.  Stud.  III.  5.  Ueit  39.J  8.1).  298, 46. 
54. 

Die  Reimreihen  auf  -cu  und  -im  fallen  vollständig  zusam* 
men,  diese  Vermischung  bezeugt  u.  A.  das  Bimari  der  Hs«  D, 
Ä.Gr.  109. 

§.  4.  Eine  SondersteUang  nimmt  das  BreWari  ein  (cf.  §.  2.). 
Nach  R.  Weise  „Die  Spracliformen  Matfre  Ermengaud's."  ZFBF. 
Vll.  'ò'ô'2.  §.  3.  Nr.  6  ist  «SU  durch  beweisfähige  Bindungen  ge- 
sichert: „Lat.  e-^-u,  e-\'V,  ß-hp  und  lat.  Ï  -f      T"!"  i-^-p 

werden  im  Brev.  durch  den  Triphthong  ien  wiedergegeben. 
Kbeuso  Werden  die  au«  lat  i-f-  U,  Ï+  v  und  î-hi'  enutandenen 
iu  zu  ieu.  Dil  mm,  so  folgert  W.,  beide  Triphthonge  mit  ein- 
ander gebunden  werden,  bo  ibt  der  Gebruucii  von  m  uud  iu 
ausgesddofisen.*^  £s  reimt  495  ieu:  vieu-vivilf  ÌjîTû.  22529. 
22708  ieu:  vieurinvum, 

'  §.  &.  Diesen  Bindungen^  welche  dem  ganzen  prov.  Sprach- 
^brauch  und  den  circa  25  correkten  Beimen  des  Brev.  Çbgox 

eum)  gegonflber  höchst  aufiUIîg  erscheinen;  hat  Weisse  zu  wenig 
Aufmerksamkeit  geschenkt.  Der  Versuch,  hier  durch  Emenda- 
tioii  die  4  Ausnahmefälle  zu  beseitigen,  liegt  nahe.  In  der  That 
kann  man,  mit  Ausschluss  von  V.  49.'),  in  welchem  durch  den 
»Sinn  vien-vivU  bcdiugt  ist,  das  adj.  vim  durch  das  pron.  poss. 


Digitized  by  Google 


7 


jnMU  ersetzen.  Die  allerd'ings  schlechte  Hs  C  berechtigt  uns 
sogar  zu  diesem  Verfahren.  In  V.  22529  E  vos  dizetz  qui  SO 
im?  Di.<  Feires  Crisiy  fil  de  dieu  vieUf  gibt  C  mit  seiner  Les- 
art Mieu  einen  ^utcn  Sinn.  Falsche  paläographischc  Deutung 
eines  tneu  in  idrii  ist  zudem  nicht  juisgesclJosseu.  Aus  den 
mangelhaften  Varianten,  die  Azais  dem  Texte  beifügt,  ì'ámt 
bich  nicht  ersehen,  ob  C  auch  iür  die  übrigcu  2  Veröc  mieu 
bietet.  Doch  ist  ihr  Inhalt  ähnlioh,  in  den  direkten  Reden 
mOchte  ttoem  «lebendigen  Gotf*  dae  abUohere  «mein  Gott*  vor- 
«meben  idn.  Die  NacbsteUiing  des  PoBaeBÛv^Pronomens  loAter 
sein  SnbstontiVy  besonders  im  R.,  ist  in  diesem  Texte  wie  in 
allen  jüngeren  sehr  gewöhnlich  % 

'  §.  6.  Bartaoh  nimmt  allerdings  in  der  Besprechung  der 
Azais'schen  Ausgabe  d^  Brev.  (Jahrbuch  IV,  429)  ohne  Er- 
örterung der  Lesarten,  auch  für  Amanicu  des  Escas  dieselbe 
Aussprache  des  ieu  an.  Die  citirte  Anmerkung  B.L.  147,17 
oder  einen  bezüglichen  Reim  vermochte  ich  aber  bei  diesem 
Autor  niehi  zu  linden.  \'ielmehr  bindet  er  B.L.  146, 12  und  in 
einem  anderen  Stück  Kay.  V.  23,  2  ieu  :  mieu. 

§.  7.  Sind  aber  solche  Bindungen  wirklich  getsichert, 
dann  bezeugen  sie,  dass  ftir  die  genannten  späten  Dichter  ein 
Unterschied  in  der  Ânssprache  eines  iethlaiy  and  ieu-estreU 
nicht  mehr  vorbanden  war.  Einen  solchen  itlr  die  klassische 
Periode  anzunehmen  zwingen  uns  eben  die  fehlenden  Reime 
egoi-éu^)  (trotz  interessanter  Schreibungen  wie  dieu- débet, 
À.Gr.  Razos  68,10.  70,  in  Hs.  C:  Tot>  Jiom  qui  ml  trobar 
td  entendre  (Üöm  primieirmHen  »aber  il  B.  d.  Yent.  01  in  C). 


i)  Belsple]«  ïtofflir:  Dm  PoMeMlv  der  L  ptn.  tg.  niMe.  folft  Mlmm 

•ubsUntiv.  im  R.  Alex.  311.  Tlf).  Cobl.  esp.  28,  15.  Knim.  25.Î.  31.  254,.'». 
G.  Riq.  78,  4.  70.  ],f.  €lg.  17.  Nie.  1520.  1631.  Serv.  Lehr^-.  »;(>.  415.  —  I. 
p«r«.  tg.  fem.:  Aro.  CaUl.  H.U.  9ä8.  Bie?.  227.  &.Kiq.  61,  6.  ät>,  56.  »l,öö. 
Hdneli  V.  Fob.  1I.W.  S«  996.  Tod  Bob.  6ft,  1.  -»I.  ^n.  pl.  mase.:  Hw.ltod 
70,16.  Ung.  BJO.  78,  36.-  11.  pers.  sg.  masc;  Alex.  315.  Mar.lied.  r,5,  ;U. 
70,  10.  —-III.  per?  sp.  rriisc:  Alex.  184.  797.  CoM  f-y».  39,  11.  Euim.  242,  I. 
/47,  23.  G.  Riq.  61,  15.  6«,  4.  14.  24.  72,  279.  ÖÜ,  .J4.  82,  10.  P.M.E.  Öl,  22. 
*-1IL  part.  flg.  fBm.:  Br«?.  996.'—  III.  peiw.  pl.  naioM  Alex.  679.  P.lf.B. 
82,  26.  —  Das  PossesaÌT  der  Pluralität:  I.  per»,  uost«:  O.Riq.  79,84.  P.Cap,* 
9,  2i<».  —  II.  pers.  masr.r  vostre.  Verf.  ll.Vid.  169,  14.  fem.:  R.D.  78,  18.  — 
Für  Nacbstelluug  des  adj.  Wouomens  im  Vexse  sdieiut  nur  der  uuter  gelehrtem 
BlnflotM  «DtttendMo  P».  108.  «Inen  Bdag  s«  bl«Uii,  to  78, 9:  £o«  /Ib  «la tu  ajon 
grau  dolor,  «îii  fnaue  Wiedergabe  der  Vorlage  „flaot  nati  ejae  während 
72,  15  a.  7  2,  IM  fT.  regclmässigf  StoUttOg  zoigMi.  AoMerdoiD  nodh  Mic  163: 
)o  maotel  eleu  caj  per  uuur. 

dcu-dcbct,  btu-bibtt  reimeu  uur  mit  ein&nder,  et.  8Ub«ft  p.  67* 


.  k)  i.cd  by  Google 


8  Die  verse liicdciu'n  rein  ortliogra])lusc]icn  8el»reil)ai  lt'ii 
der  Hss.  (ijeu,  hieu),  welclic  tlieilweise  in  die  kritischen  Aus- 
gaben aiiigeDomiDeu  sind,  kommen  tiir  uns  niclit  in  Betracht. 

§.  9.  Über  die  Verwendung  dcö  èu  und  ìèu  in  einzolnon 
Denkmälern:  Á.G.  U, >  führen  m  an,  nach  den  Leys  11,  -12 
ist  dfta  triphthongischc  mu  das  Gewöhnlichere.  Boeth.  bietet 
tiiir  eu:  43. 75. 78. 82.  DetgL  Jokevg.  Chr.  9, 19. 22.  U  H.  [in 
dem  einzigen  ieu  Chr.  14,28.  iat  wie  die  Còllatíon  des  Herrn 
Prot*.  Stengel  ergibt,  i  unterpanktirt  ]  Agn.  hat  bis  auf  V.  79 
u.  514,  im  \V^ir  beiden  Ausnahmen  bestätigt  Monaci's  Fac- 
simile,  Tav.  '2  und  G.]  T>cr  Schreiber  der  Flameiic»  braucht 
beide  Fornun  proraiskue. 

§.  10.  Das  Fronomen  brancÎKMi,  wie  obiçe  Kcihe  zeigt,  nvi 
Vorliebe  die  späten  gr  istHchen  und  didaktischen  Dichter  im 
Jioim  —  Agn.,  welche  sonst  den  beliebten  -  /fjíí-Biu<luugen  nicht 
abhuld  i&t,  hat  nur  einen  Beleg;  dazu  kommt  vielleicht  noch 
der  verderbte  Vers  !*.'(>. 

§.  Ii.  Bartsch  geht  in  der  Kecension  des  A.Pa.  ed.  Canello. 
ZFRP.  VII.  582.  meiner  Meinonf  nach  su  weit,  wenn  er  bei 
Lied  3,35  ,61  qu'eu  jaü  m'emtHe  ana  der  Lesart  CE  qu'en, 
welches  ab  tfu'eu  an  lesen  ist,  den  Beweis  zieht,  dass  die  Vor- 
lage von  C£  eiif  nieht  ieu  schrieb;  weshalb  jene  filtere  Form 
für  A.Da.  durchzufuhren  sei,  auch  wo  die  Hss.  ieu  haben." 
Nun  findet  sich  aber  öfter  ieu  in  CE,  so:  5,  40.7,51.  in  C 
allein  í^,  21 .  in  CR  7, 25  während  die  anderen  Hss.  eu  bieten. 
Auch  (Heus  fiir  dcus  zeigt  CIO,  17.  11,47  sieu  tiir  6'eu,  somit 
lässt  sicii  kein  siclu'rer  Sehluss  aul  die  Vorlage  ziehen;  höchstens 
der,  d&6á  ihr  Schreiber  beide  Formen  in  Auwendung  brachte. 
Kritische  ^eherung  der  dnen  Tor  der  anderen  wird  sich  ftr 
solche  Fslle  ftberhanpt  nieht  ersielen  lassen. 

§.  12.  Der  wdiente  Forsoher  verfthrt  aber  in  der  Text- 
constmirnng  der  ältesten  Trobadors  Ar  die  Chr.  nach  seinem 
Prinxip  conséquent,  fiberall  setzt  er  die  älteren  eu  ein,  z.  B.: 
Marbbr.  1.  Chr.  51, 3.  B.d.Teiit  12.  Chr.  59«  12.  20  n.  iL  Cercalm.  8. 
48,  34. 

§.  13.  Im  Waldensisehen  entspricht  todem  pruv.  Triphthoug 
'ieu\  daher  lautet  die  Nominativform  der  I.  sg.  io  (yo)  ct. 
Diez  I.  109-^110.  Grützmacher  Arcii.  16,  369  ff.  —  Reimbelege 
fehlen  in  dem  von  ApfeUtedt  Zi'  KP.  IV.  330  ff.  und  Archiv 
62, 273  Abgedruckten.  Im  Versinnern  :  Nobl.  leyc.  402.  Nov. 
Serm»  15.  Lo  payre  eteni.  16. 80. 

§.  14.  Das  Gascoenische  weist  ebenfiüls  io  anf:  Deeoort 
des  Bbt  d.  Vaq*  Oobla  5  (auch  bei  Lnchaire).  Daana,  yo  nie 


9 


reut  a  im.  —  In  den  Urkunden:  Acic  1  A  ich,  aas  1256. 1257.  and 
1258.  Monis  (üaate  Garonne)  1236.  Oasteijaloux  (Lot  et  Garonne) 
1270.  Maaboorg  (HautM  Pyrénées)  1257.  larbes»  (ib.)  1256. 

II.  Person:  tu. 
&  15.  Die  ReimlUte  der  Flnm.  -u  p.  84  bietet  keinen  Fidl. 
Der  AominaUv  findet  sich  jedoch:  Brev.  28217.  28472.  Enim. 
228,88.228,  L  267,13.  21.  Nie.  2736.  Noblley. (cf. OUiqmis)  8dD. 
209f  20.  —  Die  Lyrik  vermeidet  iu  im  Reime. 

§.  16.  ISnr  einmal  belebt  ist  fy  Ps.  74^4.:  Car  ty  iest  rey 
moti  smu.y  wfthrend  sonst  der  Text  in  bietet.  —  Diese  Schrei- 
bung wird  den  dialektischen  Eigenthümlichkciten  des  Textes 
(cf.  auelî  'iau  suitt  -im  in  diau8l2j  l.ff.  siaus-dms  73,2)  za- 
zurechnuu  sein.  Man  vergl.  dazu  die  schlechte  Form  tmey  íiir 
mieUf  Tod  Rob.  54, 16:  Lo  miey  ^ayre» 

HL  Person, 
a)  MascoIiiiDm. 

S*  17.  Dem  Toraagswebe  Ivriscben  Charakter  dei*  provcnz. 
Dtobtane  entsprechend,  findet  das  Subjectspronomen  der  3.  pers. 

mase.  sdtncre  Anwendung,  da  der  L  pers.  masc.  die  2.  oder 
.3.  pcrs.  des  Feminin  gegenüber  steht,  darch  welche  aoi'  die 
'dompna'  oder  ^amors'  hingewiesen  wird. 

§.18.  Die  Formen  siiul  rl  und  daneben  moniHirtcs  eU(elh). 
— ■  Das  Pronomen  or8('lirliit  gebuiulcu:  Ënim.  261,8.  Nie.  439. 
P.Card.*  B.D.  140,3b.  Koss.  P:  2711.  5124.  0:  3373.  5876  (als  i7). 
Siehe  K.  Müller  a.  a.  0.  —  Iu  der  Eeimreiiie  'él  Sichert  p.  3Ô. 
tritt  der  Nominativ  nicht  auf. 

§.19.  Zur  Erklärung  der  2  Formen:  Arsène  Darmcatctcr 
geht  in  einer  jüngst  veröffentlichten  Untersuchung:  „Le  démon- 
stratif 2Ü0  et  le  relatif  Qtd  en  Roman"  (in  den  Mäanges  Renier, 
Paris  1888)  Ton  einer  Bednilnssung  des  üle  darch  yui  aus  and 
setat  eine  vglat  Form  iUi  auf  romanischem  Boden  an.  Nur 
eine  solche  konnte  fa.  ü  und  ital.  cgU  (durch  clli  hindnroh)  er- 
geben. Das  Prov.,  welchem  2  Formen  für  den  Nominativ^  der 
pers.  masc.  zu.  Grebote  stehe»,  entlehnte  sein  elk  gleichfalls 
dem  iVi.  während  dem  d  das  alte  illc  zu  Grunde  lie^t. — Der 
von  Nruiiiann  ZFRP.  VIII.  2nO— 1)3  vorgeschlagencu  n(3uen  Er- 
klär uag  mi Heist  der  interessanten  aber  problematischeu  Theorie 
des  syntaktischen  Hiates  stimmt  er  nicht  bei,  da  sie  das  fa.  ü 
licht  ToUstttndig  an  rechtfertigen  vermöchte. 

20.  Die  seltenen  und  gerade  in  Bezag  anf  da«  Ui  nnge- 
mom  provens,  Reime  gestatten  uns  nichts  das  e{  vor  der 


10 

muni  Hirten  Form  der  analoge  Entwiekelnnr^cn  b^im  Demon* 
strativam  celli,  aquelh  u.  s.  f.  zur  Seite  stehen,  zu  sichern. 

§.  21.  Die  A.Or.  9,3  geben  el  i.  iZ/e,  dasselbe  Ipìiren  die 
Leys  II.  266.  Boetb.  hat  ei  iW).  G5.  70  »j.  —  Joh.evg.  weist  ei 
aui :  Chr.  10,  26.  11,31.  12,  22  u.  flf.,  legt  aber  *ui-leich  ein  Zeug- 
nis von  dem  frühzeitigen  Auftreten  der  ^louilln  ung  im  Liniou- 
flbÌBcheQ  ab:  dl  10,  lö.  14, 29  u.  8.  w.  (ebenso  cell  9, 25. 14, 14 
aîue/nO,17.12,10). 

§.  22.  Die  waldensiBchea  Denkmftier  bedienen  aîçh  des 
e£.  Ortttzmacher  Árch.  16,380, 

§.  23.  In  den  ga^coguiaofaen  ürlLonden  zeigt  nofa  ein 
Schwanken  zwischen  mehreren  Formen: 

§.24.  1)  selten  gibt  el  die  3.  pers.  wieder:  Acte  de  Bigortni 
(Hautes  Pyrénées)  Ende  des  12.  Jabrh.— Or^ez  (Baases  F^dnöes) 

1246.  Die  Erhaltung  des  eü,  aquel  ist  ein  Zeichen  von  Alter- 
thümlichkeit,  iiir  wdohe  gerade  die  Dialekte  der  Pyrenäen 

öfter  Beweise  liefern. 

§.  1*5.  Jünger  ist  2)  ed:  Bagnères  1251. 1261.  Auch  1260. 
Bigorre,  Bayonne,  Livre  d'Or,  desgl.  Basses  Pyrénées:  Sauveterre 
1253.  Casteljalou,  1256.  1270.  Oioron  1290.  Landes  1268.  —  (Das 
DenionstraLivum  gcbliesst  sich  dem  Personale  an  :  aqucI,  Bagii. 
de  Bigorre  1251.)  d:  Bordeaux  Ì2b6.  {a^^uetf  Pays  de  6oule 
1202.  aquedz  Bahn.  d.  Big.  1260.) 

§.26.  'ò)  ey,  eig  Basses  Pyrénées  :  Bayonne  1247.  P.Meyer 
»Ober  die  Sprache  der  Plainte  du  vicomte  de  Sonic  contre 
Simon  de  Laoeater«  Rom.  1876.  369  hftlt  §  Mr  älter  ala  da 
fi  ans  casteiUum,  iUnim  an  eaäeg}  cy  wurde.  Beide,  g  und  d, 
f^ehOren  jedoch  einer  Gegend  an«  Liuchaire  erkennt  umgekehrt 
m  ed  das  Ursprünglichere,  da  es  regelmässig  in  den  Texten 
des  12.  u.  13.  Jabrh.  auftritt.  Für  einen  Nominativ  ßg  gelang 
es  mir  nicht,  Belege  in  den  Urkunden  2U  finden. 

ni.  Person. 

«  b)Femininam. 

§.  27.  Von  einer  Einwirkung  des  Relativs  auf  das  Femini- 
nom  des  DemonatratÎTS  kann  keine  Bede  aein,  weil  gui  aeine 


1)  V.  49  eu:  eu  h  chattia  ;  woiq  man  die  Zatammeoiithung  der  prAepos. 
€9i  vnd  dtr  «onjunctlon  e  (et)  -f-  h,  &rtk.  maif.  im  Juh.evff.  vctgleicheo  ktnii; 
ni  to,  sonst  rl  prlbt  hier  eu.  10,  13  eu  «ffi  Jean.  12.  '22.  i  i.  "  i  i5,  i.  ru  mm 
num  (daoebeo  e(  num  9,  7.  1^,2,),  il,  20  eu  meu  paer.  Uiva^ihe  Krscheiauog 
find«  ich  in  der  gaKognltehtii  Ütknsd«  Aiieli.  IfdS:  mi»;«»  10/  wiidrow 
ml  per  ftai  «  jMr  t9r  cmoidB  en  FtÊptrUoM  t  mi  UftMá  (as  ttrrmiAem)* 

•  V«  •••••• 

•  •    •  • 


Digitized  by  Google 


u 

Feminin-Flexlon  im  Vulgärlatein  verloren  hatte.  lUa  ist  da- 
her in  den  romanisohen  Sprachen  seiner  oatlirlichen  £ntwiek- 
long  gefolgt. 

28.  Ihm  entspricht  im  Provenz,  lautlich  ela;  die  Neben- 
form pUia  stammt  nach  Dartnesteter  a.  a.  0.  vom  Masc.  eih  ab. 
<^  Reimbelege  tuhltn   tiir  diesen  Nominativ  gänzlich.  —  Die 

A.  Gr.  81,27  und  die  Loya  II,  2l(>  fiihiun  ella  aui)  weiches  schon 
für  Boeth.  119.        î74  u.  Ü.  zu  konstatiren  ist. 

§  20.  Daneben  ist  die  Verkür/ung  tdh,  gewühuliuh  ilh,  U 
wlïr  bciicbL.  —  Wie  oder  wanun  die  Sprache  zu  dieser  ein- 
8ilbi|^eii  Form  gelanerte,  untersucht  der  genannte  Gelehrte  nicht. 

—  Sie  erachdiit  im  Keime:  Emm.  221, 18:  peräh^  sb.  ul  o.  6g.  u. 

B.  Catvo  3. 

§.      Agn.  weist  im  Versinnern  2  mal  UH  auf;  y.674  moss 

jedoch  Verscideifung  mit  folgendem  es  eintreten,  dagegen  ist 

iÜi  als  zweisilbig  V.  11. Ó7  durch  das  Metrum  gesichert.  Diese 
auffallende  Form  fasst  Bartsch^  und  wohl  mit  Recht^  wie  die 
Nebenform  des  Artikels  Frm.  '?'  zu  la  auf. 

§.31.  Im  WaldcTisîHchen  ist  dieses  Uli  eine  gern  gebrauchte 
Form.  Doch  .>ind  die  Beispiele  welche  Grützmacher  Arcii.  16, 
060  gibt  und  Uaynouard's  Text,  Chx.  II.  73  Ô'.  nicht  immer  un- 
verdächtig; durch  A^iel.-iedt's  Abdruck  a.  a.  0.  erhellt,  dam 
in  vielen  Fällen  die  -i  gar  nicht  der  Hs.  angeliören. 

§.  32.  Die  verschiedene  Silbenzahl  von  dfa  und  ilh  bieieu 
dem  Dichter  ein  becjucmeö  Auäkuiiluimittel,  je  nach  Bedari  iur 
sein  Metram  die  ein-  oder  zweisilbige  Form  einzufUhreu.  An 
der  Hand  von  Pleines'  Ennittiungeu  ftber  Hiat  und  Elision 
sind  wir  in  der  Lage,  «2to  gtgen  ilh  va  sichern.  Wenn  aus 
der  Fülle  der  Belege  hervorgeht  dass  B.d.!B.  Elision  des  am 
vor  folgendem  Vokal  eintreten  Ulss^  so  werden  wir  entschieden 
Lied  10,  17  (ju'ella  sap  .  .  .  einem  que  0i  bevorzageni  desgl. 
10,45.  M.d  M.  14,4. 

i^.  33.  Ebenso  wird  P.  Rog.  1, 31  Quar  s'elha .  m  fai  laidura 
mit  Inclination,  da  kein  b<^sondcrcr  Nachdruck  anf  dem  Objocts- 
pronomen  liegt,  berechtigter  «ein  als  „quar  s'ük  me  Jai.''  Der- 
selbe Fall  liegt  vor  A.Da.  1,17.  Qu'elaMs  enrolpa  Uk  il,22. 

—  Weitere  Beispiele  werden  »ich  aus  Hcugcsbach,  aluclination* 
260  u.  367  ergeben. 

§.  34.  Anderseits  eriordert  dci'  metrisch  bedingte  Hiat  B.d.R 
39,4  pois  eüa  0  voHa  die  Mnaetzong  des  eUa, 

35.  Aus  dem  ObU^uuii  des  Singulars  ist  in  den  Nomi» 
natÌT  eingedrungen:  leis  und  jünger  Ueis*  Mahn,  Gr.  begnügt 


12 


I 


sich  iiücli  mit  der  alten  Etymologie  aus  illae-ipaum.  Tobler'a 
Ableitung;  ZFRP.  III.  159^  aus  iliuece  einer  Weiterbildung  des 

fewitB  vorkommenden  Datm  iUae  wie  istae,  ist  ihm  anbckaniit. 
'ür  prov.  Idt  Um  (ohne  s)  wfirde  einfaches  ütaee  spreeheii.  Â. 
Thomas  hatte  dagegen,  Rom.XII.  332,  eine  neue  Theorie  aufgestallt. 
Er  wollte  eine  Verbindung  des  alten  fem.  Dativs  t/Zoe+secon- 
därem  Dativ  d  (von  is)  annehmen  (illae-ei,  iHaei,  iVciJ.  Die 
iorm  erhielt  er  aus  dem  Genetiv  illaeius  —  ìUeíns^  dem  Scitenstiick 
vom  Genetiv  masc.  lUiuti.  Wälirend,  wie  wir  selien  werden, 
Thomas's  Kikiarung  des  obl.  masc.  Uli  eine  UDgliickliche  jet, 
iUri'  mau  seiner  hier  kurz  äkizzirteu  Ansieht  über  lei,  liei(sj 
uubedenklioh  snsthnmen. 

§.  36.  Die  A.Gr,  kennen  diese  Form  weder  &U  Nominativ 
noch  als  Obliqaus.  —  Die  Leys  dagegen  geben  niheren  Anf- 
flchltts«  II  224:  Item  havem  iicy  o  lieys.  lieys  es  toetemps  del 
feoünin  e  no  ha  plural,  e  den  hom  dire  en  lo  nomînati?  sìognlar  Ueys 
ab  8  et  en  los  antres  cazas  Hey  o  Heys*  qmur  loncs  lUitges  o  reqoier 
cnpero  miels  es  dig  en  los  oblic£  Heys  can  voeals  se  sec  e  caa 
Gousonaus  se  sec. 

§.  37.  Während  nìlerdînga  im  Verse  iei<,  lieis  immor  in 
nominalivischer  Geltung  mit  -S  erscheint,  zeigt  der  einzige  Keim- 
beleg, der  zu  finden  war:  iei.  Dieser  Fall  tìudet  sich  bei  lîeni. 
Marti  1.  Das  Gedicht  ist  ieiiler  nur  in  einer  11.^.  E,  M.  G.  aiil 
erhalten  :  ^Louc  ea  lei  Fis  d'amor  segura  Cui  m  uuLrei.  Und  zwar 
haben  wir,  wie  sehen  aus  milrei  hervorgeht,  hier  eine  eatrett 
Reihe  vor  uns.  —  Bei  K.  Meyer  fehlt  der  äelcg.  —  Ober  das 
unberechtigte  Auftreten  des  leis  in  solohen  fiÜndangen  wird 
beim  ObliqitaB  eingehender  die  Rede  sein. 

§.88.  Man  wird  diesen  Nominativ  ohne  s  als  Ausnahme 
betrachten  und  im  Allgemeinen  dem  I.  Theil  der  Forderung 

der  Toulonpnncr  beipflichten  dürfen.  Wie  weit  infîePTîi  die 
Kegel  betrerts  des  obli(juen  Iri  und  ieis  zu  reohti'ertigeu  ifity 
wird  sich  bei  Betraciitung  dieser  zeigen. 

§.39.  Die  Belegstellen  ^ür  /  w  als  Subject  ini  Verse:  P.  Vid. 
1 6,  44.  Que  leis  qu'a  valor  compiida  m'a  mes  eu  bou  esiieransa.  — 
ib.  21,  47.  40.  28.  —  Für  diese  Fälle  bieten  sich  keine  Vari- 
anten, ebensowenig  tur  P.  de  Mars.  1,59:  Tan  cum  fai  roza 
plag  belb  vezer  Fai  plus  bei  vezer  lieis  qui  poila.  Alm.  d.  Bei. 
13.  M.G.895,  ist  nur  von  C  überliefert:  Gar  Ueys  quem  pot 
garìr  nom  planh.  -  Alb.  d.  Sest  12.  M.G.  IH  0:  Car  U^yt 
en  eoi  ai  major  esperansa  Ko  ml  vol  far  de  mo  maHiag  esmenda, 
wolür  M,  M.G.  Tftô  ciUi,  A,  Arch.  33,  44;'),  cella,  en  cui  auf- 
weisen, "  (jluir.loEosö.  M.  W.m  i  iö  u.  M.G.  ôï6  nach  R: 


Digitized  by  Google 


13 


leu  non  die  ges  que  ma  <lona  ergnclh  aya  Ans  tcm  que  lieis  m'aya 
per  ergulliOö. —  iVirol «,>u  eu  nii  non  a  mais  podor.  Lieys  qu'a||iai' 
solia;  aber  V,  Arch.  3fi.  434:  cilh.  —  Sordcl  Üb,  rmr  in  C,  R  er- 
halten, M.G.  1280  u.  12.01:  Qu'en  tau  bei  plazer  m'enansa  ^b  ân 
joy  Lieys  cui  asor. 

§.  40.  C  scheint  diese  Form  vor  anderen  Hss.  zu  begün- 
BÜffeii.  XMfe  hat|  wie  ans  den  Belegen  erhellt,  demonstrative 
Bedentaog  und  wflrde  mit  eUh,  nicht  aber  Im  oder  eto  1re^- 
tanidit  werden  kennen. 

§.  41.  Das  direkte  Zen'gniss  der  Leys  verbietet  uns,  die 
aageföhrten  spärlichen  und  und  unsicheren  Beispiele  zu  be- 
zweifeln. Die  ältesten,  sowie  die  jüngsten  geistlich-didaktischen 
I>ptikniäler  kennen  den  Nominatíy  nichts  er  mag  daher  nur 
der  späteren  Lyrik  eigen  sein. 

B>  Die  oUi^ven  Caans  dea  Singular. 
1)  Die  Formen  der  3  correspondirenden»  sowohl  abaolnt 
wie  oonjnnktÎTisob  gebrauchten  Peraonen:  ms,  ie,  se  n.  w. 

§i  Da  die  Pronomina  im  Rmme  stets  betonte  sein  müssen, 
so  gebe  ich  von  folgender  Einteilung  derselben  aus:  a)  Das 
Pronomen  steht  rein  absolut  bei  Praepositionen.  b)  In  Verbin- 
dung mit  dem  Verbnm  ersetat  es  den  betreffniden  abhängigen 
Casus. 

Die  Formen  auf  -e: 
§.  43.  Hofmci  tf  r,  B.  de  Vent.  11 .  Klein,  M.  d.  M.  n.')  (zu  Ge- 
dicht 12,B0k  K.Meyer  39.  Uamisc^  äieberty  Flam.  2^.  geben 
die  Reimreihen. 

44.  IloUneibter  hat  allerdin^^b  schon  m  Annioikimgen 
einen  grossen  Thoil  der  Reimketten  filr  die  c-,  ei-  und, Formen 
der  Pronomina  gegeben,  doch  iehlie  bei  ilun  die  syntactische 
Bedeutung  derselben.  Zugleich  soll  hier  durch  Herbeisiehnng 
epischer,  geistlicher  und  didaktisoher  Werke  grössere  Voll- 
sttndi^eit  eraielt  werden. 

I.  Pc  rso  n:  ine. 

45.  a)  me,  pr.  m.  a/js.  Ad.  lo  Negre  2.  Aim.  de  Bei.  4.  18. 
Aim.  de  Peg.  22.  40.  41.  Alex.  25.  6i)2.  Am.  d.  Esc.  (B.L.)  142,  33. 
Arn.d.  Mar.  (Brief  M  W.  I.  174  bis)  Ber.  d.  T'alas.  4.  7.  8.  B.  d  Vent.  3. 
10.  17.2;).  36.41.42.  B.taiv.  10.  ßrev.  KU.  22ü.  80U8.  1402y.  14U57. 
1642Ö. 23362. 26311. Gaden. 7.  10.  D.dePrad.  18. £1. d. Barj. El. Cair. 
13.  Bnim.  268, 2.  Ens.  d.  Esc.  108, 86.  Ens.d.  G.  116, 18. 26.  FliB. 
1126. 1217.  208a  2062.  3814. 4810.  6672.7484.7208.  Fdg.  d.  Mais. 
2.8.14.  19  (bis)  O.FUd2.58.  Gaue d. Pole.  14.  O.Fol«.  68.  Oui 


14 


d'Üis.  1.17.  G.  Adern,  ô.  9.  Guii'.  d.  lîorn.  9. 42.  48. 62. 80.  Guir.  lo  Ros 
15.  Cr.  Ri(i.  77,  n.  78.  2.  88,8.  3Ü.  Jaufre  250,  29.  J  Esteve  10.  Jord. 
Bou.  1.  Ur.  Cití.  17.  Luü.  Ròm.  368.  M.  d.  M.  12,  ?0.  P.  d'Alv.  22. 
P.Brem.  7.  P. Gard.  18.  P.  Rog.  2, 16.  4, 17.  5,  42.  P.  Vid.  7, 15.  94. 
87, 8. 40, 48.  Perdig.  14.  P.  Cap.  11, 19. 12, 48.  21, 18.84.  P.  del*. 
Otfd.l.PB.71,27.72,8.74,8.5.  aOord.  12.  Rbtd.Vaq*12.  B.Vid* 
Vf.  165,  23.  Sord.  1.  V  d.  St.  Cyr.  34.  (?^\)  40.  —  me,  pr.  fem.  ábs. 
Âim.d.Peg.2d.  Alb.cL  Sest  10.  CasteUoza  1. 8.  fintm.  287, 86.  Flun* 
6108.  6816. 

4n.  h)  Das  Pronomen  tritt  bei  einem  Verl)  auf:  nie  er- 
setzt (  iueu  tonlosen  Dativ:  et)  Dat.  inasc.:  Bern.  Marti  1.  Brev, 
11681.26564.  Jord  Bon.  1  K  Jos.  279.  G.  P.  d.  Mars.  8,  29.  Peirol27. 
R.Vid.Castiag.  H.L.  33.  oU.  3:i,öO.  (i)  Dat. fem.:  Arn.d. Carc.  263, 31. 
Brev.  20741.  .J autre.  25Ö,  23. 

§.47.  Die  absolute  Form  steht  siaii  eines  Accusativ.  a)  acc. 
maac.:  Aim.  d.  Peg.  37.  46.  50.  Am.  d.Esc.  (B.L.)  149, 59.  Am- d.  Mar. 
(M.W.  1. 177)  B.d.yeiit  4.  82.  86.  BreT.9264.  9826.  19288. 20628. 
26227.2623&25289. 26171.  Â.B.  (ed.Stengel)  114.  Flam.  3857. 6487» 
G.Faid.61.  Gmr. d.Bom.  19.  84.  P.Card.H.l8.  P.Vid.  7,  15.40,47. 
P.  Gap.  9,31.12, 16. 16, 8.  R.  Jord.  12.  Zoes.  5, 47.  ß)  aoo.  fem  : 
Castelloza  2. 

§.48.  me  im  Versinnem:  Boeth.  hat  nur  Formen:  wie 
abs.  130.  7ne,  conj.  acc.  Î9."ì.  197  (bis).  Joh.evg:.  rbonfalls:  fne 
abä.  9,  23.  11>4,  conj.  dat.  m.  9,18.  21.  me  conj.  aco.  9,32. 
10,  7.  u.  8.  f. 

§.  49.  Die  waldensiiichu  Bibel  verwendet  nach  Grützmacher 
(Jahrb.  IV,  381)  die  -e  Pronomina  beim  Verbura,  die  auf  -i  bei 

Prac|)08Ìti()nen. 

§.  50,  Entöuhieden  werden  die  -i  Formen  in  den  gascog- 
nischen  Texten  bevorzugt.  Me  fehlt  gänzlich  als  pron.  abs.; 
einen  Dativ  belegt  Âncb  1258. 

§.  51.  Das  angelehnte  Pronomen  wird  mit  zur  Bildang  dea 
Roimea  verwandt  >).  G.Riq.  81,160.  8o  dig  en  dreg  del  mien 
Senhor  et  entenda.m  :  dam  1.  pers.  i  —  O.  d.  Montag  3.  (Baj.  IV. 
212)  Com  de  Tolza,  on  plus  es  prim  E  ncz,  voa  dí^  de  prêts  al 
dm  £  vaelh  qn'aiB8Ìjn*J>on  dlena  samor. 

II.  Person:  te, 

yi2.  a)  te  pron.  m.  abst  (Die  Reimkotten  sind  dieaelben 
me%  B.d.y6nt48.  Brev.  11171.  11210.  11224.  11840. 


11  Den  «ngttlcfbitfn  FaIU  Trennung  dai  «ngvUbntfo  ?ronom«nc  darrb 
útn  Reim  bfnprlcht  Rartorh  (B.D.)  ni  A5,  89  and  O.Rl4i.Arrh.  16,  .^7. 


Digitized  by  Google 


15 

11682.  14347.  14461.  14609.  14746.  16424.  19026.  26312.  P6727. 
ÄB.  (ed.  Stengel)  115.225.  K.Jes.  279,  7.  Nie.  1969.  P.d'Alv.  22.  Sen. 
193,  37.196,26.  211,6.  Zorz.  5,58.  te,  pron.  f.  abs.  B.  d.  Veat. 
86.  Bror.  18196.  18814. 14398. 21187.  21256.  G.Folq.  34.  J.  Est.  10. 
18.8.fimid.58. 

§•  &S.  b)  Das  Pronomen  ersclieiiit  bei  einem  Verb,  u  steht 
fllr  einen  tontoien  Dnt  maae.  Ena.  d.  G.  115, 86. 

§.  54.  o)  U  findet  sieb  fUr  einen  acc.  m.:  Brer.  14148. 14859. 
14519.  19289. 88858. 88475.  Ens.  d.G.  11 6, 86.  P.  Bog.  4,84.  Aaoc. 
fem.:  U.d.St  Qyr.84 

§.  55.  Im  Vene  ist  bei  Boetb.  die  II.  Person  nicht  nachzu- 
weisen.  Joh.e¥g.  bat  ie  abs.  m.  11,3.  als  conj.  dat.  m.  11,  ö. 

§.  56.  Im  Waldenslschcii  beobacbtet  man  f&r  ie  und  Uf  se 
und  9%  denselben  Untersobied  wie  fiir  me  und  mi. 

III.  Person:  se. 

§.  57.  a)  SP  pron.  m.  abs.  Aim.  d.  Peg.  40.  Alb.  d.  Sest.  15. 
Alex  48.  B  d.  Veut.  32.  B.  d.  B.  10,45.  21,44.  B.Carb.  11.  Blacatz9. 
Cob.  esp.  11,  23.  30,  9.  Doctr.  13ü.  Flam.  1  li)6. 1644.2604.  3975. 
4599.  F.  de  Mars.  8.  G.  Ädern.  8.  6.  Folq.  69.  Gni.  d'Uis.  1.  G.  d.  St 
Bid.  4.  a.  Riq.  1 2, 24. 84.  J.  Est.  6. 9. 10.  Nie.  1671.  P.  Gard.  11. 58. 
P.  Bog.  8, 84.  Psind.  81.  Perdig.  3.  P.  Gap.  1 8, 84.  81, 17.  Ben.  178, 16. 
195,  20. 196,  12.  86  pron.  f.  abs.  Aim.  de.  Peg.  22. 24.  37.  46.  B.  d. 
Vent.  36.  (8x)  Brcv.  12241.23555.  Castell.  1.  Flam.  69.  2531.  7522. 
Folq.  d.  Mars.  14.  G.  Faid.  2.  58.  (i.  Adern.  6.  Guir.  de  Bom.  81.  (bis) 
Gni.  d.  Sali;?.  4.  Gutr.  lo.  Kos.  5.  P.  Card.  39.  P.  Vi.  87,  23.  Peirol.  12. 
ücd.  St.  Cyr.  :ì4. 

§.  06.  b>  st  altì  betontes  Pronomen  beim  Verb.  Ein  Fall, 
tn  dem  es  den  Dativ  ersetzt,  nicht  belegt.  Für  den  Accusaliv  ; 
a)  se  pron.  m.  Aim.  d.  Peg.  52.  B.  d.  Veut.  43.  Brev.  yU3.  9263. 
80708.  Gaden.  10.  Jord.Bon.1.  Lim. Born. 876.  P.Card.  11. 18.  Sen. 
195, 5.  ß)  se  pron.  f.  Gut  d*Uis.  15.  P.  Oaid.  11.  Peirol.  87. 

§.69.  Im  Joh.evg.  abs.  m.  10,32. 16,25.21.  n.  s.  w. 

Die  Fonnen  der  3  Personen  auf  -ei 

§.  60.  Dieselben  werden  von  den  Ä.G.,  den  Leye  n.  Diez 

Gr.  II.  99.  nicht  aiigcfiihi-t.  Mahn  erwähnt  wn  zwar  §.  115 
unter  den  Diphthongen,  sieht  nb  r  §.446  von  einer  Aut'zftUlang 
desselben  unter  den  Pronomimbus  ab. 

« 

1)  Im  AltltelÌeDÌaeban  sind  die  -ei  Fdriiiti  itltHi;  lo  flo4w  •!•  stell  lo 
4a  Britftn  des  Fra  Goittone  L«tt.  non  fer  virtu  di  mH.  In  wH  db'all« 
pmÊtun  mi  mM.  Dlrirb'»  Altiltl.  LMeborii  bot  gu  ìuAoê  BdH«. 


Digitized  by  Google 


16 


61.  Von  den  Reimreihon  hat  es  nicht  die  der  Plana. 
Sieb.  .32.  —  Diqjciiigen  K.  Meyer's  42  \nià  liariiiacU  :ilO;  Hof- 
meister  1 1 .  iuhreii  einige  -ei  PronomÌiia  aui. 

L*Person. 

62.  a)  mä,  pron.  in.  ab«.  Aim.  d.  Bei  7.  Aim.  d.  Sailal.  8. 
Arn.  d.  Mar.  1 1.  17.  (Brief  M.  W.  I.  154)  B.  d.  Veot.  24.  G.  d.  Berg  t. 
Ö.  d.  a  6.  Cr.  d.  P.  4  nach  B.  G.  (das  Gedicht  nicht  bei  Kellen  J.  Est. 
11.  Jord.  d  Cof.  1.  Mehr.  24.  25.  P.Ro^.  3,  Ross. 0:  154.  fil 9.  1691. 
2274.2281  ai21.  3134.3405.  -^7^9.  5088.  5692.5865.  P:  1674. 
2478.  30Ö9.  1955.  (cf.  K.  Muller,  A^sonauzeu  36.)  R.  Jord.  7. 

§.  63.  b  )  tnei,  bei  deni  Verb.  Statt  eines  tonlosen  Dat.  nmsc. 
Ross.  0:  4043.  5447. P:  337 U  47 1  y.  Für  eineu  acc:  Am.  G.  d.  Mar». 
(B.L.)  138,  73. 

Ii.  Peröon. 

§.64.  a  )  tvi,  prou.  m.  abs.    Roes.  0:  468.  1151.  4046.  5684. 

P:575.  ll(»0.  3374.4947. 

65.  bì  ici  bei  dem  Verb.  Dat.  iua«c.  Roes,  0:  4643.  P;  1871. 
Acc.  maac.  iioss.  0:  4tì4.  P:  495U 

m.  PeraoD. 

S.  66.  a)  8»,  proD.  m.  abe.  B.  d.  B.  81.  Bern.  Sic.  1.  FZ.  105. 
a.  d.  P.  4.  (8x)llebr.  85.  Bms.0:  46«.  608.  1154.  1810.  1330. 1695. 
8767.8488.7075.  P:  578.731.  751.  1104.  HOB.  «888.  3087.6265. 
»»,  pron.  fem.  abs.  G.  d.  P.  4.  Joan.  Est.  11.  Anonym*  461, 12.  (B.G.) 

§.  67.  b)  sei  bei  dem  Verb,  nur  ak  ace.  belegt:  Boes.  O: 
1158*.  5441.  5866.  P:  576.  5118. 

Die  Formcu  aui  -Í  ^). 
i?.  68.  Sielir  tlie  Reihen  Ä.O.  Rîwari  d.  Hs.  D,  p.  HO. 
ho.  (»19  PH  Í  :  t  as  tul.  1)21:  Retenez  mi.  Siebert  p.  57.  Meyer  57. 
Hofmeiüter  hat  keine  -i  Bindungen.  Klein,  M.  d.  M.  p.  119  (oh&e 
-tPronoiniiia)  fiarnÌMb  p.  260. 

I.  Person. 

g.  no.  a)  w/,  pnm.  m.  abs.:  Agn.  22.  714.  Aim.  <1p  Pc;^.  49.  50. 
Alb.  île  Sest.  11.  Am.  d.  Esc.  I B.L.Ì  141,  24.  Am.  G  <l.  Mars.  (B.L.) 
133,8.  Arn.  d.  Carr.  Chr.  263,  15.  264,  41.  Bern.  d.  lioiui.  t.  B.  d.  B. 
17,32.  Blac.ö.  Brev.  20816.  21827.  KLd.Barj.  12.  Eus.d. Esc.  102,8. 

1}  Auch  im  Altiul.  treten  die  -í  Formen  hiiitigdr  auf,  eowuUl  im  Reime 
m\p  IfiaoHitl»  dt«  Ymms;  Io  R:  OtaM«  <fl  Ywoea;  la  é,  Wimm  OMOfMÌ, 
Ar^h.  Glittt.  II.  9Ha  ff.  ».  B.  ml  abi.  9*1,      f«Dj.  ém.  15. 


.  kiui^cd  by  Googl 


n 


III,  12.  Folq.  d.lUra.  19.  G.  Aug.  5.  G.  d.  P.  l,  18.  G.  d'Uiü.  15.  G. 
BIq.  76f  180. 3U.  76, 217.  79, 319.  88,44. 84, 18.  J.£st.  5.  7.  9.  11. 
J.Ra.6,7.  Mcbr.86.  MarJied.  71, 11.  Nie  1879.  02.d.0ftd.l.  P. 

Brem. 20- (bis)  Perdig.  14.  R.Jord.2.  Rich.d.Tarasc.  2.  Ross. 0:6098. 
P:  4833.  Aber  für  P.  4228  bat  0. 5084  vi.  (Diese  4  Formeo  finden 
pich  in  dem  Einschiebsel  von  späterer  Hand,  fol.  87  und  88. 
Tirade  321  und  320.)   Serv.  d.  Gir.  14.  Sordel.  10. 

§.  70.  mi  pr.  m.  abs.  erscheint  im  Binnenreim:  F.  Vid.  7.40.. 
cf.  Bartsch,  Einleiig.  LXVllI. 

§  71  a) pr.  m.  abs.:  Agn.  764. 1011.  Alex,  536.  949.  965. 
Brev.  262/4.  Gai.  d'Uis.  15.  b)  im  bei  Vcrbum.  a)  Dativ  masc. 
Ballad.  3,  8.  Enim.  267, 18.  Ens.d.G.  1 14,26.  Flani  4508  4875  5738. 
Tnr.  Mai.  l.  ^)  Dat.  fem.  Aga.  1400.  Enim.  22o, 27. 242, 17.  Flam. 
6784.  c)  mi  eraetst  einen  Accus,  o)  nd  masc.  Aim.  de  Peg.  7.  24. 45. 
Alex.  813.  Bre?.  29166.  Flun.1166.  G.Riq.84,60,  J.Eet9.  P.d.]fan. 
1,7*  Perdig.  14.  Bicli. d. Tnr. 8.  Tvr.HiLl.  /Qmt fem. Flam. 4U1. 
6143. 

§.  72.  P.  de  Mars,  l,  41.  hat  mi  im  gebrochnen  Reim:  mi  A 
(me  abétji  eorkna.  cf.  Bartsohi  Jahrb.  1.  194*).  Die  Leye  er- 
wähnen diese  Art  des  Keimee  nicht. 

73.  Im  Boeth.  u.  Job.  evg.  fehlen  sämmtlicke  -/  Formen. 

§.  74.  Im  GascognischcTi  erscheint  als  pron.  abs.  Monts. 
1235. 1236.  Casteljaloux  1270.  Tarbes  128Ô.  Einige  Texte  haben 
«im.'  Langen  1276b  Bordeaux 

§.  75.  Die  Leys  II  218.  lassen  rwar  mi  n.  «  als  oblique 
Casus  neben  ffie  u.  se  zu,  verwerfen  aber  Avn  (ìebraiieii  des  ab- 
soluten  U,  —  Die  A.G.  berücksichtigen  diese  Formen  gar  nicht. 

IL  Person. 

§.70.  a)  U  pr.  m.  abs.   Nie.  1266.  1380. 

§.  77.  b)  Ü  pr.  bei  dem  Verb.  Zur  Ersetzung  eines  Dativs: 
a)  U  mneo.  Emm.  246,  16.  Flam.  4378.  Es  steht  för  eben  ton- 
losen  AocasatÌT  Hase.:  Alex.  454.  ])iftt91.  Ekiim.363, 11. 

g.  78.  Die  IL  Person  wird  von  den  Lankern  nicht  snr 
Reimbildung  yerwandt.  Die  seltene  Form  gibt  an  weiterer  Be- 
sprechung keinen  Anlass.  —  Zahlreichere  Belege  finden  stob  iìlr  die  : 

III.  Person. 

g.  79.  a)  8i  pr.  m.  abs.:  Alex.  664.  Am.  d.  Carc  263^  37.  Am. 


1)  Cbabaotn  fibt  noch  einige  wetlic»  B«tiplfllt,  in  d«a  Notes  Critlqaw, 
itorm  dei  Lgs.  Born.  VII,  73  Ann.  1, 

8 


G.d.Mar  .  li.L,  135,  20.  Brev.  5731.  7019.  7028.  7229.  8714.  10453. 
115^2  12804.1S047.  19629.22382.20523. 31724.  Ens. d  Esc.  1 1 1, 1 1. 
113,11.  G.Folq.220.  G  Riq.  75, 64.  320.  79,  460.  84, 68(>.  J.Ru.6,4. 
28.  J.]SBt  7.  K.JeB.  t82, 17. 88.  P.  1  ICan.  8, 48.  P.Dor.  (Ray. 
m,  811.)  Ü.  d.  Mttti^L  U-^si  pr.  f.  aba.:  Âim.  d.  Peg.  45.  Ani.0.  d. 
Mar8.(B.L.)  139,35.  Brev.  12439. 18527.  ELd.B«ij.  18.Eiiim.S82,86. 
Flam.  4019.  Gavaad.  6  G  l  oUi.  220.  Lan.  Bom.  400. 

§.80.  b)  si  beim  Verbum:  dat.  m.  Flam.  6914.  si  a)  acc. 
m.  Am.  d.  Esc  (B.L.)  148,19.  G.Foiq.280.  aoc  f .  £iiim.243,5. 
flam.  2126.  2526. 

§.  81.  In  den  gascognisclien  Urkunden  ist  si,  pr.  abs.  sehr 
beliebt.  —  Auch.  1259.  1280.  Monts.  1179.  T.ézat.  1189.  Bordòres 
1252.  Bigorre  1260.  Soole  1262.  sin:  Caüte^aioox  1266  a.  1270(vor 
Vokal). 

Zusammenfassende  Betrachtung  der  'á  Formen. 

§•  82.  Folgende  Texte  bieten  das  Pronomen  nur  in  der  *0 
Reihe:  Ausser  den  ältesten  Stücken  Boeth.  u.  Johevg^  Bern. 
Marti.,  B.  ri.  VoTit.,  B.  Calv.  Gaden.,  Oobl.  csp  ,  Daud.  d.  Fradas, 
Doctr.,  E.  Uairei.,  G.  Faid.,  G.  Ademar.,  G.  d.  St.  Did.,  Guir.  d. 
Born.,  Guir.  lo  Hos.,  Jord.  Bon.,  LiV.  Cig.,  M.  d.  M.,  P.  d'Alv., 
Peirol.,  P.  CaD.,  Ts.  lüd,  l\  de  la  Gaid.,  Rbt.d.  Va<i.,  ii.  Vid.  (Vf. 
u.  Castiag.),  Sen.,  U.  d.  St.  Cyr.,  Zorz. 

§.  83.  Von  dicäeu  Denkmälern  zeigt  die  Mehrzahl  überhaupt 
kerne  -i  Bindungen,  so  Bern.  Marti.,  B.  d.  Vent  (e£  Hofineiater), 
B.  Oalv.  Gaden.,  D.  d.  Prad.|  Doctr.,  Cairel,  Jord.  Bon.,  Lt  Cig , 
Peirol.,  Ps.  108,  P.  Cap.,  P.  de  la  Gard.  Die  Annahme  eines  nur 
znflüligen  Fehlens  der  •»  Fronomina  dürfte  deshalb  fiir  diese 
Texte  ausgeschlossen  sein. 

§.  84.  Aach  in  den  Übrigen  treten  i  Reihen  nur  vereinzelt 
auf;  von  den  ca.  04  Gedichten  dos  O.Faid.  allein  in  Nr.  50 
(welches  inir  in  CHV.  überliefert  ist)  und  zwar  hier  erst  in  den 
i  letzten  (Johlen,  iieinisilben  auf  i  haben  ferner  G.  d.  St.  Did. 
5.  Guir.  lo  Ros.  3.  Guir.  d.  Borneil  45.  M.  d.  M.  1,4  a.  9.  (und  dem 
unächten2.)  P.  d'Alv.  G.  Rbt.  d.  Va(j^  8.  U.  d.  6t.  Cyr.  42.  Von 
Zoffi's  18  Liedern  weist  allein  Kr.  1  einige  -{  Renae  auf. 

§.  85.  Die  Untersuchung,  wie  sich  diese  Denkmäler  geogra* 
phison  wtiidleni  wird  nnr  ganz  allgemeine  Kesnltate  ergeoen 
Können.  Die  Unkenntnisa  dies  Sntstehnngsortes  mancher  Ge- 
dichte, Bodann  düe  geringe  Anaabl  der  von  kleineren  Autoren 
überlieferten  Texte,  vernieten  uns  in  vielen  Fallen  auf  den 
Sprachgebranch  der  Betretenden  sichere  Schlilsse  sm  ziciieTi. 
Ist  beispielsweise  in  einem  von  zwei  erhaltenen  Qediciitea 


Digitized  by  Google 

I 


eines  Tfolmdofe  nur  eine  Form  des  Fmomene  gesbhert,  eo 
darf  man  darum  noch  nieht  Iblgeni,  d«B  die  anderen  aber- 
ÌMspì  gemieden  werden. 

§.86.  Dem  Limousin  gehören  an:  Boeth.,  Joh.evg.,  B.  d« 
Vent.,  RCairel.,  G.Faid.,  Guir. d.  Born.; — Gui d'UÌBel,  der gleiob» 
£alis  in  dieser  Gegend  zu  Hause  ist,  hat  daneben  -i  Bindungen, 

§.  87.  Nach  Osten  schliesst  «ich  an  :  die  Auvergne^  deren 
wichtigste  Vrrtreter  sind  M.  d.  M.,  P.  d'Alv.,  Peirol,  G.  Ádemar 
(aus  Meyrveiö  in  den  Cevenneu  V),  P.  Cap,  au«  Veley.; — P.  Card, 
weist  -i,  P.  Rog.  auch  -et  Formen  auf. 

§,88.  In  den  Süden  haben  wir  zu  verlegen:  nach  Langue 
d*oe  und  zwar  in  das  Gebiet  von  Montpellier:  Uc. de  St.  Cyr. : 
in  die  Grafschaft  Orange^  am  rechten  Utor  doö  Rhone:  Übt.  de 
Vacraeirae;  in  die  Ghranohaft  Foroelqnier  an  der  Duranoe  : 
Ckdenet.  Aus  Roussillon  stammt  G. à,oi, Didier,  ans Bonergiaa 
Dande  de  Piadae.  R.  Vid.  iei  Gataleae. 

§.  89.  Die  italieniBohen  TronlMidonrs  bevorzugen,  sioher  In 
Anlehnung  an  die  heimisehe  Sprache  (da  auch  im  Altital. 
das  Gewöhnlichere  ist),  die  we,  <e,  se,  —  Bei  B.  Calvo,  Lf.  Ci«., 
Zors.  kommen  keine  -i  Fronomina  vor,  hei  Sordel  nnr  in  Nr« 
10,  dem  irdoch  -e  in  11.  20.  24.  gegenüberstehen. 

'jU.  Die  ühri^  bleibenden  geistlichen  Denkmäler  an  loka- 
lisiren  ist  bisher  noch  nicht  gelungen. 

§.  91.  Nur  met,  tei,  sei  erscheinen  im  Reim  bei:  Aim.  d. 
Sari.,  Bern.  Sic  ,  G.  d.  Berg.,  G.  d.  C,  Jord.  d.  Cof.  Von  den  FZ. 
sehen  wir  alh  Umschrift  aus  dem  Afz.  ab.  —  Von  diesen  Dich- 
tern bringt  allein  G.  d.  Berg,  auch  -e  uud  -i  Bindungen  zur  An- 
wendung. 

§.92.  Die  Gruppe  gliedert  bicb  der  Ortlichkeit  uach  in  2 
Theileb  Jord.  d.  Gol  ana  Angonmoie  n.  Aim.  de  Sarlat  an  der 
Grenae  von  Gnyenne  weisen  mehr  nach  dem  fCldweitliohen  Qe- 
Inefc  der  Langue  d'oïl  hin,  während  G.  d.  C.  an«  Bonesillon  nnd 
der  Catalane  G.  d.  Berg,  den  Süden  vertreten.  Fflr  letatere 
dftriie  daher  fz.  Eioflaas  ansgeschloeaen  am, 

§.  93.  Die  Pronomina  anf  -i  lassen  sich  nachweisen  :  Agn., 
Bern.  d.  Bond.,  Diät.,  Gavaud.,  G.d.P.,  J.Ru.,  Mar.lied.,  Da. 

de  Cad.,  Rich.deTar.,  Serv.  de  Gir.,  Tus,  Ma!  ,  U.  d.  Matapì. — 
Agn.  bietet  auch  im  Verse  nur  -?  Pronomina  ((larrrp^pn  weist 
sie  einige  Male  die  gcwölmliclw  u  -e  l'lndungen  je:  in-,  he{u): 
re{n)  auf).  Serv.  de  (Ür.  stimmt  nut  sciniin  Landsmann  G.d. 
Berg,  überein,  beide  haben  alle  3  Reihen.  Das  Gedicht  J.Ru. 
7;  welefaee  -et  bietet,  ist  nnttcht,  desgl.  0.  d.  P.  4.  (Cmpainho 

2* 


20 

wo  pose  nmdar.)  Viìr  (Vw  übrigen,  nicht  gerade  bwvorragenden 
Dichter  ist  das  Pronoim-u  aut*  -i  gcaichcrt. 

§.94.  Diese  Texte  vertheilen  sich  nach  dom  Südwesten: 
G.d.  P.,  welcher  schon  dem  büdwestfz  Sprachi;!'biete  angehört*). 
Wilhelra's  Nachbar  i«t  in  ^aiuioiige  J.liu.  -  -  Dem  eigenth'chen 

Srov.  Gebiet  aind  Aga.,  Rieh,  de  Tarasc.  in  der  Provence,  Serv. 
.Gir.  Q.  UcdeHatapL  insawebeiL 

§.  95.  -e  and  -ei  haben:  Aim.  de  Bei  ans  Bourdelob.  Ihm 
fehlen  alle  -t  Ketten.  Diese  bat  Arn.  d.  Mar.  ans  dem  Bietbmn 
Perigueux,  unweit  Saintonge.  P*  Reg.  iet  Anrergnate  and  yer>  ^ 
meiaet  ak  eeloher  die  Phmomina  au  -i 

§.  96.  Während  sich  der  Lokalisirung  aller  blos  -e  Fennen 
aofwebenden  Denkmäler  erhebliche  Schwierigkeiten  nicht  ent- 
gegenstellten, lassen  sich  die  in  der  Mehrzahl  vertretenen  Texte 
mit  und  -/  ProTiominibus  kaum  gruppircn:  Aim.  de  Peg., 
Aib.deöeüt.,  Alex.,  Aru.dcCarc,  Blacau,  iirev.,  El.  Barj.,  Enim., 
Ens.  del  E.  und  del  Guarso,  Flam  ,  Folq.  d  Mars.,  Ó.  Folq., 
G.  d'Uisel,  G.  Kiq.,  K.Jes.,  Luii. Rom.,  isic.,  F.d. Mars.,  P. Brem., 
P.  Card.,  P.  Vid.,  Perdig.,  R.  de  Mirav..  Sjfreud.,  Sord.  und  die 
Kascoguisehen  Urkunden*).  Hiervon  kommen  P.  Card.,  der  -e 
in  11.  13.  17.  39,  58  atark  begünstigt,  nnd  der  Italiener  Zorn 
in  Äbang* 

§.  97.  Die  oitirten  Texte  sind  bis  auf  einige,  deren  Her* 
knnft  dunkel  ist,  im  Süden  entstanden.  Aus  Toulouse  ist  ge- 
bürtig Aim.  d.  Peg.  und  P.  Vid.,  aus  Narbonne  G.  Riq.  Bei  die- 
sem spätesten  Tronhadour  überwiegt  der  Gebraneli  von  Nr. 
75  (unter  zahlreictien  •/  nur  ein  -e).  76.  77.  70.  :?Ü.  Öl.  83.  84; 
-e  dagegen  in  12.  7Ö.  88.  97.  In  der  Orange  dichtete  iVlb.  d. 
Sest.  Bei  Carcaá>8onne  sind  Arn.  de  Carcasses  u.  Kaim.  de 
Mirav.  zu  Hause,  von  denen  ersterer  die  -i  (daneben  ein  mc, 
conj.  dat)|  letaterer  die  -e  Formen  boTOrsogt  Bei  dem  Limon* 
siner  Gai  d'üis.  herrscht  das  -e  vor.  Kach  Montpellier  gehört 
Fola.  d.  Lan.,  nach  Marseille:  Panlet  und  Folqaet  ^owie  Enim 
Perdigon  stammt  aus  Gavanda,  das  Brev.  wurde  in  Beziers 
vorfasst.  —  R.  Vid,,  G.  Folq.,  Ens.  d.  Eise  sind  eataîanî.^ch. — Im 
Alex  ,  Brev.,  K  Jes.,  Nie.  sowie  in  Flam.  herrsoht  das  gröaste 
öchwankon  zwi.sehen  beiden  Formen. 

9Ö.  -i  und  -ei  Pronomina  finden  sich  bei  Marcabru  aus 


1)  Dort  Ist  mci  die  «mShollobt  Fora,  Qôrlleli,  Fè,  Sind.  III.  2.  Hvft 
p.  100. 

t)  Dasi  In  dm  von  Lnehtlii  it«f0b»Qfa  T«xt«o  -<  kinn  nr  GeltQBf 
ksniy  wordê  i.  fiO  fittlft. 


.  kiui.cd  by  Googlf 


21 

il'  i  (Tascogne.    Dan  •/  1  ormea  été  Rom.  ist  nach  §•  69  kein 

besonderer  Werth  beizulegen. 

§.  99.  Endlich  haben  alle  3  Ausgänge:  B  d.  B.  aua  Péri- 
gord,  östlich  vom  Térigueux,  J.  Est.  aus  Beziers  und  R.  Jordau 
von  St.  Antoni  (an  der  Greiize  von  Guyenne  und  Gascogne). 

§.  100.  Doch  erscheinen  die  3  Pronomina  nie  in  einem  Ge- 
dichte, 80  B.  d.  B.  -e  in  10.  21.  -i:  17.  -et:  31.  -e  u.  -i  tiuden  eich 
nuammen  httnfiger,  Alm.  de  Peg.  49. 50l  £1.  d.  Bari.  12.  Folq.  d. 
Man.  19.  ad*UiB.15.  O.Riq.m  P.d.Man8.  P.Vid.40a.7 
[i  im  Innenreim).  Peidigo  H. 

101*  Das  Auftreten  der  3  Formen  in  den  Liedern  B.  de  B. 
ist  niolLt  unschwer  zu  erklftren.  Die  Heimath  dieses  ritterlichen 
S&neers  liegt  fast  genau  an  den  Grenzen  derjenigen  Gebiete^ 
Weierle  eine  der  3  Formen  vor-zii^lich  pflegten.  Von  Norden 
her,  dem  Limousin,  nahm  er  das  -e,  6aintonge  konnte  er  die 
-tfi  und  der  Gascogne  die  dort  beliebten  -mi,  si,  entlehnen. 

§.102.  Es  ist  somit  wahrscheinlich  nur  ein  Zufall,  dass  bei 
Am.  de  Mar.,  der  aus  derselben  Gegend  wie  Bertran  gebürtig 
ist  und  auch  -i  Reimsilbeu  hat,  nebuu  dcu  Prouominibuü  auf 
•e  und  -ei  solches  auf  -t  im  Reäne  nloht  auftritt. 

103.  Bei  G.  Figueira  lässt  sich  völliger  Mangel  aller  3 
Formen  im  Reime  oonstatiren.  Da«  A.  Da.  ttberhaupt,  bis  anf 
ÌÙM,  in  der  Bindnng  alle  Pronomina  Tersohmlht»  wird  nns  Iiei 
seiner  Vorlieibe  flbr  Bimas  earaa  (Dies,  Poes,  der  TronK^  86) 
ttieht  Wunder  nehmen. 

§.  104.  Aueh  lustorisch  lässt  sich  über  das  erste  Auftreten 
einer  der  3  Gruppen  Bestimmtes  tiicht  ermitteln.  Den  ältesten 

Denkmälern  (Bdctli.,  Jnh  evg.)  mit  -e  tritt  der  orstc  Troubadour 
Wilh.  IX.  mit  -i  L!;(  }j;(;nüber  und  sein  Kachiolger  oder  noch 
Zeitgenosse  Marcabr.  t ìîhrt  -ei  ein.  Der  nicht  viel  jüngere  B.d. 
Vent,  kehrt  zum  -e  zurück. 

105.  Wir  werden  die  hier  berührte,  interessante  Frage 
ci&i  daim  einer  Löäung  näher  bringen  können^  wenn  unsere 
Kenntnis  der  proyenaalieeben  Dtaleote,  durch  die  wir  über 
mAnohe  dankein  Punkte  Âufklftrung  erwarten,  fortgesoliritten 
sein  wird. 

Eine  weitere  Form  des  Obliquus  besitat  die 

IL  Person:  tu, 

§.106.  Die  Leys  II,  226  geben  über  diese  obl.  Form  nähere 
Auskunft.  „T"  varia  quar  en  eascün  cîîs  (^oti  hom  dire  te,  ex- 
citât lo  oomiuatiu  ei  focatin  on  hom  den  dire  ta.  îsduunen  dison 


Digitized  by  Google 


22 

«lin  de  ta,  t%  MH  ta;  et  aysso  ayu  pane  nos  no  a^roaou*  lu 
deik  Ä.Gr.  b^|;egnet  kerne  hierauf  bearil^^iche  Kotis. 

^  107.  Mahn  Gr.  295  tiebt  in  dem  im  einen  SpraohfiBhler. 
Es  lieg^  hier  oiobte  weiter  als  ein  EindrÎDgen  des  Nominatíva 
in  den  Obliqnue  vor,  wofür  die  III.  Person  obl  abs.  elh  ein 
Analogen  gibt.  Sein  Auftreten  in  jüngeren  geistlich-didaktischen 

Dichtungen,  in  denen  sich  schon  der  Verfall  der  Sprache  be- 
deutend iUhibar  macht,  verleiht  dieser  Annahme  VVahra&hein- 
lichkeit. 

§.  108.  Mit  Ausnahme  von  5  Stellen  erscheint  dieses  tu  stets 
bei  Präpositionen.  Im  R.  :  Alex.  881.  Doch  haben  wir  de  ti 
wegen  aissi  einzuíuhren,  da  sich  auch  12l>ò  derselbe  K.  zeigt. 
Nie.  137Ö  :  Jliesu.  Lo  Payre  etern.  64 — 66  beweist  nichts,  indem 
die  3  abflolnten  tu  durch  ie  ersetzt  werden  kdnnenj  aber  ib. 
V.  124  tn:  meaeonega,  p.  p. 

§.  109.  Das  Pronomen  ist  als  yolle  Form  in  Verbindniig 
mit  dem  Verb  anßmfaesen;  der  Bdeg  findet  sieb  zugleich  im 
Beim:  Lo  payre  etem.  126.  Enajma  tn  conolses  lor  Qas  feas)  £sy 
lor  eonoiscr  tu. 

§.  110.  Für  das  Versinnere  gibt  Diez  II,  98  ein  Beispiel: 

U.  d,  St.  Cyr.  21  (Ray.  lV,2h9,  M.W.  II,  im):  Quo  s'iou  tu  ü 
tramelia.  Hierzu  tagt-  icb.  in  absoluter  Geltung  beim  Intiniiiv, 
Agn.  993.  Prega  Ii  qu  ei  deu  rccitai-  mon  fiU,  c'a  mort,  per  tu  gardar. 
ib.  505.  Qu'ü  a  poder  ben  o  mal  de  tu  far.  Heim  Verb,  finitum 
zur  Hervorhebung:  Flam.  1172.  Anmi      tu  e  ton  liüage. 

iil.  Diez  11,96.  geht,  wie  aus  den  obigen  Citateu  er- 
hellt, za  weit,  wenn  er  den  Gehrauch  des  tu  als  einen  bei 
Dichtem  Tersobiedener  Zeiten  Üblichen  erkJ&rt.  Die  Lyrik 
kennt  ihn  schwerlich  ;  die  hier  nnd  da  (nicht  im  Reim)  anftre- 
tende  Form  in  den  Hss«  beweist  wenig,  t.  hei  Guir.  de  Born. 
26.  de  tu.  G.Riq.  68,  7.  15.  22.  In  dem  nnächten  Oed.  M.  d.  M. 
3,  8.  bieten  TAD  :  a  ta  taigna,  ebenso  3,  31  a  tu,  wofür  CR  beide 
Male  a  te  gibt.  U.  d,  St.  Cyr.  21  (Ray.  IV,  288)  in  CR  2  m. 

§.  112.  Die  späteren,  und  meist  nur  in  einer  Hs.  überlie- 
ferten, Werke  bieten  fur  die  absolute  Form  im  Verse  eine  Fülle 
von  Belegen:  Agn.  515.  576.  601.  721  u.  ff.  Alex.  458.  758.  709. 
1105.  G.  Folq.  69.  76.  143,  319.  K.Jes.  293,1.  Lo  payr.  et.  (Ray.  II. 
118,11.  S.Keue  134.  151.  158.  166  etc.  S.freud.  91.  Sen.  195,  24, 
196, 11.  Fibtola  Job.  (S.iJ.)  y.  oU.  342.  Brev.  scheint  diesen  Obliquas 
zu  Temeiden. 


.  kiui^cd  by  Google 


I 


25 

Die  oblique  absolute  i*orm  der 

III.  Person« 
Hascnli&mn. 

8.113.  1)  Uli.  Zur  Erldftrang  des  hd  sind  TenchtedeDe 
Hypothesen  aufj^estellt  worden,  die  hier  nar  kurz  berührt  wer- 
den können.  Diez'  Annahme  (Qr.  I.^  393)  eines  iiuir  jener 
da,  nach  Dativ  huk  gebildet,  der  sich  Mahn  Qr.  294  ange- 
schlossen hat,  kann  nur  historischen  Werth  beanspruch t»n.  Tobler 
Zb'KP.  III,  159  denkt  sich  lui  aus  ilhn  hervorgegangen.  In 
dieser  Form  liege  eine  Anglcichung  an  í1íì  vor,  man  koiinte 
geneigt  sein,  auch  in  der  h\jim  das  Pronomen  der  Antwort 
dem  der  Frage  (wem  •  dem  =  ihm)  anzupassen,  beide  eewisaer- 
messen  in  Gorreepond«iB  m  brinffen.  Übrigens  sei  hier  die, 
wie  es  soheiat,  nnbekMinte  Thätseene  erwähnt,  dass  schon  Blano 
im  Jahre  1844  in  der  ital.  Gimmmatik  247  Anmerk.  die  MOg^ 
liehkeit  der  Anbildung  des  kU  an  mi  ausgesprochen  hat  Neuer- 
dings ist  auf  die  interessante  Frage  Darmesteter  in  der  bereits 
genannten  Untersuchnng  Le  relatif  Tììe  í^te.  p.  1  ò2  eingegangen. 
Hier  werden  die  früheren  Ansichten  der  Kritik  unterworfen.  Die- 
ser Gelehrte  rechtfertigt  Toblers  Erklärung,  geiit  aber  weiter,  in- 
dem er  dar/^uiiian  versucht,  dass  in  allen  Casus  des  Dcmon- 
stratÌT-Fronomeos  das  eingetreten  sei,  was  Dieser  nur  fîLr  «eine* 
Form  annimmt,  nftmüch  analoge  Entwieltelung  nach  quL  — 
Seinen  Beweisführungen  m  Folge  war  das  betonte  ilhmi  seit 
trübes  ter  Zeit  durch  lui  ersetzt').  Die  verwiekelte  Theorie  von' 
A.  Thomas,  Rom.  XII,  332  leidet  an  einem  prinoipiellen  Fehler  : 
Thomas  hat  verkannt,  dass  der  von  ihm  /u  Grunde  gele<]^te 
Dativ  illO'\reif  ilUeif  illoi  den  klassischen  Dativ  Uli  und  nicht 
scia  iüui  ergab.  —  Ein  naheliegender  Beweis  gegen  sie  ist 
ausserdem  die  bekannte  Eutwickelung  der  sudwestromaiiiochcu 
Sprachen  (des  Span.-Portug.)  und  deä  Rätoromanischen,  cf.  Diez 
IL*  82.  Das  in  ihnen  feUende  litt  Terbietet  uns.  mit  Thomas 
einen  allgemeinen  Urtvpas  anfanstoUen.  Nar  die  Sprachen^ 
weiche  eui  erhalten  haben,  erfreoen  sich  auch  des  lui  und  der 
verwandten  pronominalen  Bildungen  auf  -ui.  Darob  diese  Be- 
obachtung ist  die  Blano*Tobler^sche  £rUftmng  gUnaend  ge- 
rechttertigt 

§.  114.  Ä.Gr.  10, 10  und  81, 16,  sowie  die  Leye  II,  224  be- 
sprechen onsere  Form. 


1)  Aoeb  ZFRP.  X,  489.  flod^  sieb  foa  H.  Sohvvhsidt  tlo  kann  AitllMt 
über  ^  Roman.  Uli  illui  mt  ìtL  ilU,  m*  s  Wilshtf  JsdMh  OM«  MftBfBlS  SOT 
Fia^  Dicht  hliuabriogt. 


.  k)  i.cd  by  (Google 


24 


§.115.  Die  Keimlisten  Sichert  85,  Hofim  istf  i  '21,  Meyw 
85,  Harnisch,  3r>S  füliren  sie  auf:  Am.  d.  Esc.  (B.L.)  H4, 72.  Ant 
deCarc.  Chr.  262,  35.  Ani.  G.  d.Mars.(B.L.)  133,51.  134,29. 136,66. 
Brev.  138.  668.  18183.  22986.  ^àìCyZ,  25533.  Ens.  d.  Esc.  103,18. 
110,  10.  36.  Ens.  d.  G.  117,  2.  Flam.  797.  1878.  3217.  3581.  5018. 
6182.  7341.  7768.  G.  Brun.  Ens.  Chr.  92, 35.  G.  d.  St.  Did.  7  (bU). 
Oiiir.dABom.78.  G,Riq.  77, 142.  78,27.  82, 15.81. 84,59. 501.  Mdir. 
26.  BhL  d.  y«q.  25.  P.  Card.«  CB.I>.)  140, 16.  B.  Vid.  CMt  (B.L.)  29, 80. 
80,51.  Boss.  0:2175.6511.  P.  1569.6785. 

§.  1 16.  Liii  begegnet  ebenfalls  im  Gascognischcn.  Daneben 
fand  ich  2  mal  iwey.  Acte  de  Soult  (B  Pyrénées)  1252  und 
ib.  Itieys,  (Diese  £%nneii  hat  «ach  i^.  Meyer'«  TeocL  B0111.V. 

371— îfi). 

§.  117.  Da  der  Diphthong  -ui  in  hti  ein  fallendes  war, 
(Diez  Gr.  1.  434  und  A.  Thomas  Rom.  XII.  333  ,  beweisen  das 
durch  mitlellat.  Schreibung  lue)  so  ist  jedoufalis  ailniählich  eine 
Vereinfachung  desselben  au  bloscni  -u  eingetreten.  Ob  dieser 
Vorgang  nur  ein  dialektischer,  oder  ein  über  das  ganze  proy. 
Spraol^biet  Terbreiteter  gewem  aein  magi  UUnt  sioh  auok 
die  R^Miie  niohft  ennitteb,  da  in  klass.  Periode  -tci  nur  mit 
aiob  eelbsti  nie  mit  lat  -M  gebunden  enobeint 

§.118.  £•  findet  aieh  dementepreohend  ein  bi  als  mase.  n, 
fem.  abe.  etati  des  an  erwartenden  M  im  Seneea. 

§.  119.  Dom  lu  ist  Ottern  ftr  mtirui  im  R.:  f;^,  209/26. 
211,5  zur  Seite  zu  stellen.  Im  Verse  treffen  wir  die  Form 
häufiger  :  199, 15. 200, 1.  214, 3.  Ferner  Hs.  0  des  M.  d.  M.  1 1, 7. 
par  aiäru  manâamen  ebenso  b.  G.  Riq.  —  Auch  Pluralformen  autrus 
Sen.  199,  í^.  12.  G  Riq.  81,  362.  {Ins  manieiriu  atdrui:  tw,  sbstj  ge- 
hören keineswegs  zu  den  Seltenheiten. 

§.  120.  Die  Reime  Í5€n.209,2t3.  211,5,  .<owie  En8.delG.21,34 
degUj  obl.  :  mdni  ergeben  für  diese  beiden  Texte  wirkliche  -u 
Auöäprache  det»  ui  '^), 


1}  Man  vgl.  hffrmit  <lle  Schreibung  der  Flam.hi.  .•Ì434  luexl  mit  wegitf 
krautcm  l.  Das  iuei.  In  welchem  P.  Meyer  dM  e  uoch  aoterdrflcken  will,  pmt 
feuau  xa  der  ftscogn.  Form. 

>)r  DtiMlbf  T«rgaD«  ist  Mch  fSr  dtn  tadvMlt  TM  4«r  Laapi»  Mi 
•QimMhmeo.  DtoM  tporadUche  Vereioftcbnog  erschelDt  in  dm  poitevialtclien 
ürknoden.  PredIgttO  r?8,  7  (Görllch).  Jedoch  ist  nîí  ht  za  vergessen,  da««  »11<» 
dort  fegebeaeo  Foniieu  der  Slcherang  durch  Keim  eotbehreu. —  Frau.  Bei- 
•pttl»  proT.  Betonung  von  -ui  blttat  n«b«ii  Dlet  1,434;  Snwar,  Jahrb.  XI, 
ist*  (Combat  'ies  M) .  Hretuns,  36,  II.  28,  6.  13  lu  durch  R.  belegt;  ebeufalls 
«ci<i»  ÍBr  tuiui).  ~  Dâs  A^.  lit  Abemieh  «o  Mlohm  Flllon,  ef.  GbArdry't 


Digitized  by  Google 


25 


S.  121.  Ross,  bietet  Tirade  564  (P.  7309)  in  der  Assonanz 
/t4=/>f?.    Während  P.  Meyer  diese  Lesart  anerkennt,  verdient 

nach  K.Müller  0.  í^'iTlj,  welches  adufnj  bietet,  deü  Vorzug. 
Aber  ßinciungen  P.  7301 —7309.  (  Uscu:  destru  f-deaUUrit)^  gru: 
lu  ergeben  auch  iiir  Koss.  blosse  -u  Aussprache. 

§.  122.  Lu  lüsst  sich  fUr  das  Versinnere  naiuriich  durch 
mehr  Beispiele  belegen:  Sen.  199, 31.  201,32.  Gascogu.  Urkunden  : 
MoQti.  1179.  En  Gilem  de  Codza  Solha  la  primizie  d'aqnest  dezmari 
tant  quoi  sober  In  «ia  »  Aach  1360:  per  antra. 

§.  123.  2)  el  (elh.J  Dîe  aecondftre  und  weniger  ftbliobe  Fom 
ist  €Íj  monllirt  áh,  —  Änaanr  der  iberiMben  ÎUbinael  besaM, 
wie  wir  aaben,  das  Romanische  kein  betontes  ülum,  oder  wo 
ein  solches  wirkliob  vorhanden  war,  zeigte  sieb  das  Streben, 
o-^  dem  dat.  lui  zu  opfern  und  untergehen  zu  lassen.  Das  im 
tioy.  vorliegende  d  lat  ans  dem  Hominatiy  in  den  obliquea 
Casus  übergetreten. 

§.  124.  Mit  diesem  Vorgang  vergleicht  Üarmcstcter,  nach 
lueiiirr  .\nHcht,  uuglttcklich,  die  Verbindung  des  Nomiuativis 
um  mit  Fi  auositionen.  Für  die  klassische  Zeit  dürfte  er  schwer- 
ueb  eine  solcbe  £rbcheinuug  duiuii  Beispiele  erliärten  können  j 
wenîgatena  fanden  sieb  in  den  Ton  mir  nntersnobten  kritiaeben 
Texte  kmne  >).  |lm  Nenproyensal.  (tíL  Diea  IL  104)  beobachtet 
man  aolcben  Gobraneb  ja  häufig,  z.B.  Arband  I  157,21.158,0. 
13.  Un  boiUm  foi  peu  per  als  ooli^ueForm  beim  Verb.  1 22lyid. 
3/a/,  bfla,  se  m^omatz  pas  ion].  Em  bessere  Analogo ii  bu  ^ 
Wäre  die  ^  105  ti.  besproobene  oblique  II.  Person:  tu.  — 

125.  Das  Pronomen  Im  Keime  fîiîirt  allein  8iebert  35. 
auf.  —  Seiner  Etymologie  nach  siillte  man  el  nur  in  geschlossenen 
Reihen  erwarten,  wie  es  sich  auch  findet  in:  Am.  d.  Esc  (BL.) 
14(],  3G.  Kmm.  2tìl,  7.  Flam.  1865.  3621.  6765.  7664.  Nie  1847. 
uuü  lS4Six>,  alle  mit  o^u^i,  d.  h.  gebunden.  Boss.  0.;  893. 
3616.  6618. 6861. 4166. 6766. 6165.  Boss.  P.  :  614. 8664. 6667. 6168. 
6460. 4660.  8166.  (Siehe K.M6ller  66.) — Pa.t  108.)72, 80.  73,  6  sind 
wegen  des  Mkoden  sweiten  Reimes  mobt  beweiskräftig,  (of. 
d.  Anmerkung  von  Bartaob  Aber  die  Ungenaniekeil  der  Eeime 
in  diee^  Überaetming). 


ItMpbn;  FSntOT«  Ah.  BIN.  1.  Xtntritaiif  XXIX;  Hi.  O.  d«t  Jom^Il  idmlM 
•laAteb»«  u,  weichet  dtr  lUim  Josap.  ihbb  lu:  veneu  besUtlft 

Sollte  sich  peitnnritfr  Firs  f.fr  'sirllpiclit  ritinh  «ine  (aber  la  Prov. 
Steher  höchst  mifewöbiüich«)  Verbiutioitg         entre  mit  dem  MomtMtiv  yeu 
Im  mkna  lassw?  Cf.  nrain,  Alol  Sie?. 


Digitized 


26 

§.126.  Der  geschlobseue  Klang  winl  kihvi  bei  dieser  Form 
nicht  streng  gewahrt,  so  bindet  Nie  1 1 52. 1 906  el  :  cel  (caelum) 
also  mit      larg.  —  Yen  1847/8  gibt  keinen  Ân&oliUus. 

§.  127.  Die  A.Q.  fUbren  el  nicht  auf|  die  Levs  citiren  es 
11.218.  Q.  220.  -  Die  Lyrik  Termeidel  die  Form  &8t  gitnalick. 

Die  Praeponderanz  des  lui  map;  seinen  Grund  in  dem  Zasammeii» 
fallen  des  Nominativ  und  Obliqnus  in  el  haben*  Da  der  Spraobe 
eitle  volle  Form  fiir  letzteren  zu  Gebote  stand,  so  war  es  un- 
nöthig,  einen  Nominativ  daneben  zu  verwenden.  Vielleifibt 
waren  sich  die  Trobadors  dessen  bewuöst. 

§.  128.  B.  d.  B.  bietet  es  je<ioch  nicht  selteu,  z.  B.  32,53. 
35,8.  Das  vocalisch  anlautende  el  möelite  bieh  aus  metrischen 
Gründen  zur  Eînfìihrunp^,  besonders  mit  der  Piaeposition  de, 
alä  ciubilbigcs  d'ol  älalt  de  lui  i'eeiguet  habcn^  so  Alej^.  68.  163. 
756. 809*  841.  In  anderen  FftUen  ist  es  gegen  kä  nicht  ge* 
eicbert. 

§.  129.  Die  geiatliehen  Dichter  bedienen  aieb  seiner  Öfter  : 
Alex.  56. 367. 868.  K.  Jes.  272,  29.  Nie  60.  166.  964.  1906.  199L 
S.fineiid  200. 

Die  oblique  absolute  Form  der  Iii.  Persou. 

Femininum. 

§.130.  1)  leif  leis  und  jünger  liei,  iieis.  Seiner  Herkunft 
cl.  '»."^  i'Ael»  ist  Jri  fs)  mit  (»fTnem  ^ei  (s)  zu  binden.  In  fblj^en- 
den  Kciiiea  i6t  dicac  Bedingung  eriüllt:  K.  Meyer  42.  Siebert 
32.  Harnisch  217.:  A.  Da.  ö,  14.  Gui  d.  Cav.  3.  G.  P.deCoz.  U.. 
Jord.  d.  Lui.  1.  P.  Brem.  10.  P.  Bog.  6,  28.  24.  'òl.  S  (resp.  Ulis,  da 
Befrain  oo)  B.  d.  Mir.  12.  (fehlt  bei  K.  Mejer). 

§.131.  lèìSj  lièis  nur  im  Brev.  31634. 

§.  132.    in   ckitroii   licimketLou    ündet    lei   bich:  Nobl. 

leyc.  204.  Adonca  dio  tramée  l'ani^  a  ona  noUa  doncnlla  da 
lignage  de  rey,  Noblaaent  la  nlnd*  eom  e'aparCeoia  a  lejr«  (=  wi6 
es  »ich  für  sie  =  ihr  gtgenOber  geziemte)  Anob  Ray.  Chx.  II 
85,209  nimmt  diese  Deutung  ui  Die  Interpretation«  Ülf  =  'nacb 
QeBetz,  herkönmdieh'  würde  keinen  beaonaers  guten  8mn  geben. 

§.133.  Für  Uis,  liéis  gibt  es  mehrere  Belege:  Rbt.  d'Aur. 
36.  Chr.  6b,  13.  (Areli.  35,  !  19  u.  51,133)»)  wird  richtig  von 
Meyer  unter  'éis  auígetVdirt.  Alle  Reimwörter  weiöüu  in  diesem 
Gedicht  bis  auf  geschlossene -e/s  auf.  Cf.  darüber  Stengers 
Anmerkung  zu  Ä.Ö.  45^  44  (p.  116),—  A.  Da.  14, 13  gehört  ©ben- 


1;  D«r  Text  iu  unaufeditbu. 


Digitized  by  Google 


27 

falls  in  diese  Gruppo.  Unter  uilcnm  i>iridungen  o!*8chcint 
V.  29.  eis'ipac.  Die  Keimwgrter  pkis-pejitë,  sicis-aex,  eiti-axU 
bestätigt  der  D^nat.  p.  45  aoBdrÜcklioh  als  ktrg,  —  Nach  Ginello 
ftUBserten  die  2    swlseben  denea  t  Btand^  den  EinfluBS  auf  die 

Qualitätsveränderung.  —  Wenn  wir  V.  45  «6  no  m'en  creis" 
welchen  CaneUo  sehr  frei  durch  „ma  non  me  ne  duóle^  wieder* 
giebt,  als  «und  nichts  w&cbst  mir  dadurch,  d.  h.  es  hilft  mir 
nichts*  uuiTassen,  dann  erhalten  wir  allerdings  2  geschlossene 
Reimsilben,  [t  reis  3.  pr.  i.  v.  rreisser  -cslreli  Meyer  43.)  Sonst 
dürfte  man  anneiimen,  dass  allein  eis  (ipse)  seine  Qualität  ver- 
ifcudcrt  habe. —  (Jaiiellü  üieht  dann,  ohne  Grund,  auch  die  -eis 
Reime  des  Gedichtes  9.  als  geschlossen  an«  —  Flam.  10dl.  4050. 
bietet  ebenfaUe  Uis.'eis  fyse). 

t,  134.  Wir  können  za  dieser  EigenthlliiiUelikeit  die  bei 
.  4  ff.)  und  ä  (§.  126.)  erwftbnten  Aoanahmen  »teilen.  Bei 

so  häufiff  aar  Anwendung  gebrachten  Formen  wie  den  Prono- 
minibus Konnte  die  Aussprache  nicht  schwanken,  es  ist  daher 
die  Verletzung  der  Qualität  einzig  und  allein  dem  Reimbe- 
dUifniss  jener  späten  Dichter  zu  Gute  zn  rechnen. 

§.  135.  Der  Ausnahmefall  der  Nobla  leyczo,  wenn  wir  in 
der  That  in  ley  das  Pronomen  zu  sehen  haben,  erscheint  minder 
autiallig,  da  dieses  Denkmal  ja  nach  Grützmacher  viel  später 
anzusetzen  ist^  als  biblang  angeuommeu  wurde, 

§.  13n.  Kine  weitere  Analogie  des  Ici  mit  der  I.  Per«,  eu 
liegt  darin,  dass  auch  sie  sich  vou  der  triphthongischea  Form 
nient  mehr  durch  den  Reim  scheiden  lässt. 

§.137.  Bartsch  begünstigt  ZFRP.  VII.  äS'J  wiederum  die 
ältere  Form  lei.  Im  Gedicht  A.  Da.  3^  5ö  ist  nach  Hs.  a^  welche 
im  Verte  lei  liest,  dieses  als  das  ältere  einani&bren.  Ich  habe 
gegen  diese  Ansiont  dasselbe  Bedenken.  Hs.  a,  in  der  wir  öber- 
haupt  nur  die  Hälfte  der  Gedichte  A.  Da. 's.  erhalten  habeoi 
bietet  10; 39.  ansammen  mit  HC  leiit,  wofür  UI)R  beigeben, 
a  hat  l.');3:).  sogar  Heis.  Das  im  Reime  auftretende  lieis  14, 13, 
wie  es  durch  Ta  gesichert  ist,  und  das  liei  9,14*  aller  Hm. 
scheint  mir  allein  das  dem  Dichter  ent.sprcchende. 

§.138.  8eine  Theorie  führt  í!<t  verdiente  Gelehrte  auch  in 
Bezug  auf  die  Textconstructiuu  der  ältesten  Trobadors  in  der 
Chrestomathie  durch,  so  bieten:  Mehr.  1.  Chr.  51,23.  Nr.  3ü.  Chr. 
52, 1.  B.  d.  Vent.  37.  Chr.  63.  '20.  64,  13  nur  lei  resp.  Uis. 

§.  139.  Vou  dem  alten  Gebrauche  der  beliebten  Oblu^ucu- 
farrn  legt  Boeth.  175.  253  Zeugniss  ab.— Im  Ausgange  der 
Blftthepertode  verschwindet  iets  aUmftbUcb.  doch  &)den  sich 
neeh  aahlretofae  Belege  fttr  das  Innere  im  Brsy. 


.  k)  i.cd  by  Google  I 


« 


28  ' 

§.  140.  Die  gascognischen  Texte  bedürfea  kaum  eine« 
Féminins;  ein  Im  erscheint  Cas teljal.  1270.  Bordeaux  1234, 

§.141.  Die  Forderung  der  Touiousaner  hinsichtlich  der  An- 
wenduujj  des  Li  nur  vor  Consonanten  und  des  leis  vor  Vokalen 
soliemt  fiar  eine  theoretische  gewesen  za  sein.  Wir  können 
bei  dieser  UnienuckuDg  natOrltch  allem  von  kritiflohen  Texten 
ansgehen. 

§.  143.  id  steht  vor  KotiMmaatea  :  BmÚl  268.  B.d.  B.  10, 15 
AJ>a.  9,  as.  18, 80  (2m.).  17,22. 18, 22. 81.  Flao.  4854.  4952.  8808 
7887.7911.  G.d.a8,15.  P.  Gap.  12, 18. 28. 14, 15. 24, 18. 

§.143.  Id  Yot  Vokalen:  A.Da.  12, as  Qar. L Bnuk Gkr. 
89,82.   P.  Rüg.*  1,12.  P.  Cap.  11,20.  P.Csp.*8,5. 

§.  144.  Dagegen  lässt  sich  Jeis  vor  Konsonanten  constatiron: 
BüOth.  175.      Da.  3,40.  58.  (Bartsch hs.  a  lei).  6,  6.  31.  8, 17.  9,  21. 

16.  11,28.31.41.12,43.  13,43.  14,47.  16, 6.  (bis)  16,  9.  14.  16.21. 
23.  30.  34.  16,  30.  34.  35.  44.  17,  2.  14.  18,  17.  39.  B.  d  B  11,4. 
28,48.  34,52.  Flam.  1217.  1427.  1768.  3946.  42S3.  47Ub  4ò52. 
6263.  7516.  7729.  7734.  79üS.  SÜ42  (^bis).  G.  d.  C.  2,  8.  12.  6,  30. 
G.  d.  P  6, 11.  J.  Ru.  1,  23.  4,  16.  5,  24.  25.  6,  25.  37.  42.  Loa. 
1, 25. 8, 88^  4, 1 1. 16.  6, 68.  Lan.  Bom.  526.  M.  d.  H.  1,  88  in  I K 
K:(L;lei)  18, 28. 14, 6. 7. 15, 7. 18. 16, 49.  (ia  aUsii  Hss.)  P.d.Han. 
1,  16.  41.  2,  26.  44.  53. 3,  25.  P.  Gap.  8, 11.  27. 4,  30.  48.  7,  6.  20, 6. 
23,  12.24,23.  r.  Cap.*  1,28.2,29.  3,  17.  4,31.  P.  Rog.  1 ,  87.  2, 18. 
26.42.3,9.27.31.4,48  G,  1 1 . 44.  45.  67.  8% 33.  9, 27.  P.Rog.*  1,  7. 
2,29.3,22.     P.  Vid.  1,8^.  71.  4,57.  7,  15.  12,  30.  13,  44.  l6,  i4. 

17,  16.  17.  19,66.  69.  21,  iö.  24,  2ö.  26,  14.  27,  G.28,  36.  35,27.  29. 
81.42,7.  11.  14.  85.  44,  12.  26.  45,  17.  Zorz.  4,  12-  24  41.  4,  90. 
6,86.7,91.  10,  147.  11,21.  32.  13,  13.  26.16,29.  43.  17,  17.  18. 
24. 40. 48. 

§.145.  Im  enebeint  yor  Vokalen:  A.  Da.  4, 44.  8,  21. 
14, 60.  17,81.  B.  4-  B.  9, 57.  19, 27.  22,47.  (T.  gibt  andere  Lee* 
art).    Flam.  2158.  4958.  5070.  6474.  6128.  6886.      Q.  d.  P.  6, 7. 

8,48.  J.Ru.  3,  61.4,25.   J.  Ru  *  7,  36.  39.   Lun.  G,  14.  P.  d  Mars. 

1,26.3,29.4,4.4,43.9,13.  P.  Rog.  G,  5.  P.Rog.*  1,16.  P.  Vid. 
1,  65.  7,  9.  25.  31,  32.  :ì7.  37,  19.  44,  8:^  P.  Cap.  3,  18,  17,  29,  P. 
Cap.*  3,  26.  5,  29.  8,  24.    Zorz.  13,12.  17,  14.45.46. 

§.  146.  Aus  diesen  Ziíiern  crlieUt,  dass  Ici  in  den  krit. 
Texten  vor  eonsoti  an  tischen  Anlaut  c.  10  mal,  vor  vocaiisciicn 
nur  5  mal  auftritt,  somit  vor  letzterem  gemieden  wird.  Auf 
der  anderen  6eite  erscheint  leii>  an  näher  ungsweiâc  vor  Conso- 
nanten 0.  142  mal  nnd  nnr  44  mal  vor  Vooalen.  Im  Allge- 
meinen hat  also  die  Regel  der  Leys  II.  224.  nickt  Qfiltigkeit 


Digitized  by  Google 


29 

Die  Zahieu  ergeben  vielmehr  Vorliebe  iui  leis  uberLaupt;  un- 
beschadet des  folgenden  Ânlaatea.  Mahn,  Gr.  294.  Nr.  7  hat 
daher  das  Riehti^u  getrofien,  wenn  er  leis,  lieis  fúr  hítnfiger  ak 
die  -êloÊe  Form  hält. 

§.  147.  In  dem  VerhAltnÌM  von  el  ta  lut  steht  die  sweite 
abeolitte  Form  des  Feminin,  eto,  sRa  an  läs. 

§  148.  62bi  ist  mit  Darmestetter  ans  dem  Nominatir  an  er> 
klAren;  Ä.G.  81^27.  LeysII|218  dtiren  die  Form. 

§.  149.  Von  den  Reimreihen  führt  sie  allein  Siebert  37  anf. 

Iii  den  von  mir  gefundenen  Steilen  ist  ela  mit  donzella  se- 
bandeo,  welches  nebst  domds  nach  Wiechmann:  „Über  die 
Anssprache  des  provenz.  E"  p.  17  ein  -e  estrcit  hnt  (wogegen 
(hmaisei^,  damaisella  -e  larg  aufweist).  Im  R:  Aman,  des  Esc. 
(B.L.)  140,  65.  BreY.30406.  Enim.  228,  1 1.  229,  22.  237,  4.  239, 29. 
246,  4.  2Ò0,  27.  251,  19.  Flam.  1259.  3368.  6256.  6902.  7770. 

§.150.  Die  Belecke  gehören  durcligcheuds  jüngeren  Denk- 
mälern an,  die  Form  dürfte  somit  der  Lyril^  ziemlich  fremd 
gewesen  sein. 

IT)!.  3)  Uber  die  Verwendung  des  lui  uucii  ak  obl.  fem. 
berichtet  keine  der  alten  Grammatiken.  Dieser  Gebrauch  von 
hti  ist  sehen  durch  die  Etymoloeie  nicht  ausgeschlossen.  Wie 
lat.  Uli  datÌT  {tir  beide  Gesohlecoter  war^  und  das  davon  ab- 

fsleitete  prov.  conjunctive  U  noch  dieselbe  Geltung  hat,  so 
onnte  auch  in  dem  derivirten  *illuif  wenn  man  sich  für  diese 
Erklärung  entscheidet,  rìer  liegri tT  des  weiblichen  Oesclilechtes 
ertliîilten  sein,  Oder  liegt  nicht  auch  in  dem  Frageprouomeu 
cui  dieser  verborgen?  Für  die  Eingeschlechtigkeit  des  fiîïalog 
gebildeten  Pronomens  der  Antwort  war  öoniit  Kein  Gruncl  vor- 
banden. Da  jedoch  der  Sprache  schon  2  Formen  kia  und  elLa 
ZOT  Verfllgnng  Standen,  so  lag  es  nahe,  sich  nur  dieser  awei 
zur  besseren  Unterscheidung  von  dem  gleichlautenden  pnm. 
abe.  maso,  hd  su  bedienen. 

§.  1&2.  Die  Belqjpe  ftr  diesen  Werth  des  Im»  sind  daher  im 
IVoT.  spärlich;  ob  sie  wirklich  dialektisch  sind,  wage  ich  nicht 
en  entscheiden. 

§.  153.  Agn.  liefert  die  Mehrzahl  der  Beispiele^  die  Hs. 
hat  durchweg  lui  für  lei.  (Bartsch  hat  im  Tableau  der  Chr/ 
zu  350,31  das  lui  als  fem.  anzuftihrcn  vergessen).  Im  R.:  Agn. 
679  lui:  amhú.    Im  Verse  478.  639.  637.  688.  899.  1071.  1313. 

§.154.  Wir  benbaehten  entsprechende  Formen  in:  Alex.  9C), 
'Molhor  avia  cy.ssamen)  Uomtar  vo^^  viielh  la  gran  bontat  t^a'eii  lui 
era  de  caritat,  ï>oq  nom  fo  Aglaeb  —  ßrev.  áiì60.  Bo  perdre  £ai  sa 


30 


riqueza  Qui  pert  ab  luy  l'avareza.  —  ib.  8403.  Quar  qui  vertut  manten- 
ria  Lay  mauteueu  uo  moria.  —  Flam.  4t>ô7.  Quar  per  lui  sufri  tal 
martire  E  per  leiä  Amors  mi  tormeuta.  —  ib.  Mais  no  i  ac  domoa 
ni  doiuella  A  eai  Flameiica  mot  mes  Ni  volgiUB  qa^  ab  lai  parles.— 
PeiroL  4.  Ab  lot  ni  plats  Ut  beO»  d'att  pan^  £  plagram  pane 
diaaa,  d  per  lid  no  foa.  Ëndlich  Itet  P.  Oap.âO|S6.  «Ontr  4ê 
domaa  no»  est»  gent  qoes  planba  Lono  temps  de  sàUi  qid  w  lai 
s'umilia"  nur  den  Sinn  zu:  Denn  von  einer  Dame  ist  es  nicht 
nett,  flass  sie  sich  lange  über  denjenif^en  beklagt,  der  sich  ihr 
gegenüber  demüthigt.  Die  Überlieferung  lässt  uns  hier  freilich 
5n  Stich,  da  in  Hs.  R  (M.  G.  1035)  diese  (letzte)  Gobla  fehlt; 
desgl.  excstirt  Peirol  4  nur  in  C  R. 

§.  155.  Etwatì  anderö  zu  betrachten  ibt  der  folgeude  Fall, 
din  Reimbeleg:  Rbt.  d'Aur.  (?B.G.)  Arch.  25,106.:  Mas  amor  ao 
«neb  ni  no  vei  Ni  no  sei  TOS  qnal  piurt  s'estei  Per  qn*ea  non  pnose 
contendre  a  Ini  Mas  grea  m*es  car  de  mi  nos  fai.  Lui  bezieht 
sich  auf  amor,  das  der  Regel  naeli  im  Prov.  femln.  ist  Nun 
aber  findet  sich  dies  sbst.  als  masc.  Zorz.  17,  G.,  ebenso  valor 
(>,  24.  (neben  14,44  in  der  gewöhnl.  fem.  (rrltung  )  Doch  mag 
bei  gen.  Dichter  ital.  EmÛuss  vorliegen,  da  tjokanntlieh  im  Ttai. 
die  sbst.  auf -ore  männlich  sind.  —  Aber  aiK  Ii  in  Flam.  erscheint 
amor  als  Masculinum.  Nach  Tubler,  GotL.  Gel.  Anz.  I8t'6,  p. 
1777.  ist  in  der  Stelle  Flam.  3338:  Qa'eiss  Amors  non  val  ad 
amor  .  .  .  8880  Qnar  s*  Amor  ad  amor  Tslgaes  En  am  U»  mais  qno 
nnOa  res,  Amors  kUan  au  schreiben,  also  nicht  zu  personifidren, 
—  Damit  ist  fur  uns  die  Frage  offen  gelassen,  ob  wir  (dem 
entsprechend)  in  Bbt  d*Aar.  niolit  amor  ab  Masc.  aaffiissen 
mtlssen. 

§.156.  Im  Sen.  beobachten  wir  lu  als  fem.;  1Ô2, 19.  Tot 
enayschi  saviza  naiss  De  dieu  e  cjoverna  lo  mou  ....  Res  uou 
a  dieu  ses  lu  obrat  Que  amb  ela  ho  a  tot  dictât,  wo  elü  dkm  vor- 
angehende ììL  noch  durchsichtiger  macht,  ferner  ib.  192,  14. 
19a,  à.  4.  5.  luy  :  199,  2. 

§.  157.  Der  fz.  Sprachgebrauch,  vor/.üglich  seiL  dem  14. 
Jahrb.,  rechtfertigt  das  fem.  Im  in  den  genannten  spätproT« 
Texten.  Li  der  Langue  d*oíL  waren  nach  Dies  II.  106.  ì^essner 
ursprünglich  lui  und  resp.  lei  fUr  beide  Geschlechter  ver- 
theflt.  Ent  sät  dem  14.  Jahrb.  stellt  sich  auch  lui  flir  das 
fem.  ein;  cf.  Knauer,  Beiträge  zur  Kenntniss  der  fz.  Sprache 
des  I  i.  Jaiirh.  Jahrbuch  XI,  236.  —  Beispiele  bei  Burguy  130, 
ferner  El>ering,  byutax  zu  Froiasart,  ZFRP.  V.334.  —  Auch 
die  Iis.  des  Maître  El ie,  ed.  Tl.  Kühne  nnd  Stengel  A.A.  XLVll. 
hat  die  Schreibung  /ui,  doch  cr^ibL  der  Reim  1014.  die  Aus- 
sprache H;  cf.  Anmerkung  zu  2o5. 


Digitized  by  Google 


31 

§.  158.  Dem  provenz.  ìu  steht  im  Agn.  die  cntspreoln  n  ie 
Form  zur  íìeite,  freilich  für  das  Fem.  wegen  der  >j  BiiKÎung 
nichts  beweisend.  Josapiiuz  lölü:  Chescuue  ad  envie  d antra 
X*el0  beiM  plus  nief  de  I«. 

§.  IÒ9,  Endlich  werde  noch  zweier  Stelleu  Erwähnung  ge- 
than,  in  welchen  4)  die  alwolnte  Person  dee  Fem.  durch  Ii  aus- 
gedrflekt  îèìi  B»Uftd.     Dans.  Ghr.^  243, 29  %   Mort  m'en  U 

aemblan  qae  madonam  fiai  Qu'eu  non  trob  coaBeü  8*6Cl  de  U  noa  VtL 
Vielleicht  müesen  wir  in  U  eine  frz.  Form  seilen.  Für  Flam. 
3430.  „Car  entre  Ii  c  ton  cor  mets  Ad  icient  doas  pareta"  wird  die* 
aelbe  Autiassung  berechtigt  sein. 

$.  Hin  Nach  Diez  1.4  )4  kam  H  allmählich  neben  lui  und 
lei  in  Ciebrauch,  und  düriV  nns  d^r  Rrtonnîii::  ìid  entsprungen 
sein.  Vorliegeudcä  Ii  ist  naturgemäi)  von  der  i^ogeu.  cunjanctivi- 
sehen  Form  zu  scheiden. 

Die  tonlosen  geâchl echtigen  Objecttiprouomina  der 

IIL  Person. 

DfttÌT. 

§.161.  a)  dativ  maso.  U:  Tm  Reime,  cf.  Mey@r57.  Harnisch 
it^O  :  Bre?.  8108.  8261.  12743.  22000.22454.  22794.  22842.  23215. 
23236.26134.26273.26370.26390.26524.26872.27027.  Flam.2483. 
2602.6142.  K.Jes.308,8K  P.  d.Mars.  8, 45.  Tod  Bob.  64,24.  Tor. 
Malec.  1. 

§.  UV2.  Im  Innern:  Boeth.70.  Joh.cvg.  9,  10.  17.  19.  u.  s.  f. 

§.163.  fi)dat.  fem.^  ;  Brev.21233.  Flain.ô660.  P  d.Mars.1,33, 

§.  ir»4.  Die  gaseognischen  Urkunden  haben  filr  das  Masc. 
l)  U)  Bigon-e  Ende  d.  12.  Jabrh.  Oloron  1290.  Bordeaux  St.  Croix 
1235.  Gabavet  1202.  2)  die  accusativisehe  Form  h:  Big.  f.** 
E  pleuiiiü  lo  que  amicx  e  fidels  lo  fossan  per  dreitc  fe.  —  iSouIe, 
(B.  Tyr.)  1152.  Le  coms  lo  fes  seguartad  de  soft  cos.  —  Bordeaux, 
Sy.  Croix  1235.  Casteyaloia  1270. 

§.165.  Für  das  Femin.  gleichfalls  lo:  Casteljaloux  1270: 
Jo  estahllsc  Assarída,  ma  filha  en .  X.  mflia  sols  de  morhw,  losquab 
h  dotd  per  pari  e  per  dot  (2  mal  in  dieser  Urkunde) 

§.  166.  Die  Indinatton  des  U  behandelt  Hengesbaoh  §.  12 

p.  07. —In  den  gascogn.  Texten  findet  Anlehnung  bald  statt, 
bald  unterbleibt  sie,  B^rre  F.  ^^^*  bietet  iUr  beide  FftUe  reiche 
Belege. 


I)  Dt«ta  BsIUdfti  sind  «nth  b«in«tkBiwv«ffth  w^gva  der  Biodaog  di«  Ui0, 
dnm:  twa,  Ohr.^  M6,  M. 


33 


Amnti?. 

§.  1G7.  a)  ÂoouMtiv  Ubac.  lo.  Siebe  die  Bmken:  Hofmeister 
18.  Meyer  62.  Sîebert68.  FOr  lLd.M.  1,  lOS  fehlt  der  Beleg 
io  der  -d  Beihe  bei  Klein  120.  -  ia.  d.  Em.  (B.U)  148, 17. 
145,  3.  Brev.  12511.  20830.  22742.  23460.  86119. 867S8. 86980. 
Fkm.  2300.  7774.    Ross.  0:3389.   P:  8787. 

§.  168.  Siehe  die  Aniehnniig  bei  Hengesbach  §.10  p.  62. 

§.169.  Statt  lo  beobaehtet  inati  3  mal  o  bei  Zorzi.  Vs. 
11,4.  Qu'en  Tme  doptan  qa*el  eis  en  perda  Tarma  Ecil  qa'o  fer  ab 
l'amoroza  ver»a.  —  Enenfalls  nach  gii*  13,37. 14,2.  Levy  echläst 
dnÎK  1  die  EintUiiruiig  der  ^richtigeu"  Form  gitel  vor.  Vi«- 
leiciiL  roüsäeii  wir  aber  bei  dem  Italiener  doch  diese  Form  nn- 
beaiiätaudet  lasäeo. 

§.170.  ß)  Accusativ  Fem.  la.:  Im  R.  alleiu  in  Fl  am.  270, 
120l!  —  Anlehnung  findet  nicht  statt,  Heugesbach  i:}.  1 1  p.  I>7. 

{^.171.  Die  Reimreihen  belehren  uns,  da^iä  auch  das  Auf- 
treten  der  an  sich  tonlosen  Dativ-  und  Accusatiypronomina  im 
Reime  fbesondert  dee  llue.  U  nnd  U)  in  jüngeren  Texten  nioht 
ungewöhnlloli  ist.    Diebelbe  Eraeheinang  tritt  im  Plural  in  Tage. 

Oapit«!  n. 

Pinna. 

A)  Die  Nemlnatfye  der  8  Pereenen. 

I,  Person:  hos, 

§.172.  Hofineister  20—21.  Meyer  68— 71.  Siebert  81.  Har- 
nisch 305.  (zugleich  Ükt  noa  nnd  vos  in  allen  Oeltnngen). 

§  173.  a)  HOS  abeolnt :  Flam.  1664.  G.  d.  St^Did.  8.  lUim.  d. 
Mir.  86.  Boss.  P.  888.  989. 86b7.  b)  ms  bei  dem  Verbnm  :  Brev. 

5660.7465. 10075.  151 10.  15404.  22495.  34426.  Eaa.d.  0.-819,88. 
888,6.    flam.  666.    a.Biq.  60, 198.  8.Bene.694. 

II.  Person:  von. 

§.174.  a)  r08f  pr.  abs.  m.:  lloss.  0:  802.  804.  2958.  P:23I2, 

§.  17:").  b)beimVerb.:  a)nom.masc.:  Aim.d.Peg.  19.  Alb.d.Sest. 
10.  Bertr.Carb.  10.  ßlacatz.l.  Brev. 6ö23. 20697.22888. 24Ü68.24U83. 
25008.  33059.03022.  Cadeü.lö.  Flam.55G.  1071.  1553.6585.  7354. 
G.Faid.  47.  G. Riq.  79, 838.  Gir.d.Borü.  5.  Nie. 4 16,  1204.2724. 
P.  de  Man.  9, 6.  P.d'Alo.l6.  Peirol  10.89.60.  R,Yld,  Cestiag. B.L. 
88, 8. 66, 16.  Terf.  174,  6. 188, 19.  184, 7.  Bim.0: 794.  P:  818. 
/9)  nom.  fem.:  Alm.  de.  Plg.  7.   Flam.  6086. 


Digitized  by  Google 


S8 

IIL  Pertoti. 
IfucoJinattu 

{.176.  1)  Einem  lat  illi  würde  el  entsprechen.  Di^eFom 
Ist  aber  selten  und  wird  in  den  Reinlisten  vemieden,  (Bartaob 
fòbrt  Cbr.^  323,  3  el  ans  dem  Brev.  an  [qn'el  per  Mrt  del  ntl  lo 
^crra!)]  doch  leUsi  AsaÌB  Y.  17891  üh  ái&r  ein)*  DsmImb  er» 

flcbeint  elii, 

§.177.  *?)  Die  iiblicliere  Form  ist  ü,  ilh,  ^f^ren  "Erkîâmng 
aur  Geuüge  bekannt  ist.  In  diesem  Punkte  wird  ^eomaun'B 
Theorie  ZJ?^RF.  VIIl,  2r,0  unantastbar  sein. 

§.178.  DieKazo8  8l,18  stellen  ill,  die  Ley8ll216  il  oder 
tUi  alt»  das  Regelmässigere  aui,  doch  sei  auch  el  durah  langen 
Gebrauch  eingebürgert. 

.§.179.  iüi  im  Keime:  i'.  Card,  (ciatat)  Giir.  17S,6.  Die  Keihe 
Sieben  63  gibt  keinen  Fall  am  Flam. 

$.180.  Während  Boeth.  201  t7  gibt,  weist  Jokevg.  16, 11. 
29.17,16.18,3  m  «ni  — In  Vene  sfli|t  aiek  in  der  Yerwen- 
dnng  nm  ü  und  tlh  tot  OonfooMii  und  vokal  kein  Untcnofaied. 

{.181.  Gasoognieohe  Texte:  l)fd:  Bayonne  lim  d\)r  ltft9. 
GMt«lialo«  1870.  Bordeaux  8i  Croix  1869.  Pan  1870.  8)  er:  Ba- 
fOiiae  1259  (vor  Vokal)  edf  :  Tarbes  (H.  Pyr.)  1286.  3)  eg,  mit 
demsdben  Wandel  awiaehen  d  iL  g  wie  beim  Singnlar:  Pagode 
8Mle  1252. 

§.  182.  3)  Die  ^oistlichen  Dichtungen  bedienen  sich  einer 
III.  Form  des  Norain.  Plur.,  des  eis,  eìhs^  wrlcho^  mis  rlem  Obli- 
quas in  den  Nominativ  eindranp^.   Rewoi sindc  Heime  tehlen. 

§.  183.  eis  tindet  sich  im  luncru:  Alex.  Il9.  123.  F.  Z.  152. 
K.Jes^  272,  14.  281,10.  292,21.  299,36.  Nie.  769.  1112.  1161. 
SJreod.  23Ö  a.  s.  w. 

FemininoDL 

§.  184.  elas  und  eÜMS.  Leys.  IL  21G.  In  den  gedruckten 
Reimreihen  findet  deh  kein  Bel^,  einen  aoloben  bat  jedooh  Am. 
des  £ec.  (B.L.)148,15:  dmMéUu.  Daa  Fronomen  wird  gleich«* 
*TflTwtg  in  den  Teraehiedeoaten  Zeiten  gebranobt. 

m 

B)  Die  obliquen  Formen  des  Plurals: 
Die  beiden  ersten  Personen: 
1)  abaolat. 
L  Peraon  not: 
§.185.  Im  Reim:  Agn.  164.1305.  Alm.  dePeg  11.   Alex.  284 
00868.  868.  Boetb.  82.  B.  d.  Veat  &  B.d.B.  8, 26.  36,24.  42, 6. 

8 


Digitized  by  Google 


84 


Brev.  2625.  3066.  340i).  a  174.  3588.  3595.  4548.  5443.  5575.  6589. 
(Ì926.  7563.  11015.  13457.  14248.  14470.  14625.  14647.  1495S. 
15252.  19603.  19681.  25925.  25932.  33660.  Cob.  esp.  28,31. 
Doetr.U5.  Bnim.  21^29.  Eus.  d.  Ese.  104, 14.  Fiam.  1079.  1984. 
8798.  6915.  7597.  Folq.  d.  Bom.  15  (Us)  G.d.P.  5, 88.  Giiir.d.Oa- 
lans.  6.  G.  Riq.  71,48«.  94,94. 71.  79.  97, 18.  99, 15.  J.ïïu.  1,88. 
K,JeB.  286,9.  301,3.  Lan.  Rora.  11.  Mar.  d.  Vent.  1.  M.d.M.  4,11, 
Nie.  39.  113.  121.  615.  788.  1061  1203.  1422.  2728.  Peire  d. 
Barj.  1.  P.Rog.  8,  7.  P.  Vid.23,40.  Peirol(M.W.  II.  7,21)  P.Cap. 
13.9.  Roôs.0:807.  Serv.  d. Gir.  277.  R.  Vid.  (Cast.)  B. L.  3 1 , 20. 
34,40.  S.Eeae.  301.  326.  668.  671.  688.  696  (3  X).  Zorz.  7,80. 

II.  Person  vos: 

S,  186.  a)  vos,  pron.  m.  abs:  Albert.  16.  Alex.  195. 233.  Ara. 
G.  d.  Mars.  (B.  L.)  133, 1 1.  Arn.  d.  Carc.  133, 11.  Bd.  B.  24, 2.  43. 
Bern.  d.  Rov.  3.  Brev.  2536.  8024.  13999.  14964.  20005.  20030. 
25120.  Daua.d.i'iad.  10.  Euâ.d.EâC.  112,31.  Flam.  5912.  7416. 
Gar.  loBr.  Our. 98,40.  6.d.P.9,18.  Gvir. d. Bon. 64.  G.Riq.  16,58. 
18,86.  80,54.  45,51.  49,58.  74,195.  76,129.  77,889.  77,854. 
88, 19.  91, 18. 99,a  58.  Mir. d.  YtaL  1.  Nie.  70U  707.  P.dAij.  1. 
P.  Rog.  8,14.  59,  E.  Vid.  (Cast.)  B.L.  29,34,  31,21.  33,36.  R.Vid. 
Verf.  149,29.  172,7.  185,35.  188,26.  189,29.  190,20.  236,80. 
Ross.  P:  327.  3690.  ß)  vos  pron.  fem.  abs.:  Adcm  lo  Negr.  1. 
Aim.  d.  Bel.  16.  Aim.  d.  Peg.  7.  21.  Albert  1.  7.  10.  Am.  d.  Esc.  (B. 
L.)  142,23.  144,29.  73.  Aru.d.Carc.  259,21.  259,35.  Aru.Cat&1.4. 
Ara.  d.  Mar.  4.  13.  22.  (bis).  Bern.  d.  Prad.  2.  B.  d.  Vent.  8.  11.  28. 
(bis).  B.d.B.  12,2.  22,63.  BertCarb.  15.  Bera.Sic.  1.  Brev.  29162. 
EL  d.  Barj.  1.  (bis).  EL  Cairel  6.  Fluii.  759. 9855. 8459. 4869. 4971. 
4998.oo(fAr  4969  aecit  P.  Mcyer  noë,  abs.  eia).  Foiq.  d.  Han.  18. 
adUis.  19.  Gd.Balauü.  1.  G.Rq.11,53.  21,6.  JaaÉpe260,7.254,88. 
Mar.lied.  68, 23.  Md.  Fois.  1.  (bis).  P.  Vid.  2,  32.  3,  1 7  ì  0, 26.  23,48. 
60.  32,50.  38,17.  PeiroL  29.  P  Cap.  2,20.  35.  37.  5,24.  15,1. 
22,27.  R.  Jord.  4.  R.  Vid.  (Gast).  B.L.  88,54.  S.B6ae299.  316. 
823.  331.  346.  347.  Zorz.  7,79. 

2)  Die  Ueiden  Pronomina  bei  dem  Verb. 

Duhr: 
L  Person. 

§.  187. .  er)  fMw  :  Alei.  1101.  Ben.  Sie.  1.  El.  d.  Baij.  5.  K.J«. 
986,10.  8er?  d.  GIr*  179. 

IL  Person. 

^.188.  a)  masc.  vos:  Cobl.  triad.  29, 3.  Flam.  695C.  F  Z.  2Í8. 
Ross.  P:  30.  121.  3684.  0:  595.  fem.  Am.  d.£ac.  (B.L.)  144,80. 
Flam.  7080.  T6a2.(S.D.)184,5. 


.  kiui^cd  by  Googl 


aß 

♦ 


Accnsfttiy  : 

I.  Person. 

§.180.  im:  Brey.  3077.  10872.  lOOno.  15866.  29800.24686. 
Harn.  6536.  6688.  Bmb.  0  :  2955.  P  ;  2809. 

II.  Person. 

§.190.  a)  masc.  vos:  Bertr.  d'Alam.  12.  Gar.  d'Apch.  2.  Gav. 
d.  Alte  4.  Md,  M.  2,27.  Nie  1411.  P.  Cap.  22, 16-  68.  .^i)  fem.  ros.' 
Aiiu.  de  i'eg.  7  i,bia).  Am.  d.  Esc.  (B.  L.)  145, 20.  Aiu.  d.  Mar.  1.  26. 
D&ad.Prftld.lO.  Ftam.4Sa9.  Gnir.loBcMk«. 


Nachtrag  zu  allen  Pronominibus  : 

§.  ISI.  Nicht  selten  ist  dasselbe  Pronomen  mit  ^^ieli  ^^elbst 
(gewöhnlich  dann  in  anderer  syntact.  Bedeutung)  [gebunden:  el, 
nom.  conj.  4-  <J^h  ^bs.  Enim.  21)1 , 7  8.-  (t/e,  abs.  Am.  des  E^c.  (B. 
L.)  140,58/  9. — wo*,  abs.  Fiam.  021  j,  ü,  doch  vergL  dazu  Tobler, 
€Kttt  Gel  Ans.  1886.  p.  1784  «.  Burttob,  Jahrb.  7,203  —  S.  R. 
696/B,  -909,  aU.  An.  d6t  Eto.  (E  L.)  144.29/90.  NobL  leyi. 
2Ô0/ÔL  a  R.  846/1. 


Die  abftoiaten  ProDomitta  der  iÜ.  Perion  d.  PiuraL 

§.  192.  1)  fer.  Auf  die  Fonn  geht  Dameeteter,  a.  a.  0.  p 
166  oiher  ein:  Das  Italo^lalUscbe  braaohte  ÜU,  iUorum,  illos 
unter  dem  Acecnte  und  iUorum^  illos  uubotont.  DerDatÌT  ÜHa 
aber  war  schon  frühe  durch  den  Oenetiy  t/2orum  ersetzt  worden. 

So  entstanden  fz,  ü,  lor,  eis  =  eux,  prov.  ?7/i,  lor,  eis.  Von  den 
^•obliquen  Formen  der  Langue  d'oc  war  lor  das  Gewöhnlichere. 

§.  193.  Im  R:  cf.  Hofmoister  20.  Siebert  77.  Harnisch  298. 
Aim.de  Bei.  10.  21  (bis).  Aim.  d.  Peg.  11.  (bis)  32.  Arn.d.Carc  265,21. 
B.d.Vent.  41.  B.d.B.  37.  44.  B-  Carb.  12.  Brev.  3456.  5554.  7328. 
7333.7670.8120.  9011.9927.  10854.  10868.11440.  17310.  17349. 
17855.  17967.  18334.  18397.  li;238.  19506.  19775.  19793.20808. 
23078.  24778.  26188.  26616.  26619.  25674.  26966.  25922.  26656. 
26266.  27108.  27284.  27868.  27888.  27420.  27427.  29684.  29686. 
80160. 82668.  82726. 82816.  Dand.  d.  Prad.  18.  Ens.  d.  Esc.  101,27. 
Flam.  720.  1140.  8030.  G.  Faid.  62.  G.  Fig.  1.  4.  6.  Gm.d'Uis.  14. 
Guir.  d.  Born.  67.  G.  Riq.  34,  34.  45,15.  l  Ru.4,25.  Lf.  Cìr.  8.  Nie. 
840.  .B.  Mir.  24.    P.  Card.  31. 39.  (ciatet):  176, 19.   R.  Yid.  VerC. 

8* 


38 


170,7.  171,88.  186,88.  Bo«.0  :  8148.  8685.  4870.  7888.  8156. 
P:  8596.  Zon.  10,117. 

§.  194.  2)  éls.  cf.  SieVert  37.  ImR:  Alex.  120  oc,  Arn.  Q.â. 
MaiB.  (B.  L.)  136,40:  cttbeíhs,^FÌtm,  8293.  6649.  In  den  folgen- 
den Texten  ist  es  mit  aquels,  ss  a  gebanden:  0.  Biq.  78, 178. 
Nie  468.  R.  Vid.,  Verf.  158, 36. 

§.  1 95.  Doiiat  Hs.n  î 0  gibt  eis  (nicht  7ori  desgl.  Lots  IL  ^2. 
Ms  ifit  nicht  so  beliebt  wie  das  gleich  werthige  lor.  Gegen  ein 
zweisilbiges  resp.  dreisilb.  de  lor,  entre  Im'  ist  es  mitunter  durch 
das  Metrum  gesichert:  d'eJs  :  A.D&.SJ.  Alex.  755.  B.d.  B.4,19. 
5,14.  8,7.  U,26eiiir'els.  —  K.Jes.  272,5.  6.  M.d.M.  5,5.  P.  Rog. 
6,14.  P.Vid.  22,18.  40.  Zorz.  12,27. 

§.196.  Dem  ëg.  el  =  eu  Boetb,  Tergleicbt  sich  euj  fUr  eis 
im  Joh.ev^  9,88.  15,7.  41.  16,10.  25.  88.  46.  17«4.  10.  18,10. 
(bis),  (ebrâflo  17,4.  aqueuz,) 

Feminisiim: 

S*197.  1)  Dm  Hatculinum  trat  als  Sahstitttt  des  Geoet 
plur.  fem.  lUarum  ein:  lor:  Im  R:  B.  d  Vent,  28.  Bertr.  d'Alam. 
18.  Brev.  23563.    P.  d'Alv.  4.   R.  d.  Mir.  7.  R.  Vid.  Verf.  157,38. 

§.  198.  2)  elas  {ellas).  In  der  Reihe,  Siebert  37:  Flam  496. 
1486.  4985.  6484.  7865.  7798.   Die  «weite  Form  ist  aelteo. 

Die  tonloBen  ObjecUpronomina  der  III.  Person. 

Dativ  : 

§.199.  îor  .-cf.  die  Reimreihen  §.  19a.  Gui.  d'üis.  14.  P.Card.4. 
4. 13.  R.Vid.,  Verf.  158,33. 

§.  2(X).  Hierzu  gesellt  sich  noch  , die  Form  lur,  mitWieder- 
l^abc  des  o  durch  u.  Weder  die  A.G.  noch  die  Leys  thun 
dieser  Abweichung  Erwähnung.  Dies  II.  98  fUhrt  lur  neben 
Utr  in  absoluter  Geltung  an  und  erklArt  die  Form  auf  Seite 
99  fllr  sehr  flblioh,  wenn  auch  formell  minder  richtig.  Ineetnem 
Paradigma  der  tonlosen  Pronomina  fehlt  sie.  Auok  Bartscbi 
Tablean  der  Chr.  431 ,  nennt  iur  nnter  den  absoL  Formen,  ohne 
Hinweis  auf  einen  Beleg. 

§.201.  Es  liegt  gerade  das  umgekehrte  Vcrhältniss  vor: 
fiir  die  kritischen  Ausgaben  der  Trobadors  ist  ein  absolute?  Im' 
nicht  zu  coustatireu  (allerdings  Nie.  1  <ì07  u.  Flam.  4965),?wr  scheint 
somit  nur  tonloses  Personal- und  Possessiv-Prouoinen.  Die  Verän- 
derung deä  VokaU  kuimte  daher  durch  den  Accent  bedingi  äein. 


.  kiui^cd  by  Google 


37 

§.202.  Wie  weit  das  sich  schon  in  den  Hss.  der  ältesten 
Dichter,  so  Q.d.P.  (Keller  5)  aU  couj.  dat.  fem.  zeigoudc  lur 
aiieh  wirklich  fllr  den  SpnclígebrMiûli  dea  Autors  reätfertiffeii 
Iftsst,  w«id«Q  wir  in  Foljge  der  fehlenden  Bindungen  nicht  W 
sümnien  kOnnen. 

§.  203.  Reimbelege  werden  von  Dien  nnd  Mnhn  294  ge- 
lengnet.  Doch  ist  gerade  Letzterem  in  seinen  ^ Werken"  Sir 
als  vollere  Form  beim  Verb,  an  Stelle  eines  tonlosen  dat.  ent- 
gangen: R.  VId  ,  Castiag.  M.W.  Hl.  232,34.  (B.  L.)  32,49.  U 
douma  comtet  lur,  Aojatz,  dis  ella,  del  tafiir.  —  Der  ?^  laut  des  adj. 
tafar  ist  durch  zahlreiche  Reime  auf  lat.  -a  gesichert,  A.G.  Òii: 
iu  u/  ö  ;  tajürs — Chr,  54,7.  120,U.  200,17.  bandera  bei  Macbr. 
13.  30.  36. 

2u4,  Ausserdem  beweisen  dieBiuduogen  Brev.  11773  lur, 
(als  prossessiv  seinem  sahst,  nnohgestellt)  :  dur,  und  V.  11 851 
Iure:  durs*  deaa  die  Änaaprache  «  dem  Untfire  nnd  R.  Vidai 
nicht  fremd  gewesen  sein  kann« 

§.  205.  lir  brancht,  wegen  der  Herknnit  der  beiden  Antoreni 

nicht  catalanisch  zu  seiu.  Denn  auch  Roes,  weist  es  auf.  O: 
3297.  P.  2637.  Nach  K.  Müller,  Assonanzen,  assonirt  û  iu  of- 
fener Silbe  mit  lat  o  in  offener  Silbe  {pasiur  verb.  67|  meUtur 
verb.  06.  lor  =  Ütorum  196.  a  Jor  (0)  196. 

2(Kj.  Man  wird  nicht  fehl  gehen,  wenn  man  lur  und  lor 
mir  «leii  aus  den  Comparativen  nœlhor,  pejor  abgeleiteten 
Vcrbt  u  auf  'Urnr  vergleicht.  Bekanntlich  entspricht  der  Ge- 
brauch dieser  -:>  und  -u  Formen  seit  Anfang  an  streng  der  von 
R.  Vid-,  iiazu.«;  oO,  (C)  geregelten  Uutersciicidung  •  der  augeu- 
sehetnUohste  Beleg  hierfür  ist  F.  d'Alv.Oir.  77. 

§.  207.  Wir  beubauhteii  ausserdem  im  Spätprovenz.  Schreib- 
nngen  mit  «u  filr  geschlossenee  c;  Formen  wie  amur,  dmat,  iiun, 
sind  nicht  nnerhört  ^). 

§.208.  Um  das  Beaugp^  soaammenaafaaseo,  so  mfiohte  ichy 
an  der  Hand  der  kritischen  Texte,  in  2or  die  absolute,  in  U*r 
die  tonlose  Form  erkennen.  Möglicherweise  war  in  dem  uube 
tonten  Personalpronomen  der  Laut  ein  unbestimmter,  der  bald 
durch  o  bald  durch  U  ausgedrückt  wurde -).  Der  Grund  für  die 
(fast)  vtíHstiinílÌL^f'  Abw<vs<Miheit  des  lur  im  Keime  klassischer  Dich- 
tungen liegt  sowohl  lu  der  erwähnten  Tozdosigkeit  als  auch  iu 


1)  In  den  sMwMtl.  Dlaltktas  «nrbsinl  lur  Int  #b«aso  UaSf  «!•  tar, 

Gdrlieb  p.  60. 

Wie  die  bfts.  Scbreibuugtn  för  das  ooi^anctiT«  ProDomen  telfeo. 


38 


der  Seltenheit  der  -ur  Bindungen  überhaupt,  welche  gcgca  die 
xahlracheii  -or  Reihen  veraehwuiden.  Da  nun  nicht  innmehmen 
ist,  daas  auch  schon  frâher  die  -or  den  -tc  laut  hatten,  so  konnte 
nach  der  Tendenz  des  Provenz.,  nur  yokaliach-rebe  Reimail- 

ben  zu  binden,  hur  nie  mit  einem  -or  reimen.  ' 

§.  209.  Die  gaaoognischen  Texte  bieten  lor  als  betonte  und 
unbetonte  Form.    (Als  Possessiv  erscheint  lur.)    Daneben  ist 

filr  (Ion  fiat.  cony  einige  Male  acc  loi-^  zu  belegen,  (cf.  denselben 
Vorgang  im  Siü^uiar.)  Big.  F.'^  und  F.*'  (Hautes  Pyrénées)  A 
manjar  los  deu  iiuia  dar  pau  e  bin  e  caru.  Bagnères  de  Bier.  1 2  60  locau 
dootiu  los  auem  autreyad. —  Bagncres  de  Big  1 2  ò  1 .  Nos  las  deuem  auer 
saums.  —  Monts.  1236.  Jo  eis  mes  los  ac  dcaem  far  be.  £  si  cm  los  i 
dizia  arre. 

§.  '^10.  Diesee  hs  lehnt  eich  an  io  an:  MontL  1236.  Totlo 
demaa  que  ioU  luia.  Mäabonrg  (B.  Pgr.)  1257.  Que  iob  Um  bm 
ta  aaant  dite  decmarie. 

§.211.  Los  ineiinirt  an  ^ue.'  Bagn.d.R|g.  1260.  £  quels 
n'aatrcijam  aqnest  carte,  ähnl.  Ossteljaloiuc  127(£ 

§  212.  Aach  das  fem.  lor  wird  duroh  loa  ersetzt,  sogleloh 
findet  Anlehnung  statt:  Castelj.  1270.  8Ì degmia de  les  predsitis 
mes  filhas  moria  senes  here^  en  manieira  que  so  que  Jota  ei  dat. 

Accusativ: 

§.  213.  «)  Accusativ  masc,  /o.s,  siehe  die  Reimreihe  Sichert 
p.  81.  Im  R  -  Brey.  22604.  24991.  25119.  26936.  Flam.  7Ô96. 
liaud.  de  Prad.  10.  (statt  lor),  ü.  Fig.  4. 

|.214.  ß)  AocQB.  fem.:  lasi  Hierför  fand  ich  bisher  kehlen 
Reimoeleg. 

Capitel  nL 

Das  Neatrnm. 
A>  Der  Kemloativ. 
§.  215.  Das  prov.  Nentmm istEuni  0.  gcnstande cingeliender 

Untersncbnng  von  ChabaneaUi  Rom.  iV.  338  flf.:  Notes  sur  quel- 
ques Pronoms  Provençaux"  gemacht  worden  Einen  unbe- 
deutenden Nachtrag  über  lo  als  noiitrales  Subjecl  gibt  er  Rom. 

329;  einige  weitere  Bemerkungen  Rev.  des  Igs.  rom.  1884 
septembre  und  ib.  1885.  —  A.  Horuing,  Rom.  Stud.  IV.  263. 
No.  19.  „Le  Pronom  Neutre  il  en  langue  d'oïl"  geht  auch  auf 
dasPïroT.  ein  und  nnteraiehtChabiaieMi's  Resultate  einer  Kritik. 

§.  216.  Die  wenigen  neuen  Beispiele,  welche  ich  den  sohon 
bekannten  hinzufögenkonnte,  bestätigen  die  Yon  beiden  Fonohem 
«abstellten  Regeln. 


I 


Digitized  by  Google 


89 


§«217.  1)  0^:  Dm  Ton  Bartoob,  Ohr.*  431.  dtírte  nomiiui- 
ihriaime  el  gehört  der  L^rik  nicht  an.  Dèr  Beleg  ist  Rom.  P: 
1980>  ein  anderar  den  Biographien  der  Tronbadonre  Chr.  238,29 
entnonnnen,'-  Man  darf  in  der  Form  dieier  spftten  Texte  eine 
Anlehnnng  an  dee  &.  neutrale  «2  aehen. 

g.21S.  2)  Der  âgentUohe  Nominativ,  ftr  den  aber  die 
Sprache  nur  seltene  Verwendung  fand,  lautet  lo.  —  Die  Recht- 

ffrtigung  di^es  von  illtid  abfr^kitetenPronoTnens  gibt  Chabaneau 
a  a.  O.  Nach  seinen  AusiiÜiruiigen  war  io  nur  iu  der  eigent- 
lichen Provence  üblich;  sein  Auftreten  als  ObliquuB  ist  ein 
Ciiarakteristikum  des  Verfalls  der  Sprache. 

*  •  •  • 

§.219.  über  dasNeuirum  ^^cben  die  A.G.  keine  Nachricht, 
die  Lcys  II.  350.  kennen  nur  den  Gebrauch  von  lo  im  Sinne 
dan  íz.  il  als  öuhject  bei  auperöüulicheo  Verben.  Die  waldeu- 
tisohe  Bibel  beetfttifft  das  dnroh  sahlreiehe  Beispiele;,  doohsetat 
sie  aveh  daneben  h  énem  nachfolgenden  Snbject  voran.  (z.B. 
To  cre  que  k>  son  don  eosas;  per  lawl  cosa  lo  es  dict  l*E8penuiça 
de  Ii  lelon  perir6). 

§.  220.  Chabaneau  unterlässt  c»,  die  Belegstellen  zu  sichten; 
diescdben  aerfallen  ngaliofa  nach  Homing  in  swei  Gruppen: 

S.221.  1)  Spielt  der  NommatÌT  2o  die  Bolle  des  lat.  iHui 
In  dieser  Qeltung  tritt  er  nie  in  unpersönlichen  Wendungen 
auf:  Horning  f&hrt  an  Fierebras  3470.  4254.,  den  ich  von  meiner 

Untcrsncliung  ausgeschlossen  hatte;  sodann  Jaufre  Chr.  255,31. 
*}ue  quant  la  veg,  lom  dobla  mai  mon  mal.  mon  trcbal,  ma  dolor. 
Arn.  Plages,  Farn.  Occit.  358  (cf.  Rom.  Vll.  So*  ))  Avenir?  Dieus  o 
volgues!  Noll  i  »t  lo!  (Horning)    -  B.  Carb  ^B.l).}.  2Ò,  19  .  ,  .  ct^jas 

4ue  honors  Ii  ^ia  grans.  in:io  lu  es  graus  uozeus. 

§.222.  2)  h  entspricht  der  Beib  utune^,  welche  ikm  die  Leys 


Von  den  zahkeiohen  Belsen  aus  dem  XV.  u.  XVI  Jahrhdt 
sehe  ich  ab;  andere  finden  sichLeysILd60n.d62.  loesaveiüiat 

u.  s.  1  Von  Texten,  die  ans  der  letzten  Periode  herrühren, 
bielen  nur  folgende  das  neutrale  Subject:  Nie.  2357.  Car  si  io 
dures  atretan  Horn  neu  trobera  vio  en  cam.  ib.  lUli'>  sieht  Suchier 
in  lo  Vnr>)f'r»'Uinig  de,-?  Obj^cts  ^sant  esperit).  Cant  ieu  reuhava 
viens  ei  mon  >^  lom  trames  lo  r* }  (Ici  mon  Sant  esperit  <iuem  demostret. 
P.  Job.  (8.  D.)  34Ü,4.  Los  (juais  bon  en  tie^  manierab,  car  lo  u'i  ha  de 
biantz,  de  vcrmeyls.  —  K.  Jes.  JOJ,  1  ü.  Ve^ati  com  be  a  devinât  Que  lo 
90&  eüauiua  petitz.  —  Im  vorliegenden  Falle  deckt  sich  Io  eher  mit 
dem  classiodien  »o.  (so  son  ebns,  man  yergl.  Boeth.  228  und 
ähnlich  239.  2So  son  bon  omae  qoi  an  redems  ior  peocstt).  Lud.  st. 


Digitized  by 


40 


Jia  (od  Arnaud)  359.  Qnar  lo  es  temps  de  partir.  îb.  B93.  leo  lay 

vanc,  lo  es  ben  chaat.  Zu  dem  Bcisp.  K.  Js,  302,  1  9  ist  zu  strllcn: 
Nobi.  leyczo  43ö.  Che  lo  es  uu  signoi  dio  Local  a  iorma  lo  moût. 
Lo  depr.  dcl  mort  2.  Metc  ayci  uostra  cora  Car  lo  es  per  la  divioa 
scriptora  i^ue  alcun  no  meta  Tesperanza. 

§.2*23.  Einen  Accusativ  lo  fand  ich;  derselbe  steht  pleo- 
uaätisch  zur  Einführung  eines  Objeciatiatzes.  Euim.  205^29. 
£1  dis  lo  qa'es  angels  de  Dien. 

§.  224.  Bei  der  Betrachtung  des  neutralen  Subjeotes  war 
das  Ëngahen  zugleidi  «nf  •yotootiacliea  Gebiet  aiobt  an  v»- 
meiden  I  des  besMfen  ZnMHinmmhango  wegen  wurde  deb« 
bier  alles  Wiobtige  vorweggenommen. 

B)  Das  Object. 

§.  22,').  Das  neutrale  Object  o=::lat  hn>\  erscheint  in  den 
Rtiimreihen:  Hofmeister  18  ^).  Mcver63.  Siebert  69.  — Agn. 489.  Brey. 
22346.24951.25035.  Flam.  2035.  Diàt.7.  Ross.  P :  86  (0 : 658  dafìir 
M  4754.  7ö4ö.  (=0:8313.  andere  Lesart)  3192.  ä4öü.  0:  5483. 
Tenione  (B.D.)  13"s  10.  22.  (S.D.)  334,43. 

226.  Aua  diesem  o  haben  sich  nach  Chabaneau,  loco 
oitato  n.  Rom.  VII.  329,  später  einige  Neubildungen  entwickelt. 
Die  Scbieibung  ho,  welebe  in  ttUeren  nnd  jüngeren  Texten 
li&ufig  b^egnet,  sieht  jener  Forscher  gleichsam  als  Vorläufer 
des  jtingeren  vo  an.  Rom.  IV.  339.  sagt  er  ansdrückliob  «Dens 
les  textes  antérieurs  j'ai  seulement  remarqué  assez  fréquemment, 
/to  qui  est  cnnfwp.  le  précurseur  de  vo*  und  erinnert  dabei  an 
die  Erscheinung  des  bpätproyenz.,  dem  o  im  Wortaniaate  ein  v 
vorzuschlagen. 

227.  Gegen  diese  Erklärung  habe  ich  starkes  Bedenken. 
Ich  möchte  dem  bewährten  Forscner  entgegenhalten,  dass  sich 
auf  dem  ganzen  piov.  Sprachgebiet,  und  es  ist  nicht  zu  viel 
gesagt,  tiberbaopt  auf  ronumlsoben  Soden,  kein  anatoger  Über- 
gang eines  hmv  na^^weisen  liest  Allein  «na  einer  gutturalen 
Ausspraobe  des  h  hätte  sich  ein  v  durch  g  hindnreb  entwiokdn 
können.  Wie  sollte  die  Sprache  aber  in  dieser  Zeit  zu  einer 
solchen  gelangt  sein  ?  Für  diese  von  ihm  nicht  aäher  bsgrttndete 
Hypothese  stellt  er  keine  Belege  zusammen. 

228  Dieses  sich  Rchon  früh  vor  VokaleUj  besonders  den 
güUiiralfn,  riîiptrllrnde  h  ist  einlach  etymologische  iSchrcihnng 
nach  hoc,  wie  ha  iiir  a,  iunthom,  honor  iUr  mor,  immÜiar  u.  s.  w. 

>)  H«nilteh  960  glU  dit  FUl«  m»  Bmi. 


Digitized  by  Google 


41 


Gerade  die  Loys  von  ihrem  gelehrten,  of yinnln^ns,.],^.n  Stand- 
punkte aus,  sprechen,  wenn  sit;  IL  "224  Ito  aubJiücklich  tordorn 
(^Ao*  qae  uol  dire  aytant  cum  ayzso,  oz  aquo  e  deu  &e  escriure  amb  h) 
melit  w  die  Ansspraohe  in  CaabuieAa'B  8iiiii|  aondem  be- 
•tiligeii  unme  Anaiobt« 

5. 229.  Die  Entwiekelnng  des  o  sa  w  ist  gaius  unabhftngig 
ezn  in  der  Schrift  auftretenden  h  vor  sieb  gegangen,  sonst 
mfisste  man  billig  aach  das  v  vor  anderen  ursprOnguob  mit  0 
anlautenden  (und  ho  geechriebenen)  Wörtern  finden«  Und  sw«r 

möchte  ich  anch  keine  DiphthongiriiTig  des  o  zn  uo  annehmen 
[wie  ßolebe  in  huoi  adv.,  JuwUl  nebfîì  nlh^  iaimi  invum)  etc.  vor- 
liegt, aber  der  Sicherung  durch  deu  Keim  entbehrtj  Bondem  v 
durch  Vorschlag  erklären. 

§.  230.  Das  {•  ist  möglicherweise  ursprünglich  zur  Ver- 
meidung der  Hiatß  vorgefichoben  worden.  Deshalb  lôát  sich 
die  Frage,  warum  ausser  ho  -vo,  nur  ont  (ufide)  und  o  (aiUJ 
nnlanteiraes  v  zeigen.  Fflr  die  Sabstantir»  war  mFc  l^c  ilurer 
häufigem  VerbinotiDg  mit  dem  elidirten  Artikel  weniger  die 
Gefahr  vorhandeui  in  den  Fall  des  Hiats  mit  andern  f  ocaiisob 
auslautenden  Worten  zu  kommen.  Dem  waren  die  kleinen, 
überdies  unbetonten  Partikeln  mehr  ausgesetzt.  So  denke  ich 
z.  B.  an  Fälle  wie:  Ps.  (108)  74,28  Car  la  tia  ma^ho  a  cobrat  ;  ib. 
lb,2  £  tu^ho  as  adordenat;  welche  sich  vorzugsweise  aus  geist- 
li<dien  Dichtungen  vermehren  lassen. 

§  231.  Hiat  würde  wirklich  in  einigen  von  Chabancau  bei- 
gebiacLtcu  stellen  stattfinden:  Lud.  st  Jac.  v.  163.  Car  ella  vo 
avia  ganhat,  (wobei  allerdings  zugestanden  werden  rouss,  dass 
selbst  für  einen  Diehteri  wie  B* dB. 39, 4  pois  eUa^o  volia  der- 
selbe zolSssig  war);  femer  in  einem  dnr  3  Belm  ans  E.  Jes^ 
279, 33.  per  la  lénestra  vont  intret,  ieb  f&ge  binsa  281 ,13.  Lei  vent 
CS  Jesus,  van  venir  ^).  —  I^agegen  steht  nur  oti  naob  Oonsonanteny 
K.  Jes.  283, 30.  Aqnest  eSuk  on  trobaray  ? 

§.  232.  In  der  oben  aup «geführten  Ansicht  bestärkt  mich 
Grützmacher's  Bemerkung  Arch.  Ui,  377.  über  die  Eitischiebung 
des  f  riacb  o  und  u  im  vValdeusischen  zur  Tilgung  drs  flurfh 
Consonantcnausiall  enstandenen  Hiats  Qvouierie  -  aJAUtst  ium, 
auvk,  lauivar  u.  A. 


1)  Mao  beacbte  hier  den  dreifachen  «  Aalaat.  Athnlloh,  vahrtehelnlleli 

iTirh  Tinbeabsicht'ft,  ist  K.J.  i>72,  28.  (Fort  sera  s»tí  e  í  .V'-Tif  )  Figcntlicb  OIi 
terireud«  Verbiuduugeo  hat  Römer,  YolluitbQml.  Üichtou^b&rteu  des  Frov.  A. 
XZTI.  AnaMrkf.  11,  gesunmelt. 


43 


23B.  Waa  aber  lUr  diesen  allerdings  sehr  cnÜVemdetea 
Dialekt  gilt,  kann  anoh  den  bei  Chabaneaa  in  Frage  kommen- 
den DeoluDäleni  angetohrifiben  werden,  da  in  ihnen  vom  reinea 

limousinÌBch  nur  noch  geringe  Spuren  nachweisbar  sind.  —  Zu* 
dem  haben  wir  die  erste  Entwickelung  des  Vandois  iedoififtUa 

in  die  Gegend  von  Lyon,  nicht  nach  Piémont  zu  verlegen. 

§  233a.  Einige  Roispiclc  für  die  interessante  sächliche  Ver- 
wendung des  Femininums  ia  sind  in  der  byntas  aoftanunengettellt» 

Capitel  IV. 

Die  den  Genetiv  ond  Dativ  ertetaeaden  Pronomiaal-Adverbten. 

234.  l)  cii:  Dies  PronominaladTerb  erscheint  in  der  Reim- 
reihe bei  Siebert  38.  —  Ansaerdem:  Atm.  d.  Peg.  37.  Am  d.  Gare 

263,33.  Brcv.5876. 22289. 22331. 22491. 22635.23193.23611. 24042, 
25200  •2f;233.  26910.  Enim.  241,6. 267,22. 268, 17.  Flnm.  354. 2650. 
3250.  4 12().  4881.5240,5728.  Ens.  d.G.l  17,25. 1 18,7. 120, 21. 1 23,6. 
K.Jes.274.26.283,3(;.  287,21.200,34.304,16.305,2  11.  M. d.M.  1,18. 
Kic.!)37. 1G21.  F.d  Mars.  5, 12.  Pciiol.  17.  K.JorU. ö.  K. Yid.i,Cast.) 
B.L.  32,47.  Robö.r:  1482.  Seu.210.16. 

§.23&.  Die  eigentlich  enklitiscne  Form  110  erscheint  im  Reime, 
cf.  Siebert  30.  é:  Flim.  1461. 8547  (fehlt  bei  Gebert)  «.J.EstefO  6. 

§.236.  2)4  (y)  cf.  Siebert  57.  Meyer  57.  Im  R:  Fhim  4948. 
6064.  Adern.  (1.  Rocaf.2.  (Ray.V,3).  J.Rn.  6,49.  —  Beide  Formen 
bieten  za  näherer  fieRprechang  keinen  Anlass. 


Anhang  zum  ersten  Haapttheil. 

§.  237.  Da  Heiigi  sbach  in  seinem  „Beitrag  zur  Inclination,* 
welcher  sieb  nur  aut  die  wenigen  Trobador  Ausgaben  erstreckt, 
die  Anlehnung  von  en  und  y  zu  behandeln  unterlassen  hat,  so 
hole  ich  das  dort  Vefsftnmte  hier  nach: 

1)  „en"  ftmlej. 
I.  A  n  1  o  h  n  II  n  g. 
A)  Anlehiiuu/j^  au  einsübijs^e  Würtpt*. 
§.  y       1)  an  =  a  fhahetj  +  ne:  M.  d.  M.  4a, 2i».  (R  :  ay'n).  P. 
Vid.40,16.(C:ab.)42,30.  -  2)  en  =  ci-|-«e:  A.  Da.  10,15.  Ara. 
(i.(l.Mar8.(B  L.)l 85. 2.8. 60. 139,33.  B.d.B.  29,6.  Ceralm. 3.  =  Chr. 49.4. 
Dansa.  Chr.  246,24.    Gar.  lo  Brun.  Chr.  92, 22.   G  d.  P.  4, 14.  Jaufre. 
267»18.  J.Ba.1,2  (bis)  G.Folq.286.  M.d.M.2,32.  Nic67.  P.Oi^. 
11,40.  P.mi2,17.  8enr.d«6ir.65.  Sfrend. 96. 255.857.  Zoff.l Mi- 
58.  —  8)  em  (ieim)  =  eu  pron.  +  nê:  A.  Da.  18, 34.  6.  d.  C.  3, 20. 
G.Riq.55,22.r.Tid.2. 58.  P.Cai).13,3r».r.Cap.*l, 19.3,4. -4)ja»=adv. 
ya-f  Mi;:A.Da.  15,35.  P.Rog.7,7.  1'.  Cap.22,40.— 5)Ian  =  /rtpron.f. 
+ii«;Ä^.172.  B.d«  Yent.87.  Chr.62,17.  G.  d.P.8,dd.  M.d.M.16, 18.— 


.  kiui^cd  by  Googl 


43 


6)  lin  = /î  dat  ra. -f Brev.  12900. 147i)7. 2i)371.  29 174.  Ens.d. 
Esc.  110,27.  Gui.Folq,  12.  G.d.  P.  5,il.  G.  Ui<i.  (»9,105.  75,289.  3(50. 
76,52.83,17.19.29.113.121.197.  Luü.3,35.  Rom.í)8.  M.d.M.5,2tì. 
P.Card.»(B.D.)U0,35.  Serv.d.Gir.S89.  S.freud.63.— /idat.fem. -f-ne: 
G.Riq.  15,30.  7a,G4.  P. d. Mais.  1,4 Ü.  P.Cap. G,28.i,D: Ii)  18,oö. — 

7)  ìùû^ìo  iBß.  m.  +  n9:  Alex. 837.  B.d.B.  U,S8.  Bre?. 35191. 
G,Bi4. 70,169.  —  8)  000=  ad?,  «lo  +  tu:  Alex.  393. 983. 1089. 
B.d,B.  2,22.8,23.  U,36. 36,39.  29,21.  36.(T:  km,  JK:lo)  33,14. 
(C:  m'n)34,10.40,9.(C:noy)42,2.43,4.45,40.  Boeth.  12.  r^l.  A.B. 
(Stengel)  144.  166.  Bm  1171  I  nn.  Rom.  253.  M.d.  M.  1,57.  3, 14. 
(R:  no).  Nie.  1 870.  (B  andere  Lesart)  2  (i  82.  P.d.Mars.  1,47.4,36.  P.Rog. 
2,13.5,2.9,1.  P.Cap.  1,34. 4,36. 22,65.  P. Cai».*  1,18.  Serv. d. Gir. 2ü7. 
230.  Zorz.6,80.  —  dat.  m.-f-  «^.  K.Jes.2Ö5, 30.  — 0) nom  fttrwo'n 
(wegen  eines  folgenden  Labialen)  =  »oi  +  n«;  K.  Jes.  297,  4.  (Si 
Joiep  nom  Tolra  craire).  —  10)  TOO  =  vob,  dat.  m.  +  ne:  Agn.  105. 
Ahl  d.  Caie.  Chr.  363, 19.  An.  0.  d.  Man.  (B.L.)  184,59. 185,75. 
136,54.  139,27.  Brev.  1752.  21825.  22960.  34963.  39988.  32563. 
Eni.  d.  Esc.  107,21.  G. Riq.  79,422.  K.  JeB.374,17.  Nie.  1557.^ 
vos,  acc,  m.  +  n«;  Apn.  1015.  Arn.  G.  d.  Mars.  136,38.  BrcT.  24984. 
Ens.  d.G.  116,26.  K.  Jes.  282, 19.  2:)7, 18.  G.  Riq.  69,  52.  (19,  53. — 
w#,  dat.  f.  -I-  ne:  BalJad.  (B.D.)  1,  13.  —  11)  nin  =  ni  +  ne:  A. Da. 
16,10.  B.d.B.  9,38.42,39.  Brev.  9730.  M.  d.  M.  11,4.  24.  ~  12) 
qaen  =  coiy,  gw  +  ne:  P. Rog.  8%  1 1.  (AD JKü.  :  quem).  G.  Folq. 
68.  —  pron.  idat  ta.  +  ne:  Serv.  d.  .Oir.  359.  —  proD.  interrog. 
■eatr. +mi  Serr. d.eir.34.  — 13)  sin  ^n,  c<»g.+«M ;  Bre?.  10173. 
30447.  32605.  Sen.  211^3.  Zon.  3, 93. 4, 91.  —  W  adv.  (sie)  +  ne  : 
P.  Rog.  6,48.  —  14)  quin  =  pron.  relat.  m.  n.  sg.  -^-ne:  B,  d.  B, 
9,46.  G.  Biq.  18.  84,40.  (in  drm  eingelegten  Tbeile)  690.  P.Cap. 
16,49.  Serv.  d.  Gir.  181.  —  pron.  interrog.  n.  &g.  Flani.  ^073.  —  15) 
sai*D  =  1  praes.  sg.  i.  -4"  ne:  M.  d.  M.  15,8.  (J  bietet  statt  sain 
outra  —  d'auira,)  —  16)  iron  =  conj.  tro  -|-  ne  :  Lan.  Rom.  246. 

B)  Aalelumiff  a»  mehrsilbige  Wörter. 

1,  An  Oxytona. 
ij.  239. 

I)  aar  an  =  äsg.fut  +  n«,  .    .  Ham.  3291. 

8ahran=:     „        „     .   .  P.  Cap.  21,27. 

sembleraD=„        „     .   .  Zorz.  15,22. 

aeran  =      „        „     .   .  Nie.  2343. 
3)  aÌMÌtt  »  adf .  +  nei  .   .  .  Zon.  3,90. 

2.  An  Paroxytona. 
1)  eolpaa  =  sb.  f.  o.  sg,+ne^   A.B.  171. 


penedenzao=  gb.  f.  o.  s^.  +  nr  Uoeth.  13. 
uiaduuiiiao  =  „  „  „  „    „     l  laui.  o). 

Franaan  =  b.  pr.  f.  o.  sg.  -h  ne,  B.  d.  B.  31,20. 
regiiuiD  =  sb.  I.  n.  sg.  -f  ne,    SJnvd  90. 

2}  belliails=:MU.to.fl8.-f  ne,  .  P.  Bog.  7,38. 

3)  araB  =  AdT,  +  ii(i,    .   .  ,  .  P.  Rog.  7,2(). 

4)  aman  =  3  «g.piMi.  L  +  nt,  ,  B.d.ii.  10,22. 
lai£isan=  «     9     «     «  .  Boctb.  16. 
tiran  =     „      «     «     n  •  •  Alex.  B4f>. 

6»  ajan  =  3sg.  praes.  c.  +        Am.  d  Esc.  (B.L.)  143)45. 

fassan  =  „      „     ,     n  •  i'.  Vid.  84. 

leaaaa  =  „     „    „     „  .  B.  d.  B.  24,44. 

aiaass    »     »    »    »  .LiiD.Boai.5da 

6)  degrail  =  1  «g. eomL  +  ^    •  P.Bog.8S47. 
aenaas"  d8g.coiid.  +  iie«  .  .  B.d.B.9,44. 
v^lgranss,    „     «...  B.d.B.di,ai. 

U  Niohtanlehnimg. 

A)  N«di  einsilbigen  Wörtern 

§.  240.  1)  lày  ne  =  1  sg.  praes.  1  nud  ne  Bd.  Vent.  44.=  Clii  . 
63,13.  Lan.  4,42.  Sen.  214,31.  Bei  diesenii  aor  aas  ^nm  Diph- 
thÁDg  bestehenden  Wort  wird  meh  kaam  Aalehaang  belegen 
laaeen;  vergl.  den  eiaagen  Fall  Mitsui  2o  bei  Asageebaoh  41. 

2)  en  ea  (ne)  =  1  pers.  ^  en  :  Alex.  334.  Pd.  Bfars  6,28.  P.Vid. 
27,38.  P.  Cap.  4,38.  10,  (k  r  .:M.  —  3)  fay  ne  =  imperativ  und 
tie:  Bre?.  27070.  —  4)  vos  =  vo«  dal  m.  and  «i;  Anud. 
Carc.  262^23.  Brev.  21155.  253ÜL 

B)  Naeh  melinllbigeB  Wöiteni.  (Bttegt  Mira.) 

2)  ,4"  (iW.) 
L  Anlehnang, 
A)  Aalelwang  «a  eiaailMia  WMer» 

§  241.  1  )  bei  =  adv.  6e^n;  +  t:  Flam.  1575  2250.  3947. 
6952.  6984  .  7261.  2)  ei  =  eftj  -f  i.-  Arn.  G  1  Mars.  (B.  L.)  138,  62. 
G.  Riq.  84,600.  (502  96,37.  R.  Tnl  (Cast.)  Ü  L.  29,2.s.  B)  jai  = 
adv.  ja+  i:  Flam.  123.  —  4)  lai  =  /a,  aec.  f.  +  i  :  Brev.  17431. 
G  Riq.  1,48.  70,124.  80,273.-5)  loi=  /oaoc.  m.  +  i.  Alex.?43. 
lOf  ueutr.  -|-  i:  G.  Riq.  70,92.  —  (Die  Zusammenaiehung  des  lo  Ii 
in  loiist  hier  nicht  anzuiUliren.)  —  (>)  noi  =  adv.  no  -{-i:  (Hier* 
von  sind  die  noi^noU,  &  B.  B. d. B.  7^ 23. 28, 9.  sa  nntenohei* 
den,(!f.0ieBm.  56.)  Am.  dos  Esc  (B.L.)  141,68.  142,17.  144,19. 
A.Da.  1,22.  3,60.  4,2.  9,51.  101.  11,6.  12,8.  16,25.  Alex.  174. 
229»  289.  290.  487.  1069.  107L  Am.  d.  Om  259,84.  263«  10. 


Digitized  by  Google 


4Ò 


266,20.  Arn.G.  d.  Mars.(B.L.)133,  50.  i:U,r>7.  135,65.  66.  138,24. 
(Chr.*)  95,44.  Bd.  Vent.  37.=.  Chr.  61, 29.  Bd.B.3,44.  4,23.  10,16. 

13.16.  15,20.  l(i,  28.  20,25.  21,13.  29,9.34.37,4.41,27.42,30. 

45. 17.  27.  28.  Boeth.  238.  Cobl.  esp  (B.  D.)  18,  15  26, 16.  26, 21. 
29, 15.  16.  Brev.  740.  742.  752.  1256.  2196.  2687.  5814.  9897. 
14063.  15916.  IMM.  16406.  1666?.  16rr6.  17900. 17471.  17494. 
17797. 17811.  17816  17819. 18118.99886.  99679.98609.  98664. 
27039.  27135.  28920.  99605.  30450.  34568.  Enim.  229, 10.  232, 32. 
Ens.  d.  Esc.  111,  33.  Flam.  300.  305.  398.  502.  651.  654.  764.  802. 
872.  995.  1298.  1356.  1476.  '-:095.  2364.  2794.  '2^74.  3027.  3052. 
3126.  3144.  3329.  3846.  4033.  4418.  4437.  Flam.  4745. 4804.  4983. 
5382.  5407.  5454.  5515.  5516.  5641.  5951.  5972.  5993  6205.  6368. 
6674.6738.6757.  6846.  6903.7009.  7160.  783U.  7863.  F.Z.  97. 
Gar.  lo  Brun.  Chr.  9b,  22.  G.Folq.  104.  G.  d.  P.  5, 14.  ob.  8, 18. 10,43. 
GJUq.  6, 15. 20, 36. 23,90. 24, 10. 49. 95,98. 96,69.  88,8. 88,80.40,10. 
41, 18. 49,45. 48,50. 46,6. 97. 47, 44.  48, 59. 49, 9. 89. 88. 48.  50,84.  . 
54,88.56,13.  71,255. 74,109.  75,171.232.  309.  75,495.559.79,156. 
166.  345.  850.  636.  855.  80,293.  81,371.  84,54.  173.  233.  375.  569. 
573.  665.  891.  041.  Jaufre  251,6.  254,7.  256,23.  J.Ru.  3,23.  6, 43. 
46.  7,44.  K.Jes.  284,53.  286, 16.  Lun.Rom.  51.  427.  Macbr.  18. 
Chr.  56,2.  M.  d. M.  1,22.  23.  9,7.  13,35.  16,4.34.  Mar.lied.  70,29. 
71,12.  Nic.301.741.742.  952.  1678.  P. d. Mars.  8,42.  P.M.E.84,35. 
P.Rog.  5, 17.  35.  6,47.  P.Iiog.*  5, 20.  25.  P.  Vid.  5,28.  17, 19.  24,8. 
95,15. 19.99.85,87.  P.Cap.  2,37.  6,43.  46.  7,44.  Nom  d.  herelge 
194, 88.  Baim.  d.  Ifinr.  (B.  D.)  198^  19. 199, 80.  R.m  (Ca8tiag.)B.L.: 
30, 83.  31,26.  28, 32.  32, 78.  Verf.  :  146, 38.  149, 14.  152, 15.  156, 9. 
17.  159,32.  163,33.  164,  3.  165,  37.  171,  19.  172, 1.  173,20.  181, 14. 
183,25.  187,36.  Sen.  198,24.206,16.212,25.  36.  Sen'. d. Gir.  290. 
Tod.  Rob.  55, 14.  Zorz.  3,87.  104.  4,58.  68.  5,12.  60.  (i,20.  8,  40. 
10,63.90.126.11,20.  23.  26.  15,21.  16,67.  —  7)  proi  =  sb.  pro-f- 
f:  Flam.  4021.  G.d.P.  6, 13.25.  M.d.M.  2,47  — proi  =  adv.pro+ i: 
Flam.  1910.1943.— 8)qaei=Coiy.îwc-f  t. •  Am.d.E8C.(B.L.)141,47. 
Bm.  18910.  FlnL4579;  6509.  G  Biq.  14,3.  34,80.  46,8.  59,79. 
79,1859. 84, 946.  94, 97. 99, 14.  Kovia  M  h.  (B.  L.)  198, 88.  P.  Oip. 
5, 17.  —  Rèlltfv^+i;  a)  Relat.  m.  n.  sg.  :  Alex.  908.  Brev.  16672. 
97245.  Flam.  5749.  G.Riq.  79,520.695.84,551.659.  K.Je8. 282,35. 
—  ß)  Relat.  m.  n.  pl.  :  B.  d.  B.  16, 76.  Brev.  2087.  Enim.  226, 25. 
242,  30.  Flam.  3805.  G.  Riq.  79, 135.  P.  Card,  (ciutat)  177,4.  — 
y)  Relat.  m.  o.  pl.  Brev.  18669.  —  à)  Relat.  fem.  n.  sg.  Brev.  92276. 

1)  Hier  iocliuirt  der  Artikel  des  Feiuiu.  :  Que  ailvertatt  noi  et,  no  es  ratot. 

*}  Azali  gibt  aar  7  Silben,  et  ist  aber  Dicht  non  <  tu  lesen,  sondero 
tttt  BiitNli  ho'^ptaHm  wiftn  afoii. 


46 


G.  Riq.  15, 3.  81,27,  84,632.  —  e)  Relat.  fem.  q.  pl.  Biev.  2649.  2657. 
7956.  —  Q  Reim.  nentr.  sg.  :  Bre?.  31973«  G.  Bi^.  84«  398.  803. 989. 
J.Ril6,44.— 9)8ei=Coiu.«e+ 1.-  Flam. 3553.4051.  G Jti«. 79,744.— 
Pron.,#e+<<'  F.Z.69« 

B>  Aaleluiuig  an  naknflblge  WVrtor. 

1)  An  Oxyton»,  —  3)  An  Ptroxytona. 

§.243.  arai=adT.cira+t;  Flam.5746.— DOMjsssadT.fUMa 
+ 1;  E.  Yld.  (Ctst)  B.L.  :  31^96. 

II.  Niobtftnlelinang. 
A)  Nach  einsilbigen  Wörtern. 

243.  1)  ben  nnd  i=8bbt.  m.  pl.  +  i:  P.  Cap.  24, 17.  — adv. 
ben  und  i  :  Flam.  7U24.  R.  Vid.,  Verf.  180,24.  —  2)  e  (t)  i  =  e(t)  und 
i:  Brev.  'òim.  Euim.  220, 18.  —  3)na  (Don)  i=fzo}i  und  ii  (Die 
FlÜle,  in  denen  die  Ha.  non  y  schreibt,  lind  hierbei  einbegriosn.) 
Agn.  594.  (Hb.  gibt  non  t,  jedoch  ist  dann  qe  haue  m  élidinn,  da  sodbì 
der  Vers  eine  überschüssige  Silbe  hat.)  Alex.  182. 10^3.  Am.G.d.Mars. 
(B.L.)  132, 34. 136,51.  Ani.d.Carc.  263, 12.  B.  d. Vent.  =  Chr.  59,21. 
(wofür  C  durch  Einfügung  von  7ioi  einsilbig  macht)  B.  d.  B.  24,31. 
33,8.  43,8.  16.  45,21.  ßocth.  26.  Brev.  12220.  1G098.  23137. 
33419.  231177.  24886.  28066.  33942.  Cobl.  esp.  7,  20.  18, 14.  Diàt. 
212.  Enim.  22G,  'áil  (Bartsch  emendirt  not  hi  iu  /ton  i)  243,  24.  250,31. 
Flam.  44.  241.  444.  532.  571.  723.  1459.  1617.  3473.  5089.  6ö65. 
8013.  Gflr.loBnm.  Chr.  89,39. (G:  noii).  G.Biq. 71, 57*  79,649. 
668.  ImBom.  398.  Nie.  9.  1036.  1066.  1593.  1678. 31ia  3136. 
2510.  2655.  P.  Card,  (ciutat)  176, 18.  P.  Rog*  2,22.  P.  Cap.  6,44. 
15,15.  Rbt.  d'Anr.  30.  Chr.  08, 16.  Nov.delheretge  (B.  L.)  125, 16. 39. 
R.  de  Mir.  (R  T>.)  128,  15  ]9.  32.  R.  Vid.  (Verf.)  148,31.  Sen. 
105,11.  —  S  1  h  i  or 's  Bemerkung  zu  Nie.  9,  dass  zweisilbiges  no  i,  ììoìi 
i  doch  nicht  bu  üuüblichist,  wie  Bartsch,  ZFRP.  III,  425  glaubt, 
wird  durch  die  Fülle  dieser  Belege  bestätigt.  —  Die  an^- 
leimten  y  betragen  ungef^lhr  76  7o.  Das  Vernältniss  wird  sich 
yielleicbt  noch  m  Gunsten  der  offenen  indem>  wenn  ans  wei» 
tere  kritische  Ausgaben  zu  Gebote  stehen.  Es  findet  sieh 
schon  Boeth.  ein  Fall  der  Nichtanlehnung  einem  eiudgen  anee^ 
lehnten  gegenüber.  Bei  B.  d.  B.  sind  menrere  Belege  der  Nicnt- 
anlehnung  zu  finden.  —  4)  pro  1  =  adv.  pro  und  i:  A.  Da.  1, 19. 
—  5)  qae  i  =  a)  Conj.  que  und  (Belege  fehlen.)  b)  Relativ  qm 
und  i.  a)  Relat.  m.  n  sg.  Flam.  220Í).  —  /î)Rclat.  fem.  n.  pl. 
Flam.  7069.  —  ij)  l*e(û)  i  =  sb.  f.  o.  sg.  und  i:  B.  d.  B.  37, 4  (oder 
nach  Lesart  A  ist  imi  i  zwcisilb.  und  rd  einsilbig.)  Flam.  4755. 


