Skip to main content
Internet Archive's 25th Anniversary Logo

Full text of "Bertran de Born; sein leben und seine werke"

See other formats


BERTRAN VON 
BORN: SEIN 

LEBEN UND 
SEINE WERKE 




Digitized by Google 



BERTBAN DE BORN, 



SEIN LEBEN UND 8EINE WERKE, 



MTT ANMERKUN(iKN UND CLOSSAR 



H F.RAUSGEGP.HEN 



VON 

ALBERT STIMMING. 



HALLE, 

MAX NIEMEYER. 



I 

> 

I 



Digitized by Google 

— 



i • 



V o r r e d e. 



Viel spâter, als ich gehofft, \vird es mir endlich raòglich, die 
Ausgabe Rertrans de Rorn zu vcròfì'entlichen. Ich hatte den \Vunsch, 
das gesamrate iïbcr diesen Dichter uns erhaltenc handschriftliclie 
Material zu benutzen, und es war nicht ganz leicht, dieses Ziel zu 
erreichen, da die in Frage koramcnden Handschriften zieralich \veit 
zerstreut sind. Die in Paris befindlichen habe ich selbst copirt, 
die Abschriften der ròmischen vvaren rair schon vor raehreren Jahren 
von Ilerrn Prof. Stengel gùtigst besorgt \vorden. Herr Prof. Sachs 
in Rrandenburg uberliess rair eine in seinera Resitze befindliche Copie 
der raeisten Gedichte Hertrans de Horn aus dem Codex Hstensis, 
und die hierin fehlenden ergiinzte in zuvorkomraender Weise der 
Ribliothekar in Modena, Herr Antonio Cappclli. Zu dcn \vcnigtn 
IJedern unseres Dichters, die sich in der arabrosianischen so \vie 
der laurenzianischen Ribliothek befinden, hatte dort Herr Prof. Pio 
Rajna in Mailand, hier Herr E. Molteni in Florenz die Freund- 
lichkeit, die nòthigen Collationen zu liefern. Herr Prof. Suchier 
in Ilalle endlich theilte rair bereitwilligst die Varianten dreier von 
Rertrans Gedichten aus der Handschrift in Cheltenham mit. Allen 
diesen Herren vcrfehle ich nicht, an dieser Stelle fiïr die mir 
giitigst gewahrte Unterstiitzung meinen aufrichtigen Dank auszu- 
driicken. 

Die Riographie ist zum grossen Theil aus den Wcrkcn des 
Dichters, aus den uns erhaltenen provenzalischen Lebcnsnachrichten, 
so wie aus den mir hier zugiinglichen Quellen\verken und Docu- 
menten 'zur franzòsischen und englischen Ceschichte geschòpft. 
\Venngleich in derselben viele von den friiher dunkeln Punkten 
nunmehr aufgehellt sind, so bleibt doch noch immer raanche 
Sch\vierigkeit und Unklarheit zuriick. Vielleicht \viirdc ein sorg- 
íiiltiges Durchsuchen einzelner íranzòsischer Archive noch neue 

♦ 



Digitized by Google 



rv 



Thatsachen ans Licht bringen, und ich hoffe, dass die.se Aufgabe 
in nicht allzu langer Zeit gelòst wcrden wird, da Herr Prof. 
L. Clédat in Lyon, wie mir derselbe raittheilt, demniichst eine 
Doctorthese „Du ròle historique de Bertrand de Born" zu ver- 
òffentlichen gedenkt. 