Digitized  by  Google 


41 


B)  Kftch  mehrsilbigen  Wörtern. 
1)  Nach  0  xylo  Dis. 
§.  244.  1)  metra  i  =  3  «g.  fat.  und  i:  G.  Riq.  70, 136. 
2)  Kfteh  Paroxytoniff.  (Belege  fehlen.) 


Zweiter  HaupttheiL 

Bia  Syatu  d«8  Personal-Preiimens. 

L  Abeoimltts   Dm  Snt^eote- Pronomen. 

Capitel  I.  Setznug  und  Aaslassang 

§.  24f>.  Im  Provenzaliöchen  ist,  wie  im  Altfranzösischen/ 
die  iSetzung  des  persönlichen  Fürwortes  als  Subject  beim  Verb 
in  Folge  «061  die  Personen  fast  vollkommen  unterscheidenden 
VerbalendiiDgen  sanSelwt  nicht  erforderlich.  Diez  lU.^  103. 
llatsner,  Syntax  §.  14. 

§.  246.  Dm  Pronomen  miue  aber  eintreten  in  Fällen,  wo 
es  nur  irgend  sweifelhaft  sein  könnte,  wer  oder  wm  dM  Sanjekt 
des  Satzes  sei.  So  ist  Bd,  Vent  44.  Chr.  64,1  in;  Ai  dleas,  ar 
eembles  ironda,  Qae  voleB  per  Taire  Qu'eu  veugues  de  ndt  prionda 

Tai  al  seu  repaire"  das  ein  neues  Subject,  den  Dichter,  ein- 
:ü  il  rende  eu  unentbeiirii*  da  nur  der  erste  (relativi?^rlu')  Neben- 
satz von  ironda  abhängig  ist.  So  der  Text  von  Bíu  i h  ,  die 
Lesarten  IR  beziehen  schon  den  ersten  Nebensatz  auf  das  in 
semblés  Upende  Subject  der  I.  Person.  Bei  P.  Vid.  37,i)7: 
.Bern  hat  uum  ab  ba  Tergas  qu'en  0001"  erfordert  dM  Zasammen* 
mUeo  der  !•  und  3.  pers.  sg.  praee.  von  coUtir  die  Ánesetzang 
des  Pronomens,  um  den  Dichter  und  nicht  die  Liebe  als  den 
Bathea-Brechenden  hinsneteUea.  Doch  sind  eolcbe  Falle  selten. 

§.  247.  Zar  Untersuchung,  ob  die  Setzang,  bezw.  Unter- 
drficaune  des  pronominalen  Sunjectes,  abgesehen  von  der  Rück* 

sieht  Äui  Deutlichkeit,  bestimmten  Regeln  unterworfen  ist,  be- 
diene ich  mich  der  folf?:eîHÌen  Eintheilung  nach  ^lorf:  „Die 
Wortstellung  im  afz.  Rolandûliede''  Rom.  Stud.  Iii.  p.  1 99-294  ^). 


Im  Alliemeineo  ist  sie  dipsplb©  bei  Schlirkum;  die  Wortstelltjup  in 
dtr  afx.  Dichtung  Aaca»aln  a.  Nicul«te;  Fz.  Stud.  IlL,  Vûlk«r,  dii*  Wurtsteliuug 
te  dM  illtttMi  tL  SprtelidAiilcmÌlerD,  Ft.  Stvd.  IIL  Htft  7.  MtMX  n.  A.  Ihr 
fnl^t  aorh  R.  Pape  Hie  WoftttfUoif  1d  dfv  pcttT,  ProiS'Lltleratar  4m  m. 
BAd  U.  JAtub.  Jena  1S83. 


43 


A  :  Die  Setzung  des  pronominalen  Subjcctes  im  Aussage* 
satse.  —  B:  im  Heisohosate.  —  C:  im  Frageeatse,  —  D:  im 
Nebenfatse.  —  Znnttelut  betraohte  ich 

Vminnern,  sein  Auftreten  im  Reime  wird  aus  praktisohen 
Rliokaichteii  bia  ftpftter  an^etefaobeo. 

A)  Die  Setzntijir  d*^^  inonominalen  Subjectes  im  Aussaj^^^ati:  : 

§.248.  1)  Das  Pronomen  erscheint  oline  höhere  Betonung 
an  Oer  Spitze  des  Satzes  nicht  viel  häufig:er  als  es  unausge- 
sprocben  bleibt.  In  der  Mehrzahl  der  Fälle  iät  ein  Unterschied 
Bwiaehen  einem  eihfiMikeii  Âuaeagesatx  und  einer  direoten  Rede 
niebt  an  oonetatiren. 

§.  249.  DasSnbbct  bt  auagedrdekt:  Âm.0.deMar8.  Ì$bfi2i 
lea  dissendeí  ab  tan.  &deB.  14,1:  Ieuebanqiielreiim*eiiapregaal. 

•  B,  d.  B.  28, 49:  £a  tat  nn  aostor  tresol  ib.  'Mfit  Eu  non  soi  drati» 
G.  d.  C.  3,28:  £u  am  tant.  G.  d.  P.  1,8:  lea  conosc  bensen  a  frSor. 

G.  Rîq.  in*28:  len  soi  del  joy  sofrachos.  50,1:  leu  ct^^ava  soven 
d'amor  cbantar.  Las  nov.  del  heretge  (B.L.)  125, 15:  lea  ai  ganra 
d'amicx.  P.  Vid.  27,  73:  Eu  snl  senher  dels  Genoes. 

vij.  250.  Das  Pronomen  t'eiilt;  der  einfache  Verbaibegi  iíV  lei- 
tet den  Satz  ein:  Arn.  G.  de  Marí».(B.  )  1 '-^O,  4B:  Conquis  mou 
bei  Bezart.  B.  d.  B.  'ôb^ùb:  Volb,  sapchalreis  mun  airventes.  Flam.  40 1  i): 
Deus,  fez  ti  parlar  ab  si  ^).  ib.  7481:  Irei  ab  vos.  Ähnl.  G.  Folq.217. 
G.d.P.6,1.  7,1.  P.Vid.  1(;,lG. 

§.  251.  Wenn  eine  zasammengeseiate  Zeit  deuSati  anbeb^ 
dann  iat  das  FtaedioatÌTum  stets  lavertirt  (of.  A.  Sohnke,  die 
Wortstellung  im  afz.  direkten  Fragesatze,  Arch.  71,195).  Die 
VoransteUnng  des  Participinms  ist  ein  fieweis,  dass  die  Copula 
mit  ihm  nock  nicht  zu  einer  Zeitform  verwachsen  ist,  B.  d.B. 
P,  10 :  Cazutz  soi  de  mal  en  pena.  P.  Vid.  13 :  Trai^z  soi  et  enga- 
natz.  Flam.  5705:  Iratz  s'en  eis,  1  i^lan  ^'en  vai.  Ebenso  wie  man 
es  vermeidet,  das  schwach  betonte  ei>6er  an  den  Anfang  zu 
stellen  (cf.  §.  249  Belege,  wo  deswegen  das  Pronomen  ausge- 
setzt ist),  scheint  auch  aver  für  das  Prov.  an  der  Spitae  des 
SatM  nnletdliob  m  sdn.  B.  d.  B.  56, 37  :  Genat  ai  P.  yid.2|  1  : 
Estât  ai  gran  saso:  15,17:  Fag  ai  Tobn  de  raraoba.  <}.  d.P.  7|  48: 
F^  ai  lo  vers. 

§.  252.  2}  Fast  regelmäss^;  encheint  das  pronominale  Snb- 
ject  vor  emem  tonlosen  Pronomen  im  Dativ  oder  AoouaatÌT, 


1}  Dem  Reime  zn  Li«i>«  steht  H  statt  tUa  oder  HH»;  ikùikkê  FUI* 
kommen  spitor  tas  Sprache. 


.  kiui^cd  by  Googl 


4» 

welclieä  nach  prov.  Sprachgebrauch  deo  Satas  moht  2u  begmuen 
pflegt:  Â.  Da.  12,57:  £a  lagra  vist  B.d.B.35,37:  Enloipefdo. 
Q,  d.  P.  9,5  :  ta  m'en  üay  en  eisaUb,  Las  no  vas  del  h.  (B.  L.)  1 25, 33: 

lèo  m'estaa  dins  cobert  .  .  Lud.  st.  Jao.  413,36:  mi  esteudiey. 
Ein  Fall,  wie:  P.  de  Mars.  1,36.  M'aora  ferm  per  servidor,  steht 
heinabe  vereinzelt  da,  doch  ist  die  Ausnaîmip  tiicht  allzu  schroff, 
indem  der  Satz  nur  einen  Oedaaken  weiter  iUbrt,  also  oioht 
UDvorbereitet  auftritt. 

§  253  Die  Pronominaladverbien  en  und  y  vernaÌLen  bich 
wie  die  Objeotsprönomina  ;  sieyermügen  ebensowenig  wie  diese, 
einen  Sata  anzuheben  :  Flam.  5182.  En  ea  hnä  tot  so  que  ja  &ur  es 
poiraL  Fär  die  bedenkliche  Stellung,  Nie.  1310:  Y  maogero  Ii 
evesqoB  tag,  die  zwar  das  Subjectspronomen  nicht  berührt,  aber 
doch  die  eben  aufgestellte  aegu  verietaea  würde,  schlügt 
Soohier  (S.D.  p.  510)  Car  y  .  .  .  vor. 

§.254.  31  Die  Aussetzung  des  Pronomeüs  am  Anfang  einer 
Erzählung  oder  directeii  Rede  erhärteii  dir  /uMreichen  Beispiele 
als  sehr  gewöhnlich:   Für  die  1.  pers.  «g.  Agn.  CO:  leu  couosc 
beu  uue  Ii  crestiant'an  totagirada.  ib.  SáO:  leovuelh  qae  veugues ubezir. 
Brev.  21^02:  L  angels  respos;  leu  so  Gabriels.  —  Aehnliche  Stellen 
daselbelaind  safalreioh  :  20904. 20994. 20811. 21200. 22700. 22700. 
2S226.  II8I05. 28154.  23262.  23416.  23465.  24921.  25264.  25361. 
96266. 26317.  26341.  26730.  Flam.  6.   desgl  113.  434.  758.  832. 
1096.'^4126.  5082.  M.  d.  M.  5, 5i  :  So  dis  lo  manens  :  lea  quier  jut- 
jador.  Nach  ein rr  Interjection:  Lud.  st.  Jac.  ÍIi3, 30:  Lo  fiU  :  Qla, 
ola.  ieu  venho  de  Fransa.  —  Bcit^pi^  lc  ttir  die  1.  pert».  pl.  lirev.  21 3rir) : 
AdoLiL  cridero  Ii  Jozieu:  Nos  querem,  ib.  23477:  Disolh  Juzieu:  Nut» 
avem  iei,  ähnl.  "i349<ì.  —  II.  pers  8g.  Brev.  23210:  E  dis  Ii:  Tu  es 
disciple  de  Jcau  ).       .:;32()4:  DibJebu:   Tuasdihver.   ib.  2..»  ' «7. 
KicTdd:  âbpletat(PilftU)npresa  dir:  Ta yest pansai el mien albir. 
iluil.  1000.  Flam  6161':  Ta  as  w  ág«  so  dis  le  vieüs.— II.  pern  pl. 
Flam.  1030:  YoB  non  es  gesancardisaat^).  M.d.  M.  5,4r>:8odto  lo 
frairis :♦  Vos  etz  lo  grayssans.  —  III.  pers.  pU  Nie.  1413 .  Üb    ri  vengut 
de  manteneu.  ib.  Kibl.  Nie.  1 661  :  Hh  non  agro  onmandaaen.  ib.  1674. 
1669.  Viread.  230. 


1)  Mftii  wlfd  «oeli  bi«r  wlMier  Uaflgw  AvftrtlMi  iIm  prou.  8iil(f«rt«  v«r 

4/n  eliir.K lieii  Zeit  son  t»str  und  aver  bfinerken 

2)  Da«»  das  Terb.  „dimar"  auch  ohne  »c  ais  reflextv  ftufzofastieii  ht,  /tfigt 
dk)  mit  ester  zasamro«og«*8eUte  Zeit.  Ebenso  Flam  4Ô87.  Ben  garrtt»  quant 
$$m  âtmoiìn  u.  4194.  Dm  B«fl»xtv  itt  geseul»  Ih.  18h<<.  2tì;t2.  ~  Auch  Im 
Afz.,  z.  B.  Joüfrwl  1X54.  Qunn  In  dorne  »e  fn  iii:inf{.  —  Si«'he  NShen-s  T<>Mpr, 
Vrai  Aoiel  Jabrbnch  H,  330  u.  Ues^otr.  ,Ueber  e«^  als  UUr«T«rb.  dtttfûcx. 
Zfiiwwu»  im  Vx.*  Jalirb.  16,901. 

4 


Digitized  by  Google 


§.255.  Ein  tonloses  Objcctapronomon  ruÍL  u.ucli  hier  daa 
Subject  hervor:  Nio»  378:  Pilatz  lur  près  a  dir;  leu  vos  somo.  ib. 
402.— rld29:  Jos^respoo:  I0aliir<l]im7.  Nie 287:  Kostidittm.  Brev^. 
2341  :  Pilatz  dis  :  Yofl  m'am  hom  fieont.  FUm.  765;  Tos  du  bau 
TOBgada.  Tos  m'aves  la  vîdâ  imdvdt. 

§.  256.  Doch  kann  auch  das  pronomiiiale  Subject  noter* 
drfickt  werden:  a)  bei  einer  zusammengesetzten  Zeit,  wobei 
wieder  obige  Ersclioinung  (Inversion  des  Praedicativums)  ein- 
tritt: 1  pers.sg.  Flam.  1277:  Pois  dis:  Aura?  siii  etestrac.  -  1  pers. 
pl.  Nie.  1790:  Perdutavem  nostra  forssa.  Flam.  1083:  Bastit  avem 
aisi  domüci.  —  Eine  Ausnahme  zeigt  Agn.  56Ö:  Aves  aozit  loa 
clians.  ib.  1204;  Aves  auzit  la  granenor. 

§.257.  In  folgenden  Beispielen  wurde  das  tonlose  Prono- 
men die  Voranstell uug  des  Participa  bedingt  haben.  Flam.  531 2  : 
n  respondei:  Pres  Tai  Alex.  808:  Vestit  l'aves  e  dat  mai^ar  ^).  G.d.C. 
5,20:  Tolt m'aT« riie.  P.Gap.*6,21:  Gitatm'aTeadeliseüiDm  — 
3  pen.  Alex.  310:  Tist  l'aii,  maj  non  Tan  eonogni 

§.258.  b)  Das  eîníaehe  Verb  encbeint  ohne  anan^Metetea 
Pronomen:  Nie.  543:  T^reepondaro :  Yolem,  sia  levatz  en erea.  Ge- 
wülmliober  leitet  dann  eine  Negationapartikei  oder  ein  Adverb 
den  Satz  ein:  Flam.  4148:  Non  sui  assaz  lassa;  fìir  die  B  pers.  ib. 
233n:  Guillems  respon:  Non  sap  ques  fa.  ib.  1940:  Ben segrai  vostra 
voluntat.  ib.  1980:  Beupoiraiiar  vo^tre  plazer. 

§.259.  4)  Gern  tritt  vor  die  rlirecte  Rede  ein  vocativischer 
Ausruf.  (Sieiie  A.  Beyer  „Die  Flexion  des  Vocativs  im  Afz.  u. 
Prov.«  ZFRP  VII/23  bes.  39  ff.)  Nach  mm  findet  in  der 
Rede  eine  gewii>se  Pause  biali  und  das  Folgende  kebt  gleicb- 
aam  einen  nenen  selbetändigen  Sats  an.  Daher  bewmt  er 
meiat  die  Setonng  des  pronominalen  Snbjeofiea.  Belege  ftr  die 
I.  pera.  Agn.  Ö08  :  Belaaore,  len'morai  de  dolor,  ib.  649:  Bell  aenhor, 
ien  yrai  far  lo  lien  mandament.  ib.  1002.  B.d.B.4|15:  SenherOon- 
ratz,  eu  sai  dos  reis.  ib.  12, 6l.  Flam.  5678:  Dona,  eu  cu^j  que  prous 
faria.  ib.  7276.  R.  Vid.  iPast.)  B.  L.  2!'.  '2V>,  k'i.  -  Für  die 

I .  pers.  pl.  Agn.  'i**^  >  :  l  "u  cenaire,  nos  mauLenem  la  nostra  iei.  ib.  6i  5  : 
Domna,  noscresem  bea  tut  zo  quedih  aves.  662.  iü3.  — 1334:  Seinors 
Romans,  nos  avem  beu  razon.  736.  Îlá4.  Der  Vocativ  folgt  dem 
Verb.  Agn.  1264:  Nos  pregam,  seiner.  —  II.  pers.  sg.  Agn.  987: 
Ainea^tndiMfl.  SerT.d.Gir.170.  Brey.24ô38:  Ms,  tu  aa  oommpat 


Ans  dem  Acca&ativ  fo  lit  der  Dativ  7n  entnebiMD.  cf.  Tobler,  Vtrm.  B«I- 
trüge  §.  15  p.  9?.  o.  G5tt.  Gel.  Am.  1875,  p.  107  t,  w«ttere  Fälle,  wo  das  Pro- 
Domen,  d«»  beim  II.  Verb,  tn  wl^erholen  wir»,  to  «ndweM  Ciuit  ttoht«  wtfdt* 


.  k)ui^cd  by  Googl 


51 


Brev.  25226:  Tu  senher,  dis,  osabes  be.  ib.  25245.  —  TT.  pers.  çl. 
Agn.  863:  Cavallier,  vos  aves  auzit.  Alex.  207,  Flam.  482r>: 
Amîga.  vos  non  es  ges  folla.  Alex.  794:  Baros,  vos  etz  totz  mieu  birvcn. 
i>.ti.i>.  10,22:  Na  Tempra,  vos  est  trop  leugiers.  Lud.  st.  Jac.  Chr. 
410, 29  :  Avant,  avant  bonas  gens  Yoé  aves  commandameus.  P.  d.  Mars. 
6|9:  A  Pïoeiiaal,  m  d6?6U  tng  plonr. 

§.  260.  5)  Die  Âuatetsang  des  SabjeotspronoiiMDS  wird  ee- 
radesa  obligatorîteh  wegen  «nar  tooloeen  Obliaaen-Form,  die 
BMoh  QDfleirer  Auïïassung  des  vom  Sfttsgifilge  abgo trennten  Vo- 
oatlys  sonst  sn  die  Spitze  des  Satzes  treten  wttxde.  Agii.6dd: 
Baron,  yen  vos  perdon.  —  ib.  725.  —  ib.  929:  Senher,  yea  ti  dirai  ver- 
tat —  ib.  122H.  7299.  —  B.  d.  B.  12,r^l  :  Bcls  Soîihor.  m  nonc;  fjuier 
bL —  Lud.  st.  Jac.  fChr.)  41 1 , 14:  Senhors  e  domnas,  leu  vos  preg. 
—  Nîc,  1329.  Josep  respou:  Amies,  icu  ti  coman.  -  Fiir  die  I.  p.  pl. 
Agii.  735:  Seiner,  nos  ti  direm.  —  Die  Stellung  des  Vocativs  am 
Ende  d^  Gedankens  macht  diese  Aufiassung  durchsichtiger. 
B.  d.  B.  Id,  1:  Eu  m'eieoiidise,  dompaa. 

§w  261.  Lûtet  eine  Keffationspartikel  oder  ein  Adyerb  den 
Säte  ein,  dann  kann  aM  nach  dem  nominalen  VooatÌT  das 
Subjectspnmomen  fehlen.  Flam,  1 190:  Scâner,  ben  ang  e  bens  eaten. 
ib.ô925:  Bel  Segner,  ben  sai  et  entent,  Agn.  815:  Sener,  non  devem 
ben  j^omc.  ib.  872  :  Sener,  ben  aven  «ecoatat.  ib.  1061  :  Amieiy  ben 
dans  temer  Jesa  Crist. 

§.  262.  Nacbdrncksvoll  braucht  das  Subiect  Arnaut  Daniel 
als  pr  sioîi  in  seinem  Gedicht  nennt  und  auf  einen  Namen  als 
einen  bekannten  hinweist,  10, 43:  lea  soi  Arnaatz,  qa' axDas  Taara. 
£  chatz  la  Icbre  ab  io  boa  u.  s.  f. 

§.263  Nicht  hierher  p^ehören:  Lun.  Rom.  551:  Car  yen 
Folquet,  de  mondana  Vid'  ay  iag  roraantz  *).  Nie.  bl  :  leu  Eneas,  may- 
estre  di  ib.  1703:  leu  Carinus  e  mm  de  dien  .  .  .  Comensi  a  dir  ma 
razo.  Das  Fronomen  steht  in  diesen  F&llen  in  absoluter  Gel- 
tung bmm  Eigennameo. 

Verbiadnng  nekrerer  pronominale?  Snt^eete  oder  eines  prono- 
■tnalen  mit  einem  nominalen  bei  einem  Terb. 

§.  204.  \\  <  an  der  Redende  von  sich  und  einer  andern  Per- 
son als  einer  ein  Ganzes  bildenden  Mehrheit  äuricht^  so  richtet 
sieh  die  Form  dea  Fraedioats  naoh  der  I.  Person.  Mätsner 
§,113a^  lioysIU.  1Ô6:  EapmoBaseftíenearaseonoeptloBfn  ayan 


t)  Wffvn  der  tterken  TwtoCraof  Úm  TmMfcleiMt  ttolM  8nCi«b»  Ab- 
hntton«  flbv  G.  Bi).  aah.  te,  14i^ 


52 


que  la  priraieira  porsoim  coreb  la  segonda  e  la  tcrza  solz  verb  de  nom- 
bre plural  0  «le  pnmieira  persona  sctron  qu'om  pot  vezcr  en  aqucst  ys- 
schemple  (iolgtn  Belege*.)  &)  die  1.  Person  gela  der  II.  Person 
voran.  Arn.  d.  Mar.  (Rev.  des  1.  r.  1881.  p.m.  V.  108):  Neys 
s'iea  e  vos  o  voliam.  FUm.  240'^:  En  e  vos  el  cor  intrarem.  R.Jes. 
277|2ô:  Que  vos  et  ieii,  flenher  Josep,  Anem  ssa  maire,  ebenso  Nio. 
1816.  P.  Vid.3ò,tíO.  Rbt  d.  Vaq.  Brief.  M.W.  II,  381.    b)  die 

I.  Person  der  Ui.  oder  «nem  nominalen  Subject.  A.  Da.  1  2,21  : 
Lo  jom  ques  ieo  e  mi  donz  nos  baisem.  Flam.  54  /4.  Rop^.  3, 34.  Brer. 
11978:  Quar  ilh  e  nos  trobam  oscrig.  Brcv.  21197:  Qu'ien  e  ma 
molher,  ses  daptar  Em  viellis  e  avem  prorezit  Kn  Tio^îre  joms.  ib.  2iìíì*i7  : 
Car  .sbs  duptar,  e  ta  e  ieu  Em  justamen  lieuratz  a  mort.  R.  d.  Mirav. 
2:  Que  ma  dompna  et  eu  et  amors  Eram  pro  d'uu  voler  tuich  trei.  ib.  1 3, 
(JUr.^  1Ò1/JÒ:  Que  ieu  e  tug  li  devem  obezir.  Eine  AasDahme  echoint 
sa  machen  Brey.  14101  :  Qaez  Jen  e  Tantre  peocador  8iaa  tan  axdeo 
en  t'amor.  Die  Form  derL  père.  pl.  praea.  o.  auf  -n  fmde  ich  ntr* 
genda  belegt;  Brey,  hat  sonst  stets  -M.  Varianten  gibt  Aaais 
nicht.  Sollte  nnr  ein  Druckfehler  yorliegen?  Immerhin  ist 
die  Mögliclikeit  nicht  ausgeschlossen,  dass  der  Dichter  der  vor- 
augegangenon  1.  Person  sich  nicht  mehr  bewusst  war^  and  das 
Verb,  nur  nach  dem  sbst.  pcrcador  construirte. 

2(ir).  Wenn  Hir  angeredete  und  die  III.  Person  als  zu- 
iiaainicn  gehörig  beuachtot  wcrdea,  so  steht  im  Pracdicate  die 

II.  Person  des  Plural.  Flam.  ü42ß:  Que  vos  ni  II  (n.  pl.  m.)  Non 
baupeö  reu.  üiml.  G.  Eig  7,03.  G.Riq.  5, 10.  G.  Riq.  i6,48:  Vos 
et  ilh  dai  devetz  vergonh*aver.  Nie.  69T:  Vos  et  ill  yejati  qw  fira. 
Tenz.  (^Granet  e  Bertr.)  189>  &  :  Et  ilh  e  yos  perdres  la  cymmam. 

§.266.  Die  Umschreibimff  der  Fersonbeneiehnung  dorck 
cars  (Dies  111^66)  ist  nach  TMw,  Venn.  Beltr.  Nr.  6,  p.  27» 
nicht  in  der  Lehre  yom  Pronomen,  sondern  in  dw  von  den 
'  Figuren  zu  behandeln.  Dieser  Auffassung  des  sokarfsînmgen  Be* 
obachters  ist  anbedingt  beiaostimmen. 

B)  Die  Setaan^,  borw.  An^iinssung  des  pronominalen 
Sabjectcs  int  Heischesata« 
A)  Der  positive. 

1)  Der  Imperatiy. 

Ç.267.  Nach  DieaUP.804,  Tobler,  Gött.  Gel.  An».  IÖ72  p. 

ist  die  Auslassung  des  Snbjectspronomens  beim  bejahenden 
Imperativ  im  Afz  das  Gewöhnliche.  Folgende  Belege  zeigen 
auch  die  Geltung  der  Regel  für  das  Provenzalischej  Für  die 
II. per»,  sg.  :  I>iät  135:  E  garda  e'hom  enpapinatz —  ib.  1 53:  E  manja 
saborozameot  li'aquo  c'auras.  ebenso  IUI.  iüÜ.  ü.Folq.299.  P.Kog. 


.  kiui^cd  by  Google 


53 

4,24:  láidoncz,  sprich  doch!  4,27:  faì.  4,28:  efEdtotton plazcr.G.iÔ: 
damai  merce  .  .  P.  Rog».  2,3ö.  — Für  die  II.  pcrs.pl.  Lun.  Rom. 84: 
Ci^'atz  que  dieus  non  loi  venda.  ib.  U4.  P.  Yid.  28,35:  QardaU  com 
m'en  dei  esforsar. 

§.  26i^.  Ein  Vocaiiv  Iii  sich  meist  /u  dorn  Imperativ. 
Die  Meìirzîil»!  solober  Boibpieie  bieiL-t  die  Tornada,  d.  h.  der 
kleine  Epilog,  in  welchem  dem  Boten  dos  Get>iuigcs  oder  einem 
Freund,  häufig  auch  dem  Lied  selböL  ein  Auftrag  gegeben  wird. 
(Dies,  Poeiie  der  Troub.^  79.)  A.  Da.  3,57.  Yai  ?ea  chansos. 
5, 43.  B. d.  B. 31,49:  Sirventes,  vai an B. Ganserao.  ib. 4,43:  Bels 
Papiok,  Taa  âavoya  tan  Um  camin.  B.  d.  B.  37,  Gl  :  Papiols  mon  dum- 
tar  recor  en  la  cort  mon  mal  Hol  ubor.  ib.  18,41  :  Sirveates,  Tai 
t*en  coichos  al  comte.  Zorz.  (  »,  r.l  :  Uuoimais  t'envai  messatgiers.  — Für 
die  2.  pers.  pl.  A.  Da.  ()/2*J:  Hueimais,  scnhor  c  companbon  Per 
dien,  pregaU  lieis.  ih.  * 34.  J.Ru.  4,53:Et  apreudct/.  lo  chantador. 
Zorz.  1,75:  Socors  eutier,  m'enfaitz,  verges  reiua. — Wir  werden  je- 
doch bald  sehen,  da^ä  iubt  genau  unter  denselben  Bedingungen  das 
Subjectspronomcn  ausgesetzt  wird.  Der  Sprachgebrauch  scheint 
tu  dieser  BeziehiiDg  nioht  fest  ger^elt  gewesen  sa  sein. 

§.  269.  Andere  Imperative  mit  nominalem  Ausruf  finden 
sich:  Alex.  1 101  :  'Saat  Akxi,  ignda  nos»  Senher,  fay  nos  aaeoirezo. 
Diat.  377:  Alezandri,  reis  eoseobatz,  mambret  d'aqao  qne  as  auit  ib. 
381  :  £  car  senhor,  garda  la  color  natural. 

2)  Der  oonjnnotivisehe  Befehlssata. 

§.  270.  Der  conjunctivische  Heischesatz  kommt  den  nicht 
ausreichenden  Formen  deö  Imperativs  zu  liiiliu  und  Ì6i  daher 
von  diesem  nicht  scharf  sa  trennen.  Von  esser,  aver,  dire,  9aber, 
vofer  ist  der  Plural  des  Imperativs  gar  nicht  vorhanden.  (Diez 
111.212.^  Der  Wnnschsats  wird  im  Prov.  gewdbnlich  durch 
den  Oonj.  Praesens  ausgedrückt,  die  Einfuhrung  mittelst  (lae  ist 
seltener,  cf.  Anmerk.  zu  B  de  B.  2,27,  Meist  steht  beim  Verb  ein 
Vocativ:  Lun.  "Rom.  383:  ■T)omna;Siasnosauzida.  M.  d.M.  13,37: 
Bona  dompna,  ikj  t  rezatz  l'avol  gen.  .-V.  Da.  B,43  :  E  digas  lug.  Alex. 7 IM: 
Baros,  voa  eb  Lutz  mieu  sirveu.per  so  digasme.— -  Deubatzleitet^das  adv. 
arein,  (Diez  III.  214.)  P.  Vid.  25, 17 :  Ar  vejatz  del  segle  quals  es. 

^.271.  Doch  ibt  im  Imperativ  und  (Jonjunctiv  die  Aussetz- 
ung aes  Subjectes  nicht  seilen,  iur  den  Fall,  das»  die  durch  das 
Pronomen  ausgedrückte  Person  im  Q^ensata  an  einem  anderen 
Subjecte  steht,  oder  mit  besonderem  Nachdrnck  belest  ist  — 
Dies  111.30.5.  Tobler,Gött  Gel.  Ana.  1872.  ik89ô.— Arn.  d.Mar.l6: 
Aissi  ns  autrei,  pros  domna  eonoisseuB  mon  cor,  e  ja  nom  Tírarai  alhors, 


64 


E  vos  faitz  mi,  (iuau  \oü  plaira,  socors.  A.  Da.  1 ,35:  E  vos,  qui  t^uciis 
en  descODort,  Lauzatz  eu  dieu.  ib.  15|15  :  Amors,  de  voä  ai  fag  e^tug 
-  lougamen  ferti  e  fiuL  E  yo6  ftits  m'en  dois  graiu  afimg  aocois. 
Enim.  23Ô,  29:  Mas  seniur  da  so  qn'ies  ti  qiiier  . . .  Kon  «ja  (en)  fnâk 
al  mien  grat  . .  Mas  fai  ne  ta  ta  Tolimtat.  ib.  268, 14  :  Mas  ta,  cant 
sera  jorn  fatz,  Tot  aissi  tu,  com  t'o  9j  mostrat. ...  Ho  manifesta  al  coven. 
Ens.  à.  0.  1 17,24:  E  si  davan  (lo  rossii  manjer  non  ha,  Tu  dona  l'en. 
Dem  Sinne  nach  Nie.  427.  540:  Prcndctz  lo  doues,  so  ditz  Pilatz,  Se- 
gen la  ley  vos  lo  jutzgas.  Pilatus  für  seine  Person  findet  keine 
Sehuld  au  Christus,  darum  sollen  ihn  die  Joden,  wenn  sie  es 
vor  ihrem  Gesetz  verantworten  können,  verurthcilen. —  Ro&s.  O 
8392:  Segner,  all  m  qoort  an  (=iagramfiDt).  Ta  Pen  foi  cent.  Rosa. 
0  4413-4.  Rofl8.P3471— 2  :  8*ostag68  i  cotod,  m  los  &oei.  fi  d 
avers  i  coite,  vos  1«  lonotz  worauf  die  Antwort  folgt:  Rosa.  O 
4143 — 1.  Rosa.  P  0471—2:  S'ostages  i  coven,  ieu  los  farai,  E  ai 
avers  i  coite,  eu  si  aurai,  ib.  0  S321 — 5.  P  7352—6.  Caries  tes  onc- 
les mande  .  .  <>n'cl  te  dora  .  .  E  tu  11  dona  Folcon.  Scn.  210,9:  No 
prestes  gcs  coiela  a  fol,  Enautz  f>i  \)Oiz,  tu  le  li  toi.  Tod.  Roh.  ô4, 20: 
î.o  miou  pnyre  a  suffert  molt  periliis  per  mantenir  la  terra  de  i'icilia 
Fag  lu  aiLai,  capten  la  seuhoria.  Arn.  G.  d.  Mar6.  1 33, 3 1  :  Baros,  eätem 
mai  boei  E  hâtai  TOBtres  cavab  Tomar  en  los  ostals.  £  vos,  don 
falconier,  Gardats  vostie  mestier. — Daa  Pronomen  kannte  in  Ìets> 
terem  Fall  ancb  dnrch  den  dabeistehenden  VocatÌY  bervoiigfe- 
rufen  worden  sein.  Da  aber  der  Sinn  einen  Gegensatz  aus* 
drückt,  so  sehe  ich  von  der  Ánfiilirung  dea  Bebpiels  anter  der 
nachher  zu  besprechenden  Gruppe  ab. 

§.272.  Eine  stärkere  Betonung  des  Subjectes  ergibt  sich 
durch  den  Sinn  für  die  folgenden  Stellen  nicht:  Alex.  768 :  Di- 
guas  me  tu  ccrtanamen,  Si  potz  saber,  e  ma  mayzo  L'ome  de  dieu  si 
anc  hi  fo.,  da  kein  anderer,  welcher  di  u  Aufüchlusi»  geben  soll,  in 
Betracht  kommt.  Aehulich:  Arn.  G.  d.  Mars.  136,54:  £  vos  douatz 
Ton  cnra.  Di&t.  49:  e  tn  âd  tmi  cap  péncbaealuur.  ib.  82  :  Cant  lo  temps 
torna  en  donssor  £  ta  prent  de  socre  xosat  pyairodon  reoharbiat 
Vergl.  aber  dieses  ei,  Diez  IHK  403.  K.Je8. 278,32:  Ta  aqaest 
mostre  (iBr  mostra)  en  teoletisia. 

§.  273.  Zweifelhaft  sobeint  es,  ob  wir  in  P.  Vid.29,35:  Ans 
lorM  dir:  «stata  tos  lai  que  ren  non  avctz  a&r  sai,  vos  als  Subject 
oder  als  mrdialen  Dativ  (resp.  Dativ  commodi)  aufzaiasseo 
haben,  da  P.Vid.  auch  30,  S  smu  s'est&f  lo  reis  bietet. 

274.  In  einer  Reihe  voti  Beispielen  dürfte  das  heim  posi- 
tiven Imperativ  oder  Con  jungtiv  auftretende  pronominale  Su  hject 
nicht  zum  Verbum,  sondern  a)  zu  einem  nominalen  Vocütiv 
gehören:  So  in  dem  Geleite,  wo  oben  im  gleichen  Falle  die 


Digitized  by  Google 


55 


Aus^otzunor  des  Proiionions  iinUM-hlicb  :  A.  Da.  16,22:  E  tu  coartz 
non  t'airaûchas.  G.  Faid.  12:  E  tu  chanson,  vai  t'en  oatra  mur.  P. 
Kog.  3,  ni:  Bastart  tu  vay  e  portani  lai  mou  sonet.  Perdig.  íí:  Ves 
N'Aziman  î^a  LáUáo  vüs>  u  uìiuu.  ib.  13.  Daun  Gavaud.d.  Alle  4: 
Enperaire  Toe  o  aigaU.  P.  Viel.  20^18:  Pitttts  Tos  lan 'ecMmfliata. 
ÎLé.M.  11,34:  Em  domoa,  per  Yostre  gran  yilor,  Ym  mezeM 
d'aiflo  me  (  ou  eillati.  —  Diese  Eigen tliürnlicfakeiteii  weisen  mach 
gebtliobe  Dichtungen  auf:  G.  Folq.2S7:  Per  que  tn,  dona  glorioza, 
cara  Terje,  ajuda  me.  ib.  294.  S.D.  233,  79  :  Sant  Estephe,  tu 
me  adjuda.  ib.  393,  i?7.  Nie.  1731  :  T  i  mieu  ministre  say  venes 
Barras  de  fer  vos  y  pauzes.  (Hs.  B  zeigt  Jerre  statt  t?n.«?).  S.  D. 
292,93.  —  In  G.  Folq.  297:  Tu  m'en  defen  del  banzador  kann  das 
Object«pronomcn  die  Hinzufugung  des  Öubjectes  veraulasst 
hácen.  b)  Von  dem  Snbjeotsproiioineii  bAngt  ein  RelatÌTMtas 
ab  :  F.  Z.  185:  A  dieiis  payre  to,  qui  est  sire,  D'aqaela  pena  nos  defen. 
P.  d'Âlv.d:  Dieas  que  nasqnes  en  Bethlelieni  Tu  los  capdel  eis  socor* 
In  diesem  Beispiel  nimmt  der  dem  ersten  ImperatÌT  angereihte 
sweile  das  tonlose  Pronomen  vor  sich« 

3)  Das  Fatnr  mit  imperativisoiier  Bedeutung. 

§.  275.  Der  durchaus  überwiegende^  nioht  ausnahmslose  Ge* 
branch  bei  diesem  Futur  ist  die  Anssetanng  des  Snbjectes^). 
—  Stimming  fasst  B.  d.  B.  4,47.  die  Regel,  da  er  von  einer  „nicht 
seltenen"  Anwendung  des  Pronomens  spricht,  zu  allgemein. 

§.  27f>.  Wir  beobachten  rlieses  Futur  häufig  in  der  Tornada 
der  Lyrik,  sodann  in  Texten,  welcho  Lebeuî^regelu  und  \'or- 
scbrifien  geben,  wie  ein  Blick  auf  die  Stellen  Diät.  u.  Ens  del 
Gnarbo  zeigt.  Erstere  ist  jedoch  im  Gebrauche  des  prouoiiii- 
nalen  Subjectes  inconscquent.  —  Andere  Belege  finden  sich  in 
Boes.-*&d.  B. 4,47:  Bels  Papiols,  tu  U  diras,  11,57:  Papiols  e  tn 
viats  al  JoYea  rei  Ûtni,  G.  d.  P.  5,37:  Konet  ta  miras.  Brey.  9845: 
Quant  lo8  disciples  trames  «Vos  antres,  dis  el,  m  n'ires  u.  2 1825:  Apres 
dis  lor:  Vos,  von  Inti  lai  en  BetUehem.  ib.  21180.  nnd  ^1732. 
Diät.  1 23  :  En  après  tu  t'en  tomaras.  ib.  1 4.'^  :  Pueys  scgon  qu'cra 
acostumat  Tu  iras  far  uo'endemessa.  Ëns.  d.  G.  115,2)'>:  I^t  aqui  tn 
dinarâs  te.  ib.  117,  30.  117,  36.  117,  3S.  118,15.  G.  d.  Cabr. 
(B.D.)  101,17:  Can  so  sabras,  tu  t'en  irâû.  K.  Jes.  273, 38:  Et  en  après 
tu  diras  beph.  Rosb.  0:  15^7  :  Uirart,  s'el  vol  ton  dreit,  tu  li  Îarab; 


*)  Die  BebaoptuDg  OrSber's  ZFRP.  468  ttbtr  das  consitftnte  Auftreten 
des  Promens  bel  d!f>sem  Fotnr  im  Fz.  btt  P.  HImmi,  ,der  NonitnttÌT  der  ver- 
baDdeneo  Pen.  prouuoiiu«'*  widerlegt. 


56 


mît  Unterdrückung  den  aoo.  neben  dem  dativ.  Diese  Eigen- 
thümltchkeit,  welcbe  ftlr  das  Afz.  an  vrelen  Stellen  bcsprocben 

iát,  lässt  sich  aus  prov.  Texten  wobl  kaum  weiter  belegen; 
Ross.  P  gibt  auch  „tu  hlh  faras."  —  Ross.P  952.  Poissas  lo 
cosseih,  Bos,  tu  lo  creiias  ^).  ib.  0  4205.  P  3582  :  Peires,  tu  l'eu  im^ 
ib.  0  87ï53.  P  77b(i:  Domua,  vos  los  prendretz  si  dieus  m'ajut. 
Ross.  0  o6ú2.  P3193;  Ross.  0  OliTO.  V  òbl2.  —  Beachtung 
verdient  jedoch  ein  dem  öubjecte  unmittelbar  foleeadcä  tonloäed 
Pronomen  in  der  Mehrsahl  der  oben  citírten  Stel&n,  banpteXob- 
Hoh  im  RosB. 

§.  277.  DftsPronoTTien  lassen  nnautigesprochen  :  B.  d.  B,  17,71; 
Papiols,  mon  Aziman,  M'aaaras  dir.  ib.  31.4o:  Yai  Papiols,  monsir- 

ventcs  adrei  mi  portaras.  —  Öfter  in  der  Diätetik:  V.  55:  En  apres 

salliras  del  lieg.  57:  Tos  maus  e  tos  ueills  lavaras  :  129.  207.  —  Man 
b(  im  rkt  hier  «ehnell  dio  Einleitung  des  Satzes  durch  ein  Adverb 
(rcsp.  adverbiale  Bestimmung)  oder  durch  das  Object. 

§.  278.  Eine  FiÜle  von  Belegen  aus  unkritischen  Texten, 
die  wir  nie  Iii  citiren  wollen^  beweiben  weiter  gegen  Stimming 
das  Auftreten  des  Pronomene  als  sehr  gewöhnlich. 

B)  Her  negatiTe  (proliÌbÌtÌTe)  Befehlsaata. 

1.  Der  Imperativ. 

§.  27i;'.  Der  negative  Iniperativ  bedarf  eines  pronominaleti 
Subjectes  ebenso  wenig  als  der  bejahende.  B.  d.  B.  4,  AG:  Quau 
seres  lai,  no  L  tiioja.  P.  Kog  ü,47:  Not  pes!  —  Ein  Vocativ  tritt 
lünsa  A.  Da.  16, 35  :  Cors  de  lieia  not  loinz  nH  sobres.  —  Dasselbe  gl!  c 

2.  Vom  conj unctivischen  Befehlssatz. 
§.  2^f>.  Einige  Fälle  genügen  zur  Illustration  des  bekatuuiMi 
Sprachgebrauchs  ^).   A.  Da.  6,ii:  E  nous  ctges  (iue  de  mon  dol  esper 
a  far  bona  chanson.  17,25:  Epois  tan  val,  nous  ciúes  que  s'esparga. 

1)  HîeriihtT  wird  näher  h  'm  P'- t  tissmus  die  Rede  fein. 

>}  Die  Fall«,  in  dtueu  ileog«6Ucti  ^9  beaundisre  Nr.  963.  4usges0Utes 
8nbJ.  •rkttUBt»  find  «D^trs  «aftaitotra.  Bt  handtlt  tleb  bi«r  «loiokwft  «m  i»é 
ImI  tftn  VtrbMI  tvj^i  penaar  a.A.  niUTorlUVe  auftretende  abundative  Dativs- 
pronomen;  wie  obige  Beispiele  zfigen,  ebenso  U.  Kiq.  r,ü,  61.  7«,  IHR.  79,  35a. 
M.  d.  M.  H,  69.  Stelleu  wie  'yea  m  eng'  etc.,  welch«  auf  Jeder  Seite  der  alteo 
Tnta  begeguea,  itlltifB  HDMfe  Astleht.  ef.  «neb  Dl«i  DL'  198.  In  ta  t«Mk 
H«iic«tbMli  If.  988.  887. 8i4.  84t).  angefnbrten  Beispielen  kommt  zwar  ein  neipi- 
tiver  Imperativ  nicht  vor,  aber  aoch  liier  ist  seine  Annahme  eines  angelehnten 
8alijactef  vos  za  berichtlgeo  ;  daa  Pronomeo  ist  wiederum  Dativ  tu  deu  Verben 
•'•Iblrar,  se  grazir,  se  vivre,  se  mortr  aie.  Dm  oblique  Piooomaa  «lebt  ta  elatgeii 
seiner  Belege,  der  Regel  gemäss,  vor  dem  HfillliTerb,  «aall.xtt  solehar  Intbflm- 
licbeii  Autümang  geführt  haben  mag. 


Digitized  by  Google 


57 

ib.l7|89.  B.á.Kb,S9.  Diät  183:  Que  pds  non  das  trop  coíchos  De 
OM^jir.  IMt.  189  :  Eissameiu  non  valbatz  osar.  Flam  2709:  £  nous 

e>t|63  qne  ja  saus  torn. 

§.  2Í51.  3)  Der  den  negativen  Imperativ  vertretende 
Infinitiv  verlanp^t  pbenfnlls  nîcìit  die  Aussetznng  des  Prono- 
mens. Im  Allgemeiucn  .^i  ;u  im  man  sich  dieses  negativen  luti- 
nid?es  weuin  bedient  zu  iiab(  n  :  a)  Im  Versinnern:  P.  Rog.  0,50; 
No  far!  (Doch  zeigen  die  Variunien  c:  fas^  a:  fai/,  Ssogar  fara). 
Der  Rosa,  verdankt  sie  vielleicht  frz  Einflösse:  P  3431  :  Vai 
Ar  droit  ton  selnor  .  E  s'el  per  boii  orgnel  proidre  nol  deine  . .  No 
Itreiar  pds  M  mm  nna  castenha,  wofitr  O  4099.  daaeelbe^  nur 
mit  einem  andern  Ausdruck  zur  Verstärkung  der  Negation  (non 
piiiBar  •  •  ima  sahneina)  aufweist,  ib.  O  4223.  P  3550:  £  no  laissar 
pcrso.  ib  04653.  P  3938:  Coms,  non  estariratz.  ib.  O^'T  11  PdOU: 
>.'o  cochar,  ditz  lo  morgues,  que  trop  soi  las.  b)  Die  ül>rigen  Iníi- 
niiive  finden  sich  im  Reim,  solUe  Wir  Vorkommen  nur  in  den 
zu  nennenden  geistlicheii  iJcitkmiilern  Zufall  sein  V  Enim. '225, 12: 
E  va  y,  üun  ho  me6prczai  Lo  deapieczi  dclmont  2'0.  iZFUP.  4, 632.); 
«AI  moBl  non  te  «Jegrar**  •  Biens,  mieos  payre,  uo nd iaissar. 

äen.2iOB,25:  £n  aqnel  bom  not  fizar.  ib.  210, 13:  Anc  ric  hm,  no 
]|*acompanbar. 

§.282.  Den  einzigen  Fall  mit  ausgesetztem  Pronomen  f&ge 
ich  hier  an:  A.  Da.  1*'»/-*^'  E  tu  non  far  failla  Jon  hom  s'esqucma. 
T/ie  Hss.  geilen  auseinander:  U  bat  den  Imperativ,  VPC  den 
Conjuuctiv,  Ii  die  2  sg.  praes,  i. 

§.283.  Dass  das  Snbject  beim  negativen  Imperativ  und 
Conjunctiv,  wie  in  der  Bejahung,  nur  zum  Zwecke  der  Hevor- 
liebung  eintritt,  erbellt  ans  niobt  wenigen  Beispielen:  Bei  Am. 
d  Gare.  Chr.  263,24.  findet  das  Pronomen  dem  Sinne  nacb 
bflbecbe  Rechtfertigung:  Der  Papagei  hat  die  Vorkehrungen, 
die  er  Dir  daa  Stelldichein  der  Liebenden  treffen  will,  der  Dame 
a '1  sein  andergesetzt  und  fordert  sie  nun  auf,  aucli  fl.is  Ihrige 
zu  thuD  vos  no  metatz  ionc  albir,  Pes^atz  de  lui  e  íaitz  1  mtrar**. 
Brev.  33323:  E  uo  vos  o  voUatz  pesaar  Ni  eu  aitals  euh  vos  siatz  Que 
loLftö  gen  vien  ab  peccatz  Et  ab  effortz  de  conquerrer,  eine  Stelle,  die 
bei  R.  Vid.  Verf.  1  iG,ü  wiederkehrt,  also  ebenso  wie  die  vier 
▼oraufgebenden  Zeilen  dieaem  Gediobte  entnommen  ist  Der 
Heraaseeber  aab  nur  die  frUhfioren  Zeilen  als  Cîtat  an,  ohne 
jedoch  die  QaeUe  desselben  bestimmen  an  können. — Ens.  d.  Esc. 
i03,43:  (De  re  cego  aozit  et  lor  ne  membra  res)  £  vos  no  vulhatz  ges 
Semblar  aital  mainada.  Ross.  0  4305.  P  3708  :  Mais  nou  quidaz  vos  migc 
quel  reis  Toblit.  ib.  0  30U  :  E  non  dotaz  vos  mige  de  mesprisson.  tàesx, 
198,31.  £  si  ela  per  so  s'iraisa  Ko  t^eo  cargnes  ges  tu  grau  faiss. 


Digitized  by  Google 


58 


§.284.  4)  Bei  dem  negativen  imperativischon  Futur 
ber>l)ar1\í('îi  wir  das  Pronomen  im  Ross:  Koss.  0  41 1 i  :  Vos  lai  non 
ires  raiga,  dist  Bos  lo  Bar  und  0  4136.  P  34B4:  E  si  mos  dons  en 
plore,  vos  n'en  rirctz,  mit  Folco's  Entgegnung  0  4146.  P3474: 
E  si  mos  donz  en  plore,  eu  ue  rir&L  —  iSolche  Fälle  bespricht 
StinunÌDg,  B.  d.  B.  4, 47  nicht 


Nachtrag, 

Wie  sebr  der  von  mir  in  dem  Vorworte  berllhrte  Mangel 
«Der  üntenuohung  über  das  Fronomen  im  Prov.  nneh  ander- 
wärts geflllilt  wurde,  beweist  die  kurz  vor  Fertigstellung  mânes 
Druckes  veröfTentliolite  gleichartige  Kieler  Dissertation  von 
Alfred  v.  Eisner.  Genannte  Arbeit  leidet  aber  an  demselben  Mangel 
wie  Mahn Orammatik,  indem  sie  die  Wichtigkeit  der  von  mir 
scharf  hervorgehobenen  und  überall  streng  durchgeführten 
Kriterien  (Reim  und  Metrum)  zur  wirklichen  Siclicrnng  der 
Formen  fast  ganz  verkennt.  So  mussten  dem  Vcríasser  die 
interessanten  Untersuchungcn  Uber  offene  und  geschlossene 
Bindungen  des  ieu,  el,  liei(sj  u.  A.  entgehen,  ftatt  dessen 
bietet*  er  (besonders  illr  im)  wie  Bartsob  im  Tableau  derChresto* 
roatbie  eine  bunte  Bilderkarte  der  verschiedensten,  meist  nur 
handschriftlichen,  Schreibarten.  Diese  entlehnt  er  mit  Vorliebe 
späten  Texten  oder  schlechten  Abdrucken,  so  Rayn.'s  Choix,  Parn. 
occ  ,  Mahu's  Drucken,  dem  R  >p«.  nach  Mahn  u.  Michel,  Havn.'s 
waldens.  Stücken,  welche  fast  alle  in  neuerer  ndrr  kritischer  üestalt 
zu  (febote  standen.  —  G.  d.  Poitou  u.  Zorzi  vurden  gar  nicht  be- 
rücksichtigt. —  Die  zaliireichen  fzö.,  ital.  und  spau.  Pronomina, 
die  Eisner  pg.  24.  mit  Recht  auf  Kosten  des  Abschreibers  oder 
Oberarbeiters  seteen  su  mflnsen  gjaubt,  liess  ieb  eben  deshalb  als 
unprovensalisch  fort  Ein  Versuch,  die  zusammengestellten 
Formen  nach  Zeit  und  Ort  (etwa  nach  eigentlich  prov.  Sprach- 
gebiet,  Gascogne  u.  Vaudois)  zu  scheiden,  wird  nirgends  unter- 
nommen. Wie  leiclit  der  Verf.  durch  ein  derartiges  Veifahren  zu 
ialschen  Ausgaben  verleitet  wird,  lässtsich  an  vielen  Beispielen 
zeigen;  ich  kann  hier  nur  Einzelnes  herausgreifen:  Für  das  von 
Eisner  pe.  5  aufgestellte  pl.  m.  ilU  aus  Kay.  11. 80, 116.  bietet 
ApfelstedL  Archiv  62  ff.  Ys.  113  das  allein  vom  Metrum  bedingte 
101.  IHneUntennchnng  der  Silbigkeit  solcher  unstcheren  -i  Temüsse 
ich  bd  E«.  fiberhanpt.  —  pg.  4.  findet  sich  mit  Bartsch^  Chr.  323, 3. 
aus  Brev.  ein  n.  pl.  el  auigefuhrt,  Azais  bietet  an  der  be- 
treffenden Stelle  üh.  Welche  der  beiden  Formen  ist  nun  durch 


.  j  i^cd  by  Google 


59 


die  Mehrzahl  der  Hbö.  Piir  das  Brcv.  wirklich  h*'<tafi^t?  — p^.  18. 
vmdicirt  E.  dem  angolehnteu  Ii  im  M.  v.  Montauiluii  die  Üchreib- 
ung  'Ihf  iU  etcj  der  auf  die  besten  H00.  geätützte  Text  Rlein's 
Jiat  in  genannten  Fällen  gar  keine  Inclination.  Wo  ich  Formen^ 
s.  B.  ìieyB  als  nom.  sg.  aus  dem  Ventimerii  aofEiif  Ohraii  halte^ 
sog  ich  auf  da«  Sorgfâltigste  die  Varianleii  aaRathe;  dies  war 
in  erster  Linie  bei  Mahn  «.Rayn.  nöthi^.  —  Die  allgeniain  auf- 
geeteltten  Behanptnngen  mussten  darcn  Bei^e  geraohtfertígt 
werden,  so  pg.  i.  über  eu;  desgl.  pg.  14.  über  mc  n.  mi,  hin- 
sichtlich deron  Vorwondiinc;  îiicht  mehr  als  bei  Diez  g^agt 
wird.  Gerade  bei  solchen  PunktPii  erlaubte  ich  mit  der  Unter- 
suchung einsetzen  zu  müssen,  um  wenigstens  annähernd  Resul- 
taUî  über  das  Vorlieriücheu  einer  Form  in  einer  bestimmten 
G^nd  au  gewinnen.  —  pg.  19.  genügt  eine  Zeile,  um  Alles  über 
lar  TL  ktr  Nöth^e  zu  sagen.  Dem  eejgenflber  ich  mog- 
liehst alles  beweisende  Material|  sowonl  aar  Fiwang  der  atu< 
ffOBtellten  Sätze>  als  auch  zur  Grundlage  vr itérer  Arbeiten« 
Diesen  aber  wird  dnreh  Ëianer'a  Metbode,  die  nur  gewisse 
Fülle  herausgreift,  um  dann,  wir«  \^^.  16.  auf  andere  (und  zwar 
unkritische)  Stellen  in  Mahn's  Grammatik  u.  bei  Rnyn.  zu  ver- 
weisen, der  Boden  von  voruhcrein  entzogen.  —  Die  theilweise 
gegebenen  Inclinatîonstìille  waren  durch  die  schon  1885  publ. 
Arbeit  von  Ueugeäbach,  überiiüasig.  —  Endlicli  schien  cä  mir 
angemessen,  jeder  darob  den  Reim  thatsftehlich  gerechtfertigten 
Form  ein  Èesfimé  der  Terscbiedenen,  Überall  aerstrenten  £r- 
klärangsversuche  vorananstelleD  und  meine  Resultate  mit  den  An- 
gaben der  alten  Grammatiker,  welche  Ë.  durchaus  bei  Seite  lässt,  zu 
vergleichen. —  Auch  für  den  syntactischen  Theil  gibt  E.  gern  Be- 
lege aus  jüngeren  (z.  Th\  prosaischen)  Texten,  deren  Sprache 
doch  schon  in  Manchem  von  der  classischeu  verRelüeden  sein 
dürfte.  In  den  Capiteln  über  pleouastische  Verwendung  des 
Subjects-  und  Objccts-  Tronomens,  des  ew,  0  (über  das  Neutrum 
vermag  auch  er  nicht  yielmehr  alsChabaneau  zusagen),  über 
den  €kibraiiob  der  schweren  obUqnen  Formen  beim  Granmdiom, 
Infinitiy  n.  s.  f.  stimmen  wir  aiemüeb  Aberein.  Ansfllbrlicher 
bebandelte  ich  „die  Setanngi  SteUnng  nnd  Anpassung  des  Sab- 
jectes  beim  Verbum"  und  TmnungTOn  demselben  durch  die  ver- 
schiedensten Satztheile  (man  vcrgl.  z.  B.  Elsncr's  Belege  für 
das  Nom.  Pron.  beim  Imperativ  pg.  lO.  mit  mr  inrn  Beobachtungen 
pg.  52 — öS.).  Der  Betrachtung  des  proiiMinitialen  Subiecteg  im 
Reime,  sei ,  es  in  Folge  von  Inversinii,  oder  durcii  Trennung 
von  dem  erst  im  folgenden  \'i  r.-c  iuiíueiendem  Verb,  sclienkte 
ich  als  einem  kleinen  Beitrag  zur  syutactiscbcn  Untersuchung 
des  Verssddnases  grossere  Anfmerksamkeit,   Elsner's  sehr  ans- 


60 

f&lirliche  Besprechung  des  pronomlaaleu  Regime  in  seinem  Ver- 
hältnks  SUSI  Verb  fehlt  bei  miri  da  in  dieeem  Paukte  nicht  viel 
Keaes  za  Dies  hinzugefügt  worden  konnta  — -  Im  Obrigen  fer- 
weiae  ich  auf  die  in  der  Einleitung  anfges teilten  Gesichtspunkte; 
andere  Abweichungen  von  Eisner  werden  bei  den  betreffenden 
Stillen  in  dem  neob  folgenden  HanpttheU  der  Syntax  snrS|»nolie 
gelangen. 


Lebeiislauí*. 


Am  22.  April  1868  wurde  ich,  WilJicbu  Bohiliardl,  als  der 
Sohn  des  Möbelfabrikanten  Richard  BoJinhardt  zu  Erfurt  ge- 
boren. Teil  bin  evangelisch -lutlicrischcr  Confession.  Bis  zum 
Herbst  iö74  besuchte  ich  die  Kealschuii'  erster  oidiiiiiig  meiner 
Vaterstadt  und  trat  dann  in  die  Kealabiheijung  de*  Herzog). 
Gymnasiunis  Eruestinuni  zu  Guiha  ein.  Ostern  1882  bestand 
ich  daselbst  das  Maturita tsexameo  und  widmete  mich  seitdeui, 
angeregt  durch  meinen  bodiTmbrten  Lehrer»  Hofrath  Prot  Dr. 
W,  SiwerSf  dem  Studium  der  neueren  Sprachen.  In  Jena  und 
Berlin  hörte  ich  je  ein,  in  Leipzig  drei  Semester  Vorlesungen. 
Michaelia  1884  begab  ich  mich  nach  Marburg,  um  hier  meine 
Studien  zu  vollenden.  Am  17.  December  1886  bestand  ich  das 
Examen  rigorosum. 

Meine  academischen  Lehrer  waren  die  Herren  Professoren: 

Euckeiif  OädechenSf  Uiumeyserij  Voikelt  in  Jena;  Bieder^ 
mann,  Birch-Hlrschjeld,  Efx'H,  C  Hfrr/nannf  v.  Noorden, 
Settegast,  Zarnrkey  Wiill-''y  in  Leipzi^^  ;  Scherer,  Tobleij 
Zupitza  in  15erlin;  Bcxpinihn,  (ulwii,  Lcnc,  Lucae, 
Steììffel,  Vart  entrapi',  Yidoy  und  Herr  Dr.  Ütoscli,  in 
Marburg,  sowie  Dr.  Kögel  in  Leipzig. 
Ihnen  allen,  besouders  aber  Hciru  Proi.  Stemdf  bin  ich 

für  die  Förderung,  die  sie  meinen  Studien  zu  Tneil  werden 

Hessen,  zu  grossem  Danke  verpflichtet 


.  k)ui^cd  by  Google 

J 


2- 


Okr 

é 

Form  M  Verwendung  ^  Personal- 
pronomens im  Altprovenzalischen. 


Inaugural-Dissertaüon 

sur 

Erlangung  der  Doctorwürde  der  philosophischen  Fakultät 

der  Chri&tiaii'AlbrechtS'Uiiiversitüt  zu  Kiel 

vorgelegt  von 

Alired  von  Eisnar 

aus  Guben. 


Kiel. 

Druck  von  H.  Fienckc* 
1886. 


Imprimatur: 


Pkof.  Dr.  F.  BlaM, 
s.  Z.  Ddcao. 


Meinen  lieben  Eltern 


in  Dankbarkeit 


gewidmet. 


Folgende  Texte  eind  zu  Gründe  gelegt  worden: 

Sammelwerke: 

M.  W.  8s  die  Werke  der  Troubadours,  in  proven «alischer  Sprache 
herausgegeben  von  Dr.  C.  A.  F.  Mahn,  Bd.  I,  II,  IV. 
lierlin  1846—  53. 

Rayn.  ch.  =  Choix  des  poésie:»  originales  des  troubadours,  publ, 
par  Kaynouard.    Tome  1 — VI. 

B.  ehrest.  =  Chrestomathie  Provençale,  accompagnée  d'une  Gram- 
maire et  d'une  Glossaire  par  Karl  Bartsch,  quatrième  édition. 

B.  Dkm.  =  Denkmftler  der  provenzalîschen  Litteratur.  Heraus- 
gegeben von  Karl  Bartsch.  Bibl.  des  litter.  Ver.  in  Stutt- 
gart, i'Sq6. 

P.  M.  rec.  ~    Recueil  (i  aneicns  textes  Bas  J^atins,  Provençaux  et 

Français,  Accompagnés  de  deux  Glossaires  et  publiés  par 

Paul  Meyer,  première  partie,  Paris  1874. 
P.  M.  dem.  troub.  =  Les  Derniers  Troubadours  de  la  Provence. 

Par  Paul  Meyer,  Paris  187 1. 
Pam.  occ.  =  le  Parnasse  occitanien  publié  par  Rochegude. 
Such.  Dkm.  =  Denkmäler  provenzalischer  Literatur  und  Sprache, 

zum  ersten  Male  herausgegeben  von  H.  Suchier.   Halle  1883. 

K  i  n  /.  e  1  n  e  We  rk  e. 

Agnes  —  Sancta  Agnes,  Proven/ali<;rhes  Geistliches  Schauspiel. 
Herausgg.  von  Karl  Bartsch,  Berlin  1869. 

Albig.  =  La  Chanson  de  la  croisade  contre  tes  Albigeois,  com- 
mencée par  Gttîll.  de  Tudèle  et  continuée  par  un  poète 
anonyme  éditée  et  traduite  pour  la  société  de  Thistoire  de 
France  par  P.  Meyer,  Paris  1875. 

Am.  Dan.  —  Der  Troubadour  Araaut  Daniel,  herausgeg.  von 
Canello. 

B.  d.  B.  =  Bertran  de  Bom,  sein  htbtn  und  seine  Werke,  mit 
Amnerknngen  u.  Glossar.  Herausgegeben  von  Albert  Stirn* 
mtDg,  Halle  1879. 


.  k)       uy  G(|ügle  I 


Brev.  =  i.e  Breviari  d'Amor  de  Matfre  Etmcngaud,  suivi  de  sa  I 
lettre  à  sa  soeur  publié  par  la  Société  Archéologique,  Scien- 
tifique et  Littéraire  de  Béziets. 

Fig.  =  GttUhem  Figueira,  ein  provenzalischer  Troubadour,  Inau- 
gural-Dissertation von  Emil  Levy,  Berlin  1880. 

Flam.  =s:  Le  Roman  de  Flamenca  publié  d'après  le  Ms.  unique 
de  Carcassone  par  Paul  Meyer,  Paris,  Béziers  1865. 

Guill.  d.  Cal).  —  Der  Trnbador  Guillem  de  Cabcstanh.  Sein 
Leben  und  seine  Werke.    Von  Franz  Hutïer,  Berlin  1869. 

Lunel.  =  Der  Trobador  Folquet  de  Lunel.  Nach  der  Pariser 
Handschrift  herausgegeben  von  Dr.  Fr.  Eichelkraut. 

Mont.  =  Der  Mönch  von  Montaudon,  ein  provenzalischer  Tro- 
bador. Sein  Leben  und  seine  Werke,  bearbeitet  von  Emil 
Philippson.    Halle  1873. 

Nav.  =  Histoire  de  la  Guerre  de  Navarre  en  1276  u.  1277  par 
Guillaume  Anelier  de  Toulouse,  publiée  par  Fr,  Michel, 
Paris  1856. 

P.  d.  Mars.  3s=  Le  Troubadour  Paulet  de  Marseille  par  Emile 

Levy.    Paris  1882. 
P.  d.  Capd.  »  Leben  und  Werke  des  Troubadors  Ponz  de  Cap* 

duoiU  von  Max  von  Napolski,  Halle  1880. 

P.  Vid.  =  Peire  Vidal,  sein  Leben  und  seine  Werke,  herausge- 
geben von  Karl  l>artsch. 

Pradas.  =  The  Romaunce  of  Daude  de  Pradas  on  The  l'our 
Cardinal  Virtues  edited  with  brief  notes  by  Austin  Stickey, 
Florence  1879. 

Prise  Dam.  =  La  Prise  de  DamieUe  en  1219,  rélation  inédite 

en  provençale  publiée  et  commentée  par  P.  Meyer.  Paris  1877. 
Rog.  ==  Das  Leben  und  die  Werke  des  Troubadours  Peire  Rogier 

bearbeitet  von  Karl  Appel,  Berlin  1882. 
Ross.  ~  (iirarlz  de  Rus.silhü  in  Mahn,  li.  r  'l'roubadours. 

Epische  Abtheilung,  verglichen  mit  der  Ausgabe  von  l'r. 

Michel. 

Sorts  des  Apôtres  pub.  par  Cam.  Chabaneau,  Paris  1881. 
Rudel  =  Der  Troubadour  Jaufre  Rudel,  sein  Leben  und  seine 

Werke.   Von  Albert  Stimming»  Kiel  1873. 
Tt€tm  SS  Le  Trésor  de  Pierre  de  Corbiac  en  vers  provençaux. 

Publie  par  Dr.  Sachs.    Brandenburg  ií>5y. 


Digitized  by  Google 


Fornon  des  Noninitlv  Pronomen. 


JSrsta  Person. 

Gewdhnlidi  eu  oder  ieu  (yeu);  enteres  ist  ait  die  m  den 
ûlleren  Texten  hftuíiger  verwandte  Fonn  su  betrachten. 

Ausserdem  N  e  b  e  n  f  o  r  m  e  n  : 
ién4:  B.  ehrest.  35,  18:  iieu  no  amei  anc  home  que  me 
mal  guit 

kim  (h^eu):  Brev.  55:  no  près  hieu  I.  dat.  cf.  B.  Ouest 
348,  S  und  356, 14. 

Spfttere  Fonnen  sind:  iey:  Häufig  in  P.  M.,  tec.  d*anc. 
tezt.,  auch  in  P.  M.,  dem.  troub.,  cf.  ib.  128,  7  :  Per  qu'iey  vdi 

prec  mi  digas  que  voiras,  rf.  ib.  129,  15;  129,  23. 

yn  :  Sehr  haiifig  in  dci  l*rosaaiiflÖsiing  des  Evangelium  Ni- 
codemi, Hs.  B.  in  Siu  h.  Dkm.  Doch  auch  sonst:  Poésies  des 
Yaudois  in  Rayn.  ch^  II,  97,  40$:  Mas  yo  aus  o  dire,  cf.  ib. 
105,9;  "7'9ŷ  fenier  in  F.  M.,  lec.  d'anc.  text.  (Saint  Jean, 
chap.  Xni.,  Ms.  de  Dublin)  34,  7  :  C20  que  yo  fauc  tn  non  sábes 
ara;  ib.  34, 8:  Si  yo  non  lavarey  tn,  tu  non  aures  part  cum  mi^ 
cf,  ib.  35, 12,  1.3,  14  etc. 

co:  Such.  l)kin.  316,  23:  co  cre  queuä  er  h  on  ors. 

ioii:  B.  Chrcsi.  231,  10:  )oM  fai  cel  parti  ab  aquel  que  

iu:  P.  M.,  dem.  troub.  63,46;  Ai  sen  Komieul  S'iu  fos 
bona  gallina. 

em:  Such.  Dkm.:  244,89:  eiu  meteis  e  tug  Tautre. 

Albig.  710:  »Site«,  so  Ii  ditz  el,  >gi  soi  vostre  parent«. 
cf.  ib.  738,  734,  auch  M.  W.  I|  372,  9. 

je,  die  fransflsische  Form:  Pam.  occ.  14,  7  :  Je  vos  vi  au 

comensier  Large  de  grant  mession;cf.  ib.  81,  5  j  überhaupt  iiau- 
figer  bei  den  späteren  Troubadnurcn. 

Der  Plural  lautet  nos  (nusj,  nous  nur  im  Roman  de  Teisin, 
Rom.  1, 64  folg. 


Digitized  by  Google 


Zweite  Person. 

tiij  die  regelmässige  Form. 

//,  vcrcin/elt:  cf.  B.  Dkm.  74,7:  Car  ty  iest  ley  mot  siiau 
E  fort  misericordios;  Nav.  1431  :  Ty  faras  co  que  t  mandi.  Zweifel- 
haft ist  FUm.  609 1  :  £  cujas  ti  qu'en  paradis  aja  hom  talent 
de  manjar;  das  ti  könnte  hier  wohl  als  reflexiver  Dativ  aufge- 
fasst  werden. 

Plural  ist  vos  (vus). 

Dritte  Peröou. 

Masc.  Sg.  :  Ursprüngiii  b  c/,  im  Buelhius  aui^schliesslicii  dic>e 
Form  verwendet,  einmal  dort  zu  eu  erweicht:  cf.  B.  Chrest.  i,  22: 
eu  lo  diastia  ta  be  ab  so  scrmo. 

Später  ebenso  häuäg:  elh,  üh^  (plh),  il 

hêi  steht  vereinzelt  :  Ross  438 1  :  £  venc  ab  eis  Rainiers  lo  íils  Ar- 
denc,  E  lui  ac  bo  vassal  i  adelenc  cf.  ib.  4385 .  Rayn.  ch.  V,  296,  1 6 : 
E  quant  venc  lendemanGuilhenis  s'en  parti  ePeire  com  lui  tri.stz  e  dolcii/. 

Sonst  nicht  in  proveiizaiiscben  Texten  für  den  Singular  zu  be- 
legen ist 

eli  :  Nav.  2137:  £  si  don  Pere  Sanchnitz  non  fos  tan  po- 
deritz  De  cavalls  e  d*omes,  eli  fora  traits;  (cf.  ital.  egli). 

Mose.  Flur,  :  ü,  M;  elk^  dhs^  ets.  Die  erste  Form  ist  Ü 
(ilh),  sie  findet  sich  bei  den  Troubadouren  der  klassischen  Zeit 
attdi  bei  weitem  Überwiegend  gebraucht  und  zwar  in  leichter  Vcr- 
wendung.  Umgekehrt  ist  es  bei  elh  und  eb  der  l'all,  diese  sind  ur- 
sprünglich eigentlich  schwere  Formen,  die  Beispiele  mit  anderer 
Verwendung  stehen  bei  den  ersten  Troubadouren  vereinzelt  da. 

Von  älteren  Denkmälern  zeigt  sie  nur  der  Girartz  de  Ros- 
süho  häufig  als  leichte  Form.  Später  haben  sie  sich  allerdings 
in  letzterem  Gebrauch  sehr  eingebüigert  (Cf.  Albig.,  Brev.»  Nav., 
Such.  Dkm.  etc). 

Meist  nur  bestimmten  Gebieten  angehörige  Formen  des  Plu* 
rals  sind: 

et:  Häufiger  nur  in  den  Albigenserknegen.,  2177  ib.  findet 
sich  singularisches  und  pluralisches  ei  gegenübergestellt:  si  el  so 
vencu  el  a  tota  la  terra,  cf.  femer  1162,  1690,  2177  ib.;  Ms. 
piov.  d.  Chelt.  53«  69:  Qu'el  m'an  trait  d'aizo  c'ai  desirat.  Femer 
Rayn.  ch.  m,  17,4;  B.  Chrest-  313, 3;  Nav.  450.  el  vertritt  hier 
•tets  die  leichte  Form. 


Digitized  by 


—   5  — 


eK:  Namentlich  In  den  Albigenserkriegen,  besonders  oft  in 
der  Btcreotypen  Wendang:  et  eli  respondero,  aber  auch  sonst,  cf. 

ib.  387,  1384,  1394,  1403,  141 1,  1977,  3966  etc.  Ebenso  im 
(iiicrre  de  Navarre,  cf.  ib.  1641:  K/  di.  aitantost  (lu'au/.igu 
c)  mnndamen,  Fero  cn  la  dozena  coseyll  ses  tardamen;  ferner  ib. 
1729;  2428;  4186,88;  4438, 

»7/t;  In  den  Poésies  des  Vaudois;  Rayn*  ch.  II.  3o,  116: 
Qu'iUi  non  creseron  ben  al  dit  de  lor  s^or. 

ißks:  Albig.  594:  En  abans  que  ilhs  passon  al  trenchant 
de  la  spea.  An  eine  Anlehnung  des  Keflexivunis  ist  hier  wohl 
kaum  zu  denken,  da  diese  für  gewöhnlich  an  -  Ih«  nicht  stattfindet; 
i-cmci  ib.  2201:  Que  ilhs  nos  saubon  pas  donar  nulna  ajua. 

ils,  die  französische  Form,  nur  in  späterer  Zeit:  B.  ('hrest. 
394,  12:  qu'ils  sont  tutz  sans  e  lo  liir  eysamens;  Brev.  25691; 
Quez  ils  devian  prezicar  La  sancta  fc  de  Jesu  Crist. 

ella/tf  in  der  Schreibung  ellous  :  Rom.  d.  Tersin,  Rom.  1, 63 
A:  qu'ellous  aneron  prendre,  cf.  ib.  64  A,  67  A.  Diese  Form 
ist  ans  spanischem  Einfluss  ta  erklären. 

Fem.  Sg.  :  Gewöhnlic  h  sind:  ela,  elhay  elh  ;  ü,  ilh,  î7/, 
tjlh.  Daneben:  pJh  :  B,  d.  B.  3,4:  pus  clh  .so  a  enqiiest;  1*.  d. 
Capd.  20,9:  Quar  sai  qu'elh  a  de  totas  seynhoria;  liest  man 
hier  elh'a,  so  wtirde  nur  die  gebräuchhchere  Form  vorliegen. 
Feiner  Lunel  5i  19:  L'apreyador  conhdar  elh  |  no  vol  ni  enten- 
dedor,  hier  vielleicht  nnr  des  folgenden  Reimwoites  lamelh  wegen. 

el:  Flam.  4342  :  Quant  el  ac  lo  sauteri  près  Devaus  destre 
(e!  =  Flamenca);  ib.  4551:  »Domma,  fai  s*el,  ben  puesc  jurar 
Seguramen,  ses  peijui  n  (cl  =^  Margarida);  Ms.  prov.  d.  Chelt. 
92,965:  Qu'el  non  aura  ab  omen  parlar  (el  =  druda). 

elr:  Ross.  73í>o:  üra  cuh  de  madona,  que  ele  nos  mente. 

Uki,  fiW:  P.  M.,  rec.  d'anc.  text.  (Vie  de  Douceline)  143,  60: 
Uli,  per  amor  del  senhor,  lur  lavara  los  pes;  cf.  ib.  144»  ^3»  9^ 
u.  105  ;  F.  M.,  dem.  troub.  94,  V,  23  :  £  suy  certz  que  s^ilhim 
pren  per  servidor  ses  bauzia  Ilhi  porta  ílor  De  tota  lauzor  (Be* 
rcnguier  de  Marseilha),  cf.  ib.  115,  13  :  Tant  pris  îîlîs  corahnent 
Que....  cf.  ferner  ib.  126,  11,4;  ^-9.  13  i'-  29,  130,62. 

Nur  als  schwere  Fonn  verwendet  wird  das  dem  liii«  des  Masc. 
entsprechende,  ebenfalls  ursprünglich  accusati\  ische  ieysc,  meist  bei 
abhängigen  RelativsätEeo  gebraucht«  cf.  F.  Vid.  16,44:  que  leis 


Digitized  by  Google 


I 


^    6  — 

qu'a  valor  oomplida  ra'a  mes  en  bon  esperans«;  cf.  ib.  40,37; 
Am.  Dan.  4*44;  ferner  einige  Belege  Raya.  ch.  I,  174;  Mafan, 

Gr.  294. 

Fera.  Plur.  :  clas,  elhs^  pihus. 

Abweichend  ils:  I  rc^or  610:  t-  do  las  VII.  planctj^  ,  cals 
sont  (  untracorrens,  noms  e  proprietatz  e  lot  s  et  cstamemii  c  corn 
eis  fan  als  homes  dans  e  proCetamens.    Cf.  il).  614. 

Das  neutrale  Pronomen  ist  durch  ìo  und  o  vertreten  (cf* 
hinten  das  Kapitel  über  0  imd  h), 

Hftufig  wird  das  Pronomen  regime  an  die  vokalisch  ausUa* 
tenden  Nominativ  Pron.  angelehnt.  Hieibei  verkürzt  sidi  das 
Prononicn  der  1.  Persun  oitzu  >iosjc  nachdem  me,  vos,  le,  los 
oder  en  und  i  angelehnt  ist,  ersieht  sich  dann  :  iem,  it  iis,  iel, 
iels,  ien,  iei,  weiche  alle  zahlreich  zu  belegen  sind  (cf.  Aumkg. 
vov  Levy  zu  G.  Fig.  4,  18). 

flam.  4S74  ist  teil  als  für  ieu  lo  stehend  erklärt«  vielieicht 
ist  hier  aber  an  die  beim  Zusammenstehen  von  Dat.  mid  Accus. 
Pr.  auch  im  Prvsl.  nicht  selten  auftretende  Auslassung  des  Accus. 
Fr.  zu  denken  und  ieil  =  ien  Ii,  was  häufiger  zu  finden  ist. 
Flam.  4263  findet  sich  die  noch  ^Tuhi»ere  Abkur/ung   eiU  für  ieu  Ii. 

Die  andern  Nom.  .Pr.  bleiben  in  dem  besprochenen  Falle  un- 
verändert. 

Verw^Mlmg  des  pinv.  Mm.  Pron. 

Noch  weniger  als  im  Ahfiz.  wäre  es  im  Pïov.  am  Plakse, 
im  Nominativ  des  Pets.  Pr.  der  neufrs.  Auffassung  entsprechend 
zwischen  verbundener  und  absoluter  Form  m  scheiden.  Die  vor- 
handenen Pronomina  übernehmen  die  l  unktion  heider;  sowolil 
bei  Trennuni^  vom  \'erb  als  auch  hei  'anniittel barem  Zuî>anuuen- 
stehen  mit  diesem  finden  wir  dieselben  Formen ,  ebenso  erzeugt 
Betonung  oder  Nicht-Betnntheit  des  Pron.  keine  Änderung  in  der 
Form  desselben.  Die  Scheidung  konnte  also  nur  in  der  gespio- 
chenen  Sprache  vorgenommen  werden.  Von  diesem  Gesichtspunkte 
aus  können  wir  Im  Provensal.  von  einer  leichten  und  einer  schweren 
Form  des  Nomin.  reden;  die  meisten  der  vorhandenen  Pron. 
werden  zuirleich  beiden  Kategorien  angehören,  eine  Ausnahme 
bildet  niii  bisweilen  die  dritte  i'erson ,  welche  in  s(  hwerer  Ver- 
wendung die  besonderen  Formen  alui«  und  ^leys«  hat. 

Ist  das  Nom.  Pr.  unbetont,  so  wird  von  der  Auslassamg  der 

I 

Digitized  by  CoogI| 


—    7  — 


ansgeddiitteste  Gebrauch  gemacht  und  «war  wohl  noch  häufiger 
ak  ha  Altfiz.»  da  die  un  Pnrz.  bester  erhaltenen  Flexionsendun- 
gen  meist       hinreichendes  Kriterium  für  die  verwendete  Perton 

'.-eben.    Dr  Deutlichkeit  durfte  natürlich  nicht  unter  der  Aus- 

ljuisung  leiden. 

Andrerseits  ist  es  auch  keineswegs  der  Fnll,  dass  da,  wo  die 
HinxufUgung  des  Nom.  Pron.  stattfindet,  eine  besondere  üetonung 
vorliegt,  der  Provenxale  schaltet  eben  hier  nach  iretestem  Ermessen. 
Namentlich  bei  unpefsönlidien  Ausdrücken  und  Verben  findet  sich 
im  Pnsl.  eine  grosse  Voitiebe  fiir  Auslassung  des  neutralen  Pro- 
nomen. 

Für  die  Auslassiin;^'  resp.  Setzung  des  Nomiiiiitives  wirken 
oft  stylistische  Rucksichten.  In  der  biblischen  Spraihe,  ebenso 
wie  in  dialektischen  Werken  findet  sich  eine  gewisse  Vorlielje  für 
die  Hinzufügung  des  Subjects  Pronomens,  während  die  leicht  be- 
w^liche  Sprache  der  Troubadours  meist  darauf  versichlet.  In 
Folgendem  sind  einige  Beispiele  von  der  Verwendung  des  Nomin. 
gegeben. 

Das  Verb  hat  zwei  Subjekte,  ein  pronominales  und  ein  sub- 
stanfÌN  is(  hes  :  Ros.s.  1185;  Senhor  eieu  e  Giiarl^  em  done.  ogan. 
G.  kig.  7,63:  Belhs  amics  Taurel,  vos  e  nia  dona  Dia  devetz 
ben  anuir  seih  c'a  nom  de  ric  re.  Ms.  prov.  de  Chelt.  100,  11 94: 
Qu'adoncs  sivals  esttam  ensems,  eu  e  mos  amix.  Am.  Dan«, 
12,21:  1..0  jom  ques  ieu  e  mi  donz  nos  baisem.  Rog.  3»  34  : 
Anc  ieu  ni  autre  nolh  o  dis.  Flam.  5454'  £u  et  Alis  no  i  se- 
rem;  Aibig.  198:  Qu'ilh  ni)  pais  no  caian. 

Zwei  Pronominalsubjcktc  .stehen  beim  Verb:  P.  Vid.  .^5,6: 
<|u  en  breu  serem  ja  velh  et  ilh  et  eu,  ib.  35,60:  Coms  de  Pei- 
teus,  bel$  senher,  vos  et  eu  avemlopretz;  Rayn.  ch.  III,  213,5: 
Domna,  nos  très  vos  et  ieu  et  amors  sabem  tots  sois.  Fl.  642$: 
man  peril  ai  souffert,  que  vos  ni  tll  non  saupes  ren. 

Brev.  23627:  £  tu  et  ieu  £m  justamen  lieurals  a  mort. 

Von  einem  Eindringen  des  casus  obliqu.  als  betonte  Form 
des  Nom.  der  i.  u.  2.  Person,  dem  Alfr.  entsprechend,  (cf.  mei 
c  ceste  fcnu  )  \>i  a.Uo  im  Prov/I.  noc  h  nicht  die  Rede.  Das  von 
Diez  aus  Rayn.  ch.  Iii,  60,  10  gebrachte:  >Mon  Ëscudier  e  me 
Avem  cor  e  talao<,  wird  ja  mit  Recht  aqgcswetfeit,  da  das  nomi' 
nale  Subjekt  auch  oblique  Form  zeigt. 


..ijui^cd  by  GOO' 


Das  Nominativ  Protiomen  ist  ferner  gesetzt  L>ei  Cìegenuber- 
stellungen.  Flam.  1148:  Qu  icm  trcbail  e  vos  repaiisntz  ib.  5022: 
el  es  soleilz  e  vos  soleiUa.  Cheit,  Ms.  prov.  de  88,  783:  eu  soi 
lor  e  elUs  soo  mias.  Albig.  aSaa:  Que  nos  avem  gran  dmt  et 
eis  an  los  peccatz.  B.  d.  B.  4,  28:  eus  endtiratz  fam  e  ilh  estan. 
Auffallend  ist  hier  die  Anlehnung  des  Pronomen  der  swdten  Per- 
son, ni.m  sollte  die  schwere  Form  erwarten  (cf.  Stimmings  \n- 
merkg.  zu  dieser  Stelle).  Das  Pron.  findet  sich  in  solchen  Fällen 
sogar  auch  ausgelassen;  cf.  Fiam.  7394:  E  sia  Caynis,  vos  Abels» 
B  d.  B.  a  8,  64;  ben  pose  far  dnc  et  ilh  tema.  Die  J^lezionsen- 
dung  giebt  im  letzteren  Bspl.  hinreîchettd  die  Person  an,  ausser- 
dem liegt  hier  wohl  der  Ton  mehr  auf  den  Zahlen. 

Sind  die  pronominalen  Subjekte  zweier  sich  gegenttbergestell- 
icn  Verben  die  gleichen,  so  erfolgt  nur  ausnahmsweise  die  Verwendung 
des  l'runonien  ef.  z.  B.  Rog,  5,4?:  si  us  vivetz  o.  us  niüretz. 
Dagegen  in  derselben  Phrase  Auslassung:  Capd.  uä.  9,73:  O 
muer,  o  viu,  a  vos  mi  ren. 

Das  Nom.  Pron.  in  betonter  Verwendmig  femer  im  Ausruf: 
cf.  C.  Mars.  6,  25:  Ni  eu  las!  mais  no  cog  per  ver  trobar  tau 
senhor.  G*  de  Gäbest.  3,36:  Mas  eu  sols  last  Albig.  3067:  El 
escrich:  »Eu  soi  reis!c  M.  W.  I,  372,  8  findet  sich:  Oy,  me  lasso! 
que  faiö.  Das  ^nie^  wird  hier  wohl  nicht  als  Nomiii.  m  betrac  fi- 
ten sein  :  der  Sinn  des  Ausrufs  ist  vielmehr  :  »O,  Uber  mich 
Elenden  !  « 

Die  Funktion  des  schweren  Pronomen  hat  der  Nomin.  auch 
in  Fragestellungen,  wie:  B.  d.  B.  6,9:  e  tu,  que  estas;  Rog, 
4,  a6:  e  tu,  que  saps;  Ross.  141 1:  -»Jeu  que  sai,  so  ditz  F.  ib. 
3520  »K  vos,  En  Estraguat,  per  que  fazetz?c        ieu  que?  ditz 

G.,  quai  Ul  i)  dizetz.  ib.  77:^3:  E.  G.  respondet:  >ieu ,  <]ue  U 
tuelh?  Rii\n.  rh.  V,  119,  i;  jeu  que  lur  resposa.  Agrus  514! 
Bella  sore,  eu  quai  segle  tenrai  V  Ms.  prov.  de  Chelt.  51,  44  : 
Hetz  m'aves  faig,  cao  m*aves  consirat«  \Ei  ieu  de  que?  ib.  51»  56* 
Dieua  Et  ieu  com? 

Durch  die  in  den  ersten  Beispielen  gebrauchte  Heraushebung 
des  Personalbegriffes  aus  dem  eigentlichen  Fragesatze,  sowohl  als 
auch  durch  die  pleonastische  Hinzufugung  in  deti  letzteren,  gewinnt 
die  Frage  eine  seiir  ])rágDante  F'orm  (ci.  den  entsprechenden  Ge- 
brauch bei  der  Antwort.) 


.  kiui^cd  by  Googl 


—  9 


in  der  gewöhnUchen  FragesteUung  ist  die  HinzufUgimg  des 
Nom-  Fron,  völlig  fakultativ;  steht  noch  ein  Pron.  rég.  beim  Verb, 
so  ist  sie  bei  weitem  das  häufigere. 

Das  Nom.  Pron.  wird  ferner  gern  hin/iiL,a'rui;t  in  der  Antwort 
mit  einer  l'artikcl,  eine  im  l'rovenz.  Tioch  weit  mehr  als  im  Alt- 
frz.  verbreitete  Verwendung  :  cf.  z.  B,  Kog.  4,  9  i|ue  presas  tu 
tot  quant  fas?  vjeu  no  res  ii>  4.34  ;  6,43,  Am.  Dan.  16,30: 
cuidatz  qu'ieu  m'en  duoiUa^  Non  ieti.  B.  Cbrest.  357*6:  si  fas: 
non  am  ieu  doncs  Jattfre?  non  iea,  car  ren  nol  fas.  Flam.  4474  : 
Ausist  o  tu,  Margandeta?'*  »Donna,  eu  non,  con  o  dises«.  Ross. 
8761:  Atais  me  comtet  que  avîatz  drut?  »Jeu  oc«.  voluntiers  ist 
an  Stelle  der  r.unkel  gebraucht:  Ross.  que?  dit/ 

iiirart^,  quar  m"o  dizetz<.  vEu  voUintiers,  ditz  el,  pos  ovoletz-. 
Dieselbe  pieonastisehc  Verwendung  von  ieu  liegt  auch  im  folgenden 
Betspid  vor,  in  welchem  die  Antwort  nicht  mit  Hülfe  einer  Par- 
tikel erfolgen  kann;  Ross.  3631  :  Girartz  que  demandatz  au  rei  K.? 
Jeu  la  mort  de  mon  onde  Odilo. 

Ebenso  häufig  findet  sich  vos  hinzugefiigt  :  B.  Chrest.  161 ,  17  : 
amors,  semblaus  si  ja'n  poirai  jauzir?  »amics,  oc  vos,  sufren  et 
ab  servir*.  Flam  3784:  vSenerc,  fai  s'el,  ^jairai  eii  sai  ?  »Aniix 
vos  nonc.  ib.  74^1:  »Irai  ab  vos  ^  —  »Sener,  vos  no.  Ms.  prov. 
d.  Chelt.  51,  51  :  ai  vos  ieu  len  emblat?  »Oc  vos<.  Ross.  791: 
9  soi  donc  vencuulc  »Vos  no,  senher«.  ib.  5323:  Dema  prendrai 
F.  sotz  Mont  Argo«.  „Per  mon  chap!  so  ditz  Feires,  don  rds, 
vos  no!« 

Beispiele  ftlr  die  pleonastisch  htnzugefltgte  dritte  Person  sind 

in  uerinp^er  Au/.ùU  vertreten;  Rayn.  1  h.  IIJ,  165,  14  No  sai 
si  aie  conoissia  ^  11h,  oc  :  per  que  us  o  mentria.  Der  M)m  Dirhtcr 
geäusserte  Zweifel  wird  positiv  beantwortet.  Ähnlich  Flam.  7058; 
Tota  Tautra  gen  fara  losca,  Losca!  el  hoc,  nds  per  Dieu  orba. 
Vereinzelt  ferner  der  neutrale  Nom.  »lo<  in  Antworten: 

cf.  Pam.  occ.  358,  14:  Non  es  mais,  qu'aissi  m'aucia  lan* 
guen?  Lo  non,  qu'en  um  dia  £r  tos  bes  si  no  t'en  gics  (schon 
bei  Die»  111,319  citierti.  Nach  den  C.  Chabaneauschen  Correk- 
turen  'Rom.  VII,  330)  auch:  l-lam.  2583 — 7:  Ha  dig  suau  :  ^Ha 
i  comtier,  Amics,  aqui  ni  calendier? .  .  .  .«  —  Seinor,  *oi  lo«  und 
ib.  6189:  Si  m'en  sovenl  per  Dieu,  oi  lo,  beide  Mal  >oi  lo«  ftir 
>Kni  o«  des  Textes. 


Digitized  by  Google 


lO  — 


Nur  einmal  habe  ich  den  Nom.  Flur,  gefunden:  Flam.  447  S  : 
"A donc  sabrem  s'ausír  o  por,  Voles  o  vos  donna?  Nos  hoc«. 
Die  von  dem  Spiecheoden  gleich  hinter  aeiner  Fnge  «elbftt  bei- 
gefügte Heantvoitung  gieht  dessen  Stellung  su  derselben  zu  er- 
kennen,  er  will  auf  die  Perron  einwirken»  die  Frage  in  dem  ge- 
wünschten Sinne  zu  beantworten. 

Das  Nom.  Trun.  findet  sich  nicht  selten  beim  imperativ  und 
beim  imperativisrhen  Futurum. 

a)  beim  Imperativ,  sehr  hauûg,  namentlich  in  der  Troubadour- 
poetie: 

Hog.  3»  61:  Bastart,  tu  vay  e  porta  ra  lay  mon  sooet.  ib. 
3,  50:  vos  jttlgatz  domna,  e  destrenhets  ;  P.  Vid.  so,  18:  Pietate, 
vos  lan  Gonselhats,  Mont.  8,  16:  E  vos  gardatz  vos  en  de  failliso. 

Mans,  prov,  d.  Chelt.  78,  268:  Digas  Ii  vos  cissa  en  privetz. 

M.  W.  IV,  i8i,.Sv*^^  Donc  perdonat/.  m  vos  Rayn.  ch. 
III,  163,  17  :  Dona,  autreyatz  lo  m  vos  ib.  V,  30.  1  i  ;  Per  dieu, 
bclhs  clercs,  tu  lo  m'cscriu.  B.  Chrest.  364,33;  Tu  dona  l'en. 
Auch  Albig.  141  :  Fraire,  tu  vai,  ib.  3728:  Tu  garda  que  ûuas; 
Such.  Dkm.  177,  B.  14a. 

b)  beim  Imperativischen  Fut  :  B.  d.  B.  4,  47  :  Tu  li  diras  que, 
5*ar  nolh  valh  ab  bran,  elh  valraî  tost.  M.  W.  I,  47,  25  :  Chansos, 
tu  m'iras  (eine  bei  den  Troubadouren  sehr  häufig  wiederkehrende 
Wendung"  Koss.  180:  Bemart,  tu  t'en  iras  ib.  100;  Cosi,  voi,  m  en 
irez.  Flara.  7905:  »Don,  vos  n  ires  dreit  a  mi  dohz.  Brev.  5325: 
Ditz  Senecca,  tu  me  diras B.  d.  B.  11,57:  Papiols,  e  tu  viatz  a  ÌÂçm 
nerei  diras  mit  Trennung  des  Pron.  Sub.  vom  Verb,  was  in  dieser 
Verwendung  selten  ist.  (cf.  einige  weitere  Btíege  für  die  besprochene 
Erscheinung:  Amkg.  zu  B.  d.  B.  4,47. 

Die  Verwendung  des  Nom.  Pron.  ist  ferner  geboten,  wenn 
^eis  oder  xmcseis«  verstärkend  hinzutritt  :  cí.  nur  JJücth.  (Ii.  Chrest.) 
5,37:  Ma  smetessma  ten  rlaus  de  paradis,  ib.  5,43:  Ella  me- 
desma  telset  so  vestiment.  cl.  dasselbe  B.  d.  B.  33,  11  ;  Mont 
I,  35;  II,  25;  Flam.  1384,  3281,  3576;  Agnes  1174;  Pradas  1161; 
Albig.  3234, 36  ;  Tresor  445  etc.  Wenn  »eis«  oder  »meseist  zu  einem 
Substantiv  hmzutreten,  so  wird  meist  das  Personale  der  dritten 
Person  hinzugefügt:  cf.  B.  Dkm.  263,8:  Apres  caat  Dagobert 
lo  reis  N'ac  portât  lo  cors  cl  mezeis  B.  d.  B.  30,  i  :  Nostre  senher 
somonis  el  meicis  5  Flam.  885  :  Tibaut  sam  trames  ei  meseis. 


Digitized  by  Google 


II 


Brev.  86ii  :  Aisst  o  ditz  el  mezeis  Dieus.  ib.  11745:  Et  el  nie- 
s«Ì9  Isaias.  Nötig  ist  ist  die  Verwendung  des  Nom.  iedocb  nicht: 
cf.  z.  B.  :  B.  ehrest.  15,6:  meesmes  lo  paer  vos  ama;  Flam. 
1345  :  Ans  die  que  eìssa  (Hlosia  non  sap  astan  con  el  fasia. 

Da>  p  ersonale  Subject  weist  yileonastisch  auf  ein  nachfolgendes 
Substantiv.  Subjekt:  «f.  Mont.  10,71:  Kl  sc  i)arti  dcl  Till  N  Atifos; 
Fig.  4,  26:  E  ilh  las  faiit  morir  c  dc(  hazt-r  Ist  t'als  pastor.  I.unel 
5,  19:  L'apreyador  conhdar  elh  no  voi  mi  dons^  Am.  Dan.  7,  i: 
Anc  ieu  non  l'aie,  mais  ella  m'a  'l  otz  temps  en  son  poder  Amors. 

B.  Dkm.  837,31:  Aqui  eis  brocon  los  cavak  Li  cavaljwr; 
B.  ehrest  302,  36  :  O  si  el  iatara  lo  fila  ab  malefids. 

Pam.  00c.  347,  33:  Qu 'ieu  ai  s*amor  Et  iU  ass'onor  L'ania. 
Rayn.  ch.  IV,  432,  13:  (}u'el  nos  perdon  lo  filh  reyna  pia. 

Das  pcrNoïKilc  Siilijort  steht  pleonastist  h  in  lîezug  auf  ein  vor- 
hergehendes hubstantivisches  oder  pronominales  Subject;  Die  Be- 
lege fUr  diesen  C^ebrauch  sind  -.  itener:  B.  Dkm.  383*37:  K  no* 
lira  dooa,  cant  vit  Jocep  Kl  eiTant  que  am  se  rnenet  Ela  at 
plaier  e  gaug  mot  grant  Such.  Dkm.,  Evgl.  Nicod.  83S0:  can 
Nohe  ms  en  l'archa  ell  si  aalvetx.  Rayn.  cb,  V,  43t,  34:  Totas 
his  razos,  (|u'en  lücbartz  el  avia  rasonat.  Die  Zurückweisung 
îindct  di)i<  h  die  schwciv  Forin  btatt  :  M.  W.  I,  128.  14.  (Hio^r. 
d.  (iraicn  \on  Poitiers;:  El  ( oms  son  anel  lui  en  l-.ni^Uurra 
ab  X.  çavalliers.  Zurückweisung  auf  ein  Relativ  tìndet  sich: 
Ross.  4313:  Qui  a  son  amie  falh  il  es  fertat/.  Qu'en  tota  bona 
cort  es  mesprezatz;  Tersin,  Rom.  1,63»  A:  lonqual,  tan  tost 
qu^el  recebet  las  noveUas,  el  manda  per  tout  soo  royaume. 

Mit  dem  aus  der  Biogr.  des  Grafen  von  Poitiers  citierten 
Ikispiele  hängt  folgender  Gebrauch  zusammen.  Stehen  zwei  Sub- 
R(  iL'  l)einî  Verb,  so  ist  es  /uwoilcn  uchiauchlich,  das  erste  mit 
smguiarischem  Verb  /11  VL-rwcndcn,  ufitl  es  <lann,  zur  Anknupfitrii^ 
an  das  zweite,  vor  diesem  in  der  üchweren  Form  autzunehmen  : 
.^Ibig.  745  :  Ìjo  vescoms  de  Bezers  estec  el  pabalhon  Del  comte 
de  Niven«  el  e  sei  comiumho.  ib.  11 74:  Cant  Lavaur  fon  con* 
quesa  en  aqueia  sazon  Se  moc  le  ooms  de  Fois  el  e  sei  com- 
panhon.  ib.  361 1  :  Can  o  viroilh  borzes  nous  o  cal  demander 
Sin  son  espaventat  ni  ilh  nil  mainader.  Mit  umgekehrter  Stellung  : 
Koss.  5114:  Agenes  vont  |)oinhant,  boh  hiors  e  il.  Cf.  hicr/ii  don 
pieonastiscben  Gebrauch  des  Pron.  reg.  Die  Verwendung  des  per> 


Digitized  b 


sonalen  Subjectes  im  dt;monstrativen  Sinn  ibt  ebentalls  beim  Pron. 
Rég.  behaodect* 

Stellung  des  No».  Pm.  »in  Verb. 

Wird  der  Nomin.  beim  Verb  hinzugefügt,  so  kann  er,  vor 

demselben  stehend,  durch  die  mannigfachsten  Satzteile  von  ihm 
getrennt  werden:  cf.  z.  B.  :  B.  Chrest.  fHoeth.)  3,  40:  Nos  c  m<>l/ 
libres  o  trobam  legen:  Flam.  2985:  Et  eu  plazer  ni  ben  nous 
faz  ;  B.  d.  B.  15,  23  :  S'eu  autra  dompna  mais  deman  ni  enqiiier 
nias  vos;  ib,  16,  aS:  qu'ieu  sivals  tot  jom  noi  glata.  Rog.      2  : 
qu'iett  de  chan  non  cossire.  ?.  Vid.  10,  24:  quant  ela  s'atnor 
m'estrais;  Prad.  734:  £  eu  son  vertutz  aitan  cara;  Agnes  619: 
non  Cresas  qn'îeu  negttn  tems  lo  vostre  mova,  Brev.  23377  :  Tu 
dizes  ver  que  icu  reis  sui,  îb.  136 18:  Qu'el  filhs  de  Dieu  séria. 
Albig.  4794  :  Car  ilh  lo  comte  jove  per  fin  amor  coral  Aman 
mais.  Brev.  11454  findet  sich  das  zum  pronominalen  Subject  ge- 
hörige Verb  erst  fünf  Verse  später:  Per  qu'ieu  ad  onor  del  Paire 
Del  Filh  e  del  sant  Esperit  Cui  requier  huniilmen  quem  guit 
Cofizans  de  la  gran  bontat  De  la  maire  de  pietat,  De  sa  lauTor 
vos  tractaray.    Eine  Wiederholung  des  vorangestellten  Subjectes 
direct  vor  dem  Verb  findet  nicht  statt,  nur  ausnahmsweise  begec^nen 
wir  derselben:  15.  (  hrcst.  i^Boeth'i  4.  7  :   Nos  de  niol/   unies  nos 
o  avem  veut.  (Hundgen  schreibt  hier  in  semer  Ausgabe  des  Liedes 
für  den  zweiten  Teil  des  Verses,  das  Handschriftliclic  nos  besei> 
tigend:  aiso  avem  veut;  Boehmer,  Jahrb.  8  p.  316,  schlägt  vor: 
no  so  avem  veut.)  Rog.  z,  $6:  Jeu  mai  que  mai  ma  domna  ieu 
sai.  Rayn.  ch.  V,  319,  5  :  Can  il  vas  lui  il  coren  ses  revel;  Appel, 
Anmkg.  zu  Rd-      57  erwähnt  letzteres  Beispiel  aus  P.  Milo  auch, 
weitere  Beleihe  tnr  diese  ausnahmsweise  VViedorholunLi  des  ]ir(">!ii)iiii- 
nalen  Subjecls  habe  ich  nicht  gefunden,  denn  die  folg.  Bsp.  gehören 
streng  genommen  nicht  hierher:  Boeth  1,1  :  Nos  jove  omes  quan- 
dius  que  nos  estam.  Flam.  2847  :  £üa  sespon  :  „Segner,  vos 
qtt'ies,  vos  qu 'aitan  gen  m'cnquerres?**  Mont  1,  34  :  E  vos,  dompna 
per  Vostra  gran  valor»  vos  meseissa  m*aconseiUatz. 

Steht  das  l^ronom.  Subj.  hinter  dem  Verb,  so  können  es  nur 
Pron.  Reg.  oder  enklitisch  zum  Verb  stehende  tonlose  Âdverbia 
von  demselben  trennen. 


.  kiui^cd  by  Googl 


ProiMiM  reverentiae. 

Da  in  der  proveniaiischeii  Litteratur  der  Schwerpunkt  auf 
den  lyrischen  Erzeugnissen  ruht,  so  gewinnt  hier  die  Verwendung 
von  »tu<  als  Pronomen  der  Anrede  eine  sehr  bedeutende  Verbrei- 
tung,   in  den  manniut.u  hen  in  Dialogform  gekleideten  (iedichten, 
bei   lU-n  Anreden    (k>   I  )i<  hters   an   seine  Geliebte,    aiu  h  wenn 
diese,  wie  meist,  eme  über  ihm  stehende  Dame  ist,   finden  wir 
häuüg  die  singularische  Anredeform  verwendet,  da  diese  für  die 
Sprache  der  Vertrautheit  geeigneter  ist.    Ks  begegnen  nns  Ge- 
dichte, in  denen  bb  kurc  vor  dem  Schluss  das  pluraUscfae,  respect- 
voUere  >vos<  verwendet  ist,  erst  dannwält  der  Dichter,  um  seine 
Bitte  um  Gunstbezeugung  der  Geliebten  eindringlicher  ans  Hent 
zu  legen,  die  singulanx  he  Anrode.     Xatiirli(  h  isi  es  auch,  dass 
in  den  didactischen  W  erken,  dem  Character  derselben  entsprechend, 
tu«  bevorzugt  wird.  Ebenso  ist    tue  für  die  Sprache  der  Bibel  ge- 
eigneter als  »V0S4,  und  findet  hier  eine  ausgedehnte  Verwendung. 
In  der  profanen  Sprache  wird  »tue  in  der  Anrede  des  Herrn  an 
semen  Untergebenen,  in  der  Sprache  der  Entrüstung,  des  Zornes 
fast  immer  gebraudit  (cf.  Diez,  III,  56—58).    Ausnahmen  sind 
natürlich  vorlmnden,  so  gehraiK  hen      B.  im  (i  iaii/  de  Rossilho 
die  Ritter  dem  Konige  Karl   t;ei;eniil)er   haiitiü;   die  singiilansehe 
Anrede.    Bisweilen  tinden  sich   beide  Formen  in  derselben  An- 
rede nebeneinander  gebraucht, doch  nur  selten,  cf.  Ross.  791  flg.: 
So  ditz  k.  Martels:  »soi  donc  vencuts.«   »Vos  no  senher,  si  ets 
aperseubutz.    Vai  t'en  a  Sant  Romieu  ds  ancs  voltuts,  Aqui 
manda  tos  homes  perque  t'a$utz.<  Zueist  also  das  förmliche  vos, 
dit  l'l)crleituní;  /u  dem  tu  liegt  wohl  in  dem  Imperativ  >Vai  t'en<, 
welcher  geradezu  stereot>p  geworden   ist.  so  dass  der  Sehreiber 
die  plötzliche  Verwendung  des  Singular  Pronomens  gar  nicht 
empfand;  dieses  ist  nun  aber  einmal  angenommen  und  wird  dann 
im  weiteren  Verlauf  des  Satxes  ebenfalls  gebraucht,  cf.  ib.  57 11: 
Don  Bos  s'en  iiasquet,  a  Peiro  dis:  >Si  no  fossets,  don  Pdre, 
mon  don  trames,  E  si  Folques  mos  fraire  no  me  tengues,  Tal 
%*Oii  agra  e  mich  cel  vis  Que  lo  ulhs  de  cel  cap  vos  en  salhis. 
D  aquu  sia  Ins  senlur  c  tu  be  fis,  Ja  non   istra    h)   temps,  que 
pratz  tìuris,  Que  .  .  .  Durch  die  spatere  Verwendung  der  singu- 
larischen Anrede  giebt   der  Dichter  dem   sich  steigernden  Zorn 
des  Redenden  Ausdruck,  der  sich  auch  in  der  Drohung  seigt. 


ib.  3904:  Vc'nc,  molt  i  fa/etz  er  atiobis,  Oncaj»  mais  chivaliers 
so  nos  dis  Ni  inessatgcs  (juei  reis  nos  tramesses.  I  er  molt  grans 
meravilha,  si  t'en  vas  vis,  E  si  tu  vius  t'en  vas,  ben  te  garnis . . 
auch  hier  wird  der  Sprechende  im  Veilaaf  der  Rede  wärmer. 
Sonst  noch:  Prière  à  U  Vieiger  F.  M.  Rom.  1,  408,  5:  Dieus 
te  sal,  del  sei  legina.  Contra  peccats  mededna;  A  yos  mi  tom 
eus  prec  cap  dtn.    Prologue  d*im  poème  inconnu:  P.  M.  Koro. 

419»  37-  ^'os  qu'cty  flors  e  caritatz  sobricra  Mayrcs  de 
Dieu  —  A  tu  supplc).  Such.  Dkni.,  des  Sünders  Reue  161: 
cl  (  cl  et  en  la  terra  faitz  ausir  ma  pregueira  als  vostres  &ermonis 
al  tieu  glorios  paire;  cf.  ib.  695  :  si  nous  sabem  servir  ni  rendre 
gaiardos  dels  angoissos  trebaU  que  as  preses  per  nos.  Nach 
Sttchiecs  Anmkg.  zu  etsterer  Steile  findet  man  lür  diese  Erschei- 
nung Belege  aus  andern  Sprachen  :  Dies  Gr.  3,  S7  ;  Buiguy  2,  94; 
Über  die  Vie  de  seint  Auban  (Halle  1B76)  S.  8;  Chardri  ed. 
Koch  S.  XI  ;  Herriu;s  .\rchiv  68,  78. 

r.ei  L'ei^onifikatioiun  tu  und  vos:  im  Cielcii  vieler  i'roubadour- 
dichtuiigeo:  chanso  (sirventes,  ver^)  vai  t'en.  Auch  sonst:  P.  Rog. 
7»  Ii:  boca,  tu  mens.  B.  d.  B.  41,  7:  estenta  moru,  plena  de 
marriment,  vanar  te  pods;  Rayn.  ch.  IV,  79,  4:  Mala  mortz,  tu 
fas  plorans  £star  ab  grans  dolois  ib.  IV,  81,  94.  Mala  mortz, 
tu  as  frag  lo  pon.  vos:  P.  Vid.  so,  19:  Pietatz  vos  lan  cossel» 
hatz;  Flam  2712:  E  vos,  quem  faz,  donna  Merces.  Ebenso 
Ms.  prov.  d,  Chelt.  70,  125  iulg.,  71,  157,  t8i  ;  72,  i()5,  217; 
73,  249  ;  74,  273,  285  ;  75,  301.  Bei  Abstrakten  ;  Solaz ,  Ar- 
diment,  Cortezia,  Esperan&a,  Paoxs,  Largueza,  Domaeis,  Celamens» 
Compania  etc. 

ForiMn  des  Pronomen  régime. 

Erste  Person. 

tue  oder  »w?*,  beide  ohne  Unterschied  in  leichter  und  schwerer 
\\  rwe  iidung  gebraucht.  Vereinzelt  linden  sich  daneben  als  schwere 
l-ormen  wei  und  moi. 

mei  (mqf)  bei  den  Troubadouren  nur  selten:  cf.  Kog.  3,  ^8: 
mas  a  celat  Tarn  atretan  fe  qu'ieu  U  dey  —  cum  s'sgues  fait  «on 
dnit  de  mey.  M.  W.  I,  164,  11:  Ni  nulha  res  non  fora  contra 
mei  (im  Reim  auf  meroei,  autrei  etc.)  P.  M.«  rec.-  d'anc.  text 
prov.  69;  7,  3  :  Qu'una  domna  s*es  damada  a  nid  (in  Reim 


Digitized  by  Googl 


—    15  — 


auf  esfrei.  vei  etc.)  Häufiger  im  Rossilho  :  cf.  ib.  55  ;  Efet  (  os- 
sáh,  ditE  Tibertz,  non  es  de  mei  (im  Reim  auf  gueiet  etc.)  im 
Reim  auch  ib.  2465:  Per  que  Aguea  lo  dux  gueira  ses  mei,  ib. 
s  47  8:  líiei  amie  e  senhor,  prciatz  per  mei»  cf.  ib.  3089«  4954  etc. 

Dieselbe  Form  auch  in  nicfat  i  rapositionaler  Verwendung: 
Ross.  4719:  l^cls  nebs,  per  umor  dicii,  cosselhaU  mei  (auch  im 
Reim).  G.  d.  Cabcst.  43,  V,  15:  niaijiia>  wv  ol)lit  mei  iju'cu 
lau  vos  e  meicei.  Alie  angeführten  r>eispiele  zeigen  also  wohl 
die  Form  »meic  des  Reimes  wegen.  Ein  solcher  Grund  liegt  nicht 
vor:  Rosa  5855:  »SenhoTi  cosselhatx  mei  per  totas  ieis.«  In 
den  beiden  Cttaten  Ross.  4719  u.  Gab.  43 •  V,  15  findet  sich  sonst 
in  dersdben  Verwendung  die  leichte  Form. 

moi  (moy).  Auch  diese  nicht  provenzalische,  dem  Einflüsse 
eines  französischen  Kopisten  /uzusthreibende  Form  findet  i>ich 
meist  aus  metrischen  Rucksichten  angewendet,  ci.  Farn,  ucc.  13,  17  : 
Vos  feistes  hon  guerrier  F  vos  jur.i'ítes  ou  moi  £  m'en  portastes 
tieL  foi,  in  demselben  Gedicht,  im  Geleit«  ib.  14,7:  vai  sirventes 
|e  t*envoi  En  Auveigne,  e  di  moi  As  deus  comtes  ;  ib.  80,  1 1  : 
Ja  non  aurai  joì  encdra  Si  je  n*at  vos  e  vos  moi  (Reim  auf 
aittroi,  foi,  loi)  cf.  dass.  Bspl.  aus  Raimbaut  de  Vagueiras  in 
P.  M.,  rec  d'anc.  tex.  j)r.  90,  lü.  Die  beiden  (iedichte  zeigen 
auch  sonst  stark  französischen  Einfluss.  Ferner:  dem.  troul). 
130,  11|  i:  Mon  bel  cenhor,  ge  vos  c  riée  merci,  Que  vos  de 
moy  ne  dastes  hoblians.  ib.  130,  II,  8;  Mas  totas  foys  tenes 
moy  covenant  Brev.  27935:  £  que  soy  entends  A  moy  reoo- 
fortier.  Beide  Beispiele  stammen  aus  spAterer  Zeit,  worin  wohl 
dieser  Gebniucfa,  auch  innerhalb  des  Verses,  seine  Erklärung  findet. 

Zweite  Person. 

Gewöhnlich  te  oder  ti,  ebenso  wie  die  entsprechenden  Fron, 
der  I.  Person  in  leichter  und  schwerer  Verwendung  gebraucht. 
Daneben  findet  sid^  ^  schwere  Form  das  eigentlich  nominati- 
vische >tuc,  hauptsichlich  in  präpositionaler  Verbindung  und  hier 
wieder  speciell  in  der  biblischen  Sprache  (cf.  Mahn,  Gr.  294). 
Die  vie  des  apôtres  verwendet  als  präpositionales  Régime  aus* 
schliesslich  tu:  rf.  xh.  \).  16,  i:  eii  aisi  lo  teus  coratges  don  iest 
dopto.s,  cm  breu  tennini  am  clardat  venra  a  tu  de  Dieu,  ib.  p. 
18,31:  e  per  aiso  estai  aaviamen  e  vejas  la  tua  simpleza  que 


.  k)  i^  .ci  by  Google 


i6  — 


autra  cauza  non  endevenga  a  tu,  cf.  ib.  p.  ip,  48:  vejas 
quai  te  plus  ku,  <|iiar  ai^o  que  tu  quers  non  es  dai  a  tu.  ib. 
P*  29,  55  :  Sias  tizels  jace  en  totas  causzas. 

Ohne  Präposition  weist  die  vie  d.  apôt.  immer  te  auf.  ib.  16,  14 
íindeii  sich  beide  Formen  des  Régime  neben  einander:  ho  teus 
vem  qu^esta  ben  am  ta  te  quer  amenar  am  suaiis  paratilas.  Auch 
die  zeitlich  spätere  Sancta  Agnes  bedient  sich  nach  einer  Präpo* 
sition  der  Form  tu:  cf.  ib.  18,  505:  qu'il  a  poder  ben  o  mal 
de  tu  far,  ib.  19,  515:  pueh  (juc  de  tu  tan  fort  mi  iuiniarai  ? 
ib.  21,  578:  Donna  a  tu  vtnciii,  «|uc  tu  dejhas  pregar  ;  ib.  51, 
1401:  qu  a  tu,  seyuer  de  pietat  rem  m'arma  de  mot  bon  grat. 
ib.  51,  1404:  Ueimays  venc  ves  tu  bei  paire«  auch  bdm  prilpo- 
sitionalen  Infinitiv:  ib.  25»  691:  que  nos  sa  siam  intrat  per  tu 
a  deisonrar  ,  ib.  36,  993:  pregua  Ii  qu'el  den  recitar  mon  fiU 
c*a  mort  per  tu  guardar.  Sonst  hier  in  *  leichter  Verwesdung 
immer  te  oder  ti  gebraucht,  tu  femer  häufiger  in  den  biblischen 
Texten  von  Such.  Dkm. 

Bei  den  Troubadouren  aucli  tu  vereinzelt  in  der  in  !•  r;ige 
stehenden  Verwendung:  M.  W.  ii,  150,  41;  Qu  en  tu  non  es 
nulha  res  De  so  qu'a  joglar  s'eschai  (Uc  von  Saint  Cyr).  ib.  II, 
174t  13:  Qu*clh  aprenda  de  tu  los  motz  (Aimeric  von  Peguillan) 
ib.  II,  300,  X3:  Per  que  dieus  en  tu  se  mefi  (F.  Cardenal)  ib. 
Ut  304,  23  :  Car  si  a  tort  escumenjas,  De  tu  meteis  cre  que  t 
Venjas  (derselbe);  ib.  I,  5.4,  44:  Per  lu  esper  estre  guidatz  (.Mar 
cabrun).  Icrner:  Kayn.  ch.  11,  86,  212;  Dem.  troub.  63,  49; 
64,  41;  Ï04,  29;  B.  Dkm.  38,  8;  119,  14;  131,  3;  195,  34; 
204,  5  ;  Rom.  I,  419,  30. 

Pradas  einmal  tu:  ib.  1356:  Non  escoutes  autrui  iausenga 
Ne  vuelas  c*om  de  tu  la  prenga. 

Für  >tuc  als  alleinstehende  schwere  Form  nur  wenige  Belege  : 
Ross.  3555  :  Nulhs  om  not  cofundre  tu  ni  tas  gens.  Flam.  ir 73: 
Aunit  ;i>  tu  c  ton  linagc.  R:i\  n,,  Lex.  rom.  ^'icbt  aus  Arnaud  de 
Marvcll  im  (iedicht:  ijel  m  es  lo . .  .  das  Beispiel:  Te  prcc,  tu 
C  O  as  en  poder. 

trí:  Hâufìgcr  im  (Urart?.  de  Rossilho,  in  schwerer  und  leich- 
ter Verwendung:  in  schwerer:  ib.  575:  Coms,  vetsi  tas  mainadas 
veno  a  tei;  ib.  3374:  £  mena  de  tos  omes  melhois  ab  tei;  ib. 
4947  :  So  non  potz  cscundir  ni  om  per  tei.  In  leichter  Verwdg. 


Digitized  by  Google 


—    17  — 

í^-  337  Quar  mos  senher  te  manda  e  ieu  die  tei;  ib.  4951  î 
Jeu  t  foi  i  o  vi  blasmei'  tei.  In  diesen  sämmtiichen  Beispielen  ist 
woM  auch  aus  metrischen  Gründen  die  nicht  rein  prov«  Form  ge- 
wählt (cf.  Berti,  d.  Born  zu  20,  8)  ;  für  >tei  '  innerhalb  des  Verses 
iiiiùct  sich  nur  ein  Beispiel:  Ross.  4008:  (^ue  naeses  por  tos  ho- 
mes tei  a  ra/o. 

Der  Plural  der  ersten  und  zweiten  Person  lautet  >nosc  resp« 
>vosc,  angelehnt  /ns  resp.  /us,  auch  /os:  cf.  Nav.  1195  :  Per  qu'o0 
l»egiiaa,  ib.  1307,  1367,  1370,  341  ii  4210  etc.  Pradas  1739: 
Aqoestas  vertutz,  queos  ay  diohas»  ib.  1800.  Vereiaselt  steht  i 
Such.  Dkm.,  Eygl.  Nicod.  416,  27:  in  Hs.  B.  findet  sich  hiefi 
Yoi.s  clac  *iWcntiers  su  (\uc  snpia,  ebenso  hat  F,  C  bietet:  Jous 
dire  vol.  Der  Zusammenhang  ergiebt  hier  die  Verwendung  der 
zweiten  Person.  Ebenso  wie  häufig  zu  »u«  wurde,  ist  hier  mit 
Rückwärtsentwicklung  das  Umgekehrte  eingetreten. 

Bisweilen  findet  sich  für  beide  Plurale  in  der  Anlehnung  aa 
vorhergehendes  o  nur  ein  »sc  :  cf.  Ross.  3751  :  Oncas  mais  cfaiva- 
lieis  so  no^  dis  (Fr.  Michel  schreibt  in  seiner  Ausgabe:  chiva* 
Hers  so  [nol  nos  dis);  ausser  diesem  Beispiel  für  die  erste  Person 
folg.  }>clegL'  für  die  zweite:  Ross,  2413:  Bel  m'es,  so  ditz  lo  coiiis, 
er  mc  plivetz,  Que  d'aquest  covinem  no-s  desdizetz  (Fr.  Michel 
schreibt  no[u]s  desd.);  ib.  3246:  Enans  que  vis  del  dia  soleilh 
levât  A  el  sos  draps  vestiti  ve  lo-s  chausat;  ib.  3199:  Ja  per  re 
que  vos  digua  no-s  irasquetz  (Fr.  Michel  schreibt  mit  Auslassung 
der  Negation:  vos  irasqúetz).  Man  kann  vieUeicht  die  Holfmann- 
schen  Lesarten  ruhig  bestehen  lassen.  C.  Chabaneau  belegt  fUr 
das  Neu|)rovcn/alischedic  Verwendung  von  ^se«  tur  die  ersté  Person 
<les  Plural,  (rf.  Rom.  IV,  344  :  se  siam  imaginât  =  nous  nous 
sommes  imaginés,  [Damase  Arbaud,  11,  187  ;  enanem  -  se  nen 
SS  allons-nous  en  [ibid.  180]  etc.)  sowohl,  als  auch  für  diesweite: 
(>La  belle,  si  chagrinez  pas  tant«[  Rom.  III,  350];  »Vous  se  por- 
tes ben,  nout'  monsieur  ?<  [Glossaire  du  centre  de  la  France, 
613a].)  Es  Uq[t  nahe,  diesen  Gebrauch  des  Reflexivums  auch  in 
den  oben  angegebenen  Beispielen  aus  dem  Altprovenzalischen  zu 
sehen. 

Bei  Anlehnung  von   vos«  kommt  der  Ausfall  eines  Buchstabens 

der  Flexion  des  vorhergehenden  Verbs  oder  Substantivum  vor  : 

cC  z.  B.  Gui.  Biqu.  50,  73  :  senher  meteus  en  carreira;  Fig.s,  160: 

s 

.  k)  i.cd  by  Google 


—    i8  — 


per  quel  diableus  apella  Cornais  sieua  phvatz.  Ein  Buchstabe  da 
Ëoduiig  ist  auch  gefallen:  Flam.  1553:  puetsdis:  »Sener,  e  tros, 
GeoB  (ss:  ges  vos)  bainas  plus  soven  que  nos<  ;  cf.  dasselbe  ib.  1 1  $3. 


Dat.  Sg.  :  Ma<;r.  u.  Fem.  /í,  f,  lh\  angelehnt  gewöhnlich  /Ik 
und  //.  Danebcji  ////<,  /»7/,  lautlich  =i  Jlh,  z.  B.  fast  stets  im 
Milnch  von  Montaudon  :  cf.  aar  ib.  a,  16  :  Que  re  nom  faill  de 
tot  quan  m'a  mestier  Mas  quar  noill  aus  mostrar  mon  oossirier. 
P.  d.  Capd.  II,  95:  Dieus,  que  la  fes  tant  preaan,  Li  salv  eOl 
gart  lo  bon  prêts  que  mante;  cf.  ib.  10, 17;  Albig.  3511  etc. 

Ebenso  angelehnt  als  fil:  Mont.  3,49:  Res  noi!  es  meins» 
mos  (\uc  merces  noil  pren  ;  ebenso  Main.  1364,  1547  etc. 

iJiäWcilcn  *ilh  als  I)ati^  ohne  aiisscilirhc  Anlehnung  gebraucht: 
Koss.  1199:  No  ilh  lais&arai  estar  vila  dios  sulb;  M.  W.  1,  44, 14: 
Qu'amoiB  m'assalh,  quem  sobresenbofeya,  Em  fai  amar  qui  que 
ilh  platz;  cf.  ib.  89,27;  128,28;  M.  W.  II,  16, 8;  139,17; 
diese  Verwendung  findet  sich  jedoch  nur,  wenn  das  dem  Pr.  vor- 
hetgehcnde  Wort  vokaliach  endigt,  in  der  gespr.  Sprache  die  An- 
lehnung also  immer  möglich  war. 

iH<  abgeîichw:i( ht  zu  -le«  in  späteren  Denkmälern:  Brev.  2806  : 
Et  ai.si  tolh  le,  ses  duptar,  La  vertut  del  fructificar.  ib.  15504: 
Ans  le  cove>  senes  falhir,  De  mort  perdurabla  rnohr.  cf.  Nav.  136: 
Det  le  de  belas  peiras,  assatz  d'aur  e  d'argent,  ib.  246  :  £  quant 


le  fil  devant,  dis  le:  Seynner,  si  us  platz;  ib.  342:  E  venc  le  en 
coratge  de  passar  oltra  mer;  ib.  779:  £'N  Miquel  de  la  Rainna 
commence!  le  pregar  E  diss  le:  Franc  semnor,  merct  os  vinem 

clamar  etc.  Man  findet  in  diesem  Denk ûï.tl  »le«  häutiger  als  jH- . 
Als  vereinzelt:  B.  Chrest.  361,  12  :  saludey  lo  tot  atressi  e  dishi  ie. 
Accus.  Sg.  Masc.  :  Regelmässig  ist  fo,  V;  angelehnt  //. 
Französische  Nebenfonnen:  ie:  F.  M.,  rec.  d'anc.  texL  pror. 
131,  II  :  Vos  le  prezetz  de  nuech  coma  layro  Ë  lo'n  menetz  en 
las  voatras  mayos.   B.  Dkm.  108,6:  Le  sapchatz  enansar  Tan 
' gen  et  far  auzir;  ib.  113.  19 :  Can  le  tenretz  espas;  cf.  ib.  193,  28; 
202,  I  ;  204,  5;  207,9.    Albig.   1708':  Qu'ardre  le  volian  per 
paor  (|U  au  .igut  dels  cruzalz  ;  ib.  2772:  Mas  soi  car  a  lor  platz 
le  Volon  decasar.    Nav.  1760;  £  cascus  quant  le  vie,  anet  le 


Dritte  Person. 


Leichte  l  orni. 


Digitized  by 


sopleiar  ;  ib.  3739:  Enpero  Nonpoder  le  ténia  en  preitso.  Aach 
D«itiv  kann  vorliegen  ;  Nav.  436  ;  Baiset  le  en  la  boca  ab  molt 
grant  .ilcLrrança. 

Selten  //:  Flann.  5a  19:  Per  so,  sius  plaz,  li  respoodria: 
Pren  li  (die  List);  ebenso  5351:  £  seguramen  respondes:  Pren 
li.  Brev.  15651;  Que  per  lo  ver  Sanh  Sagramen  Dd  baptisme, 
li  batejat,  E  nom  de  sancta  trinitat. 

Fem.  Sg.  la  I\  aiigelehnt  lüs  /I. 

Pluralis:  Dativ,  Mascul.  u.  Femin.  gewöhnlich:  Ì0)\  lur. 

Ausnahmen:  lofc  cf.  Nav.  467:  E  fu  1  aciob  aital  que  de 
las  messios  Qu  agron  fait  los  (luitet,  e  los  det  maintz  rie  dos  ib. 
577:  Kl  reis  los  respondet;  »Co  no  viiîll  eu  desfar.  ib;  951: 
£  diss  los:  »Francs  seîimos,  anatz  vos  totz  garnir. c  cf.  ib.  laia» 
2055,  3934«  37531  2865,  4S37,  4876.  Wie  weiter  unten  er- 
sichtlich, ist  im  Guerre  de  Navarre  für  »los«  Häufiger  »les«  im  Ge- 
brauch, daher  auch  letzteres  in  Dativ  Verwendung,  cf.  ib.  1892: 
Digas  les  qu  en  .T.  jorn  Pnris  non  fo  obrat;  ib.  2766:  E  N 
Estacha  qu'ls  vir,  fo  les  molt  bol  scmblans  ;  ib.  3171  :  Jesu  Crist, 
diss  N'Estacho,  les  ne  galardo.  Fr.  Michel  führt  in  der  Einleitung 
(pag.  XXV  folg.)  SU  seiner  Ausgabe  des  Guerre  de  Navarre  an, 
dass  GuÜlem  Anelier,  der  Verfasser  des  Werkes,  als  geborener 
Tonlousaner  sich  in  diesem  auch  seines  beimatUcfaen  Dialektes 
bedient  habe,  nimmt  aber  an,  dass  er  sur  Zeit  der  Abfassung 
schon  alt  war  und  sich  in  Navarra  befand,  denn  sein  Provenza- 
lisch  erweise  sich  als  »  infiltré  d'espagnol.  «  Wir  haben  auch  die 
hier  belegten  Dativformen  diesem  spanischen  Einfluss  zuzuschreiben. 
Übrigens  zeigen  sich  diese  Formen  auch  schon  bei  dessen  ftherem 
gleichnamigen  Landsmann,  dem  Troubadour  Guillaume  Anelier  de 
Toulouse»  der  2u  Anfang  des  13.  Jahrhundert  lebte.  Wir  finden 
aus  dessen  Sirventesen  mit  angelehnter  Verwendung  folgende  Bei> 
spiele:  Rayn.  ch  V,  179,  9:  Qu'en  van  faiditz  queren  d 'autrui 
lur  vida,  Quar  droit/  no  Is  val  ni  lä  es  razos  auzida.  Tun  sun 
lassatz  ab  Franses  ferniamens,  Qu'om  no'ls  auza  lur  fais  ditz 
contrastar.  Wie  schon  mohrfac  h,  so  zeigen  auch  in  dieser  Hin- 
sicht die  Albigenserkriege  Ähnlichkeit  mit  dem  Guerre  de  Navarre, 
auch  sie  ze^en  diesen  Dativ:  cf.  ib.  2688:  Ladonc  W.  d'£n- 
contre,  ad  aicda  vegeia,  Se  combatec  ab  lor  eis  tolg  tota  la 
pfea;  ib.  9969  :  £  vulb  quels  o  digatz;  cf.  Ib  4060,  5057,  5624, 


Digitized  by  .Google 


8471-  Dieselbe  Form,  nur  mit  falscher  Schrdbung,  bietet  sieb: 
Nav.  23:  Qu*els  daria  batailla  al  jom  qu*il  voldra;  ib.  44:  E 
se^i  lo  pastor,  qu'el  me»  en  tal  logar,  Qu  eis  poc  dar  a  traves 

e  rompre  e  trcncar.  An  beiden  Stellen  ist  »  quels*  zu  lesen.  Kin 
Mal  los«  statt  »lor^  in  dem  j)ro\ enznlisrhen  Lehen  des  heiligen 
Alt^xius,  Such.  Dkm.  145,  735  :  e  (|uels  denhe,  sil  plns,  mostr.ir 
lo  san.  In  den  von  Suchier  alä  catalanisf  h  bezeichneten  Hss.  ii. 
C.  tmd  F.  der  Prosaauflösung  des  poetischen  Ëvangeliuras  Ntco- 
demt»  welche  späteren  Sprachperioden  angehören,  findet  sich  »los  ^ 
sehr  häufig  als  pronominaler  Dativ,  cf.  Dkm.  406,  Cap.  XIV,  1 5  ; 
e  mostrats  los  la  fe  que  vos  altres  tenits,  ebenso  416,  15  ;  416, 
34*  432,  §  4.  6  etc.  Jedueh  amh  \n  der  proven/alischen  Hs. 
A:  cf.  39),  W",  1:  Adonc  si  levei  Nitodemus  e  dis  el  los; 
Such.  Dkm.  2  54,  3  5  4  :  e  puieis  los  Tai  valen&a  de  sas  bonau* 
ransas.  (Aus  prov.  Doctrinal). 

ìors  nur  vereinzelt:  Nav.  1451:  £  diss  lor  quels  aguisait, 
mais  no  lors  diss  ancor;  zwei  Mal  in  der  prov.  Hs.  D.  des  Evang. 
Nie.,  Such.  Dkm.  405.  50:  e  digas  lurs;  433,  §  4,  7  :  c  diseron 
lurs  o. 

Merkwürdig  ist  auch  der  Gebrauch  von  Ii  für  ior.  Pam. 
occ.  159,  28:  Mas  lo  cabals  es  ra/os  qu'eu  retraia,  Sivals  per 
dir  als  a\  ob  so  que  il  (=U)  pes^  M.  W.  :  Vie  de  Savaric  de  Mauleon: 
Plus  fo  ôns  amies  de  domnas  e  d'amadors  que  nuills  autres  ca- 
valliera,  e  plus  envejos  de  vezer  bons  homes  e  de  far  Ii  placer. 
Tersin,  Rom.  I,  64,  A  :  et  estre  assemblas  tous  en  la  villa  de 
Paris  le  parla  en  tal  estyl  ;  P.  M.  rec.  d'anc.  text.  1  «S,  06  : 
fey  venir  eis  voir  mcn  :  Kn  .j.  purl  de  ni.u  tan  .-^uaii  Hun  lunh 
temps  no  ])cin()n  nau  .\i  vens  no  li  poc  contrastar:  Alhig.  3545: 
Anen  lo  paire  al  filhs  lai  on  promes  li  es.  (C,  Chabaneau ,  der 
Rom.  V,  373  die  meisten  dieser  Beispiele  auch  anfuhrt,  sieht  das 
>li<  im  letzten  Fall  als  einen  auf  Kosten  des  Abschreibers  zu  setzen- 
den Provinzialismus  an). 

Accus.  Masc.  regelmässig  hs,  angelehnt  /Is^  Tersin,  Rom. 
I,  64  A  folg.  hat  Schreibung  lofts.    Daneben  das  französische  : 

les  :  Häufig  in  den  Albigenserkrie^en,  rf.  i.  B.  ib.  66:  Ai- 
cest  santimes  hom  ab  los  autres  alot  Per  terra  dels  heretges,  et 
el  les  predicot;  cf.  ib.  ;?3  7,  381,  562,  1043,  2589,  2681,  2784 
etc.   Nach  P.  Meyer  s  Einleitung  (pag.  106}  ist  dieses  häufige 

.  kjui^ud  by  Googl 


—  21   

VorVommen  der  franxosi^í  hcn  l-Onii  erklärlich,  da  die  Sprache 
Tudelas  und  seines  anonymen  Fortsetzerb  reich  ist  an  französischen 
Elementen,  die  vielleicht  erst  durch  den  Kopisten  hineiiigebfacht 
worden  sind.  Auch  im  Guerre  de  Nav.  ist  diese  Form  nicht  sel- 
ten: tb.  394:  Ë  cant  lo  rei  Tibalt  les  vie  desesperor;  cf.  ib.  415» 
1095,  1097,  1558  etc.  B.  ehrest.  343137:  Quaa  les  veg  pu- 
eissas  sopartir;  Pr.  d.  Damiette  234:  et  auciseron  plus  de 
C.C.C.C.  Sarrazins  c  meiron  les  areire  jjIus  d'un  tragh  d'albalesta. 
Ii.  Dkm.  294,3:  L'effant  Ihesus  totz  les  mesclet;  ib.  294,  36: 
Annan  les  ne  diables  portadns?  i!>.  298,  29:  Altais  cant  les 
avia  laiBsadas;  ib.  300«  2:  Per  lo  soi  les  fazia  anar  (sAmmtlich 
Beispiele  aus  der  Kindheit  Jesu). 

Ii,  welches  italienischem  Einfluss  zu  verdanken  ist,  findet  sich 
nur  in  den  Poésies  desVaudois.  cf.  Rayn.  ch.  II,  82,  147:  Ma 
Ii  enemic  de  lor,  lical  Ii  perseguiau  hi  penrun  tuit  ;  ib.  82,  1 49  ; 
Kl  Ii  ]>a(  «juaraata  an  al  dcsert,  cf.  ib.  84,  184;  i>5,  196;  93, 
341  ;  94,  348.  Diese  Beispiele  stammen  aus  der  Nobla  leyczon» 
andere  aus:  Le  novel  confort:  cf.  ib.  113,  11:  Ën  las  camales 
meton  lor  devocion  Cum  lascals  lo  demoni  Ii  tira  a  perdecion; 
ib.  114,  3  :  Jeshu  Xrist  Ii  apella;  cf.  ib.  14,  7;  114»  9;  114»  13. 

Fem.  Flur,  ha,  angelehnt  /ìs. 

Schwere  Form. 

Masc.  Sing.  :  Gewöhnlich  >  e/Ä,  Itri.  Letzteres  hndet  sich 
in  der  Schreibung  Ihm  einige  Maie  im  Roasilho,  nach  Fr.  Michels 
Ausgabe  und  Apfelstaedts  Collation,  cf.  ib.  3  :  £  ieu  no  i  ai  plus 
de  Ihiu  que  la  corona;  ib.  9:  Ab  se  i  menet  .ij.  comtes,  Ihiac 
sa  sor;  ib.  17:  Vos  m'en  siatz  ostage  e  Ihiu  auctor. 

Als  2m  im  Treben  der  heiligen  Eninia,  cf  6.  Dkm.  193,  6: 
Jainha  re  ses  lu  non  estay  ;  ib.  Kjr»,  i  :  Am  lo  Í0I  nv  V  acom- 
panhar  Si  not  vul.s  am  lu  dcgolar  ;  ib.  20 i,  33:  Que  lo  plus  savi.s 
am  hl  pert;  ib.  dieselbe  Form  auch  fur  das  Fem.  Einmal  im 
Rossilho,  ct.  ib.  7399:  Trastuh  redo  nierces  am  lu;  wohl  der 
Assonanz  zu  Liebe.  B.  Chrest.  343,  10  die  schon  B.  Dkm.  199, 
31  citierte  Stelle.  Im  Altfranzttetachen  ist  diese  F'orm  ja  auch 
vereinzelt  zu  finden,  cf.  Bartsch,  altfn.  Chrest'  91,  24. 

Auch  das  altfranzösische  U  bietet  sich:  cf.  Ross.  8114:  (  est 
motz  fo  char  tegutz  e  recomtatz  E  per  joi  de  son  lilh  s  es  alc- 


.  k)  i^  .cl  by  Google 


—     2i  — 

gratz;  Mas  el  no  sap  lo  dol  que  près  thi  jatz;  Flam  4114:  Mont 
es  Guillems  en  gran  pantais  Leu  s'alcgra  e  leu  s'irais,  Leu  ha 
conort,  leii  ha  csmai.  FKimenrn  (|uc  \>vq^  Ihî  estai,  Quan  de 
la  gliesa  ion  veguda.  Rayn.  ch.  11,  79,  95  :  E  lo  segnor  haban- 
doneroa,  non  donaat  a  li  honor  (Poésies  des  Vaudois);  ib.  II, 
91,  299:  Car  Uh  avian  envicUa  car  la  gait  lo  seguia:  £  car  la 
gent  creyan  en  li  e  en  li  seo  commandament. 

kiffê,  einmal  mitten  im  Vera:  Brev.  13436:  Per  so  devem 
aver  reçois  A  luys  can  nos  metem  oiar. 

Iei9,  das  eigentlich  feraininische,  weisen  zwei  Stellen  aas 
Flamenca  auf:  cf.  ib.  1765  tbli;.,  \on  (iuilleni  de  Nivers  wird 
hier  ausgesagt  :  Tant  ac  lo  an>  franc  e  gentü  Et  en  ben  npenrc 
sotil  Que  non  fon  res  ei  mon  tan  grieus  A  leis  non  paregues  trop 
leus;  ib.  8041:  Gen  fon  per  si  dons  acuillitz  E  per  lois  fon  a 
leis  grasits  Le  dons  de  la  mai^a  poiprina.  Ferner':  Such.  Ukm. 
942,  31:  car  dieus  es  tan  liais,  c'ab  lei  trobam  merce. 

Die  leichte  Form  h  ein  Mal:  Rayn.  ch.  V,  177,  9:  et  dha 
de  la  tristessa  e  de  la  dolor  gran  que  ac  de  la  novella  st  anet 
a  lo. 

Masc.  Plur.  ;  Regelmassig  eJs^  cìhs^  rJh,  loi\  inr.  Nur  ge- 
riniie  Zahl  von  Ausnahmen:  Schreibung  iiu^:  Trcaor  13,  49: 
aquestas  très  personas  son  us  Dieus  solamens  si  cura  pabels  e 
sera  e'l  fuecs  d'entr'ans  issens. 

elUiU^  in  späterer  Zeit  2U  finden  tud  auf  spanischen  £inâuss 
xuittckzttfikhren  :  dero.  troub.  133,  1»  6:  Los  plus  nobles  del  luoc 
los  fazian  emponhar,  Empreionar, ,  tuar,  sobr'ellos  gasanhar  Leur 
ben  e  leor  aver.  B.  Chrest.  390,  z:  et  aneron  lo  saludar  ejocep 
elos  atretal,  Schreibung  »ellous«  cf.:  Tersin,  Rom.  I,  64A:  car 
y  avia  trenta  mülia  Sarasins  q  ie  \enian  contra  elloiis. 

iors .  Albig.  2250;  cnlre  lors  eisses  di/on.  Diese  Form  steht 
allein  da,  ebenso  wie  die  Verwendung  des  eigentlich  schwachen  »los«: 
Nav.  4060  :  »Tregas  vos  volen  dar  Lea  borgues  d'ams  les  borx  e 
de  ma  confennar;  £  vos  dar  n'eta  a  los,  c'avssi  s  cove  a  iTar.« 

Fem.  Sing.  :  Gew4ihnlich  ela^  elha,  elìa,  lei^  leis,  Uys^  Ufya, 

Einige  Male  dU%(s)  bd  vorhergehendem  apostrophierten  de: 
cf.  Reyn.  di.  V,  140,  13:  e  fes  d'dleis  snas  cansos  beilas  e 
bonas;  ib.  296,  9  :  E  si  s'enamoret  d  una  domna  dd  castel  de 
Javiac,  la  moilier  d  un  vavassor  et  ella  de  lui  \  et  ac  d'ellei  tcH 


Digitized  by  Googl 


I 


—    «3    —  I 

i 

so  que  il  pUc;  ib.  349,  16:  Que  tot  lo  ben,  a  qualque  dir  l  au- 
ifttK  Diflon  d'ellei  e  de  sa,  seignotia.  M.  W.  II,  45,  17  :  Que  la 
soa  desmesura  Mi  part  d*êUei  em  dcsloigna  ;  ib.  II,  45,  «7  :  Anz 
cre,  que  m'ausira  de  pla  îjo  bes»  c'otn  d'ellei  mi  letnù.  Diese 
Form  ist  wohl  nur  als  eine  andere  Schreibweise  für  »de  leis«  zu 
betrachten. 

Ihies  :  Ross.  6900:  Donc  s  es  lo  coms  de  Ihies  fahs  plus 
privat/;  P.  M.,  rcc.  d'.mc.  te\t.  jirov.  147,  42:  E  dich  a  Ihies: 
•Filha  mia,  per  que  ploriis;  ii.  Dkm.  129,  17:  De  sa  molher  te 
goaiaras  £  sobre  tot  Ques  am  Ibies  no  parleses  mot  Mas  a 
pieeen.  ib.  222,  7:  feyron  venir  Ries  metges  per  Ihies  aguerir.  i 

lui:  in  früherer  Zeit  seHen,  später  etwas  häufiger  zu  finden, 
cf.  P.  d.  Capd.  ao,  36:  Quar  de  domna  non  esu  gent  ques 
planha  Lonc  temps  de  seih,  qui  vas  lui  s'umilia;  Flam.  6669  :  Per 
50  parlet  ab  lui  (Flamenca)  un  dia;  ib.  7243:  Mas  anc  [hom] 
pauc  ni  prou  non  ac  de  l'IaiiK-iica,  car  aitant  plac  Que  totz  homs 
per  paLíAt/  s'en  ten,  R  ja  noil  fassa  niilîn  ren,  F,  ja  homs  ))ron 
de  lui  n<'n  agri;  Kayn.  ch.  V,   288,  24;    Plagra-  m  pauc  chans 

si  per  lui  (domoa)  no  fio«;  M.  VV.  II,  83,  24:  Quan  Gaucelm 
o  ancit  per  pauc  no  mori  de  dol,  car  crezia  que  non  ames  autre 
roay  lui;  Ms.  prov.  d.  Qielt.  106,  1399:  S*eni  del  mon  la  plus 
estraîgna,  Si  lui  fara  dousa  compaigna.  Pam.  occ«  274,  26:  Oc 
ieu  be  seoes  iiidhir»  S'aquest  plaitz  pot  acordar  Ni  avenir,  Morrai 
per  lui;  Dern.  troub.  09,  25:  Tant  vey  en  luy  beutat  e  gran 
\alor  ihic  dupte  a\  (juc  autre  non  la  tir;  ib.  99,  jo  :  Car  corn- 
prarai  aa.  longua  atondcn>a  C'ai  fag?!  de  lui  en  qui  trastuz  bens 
son;  cf.  ib.  99,  41  iolg.  ;  120,  33;  126,  20;  Agnes  539;  >e 
gaida  que  nulz  homs  pusca  am  lui  jhaser;  ib.  673:  e  poires 
far  e  dir  am  lui  (Agnes)  tot  cant  volses^  cf.  ib.  679,  13 13. 
Ferner  Fradas  1757:  Humiütatz  es  fondamentz,  Paieu  e  tcgz 
e  pavimenlz  JDe  totas  las  vertutz  que  so;  ses  lui  neguna  no  ten 
pro. 

/m;  Leben  der  heiligen  Eninia,  B,  Dkm.  102,  22:  Res  non 
a  dicUï»  ses  lu  (—  .saneza)  hobrat  Que  amb  ela  ho  a  lot  dictât, 
Am  lîi  fe  los  IV.  elemens;  ib.  103,  3:  Car  am  lu  veno  tug  U 
be,  Per  lu  n  es  lo  mon  governat/,  K  (|ui  iuy  ha  es  essenhatz. 

U:  Fkun.  3430:  Cri  entre  li  (Flamenca)  e  ton  cor  mets 
Ad  ident  dofls  paretz,  Non  te  ges  a  lei  'd'amadorc;  ib.  434  s 


Digitized  b] 


Quant  el  ac  t  Flainencai  lo  sautcri  près  Devaus  destrc,  on  s  era 
mes  En  Arc  himbaut/.  <|Uc  i)res  l'estet;  B.  ("hrest.  243,31:  Qu'eu 
non  trob  conseil  S  eu  de  li  non  l'ai,  perqu'eu  jonchas  nias  tlenant 
li  venrai;  Brev.  4429:  Al  soieilh  companhia  fai  En  Orien  davan 
li  vai.  P.  M.|  motets  a  trois  parties,  Rom.  X,  p.  406, 1,  g  :  Car 
voir  en  H  sont  tait  enseignement  ;  îb.  406p  II,  3  :  la  biaute  de  ma 
dame  ensement  Qui  tout  contient  sens  et  vaillance  en  li.  (Die 
beiden  Gedicbte  zeigen  Ubeihaupt  franzflsiscfae  Formen). 

la,  die  eigentlich  sehwache  Form,  findet  sich:  Albig.  2739: 
A  ma  razo  m'en  tomi  ijue  nos  laise  de  la;  Nav.  1763:  E'l  poder 
qu  en  la  ha  voletz  a  d'autres  dar. 

fl  steht  gnm  vereinzelt!  Flam.  7579:  Sobrels  [ginoilz]  l  autre 
pauset  De  Flamenca,  e  pueis  estet  Aclis  ves  el,  st  com  hom 
fai,  £  dis. 

Fem.  Plur.:  elas,  eìhaê^  eHias,  hr. 

Die  hier  angefìlhrten  Formen  aus  provenzalischen  Denkmälern 
beweisen  für  das  Pronomen  Personale  eine  nicht  unbedeutende 
Aulnahme  fremder  Elemente.  In  erster  Linie  haben  sidi  natür- 
lich altfranzOsÌBche  Formen  den  rein  provenzalischen  zugesellt,  ihr 

EinlUiss  ist  auf  einem  verhältnismässi^j  grossen  Gebiete  nachzu- 
weisen;  dns  Spanische  und  das  Italieniht hc  haben  sich  nur  ver- 
einzelt geltend  gemacht,  beide  Sprachen  haben  nicht  unbedeutemie 
Spuren  hinterlassen  in  Werken,  welche  auch  in  ihrer  Entstehung 
auf  die  beiden  benachbarten  Länder  hinweisen.  Nicht  selten 
aUerdings  wird  diese  Einführung  fremder  Elemente  auf  Rosten 
des  Abschreibers  oder  Überarbeiters  zu  setzen  sein. 

Die  Bildung  des  Genitiv  oder  Dativ  des  Fron.  Pers.  erfolgt 
durch  Gebrauch  von  -de«  resp.  >a*  vor  der  schweren  Form;  jedoch 
übernimmt,  n.uncntlirh  in  der  dritten  Person,  die  schwere  Form 
auch  ohne  PräpoMtion  häutig  die  Funktion  des  Dativ,  z  B.,  B. 
ehrest.  15,6:  Conoc  acertas  Jhesus  que  lui  volien  demandar; 
Ross.  7914,  8307:  se  Ihui  platz;  Flam.  3910:  Eu  non 

creiria  lui  fort  ben;  M.  W.  II,  3 1,  31  :  Dels  sieus  torts  farai  es- 
menda  lieys  quem  fetz  partir  de  se;  ib.  31,40:  Iifas  cum  lieys 
plaira,  sia;  Ra3m.  ch.  III,  $6, 15:  Amor  blasmon  per  non  saber 
Fola  gens,  mas  leys  non  es  dans.  ib.  rv,  99,  34  :  Car  lui  sui 
aclis.  P.  d.  Capd.  27,  i!  Un  gai  descort  tramet  lei  cui  desir; 
Mb.  prov.  d.  Chelt,,  106,1399;  S'era  del  mon  la  plus  cstraig- 


Digitized  by  Google 


* 


—   as  — 

na  Si  lui  fara  dousa  compaigna  ;  Brev.  8259:  Mas  quar  vi  &a 
companhieti»  Que  del  fntg  manjet  pramieini  Que  lut  aportet  e 
dieis  li. 

Die  SteUung  eigiebt  auch  ÍUr  die  ente  Penoo  die  Verwen- 
dtng  deraelben  im  gleidien  Sinne  in  folgenden  Beispielen:  Am. 
Dan.  7,  47:  Mas  mi  non  passara  jal  col  Per  paor  qn'il  nonfassa 

morna  ;  Rayn.  ch.  III,  274.  10:  Mas  mi  non  es  vejaire;  Agnes 
509;  don  cre  que  le  sieu.s  dieus  ajha  mais  de  podor  que  non  a 
nostra  ydola  que  nos  non  pot  valer.  An  der  Form  ist  hier  ebenso 
wenig  wie  bei  der  zweiten  Person  erkennbar,  ob  starkes  oder 
schwaches  Pronomen  verwendet  ist. 

V«rwtiii««9  te  prMMiialM  RéfiM  M«  Vtrira«. 

Bestimmte,  durv  h-i\  ifende  Prindpien  iUr  die  Verwendung  der 

leichten  resp.  der  schweren  Form  vor  oder  nach  dem  Verb  lassen 
sich  für  d:is  l'rovcnzalisi  ho  nur  selten  erkennen.  Es  zeijc^  hierin, 
wie  überhaupt  aui  dem  Ciebiele  der  Wortstellung,  die  grosste  Frei- 
heit. Man  kann  wohl  mit  vielem  Recht  behaupten,  dass  gerade 
hier  der  Wohlklang  sehr  häufig  das  Ausschlag  gebende  Moment 
gewesen  ist;  metrische  Rücksichten  lagen  ferner  nicht  weniger 
selten  au  Grunde.  An  strenge  grammatisdie  Voischriften  hielt 
man  sich  entschieden  nicht,  dies  beweisen  alle  Dichtungen  der 
Troubadours,  welche  oft  bei  ganz  demsdben  grammatischen  Veihilt- 
nib  des  Tronomens  /um  Verb  ein  Mal  die  Voranstellung,  daü  an- 
dere Mal  die  Hintcnansctzung  des  ersteren  gebraut  hen,  wie  hät- 
ten auch  sonst  die  Verse  der  provenzalischen  Sänger  jene  Leich- 
ti'jkfit  des  Baues,  jene  stets  klangvolle  Aufeinanderfolge  der  Worte, 
die  sie  Uber  alle  andern  Dichtungen  ihrer  Zeit  erhebt,  erreichen 
kttnnen.  Ein  wichtiger  Factor,  welcher  die  freie  Handhabimg  des 
Ptonomen  Régime  sehr  erletcfaterte,  ist  die  Anlehnung,  welche  sich 
in  ihrer  ausgedehntesten  Verwendung  eben  auch  wieder  bei  den 
Troubadouren  findet.  Diese,  mochte  sie  nun  proklitisch  oder  en- 
klitisch zum  Verbum  staillindeii.  verringerte  das  Gefühl  iur  Unter- 
scheiditng  der  Vor-  und  Narhstellung,  da  sie  stets  eine  völlige  Ein- 
vexleibung  des  Pronomen  mit  dem  Verbum  bewirkte. 

Die  leichte  Form  »vor«  das  Verb  zu  stellen,  ist  wohl  der  ur* 
sprttngUcfae  Gebrauch  gewesen»  so  stdh  das  älteste  Denkmal,  das 
Boethiusliedy  das  Régime  nur  ein  Mal  in  schwacher  Form  himer 


Digitized  by  Google 


_    a6  — 

das  Verb,  ebenso  leennen  die  Troubadours  unbedingt  Überwiegend 

diesen  Gebrauch.    Tobler's  Regel  fur  die  Stellung  des  altfranzös. 
Pronomen    Regime   ((lutt.   f'rcl.   An/,.    1S75,  St.  34V  sNicht  nur 
in  Frni;c>at/,on  ock  r  Uelehlssatzen  können  die  lunlühcn  Accus,  und 
Dativ  Pronomina  hinter  dem  Verbuin  stehen,  sondern  auch  in  as- 
serierenden  Sätzen  steht  der  tonlose  Accus,  hinter  dem  Verbum, 
wenn  dieses  an  der  Spitze  des  Satzes  steht»  das  Subject  nachfolgt 
oder  gans  unausgespiodien  bleibt«  wttide  für  das  Provenialiscbe 
bedeutend  erweitert  werden  müssen.    Die  erwähnten  Freiheiten 
finden  sich  im  Provensalischen  im  ausgedehntesten  Maasse  vertre- 
ten, man  geht  aber  über  dieselben  hinaus,  indem  man  hier  von 
der  Nachstellung  einen  wesenilu:h  i; rosteten  ('icl)rau(h  macht,  als 
wie  im  Alttran^ösischen  ;  auch  findet  keine  Einschränkung  auf  den 
Accusativ  statt.    Jb'tir  diese  Nachstellung  einige  Beispiele  :  B.  d.  B. 
35,  »7  :  e»  si  sui  vius,  er  mi  grans  benanansa,  e,  se  ieu  miieir,  er 
mi  grans  deliuriers;  P.  Vid.  40,  19:  e  promet  me  mais;  Pradas 
22S:  E  coseil  ti  primeiramen.   P.  Vid.  45,  5  :  et  eu  am  la  de 
fin  cor.    Guill.  d.  Gab.  i,  a6:  moat  n'aie  gran  joi,  s'era  lo  mais 
sim  greja»  et  aurai  lo.   Ms.  prov.  d.  Chelt:  76,  353  :  E  preguan 
!o,  com  lor  segnor,  Quel  las  gart;  K  Dkm.  J28,  12;  K  icspon 
Ii  demantenen;   ib.  a^is,,^:  La  duiiiaa  det  lor  aver  pro;  Flam. 
791  :   El   reis   donet  lur    per  estrena  etr.    Die  von  Morf  (])ag. 
229 — 30)  iur  das  Altfranzösische  zurückgewiesene  Ansicht  Krügers 
(pag.  2$),  dass  die  tonlosen  Partikel  durch  die  Nachstellung  eine 
Betonung  erhielten,  ist  für  das  Provensalische  noch  viel  weniger 
anzunehmen.    Sollte  letzteres  der  Fall  sein,  so  musste  Tt«nnung 
vom  Verb  stattfinden,  nur  so  allein  konnte  ja  filr  die  eiste  und 
zweite  Person  das  schwere  Pronomen  Ausdruck  finden.  Cf.  z.  B. 
Capd.  15,6:  Neis  quan  prec  dieu,  don  oblit  per  vos  me.  Farn, 
occ:  88,  i:  mas  ilh  per  ver  A  bc  nie  ses  tot  retener.    lur  die 
dritte  Person  ist  im  folgenden  Beisjjiel  bei  Trennung  ausnahms- 
weise die  schwache  Form  verwendet:  Ms.  prov.  d.  Chelt.  81,524: 
£1  baisa  ben  la  en  ritjuit. 

Hinsichtlich  der  Stellung  des  PicoomeD  v^tme  beim  impe- 
rativ finden  wir  fttr  das  AltfraniOsische  Gött.  Gel  Ans.  1875, 
St.  34  folgende  Regel  festgesetzt:  »Bei  dem  ailiimativen  Impera- 
tiv können  die  tonlosen  Pronomina  vor  und  nadb  stehen,  doch 
ersteres  nur,  wenn  ein  Adverb  oder  Conjunction  den  Satz  ein- 


Digitized  by  Google 


—    í7  — 


leitet,  c  Diese  Regel  ist  im  AUgemeinen  auch  im  Provenzalischen 
befolgt;  folgende  Beispiele  entsprechen  genau  dem  altiraiizòûscliea 
Gebrauch:  Ross.  7319:  Era  me  ajudate,  qu*ie(u]s  en  somo;  B. 
d.  B.  6,49:  Arara  digate  Catalan  escamus.  Tresor  lai:  Adam 
so  Ii  dis  Eva  autas  e  m'entens.  Nav.  1514:  eis  m'escoltatz. 
Kbenso  Such.  Dkm.  291,  III,  i  und  21  elc.  Die  Einleitung  des 
Satica  durch  eine  Kuiijunctioii  oder  ein  Adverb  ist  nicht  vorhan- 
den: M.  W.  11,223,  ^4-  Regina  dcl  cel  Paradis  ino  apa- 

relha;  Aibig.  5265:  Senher,  mi  escoutatz;  ib.  65751  S141  ;  Such. 
Dkm.  236,707:  aeynhcT,  mi  peidonatz.  Ebenso  gut  jedoch  hier 
audi  NachsteUung»  Albig.  8243  :  Senhors  franc,  escotatz  me,  sius 
pUuz;  Such.  Dkm.:  291,  III,  i  :  Dieu  lo  paire  ....  exausis  me. 

Ich  erwähne  hier  näher  ein  Beisp.  aus  G.  Figdra,  dem  Trou- 
badour der  klatisiscben  Zeit;  dasselbe  zeigt,  dass  metrische  Rttck* 
sichten  auch  für  die  Stellung  heim  lmj>erativ  massgebend  waren. 
Cf.  ib.  5,  43  .  Ch.mx).  i  iitre  la  iiK-lhor  ircn  Qu'ieu  <  onoi^r  e  nulh 
lot,  t  en  vai.  Dieser  imperativ  ist  emer  der  am  hautiustcn  vor- 
kommenden, das  i'ronomen  hat  hier  meist  seinen  Plats  hinter  dem 
Verb.  Eine  Betrachtung  der  Reime  des  Gedichtes,  wdchem  er 
zugehört,  zeigt,  dass,  wenn  auch  hier  Nachstellung  gewählt  worden 
wäre,  die  metrischen  Verhältnisse  der  ganzen  Strophe  umgestaltet  wttr- 
den,  denn  «vai  t'en»  ergäbe  einen  Reim  auf  das  Bndwort  des  vorherge- 
henden Verses.  Diesen  rousste  der  Dichter  yermeiden,  um  nicht 
gegen  den  Gebrauch  der  TroubadourdichiuiiLi  /u  Verstössen,  welche 
das  i'icK'it,  (1Ìl-sc>  ))il(kt  die  in  Fracre  stehende  Strf)i»he,  den  letz- 
ten Versen  der  vorhergehenden  Strophen  entsprechend  reimen 
lässt. 

Die  bisher  angeführten  Beispiele  waren  Pronomina  der  ersten 
oder  zweiten  Person,  die  sich  ja  in  ihrem  Verhältniss  zum  Verb 
immer  gleichartig  zeigen.  Die  dritte  Person  weist,  mochte  der 
Imperativ  eingeleilet  sein  oder  nidit,  Stdlung  nach  dem  Verb 
auf:  Rog.  6,  46  :  clama.  1  merces;  P.  Vidal  4,73:  Chanso,  vai 

t  en  part  Vie  al  gran  de  bon  espic  e  di  Ii  que  nos  trie  

k  un.  ch.  IV,  56.  14:  Vers  ilii  iis.  \cts  hom,  vera  vida,  merces, 
Perdona  li;  Ms.  prov.  d.  Chelt.  89.818;  K  portas  lur  aquesta 
âor  Fer  entresenîa;  M.  W.  II,  183,37:  K  solvetz  los  de)  peccat 
En  que  son  près  e  liât;  £  faitz  lur  verai  perdo  Ab  vera  confesaio. 
Ross.  697S:  Reisy  laissa  1  en  venir  en  ta  maiao  £  per  dieu  e 


Digitized  büSii^^^^ 


—      38  — 


per  mi  fai  Ihi  perdo.  Flam.  269:  Vesi  vostr'  esposa,  N'  Archimbaut, 
sius  pluä,  prendcs  la^  Such.  Dkm.  185,70:  £  cuel  las  e  aporta 
las  en  Jeruszalem. 

Treten  mehrere  Pronomina  zum  lmperati^ ,  so  verhalten  sie 
sich  zu  einander  wie  auch  sonst  in  diesem  Falle  (cf.  die  Be- 
handlung des  Accusativ  und  Datív  Prem,  beim  Verb):  cf.  P.  M« 
reo  d'anc.  text  ptov.  143,93:  Recep  lo  me  quan  del  cors  sia 
partît;  dem.  tioub.  64,  45  :  Dona  lo  ml,  ieu  t*o  prec  carament; 
Agnes  463  :  Mena  la  mi  al  bordell.  Steht  der  Imperativ  nicht 
an  der  Spitze,  so  finden  sich  beide  Pronomina  raeist  hinter  dem- 
selben: cf.  Ross.  T30:  Bernnrt,  vaî.  m.  a  G.,  si  î  m  convia;  ib. 
6908  :  Quereu  me  Benacis,  ci  1  m  amenatzý  M.  W.  II,  3,  27  :  Lai 
a  Mercoill  lo  m  len;  Rayn.  ch.  V,  30, 9  :  Fer  dieu,  belhs  clenc, 
tu  lo  m'escriu.  Eifolgt  Voianstellung  im  uncingeieiteten  Satze, 
80  steht  der  Accusativ  in  schwerer  Form:  cf.  z.  B.  Ross.  7016: 
Lui  m'amenatz  sai  sus;  der  Zusammenhang  ergiebt  in  keiner 
Weise  irgend  eine  besondere  Betonung  des  Pronomen. 

Beim  vticinicn  Imperativ  tindet  bich  wie  im  Alifranzösischen 
das  l'KjMomen  regime  /.wischen  Negation  und  Imperativ  ;  auch 
wenn,  wie  nicht  selten,  der  verneinte  Infinitiv  für  denselben  ver- 
wendet ist,  weist  das  Provenzalische  die  Stellung  vor  dem  Verbum 
auf.  Im  folgenden  Beispiel  ist  wohl  das  vor  der  Negation  ge* 
brauchte  Personale  der  zweiten  Person  ah  die  schwere  Form  zu 
betrachten  :  cf.  B.  Chrest  333,  26  :  A  altre  perdona,  mas  te  non 
perdonar  ja,  quant  faras  que  fols. 

Zusammentreten  des  pronominalen  Régime  direct 
und  Régime  indirect  beim  Verbum. 

I.  Pronomen  reg.  der  ersten  und  zweiten  Person  treten  zu- 
sammen. 

a)  Accusativ  der  ersten  P.  mit  Dativ  der  zweiten  Person.  — - 
Der  Dativ  nimmt  die  piäpositioiude  Form  an:  B.  d.  B.  5t  16: 
Anz  mi  vuolh  a  vos  rendre.  Mont  6,  49  :  Beìs  amix  a  vos  m*autret  ; 

Rayn.  ch.  III,  395,  12  :  E  do  m'a  vos  liai  e  ses  enjan.  Derartig 
ist  der  tiebrauch  häufig,  daneben  jedoch  auch  der  ni*.lii  präpos. 
Dativ:  F.  d.  Capd.  8,  4:  Ab  franc  cor  e  humil  vos  mi  ren  ib. 
8,  9  :  Per  aital  coven  vos  mi  do.  Mit  Anlehumig  der  singul.  a. 
Person  an  den  vorheigebendea  Accus,  der  ersten: 


uiyiii^üd  by  Google 


—     29  — 

Pradfts  1709:  £  diras  Ii  tot  suavet:  Datide  de  Pmdas  mit 
tnmet. 

b)  Selten  finden  sich  Acciisativ  der  2.  Penon  und  Dativ 
der  I.  PerBon  zusammen.   Einige  Belege  für  nicht  präpositiottalen 

Dativ  sind:  Ross.  7414:  Aqui  te  dara  mi,  si  a  lies  te  vais.  Fr. 
Michel  liest  m  seiner  Ausgabt  allerdings  hier  :  At^ui  te  dar  a  mi. 
Beide  Pronomina  befinden  sich  vor  dem  Verl»:  Surh.  Dkm.  13, 
441  :  com  tieu  avesqtie  e  tas  gens  te  m  an  liuratz  per  far  tormens. 
cf.  ferner  G.  d.  Cab.  2,  i  :  Totz  temps  m'azire  i'amois  queus  mi 
defen.  M.  W.  I,  86,  21  :  £  non  es  dregz  qu'autra  domna  us  mi 
tuelha.  Der  Dativ  ist  vôrsngestelltp  der  Accusativ  folgt  dem  Veib: 
P.  Yid.  13,  59:  e  pos  deus  vos  fets  ses  par  eus  det  mi  per 
servidor. 

2.    Zusammentreten  des  Accus,  der  3.  Person  mit  Dativ  der 
I.  oder  2.  Person.    Der  Dativ  folgt  der  Regel  na(  h  dem  Accusativ. 
a)  Der  Dativ  ist  ein  Régime  der  ersten  Person: 

cf.  Boeth.  3,  27  :  de  la  justicia  que  grant  aig  a  mandar,  not 
servil  be,  no  lam  volguist  laisar.  B.  d.  B.  13,  25  :  Conselh  vuolh 
dar  el  son  de  n*Alamanha  lat  a'n  Richazt^  sitôt  no  lom  demanda. 
P.  Yid.  4if  7  :  Me  trencal  cor  d  me  franh  el  me  brisa;  Lunel 
34.  286:  si  non  qtders  a  dieu,  que  merces  Ions  vensa;  Agnes 
1437  :  Volem  que  vos  desamjiarcs  Vostre  poder  el  nos  laisses. 
Der  Accusativ  zeigt  Pluralfonn:  P.  Vid.  3,  21  :  quar  don  me  volh 
m'en  pren,  qu  us  no  las  mi  defen;  Rayn.  ch.  111,413,8:  E  tu 
que  las  m'as  contadas.  Beide  Pronomina  im  Plural  :  Albig.  9038  : 
A  mort  e  a  martiri  les  nos  a  amenatz.  Die  übliche  Stellung  ist 
aufgegeben,  weil  an  den  Accusativ  ein  folgendes  Relativ  anknüpft: 
Pam«  occ.  149, 19  :  E  quascns  prendatz  lo  plus  bo  E  laissatz 
mi  lo  queus  volbatz. 

b>  Das  Dativ  Pronomen  gehört  der  zweiten  Person  an: 

Ross.  391:  ieu  lo  ti  ren;ib.  412 1:  que  om  lotende;  ib. 
6869:  Ella  lo  vos  donct  vescn  Ger^'ai.  B.  d.  B.  24,27:  per 
qu'es  fols  qui  los  vos  balha;  Flam.  763:  Mas  de  las  domnas 
non  cove  qu'iea  las  vos  do,  qu'ieu  no  i  ai  re;  Albig.  4182:  E 
s'il  les  te  vol  rendre.  Abweichend  :  Fig.  7,  61  :  Belhs  amies  Taurel 
vostre  meicaduria  vos  la  vent  hom  mal  e  vos  vendetz  la  be.  Das 
Accus.  PioD.  nimmt  hier  den  voiheigehenden  substantivischen 
Aocus.  wieder  auf  ;  die  Ausdmcksweîse  wflide  aber  vetlieien,  wenn 


Digitized  by  GoogI< 


—  so- 
das Ersatz  Pronomen  unmittelbar  hinti-r  dem  Suì)stanliv  folg^tc. 
Selten  findet  sich  in  dem  hier  behandelten  l  alle  der  präpositionale 
DatÌA  :  cf.  aber:  Ma.  piov.  d.  Chclt.  106,1419:  Qu  el  n'es  bc 
de  XX.  partz  semos,  Mas  eu  lo  lauzava  a  vos.  Flam.  4621: 
Has  s'il  la  demandes  a  me  Eu  Tagra  neU  apaiellada.  Von  einer 
besonderen  Betonung,  aus  welcher  die  schwere  Form  zu  erklären 
wäre«  ist  hier  nicht  die  Rede. 

3.  Ein  Dativ  der  dritten  Person  tritt  ni  einem  Accusativ 
der  ersten  oder  /weiten  Person. 

Neben  der  Vcrwenduniï  des  praiMisitionak n  Dativ  treffen  wir 
hier  verhältnismässig  häuhg  die  leichte  form  desselben  und  zwar 
in  diesem  Falk  vor  dem  Accus.:  cf.  z.  B.  :  P.  d.  Capd.  19,  10: 
Fis  H  m'autrey.  quar  fis  vuelh  sieus  estar  £  âs  lîm  do,  car  fis 
rai  fin  talan;  Lunel  4, 14:  e  pus  amers  lim  a  eleg;  Am.  Dan. 
7,  6t  :  Ans  iranchamen  Um  ren;  P.  Mars  4»  7  :  E  doncx  s'araoïs 
no  lim  fai  sovenir;  B.  Chiest.  174,38:  ni  nol  m'autrei  nil  mi 
sui  datz;  Rayti.  ch.  IV,  18,  20:  Per  qu'ieu  mezeis  Hm  defen  ;  Rayn. 
ch.  111,343,  18:  No  m  plagra  Uint  com  quan  li  donei  me. 

Die  Stellung  in  dem  letjrten  Beispiel  steht  s^anz  vereinzelt  da. 

In  den  vorhergehenden  Beispielen  ist  der  Accus,  stets  ein 
reflexiver,  als  solcher  muss  er  in  unmittelbarer  Nähe  des  Verbum 
jrtehen.  Stehen  also  beide  Pronomina  vor  dem  Yerii,  so  eigiebt 
sich  für  den  Dativ  immer  die  Stellung  vor  dem  Accus. 

Die  Stellung  nach  dem  Verbum  macht  fût  den  Dativ  die 
Verwendung  der  präpositionalen  Form  nötig. 

Nicht  klar  in  ihrem  Sinne  ist  mir  eine  Stelle  aus  den  Dem. 
troub.  ^63,  49 1,  welche  für  die  zweite  l\*rson  dasselbe  Verhalten 
wie  bei  der  ersten  nachweist  Si  per  l'amor  non  foi>  duna  Saurina 
Que  mi  prega  qui  li  ti  prest,  puguais,  Non  mi  dera  de  tu  mais 
atayna.  •—  Nicht  reflexiv  ist  der  Accus,  im  folg.  Beispiel,  welches 
auch  die  umgekehrte  Stellung  der  beiden  Fron,  zeigt:  Rayn.  ch. 
369, 19  :  Mal  dig  que  mais  li  valria  Us  braus  balestiexs  eniou 
Que  sleu  tu  li  trametia. 

4.  Accusativ  und  Dativ  Pronomen  der  dritten  Person  treten 
zusammen. 

Der  Dativ  wird  gewohnlich  an  den  Accusati\  am^alehnt  cf. 
für  das  Mabculinum  :  R.  d-  B.  8,31  :  mas  us  sobros  lolh  L;avanha. 
Ebenso  Moni.  5,  14  \  Arn  Dan  4,  39;  Capd.  10,  17  -  Agnes  14  etc. 


Digitized  by 


I 


—   31  — 

Die  Verbindung  beider  Pronomina  findet  in  der  Fona  »loi<  statt  : 
B.  d.  B.  35,  57  :  £u  loi  perdo.  Ebenso:  Am.  Dan,  2, 14;  Capd. 
17,14  ;  P.  Vid.  42,  30  etc.  Oder  auch  mit  Trennung:  Rayn.  ch. 

ni,  ó(),  12:  jamais  non  lo  i  dirai;  ib.  III,  88,  20:  non  lo  y  de» 
fen  ;  Brcv.  10146,  137  19,  1 7955  etc.  Agnes  464  ;  680;  713. 

Dem  Mîïsruliniiin  entsprerhend  zeigen  sit  h  Ix-im  Femininum 
die  Fonnen:  >lail,  laill,  lalh,  lai^^  ;  cf.  H.  d.  B.  37,  54:  Ei  coins 
deman  lalh  per  vigor.  Ebenso  Am.  Dan.  8,56;  Flam.  980; 
ib.  31 79*3826.  Mit  Trenntmg:  Brev.  17439:  Quar  totz  teras 
que  merce  non  a  Sapha  que  Dieus  la  y  aura. 

Als  Ausnahmen  müssen  folgende  Beispiele  zu  betraditen  sein, 
welche  den  Dativ  vor  den  Accusativ  stellen:  Rayn.  ch.  V,  317,  20: 
e'l  Dalfins  lo  mantenc  Si  »lue  mais  no  Ii  la  rendet.  Dieselbe 
Stelle  au^,  der  Biographie  des  IVire  de  Maensac  findet  sich  Parn. 
occ.  304,  15  in  folgender  Weise;  el  dalfins  lo  mantenc  si  que 
mats  nolle  la  rendet;  ierner  Rayn.  ch.  V,  370,  3:  Que  cel  qui  ve 
son  bon  amie  faillir  Molt  l'am  a  pauc,  si  no  iU  lo  auso  dir. 

Die*  bei  den  singnlaren  Pronominibus  gewöhnliche  Stellung 
findet  sich  natOrlich  auch,  wenn  emes  der  beiden,  oder  beide  Pro- 
nomina im  Plund  stehen  :  P.  Mars.  8,  89  :  Car  s'abdui  eron  d'una 
part  Conquistan,  defendan  lo  lor;  Ms.  prov.  d.  Cheh.  78,413: 
Amors  lo  lor  ha  sajellat  Ab  son  anel  d'or  niellât;  Albig.  8156: 
On  mais  la  menaran  uii  mielhs  la  tolietz;  Drcv.  1546:  E  tolre 
los  Ii  poiri.i;  Tresor  832:  que  los  Ii  met  el  front;  Brev.  7482: 
E  qui  tem  de  sas  ovelhas  que  lops  las  Ii  venho  manjar;  Albig. 
2684  :  ha  noits  los  lor  tolc.  Selten,  und  wohl  niemals  bei  den 
Troubadouren,  findet  sich  in  diesem  Falle  der  priposittoneUe  Dativ. 
Cf.  Brev.  997a:  Per  cel  qu'a  luy  Ta  donada;  ib.  15 130:  E  vol 
Dieua  ques  om  Ii  déman  Los  digz  temporals  bes  per  tan  Que 
sapcha  quascus  e  s'albir  Ques  a  luy  los  devem  grasir;  ib.  16429  : 
Ab  soi  preveire  deslia  Lo  peccador  de  son  peccat  Quar  pueis  a 
hiy  l'a  cofessât.  Eine  besondere  Betonung  des  Dativ  liegt  nicht 
vor. 

Bei  weitem  nicht  so  häutig  wie  im  Altfranzösischen  findet  sich 
hn  Provenzalischen  die  Auslassung  des  Accusativ  Pronomen  der 
3.  Pefs.  bei  Zusammenstehen  desselben  mit  einem  Dativ  derselben 
Penon.  Der  Grund  hieriUr  liegt  wohl  in  dem  häufigen  Gebrauch 
der  Anldmung,  welche  die  Auslassung  gleichsam  unndtig  macht, 


Digitizedby  Google 


—   33  — 


da  die  Veranlassung  /u  derselben  in  der  Poesie,  die  Verminde- 
rung der  Verszahl,  beim  enklitischen  (  iebrauch  des  Dativ  wegfällt. 
Flam.  4574:  Voles,  donina,  donras  (|u  icil  diga?^  ib.  5599:  E 
si  neguoa  s'en  bistfinsa  que  noil  paguc  tro  al  setzen.  Prad.  344: 
Car  peasats  vos,  que  so  mt  sembla»  Toi  a  home  lo  cor  e  Pembla  ; 
Albig.  3359:  Senher  dreits  apostolis,  merce  e  pietat  Aiaa  d*ua 
effan  oife«  jovenet  ìdiîlav  Ifilh  de  Tonnit  veioomte  que  aa  moit 
Ii  crozat,  En  Simos  de  Montfort  cant  hoin  Ii  ac  Uiiviat.  Ein  Fall 
der  Auslassung  des  Acc.  der  3.  Penon  bei  Zusammentritt  mit  Dativ 
der  I.  Person  scheint  sich  zu  bieten:  Flam.  7062:  E  per  so  que 
mieîz  III  en  cresa^  Un  brcu  qu'en  esta  brossam  jas,  De  quel  pre- 

guei  qu'el  m'escriusses  Vos  mostrarai.    P'ührt  man  hier 

die  Schreibung  quel  statt  qu  el  ein,  so  würde  sich  die  regelmäs- 
sige Ausdrucksweise  ergeben.  Accusativ  u.  Dativ  d.  3.  Person  sind 
beide  ausgelassen:  Rayn.  ch.  V,  363,  34  (in  der  Biographie  des 
Mönch  von  Montaudon):  £  preguet  que  ili  Ii  des  gracia  que  s 
degues  régir  al  sen  del  rei  'n  Amfos  d'Aimgmi  \  e  l'abas  deL  Man 
kann  nicht  behaupten,  dass  der  Styl  oder  Sinn  unter  dieser  Aus- 
lassung litte;  im  Gegenteil  ist  nach  dem  langen  Vortrag  der  Bitte 
die  kurze  Anführung  des  i'actums  der  Gewährui^  sehr  wirksam 
und  verständlich. 

Wiederholung  und  Auslassung. 

Wenn  das  Fron.  reg.  im  gleichen  Ca^us  su  mehreren  Verbis 
des  Sattes  gehört,  so  findet  meist  die  HinzufUgung  des  Pronomens 
bei  jedem  Verb  statt:  cf.  sdion  Boethius:  Chrest  8,5:  qui  be 
la  ama  e  per  bontat  la  te  ;  B.  d.  B,  33,  '37  :  Mas  non  vuolh  ges, 
lo  sapcha  ni  lo  vcja  lo  joves  reis;  ib.  38,9  bei  drei  Verben: 
Queis  agusa  eis  esmol  eis  troca  coma  coutel  ;  Mont  20.  103:  Lo 
ver^  lel  monges  e  dis  lo  A  Caussiada  ]irinu  ii  imen  e  uames  lo 
part  Lobeo:  P.  Kog.  2,27:  Amurs  nie  pais  eni  guida  cm  soste. 
P.  Vid.  TQ,  56:  aissim  lass'em  lia  ab  prometre  ses  donar.  Cf. 
ebenso:  Arn.  Dan.  3,  14;  P.  Mars.  2,42;  M.  W.  X,  30,36; 
Flam.  559;  ib.  6005.  NichtWiederholung  beim  zweiten  Verb  ist 
jedoch  nicht  ausgeschlossen:  cf.  Flam.  880:  Saludet  la  cortexa- 
men  Et  il  lui»  e  per  la  mal  pren  e  fai  seser  al  fenestral;  ib. 
3134:  Ab  los  oihs  la  baisa  e  toca;  tb«  71*3:  Soven  las  plegon 
e  desplegon.  ^  Vereinzelt  steht  der  Gebrauch,  das  Plön.  r^.  nur  f 


Digitized  by  Google 


—    33  — 


zum  zweiten  Verb  zu  sicllcn;  No  truep  entrchMenha  Ni  vey  ni  la 
say,  auch  B.  d.  B.  13,  27;  noncais  fai  el,  anz  asetga  eis  aranda. 
Ähnlich:  B.  Chrest.  7,  19:  et  si  uUus  homo  aut  femina  cht  qui 
lor  toia  Bei  lor  deved.  Hier  ist  beim  ersten  Verb,  weil  ein  Dativ 
der  3.  Person  zu  einem  Accus,  derselben  Person  getreten  bt,  von 
der  oben  besprochenen  Auslassung  des  Accus.  Oebranch  gemacht, 
das  zweite  Veib  hat  dagegen  den  Acctisatív  wieder  hinzugefügt. 

Besondere  Fälle  liegen  im  Folgendem  voi-:  (cf,  Clött.  Gel. 
Anz.  i^7S>  St.  34);  die  Sprache  überlässt  es  hier  dem  Hörer 
aus  dem  Accusativ»  den  sie  zum  eisten  Verb  setzt»  den  Dativ  zU 
entnehmen,  der  zum  zweiten  gehört:  Rayn.  ch.  V,  183, 8:  £ 
querec  H  p&éo  del  tort  qu'ela  non  avia  :  et  el  non  la  vole  recebre 
ni  pcrdunar.  (Hiogiai)hic  des  (iuillaume  de  lialaun).  Koss.  8076: 
Lo  coms  issit  parlar  a  son  barnat  E  ijuant  los  ac  baissât  e  nier- 
ceat ....  Si  montet  el  chaval  cor  alegrat^  Such.  Dkm.,  Alex.  So8  ; 
Vestit  l'aves  e  dat  manjar. 

Weniger  auffallend  ist  dies  Verfahren  beim  Pronomen  der 

ersten  Person,  da  hier  für  Dativ  und  Accus,  die  Formen  die  gleichen 
sind:  Tersin,  Rom  1,65,  A:  cl  nous  deslieuicra  et  donara  la 
vktoria  contra  nobtros  enemis. 

Ebenso  wie  un  Altfranzös.  findet  sich  im  Provenzaltschen 
bei  »essert  die  Auslassung  des  pronominalen  Régime,  wenn  dasselbe 
ein  prädikativer  Accnsatív  des  Neutrums  ist:  cf.  Ray«,  ch.  V, 

298,  17:6  crezet  que  fos  sos  drut/  e  tota  la  gcnt  o  ciu/.ia,  iuais 
non  era;  Hrcv.  23155  folg.  :  >Nos  (juerem  Jesu  Na^arieu«.  F  Jesus 
respos  simijlamen  :  »Jeu  soi«.  Elb  Juzieu  mantenen  Esferezit  atras 
tomero  £  tuh  en  terre  cazero.  Apres  can  se  foro  levât  K  Jesus 
lor  ac  demandât  Antra  vetz,  e  respos  :  >ieu  suic.  In  beiden  Füllen 
hat  dtr  Herau^eber  des  Biev.  ein  »1<  in  Klammem  hinzugefügt 
•  Daneben  weist  »faire«  häufiger  die  Auslasaung  des  neutralen  Objectes 
auf:  Rajn  ch.  III,  5,  5:  Cen  vetz  ai  cor  que  m  recreya  E  mil 
que  ya.  no  fimî;  B.  Chrest.  385,  31  :  >prec  vos,  mon  effant,  vo'n 
tomes  ,  l'eiTant  respont  ;no  farai  ges  ;  ib.  ^^88,  9;  icu  vos  priée 
4ue  no  m'o  seles«;  Faffant  respon  ;  no  íaray  ges^  ;  ib.  403,  13: 
Per  ma  fe,  payre,  non  faray.  Nav.  1733:  E  cel  que  non  fara 
pense  de  si  gardar.  Auch  sonst  vereinzelt:  Nav.  1817:  Govemaiie, 
1a  vQStra  vtlania  £  lo  vostre  dampnatge  no  nos  platz  ni  puiiìa. 

8 


Digítízed  b 


34  — 


Verwendung  der  schweren  Form  beim  Vcrl>um. 

Sieht  man  vom  inünitiv,  Gerundium  und  Paitkipium  ab,  so 
kann  man  hinsichtlich  der  Vcfweadiing  der  schweren  Form  des 
Pronomens  vohl  sagen,  dass  dieselbe,  wenn  Belontheit  des  Per- 
sonales vorliegt,  Terlaagt  witd,  dass  aber,  auch  wenn  dieses  nicht 
der  Fall  ist,  neben  der  leichten  Form  sehr  häufig  ebenfalls  die 
schwere  gebraucht  wird.   Die  dritte  Person,  denn  diese  macht 
ja  im  Provenzalischen  äusserlich  allein  den  Formunterschi e(i,  tindet 
sich  eben  so  wohl  vor  als  hinter  dem  Verbuin,  während  im  Alt- 
französisrhen  mit  seltenen  Ausnahmen  das  personale  Regime  liinter 
dem  Verb  in  verkürzter  Gestalt  erschien,  (cf.  Gessner,  pag.  6). 
Nur  für  die  Nachstellung  der  betonten  Form  gebe  ich  daher  einige 
Belege  :  Rudel  3,  49  :  Per  so  m*en  creis  plus  roa  dolois  car  ieu 
am  lieis  en  luecs  ai^itx.    P.  d.  Capd.  11,35:  E  si  amors  a 
nniU  poder  en  se,  Puois  me  destreing,  forses  leis  sol  d'aitaa  Que 
noill  enoi.  Fig.  7,  11:  E  ieu  benesîsc  lei  jier  ma  dona  IMa.  cf. 
ferner  P.  Vîd.  7,  15;  M.  W.  365,21;  Rayn.  ch.  11.114,5;  ib. 
V,  9,  3  :   Flam.  3910;    Ross.  3277  ;    Albig.  7716;  Brev.  10355. 
Knüpfen  an  das  Personale  Relativsätze  nn,        ist   die  schwere 
Form,  sowohl  als  auch  ihre  Nachatellimg  um  so  mehr  erklärlich: 
P.  Vid.  35,  17:  Ëstiers  mon  ^rat  am  tot  soi' per  cabaJ  leis  que 
nom  denha  veser  ni  ausir;  P.  d.  Capd.  37,  i  :  Un  gai  descoit 
tramet  lei  cni  desir;  Am.  Dan.  6*31:  Preiats  lieis  don  m'amors 
nos  toi;  M.  W.  II,  49,3:  Mas  ar  m*agr*obs  bons  vers  o  tak 
chansos  Caiautes  leis  cni  fas  lige  homenatge;  Albig.  7251:  E 
ilh  feriron  hii  que  Tabateron  jos  etc. 

Tritt  die  schwere  Pioaoniinalform  zu  emcm  negierten  Verbuni, 
so  ist  es  Kegel,  dasselbe  vor  die  Negation  zu  setzen.  Während 
die  eiste  und  zweite  Penon  einen  sokheu  Gebrauch  ntttig  haben 
nm  sich  als  im  Sinne  der  schweren  Fotm  gebrauchte  Penonalia. 
kenntlich  at  machen,  würde  bei  der  dritten  Person  audi  die  Stellung 
swiscben  Negation  und  Yerbum  keine  flache  Auffisssung  ergeben. 
Ftlr  (fie  Vonmstellung  der  dritten  Person  einige  Beispiele  :  Rudel  j .  3  3  : 
car  ieu  1  am  tant  e  Hei  non  cau  ;  P.  Vid.  19,  54;  ni  no  pose 
esscr  jan/cns,  ai  leis  non  avìíl;  Rayn.  ch.  111,  56,  15  ;  Amor  bUi.- 
raon  per  non  saber  Foln  gens,  mas  ley»  non  es  dans,  ^laai. 
52B0:  Prea  Ii,  c'el  eis  non  lui  pren. 


Digitized  by  Goog 


35  — 


Vmifaailint  úéê  pronaniiiateii  RégUna  io  tiatiMdira«  FìUm. 

I.    Jbeint  (f   ru  nilium  und  Partie.  Pracsentis. 

Gewöhnlicher  Gebrauch  ist  es.  die  > schwere«^  Form  iinmitteltar 
tror  oder  hinter  dem  Parti«  ipuim  Praesentis  nnd  Genmdiiim  zu 

verwenden;  ?..  B.  hinter:  Rayn.  ch.  11,99.445:  E  reconoisent 
lui  molt  lo  ck'ven  honrar:  Flani.  1743:  Ben  pt)gra  dir  senes  mentir 
Que  lausan  lui  nmi  puc^r  faillir;  iMs.  prov.  d.  Chelt.  82,565; 
E  una  causa  non  oblit  Auacn  leis  lause  son  morit  ;  ib.  94,  997  : 
Qu'en  luoc  ûm  tan  gran  paor,  Qu  el  non  parlara,  attjen  lor.  Ebenso 
die  »VonniBtenmig«  des  Pronomens:  Lunel  3,  24:  lo  pm^somte-öe 
Rodes»  en  Ernic,  per  cuy  ans  hom  lui  lanum  non  mentic;  P.  d. 
Capd.  uft:  3,  25  :  mas  quant  consir  Terror  El  daa,  c'ai  près,  el 
destric  leis  aman;  G.  d.  Cab.  2,  12:  E  van  leis  mercejan ;  Brev. 
2081  :  I.i>  nials  duncx  se  fay  ])er  son  pro,  Quar  luv  suflfren  con- 
que r  l  amor;  cf.  ib.  2644,  i76<Si.  Mit  Trennung^  vom  Verb  :  Brev. 
25350  :  Pueis  Ii  jumeu  malenconi  Easian  fais  testimoni  Lui  davan 
Pilat  acusan. 

Ah  Ausnahme,  weil  schwache  Eorro  verwendet  wird,  sind 
aofeufassen:  B.  d.  B.,  Btogr.  p.  ]ii3,  20:  Kl  coms  Richartz  lo 

receup  perdonan  Ii  c  baisan  lo;  Pr.  Dam.  1,32:  Qu'ieu  estai  en 
son  cai)dclh  Per  tos  temps  m:ú>.  serven  Ii  :  Such.  Dkm.  354, 
Kjip.  2^,  4  :  En  la  quai  esta  un  dcls  nostres  reys  gardant  la. 

s.    Das  Personal  Pronomen  beim  Infinitiv  mit 

Verbum  finitum. 

Wie  im  Altfransösischen  steht  hier  das  pronominale  Régime 

vur  deni  Verbum  finitum;  auch  wenn  die  Sullung  eine  umgekehrte 
ist.  wie  eb  iiü  Provenzalischea  hautiu  der  Fall,  hat  man  das 

Pet«ioaale  als  enklitisch  zum  regierenden  Verb  zu  betrachten,  da 
sich  bisweilen  zwischen  dem  nachstehenden  Pronomen  und  dem 
Infinitiv  noch  Satzteile  befinden.  Diez  iuhrt  als  Beweis  für  diese 
Aufiassung  ein  Beispiel  aus  Boethius  an,  cf.  B.  Chrest  i»  st: 
Volg  i  Boeds  metre  quastiaoo. 

Ks  lassen  sich  hier  anschl lassen  :  Mont  10,  loi:  K  rju-ir  anc 

fetz  \crs  ni  canstj  Dei^ra  1  om  tost  Icv.ar  al   ven.    Flam.  3623: 

Aiceis  a  iaitz  GuiUems  venir  K  ües  lor  de  plorar  giquir;  ib.  37x0: 

8» 


Digitized  by  Google 


—    36  - 

Amora  en  ]^auc  d'ora  l'enansa,  £  pot  H  ben  ara  gabar  ;  ib.  647  ì  : 
Van  s'en  eis  bans  per  deportar  E  podon  las  ben  solástor;  Agnes 
254:  E  dejas  la  aici  pregar. 

Diese  Auffassung  ändert  sich  nicht,  auch  wenn  das  Pronomen 
äuss,cr1ich  zum  Inhniti\  gcsiclk  ii>t  ;  cf.  Mont.  6,37:  Pero  del 
querrem  laissera;  Prad.  137  :  cels  quez  apenrel  volran. 

Ausnahmsweise  findet  sich  das  Fronomen  nuH  Infinitiv  ge- 
zogen ;  es  ist  dann,  auch  ohne  besondere  Betonung  desselben,  die 
schwere  Foim  gebraucht:  P.  Vid.  27,  5  :  quar  joves  domna  m'a 

conques,  e  s*eu  leis  conquerre  pogues,  quan  la  remir,  tan  belam 
par,  que  de  gaug  cujera  volar;  ein  femeics  Beispiel  für  die  dritte 
Person  des  Pronomens  ist:  Nav.  1059:  E  los  boigucs  dels  borcs 
quant  íoron  al  bergatz  Aneguo  lui  veder.  Auch  für  die  erste  Person 
ânden  sich  für  diese  Verwendung  zwei  Belege  :  Mont  3,  5  2  :  Ab 
soi  aitan  for'ieu  gais  e  cortes  que  mi  amar  mi  dons  non  desdcg« 
nés;  Ross.  403z:  Dönsel  de  ma  mainada,  tenetz  vos  char;  Qui 
vohra  d'esta  quenra  me  ajudar,  Nos  pot  en  mon  aver  ges  ladiar. 
Die  äusserlich  schwachen  Formen  sind  hier  natürlich  als  im  Sinne 
der  starken  gebraucht  zu  betrachten;  eine  Erklärung  für  di^ 
Abweichungen  ist  kaum  zu  finden,  da  der  Ion  stets  auf  dem 
Verbalbegriff  liegt. 

Nur  scheinbare  Ausnahmen  sind:  Rayn.  ch.  V,  97, 19:  Qn*el 
volia  sa  fiUa  a  moiller  e  fez  se  la  dar  ;  >se  la«  gehört  hier  natür- 
lich zu  »fez«.  Ähnlich  veifaält  es  sich  Nav.  177 1  ;  Sigam  la  noatre 
via  e  laissem  la'ls  estar.   Durch  die  Anlehnung  Teischmilzt  »los« 

mit  >lac  zu  einem  W  orte,  welches  dann  auch  enklitisch  zum  Ver- 

bum  gebraucht  ist. 

Tobler  (Gött.  Gel.  Anz.  1875,  Stück  34)  sjuicht  iUr  das 
Altiranzösische  von  einem  allein  stehenden  Fall,  in  wdchero  die 
Verbindung  des  tonlosen  Pronomens  mit  dem  regierenden  Veib 
nicht  möglich  sei,  nämlich  dann,  wenn  das  Fronomen  nur  zum 
zweiten  von  zwei  kooidinierten  Infinitiven  gehört,  es  tritt  daim 
das  betonte  Pronouicii  /u  dem  /.weiten  Infinitiv.  Das  folgende 
Heispiel  aus  dum  Breviarium  beweist,  da.ss  dies  im  Provenzalischen 
auch  der  Fall  sein  konnte,  wenn  das  Pronomen  als  Object  zu 
>beiden«  Infinitiven  gehörte  :  cf.  ib.  23474  :  No  respons  a  me  Qu'ieu 
puesc  aucir  O  laisar  te.  Weitere  Abweichungen  von  dem  iopatigcn 


Digitized  by  Google 


—   37  — 


Gebrauch  bieten:  Brcv,  9263;  E  «lui  no  sab  amar  se  No  creyra 
({u  el  sapcha  amar  me  ;  ib.  19288:  Quar  si  cum  tu  deus  amar 
me,  Donc  apar  que  deus  amar  te.  £s  kam  hier  offenbar  dem 
Verfasser  auf  eine  Gegenüberstellung  der  Personalbegriffie  an,  des- 
halb setzte  er  dieselben  in  den  Reim.  Man  veigldche  dagegen 
M.  W.  II,  6»  I  :  Qu'ieu  sai  ben  qu'eUa  volria  Te  aiisir  e  me  au- 
»r.  In  diesem  Beispiel  stehen  ebenso  wie  in  folgenden  die 
schwachen  Formen  der  ersten  und  r weiten  Person  wieder  im  Sinne 
der  schweren  gcbiaucjit:  cf.  I'rula-  1326:  Car  hoai  nols  ve  nels 
»ap  mais  tu,  Mais  deus  temci  tc  que  negu. 

Interessant  sind  folgende  halle,  wo  zwei  Pron.  reg.  vor  das 
Verbum  finitum  treten:  cf.  Mont.  3,24:  Tan  vos  mi  fai  abelir 
e  temer  vostra  beatatz;  Capd.  16, 41  :  Quel  fu  pietz,  queus  mi 
fid  amar.  Càbest.  i,  s  :  Quant  a  vos  plac,  queus  mi  fai  amar; 
Raya.  ch.  410, 14  :  Que  si  us  me  lays  dieus  gasanhar.  Such. 
Dkm.  398,  S:  donna,  vos  mi  fes  chausir  amors;  B.  Dkm.  39,  17: 
Que  cant  paors  lo  nos  fey  requerer  E  si  paors  li  nos  fai  far  on- 
ransa.  In  allen  sechs  l  allen  heissen  die  Vcrba  imita  faire*  oder 
ïlaissar  ;  in  den  ersten  fiinf  ist  ein  Pronomen  der  zweiten  Person 
das  eigentliche  Objekt  des  Infinitiv,  die  erste  Person  hingegen 
drückt  die  bei  der  durch  den  Inhnitiv  ausgedrückten  Handlung 
befeelUgte  Peaon  aus;  beide  Pronomina  sind  hier  vor  das  regie- 
rende Verb  gestellt,  wobei  das  Regime  der  ersten  Person  dem  der 
aweüai  folgt,  vdchcs  den  rein  accnsadvischen  Charakter  trügt. 
Im  leisten  Beispiel:  >E  si  paors  li  nos  fiû  far  onransat  ist  die  durch 
den  Infinitiv  ausgedrückte  Thätigkeit  auf  ein  durch  das  Pronomen 
der  dritten  Person  vertretenes  Object  gerichtet;  wir  würden  hier  den 
präf)Ositic)nalen  Dativ  erwarten  ;  der  Accusaüv  der  ersten  Person 
folgt  hier  dem  Dativ  der  dritten. 

3.  Das  Pronomen  beim  präpositionalcn  Infinitiv« 

Auch  hier  bewegt  sich  das  Provensalische  mit  grösserer  Frei- 
heit  als  wie  das  Altfransflsische.  Zunächst  findet  sich  meist  wie 
dort  die  schwere  Form  nach  der  Prftpoâtíon  gebrancht:  cf.  B. 
à.  B.  35,  14:  ieu  o  die  per  Itii  castiar  (cf.  ib.  Anmkg.  zu  33,  6). 

P.  Vid.  31,37'  ei  (Ioun  ]>la/ierii  4U  cn  leis  aniüi  es  sors;  Capd. 
3,  27  ;  Qu'eu  son  failz  per  leis  servir;  Rog.  6,  13  :  <|u  ieu  non 
CK  qu'ieu  anc  per  als  fos  mas  per  lieys  far  so  que-1  plagues  ;  ct. 


Digitized  by  Google 


I 


-    3S  - 

■ 

ebcn><>:  Fi^.  7,  53;  Arn.  Dan.  7.  42;  P.  MifeTü.  3,  27;  Rom.  6035^ 

Ham.  121 2;  Prad.  777;  Albig.  7959.  I 

Trennung  des  Pronomens  vom  Infinitiv  findet  statt  durch  eio 
Ob|ect  oder  Adverbium:  Ross.:  per  ti  cosselh  dar;  Brev.  i4tS5: 
qa'el  non  a  poder  De  luy  perfiechamen  vezer. 

Nkht  selten  zeigt  sich  die  schwere  Form  > hintere  dem  Infini- 
tiv: Capd.  II,  20:  Mos  d'anuur lei  e  de  far son  coman.;  ib.  27,  39: 
Perso  nos deu  d'amar  leis  enardir  ;  P.  Vid.  7,52:  nim  desvi  d  aniar  leis. 
Ms.  prov.  d.  Chclt.  63,  20  :  e  n<»ni  rcimn  Lc  curage  nil  l)iais  1)  amar 
lei;  Rayn.  ch.  II,  100,  448:  Nus  ensegna  a  tenir  diu  e  servir 
luy  tortinent;  B«  Chrest.  391,6:  e  de  rccebre  lieis  per  niolher. 
Pr.  Dam.  361:  e  no  seria  sens  de  cassar  lor;  Mbig.  7690:  Per 
ampafar  la  vila  e  per  defendte  lor;  Such.  Dkm,  435,9:  er»n 
vengutE  per  pregar  lur. 

Audi  hier  ttbemimmt  der  Accusativ  der  schweren  Form  memt 
die  Funktionen  des  Dativ  mit,  nur  sehen  steht  filr  letzteren  die 
präpositionale  Wendung:  Fig.  7,13:  Non  tenc  per  sennt  home 
que  s  entreincta  de  lar  a  lui  tort;  ib.  7,26:  Qu'eras  son  Lora- 
bart  Ncngut  Per  rendre  a  lui  totîr  los  dre^/.  de  roronn. 

Neben  der  schweren  i  orra  findet  nun  hinter  dem  Infinitiv 
auch  die  »schwache«  Form  Verwendung:  P.  M.  rec.  d'anc  text. 
prov.:  145, 141:  ni  con  era  apaieUats  alcunas  ves  de  punir  lo; 
Rayn.  ch.  V,  377,  29:  e  sine  qu'ella  veores  per  vczer  lo.  Biogra^ 
phie  zu  B.  d.  B.»  p.  118, 34«  8:  c  commenset  los  a  roenassar  (birt- 
men  de  deseretar  los  e  de  destruire  los;  ib.  119,  35, 10:  e  n'Ea- 
panhols  sil  venc  encontra  per  servir  lo  e  per  envidar  lo;  ib. 
123,34:  e  sil  turnet  en  grac  ia  de  \\/er  lo.  Auch  das  Reflexi- 
vnm  zeigt  diesen  (lebrauch:  Capd,  lìiogr.  8,28:  roniensa  si  a 
lunhar  et  a  traire  se  a  ma  dona  N'Andiart:  P.  M.  rec  d  anc. 
text.  prov.  :  e  crezet  qu'ella  se  fexes  morta  per  partir  se  de  lui. 
Lunel  37i  395  :  al  port,  on  ses  domezida  pot  hom  passai  ses 
perdre  se;  Btev.  tj&j:  Que  Dieus  tot  quant  es  a  créât  ses  moi- 
re se. 

Folgende  Beispiele  zeigen  ausnahmsweise  die  schwache  Form  1 

zwischen  Präposition  und  Infinitiv:  1\.  Chrest.  j:  doforas  cl  I 
lo  van  nienar,  coniensun  a  lo  lapidar  (hier  kann  nicht  lu  lapid.u  i 
substantivierter  Infinitiv  sein^.    Rayn.  eh.  V,  249.  i<):  e  van  s  en  | 

a  Toloca  per  ia  vezer;  ib.  a^o,  5:  Que  Bemauu  n  Amauu  &  ea  1 

■ 

Digitized  by  Google 

1 


—    39  — 

ern  .inilat  ^,es  la  vezer.  WahrscliumÎKh  nur  scheinbare  Aus- 
nahmen liegen  vor:  Mfi.  piov.  d.  Cbelt  72,  198:  Ei  ven  a  lei^i 
si  lâ  sahida,  £  pnoU  comroeng'a  U  pregar  (man  lese  hier 
'Oonmeoea  la  pr.<).  ¥\am,  $^$7:  tio  qu'il  ai  lassoii  De  las  pre- 
gar (man  lese  »d'elaspr.«);  ib.  5918:  e  comens'a  Ii  dire  (man  lese 
cemensà  Ii  dire,  cf.  Anmkg.  su  B.  d.  B.  33, 6);  Brev.  3145:  Per 
que  nos  em  mot  obligat  Dels  fort  amar  e  obedr  (man  lese  »D'ds 
fort  amarj;.  Autiallend  ist  auch  folgende  Stelle  aus  demselben 
Denkmal,  cf.  Brcv.  T7373:  Ades  volon  inourc  gucrra  A  lur  vezis, 
a  non  dever«  Per  ia  lur  mermar  e  toler  c  no  sabo  per  tut  lur 
sen  La  lor  govemar  bonamen  (1a  —  terra).  Auch  hier  hat  der 
PïODHizal^  seiner  Vorliebe,  K^gime  direct  u.  K.  indirea  der  drit* 
tien  Peiscm  ia  leichter  Form  nebeneinander  sa  gebrauchen,  Raum 
gcfeben.  Mao  erwartet  hier  um  so  mehr  die  schweren  Formen, 
als  die  Pionomina  zu  > beiden«  Infinitiven  gehören.  Fttr  die  Idchte 
Form  konnte  sprechen,  dass  >la  nicht  unmittelbar  beim  Infini- 
tiv steht.  Wie  in  dem  Beispiel  aus  der  ersten  Hälfte  des  Citâ- 
tes, so  muss  man  wohl  auch  in  dem  aus  der  zweiten  Hälfte,  dessen 
Besprechung  eigentlich  nicht  hierher  g^bütt,  eine  Rückwirkung  der 
des  Dativea  auf  den  Accusadv  ei^ennen;  wenn  der  ersteve  lehien 
würde,  so  hätte  der  Autor  bei  der  vorliegenden  Trennung  des  Ac- 
cuMiiv  Pronomen  vom  Verbum  finitum  dasselbe  wohl  kaum  in 
leichter  Form  gebraucht 

Knie  fernere  Verwendung  des  Pronomen  rég.,  die  sich  auch 
im  Altfran/osischen  lindet,  ist  es,  auch  beim  jirapositionalen  Inti- 
mtiv,  wenn  dieî>er  vurt  cmem  Verbum  abhängig  ist,  dasselbe  dem 
le&rteren  jjroklitisch  oder  enklitisch  hinzu  m  gesellen: 

ProkUtisch:  Boss.  3436:  Adonc  los  pies  lo  coms  a  conju- 
rar;  P,  M.  rec  d'anc.  text.  prov.  133,  79:  £  tot  suau  la  près 
a  cofortar;  ebenso  M.  W.  I,  73,  s  :  Vos  las  prenets  a  menas^ 
sar.  EnklitÎRch:  Ross.  .)003:  Gaces  vesooms  de  Drues  près  li  a 
dire;  Biogr.  des  Berlr.  d.  Born,  pa;,'.  118,  34,8:  e  comenset  los 
■1.  menassar;  Rayn.  <'h.  V,  384,  15:  e  coniensa  la  a  dciendre  : 
Al  big.  6141:  E  lo  toms  lo  regarda  c  près  Ih  a  demandar.  Der- 
selbe Gebrauch  liegt  im  folgenden  Beispiel  (ìrunde»  wo  an 
Stelle  des  Verbum  fini^  das  Uttlfrverb  getreten  ist:  Rog.  4»  $5^ 
mieus  es  lo  dans  et  er  lo*m  a  sofiir  ass  »mein  ist  der  Schaden, 
und  CS  wird  an  mir  sein,  ihn  zu  ertragen.c    Zu  dem  eigentlich 


Digitized  by  Google 


—    40    •  — 

/!im  Infinitiv  gehörigen  Pronuiucîi  ist  das  itnm  HüUsverb  gehörige 
Kcgimc  enklitisch  hinzugetreten. 

Vereinzelt  findet  sich  der  auch  im  Altäranzösischen  nicht 
häufige  Gebrauch,  die  schwere  Form  zwigchen  zwei  beioi  infiaitiv 
stehenden  Präpositionen  zu  verwenden;  cf.  B.  Dkm.  153,  8:seo- 
her,  yeu  no  sui  natk  Ni  faitz  roas  per  vos  a  servir;  ib.  222,1: 
feyron  venir  Ries  metges  per  lyes  a  garir;  Agnes  690  und  7ao>: 
Ai  verge  sant'Aines,  uellas  nos  perdonar  que  nos  sa  sîam  intrat 
per  tu  a  dcisonrar.  Eine  Erklärung  dieser  Konstruclion  í>.  Lach- 
mund, über  den  f  »ebrauch  des  reinen  und  praposit.  Inf.  im  Altfr. 
Rostock  187Ó  p.  27 — 28. 

Die  angeführten  Beispiele,  mit  Ausnahme  der  letzten,  behan« 
dein  fast  alle  die  Verwendung  der  dritten  Peison  beim  Infinitiv 
mit  Präposition.  Die  Pfonomina  der  ersten  u.  zweiten  P.  sind  hier 
in  ihrem  Verhalten  weniger  zu  kontrollieren,  da  sie  eine  besoodeie 
starke  Form  entbehren,  ebenso  verhält  es  sich  mit  den  Refiexivea. 
Sie  alle  stehen  vor  und  nach  dem  Infinitiv:  cf.  P.  Vid.  36,  30:  mas 
allais  armas  fetz  i>er  mi  aucir;  Capd.  uá.  9,  12:  Tan  (lue  d'al 
re  non  j)Ueis  jicnsar  Mais  de  vos  servir  et  amar  ;  Cabest.  7,  51: 
e  cutn  mos  cors  s  ahcha  e  s  atura  en  vos  amar,  que  d'al  non  ai 
talan;  Flam.  2786:  Feira  que  savis  e  membratz  Si  penses  de  mi 
deslivrar;  dem.  troub.  63,  20  :  Venon  la  nneh  per  tu  servir;  Ag- 
nen 994:  mon  fin  c'a  mort  per  tu  gaxdar.  In  den  beiden  letzten 
Beispielen  zeigt  sich  auch  ftusserlich  staike  Form,  denn  >tu  c  kommt, 
als  Régime  gebraucht,  immer  nur  in  schwerer  Verwendung  vor. 
Aus  französischem  Einfluss  ist  zu  erklären:  Brev.  27935:  E  (|i!e 
soy  cntentis  A  moy  recoforticr.  Eben  so  gut  findet  sich  au(  h  die 
Nachstt^llung  des  Pronomens:  rf,  B.  d.  B.  4,  15:  Senher  Conratz, 
eu  ssd  dos  reis  qu  estan  d  ajudar  vos;  Capd.  25,20:  qu*ieu  d'a- 
mar  vos  nom  lais;  P.  Mars.  5,  26:  e  d'amar  vos  no  m'estai  etc. 
Mit  Trennung  vom  Verb:  ib.  5,  8:  £  sitôt  m'acor,  Ges  mos  cots 
non  sia  D*amar  finamen  vos,  on  que  ieu  sia.  Das  Reflexìvum 
wird  gern  zum  Verbum  finitum  gesetzt:  cf.  P.  d.  Capd.  (Biogr.) 
8,  28:  comensec  se  a  lunhar  de  ma  domna  n^Azalais:  ib.  q.  iir 
e  comensa  se  a  partir.  Dem  oben  aus  Rogier  (4,  55  angciuhr- 
ten  Beibpielc  entsprieht  die  Stellung  im  iolgenden:  Nav.  2950: 
Commenset  de  parlar  e  près  le  se  a  dir. 


\ 

Digitizedby  Google« 


—    41  — 


Das  Personale  als  pleonastlscher  Hinweis  auf  vorher 
Qobeiides  oder  folgendes  Substantivum  oder  Pronomen. 

I.  Hinweis  auf  ein  ^  folgendes«  Substantivum  oder  Fronomen 
findet  statt. 

Auf  ein  Substantiv:  B.  d.  B.  sa» 39:  puots  a  h»  ades  a 
paclia  dennandats  comte,  duc,  inanittes;  ib.  31»  sa:  Sil  reis 
engles  H  feti  don  ni  larguesa  al  rei  Felip,  dreits  es  que  Ven 

mercei  ;  Mont.  10,87:  Et  agrail  ops  lenga  d'argen  Al  vilan 
i|u\Ta  pelliciera.  Fig.  2,78!  Roma,  dicuä  Taon  clh  don  poder  e 
forsa  AI  comte  que  ton  los  i'rances;  Ms.  ])rov.  d,  Chelt.  :  58,  ,^4: 
Amicx  ses  bausia  £  senç  tricharia  li  sui  a  m'amia;  B.  Chrest. 
7,31:  Asi  o  tenra  Guillems  Coms  et  Ramund  et  Aiarigs,  fors 
qoant  il  loa  solveran  lor  gradiens  amas  sine  fofia;  B.  Dkm. 
as7,  7  :  E  bar!  Agras  las  tu  vistas  Las  vacas  que  avem  tan  qui- 
stais;  Rayn.  ch.  V»  309,  5  :  no  U'n  vole  mostrar  brau  semblan  a 
la  marquesa ;  M.  W.  I,  i,  19:  Totz  joys  li  dcu  humiliar  E  tota 
ricors  obe/ir  Mi  dons;  Such,  Dkm.  8,  29:  mandai  sa  inulliur  que 
nol  fa&:»a  nc^una  re  quel  des])las.sa  a  Jhesu  Crist/.  ;  Albig.  4584: 
£  lor  feio  eis  nafran  los  cavals  ;  ib.  8828  ;  Si  nols  anatz  socorre 
tost  aura  convertitz  Los  ornes  de  Meiha  e  morts  e  destruitz. 

Auf  em  folg.  Fron.  :  B.  d.  Bd.  B.  39,  S5  :  Anta  l'aduts  e  de  près 
lo  descaiga  gerra  ceUui  cui  bom  no*n  troba  franc.  P.  d.  Capd.: 
a6,  33  :  Que  dieus  lor  sera  vers  guirens  A  tots  cels  que. . .  ;  Such. 
Dkm.  375,  10  :  e  lur  donam  cavallaria  adz  aquels  que  aptes  en  mn. 
ib.  Q2,  201  :  doncs  li  clamem  trastug  merce,  a  luy  quens  formetz 
de  nonre. 

3.  Seltener  ist  die  »Wiederaufnähmet  des  vorangestellten  Sub- 
stantivum oder  Pronomen  v^ime  durch  das  Personale^  meist 
unterbleibt  dieselbe:  Das  Pnm.  ist  wieder  aufgenommen:  P.  d. 
Capd.  18, 8:  mes  od  cui  non  apa|a  Jds  m  amofs,  noil  ten  pnm 
Hors  ni  glaja;  Flam.  4S15:  Cil  que  cd  »de  que*  m*a  donat 
mout  li  fai  a  grasir;  Such.  Dkm.  91,  195:  Ad  eil  que  es  de  pec- 
tatz  nicdicina  Ad  eil  tot;;  lo  mon  li  encliua  ;  ib.  374,  34:  lo  qual 
Alexandri  l'amava  mot  (cf.  Amkg.  des  Herausgebers  zu  dieser  Stelle). 

Das  Substantiv  ist  aufgenommen:  Flara.  6266:  neis  1a  ma 
non  la  deìgna  ves  lui  estendre;  dem.  troub.  133»  I,  5  :  Ë  lo  pö- 
ble mogot  d'emrabcr  d'insolensa,  los  plus  nobles  dd  Inoc  los  fa- 
sian  emponhar;  B.  Dkm.  300, 11:  Bon  cosselj  li  fol  let  dona, 

Digitized  by  Google 


—    4»  — 


Nol  mmpressa  per  1«  pressona.  Ausnahnisweise  findet  die  Wieder- 
aufnaliiuc  des  vuivingclicndcn  (Objectes  durch  die  schwere  Form 
des  Personale  statt:  Ross.  2416:  Per  aquest  covinen  lo  me  ju- 
retz,  Ciilbert  de  Senescart  Ihiii  i  metatz.  (cf.  ad  i.  und  ad  2.  die 
entsprechende  Verwendung  bei  *en<  und  i«). 

Hierher  lassen  sich  wohl  auch  die  fotgendm  drei  FäUe  vech- 
nen,  in  welchen  der  zw  Hervorhebung  in  den  Hsuptsatz  gelege- 
ne BegniF  des  Nebensatzes  in  letzterem  durch  ein  persönktdies 
Fürwort  vertreten  wird  :  B.  d.  B.  4,  i  :  Ara  sat  eu  de  prez  qnab 
Ta  plus  gran  ;  Fig.  7,15:  E  gardatz  de  Gayeta  cum  el  la  de- 
stniis;  Main.  Ó3 1  :  L'us  dis  de  Catmus  quaa  fugi  Et  de  Tebas 
con  las  basti. 

Im  folgenden  Bct>>|>iei  bezieht  sich  das  Fürwort  eigentlich 
auf  mehrere  vorausgehende  Sultstantiva,  die  singularische  Form 
desselben  nimmt  aber  nur  auf  das  letzte  Besug:  Nav.  449:  Non 
ogra  en  Timitz  mur  ni  caslel  ni  torr,  Ques  el  no  la  presessen. 
Eine  fernere  Verwendung  des  Singulars  bei  direct  ploralischem 
fiestig  bietet:  B.  Chrest.  176, 19  :  grans  mecavilhas  ac  de  k»r  mos 
mout  l'an  ilh  de  lui  major. 

Entsprechend  den  beim  Noiinnativ  geg(.'l)oncn  lleis|jiclcn  lindci 
sich  auch  beim  Pronomen  Rtuinie  die  Neigung,  ^\\^\m  zwei  Ob- 
jecte XU  demselben  Verl  »um  vorhanden  sind,  diese  in  der  Wei.se 
zu  verknüpfen,  dass  das  eiste  vor  dem  zweiten  durch  die  schwere 
Form  wieder  aufgenommen  wird. 

a'  Die  Objecte  sind  beide  Substantiva:  B.  d.  B.  p,  1 19, 35, 1  x  : 
eill  Juzieu  Ii  vengron  sobre  e  nafreron  Artuset  malamen»  lui  et 
un  son  companhon;  Ross.  4651:  Senher»  de  près  n'avetz,  auiatz, 
(jui  so,  Senebrus  de  Bordeis  lo  filh  Yo  E  Gile  lo  cosin  Ihui  e 
Neblo;  il).  6(>^2:  Alliejatz  est  romieu,  Ihiti  e  s'oissor. 

b)  Das  erste  der  Objecte  ist  ein  rronoinen  in  schwacher 
Form  :  Ross.  3555;  Nulhs  om  no  t  pot  cofundre  tu  ni  tas  gens. 
B.  d.  B,  p.  119,  35, 11;  e  menet  lo  charament»  lui  ab  i»ta  sa 
gen;  Albig.  5137:  Que  firen  los  ne  menan  lor  el  comte  Gnio« 

Das  Personale  in  seiner  Verwendung  zum  Aus- 
druck eines  possessiven  Verhältnisses. 

Dieser  (»ebrauch  ist  im  Provenzalischen  ein  sehr  verbreiteter; 
cf.  Diez,  Gr.  III,  73  folg.  und  Amnkg.  zn  B.  d.  B.  12,  52. 


Digitized  by  Google 


—    43  — 


1.  Der  personale  ücjicuv  tritt  plconastisch  zum  Pos.sessivuni 
hin/u:  t.f.  Hayn.  rh.  V,  441,  ii:  mas  nos  anìio  d'el  Ii  deroii 
ad  entendre.  Hier  findet  diese  jileonastische  Verwendung  beim 
Subject  statt,  ebenso  auch  beim  Objea:  P.  Mars.  3,  23:  Per  qu*iea 
no  seiai  ja  leos  A  retiaiie  sa  gran  valor  De  Ids  qu'a  de  beutat 
la  flor.  Die  doppelte  Wiedeigabe  des  possessiven  Verhältnisses  ge- 
schieht hier  wohl,  um  die  Anknüpfung  des  Relativsatzes  zu  er- 
leitiilem. 

2.  Der  Daliv  des  Personales  tritt  zum  Verbiiiii  lim/u,  ob- 
gleich das  Subjert  resp.  Object  schon  ein  Hossessivum  bei  ^.ich  hat. 

aj  Es  ist  ein  Subjectspossessivum  vorhanden:  Ms.  prov.  d. 
Chelt.:  91,889:  Tan  gat  son  que  lor  cor  lur  vola;  Nav.  1439: 
£  lo  ity,  quant  lo  vic,  mudet  le  sa  oolor. 

b)  Der  Dativ  steht  pleonastisch  zum  Objectspossesstvam:  cf. 
B.  d.  Bé  6,  31:  mas  dieus  e  dreicz  lor  a  camjat  lor  sort;  ib.  31, 
37:  ni  deu  sohir  c'om  Ii  bais  sa  riquesa;  Rog.  9,  2S:  qu'en  sein- 
blant  d  uüa.  pemiz  Ii  baises  sos  oils  voltitz. 

£in  Fossessivum  ist  nicht  vorhanden,  an  tritt  an  Steile 
desselben: 

a)  ein  personaler  Genetivus  possessivuf»  :  Ms.  prov.  d.  Chelt. 
1335:  A  la  gran  valor  et.al  sen  £z  ai  bel  cors  de  vos  mî 

len.  Rog.  8,  i  :  Senh'cn  Raymbaut,  per  vezer  de  vos  lo  conort 
el  solatz;  P.  Vid.  44, 13:  Quel  cors  el  cor  de  mi  e  la  valor  a 

e  nom  val  ni  eu  nom  val  alhor;  Ross.  2789:  Que  la  vida  de 
lui  no  pot  durar;  B.  d.  ii.  p.  104,8;  del  rei  Hcnric  d  Kn^hUcim 
e  del  filh  de  lui;  Rayn.  ch.  n,82,  147:  Mas  li  enemic  de  lor, 
lirai  li  perseguian,  hi  pcriron  tuit.  ib,  82,  159:  E  la  ley  d/e  lui 
moLt  fort  d^essan  |:.^1rd«r. 

b)  Ëin  VQtn  Verbum  abhängiger  Dativ: 

B.  d.  B.  35,  as  :  Oimais  no  li  puosc  ren  cdar,  anz  li  serai 
arnica  cornus;  Rog.  7,31:  De  luenh  li  suy  propdas  vezis  ;  Ähnlich: 
Flam.  2502:  Quan  Guillems  vi  la  bell'ensena  Del  rie  tesaur  qu* 
Auior  l  ensenna  Le  cors  h  ri  tou  e  1  ugenso. 

Das  Personale  als  Ersatz  des  Demonstrativ. 

Bisweilen  âoden  im  Provenzalischen,  so^ie  im  Altframiösischca 
UoMchreibiBigea  mit  eil  de  ss=  »die  Bl»wohner,  die  Leute  von  ....•< 
statt.   Namentlich  die  Albigenserkiiege  weisen  nun  eine  Ansahl 


pigitized  by  Gooj 


44  — 


von  Beispielen  auf,  in  denen  das  Personale  diese  Funktionen  des 
Demonstrativum  übernommen  hat. 

a)  Das  Personale  im  Nominativ; 

Albig.  404  :  eb  de  U  ciptet  cujan  que  fos  tant  fort  üennea; 
ib.  42S1  :  Peio  ilh  de  Belcaire  sont  tant  apoderit  ;  ib.  488t:  Peio 
ilh  de  la  vila  lor  an  taU  gens  teaduts,  cf.  dasselbe  5360;  auch 
direct  der  Artikel  schon  in  dieser  Verwendung:  ib.  1840:  En 

Estaci  de  Caus,  senes  trastot  mentir,  Auciso  Ii  de  Toloso;  B.  de 
Born  hat  auch  cui  l;cisi)iel  dieses  (Gebrauches:  cf.  ib.  23,27: 
c  Catahin  o]]  d'Arago  îotabaraìì  .soven  e  nienut.  Man  setzte  sogar 
Adverbia  m  eine  derartige  geuetivische  Verbindung  mit  dan  Per- 
sonale: Albig.  4583:  elh  de  dins  los  encausan;  ib.  7819:  Pero 
ilh  de  lafora  Pen  levan  de  rando.  Bisweilen  wiid  auch  dieser 
Zusammenhang  zwischen  Fttrwoit  und  Adverb  angehoben,  sie 
stehen  absolut  neben  einander:  ib.  3851  :  eis  dejos,  can  la  senio, 
s'en  parten  secodens;  ib.  7524:  eis  dedins  los  peis^on,  cf.  eben* 
so  7783,  (oder  soll  man  hier  conséquent  de — dins,  de — Jos  lesen?). 

Au(  Ii  die  /.^veiie  l\'rson  kunntc  man  in  dem  besprochenen 
Sinne  ver%venden:  Ailug.  8347  :  Baros,  vus  de  Tfiolosa  veus  vostre 
frontaliers^  ähnlich  auch  Ms.  Prov.  d.  Chelt:  63,  39;  Y08  de  bon 
aire,  Quis  la  bellaire  C  ane  fos  de  maire. 

b)  Das  Personale  steht  als  Régime. 

Das  Régime  ist  in  dieser  Verwendung  ebenso  wie  das  Sujet 
sowohl  mit  natíifoìgendem  SubttaatÌT  als  anch  mit  Adverb  su 

finden,  die  genetivische  Beziehung  ist  fast  immer  ausgedrückt: 
Albig.  3889:  E  lor  de  1  iiarasco  totz  temps  obeziretz;  ib.  4020: 
E  a  lor  de  Volol)ivgua  (jue  so  liai  <'  bo:  ib.  4263:  Mas  i)er 
loi  de  Belcaire  foron  be  aculhit;  ib.  4564:  Mas  de  lor  de  la 
vlla  es  tant  grao  lo  monceus  ;  ib.  6000  :  Mas  a  lor  de  lafoia 
es  ardimens  cregute.  Ohne  genetivische  Anknttpfuqg:  ib.  6507: 
Qu'a  lor  dins  es  creguda  valensa;  ib.  €548:  Fer  que  a  lor  dins 
lalha  d  blatz  e  la  semeus. 

Neben  den  PersonaUbus  finden  wir  jedoch  in  diesem  Denk* 
mal  auch  die  Demonstrativa  in  den  in  Rede  stehenden  Umschrei- 
bungen: cf.  ib.  4494:  cel&  de  Belcaire^  4498:  cels  del  Capdolhj 
4543  •  aquilh  de  la  vila. 


Digitized  by  Goog' 


-  4s 


Der  Vollständigkeit  halber  la^st  sich  hier  noch  jene  Ausdrucks« 
Weife  erwiJmen,  in  welcher  das  wohl  schon  zum  Artikel  gewor- 
dene Personale  im  demonstrativen  Sinne  an  Stelle  eines  voIhe^ 
gehenden  Substantivurn  steht;  mit  dem  folgenden  Substantiv  findet 
meist  Verknüpfung  durch  das  Genetivzeichen  statt:  Albig.  2304: 
La  d  tMi  Marti  viron  iWi  ])ulii/. ,  il).  3559:  per  razo  tindra  la  de 
sa  maire  (la=terra)  ;  ib.  5239:  El  meteus  vos  tìansa  Duu  c  sas 
dignitatz  E  las  de  l'apostoli  e  de  totz  los  letratz  ;  mit  Anlehnung  : 
ib.  724:  Sire,  so  ditz  el,  al  vosure  mandament  e  al  del  rei  i*elip; 
ib.  343  a:  Tul  recep«  per  catolic  e  qu*es  bos  om  e  senhs,  El 
cfMnte  de  Cumenge  el  de  Fois  ichamens. 

Dass  doch  schon  der  Artikel  hier  voriiegt,  bt  weisen  Beispiele, 
wekhe  denselben  Gebrauch  in  nominativischer  Wendung  zeigen: 
Albig.  1785:  Mas  non  es  tant  ardida  (da  gens  e  tant  osa  Que 
no  es  la  deîs  crosatz;  der  Casus  ublitjus  íiì)ernimmt  im  Folgenden, 
wie  öfter  bei  l'ersonen,  die  Funktionen  des  (  ieneiiv  :  ct.  Ross. 
5779:  La  senha  de  Oirart  es  recobrada  E  la  K.  Martel  niolt 
abaissada. 

Gans  selten  findet  in  solchen  Fitten  die  Auslassung  des  Pro- 
nomens resp.  Artikels  sutt:  Brev.  '3130:  Mas  dieus  conois  lur 
Volmtat  £  eis  pneis  de  la  deitat. 

Autdruck  des  reflexiven  Verhftltniesee. 

Die  gewöhnliche  Form  des  Ketlexivums  ist  der  ersten  und 
aweiten  Person  des  Personales  entsprechend  se  oder  si,  sei  nur 
vcKtnadt,  namentlich  aber  im  Gicartz  de  Rossilho  und  zwar  im 
Reim»  einige  sonstige  Betspiele:  B.  d.  B.  31«  t8:  pois  Esaudun 
a  tomat  deves  sei  lo  rei  Henrics  e  mes  en  son  destrei;  Pam. 
occ.  348,23:  Franquez'e  bontat  a  ab  sei  (Reim  auf  baudei); 
Albig.  2222:  per  ta  santisma  lei  Gardans  de  dezonor  ,  so  ditz 
rasnis  per  sei.  Dem  Reim  zu  Liebe  verwendete  man  also  diese 
Formen,  cf.  Anm.  zu  B.  d.  B.  20,  8. 

Die  Verwendung  des  Kefiexivum  ist  im  Provenzali&chen  eine 
sdir  altsgedehnte»  wir  finden  es  sowohl  bei  Bezqg  auf  bestimmte 
tnd  unbestimmte  Personen  als  auch  auf  Sachen>  angewendet. 

Hat  da»  zurückweisende  Pronomen  sein  Subject  in  demselben 
Satse,  so  bleibt,  dem  lateinischen  Gebrauch  entsprechend,  meist 
das  Reilexivum  erhalten,  cf.  Diez,  Gr.  III,  60—62.  Hierfftr  einige 


Digitized  by  Google 


-    46  - 

iklat.mtc  Beispiele:  P.  Mars.  9,  1  :  Stnh  Kn  Jorda,  sius  manda 
Livernos  A  si  venir  e  I.autresc  en  un  dia;  M.  W.  II,  147,  19: 
N'Uc  si  ftc  gran  rcn  de  fraires  majors  de  se;  B.  Chrest.  124,6 
und  9:  c}ttar  qui  ab  plus  frevol  de  sis  desmezura  fai  gran  fol* 
dat  e  de  plus  frevol  de  si,  es  vüanla. 

»Nach  Präpositionen  wird  im  Provenzalischen  der  Plural  des 
Reflexivs  überhaupt  gemieden4:  cf.  B.  d.  B.  14125:  lA  guazati 
si  son  acordat  entr'elhs;  il).  23,  45  :  Totz  temps  vuolh  (jue  li  aut 
baro  Hwn  entre  lor  iras(  ut  ;  F.  Vid.  22,33;  d  i-.sp.inhnm 

tcnh  a  fais  qnar  tnn  volon  ^^erra  mest  lor.  ('f*  Mont.  13123; 
Parn.  occ.  122,  11;  Ross.  3434;  Albig.  707  etc. 

Vereinzelte  Bei.spiele  für  pluralische  Verwendung  des  Refle- 
xivums  nach  einer  Präposition  sind  :  Such.  Dkm.  395,  Cap.  XXIV,  i  : 
E  ubriron  si  las  portas  per  st  meteissas;  Flam.  1195:  Que  foroo 
plus  gilos  de  me  Si  tot  jom  visson  devan  se  Tarn  bella  ren  com 
ieu  i  vei;  ib.  3S03:  E  dui  apostel  devon  ben  Un  cavaHîer  aver 
ab  se;  ib.  3584:  Kt  a  ssi  meteis  si  tormenton  ;  Albig-  2177: 
Ben  sap  entre  se  eih  cpie  si  el  so  vcncu  El  a  tota  la  terra  e  lo 
castel  perdu;  Brev.  40  r  :  K  si  porton  tot  jom  ab  se  I.0  cnjn'l, 
oisso  quois  cove;  ib.  (»li^s:'  D'aquest  meteis  dreg  issamen  An 
Thome  l'azordamen  De  far  entre  se  coroandas. 

* 

Eine  Erscheinung,  welche  man  als  eine  Ausnahme  bezeich- 
ncn  muss,  repräsentieren  die  folgenden  Beispiele,  wo  an  Stelle  des 
2U  erwartenden  Personales  das  Refiexivum  verwendet  ist^  siehe 
Anmkg.  zu  B.  d.  B.  si,  44;  zu  den  dort  angeführten  Beispielen 

kommen  hinzu:  Fig.  7,31:  K  tant  es  issida  sa  bancira  Qn'om 
nos  pul  (ii'fcndre  a  sei  1'.  .M.u>.  4,  1,2:  <)ue  li  grans  heiitatz  De 
HOS  huelhs  ualiadors  K  s  iiin>  huclhs  uutrat  ujat/  Kn\tja.^  de  si. 
e  per  Kc  no  n  puesc  mon  cor  mover  ;  Parn,  otc,  282,  22:  e  can 
ven  la  nueg  colquet  ab  si  n  Uc  el  lieg  d  en  ().  ;  Rayn.  ch.  IV, 
8,  1 7  :  Lemosin,  mont  fe  grant  engan  La  bella  qui  m  pogr*  efi- 
requir  Que  quan  mi  poc  de  si  aissir  Et  ella  m  tornet  en  6oan> 
ib.  V,  331,  9:  Et  el  parti  de  si,  e  6*en  anet  dolens;  Flam.  40 iS: 
Tort  bas  —  Per  que?  —  Deu!  fiez  ti  parlai  hui  ab  si.  Mehrere 
der  angeführten  Beis])icle  zeigen,  dass  dieser  Cîebiauch  ni<!Íit  nur 
im  keime  statttami.  Kinige  weitere  Bei.spielc  bei  Chabancau,  Rum. 

Nicht  gerade  häuhg  findet  sich  das  Retlexivum  beim  Verbura 


Digitized  by  Google 


47  — 


cur  Wiedergabe  des  Fassivuiii:  lig.  5»  351  Be  «abeU  t^ue  s^on 
faw>  Lo  cioDs  trop  tàmáaU  se  ven;  P«m.  00c.  345, 35  :  Lo  dons 
joc  que  «Btie  amiga  et  «man  se  ía;  Flam.  »36:  Grâns  oca  er 
abans  ques  diga  Ancui  la  messa;  ib.  3570:  ques  eioa  plus  saur 
Qoes  ima  bella  fuilla  d'aur.  De  cel  qu*a  Monpeslier  si  bat.  Albig. 
18  :  Senhor»,  esta  canso  es  faits  d'aital  guia  Com  sela  d'Antiocha 

■ 

e  avsbi»  versiíìa. 

Pleonastischer  Gel)  rauch  des  RciUvivum. 

Der  pleona^tisdie  Gebrauch  des  Reä.  lässt  si<:h  schwer  vom 
DatÌ¥Ui  etincus  trennen.  Lettterer  findet  sich  s.  B.  häufig  in 
denVeibindungen  >ecvos\|  »vecvost  oder  >veus<,  deren  eigentlicher 
Chaiacter  hervortritt,  wenn  noch  ein  accusativischcs  Pronomen 
zu  dem  msprunglicheti  fmperativ  hinxtitritt  :  cf.  Koss.  4086:  Vec 
lo  tan  dolcn  e  ira^cul;  ib.  410«):  \'cc  lu  tant  irat  e  si 
dùlcii.  Sonst  tinden  wir  ihn  in  icinsicr  l-<>rni  in  (kn  Fällen,  in 
irelchen  der  Dativ  hinsidnlH  h  seiner  TcräOii  nicht  niit  dem  Sub- 
ject  übereitisttmrat,  z.  B.,  i\  d.  Mars.  1,40:  Oes  uii  torn  nom 
puesc  lunhar  De  lieb  que  nsi  a  Mon  cor  ni  puesc  obUdar  Sa 
cotteatia.  la  gleicher  Penon  mit  dem  Subject  zeigt  sich  dieser 
Dativ  häufig:  Rodel  5>33:  Ai  car  me  fos  lai  pellerisJ  M.  W. 
162,  35-  E  s*i^u  auses  dir  quar  mi  fos  Un  ser  lai  on  se  desves- 
tis  ;  R.iMi.  ch.  IJl,  115,  17;  No  sai  sini  lais»  per  voü  om  Icv  la 
cioU  etc. 

Von  dieser  Verwendung  bis  zum  eigentlich  reflexiven  Gebrauch 
ist  nur  rh:  kleiner  Schritt,  so  dsss  es  oft  zweifelhaft  Ist,  ob  noch 
Dativ  ethicus  oder  reflexive  Construction  anzunehmen  ist  Eisleier 
liegt  noch  vor  fioethtus  B>  Chmst.  I,  7  :  Nos  >ove  omne  menam 
ta  mal  jovent  que  us  no  o  preza  sis  trada  son  parenf;  ibt  i,  10: 
ni  Vus  ves  Taltre  sis  iaî  fais  aacsament;  ib.  4,  17  :  Drez  es  e  bes 
que  l  om  e  deu  s'esper;  ib.  5,34:  quoras  que.s  vol.  s'en  a  lo 
í  orî»  aucis.  Femer  B.  d.  B.  20,  2  :  Ges  de  tai  sii\ entes  nom 
artz  ;  ib.  20,  20:  si  tot  m'o  comenssiei  cnan  ;  P.  Vid.  29,  12: 
qnis  vol  ven  e  <]uis  vol  vai;  ib.  45,43:  ma.s  cu  sui  cel  qu'anc 
nom  gabei  nun  £bîs  ni  volgus  trop  parlar  de  mi  roezeis;  Mont. 
14,  i:  L*atttie  jom  m*en  pcigei  el  cel  ;  Ms.  piov.  d.  Chelt  S8, 790  : 
fii  nom  retenesi  motai  me;  Para.  occ.  38s,  6:  Que  ges  no  sab 
s'a  se  vcisa^  Flsm.  1x34:  Tims  los  pels  pelas  lo  cais»  Mangas 


Digitized  by  Google 


la  boca,  lus  dens  lima.  Diese  Beispiele  Hessen  sich  noch  sehr 
vermehren,  doch  die  erwähnten  zeigen  schon,  dass  au.sser  den 
Verben  der  Bew^ung  auch  nodi  axkdere  Anteil  an  dteam  Ge- 
brauch haben. 

Oltr  iie  Pf  ifitiJpirtikil^t 

en  in  der  ursprünglichen  Form  ent  im  Boeth.  cf.  B.  OiiesL: 
5,  15  :  ella  s  tan  bella,  relu/,  ent  lo  palaz;  ib.  5,  18:  veder  ent 
pot  l'hom  per  quaranta  ciptat^.  Aus  spaterer  Zeit,  des  Reimes 
wegen,  in:  Nav,  137;  Puyss  lo  rei  Sancho  s  me«  en  mar  e  tor- 
net  s'ent  (argent  — >  vent). 

en  in  Besug  auf  Personen. 

Der  Gebrauch  von  en  ist  im  Altfransösiachen  «m  selir  umCang- 
reicher,  das  Provenzalische  zeigt  jedoch  denselben  noch  viel  häu- 
figer. Dies  ist  auch  hinsi(  htlich  der  personalen  Verwenduii^  der 
Fall,  die  sicli  von  lioeihius  an  bis  an  die  (irenze  des  Neuproven- 
zalischen  findet.  Beispiele  dieser  Art  sind  :  B.  ChresU  S,  15  (Boeth.): 
ella  s  tan  bella,  reluz  ent  lo  {>alaz;  B.  d.  B.  2,  2a  :  Ni  anc  no'n 
vi  bratt  ni  flanc  tiondiat  ni  gamba  ni  testa  feiit  de  plija  dolenta; 
ib.  61  :  Quand  n*ac  tiaîch  lo  vert  el  madur»  d  n'envîet  per 
mar  marritz  la  dompna;  (cf.  ib.  5,  14  ;  14,  23  ;  14,  70  etc).  Mont 
1,22:  Qu'ieu  cre  qu'cnanz  m'en  (de  leis)  veigna  danz  que  bos; 
(ib,  5,  45,  47  ;  6,  18,  39  etc.);  Ebenso  P.  Vid.  17,  18;  46,  ^4  etc.; 
P.  d.  Capd  23.  25  ;  ib.  2  t ,  2 2  :  2  2,  45,  46 ;  Rog.  3,42  \  6,  49  etc.; 
Flam.  1085;  Albig.  5085;  iNav.  336  etc. 

Verhàltnissmâssig  viel  seltener  ist  der  EruUa  der  enten  und 
zweiten  Person  durch  sen«. 

Fttr  die  ente  Person  dtiert  Diez  :  amicx  a  vos  mi  reu  e  iaitz 
en  so  queus  plaia,  Rftyn.  ch.  I,  183  ;  es  lassen  sich  folgend«  Beisp. 
hinzufügen:  B.  Chrest  «1,  34:  dignes  soi  de  tote  mais  se  ti  pietat 
no  n  prent;  V.  Vid.  44,  61  :  e  vec  nie  apoderat  del  tot  a  sa  guia! 
fassa  ne  sa  voluntat;  Ms.  \>in\.  d.  Chelt.:  98,  1125:  (Ju'ieu  nom 
puesc  gcs  de  vos  desfendre.  Knguazar  mi  podes  o  vendre;  Faiuc 
en  faire  cartas  e  brieus;  M.  VV.  1, 150:  per  vos  morrai,  som  ditz 
ades  paors  si  nons  en  pren  merces  e  chaustmais;  ib.  II,  8S:  Si 
que  tant  am  mi  dons  outra  mesura  que  far  ent  pot  lot  qnan  Tes 


Digitized  by  Google 


—    49  — 

d'agrndatgc.  I.evy,  in  :»emer  Aanierkg.  Fig.5,  29  citiert  noch: 
Leys  1,  294  :  can  era  joves,  fui  dupteUt  aia  sof  Vieihs  e  moiiire- 
aat»i  de  ai  tolon  fîMr  lor  govtm,  et  am       ne  lor  «squern. 

Der  Zusammenhang  eigiebt  ebenfalls  diese  besprochene  Ver- 
wendung fúT  das  zweite  »enc  des  Satzes:  Albig.  7095  :  Pos  âh  non 
poden  estre  cxifiinduts  oi  oonquis,  Si  vos  m'en  volets  creine»  autxe 
cossellis  n'er  pris. 

(M  an  Stelle  der  /weiten  IVison:  Fig.  5,  25  :  Fer  (]ueiis  prec, 

(iona  C^u'ab  j^ro  mi  letcnhat/  breumen  Al)  un  autre  joi 

que  n  aurai  (cf.  Anmkg.  des  Hei.iUNgebers);  Rayn.  ch.  III,  79,  21: 
Conortz  era  sai  ieu  be  que  ges  de  mi  no  pessatz,  quar  sabeU  ni 
amistatz  ni  messatge  no  m'en  ve;  Rayn.  ch.  III,  igj,  11:  per 
attal  coven  vos  mi  do  qu'ieu  non  ai  poder  ni  talen  qu'ieu  m'en 
parta  de  mon  viven;  îb.  21S,  ji  :  ans  en  dünnen  me  vir  mantas 
sazos,  qu*ieu  joc  e  ri  ab  vos  en  sui  jauziie;  tb.  331, 4:  cum  du- 
nu«i  ten  donc,  qu'ieu  sui  gilos  de  tot  home  que  ab  vos  vai  ni 
vec  de  lotz  selhs  a  cui  n'aug  dire  be?  Ms.  prov.  d.  Chclt.  54.  66: 
Per  queuä  prec,  dompna  de  bon  aire,  Queiis  plasa  que  tais  jais 
m'en  vegna  ;  R.  Chresi.  124,  22:  eu  vos  cosselharia  sol  vos  mem- 
bres quant  eu  n'ai  de  dolor  ;  Agnes  516:  ben  sui  certa  que  maû» 
non  ti  veirai,  dona  m  .1«  bais  al  partir  qu'en  ferai 

en  in  Bezug  auf  Sachen. 

Hier  bietet  sich  der  eigentlich  pleonastische  Gebrauch  der 
Partikel»  die  man  so  höchst  mannigfach  verwendet  Ursprünglich 

nur  zum  Ausdruck  eines  genetivischen  Zusammenhanges  bestimmt, 
dient  bie  bnki  n  .stisch  /,ur  Wiedergabe  aller  nur  möglichen 
Wort-  und  Sat/be/iehuiigen  ;  nach  heutiger  Auüassuiig  trägt  diese 
Verwendung  häufig  gar  nicht  zur  grösseren  ytILgasau  des  Aus- 
drackes  bei. 

£»  ioigen  einige  Beispiele  fût  »en<  mit  BezielMMig  auf  einen 
voAeegeiwadcn  BcgiUT  oder  SsAs:  B.  Omet.  (Boeth.)  1,11:  quant 
o  a  lait  no  à'm  ripent  et  îavefs  deu  no'n  fai  emendament  ^  SloDt. 
19,  lé:  Car  la  prîmieira  8*eietei,  Si  qu'anc  pois  atttm  no  queri. 

.•MCI  uoill  noit  e  jorn  ploran  s'en;  P.  Vid.  37,  11:  Quant  eu  Vm* 
gar,  n'ai  ai  loi  ul  dimssoi  ;  Fig.  9,  31  :  Senher,  cel  qui  la  |)Utia 
M'en  laissa,  s'en  fai  liouor  ;  O.  d.  Cah.  i,2<):  E  gemmais  trags 
no  m'en  tât  espaven,  sol  qu'eu  m  cuit  en  ma  vida  aver  de  vos 

4 


Digitized  by  Google 


I 


—   50  — 

domna  qualaquon  jauîtimcn  ;  cf.  ebenso  Ms.  prov,  d.  Chclt.,  97, 1077  ; 
Flam.  7743^  Âlbîg.  2882^  ib.  4733  etc. 

Ebenso  findet  sich  >enc  als  Hinwds  auf  einen  nadifolgeoden 
Begriff  oder  Satz:  B.  d.  B.  35,  37  :  tag  Tes  c'om  Ten  sobrepienda 
que  d'un  sol  s'en  saup  ben  pagar;  ib.  39,38:  niidonz,  que  m'en 

somonha  (|U  eu  no  volria  Gasconha  ni  Bretanha  capdellar;  Lunei 
3,  35:  an."»  lin  deu  hom  grat  saber  quan  ausa  zo  qu  es  vertat/; 
Rudel  3,  49  :  Per  so  m'en  creis  |)1us  ma  dolors  car  ieu  au  licis 
en  luecs  aizitz;  P.  Vid.  3,  i  :  Ueus  en  sia  grasiu  quel  francs  reis 
es  garits;  cf.  ib.  14»  31;  P*  d.  Capd.  21,  28;  Am.  Dan.  10,  15; 
Flam.  4 102  etc. 

Jn  (ii  ii  aagciuluten  Belegstellen,  die  si(  h  leicht  verniehrco 
Hessen,  i>i  (1er  Satz  oder  Satzteil,  auf  welchen  sich  en^  bezieht, 
niemals  äusseriich  in  ein  genetivisches  V'erhältniss  zu  »en«  ge- 
bracht, dieses  ist  aber  der  Fall:  Mont.  13,5:  Qu'ieu  los  en  vi 
a  dieu  damar  d'eilas  qu'ant  fait  lo  teing  carzir;  Ms.  prov.  d.  Chelt. 
63,  53:  Sitôt  n'ai  fag  longu'endura,  Del  vostre  Jen  cors  a  tenir; 
Flam,  1181  U..84:  Per  tot  Alveig'en  fan  cansos  D'en  Archim- 
baut  com  ten.  Flamenca;  B.  d.  B.  33,5:  m'es  bel,  quHeu  m'en 
entremeta  d'un  sirventes;  Fig.  2,68:  Mas  sil  coms  prezans  Viu 
ancar  dob  ans,  Fransa  n  er  dolorosa  dels  vohtres  engans^  l'am. 
occ,  246,  i6:  De  soi  lo  ditz  n'ai  eu  lo  cor  jauzen  ;  Lunel  29,  97: 
del  barat  que  fa  cre  que  dieus  lin  renda  guizardo;  cf.  P.  d.  Capd. 
13,35;  13,42;  Albig.  6483  etc. 

Ebenso  häufig  findet  sich  »enc  bei  Hinweisungen  im  paitttiven 

Sinne  gebraucht:  P.  d.  Capd.  13,35:  qu  ie'n  sai  de  tals,  c'amon 
deseiretar  ;  Flam.  6219:  Mals  tals  n  i  a  (juc  lan  lanjj;iiir  liir  atn.idor- 
Tiise  Dam.  513  :  i»i  que  mot  n  i  ac  de  mort/,  c  de  nafrat/ ;  Ailjig.  0029: 
Mas  dedins  ne  remazo  de  mortz  e  d'estendutz.  Das  Substantiv, 
zu  welchem  »en«  in  Beziehung  gesetzt  wird,  steht  im  Singular  :  Ms. 
prov.  d.  Chelt.  105, 1381  :  Que  ben  sapchttz  qu'ieu  amaiia  Vo- 
lonters,  si  trobes  amia«  Venga  sai  cel  que  vol  amar,  Qu'ieu  sai 
qu*el  en  porra  trobar,  Que,  s*el  i  vol  metre  s'ententa,  S'el  ne  vol 
una,  en  aura  trenta. 

Der  Ciebraueh  von  en  ?  bei  Verben  der  Ikrte^uiiu  ist  im  Pro- 
venzalischcu  sehr  ausgedcimt,  Belegstellen  sind  hier  kaum  ortbr- 
derüch. 


Digitized  by  Google 


—   5«  — 

I.  y. 

Diese  Partikel  hat  im  Ganzen  eine  der  von  >en<  'ent8piecheDde 
Vemendung  im  Provensalisdien»  nur  ist  der  persönliche  Beeng 
derselben  seltener.  Findet  dieser  aber  statt,  so  ist  die  Anldmimg 
von  y  (i)  bei  weitem  das  HSofigere.   Die  bieiher  gehörigen  zu 

sanmiL'iîiíc^cizten  Formen  s  loi  und  Lii«  sind  schon  oben  besprochen, 
(cf.  Zusanìmentreten  von  Dativ  und  Accus.  Pron.  der  dritten  Per- 
son). Seltener  findet  sich  die  nicht  nngelehntc  l'orm  in  persönlicher 
Beziehung:  Boeth.  i,  22  (H.  Cbre&t.):  Volg  i  Boecis  metre  qua- 
stiazo  (i  auf  mal  home)  \  B.  d.  B.  55,  sç  :  que  de  sos  près  près  esmenda 
del  lei,  quels  i  degra  littrar;  Mont.  7»  33  :  E  beutatz  noi  va  ni 
noi  ve  Anz  i  a  íait  son  estamen  ;  Flam.  763  :  Mas  de  las  donnas 
non  cove  Qu  ieu  las  vos  do,  qu'ieu  no  i  ai  re;  ib.  4774:  Alis 
e  Margarida  gardon  GuîHeiu,  et  on  plus  fort  l'esgardon  Plus  i 
trobon  ail  esgardar. 

Nur  in  den  beiden  ersten  Beispielen  steht  "^i^  íìir  den  Dativ  ^li.  < 

Für  die  Verwendung  von  >i<  in  Beziehung  auf  die  eiste  Per- 
son kann  ich  keine  Belege  anführen.  Beziehung  auf  die  zweite 
P.  eigiebt  der  Zusammenhang  im  folg.'Beisp.  :  Capd.  I5>i6:  Per 
que  eu  vos  am,  ja  autre  pro  noi       (i      bei  Euch). 

In  sächlicher  Verwendung  weist  »i<  ebenso  wie  >enc  auf  einen 
vorhergehenden  oder  folgenden  Begrifi  oder  Satz  hin  :  Koss  6897  : 
Donat  i  volgra  avcr  quatre  ciptatz  Per  que  lo  roms  fos  vius  i 
agues  pal/.  \  Ms.  prov.  d.  Chelt.  :  E  si  vos  mi  íazes  niorir,  Mi 
p\auL,masi  noi  haures  honor,  S'audez  vostre  servidor;  P.  Vid.  28, 62  : 
Noi  pot  falhir,  qu'a  son  plaser  no  l'en  venga  ries  gasardos;  Fig* 
7i  39  '  Que  SAC  noi  près  colp  de  dart  nì  de  sageta  Quan  Ii  fei 
soudans  hoonda  patz  e  bona;  Flam.  issi:  En  fol  i  metria  ma 
poina  A.leis  gardar  et  a  servir;  ib.  5957:  Non  sai  si  m'!  ai 
deisonor  Car  en  aisi  leujaramen  .Xiiior  d  aiuil  home  consen;  ib. 
9291  :  Pe(  (  at  i  lai  e  gran  fallensa  Domna  que  son  amie  bistensa; 
Nav.  1676  :  Coni  i)ogues  la  patz  far  hy  mes  tot  sou  penser. 

Die  nach  heutigen  Begriffen  pleonastische  Verwendung  ist 
bei  ti<  im  Provenzaiischen  ebenfalls  häufig  und  allgemein  zu  finden» 
erwähnt  sei  hier  nur  folgendes  Beispid  aus  den  Albigenseikriq^: 
cf.  ib.  5906:  E  de  k>r  de  la  vila  an  tal  espacmtier  Cus  d'ds  no 
i  esterons  ni  colp  no  i  pren  ni  i  fier.  Der  Provensale  modite 
doch  wohl  hier  die  Partikel  nicht  gerne  entbehren,  wie  liesse  siclì 

4* 


Digitized  by  Google 


I 


—  s*  — 

sonst  die  dreimalige  Vcm  oiniuriL'  in  demselben  Satze  erlii-tn! 
Er  wurde  mehr  in  die  Situation  versetzt  durch  die  Beiiugung 
dieser  die  Lokalität  und  die  Auaftthning  der  Handluiig  mehr 
TcrdeutUchendeB  W6itchen. 

ÂlmlÌGlie  Fttii£tione&  wie  die  FiOQOiimia1p«itikcIii  ttbemehmeii 
die  neatnleii  Penonalia: 

>•<  fÊÊÌ        MM  >|M€<  Nil  »iltoil«  Mtatiaiiii. 

Heide  gren/.cn  sich  in  (k  r  \  ci  wcndun^  /K-nilu  h  von  ein- 
'  ander  ab-  Wie  Chabanc.ui  t  Romania  IV,  338  folg.)  bemerkt,  ist 
o«  immer  als  Attribut  oder  Regime  direct  verwendet  worden.  Eine 
Ausnahme  wtirde  vorli^n:  Pradas  »»6:  Ja  not  venra  ira  ni 
dois  Que  ben  not  o  passes  leitmen.  Der  GebraucJi  als  Régime 
findet  Bèlir  häufig  statt,  »oc  weist,  »en«  und  >i«  entsprechend^ 
auf  den  Inhalt  oder  einen  Begriff  des  folgenden  oder  voiher- 
gehenden  Saties.  Boethius:  B.  Chrest.  i,  8:  que  us  non  o  presa, 
sis  trada  son  parent,  senor  ni  par,  sill  mena  malament,  ni  Vus 
ves  l'autre  sis  fai  fols  sacramcnt.  Qtiant  o  a  fait,  miju  no  s  en 
repent;  H.  d.  17,5:  nias  \os  o  tenes  a  joja  amta  ab  pro 
mai  que  honor  ab  dan;  ib.  23,  7  :  Et  cr  ops  que  sia  atendut, 
puis  comter  mi  iai  sa  razo  e  que  ges  noi  diga  de  no,  dapois 
que  m*o  a  covengut;  P.  Vid.  44*65:  JSona  domna»  sius  plats, 
a  voa  mi  ren  E  si  noua  platz,  si  m'o  fatz  eissamen;  P.  Mats. 
3,49:  Si....  Mi  denhes  per  sieu  retener  O  sivals  qu'o  feses 
parer;  Mont.  S,  it  :  £  car  non  aie  de  vassatge  Queil  auses  dir 
mon  cor  ni  mon  talen  Ni  o  farai  (cf.  die  Beispiele,  wo  in  solchen 
Fällen  bei  »faire  •>  s^ar  kein  Fron,  steht).  Ms.  pro\.  d.  Chelt. 
91,895:  Mas  Amors  o  ha  eonogut  Qu  ha  per  rire  s>on  cap  mogut; 
Ftam.  4474:  »Ausist  o  tu,  bell  amigueta^  »Eu  nonc  —  >E  tu, 
Margarida^«  »Domna»  eu  non,  com  o  disses,  Oigas  nos  o  un  autra 
ves;  ib.  7515*  Segner,  iai  ss'ü,  vostra  mctoe,  Seses  doncasjosta 
me«  »  Fag  o,  Ouillems,  so  dis  le  rei,  Mais  iU  o  vol,  eu  o  ati> 
tiei«  ;  Such.  Dkm.  :  soo,  i  :  Qui  vol  ausir  un  bon  tractât,  veng 
entom  mi  e  auja  o;  cf.  ib.  so6,  195;  tii,  379.  Weitere  Belege 
liessen  sich  hier  noch  in  gro!»er  TMú  bringen. 

Merkwürdig  ist  der  Hezug  von  o:  Main.  7014:  Ca\als  e 
cavalliers  gazainnan,  Mais  nous  peí>í>es  que  lur  remainnan.  Ans  o 
(cavais  e  cavalliers)  donon  ses  bistensar  A  cek  c'o  volon  demao- 


Digitized  by  Google 


-    53  — 

dar  Ähniich,  aber  durch  EinwirJuuig  ckft  dabei  stehenden  >tot€ 
crklÄilicher  :  ib.  1696  :  Cavalliers  pren,  cavale  gaxaiaa  £  tot  o 
gaata  e  0  dona*  Ein  pleonaatÌBcher  Hiawcit  auf  folgendes  Obiott 
fiadet  statt:  B.  d.  B.  17»  5  :  mas  vos  o  t«MB  a  joja  amta  ab  pm 
Biais  que  bonor  ab  dan. 

o  hat  in  den  angeftthrten  Beispielen  vielfach  demonstrativen 
Sinn,  dici»  ist  auch  der  Fall,  wenn  es  an  Stelle  eines  Relativum 
s!cht  :  Flam.  5472:  Que  per  rason  esser  pogues  Ques  alctm 
engien  fag  agues  Fer  o  vcngues  a  leis  el  bains. 

h  vertritt  den  neutralen  Nominativ,  der  aber  nur  selten  ge- 
selat  wird.  Eist  später  wird  unter  dem  Einfluss  des  Fhwsösiscben 
I0  auch  als  R^mé  verwendet  (cf.  Chabaneau,  Roman.  IV,  54  t 
und  VII,  329,  ebenso  Hotning»  Rom.  Stud.  DI,  S63). 

lo  als  Nominativ  in  der  Frage  und  Antwort:  Patn.  00c. 
358,  i:  Avenir?  dieus  o  volgiies  !  No  pot  lo?  Per  dieu  si  fai  ; 
ib.  358.  14:  Non  es  mais,  (ju  aissi  ni  aucia  languen?  Lo  non, 
qu  en  ud  dia  Er  tos  bes  si  no  t  cn  gics. 

lo  in  den  Funktionen  des  französ.  »il«  resp.  >ce«  (>cela<): 
Such.  Dkm.  71,  2S57*  ^  ^  dures  atrelan;  ib.  349^4:  Los 
quals  son  en  très  manieras,  car  lo  n'i  ha  de  blants,  de  vetmqis 
e  de  nègres;  ib/  391, 9  :  Que  lo  non  es  ventât  de  que  avea  paor  ; 
ib.  397,  12:  Que  lo  es  ventât  e  non  y  a  iakesa;  dem.  tKNib. 
64,  iq  :  Si  drcíí  mi  Îug  lo  :»era  j,ian  peccal/;  ib.  89,11,1-,  12: 
(  onnur  i|uc  plus  cars,  lo  es  dars.  Vos  ts  c  plub  prop  ez  a])rop  ; 
B.  ehrest.  255,31,32:  que  quant  la  vey,  lom  dobla  mai  mon 
mai,  mon  trebal,  ma  dolor,  aisso  non  fo  loancamor;  ib.  308,31: 
et  una  nuech  lo  li  aparec  ii  ben  aurada  maire;  Rayn.  ch.  H,  99, 
444:  Che  lo  es  on  s^or  dio  local  a  fonna  lo  mont;  ib.  II, 
isi,  2:  Car  lo  es  per  la  divina  scriptum,  Que  alcun  no  meta 
Tesperanza  ni  Tamor  En  las  cosas  del  mont  que  menon  a  dolor  ; 
ib.  IV,  217,  8:  (lentils  domna,  ise  lo  non  fos  en  oc.  Aus  späterer 
Zeit:  Rom.  1,  68,  A  (Tersin"):  Lo  n'y  a  <iu'an  vaugut  dire. 

Eine  in  ihrem  Wortlaut  zweitelhaftc  Stelle  bietet:  M.  W. 
IV,  54,  S4  (0.  Riquier)  :  Mas  notz  non  lo  nos  quens  mort  Ens 
ro  los  res  del  bon  ort.  Nicht  klar  ist  der  Besug  von  ilo«  :  Such. 
Dkm.  57, 1916  :  e  lom  trames  lo  rey  del  mon,  sants  espeiitz  quem 
demostietz.  Sudiier's  Anmerkg.  sagt:  »lo<  bereitet  hier  wohl  auf 
des  Object  (sant  esperir)  vor.   Vereinselt  steht  auch  folg.  Ver> 


Digitized  by  Google 


S4  — 


weoâvoig  der  neutralen  AusdmcksweÎKe:  Such.  Dkm.  368,  la:  e 

a([ui  lo  si  cochas  nostra  vianda.  Chabaneau  citiert  unter  dcu 
oben  angegebenen  Stellen  noch;  Leys  d  amors  11,350  und  352: 
lo  es  amat,  lo  era  amat:  Fierabras  3470:  e  Naymes  respondit  : 
lo  Ihi  sia  autreyat^  ib.  4252  :  aychi  sera  lo  fait  cum  avetz  devizat; 
B.  Dkm.  30 8,  iB:  Vejatz  com  be  a  deviat  Que  lo  son  effimtos 
petits;  IttdiiB  saacti  Jacobi  (éd.  C.  Amaut,  Marseüle  1 851V  410: 
car  lo  hia  ben  giant  viage,  cf.  ib.  446, 449, 480,  644, 693,  fiberall 
lo  7  a  s  fl  7  a.  Ein  Mal  findet  sich  »la«  in  dieser  neutralen 
Verwendung:  P.  M.  rec.  d'anc  prov.  36,  19  unten  links:  Mas 
ara  ho  dis  a  vos  premierament  que  la  sia  fait,  que  cum  la  sera 
fayt,  que  vos  crcan  car  yo  soy. 

Die  in  späteren  Texten  (14.  und  15.  Jahrhundert^  auftretende 
eigentlich  maskuline  Form  el  erklärt  Chabaneau  mit  vollem  Recht 
aus  dem  Einfluss  des  Französischen:  cf.  Tresor  124:  car  totz  bes 
e  tau  mais  el  es  certanamens  nos  sabem  ne  tan  paoc;  fi.  Dkm. 
123,33:  Ben  auray  gaug  si  tu  d  es.  £  sit  seras  (el  allerdings 
hier  R^prnne).  Vtelleicht  ist  auch  ein  solcher  neutraler  Nominativ 
SU  sehen  in  dem  >no  l«  des  folgenden  Beispieles  :  B.  Gu«st.  181,  2  : 
per  so  qtie  sancnar  nol  vos  cailla.  Vereinzelt,  aber  aus  demselben 
Einfluss  erklärlich,  bietet  sich  auch  til«:  Ross.  3026  :  II  es  totz 
tems  costuma  en  esta  terra;  ib.  4835:  l'renet^  lo,  s'il  vos  platz. 
Im  ersten  Beispiel  kann«  was  im  Provenzalischen  sonst  nicht  der 
Fall  ist,  auch  Ëinwiriumg  des  folgenden  Substantivs  »costuma«  an* 
genommen  werden. 


Digitized  by  Gopgl 


Inhalt. 


Formen  des  Nomiaativ  Pronomen   3 

Verwendung  desselben   6 

Bei  mehrefen  Subj.,  bei  Gegenüberstellung,  im  Ausruf, 

in  der  Frage,  in  der  Antwort   9 

Beim  Imperativ  und  imperat.  Fut   ro 

Pleonastischer  Hinweis  auf  lolg.  Subst.  oder  i'ron.  ..11 

Stellung  des  Nom.  Fron,  zum  Verb   12 

Pronomen  reverentiae   13 

Formen  des  Fron.  Rég   13 

Erste  und  zweite  Person  t  .  .  14 

Dritte  Person   18 

Verwendung  des  Pron.  Rég. 

Verwendung  uud  Stellung  beim  Verb,  speciell  beim 

Imperativ  *   25 

Zusammentreten  verschiedener  Pron.  reg   28 

Regime  der  t.  oder  2.  l'eihon   28 

Accus,  der  3.  Person  mit  Dativ  der  i.  oder  2.  Person  29 

Dativ  der  3.  Person  zu  Accus,  der  1.  oder  2.  Person  30 

Accus,  und  Dativ  der  3.  Person   30 

Wiederholung  und  Auslassung   33 

Verwendung  der  schweren  Form  «  •  •  54 

Verwendung  des  Régime  in  einzelnen  Fällen    ....  35 

beim  Gerundium  und  Part.  Praes   35 

beim  Infinitiv  mit  Verb,  linit   35 

beim  praepuMtionalen  Infinitiv   37 

Pleonastischer  Hinweis  des  i^ersonales  auf  vorhergehendes 

oder  folgendes  Substantiv  oder  Pronomen   4r 

Personale  fUr  Demonstrativum   43 

Ausdruck  des  reflexiven  Verhältnisses   .......  45 

Die  Pronominalpaitikeln  >ent,  >is   48 

Die  neutralen  Pronomina  »oc  und  ?loc   53 


Digitized  by  GQOgle 


Digitized  by  Google 


l 


Vita. 


Als  ältester  Sohn  des  Oberpostsekretär  Waldemar  v.  Klsner 
wurde  ich,  Alfred  Max  Waldemar  v.  Elsoer,  am  i.  Juli  1863  zu 
Warburg  i.  Westf.  geboren.  Den  ersten  Unterricht  .genoss  ich  in 
Hamm  imd  Görlitz.  Michaeli  1872  in  Guben  in  die  Sexta  auf- 
genommen»  bestand  ich  Ostern  1882  das  Matuntätscxamen  des 
dortigen  Realgymnasiums.  Als  Studierender  der  neueren  Philologie 
be/og  ich  dann  je  xwei  Semester  die  Universitäten  Halle  und  Ber- 
lin .  .>eit  Ostern  1884  bin  ich  in  Kiel  immatrikuliert.  Hier  bestand 
ich  am   28,  Juli  1886  das  Kx.imcn  liuorosiini. 

Während  mrincr  Stiidiciueit  horte  ich  die  Vork'sunm.n  der 
Herren  Professoren  und  Privatdocenten  :  Elze,  Krdmann,  Hayra, 
Suchier,  Thielein  Halle;  Bashford,  Horstmann,  Michaelis,  Paulsen, 
Rödiger,  Scherer,  Tobler,  v.  Treitschke,  Zeller,  Zupitza  in  Berlin  ; 
Förster,  Glogau,  Krümmel,  Sarrazin,  Sterroz,  Stimming  in  Kiel. 

Ihnen  Allen,  insbesondere  Herrn  Prof.  Dr.  Stimming,  iUhle 
ich  mich  für  Anregung  und  Förderung  metner  Studien  zu  hers- 
lichstem  Dank  verpflichtet. 


Digitized  by  Google 


Thesen. 


Die  in  provenzalischen  Texten  vorhandenen  Beispiele  für  eine 
vom  AUfraiuEdsischea  abweichende  Behandlung  des  Pronomens  beim 
präpositionalen  Infinitiv  sind  als  WillkCirltchkeiten  der  betreffiendea 

Autoren,  resp.  ihrer  Herau:>gcber,  nicht  als  Spiacbeigentttmlich* 
keiten  zu  betrachten. 


Shakespeare  ist  in  seinen  philosophischen  Am>ichtcn  stark 
von  Giordano  Bruno  beeinflusst  worden. 


Die  Frage  der  Priorität  zwischen  provenzalisdier  und  altfran« 
zösischer  Pastourelle  ist  nach  den  voihandenen  Zeugnissen  nicht 

m  cntNt  hcidcn  ;  wahrsrhoinlirh  ist  diese  Dichtungsart  ursprünglich 
von  Troubadours  und  1  rouvcres  unabhängig  von  einander  kultiviert 
worden. 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


1 


Ueber  die 

Eoriueu  des  Ad^  cibiums  der  Gegenwart 
im  AitprovenzalischeiL 


Inaugural-Dissertation 

zur 

Erlangung  der  Ooctorwürde 

bei  der 

Iloiieu  liliilusüjiliisi'liou  Facultät  zu  Marburg 

eÌDgerpiclit  von 

Eduard  Oentsch 

WOÊ  Mlnäim  i.  W. 
Marbirf. 

Unhr«intit»>Budidnick«id  von  Job.  Aug.  Koch. 

1809. 

Digitized  by  Google 


Als  Dissertation  augeuoiiimeu  am  VJ.  11.  Iii92. 


I 


i 


I 

I 

Digitized  by  Google 
i. 


Meinen  lieben  Eltern! 


I 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


§  1.  Vor  einiger  Zeit  versuchte  ich  (V'n  kritischen 
Text  einiger  Gedichte  des  Troubadours  Bernard  de  Venta- 
dora  herzustellen.  Hierbei  stiess  ich  sehr  bald  auf  die 
Frage,  wie  ich  mich  den  in  den  Handscbriften  gebotenen 
verschiedenen  Schreibungen  dea  Adverbioms  der  Gegenwart 
gegenüber  ta  verhiUten  habe.  Dass  nicht  alle  flberUeferten 
Gestaltungen  gleiche  Berechtigung  in  der  Schriftsprache  be- 
anspruchen konnten,  war  von  vornherein  anzunehmen.  Aber 
wie  entscheiden,  welche  derselben  fttr  meinen  Text  zuzulassen 
seien  ? 

Die  Reime  und  dw  Silljenzald  der  mir  vorliegenden 
(xedichte  ^^al)en  keinen  liefiiedigenden  Aufschluss  darüber. 

§  â.  Ebensowenig  Aufklärung  gewährten  mir  dit'  bis- 
her ei^scbienenen  kritischen  Ausgaben  anderer  Troubadours. 
Da  die  Bearbeiter  dieser  kritischen  Texte  die  ihrpr  Meiniiiii; 
nacli  jivlMsinal  beste  Handschrift  zu  fìnuiíhî  legten,  nnd 
auch  (iei-en  Orthographie  zumeist  «zfiit^u  folgten,  so  tin(l»'ii 
gich  am  li  in  ihren  Texten  di(-  veisdiiedeusten  Schreibungen 
unserer  Paniktl.  iruciiiUvekiie  Untersuchung,  welche 
Schreibung  die  priucipiell  richtige  sei,  habe  ich  nirgends  zu 
finden  vermocht. 

80  bieten 

A.  D.*)  ar  5,8.  ii,  22.  ara  17.40.  aras  B,  lU.  17,7.  era 

9,  86.  14,  5.  er  7,  59.  8,  14.  13,  1.  enquera  7,  49. 
K.d.ß.SI  uoras  1,13.  a  ho  ras  14,22.  ara  4,1;  IH. 
(i,  41.  10,12.  11,8;  20.  21.69.  17,15.  22,  25.  39,  25. 
aras  11,  56.  30,  19.  ar  5,  1.  4,  19.  6,  13.  eras 
44,  Id.  ancarasB,  9.  ancar34,  3^.  enquera,  44. 
6,1 

B.  d.B.SIl.   ara  4,  2.    10,  5.   21,  1;  3;  7.   30,  2.   89,  4. 

aoras  S9,  2.  aras  2,2.  4,8.  18,9.  ar  9,4.  21,3. 
25,1.  ancarl4,  3.  22,5,  ancaras24,  2. 


*)  lahvr  die  .\b  kürz  im  gen  veryl.  10. 


Digitized  by  Google 


B.d.B.T.  auras  5,  22.  ara  Ö,  69,  13,  8;  20.  20,  21. 
21,16.  22,1.  aras  2,12.  13,66.  ar  7,31.  22,19. 
25,1.  encarSS,  44.  anearas  94,  8. 

F.  d.L.    ar  7,  33.    Kornaus  Ì22   er  3,  26.    ara  Romans 

179,416.  aras  Bomans  49.  368.  486.  ancara  5,  37. 

G.  F.    ar  IV,  41.   aras  V,  42.   era  I,  6.  III,  23.  eras 

7,  3;  27. 

M.d.ftî.Ph.  ar  1,8.  ara  4,1.  era  4,  23i  51.  14,5;  14. 

15,  33. 

P.d.C.  ar  1,  1;  14;  3H.  i),  44.  26,27.  TX,  176.  ara  13,9. 
i?4.  24.  aras  2i,  27.  era  17,5.  21,3.  anquer  21,13. 

enquera  s  21,  10. 

P.d.M.  ara  8,57.  ar  6,23.  aras  4,1.  era- 6,  er 

7.2.  eras6,  29.  enquar  8,  123. 

B.Z.  era  6,6.  10,31.  6, 4X.  12,17.  er  4,  S.  5,3.  7,60. 

8,  12.  17,  10. 

P.R.  ara  7,  14;  26.  8,  16;  A  36,  aras  5,36.  era  6,52. 

8,  21.   ar  V,  30. 

P.V.    ar  2,3.   14,46.  19,51.  21.37:43.  25,17.  27,57. 

44,  57,    ara  1,  6.  Il,  13.  VIII,  6.    er  6,77.  16,  18. 

era  1,99.  9,  î.  20,12.  24.14.  26.5.  32,  41.  41,25. 
VI,  10.   eras  11,17.  13,54.   e n q ii er  21,  21. 

Sirv.  Vn.  aora  13.3.  ara  I.IO;  19:  37.  4,'15.  15,30. 
ar  11,33.  aras  8,9.  11,  20.  12,34.  13,  24.  eras 
23.  3.   a  11  q  II  a  r  9,  31. 

Sehultz.  m.  aora  s  5,  U.  ara  3.  .5.  II,  34.  ar  1,  1.  era 

8.3.  an  car  14,41.   enquera  s  8,31. 

§  3.  Auch  in  den  \\'()rti'i])uclieru  werden  einfach  die 
Formen  iH-Vieiiemander  aufgefiUirt  : 

Rayiiouard  bietet  die  dreisill»igeu  Formen:  aora, 
aoras,  adhoras,  adoras;  die  zwei-  resp.  einsilbigen: 
a  r ,  ara,  aras;  «  r ,  era,  eras,  und  die  Kompositionen  : 
anquer a,  an  que ras,  encar,  en c aras,  enquer,  en- 
qnera,  enqneras,  und  zwar  ohne  zu  entscbeiden,  far 
welche  Zeit  nnd  welche  Gegend  die  einzelnen  Formen  za< 
lässig  sind. 

Diez  Wtb.  stellt  in  gleicher  Weise  nebeoebuinder: 
1)  aoraSf  adoras;  2)  ora,  oras,  or,  ara,  aras,  ar, 
era,  eras,  er,  und  3)  encara,  enquera. 

§  4.  Von  Grammatilcen  standen  mir  Mahn  Gr.  und 
Diez  Gr.  zu  Gebote.  Auch  hier  finden  sich  die  Terschie- 


Digitized  by  Google 


I 


—   7  — 

deßen  Formen  nebeneinander  angegeben ,  obne  dass  auf  ihr 
Yertildtnis  zu  einander  oder  anf  ihre  SteHang  in  der  alt- 
proyenzaliechen  Litteratnrspracbe  näher  eingegangen  wird. 

§  5.  In  Gröbers  Grnndriss  endlieh  findet  sieh 
gar  keine  Angabe  Uber  unser  Adverbinm. 

Eine  Specialantersuchnng  über  die  Partikeln  im  Alt* 
provenzaliscben  existiert  meines  Wissens  noch  nicht.  Die 
wenigen  in  den  letzten  fahreii  veröttentlichten  Arbeiten  aut 
granunatikalischem  (ìel)iet  beziehen  sich  hauptHädiUch  aui' 
Subsiaiitivum  und  V  erbum. 

§  6.  Da  nun  zu  der  Lii^u  lu  rheit,  \^ie  ich  mich  liin- 
bichtlich  dieses  Adverbiuras  bei  der  kritisclicn  Bearbeitung 
von  Bernart  de  Ventadorn  verhalten  sollte,  noch  eine  An- 
lalil  anderer  fraglleber  Punkte  hinzukam,  welche  sich  be- 
friedigend ohne  vorhergehende  besondere  Untersuchung  nicht 
klar  stellen  liessen,  so  nahm  ich  von  der  Herstellnng  des 
kritischen  Textes  der  Gedichte  des  genannten  Troubadours 
Abstand  und  suchte  statt  dessen  Klarheit  in  das  Verhältnis 
der  verschiedenen  Formen  und  Schreibungen  des  angefahrten 
Adverbiums  durch  eine  Spezialuntersuchung  zu  bringen.  Das 
Resultat  derselben  soll  in  den  folgenden  Seiten  dargelegt 
werden. 

7.  Du  es  mir  vor  itll  in  darauf  ankam,  den  (ge- 
brauch derPai  tikt-i  für  die  altpruveuzalische  Litteratursprnehe 
festzustellen,  so  habe  ich  in  erster  Linie  die  Texte  bis  zum 
15.  Jahrb.  herangezojfen.  Um  jedoch  ein  einigemassen 
sicheres  Resultat  zu  erzielen«  mussten  natürlich  auch  spätere 
Texte,  besonders  solche  des  16.  nnd  17.  Jabrh!  benutzt 
werden,  um  durch  Rfickschlttsse  ans  den  modernen  Formen 
ftber  die  mehr  oder  minder  grosse  Berechtigung  der  ftHeren 
ein  Urtefl  f&llen  xa  kOnnen. 

§  8.  Dass  in  den  mittelalterlichen  Handschriften  so 
verscbiedenai'tige  Formen  nebeneinander  vorkommeîi,  erklärt 
sich  sowohl  dadurch,  dass  neben  der  in  Sfidfrankreich  all- 
gemein verbreiteten  Srlin'rt>))i;iche  die  in  den  einzelnen 
T.andesteilen  gesprorhciitMi  Dialekt«'  mehr  oder  weniizer  V]m- 
tiuss  anf  »iie  srhriftiiolicn  Dcnkiiiiilrr  irewniiTien.  'win  diMÎiirch, 
d«.«s  nicht prnvenzalisrlic  l\(tiii>l tu  iiiijiroveuzalische  F"nTien 
in  ihre  Al>s(  liriít«'ií  eiiillius.M'ii  lir.^M  ii.  Was  weiter  die  Kecht- 
schreibnn^  der  alten  Abschreiber  anlKlritil ,  so  sapfte  schon 
Diez  (Gr.  I,  387)  darüber:  „Dass  die  Schreiber  es  zu  einer 
bestimmten  Orthographie  gebracht  haben,  wird  niemand  be- 
haupten, wiewohl  es  in  der  That  einigen  derselben  nicht  an 


I 


I 


Digitized  by  Google 


orthographischen  (  =  1  iindsätzen  oder  Hegritteii  iehlt."  Dieses 
Urteil  werden  wir  auch  im  Laute  unserer  üntersuchuug  voll 
bestätigt  finden. 

Die  in  den  einzelnen  modernen  Dialekten  gehrawcliten 
Foinien  sind  nur  soweit  bn üeksichtigt  wurden,  als»  tiie  znr 
i^iklarnng  der  scbrittspraehlicheu  Ausdrucks  weise  beitiageu 
konnten. 

§  9.  Die  der  Arbeit  zu  Giimde  liegende  Dispositiou 
ist  folgende: 

1.  Selireibniigcn  di^s  Adverbiuujs  der  Gegenwart  in  den 
Texten  hin  imn  19.  Jh. 

a)  älteste  Zeit  bis  15.  Jh, 

b)  16.  Jh.  bis  19.  Jh. 

U.  Verhältnis  der  verschiedenen  Gestaltungen  zu  ein-- 
ander  in  bezu^  auf  die  Bedeutung  und  diese  selbst, 
in.  Qestalt  des  Touvokals: 
a)  anlautend  o-; 


c)  anlautend  a-; 

d)  anlautend  e-; 

e)  anlautend  ey-  nnd  heu-. 

IV.  Das  auslantcnde  -s. 

Exkurs  über  das  adverbieUe  -s  im  Altpruv. 
V.  Silbenzalil  der  Partikel. 
VI.  T)as  Ktymon. 
Vil.  8chliissresultat. 

§  10.  Ich  íTcbe  nun  zunäciist  eine  Uebersicht  über  die 
benutzte  Litteratur  und  über  die  gebranchten  Abkürznniren : 

1.  (A.  D.)    La  vit  a  e  le  opère    del  trovatore  Arnoldo 
Danielo.  edizione  critica,  a  enra  di  Tanelb».  Halle  1883. 

2.  (Alb.)   La  chanson  de  la  (  roisade   contre  les  Albi- 
geois, ed.  p.  P.  Meyer.    Paris  1875. 

3.  (Ant.)    Fragment  d'une  chanson   (rAiitiuclie  en  pro- 
vençal, publié  par  P.  Meyer    l'aris  lö84. 

4.  (Appel.)    l'rovenzali.sche  luedita    aus  Pariser  liand- 
schriften.  Hrsggb.  von  Carl  Appel.  Leipzig  1890. 

5.  (Arch.)  Herng's  Archiv  fttr  das  Studium  der  neueren 
Sprachen  nnd  Litteraturen. 

6.  (Auzels.)  E.  Monaci  :  Lo  romans  dels  anzels  'cassadors 
(Study  di  Filolo«cia  Konianza,  Fase.  1SÍ,  1889), 

7.  (Azai's  Wtb.)  Dictionnriire  des  idiomes  romans  du  midi 
de  la  France  p.  Gabriel  Azais.   Montpellier  1877. 


Digitized  by  Google 


—   9  — 


&  (ad.B.SI.)  Bertran  de  Born,  aein  Leben  uni  seme 
Werke  hrsggb.  Ton  Âlb.  SUmmîng.  Halle  1879. 

9.  ^-^B. Bertran  de  Born,  hrsggb.  von  Alb. 
Stimmîng.  (Bomaniscbe  Bibliothek  Nr.  8.) 

10.  (B.i.B.Tb.)  Poésies  complètes  de  .  Bertran  de  Bom 

p.  p.  Antoine  Thomas.   Toulonse  1888. 

11.  (B.d.V.)  Bemart  deVentadora.  ef.  Baartsob,  Gmndnss. 

12.  (B.O.)  Gmndriss  zur  Geschichte  der  Provensalischen 

Litteiatur  von  K.  Bartsch.   Elberfeld  1872. 

13.  (Bl.d.Com.)  Le  Kouian  de  Blandiu  de  Cornouailles  et 
du  Guillot  Ardit  de  Hiramar  (Romania  II  170  ff.) 

14.  (Bœthfus.)  Das  altprovenzalisebe  BoetbinsUed  hrsggb. 

von  Dr.  F.  Hündgen.    Oppeln  1884. 

15.  (Briviari.)  Lé  Breviari  d'amors  de  Matre  Ermengau 

publié  p.  G.  Azaïs.    Paiis  n.  BAzirr«^. 

16.  (B.Z.)  Der  Troubadour  Bertuieme  Zorà  hraggb.  von 
Emil  Levy.    Halle  1H83. 

17.  (C.A.)  ir  Caiizoïiicre  provt-iizale  '21  (('<<(!.  Vat.  5232) 
ediziuiie  diploinatica  vuià  Pakscber  in  8tudj  di  tilologia 
romanza.    Fasc.  7.   Roma  1886. 

18.  (Clw.)  Chrestomathie  provençale  par  K.  Bartscb,  IV. 
Aufl.    KlbeifcM  ISBO. 

i\K  iC.O.j  11  Caiizoniere  provenzale  0  (Co(L  Vat.  3208) 
publ.  da  Cesare  de  lioltis.  Borna  1886. 

SO.  (Dam.)  1)  La  prise  de  Damiette  en  1819  p.  p.  P.Meyer. 
Paris  1877.  2)  Fragmentnm  provinciale  de  captione 
Damiatae,  edidit  Panlus  Meyer.  Genevae  1880. 

21.  (D.B.)  Danrel  et  Beton,  Chanson  de  geste  provençale 
publié  par  P.  Meyer.  Paris  1880.  (8oc.  des  anc.  textes 

fraii(^;iis.) 

22.  (Oelim.)  Ungedmckte  prov.  Lieder  hrsggb.  v.  N.  Delius. 

23.  Becneil  de  textes  et  glossaire  de  Taneien  dia- 
lecte gascon  par  A.  Luchaire.  Paris  1881. 

24.  (Diez  Gr.)  Grammatik  der  romanischen  Sprachen  von 

Friedr.  Diez.   III.  Aufl.   Bonn  1870. 

25.  (O.T.)  Les  derniers  Troabadoars  de  la  Provence  p. 

P.  Meyer.    Paris  1871. 
25.  (DiezWtb)  Etymologisches  \\  (»i  terbin  li  der  romanischen 

SpraehfU  von  Friedr.  Ditz.  Iii.  AuÜ.  Bonn  1869.  j 
27.  (Donatz.)  Lo  donatz  piofnsals  lii>g.  von  Edm.  Stt-ni^e 

(iu  „Die  beiden  ältesten  prov.  Grammatiken).  Marburg 

1878. 


Digitized  by  Google 


—  10 


86.  (D.SO  Âltromaniscbe  Sprachdenkmale     Diez.  Bonn 

1876. 

99.  (E.8.J.)  Ij'évaii^le  selon  Saint  Jenìi  en  proV6n(;al  du 
XIIP  siècle  tiré  du  nis.  36  de  la  bibliotlièque  da  Palais 

dfs  Arts  à  Lyon,  in  Revue  1878.  V. 

30.  (Ev.Joh.  )  L'évangile  selon  St.  Jean  (Paris,  bibliothèqae 
impér.  mm)  p.  p  Wollenberg.    Berlin  1868. 

31.  (Ev.Nic.)  Kvan^eliiiiü  Nicodemi  in  Suchier-Deiikuäler. 
39.  (F.d.L.)  Der  Troubadour  Folquet  de  Lunel  von  Franz 

Eichelkrnut.    Göttinger  Diss.    Berlin  1879.  Komans 
od.  Kom.  :  Kornaus  de  mondän;!  vida. 
33,  (Fierabras     Der  Kornau  Fierabraâ|  provensaUsdi,  hrsg. 
von  .T.  l^ekker.    Berlin  1820. 

[F.K.)  Altfranztisisches  Uebungsbuch,  ber«uii|rej|'.  vou 

Furritür  u.  E.  Koschwitz.  L  Heilbronn  1884. 

35.  (Flamenca.)  Le  roman  de  Flamenca  pub.  d'après  le 
manuscrit  unique  de  Carcassonne  p.  P.  Meyer.  Paris 
1865. 

86.  ÎFr.)  P.  Rajna,  Un  frammeiito  di  «n  codice  perduto 
ai  poésie  provenzali  (Sta^J  ^  Filologia  RoDUUiza, 
Fase.  19.  1889.) 

37.  (G.d.C.)  Gttlllem  de  Cabestanb,  sein  Leben  und  seine 
Werke  v.  F.  Httffer.  Gdtt.  Diss.  Berlin  1869, 

38.  (G.d.l.B.)  Gnillanme  de  la  Barre,  poblîé  par  P.  Ifeyer. 
Paris  1868  a.  Recneil  pg.  197—130.  Kein  Beleg. 

39.  (CL m.)  Histoire  de  la  Guerre  de  Navarre  publiée  par 
Fr.  Michel.   Paris  1856. 

40.  (Q.(I.P)  Die  Lieder  Guillems  IX.,  Grafen  von  Peitieu. 
hrsg.  T.  W.  Holland  und  A.  Keller.   Tübinsren  1850. 

41.  (Q.  d.  Ross.)  (0.)  Girart  de  Rossillon  nacli  Oxford. 
Can  63.  ed.  W.  Förster,  Romanische  Studien.  V. 

(L.)  Der  Londoner  Girart.   ed.  J«  Sttknsinger.  Rom. 

Stnd.  V. 

(P.)  Gt  rartl  dp  Ro«ìsì11oîi.  ('banson  de  geste  ancienne. 
Publ.  d  apK  s  les  manuscrits  de  Pari«  et  de  Londres 
par  Fr.  Micliel.    Paris  1856. 

(8.)  Synopsis  der  Tira  lt  iiiulge  in  den  Hss.  des  Girai'd 
de  Kossillon  v.  K.  Heili^^brodt.    Kom.  Stud.  IV. 

42.  (6. F.)  Guillicui  Figueira.  ein  prcivenzalischer  Trouba- 
doiu-,  von  Kmil  Levy.    Herlin  1880. 

•43.  (6.R.)  Der  Troubadour  Guiraut  Kiquier  ed.  W.  PfalF 
in  M.  W.  Bd.  IV.   Berlin  1853. 


Digitized  by  Google 


—  11  — 

44.  (Iserlob.)  Barstelinng  der  Mandart  der  Delphinatiscben 
HysteiieB  von  Hugo  Iseriob.   Bonn  1891. 

45.  (Jaufre.)  Le  roman  de  Jaufre,  iu  Rayn.  Ergänzimgeu 
TOB  Hofknann  in  Sitznngsl}erícbten  der  kgL  bayr.  Aka- 
demie. 1668. 

•  46.  Ooyas.)  Las  Joyas  de!  g^ay  saber  pnbl.  Gatien-Arnonlt 
(in  Monumens  de  la  littérature  romane),  deiusiòme 

pîibìicatìon.    Toulouse  1849. 

47.  (J.R.)  Der  Troubadour  Jaufre  Kudel,  sein  Ijeben  und 
seine  Werke,  von  Alb.  8timming.  Kiel  1873. 

48.  (Lty*.)  Las  flors  del  iray  saber,  estier  didias  las  leys 
a'.imors.  Bd.  1— III  dw  Mon.  de  la  lit trvM iure  romane 
depuis  le  XIV*"  âiòcle  p.  p.  M.  G^atieu-Arnoold,  Tou- 
louse 1841—43. 

49.  (M.  d.WÎ  Der  MOncli  von  >îniitMudon,  ein  proví-iizalischer 
Troubadour,  sein  Lel)en  und  seine  Werke,  ed.  Kmil 
Philippson.    Halle  a.  S.  1873  ^  fPh.) 

ed.  Klein  —  (K\.)    Aus^^.  u.  Abb.  Vil. 

60.  (m. G.)  Uedirlite  der  Troubadours  iu  provenu.  Sprache 
hrsp:.  von  Mabn.    Berlin  1866. 

51.  (M.  Gr.)  Grammatik  u.  Wörterbuch  dei'  altpruv.  Sprache 
von  A.  Mahn.    Röthen  1885. 

52.  (M.il.)  Mirèio.  Pouémo  pruuveut^au  de  Fred.  Mistral. 
Paris  1860. 

53.  (Ms.pr.)  Deux  manucrita  provençaux  du  XIV*  siècle 
p.  p.  Noalet  et  Cbabanean.  Montpellier  n.  Paris  1888. 

64.  (li.W.)  Die  Werke  der  Troubadours  in  próvenz.  Sprache 
von  C.  A.  F.  Mahn.   Berlin  1846—86. 

55.  dLtit)  Die  Werke  des  Trobadors  N'At  de  Mona  brsg. 
V.  W.  Bembardt.  Heilbronn  1887  (Afranz.  Bibl.  XI). 

56.  (O.fl.9.)  Las  obres  de  Pierre  Goudelin.  Amsterdam 

1700. 

57.  (Po.)  Le  myst^  de  saint  Poncz  publié  p.  P.  Guillaume 

in  îîr  viiM  1887  u.  1888. 

58.  (P.d.C.)  Lelirni  und  Werke  des  Troubadours  Ponz  df. 

i'apdiioill  V.  M.  V.  Napolski.    H.iìb^  1879. 

59.  (P. d.M.)  Le  Troubadour  Paulet  de  Marseille  par  Emile 

Tfvv.    Paris  1882. 
ttü.  (P.  0.)    Le  parnassv»  »M  citanien  on  rîioix  de  poésies 

orig-inali's  d^s  'lYnuliji.loin s.    Tííìdi'iisc  IftM^. 

61.  (P.P.Ì  Ish-ria  i'cri'i  cl  P.nili.  .M\>ft'i(-  en  lanj^tie  pro- 
veui^ale  du  XV*"  siècle  publ.  d  après  le  ma.  original 


Digitized  by  Google 


18  — 

par  P.  Otnllanme.  G«p  n.  PAris  1887.  (Sdiimtaasig. 

d.  Keviie.) 

62.  (Pr.)  Anciennes  poésies  religienses  ed.  Sten^  (Zs  X). 

Kein  Beleg. 

63.  (P.  R.)  Pas  T.fhpti  und  die  T.ieder  df»s  'rronbadoui-s 
Peiie  Rosier.    Bearbeitet  von  C.  Appel.   Berlin  1882. 

64.  (P.V.)  Peire  VidaFs  Lieder.  Herausgegeben  Yon  Karl 

Bartsch.    Berlin  1857. 
66.  (P.W.)   Poésies  r»'1ÌLnt;uses  du  ms.  Extra  vît   268  de 
Wolfenbüttel  publiées  par  K.  Levy.    Paris  ìHtíl. 

66.  (R  A  >   Le  Eouaii  d'Arles  pablié  par  0.  Obabanean. 

Pans  1889. 

67.  (Rasos.)  Las  rasos  de  trobar  de  Raimoii  Vid«!  ed. 
Edm.  Stenirel  (in  „Die  lieiden  ältesten  proveuz.  Gram- 
matiken).   Mari)iirg-  1878. 

68.  (Rayn.)  T.exique  roman  ou  Dictionnaire  de  la  langue 
de^  Troubadours  p.  M.  Raynouard.    Paris  1844. 

69.  (Recueil.)  Recueil  d'anciens  textes  bas-latins,  proven- 
çanx  et  fraiicais  p.  p.  P.  Meyer.    Paris  1874. 

70.  (Revue  ud.  Rev.j  Revue  des  lan^nies  romanes  publiée 
par  la  société  pour  Tétude  des  langues  romanes.  Mont- 
pellier, seit  1870. 

71.  (Roudil.)  Oeuvres  choisies  de  Roudil  publiées  par  L. 
Gaudin.  (Revue  L) 

78.  (8.  À.)  Sancta  Agnes,  provenialisches  geisU.  ScAïauspiel, 
hrsg.  y.  K.  Bartscb.  Berlin  1869. 

73.  (8.Ae.)  Le  Histère  de  Saint -André  par  Harcellin 
Bichard,  1518.  publié  par  J.  Fixy,  Alx  1888. 

74.  (8.B.)  La  vie  de  Saint  Bénézet  publiée  par  J.  H.  Al- 
banés.  MarseOle  1876. 

76.  (S.  Auf.)  Le  Mystère  de  St  Antboni  de  Viennés,  publié 
d'après  une  copie  de  l'an  1506  par  P.  Guillaume.  Gi^ 
u.  Paris  1884.  (Separatausgabe  der  Bev.) 

76.  (Schultz.)  O.  Schultz,  Die  provenzaliscben  Dichterinnen. 

Biugrapliieen  und  Texte.    Leipzig  1888. 

77.  (S.D.)  Denkmiller  pn  \  ' ü  lìsclier  Litteratur  u,  Sprache 
von  Herrn.  Snchier.    Halle  188.1. 

78.  (S.E.)  Le  Mystère  de  íSt.  Eustache  in  Revue  1877. 

79.  (Sermons.)  (A)  Sermon«  du  XU"  siècle  en  vieux  pro- 
veiu,al.  publiés  par  Fr.  Armitage.    Heilbronn  18H4. 
(Ch.)   Sermons  et  préceptes  religieux  en  Iniíriie  d'Oc 
du  XII**  siècle  p.  p.  Ghabaiieau  iu  Rev.  188u.  iV. 


uiyiii^üd  by  Google 


—    13  — 


80.  (S.  H.)  La  vida  de  Sant  Honarat  Légende  en  vers 
proTençanx  par  Raymond  Ferand,  tronbadonr  Niçois 
du  Xm*  siècle.  Avec  de  nonbrenses  notes  eiplicatives 
par  A.  L.  Sardon.   Xi(  e. 

81.  (SIrv.)  Sirventes  .[(.daresc  von  F.  Witthoeft.  Ansg. 
u.  Abh.  T.XXXVllI.    Marburg  1891. 

82.  (T.  d.  B.)  Les  l  ionbadoors  de  Béziers  par  G.  Azaïs. 
Il*  éd.  Héziers.  ISiiH. 

83.  (T.  d.  P.)  Terraniairniiio  de  Pisa:  Doctrina  de  cort 
ed.  P.  Meyer  in  Komaiiia  AI  II  1879. 

84.  Tersin  p.  p.  P.  Meyer  (Kumauia  I,  66)  nw  66,  16 
aras. 

Die  Liedei-Haiidschriften  der  Troubadours  sind  in  der 
B.  G.  §  24  angegebenen  Weise  bezeichnet. 


Digitized  by  Google 


I. 

§  11.  Wie  die  übrigen  romanischen  Sprachen  hat  auch 
das  ProTenzalis<^e  das  lateinische  Zeitadyerbnm  der  Gegen- 
wart „nunc**  vollständig  aufgegeben  nnd  an  dessen  Stelle 
eine  Neubildung  gesetzt,  welche  in  den  altprovenzalischen 
Handschriften  in  foldenden  Gestalten  anftntt: 

aora  ahora  aoras  adoras  azora  azoras 

in  den  zwei-  i  osp.  einsilbigen 
ora  oras  or 
ara  aras  ar 
era  eras  er 

Utti  uns  Klarheit  über  das  Verhältnis  der  verschiedenen 
Formen  zn  einander  nnd  zur  altprovenzalischen  Sehnftspradie 
zn  verschaffen,  mttssen  wir  zunächst  dem  Gebranch  der  ein- 
zelnen Bildungen  in  den  erhaltenen  Texten  nnd  Handschriften 
nachgehen, 

§  13.  Neben  diesem  einfachen  Adverbinm  tritt  noch 
ein  Partikel  auf,  deren  verschiedene  Schreibungen 

ancara,  «leara,  anoar,  ennar,  ancaraa»  enaaraa» 
anguera,  anquonit  aMKiera»  anqaer,  enqner,  anyieraa, 

enqueras 

sind,  und  weklu'  als  zweiten  Bestandteil  misnr  Adverl)  zeigt. 

Ans  don  letzten  Formen  liesse  sich  aut'  die  weiteren 
einfachen  Fuiinm 

uera  und  ueras 
schliessen. 

Auch  die  »Schreibungen  dieses  Adverbiunis  müssen  natur- 
gemäss  bei  unseren  Ermittelungen  neben  denen  der  einfachen 
Partikel  berttcksichtigt  werden. 

§  la.  Betrachten  wir  zunächst  die  Formen  nach  der 
Schreibweise,  ausgehend  von  den  ältesten  erhaltenen  Texten. 

Das  wohl  noch  dem  11.  «Tb.  angehörende  EvanQaNnn 
JohaiNiia  bietet  s  Formen: 


Digitized  by  Google 


—  IB 


1)  »ora:  Gbr  9,  19.  10,  3;  28;  36.  11,  1.  19,  1;  3L 

12,  2;  22;  36.  15,  16;  94;  37;  41.  16,  14;  90  und 
3)  engnera:  Cbr  10,33.  19,1.  14,36. 

Im  Boefhliit  lauten  Z.  19  90: 

Enans  en  dies  foren  ome  feHo, 
Mal  ome  foren;  a  ora  sunt  pelor,  ... 
wo  die  Dmsilbigkeit  der*  Form  dnieh  das  Metmm  ge- 
sichert ist. 

In  der  vetproTenzalinerten  Paselon  QhrMi  (F.  E.) 

komilieii  Tor  hora  Z.  1  und  or  Z.  365: 
Granz  en  avem  n^ná  errors, 
Or^'l  en  aiirem  pece  iiiaiors. 
Tri  (]9,m  aus  dem  Französischen  ins  Provenzali^iclie  nm- 
geM  hiit'beiieii  St.  Leodegar  (F.  K.  pg.  73)  üiulet  sich  or, 
Wüiiir  aber  auch  ora  stehen  könnte: 

Z.  6  Et  or  es  temps  et  si  est  biens 

qnae  nos  cautunips  de  Sant  Lethgier;  und 
Z.  151  Or  en  aurez  las  poenas  granz. 
Pie  Sarnim  A  bieten 

aora  111,16.  ara  111,5.  V,95.  XII,99.  XIII,  13,16. 
XVm,  38,  éra  VI,  97.  XVI,  33.  XVIII.  61,  VIII,  4. 
enqnera  XIII,  H.  en  que  ras  VI,  33.    Die  8(Nr* 
mens  Ch.  bietm  dieselben  Formen. 
Alle  diese  Bildungen  treivn  nns  in  dem  ältesten*),  dem 
Anfang  des  12.  Jahrh.  entstammenden  Teil  der  Predigten 
entgegen.   Die  beiden  jüngeren  Abschnitte  zeigen  überhaapt 
IbBÌne  Belege  für  unsere  Adverbial^estultungen. 

G.  d.  Ross,  ist  in  einer  voilständigen  (0),  und  zwei 
unvollstiindig^en  (î^  und  PÌ  Handschriften  erhalten,  wozu 
noch  ein  Fragment  von  5  Hlüttern  kommt.  N;irh  B.  G.  §  15 
entstand  O  im  13.  bis  14.  s.,  P  in  der  /w*  it.  n  Hälfte  des 
13.  s.  und  L  im  AiUanp^  «bs  14.  s.  BeiiaA  Ìiiet  man  dieae 
3  HÄndschriften  nebeneinainlt  r,  so  ergiebt  sich  faus  der  sehr 
grossen  Anzahl  von  Belegstellen  sind  die  uiigeführten  be- 
Uebig  entnommen): 

nach  0.  t  ^*' 
9961     er  4-  €on3on. 


3040 
3699 


er  +  C 
ere  nenra 


Hs.  L.  !  Hs.  F.. 

or  +  G  I  er  -|-  C 

or  +  C  «r  +  C 

or  revendra  ,  era  nenra 


*)  lieber  fie  êinMlsm  Teile  má  dem  Alter  nieha  Revne  188a 
IV.  pg.  107. 


Digitized  by  Google 


Zeilenzahl 

nach  0. 

1 

Hs.  0. 

3964 

en*  ~\-  C  ; 

'4284 

4878 

ère  4-  Vokal  i 

7521 

er  Ii  a  tait 

7571 

ère  f  C 

7671 

ère  +  C 

7699 

or  H-  C 

8096 

or  H-  C 

8904 

ora  nerens  j 

2599 

enqner  +  C 

2909 

eoguer  -h  C 

4284 

enquer  -j-  C 

4804 

euquer[e]  + 

7601 

encore  -t~  ^  ! 

7922 

enquere  4-  V  j 

era 


Unter  Benutzunpr 


Hs.  L. 

ore  i 
ore 
or  -f  V 
or  11  a  lait 

ore  -j-  ^ 
ore  +  0 

or  4-  C 

or  +  C 

or  Yerromes 


enqaor  -f-  C 

encor(e)  -|-  C 
uncore  -f-  C 
onquore  -|-  ^ 
oncor  -f-  V 

von  G.  d.  Ross.  S.  ist  es 


Hs.  P. 

era  -f  C 

era 
era  -i-  V 
—  Ih  a  iait 
era  +  C 
era  4-  C 
er  4-  C 
er  +  C 
or  yeirem 
enqaar  + 
enqaer  4-  C 
eoqoer  +  C 
enrjnera  4-  C 
eiiiiiif*ra  -|-  ^ 
euquera  -f"  V 

leicht  mög- 


lich in  P  und  L  die  Zeilen  zn  finden,  welche  den  nach  0 

angegebenen  entsprechen. 

Jaufre  (H)  giebt  Belegstellen  flir  ara  pair.  176,  Z.  15. 
178,19.  189,23.  183,19.  185,8.  193,10.  351,24.  269,  11. 
arl76, 6.  er  170,24.  ancara  170,18.  173,9.  encara 
176,  26.  ancaras  188,  11.  348,  8.  362,  15.  encaras 
361, 

Flamenca  bietet  aura  Z.  226,  749,  5248.  ara  1091, 
1248,  1532,  1932,  2139,  3926,  4711,  5296,  5690,6151,7109. 
7760,  7849  u.  a.  ar  9,  104,  1U35,  1531,  2042,  2303,  2ii02, 
2950,  2üöl,  4102.  4576,  5292.  aras  3296,  4981,  5211, 
6788,  7326.  aucar  1769.  1800,  1930,  2071,  2989,  3070, 
3$66,  3661,  6703.  ancara  1879,  1938,  9079,  4833,  4936, 
6366,  6381,  7163.   ancaras  9981,  3644,  6209. 

Ant.  ara  234,  439,  460,  600,  684.  ar  676.  era  79. 
enqnera  411. 

Fierabras.  ara  322,  472,  755,  946,  966,  1086,  2629, 
4381,  5038.  ar  30,  132,  700.  844,  913,  1076,  1836,  2662, 
2743,  3891,  5057.  aras  191,  1752,  2875,  3002,  4682.  pf 
837,  974.  encara  1050,  2538,  4961.  enrnrns  818,  1011, 
1726,  3799.    enqueras  453,  770.    en(|uer  Hsr,  1763. 

6.  (f.  H.  ara  3579.  ar  417K,  4105.  aras  iÖ3Ö,  2881. 
era  s  1360,  2345.    «»ncara  155.    enquer  866. 

61.  d.  Corn.  ara  1637.   ar  1857.   aras  669.  ares 

459,  527. 


Digitized  by  Google 


—    17  — 


T.  d.  B.  ara  pjr.  67,  1.  102,  14  R,  ar  35,  15.  124  4,  9. 
146,  1.  aras  71,  lö.  eras  50,2.  123,13.  auqaer  135,4. 

enq  lieras  13,  17. 

D.  T.  ara  pg.  91,  Z.  32  R,  37  R.    ar  44,  20.  90,  9. 
119,  19.  aras  55,  4.  56.  4n.  65.  53.  106,  33.  119,  Ä7.  127,  3. 
8.  B.  aras  pg.  3  Z.  8.  7,  3.  encaras  5, 14. 

Der  Kopist  dis  Brevíari  schreibt  ara  Z.  1489,  2845, 
3528.  aras  1599,  2234,  2450,  2708,  2744,  8491.  er  a  S 
32613,  32623.  enquara  421.  13239.  enquaras  359, 
783,  879,  1255.  1655.  2lMU.  3340.  1144.  5229.  G135,  7S35, 
8647,  9123,  13018,  14853,  15682.  32690  und  viele  mehr, 

P.  W.  zeivt  ara  Z.  241,  1681.  ar  757,  2505.  an  car 

889,  1  1  ♦^>2,  2402.  ^ 

0.  6.  hat  ara  126,  5.    are  78,  21.  79,  2. 

Fte  E.  8«J.  lassen  sich  belegen  ara  Cap.  II.  V«ts  8. 
m.  23.  V,  17.  VIII.  4,  52.  IX.  25.  41.  XI,  8,  22.  XIII,  7, 
31,  33.  36,  37.  XIV,  29.  XV,  24.  XVI,  5.  22,  29,  31.  XVII, 
5.  7.  XXI,  10.  er  a  V,  25.  enrara  II,  4,  10.  HT.  24. 
IV,  35  VII,  6,  8,  30  (enquara),  33,  39.  VIII,  57.  XI,  30. 
XVI,  12.  XX,  17.  azura  V,  35. 

Das  Ev.  Joh.  zoîgt  in  so  fm\  einen  Ijitori^rhifHÎ  von 
E.  s.  .T.,  als  es  für  en  car  a  ein  uucara  setzt  und  antjii 
III,  23.  JV,  35.  VII,  5.  XI.  25.  XIX,  12.  XX,  17.  XXI,  25. 
ancars  VII,  3,  39  anwmlrt.  ara  ausserdem  il,  10.  V, 
25,  35.  IX,  27.    azora  un*l  era  fehlen. 

S.A.  (Anfang  des  14.  Jh.j  enthält  ara  in  Zeile  115, 
3Ui,  574,  880,  11M5.  ar  105,  143,  152,  560.  659,  699,  787, 
902.  912.  llOî)   I4:i8.  1448.    an  car  324,  b4(i,  707,  318. 

0.  B.  bietet  ai  a  508.  671,  1305,  1471.  ar  811.  aras 
590,  591,  998,  1083,  1085,  1589,  1637.  enquara  1492. 
eu  car  (a  s)  1144. 

Dam.  ara  273.  aras  53  5S.  512,  696. 

Der  -Schreiber  dpH  Ev.  Nic.  gebraucht  ara  Z.  IR70, 
2137.  ar  -  ('..ns.  219,  287.  335,  709,  721,  9!«5,  Knn, 
118Ö,  1273,  2103,  2425,  2473.  ar  f  Voc.  313.  1351.  2457. 
aras  251.  609,  673,  9o8,  1101,  1109,  1462.  encaras 
469,  947. 

AuzelS.  az.nas  2im.  3224.  ara  1579  R  er  a  s  1962. 
encara  (;49R,  752.  2275.  2719,  34.h:<.  aucar  2U57,  2081, 
2295.  3(1(15.  en  car  1995,  2371,  Jö43,  3609.  enquera 
747.  b33,  1393,  2279,  2518,  2805,  3489.   aiiquer  1985. 

2 


Digitized  by  Google 


-~    18  — 


R.  A.  ar  295.  355,  03iK  <i44.  648,  1032,  1079.  aras 
30,325,403,523,  681,026,960.  ancaras  393.  aiuiuaius 
126,  637. 

Fr.  ar  II,  343,  13,   aras  II,  629.  encar  II,  343,  1. 

Alb.  ara  4305,  4733,  4926,  5925,  7084,  8038,  8812. 
ar  433,  768,  8109.  aras  633,  2934,4747,  8720.  era  2887. 
encara  56.  491.  043,  8078,  enear  119,  1049.  enqaer 
369.  1853,  2427,  3907. 

Ms.  pr.  ara  XXX.  1.  aras  II,  113.  XLTX,  1.  LU,  1, 
LVl,  32.    pr  LI.  35.    eras  XL.  1.  aile  im  ersten  Ms. 

In  den  Leys  treten  auf  ara  Bd.  1.  pg.  104  Z.  2.  inr>.  3, 

112.28.  112.13.  160.14.  164.16.  178,1.  198.1.  2rtU.  b. 
294,  26.  316,  30.  Bd.  11.  32,  31.  102,  26.  122,  14,  U.V.m. 
aras  Bd.  I.  294,  30.  296,  2,  4.  Bd.  II.  80.  19.  82,  10.  98,  9. 
118,13.  150,13.  158,1.  206,4.  208,8.  222,12.  248,21. 
250,21.  eucara  Bd.  1.  360,35.  IL  80,4.  106,27.  110,24. 
encaras  L  82,17,  24.  112,19.  126,16.  142,18.  156,20. 
182,  14,  19.  178,  1.  194.  280.  336.  II.  pg.  12,  26,  34,  68, 
128,  156,  und  2war  teils  im  Prosatezt,  teils  in  den  poetischen 
Beispielen. 

Wie  die  Leys  entstanden  auch  die  ieyas  in  Toulouse, 
erstere  ca.  1350.  letztere  im  15.  .TU.  Die  in  der  Sammlung 
entlialteiiPii  Lieder  bieten  die  Formen  ara  pg.  122,  Z.  2. 
268.  lu.  aras  62.  10.  71,  14.  84,  10.  ni.  13.  92.  2.  119,  5. 
173,10.  213,7.  encara  179.16.  encara  .s  84.  17.  112,14. 

im  S. H.*)  l)ege«j:nen  die  Formen  ara  pg.  (>,  12;  Z.  21; 
22;  24.  27.27.  48,21.  56,3;  11:  29.  63.  33.  67,19.  69.3. 
73,  24.  74.  25.  92.  23.  94.  5.  99.  2.  103,  15.  105.  13.  197,  6. 
aras  19,19.  83,28.  86,1.  147,3.  197,18;  35.  203,  4  und 
ar  7,28.  12,3;  29.  24,5.  26,11.  30,  18;  29.  36,26;  31. 
88,  11.  43,  37.  51,  1.   62,  3.    69,  12.  72,  28.  a5>  6.  98. 

126.29.  136, 3L  145,32.  191,  L  193,26. 

Jî  14.  ì'Aìi  buntes  Durcheinander  der  verschiedenen 
i^chreibungen  und  Formen  treffen  wir  in  den  üederhand- 
ecbrifleii  aus  dem  13.  und  14.  Jh.  an.  Doch  kann  man  in 
einzelnen  Sammlungen  eine  bäufigere  Anwendnng  der  einen 
oder  anderen  Bildung  den  übrigen  gegenüber  beobachten. 

Es  wurde  iiatürlich  zu  weit  fttbren,  alle  in  den  Hand* 
Schriften  sich  darldet  enden  Belegstellen  hier  aufznaeidinen, 
und  werden  daher  in  der  folgenden  Zusammensteliong  mehrere 


')  Nat  ii  s  ir<loii  eiiWjuiilcii  ca.  1800  in  der  Proven«».  H«.  an« 
dem  ÂiifaDg  des  14.  8. 


Digitized  by  Google 


—  Iii  — ' 


Stellen  aus  jeder  Hnnd^ícîirití  ItPÌÌPÌnír  f^iitnómrnon .  indem 
zngleich  durch  die  Anzahl  der  i'iir  jcd«'  liil(luii«>-  aii<r».'íìilirti*Ti 
Belegt'  Terliültni'^   der  Anwprnliiii;^  der  verschiedenen 

Fornif^ìí  Mild  Si  hieibiui^^en  zu  eiuaader  in  der  Handsehrift 
ausgedruekt  wriden  soll. 

in  C.  A.*)  hat  ara  8.  96.  9,  23.  10,  60.  11,81. 
12,45.  14,  54.  36,  31.  47,05.  74,92.  92,44.  aras  7,33. 
36,43.  43,1.  46,3.  81,38.  ar  14,16.  16,42.  22,63;  73. 
È9,  78.  60,  2;  40.  87, 16.  90, 1.  94,  9.  erft  16,  98.  19,  45. 
90, 1.  30,  89;  61.  48,  19.  88,  66.  95,  83.  er&B  8,  37.  9,  50. 
14,  18;  9a  21,  69.  83,  57.  86,  3.  38,  76.  39,  88.  44,  61. 
54,85.  85,17.  er  7, 1.  11,6;  45;  56.  19,3.  61,26.  85,8. 
88,76.  89,1.  90,18.  «ncara  10,50.  ancaras  13,26. 
ancar  86,53,  enqoeras  52,35. 

33.  (nach  M.  6.  nnt«'r  Angabe  v^n  Xnmmer  und  Strophe), 
ara  32,  1.  45,2.  49,4.  73,3.  83,1.  137,1.  152,2.  345,2. 
aras  12,2.  76,1.  99,3.  104,5.  134,2.  14i»,  4.  ar  16,1. 
40,3.  75,4.  84,5.  92,3.  114,5.  Î2G,  1;6.  era39,  3.  42,4. 
43.3:  5.  57,1.  BI,  1.  64,4,  lOb,  2.  114,4.  126,  3.  127,5. 
137.  6.  149,  <i.  347,  1  ;  5.  eras  35,  2.  71,  7.  95,  1.  134,  4. 
141,  2.  149,  1.  er  35,  1.  46,  6.  62,  4;  5.  64,  2.  72,  l.  80,  5. 
108.2.  127,1.  ancar  29,  1.  346,  1.  ancaras  343,  3. 
enijuera  138,  1.    auquer  32,  2.  84,2. 

(S:.  (nadi  Appel  und  M.  G.**)  ara  102,  3,  1.6.  875,  2,  31. 
982,  2,67.  293,28,8.  398,20,9.  391,  1,6.  411,  2,  10.  — 
354,  1.  416,6.  481,  1.  596,  1.  747,  1.  aras  156,  5,  41. 
214, 1, 11.  304,  2,  94  ;  31.  —  851,  2.  358,  h  994, 1.  733,  4. 
750,  1.  752,  1.  758,  9.  788,  5.  ar  .*>,  2,  17.  41,  1,  25.  216,  2, 
23.  323,  18,12.  355,3,1.  era  156,5,  11;  13.  216,  2,44. 
244,  9,  1.  404,  13,  16.  —  385,  2  408,  5.  47(í,  I.  495,  1.  737.  1. 
•782,  3.  eras  41,  1,  20.  404,  7.  5.  —  473,  1.  657,  1.  788,  1. 
er  142,  1,28,  216,  1,  Í6.  216,  2.  55.  270,  1,  65.  304,  2,  7. 
304,  3,  39.  —  351,  1.  353,  3.  362.  1.  385.  3.  459,  2.  495.  2. 
756.  4.  en  car  a  5.  1,  28.  euquera  5,  1,  11.  ioü,5,  9. 
en  quer  39.  38.  304,  3,  14.  —  516.  1.  745.  3. 

S),  (Bcinitzt  wurde  eine  mir  vuii  Herrn  Prof.  Stentrel 
gütigst  zur  Veriüguii^  ;;e.ste]lte  Abschrift  der  Wiener  ()rii:ii i.il- 
kopie.  Citiert  wie  Appel,  statt  Zeile  hier  8tr.)  aor  a  36(3,  15,1. 


*)  Ang^ebeu  ist  Nummer  iiud  Vcrsjealü. 

**)  Citiert  »t  nach  dem  »Iphabetimhen  VenBeichniii  di>r  Troubadour« 

in  B.  0  i>g  "  '  tt  iint'  r  nniztrrììixuniE^  der  Zeüeniabl.  Die  Stellen  nach 
r'^*  sind  futt  IL     Naminer  and  Strophe. 


Digitized  by  Google 


—  -20  — 


ara  356,  3,  3:  5.  304,  29,  3.  167,  7,  1.  167,  17,  1.  156,  3,  1. 
450.  2.  1  :  2.  194,  12,  1.  9,  7.  1.  ar  364,  46,  1  ;  5.  167,  18.  2. 
1G7. I.  30,6,6.  155,3.5.  155.5.3.  450,7,5.  366,19,3. 
106,  20,  1.  öra  364,  23,  1.  364,  40,  6.  167,  35,  2.  166,  11,  3. 
450,  4,  4.  194, 19,  6;  6.  9,  3, 2.  366,  3, 1.  10,  11, 1.  106,  12, 1. 
eras  202,  9,  6.  364,  3,  6.  167,  64^  1,  156,  83,  2.  450,  75. 
10,  27,  1.  er  167,  30,  1.  364,  42,  6.  165,  10,  6.  166,  8,  6. 
156,  16.  5.  29.  5,  2.  29,  9,  1,  355.  9.  2  ancar  156,  1,4. 
155,  23,  3.  366.  12.  1.  enqnera  155,  11,  6.  en  quer  364, 
46,  2.       k  3,  3.  167,  29,  2. 

iS\  (iiadi  Appel  und  M.  6.  cf.  Aniu.  zu  aura  — 
630,1.  ara  l^ì)2.  10,  21.  244,2,21.  244.3,5.  276,2,31.— 

335.1.  338.2.  514,5.  569,2.  560,4.  561.4.  1004.2.  aras 
230,  1.  5.  ar  230.  1,  30.  230,  3,  15;  29.  323,  18,  12;  17.  ^ 
415,  2.  434,  4.  524.  1.  699,  2.  813,  5.  era  03.  6.  12,-  332,  6. 
336,  1.  337,  1.  er  —  419,  3.  aiicara  63,  5.  54.  —  244,  2, 
18.  244,  3,  1.  —  561,  3.  ancar  —  685,  2.  746,  2.  609,  3. 
enqner  230,  1,  48  —  511,  4. 

%*)  ara  24,1.  27,1.  41,1.  42,1.  61,3.  64,1.  108,1. 
113,  1.  125,1.  137,3.  144,6.  156,2.  162,4.  166,1.  ar 
53.  3.  01,  3.  108,  2,  118,  1.  143.  1.  154,  1.   era  40,  2.  58,  2. 

111.2.  162,  6.  a  n  c  a  r  9,  1.  14  2.  23,  2.  118, 1.  144,  4. 
153,4.    en  ÍÍ  Ti   1  1 OT).  2. 

®.  (Arch.  32.)  ara  fol.  67a  ZI.  1;  ZI,  25.  80a  7. 
98b  l.  ar  07a  Iii.  93a  46.  ora  80 a  41.  oras  59a  35. 
euquer  59a  11     eiu:or  94  0  4.s. 

(Arch.  >4.)  ara  fui.  53  b  ZI.  1.  50  0  40.  ar  4b  7, 
44a  117.  54a  6.  era  19b  39.  37  a  3s.  38a  51.  38a  100. 
51b  15.  57b  41.  er  19b  24.  51  b  18.  eras  34a  31.  44a  3. 
en  car  39b  4.  enquera  57b  32.  ancar  46a  25. 

3.  (nach  Ajiptji  uud  M.  6.  cf.  Aiim.  zu  aura  — 

619,  4.  ara  349.  8,  5,  —  309,  1.  313,  6.  410,  1.  416,  6. 
454,  4.  567.1;  3.  605,  6.  910,  5.  918,  5.  919,5.  947,  1. 
674,  1.  689.  1.  ar  282,  10.  6.  —  311,  1.  313,  2.  364^  1. 
604,  6.  623,  3.  662,  5.  647,  3.  955,  5.  672,  3.  674, 1.  aras  — 
695.  8.  era  —  549.  3.  576.6.  623,4.  656,  1.  753,  1;  5. 
705,  5.  er  —  310.  1.  570,  1.  592,  2.  671,  3.  ancar  — 
390,9.  enquera  —  549,4.    enquer  —  311,  5.  303,4. 

SL  Da  cUe  11  >  .t  nur  ausserordentlich  geringe  Ab- 
weichungen von  Ha»  3  zeigt,  and  zwar  in  sehr  wenigen 

*)  Du  i>iovinxaIÌKclio  Bluinenlo.se  der  BibHotheca  Chigisna 
hmnugtfgfbeu  vgu  Hemi  Prof.  ÖtengeL 


Digitized  by  Google 


81  — 


Fällen,  so  können  wir  annehmen,  dass  der  Gebraiu-li  der 
einzelnen  Schreibnn^en  des  vorliegenden  Adverbiums  in  Sí 
gleieh  dem  in  3  ist. 

3.*)    ara  78.  15.    ar  50,37.    f>n.  1  ;  7.    eras  77,7. 

79.5.  lou.  25.  a  iiq  uara  50,  25.  anquar  50,  98,  encaras 
47,  4.    e  II  f-ar  104.  U. 

8.  (Arch.  34,418  ttl.  ara  loJ.  52a  ZI.  I5b.  Il2b.  25. 
ar  41a  27.  era  52a  5.  llýb  3.  14Hb  l.  er  52a  23;  44. 
U2b4.    eras  52a  27.    aiicar  3i»a  2.?    M.  6.  1007. 

3Ä,  (^iiiicU  Appel  und  M.  6.  ci.  Auiii.  zu  6^.)  ara  5.  1, 
16;-  39.  349,  2,  15.  349,  8,  5  —  448,  1.  468,  1.  981,  4. 
1055,  1.  734,  3.  783.  3.  638,  5.  aras  ^  471,  1.  479,  3. 
948,  6.  957,  9.  1066,  1.  759,  5.  789,  5.  816,  1.  ar  —  973,  l. 
977,3.  1016,  3.  783,  5.  era  109,  IL  —  438,  1.  1010,3. 
eras  —  998,  !.  787,  2.  789,  1. er  —  638, 1.  1038, 1,  eneara 
5, 1,  98.  an  car  —  972,  1;  5.  1011,  6.  encars  59,  1,  34. 
enqnera  5, 1, 11  —  701, 1.  enqneraa  —  838, 1. 

91.  (M.  a)  ara  978,6.  987,9.  288,9.  389,6.  394,3. 

298,1.  496,1.  673,  3.  693,  1.  839.5.  880,5.  949,6.  ar 
2i^2.  2.  882,4.  960,5.  era  287,  5.  376,  4.  382,2.  386.2. 
44!i.  l.  472,  1.  090.  1.  692,  3.  882.  4.  er  380.  5.  458,  11. 
HBO,  1  i>58,  2.  959,  .3.  enquera  839,  1.  884,  1.  enquer 
292,  2.   2î»7.  4.  686,  2. 

(in  C.  0.    Angegeben  ist  Nummer  des  (iediclites 
und  Versizalil  )  aora  20,9.  41,30.  aoras  41,47.  or50.  36. 

55.  15.  87,  34.  ara  5,  52.  22,  11.  33.  17.  34.  3.  41,  5.  43.  1. 
45,  3.  46.  21.  55,  29.  56.  15.  65,  11.  67,  17.  68,  1.  71.  1. 
93,9.  98,1.  101,5.  112.  15.  116.6.  134.9.  136,7.  118,12, 
99.  1;  5;  61.  ara  S  13,  15.  90,  39,  ar  2,  3,  7,  12.  8,  29; 
36;  37;  38.  9,  33;  39.  11,36.  12,8.  40,6.  44,8.  74,36. 
95,36.  113,3.  124,10.  era  17,3.  41,22;  36.  46,  4L  86,4. 
113,6.  er  61,1;  8;  38.  52,  11;  21.  73,  36.  78,  6.  91,  8. 
eras  66,  27.  73,  33.   ancar  126,  26.  126,  15.  enquera 

16.6.  141,14.   en  quer  16,17.  62,44.  88,  IL 

%  (Mk,  49.)  ahora  No.  79  Strophe  2.  aora  81,1. 

or  38.  1.  53,  7.  67,  2;  6.  ara  5,  5.  3L  L  35.  l,  41,  L 
49,  7.  .52,  2;  4.  60.  6.  77.  4.  ar  4,  1  ;  3;  5.  2n,  .H.  26,  2. 
28,  4;  6.  37,1.  48,7.  61,5.  71,2.  72.4:  5.  74.3.  111.1. 
aras  46,  1.    era  6,  1.   R.  2.    11,  1.  20,  6.   48,  5.  53,  1;  3. 

56.  L  66,4.   78,  2.  82,  6.   92,  1.  119,  L    er  20,  2.  68,5. 

*)  Xach  dem  t»  ilw.  i-rii  Pni.  k  von  Hi-rru  Pi  f.  s  t  -  n    <  Ì  in  il.  U  i  - 
im»  di  filologia  romauza  1,02  ff.  Oitiert  nach  Nummer  luid Zeile. 


Digitized  by  Go' 


—   22  — 

77.1.  83,2.  eras4,  9.  59.2.  83.5.  aiicara32, 2  6. 
ancar  75,6.  93,5.    en  quer  a  6,1.  53.8. 

£l.  (Die  Belegstellen  sind  der  Originalkopie  des  Herrn 
Prof.  Stencrel  entnommen.  Bezeichnung  nach  Nummer  und 
Str.  der  Kopie.)  ara  11.  l.  47.6.  74,1,  80,1.  104,1:  4. 
237.  5.  267.  5.  ar  30.  1.  40,  5.  44.  7.  62,  6.  110.  1.  233.  5. 
267,  1.  era  26.  2.  28,  1.  34.  1.  52.  2.  78,  1:  4.  168,  2. 
184,  3.  214,  1.  221.  6.  229,  1.  232.  3.  239.  6.  254.  4.  299,  1. 
er  24,  1.  31.  1.  97.  1.  193,  7.  2U,  5.  en  car  a  118,  ü  (zweite 
Hand!),  au  car  42,  2.  74.2.  enquera  25,5.  en  quer 
27,  3.  83,  6.  95,  2.  115,  1  (diitte  Hand!),  or  89,  4.  105,  1 
(xw6ite  Hand!). 

11»  (Benutzt  Appel,  M.  G.  und  Origraalkopie  *).)  ara 
5,  1, 16;  39.  8S9,  2, 12.  k  70,  6,  1.  —  404, 1.  697, 1.  621, 1. 
ar  82,  6,  81.  82,  7,  87.  82,  8,  9;  86.  82,  18,  41.  823, 18, 12. 
k  82,  7,  4.  82,  8,  2.  —  381,  5.  579,  3.  aras  82,  8,  20. 
k  82,  2,  1.  82.  9;  3.   70,  16,  1.   70,  8,  1.   70,  19,  8.  70.  45.  6. 

—  691,  1.  751,  1.  era  k  70,  3,  26.  70,  19,  1.  70,  27,  7.  — 
648,3.   702.3:5.    er  266,1,17.   304,3,49.   k  248,11.6. 

—  779,3.  erask  70,  6.  1.  70,7,  1.  70,  3,1;  3.  70.21.1. 
70.25,3.  70,  27,  1;  8.  70.42,1.-  440,1.474,1.  546,4. 
6i»l,  3.  702,  1.  en  car  a  5.  1.  28.  enquera  —  548,  4. 
702,  1.  enqueras  5.  1.  n.    eu  quer  304,  3.  14.  —  550,2. 

@.  (nach  Oeliue  pg.  u.  Z.  und  M.  G.Ì  nora  —  267,  1. 
ara  32,  3.  —  273.  6.  nr  s.  6.  12.  3U,  ö.  46,  3.  era 
17,23.   20,1.   24,24.   34,18.   39,  i5.    47.6.   49,21.  50.21. 

—  430.  1.    er  11,  4.   27,  17:  23.   33.  13.   42,20.   44.  12. 

—  266,  2.  eras  8,  9.  ancar  3,  25.  enquera  :>4,  1. 
enquer  10,  2.  20,  16. 

ii:.  (uach  Originalkopie,  Beeeiclinnng  wie  Hs.  9t.)  ara 
70,  8,  17.  70,  22,  56,  70,  26,  17.  70,  16,  11.  ar  167,  10, 1. 
328,  18,  12;  17.   era  70, 16, 1.   Appel  167, 10,  8. 

tt.  (Arch.  35,  pg.  363—468)  ara  fol.  10a  Z.  8.  28b  6. 
33b  12.  48b  10.  69a  6.  73a  14.  78a  18.  92a  28.  93a  12. 
113b  21.  116b  1.  121a  21.  125a  22.  128a  22.  aora 
117b  ]8.    ar  13a  28.  21b  23.  22b  1.  25a  20.  25  b  3. 

31a  17.  34a  17.  34a  12.  62b  18.  75b  24.  81b  7.  119a  7. 
122a  24.  123a  27.  124a  9.  aras  128b  21.  era  7i)l]. 
12b  11.  13a  16.  18a  3.  20a8.  23b  27;  30.  50b  6.  58 a  6. 

*  )  Tn  Betreff  Appel  und  M.  0.  vciirl.  Anm.  zu  Hs.  6.  Die  Stííllen 
nach  ■  !*iiid  tior  Oi  iLrinnlkopio  von  H«  rru  Prof.  >^tcugel  entuommen, 
bezeichnet  nach  B.  Gr.  unter  lluuuiüguuj^  der  atrophe. 


Digitized  by  Google 


—    28  — 

741»  22.  114n  16.  1141)  18.  124  n  2*».  125a  5:  8.  12(  i  M. 
128a  17.  1311)20.  138b  18.  13Hl>3n.  <m-  6;i24.  l.su  18. 
30a  28.  33  a  U.  34  a  3.  42b  17.  72  b  8.  h2  ;i  4.  1)5  b  13. 
104b  15.  138b  22,  eras  1  b  20.  72a  17.  aucura  lua  12. 

48b  5.  ancar  40a  12.  48b  25.  64b  14.  107a  9.  enqaera 

18a  9.  anquer  35b  20. 

».  (Arch.  36.  379—455)  ara  pof.  388  Z.  1:  Z.  33; 
34.  395,  9.  411,48.  422,22.  433,33.  441.6.  450,9.  aras 
434,  12.  era  384,  45.  390,  53.  396.  21.  397,  33.  414.  22. 
420.  35,  434,  24.  434.  36.  441,  6.  ci  380.  42,  383,  2.  41  1.  34. 

413,  53.  422,  37.  427,  1;  4.  429,  20.  431.  34.  443,  21.  tra.> 
384,44.  387,13.  388,36.  392,35.  396,3.  411,39.  413,29. 

414,  35.  416,  51.  419,  37.  422,  33.  425,  6.  428,  43.  429,  5. 
431,50.  433,1.  451,31.  adoras  438,  18.  encar  447,  50. 
449,44.   encaras  452,  10.  enqueras  430,  9. 

Die  Handscbrifteu  SB,  M,  gl,  3  sind  nnberflcksichtig^t 
gebfieben»  da  sie  ibrem  Hanptinbalt  nacb  A*anzOdiscb6  Texte 
bieten,  zadepi  die  wenigen  in  diesen  4  Sammlungen  über- 
lieferten Lieder  von  späterer  Hand  nachgetragen  sind. 

a.  ")  ara  242,42,4.  242,38,3.  242,13,5.  242,  3,6. 
29,13,6.  364,5,1.  366,6,5.  389,12,1.  9,7.1.  70.27,6. 
ar  242.  G2.  7.  242,  65,  1  ;  0.  242,  13,  1.  242,  78.  3.  29.  4,  1. 
364,  3,  6.  389,  36,  3.  70,  27,  1.  era  242,  29,  6.  242,  16,  1. 
242,  46,  8.  242,  66,  1.  323,  13,  4.  366,  8.  (>.  7o.  3,  1.  7<».  21.  1. 
70,  22,  5.  er  29,  12,  2.  242,  17,  1.  242,  19.  5.  242.  73,  5. 
389.  16,  1.  eras  242,  43,  1.  364,  36.  2.  eatiuer  364,  45,  2. 
366,  12,  1. 

b.  *j  ara  189,  1,  5.  ar  376,  18,  3.  era  406,  9,  1.  eras 
355,  22,  3.   en  quer  406,  24,  7. 

f.*)  ara  155,  18,  5,  155,  27,  5.  ar  242,  55,  1;  3;  5. 
165,16,5.  166,10.2.  165,14,2.  29,4,1,  10,12,1.  era 
242,  72,  5.  242,  36,  5.  10,  12,  2.  er  242,  72,  l,  165,  3,  4;  5. 
165,18,2.  165,  10,4.  29,6,6.  eras  165,3,1.  anqnera 
242,  36,  1.  242,  31,  1  B.  an  quer  155,  1,  2.  155,  14,  4. 
29  4  ,5   29  2  .5 

b.n  (Zsl  f.  rom.  Phil.  I  387  ff.)  ar  I,  4.  lU,  5.  i\\  6. 

iX,2. 

e.*)  ara  3f;4.  10,  3.  22:'.  10,  5.  290,  1,  1;  3:  :ì  r 
264,  43,  7.   364,  21,  1.    364,  31,  3.   213,  3,  I.   210,  14,  4. 

*)  riritrr  nach  B.  G.  mir  StiMi.hc.  Die  Iis.  ftö  c  hk  It  diMi  (.)riiiiiial- 
kopien  de»  HerrTi  Pii  f.  Srtjiisel,  tli«'  Iis.  c  uach  dem  im  Bt'!«iUü  des 
Herru  Trof.  Stcii^i-.  l  lu  liudlicliou  Codex  c*. 


Digitized  by  Go^^j^ 


—    24  — 

225,  10,  6,  225,  2,  1.  er  a  208.  1,  5.  167,  9,  1.  er  364,  8,  3, 
364,  3,  2.  210,  13.  5.  1,  3.  eras  213,  5,  3.  262,  1,  2;  3. 
ancaras  2GL^  6,  5.  eucar  364,  3,8.  213,  6,  4R.  enquer 
262,  1,  3.  2U),  3. 

Fassen  wir  kurz  zusammen,  wie  die  verschiedenen 
Bildungen  auf  die  einzelnen  Handschriften  verteilt  sind,  bO 
ergiebt  sich: 

0-  im  Anlant  findet  sich  belegt  S  D  9  Cl 

aoras  belegt  O 

ahora  belegt  ^ 

adoras  in  ^ 

aora  in  $)  @  3  Ä  T  ^  ®  U 

fehlt  mS3^i^@|^l^9R9iO»i:»abcbc 

ara  in  allen  Hnn'l^i'hrifKii 

aras  in  21  ©  6  Cv  J  M  )      D  V  ^  8  U  » 

felilt  ^^{^}^^Û£LZZabtt 
ar  in  ailen  Handschriften 
er  a  felilt  nur  ® 

eras  in  21  33  O:  5)  ^  i'  ü}i  D  "i)     U  2J  a  b  c  e 

fehlt  @g®3Ä^i£ieib 
er  fehlt  Z 

§  15.    In  späteren  Texten  linden  wir 
or,     aro,  aros,  ar, 
eyro,  eyros; 
hwraa,  kociro,  aure, 
•ncaro,  enearoa,  ancar,  enea. 

S.  Ant.  (Kopie  entstanden  1603  in  der  Daopbiné,  viel- 
leicht in  Briançon.  cf.  Einl.  pg.  XI  ff.),  a  r  +  V  o  c.  :  Z.  26, 
36,  99,  107,  181,  <;27,  120H.  1388,  1644,  1859,  1977, 

2188,  2200,  2310,  2492,  2607,  3035,  3950.  ar  4  (  uns. 
62,  6R.  88,  240,  306,  328,  569,  578,*  684.  774,  103.1, 
1142,  1239,  1455,  1660,  1741,  1801,  1914.  i>n<il,  31 10, 

3664  U.  a.  or  303,  494,  607.  696,  993,  997,  1794,  3917. 
encaro  379  4- C,  432  +V.  1()49-L('.  14234- C,  21364-C. 
encar  1017   1  ^\  1044  -f-  C,  3ulü  -f  C,  3692  +  V. 

P.  P.,  (geschrieben  in  der  zweiten  Hälfte  des  XV.  Jh., 
in  der  Nähe  oder  in  Embrun  fnanphine].*))  or  Z.  121,  36y, 
674,  802,  906,  1244,  1853,  2513,  2770.  9806,  6093.  ar 
4286  +  C,  4897  +  G,  6786  +  V.  eyro  1202,  1239,  1248, 
1346,  1514,  1776,  1185,  1807,  2071,  2366,  2469,  2698,  2616, 
2707,  2836,  3089,  3357,  3610,  4868,  6317,  6670,  5604,  6878, 


ef.  Iieiloh,  pa.  59,  im<l  Eiiil^itniig  su  P.  P. 


Digitized  by  Google 


26  — 


"139  (R  mit  peyre).  eyros  1193.  encaro  2952,  4647, 
5094,  5385.  enrar  461,  1329,  2300,  3111,  3369,  4014, 
4800,  4205.  4415.  5641.    enrnros  726. 

Po  stammt  nach  íserloh  (pg-.  59)  Wold  aus  Embrun  in 
der  í>aiii)hiiH'.  XVI.  Jh.  und  zeiirt  or  Zeilen  .38,  227,  1160, 
1886,  2o:î:V  iJ742,  4951,  5011.  5224.  ai  5567.  aro  5571. 
eyro  388,  965,  1116,  IIGH.  UjOö,  2152,  2733,  2888,  3446, 
5236.  eyros  1910,  24i^>,  2490  +  V,  2503,  4827,  4941. 
heuro  5846,5867,  5943.  e u car o  2874,  5738,  5940.  encar 
6783,  6^3,  884,  2139,  8966.  eDcaros  163.  1340,  1604, 
9836  +  V. 