In Bezug auf die Textgestaltung glaubte ich die l>ci der Aus- 
gabe Jaufrc Rudels bcfolgte Methode auch hier bcilxíhalten zu 
sollen, nur habe ich dieselbe jetzt noch strenger und sorgfâltiger 
durchgefúhrt Demnach habe ich versucht, fûr jedes einzelne Ge- 
dicht zunâchst einen Stammbaum der uns erhaltenen Handschriften 
aufzubauen und dann die daraus sich ergebenden Typen wieder zu 
reconstruircn. Aus den altesten derselben (x und y) habe ich sodann 
immer den Text hergestellt, indem ich denjenigen zu Grundc legte, 
der am wenigsten Fehler aufwies, dann abcr von ihm auch nur in 
den Fállen abging, wo sachliche, grammatische oder metrische 
Griinde mich dazu zwangen. Unter dem Text habe ich sodann 
nur die Varianten des andem Archetypus raitgetheilt, wiihrend ich 
dic Lesarten der ûbrigen Handschriften, die nach raeiner Meinung 
fúr die dcfìnitive Textgestaltung nicht massgebend waren, im An- 
hange zusammengestellt habe. 

Wo jedoch nur einc oder, was dasselbe ist, mehrere fast 
identischc Handschriftcn, z. B. J K d, vorlagen, da konnte natiirlich 
das el)en angedeutete Verfahren nicht angewandt werden, ura 
etwaige Fehler zu verbessem, sondern hier blieb als einziges Mittel 
die Conjectur ùbrig. Ich habe nun auch in diesen FâUen wenig- 
stens den Versuch einer Heilung raachen wollen, habe demnach, 
wenn irgend mòglich, dcn Ansprúchen des Sinnes, der Gram- 
matilc und Metrik gerecht zu werden gesucht. Die dadurch nòthig 
gewordenen Aenderungen habe ich in den Text aufgenomraen, 
wenn sie nach ineiner Ansicht einen hohen Grad von Wahrschein- 
lichkeit fùr sich hatten, im andern Falle sie in den Anmerkungen 
mitgethcilt. Derartige Abweichungen von der ûberlieferten Lesart 
sind imraer durch Cursivdruck kenntlich gemacht und ich bin weit 
entfernt, zu wâhnen, mit ihnen iramer das Richtige getroffen zu 
haben, sehe diesellxm vielmehr nur als Vorschlage an, die vor 
plausiblcren sofort das Feld raumen werden. 

\Vas sodann die Orthographie betrifft, so liisst sich diest lbe 
aus den Reimen nicht feststellen, da der Dichter je nach Bedùrf- 
niss die verschiedenen Spidformen eines \Vortes gleichmiissig ver- 
vendet; so findet sich im Reime z. B. me neben mi, se neben sei, 



Digitized by Google 



V 



adrei und drei neben facha und fracha, cal neben cau, cavals 
nebcn cavaus, pàis neben paes etc, sodass hieraus keine sicheren 
Schlùsse gezogen \verden lcònnen. Trotzdem hatte sich nun z\var 
eine consequente Schreibung ohne Mùhe durchfùhren lassen, doch 
hâtte diese bei dem Mangel an zuverlássigen Anhaltspunkten keinen 
Anspruch auf Authenticitiit erheben kônnen, hâtte also doch 
keinen VVerth gehabt. Ich hal>e mich daher begnûgt, u von v, i 
von j zu scheiden, sodann u, das in einigen Handschriften hinter 
q fehlt, immer hinzuzufùgen , die beiden gequetsehten Laute durch 
Ih und nh zu l>ezeichnen, cndlich immer ai, ei, oi zu schreiben, 
\vahrcnd in C bekanntlich l>ei diesen Diphthongen manchmal y an 
die Stelle von i tritt. Im Uebrigen bin ich immer der Ortho- 
graphie derjenigen Handschrift gefolgt, \velche ich, als die beste 
Lesart enthaltcnd, bei der Construction des Textes zu Grunde ge- 
legt habe, und diese ist in der Hinleitung jedes einzelnen Ge- 
dichtes namhaft gemachL 

Bei den Anmerkungen habe ich nicht nur die speziellsten 
Fachgelehrten , sondern auch \veniger Geùbte im Auge gehabt, so- 
dass dieselben ziemlich umfangreich ausgefallen sind. Da \vir alx-r 
bisher ausserordentlich \vcnige Ausgaben provenzalischer Texte haben, 
die von Anraerkungen begleitct sind, so glaubte ich hierin einen 
genùgenden Anlass zu einer gròssercn Ausfûhrlichkeit schen zu 
sollen, gestehe aber gern zu, dass es nicht leicht ist, die richtige 
Mitte zwischen dem Zuviel und Zuwenig inne zu halten. 

Auch in BetTcff dcr Ausdchnung und Kinrichtung des Glossars 
hal>e ich lange geschwankt. Hndlich habe ich mich auf den Rath 
competenter Gelchrtcr hin entschlossen , dassclbe so auszufùhren, 
dass ein spaterer Lcxicograph des Provenzalischen dcn ganzen 
Sprachschatz des Rertran aus dcmsclben kennen lcrnen kònnte. 
Ich habe daher allc Wortc aufgcnommen, indem ich jedoch Ih-ì 
den ge\vòhnlichsten HegrirTen nur \\cnige Helegstellen gegeben, auch 
die regelmàssigen Faradigmata dcr (irammatik als bekannt voraus- 
gesetzt liabe. 

Die vorkommendcn Abkùrzungen sind die aus Bartsch's Grund- 
riss zur Geschichte der provenzalischen Literatur her bckannten. 
Demselben lìuche bin ich in Bezug aul die Benennung der Hand- 
schriften gefolgt, \vie ich auch die Lieder der einzelnen Dichter 
nach dem von Bartsch aufgcstellten Verzeichnissi' der Troubadours 
bezeichnet habe. Hierlvei macht jedoch Marcabrun eine Ausnahme, 
desscn Gedichte im Anschluss an die von Suchier im Jahrb. XIV, 



Digitized by Google 



VI 



I2Ç s q- angefertigte, von Bartsch etwas abweichenden Liste zitirt 
werden. 

Schliesslich muss ich noch raittheilcn, dass Herr Prof. Tobler 
in Berlin nicht nur auf einige Anfragen in Betreff des Textes 
mir bereitwillige AusUunft ertheilt, sondern auch die Gûte gehabt 
hat, die Aushângebogen des Textes wâhrend des Druckcs durch- 
zulesen und rair einige Besserungsvorschlàge zu ùbersenden. Zwar 
Uonnten diese in dcn bereits gedruckten Text nicht mehr aufge- 
nommen werden, doch habe ich dieselben in den Anmerkungen 
mitgetheilt und durch ein beigefûgtes (T) bezeichnet Ich benutze 
diese Gelegenheit, um den verehrten Lehrer fûr seine frcundlichst 
gcleistete Hûlfe meines \\ârmsten Dankes zu versichern. 

Kicl, Weihnachten 1878. 

Albert Stimming. 



Digitized by Google 



I N H A L T. 





SclU 










Metrìk 


99 


Provensaliscbc LebensDSchiichten .... 


104 




127 




22Q 




. . . 302 




. . . Í26 




. . . . Í64 


Druckfchlcr . 


. . . iC8 



Google 



Biographie. 