Der  Kopist  von  8*  A8.  schreibt  or  ZI.  913,  367,  499, 
659,  789,  803,  897,  1033,  1074,  1993,  1316,  1479,  1560, 
1899,  1967,  9006,  9497,  u.  a.  heuro  3993.  beare  2584. 
euro  2535.  encar  662,  1085.  1319.  eocaro  996,  338, 
464,  717,  1631,  1746,  2486,  2490. 

S.  E.  niederge.schrieben  XVI  s.*)  or  Zeilen  618,  792. 
aro  2824.  ar  346,  713,  750.  770,  912.  1066,  1169,  1442, 
1461,  1737,  2041,  2052.  2176,  2386,  2597.  eyro  986. 
enquaro  1171,  1513,  2544. 

8.  Ant.  bietet  ausser  den  bereits  angegebenen  Bildungen 
noch  eure  ZI.  106.  heuro  322,  3399,  3481.  he4iras  524, 
703,  716,  816,  1096,  1252,  1391,  1638,  1782,  2618,  2672, 
3416,  3840  a.  a. 

In  0.  dl  6.  (17.  Jh.)  lassen  sich  belegen  aro  pg.  7, 
ZI.  94.  10,16.  14,  13.  36,7.  39,16.  43,16.  49,  13;  16. 
69,  90;  94, 4.  112.19.  133.90,  163,  5.  203,5.  996,6.265, 
11.  280,11.  293,25.298,2.  329,  7.349,1,  aros  39,23. 
140,19.  200.6.  266,5.  349.6.  encaros  30,19.  300,2. 
encaro  5,  20.  7,  25.  21,  27.  35,  18.  53,  13.  133,  92.  138,  29. 
263,  19.  266,  12.  318,  11.  :?no.  10. 

Roudil  (1612  — Hih5)  ViM  wtndt  t  in  seinen  in  der  Mund- 
art Von  Montpellier  verfasàten  Dichtungen  arap.  255  ZI.  13. 
261,  21.  339.  3. 

M-  M.  zeii^t  aro  p.  26,  42,  112,  126,  194,  232.  2:)0, 
292,  428,  46,  28.  ancaro  10.  encaro  42.  58,  146,  152, 
160,  2U4,  206,  210,220,  270,300,  342,422,  434,486.  anca 
90,  114.  enca  64,  68,  62.  134,  430,  476. 

Ans  den  neusten  Texten  Beispiele  hier  anzuführen, 
erscheint  überflUtssig,  du  die  in  den  einzelnen  Xuniniern  der 
Rev.  abgedrnrktm  Gedichte  Belegstellen  in  reichlicher  Anzahl 
bieten,  welche  alle  die  aus  II  M.  belegten  Bildungen  aufweisen. 

*)  laerioli  pg.  69  nimmt  BriaDçon  td»  Entotehung^ort  an. 


Digitized  by  Goo*. 


—  se- 


il 

íj  !♦).  l)as  luuitf  i>urcheiii;ni<lt  r  der  veri^rhitMleiieii 
Bikliniiieii  in  den  Hamiscbriften  sowohl  witi  iu  deu  Texten 
TTiaclit  schon  w alirschcinlicli.  dass  kein  Hedeutiingsunter?ichied 
zwischen  den  einzelnen  Formen  und  8i*hreibungen  besteht. 

Am  klarsten  ergiebt  sich  die  völlige  Uebereia- 
stimmang  in  bezag  anf  die  Bedeatnng,  w^n  wir 
die  Schreibungen  sämtlicher  Liederhandschriften,  ureldie  ein 
nnd  dasselbe  Gedicht  fiberliefert  haben»  nebeneinander  atellen. 
Wir  finden  da,  dass  eine  Anxahl  von  Handschriften  dieselbe 
Gestaltung,  andere  hingegen  eine  zweite,  und  weitere  eine 
dritte  und  vierte  u.  s.  f.  Variante  bieten.  Betraclit' n  wir 
zum  Beweis  einige  Stellen  aus  den  Gedichten  des  B.  d. 
80  schreiben 

70,  6,ö  ara      SÍ  ^  n  ^  a.   aras  S.   era  (i  O  £l 

e  2.^.    eras  M  ÌH. 
70,6,6  ara  2)  9í.    ern  21         aras  9î. 
70,  8.  17  ara  21  J.    era      ỳl.  eras 

70,  16,  1  ara  D  Cl.     era    O:  5)  ®  3  t  2)1      ^  -À 

aras  91.    era  s  'ìi  2.^. 
70,  lü,  Il  ara  g      £         ar  J  t  a.    era  21  £  Ä 
@.  eras 

70, 19,  3  ara  2).  era  9  6:  ®  9i  ®  9$.  eras  C  9t, 
70,  21,  5  ara  Sa  «  3  «  ID.    era  S  «  91  K  C  a. 
eras  % 

70,  2»,  66  era  21  Ta  J  M  ^  û,   ara  6:       aras  9î. 
70,  25,  17  ara  ^  (^3  V  <2  2.    era  3  H.    aras  9R. 

erav  (5*  9i  Ì^l. 

70,  37,  a  ara  T.   ar  )é  SR  a.  eras  M.  era  m  (S  3)  3 

70,40,45  ara        aras  9i.   era  2i  2)a  ^  3  1^  ^  £L. 

§  17.  l'eber  die  Bedeutung  selbst  ^(iben  Ansknnft: 
Donatz,  pg.  38  Z.  28,  A:  ,.K  siui  autre  adverbe  que  signi* 
fien  tems,  si  cuui  oi  i.  Ikküc,  er  i.  beri,  aras  o  ar  i. 

mod<«.'  ii!id  ini  Kimarînm  ps-.  61,  'î:  ara  i.  modo  und 
Leys  III.  ■V)H  iebren:  „l.as  autras  afherbis  son  tem- 
pornìs  qu  i!  ^i«íuiíic«  temps,  coma  huey,  hyer,  aeni- 
prazas,  ara  uz  aras.* 

*)  Bezeichnaog  hier  nach  B.     (alph.  YerjEeichnim)  mit  ZeUçnsahL 


Digitized  by  Google 


—   »7  — 

Das  in  der  Ha.  V  enthaltene  provenzoliscb-italieniiiche 
Glossar  führt  unsere  Partikel  nicht  an. 

Raya.  III,  639  giebt:  Aora,  aoras,  adhoras,  ado* 
ras  ss:  maintenant*  actuellement  ond  ar,  ara, 
aras:  er,  era,  eras  adv.  ^  maintenant,  aetnelle- 
ment,  présentement. 

Rochegude'^)  interpretiert  durcli  à  présent,  main- 
tenant,  i'i  l'instant,  à  cette  luMire. 

Diez  Wtb.  erklärt  nnser  \<lvt  rl-ium  I,  294  als  „Zeit- 
part ikel  für  lateinisclie.s  nunc". 

Kurz  die  verscliiedenen  Formen  be^seichnen  genau 
dasselbe  wif  lat.  nunc. 

§  18.  Vielfacli  tritt  eiij*  ii>is,  ivr  Formen  in  Oeiren- 
satz  zu  Verg:angenlieit  oder  Zukunit  luul  lässt  dadurcli  ëehr 
deutlich  ihren  präsentischen  Charakter  erkennen.  z.B.: 

Chr.  9.  19.  Zo  que  eu  fatz,  tu  no  saV)s  aora.  ma^ 
pois  0  sabras.  Chr.  lu.  42.  lai  o  eu  vauc  tu  num  poz  segre 
a  or  a;  mas  pois  me  segras.  Chr.  15,  16.  £  per  zo  vos  avet 
a  or  a  tristicia;  mas  des  cbap  tos  Torai  el  vostre  cors 
s'eqanviim. 

T«dLP.  Z.  476.  Âont  anez  del  masculin,  Ara. us 
dirai  del  feminin. 

P,  V.  1, 97.  Na  Viema.  de  bon  sen  Vos  ai  estât 
lonjamen:    Mas  era  mi  renovel.    Cum  bela  flors  en  ramel, 

B.  Z«  lOf  1.  Mas  era  Tolb  a  prezen  Bevocar  lo 
jutjamen. 

P.  ¥,  2,  1.  Jlstat  ai  prran  sazo  Maritz  e  coii^iros. 
Mas  ar  sni  lios  Plus  qu'auzel  ni  peisso.  21.  2R.  C^u  eu 
vi  Ja  lOra  illi  era  Franca  e  de  bona  guirza,  Mas  ar 
m  eb  ciîtiiuv'  e  itiii    T^rnad'  e  de  brava  guirza. 

P.  d.  M.  5.29  Doiiipiia  de  valensa,  bera  m  faitz 
valensa.  Ja  niuiïi  per  nulh  for  Non  issirai  for  De  vostre 
bailia. 

§  19.  Zwei  weitere  \  •  i  u.  iidiuigôvvei.scn  unseres  Ad- 
vcrbiums  führen  die  Leye  an.  Wir  lesen  III.  (bei  Gelegen- 
heit der  Aulzählung  der  A'erschiedenen  Adverbien:  „[Ad- 
verbi]  ortativas  coma  eya  et  alqnn  dizo  ora  ab  o  ple- 
ttissonan,  et  alqun  dizo  ara,  coma  ,ara  bel  senbor,  ara', 
0  enayssi  ,^a  senber  volbatz  doncx  aysso  far,'  ,ora  bei 
senbor  ora'"  und  femer 


*>  E«ti  d'un'  gloitraire  occltaaieiL  Tonlouse  1819.  pg.  21,  18. 
ISl,  S81. 


Digitized  by  Google 


—   28  — 


111,410:  [ÂdTerfois]  optatíras  coma  .abmoTol':  aquest 
,ab  mo  vol'  pot  hom  pauzar  per  una  part  o  i)er  motas,  si 

per  mm  adoncx  es  adverbis  fie  signiôcatio  optativa;  e  per 
aytnl  significatif)  preiidem  tot  jorn  nquest  a(l\  orbi  „ara  o 
aras",  coma  „aras  tos  yen  a  ÄioDtpellier'S  jaciasso  que 
aras  sigrniilque  temps,  ^e^m  estât  dig  (Leys  TTT.  408). 

Doch  lässt  sich  in  <ler  Littt'ratnrspi.u  lio  der  (^»'braiirh 
unserer  Parlikel  in  den  beitli  n  angelührten  Bedt  uiuii«^n.'n 
durch  Belege  nicht  darthun,  und  ist  somit  wohl  nur  als 
dialektische  Eigentümlichkeit  zu  betrachten. 

§  20.  T)ass  die  Nciilnlflung  wirklich  an  die  Stelle  des 
lateinischen  nunc  gttrcttu.  wird  am  sichersten  erwiesen 
durch  viele  Belegstellen,  in  denen  die  provenzalische  Ueber- 
setznng  eines  latelnisdien  Textes  nunc  stets  dvrcli  eine 
der  aus;eiflhrten  Formen  wiedergiebt.  z.B.  Ssnuoilt  A  (o.  Cb): 
XII,  19.  Nu  ne  dìmitís  serynm  tunm  in  pace  gleich  proTenz. 
ara  laissas  lo  ten  serue  en  pas,  nnd  ebenda  XIII,  16:  Ecce 
nunc  tempns  acceptabile.  ecce  nnnc  dies  salutis  übersetzt 
durch  ara  es  couinenz  lo  temps  dels  dias  de  sahit.  Zahl- 
reiche Beweisstellen  bietet  das  Evangelium  Johannis,  wie 
Cap.  ÌV.  Vs.  23:  SM  venit  liora  et  nunc  est  ist  Ev.  Joh.: 
mas  1»  'tra  uen  e  ara  í's;  Xí,b:  Rabbi,  ii  ii  ne  (jnaorebnnt 
te  Judaei  lapidare  lautet  Ev.  loil.:  Maistic.  pt*i(|u«'  uas  ara 
en  Judea?  non  sabes  que  .luzieu  te  ii'»l(>ii  allapidar.  XI 11.  31  : 
Nunc  clarificatus  est  filius  hominis  -  (Kvan^a'lium  Johannis) 
Chr.  10,29:  aora  es  clarifijaz  lo  fílls  dell  orne.  XIV,  29: 
Et  nonc  dizi  vobis  priosquam  flat  übersetzt  Chr.  IV,  31:  £ 
aora  vos  o  ^ssii  anceis  que  sia  fait  XY,  24:  Nunc 
antem  et  videmnt  et  oderunt  e  Patrem  meum  ist  Chr.  14,  9 
wiedergegeben  durch  :  a  o  ra  aeertas  e  viiren  e  aireren  e  me 
e  men  paer.  XVII,  6:  Et  nunr  darifica  me  tu  Pater  apud 
temetîpsum  gleich  provenzalisch  (Chr.  16, 14):  K  aora  to, 
paer,  clarifija  me  près  te  meesme  u.  s.  m. 

§  21.  Weiterhin  vertritt  unsero  Partikel  das  latein. 
modo,  vergl.  Donatz  pg.  3î^.  "tI  Rîmarium  pg.  66,  3. 
62.  l  (cf.  S  17).  Ausserdem  Evang.  Johannis  XUI.  7:  Qnnd 
ego  facio,  tu  nescis  modo  scies  äutt-m  postca  ist  Chr.  9,  19: 
zo  que  eu  faz  tu  no  sabs  aora,  mas  pois  o  sabras.  XIII,  34: 
Et  vobis  dico  modo  =  Clir.  lu,  E  vos  die  o  aora. 
X^'ì.  12:  sed  nun  p<»testis  poitare  modo  übersetzt  durch 
(Chr.  14,  30):  Mas  non  <»  podet  portar  aora.  XVÍ,  31: 
Modo  credetis?  wiedergegeben  dnrch  (Chr.  16,41):  aora 
créez? 


Digitized  by  Google 


—   29  — 

§  22.  All  einer  Stelle  begegnete  mir  im  proveuz.  Text 
ara,  wo  das  lateinische  ad  horam  bot:  Ev.  Joh.  V,  3&  Val* 
gata  lautet:  Vos  autem  volaiatiB  ad  boram  exaltare  in 
lace  ejvB,  vas  der  üebersetzer  wiedergegeben  bat  dnrcb: 
mas  HOB  antre  nos  aolgnest  alegrar  en  la  las  d'el  ara. 


m. 

§  â3.  Nachdem  wir  sämtliclie  F<niii«'ii  und  Schreibungen 
aofgeählt  und  die  übereinstimmende  Bedeutung  derselben 
kennen  gelernt  hal>en,  müssen  wir  nun  ermitteln,  ob  sämt- 
liche Gestaltungen  der  altprovenzalischen  Schriftsprache  zu- 
zuerkennen  sind. 

Oehen  wir  zunächt  auf  die  Gestalt  d  e  s  T  o  n  v  o  k  a  1  s 
näher  ein  iiinl  siiclien  wir  die  Frage  /ái  beaiilWiUteu.  oh  in 
derït'Hsilbe  o-,  ao-(aho,  adOy  azo.)»  a  und  e  beliebig 

wechseln  konnten. 

a. 

§  24.  Diez  Wtb.  I  294,  giebt  als  Hauptíonnen  des 
Altpruvenzalischen  nra.  oras,  or,  iiulmi  er  hinzufügt: 
„Der  Pi'ovenzitk'  keiini  überdies  die  Fonaen  ara,  aras,  ar, 
geschwächt  in  era,  er  as,  er." 

In  derselben  Weise  spricht  sieb  M.  fir.  ans  §  33  bor  am 
>  ora,  oras,  or  >  ara,  aras,  ar  >  era,  eras,  er. 

Hayn  fBbrt  die  Formen,  welche  o  in  der  Tonsilbe  zeigen, 
nicht  an. 

RooiiepÉS  kennt  nnr  ora  (pg.  231.) 

§  96.  Im  Verhältnis  zu  den  mit  a-  oder  e-  anlauten- 
den Formen  treten  die  Bildungen  mit  o*  in  der  Tonsilbe  in 
einer  ausserordentlich  g^eringeii  Anzalil  von  Stellen  auf. 

Dieselben  fÎTidiMi  <\r]^  in  «Irn  m  1 1^  tVanzüsisch  beein- 
flussten  Texten  der  Passton.  dt  s  St.  Leodegar  aiisschliesslidi. 
Ferner  begep:nen  sie  uns  in  dem  G.  d.  Ross.  ii^  iM-n  K^rnifn 
mit  anlautenden  e-,  und  später  in  dt  n  Leys,  P.  P.,  Po.  und 
S.  Ant    Aitöserdem  bieten  solche  Oeslaltungeu  die  Lieder- 


Digitized  by  Google 


—    30  — 


handschrifttíii  ®  i))  uiid  zwar  in  verschwindender 
Miuderzabl. 

Veiter  den  9.  d.  Ritt., sagt  P.  Meyer  (io  der  lieber- 
setaimg  pg.  GLXXX):  »011  eet  bien  obligé  de  reconBaltre 
qa'on  ae  trouve  en  présence  d'an  idiome  assez  mdangé,  qndle 
qne  paisse  être  d'ailleurs  la  cause  qui  a  réuni  sous  la  plume 
du  même  poète  des  formes  qui  n'ont  pas  coutume  de  se 
trouver  ensemble.  —  Nous  sommes  portés  à  regarder  la 
lanpriie  rie  Girart  comine  im  mélange  plus  au  moins  arbitraire 
de  proven^-al  et  de  l'iaiiraiîi" 

B'tir  Po.,  P.  P.,  S  Ant.  iiml  S.  Ae.  weist  Iserfoh  bedeutende 
fraiiZüsische  ßeeinfliissuiiii  nach. 

Eine  eingehende  spiachliche  Untersüchung  der  Lieder- 
handschriiten  ist  noch  nicht  vorhanden  und  konnte  auch 
niclit  in  Kürze  aiisiie führt  werden. 

§  26.  Da  nun  in  rtin  altprovcnzalischen  Texten  die 
Formen  uai  o-  in  der  Tonsilbe  nicht  vorkommen,  dieselben 
sich  im  Neupiuvenzalischen  nur  in  der  Dauphiné  vereinzelt 
nachweisen  lassen,  dagegen  (yergl.  Zeitün  in  GrOber's  Zeit* 
Schrift  f.  roman.  PhiloL  VII  pg.  1  ff.)  im  Altfranzösischen  die 
Formen  ore  eres,  or  die  allein  vorhandenen  sind,  so  liegt 
der  Schluss  am  n&cbsten,  da  s  s  die  Formen  mit  anlautendem 
0- auf  Beeinflussung  durch  das  Altfranzösische 
zurückzuführen  sind.  In  d e r  a  1 1 p r o v o n z a  1  i s c h e n 
Ti i  f  t  0 r a  t n i* s p r a  c  Vi  sind  die .s r ]!> e n  ohne  jede  B e- 
rechtiirung.  IM»^  Leys.  (III,  411»  bemerken  diMin  auch 
ausdrücklich  :  A  q  n  l  s  t  vocables  „o  r  a"  a  p  p  a  r  fr  a  n  c 

^  27.  Ant  fin  altes  vorhistorisches  ora  scheint  allenlinirs 
die  KumjMisiticn  mquera  (anquera)  hinzuweisen,  wenn 
dieselbe  uii  ht  fui  enc-era  (anc-era)  steht,  sondern  das 
u  als  zum  e  ^ehíirip  anzusehen  ist  und  mit  diesem  einen 
Diphtong  ue  bildet.  Vielleicht  lehnen  sich  aber  cnquera 
und  ebenso  auch  die  in  der  Gascogne  heute  noch  üblichen 
enconèro,  encoué,  sowie  die  encoè,  encoère  und 
engoero  des  beamischen  Dialektes  (Azals  WU>.  1144)  und 
die  enqnêro,  enquêro,  enquéra,  engnerá,  welche 
Chabaneau  (Grammaire  limons»  RevMVTlT  KkS)  anftthrt  an 
die  alten  Formen  e  n  f]  u  e  r  a .  e  n  q  n  er ,  welche  auf  encrera, 
eue -er  zurückgehen  (cf.  ij  4o)  an. 

Auch  die  vfn  (Uiabaneau  in  seiner  Or.  lim.  a noï führte 
l'oi-ni  onro.  wie  (iie<:el>>o  im  he\\fìîn'\\  ihwoii'iuûûvhvn  Dialekt 
verwandt  wird,  sowie  die  \öü  Azarïs  Wtb.  1  angeg:ebene 
Form  iucoura  der  delphiuatischeu  .viuudart  äeUeu  eiu.ura 


Digitized  by  Google 


—    31  — 


voraus,  «las  wie  auch  aus  §  2b  lieivurgeht,  uispriiDglicb  be- 
stauden  liabeu  mu$8. 

b. 

§  28.    Anders  verhält         Irh  mit  (i^v  Form  Moi-a, 
Sie   iiitdet  sich  thatsächlich  iii   <leu  ältesten  rein  ))roven- 
zalischen   Texten    im  Boethius    sogar    ausscliliesslich ,  im 
.  Evangel.  Joh.  Chr.   duuebeu  uoch    das  eben  besprochene 
anguera. 

Neben  aera  finden  vir  die  eng  damit  sniBiunmen- 
ykugenden  Schreibnngen  aoras  (C  41,  47.  B.  d.  B.  8.  II. 
29,  S.  B.  T.  6,  22.)  akora  79,  3.)  ahorae  (B.  d. 
B.  I  14,  22.)  adoras  (N.  d.  M.  I  1576,  1676,  1677,  1609. 
8438, 18.)  azora  (E. 8.  J.  V.  35.)  azoras  (Anzels  2996,  3224.) 

§  29.  Nach  und  nach  mnssteu  jedoch  diese  Formen 
anderen  weichen,  und  so  begegnen  uns  diese  Bildunnon 
später  îiMi'  vf'ìí  iiizelt.  Sermons  TU.  l^ì;  Flamenca  226.  749. 
524«.  Rimarium  zum  Donatz  pg.  61,  i.  Hss.  366,  15,  1, 
Ö:— 53U,  1.  Í  — 619,  4.  D2ü,  9.  41,30.  ^  81,  1.  €f — 
267,  1.    U  117  b  18, 

Vergleichen  wir  die  beiden  Ifbersetzungen  des  Evan- 
gelium Johannis  ans  dem  11.  und  dem  14  .Ib..  so  sehen  wir 
überall  an  iStelle  des  aora  in  dem  iilteren  Text  ein  ara 
in  der  jüngeren  Bearbeitung.  Z.  B,  Cap.  13,  Ys.  7;  31;  34; 
3«;  87.   14,19.   15,24.   16,5;  12;  24;  31.   17,6;  7. 

§  30.  Während  fttr  ahor a  ahoras,  adoras,  asora, 
azorás  Zwdsilbigkeit  nnmdglich  ist,  wird  Dreisilbigkeit 
anch  für  aora  dnrch  Beim  nnd  Metmm  bis  auf  einen  Fall 
gesichert:  aora  finb  t  sich  im  Heim  Ramenca  ZI  22f>. 
Bremnen  's'en  passa  hom  aora  Perque  vai  Pres  a  mala 
bora  Non  es  meravilla  neguna.  ZI.  749  Sardol  son  e  trepon 
aora.    So  qu'il  despendon  autre  plora. 

^  No.  81.  l  r=  ^~  267.  1  :  En  joi  que  demm  a  Voill 
im  sonet  faire,    (^up  ben  nai  aoia    De  tot  mon  attaire. 

Die  einzijTH  Ausnaliute  bildet  die  Stelle  Hs.  U  inj.  117  b 
ZI.  18.  Aora  nuuá  ai  ni  antra  non  vulgues  Vivrai  ses 
iui  q'amors  me  ten  defes.  wu  aura  zweisilbig  erscheint.  Da 
sich  jedoch  in  der  ganzen  Handschrift  keine  weitere  Beleg- 
Stelle  für  aora  findet,  so  ist  hier  wohl  Vertauschung  mit 
dem  sweiailbigen  aia  anaunehmen. 

§  31.  In  der  Komposition  mit  enc,  anc  begegnen  nns 
die  soeben  besprochenen  Bildungen  nirgends,  dafür  tritt  das 
Torher  »"Wihnts  an^nera  und  sp&ter  anc  ara  etc.  idn. 


Digitized  by  Google 


32  — 


§  32.  Alles  dieses  berechtigt  uns,  auch  die  Formen 
aora«  aoras,  ahora,  ahoras,  adoras,  azora, azoras 
der  altprovenzalischen  Schriftsprache  absa- 
sprechen.  Sie  waren  nur  im  archaischen  Proven* 
zalisch,  und  später  dialektisch  üblich.  In  der 
späteren  Schriftsprache  werden  sie  nnr  sporadisch 
verwendet 

§  33.  Dass  das  alte  aora  niemals  völlig  uiuerg:e- 
gangen  ist,  bewdst  die  in  der  Danphiné  noch  heute  ge- 
brauchte Form  aouro  (Aiato  Wtb.  I  94.) 

Auch  das  in  dem  heutigen  Dialekt  der  Gascogne  übliche 
adaro  (nach  Chabaneau  Rev.  VlII  168,  Anm.  2  ad  are) 
hängt  mit  dem  alten  aora  oder  adora  zusammen.  Wahr- 
scheinlich bildete  man  zu  dem  vorhandenen  aro  resp.  are 
in  Anlehnung  an  adora  eine  neue  Form  ad-aro;  doch  ist 
es  auch  niögh'ch,  dass  sich  die  alte  Bildung  adora  dialektisch 
eihalten  hatte  und  nunmelir  das  alte  -o-  in  Aîiprle'n  hnnír  an 
das  Simplex  zu  -a-  wurde.  Die  im  Dialekt  der  Gegend  um 
Toulouse  vorliandene  Bildung  ad  es  aro  kann  man  auf 
ähnliche  Weise  erklaren. 


C. 

§  34.  Wir  kommen  zu  den  Formen  mit  a  in  der  Ton- 
silbe: ara.  aras,  ar:  aro,  aros;  anrara.  eiicara, 
ancaras,  encaras,  ancar,  encar;  eucaio,  encaros, 
encar,  en  ca. 

Anlautendos  a-  iindot  sich  seit  dem  i'2  Mi.  trt^sirliert 
tliu'ch  den  R^^iiii.  s^it  ilem  13.  Jh.  in  (ien  Haii(i.si'ltriî'tí-!i. 
Die  Bilduiiijfen,  welche  a  in  dei-  ToiisìIIh'  zciircü,  begegueii 
in  allen  Texten  und  Handschriiteii  luil  A u^iiaimie  der  3  Auf- 
zeichnungen des  G.  d.  Boss.  Seit  dem  Beg-inn  des  16.  s.  sind 
diese  Formen  die  schriitsprachlich  allein  zu  belegenden.  Im 
Keim  linden  sich  ara  und  die  ,  übrigen  Bildungen  ausser- 
ordentlich häutig:  z.  B.  (cf.  auch  Beispiele  S§  53,  79,) 

G.  R.  57,  71.  Digatz,  toza  guaya  (^neus  a  fag  dir  ara 
Di»^  tan  plazeutier ?  Seuher^  on  quem  uaya  Gays  chans 
se  p«  i  para  D^En  Guirant  Riquier.  —  Toza  ges  eneara  Le 
ditz  nos  despara  De  qu^ìeu  nos  enquier.  —  Senher»  nous 
ampara  Belhs  Deports«  que  .us  gara ....  Reimstelhing  a  c 
a  h'  (  b'  b'  c  b'  h'  (  c  c  wo  b'  =-5  -ára,  c  =  ier.  Z.  38  Senher, 
mal  si  gara;  Kt  iretz  uo  n'ara,  Don  ai  eossirier. 


Digitized  by  Google 


—  sa  — 

6.  il.  C.  1,  S7.  Mont  n'aie  gran  ioi,  s'era  to  mais  sini 
greja,  Et  aurai  lo,  aau  yos  plaira  enear,  Bona  domna, 
qn'ea  soi  en  Tesperar. 

FUMMsea  1933.  Defora  vene  Tostr'ostes  ara;  Perque 
non  em  disnat  an  car  a. 

G.  R«  61,  65.  Pr6  femná,  quena  tire,  Nons  ai  dsg  en- 
cara;  Per  qnem  dizetz  mal?  —  Senher,  ai  dezire, 
Tencasetz  per  amara  Uia  tempérai.  —  Per  ren  no  m'ai- 
bire,  Qii'om  ueya  la  clara,  Per  sermon  aital.  —  Senher, 
mo  m  H  rire    Doblatz  parlan  ara,    £t  a  nos  no  nal. 

P.  0.  pg.  50,  23.  Mas  per  som  pocs  segur  gabar  Qu'eu, 
et  es  me  pran  desbonors,    No  am  re  ni  sai  qu'es  en  car. 

S.  A.  646.  Gabriel,  vai  desos  ma  il  la  desliar  E  viest 
la  (Vaqest  drap,  qu'il  es  nuda  anqar,  Fueh  torua  t'euves 
mi  e  m]  vullas  parliar. 

Appel.  344,  2.  20.  Car  sa  cara  No  m  manda  an- 
'  u  a  NovH  clara,  Don  beotatz  s'ampara.  Pero  ara  DousBa 
(ion a  cara,  

Appel.  5.  1,  16.  Fora  m  plus  leu  sufridoi  Auir  l'afan 
que  no  son  ara;  Hem  par  que  no 'm  es  amara.  Z.  2  7.  M 
no  li  sia  trop  cai-a  Merces,  que  no  y  fon  en  cara  Pos 
mi  ac  per  servtdor. 

§  36.  Tm  Neiiprovriizaliscben  iindeii  wii  sowohl  im 
einfiìcben  wi«»  ini  zusanuuengesetzteu  Adverbium  stets  a  als 
Tonsilbenvukal. 

Gesichert  erscheinen  diese  neuprovenz.  Formen  im 
Reime;  z,  B. 

0.  A6.  10, 15.  Més  aco  sio  pro  dit  per  aro  Qne  le 
Cèl  Bonn  manton  preparo, 

91,  d7.  A  toutes  fis  se  bos  encaro  Que  passe  may 
que  de  la  caro. 

39, 15.  E'  be-be,  tu  me  quitos  aro  Noun  pas  per 
moun  bici  ni  taro. 

112.19.  Ay.  .TfHjnt't  a  rincat .  qnc  tnntis  plagueu 
ar    K'  per  l'amour  de  qui  moun  cor  tar  malo  i;ii(>. 

Roudîf  pir.  2fn.  21.  OiiTitp  sias-vous  razon  V  (|ué  nous 
deaéo-vons  ara:    1/imé  tout  uaturèl  d'aquéla  besiia  rara. 

M.  M.  pg.  4y.  ()  niairp.  es  un  plesi  De  soumiha,  l'iver; 
mai  arn  Per  soumiha  la  aiue's  trop  claro.  Escouten,  es- 
eoQt*'ii  Te  n  (•  a  r  o  .... 

112.  Anas,  penja  su'  quelo  ban<».  Je  fai  eu  estu- 
diant  sa  caro,   Veste  mautèu,  que  ieu  vau  aro. 

3 


Digitized  by  G( 


—   84  — 

10.  Yincen  avié  sege  an  panearo;  Mai  taut  áòn 
cors  de  la  caro.  . . . 

15d.  E  Ii  ('(tunèisse,  qu'es  en  caro?  £  dias  la  neblo 
de  sa  caro   Sabitamen  pareiguè  claro  Uno  doa^o  pensado. 

\\'eitere2ahlmche  Beispiele  bieten  dieYeroffentHchnngeii 
in  der  ReVHe. 

§  36.  Aus  den  aujreführten  J^eispielen  geht  hei-vor, 
dass  a  als  ToHTokal  in  der  a  ItprovenxalisclieQ 
Schriftsprache  voUstlliidig  berechtigt  war. 

■ 

d. 

§  37.  Die  Bildungen,  welrho  e  in  der  Tonsill)e  zeiiren. 
begegnen  nn>:  neben  denjenigen  mir  anlanteniiem  a  in  den 
LiederhandschiiK»  II  und  Texten  am  liäniii;steii.  Pie  ein- 
fachen Formen  era,  eras,  er  finden  ïìieli  nielit  Flamenca, 
0.  6„  P.  W.,  Ev.  Job.,  Ev.  Nie,  S.  A.,  S.  H.,  S.  B.,  D.  T.,  0. 
Dam.,  R.  A.,  Fr.,  Fierabras,  Bl.  d.  Corn.,  B.  d.  B.  S.  I,  B.  d.  6.T: 
besonders  liervor/nlie1»en  ist  ,  dass  weder  Leye  iiocli  Joyas 
noch  Rimarium  zum  Donatz  e-  als  Tonsilbenvokal  kennen. 

Was  die  zusanniii'n;^esi'rztfMi  Fuimen  aubeti  ittt .  so 
finden  wir  enguera  bereits  in  dem  ältesten  Evang.  Job. 
(vgl.  §  27),  enquera  and  die  damit  zusammenhängenden 
enqueras,  enquer  fehlen  Jaufre,  Flamenca,  Brevltrit 
Ev.  Job.,  P.  W.,  S.  An  Leys,  Joyas,  S.  H.,  S.  D.  D.  8., 
R.  A.,  Fr.,  Bl.  d.  Coro,  und  in  den  LiaderliaiMiscbriftMi  S  2  Z  b. 

§  38.  ÁUS  der  §§  13, 14  gegebenen  Zusammenstellong 

geht  herv(>r,  das»  am  Knde  des  13.  und  in  der  ersten  H&lfte 
des  14.  Jahrb.  die  Belegstelli  n  f'úv  F«iiiîe'ii  mit  e-Aníaut  an 
Zahl  denen,  welche  a  als  Tonsilben\ «kal  zeigen,  ^Icieli- 
kommen.  In  der  zweiten  Hälfte  des  14.  Jh.  ^^  e^den  jedoch 
era,  eras,  er  und  deien  Zusamnwnsetzunfren  immer  seltener, 
so  dass  sie  im  lô.  s.  fast  í^^•ìl)y.li(•h  veriscUwinden  und  im 
16.  s.  gar  nicht  mehr  nachweisbar  sind. 

§  'MK  Wie  bffeit^  MTfjeftiliT-t.  fetîìeií  anch  in  der  n''Vi- 
provciizaliselien  S.  ln  )  tt>|ii  .ichc  diese  Formen  (eiu£ac^  odei 
in  K<>m|M'siliuu>  vull^tandig. 

ij  tn.  Pî-ei  alt]>rnví'ìix;ili^r1if*  1  M.  hi t  t  /.'i<j<  ii  t-int' Form 
mit  hrioiitriii  e  im  iûim,  namiicJi  Guillein  Figueira,  Aimeric 
V.  Peguilain  mel  Cercalmont: 

Cercalmont  Chr.  47,  17  (^aiu  h  Keciu  il  ])g.  7u).  Mas  non 
pose  saber  enquera    8i  poirai  ab  joi  remaner. 


Digitized  by  Google 


—    85  - 


Rdimgtellung :  abbcdda.  c  =  —  éra,  gebildet 
(larch  Z.  M.  Fariam  moria  des  era,  47,  SI  fera  Tb., 
47,  17  era  vb.,  48,  24  amera  vb.,  48,  31  désespéra  yb., 
49.4  douera  vb. 

G.  F.  III,  23.  Quìnha  cansßs  era  Selba  que  diziatz 
era  C^uan' ieu  vìdc  aissi  (  ar  non  l'ai  enqoera  Mas  elh 
m^oblida  e  s'estera    Per  autra  de  mL 

Ainwrto  v.  PopiUl  (M.  fi.  117 1.  3).  Non  volgra  aver 
£r  D'autra,  que 'm  colgnes  De  si,  ni  jazer  Ser-  tan,  ni 
qne'm  baizes. 

Dieses  Bind  die  einzigen  Fälle,  weIcLe  ich  in  Sftmtlichen 
benatzien  Texten  und  Liederhaadscbiitten  fand. 

g  41.  Oerealmont,  der  Lebrer  des  Tronbadonr 
Xaroabnin  (cf  Diez,  Leben  nnd  Werke  d^r  Tron- 
badonr s.  ILAofL  pg.  B8)  Ist  neben  Guillem  von  Poitiers 

wohl  der  älteste  bekannte  provenznlinohe  Lyriker.  IJeber 
seine  Herkunft  ist  jedoch  leider  nichts  sicheres  l>ekannt, 
TonAimeric  von  Peqnilain  nnd  Guillem  FMgueira 
wissen  wir.  dass  sie  zn  einer  Zeit  lobten,  in  welcher  die  alt- 
provenzali.scbe  Lyrik  ihren  Hrilirjniiikt  litreits  übers«  hriiten 
liatte.  Der  Umstand,  dass  beide  Dicliter  am  Tniilonse 
>îaiijiuten  und  beide  anü^iicrhalb  ihres  Heinints1ande>  dicliTeten, 
kann  uns  zu  dem  Sehluss  bereclitii^en ,  ilass  er  a  iiinl  die 
damit  zusaniHienhängendeu  Schreibungen  dem  Dialekt  dei 
Gegend  von  Toulouse  angehörten.  Während  der  Glanz- 
période  der  altprovenz.  lyriscben  Diebtnng  treflén  wir  also 
nirgeade  é  als  Touvokal  im  Reim.  Es  spricht  somit 
nichts  dafür,  dass  die  mit  e-  anlantenden  For- 
men d«r  altproyenzaliscben  Schriftsprache  zn- 
ansprechen  \  ren.  Da  diese  Formen  jedoch  so  sehr 
zahlreich  in  den  Texten  srtwr.hl  wie  in  den  Liederhand- 
schriften zu  belegen  sind,  müssen  wir  annehmen,  dass  sie 
im  \'i)1ksmund,  und  zwar  wahrscheinlich  in  vielen  Dialekten, 
gebräuchlich  waren. 

• 

§  42.  Auifälligerweise  'finden  wir  in  zwei  Zasammen- 
setzungen,  bis  auf  einen  Fall,  stets  e  geschrieben,  nämlich 
in  1)  deren  an  (<  de  hora  in  ante  nach  Rayn.)  und 

2)  deserenan  (<.  de  ex  hora  in  ante  .  .  .),  wie  sie  sich 
helegen  lassen  Ii  :Ö  —  47.  5.  IM,  3.  (>'  -  519,  5.  2)  364, 
ir,.  3.  366.8.3.  —  Ô25,  1.  111.1.  ^  3Ha  2.  50a  23. 
V'l'  H.  3  —  309,  2.  m  -  520,  5.  tl  211.  3.  —  .347.  1. 
543,  1.  ®  32,  12  U.  a.   2)  2)  167,  27,  2.  194,  8,  1.  366,  16,  4. 


Digitized  by  G 


—   36  — 

%  112,  1.  3  ^^>^,  2.  a»  —  465,  2.  e  39,  9.  4&,  6.  We 
eÌDZÌi^e  Ausnahm«'  bildet  ^  75.  13.  wo  sich  dar  en  an  zeigt. 

ij  43.  7a\  licmprkpn  ist  noch,  dass  die  Kompositn 
Cliquera.  aii(|ii«MM.  <•  ii  (|  u  f  r  a  s  .  aniineîHs.  eiifpifr, 
au  quer  als  Anlaut  meibi  e-  zeigen  uud  »taU  dieibilbi^  amd, 

6. 

§  44.  Die  Formen  eyro  und  eyros  sind  nur  in  Po, 
P.  P.,  und  in  wenigen  Fällen  in  8.  E.  zu  belegen,  begegnen 
jedoch  in  keinem  dieser  Texte  ansscliiiesslicb. 

Zusammensetzungen  werden  mit  diesen  ehiláchen  Formen 
nicht  gebildet,  an  deren  Stelle  treten  encaro,  encaros 
en  car. 

Isertoh  bezeirbuft  (  yi  n  nnt]  cyrns  pp*.  8  als  „cha- 
rakteristisch für  Po.  und  P.P:\  und  da  beide  Texte 
im  "Reeriun  des  XVI.  .TaliiliundcMs  in  dov  Daupliin«'*  (ct. 
ist  rloli  pi^-.  1)  niedergt'x  liiiebtiU  sind,  kunueu  wir  in  den 
beiileu  líihluugeu  zugleich  ein  Cbarakteristikum  der  Mundart 
von  Kmbrun,*)  wie  dieselbe  zur  Zeit  der  EntstehnuL^  der 
beiden  Mysterien  gesprochen  wurde,  erblicken.  Azaïs  Wtb. 
giebt  II,  9  an,  dass  eiro  in  dem  hentigen  Dialekt  der 
Provence  Verwendung  findet. 

§  46.  Iserloh  pg.  8  sagt:  ^Von  háe  kora  findet  sieb 
bei  Ao  [—  $.  Ant-l  hh  ist  hem  i  -  (  —  jetzt)  oder  mit  -o; 
Ii  euro;  ebenso  bei  E  |=  S.  E.J  und  Ae.  [=  $•  A«.]"  Die 
Belegstelleu  sind  bereits  ^  1."  angeführt. 

Tnerwälint  lässt  iserloh  die  Bildung  eure  S.  Ant.  10f>. 
Kr  iibergelit  ferner  das  in  ccn.  140  Stelleu  auftretende  ar, 
sowie  das  cca.  U>  niaî  zu  Ix  h'iicnde  or  in  S.  Ant.,  weiter 
auch  das  ar,  w^lrlics  in  S.  E.  ungetalir  25  mal  erscheint, 
uud  ebenso  aro  in  S.  E.  lerner  das  in  ;{»>  1^'ällen  g-eschriebene 
or  in  S.  Ae.  Hieruach  werden  wir  das  ,.uicisf  in  Iserlohns 
Dissertation  in  ein  richtigeres  „nebenher^  verwandeln 
müssen.  In  sonstigen  Texten  sind  heuro,  henras  und 
eure  nicht  zu  belegen.   Auch  AzaTt  Wtb.  kennt  sie  nicht 


Vgl.  Iserloh  pg.  68. 


Digitized  by  Google 


—  37 


IV. 

§  4«ì.  I  n t ersuchen  wir  nun  weiter  die  Berechtigung 
ihr  Foiiiien  iuit  auslautendem  -s:  aoi  as,  aliora  s,  adoras, 
azoras.  aras,  eras:  ancaras,  enqueras. 

Diez,  Gr.  II.  456  sagt:  „Es  lässt  sich  fast  anf  dem 
ganzen  [romanischen]  Gei)iete  die  Neigung  wahrnelimen,  den 
Paitikehi,  überlieferten  sowohl  wie  ueugeschaffenen ,  ein 
formelles  Eennzeiehen  beiznfDgeti.  Im  Westen  zeigen  nicht 
wenige  jener  Wörter  paragogisches  -s.^ 

Ra808  sowohl  wie  Lays  scbreiben  in  ihren  Hegeln  Formen 
mit  nnd  ohne  -s.  z.  B.  Raabs  82,  6.  „Lm  paranlas  del  anerhi 
po  bom  dire  longas  e  hreus,  aegon  an  meslier**,  und 
in  der  §  17  angeführten  Stelle  „aras  o  ar  i.  modo." 
Aehnlich  die  Leys  III  408  „ara  oz  aras",  ebenso  III  410. 

Aus  der  §  13  gegebenen  Zusammenstellung  ist  ersiclit- 
lich,  dnss  dieses  -8  in  einfachen  und  zusammengesetzten 
Formen  auftritt;  von  den  einfachen  Formen  fehlt  aras  in 
DS^ŶIéSineîabcbe,  er. s  in  ®  S  ®  3  t  3m 
aras  eiiitÌH-ls  oiìer  in  KoiJ!tt<'>ition  fehlt  ferner  P.  W., 
E.  8.  J.,  Ev.loh.,  S.  A,  Ev.  Nie,  Art.,  Auzeis.  er  a  s  einfach 
oder  in  Komposition  nicht  zu  belegen  in  Jaufre.  Flamenca, 
Breviari,  P.  W.,  E.  s.  J.,  Ev.  Joh.,  S.  A.,  Leys,  ioyas,  S.  H. 
Ant.,  S.  B.,  D.  T ,  Bi.  d.  Com.,  D.  B.,  Dam.,  R.  A.,  Fr.,  Alb. 
§  47.    Für  das  AltfranzOsische  zeigt  Zeit  lin  (Zs.  f. 

.  roman.  Fhilol.  VII,  I),  dass  ores  neben  ore  und  or  bereits 
in  den  ältesten  fì^anzosischen  Sprachdenkmälern  zn  finden 
Ut  und  mit  den  s -losen  Formen  promiscue  gebrauclit  wird. 

In  der  provenzalischen  Sprache  verhält  es  sich  anders. 
Die  ältesten  Denkmäler  zeigen  dieses  -s  niuli  nicht  (cf. 
^  \"\).    Erst  im  Laufe  des  iri.  .Tahrhunderts  tivtrii  Formen 
1  iî   scliliessendem  -s  auf   nnd  lirechen  sich  gjinz  allmählich 
Hl  Im.  was  wir  an  der  Hand  iNi  Texte  und  Liederhand- 

!  I  ritten  verfolgen  können.   Die  alleren  Handscliriften  zeigen 

nur  eine  i:erin?e  Anzahl  von  Belegslelleu  für  solche  mit  -s 
schliessende  Bildungen ,  w  älireiid  die  jüngeren  Samuiluiigeu 

'  die  aras,  eras  etc.  häutiger  bieten,  stets  jedoch  finden  sich 
die  auf  -s  ausgehenden  Formen  in  der  Minderzaid  den  s-losen 
gegenflbo*.  Das  Schwanken  im  Gebranch  geht  deutlich  ans 
den  ans  Raaoa  und  Laya  angeführten  Zeilen  hervor.  Die 
Zeit,  in  welcher  sich  die  Bildungen  auf  -s  am  zahlreichsten 
geschfieben  finden,  ist  das  Ende  des  14.  und  die  erste  Hälfte 

I 
I 


Digitized  by  Google 


—   38  — 


des  16.  Jahrhunderts.  Die  Anzahl  der  Bdegstellen  BÍnnit 
von  da  an  gerade  so  ab,  wie  aie  sich  im  13.  nnd  14.  s.  ver- 
mehrt hatte.  Es  lässt  sich  feiner  beobachten,  dass  an  e aras 
nnd  enqneras  hänflger  gebraucht  werden  gegenüber  a  n  c  ara 
nnd  enquera,  als  die  entsprechenden  eiiifochen  Formen, 
und  damit  hängt  zusammen,  dass  ancaras,  enqueras 
neben  ancara,  enquera  sieb  nocb  in  Texten  ánden, 
web'he  aras  und  eras  nicht  mehr  bieten. 

§  48.  in  der  nenprovenaaliscben  Schriftsprache  werden 
Bildungen  wie  aros,  en  car  o  s  und  ähnliche  nicht  mehr 
angowciidf  t  ,  doch  sind  sie  dialektisch  noch  im  Gebraacii 
(ci.  Azaïs  Wtb.  1  115,  II  44). 

§  49.   Stellen  wir  nebeneinniider: 

P.  d.  M.  Ëras  es  m  rt/  Peírol  33, 10.  Tetz  fo  ab 
leis  et  ancaras  i  es.  G.  R.  14,  1.  Ane  no  aigoi  nulh  temps 
de  far  chansso  Mell«>r  rnzo  (^if  prns  ai.  14,48.  Mas  er  a  s 
a  . . .  35,  10;  11.  K  ras  ai  de  mal  ...  ^ìO,  r^S.  Qu'  er  as 
ai...  81,  246  Bes  aras  en  est  mon.  84,  761.  Aras 
auiatz  ...  84,  859.  Aras  en  uelh  portar  ...  6.  d  B.  S.  I. 
8.  9.     Ancaras  i  aura  ris    44,  12.    Mns  er  a  s  an  tal 

trevallia  que   T.  d.  P.    Mas  encaras  el  vocatiu  , . . 

80  würde  beim  Ausíall  des  -s  ein  Hiatus  entstehen. 

Nun  beweist  aber  Pleines'*'):  «Eine  prinzipielle  Ver- 
meidung des  Hiats  lässt  sich  im  Provenzaliïicheu  nicht 
konstatieren.  Es  zeigt  sich  jedoch  der  Hiat  bei  auslauten- 
dem a,  e  und  i  im  B^thiusfragment,  dem  Ulteaten  Denkmal 
der  provenzalischen  Poesie  ungleich  häufiger  als  bei  den 
Dichtem  der  Bltltezeit.  Mit  dem  Verfall  der  provenzalischen 
Poesie  zeigt  sich  nicht  mehr  das  Bestreben,  den  Hiat  zn 
vermeiden.** 

Solche  Stellen,  in  denen  durch  Weglassen  des  hiatns- 

tilgenden  -s  unseies  Adverbinms  das  ZttsammentreíFen  eines 
auslautenden  mit  anlautendem  Vokal  entstehen  würde,  sind 
nicht  zahJreicIi,  zudem  treten  sie  meist  in  den  Werken 

derjenigen  Dichter  auf,  welche  lebten,  als  der  Verfall  der 
Poesie  bereits  l)egoiiiiPii  hatte  (ct.  G.  R.).  Su  sprechen  diese 
diese  Belege  also  nicht  dafüi-,  dass  die  Formen  aras 
eras  u.  s.  w.  in  der  ailproveuzaUsclicii  bchiituprache 
existiert  haben. 


*)  A.  Ploinos  :  Kiiit  und  KHsion  im  Provenzalischen.  M^arbail^ 
ItítíO.   ^Auítg.  u.  Abb.  10.   Vgl  diusa  Üitfs  kieapr.  im  LitHiraturU.) 


Digitized  by  Google 


—   3^  — 

§  50.  Weiterhin  begegnen  wir  einer  Anzahl  von  Zeilen, 
in  denen  sieh  eine  mit  -8  aeblieaseiide  Form  des  vorliegen- 
den Ádverbiiims  vor  einem  mit  s*  anlautenden  Wort  zeigt 
2.  B.  6.  F.  7,  97.  Qn'eras  Bon  Lombart  vengnt  tro  a  Barleta. 
V,  42.  Aras  sVscìarzis.  P.  V.  26,23.  Ni  qa'aras  serai 
benanans  Peirol  2,  5  und  12,  65.  Mas  aras  sai  . .  .  15,  7. 
Aras  s'esfortz  totz  mos  afars  coui^'atz  ...  J.  B.  4, 12.  Qu  er  a  s 
sai  . . .  B.  d.  B.  S.  I.  30,  19.  Aras  sai  ieu  . . .  A.  D.  17,  7. 
C'a  ras  sai.  G.  R.  84,  61.  Aras  sul.îilÎMr  .  .  .  Chr.  105,  24. 
Ancaras  s^in-p  ^on  aiisbrrr.  B.  d.  V.  70,  5.  Mas  aras 
sent  ...  70,  Kras  sai  uud  Aras  soi  tant  joios.  70,  22. 
Aras  sai  be  qm  .  .  . 

In  diesen  Stellm  lasM  sich  das  -s  einfach  durch  EÜn- 
fluss  des  folg-eiidcii  s-  ci-kliiion. 

§  51.  Iii  <ler  weit  uln-i  wieg^enden  Mclir/abl  sämtliclier 
Beleihst t'lh'ü  stebt  aras,  xiwie  die  übii{.;>Mi  Bildungen  mit 
auslautt-ndem  -s  vor  konsoiiaiitisrb  aiilantciHb'U  Worten. 

Wir  haben  aber  noch  zwei  Kiitti  iiii ,  welche  uns  in 
den  Stand  setzen,  ein  sicheres  endgültiges  Urteil  in  betreif 
der  Berechtigung  der  Bildungen  mit  -s  In  der  altprovenzali- 
sehen  Scbriftsprftche  zu  fällen,  nftmlfch  Inklination  und  Reim. 

1)  Mit  ganz  geringen  Ausnahmen  wird  ein  dem  Adverb 
folgendes  Pronomen  an  dasselbe  angelehnt. 

2)  Im  Reim  finden  sich  nur  ara  und  aiK  ara,  eucara, 
niemals  jedoch  aras  oder  ancaras.  encaras.  ' 

Die  folgenden  Beisi)ieh%  deren  Zahl  sich  noch  bedeutend 
vermehren  liesse,  bewejsen  die  beiden  aufgestellten  Be- 
hauptungen: 

§  52.      1)  Adverb  Pronomen.*) 

a)  adv.  +  art 

B.  Z.  Sen  mi  restaura  era'l  dan. 

b)  adv.  -f  me.    a)  me  acc. 

Chr.  139,  29.  Mais  non  ai  oi^an  Qu*era*m  mou  ba* 
ralha  .... 

P.  V.  ],  26.  Quora  quelh  fos  greu  Ara'm  te  per  sen 
La  genser  sotz  den  K  del  melhor  sen.  24, 14.  Et  eu  coitot» 
mis  men  tal  latz.  Don  era'm  tenh  per  en^:auatz.  26«  5. 
Mas  era  in  sui  mes  en  assai  ....  VIII,  5.  Qu'ara; m  fai 
chantar  aitan  be  .... 


*)  cf.  HengwlMch,  Anng.  u.  Abb. 


Digitized  by  Google 


—   40  — 


B.Z.  6,41.  Per  qn'era-m  guida  alegriers  

P.  d.  C.  3, 1.  Goraa  qaem  tengues  Janssen  Amors,  era^n 
ÙÂ  laiig^iiir.   17,6.  Qn*era'm  vol  sai  amors  aacire. 
G.  d.  C.  4,  14.  Mas  er  a 'm  fai  chantar  .... 
P.  R.  7, 14.  Ara 'm  podetz  ausir  mentir. 

G.  d.  P.  7,13.  No  sai,  qa'ara^m  sni  endormits  Ni 
qu'ara* m  vuelh  s'om  no  mo  dite. 

B.G.  9,7.  Ara 'm  destreing  amors.  450,2.  Ara*m 
nafron  li  sospir. 

Appel.  63,  Ö,  12.  Mas  er  a*  m  tom'  en  banzia  tot 
qnaii  dîtz. 

Hs.  £l.  B.  g.  213,  l.  Era*m  ten  iaussent  e  loi  . . , . 
B.  6.  239,      Era  m  trai  uas  mon  segnor  ades  .... 
Leys.  1.  112  2s\  Kt  a  m  lo  fllli  tieu   Ar  a' m  defen. 

Peirol.  M.  W.  II.  4,  3.  £ra*m  ten  janzen  e  gai  Per 

qu^ien  chant  a  mon  plazer. 

A.D.  7,49  ....  qu'enquera  m  sent  de  la  flama 

D'amor  quim  manda. 

F.  d.  L.   \iM  a  ra'ni  mou  dreg  8Ìml»eIh. 

Guîraut  de  Borneîf  (Revue  1sh4.  Í,  210).  1.41.  Qu'eia'm 
toil  de  mal  e  d'engan    E  serai  ferms  amies  hum  il  s. 

Rayn.  III,  54U.  Kaimond  de  Toulousr«  fauch  M.W.  1,  134). 
Enquera  m  vai  r<  (  alivan    Lo  mais  d'amor,  qu'avi'  autan. 

Us.  S>.  32a.  B.  G.  liw,  17, 1.  Ara'm  te  sa  tr^chan 
lancha  Al  cor  de  quem  uol  aucire. 

ß)  me  =^  dat. 

CNr.  323,  27.  Ara'm  dizon  li  mal  dizen  .... 

M.  d.  M.  Ph.  15, 13.  So  dis  lo  manens:  era'm  di,  frairis. 

G.  P.  I,  5.  Ni  anc  mais  no  mi  plac  tam  Cnm  era*m 
platz  d'amor  sa  mantenensa. 

P.  V.  VJ,  10.  Rra,'m  diran  qieu  sui  hom  descrezens. 

P.  d.M.  5,25.  Dompna  de  valensa  —  S'era  m  faitz 
Tálensa,  Ja  mais  per  nulh  for  Non  issirai  for  De  Tostra 
bailla. 

P.  d.M.  B,  57.  Senher,  ara*  m  digate  chantan  Del 
gentil  enfan  d'Aragfo. 

A.  D.  14,  5.  Kra'm  vai  mieltz  d'amor  e  pieis  .... 

B.  G.  3,  1.  Ara  m  don  deus  que  repaire  Joys  ras  mi 
en  petit  d'ora.  3.  2.  Ara  ni  vai  miells  que  no  sol  . . . . 
167,  8.  Ara  m  di^atz.  Gaueelm  Fai<let,  .... 

B.  d.  B.  S.  I.  6,41.  Ara'm  digatz,  Catalan  eseamus. 


Digitized  by  GoogI 


-    41  - 

Breviarí.  1489  n.  2846.  Ara*m  diretz,  quaysso  es 
fais  ...  3528.  i>ii-an  alcu;  ara' m  digatz  Per  cal  raso 
la  deitatz  . . .  crezet  . . . 

Jaufre  17H.  15.  Ara'ui  digatz,  iian  per  ta  fe  .... 

Gui  von  Uiüel.  VII,  1  (in  M.W.  111.  pg.  4Dj.  Aia  m 
digals  Tostre  semblan  —  N'Èlias. 

Afipd.  396, 1.  Mas  ara'n  creya  a  bando  De  la  bon 
plus  m  aap  bo.  404, 13.  Mas  ara*m  son  tan  Ii  desslr  cie- 
XQt  Que  re  no  sai  cum  sion  soalenj^ot 

Hb.  fb*  48a.  B.  tt.  460,4,4.  Era*m  don  cor  que  ÜI 
a  lo  meu  conques. 

B.  Z*  12, 17.  Fer  qu'ara'm  tenc  azenueg  mon  cbantar. 

e)  ady.  -f  nos.    a)  nos  =  proa.  per  s.  i  plar.  nom. 

P.  d.  L  Bom.  179.  Ara*tt8  pariem  delà  descansHz 
Albergniers  co  son  roalvados  gens. 

/?)  nos  =  pron.  per  s.  1.  pliir.  olti. 

Peirol.  M.  W  TT.  7.  8.  Ar  an  s  don  Dieu  bona  vi'  e  bon 
ven,   £  bona  uau  e  hoá  governadors. 

d)  adr.  4"  i^e. 

A.  D.  9.  86.  Era  t  para  Ohans  e  condutz  —  Formir 
al  rei  que  t'er  escoills. 

e)  adv.     TOS,    a)  vos  =  pron.  pers.  9.  plnr.  acc. 

Baimbant  de  Vaqneiras  (M.  W.  L  364).  IV,  87.  Mas 
enqnera'ns  preiarai  Que  Yoülatz  qn'en  vos  essai. 

ß)  vos  =  dat. 

Rasos.  75,43.  Ara  II  s  donarai  semblantz  (hls  v<>- 
catiuus.  76.3.  Ara  us  (l«»iiarai  semblantz  del  nom.  plur. 
76,10.  Ara  118  donarai  semblantz  del  uoc.  plur.  70,23. 
Ara" us  parlarai  de  las  femininas.  Ferner  79,  16.  82,  3. 
81,  9B. 

Janfirti  185,8.  Ara 'as  anoill  de  Janfre  contar.  351, 
24.  Ara*  as  die  per  encantament  Vos  avem  perdat  verameot 

B.  tf.  B.  8.  1.  10,  12.  Qu'ara* 08  es  vengutz  melhs 

de  be  .... 

T.  d.  P.  299.  Encara'us  yaoill  iea  mostrar  Con  dis 

en  celui  eis  chantar.  363.  Mas  encara'us  voll  donar 
Seniblansa  dpî  Âen  vannr.  476,  Auzit  avez  del  m&sculiu 
Ara*  us  dirai  del  ieminiu. 

f)  adv.  +  1  pron.  pers.  3.    a)  nom. 

P.  R.  8,  36.  Ara*l  vcii  en  cor  que  m^azir  .... 


Digitized  by  Google 


4â  - 

ß)  -1  ^  prou,  per  s.      cas.  ubl. 

laufre.  ls3.  19.  Kt  ava  l  veig  qiiVs  tnt  perfliît. 

A.  D.  17.  4U.  Non  tara  jes,  qu'a  r  a  •  1  ï>eu  ea  la  testa  . . . 

lis.  £l.  237.  5.  Ara-l'fan  baxar. 

Hs.      50  b.  B.  G.  1'j4,  19,5.  Can  e  r  a  *  1  diy  uertadiers . . . 

g)  adv.  ]  en  «»<ler  -^-  ne. 

P.  V.  32,  41.  Ma»  era'u  mi  d'amor  e  de  joi  blos. 
P.  R.  7,26.  Mas  ara'ii  pianb,  plor  e  sospir. 
Jaufre.  178, 19.  Et  ara  u  i  pueso  plus  estar. 

§  53,  2)  Formen  im  Reim.  (cf.  aodi  die  in  g  34 
gegebenen  Beispiele.) 

FlameBca.  1685.  áîsob  covene  si  estaz  tan   A  Tantia 

ves  corn  fezes  ara  Ades\ns  los  bains  si  regara  Pervezer 
si  lioms  n'issiria.  2137.  Na  For,  fai  s'el  beir  est  defor, 
lien  cug  dedins  est  pur'  e  clara;  Phiguess*  a  Dieus  qu^iea 
I.ii  fVrs  ara  Si  (|u"Kns  Arciiim  l)autz  no  la* m  'vis.  ... 
iVJói).  int  banc  'M  l'N  p<T  tan  e.sperdnt  Nos  tenc  per  reii 
con  el  tai  ara.  Sun  levés  sus  oilz  iii  sa  cai*a  Fer  so  que 
sai  ni  lai  gardes. 

Leys.  1.  \)fr.  104,  1'^  ([iiar  al  i»yit  Frcoi  soy  ara 
Caseus  la  cara  Tanto.st  me  vira.  1.  250,  14.  Vos  dit-n? 
clartatz  clara  Los  iiu»ns  o-^rdatz  ara  De  mal  yrisso. 
1.  3iiii.  o5.  K  (j^uis  vol  parliïuens  encara    Diverses  lengat^es 

aiapiira. 

ioyas.  p<r.  122.  2.  l^uar.  en  après,  tot  icrmaiiicns  .speri 
A'oldi-etz  .saber  <(iii's  bus  ni  liais  ara  Ny  qui  ii.s  lia  fayt 
il'ays'  intras  bon  anipar«i.  17^*.  16.  Tenir  d'antiu  es  ciiusa 
tort  amara!  Dieus  los  graus  mais  per  lus  peccatz  tramet; 
liossas  mortels,  pleiirezes  nos  permet.  Sans  que  degun  nos 
corregis  encara. 

T.  d.  P.  326.  Paraolas  i  ha  encara  Ai  con  hom  piîms 
esgara  ...  599.  K  en  Rembaiitz  fafllic  eneara  Eu  sa 
chanson,  e  qni  Tesiirara  . . . 

54.  Hätten  die  Kurnien  aras  (eras)  innl  a  ii  c  ar as 
(enqueras)  in  fier  altprovenzaliscbcii  Solirittsprache  Be- 
recbiiiruug  gebaltt,  s»  würden  sie  sicher  auch  im  Keim  auf- 
zniindeu  sein;  das  Fehlen  der  Formen  mit  auslautendem  *8 
im  Keim  spricht  also  deutlich  gegen  sie.  aras  (eras)  und 
auca ras  (enqueras)  sind  somit  als  jflngere 
ii^chreibungen  anzusehen. 


Digitized  by  Google 


48  — 

§  56.  ist  4liO  das  -s  in  Aras  und  ancaras  für  die 
■ItpiiyvenMlische  Sehriftipmclie  nicht  znlässigf,  so  fk-agt 
es  deb,  ob  dasselbe  -t  wenigstens  in  anderen  Adverbien, 
welche  hier  nnd  da  in  den  Texten  mit  einem  »eichen  »s  be- 
haftet eindt  snläasig  Ist;  nnd  ob  das  sieh  vielleicht  von 
dieeen  Wüiten  aas  auf  ara  übertragen  hat. 

§  66.   Zunächst  treten  uns  da  die  Adverbien  entgegen, 
welche  mittels  tat.  woMto  gebildet  sind.   Für  dieses  -luente 
linden  wir  in  den  altprovenzäisehen  Handschriften  die  Formen 
«MRi,  -men,  -mens,  -menz,  «meniz. 

g  67.  Sehen  wir  die  bisher  veröffentlichten  kritischen 
Texte  dur  ^T,  so  ergiebt  sich: 

B.  d.  B.  S.  T.  -me  11  33,  22.  42.  4;  33.  G.  d.  C.  -men  1, 
1;  15.  7,5.  G.  F.  -men  1,6:  28;  38:  52:  57:  58.  2.31; 
33;  36.  5.4:  25;  28;  33.  6.13:  17:  Is;  1<<  lM  :  :ì9.  11,5. 
V  86.  J.  R.  -m  e  n  TTT.  24.  V,  40.  M.  d.  M.  Ph.  -m  e  n  Í  6.  43, 
50,  67.  II  14.  III,  10.  19.  28.  TV  33.  52.  V  22.  32.  X  104. 
XIII,  9,  52.  XVITI,  25.  P.  d.  C.  -men  1,  5:  11  :  20;  Hl  :  53. 
S,  7;  20:  28,44.  4,H:  13:  6.10.  9.12:  in.  10.4;  8;  16. 
19.12;  14;  52.  13.  lü.  17.  18.  19.  21.  22.  P.  R.  -men 
3.4:^.  P.  Y.  -raenl.  3.  21.  25.  38.  40.  44.  A.  D.  -men 
5, 16.  7,  30;  63.  11, 12.  -ment  4,  31. .  Blacassetz*)  -men 
3,5.  5,8.  11, 18;  33.  -ment  2,  11.  F.d.L.  -men  s,  18. 
«ment. Ron.  350.  &Z.  -mena.  7.  8.  12.  14.  -menz 
11,  21.  13,  2;  6;  8;  10;  14;  28;  40;  42.  16,  15;  26,44. 
G.  d.  P.  -men  2,  14.  -mens  10,  10;  22:  36:  40.  -men  findet 
si»  h  also  in  allen  Texten  I  i  i  n  -ment  I  i  A  D  F.d.  L  und 
Blacassetz  -mens  bei  G.  d.  P.  und  -m  e  n  z  bei  B.  Z. 

Es  ist  mitbin  die  Fra*(e  zu  beantworten,  welche  diest-r 
Bildungen  sich  für  die  altproveiizalisuhe  »Schrittspracbe  er- 
Wüisen  lassen. 

g  58.  Donatz  38.  26  lehrt:  ..Mas  saber  d.  iielz  que  tut 
Ii  adverbe  que  finissen  in  t  ii  .  \u>d^n  tenir  in  en/.,  .si  besoi^ua, 
qu'eu  pos  dir  mala  men  u  ui a  J  a  in  t- uz. 

Rasos  82,6  lautet:  „Las  i>araulas  del  auerbi  po  boni 
dii'e  longas  o  breus,  segon  qe  an  mestier.  aisi  com  ditz  hom 
largamen  o  largamenz,  autramen  o  antramenz.^ 

L«yt  III,  410  erklären:  „[Ädverbis]  qualitatiras  coma 
belamens,  sanamens,  fignrämens,  seguramens.**  412  :  deuetz 
saber  qne  aytal  adyerbi  tennenat  en  en  de  qualqne  signifi- 


*)  Der  TroubadüDr  Blacaanetz  im  Programm  der  KealMchulo  xu 
WiMbadoD.  Wiesbaden  1887. 


Digitized  by  Goí^i^ 


—  44  — 

eati^siaii,  podûn  tenwaar  €A  a,  coma  belamen  obolaaieiia, 

segiirainen  o  seguramens,  et  en  t  alcunatz  vetz,  coma  fort- 
in en  t''.  und  410:  ..  JnratÌTaa  coma  oertas»  veramen  o  verigr- 
meu,  amb  a  o  ses  s."* 

In  dem  Traktat  des  Jofre  de  Toxa*)  findet  sich  die 
Stelle:  ..E  sapies  que  l'adv^rbi  no  ha  cas,  perqin'  t'pnex 
cascus  en  una  manpyra  snhiiueut  .  enayxi  com  hom  diu  be 
faytz  0  mal,  car  no  porien  dir  bes  faitz.  n  mais  ho  taytz,  o 
en  aixi  com  bom  ditz:  <.'avahatz,  tôst.  auzat.  fort,  que  ya 
niay  nos  raudo  d  autra  guisa.  >ani)ero  nu  eutenes  en  aquesta 
regia  los  adverbis  qui  fenexen  en  -m  e  n ,  car  aquell  s'alongon 
0  s'abreuyon  a  la  volentat  del  toobador,  aixi  com  gayamaiii> 
covinentraeat,  o  «abiament,  qae  potadira  gayaaantx  e 
coYinentmentz,  perqne  poaaraa  aixi  tots  loB  altres  semidaiita 
a  aquestz.** 

Hayn.  I»  LXXXV  aa^:  „La  première  dÌTÌsioB  concerne 
les  adverbes  tenuinés  en  "ment,  désineiice  qi'on  écrivaîl 

assez  nrintmireinent  aussi  -ttiîmi.  mens  on  nentz." 

Diez  Gr.,  M.  Gr.  und  Gröber  fir.  sprechen  Aber  das  Yer^ 

hältnis  (1er  verschiedenen  Bildungen  zu  einaaider  oder  anr 
altprovenzalisdien  Litteraturspraehe  nii^^eads, 

§  69.  Sehen  vir  nns  nun  die  einzelnen  DenkmAler  an, 
beginnend  mit  den  ältesten  überlieferten  Texten: 

I)as  EvanflOiiimi  Johannis  des  ll.  Jahrhunderts  bietet 
ansschliesslich  -ment:  (Chr.  9  tf.)  Cap.  XIII,  Vs.  9;  16;  20j 
28.   XIV,  9;  12;  16.  XV  4.    WT  20;  23  ;  26;  29.  XTH,  8. 

Ebenfalls  nur  -ment  im  Boethius,  im  Versinnern  sowobl 
wie  im  Keim:  ZI.  9,  110,  129,  148,  150,  153,  194. 

Was  die  drei  grösseren  Handschriften  des  G.  d.  Ross 
aiilM'tiitit.  so  ist  in  0.  -ment  allein  zu  belpi-'Mn,  in  L.  tritt 
danebtii  -nie  11  auf,  das  in  P.  vorzugsweise  Verwendung  findet. 
Vergl.  Tiraden  16,  31,  64,  123,  131,  186,  219,  291,  301,371, 
412,  480,  496,  527,  570.  572  u.  s.  f.  Tirade  534  zeigt  P. 
auffälliger  Weise  die  ßeirasilbe  -an,  und  damit  die  Adverbien 
issa^man  und  mala-man  gegentlber  issa-ment  nnd  mala- 
ment  in  0.  nnd  L 

Die  Sermons  (Ch.  und  A.)  haben  im  ältesten  Teil  immer 
•ment:  Ch.  A 123.  lU,  17.  IV,  5;  8.  VI,  6.  vm,  24.  IX, 
2a.  XII,  29.  XIV,  26.  Im  zweiten  Abschnitt  begegnen  wir 
den  Formen  -ment  B  IX,  16  nnd  -men  B  VIII,  16.  Im 


*)  Bomasia  IX,  pg.  66,  ZI.  12. 


Digitized  by  Google 


—   4»  — 

jtfniirsten  Drittel  finden  wir  auäscliliesslicli  -oieu:  Ch.  C.  IV 
9i  13.    V,  n.   VI,  8;  34. 

Das  E.  8. 1.  bietet  nur  -m.  it:  I  41;  47:  48.51.  UJ 
5.  V  18;  19;  24.    VI  20;  32.    Vii  26;  40.   VUI  34;  61.  X 
1  ;  7.   XI,  52  u.  s.  w. 

Die  Stellen  im  Ev.  Job.  zeigen  ohne  Unterschied  gleich- 
falls -ni  e  n  t. 

Tni  Fltmtnca  ist  die  vorliensclieiule  Sclireibung  -laeii 
27G,  360,  854,  1555,  1775.  2254.  22Sl.  2841,  3254.  3885.  6447, 
ilaneben  -ment  428,  2081,  5924,  6534,  6586.  Wenige  blelleu 
«eigen  -mens  2663,  2664,  5056  oder  -menz  1117. 

Jaufre  bringt  -ment  170.  lo.  174,  22.  192.  7;  29. 
351,25.  354,31;32.  355,21;26.  -m e n tz  174,  18.  191,8. 
193,24.  194,  2.  348,16.  354,  27.  -men  189,13.  359,22. 
866,  15. 

Im  Breviari  zu  belegen  -men  11,  43,  127,  264,  415, 
537,  647,  1019,  1286,  1443,  1594,  1825,  1928,  2592,  3126, 
4054,  7771,  9309  n.  a.  m.  -mens  576,  659,  706,  1963,  1507, 
1678,  3246,  4068,  4100  -ment  556. 

P.  W.  eehreiben  -men  404,  526,  559,  733,  880,  1058, 
9493,  9515,  2550,  9995.  -mens  681,  935,  9846,  9905, 
9906. 

Der  Sehreiher  des  Ev.  Nie.  wendet  an:  -men  4,  28,  33, 
66,  176,  293,  361,  391,  803,  1047,  1980,  1437,  1601,  1938, 
9137,  9914,  9559  it.  9.  f.  -ment  1451,  1799.  -mens  161, 
678,  909,  1930,  1987,  1496,  1473.  1971,  9609. 

Die  Leye  bieten  -men,  -ment,  -mens  in  bnntem 
Durcheinander,  nnd  lassen  sich  Belege  fftr  die  einzelnen 
BSdnngen  anf  jeder  Seite  finden. 

JiyaiJieigen -ment  38w  60.  77.  106.  902,  2  ;  7.  909,  2. 
916^  11.  917,  9.  918,  8;  96;  28.  936,  9.  936,  7.  237.  238, 
3;  9.  -men  84*  III.  221,4:  7.  230,10.  281,8.  240,11. 
-mens  70.  84. 

S.  H.  eadUch  Wetet  -ment  nnd  «mentz.  Die  Beleg- 
stellen sind  zusammen  angefihft  von  Klein  (in:  „Die  Beime 
der  Vida  8t.  Honorât  von  Bajrmon  Feraut*^  Mirbmig  1887) 
unter  en(t)  nnd  en(t)z. 

§  60.  Die  LMertianMhrtflen  ebenso  eingehend  zn 
behandeÌB,  wtrde  zn  weit  Ähren,  nnd  ich  werde  daher  in 
einer  knrzen  Uebersicht  zosammenstellen,  welehe  Bildungen 
n  den  einzelnen  Sammlnngen  vertreten  sind: 


Digitized  by  Goooli 


46  - 

-mpTì 

-mens 

-iHi'ns 

-iiicn 

-iiifcnb 

-lllííU 

-inei! 

-rnenü 

-men 

•men 

-mens 

-raen 

-ment 

-mens 

1* 

-men 

-men 

'Dien 

•mens 

-men 

«mens 

-m  en 

% 

-iiien 

-meiit 

-mens 

£1. 

-men 

-ment 

-inen 

-menâ 

-men 

-meut 

-men 

-ment 

». 

-men 

-ment 

-mens 

-meuz 


-menz 
-menz 


-mentz 


-menz 
-menz 


-menz 


>menti 


g  61.  Wip  wir  berí»its  bei  der  Behaiuilmicr  des  A«!- 
verhimn^  <\''V  (iegenwart  sflien  hitixMi.  die  ^chreibniio: 
im  Vers-liiiiri  ii  pinf*  dur»  liau>  un>i»  liert'  und  schwankende. 
Wie  doit  der  Ur'wn  «-iiio  dor  f ntscheidfiideii  Kriterien  war, 
so  8Ìnd  wir  hier  aiU"  ihn  allein  angewiesen. 

li^.  ^\';)^  :^nnä<list  «Ii»'  Selireil)nn<ren  -mens,  -menz, 
-mentz  anlMti  itit.  (Mtreben  die  Keiuif.  (inss-  s.  z  nnd  tz 
s-ìpicldautend .  mithin  n;ir  'jnipln'scli  vei  scliit-h  ii  sind.  Wir 
ki^nnen  also  hei  der  Hi  .mtw  ni  tiiiiir  der  Frasre  nach  der  Be- 
reclitignii^  des  auslauundiii  -s  tinlaih  die  Gestaltungen 
-m  e  n  t .  -m  e  n  und  -m  eus  einander  gegenüber  stellen,  zumal, 
wie  steh  aos  der  Ut'bersirht  ergielit,  -mené  und  -menl« 
nur  in  geringer  Zahl  vertreten  sind. 

-ment  findet  sfcli  mh  Im  Reim:  Boathiit  9.  110,  199, 
148.  160.  153,  194.  8. 1  Rms.  In  den  §  69  angeflllirtea 
Tiraden.  Ftamancâ  4á8,  4505.  n93í4.  Jtiifrs  170, 10.  199, 
7;  9.  351,96.  354.39.  355.  91. 

Aas  dii^en  Keimen  iSsat  alch  aber  die  Ansapracfae  des 
t  nicht  erweisen.  Wie  sich  j^ioch  ans  der  §  59  gegebenen 
Zusammen  Stellung  erseti«  u  Vx»st,  wurde  in  den  iiitesten  Denk- 
mälern «ment  ausschliesslich  angewandt  und  dftrfoB  wir 


Digitized  by  GopgI( 


—  — 

m 

darum  schliesseu,  dass  -ment  ursprünglich  auch  gesprochen 
wurde.  Nach  und  nach  hat  jedoeb  das  t  sehien  Lantwerl 
▼ertoreii  «nd  behanpteto  sich  inur  noch  in  der  Sehrift 

§  63.  Die  natürliche  Folge  war»  dass  an  Stelle  des 
fiteren  -ment  ein  -men  tr&t,  mnäehst  in  der  gesprochenen 
Spnusbe  und  dann  auch  in  der  Schrift. 

Dieser  Voi^gang  tnns»  im  Anfang  des  1$.  Jb.  begonnen 
haben  (cf.  Sermons).  Im  Beginn  des  13.  Jh.  ist  die  neue 
Büdnng  i  ririts  d urch gedrangen ,  und  bleibt  während  der 
ganzen  Blütezeit  der  altprovenzaliscben  Dichtung  die  durch- 
aus in  der  Schreibung  vorherrschende. 

Dass  die  Form  -men  aber  nicht  nur  als  Schreibung, 
sondern  auch  in  der  Schriftspraclie  volle  Gültigkeit  hatte, 

bew(>isen  dio  vioîen  Stf^ll«»n.  in  dpiioTi  sich  Rildiuìíx  im 

iieini  gebunden  mit  Worten,  die  nie  aii<h'is  als  auf  »mi  .nis- 
^Hii^^ti).  wie  sen,  preu,  ten,  enquei^u,  cremen,  det'eu  belegen 
lasst.    z.  B. 

fi.  d.  C.  I.  1.  Lo  joni,  qeus  vi  donina,  pitniieia  m  e  n 
an  gleicher  Keinistelle  mit  22  K  membre  vos,  sius  plaz,  del 
hon  coven. 

P.  V.  1,  61.  Mes  ai  lonjamen  Mon  cor  e  mon  sen 
£  far  aon  taten.  3,  3ÍL  De  tot  lo  marrimen,  (^u^ai  agnt 
loigamen  an  gleicher  Reimstelle  mit  21.  Quar  don  me  volh 
ta'en, prell,  Qn'us  no  las  mi  defen.  38,  31.  Dens  sal  totz 
dnitaE,  qiiwit  amon  tina  men,  Mas  ja  no  sal  cel  qu^ad  enoi 
8*empren.  40,  33.  Pois  sa  beutat  quel  det  enteiramen  R, 
mit  37.  Tot  .so  m'ave,  car  s^imor  nom  consen. 

M.  d.  M.  Ph.  51.  Mas  estera  s'era  merces  nous  pren 
Ks  inet  eil  V(»s.  pois  snbetz  verameii  .  .  .  XIII,  49.  Sei^ner 
üieus,  qui  1)011  jx-iiig  ben  ven,  reimt  iiiiî  52.  (^ne  per  jìissnr 
nt>is  mtiu  leiuiioii.  X\'III,  2.5.  Et  oiuiojaiii  tnt  eissamen 
.^laizt»  (r.tme  trop  famolen,  E  mel  ses  ci  ha  s  t;  pimen  E 
liuiin  promet  e  nom  o  ten;  E  d'îtvul  h«ime  eissameu 
M'enueja,  quar  el  non  apren. 

P.  d.C.  I.  31.  No'n  portet  ren  mas  on  drap  sola  m  en. 
Dune  ben  es  folz,  rxnîl  ben  ve  el  mal  pren.  III,  7.  Cni  am 
Ae  cor  flnamen.  Non  sap  ges  ]o  mal  qu^eu  sen,  IV,  5.  Ë 
qui  per  ben  mal  pren  reimt  mit  8.  Saber  pot  veranien. 
XI.  41.  Bels  cors  certes,  per  vos  lais  veramen  Kîe  joi 
d^aûlors.  ('  de  vf>s  no  Taten. 

B.  Z.  3,52.  Tristan  n'Isent  plus  fort  m  en,  reimt  mit 
54.  Cum  ilh,  me  ab  dontz  parven.  3.  84.  C'aissi  com  hom 
longa  m  en  Non  pot  vinre       viarnUy  Uaire  on  vida  aou 


Digitized  by  Googl^ 


enteil.  Per  qn'ea  promis  so  qse  de  eots  eleu,  Qoer  ^iá 
promet  den  atendre  brenmen. 

P.  4,  M.  I,  60.  Mas  eondmeii  Um  tan  qa'ie«  enteo 
Qu'amar  mi  degr*  eissame  iL 

§  64.   Zu  einer  Zeit,  als  sich  die  Adverbia  auf  -mea 

bereits  vollständig  in  der  Litteratursprache  eingebürgert 
hatten,  etwa  im  letzten  Drittel  des  12.  Jabrh.,  stellte  sich 
das  paraofon-isclic -s  (-z)  ein.  Ist  mm  auch  -mens  (-meai, 
-meutz)  in  die  Öchrittsprache  aufgenommen  worden? 

g  66.  -mens  als  K(»imsilbp  heo-eirnet  niclit  prerade 
häufig  und  von  der  Zahl  der  Belei,^stellen  sind  zunächst^  wie 
bei  -nient  und  -men.  diejenigen  abzuziehen,  in  welchen 
-mens  adv.  mit  -mens  aUv.ieimt.  Ferner  diejeniiren.  in  denen 
-mens  adv.  mit  -mens  subst.  im  sßrl.  cas.  oll.  reimt,  da 
liier  otìenbar  das  -s  iiil&ch  ist,  und  weiter  die  i^'alie,  welche 
-mens  adv.  im  Keim  mit  -en s  bieten,  dessen  -s  etymo- 
logisch unbmchtigt  ist,  z.  B.  Ten  s  (8.  sgl.  praes,  von  Tenir)» 
nnd  diejenigen,  wäcbe  »mens  adT.  mit  -en  (d4s.eeii  as-w.) 
gereimt  zeigen.  Die  beiden  znletat  angefahrten  FlUlti  spreohea 
geradezu  dagegen,  dass  -s  in  der  Schriftspra^  bmeh- 
tigt  war. 

§  66.  Die  Fälle,  in  denen  «mens  im  Beim  gesichert 
ist,  sind  ausserordentlich  selten,   z.  B. 

C.  A.  82.  2.  -mens  R.  mit  argnmens  obl.  plnr.  Appel 
6,  3,  14 ;  38.  -mens  in  gleicher  Heimstelle  mit  mens <1  minus. 
Ebenso  $  26,  2. 

Eine  so  frenuirf'  Anzahl  von  Heleofstellen  bei  einer  so 
vielfach  irebrauchten  Kndung  e im  ä  c  b  t  i  t  uns  nicht, 
der  Fol  III  -mens  (resp.  -iiienz,  -mentz)  Kei'ecbti- 
guTi<r  in  der  altpro venzal.  Schriftsprache  zuzu- 
sprec  h  en. 

§  67.  Das  lateinische  Adverbium  si-vel  erscheint  in 
den  aitproveuzal.  Handmehr  il  len  bis  auf  einen  Fall  stets  ab 

sivals, 

zeigt  also  auch  das  paragogische  -s. 

Belegen  lässt  sich  diese  Partikel  P.  V..  B.  Z.,  6.  F..  A  D.. 
P.  d.  C.  Blacassetz.  Flamenca,  D.  T.,  Ms.  pr.  und  den 
X  ®  S  3  2)i  31  £1  iK  ^  a. 

Die  einzige  Ausnahme,  welche  ich  fand,  ist  Hs.  S.  B.S. 
364,  3,  7,  wo  sÌTal  geschrieben  ist 

§  68.  Die  Stellen  6.  F.  V,  99,  Flamenca  6961»  ll.a 
4.  961,  U  276, 1.  und  viele  andere,  in  welchen  sich  eben* 


Digitized  by  Google 


iiiiia  si  val. s  im  Keim  timltt,  beweisen  die  Gültigkeit 
der  F(nin  in  der  alt  pro  v.  Schriftsprache. 

Das  -s  lässt  sich  leicht  duixh  volksetymologischen  Ein- 
fluss  von  si  TU  eis  erklären. 

§  69.  sauet,  sent,  sm,  tez  sind  die  Schreibungen,  in 
denen  l&t.  sine  in  den  altprovenzalischen  Texten  bis  zum 
15.  Jahrhundert  auftritt»  z.  B.: 

senes:  Jaiifrt  181,  8.  355,  25.   Breviari  3,  88,  381, 

692.  1111,  1279,  1370,  1593,  1681,  1799,  1981,  2513  uiid 
viele  mehr,  Sermons  Ch.  A,  XIII.  Itì:  23:  24;  27.  XMl, 
13  B.  Z.  13.  34.  \K  3.  15.  35.  17,  47;  49.  G.  F.  L>.  31). 
ß.  d.  C.  4.  5.  -Ml  A.  D.  1»;.  44.  P.  R.  7,  21.  P.  d.  C.  38. 
6.  d.  P.  Ii.  Ev.  Nie.  74tí,  bUO,  1004.  l'/J].  IMn.').  1(Ì82, 
2710.  B.  d.  B.  S.  I:  8,  15.  12,  3.  43,  17,  Ail).  ö4t>,  2330, 
5000,  5491. 

s  en  h:  P.  W.  318,  431,  505,  5'.>2,  13h(i.  25111.  '26'.)].  ï^768. 

Breviari  444.  Jaufre  179,6.  181,24.  S.A.  802,  1427.  P.d.C. 
18,  7.   Blacattetz  5,  15  ;  2d.  B.  d.  B.  8. 1.  39,  32.  M.  2489. 

ses  oder  sez:  SÎMriHOilt  Ch.  G.  5,  3;  &  P.  W.  2077. 
Ev.  Hic*  152,  328,  740,  1474,  1682,  2648,  2718  und  viele 
andere.  BrtVÌarl  90,  179,  307,  337,  422,  666,  1112,  1269, 
1418,  1660  ...  B.  Z.  3,  85.  4,  72.  5,  26.  9,  23.  10,  113. 
18,  16;  30.  6.  F.  2,  3;  50.  6,  23.  10,  14.  G.  d.  C.  5,  59. 
6,39.  F.  d.  L.  2,  11:  13:  15:  53.  4.31.  Rom.  269.265.  A.D. 
4,  14;  18;  25.  13,  30.  15,  6.  P.  d.  C.  1,  IH.  2.  2.  4,  23. 
9,16.  23,34.  25,14.  G.  d.  P.  4,  32.  Blacassetz  3,  4.  11.2. 
B.  d.  B.  S.  I  4,  3.   8.8.   9,24.   21,31.    43,9.    Alfa.  2771  etc. 

§  70.  Naturgemass  fiîifîpt  sich  diese  Pnrtikol  nir^r^nds 
im  Keim,  ^^^u^h  ììegegnet  juu  li  iiir^n  iuls  eine  Form  olme 
-s.  Somit  imisst;ii  wir  auch  die  oben  ^jffTiaiiTiton  Biidungeu 
dar  Hlt|)n»vonzalischen  ScbriftsprHclie  ziu'ikenmii. 

Die  im  S.  Ant.  neben  s e  11  s  (1519,  1974  etc.)  aiünt  itn- 
den  sensa  (2354)  undsenso  (476,  1639,  1750,  1923,  'Ml, 
3415,  3481)  nnd  die  sensso,  senso  des  S.  Ae.  (81,  181, 
421,  428,  938,  1583,  2545,  2583)  sowie  sensa  resp.  senssa 
in  Ttrsin  (61,  30;  36)  nnd  Bl.  d.  Gsrn.  (958,  1838,  2244, 
2294)  eriilftren-  sich  am  besten  durch  Einfluss  des  Italienischen. 

§  71.  ÂQS  lateinisch,  in  -simul  wurde  imAltproven- 
zalischen  ein  Adverbium  gebildet,  welches  in  den  Hand- 
schriften die  Formen 

snstnips,  tsstmps,  ssstniSi  sstsns 

zeigt,  in  denen  also  m  ein  zu  erwartendes  easem  ein 
IMragogisches  «s  gefügt  ist» 

4 


Digitized  by  Google 


—   60  — 

Die  ältesten  Denkmäler  bieten  keine  Belegistdlrn  ;  (ImcIi 
BchoTi  diu  Sermons  schreiben  in  ihrem  ältesten  Teil  essems 
Ch.  A.  5,  4  und  ferner  B.  10,  7. 

Weiter  lassen  sich  die  anírofuìn  teii  Formen  belegen 
E.  8,  J.  IV.  36.  P.  W.  778,  2793.  Flamenca  5,  490,  Uü7,  3657, 
6332,  6012,  6699,  7713  ..  Jaufre  361,8.    Ev.  NiC.  73,  726, 

883,  J120,  1532,  1820,  ....  und  in  fast  allen  LMerhand- 
idiriflsii. 

g  72.  Ausstronlentlich  häufi^r  kommt  diese  Pintikel 
im  Reim  (auf  temps)  vor:  z.  B.  P.  W.  778.  :i7iJ3.  Flamenca 
6,  3657,  5332,  6713.  ßreviari  209,  327,  1025,  4024.  Ev.  MIC 
1120,  2374.  A.  D.  14,  9. 

Obige  Belege  im  \'erein  mit  dem  völligen  Fohlen  eines 
-s-losen  Beleges  stellen  sicher,  dass  die  Formen  mit 
paragogisoben  *8  nicht  als  falsche  Scbreibnng 
anzusehen  sind,  sondern  der  altproTensalÌschen 
Litteratnrsprache  angehörten« 

S  73.  Dagegen  ist  wieder  blosse  Schreibung  sempres 
(<  lat.  Semper)  Hs.  ö.  2,  2  M.  G.,  da  nur  3  oder  4  FâHe 
dieselbe  bieten,  während  sonst  stets  sempre  odersenpre 
auftritt. 

§  74.  Nachdem  wir  gesehen  haben,  dass  das  adverb- 
bildende -s  nur  in  si  vais,  s  en  es.  ses  und  essems  zu- 
lässig ist,  werden  wir  annehmen  dürfen,  dass  diese  auf  ara 
eingewirkt  .haben ,  falls  es  nicht  für  noch  wahrScheinlidiar 
gelten  mag,  dass  diejenigen  Adverbien»  denen  ein  anslanten- 
des  -s  nach  dem  Lateinischen  ;snkam,  wie  mais,  mas  (ans 
niagis),  nemps  (ans  nimis),  das  -s  in  aras  veranlasst 
haben  oder  endlich,  dass  dasselbe  zur  Vermeidang  .eines 
Hiatus  eingeschoben  wurde.  \  ielleicbt  haben  auch  sowohl 
s  i  V  a  1  s ,  s  e  n  e  s .  s  e  s ,  e  s  s  e  m  s ,  mais,  nemps  etc.  wie  das 
Bestreben,  den  Hiatus  aui'zabeben  das  Anfügen  eines  para- 
gogischen  bewirkt. 


Digitized  by  Googl 


—   61  — 


V. 

§  76.  Es  ist  nun  noch  m  entscheiden,  welche  Silben- 
zahl dem  Adverbinm  der  Gegenwart  zakommt  Die  Be- 
bandlnng  der  Partikel  in  Metmm  nnd  Reim  mnss  ansscblag- 
f^»«id  sein.  Es  können  natftrlicb  nur  diejenigen  Belegstellen 
Sn  Vcrsinnem Berdeksichtigung  finden,  welche  unser  Adverb 
Tor  konsonantisch  anlautendem  Wort  bieten. 

§  76.  Das  Metrum  verlangt  1.  ZwelsUbigkeit 

a)  Einfache  B'orm. 

F.  Ú.  L  Rom.  49,  172,  3ö8,  416,  480.  M.  il.  M.  Ph.  4,  1  ; 
23;  51.  14,6;  U.  15,38.  8.  F.  7,3;  97.  1,6.  UI,  23.  V,49. 
P.V.  1,96;  99.  ir,17.  13,64.  90,19.  96,5.  39,41«  41,9«. 
II,  13.  VI,  10.  VIII,  5;  39.  P.  4  M.  4,  1.  5,  99.  6,  99.  8,  57. 
NM  (M.  W.  n,  ni).  3,  1 1.  4,  3.  7,  8.  9, 19.  10,  19;'  37. 
16,  7.  20.21.  22.45.  P.  d.  C.  3,  10.  13,9.  17,5.  21,3. 
24.  24;  37.  6.  d.  C.  5,  75.  4.  14.  J.  B.  4.  12:  19.  P.  R.  5.  3(.. 
6.  52.  7.  14;  26.  8,  16;  21.  A.  D.  8,  19.  9,  86.  14,  5.  17.  7: 
4n.  B.  d.  B.  S.  I.  4.  1  :  16.  6,41.  10,12.  11 ,  8 :  20 :  56.  21 .  Oy. 
22.  25.  3U,  19.  au,  25.  44,  12.  6.  R.  1  1.  1  ;  4H.  22,  15.  2H,  16. 
31,32.  35.10.  50,4.  56.7.  60.53.  70.29:103.  75,20. 
76,198.  78,811:196.  79.  409  ;  r>3Ü  ;  795.  H1.17:2Hi.  82.  2i». 
84.76.  b8,  21.  90,8:  19.  91,7.  96.  2<.  Breviarî  1489, 
2640,  1599,  2234,  2450,  2744,  3528,  8491.  32613.  G.  d.  R088.  0. 
629,  855,  858,  1031,  1639,  4284,  4592,  4614,  7571,  9935. 
FlnMea  1091,  1248,  15.)2.  2957.  9318.  3996,  4711,  4981, 
6911.  5996,  6151.  7109,  7326,  7643«  7760.  7849.  S.A.  116, 
316,  574,  880,  1105.  laiifre  H.  176,  76.  178.  19.  189,  93. 
183,  19.   193, 10.  351,  24.  P.  W.  241,  1681. 

b)  Zusammengesetzte  Form. 

F.  d.  L.  5,  37.  J.  R.  1,  46.  A.  0.  7,  49.  G.  d.  B.  IV,  87. 
P.d.C.  '21,  10.  G.II.66,  7;  19.  89,98.  B.d.B.8.1.  8,  9.  T.d.P. 
299,363.  Jaufrt  H.  170,  18.  173,9.  176,26.  188,11.348,8. 
869,  15.  Flammea  1H79,  2092,  2981,  3644,  4833,  4936,  5366, 
5381.  6902,  7153.  G.  d.  Ro88.  7501,  7922.  Breviari  359,421, 
783,  879.  1255.  1655,  3110,  3142,  4040,  6229,  6375,  7330, 
8194,  13239,  15682   

§  77.  2.  Einsilbigkeit 

a)  Einfache  Form. 

F.  d.  L  3,  25.  733.  Rom.  122.  M.  d.  M.  l.  8.  P.  V.  2.  3. 
6,  77.  14,  46.  16,  18.  19,  61.  21,  37.  25,  17.  27,  57.  44,  67. 


Digitized  by  G 


—   62  — 

P.  d.  H.  6,  33.   7,  2.   B.  Z.  4,  2.  5,  3.    7,  60.   8,  12.  17,  10. 

P.  d.  C.  1,  1  ;  14;  38.  9,  44.  26,  B7.  A.  D.  6,  8.  6,  22.  7,  59. 

8,14  13,1.  6.  R.  8,  29.  13.45.  10,4.  22,8.  30,36.  31,5. 
33,  49.  34.  19.  41,  3.  53,  17.  71,  214.  74,  50.  79,  613. 
81,  26.  B.  d.  B.  S.  I.  4.  Iii;  47.  5,  1.  6,  13.  S.  A.  106,  143, 
152,  500,  659,  699,  7b7.  9UL>.  1109,  1438.  1448.  Jaufre  170,  24, 
179.  Flamenca  9,  104,  1035,  1531,  iiU42,  2303,  2950,  4102. 
G.  d.  R088.  0.  467,  776,  899,  973,  1026,  1199,  1207,  1690, 
2788,  3040,  4158.  7521.  P.  W.  757,  2505. 

b)  Znaammeugesetste  Form. 

P.  V.  21,  21.  P.  d.  M.  8, 123.  P8lrol  5,30.  P.d.&Sl,13. 

6.  R.  11,71.  61,33.  77,259.  80;323.  B.  d.  B.  S.  I.  3, 44.  6,1. 
8.  A.  324.  707.  Flamenca  17r>M.  IHOO,  1930.  2071.  2989.  3070, 
3360.  3 Vil.  4835,  6703.  6.  d.  R«i$.  0«  2599,  4284,  7697, 
9463.  P.  W.  889,  1163,  2402. 

§  78.    In  den  Prosaitxtmi  kommt  die  einsilbige 

einfache  Form  nicht  vor.  In  Zusammensetzung 
finden  wir  die  einsilbe  Partikel  Ev.  Joh.  III,  23,  IV,  35,  VII,  5. 
XT.  25.  XIX,  12.  XX,  17.  XXI,  5.  Einfadi  Unwohl  wie 
in  Komposition  fehlt  die  einsilbige  Form  Lays  (Text!), 
Sariiiona,  D.  G. 

Die  zweisilbifro  Oc stallt  ist  einfach  sowie  in 
Znsninmeusützuüg  sehr  häufig  in  allen  Prosatexteu  zu 
belegen. 

§  79.  Aus  <len  in  den  §g  34,  53  gegebenen  Beispielen 
kann  man  ersehen,  dass  die  zweisilbige  imd  einsilbipfe  Partikel 
im  Heim  vorkoiimit,  einfach  sowohl  wie  komponiert.  Es  seien 
noch  liinzu^efü^t  : 

Bonifaci  Calvo  M.  W.  TU,  1.  Z.  55:  Reis  Castellanz, 
pueis  ar  N(»*ns  tait  jindcrs  ni  senz  K  DieMis  vtis  en  con- 
senz  IVîisatz  dcl  roiKiiiriir.  ar  an  uificlR-r  KtMiiisttille  nut 
Inhnilivea  der  a-(;onjug;il inii  (ZI.  2,  1.  7.  12,  13,  14,  17.  22, 
23,  24,  32.  34,  37   )  mit  Conjuiictiuii  Z.  3.  mit  Eigen- 
namen Z.  27.  Uuiraut  de  Borneil  M.  W.  1.  1«^7.  Ged.  III, 
•  Z.  67.  Â  merce  ar  Taing  mercears  £  franqnesa  als  Franca 
amoros.  ar  gebunden  mit  rasonar,  an  gleicher  Reimstelle 
mit  chantar  1,  amar  12,  par  vb.  23,  castiar  34,  far  45, 
avar  snbst.  6f). 

g  HO,  Aus  den  angeführten  Beleg:stellen  erpfiebt  sich: 
Sowohl  zweisilbige  wie  einsilbige  Form  geboren 
der  altprovenzahscben  Litteratursprache  an, 


Digitized  by  Google 


—   63  — 


and  können  demgemäss  in  émm  kritischen  Text  Verweuduug 
finden,  sofweit  das  Metrum  nicht  im  W  ege  steht  «  in  Pfxisa« 
texten  ist  stets  die  zweisilbige  Form  Torziizieheii. 


VL 

§  81,  Bettlglich  der  Fraise  nacli  dein  lateinischen 
Et.  y  Iii  ü  11  des  vorlieirenden  Adviibiums  endlich  gehen  die 
Ansichten  gleichfalls  auseinander. 

Diez  Wtb.  I.  294  nimmt  au ,  dass  sich  das  romauische 
Adyerbinm  ans  dem  lateinischen  abL  sgl.  hora  entwiokelt 
habe  nnd  zwar  snnAchst  in  den  Gestaltungen  ora,  oras, 
or  (cl  S  24).  „Der  Provenzale  kennt  überdies  die  Formen 
ara,  aras,  ar,  geschwächt  zu  era,  eras,  er,  bei  deren 
Kiitstehang  vielleidit  nur  der  der  Zufall  waltete."  Eben- 
falls abl.  Sgl.  hora  h'ixt  zu  Grunde  Gröber  (Anzeiger  îìii 
latein.  Lexikographie.  III,  138  und  IV,  391).  M.  Gr.  lehrt 
§  8:  „Selten  entsteht  a  aus  lat.  «>:  ara.  aras,  ar,  jetzt, 
für  ura.  oras.  or  von  lat.  hora"  und  3.'i:  horani  Z> 
0  r  a ,  o  r  a  si .  >n'  Z>  ara,  aras,  ì\y  >  e  r  a ,  e  r  a  s ,  er. 
Mahn  (§  8;  luhrt  als  weitere  Beispiele  an  fin*  o  >  a: 
damedien  etc.  ans  doniinii>  dciis:  damiseia  aus  duuiiiiitella; 
dama  ans  donima.  Keiner  wurde  hiiuwdo  ^>  Vulgärlatein, 
hirondo  zu  prov.  randola,  und  uiiquani      onquam  ">  anc. 

S  82.  Diese  Beispiele  vermügen  aber  die  vou  Grober, 
Mbi,  Mahn  vertretene  An.sielit,  wonaih  einfaches  hora  oder 
horam  zu  Grunde  liegt,  nicht  zu  rechtfertigen,  da 
bei  ihnen  wesentlich  andere  ßedingungeu  vorliegen  nnd 
auch  fibr  sie  eine  befnedigende  Erklärung  noch  aussteht, 

Fftr  aora  setzt  M.  6.  g  335  an:  ad  horam  >  ado- 
ras, Horas,  aora. 

Eingehender  hat  man  sich  mit  der  Etynudogie  des 
Adverbinms  or,  ore,  eres  im  Altfrauzö%^ischen  beschäftigt 

§  83.  Das  offene  o  der  altfranz.  Partikel  ore,  ores, 
or,  welches  Diez  noch  unbeachtet  gelassen  hatte,  wurde 
auf  verschiedene  Art  erklart.  Da  aus  latein.  geschlossenem 
langem  o  sich  im  altfrz.  nicht  ein  o  mit  otteiiem  Klang  ent- 


Digitized  by  Google  | 


—  54  — 

* 

wiekdH  hätte,  sondern  oo,  nahm  firfiber  a.  a.  0.  zur  Erklärimg 
4e8  tbatsftclilich  Torhandenen  o  Sinflnas  des  oi  $ns  Ii o die  an. 

SieMar  (Zs.  f.  rom.  Phflol  1.  481)  legt  ]ia(c)  hör  a 
za  Grande,  ebenso  Raya.  III.  539  nnd  ebenso  SdMrai  (Oraai- 
matik  des  Altfranz.  §  382.)  Vgl.  altspanisch»  port:  agoia. 

Eine  weitere,  jetit  wohl  allgemein  angenommene  An- 
sicht, die  allerdings  des  Beweises  noch  entbehrte,  wurde 
zuerst  ausiresprochen  dureli  1.  Cornu  (in  der  Komania  VI,  381) 
mit  den  Worten:  Je  le  (òra)  tii  ns  pour  le  latin  ^  «1  iioram", 
dont  l'emploi  adverbi;'!  ;»  fan !t;iii(?nt  fait  cnntraeter  a  et  o 
en  Ò.**  Unterstützt  wunle  Cornu  /iiuachst  durch  G.  Parts 
(Remania  VI,  629):  ,,Ore  e  ores  s'expliqueraient  par  „ad 
h  or  am"  et  „ad  h  or  a  s",  taudisque  ,.ha  h  or  a"  ne  pent 
rendre  compte  «ruue  de  ces  t'urmes/'  Ihnen  schloss  sich  au 
Bfthmer  (in  Eomaniscbe  Studien  III.  137);  aus  ao  entstan- 
danes  o  isl  offen,  wie  „ad  horam  >  aor«  >  ore, 
ores,  or". 

Roman.  Stadien  III.  14d  geht  BÜMMf  anf  das  Alt- 
proyenaaHsche  ein,  indem  er  sagt:  „provenzalisches  ara 
weist  anf  aora.^ 

§  84.  Das  AHprovenzalisehe  bfldet  auch  hier,  wie  in 

vielen  anderen  Fällen,  das  vermittelnde  und  erklärende 
Glied  zwischen  dem  Lateinischen  nnd  dem  AltfranzGsischen. 

Während  sich  im  Altfranzösiiiriien  eine  Form  mit  ao-  nicht 
findet,  lässt  sich  dieselbe  Bihlnng".  welche  bisher  nnr  hypo- 
thetisch aiiireiionimeii  war.  in  der  altpri>veiiz:t].  Sc](wpvfer- 
spraclie  in  grosserer  Auzalil  belef^-en  als  aora  (Evang.  JoH., 
Boethlus,  Sermons,  Flamenca,  Hss.  S£)®3E)^®U>.  aoras 
(B.  d.  B.  T.  5,  22.  D ,  ah  0  r  a  (^) ,  a  h  o  r  a  s  (B.  d.  B.  S.  I.) 
nnd  zwai  bildete  hier  ao  durchweg  zwei  getrennte  Silben, 
cf.  S  30. 

§  85.  Es  fragt  sich  nur  noch,  ob  das  von  SucWer 
angenomiueue  hac  bor  a  oder  das  von  Cornu  /.u  Oiuink 
gelegte  ad  horaiii  ab  Etyuiun  anzusetzen  ist. 

Wie  bereits  g  29  gezeigt,  stehen  aber  neben  den  oben- 
genannten Formen  noch  adoras  (N.d.M.,  8revÌBH40l4,  l^), 
azora  (E.  s.  J.)  nnd  azoras  (Auzaia  291^6,  3324),  und  diese 
Bildungen  weisen  entschieden  anf  ad  horam,  adhoras 
znrttek.  In  einem  Falle  l&sst  sii^h  allerdingrs  gerade  fftr 
altprov.  ara  sogar  direkt  zu  Grinxle  liegendes  ad  horam 
nachweisen .  nämlich  in  der  Uebersetzung  des  Ev.  Joh.  :  Die 
Vnlgata  hat  hier  ('.  V,  35  den  Wortlaut:  Vos  antem 
voiuistis  ad  horam  exultare  in  luce  ejus,  was  der  üeb«r- 


Digitized  by  Google 


^  ú  ^ 

Setzer  wlederglelit  tiireli;  Mas  aos  Mtoe  nos  uolgnest  aie* 
grar  en  la  lus  d'ei  ara. 

Somit  wftre  f&r  das  altproyensaliacbe  aora  aowie  ffir 
die  altfiwizOsischen  Formen  ore,  ores,  ore  als  lat.  Sty- 
mon  ad'horam  (horas)  amosetoen. 

g  86.  Wie  aber  ist  nim  das  setiriftprovenzalische 
ara  /m  erklaren? 

Wie  bereits  §  30  gezeigt«  ist  das  alte  aora  Stets  drei- 
silbig und  träirt  den  VVortaccent  auf  dem  o,  was  sowohl 
clurrli  die  im  Kvan^.  Job.  (Chr.)  gesetzten  Accente,  als 
auch  durch  den  Keim  bewiesen  wird. 

Wollen  wir  also  ara  aus  aora  erklären,  so  niüs^en 
wir  notgedrungen  eine  Accent  Verschiebung  annehmen, 
die  bei  der  Entwickelung  unserer  Partikel  auf  altfranzös. 
Spradigebiet  nicht  stattgefunden  batte.  Wir  müssen  an- 
nehmen,  dai8  aôra  snnäcbst  eine  schwankende  Betonung 
erhielt,  so  dass  die  Formen  aéra  und  áora  nebeneinander 
bestanden,  nnd  weiterbin  der  Hanptton  sich  anf  dem  an- 
lautenden a-  festsetzte.  War  man  dann  einmal  am  diphtongi- 
seherAnssprache  fortgeschritten,  so  lag  eine  Monophtongierung 
zn  a  um  so  näher,  als  der  Dipbtong  dem  Provenzaliaeben 
sonst  völlig  fremd  ist. 

§  87.  Allerdings  muss  scharf  betont  werden,  dass  die 
angesetzten  Mittelformen  zwischen  dreisiìbi<íefn  m  or  a  und 
zweisilbigem  ara  nirírends  nacli^ewiesm  sind  mul  dass  auch 
sonst  kein  weiterei-  Belepr  für  eine  Kontraktion  von  a  +  o:  a 
im  Altprovenz,  beizubringen  ist.  Paoi  ,  aus  pavorem,  ist 
stets  zweisilbig,  gesicliert  durch  Metrum  und  Jieim  (z.  B. 
M.  Ú.  H.  Ph.  I,  1:^  ;  15.   P.  V.  2,  28.  22,  36.  A.  D.  2,  3U.  3,  37. 

Flamenca  2153,  6825,  2759  etc.),  femer  á<^ndans&  (Brevlari 
7877),  Aôndosamen  (Bmlart  132),  láóratz  (6.  F.  4,4), 
áónda  (f.  d.  L  1>  5;  14),  páón  <  pavonem,  4órar 
(od.  azorar)  «<  adorare. 

Einen  analogen  Fall  ao  >  a  bietet  uns  die  nen- 
französische  Aussprache  der  altfranz.  pa-on  «pavonem), 
flaon,  taon  n.  s.  w. 

§  8ft.  Zur  Krkläruuji  der  F<»niicn  mit  e-  hIs  Tonvokal 
zii'ht  Böhmer  (lioman.  .Stu<l.  ITT.  142)  die  ziHammtMiL^^esi-tzten 
Biidungeii  heran:  „An  quer  h  beruht  auf  l)i])htou«rieruug 
des  o,  dH.s  also  sehr  alt  ist;  damit  eikhin'  ich  aiuli  ci  a.** 
(cfr.  43.)  Es  müsste  deniuaeh  vor  auguera  ein  iiltcres 
ancpra  bestanden  haben  (cf.  §  27)  dessen  lateinische  Grund- 
form von  BÜHMT  a.a.  0.  alshanc  ad  horara  angesetzt 


Digitized  by  G 


—   66  - 


wird,  während  Ofoz  (Wtli.  1.  294)  und  Sayn.  (UI,539)  bftnc 
hör  am  voraussetzen. 

an  cor  a  liisst  sich  pi*o?enz.  aber  nicht  iMUehwcIseiL 
Nur  das  Italienische  hat  ein  aneora.  Schon  angnora  in 
der  ältesten  provenz.  Uebertragnng  des  Evang.  Joh.  (cf.  §  13) 
scheint  —  anc  èra  zu  sein;  denn  die  aus  Cercalmont 
angeführte  Stelle  ii:  40)  zeigt  hprpit^í  anqnera  im  Beim  = 
mit  -èra.    Ein  LNiiii  iiera  findet  sich  nirgends. 

§  89.  Es  bleibt  daher  auch  zweifelhaft,  ob  das  komiHK 
nierte  anqnera  (das  ans  anc-uera  entstanden  wäre)  das 
einfache  e  r  a  nach  sich  írf/oírcn  hat.  Eine  andere  befriedigende 
ËrJilâruug  Ì8t  aber  bis  jetzt  noch  nicht  gegeben. 

§  90.  Wohl  dürfen  wir  dagegen  schliessen,  dass  man  in 
umgekehrter  Weise  zu  bestehendem  ara  eine  Komposition 
anqu-ara  bildete,  und  die  Neubildung  dann  a n c a ra  schneb. 


vn. 

■  « 

Fassen  wir  die  einjselnen  Ergebnisse  der  Toratehimdeii 

t'ntersuchung  kurz  zusammen,  so  erhalten  wir: 

L  Das  Altpro venzalische  hat  das  lateinische  Zeitadverbinm 
„nunc''  vollstiindig  aufgegeben  und  an  seine  Stelle  eine 
nominale  Neubildung  gesetzt,  welche  in  den  Texten  bis 
zum  15.  .Tahrh.  incl.  in  den  Schreibnnfren  aora.  aoras: 
ahora.  ador.ts.  azora,  azor.is.  o i  a,  oras,  or, 
ai  a,  aras.  ar.  era,  eras,  er  erscheint. 

II.  Alle  diese  Hilíìniiirí'n  s  t  i  m  m  en  in  ihre  r  Bedeutung 
vollständig  il  b  e  r  e  i  n  :  sie  b  e  z  e  i  v  Ii  ii  e  ii  die 
<M  Mi  t  nwart,  sei  es  in  l-vissci n  oder  geringerer  Auä- 
(U'linung,  iMitsprechea  milliiu  uiiscitiii  „jetzt." 
iil.  a)  Die  Forintii  mit  a  n  1  an  i  f  ii  «l  c  m  u  treten  in  rein 
Umvenzalisrlitii  'INíxten  aiitrer  Zeit  niclit  auf.  da- 
dagegen   in  liaii/ösisch - provenzalisrhcu  Misdihand- 
schritten.    i>ie  sinii  der  aliiJiuvcuz.  Schrift- 
sp räche  abzusprecheu  und  auf  französischen 
Kittilin$s  zurückzuführen. 


Digitized  by  Googl 


—    67  — 


b)  Die  Bildangen  mît  anlautendem  ao-,  aho-  ado-, 
azo-  sind  in  der  altprovenz.  Litteratnr- 
sprache  nicht  znlässig.  Sie  sind  dagegen  im 
archaischen  Provenzalisch  üblich  und  werden  auch 
noch  in  späterer  Zeit  sporadisch  verweiuh^t. 

c)  a-  als  T  0 11  V  0  k  a  1  unserer  Partikel  ist  als 
für  die  a  1  tpro venzal ische  Schriftspracbe 
(•  h  a  r  a  k  t  e  im*  s  t  i  s  c  h  erwiesen. 

d)  Nii'lits  s  prie  lit  dafür,  dass  die  Fonneii  mit 
anlautendem  e-  in  der  altprov.  Litteratursjnn  lie 
Uültigkeit  gehabt  haben.  Sie  werden  nm  m 
einzelnen  Dialekten  in  Oebraach  gewesen  sein. 

e)  Die  im  16.  Jahrhundert  auftretenden  Tondiphtonge 
ey-  und  heu-  haben  nur  mundartlich  Be- 
rechtigung. 

lY.  Das-i  in  aras  ií^t  adyerbieHes   ,  Jedoch  in  der  alt- 

provenz.  Seh f if tsprache  noch  nicht  zulässig. 
Ais  s  (■  h  r i  f  t  s  {)  1 ,1  f  Ii  H  (•  h  e  Adverbien  mit  paragogischejn 
-s  lassen  sich  nur  erweisen  si  vais,  senes,  ses, 
e<se!ns  während  die  auf  -men  das  -s  noch  durchaus 

eilt  1  lehren. 

V.  Howold  zweisilbiir«  wie  einsilbige  Fonn  haben 
in  der  altprovenzalischeu  Schriftsprache  volle  Be- 
rechtigung. 

yié  AltlraiizOaluchen  pr e ,  près,  or  sowie  dem oltprovensal. 
Sora  nlld  klaasiach-profenz.  ara  liegt  lat,  ad  horam 
SU  Grunde. 

TILDialeküaeh*pra?«usal.  éra  wird  vidleieht  auguèra» 
iHe  a  n  c  a  r  a  einfachem  ara,   nachgebildet  sein. 

Anqnèra  seinerseits  könnte  auf  anr  nern.  ancpra 
ziiifickgeführt  werden,  doch  iiiüsste  ue  sehr  früh  2U  e 
koutrahiert  sein,  da  es  nur;  èra  reimt. 


Berichtigungen. 

pg.  U  Nr.  46  deuxième  statt  deuxième.  —  §  11  Z.2  ZeiUi«lverbiam 
•fc.  ZeitedTeilKiiiL  —  §19  Z.  9  ein«  st  ein.      ^  14  Z.  19  hi  der  gansen 

Hi.  St.  in  d»r  ITs.      yi;.  21  Aiim.  Rirista  st.  Riistu.  —  pg.  24  1^ 
C  zu  streichen,  liiuzuzulügen  t.  —  per.  29  letzte  Z.  hinzuznfìigen 
^  §  28  Z.  10  Auzels  st  Ânzcls.  —  pg.  3H  Anm.  Levy  »t  Boy. 


Digitized  by  Google 


Lebenslauf. 


Toll,  EílnaiMÎ  Gentsch,  wurde  geboren  am  Ki.  .Itini  1868 
zu  Minden  i  W.,  evaiiy^.  < 'ouiession.  Im  Juli le  I  ST  J  zujit  n  meine 
Kitern  nach  Kassel  (Hessen),  woselbst  ich  zunächst  fine  Vor- 
schuh'  und  sodann  von  llt'rbst  187 S  bis  Herbst  18ö(>  Uai»  Ueal- 
gyuinasiuin  besuchte;  darauf  wuidf  ich  Schüler  der  Muster- 
schule  (Kealgymnasiuiu)  zu  F  r  a  n  k  f  u  r  t  a.  M.  Nach  bestandener 
Reifeprüfang  b«zog  ich  W.-S.8a/8e  die  UniveniUt  Strafts^nrff, 
um  neuere  Spraehe  za  stadleren,  und  blieb  duelbst  bis  iad.' 
$.-S.  «0.  Seit  W.-a  1)0/91  bin  ick  in  II ar bürg  immatrikoUert. 
Das  Examen  rigorosam  bestand  ich  am  Sö.  Februar  1892. 

Meine  Lehrer  waren  die  Herren  Professoren  nnd  Privat- 
dozenten: Gröber,  Joseph,  T. evy,  Martin,  ten  Brink 
in  Strassburg:  Bergmann,  Oulinn,  Natorp,  ächrdder, 
Stengel,  Stosch,  Vietor  in  Marburg*. 

Ihnen  Allt^n  *ín<2:*^  ich  tiir  Förderung  in  nniutn  Studien 
ineinen  Dank.  |-!rsnntlt'r.>ii  ln-izlichfMi  Dunk  schulde  ich  Herrn 
Piot.  ])r.  Edm.  S  Leu  gel,  durch  dessen  (îiiíe  die  Aut'erligung 
vorliegender  Arbeit  allein  ermöglicht  wurde,  indem  mir  Herr  Prof. 
Stengel  nicht  nur  seine  reiche  Bibliothek,  sondern  auch  seine 
zahlreichen,  son^t  nicht  zugänglichen  Handschrifl^enkopien  nnd 
(Kollationen  wohlwollend  zor  Verfügung  stellte,  nnd  jederaelt  mich 
mit  seinem  Bat  nnterstfttate. 


uiyiii^üd  by  Google 


I 

'  I 

1 


.  j  .  d  by  Google 


I 


ÜBER  DIE  ENDUNGEN 

DES 

PRAESENS 

IM 

ALTPROVENZAUSCHEN. 


INAüGüßAL-  DISSERTATION 

ZUR  ERLANG UNÜ  DER 

PHILOSOPHISCHEN  DOCTORWÜRDE 

VORGELEGT  DER 

HOHEN  PHILOSOPHISCHEN  EACULTÁT 

DER 

KAISER  WILHELMS-UNIVERSITÄT  ZU 
STBASSBÜRG  IM  ELSASS 

VON 

OTTO  SCHMIDT. 


DARBISTADT. 
BUCHDRUCKEREI  VON  C.  W.  LESKB. 


Digitized  by  Google 


JAe^hrìa  libbsn  Vateì^ 


GEWiPHXT. 


Digitized  by  Google 


Ehe  vofliq^ode  Arbol  beadUtftigt  ridi  mit  den  Eodiiqgett 
des  provenitalÌBchcn  Praesens  and  zwar  eweneîts  mit  FeMiicttuog 
der  l^gitimeii  Wottansgänge  ia  dCD  Forman  des  Ind.  und 
CcN^  aadraneili  mit  den  Anglelctaiingen ,  donen  sie  ausgesetit 

gc\vest:ii  sind,  und  mit  der  Frage  nach  der  Datirung  und  loaüen 
Verbreitung  der  im  AUpnu  enzalischen  bis  zum  Ausgang  des 
ij.  Jahrb.  zur  Anwendung  -elanirten  Formen  des  Praesens. 

Diez  bietet  in  der  »GraiamaCik  der  romanischen  Sprachen« 
Uber  das  provenu  Praesens  in  Ktirze  folgende  Erhebungen: 

i)  Gr,  V,  549  (II,  303)  enthält  die  nachstehenden  Paisr 
digmata  su  den  4  Coajugarionsn  Im  Pkaeseas] 


Ind.  Pra««. 

1 

U 

lila 

Ulb 

chaiü,  ^ 

vend,  -i 

pwt.  -i 

llor>nc(tt) 

chant*as 

vendues»  vcns 

part-es,  parts 

floT'lsaes 

cluuit>a 

vend 

part 

flor-U 

chant -iini 

vcncl-ém 

part-ém 

florêm 

cii.mt-Äts 

vend-éU 

part-éUs 

chanitaa,  -cm 

via-àoa 

partKn 

flor«MOO  (») 

Con  j. 

chiuii'C,  chan 

vend -a 

p.ir  l  a 

Hor-isca 

chant -CS 

vcntl-a.». 

pan  a> 

flor-iscas 

chan'.-c,  chan 

vend -a 

pat  t  a 

flor-isca 

chaïU-ém 

vend-am 

pai  l  .un 

lioi  -Ìscám 

chant  étz 

vcnd-áls 

part-áts 

flor-iscálz 

vend-an 

part-an 

flor-íscan. 

2)  Gr.  V, 

54/  (II,  199)  fügt  erläuternd  bei 

:  Eigenthümlich 

ist  in  der  r  Sg .  des  Ind.  die  ihr  zukommende  Endung  i ,  die 


aber  meist  wegbleibt ,  im  Boclhius  2.  B.  gar  nicht  vorkommt. 
Vielleicht  beschränkte  sie  sidi  anfangs  auf  solche  Fälle,  in 
welchen  die  vorbeigebeDde  Consonans  einen  Vocal  verlangte, 
wie  in  sofr4  von  soffero,  und  ward  nach  tind  nach  aUgemeiner* 

t 


Für  i  tritt  avich  e  ein,  zumal  wenn  der  Stamm  bereits  ein  i 
enthält,  also  .ilbire,  cossire  etc.,  nicht  wohl  albiri  etc- 

3)  Gr.  546  (U,  198)  bemerkt  er  ferner:  In  der  a.  Pm. 
beider  Numeri  bleibt  dai  lat  s,  tís  aber  sieht  sich  in  ts  tu- 
saoimen:  chantab  fllr  cantatis, 

4)  Ebendafldbft:  Die  l  FL  stitat  die  gpmze  Silbe  ui  ab. 
In  der  Deel,  bleibt  wenigstens  s;  in  der  Cònjug.  schien  der 
Plur.  der  Pers.  dem  Sprachsinne  mit  blossem  m  hinreichend 
ausgedrückt. 

t;)  Kbds.  In  den  unbetonten  Endungen  (ies  3.  PI.  ist  es 
fast  willkürlich,  welchen  der  Vocale  a,  e,  o  man  dem  eigent- 
lichen Merkteicben  dieser  Pers.,  n,  vorausgehen  läafet»  wiewohl 
im  Ptaesens  die  Unterscheidung  des  Modus  darunter  leiden 
kann.  Boetfaius  kennt  keine  andere  Endnng  als  n.  Die  EBdmig 
on  kann  ihr  n  selbst  etobOsten.  Vèrgl.  dasu  S  $ao  (I,  40s): 
Befindet  sich  n  in  ehier  tontosen  Vefbalendung  ftr  lat  nt,  so 
ist  es  der  Regel  gemäss  untrennbar,  also  cántan,  cánten,  nicht 
canta,  cante,  welche  den  Plur.  mit  dem  Sg.  vermengen  würden  ; 
nur  die  Endung  on,  bei  der  diese  Rücksicht  wegfällt,  erlaubt 
Verkürzung,  also  canton,  canto,  auch  son,  so. 

6)  Gr.  V,  317  (i,  397):  Der  weiche  ConsonaiU  des  Inlautes 
geht  ausl..  oder  vor  flexivischem  s  und  z  in  den  harten  des^ 
selben  Organes' ttber,  dint,  ginc,  binp,yinf,  sints, 
s.  6.  cauda  caut  cants;  gaidar  gart;  logal  loc  loc-s;  segre  sec; 
loba  ìop  lop-s;  trobar  trop;  servar  serf;  voWer  ?olf:  leser  tels; 
prenur  pretz.  Durch  IncUnation  kann  die  Media  gerettet  wenlen* 
GT'  V,  548  (II,  301):  Es  wechselt  auch  v  mit  n:  dever  den, 
levar  leu.  —  Nach  n  wird  d  oder  t,  oft  auch  f  nach  1  oder  r 
abgeworfen:  biandir  blan,  chantar  chan,  salvar  sal,  servir  sier. 
—  Tiefer  in  den  Sprachbau  greift  es  ein,  wenn  auch  z  (—  lat.  d) 
oder  Ç  Wegfaü  erleiden  und  zwar  sowohl  ausL  wie 

auch  inl. 

7)  Gr.  V,  550  (U,  a04):  Der  Gong,  legt  in  der  i.  und  3.  Sg. 
nach  Consonanlen,  selbst  stummen»  sowie  nach  Diphthongen 
sein  flenvisches  e  willkttiÜch  ab.  Nach  einfiidiem  Vocal  ist 
diese  Apocope  sogar  Kegd.  Auch  die  s.  Sg.  didirt,  wenn 
keine  Härte  entsteht,  ihr  e  häufig. 


8)  Gr.  V,  552  (il,  ao6):  In  der  3.  Sg.  te  IndL  der  2.  Caajßti^ 
irt  Eliiioii  des  €f  wcfm  kenic  Hirtt  cntrtehtt  dtndiglBgig 
erlaubt 

9)  Gr.  V,  553  (II,  207):  Dtt  Plncteiii  Ind.  dar  3  Cath 
jttgatloii  syncopisit  in  der  s.  $g,  laciit  lelnen  Fleadoomcal:  teti 

meus,  cueih&. 

Wenig  verschieden  hiervon  sind  die  Darlegungen  ul>er  das 
Praesen-^  in  Mahn*s  kürzlich  berausgegebeoer  »Grammatik  der 
alQ>roven2alischcD  S(>racbe<. 

Was  Mahn  518  und  319  sagt,  stimmt  fast  wörtUch  mit 
den  Angaben  von  Diez:  Gr.  ü,  tA,  mid  I,  397  ttberein  und 
braucht  hier  nicht  wiederholt  su  werdep. 

Ans  den  Erlitateningen  sn  §  31t  entnehme  kb  folgende 
Beoietkttngpen  und  ErkUInmgen:  Die  dein  FhMsent  aikommende 
Endung  i  in  der  i.  Pen.  Sg.  bleibt  meistens  weg,  sie  bleibe 
aber  stehn,  wenn  die  Wurzelsilbe  des  Zeitwortes  mit  1  oder  r 
endet,  also  parÜ,  restauri.  Wenn  der  Stamm  al)t'r  bereits  ein  i 
enthalt,  so  stein  für  i  in  der  i.  Person  und  für  a  in  der  Pers. 
auch  e,  z.  ß.  desire,  Hure,  reraire,  vire  fìir  vira-  Des  Reunes 
wegen  steht  auch  wohl  in  anderen  Wörtern  e  statt  i.  z.  B.  tremble, 
eudostre.  In  der  3.  Ftars.  des  Sg.  der  i.  Conjug.  wird  das  a 
frstgehalten  und  nur  sdten  vemacMiisjgt*  In  der  sweiteo  Fen. 
Sg.  der  3.  CoDjofr  te  e  in  der  FlenonisQbe  es  meistens 
syncopicrt:  vens  statt  vendes,  tems  statt  temes.  So  auch  in  der 
3.  Conjug.:  mens,  mon»  fien. 

§  325.  Das  Praes.  Conj,  folgt  dem  lat.  Tempus  desselben 
Modus:  aus  aineui,  aincl,  amcul  cnUleht  ame,  aiu,  amen,  die 
2,  Pen>.  Sg,  bleibt  so,  aus  vendam,  vendat,  vendan  wnd  veiida, 
veniiiu.  Der  2.  pro  Venz.  Conjug.  folgt  die  3..  indem  sie  das 
der  fínduag  ire  prov.  ir  angehörige  i  au^giebt  und  statt  partiam, 
psitsm  zu  Grunde  legt  In  der  i.  Conjtig.  kann  in  der  i.  und 
3«  Sg*  Osch  CoiMoiiantsn  te  fleiiviecbe  e  wegbUen,  nach  Will- 
kflr  und  nach  dem  BedflrfiHss  te  Venmassea.  Nach  etn&chem 
Vocsl  gmcbieht  es  immer.  In  der  s.  Pers.  Sg.  fiUk  te  e 
dmcfa  Syncope  hKufig  «tts. 

§  332.  te  t.  und  3.  Pers.  Pnes.  C019.  fifflt  nach 
Cou^iooanten  und  Diphthongen  dsm  flexivische  e  gewöhnlich  fort 


und  in  der  2.  Pers.  wird  es  ebenfalls  oft  ausgestoss^  aJao  am 
statt  ame,  ams  statt  ames. 

§  342.  Das  Praesens  (der  staiken  Cóïýag.)  lichtet  sich  im 
AllgemetDcn  nach  dem  laL  Pmtsens  und  dem  romaaiscben  in- 
finUtv,  in  den  meitlai  FKHen  nadi  den  letEtam.  —  Die  iat 
Endungen  des  Fïaesens  in  eo  und  io  haben  Einflun  mS  die 
Form  der  i,  Penon  des  pror.  Tempus,  indem  ans  ihnen  die 
Endungen  1h,  nh  und  nc  hervoigehen,  msofern  sie  nicht  schon 
der  Infin.  enthält.  Dieses  h  oder  c  findet  aber  nur  in  der 
I.  Sg.  statt,  die  übrigen  Personen  richten  sich  nach  dein  In- 
finitiv, z.  B.  3.  dol  von  duler.  Wenn  das  Perfect  auf  Ic  aus- 
geht, so  gilt  im  Praesens  nur  die  Form  in  Ih,  z.  B.  valb,  Peif* 
yalc  Besteht  aber  im  Pcrf.  ehie  doppelte  Fonn,  wie  in  tenc, 
tinc  von  tener»  venc,  viuc  von  venir,  so  ist  das  Ftoesens  in 
h  und  c. 

Id  eüngien  ZcttwtSitem  folgt  die  i*  Pers*  Pïaes*  derselben 
Analogie ,  indem  dieselbe  auf  Ih  ausgebt ,  ohne  dass  ein  Iat 

eo,  io  zu  Grunde  liegt,  z.  B.  volh  und  vulh  von  volo,  toelb 
von  tollo. 

In  anderen  Zeiiwdrtern  verhärtet  sich  h  in  g  und  r.  z,  B. 
von  traire  (trahere)  lautet  die  i.  Pars,  trag  und  trac  (von  traho) 
imd  dieses  g  oder  c  erweicht  sich  wieder  in  trai ,  gegen  welche 
letstere  Form  sich  aber  der  Grannnatiker  R.  Vidal  erkUirt, 
obgleich  sie  bei  G.  Riquier  und  Im  Roenlho  vorkommt 
Ebenso  lautet  die  3.  Pers.  trag  und  trai  (von  trahit). 

In  mebieren  syncopiertan  Zcitvrditem  bringt  eo  und  io 
nach  Wegwerfui^  der  Endimg  o  ein  i  hervor,  s.  B.  dei  und  i 
verhärtet  deg  (Inf.  dever)  aus  de(b)eo,  vei,  woftir  auch  mit 
Verhiirtnnc  des  i  veg,  veig,  vec  steht  (Inf.  vezer)  aus  vi(d)eo, 
ai  nnd  zuweilen  ei  (InC  aver)  aus  ha(b)eo,  sai  (Inf.  saber)  aus 
sa(p)io. 

Die  2.  Pcrs.  Praes.  stösst  nach  allgem.  Regel  häufig  e  aus. 
—  Durch  Wegfall  des  flenvischen  i  statt  des  lat.  o,  welches  nur 
m  wenigen  FKllen  von  den  Gnunmatikem  Faidit  und  Mo- 
Hnier  aufgestellt  wird,  fSllt  die  i.  und  3.  Pb».  Pkaes.  httu6g 
susanmien.  Um  dieses  Zusammentreffen  su  vermeiden,  hat  man 
in  einigen  ZeitwOrtem  ta  einer  Ventäikung  oder  Eiwetterung 


5 


Seme  Ztiäncht  genommen:  so  ^wa  estar  i.  Pees,  estauc,  estau, 
gegenüber  der  5.  estai;  von  fiûie,  fu,  i.  &nc,  ha,  3.  ûd,  fit; 
von  anar  i.  vauc,  van,  3.  vai,  va;  von  dar  i.  dau,  3.  da;  von 
poder  I.  pose,  3,  pot. 

§  347.  Das  Praes.  Cos},  richtet  «cb  nach  der  l  Sg.  oder 
oll  aucb  naeh  der  3.  Sg.  des  Raes.  Ind.,  wobei  die  kt  Endungen 
eam,  iam  ihren  EinHuss  geltend  machen,  entweder  buchstäblich 
in  der  Endung  ia,  oder  als  consonantischcs  j  n  1  und  n,  ge- 
schrieben Ih  und  nh ,  oder  durch  Verhärtung  dieses  gutturalen 
j  zu  g,  oder  als  ch  durch  nach  p  palatal  gewordenes  i  der 
Endung  iam  in  sapcha  neben  sapia.  (Aua  ta  der  x*,  3,  des 
Fraes.  Ind.  wird  a,  s,  ss.) 

Diese  Angaben  von  Dies  und  Mahn  bedürfen  zum 
Theil,  namentitcfa  die  letzteren,  der  Berichtigung,  zum  TheU 
der  Erweiterung.  Auf  den  folgeoden  BUttem  soll  venucht 
vverdenf  diese  so  geben» 

Die  bei  miserer  Untersuchung  benutzten  Quellen  in  Aosa 
und  Venien  sind: 

A.  i)  Evangile  ^clon  Saint  Jean  ;  cf.  Revue  des  langues  romanes  Xill. 

Stellenangabe  nach  Zeilen/ahl. 

2)  Recueil  de  texten  guácognes.  cd.  Lucltaire.  Stellenangabe  nach 
Datirung  der  Urkunden. 

3)  AnMv«  de  Montpellier: 

a)  FkivQdges  de  )m  Comaume  ClAtare.    dl  Reme  des  iMig. 
ronuuMi  II,  91 — 104. 

b)  Inventaire  des  eidiivee  da  Omsolat.  cf.  Rer.  dei  laag*  lom. 
III,  16— 5S.  SteOenaag.  nadk  Abechaitten. 

c)  Inventeire  des  aidiivce  de  la  Commniie  OAtiire.   c£.  Rev.  des 
laag'  nun.  III,  152—166.    Stellenengabe  nach  Abschnitten. 

4)  Archives  mumcipeke  d'Agen:  Cheitee  de  PHotel-de< Ville  d'Agen 
I— XX. 

5)  Recueil  d'anciens  textes  bas-latins,  provençaux  et  français,  publ.  par 
r.  Nkyer.  Stellennnn;ahe  nach  Nununer  iiud  Zcilen/ahl  der  Urkunde. 
Bei  No.  56  ist  durch  die  2.  Zahl  der  Abschnitt  bezeichnet. 

B.  l)  Die  Lieder  Gui llems  IX,  (jraica  von  Feilie«,  Herzogs  v.  A'iuitanien. 

ed.  W.  Hollaiid  und  A.  Keller.    Tübingen  1850.  Stclleuätigal^ 
nach  Gedicht  und  Verszahl. 
2)  Der  IVonbodonr  Cercamont. 

Gedidit  I»  2  and  4  cf.  Jahib.  fìir  rom.  und  engl.  litteratar  I, 
97t  93*  91«   Stdleiungabe  nach  Ged.-  und  Vennahl. 


Digitized  by  LiOOgle 


Gedicht  j  ci.  Ikutsch;  Chresi.  prov.  47.    Sielknaugabe  nach 
Seiten-  und  i?<fiilfti»!ahl. 

3)  Der  TVoulMdour  Jmifre  Rndd.  ed.  Stimniiog.  StcUenongabe  iMcii 
Gedidkt-  und  Vensahl. 

4)  Bcnuut     Vcntadon;  cf.  C.  A.  F.  Malm  :  Die  Werike  der  Tkou- 
badoun  1.  Stdlenaiigabe  nadi  Selten-  und  TeBeniahl. 

5)  PdM  Vidáll  lieder.  ed.  K.  Baitaeh.  .SfaftMaiigaiie  iiMb  Ued 
und  VcrazahL 

6)  Der  Mûiìch  v.  Montaudon;  ed.  E.  FhUippaoo.  Halle  1873.  Slellai- 
angabe  nach  Lied-  und  Verszahl. 

7)  Amnlclo  Daukllo,  cd.  Canello.    Stellenangabe  nadi  Lted>  und 

Vcrszahl. 

8)  Guiraut  Kic{uier.  cf.  Mahn,  die  Werke  dar  Troubadours  IV.  Stellen- 
nngnlxr  nach  Lie«l-  und  Vcrszahl. 

9)  Kuiuau  de  Flamenca,  cd.  I\  Meyer.  Stellenangabe  nach  Versxahl. 
10)  Matfre  Ermengaud:  Le  Brevìari  d'Amor.  ed.  Gabriel  AzoIü.  Stellen- 
angabe nach  VerszahL 

1 1}  Denkmlkr  der  prov.  lÜtttator.  ed.  K.  Baitich.  (fierttan  Cocfaonel 
de  Maroelha.)  Stdlena^gabe  nadi  Seiten*  und  Zeilenaahl. 


Digitized  by  LiOOgle 


Erster  TheiL 


Die  in  erster  Linie  atifzuwerfende  Frage  ist  die  nach  der 
hntregelmässigen  destaltung  des  j)rovcnzal.  Praesens,  hinsicht- 
lich seiner  Endungen.  Es  ergeben  sich  folgende,  von  Dies' 
Schema  2.  Th.  abweichende  Formen  bei  den  dort  gewählten 
ZeitwOfteiD,  denen  vakr  zur  Eigannmg  beigeffigt  ist 


Ind.  Praet. 

I 

lU 

IIb 

nia 

Illb 

eut 

valh 

vend 

put 

flORK 

Gmt-as 

vak 

veoB 

partz 

CUll-fl(t) 

▼alt 

vend 

part 

CUlt'Wlli 

valcms 

vted-met 

part-ims 

flor-ten  (imi} 

cmt-atz 

valetz 

▼énd-M  (?) 

p«rt4ts 

flor-etz  0tx) 

cant-ant 

valent 

vendront 

piit*ciit 

florits^ont 

Conj,  Praet. 

I 

na 

Hb 

nu 

mb 

cant 

vaiha 

venda 

parta 

(loris<a 

amti 

vcsdM 

paitM 

ílnríscM 

cant 

valha 

venda 

parta 

floriaca 

cantem«? 

valhams 

vendam.'? 

parttiTTi«! 

flort<?cams 

cantctz 

valhatz 

vcndai/. 

partaU 

üoriscatx 

valbant 

vendant 

partant 

floriacaat 

Zu  dicMn  Pandlgniatn  genflgt  es,  Folgeudef  eiliutenid  fu 
bemeilKnï 

1}  Unterdiückong  des  nachtonigen  Vocak  findet  statt  in 

der  I.  Sg.  Ind.  aller  Conjugationcn :  cant,  vend,  part,  florisc; 
m  der  2,  Sg.  Ind.  der  2.  und  3.  Conjug.  :  veu/, ,  pui  u  ;  in  der 
I.  und  2.  PI.  Ind.  und  Conj.  aller  Conjugationen  ;  im  Sg.  Coi^ 
der  X,  Conjug*  •  cant,  cantz,  cant.    (cf.  Ánm.) 


—   8  — 


2)  c.mtas,  vendas,  parlai»,  floriscas  werden  von  keiner 
provenz.  î.autregel  berührt. 

3)  Die  3.  Sg.  Ind.  und  c:onj.  aller  Conjugatiouen  verliert 
ihr  atislaut.  t,  vgl  z.  B.  a  =  laL  ad}  ab  =  lat  apud;  al  =  lat 
aliud;  es  =  lat  est;  por  =  lat  port 

4)  Die  t.  Plur.  eiscfaeint  in  alleo  pioveDz.  Texten,  seit 
ältester  Zeit,  und  in  allen  modernen  Mundarten  ohne  s.  Es 
ist  dies  ein  «nf  die  Conjugadon  beschränkter  Fall  der  Ver- 
stuiiiuimiu  von  ausl.  s,  der  einer  besonderen  Erklärung  bedürftig 
ist,  da  sun  ML'es  m  j-  s  (cf.  uom-s,  ram-s,  ensem-s,  am-s  u.  dgL) 
erhalten  bliei». 

5)  Die  hypothetischen  Endungen  der  l  und  2.  PI.  in  der 
t-Conjugatioo  weichen  schon  in  Yorütterarischer  Zeit  den 
Endupgen  der  2.  lat  Gonjiigation  auf  «cm,  -etz. 

6)  venda  3=  vendam;  porta  ^  portatts  fioriaea  =  floriioain 
zeigen  den  aflgemein  romanischen  Schwund  des  ausL  m. 

7)  -unt  in  der  3.  Plur.  wird  m  -ont,  wie  sonst  betontes 
u  vor  Doppciconsonant  zu  o  wird. 

Anm.  :  Nach  provenr.  -  franz.  l^utregel  bleiben  sonst  schwindende 
Vocale  hinter  der  Tonsilbe  als  e  erhalten,  wenn  die  vorausgehende  Con- 
sonnntL'ii^riiiipc  mui  n.  îiqn.,  Hqti.  ii.  liqu.  oder  denî.-|-c  ist,  z.B.  simulo 
wird  scinbli,  de&iileio  <lurcli  *dcsi(liu  zu  •drsidie  und  desire.  Ebenso 
parli       parabolo,  angeglichen  an  parl-ar,  jutge  judico. 


I  Das  Prae86ii8  Indioativi. 

A.  x)  Xiftutgctetgüche  Fonnfln  der    8g.  Pira.  Ind. 

I.  CcMIfllg. 

«)  ohne  StfittToeal  finden  iddh  bd: 

Guillem  IX  v.  Pdtiers:  am  6,4.  clam  6,1 8.  chan  4,10.  deman 
4,49.  espaven  5,46.  man  6,30.  soan  4,20.  cug  d«ztr4,2o.  par  4,51. 
remtr  4,26.  làk  9,12.  pretz  7,17.  prec4,42.  ^.»ort  1,4.  lan  10,38.  vdh  7,14. 

Cercamont  :  am  2,2.  bran  4,31.  can  4,4.  demon  4,34.  sojom  2,32. 
tom  4*46.  cug  1,26.  engrais  2^.  pretz  4,20.  sospir  4,4. 

Anmerknng;  Die  durch  den  Druck  hervoiipdMihenen  3!«hten  cdgen 
en»  daes  des  betr.  Wort  Im  Reime  steht. 


BerDart  v.  V'pntadoni  ;  aui  12,25.  t*'^'"  ij.iQ.  coman  18,37.  tl«?'"'''^" 
I2,2.S.  inaii  it;.i7.  xiHnii  20, 1  S.  au>  lö^jö-  biaiî»  16,35.  t^<^nien>.  lu.aj. 
lais  -0.3J;.   jH-ns  1  '^J^î  25,6.  cossir  12,17.  demor  20,5.  tlesci»j>er 

14,36.  uiir  14,13.  par  1^,36.  plor  13,7.  vir  24,37.  chant  15,16.  cuiil 
2I»28.  deUect  20,18.  déport  1546-  dopt  12,2b.  port  13,43.  de&puelh  i9»ao. 
mmviDi  tifU  rtMlh  ai»i8.  prec  17,15.  trucp  17,32. 

J«vfi«  Rnddi  «IImd  3»i6*  «m  9,93,  lom  1.25.  aool  »,37.  apd 
3,35.  albir  6,33.  d«ar  t.io.  aoqpir  443.  «m  1*30.  35.  bayi  2,37. 
pmlws  4,4a.  p««  4,19.  tag  $^9,  nrnit  6^13, 

Pm  Vidait  am  ii,a.  chtui  11,9.  ooman  8*39.  denu»  1716.  nen 

étm  39tỳx  tarn  3047.  inoa  39^3.  optlii,!».  raoovel  i»i8i.  67. 
Ml  38*35.  mir  3,33!  M6iiirS»i4*  3«ir463>  coiiiir4^.  agir  37,11. 
«P«r  33«S4-  par  39,13.  plor  36,6.  remir  364.  aospir  36,6.  «it  19,41. 
lMn4Si4S-  devis  42,49.  paus  33,34.  pou  35,38.  aoort  1648.  dbant  9,9. 
flicont  17,5.  port  18,5.  oovil  45'i-  gart  38,21.  get  41,18.  port  33,49, 
pac  14,T.  |>rec  1.43.  de^îroc  45.45-  ^'ob  13,34.  trop  46,4.  potth  7,13. 
detpolh  37,45.  Inera^illl  soplei  42,14.  lau  30.45. 

Mônch  V.  Montoudou:  am  1,69.  chan  7,8.  clam  14,7.  don  4,2. 
prtssen   1,39.    vir  6,28.    aus  i,io.  1,42.    pretz  18,4.    azaut  19,27, 

chant  4,2.  cu^  12.63.  Uu  3^6.  autrei  6,49.  autrey  15.31.  chftttt  7,11. 
ioJey  15,22.  wpley  6,47. 

Araaut  Daniel:  am  7.44.  can  14,27.  clam  14,6.  ador  2,29.  .-ilbïr 
17*5'  csgmr  15,9.  esper  6,4.  meillur  10,8.  afol  6,30.  apel  5*33.  atropel 
5,33.  aat  6.33.  dnti  10,44.  pretz  5,26.  ■oort  1,4.  mint  9^33.  diant 
9*J9«  cqg  10,33,  «"8  ii»*S,  ddng  i4*3S-  «HpiU  3*48.  fnvdll  17.37. 
Mkh  11^3.  nHtm  17,38.  domd  9,to6. 

Goinuit  RMjiiicr:  am  3,36.  ehiB  3J8.  doMui  i,45'  8«r 
eipw  ip39.  mm  4fi6.  ng  M.  cmptg  3,4a.  pne  t4i4-  tnop  3*t5* 
mcmvneOi  10,1.  aiHy  3,46.  csmay  3,10.  gncnqr  8^14.  wfilqr  19,53. 
stttTBjr  37^8. 

Bcrtmn  Carbone]  :  am  2,29.  encrim  6,14«  m  19^1.  pra»  II,I4* 
prec  3,11.  truep  7,17.  8.3.  éoh  18,16. 

Roman  de  Flamenca  :  couian  289.  toril  347.  ooMÌr  S^^S*  aicnvill 
103.   arh  320.   eng  862.   cueig  S70. 

Malfre  £rmengaud;  prec  142.  trop  235,  do  1245. 

2.  Conjugation. 
Kv.aiig;.  St.  Jean:   cre  153.  die  83.  mgßmiMiC  840.  OOMM  773. 

pMC  339.  vulh  1273.  sei  23!. 

Guillem  ÎX:  ««icc  4,20.  die  4.42.  conosc  i,S.  deg  1,20.  puesc 
1,6.  pose  7,10.  itavc  9,14.  vulh  i.i.  viieill  3,3.  .suclli  9,25.  tum  6,17. 
rcnt  6,7.   (]iner  9,20.   eau  7.2.S.  dei  10,7.   sai  1,25.   s.iy  8,S. 

L'wanumt;  alait  2,0.  reuiaiug  3,29.  cre  1,14.  .sai  3,33.  puesc  1,4. 
poac  2,3.  leuc  2,42.  voill  2,25.   volh  4,43. 


  lO  — 

jauíre  Rudel:  cre  i^i.  ri  6,29.  sai  1,9.  5,10.  soi  3,52.  aten  3,16. 
trmmet  2,30.  remanh  4,28.  vuolh  z,28.  VMlh  4,91.  enclau  3,30.  apns 
4,1s.  pooiC  B,iO.  p«iae  4*37* 

Bcnait  Vcntadocn:  tím  34,16.  ima  17,31.  die  ia,t8.  pUog 
13,7.  tntt  S3,a.  die  16^  fmeM  ts,i.  poac  34,7.  ÌÊg  16,99.  i^5* 
snelh  15,44.  janh  »5,6.  áatìih  19,30«  twh.  id,35.  cnelb  16^  valh  19,36!. 
tvdh  i6^t.  t«lh  97,18«  era  90k4S.  »ort  a<vi*  qni«r  15,11.  inri  i6bS. 
tiMMt  21,6.  dd  93,3. 

Peüe  Vidal:  aten  91,18.  tum  44>57*  m  lo^i.  pot  1,8a  vm 
9,39.  COOMC  30,35.  die  5,17.  retrac  16,54.  trac  16,16.  ooBoac  10,29. 
pose  t. 69.  tenc  40.4.  solh  6.76.  j^l.mh  42,6.  cnlh  37.1"^.  remanh  8,23, 
tenh  35,13.  volh  2,i8.  31,13.  cie  7,74.  trai  44«6&  dd  7,75.  sai  2,24. 
eoquer  21,21. 

Mönch  V.  Moiitauilon  :  etiten  7.51.  tem  1.42,  apren  7,1.  repren  7,1  f. 
sec  6,7.  die  7>'5*  pt^isig  14X1,22.  caQOi>c  2,23.  dcg  ^,29.  puu^c  1,1 1. 
pose  4.27.  puesc  15,26.  tenc  2,24.  deffend  1,13.  refier  6,31.  enquer  1,66. 
enquicr  9^  qoier  15,57.  cre  1,23.  tai  1,67.  dei  146,85. 

AïïtuM 'ThakAt  âtm  jjê»  dcflÌM  7,41.  im  7,64.  doc  i4«34-  mc 
9,17.  die  6^96l  soimw  11,38.  tnc  to^.  pranc  8,90.  pMK  3,1a 
poM  7,94.  tCBe8,38.  tidi|g8h59.  Mag  13,36b  art  10^16.  aol  6,2.  qnier 
19,46.  tHoül  9,16.  tMill  5,99,  vail  9,39,  viMÜl  1,17,  nmU  3,35.  mú 
13,17.  >9,36.  Teil  14,39.  art  15,90.  éá  3,13.  ad  3,91,  craia  14,34« 
eiKveie  14,45. 

ddrant  Riquier:  10013,44.  aoqii9r3^5i.  plane  5,5.  di^  t,8.  dediaá 
1,37.  say  3,16.  sai  1,26.  destudh  134.  dueDi  1,35.  tuelh  1,51.  vueih  1,3. 

Bertram  Carbonel  :  die  5,1.  [liêttt  1,19.  ptiete  8,18.  teoc  10^31. 
quicr  4,23.  bay  12,19.    vuelh  8,24. 

Roman  de  Flamenca  :  dk  733.  COOSec  660.  posc  77.  pocsc  4855. 
quier  436.  sai  122.  voil  19. 

Matire  Ermei^jaud  ;  rcspüii  2468.  die  163.  pucsc  16170.  ieconosc96 
tcnc  17032.  ae  2580.  escrieu  231.  ȟ  37.  vudh  47.  \-ulh  16788. 

Aidüvet  de  la  Conaume  Oâtnni  pnunat 

Ree.  d'andcns  tottca  baa-late  eie.(  die  48,6. 

Rae.  de  textet  gaae.:  ded.  dd«  tCDlu 

3.  Conjagation. 

Emig.  St  Jean:  esgauaae  840« 

GniBeaft  IX:  taag  8,90.  goeipiae  9,41.  eel  4,99.  iag  400» 
CeraunoBt:  aent  4«96.  etbda  4fiS«  e^fandt  4,13.  Iteaab  4,31.  gada 

4,9}.  tnoealh  4,31«  an  9,53.  mor  4,95. 

Janfie  Radd:  Jen  1,18.  gau  5,8*  part  1^43.  aan  4,19.  an  3,50. 

aug  4^6. 

Bemart  v.  Ventadom:  blan  13,26.  sofris  16^39.  ftnii  16,94.  reblan 
13,96.  ang  16,90.  culh  1546.  aiiiier  19,17. 


Digitized  by  LiOOgle 


—  a  — 

Pdre  Vidal:  fier  12,21.  30paS.  fug  33,17.  jau  46,4.  pUu  11,13. 
sen  17,3.  aug  ^,37.  au  10,16. 

Mônch  V.  MuuUudoo;  paii  12,29.  <^ug  3,io.  sove  7^2.  servis 
12, 12.  üoirid  12,43. 

Anuwl  Dnitl:  fu^StSa.  gau  14,7.  tHT.  tojỳ»  wm  1 7,7.  gnuôic  8,10 

Ile  I II  iHi  Cotboods  anch  I7tt4* 

Roman  de  nuMOett  ooaMO  377. 

Ree;  de  tectn  gMC;:  veitkk  demrtci.  iuiltiiÌM;  «rteblitc. 

PrifiUgaa  de  k  Conmioie  ClOtiire:  eonfcnc. 

b)  mit  StftllsTOC«!  i  mtd  e  in  1.,  s.  und  3.  Goqjiigatioa; 

Bvang.  St.  Jean:  albiri  1559.  oodri  664.  péril  233.  joM  315. 

Benart  t.  Veniadom:  decire  15^9. 

Faire  Vidal:  peiV  6,66.  tÊmhâ  30^31.  eolice  3^ 

M.     Montnadon:  entetge  SiH* 

Gniaiit  Riquier:  peiV  13,25,  attefil  33(33. 

Roman  de  Flemenca  :  sufri  4957. 

M.  Ennengaud:  parle  231.  ^offri  16386. 

Ke&  de  textet  gase:  establi  1290. 

a)  Aiuúogiaclitt  Pormen  aaïf  L 

Sie  finden  sich  nur  bel  VeHMi)  (.  tmd  3.  ConJ.,  abgetehen  von  morir. 

I  aj-ujj.  St.  Jtoii .  ami  i  1 24.  aiuciii  I361.  atrobi  1351.  batcigi  jS. 
doni  342.  gardi  676.  gloritiiiui  672.  jugi  340.  laivsi  1116.  paosi  114. 
pogi  1472.  enel^gni  1064.  troU  1366^  — >  ami  744.  eUgi  4^3.  qucrí 
341.  tiameti  1483.  reetbi  346. 

CaiOem  DC:  «fori  6^  «wi  4,4.  —  tremi  7,19. 

Faire  Vidais  ami  44,33. 

Mandl  V.  Montandon:  Irobi  146*35. 

Amant  Dmdel:  doli  i<vn.  emeri  10^.  dopti  11,33.  nadiio^S.  — 
nfpicndi  13,54.  almdi  12,30.  entendi  12,6.  estendi  13,14,— >  praferi  10,1$.  querí 
10^32.  toli  10,23.  »oferi  10,36.  destoU  10^.  read!  13,3t.  tependi  13,40. 

Guiraut  Riquier:   ]ami  5,40.  prezi  19,15. 
Ti<»rtrin  ro-f^ene!  :  aliobi  7,5.  —  respondi  18,17. 
Roman  de  t'lamcnca:  auii  404Q.  —  a<^gi  5585. 
Malfre  Ermengaud  :  giqui  16x56.  —  mori  IÔÎ57.  —  q«eri  16292. 
Ree.  de   icxtcs  ga:>c.  :    innni    1290.   ä&bigiii    1270.    pauzi.  kschi. 
aittrichj.  pregi  1270.  doni  1236.  meti.  queri.  podi. 

^  AfiiilfOiiiKihff  Fonnen  wat  e 
beben  nar  in  t*  Com*  ''atl^ 

Jaafta  Rndel:  rmdre  1,31. 
M.     Montandon;  anae  30^37. 
M.  Etmcngand:  oofeme  3469, 


Digitized  by  LiOOgle 


4)  Anaiog.  Formen  der  t         Praes.  auf  C  und  SC  in 

der  2.  Cox^ugatíon. 

Evwi^.  St  Jctuu:  vcnc  Ii  19.  pwc  339. 

GttlUem  IX t  vsiie  9^3.  ine  2,a6^  pmc  8,1.  poeie  t,6.  paie  7,10. 
tenc  9»t4. 

Cercnmont:  vaoc  4^6.  vec  a,53.  tenc  3,4s.  potc  8,3. 
Jaufie  Rudel:  vanc  1,23.  fauc  3,51.  teoc  4,1.  pwMc  3,1a 

B.  V.  Ventadorn:  flaue  18,17.  tenc  13,5.  puesc  12,1.  pose  24,7. 
Peire  Vidal:  e«Unc  14*42.  44,53.  £mic  17,26.  voc  44,61.  Wae 

pose  1,69. 

M5nch  V.  Montaudoo:  vauc  15.  f«oc  2,l6.  tenc  2,24.  puosc  1,1 1. 

pueüc  15,20.  po^c  4,27. 

Arnaut  Daniel:  estauc  8,24.  vauc  14,45.  fauc  Io,2.  somonc  11,38. 
prenc  ü,20.   tenc  ü.jü.   pue^c  3,10.   pose  7,24. 

Gtiiraut  Kiquier:  plane  5,5. 

Bertno  Girboiiel:  pUmc  1,19.  toic  io»ai.  vauc  12,8. 
Rooiaii  de  Flamenca:  vaiic  354.  pose  77. 
M.  ErtKMUgaadî  tnoc  17033. 
Ree.  de  tetfet  gMO.:  lang  1385. 
FMIviL  de  la  Oaniiniiiie  QMnie:  eonvoia. 

R  5)  Lautgeaetdkhe  Formen  der  a.  8g.  Frees.  hUL 

der  e.  und  $,  Conjug. 

a)  Evaiig.  St.  Jean:  baU  1322.  pot2  1066.  sabs  141.  vois  298. 
eres  741.  !o86.  estas  59. 

M.  V.  Montaudon:  soieia  io,6.  quers  11,7.  retraà  ii^i>.  vaU,  11,9. 
vob  12,19.  estas  12,18. 

Axnaut  Daniel:  acoeilbi  8,19*  9i3t.  raffen  14,47.  oonquers  14,15. 
4h*  13,41. 

H.  Ennciigattd:  aal»  1133.  oomples  158. 

b)  bialcr  Zluchlaaf  aclieint  e  (=  c,  i)  nicht  au^egeben  wenden  tu 
will,  dalier; 

Evaiig.  St  Jean  :  oexea  80.  dises  584-  ualdiies  806.  mesooooisiei  144* 

1,30. 

Gailkm  IX:  auaes  2,43. 
Roman  de  Flamencas  dises  56. 

6)  AnelogiBche  Formen  der  x  Sg.  Frees.  Ind. 

a)  Evang.  .St.  Jean:  vas  469.  fas  T14. 
M.  V,  Montaudoo:  vas  11,33.  Tas  13.43- 
Guiiaat  Riquier;  fss  3,43. 


Hertraii  Carbonel:  fas  i8,6. 

Roninti  de  Fîammenca:  fas  745. 

h,  Kvaag.  St.  Jean;  queres  2^$.  nquen»  302.  saifoaén  I330> 

u>ie» 

C  7)  lAutgesetdidie  Formen  der  3.  Sg.  Praes«  Ind. 

in  der  2.  und  3.  Conjug. 

Evang.  St.  Jean:  deisseti  300  ofen  S.Ì2.  ^ec  597.  cre  427.  dit;;  58. 
esparlz  770.  quer  228.  —  dorm  835.  ubre  754.  au  735.  fug  769.  mor 
1553.  cove  139.  deu  1360.  pot  73.  reoep  183.  sap  511.  sab  97Ö. 
loi  44.  ve  45.  VÎU  276. 

Guillem  IX;  defeii  2,15.  enten  2,4.  vcns  4,47.  apren  2,5.  ditz  7.14. 
planh  3,18.  ri  1,17.  —  consen  2,9.  —  uien  5,4a.  coven  10,33.  •"»9« 
creis  3,».  deu  8,4.  pol  6,S.  sap  8,48.  vol  1,16.  nais  3,16. 

Cereamoiit.*  atcn  1,27.  ditz  4,53.  feing  2,41.  perpren  2,28.  resplan 
4,3s.  —  aottoill  3,7.  esjau  3,S.  coDois  1,5.  cove  1,8.  r^.  crds  9»a8. 
mos  t,7.  pdt  3,37.  plats  3,7.  pot  3,19.  34.  sap  3,35.  sooor  1,3.  te  4,5. 
ve  1,14.  iS.  ven  4,48.  vol  3,35.  nais  3.3B.  aznarss  4,1.  bmnecb  4,31. 
comtia  4,9.  enpteda  4,43.  escamte  4,45.  esfreds  3,3. 

Janfre  Rudel;  aee  1,5t.  iol  3,3.  aten  4,13.  and  6,31.  desdltt4,4S. 
dhz  3,44«  mespren  4,33.  preii  T,2.  renuui  1,5a.  refianli  3,$*  volf  3,5. 

esfBtt  3,35.  cau  3,38.  conois  6,3*  cove  6»i8.  crris  3^9.  dol  3,9 
mou  1,3.  par  2.3.  plat/  5,7.  3K.  pot  1,56.  sap  3,33.  toi  3,35.  ven  1,7. 
fal  1,19.  vol  1,48.  csclarzis  2,2. 

Hernart  v.  Ventadorn  :  bal  19,32.  jïar  lî.  jo.  pert  15,42.  U  m  16,37. 
veim  fî.37.  adut7.  21,10.  art  20,24.  dcstrenh  19,31.  dit?  17,41.  me!  16,14. 
sofranh  I9,f9.  —  part  i8,l,  mor  19,40.  val  13,44.  [uai  I9,a6.  00124,28. 
creys  17,36.  creis  23,44.  deu  14,28.  plalz  15,30.  j  ot  11,42.  sap  20,21. 
socor  13.16.  sove  19,23.  reve  19,17.  ten  18,40.  val  ll,4J.  vc  19,13. 
vol  14,44.   nais  16,28.   fenis  19,3. 

Pcire  Vidal:  bat  37,13.  combat  40,31.  dcfen  35,39.  pcrl  4,2.  par  2,45. 
tem  §8,13.  vent  33,33.  cre  5,48.  resiK>n  14,18.  vens  6,35.  adntz  6,a. 
«ad  40,27.  ottfa  30,14*  'din  i7t>o.  destrenh  34,53.  destnii  5,36.  ditt 
3,93.  empcen  38iSa.  endan  6,41.  fenh  41,10.  franh  41,8.  sofranh  34,26. 
net  44,43.  pionet  40,19.  prenb  3,31.  plaïkb  3,58.  «{nier  35,33.  ri  7,36. 
sooM»  7,73.  tanh  iT,ii.  —  abav  8,5.  bast  33,34.  awen^  33,3.  oonsen 
39,30.  dcsBMn  44iSt.  csjaii  6,44>  fier  33,37.  fng  31,4.  part  31,51.  pUu 
14,35.  aoAe  16.4.  sent  45, 38»  aoolh  37,31.  esoolk  5,53.  eis  10,15. 
asor  43,33.  cal  3],i5,  conois  1,39.  crets  14,33.  den  I3»33-  dol  11,17. 
mcntan  6kl4-  mante  37,47.  manten  43,  43.  notz  33,16.  parais  45,7. 
plat!  9,4.  pot  1,93.  reten  6,49.  rtte  7,30.  sap  2,59.  sove  37»t5*  te  1,58. 
tcn  14,14.  toi  6,50i  val  3,63.  ven  6^53.  vol  4.38.  nais  17,17.  via  37,16* 
abefís  6,39. 


M.  V.  Montatidon  :  nronsec  11.29.  «'^tc  '^  7  ''nntcn  10.99  '^'•'cn 
7,54.  enten  3,41.  par  13.24.  |)erl  2,3.  prufcr  19,45  <  c  11,26.  ton  19,70. 
ven  10,63.  ^ol  10,33.  «ipi'^n  iS.jo.  ditz  7,49.  enjucn  1,17.  enijuer  19,4*. 
met  4.52.  l>eing  13,49-  plaing  14,22.  preii  4,51.  t^uier  6,36.  quer  S, 3. 
Uûng  2,31.  teing  10,5s.  —  faUl  2,26.  sent  15,10.  «en  I,l8.  acnofll 
10,5a.  au  1,18.  dwpte  7.XS.  ooDoit  7,14.  cove  2,31.  eoven  5^  ocb 
7,50.  den  a,f8.  non  4»45<  not*  it,ts.  ^taiék  7,47.  platz  i,gf»  pion 
1^35*  pot  1,37.  aap  3,5.  ten  8,4>  t»  I7«3i  toi  1,77,  val  i^.  treu 
19^40.  vol  ^6.  naît  9^40.  vie»  10,96^  obods  12^ 

AnMiMl  Daniel:  dan  17,37.  àtttm  7,5.  pert  to,M>  w  4f33-  cre 
4,33.  art  8,91.  and  8,18.  oondnti  tjA,  dits  4»35*  enptcn  I3i3i«  cnqnier 
13,13.  esdutz  19,25.  fe^  7,14.  quier  7,35.  remm  4,3.  $ohr  13,56. 
taing  17,14.  tramel  18,37.  —  assaill  2,38.  col  4»44.  cossini  13,38.  dorm 
5.7.  fuig  16,24.  sent  7.49.  tras«;ail  2,32.  iels  î.q.  eis  14,21.  hicis  17,36. 
aven  6,2.  diaplen  1,2.  cor  1,16.  covc  1,26.  creis  5,31.  destol  6,9.  dol 
7,25.  mante  3,18.  manten  10,7.  mou  io,  6.  |>arets  3,49.  platz  12,28. 
ploH  14,36.  prcii  7,ói>.  l'ot  11,46.  sap  13, 44-  <p  3»  50.  ten  7,33.  toi 
6,10.  val  2,19.  vol  5,27.  abclia  3,45.  afurlb  6,2^.  dclü>  11,13.  fl<^ 
5,5.  firetta  16,41.  languis  7,16.  noiris  11,14.  péris  11,16. 

Gniimit  Riqnier:  defèn  6,8.  par  3,10.  pert  2,1.  aten  16,41.  vcns  3«Si. 
and  3,37.  afenk  5,1t*  dits  3,63,  dcatrenh  3,7.  «nqner  3,51.  cmpenb  5,27. 
penh  5,19.  peipran  19,88.  aol  5,14*  ^  aeiwlh  l,8i*  U>n  344-  ooaen  6,34. 
fol  1,34.  fiOh  4,5.  ncadh  1,47.  crejr»  4>36>  den  1,43,  pot  3,36. 
plais  4,35,  qnal  leten  1,44.  vde  1,7.  aap  4f46.  loll  '3,70.  ten  3,36. 
vol  1,3.  val  5,43.  ven  10,6.  ve  30,43.  «in  8,39.  enardb  6,35. 

Bertnw  Carbone!;  oofon  8,i3.  ditsen  18,23.  ácaptn  8,2.  par  19,34. 
pert  to,  20.  rescon  11,37.  .siec  17,29.  tcui  11,28.  cre  6,16.  ditz  5,5. 
met  14,12.  pren  7,30.  rq»rcn  t6,6.  respon  12,12.  tanh  7,15.  —  a.<»salh 
12,18.  cwscn  19. 19.  olc^'  M),  I.  endevcn  7,21.  falh  9,9.  penet  17,27. 
sal  1,14.  secor  1,23.  fuch  10,24.  fug  11,26.  ave  16,21.  conois  11, 2<). 
cove  17,28.  perve  14,2.  sove  2,30.  creis  5,11.  dcu  5,6.  mente  16,22. 
pctic  0,10.  .>(>ste  14,17.  nolz  15,16.  paiei^  5,9  ])ìat/  17,24,  pol  3,30. 
quai  1,13.  sap  5,6.  te  2, a.  valb  6,4.  ve  1,2.  ven  5,14.  vol  3,28* 
17*10.  grasb  17,8* 

Roman  deFlaaienca:  oal  tti.  cndan  159.  oiten  4880.  re^pon  108. 
ncNve  857.  diz  434.  dis  5 ici.  daüiekh  176.  estrain  330.  perpran  3oi. 
eatnn  406.  tain  457.  atain  864*  —  AU  348*  «cvdl  433*  mû»  5108. 
mor  335.  deven  i&  oovcn  118.  oove  763.  ooooia  341.  den  569.  pot  3a 
aap  40.  nb  383.  vol  567.  plu  370.  plats  377.  plas  436. 

M.  BmMQcaad:  eqMn  39.  eaooo43*  enten  416*  ealeo  4M.  pert  1009* 
oonomp  16349.  oActt  17C133.  tam  30304.  en  1009,  raapon  1364* 
dits  39«  pren  136.  trameh  351&  eacrin  339.  end  17043*  —  een  133* 
pert  16805.  fng  16378.  pktt  35.  sap  3556.  sab  19307.  vel  133. 


Digitized  by  LiOOgle 


—   IS  — 


deu    451.    conoiü   3130.    cove    loi.    esdeve   3548.    ve   136.    ven  1^4. 
pot  139.  crcis  118.  te  1085.  val  2551.  lecep  3í65.  vieu  414.  nais  ^ij^. 
nays  1247.  obezisoto.  omplis  1230.  fremís  16167.  procezis  1025.  punis  1160. 
K(X.  de  textes  gas>c.  :  defen  I171.  pren  1290.  auci  1290.  —  part 

lat.  d«o  taa>  ten  ita  plati  laça  woeb  1290.  «oL  ja»  1336. 
pod  1171. 

Arddrcft  de  Montpelliers  «ee.  pren  XXI.  234.  éea  XX,  229.  oonten 
XXVIU.3a4.       XIV,  183.  vol  XTV,  183. 

FrinL  de  k  C.  Ctdtne:  conten,  deu. 

Anb.  de  U  C.  Gôtitre:  enten,  conten.  deu,  ten. 

R.  d'aadens  textes  bas-lat.:  jiert  56,3.  pren  56.24.  reman  56,3.  — 
and  56,14»  fer  56,51.  ten  40,103.  toi  4i>7-  pot  56,18.  ven  56,16. 

8)  AnalogiMlìe  Formen  der  3.  Sg.  Praer,  Ind.  der 

2.  Conjug. 

Evang.  St.  Jean:  vai  217.  fa  162. 

Gttillem  IX:  vai  5,11.  fai  2,6.  fny  10,23.  di  1,15. 

Cercamont:  vai  4,10.  fay  1,5.   fai  3,2.  cai  4,2. 