Diez beginnt seine Lebensbeschreibung des Bertran de Born 
mit den \Vorten: „Ueber kcinen Troubadour enthalten die pro- 
venzalischen Lieílerbûcher eine so vollstandige Nachricht, als ûber 
diesen." Daher mòchtc inan vcrsucht sein, aus diesen \\'orten den 
Schluss zu ziehen, dass es bei diesera Dichter besonders leicht und 
l>equera sei, denselben auf allen seinen Schicksalen zu begleiten 
und alle wichtigen Ereignisse seines thatenreiehen Lebens zu be- 
leuchten. Dennoch liegt die Sache durchaus anders. Zwar haben 
wir in der That zahlreiche uiul ausfúhrliche Scholien zu mehreren 
seiner (ìedichte; aber bei naherer Prûfung stellt sich heraus, dass 
dieselben keineswegs Anspruch auf unbedingte Glaubwûrdigkeit 
machen kònnen. An einigen Stellen z. B. lassen sie sich kaum fa 
Einklang bringen mit den uns anderweitig ûl>erlieferten und gut 
verbûrgten geschichtlichcn ThaLsachen jener Zeit; in andcrn Punkten 
widersprechen sie sich sogar untereinander ; manchmal endlich sind 
sie so unklar in ihrer Fassung, dass es schwer, wenn nicht unmòg- 
lich wird, den Sinn der \Vorte vôllig zu verstehen. Sie machen 
den Eindruck, als seien sie erst eine geraume Zeit nach dem Tode 
des Dichters angefertigt, sodass der Verfasser selbst ausser Stande 
war, ûl>er gewisse Anspielungen und Aeusserungen Auskunft zu 
geben, sei es, dass die betreftenden Hreignisse nicht bedeutsam 
genug waren, ura noch damals von Jedermann im Gedáclitniss ge- 
halten und sicher gewusst zu wrrden, sei es, dass die Anspielungen 
selbst so allgemein und ungenau gehalten waren, dass es schon 
daraals nicht leicht odcr nicht mòglich war, dieselben zu eridiiren. 
Diesc Annahme wird durch die Thatsache bestiitigt, dass erstens 
in Bezug auf die geschichtlichen Ereignisse in den Angaben der 
Scholien raehrfach eine grosse Unklarheit herrscht, dass sodann 
einige der vokominenden Anspielungen ûberhaupt nicht gedeutet 
sind und dass endlieh bei andern die ganze Erklàrung in einer 
Paraphrasirung des Textes selbst besteht, wodurch wir natùrlich 
dcm Vcrstândniss um keinen Schritt niiher komraen. Aus diesen 
Andeutungen ergiebt sich die Sch\vierigkeit der Aufgabe, das Leben 
des Dichters darzusti'llen. \Vir werden daher alle die in den 
M razos" mitgetheilten historischen Angaben an der Hand zeitge- 
nòssischcr Qironiken prúfen und so versuchen, die oben besproche- 
ncn Unklarhciten, Inconsequenzen und VViderspriiche zu lòsen und 

i 



• 



Digitized by Google 



2 



zu entferncn. Bei der Deutung der Anspielungcn uerdcn wir fast 
aussehliesslich auf die provcnzaliscb.cn Nachrichten angeuicsen scin, 
und in dcn Punkten, \vo dicse, sei cs aus Unkenntniss, sci cs aus 
Nachlassigkeit, uns im Stiche lassen, \vcrdcn auch \vir nicht immcr 
hoffen dùrfen, Licht in dic Dunkclhcit bringen zu kònnen. 

Bertran de Bom, heisst es in dcr provenzalischen Biographie (I), 
\var ein Schlossbesitzer aus dcm Bisthum Périgord, Ilcrr ciner Burg, 
uelehe Autafort hiess. Aus dicscr Notiz ge!it nicht hervor, \velchcs 
der Stammsitz der Familie \var und uelches somit aueh dcr Ge- 
burtsort dcs Dichtcrs \var. Mehrere Litterarhistoriker haben nun 
cinfach l)chauptct, dass er in Autafort geboren sei, ohne dies zu 
hegrùnden. Aus den Nachweisungen von Laurcns •) (pag. 21, Anm. 1) 
geht abcr hervor, dass das Schloss Autafort von 987 bis 11 65, d. h. 
bis lange nach Bertrans Geburt aussehliesslich das Figentiiura und 
dcr \Vohnsitz der Familie de la Tours \var, und dass die Familie 
Horn viclmchr seit vieleti Jahren auf dem Schlosse Born ansassig 
war, \velchcs z\vei Stunden nòrdlich von Autafort lag. Dieses 
Sehloss Born ist als der Geburtsort des Dichtcrs anzusehen. F.s 
\var von einem Dorfe und cincm \VaIde gleichen Namens umgcben, 
und in dcr Nâhe floss ein kleiner Bach vorbei. Diescr Hach cxistirt 
noch hetite unter dem Natnen Mureau; auch der \Vald, ob\vohl 
stark gelichtet, ist noch vorhanden, dagegen ist von der Hurg kcine 
Spur mchr zu enUlecken. Autafort gehòrtei ebcnso \vie Horn, zu 
der alten (ìrafschaft Périgord, so dass die Nachrieht dcr andern 
Hiographie „Berlrans de Jiorn si' fo de Lt7//ozi" ungenau ist, da 
die beiden genannten Schlosser zwar nahc der Grcnzc, abcr nicht 
in Litnousin selbst lagen. Dieser schcinbarc \Vidcrspruch lòst 
sich abcr durch die ThaLsachc, dass der Ausdruck „Limousin ,< zu- 
\vcilcn in \veiterc"m Sinnc gebraucht \vurde und sich nicht aus- 
schliesslich und streng auf die (ìrafschaft dieses Naraens beschriinkte. 

Der Name Horn tritt uns zum ersten Male entgegen in der 
Stiftungsurkunde dcs Cisterzienser-Rlostcrs Dalon. Dicscs lag 
nieht \veit von Autafort, gehòrte jedoch schon zu Limousin und 
war von Golfier und (ìerald de las Tours nach ihrer Rtickkehr aus 
dem heiligen Lande gestiftet worden. Dic Stiftungszcit wird in dcr 
Chronik von St. Maixent (Houquet XII, 407) als um ilas Jahr 11 20 
icrum angegebcn. Aus dcr von I^mrens (pag. 26, Anra. 1) thcil- 
weisc abgedruekten Urkundc gcht jedoch henor, dass dic (irûndung 
i. J. 11 14 geschah. Untcr den dort aufgefùhrten Zeiigen tigurirtc 
auch ein Iterius de Rorn. Diesrr Iticr \var kein andrer als dcr 
Vatcr unscres Dichters. Laurcns giebt an, ohue seine Quelle zu 
nenncn, dass cr die Tochter des Goltìer, seines Lehnsiierni, ge- 
heirathet habe. Aus dicscr l*.hc ging»'n z\vci Síihne hervor: Hertran 
und sein jùngerer Hmder Constantin. Mehr Kindcr \verdcn nirgciuls 
genannt, und es ist daher um so auffallender , dass in der Hio- 
graphie II von „seinen Brùdern" gesprochen \vird. Auch der 



') Lc Tyrtóe ùu moyen âgc par V. P. Laurcns. I*aris ìH(>$. 



r 

Digitized by Google 



3 

Dichter sclbst boschwert sich an einer Stelle seiner Gedichte (11,44) 
darûher , dass „seinc Brúder" ihm nicht wollen Recht angedeihen 
lassen. Dieser Ausdruck ist aber wohl nicht wortIich zu nehraen, 
da Bertran nicht nur mehrfach von „seinem Bruder" spricht, son- 
dern auch in eben demsclben Gcdicht sagt: quels dons que mos 
frair tna juratz . . voì retener Vautra meitatz (1 1, 40). 