Jaufre  Rudel:  v.ii  1,26.  5,36.  estai  4t 44*  fai  l,a^  fs  6,3.  di  6.1. 
e&cbai  5,31.  jai  3,18.  plai  5,24.  45. 

B.  v.  Ventadom:  vay  11,39.  vai  12.38.  estai  17*11*  fai  12.30. 
fa  13,29.  eschm  23,20.  mov  11,33.   plai  12,30. 

Peire  Vid.Tl  :  sent  45,28.  vai  ii,20.  estai  32.57.  hu  31,23.  fa45,5l. 
desLrui  5,26.  ili  7,36.  tia  14,28.  tnU  35)23.  dui  44*69.  escbai  34*^5« 
mentau  6,14.  plai  16,20. 

M.  V.  Montaudoo:  sent  151 10.  vai  a>3.  estai  10,22.  tat  1,20. 
fa  3,10.    irai  4.54. 

Aïaaul  Daniel;  cosaint  13, 3Ü.  vai  3,20.  estai  1,13.  ía  1,34.  fai 
3,15.  di  8,30.  55.    estrai  6,25.  trai  4,39-  c^ai  3,1.  jai  5,14. 

Guiraut  Riquier:  vai  1,49.  estai  6,1.  fay  t,i6.  fa  2,8.  26.  att.iy 
1,33.  estray  3,aa.  eschay  t,a8.  eschai  3,8.  play  1,11.  plai  2,18.  3,7. 

Bert  ran  Caibonel  :  senL  10, 16.  vai  5.16.  vay  io,  6.  Tai  2,1.  4,18. 
fay  6,27.  fa  5,18.  dmy  14,11.  play  13,12.  15,20. 

Ruuiaii  de  i  lameuca:  vai  227.  fai  47.  379.  trai  decbai  246. 

plai  833.  respont  4922. 

M.  Ermengaiid  ;  vai  if8.  fay  129.   (a  1225.  play  196.  tra  2027. 
Archives  de  Montpellier:  fa. 
Arch.  de  la  Commune  (clôture:  entent,   fai.  fa. 
Kec.  d'ancief»  textes  bas-lat.:  ítiiL  56,1  &  íai  55,7.  56^14.  U  56.25. 
trai  56,15. 


Digitized  by  Google 


D.  9)  Laatgesetzliche  Formen  der  3.  Plur.  Praes.  Ind. 

a)  I,  Conjugatîoii  auf  -an; 

Evaag.  St.  Jean  a  donan  791.  cona  327. 

GnUkm  DLi  dCBMudaa  4*$o. 

Poiie  Vi(ItI;Gridiii  9,43«  eataa  8,aS. 

M.  v.BfanlMidaii:  «mtn  a^6,  hlasoun  7,S.  demam  I0i53>  enwgân  17,1. 
Guirant  lUqnier:  oomeiuftii  1,1«  tanuin  t6>a7.  moMnn  jObii. 
Roman  de  Flanenoi;  SMUkätn  136.  comcnwin  313. 
M.  ErmenfHud:  ooMÌnun  83:  moltlplicaii  aio.  «csaidan  $2$»  deûwi 

1327.  lauzan  2593.  gardan  3097.  a|>oi-tan  3143.  predican  3171.  fCl«B 
5190.  tiran  16107.  ploraii  l6io8-  cofessan  16844.  estan  485. 

Bcrtran  Carboad:  abandonan  6,ao.  paguan  l6|i4.  semUan  tit^j. 

es  tan  7.7. 

Ree.  de  tt-xtf's  ^'a>c.  :  ({uitaii,  Lusan,  auircian  1256.  alidac  1189» 
juraii  1257.  icjiuuci.m  1288.  estaii  1252. 

Archives  du  Consulat:  retoraan  11,  20.  estan  II,  20. 

b)  2.  Coujugation  auf  -en: 

Ree.  «le  Icxtcs  gase.:  soleii(t)  129U.  denen,  tenen. 
Arch.  municipales  d'Agen:  deveo  1232/^  XÌX* 

c)  2.  und  5.  Coi^ug.  auf  -on,  a 

Evanig.  St  Jean:  sego  757.  eov«rtiioo  987.  cteco  14.  auro  754. 
iuio  758.  diso  839*  ooDQgo  758.  oonobio  77s.  podo  143.  sabo  757. 
veno  173. 

(iuillem  IX:  audgo  5,78.  naisson  3,r5. 

l'eirc  Vidal:  espandon  6,10.   sciiton  30. iS. 

M.  V.  Montandan:  <lizon  Ì4H,  16.  podou  13,56. 

Arnaut  l)aiiiel:  scgon  »,43. 

Roman  de  l'iainmcnca  :  auzon  549.  düon  555. 

M.  Ermengaud:  redo  474. 

U.  Carbomd:  balon  19.29.  segon  9,27. 

10)  Analoglnclie  Portnen  der  3.  Plur.  Praes.  Ind. 

a)  I.  Conjugation  auf  -en: 

Huelhiuslied  :  repairen  3,21.  32.  espereb  6i3.  amen  6» 4.  muntcD 
6,  18.  toroen  6,  19.  commencen  6,41. 

b)  I.  Conjugation  auf  •on: 

Evaog.  St.  Jean:  avoiido  377.  «coro  229* 
GuOkin  IX:  axantoo  i,  18.  clamon  9,24. 

Cemmont:  canton  4,3.  'vCfdeiott  0,5« 
Jaufre  Rudel:  chanton  4«  2* 


Digitized  by  Googl 


—  *7  — 

B*  V.  VenUdorn;  brotoBon  Ii« 31.  «*«"*ir"  I9i8*  cuton  32,1. 

Pdre  Vidal:  ogFMlo  12,55.  tlogron  31*11*  «non  38131.  baisMii 
30,27.  chanton  1,5.3813.  comaMoll  II.4.  comproo  45i57«  cridoa  30i39> 
duptoD  30,18.  encausson  35.36.  gaHaa  30i26.  plonn  5^1.  p(niliaii4^3. 
prezon  30,5.  lomon  22,92. 

"Si.  V.  MoiitaiuloTi  :  aninn  i,(>2.  chanton  20,l6.  degnoo  17,3.  douon 
13,30.   escOJiton  20.28.  icnson 

Amaat  Daniel;  enseignon  4,7.  entreseignon  11,3.  reingnon  17,24. 
rcston  16,1. 

Roman  de  Flamenca:  albctguu  440.  Albergo  443.  menon  489.  levou 
531.  troboii57i.  icminoii  724.  d^bon  727'.  porton  783.  190014004966^ 
laittoii  5121. 

M.  EnMOgMid;  canio  78.  fonkn  129.  porton  4<^i.  ainoa  44** 
troboo  492.  canýo  9597.  toiiMii  2598*  porto  3144.  mm  3360.  BMtpvtio 
3268.  p*ttso  3369. 

Beitnin  ^fbonel:  «juston  19^  biMiKOO  8,27.  ginkm  9>26. 

Archives  du  Consttkt:  «tttorptittO  XIV,  165.  oofcmiO»  VI,  97. 

Arch.  de  la  Commune  Clôture  :  trans|K)rton  I. 

Ree.  d'aiici«n&  texte»  bM-lat.:  jirestoa  55(42. 

c)  9.  ConJugBtioii  auf  -en  : 

Ree.  de  textes  gMc.:  ptenen  1171.  boten,  uoleii. 
Aldi,  municipale»  d*Agen:  poden. 

d)  2.  Cunjugatioa  auf  -un,  o; 
Evang.  St.  Jean  :  ve/o  746. 
Guilicm  IX:  solun  4,2. 

Jftnfre  lUdel:  movon  4,51.  tenon  4,22. 
B.  T.  Ventadoni:  veioci  19,28. 

Pdre  Vidi]:  Ismon  30,4.  foloo  22,18.  dolon  6,25.  vakm  13,58. 
pl<umi  34(38. 

Mönch  V.  Montaadoo:  pkuson  20,25. 
Anwut  Daniel;  dolon  17,18. 

Goinutt  Ric|uter:  devoo  30^11.  tenon  1,32.  vtlon  l6,49* 

Koman  de  Flamenca:  temon  205.  remanon  577* 

M.  Ermengaud:  soloo  16065.  devoo  442.  tenon  1136« 

Bertran  Carbonel:  devon  l6,22.  dolon  1,19.  ^ 

Archives  du    onsulnt:  devon  \'1V,  160.   tcflon  III,  2ü.   valon  IV, 33. 

Aich,  lie  la  Cotiuiiuni;  Clôture;  contenon  1,4. 

Arch.  municiii.ales  d'A^cn  :  devo  ll^/fy- II. 

Kcc.  il  aacicni  icjklca  L.is  ial .  (U-\i'  47-24.    tcno  30,14. 

e)  Bemart  v.  Vcntadorn  :  fan  12,30.  13,34. 
Pme  Vidal:  van  32,37.  fan  4,4t. 

2 


Digitized  by  CaOOgle 


M.  V.  Montaudoik:  rma  13,4*  fiu  1,64.  font  IS,5I. 

Guiraut  Riquier:  ran  16,27.  fan  19,59. 

Ronuin  de  Flamenca  :  van  299.   fan  2& 

M.  Ermrnpaud  :  van  i6s'35.   >an  44. 

B.  Carbotiel:  van  14,18.  fan  6,23. 

Arcb*  du  Consulat:  van  XXVI, 307.  fan  ^zy, 

II.  Das  Praosens  Oonjunctivi. 

A.  i)  Lautgesetzliche  Formen  der  i.  Sg.  Praes.  Conj, 

aller.  Conjugationen. 

a)  ohne  Stfltsvocftl: 

Evwig.  St.  Jeans  bm  1500.  perd«  433.  erat«  772.  fasia  345. 
fiusn  997.  digft  loot.  vengft  1551. 

Guilleni  IX:  puesca  4,48.  sapcha  i,t$.  tenha  2,34. 

Cercamonf  -,   nn  2,50.  perda  4fl8. 

Jaufre  Rudel:  an  6,33.  vt:ja  5,39.  atenha  1,27.  refranha  3,7. 

n.  V.  Ventadorn  ;  esconda  21.36.  cos>enta  22.30.  nienla  22,32. 
repcnta  22,34.  ruija  25.14.  Mda  15,39.  ptanba  i$A^'  parcsca  12,32. 
tudha  14,33.    vuelha  14,29. 

Peirc  Vidal:  aljais  22, 4X.  tom  2.13.  —  cstraja  21,50.  rcmanhu  15,9. 
reliiijj,  21,23.  traja  21,14.  prenda  30,23.  queira  32,22.  pose'  13,35 
(    posca),  deja  35,27. 

M.  v.MonUudon:  chant  7,30.  fassa  3,30.  diga  5,15.  digna  3,31. 
plaigna  i2,lA.  vdll'  7,59, 

Amant  Daniel:  an  16,35.  dnoilla  3,4S>  «*P«>da  7^.  apoigQa4,7. 
blandft  16,10.  dcscobn  13,31.  £uu  6^5.  dîga  15^43.  tnoOln  2,15.  fndlla 
3,8.  TQoilla  3,33. 

Berttan  Cnrhonel  :  venM  3,15.  rabttjn  3,15.  tcnha  s»7.  tudila  4,13. 

Gtttmiit  Riquier:  planha  6,16.  dnella         aapcha  34,5. 

M.  Ennengaud:  lais  105. 

Ree.  de  texte»  gase.:  posdia. 

b)  mit  Stfitsvoeal: 
Evang.  St.  Jean:  parle  tooi. 

B.  y*  Ventadorn:  demoetie  13,3.  cowre  35,10. 

IVirp  Vi^al  :  canije  32,17. 

M.  V.  Montaudon:  Konre  2,16. 

H,  Ennengaud:  parle  151. 

a)  Anat  Formen  der  x.  Sg.  Praes.  Conj.  i.  Conjvg. 

Evang.  St.  Jean:  acab«  24Ó.  juje  997.  laisse  1353.  resuscite  434. 
traspasse  1003.  ane  1185. 


Digitized  by  LiOOgl 


—  «9  — 

B.      VcBlidanii  «n«  95,». 
M.  V.  MoBttttdoBî  dopte  a,3a. 
Mn  Vidal:  cstia  44,74. 

A.  Dmid:  «oloffe  13,5. 

G.  Riqnier:  abdiie  1,43.  anro  35t59> 
M.  ErmfngßnAt  Uvte  107. 

B.  3)  Die  a.  Peraon  Praes.  Conj.  der  x.  Coi^ug. 

a)  bttigesetzficbe  Fonnen: 

B.  V»  Vcntadon;  dod»  11*44. 

b)  anaiogisciii!  Pocmefi: 

Enmg.  St.  Jcant  «bM|Mt  1070.  doMft  S.  garde»  1260.  Isre«  1019. 
memvilhM  139.  pocct  ao6. 

M.  ▼«  Momandiii:  «net  12(34. 

4)  LaiitgcaetiL  Fonnen  der  3.  8^.  Pnee.  ConJ.  der 

2.  Conjug. 

a)  ohne  Stiltivocal: 
Evttig*  Si.  Jean;  aa  978. 
Uuilleni  IX:  an  6,2»,  brani  6,3a 

Cocamont  :  abais  2,14.  am  2,23,  docsper  4,54.  dun  1,36.  lab  2,ai3. 
K  V.  Voitadoni:  gasanli  I9»3$.  giet  20^8.  pes  2o>38.  pcns  14.27. 

sal  19,19.  vir  17,67. 

Janfre  Rudel:  hirtis  4.49.  don  5,38.  gart  3.56.  meravilh  6,7,  an  1,25. 

Pcirf  Vidal:  abab  10,5.  a/ii  4,55.  do  2,34.  esgart  1,47.  gvt  II»24. 
UQÌh  5,42,   sospir  6,77.   toril  15,32.   <lrnh  45,9.   don  41,1. 

M.  V.  Montaudon:  gar  9,3.   lais  6, h.   ]>c>  S, 32.  plor  11.45.  j>55* 

A.  Dauitíl;  aíul  7,36.  a)  il  4.J7.  ccic  14,10.  desconort  1,35.  don  10,17. 
ckbrapc  17,26.  esgart  13,1^.  plovtl  4.52. 

G. Riqnier:  axtr  apodei*  4,44.  cust  3*45.  despuelh  1,46.  denb 
1,19.  fenh  5,n.  ton  1,40.  don  16,37« 

Roman  de  Fknmenca:  do  76.  don  24Ck  apaiôl  352.  iqmt  777. 
gait  826.  blort  918.  am  990.  ajni  (355.  toin  6521. 

Matfire  Ennc^gand:  do  2584.  perdo  17068.  lais  19216. 

Bcrtian  Gariwads  gart  11,24.  pvett  16^14. 

Ree  de  textes  gaa&:  A»  1290.  te  dam  129a  antriat  1259. 

Prívil.  de  la  Commvne  ClACn«:  ajnl. 

Aldi,  de  la  Commune  Clôture:  an  153,29. 

Ree.  d'anciens  «Sites  baa-lat.:  i^od  42,29.  port  56^16. 

b)  mit  StfltiTocah 

Evang.  St.  Jean:  demote  913.  jnje  665.  jage  156. 
GwOem  IX:  linre  6>7« 


Digitized 

A. 


Cerctmont:  pvle  2,34. 

B.  V.  Ventadom:  caaije  17«  17. 

Peire  Vidal:  ondre  34,17.  parle  40,18. 

M.  V.  Montaudon:  parle  4i59* 

A.  Daniel:  asemble  3,33.  semble  3,40. 

M.  Ermengaud  :  nprneymc  221.  cossire  .>278. 
Ree.  d'anciens  textes  bas  lat.:  coœpre  40,67. 

5)  Analog.  Formen  der  3.  Sg.  Fraes.  Co^j»  auf  e,  i  oder  ia. 

Bnuig.  St.  Jean:  apotic  1130.  doue  1155.  enterogae  1227*  garde 
927.  gete  $89.  ploie  866.  aalv«  1359»  ana  141.  —  eatia  1096* 
Gnillem  IX:  salve  5,8. 

B.  V.  Ventadom:  ante  17,1.  esclaire  25,13.  'ûire  15,2$. 

Jaufre  Rudel:  pessi  6,46. 

Peire  Vidal:  esclaire  17,11.   mire  17,21.  axire  42,7.  tire  42,47. 
M.  V.  Montaudon:  deíìne  15162.  tire  19,4.  .toni^  S»*4* 

A.  Daniel:  adiré  I5,ai.  mcrme  17,39.   tome  4,16. 

M.  Krmcngrmd  :  garde  32SC).    trcmole  l6l02.  dODe 
H.  Carlicmcl;  gaidc  7,28.   pe/.€  6,10. 

Kec.  de  textes  gase:  demande,  laie  1119.  doue  1171.  abergue, 
jilague  1171.  pagie  1270, 

Arch.  du  Consulat:  pa-H^ïC  111,36.  auzc  111,39.  salve  XI \',  166. 
dure  XIV,  169.  done  XIV,  183.  levé  XXIII,  271.  preste  XXUI,  283. 
jure  XIV,  193.  estia. 

Ree.  d*aiicíeD»  teites  bas>1at.';  doue  46,69.  tome  56,44. 

D.  6)  Die  3.  Plur.  Praes.  Coi^. 

a)  lautgesetsl.  Formen  alLer  Conjugatioaen: 
Ev.ing.  St.  Jean:  veÌMi  746*  conoscan  1238. 

Guillcm  IX:   vcngan  9,38. 
Peire  Vidal  :   ]iorîcn  n,f).     -  trn<^;\n  33,10. 
>T.  V.  Moniauilua:  teingnant  13,20. 
Konian  de  Flamenca:  veng^an  134. 

M.  Ermengaud:  venban  10153.  puscan  2005.  j)ucsean  16075, 

b)  ^Tw^ngjty*»^  Formen: 

Evang.  St.  Jean.:  manio  375.  entende  986. 
Gmllem  IX:  sapcbon  t,i. 

M.  EmuBgand:  fasson  439*  ia|>clmi  405.  aapcho  s6o6w  dcNO  3277. 
pnesco  16205. 

Ardu  du  Consulat:  pagon  III,  28.  juron  XIV,  156.  jutgon  XIV,  157. 
auton  XXIU,  280.  traucon  XXIU,  284.  —  contribuvcon  X^,  241.  — 


esttan  XXIII,  284.  anon  XIX,  224.  yesquo  XIH,  153.  fasson  XXI,  251. 
prengno  XIII,  152.  prenguon  XXI,  255.  puescon  II,  15.  puesco  II,  17. 
ddon  XIH,  151. 

Aldi,  mnmeipftkt  d'Agoi:  fuo  1 19^97  II.  fano  i^aa  XIV,  numtcngo 
1196/97  II.  Ungao  1196  97  II.  posco  123a  XIV. 

Ree.  d'andas*  textet  bM*l«t,  :  faaent  56*5.  prennait  56,5.  pnesdioot 

UL  Das  HttlliiTerb  aver. 

1)  Das  Praes.  Ind. 

a)  Die  I.  Pen,  Sg.  lautet  äst  abonll:  aL 
Nor  Im  Evang.  St.  Jean  Immer:  ei  ai8,  775  «tc. 
Jmfie  Rudel:  ai  l»l7.  d  4,23. 

Ree  de  textea  gaacs  cl  1970.  e  laSs. 

b)  Die  3.  Pen.  PL  lautet:  an. 

In  den  Ree  d'aneu  teat.  hn-hi.  Midi:  mu  39^8. 

2)  Das  Praes.  Conj. 

a]  Die  I.  und  3.  Pen.  Sg.  fast  unrner  :  aja. 

Nur:  Ree.  de  textes  gase.:  aie  II 97.  aghe  1270. 
Ree  d'anc  textes  bas-tat.:  aie  561I3. 

b)  Die  3.  Pen.  Pltiial. 
Evang^  St.  Jean:  alan  766. 
Mönch  V.  Montmvdon:  eion  to^$. 
G.  Riquicr:  eian  8*31. 

Roman  de  Flamenca  :  aian  143. 

M.  Ffmcnj^aud  :  aio  2602. 

Ree  de  text«»  gai^c:  ayan  1290.  aion  124S. 

Arch.  du  Consulat  :  aion. 

Ree  d'anciens  textes  bas-lat.:  alunt  56,5. 

IV.  Das  Httlftyerb  esser. 

x)  Das  Praea.  Ind. 

a)  lautgesetzL  Formen  der  i.  Sg.  Ind.  : 
Evang.  St.  Jean:  ao  30,  400  etc. 
CereaBMnt:  ton  4^1$. 
Fdre  Vidal:  ao  3,a4. 
M.  V.  Montindon:  son  4fi9.  Jt. 
Komaa  de  Flemence:  lon  48ft.  ao  2745. 


32  — 


b)  analog.  Fonnen  der  i.  Sg* 

Guillem  IX:  suy  1,12.  sui  1,39.  s«  9i36.  * 

Cercamonf  :  «;ut  2.48.   soi  4.27. 

Jaufre  Rodel:  soi  1,8.  sui  1.22. 

B.  V.  Ventadorn:  sui  11,36.  soi  21,17. 

Pcirc  Vidal;  sui  1.7.V 

M.  V.  Montaudon:  .sui  1,27. 

A«  Dmiid:  soi  3,7.  mi  6,20. 

B.  GtfbtOBli  Mf  5,30.  soy  13.10. 

G.  Riquier:  suy  1,17.  38. 

Roman  de  FlaaMnea:  sol  9049. 

M.  Enaen^Qd:  Mqr  80.  ná  81.  «oi  97, 

2)  Prae».  Conj. 

a)  3.  Sg.:  neben  aoaL  sia  konmit  vor  in: 
Ree  de  textes  gase:  tie  1353. 

b)  3.  Hur.:  neben  anaL  sîan,  aîon  und  sv)  kommt  vor  in  : 
RcCé  de  textes  fuc.:  tien  1171. 


Digitized  by  LiOOgle 


Zweiter  Theil 


Unsere  nächste  Aufgabe  ist  nun,  die  vielfölttgen  Formen 
fiir  die  einseinen  Penonen  des  Verbums  auf  ihren  Ursprung  und 
auf  die  Veranlassungen  zurttdczuftthren. 

I.  Indicativformen. 

A.  Die  Abweichungen  von  den  Lautregeln  beschränken 
steh  in  der  r.  Sg.  Praes.  Ind. 

i)  (lar.uif,  dass  i,  c  abs  Flexiunszeichen  hei  vielen  Verben 
auûrcten,  liei  (ient-n  sie  lantgesetzlich  nicht  bercchtic^  sind. 

Diez  sah  in  dein  i ,  e  der  i.  Sg.  eine  dieser  Person  zu- 
kommende Endung,  die  jedoch  meistens  wegbleibe;  a1?er  er 
erkennt  an,  dass  sie  sich  anfangs  vielleicht  auf  solche  Fälle 
beschränkt  habe,  in  welchen  die  vorhergehende  Consonanz  einen 
Vocal  verlangte,  und  dass  sie  nach  und  nach  allgemeiner  geworden 
sein  möchte.  An  Stelle  von  i  stände  e,  zumal  wenn  der  Stamm 
beKits  i  enthalte.  Diese  Darstellung  ist  nach  der  Beispiels- 
Sammlung  unrichtig. 

Mahn  ist  bezüglich  des  i  der  Ansicht,  dass  es  eintrete, 
wenn  die  Wurzelsilbe  mit  r  oder  1  ende.  Er  will  auch  a  der 
3.  Sg.  durch  e  ersetzt  haben .  wenn  der  Stamm  bereits  i  ent- 
halte.   Auch  diese  Angaben  sind  unzutretfend. 

Die  Verba  mit  i,  e  hinter  dem  Verbalstamm  sind  anders 
zu  gruppiren: 

a)  i,  e  ist  Stûtzvocal  —  also  berechtigt  —  bei  denjenigen 
Veiben,  die  im  Stammauslaut  mut  +  ^<V^*t  liqu*  +  Hqu.  oder 
denL  ^  c  haben,  s,  B.  albiri,  obri,  ondri,  paiii,  estabfi,  sufri, 


cobre,  dezire,  parle.  Diese  Verba  ersclicinen  nie  ohne  Sluu- 
vocal ,  aii&geaomuien  albiri  iinH  dezire ,  die ,  iiachdcin  sic  die 
Muta  eiqgebüsst  hatten,  sich  den  auf  einfachen  Cons.  am- 
gebenden  Stämmen  angUcben.  Nach  Mahn 's  Meinung  dürfen 
Fotmen  wie  par,  remir,  sospir  ador,  plor,  apd,  renovel,  soi  etc. 
nicht  ohne  e*  i  vorkommen;  wir  haben  aber  lahlreicfae  Belege 
dallir  gefunden. 

b)  1  >ie  oben  genannten  Verba  mit  Consonan/  r ,  1  im 
Stammauslaut  wirkten  analogisirend  aber  auf  andere  Verba  ein; 
vielleicht  zunächst  auf  solche  mit  Doppelconsonaoz.  Diese  ana- 
logische Wirkung  muss  sehr  früh  eingetreten  sein,  da  sich  keine 
Texte  finden,  in  denen  der  i,  e  Auslaut  sich  nur  bei  Cons. 
+  r,  1  zeigte. 

Das.s  an  Stelle  des  sehr  häufig  vorkommenden  i  auch  e 
tritt ,  ist  wohl  auf  dichterische  Freüieit  zurückzuführen .  wenn 
Uberhaupt  ein  Werth  darauf  zu  legen  ist,  ob  der  betreffende 
StUtzvocal  i  oder  e  lautet;  denn  es  wird  sich  kaum  constatiren 
lassen,  welcher  von  beiden  der  ursprüngliche  ist;  aber  Dies 
irrt,  wenn  er  annimmt,  dass  e  nur  dann  eintritt,  wenn  der  Stamm 
berdts  ein  i  enthält  Es  finden  steh  verschiedene  Beispiele, 
die  dieser  Angabe  widerRprechen ,  z.  6.  albiri,  eligi,  assigni. 
Dass  Mahn  sogar  a  der  3.  Sg.  durcli  e  ersetzen  will,  ist  ent- 
schied(.-n  unl)eü;rün(lct.  nach  der  I  cberlieferung  sowohl  als  auch 
weil  auslautendes  a  im  proi'enzalischen  stets  als  solches  ent- 
halten ist« 

3)  Die  laL  Verba  auf  -eo,  «io  haben  bei  vorangehendem 
1,  n  die  mouittirten  Formen  auf  Ih ,  nh  ergeben ,  l  B«  acdh, 

rccuelh,  atenh,  destrenh,  penh  etc.  Die  daneben  einhergehen- 
den Formen  auf  Ic,  nc  haben  keine  Parallelentwieklimgea  in 
anderen  Wortklassen  zur  Seite  ;  r,  g  kann  sich  daher  niclit,  wie 
man  wohl  annimmt,  in  der  Weise  entwickelt  haben,  dass  eine 
media  h  (g)  aus  i  im  Auslaut  zur  tenuis  c  wurde.  Was  Diez 
über  diese  Verba  sagte  (s.  o.),  gibt  auch  Mahn  &8t  wörtlich 
wieder,  nur  fiigt  er  bei,  dass  neben  nh  nur  dann  nc  auftritt, 
wenn  im  Perfect  sich  eine  doppelte  Form  vorfindet,  s.  B.  tenc, 
tinc;  venc,  vinc   Hier  wirkten  vichnehr  Co^junckiva  auf  qga 


—    as  — 

ein,  wie  cenga  (^cenb:i)  .  _  cinparn.  franga  (tranhai  —  Ir  nii^am  ii.  dgl. 
Das  g  des  Couj.  wurde  auf  den  Indicativ  (i.  Sg.)  übertragen. 

Dm  Ansicht  M  ahn 's,  dass  Formen  wie  volh  —  volo, 
tolb  =c  toUo  durch  Analogie  der  Verben  wif  -eo,  «îo  entitaiideii 
seîeiiv  irt  natOrlich  beia»tiniiiien. 

Fcmer  spricht  Mahn  von  eîiiìgten  ^noopîeiten  ZeitwOrtm 
auf  -CO,  -io,  (fie  nach  Wegwcffung  der  Endung  o  anf  i  soa- 
gegangen  wften;  dieies  i  hitte  sich  bisireilcasu  c,  gverbfirtet: 
dei,  deg,  dec  ;  vei,  vec,  aber  at.  saû  Dieses  î  ist  aber  regelrecht 
erhalten,  als  i  nach  b,  p,  v,  d,  wobei  Verlust  der  muta  eintritt. 
Eine  Verhärtung  des  i  zu  c  fand  ebenfalls  nicht  statt,  sondern 
die  l-'ormen  dec  und  vec  sind  analo-iis'  )ier  Natur  und  mit  der 
lolgenden  Classe  3  in  Verbindung  zu  brmgen. 

3)  c  kann  sich  nämlich  nur  im  Auslaut  gutturaler  Siäimne 
lautgesetstich  finden,  da  swischenvocalisches  c,  wenn  -  cc, 
bletbt,  wenn  sn  g  geworden,  wie  g  hinter  Consonant,  in  den 
Anslaut  tretend»  wieder  c  wird,  2.  B.  peccare:  pec;  pzegare: 
pregsr;  preg(o):  prec  (genauer  gesagt:  o  fid»  ehe  c  in  ^praecat 
20  g  wurde;  also  preco:  prec,  precat:  prega  sind  zwei  ver- 
sdnedene  Zeîtstufen)  ;  tergeo,  terc;  aber  auch  seijuor  —  sec» 
traho  —  trac  (d.  i.  *trago;  cf.  VVòlíflins  Archiv  i  ' )  haben  regel- 
rechtes c  im  Auslaut. 

Das  auslautende  c  findet  sich  ausserdem  hei  folgenden 
Verben  an  nicht  lautgesetzlichcr  Stelle  :  bei  possum:  pose;  den 
oben  erwähnten  video:  vec;  debeo:  dec;  prendo:  preoc;  vado: 
vanc;  stO:  «taue;  facio:  fauc. 

Datnntcr  ofbidt  pos-c  {d,  Ann.)  sein  c  von  den  Verben, 
denen  Stamm  anf  sc  auslantete,  s.  B.  oonosc,  oeac  etc.  Dos 
c  in  pfienc  erkUrt  sich  wie  das  in  tenc,  venc  (s.  o.) 

Bei  vaiic,  estauc,  hmc  ist  von  den  dem  lat  Vorbilde  nJiher- 
Hegenden  van,  estau  (s.  u.)  auszugehen,  denen  prov.  dau  =  do 
zur  SLite  steht;  vau  niuss  weder  va(d)(j  darstellen,  wie  ego  :  eo, 
noch  gerade  durch  Satzphonetik  erklärt  wertlen  ;  (cf.  Neumann. 
Zs.  f.  Tom.  Ph.  VITT,  395).  Ital.  do  do  und  proven/.  dau 
~  do  weisen  hier  den  Weg.  Nach  da-s,  da-t,  da-mus,  da-tis 
u.  s.  w.  wurde  wohl  vulgärlat  ein  da- o  geschahen,  wie  si>a 
sim  etc.  bemkigte.   Dieses  dao  ergab  itaL  dò.   Auf  diesem 


Digitized  by  LiOOgle 


Wege  niiiss'  auch  iuL  stò,  prov.  estau  eotstanden  sein.  Diesen 
Verben  st  hlieíîst  sich  dann  vadere.  das  im  provt'Qii.  viele  andere 
Formen  mit  stare,  dare,  wie  im  ital.,  theilt,  an:  vao,  vas,  vat  etc.  ; 
daher  itaL  yò,  vas,  va  etc.;  prov.  vau,  vas,  va  etc.;  ebeoso 
fix.  vo>îs,  vas,  va  etc.  Unter  Anfiiguiig  jenes  c  von  trac,  vec, 
dec  etc.  entsteht  vaa*c,  estan-c;  wohei  auch  £mic  lein  c  er* 
halten  hat 

Anmerkvng.  Dw  altfn.  pois,  puis  ttamnit  n»  éem  Omjtndhr 
poisse,  pniss«     *po88-ja,  und  ist  nidit  etwa  ra  vois  (vado)  angeiiildet» 

welches  letztere  vielmchi  aus  vpi,        (d.  i*  vbu  ■-  vndo)  hervorging. 

4)  Der  nach  Schwund  des  naditonìgen  Vocals  in  den 
Auslaut  tretende  Consonant  ist  eihalten:  am,  aus,  eng,  dam, 
desir,  laîs,  près,  port,  remîr,  sospir,  sojom,  tom,  retssit,  die, 
tnonet,  pert,  plane,  derc,  conosc,  part  ^   Ausgenommen  ist 

lat  d,  t,  welches  schwindet,  wenn  demselben  n  vorausgeht: 

chan ,  deman,  espaven ,  man,  coinan  ,  att^n  ,  pren .  ren  .  cnteii, 
apren,  repren,  delîco,  rc.sjìon,  bìan,  <:onsen  etc.  Dieses  aus- 
lautende d,  t  findet  sich  zwar  bisweilen  geschrieben,  dann  aber 
fast  nur  vor  folgendem  vornlischen  Anlaute,  In  der  i.  Con- 
jugation  finden  wir  nur  das  Verbum  chantar  mit  erhaltenem  t 
belegt 

B.  Die  -Vbweichungen  von  den  Lautregeln  bestehen  in  der 
2.  Sg.  Pracs.  Ind. 

1)  darin,  dass  die  lat.  Endung  -es,  -is  in  vielen  Fällen  als 
-es  erhalten  scheint,  wo  man  doch  den  Schwund  des  e,  i  er- 
warten sollte,  2.  B.  queres,  respondes,  toles,  sabes,  die  ange- 
blichen sind  an  auaes,  dises,  creMs  etc.,  bei  denen  sidi  e  des 
Zischlautes  wegen  hielt  Ein  begtlnstigendss  Moment  fllr  die 
Verbreitung  der  Endung  -es  wird  gewesen  sein,  dass  sich  In 
der  3.  Sg.  Ind.  der  i.  Conjug  und  des  Coiij.  der  s.  und  3.  Conjug. 
die  volle  Form  -as  erhalten  hatte. 

Diez' Meinung,  der  Mahn  folgt,  wonach  die  l'>n(hing  -es 
die  laut  gesetzliche  sei,  steht  entgegen,  dass  -es  seltener  auftritt 
als  die  legitime  Form  und  tlass  e  der  Endung  -es  der  3.  Deel, 
im  Plural  in  den  gleichartigen  Fallen  stets  geschwunden  ist. 

2)  Einige  Verba  lauten  auf  s  aus,  während  man  tz,  resp.  z 
erwarten  könne:  vas  =-  vadts,  £u  =  (acis,  neben  bata,  pots, 


Digitized  by  Google 


—   í7  — 

dits  etc.  El  haben  hier  estas  von  estare,  das  von  dare  dn- 
gewiifct»  die  wir  beständig  —  audì  im  Provenaalisefaen  im 
FoiiiMiMFcdisel  naît  fuct  mdaie  finden. 

C  Die  3.  Sg.  Fraes.  Ihd.  «eist  fi>Igeiulef  áea  Lautregeln 
widenpredieiide  Eracbcipungen  auf: 

1)  Wie  bei  der  I.  Sg.  fìOlt  atich  hier  d»  t  des  Stammes, 
und  «war  schwindet  d,  wenn  ein  Vocal  voransgeht,  z.  B.  clau 

daiidit  ;  crc  credit:  va  - 1  vadit  ;  d  sowohl  als  t  schwinden, 
wenn  denselben  n  vorausgt-ht,  z.  B.  defen.  enten,  aten,  cijntcn. 
espan  .  escon  .  dissen,  repcn  ,  consen  ,  dcsmcn,  blan  ,  rcspon, 
perpren,  enpren.  Auslatit.  tt  ist  erhalten  als  t;  met,  promet 
mid  in  pot  iËtnige  Yerba  babea  d,  t  erhalten,  auch  bei  voraus- 
gdicodem  n:  entent,  fepent,  dement,  sent;  dieses  t  ist  entweder 
secundär  wiedeifaeigestellt  nach  dem  Infinitiv  und  endungs- 
betonten  Formen,  oder  es  ist  vielleicht  eine  mundartliche  £r- 
schemung.  Die  media  d  hinter  r  wird  im  Auskut  zu  t:  pert, 
art;  secundäres  b  au  p:  sap;  v  su  u:  pHu,  den,  mou,  plou, 

viu.  rcviu. 

2)  Für  die  Annahme  von  Diez,  dass  secundäres  s  der 
3.  Sg,  abfällt,  wenn  demselben  11  vorausgeht,  kann  ich  nur  drei 
Beiq>idie  bringen:  abau  r=  abaudit;  esgau,  au.  Bartsch  giebt 
swar  in  seiner  Chrestomathie  die  Form  aus  an,  findet  sie  aber 
eist  im  15.  Jahrhundert  belegL  In  Wirklidikeit  handelt  es  sich 
hier  aber  nidiit  um  Abfiûl  von  s  (wie  Diez  annimmt),  sondern 
um  Schwund  von  in  den  Auslaut,  vor  Uebetgang  des  inter« 
vocalen  d  zu  s  getsetenen  d  hinter  Vocal  (s.  o.). 

Die  Uiaache  des  Abfidb  von  n  im  Auslaut  bei  Formen 
wie  ve  =  venit,  te,  sonio  etc.,  und  des  Schwankens  zwischen . 
auslautendem  und  getilgtem  n  ht  nicht  hier  aufzusuchen,  viel- 
mehr eine  selbsiaadig  zu  behandelnde  Frage.  Ich  will  hier  nur 
erwähnen .  dass  angenommen  wurde .  die  borm  niit  n  werde 
gebraucht,  wenn  das  folgende  ^Vort  vocalisch  anlautete  und 
umgekehrt  die  Form  ohne  n  bei  folgendem  consonantischem 
Anlaute ,  später  sei  dann  promiscue  Gebrauch  eingetreten.  Fine 
solche  UnterKheidung  könnte  aber  nur  in  vorlitterarischer  Zeit 
genMht  worden  sein,  denn  der  pfonusoue-Gebrauch  der  n-  und 
der  apocopierten  Form  besteht  seit  den  lütesten  Texten. 


Digitized  by  LiOOgle 


f  1 

  2ö  — 


3)  Die  Verlui,  deren  Stainni  auf  Cons.  4-  r,  1  ausgeht, 
verlanetMi  wie  in  der  i.  Sg.  auch  in  der  3.  Sg.  einen  StUtzvocal, 
der  hier  aber  niemals  i,  sondera  e  ist,  z.  B.  ubre,  softe. 

4)  Einige  sUike  Verba  zeigen  in  der  3,  Sg.  Doppelformen, 
▼00  denen  nur  eine  ficb  durch  die  Lautregel  erklären  hisst. 
So:  VA  vai  =  vadk;  est»  estai  ss  stat;  ia  fid  —  &cit;  di 
dits  dixit;  tra  tnd  trahit;  plata  |»lai  ptaoet;  Jalz  jd 
=  jacet  Von  diesen  Formea  sind  die  auf  i  nicht  kutgesets- 
Uch.  Vadtt  konnte  nur  va  ergeben  (cf.  cre  r=  credit),  dt 
nachtoniges  d,  in  den  Anlaut  tretend,  schwindet;  also  ist  vai 
analogisch.  Fa  (---  facit,  statt  fatz;  cf.  diu  —  dicit,  dutz 
=  ducit)  ist,  wie  oben  gesaiJ-t,  angebildet  an  va,  esta  ;  fai  ist 
demnach  bedingt  durch  den  Stamm  im  Infinitiv  fai-re,  ebenso 
plal  durch  plai-re  ;  trai  durch  trai-re  (i  in  trai  leitet  Mahn  aus 
Erweichung  des  c  in  trac  =  traho  her)  ;  di  durch  di-re  ;  destrui 
durch  destnti-re.  Nach  Analogie  dieser  Foimen  sind  dann  vai, 
estai,  jai,  chai  geformt 

D.  Ueber  die  i.  Fl  l^es.  Ind.  ist  nicht  viel  zu  bemericen, 
da  slmmtfiche  vorgefundene  Formen  den  T^otgeseteen  gemäss 
sich  entwickelt  haben.  Nur  in  der  3.  Conjug. ,  'lie  eigentlich 
auf  -nie  auslauten  sollte  (cre(lim«s:  cresnie)  hat  sich  von  Anfang 
an  (1er  analogische  Kiiitluss  der  2.  Conjug.  geltend  gemacht, 
deren  Endung  tm  auf  die  3.  Conjug.  üb^ageu  wurde.  Das  ç 
in  den  End  untren  -em,  ^ete  der  3.  Gon|ug.  statt  -em,  -etz,  wird 
durch  Einfluss  der  u  und  3.  Pkir.  des  Psaes»  des  Hdiftverbs 
esser:  em,  etz      sumus,  estls  ventilndfidk 

£.  Audi  die  3.  FL  Piacs.  Ind.  gtebt  wenig  Anlass  zu 
Bemeikungen,  da  der  Auslaut  hit  immet  regelrecht  «atz,  resp. 
etz  ist 

Eine  Ausnahme  bildet  der  Elamencaroman ,  in  dem  die 
Schreibung  Iz  sehr  selten  ist;  insofern  als  sich  dariii  gewöhn- 
lich s  íìir  tr  geschrieben  findet.  Man  wird  dies  wohl  für  eine 
dialectische  EigenthUmlichkeit  halten  müssen,  und  mit  dieser 
Schreibung  wird  auch  eine  besondere  Aussfuacfae  verbunden 
gewesd  sein.  * 

F.  Bei  der  3.  Flur,  ftaes.  Ind.  âlU  aofort  di*  Maottg- 
foltigkeit  der  Formen  der  findung  aui^  da  an,  on,  en  bestehen^ 


Alle  3  Endtti^g^  sind  in  der  l  CoD|iig«don  vertivlen;  en  aber 
finde  ich  nur  in  gaus  wenigen  Texten.  Ob  hier  mundurdidie 
Fonsen  vorliegen,  wird  der  dritte  TheU  der  Arbeit  etgeben. 
Unabhängig  davon  ist  ihre  Deatung.    Stidit  «Mm  nach  einer 

grammatischen  Erklärung  für  die  Endung  en  in  der  i.  Conjug., 
so  Hegt  es  vielleicht  am  nächsten,  einen  analogischen  Einfluss 
der  3.  Plur.  Conj.  der  i.  Conjug.  anzunehmen,  wo  -en  laut- 
gesetzlich ist,  da  'en  aus  -ent  in  der  2.  Conjug.  sich  auf  die 
Gascogne  beschränkt  erweist  und  in  litterarischen  Texten  gar 
nicht  überliefert  igt.  Es  vergleicht  ách  damit  der  Uebertritt 
der  Endung  -iamo  des  itaL  Conjunctiv  in  den  Indic  in  der 
kFIut*  Pntt.:  ftcc^ian»  =7  fiianras  nnd  ladanms. 

-on  in  der  u  Cnnjugation  ist  durch  Einfiuas  der  3.  und 
4.  CcjnjugatioD  auf  -nnt  entstanden,  wo  diese  Endung  die  lant* 
gesetzliche  ist. 

Die  l  uruieu  fan,  vau  sind  angegli«  hen  au  dan,  estan.  Ueber 
au  (habunt);  fau  (facunt);  vau  (vadiint)  et  P.  Meyer:  Romaiiia 
IX,  19a  ff.  und  Annitage  ;  Sermons  du  XU*  sièck  en  vieux  pro- 
vençal. 

Vom  Abfall  des  n  in  on  gilt  dasseltM,  was  schon  oben 
bei  der  3.  Sg.  über  diese  Erscheinung  gesagt  worden  ist.  Nur 
in  ganz  vereinzelten  Fätten  hat  sich  das  auslautende  t  erhalten, 
s.  B.  soient,  was  wohl  nur  gelehrte  Schreibung  ist 

IL  Gonjunctivfbrmen. 

Die  Abweichungen  von  den  LautrcgeUi  iui  Conjnnrtiv  : 
A.  Der  Conjuncdv  der  3  Personen  des  Sg.  der  i.  Conjug. 
läfist  sich  gleichzeitig  behandein,  da  diese  3.  Personen  gemein- 
sam in  einem  Punkte  den  Lautgesetzen  widersprechen  können, 
nämlidh  in  der  Setzung  des  e  bei  lat  -em,  -es,  -et,  das  sehr 
häufig  neben  der  lantges.  Apocope  auftritt  Es  waren  hierbei 
dreierlei  ISngularformen  des  Conj.  Fraes.  der  t  Conjug.  unter- 
schieden : 

a)  laiitgesetzliche  ;  b)  mit  SiüL<^vucal,  c;  analogische. 
Beispiele  iura):  i.  Sg.  abais,  tom.  chant,  csforLi,  lai>.  an; 
2,  Sg.  denhs;  3.  Sg.  am,  an,  bram,  desesper,  dou,  lais,  gazanh, 


30 


gŷet,  peui  vir«  biais,  gart,  raeimvilb,  azk,  molb,  KMpir,  tora, 
denh  etc.; 

für  b)  :  X.  Sg.  cossire,  demostre,  honre,  parle  ;  3.  Sg.  nidit 
belegt j  3.  Sg.  demostre,  liiire,  ondre,  semble,  parle; 

fììr  c)  :  r.  Sg.  acabe,  laisse,  resiiscite,  traspasse,  vire,  dopte, 
colore,  abaisse,  ane;  2.  Sg.  a!>negiies,  dones ,  gardes,  laves, 
meravilhes,  pozes,  anes  ;  3.  Sg.  aporte,  dooe,  garde,  gete,  plore, 
salve,  ane,  auze,  esclaire,  mire,  tire  etc. 

Die  Ëikianmg  Ittr  die  e-Classe  ist  dieselbe  wie  bei  i  der 
I.  Sg-  Braei.  LuL  und  verweise  ich  auf  die  dort  gemachten 
Bemerkniigen. 

Ueber  die  Gestaltung  dieser  Peisonen  in  den  ttbrigen  Con* 
jugationen  ist  nichts  su  bemerken,  da  das  a  in  den  Endungen 

der  2.  bis  4.  Conjug.  sich  der  Regel  nach  nicht  verändert. 

Jaufre  Rudel  hat  auch  als  3.  Sg.  Conjunct.  einmal  die 
Form  pessi,  die  aber  im  Reim  steht  und  wohl  als  dichtefische 
Freiheit  bezeichnet  werden  darf. 

B.  Die  I.  und  2.  Pltnr.  sind  lautgesetzlidi  entwickelt  In 
der  3.  Flor,  finden  sich  wieder  die  verschiedenen  Schreibungen 
tz,  sz,  z.  Der  Flamencaroman  hat  wie  in  der  2,  Plur.  Ind.  auch 
im  Conj.  überwiegend  -es. 

Tn  (kr  3.  Plur.  treten  neben  -au  wie  im  Indic.  die  Endungen 
-€U,  -on  auí.  Es  gilt  von  ihnen  dasselbe,  was  oben  von  der 
5.  Plur,  Ind.  gesagt  ist:  en  bei  Verben  der  3./4>  Conjug.  stammt 
aus  der  i.  Conjug.;  -on  ist  die  verallgemeinerte  Endung  der 
5.  Plur.  tnd.  3./4.  Conjug. 


Dritter  TiieiL 


Ei  wUfde  einseitig  und  deshalb  falsch  sein,  wenn  man  die 
Vielheit  der  Formea,  die  sich  ftir  die  einxelnen  Pfersooen  in  der 

provenz.  Praescusconjugation  (iarbicteii,  als  vun  gleichen  Ort  zu 
gleicher  Zeit  s^ebraiicht  ohne  nähere  Prüfung  ansetzen  nvdIIio. 
Die  Conscijuenz,  mit  lier  ^-ewisse  Varianten  achon  in  einzelnen 
unter  den  iiitesten  uns  erhaltenen  Denkmälern  einzig  und  allein 
angewendet  werden,  und  die  Unwahrscheinlichkeit ,  dass  der- 
selben Provinz  bald  an»  bald  on,  bald  en  in  der  3.  Flur,  recht 
gewesen  wäre,  Utet  an  eine  seitliche  oder  dialectiscbe  Ver- 
sâûcdcnheit  bei  den  mehreren  Formen  flir  dieselbe  Person 
denken. 

Da  der  Reim  nur  in  äusserst  wenigen  Fällen  Praesens* 

formen  bietet,  so  ist  er  weder  lur  die  chronologische  noch  tur 
die  dialectisehe  l-rage  von  (Icvvicht. 

Hiasichdich  der  chronologischen  Frage  ist  aber  Folgendes 
hervorzuheben:  dass  —  von  Boethius  abgesehen,  wo  einzig 
und  allein  die  3.  Plur.  der  1.  Coigqg.  analogisirt  ist  —  schon 
im  EvflDg.  Joh.  die  1.  Sg.  Praes.  ami,  crezi,  im  Conj.  aporte, 
sowie  venc  etc.  auftreten;  vauc,  fanc,  dec  aber  erst  in  den 
UederiumdBchriften  überliefert  sind.  Ebenso  bietet  das  Evang. 
}oh.  crezes  mid  queres  und  es  in  der  a.  Pers.  des  Conj.  Praes. 
der  I.  ("onjug.  Ebendurt  ist  bereits  vai  —  vadit  gefunden. 
Dàe  v  l^îu^-  li^'í-  'i^'^  "^"  hat  Boethius,  die  in  an  -o  das 
Evang.  Joh.  schon  ausLi;ebildet. 

Die  muadartliche  Bestimmung  der  mehrfachen  Formen 
des  Praevens  mnss  mit  Hilfe  der  lebenden  Mundarten  versucht 


Wertteil.  Von  den  ndurfkichcii  Fonucn  erweisen  ndi  die  nMSistcn 

hiemach  und  nach  Grammatikerzeugniss  dialectisch  indiifcrcni: 
die  I.  Sg.  Prs.  Ind.  mit  analogischem  i  ;  die  i.  und  3.  Sg.  Praes. 
mit  Erhaltung  von  auslautendem  t ,  dem  n  vorausgeht  ;  die 
Doppelformen  :  di  ditz,  plai,  platz,  vei  vec,  dei  dec,  tenh  teuc, 
venh  venc,  weil  sie  ausser  in  den  Uilcunden,  in  den  heutigen 
Mundarten  begegnen. 

Die  Formen  in  der  i.  Pen.  mit  und  ohne  i  erkennt  schon 
der  M^onatz  proeuafe*'  als  sdnaftspradyrnft»  an  (pog.  u 
Stengel);  er  stellt  die  auf  i  der  lautregelmissigen  vonm»  em^ 
pfiehlt  aber  trotsdem  noch  diese  als  die  bessere  in  der  i.  wie 
3.  Conjug.  (dezi  und  die  =  dico)  und  4.  Conjug.  (senti  und 
sens  ~  sentio). 

Im  Conjunct.  Praes.  der  i.  Conjug.  führt  der  Donat  nur 
noch  die  l'onnen  auf  e  an  (pag.  16).  Auch  zu  tenh  stellt  er 
teni,  aber  nicht  tenc  (pag.  19)  und  deingemäss  in  dec  3.  Peis. 
neben  fenbs:  fenhes,  neben  dis:  dtzes  (pag.  19).  —  In  der  4. 
(Inchoat)  Conjug.  ist  fienis  neben  lenisc  gestellt  (pag.  tç).  — 
Als  3.  Sg.  von  traire  fühit  ferner  Raimon  Vidal  (pag.  89,  SlJengel) 
nur  die  analogische  Form  auf:  tnd,  atrai,  die  er  in  Gegensatz 
zur  T.  Sg.  stellt  (trac)  ;  trai  ==:  trabo  bei  Beraart  v.  Ventadom 
wird  von  ihm  getadelt.  Er  will  ferner  unterschieden  wissen: 
crei  (credo)  umi  cre  (credit)  pag.  83    vei  i.  und  vei  3. 

Es  bleiben  also  übrig: 

i)  Die  I.  Sg.  Frae.s.  Ind.  von  faire.  Facio  ergab  lautgesetz- 
lich faz.  Neben  dieser  Form  findet  sich  aber  sehr  häufig  tau 
und  fauc  Nur  die  lautgesetdicbe  Fonn  haben  folgende  Denk- 
mäler und  SchriAsteller:  Das  Evang.  St  Jean,  die  gsscognlschen 
Uikunden  (ed.  Luchaire),  Cercamont,  Guiraut  Riquier  und 
Bertran  Carbonet  ; 

Beide  Formen,  taz  und  fau(c)  haben  die  Iis»,  bei  Guillem  IX, 
comte  de  Peitiers,  Feire  Vidal,  beim  Mönch  v.  Montaudoii.  bei 
Arnaut  Daniel  und  llcrnart  v.  Ventadorn.  Nur  taue  findet  sich 
bei  Jaufre  Rudel,  was  jedoch,  bei  der  geringen  Zahl  seiner 
Gedichte,  ihn  nicht  von  den  anderen  Dichtem  abiusondem 
gestattet. 

In  den  übrigen  benutzen  Texten  kommt  iacio  nicht  vor. 


Unter  den  damit  veisehenen  Texten  haben  die  hutgesetz* 
liehe  Form  allein  die  Gedichte    Cercamonts,   der  aus  der 

Gascüiine  stamiiit .  die  (ii;iraut  Ritjuiers  (aus  der  I^ingucdoc, 
Narbonnci,  Bertnm  Carboncls  (ans  der  Provence:  Marseille), 
die  von  Luchaire  gesammelten  Urkunden  (aus  der  Gascogne). 
Die  Heimat  des  Evang.  St.  Jean  ist  noch  unbekaimt.  Die 
Texte,  deren  Verfiuier  bekannt  sind,  gehören  also  den  stid- 
liebsten  Provinzen  an. 

Die  Schriftsteller,  die  beide  Formen  gebrauchen,  vertheilcn 
sich  auf  folgende  Provinzen;  Guillcm  IX  ist  <  omtc  <le  Poitiers, 
der  Mönch  von  Montaudon  stammt  .ms  I>iniousin,  Peire  Vidal 
aus  'roulouse.  Mit  Ausnahme  von  Peire  Vidal  liegt  die  Heimat 
dieser  Dichter  also  nördlicher  als  die  der  oben  genannten. 

Hieraus  Uisst  sich  vielleicht  der  Scbluss  sieben,  daas  die 
analogische  Form  fau(c)  anfangs  nur  im  Norden  gebräuchlich 

gewesen  ist,  und  dass  die  Heimat  des  Evanj?.  St.  Jean  nach 
dem  Süden  zu  verlegen  ist,  insofern  die  I orm  nicht  erst  nach 
der  Abfassung  dci»selben  entstand.  Mil  der  ürUbestnnniung  der 
Können  von  facio  sind  die  heutigen  Mundarten  insofern  im  Ein- 
klang, als  in  der  Ga.scogne  die  heutige  Form  hàs-i,  hes*i  heisst, 
in  der  Languedoc  fòs^i,  ías-e  neben  lau;  in  Limousin  dagegen 
fan,  welch  letztere  Form  sich  in  unseren  Denlunälem  filr  die 
Provence  nicht  sicher  stellen  Hess. 

« 

2)  Auch  dient  zu  näherer  Localisiruug  des  Evang.  St.  Jean 
die  erste  Person  Stj.  Praes.  Ind.  von  habere;  habeo  lautet  in 
den  gascügnischen  Urkunden  ei;  (itese  Form  ist  auch  durch- 
gängig im  £vang.  St.  Jean  angewandt,  ei  lautet  auch  die 
heutige  Form  im  Südwesten,  während  die  nördlichen  und  öst- 
lichen Provinsen  ai  beibehalten  haben. 

3)  Femer  die  3.  PL  auf  -on,  o.  Eine  weitere  EtgenthOm- 

lichkeit  des  Evang.  St.  Jean  ist  die ,  dass  bei  der  3.  Plur.  auf 
-on  stets  das  n  fehlt.  Dieselbe  Erscheinung  habe  ich  nur  in 
den  Archives  municipales  d'Agen  oben  belegt.  Der  Donat.  prov. 
[>ag.  12  bezeichnet  beide  Formen  als  gleichwertig,  und  ebenso 
im  Cooj.  amen  und  amon  als  gebräuchlich  (pag.  16).  Die 
3.  Flur.  Conj.  der  anderen  Conjugationen  endet  in  -an  (pag.  s6). 


1 


—   M  — 

Hieraach  ist  die  Heimat  des  Evang.  St.  Jean  vielleicht  aa 
der  mittlereo  Garonne  zu  suchen. 

4)  Die  3.  Plur.  bietet  aucli  einen  Anhalt  femer  zur  I  ,ocali- 
sirung  des  Boethiusliedes,  die  in  diesem  ältesten  proveniialischen 
Denkmale  stets  auf  -en  auslantet«  Diese  Endung  en  findet  sich 
ntfgends  aodecwftrts  als  in  de»  gasoogniacfaen  Urknnden  und  m 
den  Archives  mumcipales  d'Agcft.  Mniwifi»  gibt  audi  in  seiner 
Ausgal>e  der  catalanîschen  rieben  weisen  Meuter  -en  ab  die 
legehnllssige  Form  aller  Conjugationen  in  seinem  Texte,  mit 
Ausnahme  der  ersten,  an.  Da  diese  Urktmden  dem  Südwest- 
liehen  Gebiete  de  r  |.rovenzal.  Sprache  angehören,  und  -en  ander- 
wärts nicht  gebraucht  wird,  so  ist  vielleicht  für  die  Heimat  des 
Boethiusliedes  auf  Nähe  des  ratalanischen  (iebirtes  zu  schliesseii, 
-en  lautet  die  3.  Plur.  auch  in  der  heutigen  gascognischeo 
Mundart. 

5)  Im  zweiten  Theüe  ist  sdion  darauf  hingewiesen,  dass 
im  Flamencaroman  die  2.  Plur.  meistens  auf  s  statt  anf  tz  endet 
Diese  Bezeichnung  der  2.  PI.  besteht  in  der  Provence  und  in 
T.^inguedoc,  also  im  Osten,  wahrend  in  der  Gascogne  und  in 
Béam  ts  sich  erhalten  hat  und  in  Limousin  der  auslautende 
Consonant  s  geschwunden  i.st.  l-lanienca  ist  daher  wenigstens 
nicht  nach  dem  Westen  zu  verlegen.  Andere  Formen  sind  nicht 
local  bestinniibar. 

Da  der  Reim  den  einzelnen  Dichtern  bestimmte  Formen 
zuzuerkennen  nicht  gestattet,  bleibt  es  fraglic  h,  ob  ihre  Sprache 
in  Bemg  auf  das  Praesens  dialectisch  geschieden  war. 


 *4Mf 


d  by  Google 


I 


I 


• 

I 


jci  by  Google 


Joi 

in  der  Spraclie  (1er  Troubadours 

nebst  Bemerkangen  Ober 

jai,  joia  und  gaug. 

Von 

F.  Settegast 

8ondanl»dniek  m  den  B«EÌditen  d«r  König!.  Siolit.  Gefdlieliaft 

der  WiMcoaclisIten.  1889. 

Sitsiuiç  am  20.  Jali. 


ip 


Digitized  by  Google 


H«rr  Xbert  legte  éloe  Arbeit  des  Hem  Prof.  F.  Seliegaiî  In 
Leipzií^  ver  tfber  nJok  ffi  der  Spra^  der  Drméadeurt  nebst  Bfr- 
meitungen  liber  jai,  joùt  und  gaug. 

Vorbemerkuuj^. 

Bie  naolifelgeiide  Uttlenuolning  tiber  Bedentang  mid  Oe^  v 
brMwh  TOD  i/Wc  In  der  Spniebe  dier  Troubedom  lei  aur  ein 
Uëner  Thell  eteer  mir  geplanten  AibeH  Uber  sMnnllicbe 
leiaiMMhe  Werter,  wekbe  wfmadm  nnd  terwandte  Begriff»  be- 
leiebiieni  nndtwar  nicht  norSnbelantiva,  flondemaneh  A^ieetlvi 
andVerin«  lob  bebe  ftir  dieie  Aibeft  das  Material  ana  der  pra* 
Tgnwtfsehen  Lyrik  bereila  gesammelt,  ebenae  ans  dem  tanitt- 
sisehen  nnd  mm  Tbeil  aaoh  aua  dam  ItalleiiiBdien.  Da  aber  bei 
dem  grosaen  Umfang  der  sn  bewiltigendea  Anfgabe  die  Vellen* 
dang  der  Arbeit  nethweadigarweise  einen  laDgcn  Zeitraum  ef^ 
fordern  wird,  so  babe  loh  mich  ealiaUoaaen,  einen  kleinen 
Abadmitt  aeben  jelat  aar  Kenntnin  der  Fac]|gem»aen  m  bringen, 
wobei  mieli  auch  die  Hefftnng  leitete,  éartik  etwaige  Beur*- 
Iheilmigen  auf  MSngel  In  der  Art  nnd  Weise  der  Bebandlnag 
der  Aufgabe  aufmeikiam  gemacht  m  weiden,  damit  kk  dfe- 
«elben  Im  weitem  Verianfe  der  Ariielt  vermeiden  kttnne. 

Oer  Umstand,  daaa  diese  Untetwohnng  nur  ein  Tbeil  einef 
geplanten  grosseren  Ganaen  ist,  hat  es  auch  mit  sieh  gebracht 
dmi  ich  mi^  aller  Yerglelehongen  des  behandehen  Wertes  mit 
shinverwandten  Weitem  anderer  romanischen  Sprachen  sowie 
des  Lateinischen  enthalten  habe.  Eine  solche  Yergleichung  kann 
m  wissenschaftlich  befriedigender  Weise  doch  nur  im  Rahmen 
jenes  Ganzen  vorgenommen  werden,  und  so  entschloss  ich  mich 
hier  lu  diesem  Venticht,  wie  sehr  nuch  der  Gegenstand  an  sich 
m  einer  vergleichenden  Behandlung  einliUit,  und  obwohl  ich 
nicht  verkenne ,  dass  ich  mich  dadurch  selbst  des  Uauptmittelä 


100 


beraubt  hnbc.  dnr  ihrpr  Natur  n;ich  irockeneii iexüuiiischeii Dar- 
stellung Leben  und  hcii  zu  verleihen. 


Unter  den  \  orsrhicdencn  Ix  i  den  Troubadours  vorkomnieiv- 
drn  Vrrwcndun^sartcn  des  Wortes  /o/  stelle  ich  diVjenigc  voran, 
l)ei  der  es,  «'iienso  wie  d;is  l.itn'nîsrhe  (inindvvoii  </uitrf?um,  den 
;i!ly:enieinrii  HeiiriiV  (Um'  l'"rru(i<'  .iiisdrüektj  d.  Ii.  einer  als  ange- 
nrhnì  geftlhllen  Krreguu^  des  S(  <  leiilehens.  hervorgerufen  durch 
dem  Subjekt  gUnstijie  Erlebnisse  oder  Kreigniss«^  irgend  welcher 
Art,  sei  CS,  dass  dies  íìí'fdhl  im  Innern  des  Gemiilhs  verschlossen 
bleibt  oder  auch  Husserlich  sich  benierklich  macht').  Von  den 
Synonymen  gni.  (ilegrc,  tlcportz  ())oz\\ .  den  Ableitungen  dieser 
Wörter)  unterscheidet  sieh  joi  naiuentlieh  insofern  als  der  Be- 
griff jener  stets  düs  ifusserüclie  ilervortreten.  die  üusäerlieiie 
Kjönutliehkeit  frciidii^'T  Krregungoder  Sliiniimiig  in  sieh  schliesst. 

In  der  imiiciielH-ncn  RÜgemeinen  licdtnitunt:.  olirio  die  be- 
sonderen Ho/icliunLit'û  .  die  bei  den  anderen  Verw  endunirsartf^n 
vorliegen,  ündel  sich  /0/  in  den  Gedieliton  der  Troubadours  vi 
hältiiissmässig  selten.  Ich  erwähne  hier  zunächst  Verbindungen 
wie  jn  i  v  m  f>  ;/  d  (i  n  s  .  j  0  i S  (I  f'sf  s  </ 1  f\  welche  iinwf,  nllsemein 
die  i  i"(  Lide  dieser  \\  elf,  welcher  Art  dieselbe  auch  sein  luöge, 
bezeichnen.  So  Pcire  d'AIvcrnhe:  — — - —  ieu  dezam  in  jny 
ä\'sl  srytc  {í>ieiis  rerai  r»/a,  Hayn.  IV,  4-2  Ì).  —  Bert  ran  df* 
Born:  D  arpffsf  seffle  flau,  plcn  de  marrirnenl,  s'aniors  s'en  vm, 
son  [d.i.  dofpuisl  aeffiejjoi  tcw  nn'iisvnrffcr  <Si  luch  ii  dol,  Stim- 
ming  S.  —  Bcrtolomeu  Zorgi:  i^iie'i  plus  eieiŷJijQÌs  mon- 
dun. s  t's  dolurs  {Ben  ea  (idreiyz,  Hayn.  IV,  i60). 

Mit  diesem  weiten,  viele  einzelne  Arten  umfassenden  Be- 
griffe des  Wortes  steht  es  im  i.inkhuig,  dnss  es  sich  j^ern  mit 
dem  unbestimmten  1  ürwort  tut  ver])îndct.    So  Bert  ran  de 

Born:  la  morl  del  joveti  ret  criyies,  don  retnun  preis  e  Ja- 

vens  doloros,  e'l  mons  escurs  e  tetihs  e  (rnehros,  sems  de  tot  joi^ 
plens  de  triftfor  e  d'iva  {Si  tuch  Ii  dol.  Slimmiiv-r  S.  —  Ar- 

aaikt  de  Maroill  sagt,  indem  er  der  durch  den  Aabliek  der 


4)  Der  letitere  Fall  Liegt  z.  B.  vor  Id  einer  Stelle  m  Gaucelm  Paidit, 
worio  der  Dichter  erklirt»  dam  der  Anblick  der  Freude  und  des  Glttckes 
anderer  ihm  Thrünen  entlocke:  Ë  plor,  guan  v«t  Joi  {WgaiÊgl 
flulrei  iiM  mMß»  del  r«i  Ke«,  Bartacb  U7,  SS). 


Digltized  by  LiOOgle 


101 


Gélieliteii  herrorgenifenmi  Proiule  jede  mèm  Annid«,  «nd 
iwar  als  eine  minderwertbige ,  entgegenslellt:  Tût  autrw  J^ff 
detetnms  èt  Mida^  qtd  vt^l  amm  cêfs  gent  e  c&rtet  e  guay  (Si  mm 
Hpeis,  Malm  1,4  64].  Dein  poaíttveii  toi%j%is  »jedePretidet  sielil 
das  negathre  negui  joii  »keine  Freude«  gegenober,  das  Mk 
s.  B.  bei  Pefrel  fittdel:  Tani  ai  Miái  mon  vohr  m  ma  dtntsi 
amia  que  le»  Heys  gm  non  pétrin  fie^m  ««#re«  ^oys  pla%9t 
(Quoras  quem  fezes,  tfahn  11,  5). 

Wie  die  beiden  snletet  genannten,  se  gehört  auch  das  fol- 
gende Beispiel  einem  Lfebesliede  an;  an  allen  drei  Stollen  aber 
wird  joi  in  der  allgemeinen  Bedeutung  gebnmeiit  und  der  Liebes*" 
freude  entgegengesetzt.  Peire  Yidal  sagt  sich  von  der  Liebe 
los  mit  den  Worten:  E  tais  me  Dens  mon  melhs  trobar  alhors 
[»anderwärts«,  d.h.  nicht  in  der  Liebe],  do  tat  joi  querm  tum 
en  alegratge  :  quel  jois  damor  tortC  en  planhs  et  en  plors  {No'm 
fai  chantitr,  Bartsch  Ausg.  S.  Auch  fin  Liebcslied  von  l*ci- 
rol  weist  unser  Wort  in  seiner  alliieineincMi  Bedeutung  aul,  in- 
dem der  Dichter  am  Schluss  den  Segenswunsch  ausspricht: 
Dortina  dcl  man ,  qur  plus  mi  platz,  Jois  sia  ah  voSy  nn  que  Sé(i!z 
{Atressi  co'l  signes.  Malm  II.  -2,.  Aehnlich  sagt,  ebenfalls  in  einem 
Geleit,  Arnaut  de  iMaroill:  Chanso^  vas  Mon  liuuques  [1. 
France  s]  Cen  üoi,  quar  lüj  lag  es  joy  e  bon  aventura  {Franqm:m 
e  noirimens,  Mahn  I,  460). 

Dos  durch  /nf  bezeichnete  Gefühl  wird  hervorgerufen  nicht 
nur  durch  Erl<  Imussc  oder  Ereignisse,  deren  I^itihiss  sich  aui  das 
Subjekt  allein  oder  doch,  ausser  diesem,  auf  kleine,  demselben 
nabestehende  Kreise ')  heschr.mkl  .  isoadtirn  ebenso  aucii  durch 
Ereignisse  bezw.  Naohri<  hfrii ,  (i<  ren  Tragweite  sich  auf  weilo 
Voikskicise  erstreckt.  Daher  kann  unser  Wort  auch  dasjenige 
freudige  Gefülii  bezeichnen,  welches  dwch  günstige  Nachrichten 
rein  tuier  doch  vorherrschend  politisc  hen  Charakters  erregt  wird. 
So  sagt  Guiraut  Riquier,  nachtli  m  er  seinen  Schmerz  dar- 
über aubL;r>pro(  fipn ,  dass  der  hisher  von  ihm  hochgeschätzte 
Kiinig  .Vlfotks  \üu  (Kastilien  durcli  .st  iiifn  Mangel  an  kriegerischem 
Sinn  bei  Freund  und  ì^ciuà  in  Verachtung  geratben  i&i;  Quai* 


4)  So  in  einer  Stelle  aas  dem  »Seneea«  (Bartooh  DeaknllarS«  las, 

V«  wo  als  Gebot  praMÌaeher  Lebensweisheit  eingeschSHt  wirdi  dass 
aMn  an  Freud«  und  Schmerz  seiner  NacMMfH  Thail  nabme;  fie  hr  Joy 
Caiogra  am  è»r,  «  dol  U  de  la  l9r  ioior^ 


102 


Ja  granjoinon  otero»,  Uro  per  ver  auja  comtar  querl  sieu  enemic 
mnỳiT  man  06  /«1  Ud  a$nor  que  (Tels  tw-l  calha  ^gardar  [Qui- m 
diim  mm  u  doe  otif,  Hayn.  IV,  387).  Der  Gedanke  iai  hier  in 
ne^irtiw  Form  anagedrlhskt;  poiátlv  wttrde  es  heuaeö:  Aurai 

Von  VerbinduDgen  unseres  Wortes  mit  anderen  Redelheilen 
arwUlme  idh  litor  diejenige  sUl  den  Prtlpiksitionen  de  und  a 6. 
Nídit  selten  im  Preveniaitechep  und  auch  ven  den  TronMoors 
gebraoohl  isl  die  Wendung  faàre  aiema  re  de  joi  d.  h.  etwas 
mit  Freudein,  mii  Vergnügen  thnn,  wo  dejoi  mit  de  gmi  «wfUie* 
oder  dem  Adteiiiinm  ftohnHers  «gern  synonym  Ist  So  Ber- 
nort de  VenUdorn:  JVo  pote  dir  wuU  de  lei»f  qu»  non  tes; 
qmrl  n^agra  d^  de  Joi,      Vi  etaéee  ;  mas  m  Pi  mt^  per  so  m^on 
lois  de  dire  {Be  m'm  perdná^  Btrtsoh  IM,  SS).  —  Im  wesont- 
Itohen  dieseliie  Bedentiing  hol  oè  /m',  so  In  «iner  Sloilo  bei 
A  tmerie  de  Fegnlbsn,  wo  ein  Thier  als  dasSnbjekl  eracMit, 
dorn /m  ingosohiiflben  wird:  JB  ew  cum  foU  01 90«^  de  ma  dolor 
edewmmortf  fim  veivettrafaieio:  eerl  boxaieecy  qu'ab  Jei 
tränet  audr^  quaiU  d  miralk  se  remireí  es  vi  {Si  cum  foStru^ 
Barlseb  408,0)* 

Soviel  ober  /01  in  der  allgemeinen  Bedentong  der  Fieude. 
Bino  bei  weitem  wiebtigere  Bolle  in  den  Gediehten  der  Trouba- 
dours spielt  diejenige  Verwendungsart  Unsens  Wortes,  wonach 
es  die  lor  Lkbe  InBestefaung  stehende,  enf  Ihr  beruhende  Freude 
heselohnet»  Zum  Ausdmek  dieses  Begriffes  witd  nloht  soHon 
das  vollere  jei  d*amer  iLidiosfreude»  gebrauehl,  Indem  luioi, 
als  der  Baieiehnttng  des  allgemeinen  Begrüfos  der  Fronde,  die 
besondere  Bostlmmong  d^amer  hiningeftlgt  und  so  der  Gettang^ 
begriff  jei  in  einen  Arlhegriff  yervrandelt  wird*  So  Geroal* 
moni:  Edomnamn  pet  renvaierperriqueetaniperpeder^  ee 
jois  d'amer  fio  Vatpira  (f%r  fn*  amer,  Barteoh  47,  39)^.  ^ 


4)  Wie  in  diesem  Beispiel^oi  eine  Freude  iiezeichnet,  dio  durch,  eine 
Nachricht  ttber  slatigeftmdeDe  gttosttge  Bretgnisee  hervorgerufen  wird,  so 
xowdlea  ««ch  eine  Mlciie  Fraade,  welche  aaf  HoAnrng  ktafllgen  Glttcket 
beruht.  So  empfind  >/0(«  der  Gefangene,  der  dem  Kerker  zu  entrinnen 
hont  Per  que  hom  près,  raut  ivespcra  <Mir,  dßujoi  atm  (GobUi  dw  Bcfiraa 
Carbonel,  Bartsch  I>enkinalcr  S.  il). 

ij  Von  Bartsch  und  eJjenso  von  P.  Meyer  (Recueil  70)  mit  der  Ud*  [0] 
vnriehiig  abgethellt:  Im  tpire;  auch  im  fikwav der  CfarMtonathle  iat  eai 
auf  diese  Stelle  geettttste  iptroTt  dee  dwu  ProTemaliicheii  freeid  and  aaoh 


I 


Digitized  by  Liüügii 


Peirc  d'AIv  ernhe:  QuUeu  no  sut  dru/z  ni  drutz  tunn  fmh,  ni 
nulhs  joys  d'umor  no  m'esjau  (tìelha  m'en  la  flors,  Mahn  I,  97). 
—  Giiillem  de  Cahesi aiii^  :  Per  qu'eu  m'esjnuzisc  rin  de- 
inor  d'un  joy  ddrnor  (fircm  ccn  al  cor  (Ar  vey  quem  venffut. 
Mahn  1,  H  l).  —  PeireHogier:  Si'l  foi/s  d'à  mo  r  nn  f'o.s  tan 
fis ^  ja  non  ayra  dural  aitan  [Tant  ai  mon  cur,  Appelai).  —  Ber- 
Iran  de  Born:  Corlz  e  yerras  e  jni  d'  amor  mi  sitlion  far  es- 
haudir  e  tener  gai  e  cantador  (Licdaiifaiig,  Siimmine  146).  — 
Derselbe:  —  —  —  non  [ai  ad  amar  rics  hont  per  duaiana; 
tant  ant  a  cossirnr^  per  que'l  jois  d'amor  los  lonha  (SetUier  en 
CotnSf  Sliintiiiiig  21  OK 

Als  Modifie, ii  imen  des  Ausdrucks  joi  d'amor  erkühne  ich 
die  folgend" M  W  endungen,  deren  EigenthQrolicbkeit  darin  be- 
steht, dn?5s  (  iricrs.eiLs  zu  amor  noch  attributive  Bestinrimungen- 
'Adjektiva  oder  das  auf  die  Herriii  bezogene  Possossiv|)ronomen 
sa]  hinzutreten,  andererseits  das  als  BestimmunL' zu  70/ dienende 
J amor  durch  das  Possessivpronomen  son.  Ite/oL'en  mú  ein  vor- 
ausgehetides  Subjekt  amor  s .  ersetzt  wird.  Bernai  L  de  Venta- 
dorn  :  Qu  leu  p'^rf.  prr  falsn  (auz  hnmana,  tal  joy  de  /"m?  '  amor 
cerluna  [Ja  mos  vhuntniw.  Mulin  I,  29).  —  Graf  Wi  ihe  Im  von 
Poitou:  H  dfu  hom  mais  cent  ans  durar.  qitiH  joy  de  s  dnior 
pol  sazir  {Mout  jauzens ,  Holland  26).  —  Bert  ran  de  Horn: 
(iuilhelms.  a  Torena  vai  dire  wn  Bos  que's  raptenha  t<tn  he  qu  (im 
puesca  d'ni  nian  eslira  que  atmrs  de  son  joi^)  l'estre  {Cet  qui 
eamja,  î^tiniminií  145). 

Aber  wenn  auch  der  Ausdruck  joi  d'amor  in  den  T.iedern 
der  Trouba<iours  keineswegs  selten  ist,  so  genügt  doch  in  der 
Regel  das  einfache  joi ,  um  die  zur  Liebe  in  Beziehung  stehende 
Freude  zu  bezeichnen  :  es  ist  der  herrschende,  durch  den  Sprach- 
gebrauch der  Troubadours  geweihte  und  sozusagen  technische 
Ausdruck  fttr  diesen  Begriff.  Indem  unsere  Dichter  denselben 
einfoch  mit  joi  ausdrtlcken ,  bezeichnen  sie  Jene  von  ihnen  tiber 
alles  geschätzte  Art  der  Freude  als  die  Freude  schlechthin. 
MissverslâiHÌDÌM  oder  UnUarheil  des  Siones  war  aus  dieser  be- 


von  Raynotiarfi  nicht  auffiofülirl  ist,  zu  streichen.  —  Das  von  einer  zweiten 
Hd.  Lcboieae  fe^ira  wttre  nicht  grade  falsch,  aber  l'aspira  ist  ohne  Zweifei 
vorzuziehen. 

I)  Bs  liegt  gar  kein  Grood  vor,  hifr  vod  d«r  Bedeiitoiig  »Pmde«  ab- 
lagebeii  vnd^'ol  mit  »Gaostbeteagiiog«  wiedcrziigebeD,  wt«  SUmniing  dies 
im  GJosatr  teiiier  Ausgabe  tbal. 

If89.  8 


^   104 


sondereD  Verwendung  des  Wertes  nieht  su  beseligen  ;  in  den 
Liebefitiedem ,  der  eigentlidieii  SULtte  dieser  Gebraucbsari,  tel 
ja  von  einer  anderen  Art  der  Freude  nur  selten  die  Hede  und 
die  Besiehnng  auf  die  Uebe  von  vorn  berein  gegeben.  Wenn  os 
s.  B.  in  einer  Gansone  Giiilleai*s  von  ÎGabestaing  beisst: 
Niyt  deu  pUsigner  ttafan  nt  dire  ta  dolor  ni  eo$Hn$ser  son  dan  ni 
debefartauxoTimieifquevacamjansomiiaet^^  ÈÊams 
no  parian  doêe  e  non  toion  de  que  mon  joie  ni  maUübensa  {Ane^ 
mot*  no'm  fo  tembhn,  Mabn  1, 4 1 0)  ^  so  ist  ein  Zweifel  Uber  die 
Art  der  am  Ende  dieser  Siropbe  durob  joi  beseidineten  Freude 
ausgesoblossen:  es  kann  bier  nur  die  Freude  der  Liebe  gemeint 
sein*  BbensOy  wenn  Kvnig  Alfons  von  Aragon  in  einem 
LielMsUede  sagt:  En  trop  riens  voluniain  ^es  mos  eors  ab  joi 
mesdnin  (Per  montas  ŷnùxaSi  Bartsob  87, 4). 

Indem  ieb  nnnmebr  auf  diesen  besonderen  Gelmueb  des 
Wortes  nfiber  eingebe ,  fahre  ieb  aus  der  Folie  der  sieb  dar- 
bietenden Beispiele  (von  denen  in  dieser  Abbandlung  selbstver- 
stttttdliob  nur  verbllHnissmëssIg  wenige  eine  Stelle  finden  ken- 
nen) sunacbst  einige  an,  die  sieb  syntaktiseb  dadnrcb  kenn* 
leiebnen,  dass  in  ilmen  joi  als  Subjekt  eines  intransitiven  Veibs 
ersebeint.  Besonders  gern  wird  das  Wort  so  mit  dem  Verbnm 
venir  verbunden,  indem  der  Gedanke  ausgedrtlekt  wird,  dass 
die  Freude  von  der  Geliebten  zum  INobter  besw.  in^s  Hers  des- 
selben komme.  So  Gnillem  de  Gabestaing:  Qu'a  mi 
mais  (faienda  ses  totx  covens  saubuts  vos  don  m*es  jois^)  tien- 
gut»  {U  dous  eonstrOf  Bartscb  76,  5).  Peirol:  Belha  domna, 
en  cm  renha  sens  e  beutatji  e  vahrs ,  sugriret»  qt^aissi  m^estenha 
lo  deairiers  erl  doltors?  Sivals  dels  ptaners  menors  me  faÜM  que 
jois^  m'en  venha  (Ms  sieus  tort»,  Mabn  II,  ÜSt),  —  GuilleiA 
de  Saint  Leidier:  Tant  es  [seil.:  la domna]  de  meree  estraigna 
que  no^l  platM  que  jois  nCen  veigna  {Bei  m'es  oimais,  Mobn  II, 
45],  —  Ebenso  das  volle  joi  d^amor  in  der  sebon  oben  (S.  103) 
aus  Guillem  de  Cabestabig  angefnbrten  Stelle:  im  joi  d*amor 
qktem  ven  al  cor, 

Aebnlicb  wird  unser  Wort  mit  esser  assis  verbunden  suni 
Anstoek  des  Gedankens,  dass  die  von  der  Gelid>ten  kommende 


1)  Die  lid.  Ë  bietet  ^M^Js;  so  liest  Raynouard  JÜ,  415  uiidi  ihm  fol- 
gCDd,  Mahn  I,  H 4. 
1}  E  :  jo(ß. 


Digitized  by  LiOOgle 


 105   

Freodo  im  Hmen  des  DidUen  ibrro  Sita  genommeo  liat«  So 
Peire  d' Alvernhe:  Ton  m*e$  deg  e  gens  $as  vexers  W  joi  que 
m'es  el  cor  assis  ffisfosiarls  brmsjoms^  Malin  I,  94}. 

Wllfarend  durok  die  letatginamite  Wendaog  bildUohi  mit 
p«rsMicher  Anffassmig  der  FÍesdet  der  Gedanke  aoBgedrtlokt 
wird,  dass  die  Frende  ein  BeaHatinun  dea  Diohten  ist,  wird 
dieaar  selbe  Gedanke  anmHteibar  und  nnbildlieb  dorob  das  an 
/ot  tretende  Hllliiverb  esset  mit  eineaa  |»rttdikatÌYen  Pronomen 
posseaBÌTnm  aóagespiochen.  So  Graf  Wilbelm  y  on  Poitou: 
Tos  lo  joit  dü  mon  es  nosirSt  doaijma»  yorndtn*  not  emttm 
{Farai  dtannmáÊtt,  Bartseb  34,  84).  M  mag  hier  allerdings,  wo- 
rauf der  Znsata  Ton  M  und  M  mon  binanweisen  scheint,  den 
oben  besproobenen  aUgemeinen  Begriff  der  Freude  ausdrttokeni 
aber  doch  jedenblls  so,  dass  dabei  vorsugsweise  an  die  Liebes* 
firaade  gedacht  wird« 

Auf  ein  possessiTes  YerbttllnÌBs  weist  Cmer  bin  das  Vor- 
bnm  ooòtr,  das,  wie  Dte.  (Etym*  WOrterfo.  «  8. 4  4  e)  bemerkt^  »bst 
nur  mit  jby  verbunden  wird«.  Die  Wendung  jois  m*es  cabii» 
»Freude  ist  mir  au  Theli  geworden«  findet  sich  bei  den  Trouba- 
dours nieht  gans  selten.  Gaufre  Andel:  Beihs  m'es  Pesttus  s't 
temps  florüaip  quan  l*auMlh  chankn  soto  la  fier  ;  mas  íeu  ienc  Vi- 
vem  per  gensor,  quar  mais  de  joy  mi  escobitn  (Uedanfang, 
Mahn  I,  63).  —  Arnaut  de  Maroill:  Á  (fron  kemr  «m  cuijois 
es  cebít»  (Uedanlnng,  Mahn  I,  456).  —  Bertran  de  Born: 
Na  Tampra,  joi  s  m*  es  coàtìa,  ftíieu  n^ai  mais  que  s^era  reis 
(S'fdniU  e  fuloUm,  Stimming 

Wie  mit  eetÌTj  so  veàindet  sich  jm  auch  mit  dem  syno* 
nyoMH  eseka%er  sufidlen,  suTheil  werden.  Pons  de  Cap- 
do  il  1:  Pero  odes  esper^  siM  mes  cors  s^esmaifa^  qu*apres  Vira 
m^esehaifa  Uds  joy  s  qa^m  denk  piaxer  [Ben  es  folks  ^  Mahn 
I,  350). 

Aebnlich  diesen  Verbindungen  intransitiver  Yerba  mit  dem 
als  Subjekt  dienenden  joi  sind  eine  Beihe  von  Verbindungen 
transitiver  Verba  mit  dem  als  Objekt  gebrauchten  joL  Wie 
jene  Wendungen  die  Freude  als  ein  Gut  oder  Besitsthum  auf- 
fassen, 80  drucken  auch  diese  den  Sinn  aus,  daas  die  Freude  ein 
Gut  ist,  in  dessen  Besito  der  Dichter  sich  befindet,  das  er  ge- 
winnt, erwartet,  erhofft,  verliert. 

Ausserordentlich  httufig  ist  die  Wendung  aver  joi  d.  b. 
Freude  haben  oder  erhalten.   Jaufre  Rudel:  Er  ai  ieujoi  e 

8* 


Digitized  by  LiOOgle 


twf  jmí%ìU  {Belks  nin  rtslmr,  Mahn  I,  69).  —  Derselbe:  AI 
fM  HO  y  o  MOt«  dd  mwrir^  i'mlfmijoy  non  ai  m  brmmen  {Pro  ai 
dd  cftor»,  Maknl,  Oi).  —  Gnlllem  de  Gtbeeiaiiig:  Ptr  hm 
re^imi  m  qnrm  mandetM  ímm  moiil  «t  yrm  jûy^  <t  aitfU$  matt 
me  greya  ;  qurl      aurait  pkara^  meor,  btíha  émma^ 

fi^iM  Mf  m  Pêiperair[Lojom  fmt^vif  Habn 1, 409).—  Peire 
Haimo n  de  Toloia:  â$mfumta  efSn  jôi  vmraiaie  ieudemi 
donr  a/  partir  {û»novelsfe9iamên$y  Mahn  I,  Ui).  —  Derselbe: 
Bt  €9  oisaiM  Mka  roM  averjoy  de  /Si»'  amanm  (Ebenda,  Mabo 
I,  i  45}.  Peirol  :  Que  ft  per  liieii  tum  eobrejauaimm,  triit  pku 
per  me  quejamaíitioy  non  aya  [lie'm  cujam,  Mahn  II,  40}. 

Weniger  bilnfig  ist  tener  je  t  iFreode  besilaem,  mil  de  ond 
der  Beseiebninig  der  FAa,  Ton  welofaer  der  Beafta  stamiii. 
Beriran  de  Bern:  NoiHajeifuideleineriíe  [Cd  qmeamja, 
Stimming  444). 

Vereinselt  findet  sieb  ester  p ödere 9  dejei  d.  b.  eigeot- 
Ueb  «Freode  in  aelner  Gewalt  baben«.  Pens  de  Capdoill:  Que 
perunjoy,  denne  euipederos,  soan  alken  Mm  atUres  jmH 
ximeni  {iekdi  emicx^  MÂn  I,  341  ).  Ebenso  eaxir  jei  »Freude 
in  Besils  nebment.  Graf  Wilhelm  von  Poltea:  B  den  kam 
mais  cent  am  durar  quvl  joy  de  s^amor  pot  s  a%ir  (Ment  JmzenSf 
UoUand  26). 

VerbaUnisBmSflsig  selten  sind  anob  die  Wendungen  cohrar, 
conquerre  joi  »Freude  gewinnen«.  Guiraut  de  Borneill: 
Que  vey  qu*ab  ponher  d'esperos  non  puesc  tan  farque  joi  cabres 
[A  ben  chantarj  Mahn  1,  188).  —  Raimon  de  Miraval:  E s'eu 
anc  dis  orgolh  vas  domnasj  aras  m^en  tolh  e  tont  a  mezura:  e 
druls  qiies  d*nital  escolh  conquier  joi  [Anc  trobarSj  Bartsch 
4  50,  20) .  —  U  c  de  la  B a  c  a  1  a  r  i  a  :  Ror Irans ,  j o  is  quant  es 
conquezitz  ab  gran  maUrcuj  et  (tb  dolor ^  val  mais  (Diyalz  Ber- 
trans  de  San  Felitz,  Tenzonc,  Hayn.  lY,  32  . 

Gazanh  a  rjo  ;  )'Frcude  gewinnen«  und  embld  rjo i  »Freude 
stehlen«  finden  sich  vereinigt  iu  einer  Stelle  bei  B e rn a r l  de 
Ventadoru;  Dom  mi .  pcn  se  m  del  enginhar  lauzengieis.  ati  Dieu  s 
contranha;  que  fan  aun  hom  lor  pot  emblar  de  Joi^  uilan  h 
gazanh  a  {Estât  ai  cum  hont,  Mahn  I,  i 3) . 

Beispiele  für  prendre  joi  s.  weiter  unten  S.  108,  113; 
recebrc  joi  s.  S.  113. 

Oeiiev  {lüden  mchutendrej  esperar  joi,  Peîrol:  Amors 
mt  /at  sofrir  aquel  türmen  don  eu  tan  ricjoi  aten  (Coro  qu^amons 


107 


volha,  Bartsch  Uû,  10).  —  Peire  Vidal:  Cilh  qt^ti  arffoUioi,*  e 

gaja  vas  mi,  e  de  mal  qu'en  traja  no'lh  cal — — — ,  nideleiinM 
joi  non  (iten  (Amw  près  «ui,  Bartsch  Áusg.  42).  —  Uc  de  Saint 
Cire:  Que  favai  eu  eut  capdella  e  guia  la  vostr^  amors  erm  fug 
e-m  sec  (-m  prcn?  Que  farai  eu  qu'autre  joi  non  aten?  (Très 
enemics,  Bartsch  158,  24).  —  Bcrnarl  de  Yentadorn:  Lo 
vers  es  fis  e.  naturdus ,  e  hos  sel  ni  qui  hen  lenten,  e  meiller  me 
(jiie-l  joij  (lien.  Beniarlz  de/  Venliulorn  l'enten  e.'l  ditz  e'I  fay 
tf'l  JOI/  aten  (Geleit  des  Liedes  Chntilats  m)  pot.  Mahn  I,  34).  — 
Ma  i  III  baüt  de  Va  quai  ras:  E  sui  volpils,  quar  no  Paus  enquerer 
[seil.:  la  (iijniiia],  e  trop  ardils ,  quar  ton  rte  joi  esper  {Savis  e 
folhSy  Mahn  ï,  307).  —  Berlran  dv  Born:  S'uhrils  c  fmlhas  e 
(lors  e'ih  belh  iuailin  e'Ut  dar  ser  del^)  rie  joi  cui  eu  esper  no 

m\ijutli»ii  e(  a/iiors  ,  tart  m'en  venra  gauaimens  (Liedan- 

Îang,  Stiniming  20ö).  —  Statt  espt  iar  joi  findet  sich  auch  die 
\fmàm\û,  av  er  son  esper  en  jo  i.  Aniaiit  de  Maroi  1 1.  En 
joi/  ai  mon  esper,  ßn  cor  e  [er m  voler;  e  yo//  mr/n  puese  aver, 
(iomnu^  iro  qu^a  vos  playa  {Ses  jn//  mtn  es  valors,  Mahn  Í.  167). 

Den  Vijilust  des  durch  jui  iiezeichneten  HesitzthuuKs  dröckt 
die  Verbindung  dieses  Wortes  mit  pe  rd  re  aus.  H<>rn;irtde 
Ventadorn;  Quieu  perty  per  falsa  lau:^  humana ^  ial  joyde 
/in^  umor  rprtuna  [Ja  mos  chanlai  s.  Mahn  I,  29)^). 

Als  ilas  liegenstück  zu  der  \  <  rhindung  von  joi  mit  den  ^o- 
n.iiiiilcn  Verben.  d('r<'n  Siihjclvi  der  Dichter  ist,  stellt  .sich  die 
\til)indung  unsin's  Wortes  mit  gewissen  Verben  dar,  deren 
SulijCki  die  \oni  Diclitrr  hfsvinui'ne  Fran  ist.  Bei  der  Ver- 
hindimg  mit  jenen  \  ei'lien  rrsi  lieint  die  Freudo  als  ein  iint,  das 
der  Dichter  besitzt  oder  erstrebt,  hei  df^r  Verhiiulmi::  mil  diesen 
als  ein  Gut,  dessen  die  Frau  den  Dichter  Lhedhaitig  macht. 


f)  So,  mit  UV,  oder  mit  ABÜJK,  ist  zu  lesen.    Erklare:  Wenn 

April,  Bluiueo  und  BUiUer  mir  nicht  biusichllich  (zurErlangua($;  dm-  er- 
bofllaii  Fkvvda  belfm,  so  ^wlrd  Llebeagemiss  mit  ipMt  in  Tbeil  werdeo, 
Obs  vom  Hg.  in  don  Text  gesellte,  vos  «Infgen  Edd.  geboleDo  eft  (rM) 
gibt  einen  ganz  tinpas<;cn(k>n  Sinn. 

1)  Beiläufig  sei  hier  auf  die  eigonthUmliche  Erscheinung  hingewiesen, 
dasg  (soweit  meine  iienntniss  reicht)  unser  Wort  nie  mit  dem  Verbum 
MNNr  viitniBd«n  wird,  wlbrend  es  doch  z.  B.  beisst  senUr  dolor  (s.  Hayn. 
Lex.  V,  Iis,  a.  T.  Sm.).  Vtollaiolit  biogt  die  Inebeinong  mit  der  vielfacb 
hervortretenden  Nelgong  unseres  Wortes  su  obJeellYer  HegrllTsftlrbiing 
(s.  8.  ist)  sasinuneD. 


108 


HHQfig  ist  dfe  Wendung  dar,  besw.  donar  Joi,  welcbe dfe 
Ansohaüung  ausspricht,  dass  die  Freude  «ine  Gabe,  ein  Geadienk 
der  Pran  isi.  Ralmbaut  d'Âurenga:  Domna,  ja  mais  etpar- 
vier  HO  part  ni  cas  ab  cenaa,  «'ofic^  ỳueys  gurm  delsjoi  enliér, 
fuy  de  mUh^  ûítara  enquiikdn  (Tenfone  mH  der  Grlliin  Beatrix 
von  Dia:  ^míocD  ab  gram  ^ostmer^  Malin  I,  M).  —  Mit  pasal«- 
Tischer  Konstniction  B 1  a caa a e t :  Eja dtvaijoys  plaxeiu  dai% 
no-m  sioj  bona  dompna ,  ê*ieu  d^autra  lo  prendia  {Srm  fai  amorSy 
Rayn.  III,  460).  —  Peire  Rai  m  on  de  Toloaa:  Qu^en  MlofMm 
non  «*  mais  nttiha  res  que  ja^  ses  lieis^  mi  pogues  joy  donar  {Si 
cumseluy^  Mahn  1,136).  —  Uc  de  Saint  Giro:  Afdra  dmon 
non  es  que'm  don  es  joi  per  nulh  he  quem  fezes  (1res  enemicSj 
Bartsch  159,  22Ì.  —  Anstatt  der  Geliebten  erscheint  zuweilen 
die  Liebe  selbst  als  Geborin.  Graf  Wilhelm  von  Poitou: 
D'n/nnr  iwn  dei  (live  inas  bcy  quar  no'n^]  ai  ni  petit  ni  re ^  quar 
ben  leu  plus  no  m'en  cove;  pero  letmcns  d o n  a  yran  y  o  í  ,  qui  bt'ti 
mante  los  uizimens  {Pus  t^ezeìn,  Holland  30). 

Hierher  gehört  auch  die  zienibVh  hanfìg  begegnende  Wen- 
dung aduire  joi  Wrende  bringenf.  Guillem  de  Cahe- 
st  a  i  ng  :  Qiraisst'in  sui  ses  totz  cutz  de  cor  a  vos  rendutz  qu'nutva 
joi  HO  m'aduts  (Li  dous  rnnsirey  Bartsch  75jS05.  Ais  Subjekt 
erscheint  auch  hier  ziiwt  ilon  nicht  die  Geliebte,  sondern  die 
Kiel)e.  A  r  n  a  11 1  de  M  a  r  o  i  1 1  :  Ses  joy  non  e<í  rrdors.  ni  ses  vulors 
hoìiovs  ;  (juar  j  o  i/  (id  ii  i  z-  ufnot  s.  et  amor  domna  guaya,  e  gayeza 
soUdz  ,  e  solalz  cortesia  (Liedanfang,  Mahn  1,  167^,  Ebenso  hei 
Peirol,  nur  mit  dem  Unterschiede,  dass  der  Begriff  der  Liebe 
durch  einen  (mit  so  rpw  eingeleiteten)  Relativsatz  unischrie])en 
wird:  iiuardatz  cossvm  vai  e  cossi  m\'stai :  so  que' m  soi  auare, 
m^adutz  joy  veruj/  {Ab  [En]  joy  que-m  demora.  Mahn  II.  15). 

Auch  i/K'/z  r  /o /  findet  sich;  mit  dem  Subjekt  (imori.- bei 
Folqnet  de  Marseliia:  h  /in'  amors  m'uleaza  mon  martire, 
que-  m  promet  joy  {Tan  m'abeliis^  Mahn  I,  328). 

In  diesen  Wendungen  wird,  wie  wir  gesehen  haben,  dem 
Gedanken  Ausdruck  gegeben,  daas  die  Frau  die  Spenderin  des 
Gutes  ist,  das  die  Troubadours  mit  joi  bezeichnen.  Aul  Gmnd 
der  Anschanung  nun ,  dass  die  Frau  die  Quelle  und  xwar ,  wie 


\)  Up.  non. 

i)  So  wohl  zu  lesen  anstatt  des  b9  des  Textes. 


109 


mehrfÎBoh  aiugesprooheii  wird  ,  die  alleinige  Qaelle  jene«  Gutes 
iaty  geht  dioiiteriaclie  Bedeweise  sogar  so  weit,  den  Sats  aufm* 
steilea:  die  Fran  ist  Freude,  d»  h.  stellt  in  sich  verkörpert  die 
Freode  dar,  deren  StnUeo  alle,  mOgen  sie  aneh  noeh  so  leiv 
slfcat  sein,  doeii  hier  allein  ibren  Sanmeipiinkl  beben  :  die  Frau 
ist  der  Sonne  «bnliob,  die  nidbi  nor  Liebt  spendet,  aondera  auch 
Liebt  isL  So  ünssert  sieb  Bernart  de  Ventadorn  in  einer 
Strophe,  weiobe  die  mannicbfaltigen  und  doch  auf  jene  Bine  Up- 
foeUe  saiHckgehenden  Formen  dee  den  SKnger  bewegenden 
Gefllbls  sebttn  sur  Ansobanung  bringt,  folgendermaassen:  QuatU 
srfta  verU  e  fittíha  par,  e-l  ßor  br^kmon  ptr  verjan,  rl  rotsmhöU 
aiM  é  ehr  ieva  sa  vatM  a  fMif  lon  eton  ;  joy  td  dé  ktyejoy  ai 
de  h  Ihr  ;  joy  múêm»^  td»  mtdons  niajor  :  vas  foáu  ptuig  nU 
dejoy  chm  e  fSwA«,  mot  ilh  [soil.:  mkkms]  et  joys  que  tote  Ais 
auiret  vmu  (Uedanfang,  Mabn  I,  1 1)  ^).  An  einer  anderen  Stelle 
bedient  sich  derselbe  Diobter  einer  Ansdnioksweise,  die,  wenn 
anob  im  wesentlicbeo  der  soeben  besprochenen  gleichartig,  doch 
durch  Hinzufügung  des  Pronomen  possessivum  der  I.  Person  zu 
joi  ein  besonderes  Aussehen  gewonnen  hat:  /^omna,  vostr'  om 

suie  serai f  al  vostre  servisi  guamitz  —  ;  e  vos  etz  lo 

meus  jois  premier Sf  e  si  seretz  vos  lo  derriers  {Pel  dois 
ckant,  Mahn  I,  S^)^). 

In  UebereinsUminuug  mit  dieser  Auifassungsweiäe ,  welche 


f)  So  von  Bert  ran  <lo  norn  in  piner  früher  schon  (S.  4  06)  hervor- 
gehobenen Stelle:  Noi  hajot,  </ut  de  lei  no  l  te. 

à)  ErwühnensiwerUi  ibl  «lie  bildlicli«  Wendung:  Tol%joysli  [seil.:  a* 
im  A»niial  ûm  kmiUwr  »alle  Fronde  mute  sieh  demUthig  vor  ihr  neigen«, 
die  sich  «todurch  eiHklärt,  dass  eben  auch  die  Frau  als  Freude  und  zwar  als 
4ÜC  grösstc,  alle  andern  übertrefTende  Freude  aufgefesst  wird  (Graf  yob 
Poitou:  .Wowr;Vi»<  3      Holland  . 

3)  Raynouard  (Lexique  Roman  Üd.  III,  S.  444  ;  s.v.  dauch  Nr.  16) 
fasst  hier  joi  als  »Glück«  auf;  er  überutst:  Font  êU»  le  mim  prmníêr  60»- 
kemr  H  mutí  vem  sfras  It  denO^.  Bhaatogat  kSanto  man  es  aber  euch  als 
«Liebe«  auffassen,  und  unserer  Anschauung  würde  die  Ueberseizung  :  »Ihr 
seid  meine  erste  Liebe  und  werdet  auch  die  Iclzte  sfin«  \\oh\  am  besten 
eiilsprecl»«^n  Difi  Bedeutung  von  joi  schwnnkl  in  der  Tbal  zuweilen  zwi- 
>»cheu  diesen  drei  Uegriffen  :  Freude,  lilUck,  Liebe  in  einer  Weise,  dass  die 
Entscheidung  darüber,  wie  es  am  genauesten  wiedemigabea  sei,  schwer 
ttllt.  Viellaloht  kommt  man  dar  Wahrheit  am  aSebslan,  wenn  man  fttr 
diese  und  ähnliche  Stellen  annimmt,  dass  im  Begriff  von /ol  die  drei  Ele- 
mente der  Freude,  des  Glüekes  und  der  Liebe,  mit  Vorxs'nlteo  bald  des 
eioeu,  bald  des  andern,  zu  einer  Einheit  verscbmolzei^siod. 


• 

 110 


die  Frau  selbst  als  Freude  erscheioto  U»t,  alehi  es,  dass  joi\ 
OMÌBi  ÌQ  Verbindung  mit  dem  Pronomen  posscsstvum  der  I.Pei^ 
son,  zuweilen  auoh  noch  sût  AdieküTea,  als  Yersteckname  fiir 
die  vom  Dichter  besungene  Vraa  vorkommt.  Wir  âodflD  dieeop 
Gebraooh  des  Woiiee  bei  Bern  art  de  Ventadorn,  demselben, 
bei  dem,  wie  vorhin  erwlbni,  die  (durch  das  Httlfsverb  esMT  er- 
foll^Dde)  Gleîebstellimg  von  »Fmnc  und  »Freude«  mehrmals  zu 
beobaeliten  ist  Mon  J  oy  beseMnet  derselbe  ebie  Geliebte, 
ÌD  der  Sachler  eine  Yisgrëfin  von  Ventadm  vemiiitbet^},  in  der 
folgenden  Stelle:  Ifen  Joy  ooNum      Femý  Gloriet  — — -^; 

Mimmmlk  eommta  ma  dkmsof,  et  m  Mon  Jûi^  decai  ieu 
im,  fem  {BeU  MimrveUf  Hehn  I,  48).  In  einem  anderen  liede 
gebraueht  dieser  Diohter  den  Versteeknamen  Mon  Pin  Joy  J¥a- 
Iura/,  der  sich  wabisoheinlloh  auf  dieselbe  Frau  besislit)  die  er 
in  der  soeben  angeftohrten  Stelle  nái  JÍmi  Jby  beieiehnel:  tos^  e 
miret  ^tirm  tW,  sYsii  na«  vey  «  jumtd  Mon  Pin  Jo$  Naiurai 
SA  Ueit,  al  fmeâralf  bUmc*  ê  freaf  atnlid  cum  ftar  nma  a  naëai 
{lo  ffmu  lesijM  dejtaieer^  Mahn  I,  43)^.  —  Der  Versteekname 
Pis  Joys  findet  sich  in  folgend«  Stélle:  Pis  Joys,  yes  no'us 
ffuesc  Midar,  ans  vos  am  srus  tmüh  e*tts  Umh  ear,  cor  m'eCs  do 
belha  eompanka  {Estât  ai  cum  kam.  Mahn  1,  44)  >). 

Wir  haben  aus  den  bisher  besprochenen  AnsdrOeken  er- 
sehen ,  dass  Joy  in  der  Ansehaunng  der  Treobadom  ein  seeli- 
sehes  Gut  beteichnet,  dessen  EmpfUuger  der  Dichter,  dessen 
Spenderin  die  Frau  ist.  Biditen  vrir  nun  unser  Augenmerk  da- 
rauf, wie  die  Beschaffenheit  dieses  Gutes  von  der  Spraehe  ans- 
-  gedrückt  wird.  Der  durch  unser  Wort  beseiehnete  Begriff  um- 
fasst  eine  grosse  Zahl  von  Abstufungen  und  Schaltierungcn,  und 
die  Sprache  der  Troubadours  ist  reidi  an,  meist  durch  Adjectiva 


1)  Jahrbaob  XIV,  4t«w 

2)  Raynouard  und,  ihm  folgend,  Mahn  drucken  hier /9f  nebst  den  dazu 
<;ptiörip;en  Attribaten  mit  Utfioem  Anfangsbaciislabeo»  usa  sieht  ta  bil- 
ligen ii»t. 

3)  Eigenibuiulich  iüt  der  Ausdruck  sos  joys  bei  Jaufre  Rudel: 
Totz  ioi  vêMÌt  spêí  ëmUufn  Ml  rmih  o»  tos  joys  fo$  noyritz  [Pro  oi  M  «Im, 
Mahn  1,  Sfl>.  Hier  wird  «off>(oyt  aofeiffueBn  Mla  tis  *0Ma«  ««'«yoyiv  ;  aber 

eine  solche  AosdraoluweiM  sdM  van  Tobler  id  der  ZUchr.  f.  rom.  Phil.' 

MI,  4;i:i  ivfil.  z.B. port,  sm  medrnno  =  .Sie  Ha<«Pnfuss\  .Stall  Av?  uhrifren^ 
au  jener  Stelle  mit  Rochegude  (P.  O.  S.  21)  und  P.  Meyer  (Hecuetl  77]  /0 
zu  lesen. 


in 


vermitleiu  II  Rp/j' iehnuTigen  für  difselben  —  Bezeiehnuni:«'n. 
welelie  aum  grossen  Theil  dieser  Poesie  eiiienthtlinlich  simi  uiul 
mit  dazu  hfilraijeii  (\om  Sh'!  dpr  Troiib;i(ioiii\s  jeœs  originelle 
tieprüge  zu  ^l■^leihen,        \n  ir  >in  liim  lictnrrkr-n '\ 

Am  wt'iiigsteo  cigenthömlich  sind  eiiK  Hnlic  \on  Aus- 
dr1!rki>n  welche  sich  auf  die  iirusse  der  Freudf  Im /i(^hen.  lu 
imiiesiiiiini! '»r  Weise  wird  dieselbe  durch  das  l Vonomen  (ilcun 
bezeiciinel:  aicun  joi  ist  irgend  «M"ne  Finule,  wie  gross  oder 
wie  serins  sie  immer  sein  riit  ijt .  So  in  di  r  >r\m\  früher  (S.  4 06) 
gt'nannieii  Meile,  von  Jaufri  H  u  d  ü  i:  Atiuni  n  tu  ftn  tnlan  eoraUj 
ül  if'i;  ni)  ÌJ  a  Jìittfs  ^hf  îmirír.  s  u  iq>in  /07  non  «a  f'ff  ^>r''fnneH 
ßiaha  I,  .  —  I^iiK  ^rrini:(  diosse  der  Freude  bezeichnet  der 
Ausdruek  un  pnur  icjoi.  Ii e  rn  art  de  V  en  t  ad  0  rn:  .1.  r  o//i 
iff'au  i/iort  fais  anitidor  Iruau ,  (fue  per  itu  pnii  r  di'  joi  sc  fan 
trup  '/i'dì/s'.  f  fpinr  íi/Ip^  ffff  luv  voh'r  non  aw,  eis  r<ifi  dizfu  (pt^n^ 
mora  loni  en  btui.s  (Juan  la  fìieìhn  sobre  farhrc  s'cspau ,  Mahn 
1.39,  auch  G.Faidil  zugesclirn  In  a,  s.Bisehoffs  Biograjihie  S.  67). 
—  »yo  Í  s  petit  z  «  sieht  in  einem  Licde  B  e  r  n  h  a  r  d  s  v  0  n  \  e  n  - 
tadorn  ^Pe/ i/o/.s  r/íí/;i/.  Mahn  I,  —  bn  Sinne  von  «mehr 
Freude«  findet  sirli  sou  nhi  i^litt  d^-  iot,  so  Bernart  de  Ven- 
tadorn:  Pots  i  auzet  thantoìi  /  Im-  for,  ieu  (pi'ai  plus  de  juij 
VÌÌ  mon  rar  deq  hen  vhantar  Utuui  par  lu  fJors,  Mahn  I.  lOL  als 
auch  mais  de  joi,  so  .hmfre  Rudel:  Bclhs  m'es  Festins  r  l 
temps  fìoritz,  quan  l'uuz^  l  rhu n hm  sotz  lu  flor  ;  mas  ieu  lern  i'i- 
rern  per  (p^usor,  tinuò  de  /?>7  mf       eohifz  'Liedanfang, 

Malm  i.  ^'\\  in  cinrin  Liebesbrieíe  seiiiliirrl  Arnaiil  de  Ma- 
ro il  i  die  Lieliesli eudf,  (iiT  ersieh  in  (iedanken  mit  seiner  Ge- 
üebten  hingiebt  und  lügt  hinzu,  dass  die  Liebesfreude,  votì  der 
in  Uonianen  erzählt  werde,  nicht  «ier  Hälfte  d.  r  spiniüen  iiieich- 

komme:  E Rodocesln  m  Uiijiis,  tìlancdfìors  ni  Semiramis  

non  agro  la  m  et  ta  (  <h'  joi  ni  d'uleç/rier  nb  lor  amis  mm  eu  ab 
vos,  so  m'es  avis  '(»'mma  (penser,  Hartseh  97,  34^  —  Auch  von 
Verdoppelung  der  Freude  reden  die  Dichter.  Peirol:  Quant 
iwm  troha  tiierrc,  dohl n  /dlegransa  cl  joi  e'i  benwMnsa  acei  cui 
esdeve  [Pus  de  mmjuy,  Mahn  II, 


1)  Die  letztere  üetnerkutii^  giit  natürlich  niclil  für  den  Fall,  úaês  man 
die  Beziehungen  tier  einzelnen  Ti*oubaduurs  unter  einânder  ins  Auge  fas^ 
flondem  flir  &m  Fall,  da«  man  dl«  dlcblerisoben  Leiatangen  der  Troaba- 
dovn,  all  efner  Qesamintlieil,  intt  deo  BraeagnIflMn  freaider  Dlehtknasl 

VVIlBlOlVIllr* 


Digitized  by  Google 


Selir  häufig  ist  der  Ausdnick  granjoi.  Gairaiii  de  Bor- 
ne il.  Ar  ai  gronjûfff  qiimU  remembri  Îamor,  ftie  tm  mon  cor 
ferm  m  sa  femM;  que  ^auHer  wne  m  un  verlier  de  fior  UU 
gent  cubert  ab  oftim  d^auKÜe  meiéUU\  e  quant  eM  en  aqueti  M$ 
jardiSj  kd  m^aparec  ia  Actta  fkr$  de  liée  prêt  «mi  hurie  e  eaeie 
mon  eoraigef  si  pte  ane  pueie  remembransa  ni  sen  non  aib  M* 
quant  de  Heys,  en  oui  m*enten  (liedenfang,  Mahn  1,  484).  — 
Gnillem  de  Gabeataing:  Per  bon  respieit  en  que^m  mandet» 
tenir  mout  ai  granjoy  {Lejom  quierus  et,  Mahn  1,  409).  Graf 
Wilhelm  von  Polten:  Pero  leumens  dena  [sdL  i'omer«]  gran 
joi  qui  bm  numte  los  aimmens  (Pus  veaem,  a.  oben  S.  408).  — 
Bernarl  de  Tentadorn:  R  mon  non  es  mae  una  res  {seä»  la 
domna]  per  qu'ieu  granjoy  pogues  axw  {Bels  m^es  qu*ieu  diant^ 
Mahn  1, 42).  Derselbe  :  Ta^  n'y  a  ^  on  mais  d^orguelh^  quan 
grans  jois  ni  grans  bes  larve;  mas  ieu  suide  melhor  escuelh  e 
pus  francs  f  quan  Bous  mi  fai  be  (Quam  par  la  ftorsj  Mahn 
40).  ^  Ganoelm  Paidit:  Econoeeen  mon  coratge  qu'ai  perdut 
est  auj  que  non  aie  joi  gran  ni  re  que'm  vengues  a  UUan  (le 
rossinhoiety  Bartsch  443,  19).  —  Peire  Vidal:  B  si  merces  ab 
lois  me  vaigues  tan qu^da-m  volgues  hsenbd  cors  etíendre — — ; 
e  si-l  plagues  que  près  de  si  m'otmi  :  òa*in  tenc  per  seu,  mas  melks 
m^agra  conquis  e  feùnvmric  e  de  y  van  Joi  jommre  (Per  mtíhs 
sofrivy  Áusg.  Ton  Bartsch  B.  78). 

Fassen  wir  die  soeben  angeführten  Bei^ele  in^  Auge ,  am 
festsustelleni  was  fnr  eine  Art  der  Frende  h^  doieh  joi  aosge- 
dmckt  wird,  so  erglebt  sich,  dass  in  dieser  Beiiahung  eine  swie 
fache  Verwendung  unseres  Wertes  ▼erkommt.  Einendts  nSrn* 
lieh  bezeichnet  es  eine  refn  seelische  Freude ,  due  Freude  ^  zu 
deren  Erweckimg  eSiü  Bliek,  ein  Ltteheln  der  Geliebten  genagt, 
die  sich  von  liebendem  Gedenken  und  von  Helfen  nährt.  In 
diesem  Sinne  findet  sidi  sehr  httofig  joi  allein,  ebenso  aber  anoh 
verbanden  mit  dem  Adjectivum  gran,  so  unter  den  oben  ange- 
führten Stellen  bei  Guiraut  de  Born  eil. 

Andrerseits  wird  joi  in  dem  Sinne  gebraucht,  dass  darunter 
eine  ganz  oder  doch  vorwiegend  sinnliche  Liebesfreude  zu  \  er- 
stehen ist,  eine  Freude,  die  zu  ihrer  Erweekuna  des  sinnlichen 
Genusses  bedarf  bezw.  mit  deiuselheo  zasauiuieu  iäUt  'J.  lu  diesem 


^]  Insofern  hat  Sliiimiiníí  Recht,  wenn  er  im  ülossnr  711  B.  <K'  IWiin 
s.  V.  Joi  als  Bedeutung  des  Wortes  auch  »üeouss«  angibt,  obwohl  das  cigeiit- 


113 


Sinn«  wird  nicht  selten  dns  einfache  joi  gebraucht«  So  in  einer 
Tensone  iwischen  Peirol  und  Gaucelm,  über  eine  Frage 
miUelaltcrlîcher  Eroük,  die  hier  nicht  wiedergegebeo  werden 
knnn  :  E  qui  receup  son  jo  i  l>i'eumen,  enuHM  querl  jomê  repaire^ 
h  (Hg.  le)  brieus  jois ,  don  es  laire,  Ii  dura  pueissas  longamm 
{Gmuelmz  digas,  Mahn  II,  33)  ^).  —  Ebenso  S  Mal  in  einer  Ten* 
xone  zwischen  dem  Grafen  von  Bretagne  nnd  Gaucelm: 
äisi'l  drutz  cot  San  joi  tordiaii}  fos  sa  domna  Ven  vol  aizir,  no'm 
por  n*aia  vohntal  gran  ;  —  — —  (iwei  Strophen  weiter)  adones 
á  (m  son  joi  conquis  {kaumime  quel  wa  €$t  êembiant^  Soohier 
Denkmäler  I,  S.  326). 

Wie  alao  das  einfache  joi,  so  wird  auch  in  der  Verbindung 
mit  ýroft  unser  Wori  in  der  angedeuteten  sinnlichen  Bedeutung 
g)?braucht,  so,  unter  den  vorhin  angeführten  Beispielen,  bei 
P être  Vidal  {Per  melhs  sofrir). 

Diese  sinnliehc  Freude  wird  also,  wie  wir  gesehen  haben, 
als  grosse  Freude  oder  als  Freude  s^eehthin  beseichnet;  noch 
ttiteraber  wird  sie  als  die  grOssle Freude hingestellti  alseine 
sdohe,  mit  der  keine  andere  neh  messen  kann,  die  am  meisten 
gefällt  und  die  daher  auch  am  meisten  begehrt  wird.  Dieser 
Gedanke  wird  dureh  den  Zusati  eines  Adj  ectivs  oder  eines 
Bei  a livsa lies,  oder  auch  wol  durch  einen  Hauptsatt  aus* 
gedrückt.  Der  erste  Fall  liegt  vor  in  derselben  Tenzone  zwt*- 
sehendem  Grafen  von  Bretagne  und  Gaucelm,  die  soeben 
sdion  «AgefOhrt  worden  ist:  Dk  que  druds  deu  ton  joi  major 
penre  al  amm$ar  sens  paor^  e  puois  lo  baisar  rf  tmiei'.  Den 
sweiten  mögen  folgende  Beispiele  vertreten.  Arnaut  de  Ma- 
roiii: Plus  fora  ricx  de  toU  eiUendedors,  siieu  agues  lo  joi  que 
pluB  volria  [Vensenhamentz  e'l  pretz,  Mahn  I,  Í64).  —  Guil- 
lem  de  Saint  Leid i('  r  :  depiwis  qu^am  la  i»o,  voM  mos  komrs 
e  iofi  prolM  cor  Imsr;  si  fa*  é'aikm  Jouira  non  a  pod$r  que'm 


liehe  Won  iur  diesen  ììegriíí  jauzimen  iai.  Aber  von  den  zwei  daselbst  an- 
geführten Stelleo  ist  jedenfalls  die  zweite  (aus:  Senker  en  coms,  vgl.  oben 
S.  so  streiObeo:  dM  dort  TorkommeDde /ol  4^mnmr  darf  mit  niclita 
tnderoni  als  »Liebesfreude«  wiedergegeben  werden. 

1)  Wülirend  hier  in  dem  Satze  »qui  receup  ton  jni  hreumen"  joi  die 
vorwiegend  sinrïlichc  Freud«;  l)CZPichnel,  vereinigt  es  gleich  darauf  in  dfni 
Satze  nlo  brieusjois  U  dura  pmtssas  ioi^gamen*  beide  Arten  der  Bedeutung, 
von  denen  hier  die  Hede  lit,  denn  in  der  Verbindung  mit  Meus  liegt  die 
sliinliGlie^  In  der  VerUndttng  mit  dura  die  nicht  sinoitche  Bedeotong  vor. 


Dlgltized  by  Google 


114 


don  i9ljoi  q^ancplut  fort  m'a6W/te  (filial aurai,  Mahik  II, 
4ft>).  —  in  einer  Tenaone  iwisebeo  dem  Delphin  ven  An- 
yergne  nnd  Pet  roi  thni  letileper  den  Anespraek:  Mfin,  bem 
jot  e  oonos  qu'om^  poi$  orna  fhumen^  mor  adn  iro  querl  jo  i  prem 
don  plus  01  eoitos  {Dalfin  iobrkU»^  Mahn  H,  34^.-^  Ein  Bei- 
■piel  endU«lk  fOr  den  dritten  Fall  liegt  tot  in  einer  Teniene 
iwiechen  ehiem  Grafen  nud  Guiraudo  lo  Ree,  worin  der 
letetere  den  Yerrang  der  ainnliriien  Liebeefreiide  yw  jeder  an- 
deren yerfiebt:  CSsr  a  ee/^'et  «on  prennegun  egansa,  fm 
a6  «t  dona  pot  toia  muU  jager ^  ni  ges  neu  miiU^  aver  ŷom  nt 
plaser  qui  contra  so  fax  nuilia  detriansa  (Ai  Gtroldon,  Snofaier 
Denkmäler    S«  33  ij. 

EigenUitlmlioher  ab  die  biaher  erwMhnten  AnadrUeke  flM 
diejeuigüu,  m  denen  kih  nnnmdir  übergehe.  Unter  ihnenatelle 
ich  awei  Toran,  die  sich  auf  den  Umfang  der  Freude  beliehen» 
wie  die  Torhin  beaproefaenen  {gran  ỳd  n.  a.  w.)  auf  die  GrOase 
demetbeo.  Ea  sind  die  Ânsdrttoke  joi  ontier  •  gante  Freude« 
undjotcomp/tlvvelleodervolbtindige Freude«.  Beide  drücken 
den  Sinn  aus,  dass  bei  der  Freude,  von  der  die  Rede  ist,  nichts 
von  allem  dem  fehlte  was  zum  Bereich  der  Freude  gehört;  dass 
also  die  betreffende  Freude  nicht  auf  die  geringeren  und  niede- 
ren Grade  der  Freude  beschrilnkt  ist.  sondern  ausser  ihnen  auch 
die  höheren  und  höchsten  (und  zwar,  so  werden  wir  wohl  zu 
erklären  haben,  diese  vorzugsweise)  uiuiasst.  Der  mehr  od«r 
weniger  hohe  Grad  der  Freude  richtet  sich  aber  nach  dein  Grade 
der  Gunst  und  der  Gunslbezcigimg,  welche  die  Fr.iu  dem  Söngcr 
zu  Theil  werden  lUsst.  Es  k  itii»  zwar  vorkummen.  dass  der 
Snnser  der  Freude  auch  diuin  iheilhaftii?  ist,  wenn  das  Liebes- 
verhciliüiss  ein  i^anz  einseitiges  ist,  wenn  die  Frau  von  den  Ge- 
fühlen ihres  Verehrers  nicht  einmal  Kenntniss  hat  und  dem- 
selben keinerlei  Gunsterweisungen  spendet,  sodass  dieser  darauf 
beschränkt  bleibt,  sieh  m  ihrem  Anblick  oder  an  eingebildeten 
Gunsterw  eisungen  zu  wcidcu^].  Indessen  tritt  eine  solche  An- 

1)  Mit  deiUiieiheo,  aber  nur  nn^'odeutetci)  Sinn,  ohncyot,  in  dor  «^ehoo 
mehrfach  angeführten  Tonzone  zwischen  dem  Grafen  von  Bretagne 
uad  Otuceltt:  tmApirmtoque ^lusVohêiiê, 

t)  8o  wobl  (als  I.  Sg.  Ind.)  in  Ismo  ;  Hg.:  mmW. 

3]  Dieser  bescheidenen  Auffassung  der  Stellung  des  Liebenden  gibt 
ein  I  it'd  Peire  Rogicr  ;í  Per  fnr  exbaudir,  ot]  Appol  S.  4r»^  Ausdnirk. 
\s Airiti  sieb  die  Stellen  Undeo  ;  De  tittäOM  ai  lo  guap  c  i  iis,  e  suy  fols,  si  plus 


115 


scbaüutii^sweisc  doch  nur  sehr  vcrcinïelt  auf,  und  dir  vor- 
herrschende Ansicht  der  Dichter  sfchl  jcdenfulls  dahin,  duss  der 
melt:  luler  minder  hohe  Grad  der  Freude  von  der  mehr  oder 
Diiiuler  hohen  (und  zwar  wirklichen,  nicht  bloss  eingebildeten) 
(.uikst  bezw.  (Junslerweisung  der  Frau  abhängig  ist.  So  ent- 
spricht also  der  höchsten  Gunsterweisung  der  Fran  auch  die 
bëch^te  oder  grösste  Freude  ihres  Sängers  [lo  jüi  majore  s.  olu  ii 
S.t  13),  und  diehreude  des  Liebenden  ist  erst  dann  ganz  (»««iiw«) 
oder  voll  {^H  omplüa) ,  wenn  zu  don  geringeren  Guosterweisungen 
jene  höchste  hinzutritt. 

Folgende  Beispiele  mögen  als  Belege  dienen.  In  einer  Ten- 
zone  zwischen  der  G  r  il  f  i  n  Beatrix  von  Dia  und  dem  Grafen 
B  a  i  11)  baut  d'A  u  rc  n  ga  sagt  der  letztere  :  Domna,  jamais  es- 
pnrfßier  7io  port  ni  eau  nh  ceremn ,  s^anc  pueys  quem  defz  joi 
entier  fuy  de  nuW  antra  eiicpiistaire  (Amicx  ab  gran  cossirier^ 
Mahn  I,  85).  —  In  einer  Tenzone  mit  Blncatz  spricht  sich 
Guillem  de  Saint  Gregori  folgenderuiassen  aus:  Qa'ieu 
vueill  mais  d'u«  vergier  traire  mais  doutz  fruit  que  fueilla  ni 

flor  e  mais  Wamor  aver  Jase  fin  joi  complil  de 

plazer  ple  rpfc  sa?  frobar  anar  cercnn  {Senker  li/m-nfz  fh'  donina 
pro,  Mahn  11,  1  —  Als  pradicati\e  Restiimnuug  wird  vompiil 
imserem  Worte  beigesellt  in  einer  Tenzorie  zwischen  Uc  de  la 
Bacalaria  und  Ber  Iran  de  Saint  Felitz,  welcher  letztere 
dasjenige  Uebesglttek.  das  einem  von  der  Frau  selbst  angeboten 
wird  und  das  man  daiier  rasch  und  mühelos  gewinnt .  dem- 
jenigen vorzieht,  das  maii  erst  durcli  mtlhevolles  und  unMclieres 
Streben  erriniien  niuss;  -Ví/ýo,  lo  mieus  Joi  s  es  complitz  ^  ses 
temer  dr  l  niscnjador  :  e  vos  remanetz  cn  error,  qu^ieti  teiny  e  vos 
anatz  musan  {Üigats  Bertrans,  Kaynouard  iV,  32)  ^). 


Ii  detnauj  ans  den  mer  iiian  j  o  y  d(ìtlan\  und  woilorhl»  :  f><yn  dnttz  siiy  cl 
ab  Ueys  don^ey  lotz  celafz  e  cubertz  e  quetti  qu'Uh  no  sap  lay  lo  ben  que  m 
f<ÊÌ  ni  etm  ai  per  Heys  joy  e  prtif, 

4)  SoIclM  sind  unter  den  »jilas«r«  m0mors*  ta  versieben,  von 
denen  Peirol  an  einer  früher  schon  (S.  4  04)  angeführten  Stelle  spricht  nnd 
mit  (lenon  or  <i'i(  h  znnni  hst  wenigstens  bogniipon  zu  \v(>I!<»n  ei  kl^rt.  —  Die 
Troubadours  stellen  überhaupt  das  Liebesvcrhäilniss  zwischen  LHchter  und 
Frau  gern  als  stufenweise  fortschreitend  dar.  Die  hüchste  Stufe  ist  mit 
SpendUDg  der  hdebiteii  6iinstlMteigitng  von  Selten  der  frwt  erreicht.  6o 
ArnaiBt  de  Marolll:  «'In*  tui  H  gra  auttér,  «la  mi  pêriltìÊM  {Áifti 
em,  Mahn  T,  t73'. 

2)  Mit^Of  complu  ist  zu  vergleichen  der  Ausdruck  amor  eomplida. 


Digitized  by  LiOOgle 


Eîii  hSuíìg  voridiiimeiides  Beiwort  jeu  joi  isi  fin.  Dies  Ad- 
jectiV)  abgeleitet  vim  faire  voUeaden,  bedeutet  dementsprechend 
voUeiidet  oder  vollkomieDi  und  swar  vollkomroeii  m  dem  Sinne, 
dass  alies  beseítígi  und  ausgeschlossen  isi,  was  der  Idee  oder 
der  Natur  des  betreHnideii  Gegenstandes  nicht  entspricht;  hier^ 
aus  unmittelbar  die  Bedeutung  »lauter«  oder  »ächto.  Sehr  hâu- 
6g  80  bei  SobstantÌTen,  welche  GemlUhabewegungen  oder  geis- 
tige ZttsUlnde  beieiehnen  ;  fis  jois  bedeutet  also  lautere,  achte 
^eade»  aus  der  alles,  was  dem  Wesen  und  dem  Begriff  der 
Freude  nicht  entspricht,  ausgesdiieden  ist,  die  keinerlei  Mischung 
mit  irgend  etwas  ungleiebartigein  aufweist. 

Peire  Rai  m  on  de  Tolosa:  Far  pogm  saber  qitekuplu9 
fin  joy  esper  qu9  nMs  fuifff  de  ino^e  (Fmamm  ai  e  cossir, 
liabnl,  U4).  —  Arnaut  de  Maroiii:  En  trobat»  en  me  nuika 
falsura ,  ja'l  vostre  cmrs  plazenUy  que- m  fai  languir,  ntrm  faua 
nuiie  de  f  in  jey  mimknm»a  (A  gran  kmmr  viu^  Hahn  1, 1 57}.  — 
Ders ei  b  e:  Beiha  domnai  st*tM platz,  vtM  vỳitre  prfto  reàraàre, 
ei  qu'ab  fin  joi  e^esclaire  per  voe  ma  wduniatx  [Ses  joy  wm  ee 
vaiore,  Mahn  1, 1 68) .  —  Peire  Yidal:  De  fi  n  joi  sm  oorenatz 
tobre  tot  emperador,  qiiur  de  fUha  de  comtor  me  m  tant  emanoraiM 
{De  chaníar  m^era  ÙM$at%^  Bartaoh  Âusg.  24),  —  Derselbe: 
Ô»*om  no  eap  tan  dotse  repaire  cum  de  BoMer  tro  qu^a  VeMo^  si  cum 
clou  mare  e  Durensa,  nionlan  fis  joie  ^eedaire  {Ah  Vakn  tir, 
ebenda  3ft).  —  Derselbe;  Qu'i»  fis  joie  me  capdeS  rm  noîs, 
querm  tejanxmt  en  gran  deneew  erm  eqjom*  en  fin*  aatistat  de  leis 
qui  plue  mi  ven  en  grat  [Per  pauc  de  chaniar,  ebenda  iS). 

Aueh  mit  andern  Âdjeottven  ähnlicher  Bedeutung  wird  das 
als  Betwort  tu  joi  dienende  fin  Terfounden,  So  mit  complit  »voll- 
stllndig«,  das  in  der  Bedeutung  sieh  nahe  mit  fin  berttbrt,  denn 
dies  ist  ja  in  seiner  Bedeutungßentwiokelung  von  der  Idee  der 
Yollkommenhett  ausgegangen.  Bin  Beiq[>iel  fHHrfinjoi  com- 
p  l  it  ist  schon  oben  (8. 145)  aus  der  Tensone  swisohen  Blaoats 
und  GuiUem  de  Saint  Gregor!  angeftthrt  worden. 


der,  älmlieii  wie  jener,  diejenige  Liebe  beselchnely  welche  bie  lur  httoiisteB 
GuDBlbecelgoiig  vortehiellet  und  dieselbe  »Ii  eioscbUeMt.  So  so  Anfiog 

einer  Tenzone  zwischen  Blacatz  und  Rai  m  hont,  wo  clor  crstrrß  den 
Slreitgegensland  in  folppnder  Weise  vortragt:  En  liaiiintmutz.  sfff'm  tos 
fara  pros  domn  amor  complida.  o  per  vostr'  honor  fara  çutdar  a  la  yen, 
ses  plus,  qu'ill  es  vostra  äruda  (Rayntmerd  lY,  25]. 


Digitized  by  LiOOgle 


117 


Ohí-n  habe  ich  die  I^MÌ«MilunL:  son  fin  diihin  ÌL'Nliieslelll,  dass 
es  dcnjciiigiMì  Grad  von  Vülifcomuienheil  bczoiclincl ,  der  alles 
der  Natur  dos  G(;ueiislandes  widerstrebende  ausschliesst  :  es 
ist  also  syDuüyiü  mit  natural  d.  h.  »der  Natur  entsprechend, 
natürlich«,  daher  aucb  «wahr«*^  und  iwrh  diesem  Adjektiv  ün- 
df'n  wir  ^n,  in  Bezieliuntj;  auf /o/.  Ix  l-cselit:  fin  jot  naturaf 
bedeutet  also  lautere,  wabre  Freude.  Wir  íìuden  den  Ausdruck 
bei  Peire  Kogier:  Qiitnn^^ns  inc  capdclh'  e'm  te  mon  cor  en  fin 
jnff  ntrl  urai  {Tan  /  /ow,  Appel  iP.  Ferner  in  einer  früher 
schon  S.  HO)  crwaliMtt  i\  Stelle,  wo  diese  B^eichoung  als  Yer- 
stecknamu  für  die  besungene  Frau  dient. 

Und  wie  mit  natunil  »natttrlieb«  oder  »wahn» ,  so  wird  fin 
auch  mit  (IriniciiÌLicii  Adjc^ktiv  zusamniengeslcUl,  welches  srim-r 
eigentlichen  beslininiiuig  nach  zum  Ausdnu'k  d(  s  Begritles 
vwahr«  dient:  vcrai.  So  bei  Peire  Rninion  de  Toloza: 
ßenanans'i  p  fin  joi  ver  ai  aie  ieu  (le  midons  al  parlir  {Us 
novels  pessanieos.  Malm  !,  Hi). 

Ziemlich  häutig  wird  i  crdi  allein  mit  70/  verl)unden,  Her- 
nart  de  Venta  dorn-  Adonc.c  m'alrai  (fìùcn  ajn  i<iiizini"tì  (Piin 
joy  verai.  en  que  mon  cor  suíen  [IJels  m  es  (juieu  dxml,  Mahn  i, 
44).  —  Raiin  baut  d'Aurenga:  Quan  mi  soven,  dum  na  tfcnln, 
com  er<i  nostre  jois  verats  ,  ho  Inuzengiers  crois  e  sn aus  nos 
lonifcran  nh  lor  fais  brais  { Entre  (jel  c  rmf;  Malin  I,  — 
Peirol;  Guarthttz  cossi'm  vdi  e  cossi  iti\'i;tiii :  .so  qne'm  soi 
aucire  niadutz  jv  y  v  e  r  n  ij  \  Ai)  ßn\joi  quem  demuni.  Malm  IÎ,  4  5). 

Wie  mit  verai,  so  lindet  sich,  wenn  auch  sellener,  jui  mit 
verlad ier  »wahrhaft«!  verbundeu.  Peirol;  Vos  de  mon  joy 
ver  lädier  &e  fun  aiUin  rolenlier  devinadoi'  e  parlier  moios  e 
lauzen<!Ìrr  etc.  (Liedaiifang,  Mahn  II,  2(3  . 

Aui  eigenlhOmlichstcn  die  Ausdrtlcke,  zu  denen  ich 
nunmehr  tibergehe.  Sie  b»  -t*  hcn  iii  der  Verbindung  von  /«/  um 
Adjektiven,  die  eine  WerthschUl^uu^  enthalten  oder  sich  aui  den 
Ehrbegriff  beziehen. 

Zunächst  ric  »reich«.  Dies  Adjektiv  wird  nicht  bloss  auf 
Personen  bezogen,  sondern  auch  auf  Sachen:  hîKifig  wird  es  mit 
Wörtern  gebraucht ,  die  »Gabe«  oder  «Geschenkt  bedeuten ,  wo- 


\)  Vgl.  Riiynoiifird  Rom.  IV,  303,  8.  V.  ATolura),  der  auch  bereits 
das  Beispiel  aus  Pcirc  Hogier  aAfiliurk. 


Digitized  by  LiOOgle 


IIS 


bei  n'r  don  Bt't;rin  )Averlhvóll((  ausdrückt').  Da  liun  aber,  wie 
wir  obi-n  iiesclicn  haben,  di«'  Li(*bfsfmi(if!  als  ein  (îeschenk  dpr 
Frau  iuii;osohf^ii  wurde,  Si>  konnte  rir  :\urh  als  Heiwort  zu  joi 
Irelen,  und  in  der  That  ist  /  /<•  joi  in  der  Sprache  der  Trouba- 
dours ein  sehr  häuüger  Ausdruck.  Wie  man  also  ric  don 
»reiches  (ieschenk^f  sagt'),  «»anz  in  tlerseli>en  Weise  heisst  es 
ric  jt)i.  So  Bernart  de  Ventadorn:  Ja  mog  dmuturs  no  m^er 
honors  fncontra'l  ric  joi  qfiat  conqites  Liedanfang,  Mahn  1 

—  P  e  !  r  e  ai  ni  on  de  ïolozu:  Que  si  me  valfftie^  amnrs  tun  que 
v^mlcndmsa  mnlofis  ahelis.  plus  rie  foy  que  paradis  ac/ra  a  mu 
parvensa  f  Pt's:sin;(cn  ai  e  ro.ssir .  Mahn  I,  I  ii).  —  Giiîlleni  de 
Saint  Leidier:  fJamor  se  sojorn'  e  s  csdui:  e  si  l'e  li  tnrii  en 
biais  ni  apr(tp  io  hc  veu  lesmaiSj  lo  rir  s  Jois  qu'es  vetiffutz  pre- 
miers sohrevetis  l'ir  e  rai  faisan  {Doinna^  ieu  vos  sui  inessafr/iers. 
Mahn  II,  43.  —  P  ei  roi:  Donc  dirai  quamors  mi  f'ai  sofrir  f7q?tel 
lurnicn  don  eu  tan  ricjoiaten  [Cora  qu'aniors,  Bartsch  !í(»,  10). 

—  Bcrtrau  de  Born  in  einem  früher  schon  angefülu:len 
Liedanfang:  S^abrils  e  fuolhas  e  flors  edh  belh  maiUn  e'ih  dar 
ser  del  ric  joi  mi  en  esper  m  m^ajttdmi  et  rnnor«,  —  —  teuri 
m'eti  venra  gauzimens  (s.  oben  S.  \  07). 

Ein  mit  ric  (in  der  Beziehung  auf  Sachen)  sinnverwandtes 
Adjektiv  ist  val  en  »werthvoll«;  auch  dies  fíndct  sich  als  Bei- 
wort zu  jof.  So  bezeichnet  Guillem  de  Saint  Leidier  die 
von  ihm  erstrebte  bi>ch6ie  Gunst  der  Miebten  als  ^lo  rie  joi 
valen  soheiran  don  rm  mag  lo  desir  non  ait  {Bel  m^ßs  oimaitf 
Mahn  II,  i6). 

Hier  sehen  wir  dem  Adjektiv  v€Uen  ausser  dem  unmittelbar 
sionbenachbarten  ric  noch  soheiran  beigesellt,  d.  h.  hervor- 
ragend oder  vorzüglich.  Joi  sobeiran  bedeute!  eine  dem  Grade 
oder  Range  nach  über  andere,  minderwerthige,  hervorragende 
Freude,  hier  diejenige,  die  sonst  auch  als  grOsste  Freude  {lojoi 
majorf  s.  eben  B.  143)  bezeichnet  wird. 

Die  genannten  Adjekiiva  der  Werihschütsung  stehen  dem 
Bhrbegriff  nahe;  aber  auch  dieser  selbst  ist  unter  den  Bei- 


4  )  AttB  »reich«  hat  aloh  diese  Bedentnäg  durch  den  Htttelbegriff  »be- 
reichernd« entwickelt. 

2^  Z.  in  Hf'zug  auf  die  Liebe,  in  der  si  li<«ti  oben  fS.  t45j  angeführ- 
ten Tenzoüc  zvsiiýdien  Uc  de  la  Bacalariu  uiui  Uci  trän  de  Saint 
V  e  I  i  tz  :  Vosgn«  meÎM  d9  prehr  inaet Irta  vofU  que  preietx ,  car  fttOota  têm' 
bkttio  qu'iw  tomêt  km  ric  don  ni  km  grm. 


119 


wOrtern  yertrèten  j  die  vda  dea  pro? enzalisobon  Dicbtërn  dem 
SobfltaDtÌTÌot*  beigesellt  vferémi  es  ist  onra I  igeehrl«  oder  jfn 
unserem  Falle)  MlireoTellt.  Onrat  joi  »ehrenvolle  Frendet  isl 
eine  solelie,  welelw  die  Frau  ihrem  Sttnger  spendet,  am  ihn  für 
treiien  Dienst  sn  belohnen  nnd  sugleieb  su  ehren.  Denn  wenn, 
wie  sehen  mehrfaeh  bemerkl,  die  Uebesfrende  ysm  den  Trooba* 
denrs  im  allgemeinen  als  eine  yon  der  Frau  gespendete  Gabe 
ao^asst  wifd|  so  gUi  diese  Gabe  im  besonderen  als  eine  Ebren- 
gabe;  und  das  led^ende  Ziel,  das  dem  SMnger  am  Ende  der 
Uebeaianfbabn  winkt,  besteht  keineswegs  im  Messen  sfnnliehen 
Gennss,  sondern  in  einem  seieben,  sn  dem  befriedigter  ^rgels 
mindestens  den  gleielien  Ânthefl-  hal  wie  Sfnnenlnst.  So  sagt 
Arnani  de  Maroiii,  indem  er  seine  tterrin  nm  die  Ehre  der 
hodisten  Gonstbeseigung  bittet:  E  svut  adui  mercet  furm  fag" 
lofci  tan  daimor^  a  Ist  diamant  ornai  /  Ai,  dolso  y  franco  res,  or  ai 
dig  gran  fêlhor,  quar  mi  près  ardimmu  qi^ierus  queMêi  ion  (f onor  ; 
mat  a  /In  amador  dm  venir  jauMÌmmê  de  rte  joy  e  d*9nrat 
.  {Àieei  mm  mot  cors,  Mahn  I,  473).  Aehnliohsn  Sinn  hat  »oftria 
/ot«  in  einem  Liede  vonBIaoasset  [Svmfaiamrst  fiaynou- 
ard  III,  460)1)  sowie  (swei  Mal)  in  einer  Tensone  swisehen 
Guiraut  Eiquier  und  Grain ier  [Seibaob,  Das  Streitgo- 
diehtlOi). 

Naehdem  bidier  hauptsMehlieh  von  Veibtndungen  unseres 
Wortes  mit  Veiben  nnd  Adjektiven  die  Rede  gewesen  ist,  fossen 
wir  nun  mehr  den  dnroh  joi  beseiehneten  BegrilT  selliet  ntther 
in*s  Auge.  Dabei  stellt  sieh  bald  heraus,  dass  der  eigentliche 
und  ursprUngUehe  Begriif  des  Wortes,  namUeh  der  eines  Ge- 


1)  Schon  erwühnt  in  dus  Vcrfassers  Abhuudtung  ;  Die  i-.hrc  in  den 
LMeni  der  Tvoebtdoiire  (Loipxig  4887)  S.  41.  Bbendort  sind  ancli  bereite 
BeoMitaogea  über  des  ZnaannDeobang  iwiacbon  Liebesfraade  and  Blire 

bei  den  Troubadours  gcmacbl  worden.  —  Als  Beleg  fUr  die  Anschauung 
(1er  Dichter,  dass  die  Liebt» ««fret rde  zueicich  Ii  I'hrc  ist,  dienr  hioi  noch 
eine  (ebendort  S.  S9  angefuhrlc  Sleile  von  Ulacntz:  Bern  lengra  per 
honratx  e  per  aventuras,  ïaprop  cent  braus  respos  m  fo$  cCtfii  joy  paguatz 
{Lo  heih  éouf  iMipf  ;  Rayaouard  III»  US).  Als  Subjekt,  ron  dem  die  Speo- 
doag  der  Preade  und  Ehre  ausgeht,  erscheint  nicht  die  Frau,  sondern  (wat 
dem  Sinne  nach  auf  dassollio  hinauskommt'  die  Mt-li«-  s»'Ui>t  in  einem 
l.icdo  NOii  Pciiul:  Ab  jot  que  m  äetnora  ruclh  un  sonrt  faire,  t/unr  he'in 
tat  a  hora  äe  tot  mon  a  faire  :  fin  a  mors  m  on  or  a  st  quai  mteu  vejaire 
la»  flic»  «o  fûra,  ii  fos  empêrmire  (Liedaafeog,  Mabn  II,  U). 

«SSS.  9 


Digitized  by  Google 


120 


lülils,  (»înes  seelischen  Vorganges,  der  bei  der  Verwendung  im 
allgemeinen  Sinne  (S.  i  00 — 1 02)  entschieden  der  herrschende  ist, 
hier,  bei  der  Beziehnng  jiuf  die  iJebe,  verbältnissniässig  seilen 
rein  hervortritt.  So  z.  B.  Dcruart  de  Veutadorn:  Aqttest 
umurs  mc  jkr  tan  gen  al  cor  d'una  äoussa  sabor  :  cen  vets  muer 
h  jorn  de  dolor,  e  reviu  de  joy  autras  cen  {Son  es  meravelha^ 
Mahn  I,  37).  —  Peirol  :  Mas  qui  Heys  ve  ni  sas  plazens  faissos, 
nos  pol  Uner  de  joy  ni  d'qlegratge  [Bern  cujava^  Blahn  II,  M\, 

In  deu  meisten  Fällen  dagegen  ist  eine  mehr  oder  minder 
cnlscbieden  hervortretende  Mischung  der  ursprünglichen  sub- 
jektiven bcdeulung  mit  einem  objektiven  Element  zu  bemerken, 
und  /war  in  der  Weise,  dass  neben  dem  Gefühl  bestw.  ansialt 
desselben  dasjenige  begrifflich  hervortritt,  wodurch  das  Gefühl 
erregt  w  ird,  worauf  es  beruht;  die  Begriffsentwickelung  ist  also 
von  der  Wirkung  zur  Ursache  fortgeschritten. 

Diese  Bedeutungsentwickelung  im  objektiven  Sinne  hat  sich 
auf  vierfache  Weise  geltend  gemacht.  Es  hal  sich  er<;eben  ; 

\)  die  Bedeutung  (Liebes -)  G lück.  Schon  früher  sind 
Wendungen  besprochen  worden  wie  cobrar^  conquerre  joi 
(S.  i06f.),  in  denen  joi.  wenn  es  aueh  mit  »Glück«  niehl  zu- 
sammenfilllt,  so  doch  jedenfalls  diesem  BeiiritVe  sehr  nahe  kommt. 
Wenn  man  daher  in  solchen  Wendunijen  /V»/  durch  »Freude« 
wiedergiebl  .  so  hat  man  sieh  dabei  immer  die  hier  vorliegende 
objektive  Fiirbung  des  Begrills  v(»r  Augen  zu  halten,  lùitsehie- 
den  aber  tritt  dieselbe  an  anderen  Stellen  hervor,  an  denen  eine 
Wiedergabe  des  Wortes  durch  »Freude«  nicht  mehr  zuliissig 
wäre.  So  in  der  Wendnnp:  va  nur  son  joi  »sich  seines  (Liebes-) 
Glückes  rühmen  (.  1*  e  i  r  e  N  i  d  a  1  :  Per  que'S  fols  qui's  vai  v a  n  a  n 
son  joi,  tro  quam  loi  dcmun  [La  lauzet  e'l  rossitihol,  Bartsch 
Ausg.  26).  Was  hier  als  thöricht  bezeichnet  wird,  ist  bei  den 
Troubadours  ziemlich  häufig.  So  rühmt  sein  Liel)€sglück  der 
Graf  von  Poitou  in  einer  Stelle,  die  ich  anführe,  weil  sie 
unser  W^ort  in  der  uns  hier  beschäftigenden  Bedeutung  zeigt: 
Ailuls  joys  no  pot  par  trobar;  e  qui  be'l  volria  lauzar  ^  d'un  an 
no  y  poiria  venir  {Mout  jauzens,  Holland  25). 

Dasselbe  ündet  sich  zuweilen,  wenn  joi  als  Objekt  von  Ver- 
ben erscheint,  die  ein  Ausspähen  u.  dgl.  bezeichnen.  Anstatt 
des  Verbs  kann  aueh  ein  davon  abgeleitetes  Substantiv  ein- 
treten, welches  eine  die  Thätigkeit  ausübende  Person  bezeichnet, 
so  devinairej  d.  h.  einer,  der  etwas  zu  errathen  sucht  oder  aus- 


Digitized  by  LiOOgle 


121  


spëht(^\.  So  sagt  tìerna  r!  «1  <>  VimH  ;i  d  orn  ffi  a  u  c  o  !  m  Fn  i- 
áxii)  von  den  falschen  Lií'ÍMMidcn,  die  den  treu  der  Lioi)^  cr- 
gehenrn  Scliadim  bringen:  quar  ades  tut  lur  ir>{er  iìoìi  un,  eis 
van  dizi'n  tin'aunirs  turn  hin  t/s  :  <>  (Vnutrfti  j  o  i  se  fan  de  vin  n- 
äor,  e  quan  son  mort,  voíun  ui/lnd  aucir  {(Juan  In  fnelha  sobre 
fdlhrc  scsimii.  Mahn  f.  39).  - —  Feirol:  Pns  dr  mon  joif  vertn- 
äter  at  fun  aitan  volenlier  d  <•  f  f  n  (i  d o  r  *'  jxn'licr  enmos  f  iauzen- 
gm%  segon  la  fazenda,  coven  qu'ieu  tnetUenda  (Liedanlaug,  Mahn 
II.  2()  .  Aehnlich  nn  zwpi  Stellen  aus  Bernart  de  Venta- 
(iorn,  wo  joi  ;\\s  Objekt  y.n  rmiuerer  »fragen,  juisforschen«  er- 
8i  li<  int.  (iemi  gefragt  wird  ni'  hl  nach  der  Freude,  süiidern  nach 
Htm  ^irutidi'  t1»'rsGlben.  Die  eine  ist  aus:  Ah  joi  niou  lo  vers  : 
I)una  rrn  in'inmda  mos  sens,  qu'une  nulhs  hom  mon  joi  no 
menquis  tju  n-if  volenhWs  no  ícn  mentis  (Mahn  1,  Ul)  :  die  rni- 
dere  aus:  Jj'/i'^  Icuiiis  a  :  El  mon  tan  iion  omir  non  ai,  fraire  ni 
cozin  ni  parcn  ,  svni  vm  de  mon  Joi  enqxieren^  qu'im  en  mon 
cor  no  tnsire  [Mahn  1.  45 1. 

Niehl  selten  smd  Steilen,  der  ii  konstruküon  schon  darauf 
hinweist,  das.s  /o/  nichl  ein  l.usti:*  Iii  Iii,  sondern  den  Grund  eines 
solchen  1)(  /  i  idinet;  es  sind  St(»ilen.  in  denen  joi  mit  der  ein 
kausales  Verhaltniss  anzeit^enden  Friij)osilion  de  verbunden  ist. 
So  B e r n a r t  d 0  V e n  t a d o rn  :  Bels  m  es  quteu  chant  en  aisseih 

mes.  quan  flor  e  f'uethu  rei  parer  ;  adonrx  m  ntrni^ 

(futeu  aja  jauzimm  d'un  joij  verat,  en  que  mon  cor  s'ntfn  fl.led- 
anfang,  Mahn  I,  ii).  —  Aehnlich  Arnaul  de  Maroiü  in  duer 
friili*  r  fS.  419)  erwilhnleu  Stelle:  Mas  a  fin  nmadnr  den  venir 
juuzwtens  de  rir  jitu  e  donrai  {Aissi  eum  nuis  ro/  x.  Mahn  i,  f  73). 

Aueh  die  Weniiunt;  / a »/ /7-  de  joi  wird  wolil  In'erher  Lie- 
reilint  (  \N  (  i  n  konn»'n,  olt^leich  das  kausale  Verhiülniss  hier 
nieht  so  klar  ist.  wie  an  den  zuletzt  erwHhnlen  Stellen.  Dieselbe 
hndet  sich  bei  den  Troubadours  ziemlieh  liiiulii;  ;  so  in  einer 
Tenzone  zw ischen  G  u i l lern  de  lu  Tor  und  S o r  d  e  I ,  w eleher 
1(  l/t l  ie  jenem  sfiienüber  den  Salz  verficht,  dass  einetn  Liehen- 
(Im  nach  dem  Tode  der  (ielieblen  nichts  anderes  übrig  bleibe 
als  jt  n«T  zu  lolüen:  (hfillem  de  la  Tur^  folUi  manfenetz  j  al  mieu 
purer:  vom  podelz  dir  que  derria  vida  meifs  que  nwrtz  raier  a 
selni  que  no-s  Jnnzis  de  joi  e  tos  temps  languis'/  {Us  amicx  et  un* 
amiUi  Raynouard  IV,  34j. 

4)  Nicht,  wie  Raynouard,  Let.  III,  91  bei  Gelegenheit  der  beiden 
aocb  TOD  mir  anittitthrefideo  Beispiele  aogibl,  «  médisaM,  calomniatmtr. 

9* 


Digitized  by  Google 


122 


ländlich  kann  hi(  r  diu  Verhiiulunii  u»n  70/  mil  dem  Adjck- 
lisuin  jduzion  (;r\vahnt  werden.  Dasselbe  iiedeulel  sowohl 
freudenreich  oder  freudig  (so  z.  B.  Bernarl  de  Ventadorn: 
cui  fjiù'ìi  iH'/a  jüiizion,  Barisch  6i,  3ij  als  auch  freudebringend, 
freudespendend;  im  hHzteren  Sinne  wird  wohl  der  niehl  seilen 
vorkommende  Ausdruck  domna  Jauz  ionda  {z.B.  Beruartde 
Ventadorn,  bei  Bartseh  64,3)  aufzufassen  sein.  Wenn  wir  nun 
auch  den  Ausdruck  joijauziiui  linden,  so  kann  hier  ifalls  mau 
nicht  einen  fast  unerträglichen  Pleonasmus  annehmen  wîlli 
joi  nicht  das  (lefllhl  der  Freude  bezeichnen,  sondern  mir  die- 
jcnitje  Lage,  wodurch  ein  solches  hervorgerufen  wird;  das  Ad- 
jektiv hat  die  zweite  der  oben  angegel)enen  Bedeutungen,  Joi 
jauzion  ist  also  »Ireudebringendes  (Liel)es-)(ilttcku.  Als  Beispiel 
möge  eine  Stelle  aus  Guillem  de  Saint  Leidicr  dienen:  Ai\ 

bvlltfi  donina  .  quais  franquesa  fui  a  c  quals  ïncrces,  s<i- 

quest  caitiu  j  que  ?ìo  sap  que  s^es  bes^  restauressetz  d'un  rie  joy 
jauz  ion  [Aissi  cum  ea  bcllu,  Mahn  II,  iü  2), 

i)  Lie b  es  h  u  I  d  oder  Gunst,  der  Frau  ,  dem  Sänger 
gegenüber.  So  namentlich,  wenn  /0/  nu't  einem  Pronomen  pos- 
sessivum  der  11.  oder  III.  l*erson  (bezogen  auf  die  Frau)  verbun- 
den ist.  (  ;  r  a  f  \V  i  l  h  e  Im  \  0  n  P  o  i  1 0  u  :  Per  s  0  u  /  o  1/  pol  mn^ 
lautz  san<ti\  e  per  sa  ira  sas  morir  {Mout  jauzens,  Holland  2f)> 
—  Guillem  de  Sain  l  Leid ier:  Domna ^  ieu  vos  sui  messal- 
giers,  et  el  vers  mlmdrdz  de  cui  :  e  salul  vos  de  part  celui  cui 
rostre  fois  alcgr'  e  pais  (Liedanfaug,  Mahn  II,  ii).  —  Berlrari 
de  Born  sagt  in  der  letzten  Strophe  eines  Gedichtes  mit  Be- 
ziehung auf  eine  Frau,  die  hervorragende  ritterlich- höfische 
Tüchtigkeit  und  Gewandtheil  als  Bedingung  für  die  (iewiUirung 
ihrer  Gunst  hingesteUl  hat  :  Qu'ella  voira  son  dit  tmer^  que  vel 
on  mais  veira  3)  de  be  n*aura  guizerdon  ses  desdirc^  qu'en  ial  loc 
vol  son  joi  assire  {Cel  qui  camjUj  Sliuiming  1 45). 

i)  Wie  Rayoouard  (Lexique  Roman  111,  U3  s.  v.  Gauch  Nr.  8  zu  llmn 
hriiit.  iixiorn  (M-  in  einer  Stelle  aos  Gaucelm  Fatdit  wrte  joy  jauakmm 
tnii  >'ikhc  joie  joyeuset  übersetzt. 

2;  Scllea  wird  der  Ausànickjoi  jauzion  ohne  Beziehung  uut  die  Liebe 
gebmucbt,  so  in  einein  Klagcliededes  Joatt  Bateva:  — ^morto  •portU 
d^aqwut  wnom  m  Guilìm  de  lodwOf  de  fuerm  vefUa  / offi  Jau»ion  (Planhen 
ploran,  Rayn.  IV,  80). 

3)  So  isl  jadenÎalU  su  leseo  aostatt  des  vooi  Hg.  im  Text  beluneoeo 

voira. 


Digitized  by  LiOOgle 


123 


3)  »Liebreiia  oder  »Anmnlli«^)  ;  moheint  in  der  Heget 
In  Begleitung  von  Aiudrfleken,  die  im  allgemeinen  hervomgende 
Bttd  trefftlohe  Eigenachallen  oder  im  besonderen  Sebiekliclikeil 
des  Benehmens  beseiehnen.  So  in  der  iweiten  Strophe  des- 
selben liedes  von  Bertran  de  Born,  von  dem  soeben  eine 
Stelle  rem  Beleg  der  Bedeutong  »Uebeshnld«  angeführt  worden 
isl^  und  mit  Besug  aaf  dieselbe  Fran,  von  der  dort  die  Rede  ist: 
Qt^eila  sap  tan  gen  far  e  dtrs  M  so  qu'a  bon  preM  aperÌB  qtiaÒ 
son  /0  î  ftU  ba  iraU  rir»,  AiiU  aohmmm  se  capte.  Die  Anffusung 
vonisi  als  »Liebeshuld,  Gnnstt  wttre  hier  smr  nioht  gans  an- 
moglieh  (Stimming  bat  derselben  im  Glossar  Ansdmek  gegeben, 
indem  er  das  Wort,  wie  an  der  oben  angeftthrten  Stelle,  so  anoh 
hier  durch  »Gnnstbeseugung«  wiederglebt);  aber  bi  Anbelraeht 
des  Umstandes,  dass  hier  aof  das  sohlehliehe  Benehmen  der 
Frau  der  Nachdraek  gelegt  wird  (vgl.  die  Ansdmoke  li^em  und 
«nmenment]  nnd  des  weitere» ,  dass  ihre  Liebeshuld  C/oi*)  erst 
gegen  Ende  des  Gediehtes  dem  Tttohtlggten  als  eine  Gabe  der 
Zukunft  in  Anssieht  gestellt  wird  —  mit  Rlioksleht  danmf  wird 
man  joi  in  der  snletsl  angefshrlen  Stelle  besser  als  »LiebrehM 
anflassen.  —  Peire  d' Alvern  he:  S  tos  [de  h  domna]  prêt» 
mmt  A  $rmi  jnders,  e  sos  joi  s  sobresenhorû  [DejoÈtvh  hrtm 
>»n»,  Mahn  Ged.  43S4].  Peire  Vidal:  E  quar  etM  dùim' ot 
immana ,  tenons  tuit  per  sobeirana  de  joi  e  de  benestansa  e  de 
vaimr  e  d^onransa  {Ca?  amiga^  Bartsch  Ausg.  37) . 

4)  »Liebesverhaltnissa  oder  «Liehe«.  Bernart  de 
Yentadorn:  Jeu,  las,  cui  Amors  oblida^  que  sui  fors  del  dreg 
viatge  —  —  — ,  no  sai  on  me  repona,  pus  mos  jo  is  mi  dessazona 
[La  doussa  votZj  Mahn  I,  31).  Joi  kann  hier  nicht  ein  Geftthl 
der  Freude  bezeichnen ,  denn  von  einem  solchen  könnte  nicht 
gesagt  werden  j  dass  es  unschmackhaft  wird  oder  seinen  Reix 
verliert  idessasona)^) ,  sondern  es  niiiss  etwas  bezeichnen,  das 
seiner  Natur  nach  geeignet  bL,  Freude  zu  erregen  und  solche  zu 


4)  Zwei  mit /0»  synonyme  Subsfantivn  xcifipn  donselben  BedeutunL'<- 
uliorsang  von  »Freude«  zu  »Liebreiz.  Anrnulli«  :  ya«  und  gaug.  Balmou  de 
Mir  aval:  Que  la  voriezi'  e'i  jais  de  la  Uela  nAsulais,  e'l  fresca  color  e'l 
fétbUmfm^êetlo  ieglejmtbm  [àreìbla  fono.  Mahn  II,  415).  ^  Pei  re  V  f- 

dal:  cel  [seil.:  Mo»  Béts  ComIMm]  mentow  mm»  io  gaug  4$  vos  a*i 

M  capUnemen  {Be  m'agrada,  Bartsch  Ausg.  73). 

3)  Raynounrd  i/>\iqtie,  s.  V.  Saxo  (V,  4S5)  ttberselzt  uopassend: 
pfds^e  majoic  me  trouOle. 


124 


nrrcgen  })íleo|,  das  ;ìl)t*r  in  eineu)  besonderen  Falle  dieses  Ge- 
fühls auch  enthehren,  ja  soi^ar  von  einem  Gefühl  der  Unlust  be- 
gleitet sein  kann.  Ks  bedeutet  hier  also  )>j,ie])esverhiUtnissu  ;  der 
Dichter  meint  sein  Verhidtniss  zu  der  In'sher  ^  on  ihm  besungenen 
Frau,  über  deren  rnlrnie  er  sich  in  demselben  Liede  bekingt'). 
—  Dieselbe  Bedeutung:  iLiebesverhüllnissi  liegt  vor  in  einem 
Liede  V e  i  r  (»  T  s  :  Toi  mon  cnfju'inh  e  imn  taber  ay  mes  ê»  un  joi 
qui' m  sosie  iLiedaDÎang,  Mahn  H,  i.!). 

Mît  )>î  Hd>e«  können  wir  /o/  wiedergeben  in  der  schon  S.  iÜ9 
besprocheiu'u  Stelle  aus  Bernart  deVentadorn:  \'os  elz  lo 
mctis  jüis  prt'min  s .  c  si  st'rt'lz  vos  la  derriers  [Vcl  dois-  rhanl^ 
Mahn  I,  24).  Ebenso  an  folgender  Sh  lie,  die  bisher  allerdings 
anders  aufgcfasst  worden  ist.  Bert  ran  de  Born:  .1  Mon 
Fraire  cn  reu  (/ratz  e  tucrces  de  Berffida,  dcl  fin  joi  que  m  enqiies, 
que  tot  mon  cor  me  lornet  Juuzion  ,  quan  nos  partiin  iimdoi  rti  cap 
del  pon  [Qiian  la  noveiia  floì  s,  Slimmîng  I9ö).  Der  Iii;,  schreibt 
hier  mon  fraire  mit  kleinen  Aiifüngsbuehslaben  und  stellt  die 
VermuthunL'  auf.  dass  darunter  der  Vizuraf  Wilhelm  von  l><  r- 
guedan  zu  verstehen  sei;  das  Vorbum  eu(p"'fn'  (in  ^drl  fin  joi 
que  m^enquesd)  giebt  er  im  Glossar  in  wenig  befriedigender  Weise 
durch  »heranssuehen«  wii  îIît.  Aber  der  Ton  der  ganzen  Stelle 
ist  ein  derartiger,  dass  hier  passender\vfM'se  nur  an  eÍTio  Frnu 
gedacht  werden  kann'^^.  Ich  übersetze  daher;  '»Meinem  Hiuder 
von  Beriiuedan  sage  icli  Dank  für  die  lautere  Liebe ,  um  die  sie 
nurli  liMl  (d.  h.:  dnffSr.  dass  sie  mich  um  lautere  Liebe  bat)^); 
mein  ganzes  Herz  erfüllte  sie  mit  Woniic.  als  wir  am  Kopf  der 
Brücke  schiedcntt.  Der  Zug,  dass  Fraueu  gerade  im  Augenblick 


4)  Der GedflTii^'"  lies^t  zwar  nahe,  dass  hier  Mos  M'  "^  hrfü^i^n  und 
dass  dies  ein  VersUckDaino  sei,  derselbe,  den  RornharU  aucli  lu  ciücm  an- 
deren Liede  (i^e^^  Monrueli^  vgl.  S.  1 1 0)  geUruuciit.  Üucli  steht  einer  ^Idieo 
Annafime  schon  der  UnisUind  entgegen,  dass  die  Verblödung  eioes  als 
Subjekl  dienenden  Personennamens  mit  dem  Verbom  iêuawommr  miK 
acbmackhaft  werden«  unerhört  sein  würde. 

2)  Dass  für  eine  s<<!i"fi  ■  der  Verstcoknamp  »Mein  Bruder«  ycUriniohl 
wird,  ist  nichts  oufialli^es  ,  Ix'kannllich  sind  iiiimnlichp  Hí»7PÌcliiìuní;»'n  in 
solcher  Bedeutung  durchaus  nicht  seilen,  vgl.  Üii>chuli:  i)iugra|ihiti  doi» 
Troubadours  Berobard  von  Veotadom  8.  to. 

5)  NKborUlge  Ja  freillob:  »ffir  die  laotoi«  (Lioba»-)  Frauda,  dia  afa 
mir  verschaffte«.  Aberfn^uerre  in  der  Bedeutung  »verschaffen«  lit  mfr 
nicht  bekannt;  aacb  Kayoouard,  Lei.  V,  so  gibt  aie  nicht  an. 


Digitized  by  LiOOgle 


^  125 


des  Abschieds  sicli  zu  Liebeserklärungen  oder  Gunstbezei- 
gungen geiíen  ihre  Verehrer  hinreissen  lassen,  findel  sich  io  der 
Poesie  der  Troubadours  mehrfach  erwähnl,  so  am  Schluss  eines 
T.i(»des  des  KOnigs  Alfons  von  Aragon  (/Vr  mnntas  guizas^ 
Hartseh  88,  5):  ebenso  Peire  Raimon  de  Toloza:  Benanansa 
('  fin  joi  rarnt  aic  ieu  äe  midmu  al  partir  {U$  noveU  peaamens. 
Mahn  I,  U4). 

Ich  scbliesse  hieran  die  Betraefatiing  eines  Falles^  der  bei 
einer  Darstellung  der  verschiedeneo  Gebreachterten  unseres 

Wortes  hervorragende  Beachtung  m  verdienen  scheint.  Sehr 
häufig  nümh'ch  bedeutet  joi  in  den  Uedem  der  Troubadours 
»Liebe«,  aber  in  einem  besonderen  Sinne,  nämlich  nicht  als  Ge- 
fühl und  Leidenschaft,  sondern  als  Prinzip  und  Ideal,  als  eino 
sittliche  Macht,  die  auf  das  Leben  der  ritterlichen  Hesellschaft 
bestimmend  einwirkt  oder  doch  wenigstens ,  nach  der  Ansicht 
der  Troubadours,  einwirken  soll.  Diese  hauptsächlich  auf  dem 
Vorwalten  des  Ehrbegriffes  >)  beruhende  Âbari  der  Liebe  kommt 
lor  ErscheinnnL'  als  Franendiensl,  and  so  werden  wir^oi  in  dem 
uns  hier  besohâítígenden  Falle  sowohl  durch  »Liebe«  als  euch 
dnroh  »Fraoeodienst«  wiedergeben  iMiiiieii. 

Die  hanplsMchlichste  Stätte  des  Franendienstes,  der  Boden, 
der  ihm  fortwährend  neue  Nahntng  gab,  waren  die  glansvoUen, 
durch  die  Gegenwart  der  Frauen  nnd  durch  die  Dichtkunst  ver- 
schttnerten  Feste,  bei  denen  der  lebensfrohe  SÎdd  der  ritter^ 
liehen  Gesellseliaft  sich  frei  entfaltete,  nnd  so  mag  es  wohl  anch 
mit  bieranf  snrackkiiffthren  seinj  dass  man  jenes  Prinxip  des 
hQfisdien  Lebens  mit  dem  Ihr  »Freude«  bestimmten  Worte  be» 
selcbnete.  Denn  deijenige,  welcher  sich  dem  Franendienste  er- 
glebt, hat  die  Pflicht,  sich  in  der  Geselligkeit  eines  angenehmen  , 
gefälligen  und  heiteren  Gebahrens  zu  befleissigen  und  durch 
alles,  was  er  sagt  und  thut,  soll  er  die  Freude  durchleuchten 
lassen,  die  ihn  als  Liebenden  beseelt  oder  die  er  erstrebt:  ein 
mürrisehes  und  gittmliohes  Benehmen  steht  zu  Liebe  und  Frauen- 
dienst im  entschiedensten  Gegensats*  Andererseits  besteht  auch 
eine  Wirkung  des  Frauendienstes  auf  den  Liebenden  darin, 
alles  grttmliche  und  traurige  Wesen  aus  ihm  su  bannen,  Ihn  su 


1  )  V^l.  hierüber  det  V^ftftart  Scbrifl:  Die  Ehre  In  den  Uedem  der 
TronbadourB,  &  S1  IT. 


126 


lebendigster  AntheUnelmie  an  jeder  geselligen  Lusl  tu  be- 
wegen 

Diese  enge  ZusammengchörtglEeil  von  Liebe  beiw.  Franen* 
dienst  und  Frohsinn,  und  die  Unverträglichkeit  der  ersteren  mit 
mürrischem  and  nngeselligem  Wesen  wird  mehrfach  ^  nn  den 
Troubadours  ausgesprochen.  So  von  Peire  d'Alvernhe,  der 
diesem  Urtbeil  noch  die  Bemerkung  biniofttgt,  dass  der  von  der 
Liebe  gepeinigte,  der  froh  eraeheült,  gerade  dadurch  eein  Streben 
nach  LiebeegLttok  deutUdi  sa  erkennan  gebe:  Qu'amors  volgaug 
e  gnqng  Im  ema;  $  qui  t^eýou  a  Pura  qu^êi  deUrm^  ben  par  que 
eel  fiolri^eneir  mniot  {Dqiêsia*li  breus^  Mabn  1, 9S).  —  Aehnlich 
aniBsert  fliob  Serveri  von  Gerena  in  einem  Leltfgediehl  Uber 
den  Werth  der  Frauen  (hg.  von  Suehier,  Denkmliler  I,6.!ll^6ff.), 
von  denen  V.  67  ff.  unter  anderem  gerahmt  wird,  dass  sie  (durdi 
die  Liebe,  die  aie  einllMei^  die  Iftlrrisohen  geûilig  und  die 
Traurigen  artig  und  heiter  maohen:  AmoIU  per  que  maidieeU 
femneSf  que  be»  iobeU  querU  fm  pmU>re$  fan  richiy  epktien»  k$ 
aniehs  ^),  a*l  vo^pey  eorretffoe,  e*k  vUas  amont,  erU  UifU  cmdee 
a  guyt- 

Ehe  ich  Beispiele  für  die  angegebene  Verwendung  unseres 
Wortes  anführe,  mache  ich  auf  die  htufige,  durch  die  ooiHilative 
Goi^unction  e  {U)  erfolgende  Verbindung  demselben  mit  gewissen 
begriflOieh  nahestehenden  Substantiven  aufmerksam.  Ich  meine 
die  Substantiva  amor^  joven  und  praU.' Unter  diesen  liommt 
omor  dem  hier  in  Rede  stehenden.  Begriffe  vonjoi  am  nttolisten, 
so  nahe,  dass  es  nicht  leicht  ist,  Oberhaupt  einen  Untersdiied 
swisohen  beiden  festiuatelien.  Beideentsprechenunsenn»Lid)e«, 
und  der  Unterschied  scheint  lediglich  darin  su  bestehen,  dass 
9  amer t  die  Liebe  sunacbst  und  vorzugsweise  als  eine  daa  Ge- 
mflthsleben  bew^ende  Macht,  »joh  dagegen,  wie  vorhin  schon 
dari^elegt,  als  ein  das  geseUachaftliche  und  sittliche  Leben  be- 
herrschendes Prineip  und  Ideal  beseichnet').  Mit  andern  Wer- 

1  Insofern  können  wir  auch  in  diesem  t'oi le  M'reude«  >  oKrauen- 
dienst")  den  Bedeutungsfortsclirü*  von  der  Wiriitiiig  surUr8»cbe  feslsteUeo, 
wie  io  mehrereo  früher  belraciiielca  Fallen. 

S)  3o  iit  wohl  KU  l«8en  (ttr  das  handschriflUche  amieht,  das  unpasseod 
encheint,  well  es  sich  In  diesem  Verse  um  elDen  Gegeosatc  handele  muss, 
wie  in  dem  vorhergehenden  und  den  fblgeedea  Versen  ;  anicks  wlre  eine 
mundartliche  Form  Tür  enics       inif/iios)  :  die  von  Sucliier  zu  Grande 
legte  Haiidsclirift  bietet  auch  sonst  a  fur  e  :  V.  33  jantil  fur  ienlU. 

8}  Daher  bezeichnet  »amor«  die  Liebe  auch  ali^  hettiurendo,  den  Stoo 


len:  ìd  dem  Ausdruck  »»joia  liegt  sdimi  die  Bmiehung  auf  dea 
Pranendiei»!  anmitteUMir  enthalten,  yns  bei  »omor«  niobt  der 
Fall  ist. 

Auch  der  Begriff  von  jooen  beinbrt  siob  nahe  mit  dem  unaeres 
Wortes.  Jenes  von  dem  kt.  Juventus  abgeleitete  SnbstantÌT  be«* 
deutet  ursprttnglich  »Jugend«,  bei  aber  in  der  Sprache  der 
Traabadonra  eine  besondere,  gewissennasaen  teebl^isebe  Be- 
dentong  angenommen:  es  beieiebnet  bei  nnsem  Dieblem  eine 
bemrateebende  Eigenscbalt  jenes  Lebensalters,  das  der  Jngend 
Toisttgaweiae  eigenähOmUebe,  in  der  Geselligkeit  mm  Anadraok 
konunende  heitere  nnd  mnntere  Wesen,  die  »Ingendlnsl*,  dann, 
mit  Znrttcktreten  des  Altersbegriflhs,  tiberbaopt  den  in  der 
ritteriichen  Geselligkeit  sich  beCblltigendan  Frohsinn.  Dieser 
letitere  Begrilf  berührt  sieb  aber  sehr  nahe  mit  dem  yonjoi,  da 
nach  dUmi  IMber  gesagten  der  dnreh  nnser  Wort  beieiobnete 
Franendienst  in  der  heilem  GescUig^dt  rittertiofaer  Feste  seine 
HauptatlllM  fandi). 

Das  dritte  GnlislantiT,  das  wir  in  den  Liedern  der  Trouba- 
denrs  in  blnfiger  Verbindong  mit/oi  finden,  ist  pret%  tfinbrn«. 
8ier  liegl  die  begriifliche  Besiehnng  swiseben  den  beiden  Wor* 
tem  nnd  ihre  begrilTliche  Naishbarsdiaft  nidit  so  klar  nnd  offen 
in  Tage  wie  die  Sinnverwandtscbafivon  Joi  mit  jwen  nnd  amor, 
doch  lassi  sie  sieh  ans  den  mittdaiterimb*b0fiseben  Ansehanun- 
gen  Uber  das  Wesen  nnd  die  Wirkung  der  als  Franendienst  sieh 
darstellenden  Liebe  {nJoU)  unsehwer  erkll^n.  Wie  die  eigen- 
IhfimUehe  Eraoheinnng  des  Franendtenstes  vornehmlich  auf  dem 


verwirrende  Leidcnsotmn.  (Ilm*  »>oi»  als  klares  und  Klarheit  schaflèndw 
Princip  enfgogensleht.  \Vt*nn  daht-r  Arnaut  Je  Mnroill  sajit:  Si's  tfnnn 
j'>inz  amors  e  Jois  amtios  <iue  ren  no  i  perl  mesura  ni  raxos  [Si  cum  Ii  peis» 
Mahn  I,  46lj,  so  ist  dies  wohl  so  zu  verstehen,  dass  die  Aufrechterhaltung 
van  Hmm  aad  Venraoft,  deren  sieh  Amanl  hier  rtthnit,  naoh  salner  Meh 
mmg  aof  den  Umstande  bemlit,  dam  sa  »<MMr«,  dar  LeidsMohaft,  auch 
noch  »joim,  dar  von  GrondsSlaen  ansgahande  Fmaandienat,  Untoge- 
treteo  ht. 

Aehnlich  %ie  joi  wird  auch  joven  zuweilen  wie  ein  die  ritlerliche 
GesellschaU  heberrscbendes  Sittenge^^elz  aufgefasst,  das  Fllichien  auferlegt 
(nnd  twar  dar  Frau  hieht  minder  als  dem  Mann),  gegen  das  man  steh  da- 
her antihvergelMn  kanm  So  aagt  Ralmon  deMiraTal:  Nm  Mtaanl 
çuìeti  no»  dto,  qu'ieu  lostemps  non  contradia  so  que  faran  domnas  contra 
joven,  nhn  smMan  de  mal  capUnmm  (il'emor  sen  Mm^  Rayoonard 
Hl,  36S}. 


128 


Ehrgefühl  beruht ,  so  wirkt  derselbe  auch  hinwiederum  in  der 
entschiedensten  Weise  auf  das  Ehrgefühl  sarllDk,  sodass  man 
wohl  den  Satz  aufstellen  kann,  dass  das  so  ausserordeiititcli 
hocli  gesteigerte  Ehr.^cftüil  der  ttittarwelt  zu  einaoi  gntan  Theit 
auf  dem  Einflüsse  des  Frauendienstes  beruht  '). 

So  wird  ersichUieliy  dasa  nach  der  Ansohaumig  der  Tpöö- 
badóurs^)  /ot  uod  frelz  zwei  eng  mit  einander  verliiuidene  Be- 
griffe bezeiehnen;  und  wie  njoie  jovennj  »jot  et  omer«,  so  wird 
auch  vjoi  e  pret%9.  als  eine  in  der  Gedankenwelt  unserer  Diehler 
aieh  leieht,  fast  von  selbst  elnstelleade  Begrifliiverbindang  er» 
kanni  werden'). 

Beispiele  iUr  die  genannlen  Wonverbindvngen  will  ieb 
nldit  besonders  anüttbren^  sondern  nnr  fan  Zosammenhang  der 
Beispiele  Hutjoi,  su  denen  ich  nunmehr  Übergehe^). 

loh  Iheile  die  ansnftthrenden  Beispiele  nacbdwi  Yeriien 
mit  denen  joi  aieh  verbindaL  Zoniefast  ja  i  mil  V  e rbe n  des 
Gefallens.  Arnant  de  Maroill:  VatÄro^,  air^crnjoyi 
agernüf  troinet  mon  cAnn,  quar  es  coriet  e  proê  {A  gran  Humor 
VW,  Hahn  I,  457).  —  Bernart  de  Tentadorn:  loýenf  temp$ 
de  paeoor,  üb  la  freiea  verdor^  noi  adm  füelh  e  /lor  de  dtiwwn 


4)  Auch  hier  kano  ¥ocsUoheB  urerAea,  was  io  das  VerfaiMis  Sohrffl 
»Dia  Ehre  in  den  Liedern  der  Troubadours«  (namentlich  S,%{  ff.)  über  den 
Zosainmf'nhnng  zwischen  büiis(  Ihm-  I.ìcIm'  und  Ehre  gesagt  worden  ist. 

2)  Kur/,  lind  klar  wird  dioscilio  iiusgpsprorhen  von  Guirnul  de 
Dorne  il  mit  dun  Worten;  J^s  joys  falh  e  fui,  meifna  preis  e  harnais 
{SI  pvr  mon  Mr«-7V(s,  Mahn  I,  tot)  ;  Ibnlich,  aar  ntt  den  Sobstanliveii 
vaior  aod  konor  statt fwto,  von  Arnaut  de  Maroill,  dersaglelcb  eioige 
sehr  hezoiehnonde  Bemerkungen  über  den  Zusammenhang  von  Liebe  und 
Frauendioiist  mit  heiterer  Gcselliglíeit  macht:  Sesjoy  non  es  vaiors,  ni  s(*r 
valors  homrs;  f/uar  joy  aduts  amors,  et  amor  dutnna  guaya,  e  guayeza  so- 
lalz,  e  si^aU  cortezia  (Uedanfang,  Mahn  I,  4  67). 

•)  Aosnabaiawaiaa  hat  Jal  in  dar  Varbiadang  mit  prate  dia  anprüng- 
liehe  Bedeutung  :  Freude.  So  in  einem  Liede  von  Paira  Roglar,  wo  der 
driitleiztc  Vers  joder  Strophe  atti  ^'Of  a  pral«  »Fcenda  ttod  lUibm«  auageht 
{Per  far  «ibauäir,  Appel  s>.  45). 

4)  Id  einigen  Beispielen  sind  die  beidaa  zusaromeogeb^irigeii  Sub- 
•laativa  nleht  unmittelbar  varbonden,  aoadarn  aar  mittolbar,  iodaiB  aie 
all  Baalandlhaila  swaiar  duroh  dia  Koajanctioo  a  verbuidenar,  dem  Sinne 
nach  parallolt  r  SUtze  «aftreteii.  ^  >  jiH  und  amor  in  dem  S.  130  au.s  Bar- 
nart de  Ventatlorn  finsofiiUiteu  iieispielo;  ebenso  in  der  S.  IHI  aus 
demselben  Dichter  heigebrachtea  Stelle  vei  In  flor),  nur  da!»>  in  der 

letzteren  uu  Stelle  des  Substantivs  amor  der  Infinitiv  amar  erscheint. 


by  G 


129 


eohr:  per  çne  fug amador  »m  pMo^  e contodM* mta  reu,  quepkmg 
BphTf  einŷoÌM  n^n  a  sabor  (Liedanbng,  Mafan  1, 13). 

Aneh  eine  Frau  kann,  dm  Vorbild  mÊtttíìébm  Dtohterge- 
noaseo  falgCDd,  Wendan^en  gabraDOhan  wie:  joit  mi  p/ols 
iLlebe  (Fhniandifliist)  geftlUi  nirt.  So  die  Gräfin  Beatrix  von 
Dia:  Bix^s  geloi  mal parkm  noctis  euges  qu^eu  niü»  larjan  que 
jois  ejovens  no*m  p íaia{Fk^jei wie don^êiiŷmnia,ìiàìak  1,68). 
—  An  einer  anderen  Stelle  bedient  aieli  dieaelbe  Diehlerin  in 
Verbtodnng  mit  ^joi  ejovm«  der  Verbe  s*  ap  aies  er  »seine 
Freude  babent  und  apaiar  »erfrenent:  Ab  joi  et  ab  joven 
m'apaisy  ejois  ejovene  m*apaia;  quar  mot  aime»  es  hplm 
sums,  per  qu'ieu  sm  cumdef»  e  ^uoi«  (Lfedanlang,  Mabn  I,  87)  >)• 

An  dieae  Wendungen  mit  Verben  des  Getállenfl  aobtieaat 
aieb  die  Wendung  amar  joi  an,  ao  Bernart  de  Ventadorn: 
Pel  dois  chant  querl  rossùihols  foi  la  nueg^  qttam  ni  sei  adurmiU, 
revelh  de  joi  tota  e^its,  pemsius  d^amor  e  eosenranSf  qu^aisso  es 
mos  midhers  mestìers ;  qiiemese  ameijü  i  vohmiiers  (Uedanlan g, 
Mabn  I,  21). 

Ancb  daa  mit  amar  synonyme  gravir  »liebevoll  oder 
freundlieh  anfnebmem  findet  sieb  in  Verbindiing  mit  joi.  So  in 
einem  Uede,  in  dem  Gniraut  de  Borneil  den  Ver&ll  des 
Fraiiendienatea  beklagt:  Grea  es  a  sofertar,  avoso  die  qu'auMÌtx 
cum  era  jois  grastitM  e  tug  Ii  benestar  {Per  soiaUs  revelbatf 
Mahn  I,  201). 

Deutlicher  noch  als  in  den  Verhmdungen  mit  amar  nnd 

grastr  zeigt  sich  die  Bedeutung  von  joi  als  eines  Prinzips,  einer 
sittlichen  Lcbensmacbt  in  der  Verbiudung  mit  andern  Verben, 
die  besagt,  dass  man  dies  Prinzip  pflegt,  ibin  dient,  es  >verth 
hält  und  ehrt.  Wir  linden  diese  Ausdrucksweise  bei  Ániuut 


4)  Die  hier  angefübrlen  Beispiele  stehen  nicht  elwa  auf  gieichnr  Slufo 
mit  solchen  ^io  das  S.  138  angeführte:  mosjovs  mi  dessazonat  obwohl  auch 
dort  Joi  mit  «Lieb««  wiedergegeben  werden  Icann.  1>er  Unterschied  in  der 
Anwendung  yonjOÌ  liegl  darin,  dass  dort  zu  unserem  Worte  ein  Attribut, 
wie  ein  Pronomen  posscsíîtvum,  hiiiziilritl ,  wt-lrluvs  die  r.irtx-  al>  <'in  be- 
stimmtes nnd  einzelnes  I.iehpsverliiillniss  liinslelU.  \v;ihr»Mid  hior  der  ;dl- 
gemeinen  Bedeutung  der  als  Priucip  aufgefusálcu  lioiischen  Liebe  die  Ab- 
wesenheit jegliciier  altriLmtiven  Bestimmung  entspricht.  Beide  Ftflle  der 
Anwendang sind  ▼erelniatin  felgender  Stelle,  beim  Grafen  Wilhelm 
von  Pölten:  Moot  jausens  me  prenc  en  amar,  un  Joy  don  plus  mi  tiiWA 
m'zir  ^  jnis  &n  joy  vmdh  rwertiTt  bm  deu,  tipuetc,  ol  mêeihs  onar  (Lled- 
•eiang,  UuUaod  15). 


de  Maroiii:  Totm  tempB  er  joyê  per  me  co  Um  éterviUj  amm 
poder  car  tenguta  et  kenrai»  {Agranhonorvm^  Mabn  1,467). 

Bnrdi  die  angegebene  Bedeotong  unseres  Wertes,  wonadi 
es  ein  in  der  8iitenwell  wiiluames  Prinsip  beieieliBal,  erkllM 
stell  auch  die  Wendnng  muntener  joi  »Fkvneiidienst  anfreeht 
halten«.  Dieselbe  ist  siemUdi  hHufig.  So  in  einem  Liebesbriefe 
Arnaui*s  deMareill:  Jem  non  pueec  may  joi mantener,  «t 
a  m  HO  «on  a  pkuter  que  denkte  war  près  deme  lee  keMt  cTch 
mor  e  de meree  {Sei  que  vei  et,  Mahn  I,  474).  ^  Derselbe:  Tot 
qwmt  ieu  fauc  ni  die  querm  «In  honrai  me  motíf  amer$  que  m*ei 
al  cor  ouìím;  ekdcnvey  plus  ferma  vehmkU  de  prêt»  cemquert* 
e  de  joy  mantener  eeforsirm  mai»  de  far  e  dir  plaatre  (Ued- 
anlang,  Mahn  1, 1 66).  —  Bertran  de  Born:  AqueUa  vesdie^ 
mante  prea  e  joi,  tan  oeMtn  Àoftor,  joven  e  eelaU  «I  amor  {Gel 
qui  carnja,  Stimming  8.  445). 

An  die  in  d^  genannten  Wendungen  hervortretende  Ánf» 
0wsnng  der  höfisehen  Liebe  als  eines  PrinEips  sddiesst  sieh  un- 
mittelbar diejenige  an ,  wonach  dieselbe  als  das  Lebenselement 
betrachtet  wird,  an  welches  das  geistige  und  tdf  allem  das  sitt- 
liche Wesen  des  Biditers  geknttpft  ist.  Arnaut  de  Maroiii: 
Si  cum  Ii  peis  an  en  Vaigua  lur  virìa^  Vai  ieu  en  joy  e  lotz  temps 
ia  i  aurai  (Liedanfang,  Mahn  1,  4  61).  ^  Hierher  gehört  auch  die 
Wendung  aver  en  joi  son  estatge  nn  der  Liehe  seinen  djuiem- 
den,  bleibenden  Aufenthalt  haben«.  So  Bern  art  do  Vcnta- 
dorn:  Heu  es  tolz  hom  d'aval  vida  qu^en  Joy  nun  a  son  estât  (/e 
e  qui  vas  amor  non  (fuidu  son  cor  e  son  desirier  {La  tioussa  votz, 
Mahn  ï,  3Í).  —  Aul  einer  äbnlioluMi  Anschauung  beruht  die 
Wendung  revertir  en  joy  nur  ìàvÌìv  zurückkehren«.  Graf 
Wilhelm  von  Poitou:  E  jnis  en  Joij  viielh  vcvertir^  ben 
deu,  Si  pues(\  al  niielhs  aimr  [Mont  jauzens,  Holland  i'ò). 

Die  bisher  genannten  Wonduiigen  enlhall^n  die  gemein- 
same Grundbedeutung,  das.s  ilas  Sul>jt'kt  sich  dem  durch  Jûíha^ 
zeichneten  Prinzip  gegenüber  zustimmend  verhält.  Den  Gegen- 
satz dazu,  ein  ablehnendes  Verhalten,  bezeichnet  eine  Reihe  von 
Ausdriiekc  ii,  die  hier  erwähnt  werden  müssen.  Ich  theile  die 
betreiVenden  Verba  nach  ihren  syntaktischen  Beziehun^en  ein. 

Einige  Verba  transiüva  haben  joi  als  direktes  Objekt  bei 
sich,  liierhergehören  6f/ issar  iferniedrigen««,  ím/ ;/ »beschim- 
pfen«; ferner  drei  Verba,  denen  die  bed<-utung  »zu  nichte  machen 
oder  zu  Grunde  richten^  gemeinsam  ist:  dcsconfire^  âeíér 


  131   

(bww.  fnire  dßUr)^  und  tùire  (eigenilieh  »wegnehmen,  be- 
ieHigcii«).  Fol^rade  Beispiele  mögen  diesen  Gebraach  bezeugen, 
GQÌreiit  de  Boroeil  erklMri  sieh  gegen  Verstand  oad  Meobl^ 
.wenn  diese  der  Liebe  naeblMlig  sind:  Qvianc  tmu  m  poders 
/01  bait  no  n*agraM  ni  no  m'crfroû  {À  btn  ehœûoTy  Mahn 
1,488).  —  Derselbe:  Ptr  qt^êê  jois  e  jovens  aunils^  e  pretM 
faiditif  ses  ofud*  e  ses  benvoiens  {Ben  es  dregs,  Mahn  I,  â4î).  --^ 
Peire  Rai  m  on  de  Toi  osa  UagI  Uber  die  ArgMsl  des  Yerlaum- 
ders,  dmreh  den  Liebe  und  Frsiieiidleiist  sa  Grande  geiîchiel 
wird:  Que  per  lui  es  joys  desconfit  a  {Pus  vey  parer ,  Mahn  1, 
443). —  Peire  Vidal:  Reit  non  asnn  valor,  qui  vol  creire  trackor 
ni  ser  kMMenjador  esc&uêar  ni  tsuMir;  quun  ter  fan  jtti  delir  e 
baittom  cortom  [Bm  vm  agrandohry  Bartsch  Áua§.  43)>), 
Bernart  de  Yeniadorn  den  Frauen  selbel  den  Unteripang 
des  Frauendfenstes  snr  LasI,  indem  er  tn  einer  Tennme  mU 
Peire  d'Alyernhe,  unwillig  Ober  die  Tfluschnng,  die  er  von 
Seiten  einer  Fron  erfahren  bat,  aosrnft:  Mre,  fui  rnno,  de- 
ttna;  fuar  lat  iriekairitM  entre  lor  (seil,  las  donmat)  an  iouijoi 
e  preiz  e  vcUor  lAnUcx  Bemartz,  Mahn  I,  1 03). 

Httnfi^ar  findet  man  reflexive  Verba  müder  pritpositionalen 
Bestimmung  de  jot.  Namentlich  wird  te  recreire^  d.  b*  sieb 
(ans  Muthlosigkeit  oder  Unwillen)  von  etwas  lossagen,  gern  in 
dieser  Weise  gebranebl  So  Peiral:  Aï  de  midenn  mait  toeert 
non  aten;  toU  deteonori»  e  iaU  etmais  m'en  ve  que  per  un  paue 
Mm  de  Joi  no*m  recre  (Moui  m'eníremit^  Mabn  II,  46).  —  Ber- 
nart de  Yen  ta  dorn:  Quoti  mt  montra  cum  Omar  SKC^  ia/b/j» 
de  mala  meree,  he*ut  die  que  tat  ira  nCen  cueìh  que  per  pauc  de 
joy  no*m  recre  {Quan  par  laflertf  Mahn  I,  20).  —  Derselbe 
DIehter  spricht  sieben  <  iner  anderen  Stelle  matbiger  ans,  indem 
er  erUttrt)  dass  er  auch  bei  mangelndem  Erfolge  seiner  Bewer- 
bungen sieh  van  Liebe  und  Frauendienst  nie  lossagen  weide: 
JaneereMOtz  qu'ieu  de  Joy  mi  recreya  ni-m  lais  d^amar  per  dan 
qniaver  en  suelha  (Quan  vei  ia  fior^  Mahn  1,  44). 

Áehnliche  Bcdeutnng  hat  s^estar  «abstehen,  ablassent.  So 
Janire  Rudel:  Qu  en  un  petit  de  joy  m' es  tau  ^  don  nulht  de^ 
port%  norm  poíjauMÌr  {Pro  ai  del  oAan,  Mahn  I,  68). 

<  '  y\ii("li  mit  dem  iiilransiiiven  delir  »zu  (iruncio  ^chen«  wird  joi,  als 
Subjekt,  verbuadeo.   üo  in  dor  von  Haynouard  {Lex.  Iii,       s.  v.  Deiir] 
■ogêfahrlea  8Mt,  ans  Arnanl  de  Marotll:  Cookrerls  kmaoitgion 
Ufoe,  malpartmt,  per  qvijoi»  delii  {Be^  m*ei  lo  don*  lomptt  Mabn  ],  4SS). 


Dlgitlzed  by  LiOOgle 


132 


Endlich  emUhnc  ich  dio  bildliche  Rodcwenduog  i*€$^ 
condre  de  joi  sich  vor  deoi  Fnuicndienst  Terbergen,  d.  h.  sich 
ihm  oder  seinen  Geboten  entoiehen.  Wir  finden  sie  bei  Ber- 
nart de  Yentadorn,  der  seineii  Bnttwblius,  die  Laulbehn  der. 
Liebe  gVnsliefa  aofsugebeH,  mit  den  Worten  ausspricht:  De 
chantar  me  ^  cm  recre^  e  dejei  e  d^amor  m'eecen  {Quan  vei 
la  laudeta^  Bartsch  66^  26). 

Diese  Wettdiiog,  «sieh  vor  dem  (Gehorsam  uod  6efo%8chafl 
heisohendeo)  Fnmendiensl  terbergent  sidli  den  Uebergang  dar 
%n  dem  sehr  bHuflgen  Falle,  dass  joij  die  hl^fioehe  Liebe,  vrìe  eine 
Person  aufgefesst  and  dargestellt  ivird 

Oefters  wird  die  dnrofa  joi  beteiehnete  geistige  Ha«^!  als 
eine  Hensdhermaeht  gekerniseichnet,  indem  ansg^proofaen  wird, 
dass  sie  an  einem  Orte  besw*  in  einer  Person  heRsoht.  Peire 
Rai  mon  de  Toiosa:  Etab$na  cAaum,  mtans  qutalhat  an,  m'en 
mu  iaide  cors  onjois  e  preiz  renha  [d.lL  sum  KlHiig  Alftms  von 
Aragon]  (Nom  puetc  sufritj  Mahn  I,  U1 J.  —  Peirol  beginnt  ein 
Streitgedicht  mit  den  Worten:  SeiiAer,  quai  penriae  vos  de  dorn 
dcnas  Valens^  en  renk  a  jo is  e  jc/vene ?   (Mahn  II, 

Wendungen,  in  denen  der  hdflschen  Liebe  ein  Verweilen 
an  einem  Orte  oder  in  einer  Person  rageachrieben  wird,  begeg- 
nen mehrfach.  So  beaeichnet  Gaucelm  Faidit  in  den  Geleits* 
vrorien,  mit  denen  er  sein  Lied  rar  Gelieblen  sendet,  diese  selbsi 
als  den  Aufenthaltsort  jener  Macht:  Gfcnfim,  de  teftdwmueüUje, 
e  vai  ade$  e  deepleja  UU  on  joie  a  son  esiatŷe^  a  ìa  Ma,  dem 
me  (jreja  [Lo  roeeiiUtoUtf  Bartseh  4i4,  S5).  Aehnlieh,  mit  An~ 
Wendung  des  gleichfalls  ein  Verweilen  beselchnenden  Verbs 
s'alurar^  drückt  sich  Arnant  de  Maroill  aus.  indem  er 
seine  Geliebte  anredet  als:  Franca  res  avinens,  en  wy  joys  e 
jovens  e  M%  bos  pretz  Statur  a  {Franquexa  e  notrMMfit,  Mahn  I, 
I60Ì.  ^  Ein  auflBchliessliches  Verweilen  an  einem  Ortebea^efa- 
net  s*enelaure  (eigentliidi  isich  einachliessent) ,  das  Peire 
Vidal  In  den  Anfengsversen  eines  Liedes  als  Prttdikat  uneem 
Wortes  gebraucht:  Mos  cors  s^a(egr*e  ^esjau  per  lo  gentíl  temps 
suau  e  pel  castel  de  Fattjauy  qurm  ressembla  paradis^  qa*amors  e 
lois  s*  i  end  au  (Bartsch  Ausg. 

1}  lias  kOanle  in  diesem  Felle  unser  Wort,  um  die  Personifikation 
auch  äusserlich  anzuzeigen ,  mit  grossem  AnfangsbucliKt;iI>(Mi  schreiben, 
\vi«>  TO  Ht  •li<»'  j  t  hMafig  biosIcliUicb  des  in  gleioiiem  Falle  betiiidliohe« 

VV  otlUî»  amoi  Ihul. 


133 


Enlsohîedeiier  ond  deullieher  als  m  den  bisher  genaïuitoii 
WendaDgen  tritt  die  Pemoifiostion  der  durch /oî  beseiofaneten 
hnibchea  liebe  in  denjenigen  Fttllen  hervor,  wo  unser  Wort  als 
Sobject,  die  Baeiohnung  des  Diehters  oder  der  Frau  als  Objekt 
(in  der  Re^I  als  direktes  Objekt)  erseheint.  Alle  diese  Wen- 
dungen beruhen  auf  der  bildliohen  AufTassung  des  duroh  jot  be- 
leiehnefen  Begriifes  als  des  Herrn  (insbesondere  des  Schutiherrn) 
der  Liebenden.  Bs  liegt  hier  also  im  wesentliohen  dieselbe  Vor* 
sIelliiJig  zu  Grunde,  der  durch  die  früher  erwUhnte  Verbindung 
des  Subjekts  jui  mit  dem  Yerbum  Intransltivum  reiiAar  Ausdruck 
gegeben  wird,  nur  dass  hier  das  Bild  mit  in*s  EÌmelne  gehenden 
Zogen  ausgestattet  worden  ist. 

Znnttoist  nenne  ich  eine  Wendung,  in  der  ausgesproohen 
wird ,  dass  die  Liebe  den  Menschen  auf  ihre  Seite  oder  in  flir 
Interuase  sieht,  welche  IlttUgkeit  durch  prendre  a  sa  part 
ausgedrudit  wird.  Die  Liebe  wird  dabei  wie  eihk  Herrseher  au(- 
gefoast,  dessen  Streben  auf  Gewinnung  von  Anhingem  oder 
Dienern  gerichtet  ist  Arnaut  de  Ifaroill:  Áissi  cum  mosoors 
es  francs  e  fis  ms  amor,  ah  maifs  tPumHiUU  m*a  joy$  a  sa  part 
près,  que  maUrach  Ht  dolor  no'tn  plane,  si  m*e8  coaens,  qu*ans 
I  conosc  fumor  (Lîedanfang,  Mahn  1,  17i). 

Ein  ähnliches  Bild,  das  eines  Herrn,  der  seine  Angehörigen 
von  früher  Jugend  an  nährt  und  aufzieht,  liegt  vor  in  einer 
Stelle  bei  Pcire  Rogier:  Que  joys  m\i  noirit  pauc  e 
e  ses  hilf  non  séria  res  {Tant  ai  mon  cor,  Appel  S.  51).  —  Aehn- 
lich  in  ciller  Sicile  iius  Moreabrun,  der  den  Künig  Alfons  von 
Castilien  rüliinl  :  Que  juis  vos  pais  e  prez  vos  crets  [Emperaire 
per  mi  inczvis^  Mahn  I,  48). 

Wie  ferneríiiiì  der  Herr  seinem  Diener  Schutz  und  Hilfe 
gcwahrl.  m>  iliuL  dies  auch  die  durch  /o/ l>czeichnel<?  ïjebe  ihrem 
Anhcinger  gegentlber.  In  dieser  Weise  vsird  unser  Wort  mit 
dem  Verbuni  (^uvrtr  \erl)un(len  in  einem  î.icde  Min  Hertran 
de  Horn,  \v(»rin  derselbe  sich  taih'lnii  nln'r  diejenigen  iiar<»ne 
ausspricht,  deren  Sinnt  a  und  Denken  nur  aui  Kampf  und  Krieg 
gerichtet  ist  und  die  darüber  heitere  Lebenslust  uiul  1  liiuen- 
dien&t  veraachlässigen:  Per  quteu  no  lur  aut  uuiU,  c'anc  a  bon 


I)  «Lif-he  fFmuciKÜrtist;  tiithrt  onrh«,  oicht»  wie  Pie«,  Ulbeo  und 
Werke  >  &  39  ubersetzt  ;  Wooue  attbrt  euch. 


134 


prêisí  non  aàsù  ries  kom,  sijoís  e Jovetu  û  vnhn^)  no'lh  fon 
guirens  {Sahriiê  efMkoi,  Stiiniiijiig  8.  907). 

Am  lMiiifig9teii  ist  die  AufTaisiiiig,  da«  T^èk  die  Liebenden 
fuhrt  oder  leílet.  So  sagt  Arn  eut  de  Maroill:  Beiha  dmanap 
cuijoyê  ejcveiu  guida,  ja  no  m'amMXj  tetw  impt  vos  amarai 
{Si  cum  U ptis,  Kahn  I,  464).  Eine  gani  abnlioiie  Anrede  an 
die  Fran  wie  an  dieser  Sielle  findet  sieh  in  einem  andern  Uede 
desseUien  Dichters:  Bona  dmna^  emjoffs  e  preiM  os  gmÜM  (Á 
gran  kottor  vmi,  Mahn  I,  467). 

Endlich  fttge  ich  eine  Stelle  bei,  welche  den  Hensdier  >/ot« 
als  nm  das  Glllcfc  und  Wohlergehen  seiner  Unterthanen  besorg! 
darstellt,  indem  derselbe  Udiende  mit  einander  vereinigt  und 
Kummer  von  ihnen  femhilli.  Dieser  Auffassungsweise  giebi 
Guillem  de  Gabestaing  Ansdruek,  indem  er  seine  Gellebte, 
der  (nach  der  Lebensnaohrloht)  ein  falscher  Verdacht  der  Un- 
treue ihn  entfremdet  hatte,  in  einem  LiedSi  das  dasu  bestinunt 
war,  diesen  Verdacht  so  serstranen,  mit  den  Worten  anredet: 
Jois  vos  mi  ronda  em  hmg  sospits  e  pkrs  {U  äous  oonsire, 
Bartsch  76,  1 0} .  Wie  nahe  onior  und  joi  einander  stehen,  aeigl 
recht  deutlich  diese  Stelle,  denn  durch  Einselaung  von  »Amorsti 
fflr  i/o<<«  worde  hier  der  Sinn  durchaus  keine  wahmehmbaro 
AenderuDg  erleiden. 

Ich  verlasse  hiermit  das  weite  Gebiet  des  unmittelbiir  auf 
die  Liebe  besogenen  »jok  und  fosse  nunmehr  einige  besondere 
Besiehungen  in's  Àuge,  welche  die  durch  unser  Wort  beseichnele 
Freude  in  der  Poesie  der  Troubadours  darbietet:  lum  Gesang 
uud  Kum  Frühling.  In  beiden  Fällen  steht  die  Freude  zwar  auch 
in  Beziehung  zur  Liebe,  doch  nicht  so  unmittelbar  wie  bei  dem 
bisher  besprochenen  Gebranohe  des  Wortes. 


1  So  lin-t  Stimming  mit  den  Handschriften  der  von  ihm  mit  x  be- 
Keichnelcii  Klusi^e,  während  diejenigen  der  Klasse  y  fast  alle  äonar  (bezw. 
dar  oder  do9]  bieten.  Diese  letztere  Losart  ist  hier  ohne  Zweifel  venu- 
liabeD*  Dor  Ston  ist:  leb  urlll  voo  Mlehen  ntebts  wIimo,  dooa  wahren 
Ruhm  gewinnt  ein  reicher  Mann  nur  dann,  wenn  Liebe  und  Frauendlenxt 
/r<íT  .\  poseìlÌL't'  I.ust  ''^jorcns»)  und  î'roiL'cbifikoil  '•'(ìonat  "'^  ihm  nicht  xur 
Seite  sieht  (eigentlich:  hilft).  uDonai  '  schlirssl  sicli  insofern  leiclil  an 
»jüven»  aU|  als  ja  die  Freigebigkeit  namentlich  bei  üeiegeuheil  heiterer 
Fette  sieh  sa  enIfBlIen  Gelegeohelt  Int.  »Vaton«  {Tflehtigkcit,  in  Besug  auf 
Mttnner  oamenUicb  krieieriecbe  Tüchtigkeit)  ist  in  dieiem  Zessmmeoheiige 
uniwiMnd;  Bertrsa  h&tw  u.ir  kein  Recht,  Jenen  kriegstesligee  Beroneo  die 
Eigensohafi  der  »volor«  absnspreobeii. 


9 


...... ^le 


135 


Eine  m  den  Liedern  unserer  Dichter  sehr  veihieitete  An- 
sohauang  ist  die,  dass  Freude  (Liebesfireude)  die  Quelle  und  Be- 
gleüerin  des  der  Herrin  geweihten  Gesanges  ist.  '  So  Pens  de 
Gapdoill:  l^joff  d^amor  comena  oHoitM  (liedan- 

fsDgi  Mahn  I,  3S9)«  Dass  Freude  «un  Singen  treibt,  dröokt 
Gnillem  de  Gabestaing  dadnreh  aus,  dass  er  den  Gedanken, 
aus  Freude  das  Singen  su  unteriassen,  fUr  gleichermassen  thtfriehfc 
erklärt  wie  den,  vor  Freude  su  weinen:  Ancmaii  no*m  fo  temMan 
(fu^ieu  hissei  per  amor  $dat%,  ni  per  joi  efton  nrm phres  per 
deuior  (Liedanifangj  Mahn  1, 410].  —  Mehrfach  heben  Âe  Oiiditer 
hervor,  dass  ihr  der  Liebe  dienoider  Gesang  mit  Freude  beginne 
und  ende.  So  Bernart  de  Yeniadorn:  Ab  Joi  meu  lo  vert  el 
eemensj  ei  ab  joi  e /Im»  (Liedanfimg,  Mahn  I,  16). —Der- 
selbe: M  doit  dumt  que'l  roesMoie  ftd  la  mie^,  qum  mim 
odurmitMf  reveih  de  joi  lois  etòaitsí,  pensius  d'amor  e  cossinms^ 
q^meto  et  mos  wuelhen  mestiers;  qu'anae  amei  joi  vúhmtíerê  et 
ebjei  comensQ  moe  chans  (Liedanfang,  Mahn  I,  21]. 

Und  wie  der  Gesioig  auf  der  Ueliesfireode  als  seiner  Quelle 
beruht ,  so  ist  er  auch  hinwiederum  ein  Mittel ,  Liebesfreude  zu 
erringen.  In  der  That  betrachten  die  Troubadours  dieÁustibung 
der  Sangeskunst  als  eins  der  vornehmsten  Mittel,  wenn  es  sich 
darum  handelt,  dio  Gunst  ihrer  Herrin  zu  gewinnen.  Daher 
durfte  Guiraul  Iliquier  bei  Auf/ählung  der  Mittel,  durch  die 
er,  wiewohl  vergeblich,  Liehesfreuik*  zu  erringen  trachtete,  auch 
den  Gesang  nicht  uiitrw ahuL  lassen:  Jm  suy  del  joy  sofrurhos 
(tdntor,  que  no'm  ual  cclani  ni  chans  ui  prccx  ni  nizos  ni  sufrivs 
Hl  mercei/ars  ah  mon  lìelh  Deport  plazen^  que  m  prena  per  sei'* 
vidor  [Si  Jd-ni  den  mos  chans.  Mahn  iV,  24). 

Erklärt  die  Frau,  dass  das  Singea  des  Dichters  ihr  geHliU, 
80  wird  eine  solche  Kiklaruniz  von  diesem  als  ein  \ielver- 
heissender  Umstand  aufgefassl,  der  ihm  ein  rasohes  Fort- 
schreitt*n  in  der  Gunst  der  Herrin  und  hohes  Liebesglück  in 
Aussicht  stellt.  In  diesem  Sinne  Hussert  Bern  art  de  Venta- 
dorn:  Cd  sui  que  no  soana  lo  be  que  Dens  U  fui,  qu'en  aquela 
setmana^  quant  en  parti  de  lai,  me  dis  \mìí.:  ma  (i>i/nnií\  en  razo 
plana  que  mos  chanlars  li  }dai  [Quan  la  doussauru^  Bartsch 
fis,  6).  Wenn  daher  derselbe  Bernart  erklärt,  dass  er  auf 
Liehcsfreud.  Mimd,  Augen,  Herz  und  Sinn  gerichtet  habe: 
(Ju'en  joq  li'antor  ai  et  enteil  la  hoca  e'ls  httels  e'l  cur  e'l  scn 
{Chantari;  no  pol,  Mahn  i,  33]  —  so  wird  hier  gewiss  der  Mund 

ISS9.  4« 


138 


vofDehmlieh  mit  Bflcksicîhi  dainuf  genannt)  dass  er  aïs  Organ 
dea  Gesangea  dteni» 

Darch  seinen  Gesang  tral  der  Dkhter  in  besondere  gemaUi- 
liohe  Seiiehangen  sa  einer  in  berrorragendem  Masse  somgeabe* 
gabten  Klasse  der  Thierwelt,  so  den  VOgeln,  »leb  singe  wie  der 
Vogei  singty  der  in  den  Zweigen  wobnett  konnte  der  Tftmbadoar 
mit  einer  gewissen  Bereebt^nng  von  siob- sagen,  nnd  in  der 
That  iat  die  innere  Verwandtsobaft  swfsoben  seinem  Gesänge 
und  dem  des  Vogels  so  gross,  dass  sie  sieb  seinem  Wabmebmen 
aufdringen  musste:  er  sowohl  wie  der  Vogel  bringen  dnrcb 
ihren  Gesang  die  Freude  nm  Ausdrack,  die  Liebe  und  FrObUng 
in  ihnen  erregt  haben.  Dass  unsem  Dicbter-^Singem  diese 
Analogie,  durdi  welohe  die  Vlfgel  su  ihren  Sangesgenossen  er- 
hoben werden,  dentlioh  som  Bewnsslsein  gekommen  kt,  gebt 
aus  der  Art  und  Weise  hervor,  wie  sie  ihre  Liebeslieder  mit 
einen  Hinweis  auf  den  Gesang  der  V0gei  einsnleiten  pflegen. 

Dabei  ist  es  eine  liemerkenswertbelexikalisebeErsoheiming, 
dass  unsere  Dichter  diesen  Gesang  ihrer  Kunsigenossen  aus  dem 
Thierreiob  ein&eb  mit  dem  Worte  joi  beseiobnen,  das  also  auf 
diese  Weise  von  der  Bedeutung  »Freudei  sn  iFTeudengesang, 
Freudenlied«,  endlieh  mck  »Vogetsangt  fliierbaupt,  forCge* 
sohrittenist  So  Peire  d'Alvernbe:  Betham'eiktfiortétûgm^ 
ien,  qiumt  ati^  éel  fin  joy  h  damurr  quê  fan  Pauxeih  noveUiamm 
ptí  iemps  qi^êi  tùmai  en  verdor,  e  son  de  fiort  cuberi  U  rtynh 
ýmae  e  vermdh  e  vert  e  bktu  (LiedanfiBoig,  Mabn  96).  Bin 
weiteres  Beispiel  liegt  vor  in  disr  weiter  unten  (S.  487}  ange* 
fuhrten  Stelle  aus  dem  Streitgedicbt  swischen  Peire  d'AN 
vernhe  und  Bernurt  de  Ventadorn:  dsmeiMir /ot  s  ein 
(Freuden-) Lied  orschailen  lassen* 

Der  Grund  dieser  Bedeutongseniwickelang  ist  klar:  der 
Vogelsang  kann  mit  dem  iBr  »Freude«  besthnmten  Worte  be- 
Ecichnct  werden,  well  er  nur  diese  eine  Quelle  hat:  die  Freude, 
dieselbe,  die,  wie  wir  gesehen  haben,  auch  beim  Gesang  des 
Troubadours  als  Hanptquelle  ersdieint«  So  schwingt  ans  Frende 
sich  die  Lerohe  singend  xum  Himmel  auf:  Quan  twi 
mwer  de  joi  aas  (Uae  cenirivt  rot,  que  s*o6/id*  rs  laissa  oaser 
per  la  doussor  qu'ai  cor  Ii  vai  —  —  —  (Bernart  de  Venta- 
darn,  Liedanfang,  Bartsch  64,  S9). 

Diest;  Freude,  die  den  Vogel  sum  Singen  treibt,  wird,  wie 
vorher  schon  bemerkt,  hervorgerufen  durch  die  verbündeten 


Digitized  by  LiOOgle 


137 


Ifóehtei)  der  Liebe  und  des  Frtlblings ,  dieselben,  die  auch  aaf 
den  Diehler  wirken,  und  so  maehen  sieh  denn  enge  Sympathie- 
beiiebungon  geltend,  durch  welche  die  liebes-  und  Lenses- 
firende  des  Diefaters  an  diejenige  des  Vogels  sieh  ankttflpft.  Im 
Bewuastaein  dieser  SympaIhSe  erUiren  die  Troobadonn  lifter, 
dass  dureh  die  Freude  dea  Vogete  ihre  e%ene  Freude  geweelLt 
oder  gemebn  werde,  und  dass  der  Sang  des  Vogels  aueh  sie 
selbst  sum  Singen  eraninlera  So  Peire  Yidal:  la  laujttí^  tri 
ro9imhol  am  mais  que  mUh  atUr'  auMei^  que  pti  joi  dtl  temps 
novel  cemeimn  prMiier  lor  dum:  et  eu  ad  aqaä  MmMan,  quan 
Ii  auire  trobador  estatt  «itii,  em  dum  d^amor  de  ma  domma.  Na 
Viema  (liedanfang,  Bartoeh  Aufig.  2C).  —  Bernart  de  Venta- 
dorn:  Quan  par  (a  flors  jostarl  vert  fiM,  e  vei  h  tempe  dar  e 
sm,  rl  doiff  ckan  dets  auMels  per  bruelk  m^adeussa  loüore'm 
reve:  pois  Vmad chanten  a  htr  for^  ieu  qu'ai  phts  dejoyen  mon 
cor  degben  Kantor,  cor  tag  Ii  meijwml  son  joye  chan ,  qu^iea 
norm  pens  de  renal  (Liedanilang,  Mahn  1, 1 9] .  —  Derselbe:  Pd 
dois  Áant  qMrl  rossinkols  foi  la  nueg^  quan  mi  soi  adurmititf  re^ 
vdh  de  Joi  lois  éfftaf/s,  pengius  d'amor  e  cossirams  (Liedanfang, 
Mahn  I,  21).  —  Derselbe:  Qwm  vei  la  flor,  ferba  fresqii  e  la 
f  uelhûj  e  a  uy  lot  dtans  dels  amds  pd  boscatgey  ab  Ìaiutre  joy  qiiim 
ai  en  mon  eoratge  [scSLi  der  Lidbesfreiide]  dobla  mos  bes  erm  nojfs 
rm ereis  erm  bruelha  (LiedanfaDg,  Mahn  I,  i i].  —  Derselbe:  En 
abrilj  quan  vey  verd^for  los  prott  verla  ris  verqiers  fiorir,  e  vey 
las  ciiyuas  esdarziTf  d  aug  hs  auaels  akgrar:  Podor  de  terba  fio~ 
rm  rl  dous  ekan  que  Païuaels  eria  mi  fan  mon  joy  rwioMifor  (Lied- 
anfang, Mahn  I,  46;  aueh  Peire  Bremern  le  Tort  zugeschrieben). 

In  sehr  oharakterislisQher  Weise  sucht  Peire  d' AI vernhe 
hl  einem  Streitgcdichle  seinen  Kunstgenossen  Bern  art  de 
Vent  a  dorn  (denselben,  der,  wie  wir  gesehen,  so  gern  sein 
Singen  m  dem  des  Vogels  in  Beilehnng  seist)  von  seinem  Entn 
schluas,  dem  Uebesgesange  su  entsagen,  abaubringen,  indem  er 
Ihn  auf  die  Naehtigall  hinweigt,  die  unennttdlich  ihre  Lieder  er- 
schallen laase,  die  also,  wie  hieraus  su  entnehmen,  der  Li^ 
sieh  eifriger  widmet,  als  Bernhard:  Amkx  Bemart»  dd  Venta^ 
dom^  com  vos  podetz  dd  cAoa  sofrir,  quant  aissi  auxdg  esbaudir 


V  Vorliündet,  iloiii  niclit  gleich  an  nt-dotituni;  und  Sflirke,  in  welcher 
Beziehung  die  Liebe  den  l'rühliüg  bei  weitem  iiberragt;  dies  gilt,  wie  für 
den  Sang  des  Vogels,  so  auch  für  den  des  Dichters. 

10» 


Digitized  by  Google 


138 


/o  rouMèht  nuoitejcm?  AujaÌM  lo  jûi  que  démena:  totanuoit 
eAonte  sots  la  flor;  mitíe  ^entm  que  vo$  en  amer  'Liedanluigy 
Mafao  I,  409). 

Naohdrái  wir  die  Terwendong  imams  Wortes  nil  fie- 
debuiig  aof  die  Liebe  sowie  den  Gesang  nnd  den  Frflhling  (die 
mil  jener  in  Yerbindimg  stehen)  kennen  geleml  haben,  bleibt 
nur  noch  llbrig,  den  Gebranoh  unseres  Wortes  anf  dem  Gebiet 
der  geistlichen  Lyrik  in  fietracht  so  sieben.  Bs  ist  ein  Gebiet, 
das  von  den  TroolNidmira  fan  gansen  wenig  angebant  worden  ist, 
SU  dem  aber  hier  mit  Rtteksichi  auf  unsem  Zweck  sum  Ibefl 
anob  die  KreusUeder  und  die  Klagelieder  auf  den  Tod  eines 
Gltnners  gerechnet  werden  können.  Hier  erscheint  unser  Wort 
häufig  in  geistlichem  Sinne;  namentlich  die  Freude  der  Seel igen 
im  Paradiese  wird  oft  durch  joi  auagedrackt:  der  weltlicfaen 
Freude,  »jo»  mondofi«  (s.  oben  8.100),  tritt  die  Freude  des  Para- 
dieses, »jbt  de  paradm,  gegenuber.  Diesen  letsteren  Ausdruck 
findet  man  Hbrigens  xuwdlen  auch  in  Uebesliedem,  indem 
nämlich  die  Dichter,  um  die  von  der  Herrin  ausg^ende  Freude 
als  eine  alle  andern  Freuden  ttbersteigende  erscheinen  su  lassen, 
dieselbe  als  Paradiesesfrende  beseiofanen.  So  Bern  art  de 
Ventadorn:  Quan  quier  merce  nUdons  de  penoMot,  eh  m'sn«- 
eolpa  e  mi  met  ockaàoe;  e  Vaigiuem  aar  dman  per  misi  lowe:  et 
elam  fai  un  reijord  amoroe,  et  ieu  Ii  baie  la  betf  eh  hueis  amdoSf 
adonc  tni  par  un  joy  de  paradis  [Beh  Mwruels^  Mahn  1, 18}. 

Wie  hier  der  Zusati  wde  paradis*  die  Art  der  Freude  deut- 
lich beselchnet,  so  finden  sich  auch  andere  ZusStse,  Adjektivs 
oder  diesen  gleichstehende  Relativstttse,  weldie  jenem  Zwecke 
dienen.  So  wird  die  im  Jenseits  uns  erwartende  Freude  als  eine 
ewig  dauernde,  dor  kursen  irdischen  gegenitber,  beteidinei. 
Pens  de  Capdoill:  Dancx  ben  es  fols  qurl  hen  ve  el  mal  preti, 
ni  laissait  joi  qui  no  faiil  huoit  ni  dia  per  so  que  pert^  don 
non  a  niais  haUia  {Àr  nos  m  eapddhs,  Napoïski  50).  —  Berto- 
lomeuZorgi:  Qu*en  alegrier  aiûtjinnmais^afkia^  solespenin 
lo  jo  Í  p  e  rpetualf  erl  dezirier  deljoia  per  mexina  contra  tafan 
H  destrie  temporal  [Ben  u  adreigz,  Raynouard  IV,  459). 

Andere  Verbindungen  unseres  Wortes  mit  Adjektiven  sind 
deswegen  beaohtenswerth,  weil  sie  identisch  sind  mit  Verbin- 
dungen, die  wir  fraher  kennen  gelernt  haben,  als  das  auf  die 
liebe  bezogene  joi  in  Rede  stand.  Diese  Uehereinstimmung  ist 
keine  luiUUige,  sie  beruht  auf  dem  Zusammenhang  swisohen  der 


Digitized  by  LiOOgle 


139 


geistlichen  und  der  Liel>espoesie.  ein  ZiiSHnimenhang .  auf  den 
sehon  der  Umstand  hinweist,  dass  die  Dichter  ihre  Herrin  "Ksie 
ein  höheres,  ja  fast  wie  ein  i^iltdichcs  Wesen  darzustelieo  liehen. 
Freilich  Uber  die  Art  und  \Veis<*  di(*ses  Zusammenbanses  kann 
Zweifel  walten,  darül»er  /.  H.  oh  rlin  geistliche  Dichtung  auf  die 
Liebeslyrik  gewirkt  hat  oder  umgekehrt,  oder  ob  die  Kinwirkung 
eine  gegenseitige  war;  dass  aber  ein  Zusammenhang  besteht,  ist 
nicht  7.U  bezweifeln,  und  ein  äusseres  An/eichen  desselben  ist 
darin  zu  erf)licken,  dass  gewisse  Verbindungen  unseres  Wortes 
mit  Adjektiven  sich  auf  beiden  Gebieten  der  Poesie  der  Trouba- 
dours Yorlinden.  Ich  nenne  drei  äerseiben.  Zunächst  die  Ver- 
bindung i  n:  joi,  \on  der  oben,  S.  die  Hede  war.  So  bei 
Aiuieric  do  lielenoi,  in  einer  Stelle,  die  ausser  der  hierher 
gehörigen  Wendung  "fo  rir  joi  de  noslri'  srnfior'^  fd.h.  die  reiche 
von  unserm  Herrn,  Gott,  ausgehende  oder  gespendete  Freude) 
auch  zwei  Mal  unser  Wort  in  der  allgemeinen  Anwendungsart 
zeigt,  die  am  Anfiing  dieser  Abhandlung  besprochen  wonlen  ist: 
Ar  put'sc  hctt  dir  que  tot  fu  ntoii  pejura,  gintet/  nnn  es  joi/s  que  non 
lorn  en  dolor,  mas  sol  del  ricjoy  de  n  ostre  sen  hör  ;  per  qtte'm 
par  folfi  qui  eiifpîi  ni  s\ilur(i  en  aittre  joy  mas  e/i  Dieu  obe^tr 
[Alias  per  que  vtu,  haynouard  IV,  fiO)  •). 

Ferner  die  Verbindung  entier  jni^  von  der  oben,  S.  H  l, 
gesprochen  worden  ist,  Sie  liegt  vor  z.  R.  in  einem  von  (îuil- 
lem  d'Aulpol  herriihrenden  Liede  auf  die  Jungfrau  Maria-): 
A,  qiion  seran  jduzen.s  e  benunans  ti/q  vostr'  amtc  d'entier  joif 
per  jdsse  (íìsiieransa  detofz,  Raynruiard  IV,  475).  An  einer  an- 
deren Stelle  desselben  Gedichtes  wird  die  beilige  .lunglrau  be- 
zeichnet als  »I  riKjz  d'entier  joi/it ,  d.  h.  als  Fruch!.  die  ganze 
Freude  lu.  erregen  Ì>cxw.zil  gewähreu  geeignet  und  iiu  Stande  isL 

1)  *Htcjoi*t  in  die.*4em  Sinne  liiidft  steh  auch  io  Nr.äS  der  VOQ  Bekker 
heraui>gegebeQüu  geistliche Q  Gedtchte  (V.  iO). 

f)  In  solcheii  naaentlich  kommt  der  oben  hervorgebobea«  ZuMm- 
meohang  swlscbeo  geiBUicber  und  welllleher  Lyrik  zu  deallicber  Brsobei- 
nung  insofern  als  die  Jungfrau  Maria  zum  Theil  mit  denselben  Farben 
dargestelli,  in  derselben  Weise  cefoierl  wird  wie  áie  Ilerrin  in  den  I.iebes- 
litidern.  Als  Beispiel  nenne  ich  eins  der  von  liyiikiT  lierausge^^obenen 
geisUicbeo  Lieder  (Nr.  woselbst  sich  hucIi  uoser  Wort  i  Mal  (V.  19 
und  8i)  mit  einer  in  den  Liebesliedent  verkommendea  beBondereo  Bedeu- 
lang  findet  :  Liebre(s>  Anmuth  (vgl.  oben  S.  IIS),  welcbe  Bigenscbaft  hier 
der  Jangfraa  Maria  nigeacbrieben  wird. 


Digitized  by  LiOOgl 


140 


Endlich  der  Ausdruck  io  joi  inajor^  dessen  auf  dit;  Liobo 
bezüglicher  Gebrauch  oben,  S.  4  43,  in  einem  Beispiel  vorgeführt 
worden  ist,  der  sich  aber  auch  in  geistlichen  Liedern  iindet.  in- 
dem unter  der  »{^rössten  Freudi^  die  1  rende  des  Paradieses  ver- 
slauden  wird.  So  in  einer  Ter/mir  /wischen  A\  card  und  Gi- 
rard, die  darttber  streiten,  uns  t  inpfehienswerther  sei,  sich 
einen  Mon;it  lang,  uhnc  Sciimerz  bezw.  Freude  zu  ftthlen,  in  der 
Hölle  oder  im  Paradiese  aufzuhalten:  A\card  entscheidet  sich 
für  den  Aufenthalt  in  der  Hölle:  >^(ju(iisi  sabrai  pnìs  leu  fuyir  tn- 
fem  e  servir  ben  e  gen  lo  joi  ma  jor  q'hom  conqer  Dieu  ierven«. 
[Siparmlis  et  enfa  tví^  Suohier  Deukuüller  1,  S.  äl97). 

Anliang  über  »jai«,  tjoia«  nd  »^ng«. 

Ausser  Joi  sind  in  der  Sprache  der  Troubadours  noch  drei 
weitere  von  gmidium  abstammende  Wörter  vorhanden,  welche 
alle  den  Begrí£f  »Freude«  ausdrtlcken  :  jai,  joia  und  gaug.  Bs 
erscheint  angemesseDi  einige  kurze  Bemerkungen  Uber  dieselben 
hier  beizufügen  y  um  das  Verbllltniss  des  in  vorliegender  Ab- 
handlung erilluterten  Wortes  su  diesen  Mitbewerbern  erkennen 
SU  lassen. 

Jui. 

Dies  Wort  hat  mit  joi  den  Umstand  gemein,  dass  es  sich 
vorsugsweise  auf  die  Liebe  bezieht.  Bs  ist  in  dieser  Beziehung 
sogar  noch  ausschliesslicher  als  joi:  nur  ganz  vereinzelt  findet 
sich  jai  mit  Bezug  auf  andere  weltliche  VerhHltnisse^].  So  Peire 
d'Alvernhe:  Per  ienqterador  me  dol,  c'a  mouku  ŷtns  faifrai- 
tura;  Uils  en  plora  que  n'a  jais  {Bel  mes  quam  la  rosa,  Bay- 
nouard  IV,  12r.  —  Peire  Rogier:  Si  voleti  al  iegle  plazer, 
siatsi  en  luec  foUu  ab  lo$  faix;  et  aqui  meteys  vos  sapchaU  ab 
h$  savis  gen  captener;  qu'aissi  cove  qiCom  los  assai:  tun  ab 
ira,  f autre  ab  jai"^)^  ab  mal  hs  malSf  ab  ben  las  bos  {Senkten 
Haymhaut,  Appel  63). 

Da  das  Wort  im  Gänsen  selten  vorkommt,  so  wird  es  nicht 


i)  Bin  BtttepM  für  Baiebiing  aof  ^1»  Religioa  itl  mir  nicht  bektnot. 
S)  JW  hat  ttbrigmis  bler  elM  modlflelwte  Bed«ntang;  nicht  »Ftendeii, 

son<tern  »Freundlichkeil».  Dir  l)cideQ  Begriff»  wechseln  aocb  iOMt,  eo  Im 
ahd.  blidi  afrob«  uad  aucli  »ireundlicba. 


Digitized  by  LiOOgle 


141 


UJ>erllUhí»ig  erscheinen,  wenn  kh  den  von  Haynouard  [Leriqve 
III,  445,  s.  Y.  Gauch]  gegebenen  drei  Beispielen  noch  einige 
weitere  hinzufüge. 

Die  herrschende  Bedeutung  »Freude« ,  mit  Bczuc  auf  die 
Liebe ,  ist  ersichtlich  an  folgenden  Stellen.  Guiraui  d<  \U)v- 
neil:  Que  vey  qu'ab  ponher  d'esperos  non  puesc  tun  far  que  jui 
vobres:  pei'o ,  si  nos  dits  avères  Mos  Bels  Senhers,  Fira  e  Ves- 
mais ,  qu  im  n'ai  sofert ,  mi  fora  Jais  {A  lien  chantar^  Mahn  1, 
188).  —  Raîrabant  d'y\iirenga:  Ai,  douza  res  car^  e  genta, 
per  Dieu,  no's  frainynu  nosiie  jais  [Entre  gel  e  vent  e  fane. 
Mahn  I,  80).  —  Peîre  Rogier:  Amors  ditz  ver  et  escarnis,  e 
doua  pausa  e  (jraii  afan,  e  franc  cor  aj>res  maUalan  ;  iuiey  fat 
que  platz  j  deman  que  pes.  —  E  doncûc  qm  i>  diretz  qu'aissi  vag? 
—  Que  Costa?  que  tot  torn'  en  jay ,  pueys  après  no  y  a  re  mas  be 
{Tant  ai  mon  cor,  Appel  52).  —  Peire  Vidal:  Questiers  nwm 
poyra  lafan  sufrir  nvl  piur  nrl  pantais ,  quant  ela  s'amor  m^e- 
strais,  si  no  fus  its  cartes  Jais,  querm  ve,  domna,  deves  vos,  per 
qu'eu  m'en  viu  deleitos  {Per  ces  dei,  Bartsch  Ausg.  25).  —  Rer- 
traü  de  Born:  AI  doutz,  nou  termini  blanr  del  pascor  vei  la 
elesta,  don  lo  nous  lemps  s'esronienta^  quand  la  sazos  es  plus  ffenUi 
e  plus  ar  inens  e  val  mais,  et  ho  m  devria  esser  plus  gais,  e  melhur 
sabor  me  a  jais  (Liedanfang ,  Stimming  128).  —  Derselbe: 
Dompna,  puois  de  mi  no'us  <  e  partit  m'avetz  de  vos  senes  totas 
ochaisos ,  no  sai  on  m'enquieira,  que  ja  mais  non  er  jter  mi  tant 
ries  jais  cohralz  (Liedaufaug,  SUniininjj;  1  i8). 

Mehrfach  tritt  die  Bedeutung  sinnlicher  Liebesfreude 
hervor.  So  in  einem  Sireitgedicht  zwischen  dem  Delphin  von 
Auvergne  und  Peirol:  Qu'amistalz  per  jauzimen  creis,  êtes 
razos  ;  que  major  jai  a  drutz,  pois  sidonz  o  fai;  e'l  gr ans  fois, 
qu'es  ses  engan,  fai  ades  l  umor  plus  grun  {Dalfin  sahrinfz.  Mahn 
II,  311.  —  EI)enso  in  einem  Streit£;edichi  zwischen  Gaucehn 
und  Peirol:  Peirols,  al  mieu  ctaiomsetneii,  cel  que  i  pot  totn  nui'(/ 
jazer,  deu  aver  dos  ailans  de  jai  que  cel  qu'a  fai  e  pueis  s'en  vui 
{Gauselmz  digas,  Mahn  II,  33). 

Uli  jai  stimmt  jai  auch  insofern  ttberein  als  es  wie  jenes  die 
Bedeutung  von  Liel>e  oder  Fra  ucndienst,  als  Princip  auf- 
gcfasst.  auN(lrückt.  So  Guira  ut  de  Borneil:  Quant  aondava 
jais,  e  ehaulz  era  grazitz  {Lo  douz  chonz  (fuu  auzelh,  Mahn  I, 
206).  —  Derselbe:  Que  pos  joys  falh  e  fui,  merma  pretz  e 
barnatz  i  e  pois  las  poeslatz  s'estraigneron  de  jay^  de  qium  que'l 


Digitized  by  LiOOgle 


142 


pififfers  fay  ^  no  fon  per  mi  lauzatz  {Si  per  Mon  Sobre  Totz, 
Mahn  1,  i03). 

Kinen  begriflFlichen  Uulerscbied  jswisehen  deti  beiden 
Wörtern  wtlRSte  ich  nicht  anzugeben.  Auch  sonst  stiirmicn  sie 
im  Gebrauch  (ll)erern,  nur  dass  idi  viel  seltener  vorkommt  als 
sein  Mitbewerber  und  dass  manche  Verbindungen,  die  wir  bei 
joi  kennen  selernt  haben,  nnmentlich  mit  Adjektiven,  bei  Jai 
sich  nicht  finden.  So  die  \erbiiMUmgen  mit  rntier ,  complil^ 
lionraf.  Es  scheint,  dass  die  Troubadours  jui  vornebuilich  mit 
Rtlcksicht  auf  den  Reim  ai  ist  (  Ile  des  gleichbedeutenden  />>/ 
wiiblten.  Wenigstens  ist  es  i  haLsache  dass  /Va'  fast  nur  im  Reim 
vorkonmit'!,  wHhrend  umgekehrt  joi,  soviel  mir  bekannt,  sich 
stets  ausserhalb  des  Reimes  findet.  Daher  auch  die  Erscheinung, 
dass  in  einer  Anzahl  von  Stellen  beide  Wörter  vorkommen:  jai 
im  Reim  und  daneben ,  mit  i^hùcher  Hedeutung,  /ot  im  Innern 
des  Verses.  So  in  der  Stelle,  die  ubt  ii,  S.  141,  aus  dem  IJede 
Gnirnnt's  von  Üorneii:  A  heu  rhafiftfr  fmi^eftlhrt  wonbMi  isL 
ebenso  in  der  Stelle  ans  dem  Slreilgedichl  zwischen  dem  Del- 
phin von  Auvergne  und  Peirol  {Diilfin  sahrifilz).  —  Ein 
Grund  liir  die  Scheu  der  Troubadours,  joi  hu  Reim  zu  verwen- 
den, ist  nicht  leicht  anzugc  luni.  Al.iii^el  an  einem  entsj>rochen- 
den  lleinjworte  kann  es  nicht  gcw  escn  sein .  denn  wie  man  jiuit 
mit  l>!oi(i  band  (so  ni  Bernhards  von  Vertadorn  Liedanfang:  T(tnl 
(i>  nicii  rnr  jilcn  de  joia],  hutte  auoh  joi  mit  der  Masculiolorui 
gebunden  werden  ktfimeü. 


4)  So  in  allen  bishor  aogeflihrlen  Stellen,  und  Üborhaupt  in  allen  mir 

bekannten,  mit  Ausnahme  rwcicr ,  lu-itlr  ans  den  von  Suchicr  Iirrauspe- 
gebcncn  »Denkmälernn:  I;  aus  einer  »Üansa«  %  ifllcidit  von  (ìuiraul 
d'Ëspanha:  M  tenray  ni  ab  destimoret  auray  gtiuch  o  socor  e  Jay  e  plaser 
entier  {Ben  voign  Getier  poges,  Sucbier  S.  300];  t)  aus  einem  Liebesbriefe, 
vielleicht  von  Aimeric  de  Pegnilain  :  Ptr  qw^pree,  âompnadebm 
úibr9t  qiurwt  pian  que  tais  jais  m'en  régna  que  joios  e  gai  me  mantegna  {BoM 
dompna  prn$  es  onrndn  V.  66,  Suchier  S.  StS}.  Vielleicht  ist  in  beiden 
Fällen  jai  nur  durch  ein  \  ersehen  d<*.s  Schreibers  für  oin^flielon.  Die 
Buchstaben  o  und  a  \n  erden  in  miUcialleriicben  Handschriften  oft  ver- 
wechselt; auch  bietei  gerade  der  Schreiber  der  Handschrift,  welche  den 
von  Suchier  heransgegebenen  Llebeabtfef  enibait,  mehrmals  a  für  o:  V.  61 
Jain  Mr^otoff  ;  i%  vater  für  polêri  48  na$  iúr  not. 


143 


Mu 

Auch  hei  diesem  Worte  ist  ein  deutlich  hervortretender 
bcgrifTliclicr  Unterschied  von  joi  nicht  vorhanden  '). 

Das  Wort  kommt  in  den  Liedern  der  Troubadours  nur  sehr 
vrrcinzelt  vor  (fast  noch  seltener  als  jai]  und  zwar  raeist  mit 
Bi/üu  auf  die  Liebe.  So  Bernart  de  Ventadorn:  Tant  ai 
mon  cor  itlen  de  join^  tot  me  desnatttra:  flors  blanca,  vermeÎK 
e  bloifrm  sembla  la  freidura  [Liodanfang,  Bartsch  62,  23).  — 
Poirol:  De  tola  joia'm  dcslonja  ma  dona,  e  non  l'es  honors; 
qu'ab  calque  plazen  messonja  me  pogra  far  gen  socors  {Manta 
gens.  Mahn  II,  4).  —  Derselbe:  Belha,  douss^  íimia,  al  cor  vo$ 
m'a  meza  Amors  tola  via;  grans  jota  m'espresa  dH aital  senhoria^ 
qu'ieu  sut,  si  no'us  peza^  voslreSf  on  qu'ieu  sia  [Ab  joi  que'fn 
deniorn,  Mahn  II.  Iii  . 

Die  Bedeutung  »Licbeshuld«  hat,  wie  öfter  joi,  so,  ganz  ver- 
einzelt, auchyoio.  Gaucelm  l' a  idit:  Ves  ma  domna  soplei  Iotas 
Sdzos,  qiie'm  nafret  gen  el  cor^  ses  colp  de  lansa^  d'un  dous  esgarty 
ah  SOS  hid'l/is  (imoros,  lo  jorn  que'm  det  sa  joia^)  e  s^acoinfidtfisa 
[Tot  nie  cugiei,  Mahn  II,  105).  —  Rainibaut  de  Vaquai  ras: 
Si  m'a  bon  cor  [seil,:  ma  domna],  ara'lh  prer  e  h'ncaut  que* m  do 
sa  joi'  cm  promela  salulz  {D^amor  no  m  /af/,  iM.ilui  Ged.  2^Vò]. 

Wie  Oberhaupt  joia  bei  den  Troubadours  selten  ist,  so  fehlen 
hi(  r  aticli  last  alle  jene  zahlreichen  Verbindungen  mit  Vorben 
und  Adjektiven,  wodurch  der  Gebrauch  von  joij  wie  wir  früher 
gesehen,  zu  ein^m  so  mannichfallÌEîen  wird. 

Endlieh  verdient  bemerkt  zu  werden,  dass,  soweit  meine 
Kenntniss  reicht,  joia  nicht  mit  der  Bedeutung  ausschliesslich 
oder  vorherrschend  sinniicher  iiebesfreude  erscheint^'  ,  eben- 
sowenig mit  der  Bedeutung  der  sich  als  Fraueudienst  darstellen- 
den Uebe. 

t'  Fauriol  ^Hisloire  de  la  |>oc&ie  piovt'nçnlf,  I,  S.  íí>t>'  siclil,  incincr 
An.sicUl  nach  mit  üarechl,  don  Unterschied  zwischen  jot  und  jmu  darui, 
dass,  dem  granumHflolieB  OMoUtelil  derWtfiter  «nUprechend,  jenes,  das 
MasCQlioQiii,  eioe  in  kraftvoller  Belhltieimg  o«eli  aaMeo  drUngendfl!,  dtofes, 
das  Femininum,  eine  rein  |ia98lve  Frende  bMtiohaet. 

2 1  RV  :  s'amnr. 

3)  Aucti  in  den  zulclzt  aiipffiihrlen  Bois|Melen  aus  (laucelm  I  aidit 
und  Raimbaut  du  Vaqueims  kattii  jota  nicht  in  einem  bolchen  Sinne  ge- 
deiilet  Warden. 


Digitized  by  UüOgle 


144 


Wsbrend  die  bisher  besprocfaeneii  beiden  Hitbeweiber  von 
joi:  jai  und  JOÍO  in  der  Spreche  der  Troubadonm  nur  selten  ge* 
bmvolu  werden)  kommt  im  Gegentheîi  der  dritte  hier  in  Betracht 
kommende,  gi^tg,  in  den  Liedern  unserer  Dichter  sehr  hSußg 
vor.  Das  Wort  ersohelnt  daher  nach  joi  als  das  wichtîgsie  unter 
den  vier  von  ffoudmm  stammenden  Wertem,  deren  sich  die 
Troubedouni  sum  Âusdmok  des  Begriffes  »Freude«  bedienen  ^). 
Um  sein  Verhüttniss  su  joi  hervortreten  su  hssen,  wird  es  er- 
forderlich sein,  seinen  Gebrauch  etwas  eingehender  su  be- 
leuchten. 

Gm^  kommt  so  siemlich  in  allen  YerwendungjMirten  vor» 
die  wir  bei  joi  kennen  gelernt  haben,  und  der  Unterschied  von 
diesem  letsteren  liegt  wesentlich  nur  in  der,  je  nach  der  Be- 
deutung ,  grosseren  oder  geringeren  HSufigkeit  des  Gebrauches. 

Wir  haben  oben  (S.  100)  gesehen,  dass  in  der  allgemeinen 
Bedeutung  »Freude«  (dine  Beiiehung  auf  Liebe  oderReUgion)  /01 
sich  bei  den  Troubadours  siemlich  selten  findet.  Der  eigantliohe 
und  IlbUohe  Ausdruck  fttr  diesen  allgememen  Begriff  ist  viehnehr 
das  uns  hier  beschäftigende  Wort:  gaug'^).  So  sagt  Guillem 
de  Saint  Leidier,  als  Segenswunsch  für  den  Kttnig  Alfons  von 
Gastflien:  Dieuâ  not  ìajfs  far  s  dir  que  »iam  salvalMy  et  at  hon 
rey  eoiieìhan,  qu^e$  kmraUj  eresca  sos  gaugs  e  vida  hi^jamm 
{El  tonips  qua»  twy,  Mahn  n,  45). 

Auch  in  sprichwtfrtUchen,  volksmassigen  Wendungen,  in 
denen  von  der  Freude  in  diesem  allgemeinen  Sinne  die  Rede  ist, 
erscheint  gaug  als  der  angemessene  Ausdruck.  Als  eine  solche 
Wendung  kann  folgender  Sats  gelten,  der  sich  bei  Uo  Brunet 


4)  VoD  dem  1d  geisUicber  Prosa,  aber  aicht  bei  den  Troubadoars 

bc{j;egnendcn  gaudi  (s.  Hayn.  Lei.  III,  442),  des  gelehiieo  ünpnioges 
Bcbeini,  ist  hier  natürlich  ubgesehpn  worden. 

5)  Daher  ist  in  nllen  fdicbtcrischon  oder  prosaischen  l.iloralurci  Zeug- 
nissen, Iii  denen  es  sioh  nicht  um  Liebe  oder  Religion  handelt,  gaug  durch- 
eilt de»  bemoliettde  Wort.  Reobt  deottlob  elebt  man  die»  s.  B.  aus  der 
von  6uchier  (Denkmäler  I,  S.  201  fT.)  herausgegebenen  DiöloUfc,  in  der  sich 
/01  gar  nicht,  f/auf/  daizogcii  hiiulig  íindet  so  V.  t2S — 456  nicht  weniger  ah 
13  Mal\  uufl  7s\:u-  titil  (k'm  Hounll  der  einen  milliereii  (ìrad  niciil  iiltcr- 
schreitetuieri  treudo,  die  den  Menschen  bei  seinen  täglichen  Beschäfti- 
gungen begleiten  solli  damit  er  ficb  dadorcb  frifch  erbalte  und  eeia  Leben 
verlängere. 


Digitized  by  LiOOgle 


145 


finde!  <):  Qui  g  au  g  senmo,  pUuser  cneih  »wer  Fremde  Éái,  emiel 
Vergnttgent  {Ab  ploMT  rtcep^  ênA  Arn  aal  Daniel  ziigo- 
sehridHm,  Maim  U,  76). 

Wie  gaug  iro  aUgemaîDCii  die  Freude  beieiehnel»  die  durob 
ehi  dem  Sabjekt  ffUnsligea&lebinia  oder  Sreigniaa  kervergenifen 
wird,  flo  drOekt  ea  im  beaeiidereii  anoii  diejenige  Freude  ana,  die 
man  Uber  den  Sehaden  oder  die  Beaieguog  dea  Feindes  empAndeL 
Seliwerlteh  wird  man  jemala  in  diesem  Sinne  jot  gid)rauehl  finden« 
So  erklflrt  Raimbaui  de  Vaqneiraa,  wie  aobmeriLieh  ihm 
andh  die  Trennnng  von  der  GeUeblen  aei»  ao  welie  er  aiob  doeh 
wacker  halten  nnd  fdrUhhren,  Ehre  und  Rohm  an  eratreben, 
damit  er  niidit  dnroh  Ueinnrtltiiiges  Benehmen  aeinen  Feinden 
Freude  bereile:  ftro  norm  eommida  vaAr»,  si  berm  im  iraU  ei 
emcsCf  fu'ie»  dm  gaug  a  mot  enemkx,  im  q^fen  abUt  fnnato  m 
fottjsert  (iVb  m^agrotP  ivermSj  Mahn  I,  377).  Bertran  de 
Bern  aehOderl  daa  Gelflmmel  eines  bevorstehenden  Kampfea: 
Em  a  rage  eetrem  afiar  deeiriers^  e  per  cmUUm  e  per  pieck%  mania 
ìama^  e  gaug  e  píar,  e  M  e  ulegranm  {M$«»  mvetUm  fmäk 
far^  Stímiiiing47a)2). 

Ich  habe  oben  (Sw  lOS)  die  Yerbindongen  <fo  joi  ond  abjoi 
erwühni.  Aneh  Iiei  fontg  finde!  sieh,  in  gieiohem  Sinne,  die  Ver- 
l>indang  mit  den  Mpeaitíonan  de  und  ab.  Fttr  de  gau  g  y  syno* 
nym  mil  tio/onf^e,  wie  de  joi ,  fttlir!  Raynenard  a.  v.  Gaueh  (III, 
442)  awei  Baiapicde  an;  lllr  4ifr  gaug  nenne  ich  folgendes. 
Raimbaul  de  Yaquetras:  —  e  devria*w  membrar  que 
not  dimem  ab  gaug^  têt  pro  mai^f  dun  pm  toi,  tet  bevre 
e  tet  lavar  {Bonrat»  nuurquet,  Mahn,  I,  383). 

Die  Hanptanwendnng  finde!  joi,  wie  W  geadien  haben,  im 

i)  Peretst  hat  (lenselljcn  nicht  in  seine  Sammlung  proveiiziilischer 
Sprichwörter  (Rom.  l-or»cliungen  III,  415  ff.]  aufgcnomnien,  hätte  ihn  aber 
mlidoaiMlbeo  Beebt  aalbolmMo  kdnnen  wie  nebrert  ahnllohe,  tod  thiD 
S.  44  S  aosefithrle  Sprttoka,  weldie  die  Verba  Humor  ond  McolMr  est- 

halten.  Umgekehrt  scheint  mir  die  i^ricbwürtliche  Natur  einer  TOD  ihm 
(lascibsl  8.  453  angeführten  Stelle  aus  Berna rt  de  Von  ta <l  h  o  welche 
jof  fnUliilt,  recht  zweifelhaft,  trotz  der  Achnlichl(eit  eines  .'^ijruches  der 
Proverbia  Salomuiiis  (4  4,  48),  die  rein  zuföUig  sein  kann:  Totz  temps  sec 
joy      MoTiy  «  lot  Impt  <ro  —  /oyt  e  hu  (Ai  mo»  «tontert,  Mahn  I,  IS). 

3;  Die  Wendung  veirúm  goug  leigt,  das«  dies  Wort  aocli  eine 
îíusserlich,  in  Miene.  Hnlftinc  oder  Stimme  liervorlretende  Freude  be- 
zeichnen kann,  wio  wir  »lies  ;uu  Ii  liinsii htlich  des  WOrleü  jot  aus  der  o])en 
6.4  00,  Annierk.  angeführten  Verbindung  desselben  mit  dem  Yerbum  vexer 
erMben  kooiieii. 


Digitized  by  CjüOgle 


146 


Ltebesliod,  indem  es  die  sur  Liebe  in  Betiehnng  stehende  Freude 
oder  die  liebesfrende  beieiehnel.  Vergleiehen  wir  damil  den 
Gebrauch  ven  $aug,  so  finden  wir,  dass  es  in  dem  seeben  ange- 
gebenen Sinne  swar  aneh  siemlieh  oft,  viel  öfter  als  jai  oder 
johf  gebraneht  wird,  aber  doch  bei  weitem  nicht  so  bttnfig  wie 
jot\  Das  YerbttUnfss  der  Hllofigjkeit  ist  also  hier  dem  eben  hin- 
gichtlich  der  allgemeinen  Bedeutung  hervorgehobenen  grade 
entgegengesetst:  in  jener  aUgeroeinen  ist  gaug^  in  dieser  beson- 
deren ist  foi  das  herrschende  Wort. 

In  dieser  letsterenVerwendungfart  seigen  sonst,  abgesehen 
von  der  Httofigkeit  des  Gebrauches,  die  beiden  Wörter  in  der 
ftegel  keinen  irgendwie  erkennbaren  Unterschied.  Wenn  es 
s.  B.  bei  Rairobaui  de  Yaqoeiras  heiss:  Beiha  4mm ^  Ud 
gaug  mi  ven  de  vas  que  martitM  tu»,  guar  fio  vo8  nd  oistto 
{Savü  e  folhs.  Mahn  I,  367),  so  ist  hier  die  Bedeutung  und  Veiw 
wendung  yon  gaug  genau  ttbereinstimmend  mit  der  von  jdi,  und 
indem  der  Diditer  hier  gaug  anstelle  des  gebrUudhUcheren  Joi 
anwandte,  wird  ftlr  3m  einfach  das  Streben  massgebend  ge- 
wesen sein,  die  Wiederholung  von  joi  su  vermeiden,  welches 
Wort  sehen  im  vorhergehenden  Verse  steht. 

Auch  hinsiehtlidi  der  Verbindung  mit  Verben  und  Adjek- 
tiven seigt  sich  Bwischen  den  lielden  Wörtern  efaie  siemlieh 
weitgehende  Uel>ereinstimmnng.  So  finden  sich  die  Wendungen 
êiperar^  atendre  gaug%  wie  esp.,  at,  joi;  und  so  findet  sieh 
nicht  gar  selten  der  Ausdruck  gaug  entier  oder  auch  der 
vollere  fin  gaug  entier ,  ensprechend  dem  bei  joi  erwähnten. 

Die  Bedeutung  von  gang  entier  entiiMlt  ein  m^  oder 
weniger  dentlieh  faerrortretendes  Element  der  Sinnlichkeit; 
vgl.  das  oben  S.  4 1 4  f.  tberjoi  enUer  bemerkte*  Offen  liegt  die 
Bedeutung  der  sinnlichen  Liebesfreude  vor  s.  B.  in  einem  Streit- 
gedicht Ewisohen  Blacats  und  Ealmbaut,  ttber  die  Frage,  ob 
sinnlicher  Genuss  oder  Ehre  in  der  Liebe  vorsustehen  sei; 
Rairobaut  entscheidet  sich  ftlr  den  ersteren  Fall  und  schliesst 
das  Gedicht  mit  den  Worten:  Ja  ab  promessa  perduda  Urne  temps 
no'm  pot  retenir  dl  per  cuiplanh  e  saspùr,  s^ab  gaug  entier  no 
wiajuda  (En  RagnÁxtOa  ses  saben.  Mahn  II,  438). 

Auffallend  httufig  bedient  sich  Peire  Vilial,  derttbeihaupt 
gaug  gern  anwendet,  des  Ausdruckes  gaug  entier  oder  fin 


i)  Belege  noter  deo  Belspieleo  für  ffong  entier. 


♦ 

Digitized  by  LiOOgle 


147 


gauŷ  entiêr.  So  S.  62  der  Ausgabe  vod  Barleeh:  Qu*anc  pos 
wCae  tût  (Subjeki:  ma  domna)^  no  fui  va*  Ui%  mtàtSj  enans  Farn 
«Ott  de  bon  cor  e  de  ver;  que  de  te  maù  ŷaug  entier  non  eeper 
(ABÌf  «met  eore).  —  &  68:  Mae  res  ees  vas  no*m  pat  eeser 
ptaxen,  ni  de  ren  al  $aug  entier  non  aten  {Ane  no  mon).  Aumer* 
dem  habe  kh  die  angegebene  Yerbindmig  bei  Peire  Vidal 
noch  in  folgenden  Liedern  bemerkt:  Mout  m^es  bon  e  bel  iß*  ^); 
Get  pel  temps  (S.  18);  Ajostar  e  lassar  (S.  !Î4)>);  Tant  an  ben 
dig  (g.  27);  Nuls  hom  no's  pot  (&  48);  Quant  hom  bonratz 
(S.  64);  Be  m^n^rodo  (8.  73)  ^).  Die  Bedeutung  »Anmutht  (vgl 

6*  423)  floheint  in  folgender  Stelle  vonnliegen:  sa  beiuatf 

quo'l  det  entenramen  noeire  seiner,  qu^ane  re  no  Irn  partim  e  gaug 
entier  e  sen  verai  efi^  totso  miave,  car  s^amorno*m  eonsen  {Üna 
chanson,  S.  76). 

Bin  Unteraohied  im  Gebrauoh  der  beiden  Werter,  der  da- 
rauf hinweist^  dasa  für  die  auf  die  Liebe  belogene  Freude  der 
eigeniliohe  Auadrook  jòî  ist,  besteht  darin,  dasa  dem  früher  er- 
wlthaten  jd  datnor  kein  gaug  d^amor  sur  Seite  steht;  ich  habe 
diese  letstere  Wendung  nie  gefunden'). 

Ein  fernerer  Untersöhied  besteht  darin,  dass  die  Bedeutung 
»Liebe  oder  Frauendienstt ,  die  bei  joi  sehr  lillufig  ist,  hier,  bei 
gaug,  sich  kaum  findet.  Mir  sind  nur  die  folgenden  awei  Fülle 
aufgestossen,  und  aueh  da  steht  die  angegebene  Bedeutung  nieht 
fest:  es  kann  auch  die  allgemeine  Bedeutung  »Freudet  vorliegen. 
Bertran  Carbonel  de  Marselha  hi  einer  Cobla  (Bartsch 
•Denkmliient  S.  8):  QuUlh  lUasmon  gaug,  la  mdhor  res  que  sia, 
Folquet  de  Marselha,  in  einem  Klagelied  auf  einen  G6nner: 
ß  quiprelM  e  gaug  et  honm^,  sens ,  larguessat  astres  ricor  nos  a 
ioU,  pauc  vol  nostn'  enans  [Si  cum  sel,  Baynouard  HT,  52). 

Dagegen  findet  sich  in  der  Bedeutung  der  duroh  den  FHlh- 
ling  hervorgerufenen  (mit  der  Liebe  in  enger  Verbindung  stehen- 
den) Freude,  wie  6fter  jbt,  so  suweüen  auch  ^oa^.  Baimbaut 
d'Aurenga:  Ar  ai  gaug^  car  íesbronda*l  freis,  e  remanon  sol 


4)  Du  iÌiuilldieBleMit  tritt  grade  hier  allerdiDSt  sehr  ÌD  deo  Hinter^ 
grood  ;  Quam  »'auf  Mr  kam  rmol  gaug  m  $ntiâri  m»  «eme  qu'aa  d^a  far 

chtmso. 

%)  Das  auf  die  Liebe  bezogene  gaug  finilot  si(  h  hier  (was  Dalüriich 
beabsichtigt  isll  in  jedem  der  acht  Verse  der  Ictzlen  Strophe. 

5)  Freilich  luag  uuch  Rücksiebt  auf  den  Wohlltlang  bei  dieser  Abnei- 
gung der  Troobadonrs  gegen  die  genaanta  Wendung  mitgewirkt  baban. 


148 


{t  abrk,  e  U  amusltí  «n  lar  M  eiucus  de  auUar  no  w  frtc  (1^ 
$aU  uAerij  Bnlioli  67,  46).  — Dot  Amdfuok  ýnttý  4^e$ti€m 
•Sommerfreodet  ftiidel  sieh  bei  üc  Brunei:  S^l  colombet,  per 
§aug  ä^ettieu,  meseUm  hir  amorcê  torneif,  e  dujf  e  duff  f<m  htr 
donme^  {Ab  fiaier  reeep^  Hàoi  %  76). 

Es  bleibt  nooh  «fatfg  die  Bedeotiiiig  der  si  ob  inf  die  Religion 
betiebenden ,  durch  sie  berrorgendeMii  Frende.  lo  dieser  Be- 
deatvng  dürften  die  beiden  Wörter,  was  die  H]iiiflgkelt  des  6e* 
brauohes  betrifft)  sieh  gegenseitig  die  Wage  holten.  Aneh  sonst 
findet  im  Gebraneh  der  beiden  Wdrter  ini  religiösen  Sinne 
Uebereinsttninmng  statt,  namentlich  iras  die  Tefbindnng  mit 
gewissen  Adjektiven  anbetrifft.  So  findM  sich  der  Ansdmck 
gaug  entier  (se  jei  enHer,  e.  S.  439)  in  dem  »DooMialt  des 
Raimon  de  Gastelnon:  Qm  fermamens  vol  ereire  la  ereßenia 
elmfBi  erl  eeifnkor  ébeMÌTt  quem  gardamimanê$f  Òongasmrdm 
aura,  que  ioHempe  per  jaeee  H  dora  guug  entier^  &aikU  née  o 
ceve  (Suchier,  Denkmiler  S*  945,  V.  448).  —  Dem  Ansdrnok 
jtn  perpétuai  (oben  S.  438)  stellt  sich  gaug  eternal  snr  (Seite, 
weiche  Terbindnng  wir  in  einem  MarienlSede  von  Lanfrane 
Gl  gala  finden:  ^  queue  tterngmeree  querer  ^  glotioea  Maria, 
que  mi  deignet  tant  wUer  qu^euperwe  gardatM  eia  de  ioi  moi  en 
aqueet  ee^vemU,  deeUialf  em  dones  gaug  eternal  [Oi  maire, 
Raynonard  IT,  440].  —  Wie  tio  major  jeu  (vgl.  S.  440),  so 
dient  aneh  lUe  major  gaugti  snr  Beieiehnnng  derFreode  des 
Favadleses.  So  Qu  11  le  m  Angler:  Seth  Dieu  prec  que  febt 
trinüat  de  ee  me%ei»  en  deilndy  qu*d  eel,  on  /o  major  gaug»  es, 
meta  (arma  {Quaecui  pler,  Raynouard  IV,  48). 

Remeikenawerth  ist  die  Vetbindnng  gaug  tobrier,  die 
sich  der  in  Besng  anf  die  Liebe  gebrancliten:  joi  eebeiran  (vgl. 
S.  448)  mr  Seite  stellt.  Sie  findet  sich  bei  Bartolomen  Zorgi: 
Donee  laig  eentier  e$ù  cet  ^ab  kis  eaminaf  e  qui  pen»an  non 
wriUi  vié^etemal  et  gaug  eebrier  qv^a  eel  ^a  Deu  badina 
[Ben  ee  odreiga ,  Raynonard  lY,  460) .  Nicht  minder  interessant 
ist  die  Wendung  »Deu  s  es  gaugv,  die  eine  auffallende  lieber- 
emstimmung  mit  der  in  Besng  auf  die  Geliebte  gebrauchten 
•ilh  {ma  dmna)  eejoit^  (vgl.  S.  409)  se^t  und  einen  weiteren 
Beleg  für  die  froher  schon  (S.  4  39)  hervorgehobenen  Besiehungen 
Ewischen  der  religiösen  Dichtung  und  der  Liebespoesie  liefert. 
Jene  Wendung  findet  sieh  in  einem  Kreusliede  Raimbaut*s 
von  Yaqueiras:  Jfas  ton  not  /an  noilrs  pecoat  torbar  que 


Digitized  by  LiOOgle  • 


149 


mort  vivm  b  re  no  $ahon  quo;  pt^un  non  iatan  ŷtUhart  m  tan 
pro  qu*a  tm  placer  non  a^'  oiiire  |mor,  m  honon  f  tf*as  mtto 
non  i^afranha^  quar  eonl^tin  gaug  œl  plut  Hci  mit  corrotst;  nm 
DêUi  0t  ŷùusÊ,  per  qu^om  si  $mih*  m  eroU  (Era  poi  hom  eonoi»- 
ter,  Burtfloh  45). 

Endlich  eise  Bemerinmg  Uber  einen  Untersehied  iwMien 
den  beiden  Wörtern,  der  sieh  enf  alle  Anwei|diing9arten  der- 
selben erstreekt.  Joi  wird  -von  den  Tronbadours  inssersl  selten 
im  Plnral  gebraucht;  loh  kann  dafür  nur  die  folgenden  Bei* 
spiele  anfbhren,  von  denen  noch  dam  mehrere  auf  einem  Gopi- 
stenfehler  beruhen  können.  Ue  de  Saint  Giro:  Quo  farai 

doNce,  domna   ?  Que  farai  eu,  cui  terion  etgtai  tuit 

autre  Joi,  st  de  vot  no'lt  avia  {Tret  enemict,  Bartseh  157,  33). 

Polqnet  de  Marselha:  Er  non  aijog  d'amer  ninonPetper^ 
ni  aulree  niret  pot  td  eor  plater,  ans  mt  tembhn  tuŷ  autre 
joy  etmai  {S?al  cor  plaguet,  Mahn  I»  319).  —  Polqnet  de 
Bomans:  Que  ti  de  dumtar  vot  metekU:t,  ni-ut  donat%  aie- 
gratgoj  M»  diran:  Vot  etgfoltproat»,  ti  de  tot  m  joyt  [besser 
vroXi  tot  joy]  no  vot  layttatß  (Tbrnoto  et  em parn  de  vatoTj  Bay- 

nouard  IV,  4SSJ.  —  Bertran  de  Born:  el  nous  tempt 

 ,  fue^  adttigjoit  (B:  joy)  e  doutmrt  (i^oMU  e  fuoüiat^ 

Slbnming  S06}.^  Peire  Vidai:  t^omor  nerm  oonten;  perode 
mar  tra  kam  tonet  d^^nta  aiyua  doutta,  per  qu'eu  aie^eranta 
que  tent  e  yenht  — -  «7-  traira  joit  {Una  chanton,  Bartsch 
Ausg.  76;  bessere:  joi?)  —  Derselbe:  Per  qsíumiiitat»  oft 
ncor  don*  o  totz  autret  joit  takor  {Nub  kern  no's  pot^  Bartsch 
Ausg.  48  ;  joi  hier«  Anmuth,  Beisi).  ümgekArt  ist  die  Anwen- 
dung des  Plurals  von  gaug  sdir  hlufig,  namentlidi  bei  der  ellge* 
meinen  Bedeutung  des  Wertes  ;  weniger  bei  der  mit  der  Beligion 
Yerknttpften^);  nur  vereinselt  kommt  er  bei  der  anf  die  Liebe 
besUgUòhen  Bedeutung  vor.  Als  Beispiele  für  den  lelateren 
Pall  nenne  ieh:  Arnaut  de  Maroiii:  E-i  gaug  que  son  ab 
la  dolor  metcieU  fan  lapena  a  la  fin  (Mahn:  e  la  fan)  leu  parer 
{Tot  quani  teu  fauc,  Mahn  I,  466).  —  Pons  de  Gapdoill: 
Si  Mm  lot  gaugM^  rit  bet,  e  lat  finat  lausors,  ris  faits 

i{  Eia  Ueispiel  fur  den  Piural  in  dieser  letzteren  Anwendung  des 
Wortet  ist  »lof  gaueht  celtstialsm  in  Bartacli,  Denkmiller  S.  231, 
V.  10  (aus  d<m  Leben  der  beillgeD  Bnimia);  ein  ttbnliciies,  aus  der  Vida 

de  Sant  Honorât,  führt  Roynouard  (Lexique  Roman  s.  v.  Gauch)  ao. 

S)  D'Mii  Worte  ist  hier  ohne  Zweifel  die  Bedeotang  •Anmoth,  Lieb- 
reiz« zuzuiîprecben. 


150 


erU  dign  caries  d»  Mas  las  mslhors  volgiies  Dieus  M»  complir  en 
una  solamm\  saAer  eug  wramen  que  selha  eut  dexir  n'agira  mais 
per  un  cen  (Liedanfang,  MahD  I,  346,  Napolski  S.  W,* 

Dieser  Unteraclitol  im  Gebnuche  der  beiden  WOrter  beruht 
vor  aliem  darauf,  dass  joi  des  eîgenllielie  Wort  für  die  auf  der 
Liebe  bembende  Prende,  (jaity  dagegen  dasjenige  für  die Fkeude 
im  allgemeineii  Sinne  ist,  wobei  eine  Beiiebung  aaf  btfhere 
LebensmUehte  feUL  Denn  jene  Prende  wird  als  Ein  ^VMses> 
den  Mensehen  erfffllendei  Geftlhl  au^efoaat,  wob«  einiekie 
Umeben  ninAehat  niebl  in  Betraobi  kommen;  diese  iettteren 
dagegen  sind  es  gerade,  die  bei  der  angegebenen  dnndi  gauy 
ausgedruckten  Bedeutung  gern  !n*s  Bewusstsein  treten  und  da- 
her die  spracbHehe  Beieichnung  der  Vielheit,  den  Plural,  for- 
dem:  der  Einen  und  untheilbaren  Pkreude,  welche  dureh  die 
Liebe  erregt  wird,  stehen  so  die  einielnen  Preuden  des  Lebens 
gegenüber. 

Nachdem  wir  die  Bedeutung  und  die  Gebrauchsweise  von 
joi  sowie  seiner  Mitbewerber  jof,  jaia  und  gaug  kennen  gelemi, 
werfen  wir  sum  Schluss  noob  einen  Blick  auf  die  Form  dieser 
Wdrter.  Ich  stelle  hier  yaug  voran,  da  diese  Form  sieh  am  leich- 
testen aus  dem  lateinisehen  Grundwort,  goiudiunif  herieiten  lasst: 
sie  seigt  die  im  Provenaalischen  lautgesetsliohe  Eibaltung  des 
lateinischen  Bfphthongs  au  ;  femer  die  Entwiekelung  eines  durch 
ŷ  beseiohneten  palatalen  Zischlautes  >}  ans  lat.  di  +  Voe,,  wie 
s.  B.  rag  =  radium,  . 

Weniger  einfiich  erscheint  die  Erklürung  der  Formen  joi 
und  jat.  Beide  seigen  eine  Entwiekelung,  die  in  der  Behandlung 
einmal  des  anlautenden  Gonsonanten,  dann  des  Biphthongs  a», 
endlich  der  Gombination  eii+  Voe,  von  der  bei  gaug  beobach- 
teten Lantentwickelung  durchaus  abweii&t.  ZunHchst  entwickelte 
sich  hier  aus  lat.  g  +  a  der  durch  /  beseiehnete  palatale  Zisch- 
laut, was  im  Provenialischen  YerhSlilnÌBsmilasÌg  scltèn  geschieht, 
so  in  dem  stammverwandten /ot^tr    ^otidsre  besw.  *gaudn'e. 


i)  Hier,  im  Auslaut,  des  »charfeu,  daher  aucli  die  Schreibung  gauck. 
Das  ebenfalls  TorkommMidle,  von  Rayaouard  nlebt  anfgefttbrte  gata  (so 
Dnu  «f  goMM  Id  der  S.  4  48  geoanoten  Stelle  ;  gleichbedeutend  ist  die  Schrei^ 

hnn^  gautz  ]  zu  fier  Schreibung  gaug%  vgl.  Diez  Gr.  1^  S.  415'  ist  ein«'  dia- 
lektische Nelx'iifitrm  \on  gaug.  Mit  Unrecht  dacpgen  fiiiirt  Kayuouard  ;iurli 
die  Form  gaut  auf,  die  er  vermuthlicii  aus  dem  von  ihm  angeführten  »df 
UroWar  ceifsUatn  (Vida  de  S.  Honorai}  xu  folgern  sich  berechtigt  geglanbt  hat.  i 


Digitized  by  LiOOglc  i 


151 


W;is  (hijiii  [i(  h.didhing  der  Combiiiulitni  (// -L-  \'nr  aniaii};!, 
su  Vv'LLi  hier  aiiütatl  der  1  in! w  ickelong  eines  palataieii  /isctilantrs 
(wodurch,  mît  tlbelklin^eiidcr  Wiederholung  dieses  Lautes.  ' jauíf 
(spr.  (/iiiif)  rntst  infìtMi  wJIrci  der  Abfall  von  d  vor,  in  Folge 
dessen  /  sieli  innig  mit  dem  vorausgehenden  Voeal  verband'}. 
llirrdtiFi  Ii  (  rkl.trl  sich  nun  auch  die  zunächst  l)efreuidUche  Be- 
liamiliiiiL:  des  lai.  (tu^  weicher  Diphthong  ja  nach  dem  allge- 
gemeinen,  bei  fftiug  befolgten  ]ìr<>vf»n7;f!isc]irn  Lautgesetz  er- 
halten bleibt.  Denn  durch  die  soeben  angegebene  lautiieiie 
EntvvickeliinL'  des  iat.  di  4-  l  wHre  bei  Anwendunii  jenes 
Gesetzes  die  iurm  *jaui  entstand  in.  welche  die  Sprache  2U  ver- 
meîdrti  suchen  musstc,  aus  di m  <  infachen  Grunde,  weil  ein 
TripliiJiíinu  ni/f  ihr  unbekannl  ist,  Sie  umging  eine  solche 
bütlung,  indem  sie  einerseits,  jenem  Gesetze  entgegen .  nn  in  o 
ätusamiuenzoiz,  was  sonst  im  l'rfìvciìzjdischen  nur  ganz  vereinzelt 
sieh  findet "-^l,  andererseits  j(  lu  fi  I  hjilillionL'  durch  Abfall  des  u 
zu  a  verkürzte,  t  im  Erschi  iiiu hlì -  ilie  sich  im  Proveuzalischen 
auch  sonst  zuweilen  findet.  S  >  in  tu(i<t  [{\r  auula  [got.  haunüha). 
Dies  Wort  ist  hier  besonders  bcnn  rkenswerth ,  weil  es  das  un- 
beijueuj  gewordene  un  îmf  dit  st  llic  zw  iefache  Weise  vereinfacht 
wie  dies  bei  dem  Abkninmiiug  des  Iat.  ffdiuliiim  der  Fall  ist: 
einei^f  its.  wie  in  ////.  durch  VcrkUrzuuL!  zu  «,  daher  anta; 
andercrsrits .  wie  in  joij  durch  Einsetzung  von  o,  daher  ontn 
(ziemlich  .sf  lien,  /.  B.,  im  Reim,  bei  Guillein  Figueiru,  Trutz- 
lied gegen  Uom,  Lev\  il  ;  Barthch  204,  8).  [Hier  eine  iH'iUiufige 
Frage,  die  sich  auf  die  Verschiedenheit  der  centralfran/.osischen 
und  der  nordostfrz.  Behandlung  lateiniscl>er  Ferlektformen 
wie  plficm  bezieht,  wortiber  Suchier  Zrilsdir.  II,  255  ff. 
und  spater  ^euuiauu  Zeitschr.  VUl.  361)  Ü.  gehandelt  haben. 
Sollte  nicht  diese  Verschiedenheit  und  namentlich  die  verschie- 
dene Behandlung  des  Iat.  auslautenden  /,  die  Neumann  elxMidort 
S.  370  auf  Siii/  i  II  iH  tik  zurttckführen  will,  sich  einfach  (iadurch 
orklUren,  dass  die  beiden  Dialekten  gemeinsame  Abneigung  gegen 
den  Triphtbong  aiit(dieseibe,  die  auch  bei  pruv.joi  und  jai  gewirkt 


4 1  Wie  1d  rot  B  radium,  eloer  Nebeafonn  von  rag,  wie/oi  von  gaug, 
t)  Diez  Gr.     s.  171  verzeichnet  uusser  nnserem  Worte  nur  dai  ton- 
lose n  =  !nt.  nui  und  eoa*^tau4a,  wonebM  «bor  «chon  im  Lai.  die  Form 

coäa  bestand. 

I8S».  41 


Digitized  by  Google 


152 


hat)  aieh,  ihfem  Laotebiinikter  gemSsa,  veraohieden  betiiStigte? 
Ich  denke  mir  den  Hergang  folgonderinassen  :  I»t.  placni  ergab 
zunëcbat  eine  Mittelform  *fitMÌj  daraus  ira  GentniUn./»^',  durch 
Zusammenziehiing  von  au  in  o.  Das  Nordostfrz.  verwarf  diese 
Behandhingswoise ,  weil  sie  seiner  Vorliebe  fttr  den  Diphthong 
au  widiTSi»!  i<  lif  :  os  bphîeit  dtVscn  Diphthong  bei.  sah  sich  dann 
aber,  zur  Vcnutidiiiiii  jenes  Tripliiliofigs ,  genolhigt,  das  aus- 
lautende lat.  /  fííilen  /u  lassen,  sodass  die  Form  plau  entstand]. 
—  Diez  Gr.  a.  a.  ü.  meint,  joy  sei  vielleicht  franzusiächer  Her- 
konlt  Diese  Âniiahme  iai  meinea  EraebleiiB  entaelitedMi  ab- 
inweiaen.  Sie  iat  sowohl,  naob  dem  hier  vorgetragenen,  Über- 
flflaaig,  ala  aneh  imwahraebeiniicb,  lelaCerea»  wéQ  nioht  an- 
xonehmen  ist,  dass  die  Provenzalen  den  hemoliendea  Ana« 
dmek  fttr  einen  Begriff,  der  in  ihrer  höfischen  Lyrik  eine  so 
hervorragende  Bolle  spielt,  dem  Französischen  entlehnt  hiii)en 
sollten;  h;\\  àiwh  ihre  höfische  Lyrik  s^'br  entschieden  auf  dic- 
jeiíisí!  der  I  ranzüsen  eîiiiiewirkt,  aber  nicht  umgekehrt.  Auch 
wäre  hei  jener  Annahuu  nicht  abzusehen,  wanini  die  pro- 
N(  ii/aiiseho  Sprache  das  ücschleoht  des  frz.  jme  geändert 
haben  sollte. 

Dies  Nebeneinanderbestehen  dreier,  von  gaudium  abstam- 
menden Wortfonnen:  gaug,  joi^  jai  wird  sich  am  besten  dnreh 
die  Annahme  erUSren,  das«  diese  Formen  nrqprnDgUeh  dblek« 
tisehe,  d.  h.  drei  verschiedenen  provensalischen  Dialekten  enge« 

htirige  waren,  imd  dass  sie  von  da  ans  in  die  Dichtersprache  der 
Troubadours  aufgenommen  wurden,  die  ja  eine  tlbcr  den 
Dialekten  sti'hende.  jedoch  auf  dieselben  sich  stützende,  aus 
ihnen  sich  ergänzende  Schriflsj)rache  darslelll.  Dab*M*  ist  als 
wahrscheinlich  anzunehmen,  dass  jedes  dieser  drei  Wörter  dort, 
wo  es  ursprtinglich  wurzelte,  im  heimischen  Dialekt,  die  allge- 
meine Bedeutung  der  Freude  hatte,  und  dass  erst  mit  ihrer  Auf- 
nahme in  die  Spradie  der  Tronbadonrs  hierin  eine  Aenderung 
eintrat.  Dieselben  empfanden  daa  Bedarfiaiaa  nach  einem  Werte, 
das,  wenn  auch  der  allgemeinen  Bedeutung  ftlhig,  dooh  beson- 
ders daxu  bestimmt  sein  sollte,  die  edleren  und  höheren  Arten 
der  Freude  zu  bezeichnen,  darunter  namentlich  diejcnige.  von 
der  ihre  Lieder  wiederhallten ,  die  der  Liebe.  Diese  Aufgabe 
übertrug  man  jni.  Dem  pegcntlber  wurde  gnug  Uauplvertreter 
(1er  alltierneinen  liedeiilunj;,  wohei  jedoch  die  Beziehung  auf  die 
Liebe  keineswegs  ausgeschlossen  ist:  dieselbe  findet  sich,  wie 


Digitized  by  Google 


  153   

wir  öosfhfn  HíiIhíii,  oft  {icniiii'  .  Hvì  dieser  Vorwf ndiing  son 
i/tiìn(f  iüi  /<//.  ií\\i  Rozug  auf  (lie  Liehe,  scheint  in  der  Hejicl  nur 
(lichtoriächü  Wiiikür,  liau])lsUclilicb  aber  wul  das  Streiten  Hiass- 
gebend  gewesen  zu  sein,  jof,  dessen  Be^ïïia  denLiebeslÌedeni 
fortwährend  wiederkehrt^  nicht  allxa  oft  sn  wiederiiolen  (vgl. 
Sb  446).  Ein  metrischer  Grand  liegt  nicht  vor,  denn  ebenso  wie 
/01  (vgl.  S.  US)  wird  ench  gaug  von  den  Troubadours  im  Reime 
nicht  verwandt.  Dagegen  liegt  w  ahrsdieinlich  gerade  ein  solcher 
Grund  für  die  (ziemlich  seltene]  Verwendung  von  jai  vor,  wie 
frtther  sehon  (S.  142)  bemerkt  worden  ist. 

Was  endlich  yom  Im  tri  Iii,  erklärt  sich  diese  Form  aus  dem 
lat  PI.  gaudia  in  derselben  Weise,  \vie  ,/o/  aus  ffdudium'^),  und  ist 
demselben  Dialekt  wie  dies  entsprossen.  Ftlr  ihre  Verwendung 
in  den  Liedern  der  Truubadours  aber  wird,  ähnlich  wie  bei  jai, 
baupt8«ehlieh  die  Rttoksicht  auf  Reim  oder  Versmasa  entschei- 
dend gewesen  sein. 


Nnehtrag. 

Erst  nach  Vollendun{j:  dieser  .\iihandluntz  uing  mir  Thomas' 
Ausgabe  Bertrans  von  Rorn  zu  {Poésies  complètes,  Toulouse  I  N><.H, 
in  :  Bibliothèque  méridionale,  série,  1. 1} .  Von  den  Besscrungs- 
vorschlUgen,  die  ich  zu  einzelnen  Stellen  Bertrans  im  Laufe  der 
Arbeil  gemacht  habe,  stimmen  swei  mit  der  Lesung  dieser  Ans- 
gabe  ttbereiui  die  leider  des  teztkritisehen  Apparates  und  text- 
krittseber  Anmerkungen  g^nslioh  ermangelt:  1)  oben  S.  1 07,  aus: 
S'abrils  e  fuolhus,  Thomas  H  8  ;  2]  oben  S.  i  22, aus:  Cel  qui  eamjd, 
Thomas  146.  An  iwei  andern  Stellen  dagegen  weiche  ich  jiuch 


V  Wo  joi  und  ffattf}  neben  einander,  beide  in  Bezug  auf  die  Liebe, 
fAbnuctil  werden,  zeigt  sich  mehrfach,  das»,  dem  letzteren  gegen ühe r,  jot 
•1t  BetoichDODg  der  grdsieren,  ttilrlrar  wirkenden  Frende  gill.  So  in  einer 
Tenzone  zwischen  eineoi  Grafen  und  Giraldon,  wo  die  Krage,  oh 
»jazer»  oder  »rir'  e  bnixar<  in  der  hichc  vorzuziehen  sei,  erörtert  wird,  Gi- 
raldon itu!»i»crt:  Car  a  cel  Joi  non  pren  negun  egansa,  qui  ah  sidons  pot  tota 
WÊOUjaMêr^  ni  non  vueM  omt gau%  ni  floMvr  firfconlro  90  ftá  wMa  ét- 
firttma  [En  Giraldon,  Suchier,  DenkoiSler  1,8.  S84). 

S)  Dbss  in  joia  das  i  nicht  et\va  den  pnlntalen  Zischlaut  bezeichnet, 
sondern  gesprochen  wird  wie  j  im  gegenwürtigen  ilal.  |^a,  zeigt  schon 
der  Uflutoed,  da»  dtfttr  auch  y  seBCbrieben  wird  :  joya. 


Digitized  by  Google 


  154   

» 

von  HMHiia»  ab  :  4  )  oben  S.  1 aus  :  Quan  la  nmìelia  /fort,  Tbomas 
59;  der  jongiste  Heratwgeber  aehihm  atefa  in  der  AuflwattQg 
der  8lelle  an  SliramiDg  an  nnd  aetet  nur  atati  aiifiiif  :  Iroaiei 
in  den  Text;  fi)  oben  &  134,  aua:  SVièrtlf  e  /mlkat,  w- 
selbst  Hmnaa  (S.  149)  die  von  mir  angefe Alane  Leaarl  Sllni- 
niÌDg%  vahrSf  beibehlllL 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


DIE  FLEXION  DBS  VOKATIVS  IM 
ALlFRANZÖSliSOHEN  UND 
PROVËNZALIS0HEN. 


INSSERTATIO  INAU6URAUS 

AD  8UMM0S  LK  PUiLOSOPHlA  HONORES 

AB 

AMFLlbtíiMO  FHILOSOPUOKÜM  OHDINK 

IN 

ACADEMIA  FHIDEKiCiÄNA  HALßNSI 
CUM  V1T£B£RG£NSI  CONSOOIATA 

SCRIPSIY 

ALB£BTUS  BEYER 


UALiâ  SAXONUM 

FOBMX8  DBS08IP8IT  B.  KASKAS. 
MDCCCLXXXm. 


Digitized  by  LiüOgl( 


Separat-Abdnck  ans  der  Zeitschrift  far  roouuûsche  Philologie,  Band  VII. 


Digitized  by  GoogI 


I 

i 


^  I.   Einleitniig.    Eine  in  der  Gesckkhte  der  nordwest* 

roroanisclirii  Deklination  noch  nicht  hinlfinghch  erörterte  Frage  ist 
die  nach  der  Flexion  des  Vokatixs.  Man  n :.bm  allgemein  still- 
schweigend an,  seino  l  lexion  gliche  entweder  der  des  Nominativ«?, 
oder  sie  stimme  mit  dem  Accusativ  überein,  d.  h.  der  Vokativ 
Singularis  habe  bald  dn  flexiviaches  bald  nicht.  So  stellt  Bartsch» 
ehrest  de  l'anc.  fraaç.'  S.  503  und  Chrest  prov.*  S.  424  die  Regel 
auf:  'Lc  vocatif  sinn^ulier  tantôt  a,  tantôt  n'a  pas  s'.  Burguy  Gram- 
maire I  97  bemerkt:  'Le  vocatif  avee  le  s  de  ilexioii  est  trrs  ordi- 
naire, mais  les  exemples  où  il  ne  Ta  pas,  sout  tout  ausî«i  nombreux. 
Les  eaiceptions  à  la  règle  proviennent  sans  doute  de  Ph^uence 
qo'exerça  la  fonne  latine  de  ce  cas,  à  laquelle  on  remonta  au 
XlIIc  siècle.'  Dasselbe  sagt  Mätzn«  r  Franz.  Gram.  S.  362.  Auch 
Diez  Gram.  IP  42  und  51  erwiilmt  die  unsichere  Flexion  des  Vo- 
kativs. Gaston  Paris  in  der  Einleitung  icur  Vie  de  Saint  Alexis 
S.  107  ff.  sagt:  'Une  question  qui  n'est  pas  encore  bien  résolue 
dans  rétude  de  l'ancienne  déclinaison  française  est  cdie  qui  con^ 
cerne  le  vocatif  des  mots  qui  appartenaient  à  la  2«  déclinaison 
latine.  I^c  vocatif  de  c<s  mots  se  rapprochait  par  sa  forme  non 
pas  du  nominatif,  mais  des  ras  nliliques  (dominus  —  domine) 
puisqu'il  n'avait  pas  d's.  D'autre  part,  une  distinction  aussi  fine 
que  cdie  du  nominatif  et  du  vocatif  devait  échapper  ä  une  langue 
qui  avait  si  considérablement  restreint  la  déclinaison,  et  rasstmilation 
de  ces  deux  cas  était  d'autant  plus  naturelle  que  dans  la  l'c  et  la 
3e  déclinaison  ils  ne  différaient  \y,i^.  Aussi  voit-on  dans  les  anciens 
textes  fraiivai.-.  le  vocatif  traité  untòl  comme  un  cas  oblique  d'après 
l'étymologie,  tantôt  comme  le  nominatif  traprès  l'analogie,  c'est-à- 
dire  tantôt  privé,  tantôt  pourvu  dV 

Lebinski,  der  in  seiner  Abhandlung:  Die  Flexion  der  Suli- 
stanti\ a  in  dt-r  öil-Sprache  (Breslauer  Diss.  1878),  die  Xorainal- 
flexion  der  altfran/.  Denkmäler  bis  zu  Ende  des  u.  Jahrh.  dar- 
gelegt hat,  hat  es  leider  x  ersäumt,  die  Frage  nach  dem  Vokativ  zu 
beleuchten. 

Zuletzt  hat  sich  mit  unserem  Gegenstand  beschtlftigt  Kosch* 
Urfts  in  Böhmers  Rom.  Stud.  III  493  ff.  Er  hat  den  Versuch  ge- 
macht, eine  Regel  aufzustellen,  allerdings  mit  weniji  Gliick.  in 
seiner  Abhandlung:  'Ueber  den  Vocativ  in  den  ältesten  franzos. 


Digitized  by  Google 


4 


Denkmälern'  untersucht  er  nämlicli  die  Vokative  in  der  Passion, 
im  Alexius  und  im  Oxforder  Roland,  wiMch'  letztere  in  anglonor- 
raannisrhen  Handschriften  überliefert  -ind.  Da  Knsrhwitz  keine 
niederen  Fexte  zu  Rate  gezogen  liât,  als  die  von  einem  Provenzalen 
ge&.^Ü«rieb«i«  ^ssion  und  solche,  die  den  Aocnsatív  als  NominAtiv 
gebrauchen,  so  mufste  seine  Untersuchung  zu  unhattbaren  Resul- 
taten führen. 

§  2.  Entstehung  des  Vokativs.  Ehe  wir  in  die  Frage 
über  die  Behandlung  des  Vokativs  in  den  attfranz.  tmd  prov(»nz. 
Texten  näher  eintreten,  müssen  wir  uns  über  die  Entstehung  dfs 
Vokativs  klar  machen,  ob  derselbe  aus  dem  lat  Vok.  entstanden 
ist  oder  nicht  Formen  unterscheiden  sidi  der  Vok.  vom  Nom. 
und  AcC  un  I..ateinischen  nur  in  der  II.  Deklination  der  Masc.  Sgl. 
auf  -f/t,  und  dipsc  Dcl:liii;iti(ni  wird  tlaher  beim  Ubergani;  ins 
Ktimanisrhe  tmser  besonderes  liitcre«;«;^  in  Anspruch  nehmen.'  Durch 
seine  Endung  -<r  kam  der  iat.  Vok.  dem  Acc  selu:  nahe.  So  hatte 
mundus  im  Aitlranx.  imiiis,  mundum  »  mmt/  und  munde  »  mant 
ergeben  müssen.  Ein  Bedenken  gegen  das  völlige  Aufgeben  des 
lat.  Vok.  in  dieser  Klasse  könnte  man  haben  bei  Wörtern,  die  im 
Nom.  Sgl.  auf  -eus  aiisgeh»^n,  wie  amicu««,  jorus,  locus,  caecus  etr. 
Der  Nom.  .Sgl.  amicus  mulste  altfranz.  amts  geben,  der  Acc.  amicum 
gab  mit  Ausfall  des  gutturalen  c  altfranz.  anii.  Wie  verhielt  sich 
aber  der  Vokativ  mmcei 

Wir  sind  gewöhnt,  in  diesem  Vokativ  daâ^  c  als  Sibilant  zu 
sprechen  *,  und  insofern  müfsle  die  lautgesetzliche  Form  amis  sein. 
Y.s  wäre  also  schrinl>ar  der  franz.  Vok.  Sgl.  amts  ein  I\e>t  dps  !at. 
Vuk.  umice;  wofür  man  als  Analogon  em  Beispiel  aus  der  V'erUal- 
flexion  anßhren  könnte,  indem  ein  fecisti  mit  Velar  die  frans.  Form 

dagegen  ein  fecisti  mit  .Sibilant  die  Form  /t'sù  ergab.'  Doch 
ist  ein  solches  Fortbestehen  des  lat.  Vokativs  nicht  anzunehmen, 
was  schon  die  Form  des  Nom.  l*!iir.  lehrt.  Ein  lat.  amici  mit  assi- 
biliertem  c  hätte  ebenso  notwendig  amts  ergeben  müssen,  und  doch 
finden  wir  seit  den  ältesten  Zeiten  im  Frans,  die  Form  «su*  ÌÛr 
den  Nom*  und  Vok.  Flur.  Man  assimilierte  eben  diese  Klasse  den 
übrigen  Wörtern  auf  -f^.  Da  in  den  übrigen  Dddinationen  nur 
ein  casus  für  Nom.  und  Vok.  vorhanden  war,  so  hepinflufste  dieser 
Umstand  di«í  II.  lat.  Deklination  und  man  gebraucht  auch  in  dies.  r 
die  Form  des  Nominativs  für  den  Vokativ.  Die  ältesten  Iran/. 
Dmkmäler  xeigen  die  Nominativform  fSr  den  Vokativ  verwendet 

*  Obrif^m  findet  sieb  «cbon  im  Lat.  der  Nom.  fQr  den  Voc  in  frfiber 

Zeit  ifhr.mcht  bei  «»-Stämmen.  Sich»'  F  P.iicheler,  rrruiulri^-  der  lat.  Deel. 
2.  Aufiage.  Bonn  ÌÛ79.  H.  43,  wu  neben  PlaatUH  Asinaria  664  auch  Hör. 
cann.  I  2,4)  und  Livim  I  24, 7  al«  Belege  anj^ef&brt  wenlen.  Vgl.  «oeb  Neue 
Lat  Formpnirhrr  S.  78  fT. 

*  Wie      ja  auch  zur  Zeit  der  ällcslcn  allfr/..  Texte  jjcsprochen  wurde. 
['  Diese  Behauptung  Hifsl  unbeachtet,   dafs  iotervok.  c  vor  Palatalvokat 

nirhî  schwindet,  /rts  analogisiert  sein  kann  und  amiee  tind  fecisti  nicht  ton* 
gleich  sind.  G.] 


Digitized  by  Google 


5 


Als  man  seit  Ende  des  1 2.  Jahrh.  anfing,  die  Nurninativibnu  durch 
den  Accusativ  zu  ersetzen,  was  im  Anglononnannischen  schon  in 
den  Werken  Thafins  imd  im  Brandan  geschieht,  verfiel  natOriich 
auch  der  vokativische  Nominativ  diesem  Verfahren,  und  so  kann  es 
iiiclil  auffallen,  wenn  wir  in  diusrr  l '1  tergangsseit  bald  Nom«.  bald 
Acc.  für  den  Vokativ  gebraucht  fiiulen. 

3.  Da  c<5  sich  hei  der  I  rage,  ob  ein  Autor  den  Nom.  oder 
den  Acc.  für  den  Vokativ  gebrauchte,  meist  um  das  tlexiviscbe  s 
handelt,  so  sind  nur  solche  Werke  mafsgebend,  in  denen  die 
Nominalflexion  streng  durchgeführt  ist.  Daher  sind  aussttscfaliefeai 
die  Chanson  de  Roland  und  überhaupt  die  anglonorraannische 
Litterattir,  da  im  Anglonormannischcn  schon  in  den  ältesten  Dcnk- 
mäleru  die  Verjüngung  der  regelmä,rsigen  Flexion,  das  iiestreben,  den 
Nom.  durch  den  Acc.  zu  ersetxen  —  welches  hundert  Jahr  später 
auch  auf  dem  Kontinent  einrifs  —  wahrsunehmen  ist  In  anglo- 
nonnannischen Denkmale  rn  kann  man  daher  keinen  Aufschlufs 
finden  ül'cr  die  Frage,  ob  die  Nominativ-  oder  die  Accusativ-Form 
für  den  Vokativ  i^ebraucht  ward.  Gasion  Paris  erkennt  darin,  dafs 
in  den  altlraijü.  Texten  sowohl  die  Nominativiorm  als  auch  die 
Accusativfoim,  die  sich  lautgesetzlich  wenigstens  teilweûe  aus  dem 
lateinischen  Vokativ  hätte  ergeben  müssen,  gebraucht  wird,  ein 
Fortbestehen  aes  lateinischen  Vokativs.  Böhmer  und  Müller  in 
ihren  Ausg^aben  der  Chanson  de  Roland  setzen  durchweq'  für  den 
Vokativ  die  Form  des  Nominativs  ein.  Gautier  in  seiner  Koland- 
ausgabe setxt  im  allgemeinen  d«n  Vokativ  mit  fleidvtedMsm  1,  wo 
s  ihm  auch  im  Lateinischen  ankommt,  und  ohne  wo  auch  der 
lat  Vok.  keins  besitzt 

L  ALTFRANZÛSlSCa 

§  4.  Von  Denkmälern  vor  dem  .\uftreten  des  reinen  Reims 
kommt  bei  unserer  Frage  nur  der  Alexin«^  in  Betracht,  das  älteste 
normannische  Denkmal  des  Kontinents;  denn  in  den  Kiden,  der 
Eulalia,  dem  Jonasfragment  und  im  Lcodegar  begegnet  uns  kein 
Vokativ  und  die  stark  provcnzalischen  Elnflufs  zeigende  Passion, 
in  der  wir  Vokative  in  der  Form  des  Nom.  finden,  wird  unten 
bei  Besprechung  der  provenzalischen  Dmlinäler  zu  behandeln  sein. 

Von  späteren  Denkmälern  sind  hauptsächlich  die  poetischen 
in  Betracht  zu  ziehen,  speziell  tlie  reimenden.  Auch  Metrum 
und  Assonanz  lassen  unter  Umständen  erkcimcn,  ob  ein  Dichter 
för  den  Vokativ  den  Nom.  oder  Acc.  gebrauchte.  So  besonders 
bei  den  Substantiven  III.  romanischer  Deklination.  Die  Silben/.ahl 
konstatiert  dann  itiit  Cewifsheit  den  Sprachgebrauch  des  Dichters, 
ob  er  z.  B.  her  oder  baron,  emptr  -rr  oder  onpereor  brauchte  etc.  Das 
,  Hauptmittel,  wodurch  wir  die  Sprache  eines  Dichters  kennen  lernen, 
ist  der  Reim,  und  nirgends  täfst  sich  die  Fessel,  die  der  Reim  dem 
Dichter  auferlegte,  besser  wahrnehmen,  ^s  in  der  Nominalflexion. 
Doch  stofsen  wir  auch  hierbei  auf  nicht  geringe  Schwierigkeit^. 


Digitized  by  Google 


f 


6 

Zunäch.st  korointu  in  den  eínzelmn  T«  xten  nur  sehr  wenig  be- 
\veis<inde  Vokativ<r  ira  Reiiuo  vor,  denn  auf  die  im  Innern  des 
Verses  vnrknraraenden  Vokative  ist  wenig  Gewicht  zu  legen,  da 
ihre  Flexion  häufig  eioe  willkürliche  ist. 

Im  Roman  de  Rou,  Teil  10,  ed.  Andreren,  findet  man  ttnter 
1 1502  Verseil  mir  8  verschiedene  Vokative  Im  Reim,  darunter  zw  i  i 
Kigennamen,  die  nichts  beweisen.  In  der  Kimhk  lironik  <if^  Philipp 
Mouskel  haben  wir  unter  ca.  1 2CXX)  Versen  nur  9  gesicherte  Voka- 
tive.   In  beiden  Texten  ist  kein  eiruiger  Vok.  fem.  11.  Dekl. 

Wir  haben  auch  Vokative  im  Reim,  welche  nichts  beweisen. 
Wenn  u  ir  z.  T?.  zwei  Vokative  von  Wörtern  derselben  Art  mit  einander 
reimend  tiiick  11,  so  können  wir  nicht  wissen,  ol)  z.  H.  das  flexivische 
s  dem  Dichter  oder  dem  Schreiber  angehört,  denn  Wörter  der- 
selben grammatischen  Form  köimcn  einander  nicht  ah  Stfitse 
dienen. 

Am  strengsten  erscheint  in  der  Durchführung  der  Nominal- 
flexion Christi;in  von  Trovf  s.  Leider  besit/cii  wir  i\ur  vom  Chevalier 
au  lyon  eine  genügende  Aufgabe  von  Holland,  im  Qk:v.  au  lyon 
finden  wir  selten  Verstôfse  gegen  die  Nominalfleidon ,  so  v.  2828 
stdvagi  statt  sahages.  Im  Krec  und  im  Roman  de  la  Charrete  da- 
gegen begegnen  solche  Verst<)fsc  häufiger,  es  Steht  öfter  im  Reim 
der  Accusativ  für  den  Nominativ. 

Noch  unsicherer  in  der  Behandlung  der  Flexion  im  Keim  uud 
also  auch  in  der  Form  des  Vokativs,  sind  Werke  wie  Flore  und 
lîlanceflor,  und  Jean  BodeU  Chanson  des  .Saxons.  In  ersterem 
Text  weifst  Andrcsen  in  seiner  Schrift:  'Kinthifs  voti  Metrum, 
Assonanz  und  Keim  auf  die  Sprache  der  aitfranz.  Dichter*  (Bonner 
Diss.  1874)  im  Versiimeru  nur  zwei  Verstöfse  gegen  die  Nominal- 
flexion  nad),  nn  Reim  dagegen  ca.  40,  wo  abo  der  Accusativ  für 
den  Nonimativ  steht;  in  <Kt  Chanson  des  Saxons  sogar  120  Ver- 
stôfse. Der  sonst  zietnlii  Ii  kiirrHctc  Trichter  des  Veilohenromans 
Ulbert  de  Montrcuil  lüist  úianchmal  liexivisches  s  im  Keime  bei 
Wörtern  auf  unbetontes  é  iàllen,  und  in  einigen  Fällen  setzt  er  den 
Accusativ  för  den  Nominativ,  so  k  rot  ffir  K  rds  v.  lOt  recremU  für 
reereans  v.  101  etc. 

Andreren  n.  a.  O.  beint  rkt,  <lafs  Srhreihor,  um  den  Versausgang 
gleich  zu  machen,  nach  Belieben  ein  s  weggestrichen  oder  ein 
solches  hinittfügten,  also  den  kcc  fiir  den  Nom.  gebrauchten  und  1 
umgekehrt  Indessen  darf  eine  Einwirkung  des  K(  imes  nur  dann 
vermutet  werden .  wenn  der  Dichter  hinsichtlich  der  Nooiinalfleadon 
sich  sonst  einer  gewissen  Korrektheit  licfleiMîrt. 

Zu  bemerken  ist  noch,  dafs  der  Vokativ  liäuiig  von  attributiven 
Bestimmtmgen,  wie  Artikel,  Adjectiva,  Fron.  poss.  begleitet  ist,  die 
in  manchen  Fällen  die  Frag«-  nach  der  Flexitm  des  Vokativs  ent^ 
scheiden  hclfrn.  Der  Umstand,  dafs  wir  tien  Artikel  bei  Appi^llativen  ^ 
im  Vokativ  vorhnden,  hat  nichts  AuflalU^mles,  sondern  ist  in  den 
romanischen  Sprachen  eine  sehr  gewöhnliche  Krscheinung.  Hier 
hat  der  Artikel  noch  seine  ursprüngliche  demonstrative  Bedeutung 


Digitized  by  Google 


7 


aie»  Das  Italienische  set^  quel  %,  B.  ýttr/  gimmtu!  Hel  junger 
Mann!  Diez  Gramm.  IIP  23  hat  den  Ftuikt  herährt 

Auch  im  NcufranznMsi  h(  n,  besonders  in  VolksUedem,  finden 

wir  Vokative  mit  Artik»  I  Ii  iulig. 

5^5.  I.  Deklination  der  Feminina.  Dieselbe  bielel  keine 
Schwierigkeit  dar.  Es  wird  eben  nur  Singular  von  Plural  unter- 
schieden; in  jedem  Numerus  giebt  es  nur  eine  Fonn  Elf  alle 
Casus,  also  auch  für  den  Vokativ.    So  schon  in  den  ältesten  Texten: 

Vok.  l'lur.  ßl/üs  Passion  òóa. 

Vok.  Sing.  Alexius:  ỳukeìe  14a,  danu  30c,  bek  Jmlurt  97 a« 

nure  89  a. 

$  6.   Q.  Dekl.  der  Feminina.   Bei  den  koosonantisdi  au»* 

hüllenden  Femininis  handelt  es  sich  iiauptsächlich  darum,  ob  die- 
selben im  Vok.,  resp.  Nora.  Sing,  ein  s  annehmen.  Vgl.  hierzu 
Keimprrdii^t  S.  XXXIV.  Vor  VVace  ist  kein  s  zu  belegen.  Im 
Alexius  kommen  auf  10  Nom.  Sing.  Fem.  ohne  s  nur  einer  mit  #: 
fins  58  d;  vom  Hrsg.  in  fin  geändert  In  der  Passion  haben  wir 
allerdiDgB  ca.  10  weibl.  Nom.  Sng.  mit  doch  ist  dies  proven- 
xalisdler  Einflufs.  In  den  ältesten  Texten  des  Prov.  findet  sich 
di»»s  s  bereits  vor.  Ks  entsteht  die  Frage  :  Wie  verhielt  sich  der 
Vokativ  dieser  Fem.  II.  Df»kl.?  Erhielt  i^r  im  t  2.  Jahrb.  ebenfalls 
dies  St  oder  behielt  er  die  Form  des  Accusalivb?  Diese  Frage 
Ülst  sich  nicht  bestimmt  beantworten,  da  wir  au  wenig  belegte 
Vokative  solcher  Feminina  vorfinden.' 

Vok.  Sing.  IL  Dekl.  Fem.:  cek  fo!c  genl  :  sun  talent,  Rcirapr. 
I  ö  f.  ;  geni  foU  ei  viiainne,  Chev.  au  lyon  5 1 1 2  ;  ma  douce  amor  : 
mon  seignor,  Barb.  u,  Méon  IV  309»  409  ;  fine  amor  s,  Durmart  le 
Gaulois  5 1 7 1  ;  mors  dettoiaux,  Rutebuef  I  48  v.  42,  51;  duke  flor  : 
me  labor»  P.  Meyer,  Recueil  etc.  U  33$,  140. 

In  den  Predigten  des  hl.  Bernhard,  hrsg.  von  Roux  de  Lincy 
wird  stets  der  Nominativ  lûr  den  Vokativ  gebracht.  O  lu  y  ctteiz 
de  Deu;  O  veriu»  de  Deu  S.  552;  O  kumüiteiz  vertug  de  Crist 
i>.  553- 

Als  Vokativ  mit  s  findet  sich  getu^  Guitl.  de  Pal.  6414,  Dolop^ 
&  362. 

§  7.  III.  Dekl.  der  Feminina.  Hierher  gehört  nur  das 
lat.  «ioror.  Afrz.  Sing.  Nom.  smr,  Acc.  s  fror  —  Flur.  Nom.  scror, 
Acc.  scrors,    YÄ\x  Vok.  PIiu*.  ist  mir  nicht  begegnet. 

Vok.  Sing.:  ma  dtucr  sverifúer,  HeracUus  3607  ;  amü  tuer 
ib.  486,  3549;  ma  iùi/e  d^ttt  Manquer  ib.  3913»  ma  1res  chiert 
suer  :  mon  euer,  Chev.  au  lyon.  5847;  ßele  suer!  Bat  d'Âlisc  S.  90* 
Daseüist  kommt  wr  ancii  ;\U  .\ccijsativ  vor:  .9/  ni  un  roi  et  une 
suer  cûsine  :  marine  S.  1 35  ;  Suer,  douce  amie,  Aucassin  und  Nicolete 
7,20;  23,18;  25,15;  Ma  doiue  bele  suer  :  a  nul  fuer,  Guill.  de 
Pal.  3020;  bek  suerisxm  euer,  ib.  1679,  1775,  2971.   Einmal  im 


'  Ober  AuMtiÍL  mit  qufi,  tlic  nicht  als  Vokative,  sondern  «1«  AccuHitive 
autuiúiMcn  find,  niebe  Ztschr.  L  Korn.  Phil,  VI  445. 


Digitized  by  Google 


8 


Veraiimeni:  smrs^  éœe  amity  Guill  de  Pftl.  7817;  doch  gdiôrt  da» 
s  dem  Schreiher  an.  Douce  suer!  Dolop.  S.  175;  beìe  suer  Berthe 
a.g.  p.  1217,  3077,  suer  Greg.  DÌal.  101,2. 

I.  Di'klinat  der  Masculina.    Vokativ  Singularis. 
Unter  den  masculinen  Deklinationen  wird  als  I  bezeichnet  die 
Deklination  der  Stämme  auf     die  im  Nom.  Sing,  kern  s  haben  wie 
pere  frere  etc. 

Nur  wenig  Vokative  Sing,  sind  sicher  belegt  Häufig  findet 
man  nvei  Formen  fur  den  Vok.,  z.  H.  yVvv  neben  peres  etc.,  \vo!h'Ì  die 
Form  mit  j  die  jiÌTip:ere  ist.  Jredre,  Alex.  57a.  In  der  Reirapredigt, 
in  W'aceä  lirut  und  Koman  de  Rou  begegnen  keine  V'uk.  dicker  Dekl. 
im  Refan.  Im  Versfaineni  findet  »eh  hü  mestre,  Rou  II  2372  ;  ft^e 
111491,  2117,  6927  etc.  Die  Flexion  dieser  DeUmatíoii  ist  hier 
noch  sehr  rein;  vgl.  Rou  III  S. 555.  Bei  Christian  von  Troyes  findet 
sich  biax  frere  :  ton  pere,  Chev.  au  !yon  5217;  hiax  mestre  :  estre 
ib.  5209.  Ferner  im  Perceval  le  Gaulois:  Nenil,  biau  frer^,  a  raoie 
foi.  Bartsch  Qurest  164»  i.  Hier  würde  frtres  nicht  in  den  Vers 
passen.   Htm  frere  :  mett,  Heraditi^  541. 

Im  Chevalier  as  II  espees,  ed.  Förster,  haben  wir  filhiex  frere 
V.  5310^  5332  etc.;  daneben  peres  8437,  allerdings  nicht  im  Reim. 

—  sovernins  />ere:mere,  Richars  Ii  ßiaus  2055;  />/(///.r  pere  :  mere. 
Rieh.  415;  òiau  frere  iraeTe,  Rieh.  3743.  Kbenso  durch  Melrura 
gesichert:  Cusitlain  frer%^  or  tos  courés,  Rieh.  1533.  Hieraus  er- 
steht man,  daTs  die  im  Innern  'des  Verses  vorkommenden  Formen 
wie  peres  Rieh.  4786,  1987  dem  Schreiber  angehören.  Dafs  wir 
im  Versinnerii  Vokative  wie  pere  neben  peres,  frere  rielieii  freres 
finden,  ist  eine  in  Texten  des  i  und  13.  jahrh.  sehr  gewöhnliche 
Erscheinung.  Aber  wir  linden  auch  Fälle,  wo  Reim  und  Metrum 
verschiedene  Vokative  neben  einander  gebranchén  und  ab  dem 
Diditer  sugehdrig  erkennen  lassen.  Wenn  wir  Bataille  d'Aliscans 
S.  13  lesen:  Die.w  dist  fl,  sire^  vrais  peres  omnipolent  im  Reim  zu 
rendant ,  vivant  etc. ,  so  müssen  wir,  um  einen  Zehnsill>ler  zu  er- 
halten vrais  per^  omnipotent  lesen.  Das  attributive  ommpoitut  wird 
dem  Reim  zu  Liebe  sehr  häufig  in  der  Accusativform  gebraucht, 
statt  in  der  grammatisch  erford«rlen  Nominativform.  In  dem- 
selben (lediclu  finden  wir  S.  172:  Diex,  dist  Ii  quens»  peres  omni' 
potent  im  Reim  zu  talent,  mnlement  etr.  Hier  ist  peres  durch  den 
Vers  gesieheri.  Zur  Fle.xion  von  onintpi-lnil  vergt.  Guillaume  de 
Palemc,  ed.  Michelant  v.  15ÓÒ:  per^  0 m mpvte ns  :  ses  dens;  v.  2422 
pere  ommpoieni  :  griement  Femer  Fierabras  S.  135:  biam  pere 
omnipotent  im  Reim  au  garant,  vilment  etc.;  peres^  das  im  Innern 
hâufìg  vorkommt,  würde  hier  nicht  passen.  Et  des  Roumains 
mestre  *  et  dus,  Ph.  INIousket  4374. 

Pii  Pfarrfs,  freres  an  hon  roi,  Rutebuef,  ed.  Jubinal  I  51,  ioq. 

—  Faus  papeiarSt  faus  ypocrüe  :  dito,  Rutebuef  IV  731236.  —  beaz 


'  Der  Vers  cilotduri  meitrtu. 


Digitized  by  Google 


• 


9 


frtrt  :  emperere,  Durmart  6173;  frtre  :  ses  venere,  ib.  10764.  Da- 
neben im  Innern  öfters  frens^  Dannart  3630,  4301,  10735;  i"Mfl^^ 
:  estre,  Guill.  de  Pal.  1 187.  Die  Nominativform  maistres  metnadi 
gesichert  ib.  2478;  aiicb  begegnet  dnmal  der  Vok.  òùm  maàiris, 

ib.  47^9- 

In  Aucaü^in  und  Nicolele  werden  in  den  prosaischen  Ab« 
adinltten  Formen  wie  pere  nnd  per«  ontendiiedslos  neben  ein- 
ander  gebraucht  Ebenso  m  der  Ghanaern  d'Auberí  (Toblen  Mit^ 
teilungen)  /nte  neben  per«,  ao  /ervr  mmipûimt  im  Renn  m  -eaat 

S.  i8q,  12. 

Dafs  die  Flexion  der  die  Vokative  begleitenden  attributiven 
Bestimmungen  eine  sehr  willkürliche  ist,  zeigen  nicht  blofs  Reime 
wie  çmt^^otaut  sondern  auidi  z.  B,  die  Rédaction  ríméo  d'Alexis, 

aus  dem  13.  Jahrb.,  wo  ein  und  dasselbe  Adjectiv  verschieden 

fiektiert  wird:  didus  frere  pèlerins  :  vis,  mis  etc.  v.  660,  875,  <lagegen 
/>e/  fren  pclerm  :  latin,  parchemin  v.  913;  biau  neben  bùix  sehr 
haulxg. 

Aus  den  Contes  et  Fabliaux,  bng:  von  Barbaaan  und  Méon 
sind  von  Vokativen  der  I.  masc.  DèkL  n  belegen:  frtrê  :  le  noetre 

pere  III  22,  150.    biax  frere  :  encontrerent  II  147,  lOO;  pert  :  mere 

1  303,  1008;  strr  prrsfrt  :  estre  IV  185,  1 18. 

I'\'nu;r  /)i\ìu  /></<  :  mere,  Dolopathos  S.  72;  frerr  :  porc 
Dol.  S.  20ü;  òiau  mesíre  :  estre  Dol.  S.  80.  Einmal  findet  sich  im 
BoL  S.  232:  CH  reapont:  Biax  ptr^^  0%  tnit  Hinr  könnte  nicht 
pires  stehen. 

Im  Münchener  Brut  findet  sich  nur  pere,  resp.  peire  2836, 
3136.  3261.  In  der  F.inleitung  bemerkt  der  Hrsg.  XLÍV:  'Der 
Vokativ  hat  immer  die  Form  des  Nominativs.'  Dagegen  kommen 
in  den  Dialogen  Gregors  Formen  mit  und  ohne  s  als  Vokativ 
vor>:  Jreri  (fröre)  Greg.  Dial.  76*23;  85,19  etc.,  neben  frères 
16,9;  77,17.  pere  (peire)  14,11:  17,24  neben  ptins  157,15, 
>59i  17*    Mùòire  St.  £uphroajne  (P.  Meyer,  Recueil  Iii  335, 29). 

%  9.  Vokativ  Pluralia.    Vokative  Plur.  dieser  Deklination 

sind  sehr  selteti  7U  Ijt  lofrcn.  Vor  allem  begegnet  die  Anrede  frere 
in  Werken  geistlichen  Inhalts.  So  z.  H.  (»reg.  Dial.  74,  23.  8H,  11, 
173,4  etc.  cfuer  freire  in  der  .\ltburgundischen  Übersetzung  der 
Predigten  Gregors,  herausgegeben  von  Conrad  Hofmann  in  den 
Abhandlungen  der  bair.  Akademie  1881.  Der  Vok.  Plur.  freire 
und  frere  sehr  häufig,  so  S.  32,  35,  lOQ,  II  2.  Ebenso  ehier  freire 
in  den  Predigten  des  hl.  Bernhard  S.  521,  550  u.  s.  w. 

§  10.  II.  Dekl.  der  Masculina.  Vokativ  Singularis.  Zu 
dieser  Deklination  gehören  alle  Wörter,  die  nach  dem  Typus  Sing. 
Nom.  nmrSt  Acc.  mur  —  Plur.  Nom.  murs^  Ace  murs  dekliniert 
werden. 


'  In  Verbindtin);  mit  Ki^enaameii  werden  aiir  die  Fannen  olue  x  ge- 
bmadit:  per«  Stevemes,  frere  Mêreea*  etc. 


Digitized  by  Google 


^ 


lO 

D/ust  die  gewöhnliche  afrz.  Foim  des  Vokativ».*    So  schon 

Alex.  I2tl,  46a.    Reirapredigt  67  a.  — Von  Vokalîveii  Sing,  dieser 

Deklination  fmden  sich  im  Alexius:  rr/.r  5»!,  b~  i\  41a  (das  rttlri- 
bulive  Adjccliv  Celestes  ist  in  der  Ai  cusativlorm  überüf  f^rt;  vom 
Hrsg.  geändert),  vis  AI.  97a,  ßlz-  iib,  27a  iL.  ü.  w.,  amis  22d, 
96  a,  97e.* 

Von  Adjektiven  IL  Dekl.  finden  wir  im  Vokativ,  und  twar  in 
der  Nominattvfonn:  rA/Vr;  Alex.  22a,  27e,  96 a,  beìs  ^x  n,  88b,  22d, 
bons  }5d,  riches  44a  und  sûinfixmts  72d.  In  letzteren  beiden  ist 
das  licxiviscbe  s  durch  das  Metrum  gesichert,  daher  ändert  auch 
G.  Paris  das  90e  übcrUeferte  eher  und  das  ckeimal  begegnende 
6ei  (44  a,  57  a,  97  a)  und  fügt  s  »nA 

In  Waoea  Nicolas  ed.  Deilas  findet  sich  nur  ein  Vok.  II.  roasc 

Dekl.  û/fiis  :  quesis  v.  1 440.  In  Waces  Brut  ed.  Le  Roux  de  Lincy 
(leider  keine  kritische  Aoagube)  finden  wir  zuweilen  den  Acc.  ffir 
den  Vok.  L;(  Mn/t  : 

J/a/  cuiveri,  lail  il,  ja  uujurras,  IJrut  375. 

LocrÌHt  di«t  il,  put  fei.  put  Joh.wa  ool,  ib.  1384. 

caitif  mei,  Brui  1^18,        lat,  me  inisenun! 

Sonst  findet  sich  in  der  Nomintivform:  ßi»  Brut  2775,  2857 

U.  '/W/V  ib.  I  1830. 

hii  Koiiiaii  de  Rou  (.\usi;alir  von  Andresen)  sind  nur  wruig 
Vokative  zu  belegen,  Wir  finden  auch  schon  den  Acc  für  den 
Vok.,  ähnlich  wie  im  Brat 

Vok.  Sing.:  mahfois  rMtr/:  trop  tart,  Rou  III  7043  (vergl.  die 
Beispiele  zum  Vok.  Plur.  dieser  Deklination). 

.Sonst  finden  wir  amis  durchweg  für  den  Vokativ  gebraucht 
II  1460,  3912,  4285;  III  2128.  Von  dominus  lautet  der  Vokativ 
bald  'htiz,  bald  f/ani  Dan  aóes  11  1720;  äan  clerc  III  2357  ;  Dan 
fìei  ii,i>  t  III  2525. 

Kegclmäisiger  ist  die  Hexion  bei  Cliristian  von  l'royes,  weldier 
die  Nominativfbnn  für  dai  Vokativ  verwendet:  chevak'ers  :  preaiien, 
Chev.  an  lyon  975*  amii  :  mis,  Chev.  au  lyon  1057,  2017,  5134« 

:  apris,  Perc.  4514t  :  ocis,  ib.  2422,  amis  :  assis,  Bartsch  Chrest' 
166,  3?.  Auch  Afljectiva  balcon  die  Nominativforra  :  lie.v  puissans  z 
dedariz,  Bartsch  Chreai.  i(>3,  ü;  amis  cicrs  :  meaders^  Perc.  2657; 
;  volontiers,  Perc.  5844. 

Die  Flexion  der  Kigennamen  kann  uns  über  den  Vok.  keinen 
Aufschtufs  geben,  da  sie  sehr  willkürlich  flektiert  werden.  Ge- 

wohnlich  wird  bei  ihnen  der  .\ccu8ativ  für  den  Vokativ  gebraucht, 
obwohl  häuft}^^  in  ein  nnd  demselben  'I'i  xlc  Nom.  und  Acc.  bei 
deiDädben  Nomen  propritim  vorkommen.    Su  linden  wir:  Merlin  : 

>  Ebenso  im  Lateio. 

*  P  hat  ./fs;  S  ßus.   Im  Acc.  ist  eb«iiftlts  fih  fibcrUefert:  6c,  30e  etc. 

'  Schon  in  1.ÎL1  Passion  amicx 

*  Auch  in  der  Passion  vers  (venu)  76a  ah»  Attribut  zum  Voc.  rejs. 


Digitized  by  Google 


II 


de  millur  lia  Waccä  Brut  7559;  tu  amis  ßanari  :  coart  Rou  II  146Ó. 
—  Por  deu,  ^«M/ii^mvtfff/ :  Millant,  Chev.  au  Ì701171;  Mts  sin 
Vvùin  :  demain,  ib.  599;  :  vain  1549.  Dagegen:  Ma  sire  Vvahts  : 
vos  estes  mes  cosins  germains,  Chev,  au  lyon  579,  629.  Kbenso 
verg).  Hataillu  d'Aliscans  S.  ^7:  Disl  Aeroflrs  :  A  moi,  Gui/launm, 
enleni;  hier  kann  nicht  Cjuiilautncs  gelesen  werden.  í>agcgeii  ib. 
S.  41:  Dist  Aerofles:  Gmlhumst  on  vas-tu?  Dist  Aerofles:  Guih 
katmes,  entendes. 

Ira  Heracliub  kommt  nur  ein  Vokativ  im  Reim  vor:  Aie  dieus, 
sains  tspfrit  :  Ii  dist  v.  86.  HitT  ist  allerdinj^s  Accusativfomi  .nn- 
zuuehmen,  die  übrigen  irn  Versinncm  vorkommenden  Vokative 
jedoch  stehen  im  Nominativ:  ßeust  Hcracl.  385,  389;  ams  ib»  561* 

Der  QievaKer  as  II  espees  s«tzt  den  Nom.  für  Vok.  amis  häufig 
Im  Reim,  so  oawr  :  pleviit  4015;  :  mis  340;  :  fis  4957;  entrepris 
6566;  :  |>aïs  8078.  sir(  chevaliers  :  \oVtXì\ÌQXS  4394;  :  fiers  4713; 
:  premiers  8734;  sire  rois  :  (\n  dois  («h'scus)  .}2H,  5185.  rois'. 
cortois  983.  Hinmal  im  Reim:  Í'u/Á/  :  se  met  6190,  daneben 
im  Vcrsinnern  häufig  V^es  3884,  3945,  3973,  887Ò.  Im  Richars 
Ii  Biaus  steht  überwiegend  der  Nominativ  für  den  Vokativ  im  Keim: 
amis  :  trarais  Rieh.  2027;  :  Loeys  4146;  biaus  damoisiaus  :  h'  biaus, 
Rieh.  774;  :  Ii  vassaus  |n86:  l'-ansaitr  f  :  tu  saus,  ih.  5216;  sire  rois 
:  aääeoiä,  ib.  4105.  £s  linden  sich  nur  2  Keime,  die  den  Vokativ 
in  der  Aocuaativform  aolweisâA:  /rmu  tàtvaUèr  :  l'ot  chier,  Rteh.  z  188 
und  der  neben  dem  Vok*  »sUs  v.  1344,  i347f  4357  vorkommende 
Vok.  os/i  :  les  sa  coste.  Rieh.  1324. 

Iluon  de  Bord.  aux:  îîé!  Auòer<ms,  puiiau  naittS  òocirés'.ỳù 
serai  alamés,  I^artscii  Qiresi.  192,  17. 

In  den  Contes  et  Fabliaux  von  Barbazan  u.  Móon  linden  wir 
den  Vok.  in  der  Nominativfonn :  amis  :  avis  TV  343,  551  ;  :  sis  (sex) 
III  287,  149,  :  pramÌS  IV  419,  809  und  öfter.  Dagegen  ist  IV  309, 
409  zu  lesen  :  t/ion  dous  ami,  da  auch  die  übrigen  Vokative  an 
dieser  Stelle  im  Acc.  stehen  (s.  S.  35 — 36).  T/rr  rwT  :  drois, 
172,339;  III  208,  131.  sire  hauí^  ms  :  menc.^lrciz,  111  84,  202; 
Fä»  :  vis  IV  230,  429.  Sains  Esperis  :  apuris  IV  52,  1028  ;  A  vos 
œngié  Waubers  h  clers  :  enfers  1 140, 157.  —  Einmal  findet  sich 
in  der  .\ccusativform:  chaiiif  détient  \  torment  IV  331, 155. 

Die  in  den  T  aissf-n  a(ig<  falsten  Gedichte,  wie  Jean  liodels 
Chanson  des  Saxons,  die  Kalaille  dWIiscans  und  der  Fierabras  zeigen 
die  Regel  vom  flexivischen  s  schon  häufig  verletzt,  auch  im  Reim, 
daher  oft  der  Acc.  für  den  Vok.  gesetzt  wird.  Dies  ist  besonders 
im  Singular  der  Fall,  so  /.  B.  Vok.  Sing.:  cha^alier  :  -ier,  Alisc.  S.  5. 
losen'^iii  !  ebenfalls  eine  ier-Tirade,  ib.  S.  29;  baceler  : -er,  ib.  S.  103. 
Auch  (!(T  Nom.  Sing,  lautet  häufig  bacekr  im  Reim,  Alisa  97,  141 
u.  s.  w. 

Doch  auch  ÎWÏX  amts  :  plevis  :  qnis  etc.,  Alisc.  S.  199*  öiax 
mm  :  fis  :  mis  etc.,  Fierabras  &  23.  —  tmis  :  eus»  Rom.  Viol.  278, 

>  Mau  )ie«M!re  àaa». 


Digitized  by  Google 


f 


12 

943»  5777  >  ^Âtitf  amis  rAùrs  :  Je  ne  ml  ne  fers  ne  acbieis»  Rom. 
Viol.  4455.  —  Der  Acc  för  den  Vok.  findet  sich  z.  E  Rom.  Viol. 
V.  5356  ;  stre  vassal  :  vostrc  assal. 

Di>  ungefähr  1243  n.  Qi.  gcsclirifîbene  Reimchronik  des  Philipp 

Mou.skt't  zeigt  stets  den  Nom.  für  den  Vokativ  verwendet,  hfaus 
dous  amis  :  promis,  Mousket  8634,  1008O;  Ka/ In,  bons  rois  :  courois 
V.  7106;  £t  des  Roumains  mairt  ddus:  Äugtistus  v.  4374  (s.  S.  28). 

An  der  SteUe,  wo  Karl  tun  Roland  trauert  und  diesem  eine 
Lobrede  hält,  v.  8400  ff.,  werden  durch  1 2  ganze  Verse  hindurch 
Vokative  gehraucht  und  zwar  alle  in  der  Fonn  des  Nominativs. 
Der  -^chhîfs  dieser  Anrede  lautet:  Dcslrnis!<-rrs  de  Samisitis,  A 
chresinens  aidieres  fins.  In  v,  805Ó  Roü  hardn,  rois  larges  et  preus, 
ist  der  Nom.  metrisdi  gesichert. 

Bei  Rutebuef  finden  wir  von  Vok.  Sing.  II.  masc.  Dekl.  haupt* 
sächlich  ami  ira  Reime;  so  amis  :  mis  I  14Q,  42;  II  12,  57;  II  102, 
81  etc.  ;  Deus  aufmis  :  mis  II  82,  95.  Die  Chanson  d'.\ubcn  (Tohlers 
Mitteilungen)  lälst  im  Vok.  von  Masculinen  11.  Dekl.  das  iiexivische 
s  häufig  weg;  so  haben  wir  in  längeren  Tiraden  auf  -ier  Vokative 
Sing,  wie  nussaigt'er  5,  28;  paumier  57>  3;  MilHer  68,  30;  doch  be- 
gegnen Vokative  wie  amtst  ammit  nur  im  Renn  za  »is:  iit22; 
35,  I«:  TO. 

im  (iuillaume  de  l'alcriu"  :  pere  ron !  '.  fois  v.  4922;  biax  dotis 
ti/«/i  :  garis  2868;  :  pris  6721,  8250;  :  paradis  9171  etc.;  :  vis 
4926.  A^ectiva,  die  als  Attribut  zum  Vokativ  tire  stehen,  finden 
sich  im  Reim  in  der  Nominati\1brm.  Biau  '  tire  ehiert  :  Ii  vachierg, 
Guili.  de  Pal.  584;  volentiers,  ib.  702,  8295,  9035.  Ähnlich  31 29 ff.: 

Ht!  7?  rai  s  dous  pères  Jesu  Cris, 

T^îir's  sor  /fí.î  rois  pnesteis 

í  'r,/ít  /juArfir,  omnipotent  etc.  :  vraîement. 

Der  Acc.  findet  sich  im  Keim  nur  in  Vassal  :  du  cheval,  GuilL 
de  Pal  2132,  daneben  hn  Verse  Um  vattaus  2722. 

Im  Dormart  )e  Gaulois:  rmt  :  Morois  6016;  :  Ii  Galois  11423. 
amit  :  esbahis  4169;  :  fornis  1 1 394  ;  chn'alurs  vermauz  :  Ii  seneschauz, 
ib.  130^7.  3f,t7Miis  chevaliers  Com  estes  fei  et  pautonniers  v.  4499; 
beaz  sire  t/,/m<'/stais  /  Aves  vos  eus  ses  juealz  1975;  sin  c/tiers  :  Ii 
arders  10482,  10572;  :  Ii  esquiicrs  3Ò41;  :  volentiers  5033. 

Der  einzige  Aoc.  ist  vattolt  weldies  zweimal  im  Reün  vor- 
kommt.  vatMl  :  Ic  mal,  Dunn.  2917;  :  le  .sencschal  779.  Im  Dolo- 
jiatlios  {hr.«>g.  von  Brunet  u.  Montaiglon)  findet  sich  amis  häutig  im 
Keime:  S.  55,  78,  172,  389  etc.    riches  rois  debmere  :  feru  b.  14.  — 

—  las!  dolanz 
Fih,  tu  n'avoies  ke  .VIL  ans.  S.  117. 

Der  Munchener  Brut  bietet  keine  Vokative  dieser  Deklination 
im  Reim.  Die  im  Versinnem  vorkommenden  zeigen  die  Nomioativ- 
fonn»  so  omis  3332»  rm  491.   In  der  altlothringischen  Übersetzung 


*  Es  iil  bia*  <tt  schrcibco. 


Digitized  by  Google 


13 


der  Pn  di'gten  Gregors  ist  sehr  bolifbt  der  Vokntix  filz  S,  87»  91, 
107  etc.    Der  Acc.  lautet  in  diesem  Denkmal  //7  S.  123. 

Die  Dialoge  Gregors  zeigen  den  Nom.  iür  di-n  Vokativ,  falls 
nicht  direkte  Nachahmung  des  Lateiotscben  vorliegt,  filz  lat  fili 
23,10;  78,18;  209,22;  238,1;  ebenso  Senn,  de  Sa|>.  318,13; 
strs  del  sanior  ==  serve  dei,  140,  13;  jovmceaz  198,  12. 

WVim  wir  43,  14  lesen:  O  io  xaifü  hn/nm,-  F»ttutuit  rvT^Wi-, 
.so  ist  dies  direkte  .\nlehnung  an  das  lal.  (Original  ;  U  virum  sanctuni 
Forlumhm  epütofmm.  Vokative  von  Eigennamen  stellen  im  Nom.: 
saint  Eguüet  25, 15  sande  Equiti;  Maxmes  252, 14  »  Maxime 
(a,  S.  29). 

Die  Prod.  d.  hl.  Bemh.  zeigen  Filz  häufig.  Mit  airr  Tiiisamraen 
findet  sich  (K  r  Vok.  :  loz  poixaris.  527;  Chaitis  maitiuntm ,  ke 
présume  tu,  S.  523.  —  O  noblts  tois  d  rois  de  cid^  S.  553.  — 
O  mßmtmen»  iolz  smz  do/or,  S.  530.  Daneben  auch  der  Vok.  Sing, 
im  Acc  einmal:  Ami,  lai  la  venjance,  S.  522. 

ijii.  Vokativ  Pluralis  (IT.  masc.  Dekl.).  Derselbe  ist  nur 
in  geringer  Anzahl  zu  helej^pn.  Abjj^esehen  von  (\om  im  Vers- 
innem  stehenden  Vok.  Plur.  Mariner,  VVaces  Nicolas  234  findet 
sich  das  erste  gut  belegte  Beispiel  eines  Vok.  Plur.  II.  masc  Dekl. 
in  Waces  Brat  3132:  Fä  a  puiam  , . .  oMir/  :  eiaart;  ib.  1 1058  :  Mi 
cmpa^fMûn  <t  nii  (imi  :  qui  esN  Hier  also  die  Nominatívform; 

dagegen  finden  w  ir  Rou  Iii  95fct3  :  chn'dh'crs  reals  :  des  vassals, 
während  fin  Vok.  plur.  von  Adjektiven  begegnet  Kou  III  2652: 
Barwis,  fuat  ilj  Jram  natural  :  a  cbevak 

Sarrasâif  :  fin,  Rieh.  2635.  —  Fil  a  putatH,  garçon  bouvier  : 
allea  coucbier,  Barb.  u.  Méon  III  338,  387.  In  der  Chanson  des 
Saxons  des  Jean  Beul«  1  («  d.  1".  Michel)  findet  sich  ein  Vok.  plur. 
dieser  D^künntion  und  /war  im  Nom.:  noòilr  rhanilier  :  -ier  S.  i 
Kben-so  in  der  Bataille  d' Aliscans:  Fä  a  putain^  dist  il,  garçon  lanier 
:  -ier,  Alise  S.  232.  In  demselben  Gedicht  findet  aicfa  im  Versinnem 
der  Vdk.  plur.  «t  //»  Alisa  S.  25  t.  —  Im  Reim  steht  derselbe 
Vok.  bei  Gantier  de  Coincy  545,  loi  :  tuit  mi  fil, 

Tuit  mi  ami  'i  Irestuit  ci!  ('t(\ 
Franc  chevalier  menhré  :  commandé,  armé  etc.,  Ficrabr.  S.  ;i,  158; 
Nobile  chemiier  :  ier,  ib.  99,  106. 

Fine  grôrsere  Ansah!  von  VoL  plur.  IL  Dekl.  beg^pnet  in  den 
Gedichten  «irs  Rutebuef:  prélat  tí  prim«  ei  roil  le  dearoî,  I  6,  84 
(Dit  de  Guill.  de  St.  Amour). 

He!   arcien!  — Derretisire,  fiàcim 
Et  vous  la  getU  Ittstinien 

Et  mârt  prmékmm  am£m  etc.   1  95, 40  (CompUdntc 
de  Guillaume  de  St  Amour).    Ahi!  grani  cier^  grant  prcvandier  : 

viandier  (Nom.  Plur.)  1  112,  309  (Complainte  d'Outre -Mer).  — 
Prélat,  clerc,  che7}ah\r,  borjois!  I  137.  183  (Nouv.  G)mplainte 
d'Oiitrf  Mer).  —  Venez,  //'  buen,  a  ma  cilei,  .\lez,  H  malt  a 
dampaement,  I  175,  3»  (Cliauson  de  Pouille).  Fasseur,  qui  estes 
a  l'oRlei,  Et  vos  U  backtUer  errant  i  B»iàasAt  I  176,  50  (Chanaon 


Digitized  by  Google 


14 


I 


4 


de  Fouille);  eben.so  I  165,85  (Voie  de  Tunes),  in  der  Chanson 
d'Auberi  finden  wir  von  Vok.  plur. :  mbilt  chevalier;  -ier  57i9; 
148,  23.    EboBso  in  einer  Mr-Tünde:  Mamas  garfm,  Udimur, 

pautonnier  7,  5;  Fü  a  puktm  puslent  :  mesprent  etc.  IIO,  9. 

Der  Dit  dou  vrai  ani'e!  rxA^K  hfrfits  \  ölligr  Vcrdr"mj*iing  des 
Nom.  durch  den  Acc.    So  findet  sich  ein  Vok.  Plur.  mes  amis  : 

mis  V.  222. 

chtvttHerl  :  troi  nfllier,  GuiiL  de  FhI.  6666.       Ovh  instmí  tí 

trespassez,  Dolop.  S.  405.  —  Cuhert  de  put  linage,  Münch.  Brut  1437. 
filh,  Senn,  de  Sap.  285.  29,  33,  38;  Äfalcoit,  Hiob  344,7.  Endlich 
begegnen  einige  Vok.  i^lur.  in  den  Pred.  d.  hl.  Bemh.  :  Tuü  ii  aràré 
. . .  «slevcE  vos  mains  Í5.  530.  —  Aprenes  am  S.  335  ;  signnr  rot! 
S.  550.  —  Ciei  oyez  et  terre  rezoif  en  tes  orgoilles  S.  530.  —  In 
pinrm  wallonischen  Denkmal,  der  Vie  de  ^ainte  iiiliaur,  halx-n  wir 
im  Reim  bon  crestoien  :  bien  (P.  Meyer,  Archives  d«  s  Missions  V  203). 

§  12.  Für  den  Vokativ  der  11.  masc  Dckl.  ergiebt  sich  aus 
den  oben  angeführten  Bd^ielen: 

1.  Abgesehen  von  Eigennamen  findet  sii  h  für  den  Vok.  Sing, 
und  P''!^  'liT  Ninniiiativ  p:(>setzt.  So  steht  di-r  N<»m.  für  den  Vok. 
aussc hl lel slicli  in:  Alexius,  Waces  Nicolas,  Christian  von  iroyes, 
Chevalier  as  II  espees,  Reimchronik  des  Philipp  Mouskct,  Rutebuef, 
Guülaniiie  de  Falerne,  Darmart  le  Gaulois,  Dolopathos»  Gregors 
Dialoge»  Altlothring.  Übersetzung  etc. 

2.  Je  einmal  findet  si  'h  der  .\cc.  für  'It  ii  Vok.  Sing,  im  Reim: 
Waces  Brut  13S4;  Heraclius  86;  und  in  den  Pred.  d.  hl.  Bcrnh. 
S.  522. 

3*  Der  Roman  de  Ron  zdgt  im  Reim  «ovohl  ffir  Vok.  Sing. 

wie  Vok.  Plur.  den  Acc.  nelien  dem  Nom,  malvais  toart  l  tart, 
Rou  III  7043;  chercher  s  reals  :  des  vassal  s  III  0583. 

4.  Je  2  Beispiele  für  den  Acc.  im  Vok.  begegnen  im  Richars 
Ii  Biaus  1324  mid  2188,  sowie  in  den  Contes  et  FabUaiix  von 
Barbazan  und  Méon  IV  331, 155  und  IV  309, 409.  In  allen  ûfarigen 
Fällen  steht  der  Nom. 

5.  Hei  rit  iii  Worte  vassa!  ist  im  Vok.  Sing,  schon  früh  der 
Acc.  für  den  Nom.  gebraucht  worden  ;  so  findet  es  sich  nur  je 
ein  mal  im  Reim  im  Rom.  Viol.  535Ö  :  vostre  assal,  Guill.  de 
Päl.  2132  :  du  cheval,  swetmal  im  Durmart  le  Gaulois  v.  779,  2917 
—  alles  Texte,  in  denen  sonst  nur  der  Nominativ  für  den  Vokativ 
gebraucht  wird. 

6.  In  den  in  gereimten  Laissen  geschriebenen  Gedichten,  wie 
Chanson  des  Saxons,  Bataille  d'Aliscaos,  Fierabras  und  Chanson 
d'Auberi  findet  sich  mehrfiich  der  Acc.  für  den  VoL  Doch  ist 
dabei  zu  bemerken,  dafs  es  vorzüglich  die  langen  auf  -ifr  aus- 
gebenden Tiraden  sind,  in  denen  man  sich  gestattete,  das  tlexivi.sche 
t  des  Reimes  wegen  fortsulassen.  Im  Vok.  Plur.  hingegen,  der  ja 
auf  -ier  auslautete  und  in  die  Laisse  sehr  wohl  pafsle,  ist  keine 
solche  Verjüngung  eingetreten,  daher  findet  sich  in  den  genannten 
Gedichten  der  Vok.  Plur.  stets  in  der  Nominativform. 


Digitized  by  Google 


15 


§  13.  m.  D(*klination  der  Masctilina.  Vokativ  Sinpfular. 
DîP'îer  Dfkîination  folgen  alh'  Nomina,  dir  hei  der  Hildimg  des 
Accuäativ>>  den  Accent  verschieben,  oder  um  eine  Silbe  zunehmen. 
Bei  den  Wdrtem  der  HL  Deklination  bietet  das  VeranaTs  ein 
gutes  Mittel,  umiu  erkemu-n,  welche  Form  ein  Dichter  für  den 
Vokativ  gebrauchte.  Auch  kommen  im  Vi  rsinnem  nur  wenig 
Unregelnialsigkeiteii  in  der  Flexion  vor.  Ein  im  Altfran/.ösischen 
unendlich  oft  Nviederkehrcnder  VoL  ist  sir*.  Ich  werde  also  nicht 
alle  Fille  anführe  in  d^en  das  Wort  im  Reim  oikr  VeiaÌDiiem 
vorkommt,  sondern  nur  eine  Auswahl  geben. 

Im  Alexius  finden  sich  von  bogehöiigm  Vokativen:  Am  44  a, 
45 d.  72d;  xirr  6m:il  ^'-Itigt:  lood,  104a,  ii^a  etc.;  .virr  :  dira 
begegnet  Reimpredi^'t  1  lüc,  Waces  Nicolas  254,  I5rul  6987.  l'.  rner 
Wörter  wie  guens,  Brut  1 1043;  ò/aj:  nies,  Brut  9774  ;  puJ  Jd,  ib.  1384. 

Im  Roman  de  Ron  tire  :  dire  III  3707,  7177;  sirc  quem n  1374; 
genHlher  :  plorer  III  !I0Q3  und  öfter  im  Versinnem  II  670,  III  2893; 
Dans  obrs  TT  1720.  Neben  dem  Vok.  Saint  Saveir  {=  Severus)  : 
pocir,  Ron  III  3958  findet  sich  in  der  Accusativform  im  Keim  «So^ 
Salvior  :  s'enor  III  3955. 

Von  Eigennamen,  die  bei  dieser  DddinaticH^  was  die  Flexion 
anbetrifit,  von  gröfserer  Wichtigkeit  sind,  als  bei  den  vorhergdienden, 
begegnet  im  Vok.  stre  OUt,  Ron  II  3154  (der  Acc  lautet  Oiun 
II3187). 

Christian  von  Troyes:  sire  oll  im  Reim,  Chcv.  au  lyon  263, 
601,  1297,  3827;  sire  compainz,  ib.  64Ò8. 

Ebóâso  nrt  im  Heradius;  femer  emperere  :  pere,  Her.  4780, 
5644,  beweist  aber  nicht,  ob  der  Dichter  empereres  sagte. 

Im  Chevalier  as  IT  espees:  Si  Ii  dis  :  et  je  l'otroi  v,  22O4; 

bÌ4tus  fompain  10430;  bwus  nies  :  2569,  8350. 

Ebeubo  Richars  Ii  Biaus:  sire  im  Reim  92,  852,  4825  etc.; 
eoíÊipains  5312,  5318;  rir*  quant  \  àicAxD&  4042. 

Hnon  de  Bordeaux  (Ausgabe  vcm  Gnessard  und  Giandmaison) 
Trmires  kres!  2084,  metrisch  gesichert;  hiax  nies  2563;  sire  in 
der  Assonanz  9141;  glous  Bartsch  Chrest'  184,15.  Eigennamen 
im  Vokativ  :  Hues!  v.  2307,  8095  (Acc  Huon);  Naks!  v.  72,  300 
(Acc  Nalon). 

Von  Wörlmi  IIL  Dekl.  finden  sich  in  den  Contes  et  Fabliaux 

von  Harb.  u.  Méon,  und  zwar  in  Nominativfofm:  Hé!  Nicolas 
!i  C irpentiers  —  Compains  dtin>)uiirc  rl  entiers  I  i4r,  103;  trahiires 
parjtus!  TV  469,  534;  sire'.  'xxv  I  kxj,  i  ro;  r  dire  I  -^44,  71.)  etc.  Zum 
ersten  Mal  lindet  sich  der  Vok.  in  der  Accusativform  Harb.  u.  Méon. 
IV  309,  409:  Eté  respont:  Mon  dous  sigiwr. 
Mm  dous  amtSt  ma  douée  amor; 
dcx^  gehört  das  betr.  Gedicht  jedenfalls  späterer  Zeit  an. 

Bataille  d'Aliscans  :  tuet  S.  5,  6  etc.;  treciere  :  pieniere  19;  fd 
traUres  44  etc. 

Chanson  des  Saxons:  biaus  met^  S.  174,9;  ^^1^  71  ^*"^* 
engeres  21 1,  4;  fä  cuverz  ratoüs  255;  /ei  traUes  rmoü  258,5. 


Digitized  by  Google 


i6 


ií.is  attributive  Adjektiv  im  Accusativ:  fei  iraüre  puJieni  :  -ent, 
S.  173.  —  glom  sehr  häufig  S.  34,  35,  38  etc^  auch  ghz  S.  2q, 
3g;  (fuens  S,  ^i,  121;  gaUix  mües  tf  ier:  ^er  S.  yt),  loi,  219; 
stre,  nicht  slrcD,  ist  belegt  AliacSw  160  Par  Afohomet,  «iire,  or 
vos  en  gardés.  —  S.  21g  Dist  Rainouars:  Biatts  sire,  avant  venés.  — 
Si.  225  Trestot  s'escrient  :  Baudus  j/'re  u  tîs  tu? 

liei  den  Eigennamen  wechselt  Nom.  und  Arc.  im  Vok.  Wir 
finden  im  Reim  Samson  :  -on,  Alise  S.  72.  Daneb<*n  Wtk.  :  Samses 
ib.  S.  73.  —  Auch  im  Fierabras  ist  sirt,  xncbt  aires,  als  Vok.  Sing, 
belegt:  Et  dient  a  Karicm:  Biau  tá^  alons  nous  ent,  Piar.  S.  135, 
St're,  u  est  Ii  quens  Guis,  mes  noviaas  mariés,  ib.  S.  t02.  — 
Puis  a  dit  a  Reliant:  Biaus  st're  or  esgatdéz,  ib.  S.  86. 

Der  Vers:  .SV/>%  dnv's  nnpcrere,  envers  moi  entcnd(^s  5?.  i  "^j 
würde  nicht  bewci^on.  oh  der  V^ok.  empeicte  odtîr  emputres  lautet, 
dagegen  S.  135  lit  dist  Reniers  de  Genes:  Emperero  or  entent  — 
lâTst  nur  die  Form  mpereri  su.  Ferner  finden  sich  ùn  fteiabras 
Vokative  wie:  m'es  5>.  6,  138  etc.;  glua  S.  26,  63,  167,  177;  ier 
S.  22,  23;  compaim  S.  20,  52,  S^,  157  rte,  irtchurtc,  S.  ?o.  Eigen- 
namen im  Vok.  stehen  in  der  Fonn  des  Nora.  ;  Gumes  S.  1Ò4,  168 
(Acc  Guenelon);  Karlts  S.  169,  179  (Acc  Karion);  Guis  S.  1 10  (Acc 
Guion).  Als  Nominative  fungieren  auch  die  Accusative  der  Eigen- 
namen+'«  jedoch  nicht  als  Vokative. 

Reimchromk  des  Ph.  MoudceL  Aufser  dem  fibUdien  m  haben 
wir:  Sire  compaim  preus  et  senh  v.  7146.  Die  älleie  Foim  ist 
compaign  und  beges^net  mehrfach:  Hü!  Ohricrs,  hiints  «ims  compaign 
:  je  vous  plaign,  v.  8074;  Compaign  KoHansI  Ö019;  sire  compaign 
6892;  qmns  8248;  biaus  nies,  poissons  ei  fors  :  de  tout  mon  cors 
8346.  Ebenso  8415,  8733.  —  sirt  emptrera  11 135.  —  GnaUet, 
irûìtres  lere  —  Fü  desMaus  et  /aus  moräeret  v .  81 26  (die  ent- 
sprechenden Accusative  würden  Guetielon,  traitor,  felon  etc.  lauten) 
Guenks  als  Vok.  auch  v.  7509,  Nanties  öiio. 

Rutebuef:  Hêf  cuens  Jehan  . ,  ,  sire  ;  dire  II  70,  97;  II  72,  205 
etc.;  cuens  de  Blens  1  72.  1 

Im  Aue  und  Nie.  sind  VoL  wie  sire,  quem  zahlreich.  Kinmal 
begegnet  der  Vokativ  her  13,6  in  der  Assonans.  Die  Chanson 
d'Auberi  zeigt  Vok.  DI.  Ddd.  im  Nom.:  sire  etUMt  30^^;  /rant 

cuens  36,  16;  78,  Ii;  sire  compainz  165,  3;  Traîtres  193,  19;  240,7. 
Von  F.igpnnamen  Ix-gegnet  Vok.  Hueäes  häufig  in  dieser  chanaon. 
Daneberi  eiuinal  «Icr  Acc  im  Vok.  liuedon  188,  24. 

Guillaume  de  Palerne  '.sire  häufig  im  Reime;  :  dire  1954; 
•  irc  335,  6000;  U  mims  tkkr  tire  :  mire  9077.  M^iiscfa  ges&äiert 
V«  9395  :  Conissons?  voire,  jy>e,  o!l;  sire  preudm  :  guerredon  513; 
niés  2153;  ber  6653. 

Durmart  le  Gaulois:  Aufser  sire  findet  sich  im  Reim:  mhers 
irahitres,  1er  res  —  Vos  P  empor  tés  corne  roheres  4231  ;  nits  8191,  985 1« 
13887;  nicvs  6243;  Uaz  compains  gentiez  ei  dos  13320. 


Digitized  by  Googl 


DIE  FLEXION  DES  VOKATIVS  IM  AFRZ.  UND  PROV.  I7 

Dolopatfaos;  tire  häufig  im  Reim;  durch  den  Vers  gesidiert 
?.  III,  191,  192  HC.  Aufser  nies  S.  356  findet  sirh  :  hrrfs  205  ; 
tnjes  2 ig;  mn  iinjes  232;  biax  prew/ûftt  :  8ß\onc  raison  S.  412. 
Hier  ist  das  s  zu  streichen. 

Selbst  in  späteren  Denkmälern  sind  Vok.  dieser  Deklinatioa 
fast  nur  im  Nom.  zu  belegen. 

F.Tifancos  Ogier,  hrsg.  v.  Scheler:  J}rMs  emfierern  479;  mies  818; 
Nam/ts  -j  iq. 

Berte  auh  grans  pies,  hrsg.  v.  Scheler:  sire  Diex  .  .  .  vraú  gou- 
vtrnert  1065;  mauvais  lere  1069,  beide  im  Reim  auf  "tre» 

Ii  coronemens  Lovys,  hrsg.  von  Jonkbloet:  gk»  138,  840; 
nies  363.    Der  Acc.  für  Nom.  steht  z.  ß.  v.  1791  :  Sirt  Atdi%  no- 

bile  poigneor,  in  der  o-Assonanz.     Fhenso  in  Assonanz  v.  2114: 
Vostre  merci,  ùiiron,  wo  nur  eine  Person  angeredet  wird. 

Im  Münch.  Ikiit  ist  im  Keim  kein  Vok.  lU.  masc.  Dekl.  ent- 
lialteu.    Im  Versiniiuru  nur  sire  3261. 

Die  Dialoge  Gregors  2eigen  tire  tmd  tiret  sowohl  iïlr  Nom. 
wie  für  Vok.  tire  40,3;  140,18.    Hiob  335,36;  364,24. 

Pagegen  mes  í/>«  =>  domine  mi!  211,9.  Ebenso  begegnen 
beide  Formen  neben  einander  in  den  Pred.  d.  hl.  Beruh,  chier  tire 
S.  524,  526,  531,  552;  chter  sires  536,  551. 

Das  attributive  Adjektiv  steht  nodi  in  der  NomÌDatMeiiÌon: 
»Ti  in  ftùcúml  S.  527.  -Anfser  tire  nur  noch  der  Vok.  ê  tu  km 
&  523.  530. 

Die  altlotlir.  Cbersetnmg  der  Predigten  »Ics  hl.  Gregor  hat  für 
den  Nom.  aire  und  sires;  im  V(^tiv  gewöhnlich  sire  S.  82,  101 
u.  &.  w. 

§  14-  Vokativ  Plural  (IIL  masc.  Dekl.).  Von  Vok.  Plur.  der 
m. masc Dekl.  fii)det  sich  suerst  ein  Belegt  in  Waoes  Brut  12878: 
geiM  ùgnêr  :  bon  conqueieor.  Ctm^gmmt  gmiä  kme,  Ron  II  3790. 

Bei  Christian  von  Troy«  s  :  Seignor  :  le  trattor,  Peroeval  7291  ; 
Sagnor  :  lor,  P^rr.  in  Bartsch  Chrest  163,  2q. 

Baron  :  lor  gargoii,  Rieh.  3354;  Segnor  :  houur,  Heraclius  2127, 
334 7 1  50^7'  —  -^wei  Vok.  Plur.  finden  sich  auch  in  der  Chanson 
des  Swcons  :  Qar  retomes,  Òarm  ;  a  esperon,  S.  258.  —  Et  Ii  rois 
k>r  escrie  :  I^es  a  mol,  gh^  :  guerredon  S.  259. 

Bataille  d' Aliscans:  franc  chevalier  baron  :  -on  S.  168.  —  Armés 
vo*;.  bel  enfant  :  -atil  S.  163.  îm  Innern  des  Verses  kommt  als 
Vok.  Piur,  ghuim  S.  45,  neben  gloutons  S.  33  vor.  Signor  im 
Innern  häufig  S.  74,  98  etc. 

Rutebvef:  Emptreor  t$  rH  *i  conte  :  Ten  conte  1 107,  i. 
Prínci,  hnrw,  bmrnmttr 
Et  ffot  atUre  u^meour  1 132,51  ^ouv.  Compl. 

d'Outre  Mer). 


'  Das  im  Alexius  viermal  sich  findrnfÎP  xrinor^  .ils  Voc.  Phir.  (^JA^  lOfS, 
105  b,  I2$aji  ist  <iem  .mglouormaiuiischen  ^ch^eiber  zuzuMrhreibeo. 


S 


Digitized  by  Google 


i8 


In  der  Rédaction  ritncc  d'Alfxis  fintlet  sich  ein  V'ok.  Plur.  im 
Num.:  Pi'ccor  «<j;;.f<iiw;/ :  vivant,  grant  otc.  v,  941. 

Chansoa  d'Aubcri:  frone  (htvalicr  barm  :  -on  S.  255,  4  ;  Imron 
:  bouton  209,18.  Im  Veminnern  auch  Enfant I  4, 32;  Seignmr  3,  30. 
—  Im  GuiU.  de  Pal.  rteht  im  Reim:  mi  kiron  :  a  espcrun  ; 
IQ72.  hiau  st'gnori^owwor  502g;  :  de  tt-l  lahor  5043;  :  l'empfnvir 
2487,  2513,  2612;  :  lor  O130,  694g.  hiau  sigttor  eher  :  son  desticr 
V.  55Ö8.    Dagegen  tíau  signors  ;  cors  5643. 

Duraurt  le  Gaulois:  beat  $aignor  :  et  criator  11814.  Im  Vers> 
inncrn  steht  ebenfalls  der  Nominativ:  Stignor  5982,  6799,  9566; 
Enfant'  3121. 

Dülopathos:  liiau  scignor  :  de  l'unnor,  S.  Ü4,  160.  Im  Münch. 
Brat  kommt  von  Vok.  Plur.  nur  vor:  seinor  (seinur)  v.  764,  787, 
817*  947»  nicht  un  Reim. 

sanior,  Senn,  de  Sap.  283,?;  .^88,41.    Hiob  330,27. 

sif^nor  rni,  Preil.  <!.  h!.  Bt"^rii!i.  S.  5^0. 

I  15.  Aus  den  ang«'tuhrien  Heis|iielen  ergiebl  sich  lür  den 
Vok.  der  III  masc  Deklination  : 

t.  Fflr  den  Vok.  Sing,  und  Plur.  dieser  Dekl.  wird  der  Nom. 
gesetzt. 

2.  iJer  einzige  Fall,  wo  a!>g<  '.ehen  von  Kigeimauien  der  Acc. 
für  den  Vokativ  siebt,  ist  Harb.  u.  Meon  IV  30g,  409  :  mon  Jous 
signur  :  ma  émet  aber  an  dieser  Stelle  stehen  alle  Vokative 
in  der  Accusativfonn  (s.  S  ^  -ì.    Sonst  ist  der  alloinii;.  ^*okativ  *fW. 

3.  Als  im  12.  laiirli.  die  Xomin;i;ivi-  dieser  Dekl.  ein  r  nii- 
naiiiuen,  wurdi-n  diese  Formen  allerdings  auch  für  den  Vokativ 
gebraucht,  doch  zeigen  Reim  und  Silbenzobl,  dafs  die  ursprüng- 
lichen Formen  noch  sehr  lange  im  Vokative  festgehalten  wurden. 
Formen  wie  j.vy,  empcrere,  /■//<  etc.  finden  sich  im  Reim  und  lassen 
kein  s  zu.  Dtin  h  Sübenzahl  ist  :-;frc  '.'•esichert  in  den  angeführten 
Versen  aus  Aiiscans,  Fierabras,  duiil.  de  Pal.  etc.  (siehe  S.  36), 
elienso  der  Vok.  empertrt  ohne  x  im  Pîerabraa.  Einen  Vok.  xrira 
kann  ich  weder  aus  Reimen  noch  durch  das  Veramafs  nadiweisen, 
er  begegnet  nur  in  Prosalexten,  so  in  den  Dialogen  Gregors  und 
Predigten  hl.  ííortih:ir<I.  .Xiireden  wie  sin,  tniptrare  etc.,  wenn 
sie  im  Innern  des  Verses  vorkommen,  werden  gern  in  die  Cäsur 
gesetzt  Da  nun  im  Afhc  hinter  der  Cäsur  noch  eine  unbetonte 
Silbe  stehen  kann,  die  im  Verse  nicht  mitgezählt  wird,  so  kann 
man  datin  nicht  mit  Sicherheit  erkennen,  ob  die  betr.  Vok.  auf  e 
oder  a  ausginj^^en. 

4.  Die  Vok.  i^iur.  kommen  stets  im  Nom,  vor.  Als  einziges 
fìelspiel  fflr  den  Acc  fand  sich  Innu  signors  :  cors,  Guill.  de  Pal. 
5O43,  indessen  lautet  auch  in  diesem  Denkmal  der  Vok.  Plur*  signor^ 

wie  die  ühnL,n'n  Rrimc  Ì  >r\v  .-Ïm'îi. 

Auf  dem  ganzen  (iebiet  des  Alllranzosischen  liai  man  bis  ins 
13.  Jährt),  hinein  den  Nom.  für  den  Vok.  gebraucht  Noch  in 
einem  Denkmal  des  14.  Jahrhunderts,  in  dem  von  P.  Meyer  in  der 


Digitized  by  Google 


«9 


3.  Publikation  der  Société  des  anciens  textes  vcrôflTentliditen  Aben- 
teuerroman Brun  tic  la  Montagne  findet  sich  der  Vok.  fast  durch- 
jj^  jjpf  Forin  des  Nora.  (vgl.  Mussafìa  in  (1<  r  Zt^chr.  f.  rom, 
l'hil.  1  loo).  Zur  Zeit,  als  der  Accus,  eine  immer  i^mi^t^rr  Aus- 
dehnung in  der  Spradie  gewann  und  den  Nom.  verdr.iiigie,  v\urtle 
dieser  Casus  natörlldi  audi  Ììur  den  Vok.  verwendet,  und  es  iA 
begreiflich,  dafe  wir  xuweileii  Acc.  und  Nom.  in  demBetboi  Teart 
für  den  Vok.  finden.  Erst  als  man  am  Ausgang  des  14.  Jahrh. 
in  jcflem  Numerus  nur  oine  Form  festhielt  —  die  neufranzösische 
(".rstali  —  gab  es  aucli  für  den  Vokativ  keine  versctüedeuen  Ver- 
tretungen mehr.  < 


II.  PROVENZALISCH. 

%  ib.  im  I^ovensalischen  haben  wir  von  den  ältesten  Denkmälern 
an  di«<  Flexion  vollkommen  ausgebildet.  Die  Regel  vom  flexivischen 
/  wurde  festgehalten.    So  ist  sie  streng  durchgeführt  im  Boctius  und 

in  dem  am  hostet!  hiiT  cr^v'thnteîi  Alexanderfragment  (vgl.  Flciiitnor, 
Sprache  des  Alex.- Fragm.  Breslau  iSiSjì.  Weiu-i  r  sorgiTiltiq:  ist  <lie 
Passion,  doch  finden  sich  Vokative  nur  in  der  Forin  des  Nuiuinativs. 
Die  Trobadors  kannten  diese  Regel  ebenfalls,  beachteten  sie  aber 
mehr  oder  weniger  streng.'  Zur  Zeit  Raimon  Vidais,  des  Verf. 
der  Razos  de  trobar,  um  die  Mitte  des  1 3.  Jahrh.,  war  diese  Regel 
nicht  mehr  in  vnüpm  Bcwnfi^tsr-tn.  Um  die  Mitte  des  14.  Jahrh. 
war  sie  langst  im  8prachi»e\vuist!>ein  verschwunden,  untl  auch  die 
âieoretische  Kinfubrung  der  Leys  d'Amors  konnte  sie  nicht  mehr 
zu  allgemeiner  Anwendung  bringen.  Was  die  Flexion  des  Vok. 
anlangt,  so  lehren  die  beiden  (irammatiker  Uc  Faidit  und  Raimon 
Vidal  eine  völlige  (»leiclistclhmi;  des  Nom.  und  Vok.  in  beiden 
Numéris;  ebenso  natiirli«  h  die  i^eys  d'Amors  ein  Jahrhundert  spaieK 
Uc  Faidit  im  Donat  proensal^  S.  3,  4  stellt  die  Regel  auf,  dals 
alle  Wörter  auf  aire*  art  und  ire  im  Nom.  Sing,  kein  s  annehmen, 
ihr  Acc.  endige  sich  auf  -ador,  resp.  -tdoTt  ^idor*  £r  sagt  aus- 
drücklich: 'Der  Vok.  gleicht  dem  Nom.,  er  endet  also  nicht  auf 
•ador.*  Die  l'raxis  widerspricht  in  zahlreichen  Fällen.  Er  führt 
eine  Reihe  von  Wörter  auf,  die  im  Nom.  Sing,  nicht  s  annehmen 
—  also  auch  im  Vok.  nicht,  wie  maestrtt  presire,  pitsire,  uner^  die 
organischen  Komparative  melktr  etc.,  femer  Mr  (soror),  bar  (baro) 
gmser,  /fugíf,  (rrcuger.  \\"\v  finden  jedoch  viele  dieser  Wörter  mit 
s  im  Ri  im,  darunter  aiK  Ii  Vok.,  z.  R  sors  :  defors,  Flamenca  4780. 

Von  Femininis  ijeht  Faidii  die  Wörier  aiit"  -alz  und  -ntz  her- 
vor und  bemerkt,  dafs  erstere  im  Nominativ  und  Vok.  Sing,  und  im 
ganzen  Plural  auf  -a/s  aufgehen  (bontats),  letztere  im  Nom.  und 
Vok.  Sing,  auf  -«/k,  im  Nom.  und  Vok.  Flur,  aber  auf  -ui  auslauten. 
Stengel  S.  6. 


P  Vgl.  dazu  Kcimaoo,  Die  Deel.  Uer  Sub:>t.  u.  Adj.  in  der  langue  d'oU. 
Dan^  tSS«.  6.] 

*  Tiit  lic'nîcii  .iIif^lLîi  jiKivm/ ìltst  hell  Grammatiken  I,e  Donal/.  Procnsals 
und  Lai)  Ka^toa  de  Trobar,  herausgegeben  von  £.  Slengel.    Marburg  1878. 

a* 


Digitized  by  Google 


20 


Ebenso  lohrt  Raimon  Vidal  eine  völlige  GIcichslellung  des 
Nora,  und  Vok.  l^her  die  parisillabischen  Mascuüna  bemerkt  Vidal 
Alle  masculinen  VVùrler  nehmen  s  an  in  6  Casus,  im  Nom.  und 
Vok.  Sing.,  im  Gen.,  Dat.,  Acc.  und  AbL  Plur.,  und  erlialten  kein 
/  in  6  Oisob:  Nom.  und  Vok.  Plnr.  und  im  Gen.,  Dat,  Acc  und 
AbL  Sing.  —  Er  bezeichnet  das  Annehmen  des  s  als  aio/igar.  Ober 
den  Vok.  sagt  rr:  'Autresi  de  tntas  parolas  masculinas  s'alongan 
tuit  !i  vocatin  inguiar  et  s'abreujon  tuit  Ii  vocatiu  plural.  Li  vo- 
caiiu  Singular  s  alongun  autrcsi  com  Ii  nominatiu,  cl  vocatiu  plural 
s'abreujon  atttred  com  U  norainatiu.'  Ebenso  lehren  die  Leys 
d'Amors*  veischiedentUcb  die  Gleichheit  des  Nom.  und  Vok.  II  104  : 
'Lo  vocatius  es  tostemps  semblans  al  nominatiu  en  termenatio'; 
ferner  1!  154:  'Tug  Ii  nominatiu  e  Ii  vocatiu  singular  reg^ularmen 
devo  termenar  en  s  e  Ii  piural  ses  s.'  Ebenso  II  210.  —  Dafs  die 
Grammatiker  so  strenge  Regeln  für  die  Flexion  der  Subitontiva 
aufstellen,  hat,  wie  Raünon  Vida)  sdbst  sagt,  seinen  Grund  darin, 
dafs  man  im  ganzen  prov.  Sprachgebiet  gerade  ÌDbezug  auf  Nom. 
und  Vok.  ^trtv^.  und  Plnr.  schwankte,  während  Aci:.  Sing,  und  Plnr. 
überall  richtig  gebildet  wurden.  Mit  andern  Worten,  die  Kegtil 
vom  flexivischen  s  war  im  1 3.  Jahrh.  in  der  Volkssprache  auiser 
Gebcaucfa  geraten. 

Aus  alledem  folgt,  dafs  die  IVobadors' des  12.  und  13.  Jabih. 
kdne  Stmige  Norainalfleiion  innehielten,  sondern  schon  früh  Nom. 
resp.  Vnk.  mit  dem  Acc.  vermengten.  Wir  werden  daher  Vokative 
sowohl  im  Nom.  als  auch  im  Are.  nel)en  einander  vorfinden,  doch 
war  der  ursprüngliche  und  iu  älteren  prov.  Texten  alieinige  Ver- 
treter des  Vok.  der  Korn.  Zum  Beweis  scdlen  dnige  6eiq)ide  aus 
älteren  piov.  Texten  folgen.  Die  Einteilnng  und  Reihenfolge  der 
Deklinationen  ist  dieselbe  wie  im  Afn. 

§  17,  I.  Dekl.  der  Feminina.  Dieselbe  hat  der  Regel  nach 
im  Phir.  s,  im  S<hig.  nicht,  doch  findet  sich  ein  Vok.  Sing,  mit  * 
z.  B.  nuurex  de  Christ.  Mahn,  Werke  d.  Troub.  IV  67. 

,^  18.  IL  Dekl.  der  Feminina.  Nur  Vok.  Sing,  sind  belegt 
und  zwar  im  Nom.  motz!  im  Boëtius,  Bartsch  Chrest  prov.  4,  27. 
Der  Vok.  mrs  Im  Bertran  de  Born,  ed.  Stimming,  Lied  41»  >  7 
rflhn  vom  Hrsg.  her.  Die  Hs.  haben  morL 

Ein  häufig  begegnender  Vok.  ist  AmorsU  so  Jaufrc  Rudel  ed. 
Stimming  K^,  i,^:  45,8;  amors  :  ^<>vors  Flamenca  2695  and  öfter. 
Chatiso  J  Mahn  Werke  I  160  wechselt  mit  cAansos  1  139. 

Be//a  donna  gat'a  e  valcniz, 

Pros  e  cortoza  e  conoisseniZt 

Flor*  de  MkO»  *  ßors  ^mmt^ 

Ihrs  de  jmm  e  de  vahrs.  Mahn  Werke  II  154  fi\ 

■  Stengel  S.  74  «. 

^  >ronumeois  de  la  lilléralure  Konume  par  M.  Gaticn  •  Arnouit.  foo« 

luuse  1842. 


Digitized  by  Google 


■ 


verat'.f  fums  e  darlolz  :  plalz,  Guiraut  de  BomeiL  P.  Meyen, 
Recueil  etc.  I  82,  Chrest.  prov.  99,  19. 

S?  10.  III.  Dekl.  der  Feminina,  bäh  sors  :  defors,  Fla- 
menca 4780. 

§  20.  i.  DekL  der  Masculitia.  Vokativ  Siiigularis.  Vok. 
mit  i  sind  nidit  ddior  m  belegen.   In  den  filtesten  Prosaleaitefi 

des  Pro\  enzalisohen  aus  dem  1 2.  Jahrh.,  der  prov.  Obenetsung  des 
Johannis-Evangeliuîns  sowie  in  den  von  P.  Mt  yi  r  horausgc2:ehcnen 
Sermons  Limousins lassen  sich  nur  wenige  Vok.  nachweisen;  Faer 
Job.  Ev.  Kap.  17  V.  1,  21,  24;  Patr  jus%  =  Pater  juste, "Job.  Ev. 
Kap.  17  V.  25.  —  In  poedschen  Denkmälern  finden  ikb:  pt  ophHt 
in  frans.  Fonn  Passion  47d;  frm  :  -atrep  Gir.  Robb.'  8283.  £benso 
fraire  metrisch  gesichert  €9m  frmre  ê  €W9  amtt  Gir.  Robb.  5225.  — 
bd  stn,r  Pill  IC  I'Jamenca  log. 

Vok.  i'lur.  1.  maRc.  DHcl.  kann  ich  nicht  belegen. 

8  21.  11.  Dekl.  der  Masculina.  Vokativ  Singularis.  Im 
Boetius  findet  sich  nur  die  latinisierte  Form  (knme  paUr,  Chrest 
pfov.  t6, 22  ;  sonst  ist  die  gewôbnlicbe  Form  in  der  älteren 
Prosa  tiotttt  Job.  Ev.  13  v.  6,  25,  36. 

In  einem  Gedicht  «les  Trobador  Marcaljrun  (L'autn'er  jost'una 
sebissa)  steht  am  ÂnÊuìg  der  Strophen  Tom  abwechselnd  mit  Don, 
ChresL  prov.  00. 

Von  Vok.  Sing.  IL  Dekl.  begegnen:  reit  Seim  Um.  Chrest 
ptov.  24,  19;  amiex,  Pass.  38  a;  vert  rex,  P&ss.  76a. 

Im  Girart  de  Rossilho:  amicx . .  .  penedensürt  :  -Ìers,  Chrest. 
prov.  39,  34;  amicx,  ib.  38,  10;  don  reis,  ib.  3?,  in;  rm  dei  cel,  ib. 
42,  17;  don  vila  pautonitr,  ib.  43,4;  En  lausengur  :  -ier  Gir.  Ross. 
V.  4438. 

Bertran  de  Born,  ed.  Stionning:  Ritt  de  Framta.  2,36;  Gent, 
fm'es  cors  f  remet  €  verait  e  ßt  :  de  mon  pais  19,  17  ;  MaifoHt,  joglars 
malaslruc  :  faissnc  etc.  24,  1.  Stimmint^  bemerkt  zu  dieser  Stolle, 
dafs  das  im  Vok.  erforderh'che  a  des  Keimes  wegen  abgefallen  sei. 

fífh  dous  Mamcdes  y/s  :  coaqui>,  bei  (iaucelm  Faidit.  Chrest. 
prov.  145,3.  —  J^jez  Gram.  11^42  führt  als  Beispiel  für  das  Vor- 
kommen von  Nom.  und  Acc.  im  Vok.  ebie  Stelle  aus  dem  Grafen 
von  Poitiers  an,  wo  dorn  peiigrm  :  -in  (latin  etc.)  vorkommt.  Das 
betr.  Gedicht:  En  Alvernl;a  etc.  befindet  sich  in  Raynouards  Choix 
V  I  t8.  —  corkt  mettaigiers  :  voluntíers,  Choix  LU  88  aus  Bernard 
de  Ventadour. 

Im  Roman  de  Flamenca  (hrsg.  v.  P.  Meyer)  haben  yAt  hHt 
0tUt  V.  2398  metrisch  gesichert  —  JVÀríhmÌMÌ,  belt  amix  :  enix 


*  S.  Bartsch ,  Grnndriss  der  prov.  Ut  §  12.  Abfednickt  in  BartscV 
ehrest,  prov.  S.  7 — 16. 

*  Jahrbach  Vn  8t — 84.  Chrest.  prov.  23—26.  P.  Meyer,  Recoefl  etc. 
140 — 43'    Die  vollständi^^e  Ausgabe  von  Chabaneau  war  mir  nicht  zui^'äni^'lidi. 

*  Gir»r4  de  KoMÜho,  herausgegebea  von  Conrad  HofnEuuia,  ia  Mahn, 
Werke  der  Troab.  Teil  I.  BerUn  1855, 


Digitized  by  Google 


22  \ 

H50;  :  r\c\  -150.  68  iS;    imix  hâtifîg  îm  W-rsf  31(17,  31 ''>2  etc.; 
èd  saur  Dteus  :  mieus  5059.    Der  V  ok.  lautet  auch  Deu  1095,  4578. 
Alasl  Coitm  makmrait 

Engelosit,  etigiat^tuiU  1165.  fib  im  Innem  103,  126. 
Mahn,  Werk«-  der  'I  roubadours:  Büs  ûmicSf  amnen*  t  60s  : 
amoros  188;  ;l/i'.r  /u-/s  f.or.v  I  21. 

/ieà  tJous  Envies  Jrancx  et  ardüz 

CwkSt  essmka/St  estemüB  :  -itz,    Mahn  Werice  I  379. 

Smktrs  Dteus,  drechuricrs,  cars, 

Humät,  respkmdau  e  dars,    1  215. 

Jhesus  ütnnipoinis 
Reys  dreiiurürs,  hum'ls        :  guireus,  11  175. 
Heyi  grämt» t  kmrai»  :  «ilendate  IV  27  ;  Rat  ghrios,  vtruü 
huiu  1  82  (Guir.  de  Bor.). 

K  ditz:  Ai  sacrifizi',  /òesu  Chriaf  <ìr,  i.'urem  13p»  8Ìa  sobrcrs. 
r.  Alcyer,  Recueil  I  107  ;  Albigenserkrieg  841 1. 

Im  Brevjarì  d'amor,  ed.  Azais,  findet  sich  im  Vole  der  Nom. 
/vnirv*  onuÊ^oíem  :  gens  14507. 

«f  *  cfltsliaìs  :  terrenals  (Acc.  Plur.)  14656;  :  mais  (Acc.  Plur.)  14075. 

?2.  Vokativ  Pluralis.  Als  fütrstt  r  Vok.  Plur.  begegnet: 
Fiiitíht  Ev.  Job.  13,33;  übersetzt  das  lat.  lilioü.  —  Im  Girart  de 
Rossiiho:  mei  emapamkierx  -ier  v.  7160;  frmu  cheoaUir,  har^  wumbrai, 

No  rcspondam  b1  rd  oltracujat  v.  1082;  im  Versinnem:  frone 

ihi: alür,  Chr<-st.  prnv.  3  t6.  F^ih.  i/nufos,  fementif  iatiscn'^icr  :  -ier, 
Hertran  de  Horn  15,  je;  ;  (  \iiaian  tsijmus,  ib.  6,41;  ^ttihor  cavalier  : 
mestier.  Flamenca  /932;  Senhors  franc  ccrvaücr,  Albigenserkrieg  8243; 
neben  eavaiert,  ib.  8216. 

In  den  Anciennes  poésies  religieusi  s  on  langue  d*oc,  zuerst 
von  P.  Meyor  herausgegeben,  dann  abgedrui  kt  in  der  Chrest.  prov., 
begegnet  ein  \'<»k.  î'inr.  :  J/îV  amie  e  mei  fiel  :  lu  f^a/.el,  Chrest.  17.  i. 

§  23.  lu  den  l>ehandelten  Texten  bemerken  wir,  nach  den 
angefOfaiton  Beispielen,  schon  früh  eine  Vermcuguug  des  NooL  und 
Acc.  rar  Vertretwig  des  Vok.,  namentlidi  des  Vok.  Sing.   Der  Vok. 

Plur.  erhielt  .sich  länger  in  der  Form  des  Nom.  Rein  von  der 
erAiähnfen  Vermischung  sind  die  Prosatexte,  der  BîkHIus  und  die 
Passion.  Im  Anfang  des  12.  Jahrb.  brauchten  die  Dichter  schon 
Nom.  nnd  Acc.  fiür  den  Vok. 

fi  24.  III.  Dekl.  der  Masculina    VokaUv  Singularis.  Der 

am  häufigsten  auftretende  Vok.  Singl.  dieser  Deklination  ist  stnhert 
p:erndc  im  Afrz.  siri.  Y.x  iindct  sich  xaecst  in  den  Sermons 
Limousins:  O  seiner  dem,  Chrest.  2  \, 

Im  Girart  de  Kossiiho  i.st  er  seiir  hauiig.  sea/ier:  Chrust.  3Ó,  32; 
37, 1 2  ;  39, 1 1  etc.   Attiser  smÂer  haben  wir  im  Vok.:  ôoi  m  bar* 


<  Bcssei  mit  T<>bl<  1  zn  Kchrdbeii:  al  sacrifia,  und  die  Rede  ent  nach 
dieacm  beginnen  2u  labten. 

*  pmr0*  dnzaieLMii,  da  es  die  gewSmliclie  Form  ist  im  Brer.  d'am. 

*  rtis  to  bessern. 


Digitized  by  Google 


2S 

ÒÊiiB  :  HttSp  Qirest  44,  2.  ònis  neps,  Gír.  Ross.  933»  1688  ;  fd!  8720; 
ghl.  îb.  5213  im  Reim;  rmwx  frairtj  ib.  5225,  8700;  tratker  8148. 

Bertran  da  Horn:  íí-//^'/  3,11;  26,16  etc.;  hat  6,21;  senhtr 
ttt  coms  ^,0,  i;  seuhir,  Malni  Werke  I  i6i  ;  11  9  ;  II  175;  senket  s 
I215;  Siinher  Frai$ifs  ^Arnaud  de  Marueil,  Ais&i  cum  seih....) 
Choix  III  215;  Sahkure  Crist  (Gull.  Figucira,  ToU  hom . . .)  Mahn 
Werke  II  175.  Bei  Feire  Vidal  findet  sich  auch  der  Acc  als  Vok.: 
eiltest,  prov.  I07»33;  Borw  Jaml  Ebenso:  Emptrador^  Mahn 
Werke  II  q. 

Flaiuerica:  bei  sengtut  :  estreiner  6 130;  bei  seiner  :  feiner  7071; 
hei  umr  €art  :  avars  2244 ;  pars  :  1 235.1  Auch  M*  afurs  cars  3790; 
M  SMtr  biltmiroiz  :  apensatK  3656. 

Albigenserkrieg :  Senker  rris  SenJur  coms  8^00, 

Im  Evangile  de  l'Enfance,  welches  dem  14.  Jahrhundert  an- 
gehört, haben  wir  neben  senher  Chrest.  prov.  386,40;  387,  7; 
388,  22  etc.  beidtB  den  Vokativ  wum  fffan[t]  Chrest.  385,  38.  42  ; 
383.  31. 

^  25.  Vokativ  Phiralis.  In  den  Sermons  Limousins  Iniitot 
der  Vok.  I'lur.  seimr  und  senor^  Chre^L  prov.  25,  2Ö;  Meyer,  Kc- 
cueii  I  40—43.  Der  früher  Boëdus  20  angenommene  Vok.  Plnr. 
enfants  (Dies  Gran.  II  42)  »t  mit  Recht  durch  die  Lesart  rmtm 

beseitigt  worden. 

(iirart  de  Rossiihn:  haro  :  glnto  (Acc.  Sing.)  578S;  senhor, 
Chrest  34,  16;  Ciiattiador,  Jaufre  Kudcl  50,8;  Baron ^  I^rtran  de 
Born  6,  37;  44,50;  1  33  etc.;  wthor  :  plor,  Mahn  Werke  I  39; 
CkoHtador  Mahn  Werke  I  q8;  senhor  :  -<,r,  Choix  III  51,  5  ,  88 
(Bern.  v.  Ventadour);  vgl.  Raimon  \  idal.  Stengel  S.  76.  In  diMii 
(»edicht  des  Bern.  v.  Ventaelour  (Malin,  (  ledii  hie  !!  3  {8,  3  :  I  'rv 
pessameu  etc)  steht  der  Vok.  Plur.  sa'gnors  in»  Keim  auf  -ors,  durch 
alle  Strophen  hindurch. 

Der  Diditer  des  Albigenserkrieges  -  bietet  ebenfalls  Senhors 
V.  82 16,  8290,  daneben  auch  den  Nom.  för  den  VoL  Bei  compamiioi 
sehr  häufig. 

^  26.  Schluf».  Aus  den  wenigen  erhalteneu  Vokativen,  die 
in  der  IL  masc.  Dekt.  genügend  bel^  sind,  ersehen  wir,  dals  im 
Provenzalischen  seit  den  ältesten  Texten  bis  ca.  zum  1 2.  jabrii«  der 
Vok.  in  allen  Deklinationen  und  Xtuneris  die  Form  des  Nora,  ge- 
habt hau  Seit  den  ältesten  Denkmälern  ist  die  prov.  Nominal- 
flerion  vollkommen  ausgebildet.  Die  Fan.  IL  DekL  haben  von 
Anlang  an  /,  und  auch  bei  den  Masc.  IL  Dekl.  ist  die  'règle  de 
Ts'  streng  gewahrt.  Sxúi  Anfang  des  12,  Jahrh.  beginnt  der  Verfall 
der  Flexion,  alsi)  früher  als  im  Alt  französischen.  Die  Trobador- 
lieder  zeigen  daher  auch  \  okative  im  Nom.  und  Acc  tteben  ein- 
ander. Die  EL  mnc.  Ddcl  adieint  die  ihr  eigentümlichen  Nominative 
die  also  auch  fìEtr  den  Vokativ  dienten  —  länger  festhalten  au 


*  Das  im  Text  stehende  car  v.  I23f  ist  in  ears  s«  be»«eni* 
■  V.  Meyer,  Recueil  i. 


Digitized  by  Google 


24 


haben  als  die  übrigen  Deklinationen,  wenigstens  begegnen  Vokative 
dieser  Dekl.  in  der  Form  des  Nom.  noch  in  später  Zeit  Der  Ver- 
t'all  der  Flexion,  die  Verdrängung  des  Noii).  duidi  den  Acc,  ging 
sehr  rasch  vor  sich,  tiinl  iin  13.  und  14.  Jahrb.  waren  auch  wissen- 
schaftliche Werke,  wie  dasjciiij^e  Rairaon  Vidais  und  die  Le) s 
d' Amors  denselben  nicht  mehr  aufzuhalten  im  Stande,  trotzdem 
sie  eitrij^'  hemfiht  waren,  die  alte  Ordnung  und  Regetmafsigkeit 
wieder  in  die  Sprache  etnxuf&hreo. 

Auch  för  das  ProvenzalLsche,  wie  fur  die  romanischen  Sprachen 
überhaupt,  ist  ein  Überrest  drs  lateinischen  Vok.  nicht  anzunehmen. 
Nora,  und  Acc.  teilten  sich  in  die  Vertretung  dieses  Casus.  Eine 
einzige  Ausnahme  macht  vielleicht  der  Vok.  Sing,  ûíom  oder  don  « 
lat  domine,  der  besonders  häufig  in  einem  alten  Prosadenlanal 
(dem  Joh.-Ev.)  auftritt,  ta  einer  Zeit,  wo  der  Nom.  der  alleinige 
Vertreter  des  Vok.  vor. 

Níîr  das  W'allachische  (Diez  Gram.  IP  57)  kann  sich  rühmen, 
noch  heute  eine  besondere  Form  für  den  Vok.  zu  besitzen,  die 
höher  entwickelten  Schwesterspradien  jedoch  nicht. 

Es  sei  mir  vergönnt,  auch  an  dieser  Stdie  meinem  hocb- 
vn^ehrten  Ldirer,  Herrn  Prof.  H.  Suchier,  den  wärmsten  Dank 
auszusprechen  für  die  vielseitige  Uuterstfitsung,  welche  er  dieser 
Arbeit  hat  zu  teil  werden  lassen. 


Digitized 


<VlT  A. 


Natus  siim  Alborlus  lít-ver  in  rrgiotiis  I Iayllo^viel^si^  vico, 
cui  nomcn  est  Conradsdori,  dir  raciisis  Jiilii  a.  h.  s.  LIX,  patro 
Roberto,  verbi  diviiii  miiui^lra,  uiatrc  Alhcrtina  c  geutc  Lcskc, 
pnematura  morte  mihi  ereptis.  Fidcm  profiteor  cvangelicam.  Ut- 
terarum  démentis  imbutas  gymnasium  rcalc  l\a\vidense  per  octo 
annos  frequiîntavi.  Maturitnti^  tf^stimoniti  instriKiiis  ÎMf>untr  v<?rf 
a.  h.  s.  LXXVII  luiniero  civiuni  universiiatis  Kridcricati  iiuilclmae 
Berulinenais  adscriptus  .suiu  el  iu  :audium  linguurum  rccentium  et 
g«ognpbiae  incubtU.  5^holiti  întcrfui  profcssorum  iKustrissimoran: 
£.  Curtius,  Hanns,  Kiepert,  I.epsiiis,  Nîtxsch,  Steinthal, 
Tohlrr,  île  'l'riiî  schkc,  ZclW-r.  Ziipitza.  Napirr.  Umim  prr 
semestre  scminarii  -rVnglici  licroliiii'iisis,  J.  Zupiizac  auspiciis,  sodalib 
fui  Ordinarius.  Qaattuor  vtTO  semcstria  Beroltni  vcrsatus  univotsi- 
latem  Fridericianam  Halens^  adü  et  per  quattuor  seroestria  Scholas 
audivi  virorum  clarissimoruin :  Crediu-r,  Droysi'n,  Dûinmlor,  Elze, 
r, rring,  Haym,  Kirchhoff,  K ramer,  J,  Schmidt,  Schum» 
Suchier,  Thiele,  Zacher,  Aue. 

Ad  sdentiam  linguae  anglicae  excolendam  m.  Aug.  a.  LXXX 
in  Hritaniam  me  contnlL  Ubi  cun  vigmti  menses  et  in  Franco- 
pallia  brevius  temporis  spatium  varsatus  assem»  in  patriam  revins 
Ilaias  redii. 

Bcuevoleniia  Horiuanni  Suchier  et  Alfred»  Kirclilioll  luiiii 
contigit  ut  per  tria  semestria  seminariorum  Romanîd  et  Geographid 
essem  sodahs    £xerdtationîbus   pliilosophids  a  vir.  ill.  Tbîele 

institutis  unum  per  semestre  interfin'. 

Quibus  omnil'us  viris  optime  de  me  meritis,  imprimis  aulem 
llermauQo  Suchier,  gratias  quam  maximas  habco  semperquc 
babebo. 


Digitized  by  ooûïïït 


Digitized  by  Google 


für  ben 

IDeiIluactîtstiídî. 


-a- 


IPiebecunt  nat^t  daô  fc^önfte  ber  %t\u  unb  forgli^ie  Siebe  fc^üft  fic^ 
Ol,  bm  (S^fiioum  su  f(ŷiit<Ubn  unb  <Sokn  fût       unb  $cc|  banmier 

ttUflflÉDBlÉfeËtt.    ^HflfflÉV  BnBftÉtt  l^ft^B  ttlSCK  Altttff  ^Slttft  AUY  DCHI  ^SICÉDBftDBlf 

üf^  nie  su  fehlen,  nur  »Hb  ble  Sa^I  imtet  bcr  SQOe  urib  naflé  bct 
^(iiliittagc  Gebotenen  fdiu^er 

Sknn  icfi  eö  untcrticiinu*,  bie  üluoiüaljt  ju  eiicidjtern  unb  Sie  burd; 
MefeS  !^r)ei4)niß  auf  eine  fnappe  ^ai)l  ju  Qkfd^nlen  ^eroorragenb  ge^ 
eigneter  9(cb  ^insuneifen,  fo  gefc^ie^t  btei  te  b«  HiteTseugung,  ba^ 

fBnpp  «1  oit|Cioc  fnmngxtiyfn  nwww  mnw  jUfvt  m*  9fvt*  «0*191 

9tflRf|eii,  9>«iHciiabc))te|  10.  4% 


t  ^ofta^llaiibfnig  mb  V«tii|««iat. 


Digitized  by  CoŒKle 


mit  €inlritiiugea  pon     Il^endt  uni>  «C.  I^eciiigno. 


m  M  «MM» 

citf.  frt).  in  (0  mt.  M  30.—» 


rirg.  geb.  in  9»f.  JK^.— v 
>  ^IMMiqk«ii»  70.-. 


Jllit  Ctnleiittitden  «nb  2(itiiifrfiinffR  9on  fiobcrt  '^or^tcgn* 


Hi^SMt  tn  6  ViNbni; 
tXt^  fctHun^fii  22.50. 
3ii»d>itaw|lwi>UIC80.-> 


cicsani  frban^tn  Ut  30.— . 


JRU  CbiltHungen  mib  ^itmfifnntfit  OMt  «iSfii  Ml^c  nn^ 


4  Bdnbf,  rlrgonf  gttnnbrn  M  !!>-—. 
3»  Qan>fnitijiKiti»  ^20.-. 


ïtôrnet. 

3n  Qatbfta«ifranb  JK  8.50. 


CljflniiiTo. 


2  ©Anb».  flr«  «rb.      7  fiO.   3n  Çoliftanjkanb  JL  \0. 


^IfflftEfpgflre. 


jgatoc  ^cott 

Hol  ia«ff«t|ft  «iik  f)«caas^cSfit  oon  tV^  Cfl|lfi|iBtt3« 

}Ib«!|      br^ietjcn  la  2  5nirn  4.4(22.50. 

Sur  ^Çaraïtftifti!  bîcfcr  ITuSgaßtn  ijl  |u  fagen: 

Utetaiijci/e  Bearbeitung,  bte  toett^ooQen  (îinieitungett 
uÉb  •tiftiltctungen  kforgten  Mt  berufenfien  (Skle^cim.  —  3*^' 
n«tt8  bct  9li»fl(otioiicn  i|l  «tif^Itelß^  bai  (cbtttMcm  SMàdm 


Digitized  by  Google 


Sitzungsberichte 

der 

kOüi^L  bayer.  Akademie  der  Wisaenachaftea. 
Philosophisch-philologische  Classe. 


SiteOQg  vom  i>.  November  1880. 


Herr  Maurer  hielt  einen  Vortrag; 

„Ueber   dir    W  as  serweihe   d6B  germftlli- 
scheu  Heidenthums.^ 

Derselbe  wird  in  den  „Abiumdlmigen^^  TeröffiBnÜiclii 
werden. 


Herr  Hof  mann  hatte  eöngeseliickt  eine  Abhandlung  des 
Herrn  Alphone  Mayer  in  liandebnt: 

„Waldensia." 

Die  Sehnftwerke  der  Waldeaaer  lieMen  sehen  in 
firilheren  Jahrhunderten  Mftnnem  wie  Morland,  Léger,  Per^ 
rîn,  die  sieh  besonders  mit  der  Qesehiehte  jenes  kleinen 
inteceflsanten  GebirgsTolkes  besohSftigten,  rdehliehe  Ans* 
bente.  Aber  meistens  waren  es  nnr  Anssttge,  Uehersetsnn- 
gen  oder  Bmebstfieke  der  waldensischen  Idteratnr,  wie  es 
eben  der  Zweek,  lür  den  sie  bestínimt  waren  ^  erheisehte. 
Erst  bei  Beginn  unseres  Jahrhunderts  hat  der  Qrflnder  der 
roDMHiisohen  Philologie,  Raynouard,  einsehie  Stücke,  so 
hanptaichUch  die  Nobla  Leyeson  und  la  Barea  in  seinem 
[i88O.LPlia.-pbiLhÌ0t.CLfid.L5.J  8« 


556    aiUmtg  dtr  philoirpkitol,  OUme  vom  6.  Nmembar  1880, 

Werke  „Choix  des  Poé*íies  originales  des  Troubadours"  wie- 
dergegeben. Auch  hier  lässt  die  Vollständigkeit  zn  wün- 
schen übrig.  Um  eiiieu  kleinen  Theil  der  noch  vorhandenen 
Schriften  4Ìler  Waldenser  der  romanischen  Philologenwelt 
zngiiuglich  zn  machen,  wurde  die  Reise  nach  Dublin  unter* 
nommen,  wo,  nächst  Cambridge  und  Genf^  die  ältesten  aod 
hesieD  Manoscripte  sich  befindoi.  Der  erste  Plan  war,  den 
Pbysiologu>,  der  sonst  in  keiner  andern  Handschrift  Tor- 
kommt  und  nooh  als  solcher  anbekumt  war,  zu  kopieren 
und  der  kgl.  bayeriaolien  Akademie  sur  Verfügung  zu  stellen. 
Aber  bald  aeigte  es  sieh,  dass  ieh  in  knner  Zeit  eine  er- 
giebige Ansbeute  jener  Haadseluriften  maohen  konnie,  so 
dass  es  sieh  nieht  mehr  dämm  bandeln  kann,  ein  einaelnes 
StQck,  wie  den  Physiologus,  getrennt  an  ▼eröflbntlichen. 
Es  erseheint  nun  vielmehr  geratbea,  eine  Oesammtausgabe 
aller  wichti^n  Werke  der  Waldenser  an  yerrastalten  nnd 
dieselbe  sobald  wie  möglich  Torannehmen.  Ein  wichtiger 
Sehriti  ist  dnreh  meine  Arbeiten  in  der  Bibliothek  des  Tri- 
nitj  College,  dessen  Vorständen,  besonders  Dr  Ingram,  ich 
Í8r  ihr  fimmdliohes  nnd  bereitwillige^  Entgegenkommen  an 
grossem  Danke  verpfliehtet  bin,  bereite  gesdiehen. 

An  jenem  Orte  befind  eo  sieh  nicht  weniger  als  7  in 
waldensisoher  Sprache  geschriebene  Codices,  ohne  der  awei 
andern,  die  grössten  Theils  lateinisch  sbd  nnd  Dokumente 
Aber  ▼erschiedene  P^ocease  gegen  die  Waldenser  enthalten, 
an  erwihnen.  Das  wichtigste  Mannseript  nnter  diesen  7 
ist  ohne  Zwnlél  C  5.  21,  welches  die  Gedichte  nnd  den 
Phjrsiologas  nm&sst.  Die  Gedichte  stehen  auerai,  ?on  denen 
Nofd  Confort  (389  Verse)  die  Beibe  beginnt.  Es  ist  eines 
der  besseren  Gedichte  and  an  manchen  Stellen  poetischer 
als  die  soTÌél  gerOhmte  Nobla  Leycson.  Die  Eitelkeit  der 
Welt  bildet  den  Hauptinhalt;  alles  ist  Tmg,  Ehren,  Reich-  ' 
thfimer,  praebtTolle  Kleider  nnd  kostbare  Stône;  der  Mensch 
soll  seinen  Bück  hdher  richten  nnd  sich  von  dem  thöriohten 


Digitized  by  i^O  3gle 


AJjphons  Mayer:  Wtàdemia.  567 

Pompe  der  Welt  nidit  beemflnmn  iMaen.  Ei  Ìfttigt  mit 
foigeDden  Wortea  an: 

Aqa^  noQél  confort  de  Tertaos  lauor  > 
Mando  tos  scrivent  en  carita  e  amor, 
Prego  vos  carament  per  l'araor  del  segnor, 
Habandona  lo  segle,  serue  dio  cum  teiHür. 
Uos  dorme  longament  en  la  uostr;!  tristicia 
E  non  uole  uelhar,  uias  segue  la  pigricia, 
Soantnent  reptiusar  al  leit  d*  anaricia 
Façeut  al  uostre  cap  cussin  de  cubiticia, 
Tota  la  uosira  vita  es  uq  petit  doruiir 
Dorment  von  sojma  un  sojme  de  placzer. 

and  endet  mit  den  Vereen: 

Ara  iiene  el  die  dar  e  non  eia  negligent« 
Tnbnsa  a  la  porta,  hiCM  nertaoeament 
E  lo  saat  aperit  noe  bnbrire  docsament 
B  amenare  noe  a  la  gloria  dél  oel  nerament» 
üeee  e  non  atenda  a  la  noit  tonébroea 
Ijaqnal  es  mot  acara  cribla  e  apanentoaa; 
Aquel  qae  Ten  de  noit  ja  Tespes  m  Tespcaa 
Non  habrire  a  lui  la  porta  preciosa. 

Das  Folgende  Gedicht  handelt  von  dem  Sämann  nnd 
enthält  darauf  bezügliche  Lehren.  Die  Ueberschrift  ist: 
Aici  comencza  Tenangeli  de  Ii  qaaire  semenos  und  fängt 
anf  folgende  Weise  an: 

Ara  perlen  del  anangeli  de  Ii  quatre  aonencs 
Que  Criat  parlaoa  al  a^e  preaent, 
Per  qoe  el  bagnea  al  mont  alcan  eomenccameni, 
De  la  aoa  creatnia  engenra  norellameni 

und  hat  als  Schlassverse  : 

■ 

En  solacz  e  en  déport  tota  lor  Tia, 
Gar  aerra  filh  de  dio  payre  d*amilita, 

86* 


556   SiUmtg  i«r  phHos.-f^Sat,  CImm  wm  9.  JfwmSber  1980. 


Posseasiren  la  gloria  per  propria  hérédité 

Seren  angel  glorioo  laç«nt  en  clarito. 

Per  tiilt  temp  latare  denant  lasanta  irinîta. 

Das  dritte  Gedicht  ist  ,.la  Barca''  {AAO  Vei-^e).  Es 
bandelt  von  dem  Menscben  uiul  vom  Leben.  Adam  wurde 
von  Gott  mit  dem  ni*^driu;steii  Klementp,  der  Knie,  geachaÜeu, 
niul  seit  der  Zeit  k  unmon  die  Menschen  mit  der  Sünde  aur 
Welt.  Wir  sind  nu!  die  8pei.se  der  Würmer,  nnU  während 
unsere  Vorfahren  ö  und  BÜO  Jahre  alt  wurUeu,  erreichen 
wir  kaum  öO: 

Fait  aen  apres  manjar  de  uerz,  massa  de  paridiua, 

L^a  de  fiioo  a  sentir  grant  ardnra, 

Li  albre  de  lor  meseyme  perdaon  free  ddeitinol, 

L*oine  de  si  aon  rent,  si  non  fme  encreisinol, 

Loqnal  es  nerm  e  leudenas  e  peolh  habominiuol. 

Vin,  oli  e  balaemo  salb  de  Ii  albre  Uqnor, 

Stercoia  e  oriaa  salb  de  Ii  ome  pndor, 

Oit  cent  e  ooo  cent  an  selon  Ii  ome  haner  oesca, 

Me  reoorda  en  1*  eseriptara  baner  legi; 

Mas  al  temp  présent,  eoœa  di  SalamoHi 

Uiore  cent  an  es  fora  de  saezon, 

B  mot  son  rar  aqnilb  qoe  passan  tant  eoant, 

£  qui  naj  entro  a  oìtanta,  la  soa  nìta  ee  abasiant. 

Und  da  das  Leben  nichts  ist,  so  möge  der  îSiiuder  wohl 
Aclit  geben,  womit  er  sein  iSohiâ'  befrachteti  das  ihn  in  eine 
andere  Welt  führt: 

0  miser' peoeador,  or  te  pren  garda, 
De  qoal  marcandia  ta  cariares  ta  barca. 

Vom  klugen  Kaulmann  und  k^chiffer  heisöt  es  : 

Quant  lo  saoi  marchant  aribare  en  aquel  port, 
Cum  grant  paur  intrare,  mas  el  baure  confort, 
Qoß  la  bona  marchandia  lo  secorra 


Digitized  by  Goo 


jUphom  Mayen  WcM/tima, 


m 


D'or  e  d'argent  e  de  peyra  preciosa 
De  que  el  ha  fait  stioa  e  bona  cargia, 
£ncara  aanorra  n*a  mes  en  la  soa  barca. 

An  dieae  Gedichte  reihen  eich  zwei  andere  iJPayre 
eternal'*  (158  Verse)  nnd  einee  ohne  Titel,  das  wohl  iden- 
tieeh  eein  mag  mit  dem  Gedichte  in  der  Genfer  Handechrift» 
bekanni  nnter  der  Uebenchrift:  ,,IjO  deeprecii  del  Mont^* 
(116  Veiae)»  Nnn  folgt  die  Nobla  Leycion,  die  schon  so 
▼iel  Streit  Tenirsaebt  hat,  weil  sie  die  Jahressahl  1100 
entbilt  Einige  behanpten ,  es  müsse  1400  heissen ,  da  in 
der  Oámbrídger  Handschrift,  das  nicht  gat  ansradierte  Vier 
noch  sichtbar  und  in  der  Dnbliner  Handschrift  e  oben  hin- 
auf corrigiert  sei.  Dieses  e  —  und  wird  auch  fur  das 
Zoichen  a  ~  quatre  gehalten.  Der  Anfang  der  Nobla  Leyc- 
zon  mit  der  bestrittenen  Stelle  heisst: 

0  frajres,  entende  nna  nobla  leyeion, 
Sonent  deoriaa  nelhar  e  istar  en  oraczon. 
Car  nos  uehen  aqnest  mont  esser  près  del  chaaon. 
Mot  deorian  esser  eorios  de  bonas  obras  fiur, 
Gar  nos  neben  aqnest  mont  de  la  fin  apropiar* 
Ben  ha  mil  e  oent  an  oompli  entierament. 
Qne  foscripta  Tora,  car  sen  al  derier  temp, 
Poe  deorian  onbitar,  ear  seil  al  rémanent. 

Wenn  man. die  Zahl  1100  bestreitet  nnd  UOO  liest, 
80  verschwindet  auch  der  Nimbus  für  das  hohe  Alter  des 
Gedichtes.  Dass  aber  die  Waldenser  schon  lancée  in  den 
Bergen  Piemoats  gewohnt  haben  niü.~s-eii,  kann  man  schon 
au.«4  ihrer  Volk«zahl  von  800,000  pchliessen,  wie  in  einer 
Petition  MaureFs  und  Masson's  an  liucer  und  Oecolauipadiua 
im  Jahre  1530  ausführlich  zu  lesen  ist  (HS.  C.  5.  18): 
,,Lo  nostre  pöble  es  en  la  plus  graut  part  benîg,  simple  e 
rnstic,  e  manjant  lo  seo  pan  del  lauor  de  las  soas  mans  e 
desparti  eu  moti  luoc  per  las  sovcndieras  persecucious  e 


560    aUimtg  äer  fhOoB^-phaa»  Clasêe  vom  $,  Scvember  ISBO. 

despersi  per  graut  spaci,  car  de  l  estremita  de  iiua  fia  a 
Taatm  hya  pius  d'oyt  cent  milh  e  per  tot  sotmes,  Tolba 
O  non  voHia,  a  las  seguorias  e  a  Ii  preyre  papistie." 

An  einer  anderen  Stelle  finden  wir,  dass  die  Einwan- 
derung vor  mehr  als  400  Jahren  statti/efnnden  iiahe:  ,,Car 
acsco  que  tu  entendas  uua  vecz  nos  tais  quais  »Mise«ína<lor 
d*iui  pöble  paaret  e  petit  loqual  endemora  plua  de  4  ce  ni 
an  entre  las  cradelliscimas  spinas 

Diese  Ân^be  würde  die  Einwanderung  jenes  Volkes 
nach  Norditalien  wenigstens  bis  in  das  Jahr  1100  zurück- 
schieben, was,  wenn  sie  richtig  wäre,  für  die  Nobla  Leyezon 
sicherlich  aueh  von  Bedeatnng  sein  würde.  Es  wäre  lange 
Zeit  noch  vor  Yaldo  gewesen,  dessen  kleine  äehaar  von 
Lyoner  Armen  in  jenem  Volke  aufgehen  musste  Schon 
die  Sprache  lässt  es  als  nicbt  sebr  wahrscheinlich  erscheinen, 
dass  Valdo  und  seine  Ljoner  die  V&ter  der  WaUenser 
waten  I  denn  die  Waldeneer  baben  eine  Abart  des  proven- 
çaliteben  Dialektes,  wabiend  Lyon  noch  in  die  Zone  der 
Laogne  d*oSl  gebdrt.  Die  Frage  nacb  der  Herknnft  dieses 
VoUdss  ISast  iidi  jedocb  niebt  leiebt  beantwçrten,  obwohl  man 
seine  Wicjge  In  der  Provenoe  Teroratben  du!  K&nnte  man 
aber  mit  Sieberbeit  diese  Frage  beantworten  »  ao  wie  die 
Zeit  der  Einwandenmg  approzimativ  bestimmen,  so  wire 
ein  grosser  Sobritt  getban.  Leider  mnas  man  dies  den 
Forsdiungeu  der  Znkonft  überlassen. 

Die  Verse  der  Nobla  Leyeson  sind  Zwölfinlber  und 
wfirde  man  in  Ben  ba  mil  e  cent  an  compU  entlerament 
die  Worte  quatre  oent  einsetien,  so  wSre  der  Vers  ser- 
stM.  Manebe  Verse,  et  iai  wahr,  haben  scheinbar  mebr 
als  cw5lf  Silben,  weil  sie  viele  auf  einander  folgende  Vo- 
kale enthalten,  aber  diese  Vokale  müssen  diphthongirt  und 
zusammen  als  eine  Silbe  gelesen  werden  ,  wie  dies  hente 
noch  im  Italienischen  geschieht.  Dieses  Princip  ist  bei  den 
waldeutiiächea  Verden  auzuweudcu,  auch  wenn  einige  uurich- 


Digitized  by 


561 


tige  Verse  dasselbe  umí'.u werfen  droLteu.  Auf  corrampierte 
Verse  Regeln  auf/astellen,  wie  dies  in  neuester  Zeit  für  das 
Anglo-Normanniscbe  geschehen  istf-hiesse  der  Willkür  Thür 
nnd  Tbore  öffnen.  Warum  auch  wo  Terwickelte  Dinge  da 
«aehen,  wo  das  Ëin&che  die  LQsang  giebt? 

Eine  andere  Thataache  aprieht  ebea&Ile  noch  für  das 
hohe  Alter  der  Nobla  Leyczon,  KSmlich  Yaldo  liesB  Ter- 
Bchledene  Mannaeripte  kopieren  oder  flbeieetaen  nnd  swar 
in*8  Bomaniaehe,  gegen  das  Jahr  Ìln5,  Dies  beriefatet  nns 
EStieane  de  Borbone,  der  es  ans  dem  Mnnde  einiger  Mitar- 
beiter Yaldo^s  selbst  er&hren  hatte.  Darauf  hin  konnte 
man  wohl  Temintheni  dass  die  Nobla  Leyoxon  nm  jene  Zeit 
ebenfalls  das  Tagesfieht  erblickte,  wenn  sie  aiefat  schon 
vorhanden  war,  so  dass  ihre  Entstehung  vor  das  Jahr  1200 
an  setzen  w&re.  Ans  den  Worten  mil  e  cent  an  ist  auch 
nieht  ra  schliessen,  dass  man  erst  1100  zählte,  denn  die 
Worte  ben  und  entierament  lassen  einen  grossen  Spielraum, 
so  dass  man  1110,  1120,  1130  oder  eine  noch  spätere  Zahl 
aunehmea  kuuii. 

Nach  der  Nobla  LeycMn  folgt  ein  anderes  Gedieht 
mi  demselben  Titel,  das  aber  niehts  anderes  sein  wird,  als 
Lo  nonel  Sermon.  Es  besteht  ans  nngefihr  460  Versen 
and  wird  in  demsdhen  an^^oidert,  Gott  in  dienen  und 
nach  der  Seligkeit  so  streben.   Dann  sagt  es  aber: 

IIb  nolrian  ben  paradis  en  qoant  per  deeirar, 
Mas  Ç0  per  que  el  s'aqnista  non  nolrian  gaiie  &r. 

Ein  kurzer  Sermon  „del  Mesquin"  reiht  sich  daran. 
Dieser  Sermon  findet  sich  in  tlrt-i  verschiedenen  Haudachrif- 
ten,  in  C.  5.  21,  C.  5.  22  und  in  C.  5.  26  In  den  beiden 
let7.teren  Fällen  weicht  der  Text  iu  mehreren  ['unkten  von 
der  ersten  Version  ab.  Der  ÀníÌAng:  Donca  uus  m 'squin 
(C.  5.  22  uicsc^uinsj  per  que  tarçen  d«  heu       e  per  qae 


562    aü»ung  der  phUoi^-philoL  Classe  vom  6.  November  1880, 

nolen  mal  alnar,  ear  lo  iemp  tnpaaaa  e  1a  Tita  de&lb  etc» 
irt  ftberall  deraelbe. 

ISn  Oraçon  betitelt«  StQok  steht  wor  dem  Pliysiologiw 
und  wurde  für  eine  Prosaabhandliiiig  gehalten.  Naohdem 
ieh  aber  dasealbe  aufinerlnaiii  dnrebgelesesi  hatte  und  tn 
kopieren  anfing,  eah  ieh  eofinrt,  daea  es  Vene  waren  nnd 
vecaaehte  dieselben  wiederhersnstellen,  was  nur  grössten 
Theils  anch  gelang. 

Nnn  folgt  die  üebertragung  in*e  Waldensisebe  von 
dem  Fhjyiidogiia,  der  in  den  ersten  Jahrhunderten  naeh 
Ghnstns  veriasst  wofden  sein  soll  nnd  spftter  in  alle  Spra- 
chen fiberaebEt  wurde.  Bier  ist  er  unter  dem  Titel:  De  1a 
propriotas  de  la  aaimanças.  Naeh  der  EÜnlettung  folgen 
68  Tersehiedene  Abhandlungen  Uber  Thiere.  Die  Namen 
der  behandelten  Thiere  wurden  tou  Todd,  „The  books  of 
Yandois,**  p.  15  angegeben,  swei  wurden  jedoch  Tergessen 
oder  Ubersehen  und  einige  andere  gans  fidsoh  gelesen.  So 
hat  Todd  ebenfalls  alamanças  statt  animanças.  Die  beschrie- 
benen Thiere  sind:  1)  L^aygla,  2)  Lo  pélican,  3)  lofenis, 
4)  lo  pauon,  5)  1a  grua,  6)  lo  gal,  7)  la  galina,  8}  lo  corp, 
9)  lo'  eing,  10)  lo  pic,  11)  la  randola,  12)  la  tortora, 
13)  la  perdiç,  14)  la  eolomba,  15)  lo  noutor,'  16)  lo  fftlcuui 
17)  lo  papagal,  18)  lo  merlo»  19)  lo  rosignol,  20)  las  abelhas, 
21)  la  ehicala,  22)  lo  ealadri,  23)  lo  leon,  24)  la  slmia, 
25)  lo  lop,  26)  la  mostebt,  27)  la  sahunandia,  28)  h»  dar- 
ben, 29)  runieom,  30)  lo  cerf,  31)  lo  camos  (aoeh  ehamos 
gesehrieben),  32)  la  pantsra,  33)  lo  eastor,  34)  h  riez, 
35)  Taillant,  86)  lo  oanal,  37)  lo  griffon,  38)  lo  bno,  39)  hi 
uolp,  40)  lo  oan,  41)  l'andolap,  42)  la  fomies,  43)  hi  Se- 
rena, 44)  k  baleoa,  45)  la  uipra,  46)  Taspi,  47)  lo  cocodril, 
48)  lidria,  49)  lo  serpent,  50)  lo  reean,  51)  lo  tigre» 
52)  l'aragna,  53)  lo  scorpion. 

Zor  Yergleichung  des  waldensischen  Textes  mit  dem 
latônìsehen,  griechischen  oder  armenischen  gebraeh  es  mir 


Digitized  by  Ogle 


Mfèom  Maif$r:  WtMêmiu.  563 

an  Zeit  und  so  konnte  ich  nocli  nicht  bestimrat  feststellen, 
welchem  Theile  er  ganz  besonders  entspricht,  das  Kapitel 
über  den  Löwen  habe  ich  jedoch  Gelegenheit  gehabt  mit 
ctem  entsprechenden  griechischen  Texte  zn  vergleichen  und 
ersah,  dass  bis  auf  Weniges  die  beiden  Stücke  die  gröBSte 
Aehnlichkeit  mit  einander  besitzen.  Dm  diee  deutlicher  zu 
■eigen,  gebe  ich  hier  die  %wei  Texte:  Nur  an  einer  Stelle 
tritt  Intervertiernng  der  reepeetiven  Eintheiloitg  ein.  Dm 
Waldeneieehe  beiaet: 

Del  leon. 

liO  leou  ha  quatre  propriotas  e  natnras.  La  pruniierii 
de  lasquals  es  aital  qiie  quaut  el  deisent  de  la  cîma  de  Ii 
aut  mont,  si  el  sent  Ii  caçador,  el  coobre  las  soas  peas  au 
la  soa  coa  que  Ii  caçador  non  trobon  lo  seo  luoc  ni  lo 
poissan  saber  ni  conoisser.  Dont  per  aqoesta  natura  es  en- 
tendu dio  quant  el  deie^nde  del  oel,  ço  es  en  la  uergena 
Moria,  el  resconde  lo  seo  annament  qne  lo  dianol  non  po> 
gnee  conoisser  lo  seo  annament  ni  la  maison,  ço  es  la  uer- 
gena. Noe  deren  far  enayeî  e  en^egre  la  doctrina  e  Teisemple 
del  noetre  redemptor  qne  nos  deuen  usar  enayei  las  cosae 
mondaoae  qne  lo  caçador,  ço  ee  lo  diaaol  non  sQga  li  noetre 
annament 

La  2*  propioia  del  leon  es  qn*  d  nais  mort  e  îafta  8 
jom  mort  e  poia  nen  lo  paire  de  Ini  e  gieta  grant  bram 
en  la  boca  de  Ini  e  rinifica  Ini.  E  adonca  pren  U  5  eenti- 
meni  Dont  ÙM  In  enajma  leon  loqnal  iste  mort  per  3 
joro  al  eepnlere  e  pois  per  la  vertn  del  pajre  oélesiial 
reeneite  al  (ères  dîa  dei  mort.  A  l'eîsemple  del  quai  noi 
quant  sen  mort  deuen  reguoitar  del  jnid  a  las  vertnea  qn^el 
resucite  nos  de  la  uileça  d'aquest  mont  al  seo  etemal  goy 
de  paradis. 

La  3*  ppopiota  del  leou  es  que  dementre  qu'el  dorm 
onqua  non  dau  U  seo  olb.   Loqoal  leou  es  mese^me  dio 


Digitized  by  Google 


664    Sitzung  der  phiïos.'phûol.  Classe  vom  ff.  Koveviber  18S0. 

loqaal  non  dorm  eo  Dean  temp,  tnas  abert  ii  seo  olb  garda 
DOB  totaoia.  8«goiii  90  qne  dis  Aognstíni»:  „Dio  nos 
garda  de  tot  mal  oon  qne  nos  non  «nffiran  alcnna  <sosa 
d*idtterieta,  maa  qne  la  nostra  am»  non  na  naflfìra  per 
aqnellas  adnereeUa. 

La  qnarta  propioia  del  leon  et  aqaesta;  oar  qnani  el 
nal  peDie  las  bestias  el  cerconda  pmmimment  tota  la  selna 
e  pais  4ntra  en  la  selaa  e  pren  ço  qn*el  nol  penre  e  las 
anìmanças  non  aasan  ÍMÌr,  poisque  lo  leon  bi  es  passa  0 
poinqoe  ellas  troban  Tannament  de  Ini.  Per  aqnest  leon  es 
entendu  lo  dianol  loqnal  oeroonda  Ii  Inoc  en  liqaal  istan 
Ii  peccador,  liqaal  son  cerconda  de  Ii  annament  diabolic  e 
laça  de  Ii  lacz  mot  dur  enajcî  quMlb  non  pon  eisir  de  la 
selaa,  ço  es  del  pecca,  mas  permanon  eo  la  eadena  de- 
diauol. 

Der  griechische  Texf ,  welcher  bei  J.  B.  Pitra,  Spicit 
legiutn  SoIe9men8e,  lid.  IJl,  p.  338  S.  veröffentlicht  ist,  laatel 
wie  folgt: 

*0  çi  aiolóyoç  f^r]yovfi£voç  neçt  tov  Xíuvtoç  eîírcy,  ort 
rgelç  (pvaeiç  txei.  IIçtjÚTr)  ctirov  (pvaiç^  otav  Tteqtnotvj^  Iv 
rvt  oQBLy  tQ^BTai  avrip  òainrj  rutv  xvvr^yôiv  xal  oiq^  avrov 
aiy/MXv7rT€t  avtov  ta  ìxvrj^  Itra  fiìj  ày.oXor,^nvvtBÇ  avtov 
Tolg  t^»'íat>'  01  xvvi]yoi  eigioaiv  avvov  tì]v  ^iávòqar  xcrì  ?r/cí- 
aioaiv  avzóv.  *EQttt]V€ía'  Oí'rf'»  xat  ó  oîott^q  ftoo,  ò  voeQÒç 
Xéíov,  vi%ì]úac  h  ifi'Ki^ç.  'Iovôu  ^  ^ita  Javlô  cnoûra?.eìç 
d;cc  tov  àiyáov  IIutqûç  èiiàkvipe  ta  voeçà  avvov  ixvtjy  tovc- 
é(TTt  rrjv  (hóiî]Ta.  Merci  dyytXi  tv  ayyeXoç  èytveto ,  ftezci 
àv&Qíú/r(úv  avd-Qiú7v<)ç ,  jucrcî  l^ovaulv  i§ovoîa  ?Mg  xara» 
ßaaeios  avTov'  nvttißtj  yoQ  etç  tî]v  fiijTQav  MaQiaç,  oniùç 
üoatj  TO  71  e/rXapfj^tévov  yévoç  rctw  tffvxfj^  rtùy  mtd^^ntiw* 
Kai  0  X6yo<i  aà(^  tylvero  xal  hy.r'ivoaeif  h  ^fity.  *Ä  toércv 
ayfoovvteç  etêtop  avmd-ev  xarMóvTa  êXêyw  „T/ç  itnt»  ovTog 
6  ßaaiXsvg  rfjç  do^jyç";  Élta  tò  jrvevfia  to  ayiov  Xtyei 
„Kv^ltog  %w  ôvporûy  ov%6ç  èattv  ò  fiaaûsùç  Ô(^^,^* 


Digitizad  by 


Alphorn  Mayer:   Waldensia.  566 

Jartiqa  ^vatç  tov  Uqvtoç,  "Oroy  xa&wä^j,  àyfgvftpovaup 
avTW  ol  o^aXfiol'  avetayfiivoi  ya^  úoiv,  %  Salh>iiw  iâo^ 
tv^í  not  Xiyu  nByu»  xa^wâta  xm  ^  xa^/a  fioü  êy^nV\ 
To  ^èr  owfia,  â^Xov  rov  Kvçiovj  nad'wâêty  ^  Ói  9«ón}5 
avrov  dyQv;(v^  ht  dfl$ii3y  tov  JOtn^,  „Ov  fùff  waréSfit 
ovâi  ihrvtúfftt  6  tpvlaaata»  tw  'laçarlX.'* 

Tfini,  (fvaiç  tov  liopvoç,  "Ort  ij  Uamt  ftw^  tw 

9l9fi  &  neerrjQ  avrov  tfj  mhri  r^fttQí^  xaí  ÌfiípvarlaQ  aùtdv 
eìç  TO  açóaufrov  xal  ^'/liçij  avtóv.  *EQui;yela*  OvTfinç  xtd  6 
/lavTOïLQàtíúQ  í>eòç,  6  flati^Q  tûp  olojr  i^i}yttg€  tÒv  Trçùìtûtlh 

r^uiov  'li  üülv  Xoian'n'.  Ku).v>^  oi  v  u  'l(r/.t');i  l/.íye  „Kai  íoael 
axiinijy,  it^  t^iytQf.l  avvòv ^Eitoa  tQuiriia'  Oïtm  r.ctì  lù 
a.uata  f'^vt]  òià  ri^ç  tqii]^ÚQOv  ia(fi^^  /.ai  iytQtí&vjg  tov 
Kigiov  i]u('>y  'hjaov  Xqiatov  dvißXeipar  y,ai  (uoonoirj^ìjaav' 
yoQ  lov  ßa/rtiafiatoi;  ve>tçoi  y.at  rvfpkoi  wkufdu^ono' 
öußktnovn)  ôè  i^rò  tfjÇ  Xeaivr^Çy  iûliíûii  loí'  áyiov  Uvev^ 

ttrCTOQ  ,    ^túÇ  TÌ^Ç  TQItjfJtQOV  TatfflÇ,    OTE  Vjl'^eV  Ò  «ÇÇ/^V  /JcJVf 

lûiitúiiv  ò  t,í0fûv  udóyoç,  y.aì  iveeptaifOey  eìg  avtovç  lù  ayiov 
IIv€Ìf.ta  /mÌ  iZfúOjrofi^aív  avzovç  Ttji  ayûif  Ilvevfiaci  y.ul 
arrfiQei'  návraç  èx  tov  ^âov.  ^EréQa  i-gfirjveta'  OYTvfç  xaì  é 
KvQtoç  iq^ûiv  ^lr^aovç  XqioiÒ<^  u  h-  vìlnpMli^  /.(tíUÇ'ifitroç  xaí 
iy  tut  çfd?^  tòv  öiaßoXov  alxi-icikonaiỳ^tvia  tixxße.  Jià  Toîto 
èláXr^ae  ôtà  tœv  7i(^(pì^tvjv  èyw  ma^sùòia  mai  oï 

^aXfiOÌ  fiov  yçrjyoi^vaiv." 

^Brádu  qwaiç  %ov  Xéovtog.  *'(ha»  Bv^iaKjj  vi  tpayeiv 
^oqtvéfitifoç  h  à/nŷ  i^f«p  Ŷ  ^  xvxAvsi  tortov  uolùv 
§i$rtt  t^ç  xiçìiov  avtiw  ovŷta»  avtv^v  ^  ^  nouû 
dUiip^  ftávÔQaç'  xaí  otav  nXrjaiaajj,  Ox^iv  ri^v  o^xçy  è/roh^ae, 
xthaí  ^akotfiiifog  ^  avetoy^tvovg  e'xiov  toìç  oq'Jal- 

fÀOv^'  róte  ovv  iroQevòfieva  tà  'OJia  xal  mootfteva  ti^v  tov 
kéoyvoç  äiaßaaiv  ódem  H^ev  ov%  éfco^^Tj  6  Xítav  ìtal  fnlj 


566    Sitzung  der  j^ilosrjphüol.  Cl<us«  vow  6.  November  1880. 

ovni  ooi  ÌXgifftùavprp^  ft^  imyvw€o>  ùqloilqc  üov  âtStoç 
aw  TÒ  iifyw^  /nf  ffùiç  IxvoXoyỳftu  09  6  äuißolog  voìç  efiyotç 
aw  Toiç  JfyaMs  ntd  JxxiUvifoo»  fiSHw  hti  w  n<m^» 

Dies  >inf1  die  wichtigsten  Tractate,  welche  sich  in  den 
Dubliner  Hiuuischnften  befinden,  und  an  dip^f  reihen  sich 
eine  Menge  theologisch-moraliscber  Ab)uíní1!niì.j,eTi,  lu  den 
meisten  derselben  ist  von  der  Trennung  von  der  römischen 
Kirche  selten  oder  gar  nicht  die  Rode  und  weichen  die 
lî.iriíj  í^uthaìtenen  Tiehren  wenig  von  der  katholi.schen  ab. 
Die  wirkliche  Spaltung  und  Trennung  wird  erst  aus  den 
Briefen  Morol's  und  Maseon's  1530  ersichtlich.  Von  den 
TOrhandeneu  geringem  Schriften  wählte  ich  die  be?f»em 
Sftchpii  /nm  Kopieren  ans  und  Ivonnte  ich  un  lii  rre  solche 
Abhandluiigcn  bewältigen.  Die  meisten  dei>elbeu  befinden 
sich  in  der  Handschrift  C.  5.  22,  ein  Papierband  in  Duo- 
decimo  von  389  Blättern. 

Der  Liber  virtotum  von  f.  1-78  war  zu  lang  und 
hatte  die  Zeit  kanm  mehr  gereicht,  um  ihn  -m  kopiereu. 
Ich  schrieb  die  auf  f.  78 — 85  folgende  Abhandlung,  welche 
,,L'en.segnement  de  Ii  fi!h"  betitelt  ist  und  in  der  Mitte 
plötzlich  die  üeberschritt  in  „de  la  garde  de  las  fiihas'^  ver- 
wandelt, ab.    Sie  hat  folgenden  Aufiang: 

là  filh  liqtial  uaison  a  Ii  j^ons  carnals  deuoii  esser 
rendu  de  lor  tperitnals  a  die  per  deciplina  e  per  amestra- 
ment.  En  ajms  es  dit  en  Eeclesiasticns :  Aquel  lo  qoal 
ama  lo  aeo  filb  sovendeia  a  lui  la  aerga  qii^el  t*al^6  en 
)a  derayria  e  non  palpe  U  hus  del  proyme. 

Die  nSdwte  „del  matrimoDi*^  beginnt  folgendenDaeran  : 
Ayd  ToUen  parlar  del  matrimoni  s  oonforfc  de  Ii  boa  —  Jo 
enieiido  de  dire  quai  cow  eìa  nutrimoni  e  per  qoe  el  eia 


Digitized  by  LiOpgle 


I 


Aipholu  Mayer:  Waidoma.  567 

îsU  ordenft  de  dio;  e  qaala  son  las  oons  lasqnals  prealm«nt 
aon  al  matrimoni  ;  e  quäl  oosa  afnÜJi  ta  maioniieiii  ál  ma- 
trimoDÎ.  En  'qiiatit  al  plumier  sapias  que  1o  matrimoai  ee 
ligatn  non  deligainoh  Ço  ee  a  saber  euayci:  Ta  casent 
persona  légitima,  per  cmwentimoit  e  per  paroUa  depreeent 
te  ligares  cou  fena  legiptîma  (aie).  Vos  non  poe  easer 
desliga  entro  a  la  mort  Tun  de  Tanbre. 

Aneli  konnte  ich  mir  nooh  «ine  Alkhandlimg  Aber  die 
TodsQnden,  die  auf  t  IIS — 139  steht,  aneignen.  Es  wer- 
den die  Sfinden  de  1a  Snperbla,  db  la  Cnhitieia,  de  la  Yana 
G)oria,  de  1*  Envidia,  de  1*  Ira,  de  1*  ÂTaríeìa,  de  la  Mecs- 
onia,  del  Jorament,  de  Ui  Betraeion  nnd  de  1a  Lnzona 
beschrieben  nnd  ror  denselben  gewaniii 

Zwei  knne  P^redigton  befinden  sieh  t  150^155  nnd 
Ton  f.  155—157.  Die  erste  hat  aom  Titel  8ennon  d'  Ero- 
diana nnd  beginnt  mit:  £n  aqoel  temp '  Herode,  fqr  pilhar 
e  ligar  e  encarcenar  Johan  Baptist»  per  Herodiana  molher 
de  Phelip  lo  seo  frayre,  car  el  1*  ania  tonta  a  Iny  e  1a 
tenia  per  si.  E  Johan  diciia  a  Inj:  Íjb,  non  es  tn  lieita 
eosa  haner  e  tenir  la  molher  del  teo  firajre.  Die  nemliche 
Predigt  befindet  sieh  aneh  in  der  HS.  0.  5.  26.  f.  44,  doch 
in  etwas  neoersr,  Terftnderter  Fassnng.  Die  aweito  Fïredigt 
heÍBst:  Sermon  de  las  parollas  andosas;  Bfas  yo  die  a 
nos  qne  de  tota  paioUa  anciosa  laqnal  Ii  ome  parllaren 
rendren  reeaon  de  ley  al  dia  del  jndieii,  car  de  las  toas 
parollas  serea  jnstífica. 

Die  nnter  0.  4.  17  bsaeiohnet«  Handschrift  enthalt 
t  64  den  Terger  de  Oensolatíon»  ist  a^r  neuem  Datums 
nnd.  gehört  die  Schrift  dem  17.  Jahrhundert  an.  Da  eben- 
&1]s  kleinera  Traotato  die  mit  einigen  ans  dem  Verger  de 
CSonsolation  identisch  nnd,  sich  in  C.  5.  22.be&ndenY  so 
zog  ich  letstore  wegen  ihres  Alters  vor  nnd  hopieite  Tom 
Verger  nur  einzelne,  um  einen  Vergleich  mit  der  beider- 
seits angewandten  Sprache  an  bekommen.   Diese  AehnÜch» 


Digitized  by  ÜOOgle 


4 


06Ô    Sitsumg  der  pkäotrphäol.  CloMß  wm  6,  JViweMb«r  1880, 

keit  ist  Todd  vollständig  entgangea.  Von  den  Abhandlungen 
konnte  ich  folgende  abschreiben  :  La  ubrieta  (Verga,  ubri- 
ota)f  la  luxuria,  la  familiarita,  la  honesta,  Segre,  la  sapi- 
enoisp  de  Dio,  Angel  segond.  Zam  Unterschiede  gebe  ieh 
bier  die  ÌMÌd^  Tnetate  Über  die  Honeeta: 

Aas  G.  5.  22:  La  honesta  ee  conaidera  en  la  conTer- 
aaeion,  mae  la  converaadon'  es  fajta  en  la  honesta.  Lo 
Conen  ehe  lo  sia  nergogna/ car  segoud  che  di  Beniart: 
Vergogna  ee  en  la  parolla  e  sernar  honesta  en  Ii  fiiit. 

Dereco  di:  La  neigeneta  sperital  es  gloiia  de  contói- 
enaa  e  es  garda  de  la  &ma  e  es  helleeza  de  vita  e  es  seti 
de  las  nertnes.  Dereco  di:  La  uergogna  es  seror  de  la 
contenenoia  e  es  indici  de  la  oolninbina  simpücita  e  es 
testimom  de  non  noysencsa.  Bemart  demostra  ehe  lo  son 
3  nertaCB,  lasqosls  ae  covenon  maiorment  a  Ii  jove.  Ço  es 
taiaiment,  uergogna  e  ubìdîeneia,  mas  nergogna  es  horna- 
ment  de  tota  eytu,  mas  ilh  se  cooen  plns  a  la  eta  joveniL 
Qual  Cosa  es  plns  amable  che  lo  jove  aergogaos.  Gregori 
di:  Nobla  es  la  uergogna,  quant  per  la  nergogna  defora 
roine  se  eorr^gis  dedines. 

Nach  der  HS.  C.  4.  17:  Non  esta  enayina  di  lo  philo- 
sophe es  laqnal  de  la  aoa  vertn  nos  tira  e  nos  nnris  de  la 
soa  degneta.  E  onesta  se  attent  en  la  conversacion.  Ma 
la  GonTersacion  es  £ûta  en  honesta.  Lo  eonen  qoe  la  «ia 
nergogna,  car  8q;ond  qne  di  Bernard  :  Vergogna  es  gardar 
honesta  en  la  parolla  e  al  gest.  Idem:  Vergogna  spiritoal 
es  gloiîa  de  eontenencia,  jadicîi  de  simplicita  oolnmbina, 
testltnoni  de  non  noisencia.  Bernard:  La  son  3  vertnca 
que  se  eonaeoon  maiorment  a  H  enlant  joue,  çio  es  tun- 
bleta,  la  vergogna  e  l'obidienda.  La  vergogna  es  borna- 
ment  de  totas  haitas;  mas  illi  resplant  pins  en  la  tenra 
haita.  Qoal  oosa  es  plus  amable  de  Tadoloent  vexgognos. 
Gregori  :  Optima  es  la  vergogna  cnm  Tome,  per  la  exterior 
vergogna  eonragis  la  oolpa  interior. 


Digitized  by  Google 


Alpiußns  Mayer:   Waldensiii.  569 

FerjiAre  Tnfctato  toh  C,  5.  23.  niid  :  La  coDsidmolon  » 
de  U  bmetft  de  U  Tita  und  beginnt:  La  conaideraeiOD  de 
la  breTeta  de  la  vita  hnmatia  es  agradiool  nflRarta  a  Die. 
Dont  di  Gregori  :  La  eonnderacion  de  la  brereta  de  la  Tita 
hnmaoa  es  agradiTol  saerifiei  a  dio«  E  dereeo  di:  Âqael 
45he  considéra  qnal  el  sere  en  la  mort  sere  totaTÌa  temeros 
en  Tobia; 

Und  ebenso:  De  Ii  parler  d'alcnns  doetors,  welches 
folgendermassen  anf&ngjt:  Car  coma  di  Seneca  qui  non 
pensa  alcana  cosa  de  TaTenir  Tay  non  seantri  en  totaa  cosas. 

A  nos  liqual  volen  viore  scantriaraent,  la  nos  cooen  pensar 
coutinnament  lo  dia  de  la  meisson  etc. 

*  Von  solchen  Al)liandlungen  hätte  es  noch  mehr  gege- 
ben ,  aber  da  mein  Aufenthalt  in  Dublin  verhiiltnissmässig 
Dur  eiu  kurzer  war  im  Vergltiich  zu  der  vorhandenen  Ar- 
beit, so  Hess  ich  andere  Traktate,  die  sich  ebenfalls  in  den 
Hîiuiisthriften  zu  Genf  befinden,  weg  und  kopierte  nur  noch 
das  Evangelium  nach  Mathueum  und  die  schon  früher  ge- 
nannten „Peticions"  von  Morel  und  Massen.  Die  letzteren 
:iteheu  zwar  iu  einer  Handschrift  des  1  i".  Jahrhunderts,  doch 
da  sie  fonst  nirgends  in  der  WV-ise  vorhanden  idnd  und 
historischen  Werth  haben,  so  eignete  icli  mir  lieselbeu  an. 
Beim  AbschreiKen  des  Evaugeliams  war  h  Ii  von  andern 
Gründen  geleitet.  Da.^selbe  befindet  sich  nemiich  in  einem 
noch  sehr  schön  erhalteneu  Oktavband  A.  4.  13,  welcher 
so  ziemlich  das  ganze  neue  und  einige  Sachen  aus  dem 
alten  Te.<itament  omf^i.  Die  Sprache,  besonders  hinsieht^ 
lioh  der  Flexion  schien  mir  besser  erhalten  zu  sein,  und 
nm  fiber  alle  Falle,  welche  die  waldendscbe  dprache  bietet, 
ortheUen  zu  kDnnen,  hielt  ich  es  fQr  gemessen,  das  £Tan* 
gelinm,  sowie  Cantica  Canticorum,  dies  letztere  auch  wegen 
seiner  eigentbfimlichen  Ëintheilang,  den  übrigen  Kopien 
beisufügen. 

Mit  all  diesem  ist  die  Arbeit  aber  die  waldensischen 


Digitized  by  Google 


670    8U$uiig  der  phäo$,',philol.  Cloßse  vom  6.  November  1880» 

Werke  nodi  mchi  abgeschloam,  dooli  kt  die  Haupt» 
eaehe  geecbehea.  Ks  bleibt  ftr  die  nBebste  Zeit  soeh  die 
ünteniiehung  der  Handsebrülien  vorbebalten ,  die  sich  auf 
dem  Kontinent  befinden,  beeondere  derer  von  Genf,  nnd 
hoffen  wir,  dass  dann  zur  Publinemng  der  waldensischeii 
Werke  geschritten  werden  kann. 

Auf  diese  Weise  wird  es  Herrn  Professor  Dr.  K.  Hof- 
niann  und  mir  bald  ermöglicht  sein ,  allen  denen ,  die  sich 
um  jenes  berühmte  Völkchen  interessireii,  ein  Gesammtbild 
seiner  Sprache  and  Literatur  vorzuführen. 


Herr  Thomae  theilte  mit  Bflcksicht  »af  seinen  Vor- 
trag Tom  3.  Mai  1879  (Tgl.  Âbbandlnngen  der  Akademie 
L  Gl.  Band  XV.  1)  and  unter  Vorlage  dnes  Berichtee  in 
der  nZeiteehrift  iBr  Handelereoht*^  Band  X,KV  mit,  daas  die 
von  ihm  damaU  erwShnte  Abechrift  des  „Gapitolare 
dei  Gonaoli  dei  Mercanti",  welohe  im  Archir  zu 
Venedig  dnicb  Oew&hr  des  frfiberen  preoflaisdien  Gnitne- 
miniaters  Herrn  Dr.  F^lk  heigeetollt  worden  nach  eben 
dessen  Verf&gong  in  der  k.  Bibliothek  an  Berlin  der  Wie- 
sensebaft  bereit  steht. 


Digitized  by 


kct  bcatfcÇen  Jinnfllerfcioft  anoetttout  roorben  —  2)te  ÄuSfü^rung  ber 

Bteperif^eô  3΀Tflfinbni^  utib  toUIommenfte  fccfinifc^e  (??n)anbt^ett  gf* 
TOibmet  roerbe.  —  Xai  Çopler  ber  2luäcjabcu  i[t  rein  unb  roei^  IrS^ 
unb  oox  XOem  o^nc  Sdeimifi^ung  son  ^oìiftojî»  \o  ba^  eâ  Serfiitbexungen 
in  bCK  9'''^^''^  ttU^  ufdenoovfM  9f  iitf »  wéUftn  bie  ^ctooc 

ragcnbflcn  Scipjtger  Dfflcinen  Îicfcrn,  rotrb  tppogrop^if(Çe  SJiuiicrfeifliini^ 
angcßxiebt  unb  erteic^t.  —  2)aâ  gocmat  ifi  ein  anfíânbiged  aber  ^t* 
OdjcB  (Ddoo,  gteú^  gefállis  unb  nftrbig,  tvie  iequem  pu  Qenulung.  — 
{Die  CinÌSnbe  empfehlen  fU(  bnn^  gefc^nMUtsiOe  gtorttrttU  tnib 
■Um  flib  aIS  hmcrbafL 

pnb  fn  Souk  bl^t  tatU  Jí        «bf.  «*.  J(  4->0. 

{il  filtifiiirgd  rAiiliu.  ^  '^mnißVi^tX. 

€in  Sc^elmenlteò.      |        €in  Zltinnefang. 


9ft  |iitt(ifii}(t  DU  jtnli. 


2  Vtadb  Sl^it  ttiffafiw 

— • — 


€iiic  2Í9entiure.  i 

Sattenfáii9erHe6(r* 


^ec  toiBre  Jäger,  l  ^rfjaufpíele. 

€ine  tPaiòmannsmâr.  Kambvfcs. 

flBoHPl  iWiitiiiMifn  fok»  M  ìffiMiHitHfr  MMl  oitr  tfT^fìinttT 

KaÇen  ?3aFin  ^ebroc^en  unb  feit  vî'^^^L'n  ge^Sren  fie  ju  bcn  bciiebleflcn 
©efd^ioerfen  beâ  âÓJei^nac^tâtifdiesi.  Ì^U  i^nen  enegt  man  nur  (^reube 
unb  banibar  isixb  jebev  neue,  bie  Sammlung  oeroottftänbigenbe  Oonb 


Irnmifmi's  |o0i^  Jlrkrn.  |illirinann-fillrr$) 

^Onfìrirt  rcn  ^îaul ©Ijumoinu       ^ßöfirattonen^ju^^^rift  H«iit«t'« 


6<ibe  SQerle  fmb  bewährte  in  me^rfac^en  âlu^agen  erfc^ienene 
fi^oilioerfe,  bie  numM^  |B  Wtfem  mÊHi^im  ^Nifc  iM|  tiáft  «Mb  éO* 

-   gA 


Cjermaiin  unb  ^ototï^ea. 


pnb  te  tMtm  ««lbf4iHM«4Riii«db  4t  t2.— 

tcffen  Mf  ftnb  ^iet  p^otogroj^iftŷe  $ra4;iio«cle  te  di|aiitcc 
oociw^HRc  Wwfuiiuflig  |ii  scm  MonH  niHfcii  ^rhv  «m 

fdoten;  baâ  älter«  bec  6eiben,  ^rmann  mdb  tianX^",  ^  bam  aiuŷ 
fc^mO  ^Itttereinaubcr  fkbm  ftarîc  îîuflagen  erlefit.    3"  biefe»  9(1^ 

HELIAND. 

CHRISTI  LEBEN  UND  LEHRR 

Uebersetzt  von  IC.  Siiixrock:. 

Keoe  AttBgabe  mit  ca.  60  Ornamenten  ftoi  Handtcbriftea  da» 

9.  Jahrhunderts. 

BrOMMrl  M         fo  itjlToIlaai  Ptaelitbtad  M  i«.— 

alicfte  unb  tcauttfte  beut{c(fec  iöudjer,  fagt  @iinro(t,  boK 
emsige  t^füicle  Gpo«,  bal  Iii  bciiifi(ci  VKiit  mib  McR  scnMuAdle 
G^fUnt^um.  SOoâ  Jtlopflotf  nU^t  gelungen,  |«t  tettfenb  ^a^re  frfl^ 
ein  ncitbeie^ricr  Sad^fe  gcleiftct,  bcr  feinen  9lamen  t>èrf(^cíc|t  unb  be- 
ft^eiben  gurftcttrttt  teinter  ben  großen  éegenfianb,  betn  er  gebient  ^at.  — 
^icfe  neue  Vuigobe  Ifl  Ht  fimcm  nnib  Ai|inr  (^c^einung  {0  ge^alittv 
ba^  fie  ein  Oilb  giebt,  n>ie  im  9.  ^afir^nnbcvt  MeH^gi^aHeiie  Hwuifttlpte 
«eiyMtt  mit  Onutnfiileii  gefi^fitft  nwcbett. 


Digitized  by 


1 


/ 


1 

Bie  O'Lante  im  ProvMisalJioii^n. 

Von 

Dr.  Karl  Orean^. 


fiiinleit  ung. 

Vorliegende  Arbeit  verfolgt  den  Zwoek,  eiaeo  weitM  Beitrag  rar 
Geechiohte  dee  pro?eouíì«ehen  (besondere  dee  ttUpro?.)  Vokalieoinft 
so  liefern.  Be  handelt  iieb  diesmal  nm  die-  0«  Laute,  fflrwelebe  bisher 
nnr  Panl  Mejers  Abbandlong  in  den  ìléni<nres  de  la  sodáté  de  lingntsti* 
^ne  de  Paris  I,  145  ÌF.  in  Betraeht  kam.  Der  Verfasser  giebt  hier 
ein  swav  klareS;  aber  nnr  knnee  nnd  teitweise  anefa  nnToUstlndiges 
Bild  Ton  der  ÊntwioUoDg  der  0- Laute.  Das  hier  entworfene  Bild  an 
erweitem  und  womdglich  an  Torvollstisdigen,  sei  nnn  im  folgenden  Ter- 
aneht.  Im  fibrigen  verweise  ich  noeh  aof  S.  6—8  meiner  Arbeit:  ^Die 
£. Reime  im  Altprov.*^  Freib.  Dissert  1888. 

é 

Yeneioluilt  der  benfltiteB  Wtt4»  nebet  Abküncngen. 

Aig.  et  Maut  A.  Scheler,  Aigar  et  Maiirin.  Hruxelles  1877t 

Ado.  poés.  rel.     .    «    .    .  P.  Meyer,  Anciennes  poésies  religiensps  en 

langue  d'oc.  Bibl.  de  l'École  des  Chartes. 

1860. 

Arcb.  •   L.  Ilerrig,   Archiv  für   das  Ötudium  der 

neueren  Sprachen  und  Litteraturen. 
BrauDBchweig  1846  ff. 

Arn.  Dao  Canello,  Arnaldo  Daniello.   Halle  188B. 

At  de  M.  W.  Bernhardt,  Die  Werke  des  Trobadors 

N'At  de  Möns.  Ueilbronn  1887.  AUfra. 
Bibl.  XL  * 

Ansg.  0.  Abb  E*  iitengel ,  Ausgaben  und  Abhandlungen 

aas  dem  Gebiet  der  romanischen  Philo- 
logie. 

28 

Digitized  by  Google 


428  Karl  OreMt 


Aa.  Asali»  DioSioaiiaire  des  idiomes  rómane 

da  midi  de  k  Fnoee.  Montpellier. 

B.  D.    ........   Bart8c|i,  Denkmller  der  ptOF.  Littentnr. 

Stuttgart  1856. 

Bern.     Vent  Hofoieiater,  Reime  Bernarts  Ventadoro. 

Aosg.  a.  Abh.  X. 

Bertr.  de  Bom  .  .  .   .   A.  Stimming,  Bertran  de  Born,  Leben  and 

Werke.   Halle  1879. 
Bibl.  de  rÉc.  d.  Ch.  .   .    Bibliothèque  de  l'École  des  Chartes.  Paris 

1860  ff. 

B.  Lb  Bartsch,  Pro?.  Lesebuch.    Elberfeld  1855. 

BreT.     .......    Âzaïs,  Ermengaud  lo  breviari  d'amor.  Paris 

et  Béziers. 

Canz.  prov  Ceäure  de  Lollia,  II  canzoniere  proveazale. 

Roma  18B6. 

Chrebt.  prov  Hartscb,  Chrestomathie  provenyale.  4.  Aufl. 

Elberfeld  1880. 

Comput  Chabaneau,  Comput  en  vers  pruveuyuux. 

Paris  1881. 

Croia  aib  P.  Meyer,  La  chanson  de  la  cruitjado  contre 

les  Albigeois.    J'aris  1875. 

Daude  de  Prad  Stickney,  Daude  de  Pradas.    Florefi/  18713. 

Daar.  et  Bét  P.  Meyer,  Daurel  et  B^tou,  chanson  de 

geste  provençale.    Paria  1880. 

Déb.  d'Izarn  P.  Meyer,  Le  débat  d  i/.arn  et  de  .Sicart  de 

Figueiras.    Nogent  -  Le  -  Rotrou  1880. 

Dem.  troub  P,  Meyer,  Les  derniers  troubadours  de  la 

Provence.    Bibl.  de  l'Éc  d.  Ch.  1869. 

Don  £.  Stengel,  Die  beiden  ältesten  prov.  Gram- 
matiken.   Marburg.  1878. 

Duo  Ducange,  Glossarium  mediae  et  infimae 

Latinitatis. 

Dz.  Et.  W.*  Diez,  Etymologisches  Wörterbuch  der  ro- 
mani schon  Sprachen.    4.  Aufi. 
Dz.  Qr.*     ......    Diez,  Giaiumatik  der  romanischen  Spraçhen. 

4.  Aufi. 

Dz.  L.  u.  W.  .   .   .   .   .    Diez,  Leben  und  Weriic  der  Troubadour?. 

hi&m  P.  Meyer,  Le  roman  de  Flamenca.  Paris 

1865. 

Folq.  V  Lunel  .  .  •  •  Eichelkrnnt.  Folquet  de  Lanel.  Berlin  1872 
Franz.  ötad.,  Körting  und  KoBebwits,  Frans,  btudien.  Iii. 


Digitized  by  Gcj 
^   , — , 


Die  0- Laote  im  ProveauUlaohcn 


429 


G.  Anelier 


0,1%..  .  . 
Gioro.  di  iL  rom 
Gir.  V.  RiMt.  . 


Gram.  lim.  . 
Gniodr     .  • 

Gaem  de  Nat. 


G«ah.  IX 


Gnilb.  Berg. 

Guilb.  V.  Cêb. 
Jahrb.  .  .  . 


Jaofire  .  . 
Janfra  Brgitg. 


Jeux  floreanz 


Joyas 

J  Rod.  . 
K.alepky 


*   >  . 


... 


Leys  d'am  

Lied.  B.  V.  Vent.   .  . 

Wî,  ■  •  *  •  *  * 
Mém  


Mistr.  .  . 
M.  Moni 


Gisi,  Guilbelm  Aoelier  ?od  Toolonae.  8olo- 

ihiira  1877. 
iMfy,  Gaflhelm  Fignaira.  Bartin  1880. 
Gîornala  di  fllologia  romama.  UL  Borna 1886. 
HQUar,  Die  ABBooamaD  im  Gîrart  toiiBob- 

aUlon.  Ffans.  Stod.  m  6. 
Ghabaneaa,  Grammaire  limoaaine.  Paria 1876. 
Gröber,  Gmodriat  der  romaniaobeo  Pbilo? 

logie.  Straiaburg  1886. 
Franeia^ae-Htehel,  Hiatoire  de  la  goerre  de 

KaYarre.  Paria  1866. 
A.  Seller  y  Lieder  Guillema  IX.  Tlibîiigeii  » 

1848. 

A.  Keller,  GuUlelm  you  Bergaedan.  Leip* 
sig  1849. 

Hfiffer,  Gnillem  de  Oabeatanh.  Berlin  1860. 
Ebert,  Jahrbaoh  fttr  romamiohe  nnd  eng^ 

lische  Ljtteratur.  I. 
Roman  de  Jaufre.  L.  R.  i  48—173. 
Hofmann,  Ergänzungen  des  Jaufre.  Sitz.- 

Her.  der  bair.  Akad.  der  Wies.,  philoa.- 

philol  Kl.  1868. 
Cbabaneau,  Jeux  floreaux.  Auszog  aus  der 
Histoire  générale  deLangnedoe.  Edition 

Pri?at.  X 

Las  Joyas  dol  f^jiy  saber, 

Stimming,  Jaufre  Hudel.  2.  Aufl.  Berlin  1886. 

Jahreshoricht  1886  87  über  die  Über-Keal- 

BChulo  in  Kiel     Kn'I  1887. 
Abhandlung  des  ordentlichen  Lehrcix  Dr. 

F.  Kalepky:  Bearbeitung  eines  altprov. 

Gedieh tof  über  den  hl.  QeiH. 
Las  I^e  y  s  d  a  mors. 

Toi  lier,  Ein  Lied  Bern.  v.  Vent.  8itz.-Ber. 
der  Beri.  Akad.  d.  Wias.  1885. 

Ravrnniard,  I.exique  roman. 
MéuiuirtB  de  ia  société  de  linguistique  de 
Paris.  I. 

Mistral,  Iréeor  dou  Félibrige.  Paris  1879. 
Klein,  Der  Mönch  von  Montaudon.  Ausg. 

und  Abb.  VJl.  ^  i 

2g  ^  Digitized  by  Google 


480  Sût  Ortiw 

M.  6  Maho;  Gedichte  der  Troabadoitft. 

M.  W  Mahn,  Die  Werke  der  Troubadours. 

Fait,  dn  Chriflt .  .  *  .    fidstrGm,  La  pasaion  du  Christ  Oôlaborg 

1877. 

Paul  de  Mari.  ....    Levy,  Panlet  de  Marseille. 

P.  Botg.  Appel,  Leben  und  Lieder  Peîre  Bolivien. 

Berlin  1882. 

P.  Vid  Bartsch,  Peire  Vidais  Lieder.  Berlin  1857. 

Poés.  ioéd  Chabaneau,  Poésies  inédites  des  Trouba- 
dours du  Périgord.    Paris  1885. 

Poés.  rel  Levy,  Poésis  religieuses.    Montpellier  1S87. 

poas  de  Capd.  •  .  .  '  .    v.  Napolski,  Ponz  de  Oapduoill,  Leben  und 

Werke  des  Troubadourf     Halle  1879. 
Bec   P.  Mejer,  RecueiF  d'acciens  textes.  Bas 

Latin  -  Provençal.    Paria  1874. 
Ken.  et  tìeoi.  de  tom   .    Cbabaneau ,  Jim  troubadours  Renaud  et 

Geoffroy  de  Tous.    Paris  1881. 

Rey.  Reyue  des  langues  romancB. 

Bime  prov.  di  Ramb.  Buv.    Gasini,  Le  rime  provenzali  di  Kambertiao 

Buvalelli.   Firenze  18ÖÖ. 
Rom  Romania. 

Rom.  Stud.    .....    Böhmer,  Romanische  ätudicn  I — IV. 

S.  Agnes  Bartsch,  Sancîú  Agnes.    Berlin  1869. 

St.  André   Fazy,  Mystère  de  Saint- André.    Aix  1883. 

St.  Ant  Guillaume,  St.  Aothoni  de  Viennès.  Paris 

1884. 

Ste.  E&imie  Sachs,  La  YÎe  da  Ste.  Enimie  Ton  Bertran 

von  Maneine.  Berlin  1867. 

6t  Hou.  Bardon,  Sent  Honorât  ITIoe.  1875. 

S.  D  Saohîar,  Deokmiler  proT.  Litteratar  nnd 

Bpraehe.  Halle  1883. 

Tronb.  de  B^  ....   AsaSGi,  Lee  tronbadoora  de  Bétieie.  Béiiem 

1869. 

Zord  Le^Ji  ^  TVonbadonr  Bartolome  Zorai. 

HaUe  18^. 

Zaeb  OrOber,  Zeitadirift  Ar  roman.  Philologie 

I—IX. 

2  man.  pror.  Denx  mannierlta  provençani  da  XIV*  nèole 

par  Dr.  Ifonlet  et  Cbabanean.  Mont- 
pelUer  1888. 


Digitized  by  ÜOOgle 


Dia  0- Laute  im  ProveDztUtchQn 


481 


A. 


=  Adj. 


V. 


jVerbum. 


V. 


Verbalsubstant. 


1.  Abscknitt. 

r. 


Wie  bei  den  E-Lauten,  bo  haben  vir  aaeh  bei  den  0- Lauten  im 
Pro?,  zwei  yerachiedeoe  Qualit&ten  za  unterscheideo ,  das  offene  o  {q) 
und  das  geeohloeieoe  o  (o).  Dieser  Untenohied  wurde  schon  von  den 
ftlleeten  prov.  Grammatiken,  dem  Donat  proenzal  und  den  Leys  d'amors 
gemaebt.  Dort  ist  9  mii  0  larc  und  o  mit  0  cstreit,  hier  mit  0  pleni« 
sonan  und  0  semisonan  bezeichnet.  Die  richtige  Deutung  dieser  Aus- 
drücke verdanken  wir  Müa  y  Fontanals,  De  los  trofadores  en  Bepagna 
&  461  und  E.  Böhmer,  Rom.  Stud.  IV  487. 

Auf  ertterem  baaiert  dann  Paul  Heyer  in  seiner  oben  erwähnten 
Abbandlnng. 

Anaeer  dem  Zengniaee  der  pm.  Grammatiker  sprechen  aber  noch 
weitere  Argumente  Ar  den  oben  gemaehtan  Unteraobied  der  0-Lante, 

nämlich 

1)  die  Schreibung; 

2)  die  Weiterentwicklung  der  betr.  Laute  im  Neuprovenzalischen  vnd 

3)  das  Hanptargament,  der  Beimgebraneb  der  altproT.  Diobter. 


Schon  in  den  ältoaten  pro?.  Spraobdenkmälem  findet  aieb  gelegent- 
lieb  die  Scbreibnng  n  Ar      Ala  Belege  mögen  folgende  dienen: 
Cbreatw  piov.  l,i  mnrem  (morimna) 


3,f  nnd  S^ss  nltra  (nllra) 

0,90  raaenndre  (leeieondere) 

%i  ann  (annt) 

7,ii  Ingre  (KSeram) 

Oyf  mon  (mondnm  Sbat) 

10;S4  onmpra  (*comperaft) 

iO,ti  bnoeHa  (btteoeUa) 

10,41  nnm  (=s  non  me) 

11,1»  ann  (annt) 

11,17  cum  (qnomodoj 

11,19  nnm  (nomen) 


n. 


Digitized  by  Google 


432 


Karl  OraMt 


ehrest  proT.  13,6  culliran  (colligere  habent) 

14,4  0  anunciara  (annuntíare  habet) 

20,3  mûrira  (morire  habet) 

20,7  cum  tat  (computavit) 

21,1«  niensungas  (*meûLÌtiûaica«) 

2o,?h  ubert  (opertus) 

24,3  1  u  r  (illorum) 

49,e  n  u  TTi  (nomen) 

49,20  desubres  (desuperi 

71,33  voluntat  t^voluntatemj 

M.  Mont. 
Nr.  1  Toliiotier  (vattnitarivm) 
■nflmi  (anfafferaDtom) 

Lefy-GaUh.  Fig. 
Nr.  1  murir,  safriri  tvrmeQ  (tormenliiiii) 
Kr.  5  lur  (  .„ 

Boftr.  BtMn. 
Inr  (lUoram)  —  aii  wiém  SMIen. 
Nr.  16  ftdliiit  (miiatiini) 

B.  D. 

S.  Ö5|it  iiifrir 

8.  60ciiberta  (cooperta) 

8.  78  tannent 

S.  96,  194,  200  etc.  mûrir 

S.  131  sufrir 

8.  132  cubrir 

8.  174  vulhatz  (voUatis) 

5.  282  ubriers  (oporariua) 

lur  (illôrum)  au  vielen  Stellen. 

S.  D. 

lors  an  vielen  SieUeii, 

8.  Agnes* 
a  13  vbeiir  (Sbedere) 

6.  16  mnnt  (nmidimi) 

8.  17  despnlUr  (deipOlinre) 
8.  23  ftui  (M) 
B.  24  vnltae  (T^^IliatU) 
lor  «a  ?ielmi  Stollmi. 


1 


Diu  0  -  Lauttì  IUI  ProvenzAlischen  433 
P.  llotg. 

S.  95  culhir  (ooUigere);  oabrir  (oooperire) 

Áiii<  Dui« 

Su  11^1«  miirir 

P.  Vîd. 

8.  74  tnrrneo;  an  Húbù  StiUeii  ivfrir 
'''^'''1  an  fideii  SieUen. 

lur  ' 

S.  73  uccaiso  (occasionem) 
7H  musel  (moFseliam) 

8.  90  ubrir 

8.  175  vuillatz  (völiatis) 
8.  181  rcmulliet  (remoUiavit) 
8.  209  acullir  (accolligere) 
8.  220  aoaiaoii  (oooasionem) 

Brav. 

i,tt  dabtar  (dobiftare) 

cttlhir  (oolligm) 

Íf99  tvrmena 

I,  1  •«  dormir  (dormira) 
I|Si4  bndei  (botaUna) 
lf$»i  musdar  (mnndi^e) 

II,  tài  ubrir 

lar  faal  darehwag. 

Dic'so  Beiöpiele  küunten  noch  bedeutemi  vermehrt  worden,  jedoch 
bei  der  uugeheuern  Menge  derselben  mögen  die  hie;  et  wähnten  genügen. 

Diese  Schreibung  nimuit  in  den  späteren  Denkmälern  bedeutend 
übt^rhand:  Vom  15.  .lahrh.  an  —  vereinzelt  auch  früher  —  treffen 
wir  o  dargestellt  durch  ou  und  gesprochen  ab  u,  im  Gegensatz  zu 
das  ia  Schrift  und  Lnnt  durch  einfaches  o  wiedergegeben  ist.  Die 
Schreibung  ou  lui  u  gab  Ijinigen,  so  i  B.  P.  Meyer  und  Chal);indau, 
Veranlassung  zu  meinen,  dasb  o  achon  im  Akprov.  —  wenigstens  vom 
13.  Jahrh.  ab,  wenn  nicht  schon  von  Aniang  an  —  wie  u  gesprochen  wurde. 

DieiìiiriM',  sowie  dir»  vorherrschende  Schrei  bn  n  g  der  Dich- 
ter sprechen   indes  daij;eiro[i.     Ziemlich  all^n  rnein   treffen  wir  diese 

Sebreibang  und  dieae  Keime  erst  vom  15./1G.  Jahrh.  an.  Gestützt  wird- 

Digitized  by  Google 


434 


Karl  Oraftni 


diese  Ansicht  n(^(  h  durch  die  ganz  paraiiele  EîntwickluDg  des  Lautes 
Ott  im  NordiraDzöaischeo. 


AU  weiteres  Ârgtuneiit  habe  ieli  oben  die  WeiterentwieUmig  der 
betr.  Laote  im  NenproTeDaaliseheB  ecwfihat  Wir  ktfonen  nim* 
Heb  die  aaffaUeode  WabmebmnDg  maeheo,  dass  «Dem  ŷ  im  AltproT. 
ein  Ott  im  Neuproy.  entsprioht,  wUiiend  ein  9  als  solches  erhalten 
bleibt;  1.  B.: 


m. 


altprotemaliaeh 

oçrçna 
flor 

• 

hora 

• 

leçn 

nçB 

V98 

fçrma 

cot 

• 

glçriçs 
bçnor 

nçt  (nödum) 
nom  (DömoD) 


neoproTensaHsch 


fouinio 
cout 

glourioua 

houQour 

nout 


Ilour 

houro 

leioun 


courouno 


nous 


vous 


noura 


non 

pom 

tot 


noun 


poum 
tout 


votz 

jogar 

logar 

provar 


vous 


volar 
Oliva 


deiijyrar 


demoura 
voala 

oulivo  eto. 


dagegen 


altprovenzalisofa 

e^r  (ohöram) 

dem^ra 

fçra 

rysa 

pŷble 

cors  (corpus) 


neuproTensaiisch 
cor 

demòro 


fore 
roBO 
pople 


cors 

foo^  fioo,  fio,  üae 


1 


Die  0  - Laute  im  Provenulisoben  43Ö 

altprOTenitliidi  seaproreoMliMh 

roda  rôdo 
p^doQ  |)odon 
prçva  provü 
nçu  nou,  oiôu 

auriçl  auiíot 
filkçl  fiibol 
vçl  (völit)  vol 
cscnla  eicôlo 
fni-nui  forme  etc. 

Cf.  Chab  (n  ;ini.  lim.  S.  32—36. 

AuBnahmen  von  der  regelrechten  Entwicklung  erklären  «ch 
grösstenteils  leicht  unter  dem  Einflusa  der  öatzphonetik.  der  Analogie 
und  unter  der  Einwirkung  des  Nordfranz.  Gewisse  Auanahmen  sind 
auch  nur  dialektisofae  Eigentümlichkeiten  and  nicht  gemein- 
provenzahsch. 

IV. 

Fragen  wir  endlich  —  und  dies  bildet  das  Haoptargumeot  —  wie 
Terhalten  sieb  die  altprov.  Dichter  su  dieser  Soheiduig  der  0  -  Laute? 

Prûfea  wir  ihre  Reime  genau,  so  sehen  wir,  dau  enoh  rie  in  ihren 
Reimbindnngen  des  Untersobied  zwischen  9  und  ŷ  etreng  einhielten. 
Wo  wir  trotsdem  eine  Aoenabme  finden,  ist  es  meist  nur  eine  schein- 
bare,  die  sich  auf  dem  Wege  der  Analogie  oder  der  Satzphonetik  oder 
sonstwie  erklären  lässt;  in  den  allerwenigsten  Fällen  haben  wir  es 
wirUieh  mit  einer  Ungenauigkeit  im  Reime  zu  thun,  die,  wie  bei  den 
£-Lenten,  einen  4liehen  Grund  haben  kann.  Of.  „Erfieime  im  AUpcov.^ 
8.  9  und  10. 

Nachdem  wir  bisher  die  Thatsache  konstatiert  haben,  daas  auch  im 
PtOYeniaNaohen  eine  Scheidung  der  0  - Laufte  beetebt,  wie  wir  aie  in 
den  meisten  andern  romanischen  Spracben  antreffen,  wollen  wir  im 
folgenden  Abschmtte  in  den  QneUen  der  ▼etsebtedenen  O-Lanto  fiber- 
gehen. 

2.  Abscbuitt. 
m  aiifûialiitbii»  e. 


A.  Qnellen  von  9. 
ProT*  9  geht  inrilek: 

1)  anf  kla8s.-lat  6  [*  oder  vlgiat  9 

2)  anf  kla8i.-tat.  8]  oder  vlglat.  ç 


*  Aanerk.  [  bedentei  in  íïcier,  ]  in  gedeckter  âteilang. 


Digitized  by  Google 


436 


Karl  Onani 


9)  »nf  klftiL-Ui  5  (Û)]  [''«I»'  oder  vlglai  9  ^**'- 
4)  tmî  kl88t.-l«t  9-j  oder  vlglat.  9. 

Bei  Nr.  3  ist  es  n^loichgültig,  ob  wir  einfachen  Luliial  oder  eine 
labiale  Kotisonantengruppe  haben.  Wir  haben  hier  vollatäodigen  Paral- 
lelismus mit  den  E- Lauten. 

Erläutern  wir  das  eben  Gesagte  durch  Beispiele;  jedoch  woÜeu 
wir,  um  die  Keimlisten  nicht  in  einer  die  Uebersichtlichkeit  störenden 
Weise  anseinanderzureissen ,  die  4  Falle  nicht  einzeln,  sondern  zu- 
öauimon  behandeln.  Es  folgen  dabei  die  Beispiele  in  alphabetischer 
Keihenfolge. 

Troub.  de  S.  16  dobia  (ÂdJ.)  :  oobki  (odptda).  —  M.  W.  IV 
190,  ••1  eoblae  :  doblM.  —  Iieye  d'an.  1 200  dobbU  :  oobbla.  —  Arob. 
ÖQrSti  ooblt  :  dobU;  oarobU  (earabe)  :  pobla  (Vorb.).  —  2  man. 
pro?.  210,  S71  oobla  :  dobla.  —  Slam.  1331  dobla  :  enoobla.  5430  dobla 
(V.)  :  dobla  (Adj.). 

•çbte 

2  man.  prov.  50, 1  rnoble  :  noble.  —  Joyas  54,  17  noble  :  pople. 
84,  1«  Costantinoble  :  pople.  109,  o  pöble  :  iiiohlc  (Sst  ).  156.9  noble 
(nöbilem'  :  pöble.  IGl  noble  :  pöble.  259  noble  ;  pople.  Cf.  italien, 
nobile,  franz.  oçble,  port,  n^bre. 

-obra 

M.  W.  1  332  descobra  :  obra.  II  203  obra  :  cobra  (V  •  ^obra 
(V.).  221  obras  :  sobras  (S.);  eobra  V.)  :  cobra  (ouperat).  IV  104,77 
obra  :  sobra.  —  M.  G.  950  obra  :  eobra  :  colobra  :  descobra  :  cobra  :  obra  : 
obra.  1282  obra  :  sobra  :  colobra  :  descobra  :  obra.  —  Arn.  Dan.  S.  IIH 
obra  :  sobra  :  colobra  :  descobra  :  Dobra  :  cobra.  Cf.  it.  copro,  span. 
enebro,  afr.  cuevre.  —  Sto.  £nimie  1036  obra  :  colobra  —  Loys  d'am. 
1 160  obra  :  sobra.  —  Joyas  267,5  obras  :  D^nas.  —  2  man.  prov.  7,  199 
obras  :  sobras.  7,  an  sobra  :  cobra.  16,  obras  :  sobras,  122,  aat 
sobra  :  obra.   133^  112  obras  :  sobras.  —  B.  D.  244,  is  obra  :  colobra. 

•çbre 

B.  D.  78,  si  i«sobre  (8.)  :  obre.  CSf.  Am.  Dan.  8.97,  tâ  im  Innern 
enebre. 

-9c  ('Qoe,  «nee) 

Am.  Dan.  8. 112  graocs  (^grocens)  :  flioes  :  Inoes  :  enocs  (cöquus)  : 
enuoos.  —  M.  W.  I  145  brotz  t^P)  [Corr.  bioez|  :  floöi  :  eaoox»  II  35 

Digitized  by  Goo^I 


Die  0- Laute  im  ProveosaUtchen  487 

Joe  :  loe  :  moe  :  poe.  III  20  Haroe  :  ploe  :  loo'  :  poo  :  moo  :  too  : 
fioo  (8.).  108  juM  :  foee.  178  too  :  foo  :  Joe  :  Eaoo  :  bfoe  (Tmik)  : 
poo  :  loo  :  moo  :  oo  (hOo)  :  Marroo  :  oo  :  too.  188  looo  :  ooo  :  iooa  : 
joos  :  Enoei  :  fpoo  :  roes  :  grooo  :  ooos  :  Morrooo  :  biooo  (V.)  :  deroei  : 
bftdooi  (Mftiilaffo)  :  oroos  (*oroooiM).  246  oo  :  loo  :  joo  :  lOO.  2D4  ploo  : 
moo  :  roo  :  poo  :  btdoo  :  doioo  :  floo  :  too  :  poo  :  oo.  IV207|  $i  loo  : 
too.  —  M.  G.  56  ODCoo  :  domo  :  faoo  :  oroc  (B.)  :  loo  :  bodoo  :  dooooo  : 
too.  199  groo  :  loo  :  too  :  broo  :  foo  :  oo  ;  poo.  341  loos  :  floox  :  jooz; 
loo  :  foo.  342  loos  :  booa  :  ISnoos  :  grooo  :  Marroeo  :  dorroos  :  bödooo 
(V.).  U3  desloo  :  joc.  611  joo  :  loo  :  poe.  615  fiieos  :  jaecs  :  laooo  : 
grneot  :  bnooe.  640  loo  :  moo  :  poe.  790  flooa  :  enoos  fCorr.oluegP]  : 
loos  :  fooB  :  toes  :  Joos  :  rofoos.  966  ploe  :  toe  :  ftoe  (Kutte)  :  lloe  : 
loe: moo.  —  P.Vid.  8.83  oo  :poc  (potui)  :  moe  (*minii).  84deoroo: 
(V.)  :  loe  :  joo.  —  At  de  Mens  29,  io«t  loe  :  moe.  —  ß.  Lb.  37, 6o 
loe  :  Joe.  138,  ts  Inoo  :  joeo.  136,  loe  :  joo.  137,  ii  loo  :  joo. 
138^  t  loo  :  Joe.  Areh.  33,  st«  onoe  :  loo  :  joo  :  broo  :  foo  :  deroe  : 
moo  :  floo.  36^  ««•  joo  :  loe  :  moe  :  ooiiee  :  pneo.  —  Bror.  1569  loe: 
moo.  8115  leeonoo  :  oonoo.  8231  Eooe  :  Inoo.  — >  Flam.  331  poe  :  toe. 
1421  joo  :  hiee.  2m  poo  :  oo.  2462»6735  n.  7569  poe  :  moe.  4478, 
5724  n.  7000  poe  :  boe.  —  B.  D.  115,  ai  loo  :  oo.  129,  •  loe  :  moo  : 
poc.  151, 3  7  too  :  loo.  161,  IS  loes  :  floes  (*flooeiis).  —  Paso,  du 
Christ.  V.  17  poo  :  moo.  —  Bayn.  Ohoiz  IV,  85  Maroo  :  ploo  (ploTOit)  : 
loo  :  poo  :  moo  :  too.  —  Loys  d*am.  I  106  estoo  :  foo.  154  too  :  loe. 
200  biooz  (biochot)  :  loes.  296  oroe  :  foo.  III  122  too  :  foc.  —  2  man. 
proT.  S.  15,  16  foo  :  joo.  28,  s  lox  :  fox  :  estox  :  jox  :  badox  :  grox  : 
fiox  :  Marox  :  rox  :  tox  :  buzox  („buse")  :  brox  (brin  de  petite  branche, 
épine)  :  crox  :  rox  (*roccu8).  —  St.  Hon.  S.  157  juec  :  luoc.  178  M ar- 
roc  :  alloo  (adlocum).  —  Kev.  XX  La  cour  d'amour  ¥.293  locs  :  joc«. 
425  lue  :  joc.  XX  St.  Eust.  V.  85ü  luoc  :  fuoc.  2418  luoc  :  fuoc. 
2588  luoc  :  fuoc.  XXVIH  8to  Marie  Madeleine  V.  28  loe  :  toc.  — 
liüoi.  XIV  Le  mariage  de  la  vierge  et  la  nativité  du  Christ  V.  483 
luec  :  oc. 

Unter  diesen  Reimen  verdienen  die  versch.  Perf  besondere  Be- 
achtung. Die  Angabe  des  Don.  22,  sta  fand  ich  durch  die  Reime  nicht 
bestätigt. 

Für  croc  ond  roc  of.  ZaoL  11,  86. 

M.  W.  III  212  roca  (*rocca)  :  badoca  :  toca  :  Antioca.  Arch. 

34,  40»  roca  :  deaoroca  :  broca  :  floca.  —  Ute.  Eoimie  V.  379  rocha  : 

Digitized  by  Google 


488  Karl  Oreans 

toehA.  —  B.  D.  226^  ii  ndu  :  toeh«.  ^  Jaufim  Hayn.  I  fi2  brOM  : 
MM«.  —  Bat.  XXII  Si  Boit.  1603  paiooho  :  tooiio. 

7858  Inoeon  :  d«roooii. 

2  man.  prov.  8.26^  t  rodi  :  podi.  —  fi.  D.  76|ii  oodi  (codex)  :hodL 

Fiam.  podon  :  rodoD. 

Gknlb.    Berg.  X VIII  aogra  (sOoerm)  :  grog«  :  savog«  :  loga  :  siiuigoga. 

-9gra 

Flani.4178  pogra  (potoerain)  :  sogra  (tooen).  —  M.  Q.828  »oegre; 
•negm. 

-9Ì  (-iioi,  uei) 

M.  W.  I  1Ô4  bloy  :  joy.  —  M.  G.  G30  joy  :  eroy  :  eooi  :  soi.  — 
B.  Lb.  133, 31  huei  (hOdie)  :  enaei  (inödiet).  133, 4<  poi  (paucom)  :  joi. 
142, 57  enuei  (inodium)  :  bruei.  —  Flam.  3653  joi  :  oi  (hoc  illud).  — 
Jaufre  Rnyn.  I,  55  eouei  :  uei  (hödie).  —  2  man.  prov.  51,  1  joy  :  croy. 
210,  st«  joy  :  aoy  (P).  —  Bot.  XX  La  oour  d'amoui  V.  Ö09  soi  :  enoi. 

-oia  i-ueial 

ehrest,  prov.  S  fì3  joya  :  bloja  (plöviai  :  ploja  iplovia)  :  poja  (podiat). 
130joya  :  iroja  :  Savoja  :  voja  (vocitat)  :  poja  fpodiaM  :  ploja.  IRI  troja  : 
voja. —  M.  V.  Mont.  Nr.  9,  9  cnoja  :  ploja  :  troja  :  voja.  —  Bern.  v.  \  t  nt 
bloja  :  joja  :  poja  :  ploja.  —  Bertr.  de  Boro.  Nr.  4  croja  :  bloja  :  boja 
(boja)  :  enoja  :  joia  :  poja  :  Savoya.  17  joja  :  Savoja  :  croja  :  bloja: 
Troja.  37  pqifi  :  voja  (  vocita)  :  enoja  :  noja  (noceat)  :  loja  (V.)  :  coja 
(coqueat).  —  Arn.  Dan,  S  98  croia  :  Savoia  :  joia  :  Troia.  —  M.  W. 

I  368  joya  :  Troya  :  Savoya;  pueia  :  tueia  :  plueia  :  vueia  (vocitat). 

II  207  lüias  :  enoias  :  upropiae  (Corr.  aproias  j.  i  ll  286  joia  :  croia. — 
M.  G.  27'J  joya  :  ennoya  (invocitat).  544  poya  :  ploia.  762  enueia  : 
trueia  :  lucia  (locitat)  :  trueia  :  errueia  '(t)  :  pueia  (podiat).  —  B.  Lb. 
35,  2  3  jueja  :  enveja.  143,  5s  enueja  :  nucja  (8.).  —  Arch.  33,  44 1 
ploia  :  poia  :  voia  :  lüia  ;  buia  ;  euoia.  —  Leys  d'am.  III,  172  Savoya  : 
joya.  —  Jaufre  Rain.  1  51  trueia  ;  tremueia  (trimodium).  ~  Rom.  XIV 
Le  mariage  de  la  vierge  ...  V. .507  enueja  :  prega.  Ealepky  S.  10,  s« 
gloria  :  apoja  :  estoja  :  ploja.  Cf.  it.  bçja  und  trçja  (Gmndr.  %  J^-Qo^gi^ 


Dt«  0- Laote  im  Proveozalischen 


4S9 


-yira?  oder  -^iraF 
M.  O.  1006  Tidcyini  :  pftooira  :  boiia  :  moralni  :  malveBtoin  :  iroirs. 

.ŷia  (.noisy  'iieja) 

M.  Q.  325  joit  :  eiOM.  —  B.  LB.  «t  ttm  i  Mois.  »  Arn.  Dan. 
8,  115  pvois  (poiftioa)  :  pnoU  (podium)  :  dnois  (*doxit)  :  engroia  :  jdi  : 
enda  (înodinm). 

-9Ît  (-uoit,  •neSt),  -çcb  (-noob|  •neoh) 

ehrest  prov.  8.  205  dueich  (doctum)  :  cueich  (oootom).  —  B.  D. 
118,23  enog  :  Dog  (ncvctenii  2ô6  enuecb  :  nuech.  —  Daude  de  Prad. 
V.  1G41  enueg  :  dueg  (doctum).  —  Flam.  769  enug  (înodium)  :  uig 
(octo).  1355  nug  (noctem)  :  enug  (inodiura).  2686  nuh  :  dug  (doc- 
tumV  —  Brev.  23052  pueh  (^podium  :  anneh.  —  Jaufre  Kayn.  I  60 
enug  (inodium)  :  nug  (noctoin).  66  nucilz  ;  pueitz  yjodium  i.  --  2  man. 
prov.  S.  Ilj26  enuegz  :  vuegz.  9Ü,  i  nuegz  :  onuegz  :  vuegz  (vocitus). 
116,  SI  nuegz  :  enuegz.  —  St.  Hon.  IS.  1Ö9  nueg  (noctem)  :  pueg  (po- 
dinm).  —  Rom.  LI  S.  174  nuech  :  dich.  XIV.  Le  mariage  de  la 
vierge  ...  V.  537  anueh  :  ohieh  (paiUe.  Rayn.). 

-çìti  (oohi) 

LeyB  d'am.  I  32  Tuegi  (vocito)  :  puegi  (podio). 

■9' 

M.  W.  Í  98  fosBÌnhoI  :  dol  :  abadol  :  col  :  vol  :  fol.  101  aoî 
(Sülum)  :  tremol  (  V.-S.)  :  tribol  (V.-S  ).  Il  1B6  filhol  :  acol  :  Pioairol 
vol  •  eatol.  IIK)  col  :  degol.  243  lansol  ilinteüiumj  :  mercairol  :  flaujol 
rossmhol.  —  M.  G.  234  ff»Ih  (follemi  :  molh  (mollem).  005  vol  :  aujol 
acol  :  pairol  :  sol  :  doi  :  lensol  :  mercairol  (in  den  andern  Ildschr.  mer- 
curol  :  flaujol  :  roseignol).  859  rossinhol  :  dol  :  vol  :  lillul  ;  sol  :  acol. 
947  sol  :  dol  :  m'adol  :  vol  :  col  :  1  »»hoI  :  aiol  :  s'esmol.  —  Crest.  prov. 
S  58  soi  :  dol  :  vol  ;  toi.  90  fol  :  col  (colium).  ~  Bern.  v.  Vent,  dol  : 
sol  :  vol  :  toi  :  col  (collum)  :  dol  (V. -8.)  :  asol  (absolvit)  :  revol  (re- 
volvit).  —  Bertr.  de  Born.  Nr.  28  carcol  :  esmol  :  tresol.  —  Arn.  Dan. 
S.  101  sol  :  dol  :  destol  :  toi  :  iul  :  vol  :  mol  .  alol  :  toi.  —  Daude 
de  Prad.  V.  448  cabrul  (capreolum)  :  vol.  —  Troub.  du  Béz.  S.  39.  m 
sol  :  flautol  :  cniol  (Lampo)  :  moiol  (modiolum)  :  sol  ;  nuchol  :  caniul 
(carrum -|- Ölum).  —  B.  Lb  127,  *:.  afol  :  degol.  —  Aroh.  34,3?«  bra- 
vairol  (?j  :  soi  :  oiol  :  virol  :  vol  :  col  (cölit)  :  acol  :  fol  :  ratairoli?)  : 
moiol  :  roeaiiol  (P)  ;  airol  {?).  —  Joyas  132  Capitol  (capitulum)  :  vgl  ^^^^^  ^ 


440  Karl  Onam 

(*volit)  :  dol  :  col  (cÖlit).  —  Leys  d  am.  270  Auriol  ;  vol.  —  B.  D.  , 
212,  19  mol  (mölit)  :  dol.  296,  e  pairol  :  dol.  —  S.  D.  8.  66,  ìî  2ii  coli  : 
moU.  155,  1108  Juliol  :  toI.  —  Flam.  5286  soi  (sSlet)  :  moraol.  — 
BreT.  13157  apostol  :  pobol.  137Ô3  diabol  :  habiUool  26429  apostol  : 
pobol  —  Ste.  Iiiimte  V.  602  aol  :  di»l  (S.;.  968  aol  (aòliiin)  :  planiol. 
1409  M>l  :  dol  —  Born.  II  182  eol  :  val.  191  aol  :  diriaol;  ool  :  toI  — 
Bee.  a  274  vol  :  eol  —  Janfro  Bayo.  I  68  araatol  :  aol  101  dol  : 
vol  —  Hanaaer.  Bibl  nat  ft.  13&14  „Indpit  vit*  beatiasimi  Tropiriiil«' 
y.  949  apoatots  :  dedpoU  —  2  mao  prov.  19,  •>  aol  :  rol  53, 59  uujol  : 
flanjol  :  filfaol  :  ol  (Ölet)  :  dol  :  voL  124,  toi  :  fol  126,  «Tt  dol  : 
vol.  ^  CaDS.  prov.  Nr.4&  revol  :  dol  —  8t.  Hoo.  S.  149  foll  :  ooU. — 
ZeitBofar.  8.  62  vol  :  ool  :  fol  :  deatol  :  oaniiol  (in  d.  aad.HÌBchr.iiaoirol, 
oavitol).  65  aervol  :  Markiol  :  vol  :  vol  —  Bev.  XX  La  oour  d'amour 
1665  famtol  :  vol  XXII  St.  £nat  1218  beytiol  :  ool 

•çla 

M.  W.  I  59  revîrola  :  dcgola  :  s'amola  :  vola.  —  M.  G  157  batzola  ; 
escola  :  dola  ;  l'afola.  752  cula  jtula ?|  :  füla  ;  mola  .  curula  :  dola  : 
degola  (ÜBchr.  gola)  :  asola  :  acola  :  cstola  :  virola  [viola]  :  percola  : 
viola  :  tola.  806  revîrola  :  degola  :  rossinhola  :  auriola  :  amola  :  vola  : 
d'aiaola  :  masola  :  bnola  :  faisola  :  baiola  :  sigaiola.  1030  fola  :  vola; 
fola  :  viola;  fola  :  eeoola;  fola  :  tola;  fola  :  aoola;  fola  :  parola  :  pa* 
rola.  —  Ara.  Dan.  8. 116  ooooia  :  inola  :  afola  :  eola  :  v^a  :  aoola  : 
aola.  —  Chreat  ptov.  265  vîolaa  :  roaas.  ~  2  man.  prov.  76,  t  vota  : 
moola  :  oola  :  mola.  —  Ste.  Enimie  1002  mola  :  filhola.  —  Gnilli.  v. 
Berg,  m  39  batiola  ;  eaoola  :  dola  :  afola.  —  Flam.  S.  197  faiatolaa  : 
esgolaa.  V.4824  aooUa  :  folla.  5874  aeolla  :  ooroUa  (-aolam).  —  Brev. 
8.  176  oorola  :  aeolla.  Y.  7061  Ferrigola  :  ola  (6ila).  —  Leyi  d'am. 
III  244  randola  (^hirondelle*')  :  fonadola.  —  Jojea  7, 1  vola  :  eeeola  : 
eola  :  mola.  —  B.  D.  59,  %t  sola  :  vola  :  aoola  :  eorola.  169^  as  molaa  : 
eeeolaa.  260,  «  filhola  :  mola  274,  if  eaeola  :  demora.  —  Me.  rel  313 
afola  :  g^la.  —  Bev.  XX  La  ooor  d'amonr  717  pereola  :  afola.  869  vola  : 
viola.  —  Kalepky  S.  9,  a  a  eaoola  :  ooasola  (I)  :  afola  :  fora  (Âdv.). 

.9I0 

&  D. 53, 19 fa  tole  :  vole.  153, xa« a  vole  :  loo.  —  Flam.  611  vole: 
eole.  1327  tole  :  vole.  2656  dole  :  tole  («toUoi).  Cf.  Don.  22/23. 

-çlgva 

Flam.  0120  dolgra  :  volgra. 

Digitized  by  ÜOOgle 


1 


Die  0-i.ftate  im  FrovemuUiscbea  441 
-çlgroii 

Flam.  447  dolgron  :  volgron.  6721  tolgron  :  TOlgrOD. 

-oT  (-uoily  •ueil) 

M.W.  l  138  foeih  :  bruelh  :  jangluelh  :  truelh  :  despuelb  :  aouelh  : 

vuelh  :  acuelh  :  baduelh  :  huelh  :  suelb  :  acuolh.  372  erguelh  :  suelh  : 
Tuelh  :  tuelh  :  duelh  :  huelh  :  acucih  :  capduclh  :  deapuelh  :  oscuclh  : 
fuelh  :  oueih  :  destueih  :  Ëssiduelh.  III  131  coill  :  troill  :  orgoill  : 
destuoill  :  soiil  :  desvoil  :  renioill  :  Vertfoiil.  221  fueilh  :  ^nrucilh  : 
escueiih  :  sueilh  :  despueilh  :  er^ueiih  :  hueilh  :  duoilb  :  capduciih  : 
deetucilh  244  vuelh  :  buelh  :  duelh  :  despuelb  :  nelb  :  euelh  :  escuelh  : 
juclli  (Lolchj.  IV  2  reiruelb  (2.  Hschr.  mcrevelh)  :  vuelh  :  capdueih  : 
acuelh  :  destuelb  :  duelb  :  suelb  :  fuelb  :  escuelh  :  ergueih  :  despuelb  : 
recuolb  :  bnieih  :  toelb  :  vuelb.  —  M.  G.  341  escuelb  :  tlssiduelh  : 
Maroel  :  Nantucl.  510  sueill  :  vueili  :  huGÌII.  636  vuelh  :  buelh. 
651  tuoill  :  suuiU  :  orguoill  :  deëiuoili  :  voill  duoill  :  acuoitl.  717  duoill  : 
vuül  :  acuoill  :  orgoill  :  escuoiii  :  fuoill  :  oiii  :  suoitl  :  degtuoill  :  cuoill  : 
tuoill  :  desacuoill  :  papduoiil  :  fuoill.  792  cordueilh  :  ergueil  :  ba- 
dueilh.  —  Born.  v.  Vent,  oii  :  diicull  :  ^ullill  :  voill  :  orgoill  :  despuoill  : 
fuoill  :  bruoill  ^^brogiluni  )  :  escuoiii  :  tuoill.  —  M,  v.  Mout.  Nr.  1  X 
Maruoil  !  escnoül  :  acuoill  :  oill  4b  V  tuoill  :  uoill  :  oriruoill.  —  Arn. 
Dan.  8.  104  acuoiils  :  escuailh  :  ca]ul!j(»il!s.  —  rim  st.  prov.  S.  15 
dolb  :  despolh  :  Naotolb.  71  brulh  (bmiiiln  i  :  folti  (toiium).  -  At  de 
Moos  77.  -  -i't  erguelb  :  vuelb.  83,  lotiv  ergueih  :  cuelh  —  Daude  de 
Prad  brtti  ergueil  :  vueill.  —  Pon/  dp  <  ';ipd.  VII  orguelh  :  acuelh  ; 
duelh  :  suelb  :  huelh  :  escuelh  :  despuelh  Xi\  38  jangluoill  :  despuoill.  — 
Arch.  32,  400  orguoil  ;  moii.  34,  im  voil  :  soll  :  destoil  :  acoil  :  doil  : 
broi)  408  oill  :  orgoill.  —  Üuilh.  v.  ("nh.  IV  janguelh  :  nmelh  — 
Dem.  troub.  673  juell  ;  vuell  —  Leye  d  am.  I  304  cueib  :  truelh  (tor- 
culum  ).  —  Brey.  19754  uelh  :  muelh.  —  Jaufre  Hayn.  I  58  Vertfueil  : 
ergueil.  60  Vertfueil  :  ueil.  79  vuel  :  Carduel.  117  voill  :  orgoill. 
IIB  ergueil  :  vuoll.  —  120  voll  :  Carduoll.  —  Poés.  rel.  3ü7  orgoils  : 
oiÎH.  Ml  escoillö  :  hoils.  673  oils  :  dois,  1763  orgoils  :  dois.  —  Pass. 
du  Christ.  36.")  vuel  :  cie  I.  —  Hev.  XX  La  cour  d'amour  231  uel  :  orguel. 
741  yueilh  :  orgunilh.  1145  fucl  :  no  ve  i.  1650  soil  :  oil.  1681  escuoil  : 
oil.  —  2  man.  prov.  8.  5,  1 .1 1  duelh  :  ergueih  :  hnelh  :  vuelb.  18,  4a  or- 
guelh  :  acuelh.  31),  :,  orgueih  :  huelh  :  duelh  :  tuelh  :  suelh  :  vuelb  : 
escuelh  :  acuelh  :  fuelh  :  cuelh  :  recuelh  :  acuelh.  90,  18  vuelh  :  or- 
gueih :  duelh  :  acuelh.  137,5  uelh  :  orgueih.  138,  a  1  capdueih  :  suelh. 
138,  «7  faelh  :  reoneUi.  139,     oaeiii  :  eteaelb.   lâd,     daeih  :  taelb. 


Digitized  by<ioogIe 


442 


Karl  OreaM 


140,  SS  delMnelh  :  vuelh.  ~  Ztckr.  I  08  eibnfoil  :  Tlntagoil.  — 
81.  Hon.  S.  74  eMHdlh  :  nmiiejll  130  Mergueyll  :  «oaejU. 

-ofa  (-noilki  «iieflla,  -noillo) 

M.  W.  III,  4  ToUhi  :  dnefUE  :  fooillft  :  taeilU  :  leosflillft  :  des- 
pneilla  :  «eneilU  :  raeillâ  :  orgoiUa  :  moUl«.  138  trvella  :  erguelba  : 
oapdoeUiA  :  Muelba  :  detpaelh«  :  mellui  :  taeiha  :  dneiha  :  dMTaelha  : 
lairo^a  ;  ftielha  :  taalb«,  <—  Ohrost.  piOT.  s'orgoilla  :  dollla  :  toina  : 
aooilla  :  foilla.  —  B.  D.  S.4  bradila  :  ftiottla  :  cabdaeilla  :  tneilla.  — 
Guilh.  Berg.  VIII  13  deipdlta  :  Koilla.  —  2  maa.  proT.  8.  90,  s 
taelba  :  dnelha  :  braelba  :  foelba  :  vaalha  :  aeaeiha  :  deapnelha  :  re- 
caelba  :  foelba  :  ouelba.  —  Arch.  33,  «ss  oanftnoilla  :  orguoilla.  338  peo- 
deguoilla  :  fnoilla.  —  Poés.  rel.  2254  dolla  :  tolla.  —  St  Hon.  S.  75 
Trueylla  :  mnejlla.  —  Rev.  XX  La  ooar  d'amour  215  orguella  :  des- 
puella.   931  foilla  :  moilla.   XXII  St.  Ëust.  927  vuelho  :  despuelho. 

-çli 

Joyas  7,  14  Hüll  :  doli  :  voli  :  acosHoli.  —  2  oiaii.  pruv.  76, 1 4  soli  : 
doli  :  Toli  :  acosaoli. 

-çlle 

Flam.  liai  affolie  :  toUe. 

-çllon 

Flam.  4012  affollon  :  tolloa.  6738  acollon  :  afoUoo. 

-910(11) 

M.  W.  IV  196, 9  1  volo  :  colo.  —  Daude  de  Prad.  809  Tolon  :  molon.  — 
2  man.  prov. 202; fl  1  volo  :  colo.  —  Flam.  224  volo:  solo.  47d8  8olon: 
Volon.  6603  TOlon  :  dolon.  6868  «oloa  :  colon. 

^  çlp 
Rom.  11  lül  colp  :  toic. 

-ŷlr© 

B.D.  258,  2  6  tolre  :  oolre.  —  Ölc.  Enimie  ir>G2  colre  ;  tolre.  2  man. 
pro?.  27,  la  molre  :  tolre  :  dolre  :  colre. 

•9IB 

M.  W.  I  78  rossinbols  :  aurioin  :  csquirols  (aciurus)  :  cabtiols  : 
estols    Htnlus)  :  mois  (mollÌM).  —    M.  G.  324  Espainhols  :  eacuroU  : 

filbols  :  etituls  :  dois.    358  roeaÌQÌiols  :  auriols  :  esquirois  :  cabriola  :  | 

j 

Digitized  by  Google 


Dit  0-LMti  im  ProvenMlfMlMii 


443 


eetols  :  mois  :  90U  (v«  solTore)  :  filhols  :  tols  :  TOlt.  Bertr.  de  Born. 
€ted.  3  ABBoIt  (absoIvU)  :  dois  :  brostoU  :  ooli  (eoltigU)  :  fols  :  toIb  : 
Mnroli  :  iersolB  :  filhols  :  onoli  (nreeoliu)  :  jiaùrolt  (patina)  :  tnbols  : 
nob  :  Anriola  :  aola  (aoles)  :  Paiiiola  :  Britols  :  toIb  :  dote.  —  B.  D. 
8. 199,  «f  vois  (?olÎ8)  :  orfooob.  ^  Pan.  da  01iriat440  Tola  :  dola^^ 
Jaufro  RayD.1 161  cols  (eoUnin)  :  mois  (mollis).  —  2  man.  |»roT.  111,  «i 
vols  :  malhols  (Jeano  vigne*',  nV^^  lignes*).  —  Poéo.  roi.  769 
dois  :  sflâ. 

•çlt  (-ont) 

M.  G.  338  voutz  :  toute  :  soute  :  destoutz.  —  Leys  dam.  I  254 
soute  (solidos)  :  toute  (*tollîtuinj  :  voutz  ^  vuiutos).  302  moutz  (moli- 
tu8Î  :  voutz.  —  Flam.  2326  sout  (Buiiiuni)  :  tout  (•tollitum).  —  Jautre 
KajD.  I  69  tolte  :  solte.  —  Ergz.  d.  Jaufre  8.  180,  soutz  (solutus)  : 
routz  (ruptuaj.   359,  s  tout  C^toiiitum)  :  sout  (soiutum). 

-çlta  (-outa) 
M.  O.  338  voûta  :  touta  :  souta  :  destouta. 

-olvre 

M.  G.  320  volvre  :  absolvre  :  envolvro. 

-çp 

M.  W.  I  100  ops  :  Jops  :  trops.  H  218  trops  :  yssflrops  :  ops  : 
dops.  IV  133,  its  obs  :  trops.  —  M.  G.  232  prop  :  galop  :  isop  : 
Jop  :  yssarop  :  trop  :  Jacob.  —  Poés.  ioéd.  Nr.  Il  67  prop  :  atrop.  — 
GiriUi.  Cab.  Ged.  III  28  isope  :  trops  :  props:  ops.  —  B.  D.  S.  115,  a 
trop  :  pfop.  —  8.  D.  S.  279,  sst  eiops  :  ops.  —  Flam.  78  and  1379 
prop  :  trop.  1475  obs  :olops.  —  Aroh.  33,  «a «  jsops  :  trops  :  props  : 
obs.  —  Ak  de  Möns  116^  iss  obs  :  trops.  —  2  man.  prov.  4, 79  trops  : 
ishirope  :  ope  :  elops.  10,  1  s  ops  :  esolops  („sabot").  13,  it  trops  : 
ope.  18,  40  ops  :  Irops.  109,  it  ops  :  trops.  134,  i7o  ops  :  trops. 
204,  lis  prop  :  trop.  —  6te.  Bnimie  1987  elop  :  trop.  —  Poés.  rel.  1688 
probe  :  ope. 

Chrest.  prov.  S.  2,  13  Torquator  :  cor  :  demor.  —  Bern.  v.  Vent, 
teaor  :  cor  :  muor  morit)  :  demor  :  for  (forumi  :  or  (aurum)  :  defor. — 
B.Lb.  26,  79  Anti  pîi  a  n  Í)  r  ;  demor  (S.).  26,  40  A  n  ti  ph  anor  :  mor  (morit). 
27,4  3  cor  :  A  nti  p  h  H  a  0  r.  138,6  3  cor  :  demor.  1  18,  7.1  demor  :  cor. — 
Daude  de  Prad.  5btl  cor  :  demor.  —  At  de  Muns  11,  4  h  mur  :  for. — 
PaoL  de  Mars.  V  cor  :  acor;  mor  :  demor;  for  (S.)  :  for  (Ad?.).  -~ 


444 


Kart  OiWDt 


Gailb.  T.  Oab.  III  11  demor  :  eor  :  BiMmor.  Gnilb.  t.  Berg.  XVI,  23 
or  (aurum)  :  dcmor.  XX  11  ator  (?)  :  cor  :  defor  :  wt  (söror).  — 
Ste.  Enimie  V.  62  oor  :  deraor.  —  M.  W.  I  131  oor  :  por.  II  22b 
theaor  :  cor  :  demw  :  cor  :  mor  :  cor  :  or  :  cor  :  for  :  cor.  IH  102  or 
(aorom)  :  cor.  333  Mor  :  mor  (morit).  —  H  Q.  563  cor  :  demor.  885  cor  : 
for  :  cor  :  mor  :  cor  :  dolor  (Adv.)  :  or  (Raod)  :  cor  :  or  (aarom). 
841  cor  :  demor.  1148  cor  :  muor.  —  B.  D.  B.  114,  t  cor  :  for. 
126,  •  demor  :  cor.  /  200,  »a  for  :  cor.  —  8.  D.  83,  cor  :  lans^r. 
139,  »«  oaer  :  dur.  —  Flam.  212  cor  :  defor.  2098  cor  :  mor.  2416  cor 
(cbomm)  :  for.  7796  defor  :  or.  —  Bre^.  d*am.  89  oor  :  demor. 
11807  for  (S.)  :  mor.  —  2  man.  proT.  39,  c  cor  :  mor.  87,  ti  demor  : 
for  :  cor  :  mor.  91,  S4  cor  :  for  :  or  :  mor.  92,  t  •  cor  :  for.  122,  %  »i  for  : 
cor.  —  Arch.  33«  4S«  for  :  eodemor  (P)  :  cor  :  mor.  34,  t%i  demor  : 
oor  :  Sicamor.  35,  tos  cor  :  demor  (Hschr.  edoDor).  60,  ta«  oor  : 
defor  :  or.  —  Rom.  XIV  Le  mariage  de  la  vierge  et  la  nativité  do 
Ofariat  V.  469  cor:  demor.  —  Poés.  rel  841  nnd  1101  oor  :  dolççr. 
2042  cor  :  peceadf  r. 

Zwei  von  diesen  Beimwdrtem  cliaralECeriaieren  eich  dnrcli  don 
Obergang  von  an/o  sofort  als  Fremdwörter;  ce  sind  dies  theaor  nnd 
or  =  theaanrnm  nnd  anmm.  Beide  Icommen  anch  in  der  erbwi^ri* 
liehen  Form  vor. 

.^ra 

B.  D.  246,  IS  ^demora  :  plçra.  246,  ti  demora  :  fora.  —  Ste.  Eni- 
mie V.  159  demora  :  défera.  —  H.  W.  II  217  dévora  (deyorat)  :  défera  : 
thora.  —  H.  G.  328  fora  :  n  o  r  a  (*nttram).  563  enoora  :  demora.  —  Àreh. 
35,  i»s  défera  (Âdv.)  :  acora.  ^  Flam.  1045  défera  :  acora.  4582  fora  : 
demora.  —  Leya  d'am.  1 166  acora  :  demora  :  fora  :  transféra.  III  180 
transféra  (V.)  :  acora.  Jojaa  94»  •  défera  (Adv.)  :  devorm.  100,  ti 
fora  :  tora  («toré").  —  2  mao.  prov.  2,  t  dévora  ;  défera  :  tora. 
19,  at  défera  :  deoora  (=  dévora  s  degoraf).  SO,  la  demora  :  dévora. 
Vîâ^  4éi  fora  :  demora.  137,  t7t  défera  :  demora. 

*Zweî  Wörter  bedfirfen  hier  einer  kunen  Erklftmng,  nora  nnd  de^ 
mora.  Brtteres  sollte  regelrechterwdse  9  haben,  denn  es  kommt  vom 
lat  n&rnm.  Wenn  wir  es  trotzdem  «a  9  reimen  sehen,  so  haben  wir 
wobl  darin  eine  analogische  Anlehnung  aa  sitgra  an  erblieken.  Beide 
sind  verwandte  Begrifib  nnd  konnten  sich  daher  leicht  analogiaoh  be« 
eioflusaen. 

*Wenn  wir  demora  =  demSrat  wiederholt  an  o  reimen  sehen  (of. 

auf  die  Reime  anf  -çra)^  so  liegt  hier  eine  Übertragung  des  geacbloswNien 
u  auä  den  endungsbetonten  Formen  vor,  wo  ^  regelrecbterweiae  in  9  Über- 


DItt  0-Lftiile  im  Proveoiftliiebein 


415 


ging.  Dieselbe  Erscheinung  haben  wir  auch  im  Altfranz.  Cf.  Oottin^cr 
Gelehrte  Anzeigen  1872  Bd.  I  887  und  Dr.  E.  Mal!,  Der  Computus  des 
Philipp  ?.  Tbaun.  S.  47,  sowie  Bartocb  „Ältfrans.  Chreet  ö.  Aufl.  S.  1Ö3, 1 1. 

•çrb,  -çrba 

Fltm.  Ö141  orbâ  :  ÌBiorba  (exorbat). 

•çrda 

Rlam.  001  aeorâa  :  maiiiisorda.  4842  reoorda  :  aeorda.  ~~  2  man. 
proT.  32 y  •  aoorda  :  reeorda.  —  B.  D.  96,  i  maDÌcorâa  :  eorda.  — 
Arn.  Dan.  8.  104  corda  :  deaaeorda  :  morda  ;  reoorda  :  eomorda 
(-Ofdeat).—  H.  W.III2S2  aooida  :  eorda.  —  Poés.  rel.2344  raoorda  : 
niiaricorda. 

-firtlo 

2  mau.  proT.  32^  lo  recorde  :  acorde. 

-^rdi 

2  man.  prov.  32,  ii  aoordi  :  reoordi. 

-çrdta 

Brav.  12867  diioordìa  :  mimiríoordia.  —  Joyaa  62,  s  dlaeordìa  : 
oonooidia* 

-çrdo 

2  man.  pruv.  'ò2,  n  recurdu  :  acurdo. 

-çrdre 

M.  O.  320  ordre  (=  ordir)  :  bordre  :  cordre  (in  den  audero  iiaohr. 
deetordie). 

-9rga 

Bom.  n  182  goija  :  foga  (fabriea). 

-çri 

M.  O.  109  demori  :  acorî  :  Grigori  :  eyçri  (ebnmenm).  —  Leys 
d'am.  1,119  ajtttori  :  deiaoori.  m  386  demori  :  anditori.  —  B.  D.  242,  ii 
remestori  :  adjittori.  —  Joyaa  14^  *  eonsiatori  :  notori.  39,  •  a^jntori  : 
coneUtori.  63,  i  s  oratori  :  oonsistori.  81,  it  adjotovi  :  notorì.  100,  i7 
fanbatofi  :  ajatori.  118,  i  notorì  :  pretofi  (•Ŷriom)  :  purgatori.  — 
Bom.  I  412,8  0  purgatori  :  adjatorl  —  2  man.  prov.  14,  st  eonsistori: 
domori.  86|  s  igntori  ;  mori  :  ajatori  :  demori  :  ajatori  :  Oregori  :  ^jn- 


44$ 


Kail  Ontat 


tori  :  espnrgatori  :  ajuiori  :  deoori  ;  ^jatorí  :  coniûtori.  —  Qt,  Aot.  3730 
acyutori  :  ÂotbŷaL 

-çria 

B.  D.  218, 2  7  memoria  :  hestori«.  —  FUud.  689  gloria  :  iaCoria.  — 
Ano.  poés.  rel.  V.'  83  gloria  :  foras.  —  Joyas  60,  st  gloria  :  notoria. 
61,  1  Victoria  :  memoria  (-öria).  1Ô4  Victoria  (öria)  :  memoria  :  gloria 
(-öria)  :  istoria  (-Öria).  —  170  meritoria  (Adj.)  :  riotoria  :  gloria. 

Überblicken  wir  die  beiden  letzten  Reimreihen,  ao  entdecken  wir 
eine  ganze  Anzahl  von  Fremdwörtern,  bei  weleben  wir  eine  Suffix- 
vertauBchnng  zwiechen  -Órium  und  -Örium,  -Qriam  und  öriam  annehmen 
mflaaen;  andernfalla  hätten  wir  mehrere  unreine  Reime.  Nur  wenige 
Wörter  mit  dem  Snffîz  -orìom  entwiokelten  aicb  im  Pro?,  la  -çr.  Cf. 
-çr-Beimel 

.ŷria 

FUiD.  B.  111  orifl  :  tofridoria. 

-91OD 

Flain.  8.  213  deooron  :  «fonm. 

•yra 

B.  Lb.  29^  as  Elionors  :  eora.  —  B.  B.  185,  is  mon  :  eofi.  221,  • 
com  :  defort.  —  8.  D.  80^  s««v  fors  :  reacçs.  —  Am.  Dan.  estera  : 
eon  (eorpus)  :  demora  :  fors  :  comora  :  tresofe.  ^  Poés.  inéd.  I,  9 
teaora  :  cors  (corpus).  —  M.  W.  I  334  clors  (?)  :  mortz.  III  227  Lia- 
^ors  :  cors.  —  Flam.  160  defora  :  cors.  2088  defors  :  cora.  4780  dé- 
fera :  sors  (soror).  6465  defors  :  demort.  Brey.  10785  cofors  :  cors.  — 
Fase  du  Christ  893  effors  :  cors.  ~  Jaufre  Rîiyn  T  92,  i  cors  :  tors 
[Cf.  it.  tnr3o].  —  Ergzg.  des  Jaufro  S.  358  tors  :  cora  —  2  man.  prov. 
11,  48  cors  :  fors.  109.  1  gardacors  :  sors  (sorores).  134,  186  cors  : 
more  (mor.sus).  —  At  de  Mona.  15,  560  cors  r  fors.  —  Rev.  XX  La 
coor  d'amour  917  teaors  :  cora.  —  Poés.  rel.  242Ö  ocra  :  peooadçra. 

-çrsa 

Guilh.  flg.  Nr.  2,  12  forsa  :  esoorsa  :  comor8a(V.)  :  e8tor8a(Part.).  — 
S.  D.  80,  s  s  47  forsa  :  grossas.  —    M.  W.  III  230  forsa  :  dorsa.  — 

M.  Q.  782  forsa  :  escorta  :  araorsa  :  escoraa.  —  R.  Lb.  31,  12  forsa  : 
doraa  fAdv.).  —  Flam  3824  forsa  (V.)  :  forsa  (S.).  5530  forsa  : 
amoraa.  —  Leya  d'am.  Í  228  escoraa  (S.)  :  escorsa  (V.)  :  eestoraa  : 
forsa.  —  at  Hon.  S.  .30  fnr7a  :  ona.  150  forza  :  orza.  2  man.  pro?, 
26,  s  foraa  :  s'eaforaa  :  moraa. 

Digitized  by  ÜOOgle 


Die  0- Laute  im  Fro?ei»aUMbeii 


447 


M.  W.  III  232  esioraer  :  torser.  ~    Flam.  29(Jô  esturaer  ;  turtier. 

-çrt 

ehrest,  piov.  8.  20  mort  :  tort.  32  mort  :  fort  :  déport.  84  mort  : 
tort.  U5  déport  :  port.  98  oofort  :  mort.  —  H.  T.  Hont.  Nr.  4  b  H 
mort  :  tort  :  fort  8  b  IV  mort  :  eonort  :  tort  :  port  :  fort  :  desaoort.  — 
Bern*  t.  Veoi  fort  (forte)  :  fort  (fortemi  :  sort  :  déport  :  deseonort  : 
tort  :  mort  (Pftrt.).  —  Guilh  Fig.  Nr.  2  XIII  fort  :  reeort  (reeoido)  : 
tort  :  mort.  —  Bertr.  de  Boni.  Nr.  6  cooort  :  MoDfort  :  port  :  tort  : 
Mtort  :  mort  :  iort  (eortem)  :  MOrt  (B.)  :  ort  (hl^rtam)  :  reoort  (V.)  : 
eomport  :  mort  :  tort  20  ort  :  Antafort  :  port  (Y.)  :  port  (8.).  — 
Am.  Dan.  8.  102  ort  :  déport,  —  B.  D.  274,  it  mort  :  tçet  276,7 
mort  :  eçlp.  277,  st  leepçst  :  fort.  —  M.  W.  lU  75  deiaeort  :  port.  — 
M.  O.  261  port  :  eetort.  1031  mort  :  reeort  :  tort  :  port  :  descort  : 
déport  :  tort  :  eeort.  —  8.  D.  IfiO^  tti  mort  :  mçt  —  Ai  de  Ifone. 
89,  tét  eort  :  fort  —  Flam.  1547  tort  :  mort.  1790  eort  :  déport 
4862  aeort  :  reoort.  5364  mort  :  eitort  ^  Joyae  26^  i«  leeeort:  eonort 
69, 1  •  remort  :  fort  80^  i  •  dieeort  :  mort  136>  s  reeonfort  :  déport  :  fort  : 
mort  139  eoort  :  dieeort  —  2  mon.  pror.  À,  »t  fort  :  aeort  :  mort  :  tort 
{Etáir,  Ci  fort).  21,  ut  eort  :  eort.  22,  i»  tort  :  mort  23,  st  fort  : 
eonort  36,  •  port  :  eonort  :  reeort  :  port  :  oofort  :  reeeort  :  eort  : 
eoort  :  remort  :  mort  :  tort  :  eetort  :  fort  :  déport.  52»  «a  tort  :  eort  : 
bort  :  eort  :  gort  („gonrd**).  58,  ti  port  :  mort  75,  4i  oofort  :  port  ; 
eatort  :  mort  :  tort  :  eonort.:  port  :  déport  80»  i  aeort  :  déport  :  port  : 
mort  :  oofort  :  eort  t  eonort  :  reieort  :  tort  :  fort  87,  •  tort  :  aeort  : 
fort  :  eetort.  91,  mort  :  eetort  :  aeort  :  fort  :  tort  :  reeort  101,  i« 
lemort  :  mort  :  reiiort  :  «ort.  109,  si  fort  :  deeeort  —  SI.  Hon.  S.  176 
eonfort  :  mort  —  Croie,  alb.  3983  deeeort  :  eonort  —  Bom.  XIY  492 
mort  :  tore.  —  Bom.  II 174  ort  :  déport;  mort  (Ftet)  :  mort  (&). 
175  mort  :  mort.  176  fort  :  mort  (Part.)  177  mort  :  fort 

-orta 

M.  W.  m  23ü  trasporta  :  porta.  —  At  de  Mens.  ♦52,  249  coti»rta  ; 
porta.  —  Flam.  142B  mm  ta:  porta.  '')9'>i)  conortas  :  aporias.  —  2mHn. 
prov.4,  torta  :  raorta  :  redorta  (^franz.  phari^y  11,  t-i  porta  :  dopiirta 
31,  Í  conorta  :  déporta.  75,  4o  coforta  :  porta  :  morta  :  torta  conorta. 
201,  fti  porta  (V.)  :  porta  (8  )  ~  Jaufre  Ërgsg.  8.347  eobreporta  ; 
morta.  —  Bom.  Ii  174  porta  :  orta  (hortnm). 


448 


Karl  Onu* 


Flam.  1303  confortan  :  portari.  783  porton  ;  deporton.  7117  por- 
ton  :  deportoD.  —  2  mau.  prov.  31,  G  deporto  :  conorto. 

2  man*  proT.  31,  i  déporte  :  eonorte. 

2  maa.  piOT.  31,  i  eonorti  :  deporti. 

-çrti 

B.  D.  138,  a  torts  :  esforts  :  deportz  :  rescortz  :  acortz  :  eonorti.  — 
Arn.  Dan.  S.  106  tortz  :  portz.  —  Poés.  inéd.  Nr.  I  77  torts  : 
mortz.  —  M.  W.  I  377  mortz  :  desconortz  :  esfortz  :  esfortz  :  estort«  : 
ortz  ;  Bonortz  :  esfortz  :  sortz  :  portz  :  St.  Jortz  :  conortz  :  fortz  :  co- 
nortz  :  esfortz  r  estortz  :  sortz  :  tortz  :  mortz.  IV  250  acortz  :  esfortz  : 
Bortz  :  tortz  :  portz  :  mortz  :  portz  :  esfortz.  —  Adc.  poés.  re!. 
V.  71  mortz  :  tortz.  98  mortz  :  cor:*.  —  At  de  Möns  14,  .-,24  mortz  ; 
fortz.  45,  169  0  osfortz  :  fortz.  112, '.îb  cortz  (Corr.  v.  Bernhardt:  turtz)  : 
fortz  fChab.  corrig.  :  cortz  :  sortz  i^surgitj  cf.  S.  168,  2«.].  128  estortz  : 
dosconurtz;  acortz  :  estortz:  fortz  :  esfortz.  —  2  man.  prov,  30,  i  de- 
portz :  mortz  :  tortz  ;  îuiiz:  mortz  :  tortz  :  desconortz  :  estortz  :  acortz  : 
cofortz.  95,  7  tortz  :  mortz  :  deportz  :  íoríz.  lOU,  tortz  :  mortz  :  des- 
conortz :  acortz  :  deportz  :  estortz  :  portz.  —  Flam.  0138  esfortz  : 
esters.   6401  deportz  :  estorz.   8067  fortz  :  sortz. 

-9s 

Flfim.  1613  08  (os)  :  gros  Guilb.  v.  Berg.  XX,  16  gros  :  dos  : 
gros  :  Bocados  :  AIos.  —  Aroh.  ;i4,  409  gros  :  dos.  —  2  man.  pro?. 
33 ,  colos  :  gro8  :  os  :  fos  :  tiros  (v.  tirossar)  :  cros  :  aygaros.  — 
.liiufrc  ]\nyn.  I  llü  dos  (dorsura)  :  gros.  —  Rev.  XX  Paraphrase  des 
psaamea  de  la  péoitenoe  V.  147  os  (ds)  :  oos  (oorpas). 

-osa 

r 

Flank  4704  ross  :  aroea.  —  Bev.  XX  La  eour  d'amour  699  noea 
(noeeat)  :  rosa. 

çssa 

Gaîlh.  Fig.  Hr.  2,  4  oeea  :  fessa  :  grosse  :  trasdossa  (Bfirde).  — 
B.  D.  256,  si  ossa  :  fosea.  ^  11  W.  II  217  erossa  (emoeaPP  S  )  : 

Digitized  by  Qo  _^ 


Dfo  0*lifttite  la  PMiTanMÜMlieii 


449 


groBsa  :  noM  (nSoett).  m  118  groBsa  :  OBW  :  foesa  :  tradossa.  — 
M.  G.  762,  4  groaaa  :  botta  („Buckel'')  :  trasdotta  :  gotta  („HAadia")  : 
rosaa  (ffSebisdmfthre")  :  growa.  —  Leyt  d'am.  I  226  grossa  :  osta.  — 
2  man.  pro?.  3,  ai  oroi0a(S.):  grossa  :  nota.  —  Flam.  8.11  note  ai 
(naptiaa)  :  oroatat.  —  Bom.  Il,  190  foisa  :  groata. 

-9* 

D.  295,  la  trot  (tötntet)  :  pot  (potet).  —  Flan.  S.  224  atbergot  : 
sobiooot.  V.  1250  trot  :  pot  4100  pot  :  deaiiot  7884  avaiot  (S.)  : 
pot.  —  Jaofro  Rajo.  I  bl,  Il  pot  :  trot.  152  I  pot  :  arlot.  —  tioya 
d'am.  I  218  trot  :  dot  (8.)  m  132  oaeot  :  arlot  ^  8.  D.  53,  i7a»  pot: 
glçt  —  2  mao.  proT.  arlot  :  trot  :  lot  (VOtÎ)  :  eacot  :  aobrœot  — 
Bot.  XXn  8t  £iiti  2747  Âetaiot  :  trot  —  Rom.  n  182  Guillot  : 
pot;  Gnillot  :  trot  184  pot  :  Guillot 

•çta 

Chreat  prov.  176,  so  rota  :  nota.  —  B.  D.  95,  4  nota  :  rota  (rot* 
tam).  —  Flam.  597  rota  :  nota.  1267  cota  :  bota.  4400  nota  (nötat)  : 
pilota. 

-otz 

f 

ehrest,  prov.  potz  (pötcs^  :  lotz  (lanp;s«m'v  -  B.  1),  117,  i«  potz  : 
lotz  —  M.  W.  III  290  arlotz  :  galiotz.  —  2  mau.  prov.  127,  se?  nota 
(nocet)  :  potz  (potoa). 

-çton 

Flam.  6.  236  ooton  ;  eneloton. 

Cbrest  prov.  265  nno  :  Cattelnoo.  —  An.  Dan.  8. 109  mon  :  pion 
(plfirit)  :  non  (n5ram)  ronon  :  aonon  (annnm  noTnm)  :  bon  (bd?am)  : 
on  (oTum).  —  Flam.  2490  mon  :  pion.  2783  non  (nOvom)  :  mou  (mövet). 
8007  non  (noTOm)  :  mon.  —  M.  W.  II 221  ronon  :  hnon  :  non  (ndrnm)  : 
bnon.  —  H.  G.  207  non  :  mon  :  bon  :  ou  :  non.  630  mon  :  pion.  — 
Arob.  34,  la?  pion  :  Gaateinon  :  mon  :  pion.  2  man.  prov.  7;  iss 
ronon  :  bnon  :  non  (novnm)  :  bnon.  —  Janfre  L.B.I58I  mneu 
(mdvot)  :  gren  (gravem).  78  I  pion  :  mon.  149  I  bon  :  on. 

Oaa  Reîmwort  ^u  weiat  auf  oioo  vlglat  Form  çYnm  inrfiek.  Bei 
dioBom  Wort  iat  der  Obergang  von  klaaa.  lat  9  sn  9  noter  Eiaflnaa 
dea  folgenden  Labials  gemeinvul^ürlateimtob.  Cf.  ital.  nòTO,  altfr. 
nef  etc. 

Die  Form  plçn  weitt  auf  einen  lat  Beiles  plu?it,  niobt  ploit 

Digitizedby  Google 


t 


450  Karl  Omm 

-yva. 

ehrest  prov.  30  nova  :  plova  :  prova  :  mova.  —  B.  LB.  4§ 
nnara  :  plae?a  :  praeva  :  maev«.  ^  Flam.  7377  iio?a  :  mov«. 

B.  ^ueilea  Yon  y. 

Prov.  9  geht  zarQck: 

1)  auf  klass.-lat.  ö[  oder  vlglatö 

2)  auf  Uaaa.-lat  tí  [  oder  vlglat.  i 


3)  auf  klaaa.-lat.  Q 

4)  anf  kla88.-Iat  i 


oder  ylglat.  SS 
oder  ^glatö 
Ô)  auf  jedes  klass.-lat.  o—  und 
6)  auf  klass.-lat.  Ö  ~ 
Im  Vnlg&rlateiD  fiel  St,  1  Dod  2  im  Laut  9  nach  dem  bekannten 
Ten  Brink'sohen  Gesetee  snaammen:   ^Kurze,  betonte  Vokale  in 
freier  SteUung  werden  gelingt**;  Nr.  3  ond  4  im  Laut  9  aaoh  dem 
Qeaetie:  „Lange,  betonte  Vokale  in  gedeekter  Stelhing  werden 
gektrst**  Bei  der  gedeckten  Stellvng  ist  ee  einerlei,  oS  wir  primire, 
d«  h.  aohon  k]a8a.*Iat|  oder  aeknadSrei  d.  k.  eret  lomaniaohe  Position 
haben. 

Yen  dieaem  Geaiobtapiinkt  ans  betraehtet  —  denn  für  nno  iat  lu- 
nlebat  nnr  das  VnlgSilatein  massgebend     liest  sieb  aveh  sagen: 
Pkovens,  9  gebt  tnr&ek: 

1)  anf  ylglat.  é 

•2)  auf  vlglat  ö 

3)  auf  flglato],  oJ|  -  und 

4)  auf  vlglat  Ö  [  Nas.,  0  ]  Nas. ,  und  zwar  ist  es  gleichgfiltig, 
ob  wir  dentalen  oder  labialen  Nasal  haben.  [Cf.  Romanisch,  wo  9  vor 
n  ond  m]  zu  u  (=  ç)  wird.   Gmndr.  8.  444,  Nr.  20.] 

Für  Nr.  5  resp.  Nr.  3  vgl.  oben  1.  Abschnitt  II  und  III,  wo  sich 
Beispiele  zur  Genüge  finden.  Cf.  ganz  dieselbe  Behandlung  im  Rumäni- 
schen (Gmndr.  445,  «e);  ferner  die  Fälle,  wo  es  sieb  nm  Analogie- 
bildungen nach  den  endnngsbetonten  Formen  handelt 

Zur  Bestätigung  der  Übrigen  Punkte  lassen  wir  auch  hier  die  Reime 
In  alphabetischer  Reihenfolge  sprechen. 

-oa 

B.  D.  203  proas  (pröbas)  :  doas  (duas).  264,  10  soa  (sna)  :proa 
(pröbat).  —  Flam,  6459  ambedoas  :  doas.  —  2  man.  prov.  114,  s« 
soa  :  toa* 

Digitized  bv  


Die  0- Laute  te  PraveotaUeebeB 


451 


er.  DoD.  ass.  ii-st! 

s. D*203,  es  toea  (^tóoeat)  :  boca  (bnooa),  It  W.I  333  toea  : 
boea.  —  M.  G.  279  boea  :  tooa.  —  B.  Lb.  38,  s  boea  :  toea.  — 
Daade  daPirad.  booa  :  toea.  —  Flam.  314  toea  :  boea.  1337  boeba  : 
toeha,  4452  bœa  :  toea.  —  2  man.  proT.  208«  tt i  boea  :  toea.  — 
Janfro  Raya.  I  64  I  boea  :  toea.  74  n  boea  :  eoea  (DaoDobo**).  — 
StHoii.  8. 15  boea  :  toea.  —  Bot.  ZX  La  ooar  d*atnoiir  V.  306  boea  : 
toea.  (Gt  -900!) 

B«  O.  213,  ae  mob  (maeteiia)  :  eoaoii  (oogiiOeeit).  —  Ât  de  Mone 
77,  tit  laoyi  :  eoaoja.  —  Areh.  33,  «t«  mois  :  eonois.  —  Flam.  2002 
eoaoie  :  aa^ie  (aagottio).  4362  eoaoie  :  moie.  —  Jojaa  237,  •  co- 
00 ja  :  ODgoji.  238  Foyi  :  eogaoya.  —  2  maa.  proT.  10,  is  eonoye  : 
boya.  (bozam  ef.  Storm  Rom.  V,  169.) 

-çiea 

Flam.  5554  angoisaa  (aagustía)  :  angoissa  (V.),  —  Joyas  7.  %  en 
güyäha  :  boysha  :  moyeha.  —  2  man.  proT.  76,  3  engoysha  :  boysha  : 
moysba. 

Qît  (-çeb);  -çito  (-çeha) 

Flam.  3948  cocha  (V.-S.)  :  locha  hictafi  -  M.  W.  III  330 
cocba  :  trocha  :  bocba  (buccaj  :  cocha  :  locha  i^luctat);  35Ö  bocha  : 
cocha. 

.91 

Joyas  109,  •  ^Capitol  :  grifoL  —  If.  W.  101  toi  :  tremol  :  triboL 
^Im  laneni  findet  «eh  mohrfaeh  die  Sebieibnag  Capitrab. 

.91a 

GidUi.  ilg.  Ged.  21  gola  (gula)  :  a'eetraagola  :  tremota  :  eola 
ieolat).  —  Arn.  Dan.  8. 104  gola  :  fola  (follat)  :  meoia  (medalla)  :  eola  : 
pietola  (opîitala)  :  sola  (söla).  ^  H.  W.  111368  dola  :  oetola  (iCOla).  — 
Rom«  n  192  gola  :  eola.  —  2  man.  prov.  27,  se  rorieeola  :  gola  :  eola  : 
meieola  (mûotìilat).  —  Jaofre  Rayn.  I  72  I  gola  :  sola.  73  n  tromola 
(tramnlat)  :  aola.  —  Foée.  veL  313  afola  :  gola. 

Digitized  by  Google 


1 


462  Kart  Ovmds 

H»! 

Leys  d'am.  I  234  verrolh  (veraculum)  :  gurgolh  :  grolh  (»gruyon." 
Rayü.). 

Gttflh.  T.  Bfltg.  Vm  13  goUa  :  granollla  (raniioiilA). 

-çlp,  -olpa 

Flam.  1149  polpa  ipulpa)  :  colpa  (culpa).  —  Poés.  rel.  1*^89  caipa  : 
polpa. 

-oie 

• 

Chreet  prov.  S  84  Ajolz  :  eolz  (eölus)  —  M.  0.  820  Marcols  : 
pola  (pulvis)  :  cols  (in  den  andern  Handschr.  bertols,  bretols)  :  poli 
(puleus)  :  sols  :  Aiols.  —  Arch.33,  335  sola  (solus)  :  sadols  (aatnllcs  — 
Flam.  1659  Raols  :  sole  (solus).  3798  sols  (soins)  :  pola*  ~  fie?.XXII 
8t.  £ust.  26Û6  pois  (pnlTÎs)  :  jçrs. 

-91t  (>ont) 

B.  D.  140, 1«  flteont  (asenltnm)  :  mot  (muitam).  —  H.  G.  232 
eteont  (eaonltot)  :  mont  (ranitom)  :  oomont  (*onniultnni)  :  Tont  (vòln- 
tnm)  :  tont  (tolntnm)  :  oscont  (Abgabe).  341  mont  (mnltnm)  :  vont 
(▼nltnm)  :  esoont  (asonltet):  estont  (stnltom).—  Ârcb.  33^4tf  eatolt  : 
▼ont  :  mont  :  osoont  :  molt  :  sesaonlt  (P).  36,  «s 4  esoont  :  mont  : 
ostont  :  oomont  :  tont  (tolntnm)  :  vont  (volntnm  8.).  —  Foés.  rel> 
18CK7— 10  mont  (mnltnm)  :  tont  Flam.  2893  mont  (mnltnm)  :  estont 
(atnltnm). 

-çlta  (-outa^ 
Brev.  302Ö2  moitas  ^oiuUas)  :  trastotas. 

-çlz  (-OUZ) 

M.  W.  I  101  raoutz  (multus)  :  estoutz  (stultus)  :  TOna  (vultoaj.  — 
Ürev.  1753  molta  (multos)  ;  mota  (mutta). 


•9m 

Cbresi  proT.  8. 20,  •  Il 0 m  (homo)  :  don  (domlnnm).  —  Bertr.de 
Born  Nr.  29  pom  (S.)  :  colom  (eolnmbnm)  :  com  (qnomodo).  —  Am. 
Dan,  8.117/18  plom  (pinmbnm)  :  tom  :  nom  (nomen)  :  som(8omnnm): 
00m  (qnomodo).  —  Dande  do  Prad.  1323  bom  :  qneaeom.  —  M.  W. 
III  278  som  :  nom  (nomen)  :  plom  (pinmbnm)  :  oolom  (oolumbum)  : 

Digitized  by  Googlg 


% 


Die  O-Lanta  im  FroTenzaUsohen  4Ô3 

tom.  ^  M.  Q.  962  lom  (rammnin)  :  rom  (rompît)  :  tom  :  tom  (ftrinmi)  : 
pom  (ponmiD).  —  At  de  Mona  86,  iiti  plom  (plombimi)  :  nom.  — 
B.  D.  32,  it  Msom  :  nom.  86,  •  nom  :  aom.  130,  to  nom  :  aom. 
213,  a  tom  :  nom.  260,  a  nom  :  tom.  —  S.  D«  282,  »la  pom  :  fom 
(ftitmna)*  302,  ii  aom  (anm)  :  bon  (bttnnm).  —  Flam.  1920  hm 
(bomo)  :  nom  (oomen).  3434  aom  (anmmnm)  :  nom.  4812  ho  m  :  qaoft- 
oom.  —  Joyaa  87,  la  Btlbom  (»Bonillon**)  :  renom.  —  2  man.  proT. 
114, 1  nom  :  oom,  —  Mannacr.  C  379*  rom  (mmpit)  :  nom  (n6m«i)  : 
tom  („tomboan^f)  :  fom  (fnimnp)  :  plom  :  oorrom. 

-oma 

Arn.  Dan.  S.  ü8  poma  :  coma  (coma:  :  Roma  :  Dorna  :  groma. 
107  asoma  :  coma  :  goma  :  poma  :  Koma:8oma,  —  Flam.  1105  doma: 
Borna.  —  St  Hon.  S.  21  aoma  :  Roma. 

-çmba  t 

Bert  de  Born  Nr.  29  bomba  :  plomba  :  oomba  (enmba,  ef.  Btorm 
Born.  V,  169)  traatomba  :  tomba  (V.).  Am.  Dan.  S.  117/18  tomba 
(V.)  :  tomba  :  oomba  :  eolomba  :  retomba.  ~  B.  D.226,a«  oomba: 
prioada.  229, a t  oolomba  :  monda.  —  Janfre  Bayn.  I  144  I  retomba: 
oomba.  —  Appel  „ProT.  Inedita^  8. 130  oolomba  :  tomba  :  retomba  : 
tomba  :  bomba  :  plomba.  —  Flam.  605  tomba  :  retomba.  Cf.  Areb. 
33, 4éi. 

-çmbre 

M.  W.  I  334  nombre  :  domdo  (?}.  —  2  man.  pior.  nombre  : 
aiombre. 

-çmp 

l' lam.  2üb>2  corromp  :  romp.  —  Dande  de  Prad.  1565  romp  :  cor- 
romp. 

•ompa 

¥ÎAm.  7387  rompa  :  ooriompa.  —  Brev.  10321  pompa  :  trompa 
(ahd.  trumpft). 

-çmpre 

Joyaa  S.  160  oorrompre  :  rompre. 

•çma 

*    Chreat  prov.  8.97  soms  (somnus)  :  coms  icòmos).  —    M.  W.  li.íí 

aoms  (üumauaj  :  ooms  (eûmes).     IV  166,  is)  noms  :  oognoms.  — 

Digitized  by  Google 


4fi4  Kul  OrMM 

2  imD,  proT.  S.  14,57  omt  (hdmo)  :  eonia  (odmas).  35,  «  ploi 
noms  :  soins  (Heohr.  lonDB)  :  ooloms  :  poms  :  oms.    116»  is  om« 
(bômines)  :  coma  (c&mesj.   200,  s?  pronoms  :  noms. 

Darob  die  Beime  wird  die  Angabe  des  Don,  (S&^  i«  bes.  des  Wortes 
eoms  (=  eomes)  niobt  bestfttigt. 

-»[») 

Cbrest  pro?.  8. 1,  i»-st  fello  :  pojor  :  quaetiaio  :  senno  :  paaslo  ; 
redemoîo  :  foiso  :  prelso.  6,  it*is  eachalo  :  so  :  anseUo  :  aireMo  : 
alçor  :  oolor  :  amor.  s§  aigaificacio  :  arreoao  :  bo  :  raso  :  foDo  :  trai* 
oios  :  eacbalo  :  ao  :  baratro  :  talo  :  lairo  :  bo.  23iaaon  :  felloii  :  fon 
(fuit)  :  doo.  24  mon  :  prìon  (profbndnm)  :  nom  :  amon.  34  oompaigno  : 
perdo  :  tro  (tr5anm).  51  fon  (fontem)  :  preon  :  mon  (mnndnm)  : 
oofott  (-nndit)  :  mon.  64  jansion  :  fon  (fnndit)  :  mon  :  volott  :  preon  : 
fon  (fontem)  :  eofon  :  son  (sont):  pon  (pontem)  :  mon  (mon kern): 
desiron  :  aoo  (abondet)  :  reapon  :  on  (nnde)  :  oa  (tibi)  :  m'eseon. 
83  bon  (b(nom)  :  faison  :  fenison  :  Breton  :  arson  :  guaaeon  :  faaon  : 
eontenson  :  gningnon  :  Eblon  :  rejon  :  Cailon  :  a  bandon  :  oompaig- 
non  :  Qanelon  :  Haraelion  :  aon  (adnnm)  :  cbanaon  :  fon  (fnit)  : 
Mareen  :  felon  :  baron  :  Kilon  :  rejon  :  compaignon.  96  faiaio  : 
meapreiso.  103  bo  :  raso  :  aomo  (snbmdnet)  :  do.  104  aaio  : 
traeio  :  ao  (sOnet)  :  perdo  :  gniserdo  :  oebaixo  :  deapo  (-init)  :  ebanao. 
107  bo  :  cbaoso.  108  aoapetsao  :  pro  (8.)  100  oompanbo  :  baro. 
142  perdo  :  o  (bOo).  —  H.  y.  Mont  Nr.  1  pro  :  Montando  :  baeo  : 
aaaao;  4^  •  bo  :  do  :  peigneso.  9  Aon  :  eon  (S.)  :  ton  (t)$ndet)  : 
aon  (annm)  :  mon.  Uofiebte  L.  2  Tormeillon  :  menton  :  tìraatiatron.  — 
Bern.  t.  Vent  o  (b9o)  :  non  :  OTÎron  :  don  :  oealson  :  bon  :  aon  (aönnm)  : 
don  :  gnisardon  :  perdon  :  pron  :  lairo  :  leon  :  oeaison  :  preiaoa  :  ra- 
aon  :  saao  :  compaignon  :  reso  :  ebanaon  :  faîaon  :  tenson  :  fellon  :  fon 
(fuit)  :  aon  (sttm)  :  jaon  :  reapon  :  esoon  :  fon  (fontem)  :  fron  (fr en- 
te m)  :  mon  (möntem)  :  pon  (pontem)  :  on  :  cofTon  :  fon  (ftindit)  : 
aon  :  mon  :  jaosion  :  preon  :  desiron  :  volon  :  aon  :  (anot).  —  GnUb. 
Fig.  Nr.  2, 1  perdieion  :  don  :  Avinbon;  ii  eaeon  :  oofon  :  mon  :  Bai* 
mon.  Nr.  5  ehanao  :  aomo  (anbm&net)  :  do  :  bo  (b)(nnm)  :  pro- 
meaaio  :  no  (nOn)  raoapeiaso  :  pro  :  ao  (a^net)  :  raso.  Il  obanaoïdo. 
Bertr.  de  Bom  Nr.  21  pleviso  :  breto  :  bo  :  este  (3.  Sing.  Conjnnet 
Praes.  11!)  :  aablo  :  perdo  :  maiso.  23  aleoto:  Gaaoo  :  gomfano  :  peiro: 
deviro  :  somo  :  cambo  :  Arago  :  arao  :  tronço  :  oislatn  :  paisse.  Otfao  : 
Bemardo.  .34  ton  (t^^ndet)  :  fron  (frontem)  :  pon  (pontem)  :  ae- 
gnon.  —  Arn.  Dan.  8. 101  perdon  :  lairon  :  aon  (auum).  —  Flam.  2635 
0  (b9c)  :  pro.    4091  ao  (eoee  bôe)  :  pro.    4196  o  (bOc)  :  no  (a@n). 

Digitized  by  GoQ^l^ 


Die  0-LaatA  im  ProvenMlÌMhen 


455 


7157  no  :  o.  —  Pciro  Vid.  S.  2ü  grilho  :  Salarao  :  ISamso  :  rezemso  : 
leo  :  mento  :  espo.  '21  Arago  :  co  (quomodo)  :  resso  :  cspero.  ^^4  feliü  : 
vensezo,  —  Daucie  de  l^rad.  V.  152  aizo  ;ecce  hoc)  :  espo.  943  somo  : 
preao.  1121  o  (hoc)  :  bo.  —  Déb.  d'Iasarn  III  55  baco  :  mayzo. 
61  cano  :  boto  ;  Bernardo  :  e?iro  (Ad?  )  :  so  (sunt)  :  trassio.  —  Aig.  et 
Maur.  n  baron  :  Foìcon  :  Aimon  :  reion  :  bandon  :  lion  :  i  «  jn^n  :  sab- 
loo  :  QuarrioD  :  goTifauun  :  esporou  :  Franon  :  buisson  :  pouii  :  Pon- 
Äon  :  raenzon  :  mait j  od.  IV  279  reion  ...  :  284  teneison  :  briton  . . .  : 
fricon  :  ...  !  devison  ;  espison  :  'Mjl  contenchon.  XIX  714  pavillon  : 
Nevelon  :  Öanson  :  mason  :  Odon.  —  Troub.  de  Béz.  S.  25,  Ra- 
mon  :  pon  (pontemj  ;  volon  :  gron.  38,  i«  guinho  :  foguairo  :  bo- 
doysso  :  rando  :  carriato.  5Ö  Moncanego  ;  bordo  :  escominio.  79,  so 
pon  (poutem)  :  on  Tibi).  135  riato  :  abiro  :  razo,  136  peido  :  quo. — 
Brev.  6  ayso  (ecce  hoc)  :  o  (w).  2276  aquo  (eccum  hoc)  :  so  (ecce 
hoc).  H6I2  80  :  aguüo.  5105  vagabon  :  inon.  6211  so  :  tro.  8227  pairo  : 
transgressio.  10795  fron  (frontem)  :  mon.  1226H  bo  :  corrupcio. 
202.32  ßo  (ecce  bor)  :  aquo  (eccum  hoc).  20688  sentuho  :  Cafarnao. 
2116  »  Ero  (Herodem;  :  aquo.  22345  o  (hoc)  :  so  (sunt).  2494Ü  fo  :  o.  — 
Joyas  S.'ò4,  lo  son  :  salhon  (saliuntl).  llü,  i  herminiao  :  liso  :  Pariso. 
14.Ó,  »  corruptio  :  estio.  150,  s  perdicio  :  estio  (Sommer)  270dilecio; 
oracio.  —  M.  W.  I  99  tro  :  paasio  :  gueriso  :  felo  :  razo  :  Farao  : 
failiizo  :  peiso  :  to  :  perdo  :  haro  :  Bomo  :  pro  :  pro,  101  Abdenago  : 
leo  :  Hero.  129  razon  :  non  .  eanson  :  don  :  re/i nson  :  baron  :  Gas- 
con :  compagnon  :  preisen  :  retraison.  260  Sino  :  Ponso  •  Somo. 
381  no  :  CO  :  bo  :  tenso  .  espero  :  faico  :  fo  :  sablo  :  arao  :  preizo  : 
maiso  :  blizo  •  pa^o  :  mento  :  trenso  :  fausso  :  gonfaino  :  Bramanso  : 
c;anbaÌ80  :  prito  :  garnizo  :  doymo  :  fello  :  trassio  :  carbo  :  80  :  abando  ; 
razo  :  defeneio  :  Breto  :  pezo  :  talo  :  companho  :  gloto  :  aigro  :  mouto  : 
lairo  :  Bocelonso  :  faisso  II  124  mon  :  aon  :  8on  :  respon  :  prion  : 
rescon  :  dezirou  :  cofon  :  ton  :  on  :  blon  :  jauzion  :  aon  :  don  :  Ra- 
mon  :  mon.  125  razo  :  can^o  :  sospeisso  :  gazardo  :  pro  :  resso  : 
lairo  :  pro  :  eazo  :  faisso  :  regio  :  viro  :  Boissazo  :  bo.  145  Ugo  :  bo  : 
do  :  fello  :  razo  :  pro  :  no  :  fo  :  faisso  :  so  :  Malleo  :  tenso.  151  pro  : 
Avüiho  :  Ca?alho  :  Boazo  :  Guordo  :  Ârago  :  ochaizo  :  falco.  195  mon  : 
prwm  :  fon  :  Toron  :  reden  :  refon  :  mon  :  son  :  on  :  mon  :  ton  : 
non  :  IOD  :  mon  :  Clarmon.  248  so  :  razo  :  bo  :  bo  :  ^»speiaso  :  no  : 
Viio  :  pro.  III  26  companbo  :  cambo  :  tablo  :  mento  :  raso  :  Ikiaao  : 
do  :  g^îardo  :  no  :  bo  :  pro  :  Salamo  :  oeaito  :  fo  :  ionnoüo.  79an- 
Bon  :  Cortüon  :  ÂTÎgoon  :  raion  :  Kubion  :  goiioidon  :  meaaion  :  bon  : 
non  :  baron  :  Bemardon  :  preisen.  120  reson  :  mon  :  Ray  mon  :  bon  : 
oofon  :  gron  :  mon  (montom).  148  moiaao  :  Tovobo  :Oortoao  :  âalo  : 


Digitized  by 


466 


Karl  Oreiin« 


Altmano  :  pro.  163  Leo  :  gaiardo  :  do  :  rno  :  bo  :  Arago  :  teneio  : 
Bramanso  :  bo  :  perdo.  165  maiso  :  raso  :  pordo  :  perdeeio  :  bo  : 
Arajfo  :  Brato  :  basto  :  garoiso  t  faisso.  166  falo  :  resBO  :  boieso  : 
lloomelio.  167  Arragoa  :  raiion  :  Caatelboo:  bastoa  :  bordoa  :  Bor- 
goignon  ;  Aragon  ;  goofano  :  bo  :  Arago  :  do  :  so  :  baro  :  Honcanego  : 
raayao  :  bordo  :  OBcomioio.  227  Siaobanto  :  fo.  242  cbanso  :  bo  : 
baato  :  campio  :  perdo  :  bo  :  faltizo  t  felo  :  aoepeysio  :  no,  273  Ca- 
TailloD  :  leon  :  don  :  Uîason  :  Borgoignon  :  Eapamon  :  Fiaon  ;  eon. 
315  ooeaiioii  :  perdon  :  Usion  :  oanton  :  non  :  raion  :  bon  :  leon  : 
pron  :  praison  :  fon  :  gnisardon  :  GavaiUon  :  bâillon  :  Bernardon  : 
tenaos.  lY  183,  s  s  enplioation  :  rason.  190,  S4i  bnfon  :  bon.  197,  its 
razoo  ;  complicion.  20^  iti  maieo  :  maeaio.  211,  so  raao  :  encaraatío. 
211, 41  ohaoeo  :  CalaoM.  213,  itT  mon  :  son.  231,  tio  deelaraiio  : 
raio.  —  H.  G.  128  doeiron  :  preon  :  lanrion.  199  don  (de  nnde)  : 
aaiion  :  fraseon  :  Tordon  :  chanton  :  feton  :  revolon.  227,  i  gozo  : 
audo.  228,  I  i  ocaiaoa  :  felon  :  pvelaon  :  Tolon.  306,  •  mon  :  eofon. 
341  mayzo  :  baro.  400  bon  :  prison.  724  brieo  :  lienraso.  1018  par- 
tíso  :  foguairo  :  bodoyeao.  1023  eapairo  :  nrîro.  1093  Garnelon  :  Har- 
selion  ;  Maraon  :  Frizon.  10ö3  rebron  :  aurion.  1245  aeiro  (f)  :  le- 
braiio  :  eaqnino.  ^  Arch.  34,  «is  barasclo  :  gaeto.  —  Bon.  II  178 
feUon  :  preeaon.  XIV  Débat  de  la  sorcière  et  de  son  confesseur  57 
urisBOtt  :  oartUho.  —  B.  D.  S.  9,  i  boto  :  faisso.  54  a£Peetion  :  paria- 
sion.  80,  s 5  cofon  :  amon.  87,  i  k  Gormoo  :  poD  (pontem).  105,  s« 
bo  :  esto  (3.  Sg.  Cjct.  Praes.IÜ).  222  fon  (fontem)  :  mon  (mundum). 
261  aquo  :  bo.  268  aquo  :  bo.  —  ßrev.  61  dubitacio  :  declaracio. 
III  divisio  :  eatatio.  187  illurainatio  :  co{:çnitio.  3720  regio  :  meto 
(multonem).  4227  aurion  :  mon.  —  i'ubà.  du  Christ  V.  G60  mon  :  cros 
(crucem).  —  Lays  d'am.  boto  :  broto.  —  2  man.  prov.  9,  26 1  prion  : 
mon  :  amon  (adm  o  n  t  c  m)  :  cofFon.  9,  2so  ho  :  falliizo  :  perdo  :  pro. 
16,51  mcäsio  :  devucio.  17,  1 7  mon  :  Kamon.  20, 130  dilacio  :  ujccio. 
21,  169  capayro  :  razo.  40,  17  razo  :  pro  :  tcnso  :  ocajzo.  90,  21  pro: 
felo  :  no  :  gazerdo.  IDl^  2  cordo  do  .  Ltalo  io.  115,  45  respon  :  segon. 
49  razo  ;  serrao.  liö,  115  prion  :  fron  (frontem).  129,  i  mon  :  amoii 
(lid  inuiUümj.  13a  lo  (illum)  ;  do.    204,  i? s  mon:  son.    206,  2*1 

ü  :  erapero.  207,  275  bo  :  no.  208,  29»  do  :  60  209,  isi  bo  :  so 
(sunt).  210,  3  63  80  (sunt)  :  80  (ö  Ö  nu  m).  —  At  de  Aiuob  0.8,2  «2  razo: 
compo.  12,41«  orazo  ;  baüdü.  21,  762  pozessio  (^íít/ç)  :  razo.  24.  i»*^- 
mon  :  amon.  50,  i^th  majo  :  razo.  120,  342  niuvo  :  omní^enaiiíiio 
iidschr.  emergeaaösio!).  —  Daur.  et  Bot.  1  canao  :  razo  :  üuio  : 
ßeto  ;  pasio  :  peyro  :  baro  :  do  :  valor  :  Aäpremont  :  lazo  :  hom  : 
mentizo  :  contradicsio  :  baro  :  majso  :  nos  :  enfaato  :  do  :  maio  :  bando  : 


Digitized  by  Goool] 


1 


Di«  O-Luite  im  Provemudiicheii  457 

gftscrdo  :  bando  ;  bo  :  farom.  —  St.  Hon.  S.  5  Aragon  ;  gloton  :  Me- 
liou.  14  duii  jüiiti  :  n;uaizuüs.  19  tron  :  provesion.  3G  vision  :  rason  : 
Avignon  :  A  ragüii  ;  oration  :  environ.  69  proscasiüii  ;  protection.  76  ra- 
80D  :  deati  action.  78  élection  :  baron.  82  aministration  :  mayson. 
92  environ  ;  Mafafellon.  95  molon  :  dévotion.  101  abuation  ;  reli^^iou. 
1CH3  Öanson  :  L^íunj  Avignon  :  passion  :  peyron.  115  traeiuu  ;(iayne- 
loD.  123  dragons  :  vallons.  145  äason  :  peysun.  146  rason  :  Tboion. 
154  Verden  :  Orgon  163  son  :  damon.  Ì79  resemson  :  majsoD. 
181  bondon  :  bon.  181  fon  :  Chalon.  204  menton  :  bordun;  Eätaron: 
majzoQ.  —  Guerre  de  Nav.  23  Alfonse  :  .  .  28  Toledo  :  Rodrigo  : 
infançon.  1460  Gaste  :  Gasco  :  fo:fero  (fecerunt).  31ü5  malccio  :  co- 
raço  :  ...  :  3170  defensîo  :  galardo  (ëpaaisch^  =  gazardo)  :  ...  : 
3177  goûio  :  .  .  3180  gorgero  :  peodo  :  plaço  :  .  .  .  3186  alcoto  : 
anzelo  :  .  .  .  3196  payro  :  enviro  :  .  .  .  3199  braço  :  .  .  .  3205  ef- 
fanço  :  .  ,  .  3211  garço  :  redcnso  :  .  .  .  3218  passio  :  encussacio  : 
aguyllo  :  .  .  :  Farao.  3727  bando  :  .  .  .  37G1  cav^vo  captiabat). 
5u3j  Garayao  :  .  .  5038  auzelo  :  .  .  .  5053  carto  :  ôObU  donzelo  :  .  .  . 
Ô073  establizon.  —  Jaufre  Rayn.  I  53  i  son  :  molon.  56iDovon  :  son. 
63  I  Rogimon  :  on.  66  i  Dozon  :  don.  ii  gonelloo  :  faizon.  78  i  CA- 
brioo  :  cairon.  115  ii  Fai  aon  :  peison.  153  ii  molon  :  Pellon.  156  u 
fon  (fontera)  :  Ion  (longe).  —  Hlrgzg.  S.  188,  n  meinen  ;  raizon.  — 
Manuscr.  Bibi.  nat.  fr.  f.  13514  Incipit  vita  beatissimi  Trophimi  V.  23 
Layon  :  Masoon.  72  eagrason  :  bon.  13r>  dra<;on  :  Tarascen.  816  non 
(nomen)  :  forchons.  977  tranalacion  :  barons.  —  Rev.  XXI  St.  Eust. 
V.  45  colóo  (cciluiit)  :  mantenón.  255  limum  :  rasQm.  XXIi  940  gipon  : 
gletom  (pglontoti  ■).    1445  biihun  :  carteyrun.    2813  strilbo  :  contilhon. 

Aniu.  \\  (Miri  wir  für  das  Wörtchen  hoc  zwei  Reflexe  antn  tlVn,  oc 
und  O;  so  kommt  dies  daher,  da^s  uns  dasselbe  schon  im  LateinÌBclien 
mit  Düppelquantität  Olierliefert  ist  (hoc).  Cf  Georges,  laiein. -deutsch. 
Wörterbuch.  Das  ein(>  (u  ^uAìt  die  hochtonige,  das  aadere  (ç), 
die  nebeatoaige  reap.  unbetonte  Form  dar. 

ehrest,  prov  '2S  l  bona  :  menfona.  —  M.  v.  Mont,  :  houu  :  dona  : 
tenpona  ?  razona  :  trona  :  nona.  Unächte  Lieder  5  occaisona  :  dona  : 
bona  ;  Itlona.  —  Bern.  v.  Yent.  bretona  :  bona  :  Corona  :  repona  : 
Narbona  :  dona  :  abandona  :  arrazona  :  assasona  :  desasona  :  guizar- 
dona  :  oohaisona  :  pcrdona:  prcisona  :  rasona  :  tensona  :  8ona(sunat): 
jeona.  —  Guilh.  Fig.  2,  tonsona  :  Corona  :  perdona  :  razona.  — 
Hertr.  de  Born  37  sona  :  ochaisona  :  dona  :  persona«  —  8.  D.  1,  is 
eoJooM  (oolmmiM)  :  bonas.  —  P.  Vid«  S.  36  amsoiui  :  iaiaaoiift  :  ooroo«  : 

Digitized  by  Google 


458 


Karl  Orout 


NarboDft  :  Mvîrona  :  nbomi.  ^  Bra?.  3062  revironâ  :  ooron*.  — 
Flsm.  1103  doiift  (dSminam)  :  ooionft.  —  GhiUb.  de  Berg.  XI  oon- 
foBa  :  Banalona  :  Narbona  :  robooa.  —  M.  W.  I  802  dona  :  penona  : 
féllooa  :  lona  :  Tortona  :  tona.  II  193  aomona  :  aaona  :  penona  : 
dona  :  desapona  :  ÜTarbona  :  bona  :  Bayooa  :  feUosa.  226  Narbona  : 
perBOoa  :  aaona  :  dona  :  bona  :  dona  :  ßayona  :  faynona  :  loniona  : 
oompanhona  :  esperona  :  teoaona  :  oorona  :  follona  :  onipoiioaa  :  abo- 
tona  :  despona  :  bretona  :  brioona  :  Antona  :  somona  :  dona.  III  99 
oorona  :  ratona  :  bona  :  Verona.  III  341  penona  :  dona  :  BOna  :  e'aban- 
dona  :  eoiona  :  Oremona.  —  M.  6.  8  Bayona  :  Bona  :  Careaasona  :  . 
Narbona  :  Bayona  :  gona  :  gordona»  643  laiona  :  penona  :  pteyona  : 
oobaiaona  :  oorona  :  a'abandona  :  faynona  :  perdona  :  deieaiona  :  bona  : 
rasona  :  bona  :  Corona  760  meyssona  :  aona.  847  mmona  :  oebai* 
zona  :  brotona  ^  fioni«  XI  178  empoisona  :  aaona.  —  2  man.  prov. 
27,  a  «  dona  :  Qarona  (Garumna).  94,  •  penona  :  bona  :  oorona. 
121,  S16  Bona  :  penona.  199,  is  persona  :  dona.  2Û6|2oi  persona  : 
■ona.  210|«ff  eonaona  :  dona.  210;  m  sona  :  dona.  —  At  de  Mona 
87,1301  Corona  :  adona. —  Poét.  rel  1839  donna  (dòmina)  :  eoiona 
(columna).  1848  Corona  :  dona.  2250  bona  :  corona.  2338  oorona  : 
virona.  2555  dona  :  persona.  2564  tençona  :  gierdona.  2573  corona  : 
s'abandona.  2691  chauxona  :  saçona.  2609  dona  :  ensermona.  2613  vi- 
rona :  tona,  —  St.  Hon.  5  Eschalona  :  bona  :  cnrnna.  15/16  trona  : 
pre88ona  ?  dona.  133  Gorgona  :  persona.  155  Sauna  :  bona  169  an- 
nona  :  Narbona.  180  Saona  :  Gorgona.  —  Manuscr.  Bibl.  n.  fr.  f,  13514 
Incipit  vita  beatissinii  Trophimi  V.  152  Narbona  :  Tolosa.  Kalepky 
S.  9,  a  1  bona  :  dona  :  corona  :  persona. 

•ofi  (-nfl,  -ueil) 

Berlr.  de  Born.  Nr.  I  avergonh  :  eonli  :  lonh  :  onh  :  ponh.  ^  B. 
D.45, 11  snenh  :  laenh.  —  Dande  de  Prad.  V.  381  oyn  (ongii)  :  peyn.  — 
Brey.  23692  Inenh  (longe)  :  auenh.  —  Flam.  2713  pdnh  :  pomk. 
4614  soin  :  job.  4606  poin  :  loin.  6749  soin  :  loin.  7146  Uein  : 
doilnin.  —  H.W.  179  lonh:  aonh  :  ponh  :  m'eeoonh  :  besonh: jonh: 
lonh.  370  Jonh  :  lonh  :  ponh  :  deiijonh.  ni  28  veigolag  :  aoing  : 
Groing  :  loing  :  oing  :  Cadoing  :  poing.  314  aolng:  doing  (P)  :  poing: 
Bonunng  :  oaloing  :  Groîng  :  Tergoing  :  poing  :  loing.  —  At.  de  Moni. 
108,  167  ponh  :  sonb.  —  2  man.  prov.  40,  s  onh  :  ponh  :  sonh  :  lonh. 
46,14  lonh  :  aonh  116,5«  lonh  :  sonh.  200)  «i  oonjonh  :  ponh.  — 
Bot.  XX  La  cour  d'amonr  V,  693  aoîn  :  poin.  1443  loin  :  aoin.  — 
Rom.  n  184  paooh  :  long. 

Digitized  by  ÜOOgle 


Die  0- Laote  in  PieveDMlitelieii 


459 


-ona 

• 

ehrest,  prov.  'àl  cooja  (cognitam)  :  desloDj'a  :  mooja  (*möniam  = 
inonacani)  :  ponja  (pung'at).  —  M.  v.  Mont.  Nr.  7  HI  Colooha  (Colon i  : 
hczoiiha  (*bÌ8unDÌaj  :  vergonha  iverecundia)  :  ronha  (Aussatz).  — 
Bertr.  de  Born  Nr.  39  vergonha  :  Catalonha  ;  besonha  :  jonba  :  sonha  : 
Dordonha  :  lonba  :  ßergonha  :  somonba  :  Qasoonba  :  s  onbrouba  :  re« 
müh&.  —  B.  D.  169,  m  belonha  :  Escaronba.  —  Arn.  Dan.  S.  98 
apoigna  :  moigna  :  ploigna  :  Messoigna  :  caloigna  (oalumnia).  IIG  loigna  : 
lu'acoigua  :  soiuoigna  :  apoigna  ;  coigua  :  niessuii^na,  —  At  de  Mona 
S.  87,  1-2  0 1-  vorgonba  :  louba.  —  Flam.  1571  Bergoina  :  poina.  3549  ?er- 
goina  :  queuioina.  G838  poina  :  rergoina.  7455  Bergoina  :  poina.  — 
M.  W.  rr  Í  liesionja  :  mesôonja  :  lonja  :  vergonja  :  non  ja  :  calonja  : 
esponja  í^jjon^aì  :  ponja.  III  342  loingna  :  Coloingna  :  poingna  :  Bor- 
goingnu  ;  vergouiirna.  351  conja  :  lonja  :  Colonha  :  ponha.  —  Anc. 
poéf  roi.  y.2W  vcrgona  ;  besona.  —  B.  Lb.  S.  110,  0»  luenha  :  vonha. 
(Cf.  Bartsch,  Jahrb.  VT1203.)  132,  cn  lonja  :  conja.  139,  lo  Escaiucnha  : 
Gascuenba.  —  .loyaa  "2,')S  almoyna  (  eieomosynaj  :  broyna  (*bruümaj. — 
2  man.  prov.  50,  <;  bezonha  :  delonha.  118,  143  raessoiỳa:  vergonha. — 
Manuscr.  Bibl.  nat.  f.  fr.  13514  Incipit  vita  beatissimi  Trophimi  V.  283 
BorgoTihn  :  Espanha.  —  Rer.  XX  La  cour  d'amour  V-  235  lonja  :  men- 
sooja.  911  longa  :  mensonga.  1713  monja  :  mensonja.  —  ÜL  Uoo. 
ä.  37  äanoaueyna  :  Gaeouejua.  45  Sagaueyna  :  Quaacueyua. 

Arn.  Dan.  S.  109  adonc  :  tronc  (truncum)  :  embroDO  :  lono  :  eonone 
(Bubmones)  :  Jone  (janoom).  —  M.  W.  I  334,  ••  adonos  :  joncx.  — 
M.  G.  49  enbtonos  :  donos  :  lones  :  jonce  :  tronoa  :  eetonea.  341  em- 
broncs  :  estoncs.  1107  enbronoi  :  loncs  :  doocs  :  eetonCB  :  troaca.  — 
fi.  D.  240,  35  tronc  :  adonc.  -~  B.  Lb.  132, 70  lonc  :  enbrone.  — 
Elan.  836  lono  :  jono.  2549  adono  :  trooc.  6193  donc  :  jooc.  6948  adono  : 
donc.  —  2  man.  pro?.  206, 247  adono  :  lono.  207,  s  st  lonoa  :  adoncB 
(Haohr.  loire  :  adoire).  —  S.  D.  14, 411  donoa  (dounqiiam)  :  mon. 

.ŷoda 

ehrest,  prov.  63  aonda  (abnndat)  :  onda  (unda)  :  eaooada  :  eaponda 
(sponda)  :  blonda  :  ironda  :  pfionda  (proftinda)  :  jaasionda  :  fonda. — 
Bern.  Vont  eioonda  :  eaponda  :  blonda  :  eaoonda  :  responda  :  jan'* 
«onda  :  onda  :  preonda  :  ironda  :  aonda  :  oofonda  :  fonda.  B. 
D.  61,11  segonda  :  preonda  :  onda.  —  229,»  prionda  :  fonda. 
229,  t7  monda  :  oolomba.  »  II.  W.  1370  eiponda  :  fronda  :  redonda 


f 

I 

460  Karl  Oieias 

(rotonda)  :  monta  :  porponia  :  s'aftoata.  IV  216^  s«a  segonda  :  gronda.  — 
K.  G.  1063  gionda  :  fonda  :  redonda  :  rebronda.  1245  lerironda  : 
preonda  :  maribonda.  ^  Flam.  6100  jaononda  :  aoada.  —  Jaufn 
Kayn.  I  S.  62  I  ironda  :  redonda.  —  Si  Hon.  S.  20  aonda  :  Boaa- 
monda.     Ealepky  S.  \\,t%  onda  :  monda  :  aonda  :  deaironda. 

P,  Vid.  S.  ()G  ondre  (honoret)  :  dezondre  :  despondre  (-önere)  : 
somondre  :  tondre.  —  B.  Lb.  132,  4-  pondre  (-ungore  i  ;  joüdre  (-ungere). 
M.  VV.  III  346  fondre  :  pondre  (-önere)  :  apondre.  —  Appel  Prov. 
Inedita  S.  109  alhondre  (Adv.)  :  eeoondre  :  cofondre  :  rospondre  :  fondre  : 
apoudro  :  yrondre  (hirundinem).  —  Flam.  3567  rcspondro  :  tondre. 
4242  respondre  :  roscondre.  6529  respondre  :  fondre.  —  2  man. 
prov.  50,  s  rescondre  :  respondre  :  fondre  :  rebondre  (-énere).  99,  «s  ton- 
dre :  rebondre.  119,15«  respondre  :  dezondre.  —  Jaufre  Rayu.  I  14Ô  l 
confondre  :  respondre. 

-çnga 

8.  D.  8. 25,  s  SI  OipoDga  (aponga)  :  kmga.  Flam.  Ö4&6  longa  : 
alonga.  8.  88  donqnae  :  onqiina  (nnqnam). 

-çoge 

Poéa.  inéd.  U  4  congé  (oommeatom)  :  43  oalonge  :  66  Sanhtonge.  — 
2  man.  piov.  8.  21,  i47  eanongea  :  monges.  Cf.  neaproT.  mounjo, 
mourgo,  eanonnge,  canourgel 

-çnde 

An.  Dan.  S.  119  onde  (aTuneolnm)  :  ooele. 

•ÇBgla 

Arn.  Dan.  8. 119  ongla  (ungula)  :  enongla  (V). 

-ouï 

Flam.  5272  mal  iiiconi  :  testimoni  (-onium;.  —  M.  W.  1  332  malen- 
coni  :  demoni  (daemonmm). 

•ono|n| 

Flam.  76tí8  sonou  ;  donon.  —  2  man.  prov.  14;  «a  dono  :  sono. 

-oiÎo|n] 

Flam.  7960  poino  :  juiuo. 


Digitized  by  Google 


Die  0-Lanto  Im  Pkovenialiaolien  461 

-ODS  (-ona)  ^ 

S.  D.  209, 30  1  carbons  :  capons.  —  Flam.  32  monz  (mundus  S.)  : 

nionz  (Adj  ).  1962  fons  (fundum)  f  desirons.  4372  do  n  s  (d ömin am)  : 
d  0  ü  a  (d  ö  m  i  n  u  s).  f/KUi  p  o  n  &  (j>  o  ii  t  u  t. )  :  d  u  n  z  (d  o  m  i  a  a  ni).  615ô  dons 
(domina)  :donz.  7402  donz  (dominus):  sonzfaomnus).  -  •  Manuscr. 
Bibl.  nat.  f.  fr.  13514  Incipit  vita  beatiesimi  Trophimi  721  Horgonhons  : 
barons.  —  J  man.  prov.  13,  i7  fons  ifons)  :  prions.  -  Jaufre  lîayn.  1 
122  I  mons  :  ludiuns.  —  8t.  Hon.  S.  42  Leons  :  barons.  ;')(}  dragons  : 
glotons.  (îO  barons  :  Odons.  74  oiatiiuis  :  j)ation8.  95  ginoyllona  : 
barons.  123  dragon»  :  valions.  124  cougici^acioas  :  deaoisions.  125  pre- 
somtions  :  Salamons.  137  bayllons  :  glotons.  180  aiuiuus  :  deysasons. 
193  penons  :  goutuuuDs.   207  barons  :  gignolions. 

-OIÎB 

B.  D.  111;  poDbB  :  perponhs. 
8t.  HoQ.  185  Âygremont  :  font. 

M.  W.  m  122  onta  (Hschr.  anta!)  :  aconta  :  s'afronta  :  monta.  — 
At  do  MoDs  5.80,9^7  onta:  monta.  —  Flani.  lö72oüta  (goth.  haunita)  : 
monta.  —  Quiih.  Fig.  2,      monta  (V.)  :  afronta  :  onta  :  aoonta. 

-eût,  -oiTta 

Daudo  do  Prad.  V.  522  oncba  (uooia)  :  pouoba  (punoia).  —  Flam:  1791 
acointa  :  coiota. 

-çnte  (-ŷmie) 

IL  6.324  comte  (eimitom)  :  comte  (compntam)  :  comte  (corn- 
pntom). — Slam.  142comte(oomitcm):  comte  (compntam).  609  comtes 
(compnCna)  :  comtec  (ermites). 

Bme  eigentamliohe  Stellnng  nehmen  im  Neaprovenialiaclicn  ver- 
schiedene  WOvter  ein,  die  enf  latcin.  6  [Nac.  od.  i]  Nas.  lorfiokgehen. 
Wfthrend  wir  Im  Â 1 1  pror.  steto  ç  bâ  denMÌben  finden  (cf.  Beime  nnd 
Don*  S.G6I)>  liaben  wir  im  Nenpro?.  ŷ  >•  B.: 
bon  SSE  bonnm 

orne  sss  bomtnem;  aom  »  somnnm 

Íconiiíom 
Computern 
Gomputum 

Digitized  by  Google 


m 


Karl  Oreana 


coDtiü  -=  contra 

font  =  fontem;  froot  =  frontem 
pont  =  pontem; 

dagegen  mount  =  motitem,  wahrscheinlich  wegen  seines  häuhgen 

procl.  Gebrauches. 

Ja,  im  Dialekt  von  Marseille  begegnen  wir  sogar  diphthongierten  Formen, 
wie  buoo,  aouem,  cuentro,  fuent,  trueut,  pouent.  Cf  auch  lieinie 
auf  -on  und  -ofia!  Woiier  diese  abweichende  Entwicklung*'  Vieûpirht 
liegt  in  diesen  Wörtern  tranzösischer .  teilweise  auch  spanischer  Kiu- 
fluss  vor.    Cf.  span.fnente,  fruenie,  puente  etc.! 

Ânm.  Die  Angabe  des  Don.  (S.  501  für  die  Qualität  des  o  boi 
coms  (—  cOmes)  und  dons  (=  döminusi  Iciud  ich  durch  die  Keime 
nicht  bestätigt;  vielmeiir  treffen  wir  hier  nur  o. 

2  mau.  prov.  2b;  so  sopa  (ä.)  :  estopa  :  popa  :  copa  :  cropa 
(„Croupe"). 

-opt« 

Daudc  de  Prad.  V.  320  dubte  :  subte.  —  Flam.  Ö322  dopte  :  de- 
aopte.  64UÜ  sopte  :  dopte. 

-9' 

ehrest,  pm.  %  n  f«]or  :  ampeimdor  :  onor  :  senor  :  geDior  :  doo» 
tor.  2, 1»  -  st  ereator  :  aenor  :  onor  :  sermo  :  raio  etc.  18,  ts  aooor  : 
plor.  34 IV  Booor  :  onor  ;  plusor.  63  m  amor  :  doQsaor  :  flor  :  amor: 
hoaor  :  ricor  :  amor  :  cor  :  albor  (aliOraum)  :  wnor  :  omador  :  dolor  : 
amor  :  ador  (adoro)  :  color.  64  amor  :  plor  :  aiUior  :  oor  :  gensor  : 
dolor.  108  amador  :  labor.  109  folor  :  alhor  :  serridor  :  lauzor.  — 
M.  V.  Mont.  Nr.  5  viu  jutjador  :  clamor  :  *fazedor  :  amor.  Nr.  11  u  paor: 
tor  (turrem).  —  Bern.  v.  Vent,  amador  :  servidor  :  autor  :  meillor  : 
senior  :  major  :  nieuor  :  pejor  :  loignor  :  folor  :  ricor  :  socor  :  ador 
(-oro)  ;  plor  :  aillor  :  lor  :  cor  (curre)  :  acor  :  cor  curriti  :  soror:  cor 
(curro). —  Guilh.  Fig.  Nr.  1,  i  major  ;  emperador  :  lor  :  senhor  :  dolor: 
paor  :  temor  :  peccador  :  criator  :  richor  :  honor  :  tristor  :  onva^idui'  : 
combatedor  :  feridor.  Nr.  2,  i9  labor  :  emperador  :  error.  Nr.  4  plusor  : 
labor.  Nr.  6,  e  vigor  :  respiandor.  Nr.  IV,  3  trachor  :  iugor.  —  Bertr. 
de  Born  Nr.  10  ador  :  entendedor  :  cor  (currit).  Nr.  11  envazidor  : 
vavassor  :  parlador  :  sofridor  :  doblador  :  cnsoniiador;  Nr.  28  osmole- 
dor  :  prior  :  ireuor  :  gabador  :  pascor  :  anoessor  :  fenhedor  :  tornejador. 
Nr.  'M  conoissedor  :  chastiador  :  galiador  :  desonor  :  cassador  ;  buza- 
tador  ;  austor  :  enva^^idor  :  vigor  :  pascor  :  tornejador  :  Pgj^fiJg^^^^jJ) 


Die  0- Laute  im  Provenzalisuhen 


463 


Mshor.  Nr.  II  bandor  :  oorredor  :  temor  :  eilor  (aM.  ilniiD).  — 
B.  D.  S.  5^  1 1  respondedor  :  jonbedor.  6,  t  blannor  :  lauor.  13,  i  «  pre- 
MDtador  :  aenhor.  33,  i  aetor  :  melhor.  89,  sa  iegor  :  honor.  54,  i» 
Ûor  :  empefadar.  185|  it  olor  :  oalor.  203,  s  dantor  (debitorom)  :  amor. 
220,  dolior  :  dieaoiior.  244,  is  jor  (ditmniiB)  :  bonor.  245,  st  aal- 
Tador  :  soeor.  254,  ta  lanior  :  abojr.  255,  tt  aaror  :  alsor.  —  8. 
D.  216,  •*  paiantor  :  dolor  :  vigor  :  dostor  :  cor.  277,  i^i  pastor  : 
aaahor.  281,  »o<  porgador  (-OriiiiD)  :  aaeor.  P.  Yid.  S.  34  ancessor  : 
vaiMador.  —  Poés.  ii6d.  Append.  III  13  aemendedor  :  ancessor  :  es- 
moledor  :  tomajador.  —  Pona  da  Capd.  UnXchte  Lieder  IX  137  Blancha- 
ilor  :  galiador.  ^  Trovb.  da  Béa.  Swl07  dardor  :  albor.  —  Flam.  s.  241 
oomador  :  fondor.  —  Brev.  19  albor  :  Amor.  11  amor  :  aymador. 
369  befaebor  :  aaor.  723  nmor  :  laor  (laborexn).  1077  creator  :  orror. 
3738  frejor  :  calor.  6132  lor  :  calor.  8187  suor  :  folor.  1CH)97  pudor  : 
dolor.  10581  ereator  :  onor.  10905  ador  :  redemptor.  13145  rancor: 
peccador.  13355  damor  :  creator.  17300  senhor  :  favor.  17456  cre- 
zedor  :  paor.  18484  jogador  :  bevedor.  18552  onor  :  belazor.  —  Jaiifre 
Rayn.  I  S.  71  u  por  :  muzador.  140,  i  Melior  :  senhor.  —  Manuscr, 
Bibl.  nat.  f.  fr.  13514  Incipit  vita  beatissimi  Trophimi  V.  139  orador 
(Oratorium)  :  senhor.  375  senhour  :  amor.  581  senhur  ;  recoredor.  — 
Joyas  S.  105,  s  savor  :  pastor.  172  pudor  :  dolor.  —  At  du  Mona 
S.  lOj  :i5u  iachor  :  comensador.  17,  ü:i2  prophetizador  :  amor.  46,  i7í4 
fazcdor  :  crezedor.  46,17  32  comensador  :  entendedor.  86,  ii*í7  valor  ; 
cobertor.  SG,  iiss  lauzador  :  honor.  92,  140».  amaror  :  sabor.  10(3,  iie 
lauzor  :  despendedor.  108,  lei  senhor  :  cocolhador.  III,  mal- 
fachor  :  entendedor.  114,  loo  pastor  :  raubador  (^Adj.).  110, 1»«  trachor: 
uUior.  —  2  man.  prov.  S.  16  menor  :  senhor.  18,  .-s  pastor  :  labor. 
46,  «  valor  :  trahidor.  .)7.  \i  color  :  lugor.  61,  2  chauzidor  :  folor  : 
sabor  :  jotjador  :  ioior  :  amor  :  valor  :  calor  ;  temor  :  tor  :  dolor  : 
senhor  :  clamor  :  dezonor  :  Salvador  :  doctor  :  lauzor  :  melhor  :  trachor  : 
pejor  :  nautor  :  rancor  :  gardador  :  paor  :  labor  :  error  :  onor  :  flor. 
84,  1  amor  :  parentor  :  dezonor  ;  rancor  :  error  :  laazor  :  folor  :  ricor  : 
pejor  :  trister  :  gastador  :  baudor  :  senhor  :  valor  :  paBtor  :  melhor  : 
menor  :  lanrador  :  labor  :  cridador.  88,  5  tristor  :  amor  :  valor  :  onor  : 
labor  :  gensor  :  pejor  :  valedor  :  rancor  :  dolsor  :  melhor  :  temor. 
91,  a  Amor  :  temor  :  onor  :  valor  :  baudor.  95,  a  valor  :  lanzor  :  mel- 
hor :  onor.    l*il,      paor  :  loi  -.  dolor  ;  amor  :  flor  :  valor.    107,  1  or  : 

dezonor  :  senhor  :  lor  :  paor  ;  folor  :  parentor  :  amor  :  baudor  :  vale- 
dor. 110,37  pudor  :  oder.  125,343  totor  :  lor.  136,  2».6  Salvador  : 
dossor.  211,  actor  :  error.  —  B.  Lb.  32,  h  i  bester  :  por.  145,32 
amor  :  sabedor.   180,  ie  color  ;  cor.  —  Loya  d'am.  1216  oorr  :  morr 


■m 


Karl  OreaDB 


(Gosioht)  :  torr  (tiirreiii).  III  188  oalor  :  freîor.  906  aaor  :  ammr.  ~ 
Ane.  poés.  xd.  V«  221  «mor  :  00Deor(?)  (Hsehr.  oODOrti!).  M.  W.I54 
rmibador  :  juador  :  tiaidor  :  encaiitador.  96  domsiir  :  Terdor  :  «ma. 
dor  :  lor  :  dompnejador  :  teohor  :  aognanado«  :  aalvador  :  guardador  : 
lonjor.  145  seigoor  :  mefllor  :  antor  :  iror.  186  dolor  :  flor  :  labor  : 
oantador  :  or  (?).  II-  66  idUor  :  dooaor  :  valor  :  miiador  :  odor  :  mbor  : 
amor  :  honor  :  rioor  :  sonhor  :  aiUor.  91  amor  :  onor  :  sabor  :  eolor  : 
triohador  :  preyador  :  lor  :  error  :  fonfaedor.  102  pamr  :  asor  :  valor  : 
amor  :  melhor  :  temor  :  breaador  :  folor  :  auctor  :  error.  127  aaior  ; 
honor  :  valor  :  rieor  :  folor  :  donsBor  :  caniidor  :  melhor  :  meiior  :  er* 
ror  :  servidor  :  alhor  :  Talor  :  tor  :  honor  :  valor.  166  mordedor  :  lor  : 
doctor  :  prestador  :  tator  :  tuador  :  combatedor  :  defendedor.  170  dolor  : 
senhor  :  valor  :  dezonor  :  Tabor  :  paor  :  sofridor  :  combatedor  :  em- 
pcrador  :  lor  :  ansessor  :  onor.  180  pastor  :  aocizedor  :  sanctor  :  em- 
pcrador  :  comtor  :  lor  :  maior  :  valor  :  foUor  :  refeotor  (-Örium):  onor  : 
aussor  :  paor  :  Almasaor  :  prior.  186  baratador  :  scnbor  :  valor  :  ola- 
mor  :  rancor  :  maior  :  raubador  :  dezonor  :  sanctor  :  melhor  :  tolledor  : 
enguanador.  192  amor  :  honor  :  sanctor  :  enguanador  :  honor  :  entcn- 
dedor  ;  maior  :  trafoguador  :  trachor  :  lor  :  luivedür  :  aiistor  :  dona- 
dor  :  amassador  :  lauzor  :  error  ;  tra\  tur  :  lauzor  :  JuUöäur  ;  dolor. 
209  amor  :  calor  :  maior  :  trachor  :  genaor  :  azor  :  vonsedor  :  flor  ; 
picyadui  :  valor.  III  33  plusor  :  trobador  :  amur  :  folor  ;  cauiadiir  : 
cntcndedor  :  moillor  :  valedor  :  dolor:  groignur  :  amador  :  plor  :  aillor  : 
jogaditr  :  lauzor  :  honor.  233  bestor  :  por.  2öl  trobador  :  amor  : 
responJedor  :  razouador  :  valor  :  senhor  :  error  :  folor  :  color  :  sona- 
dor  :  lauzor  :  plusor.  302  error  :  trobador  :  error  :  amador  :  amor  : 
fulhüi  :  orador  (-örium)  :  alhor  :  soror  :  auctor.  357  color  :  penhidor. 
3H4  comprador  :  Boingnor  ;  honor  :  jogador  :  aillor.  371  menor  :  labor: 
fcigutidor.  IV  21  amor  :  senhor  :  sabor  :  meiior  :  clamor  :  servidor  : 
trahidor  :  amador  :  doussor  :  demor  :  follor  :  valor  ;  lauzor  :  amor  : 
senhor.  34  umor  :  conoinsedor  :  honor  :  «abor  :  maior  :  honor  :  vale- 
dor :  valor  :  sabor  :  temor  :  amor  :  onor  :  sabor  :  ricor.  79  avenidor  : 
plor  :  sabor  :  folhor  :  dezonor  :  lauzor  :  amor  :  senhor  :  lor  :  reetor  : 
lugor  :  peccador  :  redemptor  :  amor.  114.  3,-,r,  senhor  :  avenidor  (Adj.). 
114,3  67  senhor  :  servidor.  116,  450  dossor  :  servidor.  122,  2i<)  valor: 
acor.  125,  fifi  cosselhador  :  sabor.  151,  11«  reprendedor  amor. 
172,  4  10  carnbiador  :  obrador.  185, 13«  trobador  :  tumbador.  18â,  is.s 
tragitador  :  cootrafazedor.  190,  :if,7  trobador  :  doctor.  192,  t,-.  maldi- 
zedor  :  trobador.  194,  i*«  beadizedor  ;  senhor.  196,  aaa  cautator  : 
temor.  208.  1.17  crezedor  :  amor.  215,  st  razonador  :  langor.  —  M. 
Q.  204  lauzor  :  contracor  :  oaatiador.         teuebror  :  iolhor  :  flaiior  : 


Digitized  by  Google-^ 


1 


Die  O'Liote  In  ProTOPimHicben  465 

feror  :  aussor  :  sabor  :  dezenador  :  creator  :  soveoidor  :  melhor  :  plu- 
zor  :  amaror.  341  por  :  folor.  579  dolor  :  freior.  646  martror  :  ricor: 
arbergador  :  doptor  p^iiizardonador  :  servidor.    720  lavador  :  fol- 

pidor  (in  don  andern  liaiidschr.  a  pudori  :  paganor.  762  forstir  :  liquor  : 
tcrrador  f-orium)  :  guazanhador  :  plorador  :  tauhedor  :  plor  :  votor  : 
laidor  ;  tortor.  796  eocusador  :  castiadnr  •  ^rohor  :  paesador.  808,  * 
or  (i*)  [2.  Hsohr.  tor]  :  error  :  dompnejador.  U81 ,  &  paor  :  almausor. 
1057 eror  :  ductor.  1071  trichador  :  bolhidor.  1122  amor  :  cor  :  îioior  : 
blancor.  1163  superior  :  cnrador  ;  tuor,  —  Arch,  32.  nioubugaur  : 
paor.  413  musador  :  honor.  416  deptor  :  baratador  :  plusur.  417  moil- 
lor  :  sordejor.  34,  aai  tripador  :  sabor.  4U7  albergador  ;  lauzor. 
40-  lar^or  :  refreitor.  425  amor  :  feignedor  :  prejador  :  entendedor  : 
onor  :  major  :  clamor  :  entendedor  :  amor:  cobertor.  35,4^5  resplcn- 
dor  :  astor  :  lausenjador.  458  pascor  :  baudor  :  corredor  r  lor. 
36,  .iK><  ductor  ;  moadejnor.  49,:,!)  corredor  :  lor.  75  ador  :  mirador. 
5<),  ici  valor  :  Inaor;  trobador  :  cor.  27(>  mor  (morit)  :  plor.  — 
Rom,  II,  176  major  :  dolor;  pavor  ;  major.  177  senhor  :  onor.  — 
St  André  60  honneur  :  amour.  <—  St.  Hon.  S.  ö  clajror  :  payanor. 
16  corredor  :  dolor.  21  dolor  :  aoomptor.  22  baador  :  foUor.  23  ao- 
aor  :  baudor.  26  honor  :  payanor.  76  oridor  :  enior  (Adv,). 
78  entor  (AdT.)  :  aeynor.'  97  aminiatrador  :  eridor.  126  honor  :  aano- 
tor.  162  CSreator  :  tenor.  174  oamtdador  :  m^llor.  178  dontor  : 
dolor;  anendador  :  laor.  184  GroaCor:  oonleaior;  malíSMÌior  :  color. — 
8t  Ant.  V.364  ontonr  (Adr.)  :  «ealor.  402  tnytor  :  melhoiir.  464  do- 
•oor  :  olamoiir.  —  Orois.  alb.  V.  341  oeror  :  jor  :  cçr  :  mtthor  :  gen- 
aor  :  aeror  :  anotor  :  refreohor  :  amor  :  aenbor  :  iemor  :  eompanbor  : 
▼alvaaaor  :  tor  :  dosonor  :  dolor  :  error  :  laor  :  Elionor  :  bolaior  etc. 
1426  oŷr  :  frddor  eto.  ^  Zoni  Ged.  12  entendedor  :  prometedor  : 
reprendedor.  ^  Bot.  XXI  Sb  Bnst  Y.  60  abnaonr  :  deehononr.  86  ool- 
loor  :  eqmoiir.  XXH  377  Talonr  :  honor.  648  empereur  :  goaTemoor« 
XXVH  Ste.  Marie  Madeleine  V.  35  preatador  :  miŷor.  60  anbor  : 
olairor.  79  faror  :  triator.  86  tremor  :  eroator.  91  angSor  :  feror.  — 
Guerre  de  Nay.  V.  ^1  akgror  :  anriflor  : . .  .  445  pobmidor.  686  go- 
veniador  :  olamor  694  beator.    1423  agror  :  1425  olor  : 

hnmor  :  ...  :  1430  refortador  :  rumor  :  ....  :  1451  ancçr  („en- 
eore")  : .  1453  trompador.  2153  oelador  : . . .  2155  darredor.  2935  faae* 
dor  :  ...  :  2939  lugor  :  tenor.  3506  valedor  :  defendedor  :  ...  : 
3519  Tolador  (A^j.)  :  ooleador  (A^j.)  :  oofewor  :  temblor  :  .  3524  re- 
ferrador. 

*Unter  der  grossen  Zahl  der  Reime  auf  çr  verdienen  in  erster 
Linie  die  vielen  Sahst.  Beiehtnng,  welobe  tola  schon  lat.  Bildnngenygitizeci  by  Google 


466 


Kttl  Oiwas 


teili  aodi  ent  prov.  resp.  fomaa.  Neabildaiigeii  nnd;  «odaiiii  die 
hatteneD  orgtniiolien  KomparatiTe  auf  »^r  =  lat.  -Oiem: 

aaiihor  A  prîor  mit  Sabii*  Bodenlang,  abor,  belasor,  forsor,  genzor, 
greignor,  lûâmt,  loignor,  majori  meOlor,  menor»  pqjor,  plniaor,  eoi^jor  à 

anperior  mit  A4j.-Bodeatang. 

Ferner  sind  m  beaehten  die  erttarrten  Genitive  anf  -çr  =  9rom: 
angelor,  oompanhor,  martror,  mfltoldor,  payaoor,  santor,  Yavaaser. 

Endlich  die  Adj.  und  Subst.  auf  -or  =  -örinm,  bei  welchen  wir 
entweder  eine  Suff  iw  c  rtauaciiung  annehmen  mÜBsen,  oderfremd- 

WO r tu  eil  c  P>iitv.  i{'kluüg. 

Adj.  der  Art  sind; 
fazedor,  montadnr.  frezador,  ?iüadur,  volvcdor,  amblador,  cumjador, 
avenidor,  colcador  utc   Cf.  Dz.  Gr.*  II  324  und  Levj  in  Lit  Bl  für 
gcrm.  und  roffl.  Pbil.  Juli  1886. 

Substant.  : 
orador,  refeitor,  porgador  eto* 

GL  fieime  aof  -^ra! 

•çrm 

Bern.  t.  Veni  liora  (hora)  :  forB  (ííierat)  :  alngora  ;  aaaenhora  : 
deiadolom  :  deiaeolova  :  enamora.  —  R  D.  44,  i  laora  :  eora. 
14Ò,  !•  ora  :  adiora.  242«  it  plora  :  ora  (V.).  246,  la  demora  : 
plora.  —  8.  D.  60,  lett  hora  :  demora.  —  Dande  de  Frad.  V.  538 
ora  (S.)  :  hora  (Adv,).  —  Po4a.  inéd.  Nr.  I  127  aeoora  (anoonmi)  : 
ora.  —  B.  Lb.  137,  penboraa  :  oraa.  —  Ste.  Bnimie  V.  1111  de- 
mora  :  plora.  1125  demora  :  fora.  1384  horaa  :  eoraa  (wannP).  — 
Flam.  226  aora  :  ora.  860  d  e  m  o  r  a  :  adora.  2234  oraa  :  obéras  ( Adv.). 
3364  enamora  :  mora  (m9ra).  4034  fora  :  plora.  4940  ora  :  demora. 
5136  aora  (Adv.)  :  laora.  —  Bier.  165^  oora  :  liabera.  —  II.  W.  n  14 
demora  :  hora  :  onora  :  fora.  III  72  hora  :  honora  :  fora  :  ahora. 
IV,  Lixxn  loT  penhoraa  :  abma.  M.  0.  223  aora  :  mora  :  fora: 
laora.  267  demora  :  aora  :  onora.  279  ora  :  mora.  331  mora  : 
plora  :  labora  :  Ungora  :  m'aaenhm  :  fora  :  eora  (Adr.).  877  abora  : 
enamora  :  acora  :  oora  (Adr.)  :  hora  :  fora  :  mora.  —  Bom.  XIY,  vii 
D4bat  de  la  soteière  et  de  son  oonfessenr  Y.  29  hora  :  abora  (AdT.)<  — 
Bot.  XX  Faraphraae  dea  psaame«  de  la  pénitence  V.  2  demora  : 
aeora.  ^  La  eonr  d'amonr  V.  458  ora  :  mora.  —  Arch.  33, 4««  de* 
mora  :  hora  :  fora  :  bora  :  adora  :  abora  :  plora  :  aneora  (S.)  :  ora 
(Adv.)  :  ora  (Subst.)»  34,  43s  ora  :  demora  :  qora  :  asabora  :  mora: 
honore  :  colora  :  plora  :  abora  :  etiamora.  36,  437  demora  :  adora 
(Ady.)  :  onora.  —  Kalepky  S.  9;  15  demora:  plora  :  ora  :cora. 

Digitized  by  Google 


Die  O-Laola  in  Pn»mBaUMfa«&  467 


Guilh.  T.  Berg.  Oed.  YIIl^  35  torba  :  corba  :  en  corba  :  Jorba« 

-orbe 

2  man.  prov.  26,  ta  torbo  (V.)  :  corbe  (V.). 

-çro 

B.  D.  96,10  oro  :  bore.  —  Flam.  405  antroforoa  :  boroB.  —  M. 
G.  1067  ora  :  doro  (,»donre'')  :  gon  (gorgitom)  :  bore  (bnrg)  :  ioro 
(sufgH)  :  embore  :  entrefoio  (ÌDtrafarao).  —  St  Hon.  8.  179  bore  : 
Oualbore. 

<çrca,  (-çigaj 

M.  0.  1067  orgua  (Cunjct.)  :  doroft  :  engorga  :  borga  :  sorga  ; 
enboroa  :  entreforoa  :  lorga  (Ilsobr.  logra!). 

-ori 

* 

Ciirest.  [uro?.  31  e?on  (eburneumj  :  aiori  (adoro)  :  ajutori(-öriiUQ)  : 
Qregori. 

Dande  de  Pïad.  V.  885  conforma  ;  forma  (S  ). 

-orn 

ChroHt.  prov  f^.  *Î0  Vonf;u]yrn  :  torn  :  raorn  :  Bojorii  :  cador  n  :  joni  :  forn 
(fuinum)  ;  dorn  (durnuin). —  80  Vcntudorn  :  dorn  :  alborn  (alburnum)  : 
forn.  —  B.  D.  153,  as  jorn  :  torn.  —  Brev.  3(384  torns  :  jorns.  33r)BH  jorn  : 
Ventadorn.  —  Daude  de  Prad.  1207  alborn  :  torn.  —  Quilb.  v. 
Berg.  XX  24  jorn  :  forn  ;  eotorn  :  alborn.  —  B.  Lb.  101,  2.-.  jorns  : 
adorns.  -  At  de  Mona  117,  222  entora  :  torn.  —  Bern.  v.  VenL 
torn  :  Ventedorn  :  cadorn  :  morn  :  sojorn  :  forn  :  jorn  :  dorn.  — 
Flam.  2124  jorns  :  sojorns.  27U9  torn  :  sojorn.  5686  recontorn  :  joni. 
6521  torn  :  sojorn.  —  2  man.  prov.  8. 19, 80  jorn  :  sojorn.  109,  «jorn  : 
sojorn.  134,  i^o  jorn  :  entorn.  —  St.  Hon.  77  torn  (ÂdT.j  :  80m.  — 
£ev.  XX  La  oour  d'amoor  V.  1226  jorn  :  morn. 

•çtaa 

B.  D.  208|  it  eonia  (V.)  :  almojna  (eleemosjna).  —  An.  Dan. 
S.  101  flcjofna  :  monia  :  loma  :  adoma.  —  Brer.  9711  coma  (V)  :  al* 

Digitized  by  Google 


466 


Kifl  Ovaint 


niorna  i  eieemosyna).  —  Daiido  do  Prad.  V.  11  soyorna  :  toina.  —  M. 
W.  II  207  sojornaa  :  turnas  :  enfornas.  —  M.  G.  8, 4  eojorna  :  morna: 
biorna  :  adonia.  2  man.  prov.  27,  «  almorna  (eleemosyna)  :  corna. 
2()s,  2  Kf»  retorna  :  orna.  —  Flam.  2178  entorna  :  lyorna.  Ö178  sojoroa: 
eotorna.  6134  sojoraa  :  retorna. 

-oro[n] 

biam.  7509  foroa  ;  unoron. 

-orre 

• 

Flam.  1255  corre  (ettrrere)  :  torre  (turrom).  2697  sooorre  :  torre.  — 
Jaufro  Rayn.  I  68  i  aeorre  :  porro  (weg);  Brgig.  &  352  aoorre  :  morre 
(Sohiiaiitae). 

-çre 

ehrest,  prov.  Ö1  flore  :  verdore  :  dolore  :  plors  :  oolore  :  peoea< 
dore.  79  trobadors  :  eolore  :  alhore  :  peeton.  8ô  flore  :  ehantadora  : 
amers  :  paors  :  amers  :  dolors  :  verdore  :  meillon  :  honore  :  dolors  : 
socors  :  seignors  :  plors  :  cors  (enreos)  :  sabors.  —  Berfcr.  de  Born 
Nr.  38  gerrejadors  :  enginbadors  :  oore  :  tors  :  baetidors  :  beetors  : 
nuuŷedors  :  donadore.  —  B.  D.  18,  ii  anetore:  blaemors.  21, 12  amora  : 
eora.  30,  a t  menors  :  honors.  50^  1«  Ineort  :Talor8.  —  S.  D.  162,  ivs 
ardore  :  dolore.  —  J.  Bod.  IH,  43  eore  :  o^re.  —  At  do  Moue  S.5,  t»s 
aneeeeore  :  aetors.  18,  es2  cors  :  aussors.  25, 930  calore  :  elatore. 
89, oonqnoridore  :  valors.  109, 21»  falhidore  :  deshonors.  —  Elsm. 
8.59  amore  :  oçrs.  —  Brev.  4251  Tapore  :  calors.  5723  odore  : 
pore.  —  Beo.  Nr.  9,  s  dompoejadors  :  consiros  :  cobeitos  :  pros  :  ah- 
durœ  :  ialaotoe  :  amoros  (od.  volontos)  [Hschr.  abduros]  :  troe 
(Stfiok).  —  Pons  de  Capd.  Ged.  II,  24  jaogladors  :  tambors.  XII  val* 
ledon  :  36  miradore.  Uniobte  Lieder  YI,  26  devinadors  :  46  fol- 
fors.  —  IVoiib.  de  Bée.  S.  111  p^ore  :  eore.  —  Jaufre  Rayn.  I,  14»  i 
flore  :  flairors.  —  Jojas  S.  .81,  it  eeeore  :  reoore.  259  laboradore  : 
Bonhore.  BI.  W.  I  166  bonon  :  melhors  :  sors  :  secors  :  alhore  : 
amore  :  plors  :  Tslors  :  sodIiofb  :  nozedors.  162  eonoieeedors  :  de- 
sonore  :  sors  (Part.)  :  plosors  eCe.  228  honore  :  lansors  :  oomenaadore  : 
refireîtors(*iriiUD)  :  priors  :  joetadors  :  colors  :  austors  :  amors  :  paatore: 
eore  :  seeore.  243  ponhedore  :  ▼endedors.  III,  38  amadors  :  acre  : 
dolors  :  ors  :  amors  :  soeors  :  plors  :  Tatore  :  cor*  :  cassadors.  225  auetore  : 
prendedors  :  voladore  (-Orins  A^j.)  :  moniadors  (  ôrius  A4|0:  volvedors 
(.orina  A^j.)  :  teadors  (-orine  Adj.)  i  venadore  :  odora  :  oa««aâon  : 

Digitized  by  GoogI 


Die  0-LMt8  in  PravemalÌMlMD  469 

Tiohiâors  :  ambladors  (-orias)  :  portadon  :  oonedois  :  envaidora  :  gen- 
90tê,  311  amon  :  anuidan  :  honora  :  tnfindon  :  paora  :  colora  : 
flon  :  sabora  :  ton  :  amadon  :  noiridon  :  ralors  :  galmdon  :  uUon. 
IV  5, 7  0  rioora  :  cors.  44  regidors  :  amors.  144  tnoeBsors  :  paon. 
174,  5  0»  laboradors  :  fotíadon  :  podadon.  186,  i7i  remendaton  :  tro- 
badors.  254  trobadon  :  melhors  :  alhon  :  íolora  :  laoradon  :  fosaon.  — 
M.  6.  66  castiadors  :  gardadon*  223  amors  :  deeiçn;  amadon  :  Ton 
(Tours).  764  ponhodon  :  vendedon  :  oaaaadors  :  engtianadon  :  hmnon« 
982  fachon  :  olamors.  1019  flon  :  oors.  —  B.  Lb.  180,  é%  oaeaadon  : 
trcbahodors.  —  Âreh.  32, 4i«  amon  :  deohonon  :  on  («nom)  :  aon 
(Porf.).  33,  ist  honon  :  amadors.  «s«  tors  :  ardors  :  amors  :  colon. 
34, 19t  deoors  :  aiUon.  35,  «is  olamon  :  filionon.  36,  »s?  bailadon  : 
iraidon  tdeahoDon:  íçrs.  49, 7 s  damon  :  GUonon.  60,  272  amon  : 
amaron.  —  2  man.  ptor,  8. 16,  pejon  :  yalon.  20, 11«  Prodioaton  : 
Manon.  22, 1  ton  (toms)  :  Amon.  22, 4  rocon  :  oon.  23,  it  an- 
leaacn  :  temon.  59,  a é  Amon  :  valon.  50,  ti  aooon  :  tamon. 
63,  *  onon  :  amon  :  alhon  :  monon  :  ooradon  :  anaeason  :  melhon  : 
trobadon  :  oalon  :  imon  (fanmor)  :  trobadon  :  iabon«  82, 4  aooon  : 
ilon  :  ooifiMBadon  :  pecadon  :  malbon  :  seahon  :  aosaason  :  vale- 
don  :  valon  :  amon  :  gaarrejadors  :  triebadon.  III,  vt  aoeon  :  oon. 
135,  aoDfeoaon  :  iooon.  136^  a«<  fiuedon  :  melhon.  202,  «t  ama- 
don :  Ion.  206^  SS •  trobadon  :  milhora.  212,  44«  paaton  :  lamradon. 
21^411  obndon  :  Iabon.  —  Rom.  n  179  aanhon  :  nos;  lenhon  : 
amor.  —  8t.  Hon.  8.  16  Helenbon  :  do)on.  18  Helenbon  :  flon. 
44  eonbatodon  :  aocor«.  51  enbaytaadon  :  bon  (Lnngen).  77  oey- 
non  :  granon  (Bahr  gioas).  137  Qnalbon  :  ealon.  144  peaeadon  : 
raeyllon.  148  St.  lHoton  :  aooon.  180  jenoon  :  deaton.  192  eaton  : 
aoiidon.  —  8t  André  123  oon  :  doton  :  aeeora. 


-^rsa 

'2  man.  prov.  S.  98, 2«  bona  :  coraa  :  encorsa. 


-çrt 

Slam.  8. 104  oort  (oohortem)  :  eort  (onrtnm).  —  Janfre  Rayn.  I 
8.  49  eort  (oortnin)  :  oort  (S.).  —  M.  W.  IV  229,  tìs  oort  :  tort  — 
M.  6.  1007  eort  :  mort  (mortnom).  —  B.  Lb.  137, 47  oort  (&)  :  aort 
(A4.).  —  Flam.  918  biort  :  oort  Areb.  33, 4ss  oort  (8.)  :  lort  :  eort 
(anrdnm)  :  beert  (mhd.  bohnrt)  :  oort  (Adj.)  :  bort  (bnrdom).  —  Bev.  XX 
La  eoor  d'amonr  V.  279  oort  (8.)  :  beort  XXH  St  Enst  V.  767  jort 
(dKamm)  :  fort  (iomnm). 

Digitized  by  Google 


470 


KmI  Oream 


-çrùs 

Arn.  Dan.  S.  Uô  sortz  (sûrrexit)  :  sorti  (snrdue)  :  corts  (8.)  :  corU 
(Adj.)  :  borta  :  bortz.  —  Flam.  479  cortz  :  sortz  (Adj.).  —  At  de 
Möns  Ô9,  if<  eorte  (^oôrteni)  :  oorts  (curtum).  —  Hon.  S.  71  eoito: 
jorti. 

CSbresl.  piOT*  S.  2  pro  :  Mallios  •  naallos  :  blos  :  nos  :  fos.  18  nos  : 
glorios.  34  pros  :  m  :  j<w  (deôrsuinV  56  geigoos  :  Tolontos.  83  doê 
(daos)  :  foa  :  giloB  :  tos  :  boB  (bÔoiw)  :  aissos  :  proB.  90  boB  :  repos 
(8.)*  92  pr06  :  vos.  96  bos  :  respoB*  105  baros  :  bos  :  somos  (S.)  : 
maisoB  (mansiones)  :  ressoB  (leaftnam)  :  tob.  106  fo«  (fTiissem)  :  baatoB  : 
tOB  (S.  touBas)  :  dos  (S.)  :  sospeÌBBOB  :  tob  :  enojos  :  ohansOB  :  BOBpeÌB- 
flOB  :  TOB.  —  Born.  t.  Vent  vos  :  boa  :  cnvcios  :  enios  :  amoros  : 
g^oiiOB  :  ODTojoB  :  angoisBOB  :  jojos  :  erbos  :  dcleitos  :  doptos  :  genot- 
hoB  :  roBpoB  :  foB  :  dos  (duos).  —  M.  t.  Mont  £îr.  2  doB  (duos)  :  baros  : 
gignoB  :  roBOOB  (resconditus)  :  tenzos  :  proB  :  diansos  :  vos  :  leiaoB 
(loctionoB)  :  ooioboB  :  Olairoo  :  dos  (S.).  4  b  nos  :  bos  :  faiehos.  6  or- 
goilloB  :  dos  :  jos  :  bos.  —  B.  do  Bom  Nr.  5  sazos  :  pros  :  baroo  : 
vergonhos  :  blezoB  (Soluld)  :^gonfBaoB  :  baadoB  (TaagoniohtB)  :  montOB 
(mnlfcones)  :  leos  :  orgolhoB.  7  maiiOB  :  prOB  :  BofraitOB  :  doB  (8.)  : 
baooa  (ahd.  baoho)  :  oompanhoo.  8  baroB  :  bi^BBoa  :  foB  :  noa  :  proa: 
moBBÎoe  :  escaloa  :  job  :  doa  (dnoa)  :  boB  :  leieroa  :  partiiOB  :  malmeîroB  : 
reaeoB  :  bordoB.  9  ganiiaoB  :  pordos  :  aponBoa.  12  eatroa  (estroiamn)  : 
amdoB  (ambidnoa)  :  cobeitoa.  18  roailhoa  :  coraifoa  :  Brotoa  :  bloa  : 
dormilhoa  :  ooGboB  :  Ugoa.  24  oampioa  :  bOB  :  montOB  :  mÌUiaigOB  : 
tos  (Adj.)  :  nnaUiOB  :  aoifOB  (Milbo)  :  polmoa  :  aomelboB  :  basetos  : 
garQOB  :  ronhos  :  paoa.  40  poderoB  :  boÎBBoa  :  osmorilboB  :  falooB  : 
anBolhoa  :  iios  :  OBpoB:T«igonboB:jaag]oB:  flora  (!)  :  bnmdoB.  41  do- 
lorOB  :  tenebroB  :  enoJoB.  42  ooiatjoa  :  temeroa.  45  grenOB  :  meeios  : 
talOB.  —  Gnilb.  Fig.  glorioa  :  nos  :  jora  (!).  —  B.  D.  63,  t«  do- 
lors  (!)  :  oora^'os.  54»  i  traatoa  :  Taledora  (!).  57,  lé  oabaloa  :  glorioa. 
74^9  moraTilhoB  :  miaonoordioa.  102,  %  roB  (niBBQm)  :  noa.  — 
8.  D.  16, 5«t  eatros  (oxtroranm)  :  oros  (ontoam).  —  80,  «# 4a  rasaoB  : 
f^ra  (!)  320,  i  ArdÌBOa  :  ospoa.  —  P.  Vid.  8.  63/64  romoa  :  joB 
(deoTBom).  —  S.  133  roBpoa  :  giloB.  5462  eapoa  :  reapos.  6874  toB 
(taBBÎt)  :  foB.  —  BroT«  4032  ajoa  :  plaîoa.  12519  pairoa  :  ongo^BBoa. 
13181  miaonoordioa  :  fîirîoB.  26607  firadniroa  :  mnboa.  —  Bom*  I,  m 
IMire  à  la  Tiergo.  poooad  ora(!)  :  amoros.  —  Boo.  Nr.  %  %  dompn  eja- 
dora  (1)  :  oonnroB  :  oobeitoa  :  pros  :  abdnroa  :  ialautoa  :  Tobmtoa  : 

Digitized  by  Gc' 


Die  0>LaQla  io  FroveoMlisolieB 


471 


tro8.  —  Ste.  Enimie  V.  1171  cros  (crucem)  :  ros.  —  Uuilh.  v.  Berg.  V,  39 
poderos  :  ros;  tin^noR  :  matap^ilos.  —  Poes,  ini'd.  I,  149  vos  ;  Eros 
(Hero).  1182  Bofüiios  ;  aminon  —  Appendice  ö  Jan ^^lo.s  :  bos  :  blos  : 
baros  :  vergoilihoi^  :  (ììuumUhjh  :  garniiíos  :  cochos  :  rociilus.  —  Ponz 
de  Capd.  II  14  cosairuB  :  eiivoyos  •  reme  ts  :  ;:;i'lu8  ;  joyos.  XIII^  1  vo- 
lüütos  :  precios  :  vergoignoö  :  pitus  :  leöüB.  XV  33  aventuros  :  cnbalos. 
XX,  14  poderos  :  genolhos  ;  rescoâ.  XXII  desamoros  :  clamos  :  obli- 
do8  :  adiros  XXIil,  28  contraries  :  cobeitos.  —  Troub.  de  Béz.  S.  98,  t2 
raino«  :  pros.  —  Dób  d'lzarn  V  154  ♦jscalos  :  perunxios  :  cofeaaios  : 
conteririatiuä  .  cavaiairos  :  ncclcchos  :  digoatios  :  devocios  :  benedic- 
tios  :  encarnatios  :  reHiirrectios  ;  catholios.  —  Aig.  et  Maur.  XXI,  7«5 
aïroB  :  trnliilbos  :  contraiios  :  tros  iturso)  :  somos  :  cabaillos  :  mira- 
villos  :  orguilios  :  poderos  :  coboitos  :  volenteros  :  blos  :  perülos  :  en- 
combroH  :  esoo?  i  excussus)  :  dios  :  nouillos  :  toa  :  coitos  :  pesanços.  — 
Manuecr.  iiibi.  uar.  t.  ti  .  13Ô14  Incipit  vita  bcatissimi  Trophimi  V.  325 
piatos  :  volontos.  4ÜU  piatoa  :  religiös.  ö64  glorios  :  besonhos.  729  liur^nDn- 
hos  :  autos.  —  M.  W.  I,  c  capos  :  bos  :  volcntos  :  coguastros  :  engin  lias  : 
nos  :  ros  :  enuios  :  grignos  :  bos.  83  blos  :  iros  :  amoros  .  anctos  : 
dos  :  joios.  101,  7  vos  :  respos  :  centurios.  15G  respos  :  pros  :  razos: 
perdos  :  amoros  :  blos  :  poderos  :  fos  :  bos  :  vos  :  honoros  :  bos  :  proa  : 
ergulhos.  211  gazardos  :  bos  :  sofraitos  :  confessios  :  pros  :  razos  : 
blos  :  dos  :  coratjos  :  mcssios  :  meissos  :  baros  :  lezeros  :  reesos  :  or- 
guilos  :  JOS,  370  carros  :  dos  (S.)  :  ob  :  nos  (Hschr.  notz)  II  30  vos: 
pros  :  respos  :  razos  :  conos  (cognosoo)  :  coitos  :  jos  :  voluntos  :  poizos  : 
angoissos  r  tenzos  :  ochaios.  44  baros  :  cros  :  sazos  :  tragos  :  Am- 
fos.  52  faissoB  :  glorios  :  blos  :  nos  :  bos  :  razos  :  jos  :  pairos  :  pros  : 
poderos  :  vertuos  :  meravelhos  :  razos  :  orasoa  :  oros  :  duptos  :  precios  : 
fos  :  limos  :  piatados  :  entencios  :  sermos  :  aondos  :  volentos  :  perdos  : 
V08.  97  gelofl  :  pros  :  respos  :  amdos  :  íáissos  :  enveios  :  cobeitos  :  desa* 
▼entarofl  :  vos  :  rosoos  :  bos  :  eaoios  :  veigoignos  :  espos  :  dos  :  oohaizos  : 
obaosoi  :  Mssos  :  nos  :  mos  :  podscos  :  oabftlos  :  joios  :  saioo  :  too- 
MS  :  mos.  120  pros  :  bos  :  oftbalos  :  mos  :  nos  :  dos  :  negligos  : 
tiiios  :  amoros  :  fos  :  faissos  :  chansos  :  bos  :  baros.  171  Anfos  : 
pros  :  AragQO«  :  pros  :  Salados  :  dos  ;  ebansos  :  ambedos.  197  bos  : 
orgnUios  :  ronos  :  poderos  :  ebansos  :  Iodsos  :  dos  :  respos  :  dos  : 
ssaos  :  enolos  :  raaos.  227  rossos  :  dos  :  ricos  :  sofraohos  :  oontrar 
rios  :  dos  •:  fos  :  bos  :  ospos  ;  gilos.  239  Avinbos  :  Cavaillos  :  Dro- 
mos  :  cabaiUos  :  osporos  :  pros.  242  enveios  :  cussos  :  maizos  :  ser* 
OMM  :  paoros  :  felos  :  perdos  :  eobeitos  :  sofrachos  :  dos.  243tracio8: 
Guaynelos  :  ambedos  :  dos  :  tracios.  249oora4^s  :  bos  :  blos  :  aoalhos  : 
dos  :  pros  :  reseos  :  bastos.  III  26  blos  :  eossiros  :  eoitos  :  amon»  : 


472 


Karl  OreaiM 


m  :  joìot  :  If  alafos  :  wpoB  :  gnhos  :  pn»  :  to«  :  foa  :  d«jOB  :  boa  : 
dot  :  eoycujot.  42  vos  :  nos  :  fo»  :  oUonos  :  poderoe  :  joyos  :  arirofl  : 
pan^os  :  pros  :  dos  :  bos  :  perdoi  :  gelos  :  lebros  :  envejoB  r  aziros: 
TOS.  52  Bazo8  :  bos  :  oobeitos  :  pros  :  esbalos  :  fos  :  bos  :  fsissos  : 
Trenoalooi  :  fiaados  :  respos  :  Monleos  :  vos  :  KabkM  :  chausos  :  nos  : 
amofos  :  joyos  :  naoa  :  vos.  122  rases  :  vos  :  peidoa  :  glorios  :  nos  : 
rabioB.  137  sazoe  :  cossiros  :  possessios  :  eusses  :  glotos  :  maîsos  : 
razoB  :  ochaizos  :  bailos  :  tronchos.  142  cabalos  :  amdos  :  boa  :  pros  : 
Pinos  :  faissos  :  amoros  :  joyos  :  glorios  :  envejos  :  vos  :  joyos. 
149  razo3  :  pros  :  fo8  :  cabalos  :  rancuros  :  possessios  :  envejos  :  los  : 
bailos  :  coratjos  :  papallos.  1Ò5  espos  :  vos  :  razos  :  trassios  :  cos- 
siros :  pros  :  gibos  :  doloiroa  :  ressos  :  messios.  l-^O  blos  :  grassios  : 
janglos  :  pros  :  razos  :  questios  :  joios  :  pros  :  vos  :  glorios  :  Salamos. 
2Ü9  BazoB  :  pros  :  respos  :  raessios  :  cossiros  :  8alamo8  :  tenebros  : 
rescort  :  bos  :  ochaisos.  244  arrazos  :  giros  253  Bregonhos  :  Bretos  : 
moHsio-  :  confessios  :  religiös  :  bricos  :  bos.  207  ros  :  bordos.  2<)8  p;ar- 
nizob  :  penos  :  amoros  :  respos  :  sazos  :  arsos  :  vos  :  pros.  290  guuios  : 
lairos.  iití9  rognos  :  aventuros.  376  ressos  :  vo«  :  vergochos  :  nos  : 
penos  :  carabos  :  nos  :  razos.  IV  19  deios  :  blos  :  vergonhos  :  bos  : 
cabalos  :  sazos  :  saburos  :  gazardos  :  sospeissos  :  ioyos  :  fos  :  Ânfos  : 
leos  :  joyos  :  sofrachos  :  anidos.  32  vergonhos  :  envios  :  sofrachos  : 
envejos  :  ergulhos  :  dos  :  dos  :  somos  (Part.).  47  voluntos  :  razos  : 
joyos  :  rancuros  :  saboros  :  bos  :  ginhos  :  clamoa  :  Ânfoâ  :  gazardos. 
120,  loü  doptos  :  laguìos.  123,346  paratjos  :  gracies.  134,  i es  meU 
hors  (!)  :  secaros.  153,  asé  perezes  :  laguios.  15a,  22 g  perilhos  :  dor- 
milhos.  159;7t  taasosrbos.  162, sot  sasos:  ftlbors  (I).  170,334  parat- 
jos :  amoros.  181,  sts  bos  :  «Qtoros.  187,  s it  bos  :  bofos.  191,  t4 
doaeptioB  :  traoios»  198,  tas  rioos  :  ooniliJoa.  232,  is  ooroa  :  espoûsîo. 
233  Uvemoa  :  tos  :  ....  :  asftros  :  amoros.  246  doptos  :  amoros  : 
dos  :  pioa  :  lasoa  :  mata?ilbos  ;  ?08  :  «bdos  :  ginbos  :  gilos  :  oliansoa  : 
noi  :  piooa  :  jos  :  rovflbos  :  esTÎlbos  :  neleobos  :  grifos.  254  Dolocbos  : 
TOS  :  OOS  :  dojos  :  dos  :  amoros  :  mejssoa  :  omioa  :  temotos  :  bos  :  son* 
toarioB  :  aomos  :  eoiiios  :  tos  :  foa  :  joyos  :  «pdos  :  bos.  ^  M.  0.  64 
oabaioa  :  oblidos.  96  Joaaos  :  Pniolos.  158  tíognos  (rlodig)  ;  maCagUos  : 
glorios  :  bnmelios.  227,  •  garaignos  :  toa  (tiissis).  228,  7  angossoa  : 
oognos  (oognosool).  906,  §  pros  :  tos.  334^  t  talaatos  :  abdoros. 
349  aiglos  :  bolesos  :  adsîros  :  desamoros.  341  baroa  :  *Perdîgos  : 
517  pabalbos  :  oambos  :  gonios  :  sandos  :  peaos  :  pttos  (F)  :  oora^os  : 
mnsoldor8(!).  589  anos  :  côillos  (P).  618  blos  :pros.  642  nvaioa  : 
blos  :  dos  :  pros.  672  muûlos  :  oaaîsos  (Hsohr.  eaises)  :  raaos  :  aifos  : 
doa  :  SOS  (f)  :  poDsios.  739  tos  :  Tonjaios  (Hsobr.  penisost).  764  los 

Digitized  by  GoOgle 


"1 


Oie  O-LmIb  im  PMveimlItebflii  478 

(illoH  I     dessuptos.    955  erbos  :  coarOE.  —  Dern.  troub.  S.  ()54  pientos  : 

coros  :  sermos  :  prezicado8(-ore8!).  —    B.  Lb.  115,  .î4  boa  :  rcspos. 

134,54  to8  (Adj.)  :  aniors  (!).    1.%,  4-r  guinhos  :  boa.  —  At  de  Mona 

S.  1,27  vertudos  :  nos.    'M),  14-6  contrarios  :  malauros.    77,  hot  sazoi  : 

guiscos.    loH,  toi  sazos  :  cndenhos.    115,  12?  plejoe  :  ergalboe.  — 

2  mnn.  prov.  S.  6,  ito  nos  :  sofrachos  :  mecios  :  ecgolhoB.    11,  .-.9  eostel- 

lacios  :  tro8  (8.).    16,  37  ginolhos  :  talcs.     17,  1  rclcgios  :  devocioa. 

33,  6  faysBOs  :  rasoe  :  cabalos.     33, 1 1  pros  :  fos  :  gracies  :  changes. 

41, 33  fayssoB  :  oracios  :  ressos  :  sofrachos.   41, 53  bos  :  tensos  :  coy- 

tos  :  abcodos  :  razos  :  glorios.   46, 1  frayturos  :  razos  :  falhizos  :  fos  : 

pros  :  poderos  :  talentos  :  nualhos  :  bos  :  talentos  :  vergonjos  :  gracies. 

60,  las  tros  :  jos.     65,  s  razos  :  vos  :  nos  :  sofraytos  :  perilboi. 

66,  43  botos  :  deleytos  :  blos  :  joyos  :  nos  :  despos     78,  2  s  ban»  : 

motos  :  qneetioB  :  roi  :  dos  :  nos  :  ros  :  pros.  84,  s  pros  :  bos  :  rîcoa  : 

fraytaros  :  joyos  :  mos  :  gaisoos  :  Torgonjos  :  volontos  :  oumpoiihos  : 

coros  :  ofgolhos  :  lebros  :  tenebros  :  fos  :  sasos  :  coratjos  :  blos  :  oapos  : 

peyshos  :  vos  :  eobeytos  :  olratjos  :  perilbos.    87,  t  s  vos  :  omoros  : 

joyos  :  dojos.    91, 4  temeros  :  talentos.  96,  s  s  sazos  :  mooios  :  fial- 

bisos  :  antOTos.    102, 30  enojos  jos  :  graTOS  vos.   102,  st  renos  nos  : 

efaansos  soo.  107,  s  Qaseos  :  leos  :  nnaUuw  :  dojos  :  baros  :  {»öderes  : 

pios  :  bos  :  Tolpilhos  :  nos.   110, 4   euros  :  garsoa.    117,  «7  glorios  : 

jos.  120,  aos  qnwtios  :  vidos.  121,  to*  bos:eiiojOB.  124,  miseri- 

cordioa  :  piatados.     130, 53  espos  :  jos.    132.  104  jos  :  onmpaDhos. 

135,  228  misericerdios  :  devocios.    138,  3S2  falhizos  :  bos.  138,  i  -  raios: 

fos.  138,  ti  oigolhos  :  joyos.   138,  41  dos  (S.)  :  gazerdos.   139  «s  er-> 

golhos  :  temoros.     139,7«  baros  :  bezonhos.     140,  t s  bos  :  fêles. 

140,  103  nos  :  poderos.    204,  it»  dos  (donos)  :  los.       Daor.  et  Bôt. 

Début  d'nno  noB?elle  inoonnve  V.  6  nos  :  proos.  —  Leys  d'am.  Iii  160 

bandes  :  joyos.  —  Joyas  50,  1  temoios  :  Tsioros.    65, 14  tenebros  : 

rigoros.  93,  s  pastos  (-ôrea!!)  :  frnetttoe.  —  Jaufre  Bayn.  I  54 1  esoal- 

sises  :  dongelos.  84 1  vergoinos  :  lerros.  101 1  toailles  :  capes.  106  n  or- 

goillot  :  bosoinos.  115  i  abausos  :  cros  (ornoeml).  —  Jaufiro  Sigsg« 

è.  183^  SI  Tsmenos  :  bos.  —  Areh.  32, 4 1  o  rcspes  :Foidigo8.  «it,« 

tos  :  saboros.   -34,  is«  bros  (=  brotal  Trank)  :  dos  :  nios  (?)  :  eioa» 

4SI  pedolios  (f)  :  traeioe  :  fos  :  timos  :  balcos  (?)  :  gignos.    41»  os- 

oabw  :  jos.   36, 44«  jdos  :  poaanços  (fisebr.  ponsaioB).    49,  t«  somos 

(Part.)  :  rios.  CO,  s«s  oobetes  :  volontés,  sst  oarpios  :  oÌUoa  (oigosP). 

i?s  «raros  :  oabaUos.    tvs  Glbtos  :  vos.   51,  t»s/i4  vos  :  pros  :  or- 

gofllos  :  aveninros  :  blos  :  îros  :  fos  :  nos  :  golos  :  joios  :  dos  :  onoios  :  * 

phwos  :  reUgios  :  fos  :  vos.  »  Boia.  XIV,  vm  ?ie  de  Sis.  Margnoiilo  21 

eaginlios  :  bonor  0  (I).  —  PanL  de  Mars.  IX  Uvemos  :  vos.—  Rov. XX  La 

Digitized  by<^OOgIe 


474 


Karl  Créant 


ooQr  d'anonr  V.  980  noi  :  sMot  (sabooMiia).  XXII,  361  nont  :  vom. 
XXVm,  164  pktoos  :  poderooc  175  doloyioi  :  «nuinM.  —  St  Hon. 
S.  64  detirot  :  m.  99  «ontiras  :  mponalos;  ergnyUot  :  ▼«tìdob. 
106  8i  Ajgof  :  St  Endo«.  107  Anfoi  :  glorios.  110  plendo«  :  80- 
frteboi.  116  doloynM  :  vergognoi.  —  Gnerr«  de  NaT.  458  «itnM  : 
eooalos  :  .  .  :  464  goîaoOB  :  artos  („habilo*^)  :  oatos  :  dejos  :  .  .  : 

483  aviroB  :  rabios  :  485  garnizos.    1028  erbos  :  :  1043  perü- 

lOB.  1565  cabalos  :  er  bor  s  (!)  :  bos  :  ....  :  1573  peos  : . .  :  1578  bo- 
cos:  1581  lo  :  Tors ())...  2638  priors(I)  :  2645  enartos  : 
2664  ploros  :  ...  :  2672  rayUos.  4038  gofos  (gmifas)  :  ...  :  40^  eap 
byros  („cheyrons'^)  :  aoperbios  : ...  :  4052  temeros  : .  :  4054  lugoros  : . . . 
4062  donzellos.  —  Crois,  alb.  3847  contraries  :  avairos.  7296  miibora* 
SM  :  .  :7298  oorrossos.  StAnt  V.  62  raaoe  :  ▼oas.  99  segnors(!): 
nous  :  boDor.   1826  vous  :  doqb. 

Anm.  Die  Angabe  des  Don.  23,  2  „In  os  larg  apos  (=  apposait), 
despoB  (=  déposait)'^  fand  ich  durch  die  Heime  niebt  beslStigt;  letitere 
veigen  vielmebr  9.  Cf.  Beime  auf  -çsl,  >ŷstal 

-çsa 

Chrest.  prov.  112  amoroza  :  joyoza  :  auriüoza  :  savoroza.  —  M. 
V.  Mont,  Nr.  13, 2  envejoaa  :  orgoiÜosa  :  sposa  :  ToIobe.  —  Guilh.  Fig. 
Nr.  2,  10  angoissosa  :  Tolosa  :  rabiota  :  dolorosa.  —  Bertr.  de  Born  37 
orgolhosa  :  tosa:  Tolosa  :  Saragosa  :  envejosa  :  amorosa.  —  ii.  i).  4U,  15 
preziosa  :  gracioza  Tti,  2a  glozas  (glöSHas)  :  aliauzas  :  (eleemosynas).  — 
Brey.  355  irosa  :  orgolhoaa.  Ulö  vertuoza  :  fructuoza.  I3ü5  vertuoza: 
meravühoza.  231(1  folhoza  :  perilhoza.  7n42  niorbosa  :  perilbosa. 
105(^lt  precioaa  :  glorioza.  12103  estudioza  :  ossiuza.  —  Guilb.  v, 
Berg.  III  20  moza  :  Herragoza.  2l)/28  oscogoza  :  gosa  i Hündin). 
IV  29  toza  .  tispoaa.  VIII  2i)  toaa  :  er  osa  (crucemj  :  boza  (..bouso ,  or- 
dure  'J  :  eaterosa.  —  Jojaa  S.  19,  e  jhoyoza  :  andoaa  (z:^  aondosa). 
45, 3  gracioaa  :  salndoza.  73, 7  valeroza  :  preoicsa.  75,  1 7  doptoza  : 
rignoroaa.  87,  la  espaventosa  :  Tholoaa.  122,  s  graoiosa  :  Tholoaa  : 
lummosa.  123, 1  gloriosa  :  ftariosa.  125, 14  ranqoilbosa  :  Tholoia. 
148»  t  Tbolosa  :  plofosa.  160, 13  botratfosa  :  poderosa.  221,  •  Titolosa  : 
rçsa.  229,  »  gaujosa  :  Tbolosa.  M.  W.  II  186  eeposa  :  Tolosa  : 
coitosa  :  tosa  :  aosa  (nüdat).  III  120  sospeebosa  :  Tolosa  :  yergon- 
bosa  :  doptoaa.  IV  84  toia  :  oocbosa.  —  IL  0. 163,  »  anorosa  :  enbi- 
tosa.  157|  t  Serragosa  :  mosa  :  esoogoia  :  goaa.  —  Lays  d'am.  in  132 
Tbolosa  :  fangoM  (Adj.).  —  B.  Lb.  147,  si  graeiosa  ;  Ifasoarosa. 
180, 1*  psoosa  :  gaajosa.    38  agioriosa  :  noraorosa.  —  2  man. , 

Digitized  by  Google 


1 


Oie  0- Laute  im  Proveusaliaehea  47Ö 

prov.  28,  s 6  croza  .  r  uza.  ß  cabalu/a  :  amoroza  :  giacioza  :  espor.a  ! 
orgollioza  :  guiscoza  :  poderoza  :  temuro/.a  :  envejoza  :  prccioza  :  giloza. 
!»8,  u  toza  :  joyoza  :  vergonjoza.  —  St.  Hon.  S.  45  Jojoaa  :  malauroaa. 
92  esposa  :  malanrosa.  104  sofrachosa  :  doIojroBa.  206  boscosa  : 
joyoza.  —  Rev.  XX  La  cour  d'amour  V.  1351  joiousa  :  angoiflosa. 
1539  envejosa  :  vergoinosa  —  Crois,  alb.  V.  1777  chyuza  (causa)  : 
meravilhosa  :  Tholosa  :  c y  za  (causa)  :  cl 9 aza  (olaosa)  :  poderosa  : rçza  : 
osa  :  gloza. 

•91e,  -çBoa 

M.  I  51  ooDOM»  :  Iowa  :  tosea  (P)  ;  moaea.  —  M.  G.  341  00- 
noMft  :  lom.  —  Ham.  5140  oonoaea  :  Iomi  (Ibm*)«  —  2  mm.  pioT. 
27,  it  loM»  :  mom  :  feeonotoa  •  oonotoAi  —  Afoh.  33|  ne  oonoBOE  s 
lo0oa  :  endoM  (?)  :  moio». 

FlanL  1192  Îowaa  :  toiafto  (tmitant).  7171  tOMon  :  fonon. 


S.  D.  164  toit  (Adv.)  :  ost  (hostem).  —  Daade  de  PMid.  V.  484 
tort  :  NMOft.  '—  Flaai.  124  toat  :  ost.  2941  reipost  (Part.)  :  espost 
(Part.).  4784  namt  :  respost  7752  post  (poatom)  :  toit.  ^  M.  W.  1 198 
aoit  :  btoit  (kahl)  :  ooit  :  l'ajoii  :  oit  :  loit  368  oit  :  toit  :  reiooit 
IV  168,  f»  preboit  :  toit.  —  Loyi  d'amoni  1 228  toit  :  oit.  —  2  maa. 
ptOT.  52,  êt  mooit  :  cost  :  enpost  :  preboil  (praepösitus)  :  oit 
119,  if  a  toat  :  recost.  —  Joyas  110,  «  resquost  (reoostm  „caehetto'')  : 
toit  :  dispost  (Part)  :  rebost  (Part.).  —  Jaufre  Rayn.  I  104  n  oit  : 
tost.  147  I  tost  :  ost  149  i  enpost  :  tost  159  11  cost  (V.-S.)  :  ost  — 
Rev.  XXn  St  Eu8t  V.  1297  ost  :  tçrt  —  Crois,  alb.  V.  596—604  cost 
(constet)  :  aost  (agustum)  :  ost  (hostcin)  :  tost  :  cost  :  rost  (Part)  : 
escost  (exconditus)  :  prebost  :  respost. 

Für  respost  und  rescost  cf.  Mussatia  Zsciir.  III,  269. 

-çite 

Chreit  prov.  129^  is  eosta  :  ajosta.  205/6  osta  (hospita)  :  somosta: 
aoita  :  poita  (8.).  —  8.  D.  S.  278  pantacosta  :  ajosta  (adjuxtat).  — 
Flam.  184  Pentecosta  :  s'ajosta.  2585  costa  (constat)  :  Pantecosta.  — 
Bver.  33054  aposta  (S.)  :  costa  (costa).  —  Ste.  Enimie  V.  618  ooita  : 
empesta.  —  Compnt  74  Panthecosto  :  costa.  90  Pantecosta  :  ajosta.  — 
M.  W.  I  ajosta  :  8emoito(&)  :  oosta:  josta.  II  206  loitas  (Part)  : 
MMtai  (Anfschub)  :  ajoitas.  —  M.  G.  7fi2  oita  (ß.)  :  ooato  (V.).  — 

lyMMirirti  rttnetuuc»  IV.  31  ^  . 

Digitized  by  Google 


476 


Sari  OrMUW 


,1  autre  Kayn.  I,  49  i  Pentecosta  :  ajosta.  78  i  ajosta  :  fosta.  125  ii 
Costa  :  dejoata.  —  St.  Hon.  S.  151*  nonioeta  (S.)  :  Pandecosta  174  so- 
moBta  :  oosta  (V.).  —  JUlepky  Ô.  7,  ^  aoo»to  :  Fentecoata  :  poata  :  josta. 


nam.  2022  oito  (hotpiten)  :  ooite  (ooaitoft).  —  B.  LB.  137»  i« 
ottM  :  fottres.  —  2  nun.  pror.  27»  tt  immIo  :  ovle  :  oite. 

B.  D.  78, 17  moBtra  (monstram)  :  yostra.  130,  i  foitra  :  moatra 
(V.).  —  Flam.  1093  mostra  :  noatra.  1968  moBtra  :  Tostra.  —  Joyas 
B.  30  demostra  :  nostra. 

-9«tre 

GhrMi  proY.  31  enolostre  :  ToaCra  :  m»fra  :  Damoslre.  — 
Flâiii.2827vDitra;iDO«fre(moDSfK»).  4670TO«tr«;aioBire.  6196iMMti«: 
TOfltre.  —  2  mao.  pm,  51,  4t  noatra  :  moatra.  124^  tit  noatre  : 
Toatre.  196^  9  damoatra  :  noatra.  { 


B.  D.  115, 1»  mot  (mnltom)  :  mot  (mnttnm).  120  tot  (tSitmoi)  :  | 
mot  (miittom).  173  tot  :  mot  (mnttam).  294  mot  (miittom)  :  voa.  — 
Ilam.  2547  mot  (muttun)  :  tot.  3175  tot  :  mot  (mitttwii>  4258  tot  : 
mot  (mnttom).  5618  tot  :  mot  (mnttom),  —  Brav*  1701  tot  :  oomoi 
18580  dot  (dotem)  :  arlçi  —  Davda  do  Frad.  928  lot  (Inttom)  :  aot 
(„aont«  Âaaia).  —  Faaa.  du  Ghriat  V.  454  mot  (mnttom)  :  nabot 
(nepôtem).  —  At  da  Mona  8.  78,  «tt  tot  :  glot.  —  Leye  d'am.  I  22$ 
bot  (nepotem)  :  glot  —  2  man.  proT.  17,  t  Oairalot  :  doTOi  204^  m  | 
tot  :  mot.  —  M.  W.  m  370  oot  (cOtem)  :  mot  (mottom).  IV,  192^  «t 
tot  :  aoi  —  Jaafra  fiayn.  I,  76,  n  mot  :  aooot  Arob.  50,  ttt  pot 
(pòtat)  :  nabod.  —  Bom.  XIV  Le  mariage  de  la  Yîarge  et  la  MüntA 
dn  Ghriat  V.  371  mot  (mnttnm)  :  toa t  (Ad?.).  459  aot  :  tot  —  BeT.XXn 
St  Bast  V.  2096  tot  :  eortot  (eormptnm).  —  dois.  atb.  V.  57^71 
pçt  (potet)  :  (habnit)  :  apelçt  (-abat)  :  estçt  (stabat)  :  paiçt  (<abat)  : 
89t  (Bapuit)  :  amençt  (-abat)  :  mot  (mnttnm)  :  amçt  (-abat)  :  al^t 
(•abat)  :  predicçt  (-abat)  :  prey^t  (-abat)  :  sçt  (Narr)  :  9t  (habnit)  : 
tot  («tottom). 

Ohraat  pro?.  S.  385  devota  :  Iota.  —  flam.  210  toto  :  rota. 
5674  goCa  (gntta)  :  tota.  —  Bra?*  12659  esvaioCaa  :  atotaa  (Cbnft).  — 

Digitized  by  Coogle  1 


Die  0- Laote  im  TtontatXMm 


ATI 


Päse,  du  Christ  V.  690  trostota  :  rota  (rupta).  —  Joyas  8. 19  devota: 
riota  :  Iota  (lutta).  —  Leye  d  am.  I  122  devota  :  iota.  —  2  man. 
prov.  18,  32  nota  (S.)  :  dovota  51,  2  riota  :  nota.  —  Poés.  rel.  2S83 
trestotas  :  dotas.  —  M.  W.  Ii  190  boU  (V,i  :  rota.  —  M.  G.  223  brota 
(V.)  :  degota  (deguttat)  :  rota  (rupta)  :  sabota  (V.).  —  St.  Hon.  â.  45 
rotta  :  bota. 

Ghreat  piov.  82  toìb  (tOms)  :  polt  (poteoa)  :  tota  (tottoa)  :  mots 
(mattam).  128  rots  (ruptns)  :  motz  (muttum).  —  B»  D«  125  tote  :  bote 
(nepotem).  —  8.  D.  286^  iit  tote  :  morts.  —  Arn.  Dan.  8.  115  mote 
(mnttnm)  :  tote  :  rote  (rttdb)  :  dote  (dnotus)  :  glotz  (gl&ttus)  :  TOte 
(  vöoem)  :  motz  (muttum).  —  Flam.  1511  tote  :  goz  (guccus).  6026  ünglote  : 
motz  (muttum).  7985  yotz  (vöcem)  :  eote  (aOlidos).  —  Bfeov.  11795  pote 
(puteus)  :  notz  (nücem).  —  Davdo  de  Praid.  V.  108  tote  :  mote  (mnt» 
tum).  563  totz  :  glotz  (gluttus).  1004  totz  :  nebote.  —  GoUfa. 
Berg.  XVII  desotz  :  glotz  :  uebotz  :  orotz  (crûoem)  :  bote  :  pote.  — 
Pass.  du  Christ  V.  422  trestoz  :  orotz.  —  At  de  Möns  93,  i4sa  totz: 
glüLz  —  Anc.  poés.  rel.  V.  230  crotz  :  yotz.  —  B.  Lb.  134,  ts  tote  : 
motz  (  niuttum).  —  Loya  d'am.  I  280  dotz  :  totz.  —  2  man.  proT.  15,7 
camelutz  (camelotum)  :  minhotz  („coussin?,  housseP").  20,  lo«  orote  : 
totz.  110,25  glotz  :  totz.  111,65  pot  :  devotz.  115,2  6  mote  (mut- 
tum) :  totz.  1:^1,  7  8  crütz  ;  motz.  203,  129  votz  :  totz.  207,  2«!  totz  : 
motz.  Arch.  33,334  votz  :  clotz.  —  Jaufre  Rayn.  I  50  11  motz  (mufc- 
tum)  :  votz.  57  11  moU  (muttum)  :  sanglotz.  —  M.  W.  I  375  totz  : 
crotz  :  deßutz  :  crotz  :  motz  :  crotz  :  conuLz  i^cürruptus)  :  crotz  :  notz 
(nödus)  :  crotz  :  rotz  (  l  uptus)  :  crotz  :  motz  (muttum)  ;  crotz.  IV  12 
motz  (muttum)  :  sotz  (subtus)  :  lotz  i^i  uptuB)  :  brotz  (Sprössling)  :  glotz  : 
rotz  :  totz  :  notz  :  potz.  105,  102  totz  :  dotz  (QikIIo  .  167,  164  totz  : 
dessotz.  179,  730  totz  :  notz  (nucem).  248,  i?  notz  ;  notz  (nucen^)  : 
rotz  (ruptus)  :  glotz  :  escotz  (?)  :  deaotz  :  [xitz  :  botz  (Euter)  :  mutz 
(muttum)  :  dotz  (Hschr.  detz!).  —  M.  G.  2'Vj!  motz  (^muttum j  ;  desotz: 
notz  (nuces)  :  crotz  (crücem)  :  sanglotz  :  totz  :  votz.  790  brotz  111  otz 
(muttum)  :  crotz  :  glotz  :  totz  :  glotz.  —  St.  Ilon.  S.  58  poutz  (puteus)  ; 
adoutz  („source'').  74  doutz  :  poutz.  114  voutz  :  crotz  (cruoem). 
133  potz  :  crotz.    134  voutz  (vöcem)  :  crotz  (crucem). 

Anm  Auf  Grund  der  vorliegenden  Reime,  sowie  jener  auf  -ot  ist 
G.  FaiÌH  iîcmerkung,  Roman  X,  h9>.  wonach  mot  auch  fürs  Prov.  ç 
haben  soll,  zu  bei  i  cb  tigen;  auch  im  Nordfranz,  kommt  mot  mit  ŷ  vor. 

Cf.  Boman  de  Troie  ed.  Joly  1870  mot  :  tot  mehrmals.  u 

*'  Digitized  by  CjO 

mMíiiM  111  ««A  nnil  dAmmifnft  «  lir  K.  Mftll      ftl  mnà:  IntlflAI.   


478 


Kail  OreiiM 


-^ni,  cf.  'QÌil 

M.  W.  I  101  moutz  (multus)  :  estoutz  (stiiltus)  :  voaz  (vultus). 

-ÇtSft 

Flam.  4394  adouBa  (addulciat)  :  douza  (dulcia). 

-ni 

ehrest,  prov.  55  anitiui  :  refui  (refugium),  56  cui  (cogito)  :  fui 
(fagit).  87  destrui  :  autrui  :  fui  :  gui  :  brui  :  cui  :  8ui  :  estui  (V  ).  — 
Bern.  v.  Vont,  vshú  ;  ostrui  :  dosdui  :  esduy  :  fui  (fûgit)  :  brui  (brüi:it): 
cui  :  amdui  :  dui  :  autrui  :  celui.  —  B.  D.  40,  2;i  autrui  :  8ui(8uini  — 
Brov.  137  8ui  (sum)  :  lui  fPron.).  667  fui  ífugirì  :  lui.  13343  autrui: 
cni  22075  8ui  (8um)  :  lui.  —  Pass.  dn  Christ  V.  391  lui  :  dui  (duo). 
420  autrui  :  fui  (íugitì.  738  lui  :  andui.  -  2  man.  prov.  S.  124, 25»? 
autruy  :  hiy.  —  M.  W.  I  4  cui  :  celui  :  autrui  :  estui  (S.).  205  s'estui 
(V.)  :  clui  (*cliidit),  II  42  cui  :  celui  :  defui  (- tlgit)  :  adui  (-ricit)  : 
autrui  :  dui  (2)  :  destrui  :  condui  :  brui  :  desdui  :  dui  :  esdui  :  lui  : 
astrui  :  enui  :  lui  ;  fui  :  relui.  III  105  condui  (-oeit)  :  seloi.  —  Zsch.  158 
nia  (ostíum)  :  pertuis.  —  B.  Lb.  148,  35  huis  :  pertuis.  —  Ârcb.  33,  an 
0ai  (sum)  :  autrui  :  brui  (S.)  :  desdui  :  enui  :  dui  (2).  34,  40«  oui  : 
lui  :  coodni  :  aelol    3&  «»•  ennui  :  dui  (2). 

-uja 

Flam.  7681  oija  (oogitet)  :  eatnja.  —  Aroh.  33»  itt  belluia  (bettnga)  : 
aDÎa  :  îwtmm  :  ftiia  (fligiat). 

Eiiia  Bobeinbare  AnsDahme  Yon  unsera  oben  aalgesfteHten  6e- 
seteea  macbes  die  Wörter,  denen  ein  Utein.  ii[  zu  Grund  liegt;  denn 
ei  giebt  ein  gern  ein  Tglat.  Geeeix,  wonaefa  ein  betonier  Vokal  mit 
einem  nnmittelbar  folgenden  unbetonten  —  mit  Aotaabme  Ton 
a  —  zu  einem  Diphthong  Terschmilst  Wir  haben  aleo  in  all  dieaen 
Fällen  schon  vlglat.  einen  Diphthongen  und  nicht  einen  einiaehen 
Volcal  in  freier  Stellung:  a.  B.  dni,  andni,  fni,  oni,  Ini  eto.  Soi  =:  anm 
iat  analogisohe  Umformung  nach  ai  =  habeo. 

Dem  Verbam  cujar  aoheint  ein  Iat  Beflei  *eûgìtaia  lu  entapredien; 
andenifalla  haben  wir  keine  ErkUrung  flir  daa  11  in  dieaem  Zeitwort. 

Biae  weitere  acheinbare  Auanahme  bilden  Fille,  wo  wir  imLat 
ein  é  od.  Ó  habon,  dem  in  der  folgenden  Silbe  ^n  Hiatna-oiiifBdh^fioK^ 


Die  0- Laute  im  Pro?en«Ji»oben  479 

Danlitoh«8  i  (i)  folgt.  Di«Mt  i  kann  primlr  d.  b.  aehon  im  Lai  vor^ 
handen,  oder  anoh  eekondlr  d.  h.  enk  im  PkoY.  enielalbdeii  Min  inner- 
kalb  efaiee  beetimmten  Satamsammeobapges,  nimHob  vor  folgendem 
▼ok.  Anlant.  In  bdden  FftUen  wirkt  das  i  anfii  Toranagebende,  bSber 

betonte  ü  (oder  ö)  umlautskräftig;  letiterea  wird  zu  û;  i.  B.: 

refuginm   —  refui 

aguriiim  —  aur 
oatium      —  uis 

Vm 

tötti  -       —  tut 
Indes  bedarf  dieses  (besetz  fürs  Prov.  noch  einer  ottbarOf  em- 
gebendeien  Unterancbong,  die  bier  nicbt  gefilbrt  werden  i»nn. 

-ttr 

Janfire  Hayn.  I  130  n  aegnr  :  anr  (agorinm).  —  Aroh.  S3^  a4o  ma- 
dar  (matmnm)  :  eeenr  (obsooram)  :  taftir  (?)  :  pejur  :  agnr  (agOrinm).  — 
Brer.  11773  lor  (iUorum)  :  dur  (durum).  11851  Inra  (illoram)  :  dura. 

Anm.  Für  lür  (ss  Illoram)  baben  wir  wob!  in  dieaen  beiden  Flllen 
analogtscbe  Anlehnnng  Ton  lor  an  Ini. 


-ura 

Folq.  V.  Lunel  IV,  48  melhura  :  segura.  —  Joyas  S.  208,  i  pura  : 
milliira  —  M.  W,  T,  r,:i  raeillura  :  pnra  :  ahura  :  pejura  :  aventura  : 
pertchuia  :  siira  :  cobertura  :  raezura  :  cura  :  mura  :  clauzura  :  segura: 
dura  :  jnira  :  tVai  hura  :  escriptura  :  peintura.  —  2  míirt  prov.  H,  i 
drechura  :  pejura.  yî*  >■  rnrznrn  :  cura  ;  creatura  :  dreytura  :  assegura: 
figura  :  pura  :  dura  ;  natura  :  jura  :  Ventura  :  rancura  :  s'aiura  :  mel- 
hura. —  Joyas  208  pura  :  millura.  —  Jaufre  Rayn  I,  89  u  pejura  ; 
meillura.    133  i  pejura  :  natura.  —  St.  Tîon.  1G4  ilm  a  :  rancura. 

Einer  kurzen  Erläuterung  bedürfen  hier  à'n^  l  f  nlen  \  erba  melhorar 
und  pejorar.  Dieselben  reimen  in  ihren  stamm  betonten  Formen 
stets  za  Û.  Schon  bei  Uc  Faidit  tiadeu  wir  dieselben  unter  den  ßeimeo 
auf  -fira. 

Dieses  ü  kann  lautlich  unmöglich  der  Reflex  von  iatein.  5[  sein. 
Wir  haben  somit  die  Formen  auf  aiialugÌ8chem  Wege  zu  erklären,  vvìû 
die8  schon  Tobler  (Sitz. -Ber.  d.  Berl.  Akad.  188Ö)  richtig  gethan  hat. 
Wir  iittbeo  auszugehen  von  Verben  wie 

pasturar  vom  bubst.  pastura 

pinturar  „  „  pintura  Digitizedby 
ranonrar    „      „     rancura  eto. 


480 


Kill  ùnàm 


Zb  all  diMM  Verben  enatierte  neben  den  Subst  auf  -ttia  lOéh 
«n  toldies  aaf  -or,  wie  pester,  pintor,  ranoer  eto.  Mit  Anlehnnng  an 
obige  Verbe  bildete  man  melbora  und  pejora  enalogisch  zu  melhiira 
und  pejura  am.  Daneoh  iit  Hofmeisters  Erklärung  zu  berichtigen, 
wonach  der  Toransgehende  PalatalUat  dieeen  Sinfloea  gehabt 
haben  boU. 

Gelegentlieh  dringt  der  Laut  fi  anaiogiteh  anehindie  endnnga» 
betonten  Formen  ein. 

-nt 

M.  W.  IV  S.  215,  2ao  entenduU  :  crezuts.  233,  20  rcqucircgut  : 
avnt.  229,  sac  enteiuiut  ;  vengut.  —  Chrcst.  prov.  20  fiuit  :  perdut. 
84  CQt  (cogUü)  :  perdut.  75  cutz  (iS.)  :  adutz  (adduciub)  ;  icndutz.  — 
B.  Lb.  115,  47  trestut  :  brut(Lärmj.  120, 2»  tutiperdut.  13Ô,  ^sescut: 
tut.    130,7  7  saubut  ;  tut.  * 

Seh  ein  bar  einem  latein.  ü  entspricht  proT.  9  in  FSUen  wie  eopa 

(cQpa),  glot  (glato),  lord  (laridnm),  oire  (üter),  orina  (Orina)  ete.  Wir 
haben  hier  ttberall  lat  fi  in  Grande  an  legeil,  alio  ettppa,  glûtto,  Ifiri- 
dum,  üter,  Siina  eto. 

3.  Abschnitt. 
MfhthtigiMNng. 

L 

In  den  fitesten  prov.  SpracbdenlcmMera  finden  whr  nooh  fiberall 
nt  eh  t  diphthongierte  Formen.  Es  mnso  diee  nmsomehr  anflíhllen^  aie 
wir  bereite  vom  U.  Jahrhundert  an  allmihlieh  die  Diphthongierang 
immer  weiter  am  sieh  greifen  sehen,  mit  Anenalmie  gana  weniger 
Dialekte,  die  sieh  bis  anf  den  heatigen  Tag  in  diesem  Punkte  rein  er- 
halten haben.  Bs  erhebt  sieh  daher  Tor  allem  die  Frage,  trat  die  £Hph- 
thongiemng  im  Prov.  erst  im  Laufe  der  spraohhistorisehen  2Seit 
ein,  oder  sehen  in  einer  vorhis torisehen P 

Für  ersteres  würde  der  oben  genannte  Umstand  spreoheo,  Är 
letsteres  die  Analogie  der  übrigen  romanisehen  Spraehen,  vor  allem 
des  Italienisohen,  Spanischen  und  NordlraniSsisehen.  Haupteielilich 
auf  Grund  des  letstern  Umstandes  neigte  sieh  G.  Paris  der  Ansieht 
BU,  dass  wir  aueh  für  das  Prov.  —  wenigstens  für  dne  Ansaht  foo 
Dialekten  —  annehmen  müssen,  dass  sie  sehen  in  allerilteeter,  für  uns 
litterarisoh  nieht  konstatierbaren  Zeit,  die  Diphthongierung  be- 
ssssen,  dass  aber  sehen  sehr  IHlh,  wie  dies  aneh  in  einigen  nordfirens. 
DialeÚen  erwiesen  ist,  die  diphthongierten  Formen  auf)i<lhfidSbvlâeogIe 


1 


Die  0-LftDtc  im  FroyenuüUcben 


481 


tonten  Beilandtefl  rednoiert  wurden.  Diese  Aniieht  ìm\  aehr  viel 
Beiteoliendes  ftr  eteli,  mnas  eber  trotidom  nnr  als  Hypothèse  gelten, 
de  die  altproT.  Dialektologie  nocli  in  ihren  ersten  Anftogen  begriffen 
ist  infolge  der  Hiataaefae,  dass  wir  bis  jetrt  Ar  das  Ptov.  —  wenigstens 
für  die  ftl teste  Zeit  —  soviel  als  gar  keine  örtlieh  nnd  leitlieh  genan 
lokalisierbaren  Urknnden  besitaen. 

Ein  Dialekt,  der  f&st  fiberaU  sehen  sehr  Mh  die  Diphthongierang 
isigt^  ist  der  Ton  Marseille.  So  s.  B.  liaben  wir  hier  Formen  wie  oner 
(ss  c5r)y  demnsra  demòrat),  fnera,  bnen  (bì^nnm),  snena  ete. 
Diese  Diphthongierong  kommt  sogar  noch  honte  vor  nnd  selbst  bei  f  ] 
s«  B.  enentio  ete.  Es  hat  der  Dialekt  ?  on  Marseille  diese  Erseheinnng 
mit  dem  B  panisch  en  gemein. 

Ebe  eigene  Stellnng  nehmen  die  W9rter  ein  fioomi  jltoun^  lòciim, 
bei  denen  sich  in  einigen  Dialekten  das  9  erhilti  in  andern  diphthongiert 
nnd  iwnr  bald  so  no,  bald  in  ne 

Langnedoc  Provenee 
juoG  I  I  loo  Inee 

laoc;  neben  Ijoo  jneo 
ftioo  I  i  foc  fàee 

n. 

(tieUei  der  BifktkiigicriBf . 
Unter  diesen  kommen  hier  nnr  t  in  Betfacht: 

1)  9  +  P^l-  Kons,  oder  Kons. -Gruppe  ond 

2)  i  +  u. 

i  4*  (0  4"  Kons.)  oder 
noctem 
coetnm 
octo 

modium 
podiom 

b)  ^  4" 

novum 
Ovum 
bovem 
moTet 
•ploYÌfc 


9  4*  (Kons.  4"  >)• 


noit 

nnoit  (nnoch) 

nneit  (nnech) 

eoit 

enoit  (enocb) 

cneit  (eoeoh) 

oit 

noit  (noch) 

nsit  (noch) 

moi 

moig 

mog 

mnog 

mnoig 

mneg 

pol 

poig 

pog 

pnog 

pnoig 

pneg  etc. 

DOU  gewöluUich 

QU 

bon 
mou 
plou 


ff 
ff 


Duoa 

uou 

buou 

mnou 

pinoa 


Digitized  by  Google 


482  Karl  Ùmm 

Wenn  lîeh  bei  Verben  raofa  die  enteie  Fbfm  nemlioii  UUifig  ûaàÊ/t, 
10  beniht  dies  enf  eaelogisohem  Anagleiéh. 

Rflokbliek. 

Fassen  wir  den  Hauptiahalt  nochmals  kurz  zusammeu,  so  haben 
wir  folgendes  Resultat: 

Auch  im  Prov^.  haben  wir  einen  doppelten  O-Laut  za  untersoheiden, 
ein  ^  und  ein  o 

)  geht  zurück: 

1)  auf  ÌAteio.  6  [         oder  vlgiat.  q 


3)    n       »  ö(ü)[; 


Lab.  §  Lab. 


n  » 


6)  I,      »Ml  (Fremd  wdrter). 

Q  geht  zurück: 

1)  auf  latein.  Ó  [  | 

2)  «  n  it  )  "'^^^  ^'«^**-  ? 
4)    II        »  " 


6)    n      »  »       I»  o][- 

6)    „       „     ill«-        n       n  *1P- 

Anraahmen  von  dieier  Bogel  iind  grSfiteeteilo  nor  Mbeiobare. 


Digitized  by  Google 


Wissenschaftliche  Beilage  zum  Programm  der  Sechsten  Städtischen 
Höheren  Bflrgerschule  zu  Berlin.  Ostern  189L 


Von  der  Negation  im  Provenzalischen 


von 


4 

Dr.  Theodor  Kalepky. 


* 


BERLIN  1891. 
R.  Gaertners  Verlag sbvofahandlnng 


1891.  Proaramm  Nf.  H3. 


Digitized  by  Google 


Edidi  quac  potui,  non  ut  volui,  sed 
itt  me  tempoils  angnstÎM  eoeig«niiit. 

Gicsro,  de  «rat.  S»  97,  117. 


Digitized  by  Google 


Zur  Qrientìenuig. 

[Vir  v(M  li*>gt'ii(ie  Arbeit  hildti  die  Kiiiieiliiag  Uiul  ein  Ikuchstürk  .ms  ilt  in  i  rsli  ii  Ahsriiiiilt 
tun  r  .Ulf  ii.m  IisIcIkmkI  niifLri'tuhrte  seclis  Teile  berecliiipffn  Hesprechiiiig  iler  iSe^iilioii  im  IVovenza- 
lisrheii:  l)  Die  selhsläiuiiye  .Negation.  2)  die  Veikiiüiiluiig  negativer  Sätze,  3)  die  unselbständige 
.Negation.  ])  die  modifizierenden  Zuthaten  dei'  Negation,  5)  die  Ersetzung  der  Negation  dunli 
niidere  Aus4lruciisniittel,  6)  Zusätze  (»tOur**  und  „ei-sf'  im  Provenzalischen,  Anaierkunjgen  zu  dem 
hier  aiugescbiedenen  Kapitel  der  sogenannten  hallien  Negationen  u.  Ä.)'). 

Vorbetraclxtiiiig. 

i.  Von  dem  Wesen  der  Verneinnng. 

„Verneinen"  heilst  die  in  einem  Urteile^  einem  Satie  li^uptete  Beàehung  von  Begriffen 
tu  einander  als  der  Wirklichkeit  widersprechend,  als  von  dieser  verschieden  hinsteUen.  „Venieinung** 
ist  also  nicht  etwss  aitf  eigenen  FAfeen  Stehendes,  sie  ist  eine  Art  von  Beurteilnng  eines  gegebenen 
l'rtcils,  dessen  sie  itedart',  um  sieb  ilberbaupt  iielbätigen  zu  können.  Und  niciit  )>lof8  in  dieser  Be- 
/iHiuiig  ist  sie  etwas  Sekundäres,  »u*  ist  (»s  aiirb  in  zeillicber.  genetischer  Hinsiebt.  In  iliri'u 
ersten  Anfängen  ist  alle  Satzbildung  {losiii^.  Wicdcri^Mlie  der  lliaisricliliclien  \ crhällnissc  der  sìiihIh  Ii 
walirnebrabaren  Well.  Erst  w»  im  sieb  der  nienscbliebe  Geist  aus  df*r  Ahbängigkeit  von  «lieber 
•'in|nirgeboben  bat  zu  der  Fälligkeit  .«^elltstäudigeu  Operierens  mit  den  aus  blofscn  Erinnerungs- 
bildern nllmäblirh  gewonnenen  ßegrilTen.  dann  nM  kommt  aucb  die  vemeiuen<le  Tliâtigkeil  zu 
utller  Kntraltung.  indem  sie  überall  da  Protest  erlietit,  wo  eine  Urteilsbildung  als  im  Widerspruch 
m  den  Thatsachen  stehend  erkannt  wird.  Die  Quelle  nun  fßr  solche  Urteile,  die  der  mensclüictie 
(ieist  zu  verneinen  genötigt  ist»  ist  das  Vorkommen  von  Verftnderungen  in  der  wirklichen  Welt, 
veremt  mit  der  auf  der  Erinnerung  beruhenden  Fähigkeit  des  Menschen,  dieselben  auch  als  solche  zu 
erkennen.  Die  Wolke,  die  vor  kunem  noch  klein  war,  ist  nunmehr  groû,  sie  bedeckt  den  ganze» 
Himmel.  Vermöge  seiner  FShigkeit  zur  Begriffsbildnng  erkennt  der  M^ch  das  sich  ihm  jetzt  dar- 
liietende  Seiende  als  seinem  Wesen  nach  identisch  mit  dem  vorhin  geschauten  und  doch  wiederum  ver- 
ni(^  seiner  Kriniiei'ungsiäliigkcit  als  der  Form  uacb  von  jenem  gänzlich  verschieden.  Er  erkennt  es  noch 

1)  Vm  éu  xNegatioB  in  Provenallich«!!  lilMn  fAaaddt:  Sékwdshtnutr:  De  la  légilioa  4ib§  1«« 
UngflM  roaaam  da  aMi  et  da  D«rd  da  la  ProM«  ia  dar  fltU.  da  TÉcala  das  charlai,  DI«  i<ria,  tt.  S  at  8  (1S5Í 

et  52)  ferner  Diez  in  dar  GrSOiaiatik  der  ron.  Spractien  410  fT.  Am  ti  Pnlc  s  AttiiatMlIutif;  ,Die  Negatioa  in 
Altfraniösischpn',  in  ihrfm  pr^trn  T'-it  >r,wohl  nisscrtation,  Unllc  1^7^,  .-ils  auch  in  «Ici  Zcilsriii-.  f  r^^m. 
l'Ui.  U,  1  gr.,  iu  ihren  xwoiteo  Teile  our  «a  ilea  leUUra  Urte  p.  407  ff.  veröffeatlicht,  war  zu  berücluiclitigea'  . 


ils  Molkv,  ist  sich  aber  zugleich  deatea  bewofst,  dalk  es  eine  von  der  seinem  Erinnennig^bilde  n 
[Grunde  liegenden  Wolke  gestaltlicb  abweichende  ist   Liegt  in  der  Anerkennung  dieser  Thatsar^ 

«rlioii  ciiii'  iiiiplixierle  Verneinung,  m  wird  dieselbe  explizit,  sobald  der  also  Denkende  eine  mi 
VciktumJii^  J'''"'i*  Verhrdtnisses  lit  riihende  Meinung  iinlriiH,  gegen  die  er  nun  Einspruch  zu  er- 
s'u'h  L'i-tiniii^i'U  lühll.  ci^fiitliclK»  Wcst-ii  aIN'r  N  tM  iieinung  besiclil  als»  in  der  üeiui- 

a-j«  luiuiig  einc>  I  i  lcils  ids  eines  im  \\itlei>jirii(  li  zur  W  ii  kliclikeiî  sielieudeii.  Den  ^.iiiz»*ii  luiiaii 
der  Verneinung  hildet  die  Behauptung,  die  durch  ein  Urteil  auhgednlikte  Voi-stelluii^  weiche  äk 
sei  verschieden  von  derjenigen,  welche  ein  gelreueti  Abbild  der  thatsín  h  liehen  Verhältnisse  s*in 
würde,  ihr  BegrilV.  .nt\'  welchen  alle  Verneinung  iui  letzten  Hude  zurückrührt,  ist  demnach  der 
ienige  der  Verschiedenheil,  der  inkongruem,  und  die  Fähigkeit,  anf  welcher  die  vemeincndr 
Thätigkeit  beruht,  ist  die  der  Vergleichnng. 

Sofern  nun  die  Punktion  der  Verneinung  in  der  besonderen  Beschaffenheit  des  nieiifrlt- 
lirhen  Intellekts  wurzelt,  gewisse  diesem  eigentOmliehe  Fähigkeiten  lu  ihrer  Grundlige  hat«  maU 
man  Kant  Recht  geben,  wenn  er  auch  die  Negation  als  eine  der  Ralegorieen  des  measchlirbeo 
Yeratandes  ansehen  will.  Dafo  andrerseits  Aristoteles  ihrer  bei  Anfeilhhing  der  von  ihm  ange- 
imunuenen  Kateg(U'ieen  nicht  gedenkt,  rechtfertigt  sich  dadurch,  dafs  man  sie  ganz  wohl  als  \m 
seiner  vierleu,  derjenigen  des  jíqÓç  ii,  mil  uuitaísl  ansehen  kann. 

11.  Von  den  Mitteln  der  Sprache  xiim  Ausdruck  der  Verneinung. 

Hîe  Art,  in  welcher  die  Sprache  das  den  Inhalt  jed<ir  Verneinung  bildende  iirteil  :  ..W 
nrtd  die  Vorstellung  ist  verschieden  von  der  die  Wirklichkeil  genau  abspiegelnden*'  zum  Aiisdruii 
bt'ingl,  ist  höchst  eigentümlich;  sie  thiit  r>>  niittols  nues  dem  als  ungültig  ZU  bezeichnenden  Saue 
oi^anisch  eingefügteu  Wortes,  im  Neuhoclideuüicheu  z.  B.  mittels  eines  der  Wdrter  ,nicht\  ,nieinand*. 
»nichts*,  fkeiner*,  «niemalsS  Gnie\  ,nimmer*),  «nirgends*  («nirgendwo*)*).  So  drückt  sie  den  Sah: 
„Die  durch  das  Urteih  „Die  Sonne  scheint'*  angedeutete  Vorstellung  ist  verschieden  von  deqenigM' 
welche  der  Wirklichkeit  genau  entsprechen  würde**  durch  die  kune  Formel  aus:  „Die  Sonne  schfiat 
nicht.**  Dafs  die  Sprache  sich  eine  so  knappe  Ausdrucksweise  fOr  die  Vememung  geschaffen,  kann  hei 
der  Häuiigkeit  des  Vorkommens  derselben  nidit  fiberraschen;  Shnliche  Redeweisen,  wie  die  vorimi  d< 
Erläuterung  gegebene«  wMen  ja  auf  die  Dauer  unerträglich  geworden  sein.  Was  jedoch  W- 
Iremden  kaini,  isl,  dafs  die  ein  Urteil  über  das  Verhältnis  des  Satzinhalts  zur  Wirklichkeil  aii>- 
flrückeuile  Haupln«'gati*u»  ni  den  meisten  Spracheii  sich  in  der  Stellung  einer  adverbialen  IV- 
>ltHiinnng  mm  Vorlnim,  also  einem  Teile,  freilich  dem  wi(  |)li^^«.|e|l.  des  Sülles  findet,  so  dafs 
berechtigt  erscheint,  <lie  Frage  aulzuwerfen,  ob  jenes  Verhältnis  der  Zusammengehörigkeit  wohl  m 
allen  Zeiten  bestanden,  ob  die  Negationsparlikel  sich  ursprünglich  nicht  in  mehr  abgesondorUr 
isidierler  Stellung  befunden  habe.  LHe  Aufgabe  derselben  im  Laufe  der  Zeit  wäre  wohl  begreiflitli 
Überall  in  der  Spracbe  herrscht  das  Bestreben,  Anomalieen  xu  beseitigen,  das  nur  vereinielt  Ver- 
kommende irgend  einer  ihm  nahestehenden  reicher  vertretenen  Gnippe  dnzufUgen.  So  wire  denn 
auch  die  nrsprflngUch  vielleicht  eine  besondere  Wortart  bildende  Negationspartikel  durch  die  ihr 
am  nächsten  stehende  vertreterretchere  Wortart  des  Adverbiums  atlrahieri  und  asaimilierl  worrirs 

1)  Alirilii  iif<  trndct  sieh  anch  Iiri  atnlcrori  VVört«*rn.  7.  H.  ,vifl'ri(  .w  iihrsrhoîiilich' ,  ,l)èîn3hí?'  u.  ». 
sofürn  iin  ii  sie.  wu  wulil  ein  l'rtoil  Uber  deo  ganzes  SiU  eoUuilteiid|  donaodt  aU  adverbiale  ficstimioiuic  m  4t» 
VerbuQi  «icüaelben  (jeseticl  werdeu. 

Digitized  by  Google 


M  dafs  8Ìcb  dann  Bcbtiefslieb  der  «pracUklMui  Empfindung  das  „nicht**  in  dem  Satee  „Die 
Sonne  adieint  nicht**  in  ihnlicher  Weise  ab  nihere  Bestimmang  des  Verhnms  dargestellt  hJllte,  wie 
etwa  „bell*'  in  dem  Salae  ,,Die  Sonne  seheint  hell**.   INese  Stellung,  nftndich  die  eines  Adverbs 

in  (1er  Form  ,,iiieht**,  hat  das  Verndnungswort  im  Dentscfaea  in  allen  Sätzen,  in  welchen  es  sich 
um  «lie  llnwirkliciikeit  der  Bezitlmn^  l>«'siimiiiterer  Begriffe  haiulell.  Die*  ist  jedoch  niihl 
immer  der  Fall.  Í  iilt  i  Wiiksamkcil  desseUwn  Gesetzes,  durch  welches  d;is  Verneinungs- 
«urt  aus  pincMì  isolifii  «1  »vi.IkmhIcii  zu  einmi  diT  Klasse  der  Adverbien  ariiK'lH'ii^t'ii  wurde,  des 
G^'s^-fzcs  ii.iiiiiii  Ii.  dafs  \eieiiueUe  Falle  von  anderen  in  groiserer  Zahl  autUtilendeu  autm'ïiofîen  werden, 
iial  sn  li  der  menschliche  (Ìeisl  eine  gewisse  feststehende  Form  für  den  sprachliclieu  Ausdruck  seiner 
(iedanken  geschaffen,  an  der  er  festhält,  selbst  wo  sie  dem  Inhalte  nicht  mehr  angemessen  ist.  So  sind 
Subjekt  wid  Prädikat  die  beiden  nuabänderlieben  Teile  des  Gerippes,  durch  dessen  Fmkleidung 
Sitae  entstellen;  sie  bilden  das  Schema,  nach  weichem  sich  alle  Gedanken  bei  ihrer  Satzwerdung 
formen.  Wenn  es  sich  non  om  eine  snlijekthise  Thltigkeit  handelt,  so  sobstituiert  der  mensch^ 
liebe  Geist,  jener  ihm  rar  Gewohnheit  gewordenen  Form  suhebe,  ein  Subjekt,  das  dann  swar 
TftUig  inhaltlos  ist,  aber  doch  wenigstens  sein  AnalogiebedMiie  beiHedigt.  Es  ist  das  Wftrtchen 
„es**,  daa  im  Deutschen  bei  den  aogenannten  persftnliehen  Ausdrftcken  eine  bedeutende  Rolle 
spielt  Und  ebenso  ermöglicht  er  im  FaUe  fehlenden  Fridikats  durch  Verwendung  des  gewfthn- 
lieb  als  Kopnla  bezeichnelen  Zeitworts  «tsehi**  das  Verbleiben  im  gewohnten  Geleise;  dies  flreOich 
dient  ihm  zugleich  mr  Bestimmung  der  zeitliehen  Geltung  des  Gesagten,  hat  also  eine  gröfsere 
FvistenzliertM-Filifiiiny  aLs  der  vorhin  «jeii  iiiiiic.  vAllig  scheinhafle,  inhaltlose  Subjektslnckenbüfser. 
Ks  ist  bckaiml.  dafs  sich  die  alten  Spiadit  ii  hierin  der  Gewobnlieii  \>riiiger  nntertban  zeigten  als 
die  modernen,  ilie  ihrerseits  iu  ihren  älteren  oder  vulgären  Formen  auch  noch  des  Subjekts* 
»clieoiens  ,,es"  entratrn  können. 

Wenn  auch  nicht  ganz  .so  inhaltlos  wie  die  eben  erwähnten  Wörter,  s<»  sind  doch  vor- 
wiegend nin*  Form  Wörter  auch  die  indefiniten  Pronomina  und  Adverbia.  In  dem  SaUe:  „Mm  hat 
dich  gesehen**  steht  das  „man''  nur  da.  um  der  Form  zu  geniigen,  um  bei  der  gewohnten  Ait 
des  Gedankenausdrucks  bleiben  zu  können.  Der  eigeutliclie  Inlialt  des  Sataes  steckt  in  „liat  dich 
gesehen**,  weswegen  die  paasivische  Form:  „Du  bist  gesehen  worden**,  auch  ohne  den  Zusats  „von 
jemand**  genau  dasselbe  besagt.  Niehl  viel  inhaltreicher  ist  ^etwas*'  in  dem  Satse:  „Er  hat  dir 
etwas  gesagt**,  wo  man  es  aber,  wiewohl  es  Objekt  ist,  doch  nicht  unterdrficken  konnte,  wie  dies 
z.  B.  in  dem  Satse:  ,JSr  schreibt  etwas**  ganz  woU  anginge.  Als  Subjekt  ist  „etwas**  niemals  zu 
entbehren,  z.  B.  „Etwas  ist  ihm  zngestofiwn**.  Wie  die  genannten  Wftrter  nur  dazu  dienen,  Personen 
oder  Sachen»  die  nicht  genauer  bezeichnet  werden  kflnnen,  anzudeuten,  so  stehen  andere  Form- 
Wörter  gewissermaßen  als  Markpßhle  für  adverbiale  Hestimnuingeu,  z.  B.  ,ii"gcndwo',  «irgendwann* 
iti  den  SäUen;  „ich  habe  ihn  irgendwo,  irgendwann  gesehen.** 

Das  hier  Vorgclulirte  steht  nun  zu  der  Lehre  von  den  Ausdrucksmitteln  der  Verneinung 
insofern  in  Beziehung  als  »Iberall  \v(»  ein  Silz,  in  welchem  ein  Salzteil  durch  eines  jener 
Fnrniwörter  nur  ansedeutet  i»l,  ,\erncint  uciden  >»>11.  dir  Verneinung  sielt  de«  dmeh  <la>-e1lie 
markierten  Platzes  bemächtigt,  indem  sie  die  ihr  eigentlich  zukommende  Steile  einer  adverbialen 
Bestimmung  bei  dem  Verbnni  aufgiebt.  Auf  diese  Weise  ist  sie  so  vieler  versrhiedeneu  Formen 
-~  wenigstens  im  ^'eubochdenlschen  —  lähig,  als  es  Wortarten  giebt.  die  eine  Vertretung  durch 
ein  Formwort  zulassen.   Sie  kann  adjektivisch,  bezw.  numeralisch  (,kein*>,  proiMpÍMilb|(,liieHi|fldS 


»nichU*),  adverbial  (,iiichi\  ^nirgend',  ,nÌ6iDak*  u.  und  koi^unktional  (,noG)i*)  auftreten.  Natar- 
gemife  auBgeschloasen  iai  nur  dae  Verbum,  die  Prápositíoni  und  aiicfa  das  SubstántÌT,  wofero  mao 
iiicbt  „EÜemand**  und  „niebts'*  als  solche  ansehen  wUl,  in  wekbem  Falle  daa  Gebiet  des  Pronomeof 
als  der  Vemeinuttg  unzugänglich  zu  bezeichnen  wäre.  Das  Ptoveszaüscbe  —  und  wohi  auch  das 
AllfranzAeiscbe  —  kennen  efaie  derartige  Negationsverkleidung  Oberhaupt  nicht,  das  NenfransAaisrhe 
nur  in  ganz  bestiounten  Fällen. 

ID.  Von  der  Verneinung  in  Beischesitzen. 

liihhtT  isl  nur  von  der  \ Cnicinunt;  in  Aussagesätzen  die  Rede  iicwcm  ii.    >  «  riirirmiiu  liiuu» 
;d»er  aueli  in  Wnnsi'li-  nnd  Belelilssäty.iiU  st.ill.    S(t  wie  irli  ih-Immi  ..Fj-  k<»iiiiiil  '  dm  (in  - 

von  der  Wirklirbkeit  versrliieden  Hezcirliuenden  SaU  „Er  knmtnl  iinlil  IkîIu-,  bi>  ^Iclit  deiu 
Wunsche  „Lr  möge  kommen",  der  ein  verkürzter  Ausdruck  für:  „Icli  will,  icli  wünsrhe,  dafs  er 
komme*'  ist,  der  noch  mehr  verkûrzie  negative  Ausdruck:  ,.Er  möge  nicht  kummeii"  und  dem 
Tiehole:  „Konmi"  das  Verbot:  „Komm  nicht*'  zur  Seile.  Ks  sclieint  auf  den  ersten  Blick,  al« 
die  Verneinung  hier  dieselbe  Fauktion  erfuUe,  wie  überall.  Dem  ist  Jedoch  nicht  so.  ^Komm** 
ist  kein  Urteil  und  „mcbt'*  kennzeichnet  hier  nicht  etwa  die  ihm  zu  Grunde  liegende  Vorstellung 
als  eine  von  der  die  Wirklichkeit  getreu  wiedergebenden  verschiedene.  Es  liegt  hier  vielmehr  der 
Auadruck  einer  Abneigung,  eines  auf  Verhütung,  Unterdrflckung  gerichteten  Willens  vor,  der  wie 
jede  Wiliensäufserung  kurz  und  knapp  ist,  und  aus  dem  einen  Wörtchen  „nicht'*  besieht'),  xu 
welchem  dann  noch  ein,  die  zu  unterlassende  oder  zn  hemmende  Thitigkeit  bezeichnendes,  im 
Grunde  meist  entbehrliches  Wort  tritt,  im  Deutschen  in  Form  eines  fanperativs,  als  der  kfineslen, 
in  nmleren  Sprachen  aber  —  und  zwar  nicht  weniger  angeiumen  —  in  Form  des  Infiniti>'8,  ab 
der  substantivischen  Gruniilurm  des  Verlmui>. 

Die  lateinische  Sprache  brachte  den  f^TterscIiicd  der  beiden  Ver\vendunj;en  der  Negation 
i'iiiiii.il  durch  verscliicilcric  Neg.itionspartikelii,  sodann  dadurch  zum  Ausdruck,  d.iis  sie  lu-i  WiiI' ns- 
auiserunL'cu  auf  liic  \  rrsclinn  l/nni;  der  Neffafioii  mit  einem  «1er  oben  lu  sprochenen  Forniwm  l- 
verzichtete,  hi  tien  modernen  S|iractien  isl  jetler  äufsere  Tnlei-schied  geschwunden.  Denn  di»' 
Verschiedenheit  der  Ste]hni<;  der  luibetonteu  Für-  und  rnistandswrnier  bei  iieboten  und  Ver- 
boten im  ISeufranzösischen  hat  elnünsowenig  mit  (kr  verscliiedenen  Natur  negativer  l'rteils-  uu<l 
ebensolcher  BefehlssAtze  zu  tiiun  wie  die  Ersetzung  des  Imperativs  durch  den  Infinitiv  z.  B.  im 
Italienischen. 

IV.  Verneinung  in  Anlvvorlen  und  Zusammensetzungen. 

In  zwei  Fällen  des  Anfireleus  der  Verneinung  liegen  andersartige  Verkürzungen  vor:  einmal 
in  Antworten,  sodann  in  Zusammensetzung^. 

In  Antworten  hat  die  Abneigung  gegen  unnötige  Wiederholung  und  die  Häufigkeit  des 

'l  Wfiiii  Sil)u[)CiihiniPr  mit  .s»M'nrin  in  ..''i'"  ^^  i'li  \N  ill<"  "uil  \'i>rí.tcnnii(í'*  ;;i'f;el)Otieii  .\a«'hvveisf 
tiecbt  hëtf  áíiíÍ6  úev  Wille  <ia:i  [Vitnüre,  die  Nuisletlutir;  das  Si^kiiudiiiH-  .sei,  m»  kilunte  mau  mit  Küc  kMcht  (J  naof 
dafü  für  alle  WilleosünT^eruDgea  Kürze,  ja  Verkiirzuu^  úea  Ausdiueks  charakteristisch  isl,  «.  B.  „fort  *  (fiir 
„gehet  fort«),  „wtitmM  (für  „Mg«,  enible  weitaH'),  „HSIT««  (für  „bringet  mir  HBlf««)  a.  «.  sowie  daraaf,  Mt 
Tierlante,  wo  sie  irfood  d«r  Spradie  sieh  aeoihere,  d.  h.  dee  Chertkter  voa  Mitieilnigee  aoaehaaea,  ftels 
Willenskuadgebungen  siad,  auf  dca  Gedaokea  koBBeo,  dab  ateh  die  kone  Ferni  der  Negatioaapartikel  h^i  Ver- 
ibrea  Aníaag  geBoauaea  bahe.  Digitized  by  Google 


Falles  im  Laufe  der  Zeit  xu  VertieiaungsauadrûckeD  geführt,  wie  sie  die  allen  Sprachen  in 
wlcber  Knappheit  noch  kaum  gekannt  hahen.  Alle  modernen  Sprachen  sind  imatande,  Antworten 
auf  vorangegangene  Fragen  durch  ein  einziges  Vfort  aannidriicken,  und  sie  bedienen  sich  vnizii|i;s- 
wnae  dieser  küizeslcii  Form  der  Meinungsûnfserung.  Die  älteren  Sprachen  empraiiikn  (lage<ien 
(las  Bedürfnis,  durch  Wiederholung  eines  Satzteils  der  Frage  einen  engeren  Anschlnfs,  einen  liiliU 
Irreren  Ziií«ammcnhaníi  zwischen  Antvvwt  und  Frage  herzuíitcllt'ii.  Bevorzugte  die  lateimst  ii»' 
S|iiM(lii'  tlic  VVietlerhuluii}^  des  Vcrhimïs,  das  ja  ziislfich  das  Suhjfkl,  wenitrstens  seiner  Person 
nach,  markierte»  so  ÌBt  in  den  älteren  Sprachen  Frauki'eichs  die  Wiedei'lioluug  des  Subjekts  das 
Cblichere. 

In  allen  bisher  aufgeführten  Fällen,  sei  es,  dafs  es  sich  um  die  eigen tUdie,  die  adverbiale 
Negationspartikel  „nicht"  oder  um  eine  Einkleidung  derselben  in  die  Form  eines  anderen  Rede- 
teils handelte,  lag  Satxncgation  vor,  d.  h.  Oberall,  wo  ein  negatires  Wort  vorkam,  wurde  durch 
dasselbe  das  es  enthaltende  Urleil  ab  der  Wirklichkeit  inkongruent  beieichnet.  Es  giebt  jedoch 
auch  Fälle  des  Vorkommens  jener  Wörter,  wo  dnrch  dieselben  die  Giltigkeit  des  Satzes  selbst, 
in  VFelchem  sie  stehen,  in  keiner  Weise  angetastet  wird,  sondern  die  Wirkung  ihrer  negativen 
Kraft  sich  auf  den  Satxteü  beschränkt,  mit  welchem  sie  verbunden  sind. 

Hierher  gehören  sunftchst  alle  mit  „nicht"  gebildeten  Wortsasammensetsungen,  die  sich, 
ohne  dab  die  anderen  Redeteile  prinzipiell  ausgeschlossen  wSren,  thatsidilich  wohl  auf  Verbindungen 
von  „nicht"  mit  Substantiven.  Adjektiven  oder  Pailicipien  und  Fürwörtern  beschränken,  wie  z.  B. 
Niehti'aucher,  iNk  lilaiinalnne,  Nichtsein;  nichtwirkiit^h,  uichtadelig,  nichtseiend;  iNichticli  (=  nichl- 
ich).  Bei  Subst;iiiii^*'ii  uflinn  vorzucsweise  von  Verben  abgeleitete,  seien  sie  fperfif^nlichp)  Konkreta 
mler  iimpersönliche)  AbsUakla  si»1c1i»î  Verbindungen  ein.  während  in  amlcren  Füllen  n»ei.>l  «la^ 
Pniííx  „Uli"  gebraucht  wird.  /.  H.  Fnijlnrk,  Unheil,  Ohiimadil  (entstanden  aus  Unmacht),  Wahn- 
witz (d.  Ii.  Uliwitz,  Nichtwitzj  ^).  Bei  den  Adjektiven  ist  die  Verbindung  mit  „nicht"  noch  seltener; 
sie  wird  tiier  entweder  auch  durch  eine  Bildung  mit  dem  Pràlix  „un",  z.  B.  ungläubig,  oder  dnrrli 
Zusanunensetmilgen  von  Substantiven  mit  ,los\  z.  B.  rauchlos,  gertirhlns,  ersetzt.  Unter  den  Für- 
wörtern geht  nur  „ich'*  eine  Verbindung  mit  „nicht"  ein,  su  Nicht -ich,  —  ein  Ausdruck,  der 
seine  Entstehung  der  phUosophischen  Reflexion  verdankt.  —  Von  anderen  Negationen  flndet  sich, 
abgesehen  von  Wörtern  wie  „nirgendwo**,  „nimmermehr**,  die  nur  Erweiterungen  der  ihren  Haupt- 
bestandteil bildenden  Negationen,  und  darum  auch  sativemeinende  Negationen  sind,  wohl  nur  das 
pronominale  oder  substantivische  „nichts"  in  Zusammensetiungen  s.  B.  nichtsnutzig. 

Jfan  kann  alle  diese  Zusammensetzung