Ueber das Geburtsjahr und die Jugcndzeit des Dichters ver- 
mag ich nichts anzugebcn. Ich muss mich darauf beschrânken, 
einfach das zu referircn, was Laurcns crzâblt, obwohl er nicht an- 
giebt , auf welchen Actenstueken seine Behauptungen beruhen. 
Danach wâre Bcrtran im Jahre 1145 geborcn, hátte bereits in 
seincm siebenten I^ebensjahre scine Mutter verloren und wâre im 
Alter von neun Jahren in das bcnachbartc Kloster von Dalon ge- 
schickt worden, um dort scine Ausbildung zu empfangen, eine 
Aufgabe, die er tlurch einen fùnfjahrigen Aufenthalt erfûllte. Um 
nun auch in dcra Wafienhandwerk unterwiescn zu werden, sei er, 
14 Jahre alt, zu einem Wafiengefahrten und Freunde scines Vaters 
nach Poitou gesandt worden, wo er nach vier Jahren zum Range 
cincs Knappen befordert worden, und habe ebendort nach der 
Zurûeklegung seines einundzwanzigsten I.ebensjalires den Rittcr- 
schlag erhalten. Vv'âhrend tlieser Zeit hattcn sich in der Hcimath 
wichtige Ereignisse zugetragen. Der alte Golfier de las Tours war 
gestorben, untl scin Sohn Ólivier war ihm in dcr Ilerrschaft ùber 
die verschiedenen Besitzthûraer des Familic gefolgt. Letzterer war 
verhcirathct mit Almodis, der vierten Tochtcr Archambaltls IV., 
Grafen von Coraborn (Bouqu. XII, 422, 426 und 440), und als 
diese II 63 «xler 1 1 64 starb, hinterliess sie ihm zwei Kinder, Agnes 
und Golfier. YVâhrend nun Bcrtran in der Feme seinen ritter- 
lichen Uebungen oblag, wusste Constantin sich die Gunst der vor- 
nehmen und reichen Erbin Agncs zu erwerben (Bouqu. XII, 422) 
und crlangte mit ihrer Hand als Mitgift das stolzc Autafort mit 
einem Gebiet, das, wic Biographic II erw;ihnt, nicht weniger als 
tauscnd Einwohner zâhlte, wáhrend dic ûbrigcn Schlòsser und Be- 
sitzungen einst an Golficr, Bruder dcr Agncs, fallen sollten. Dass 
in dcr That auf diese Weise die Burg Autafort erst durch Heirath 
in den Bcsitz dcr Fanulie Born kam, geht aus ciner von I^aurens 
zitirtcn Stelle dcs „Dictionnaire de la Noblesse" von Laschenaye- 
lícsbois hervor. 

Man kann sich denken, dass Bertran bei seinem heftigen, 
lcicht erregbaren Temperaraent und seincm glùhenden Ehrgeiz 
durch diese Heirath, welche seinen jùngern, unbedeutenderen 
Bruder an Macht und Anschen weit úber ihn stellte, sich im Inner« 
sten seines Ilerzens emport fùhlte, und dass, wenn er nicht schon 
von Jugend auf eine tiefe Abneigung gegen Constantin gehegt 
hatte, diese jetzt in seinem Innern entstand und nun je lánger je 
fester Wurzel fasste. 

Die nunraehr folgenden Ereigmsse aus dera I^ben Bertrans be- 
richtet Laurens in folgender Weise. Bald nach seiner Rùckkehr, 

1* 



Digitized by Google 



4 



d. h. bald nach 1 1 66 sei der altc Iticr gcstorben imd Bertran selbst 
habe sich einige Jahrc spàter, etwa 1173, auf Rcisen begeben und 
sei zunàchst nach Hordeaux, der damaligcn Residenz Fleonorens, 
der Gémahlin Heinrichs II. von England, gcgangen, an deren Hofe 
er die Freimdschaft der jungen Prinzen, des achtzehnjahrigcn Hein- 
rich, des sechzehnjàhrigen Richard und des funfzehnjáhrigcn Gott- 
fried, envorben und \vo er der jungen Prinzessin Helene seinc 
Huldigungen dargebracht habe, durch deren Verhciratliung mit 
Heinrich dem Lò\ven jedoch manch kùhner Jugendtraum Bertrans 
zerstòrt \vorden sci. 

Priifen \vir diese Angaben, so ist sicher, dass Bcrtran mit den 
Sòhnen des englischen Kònigs auf vertrautem Fusse stand. Dies 
geht schon daraus hervor, dass er fûr jeden dcrselben einen Ver- 
stecknamen hatte, indem er den áltesten, Heinrich ..Marinier" (z. B. 
37» 5°)» den zweiten, Richard „Oc e Non" (z. B. 2,43; 2,52; 
3,51; 11,60 etc.), den dritten, Gottfried „Rassa" (z. B. 24,73; 
27, 33 etc.) nannte. Dieser Umstand \vird auch in der Biographie II 
noch besondcrs hervorgehoben, doch wird hier Richard mit scincm 
Vatcr venvechselt, denn es heisst dort: E clamava lo r<i d'Aticlah rra 
„Oc e No" el rei jove, son filh „Marinier". 

Fragen wir uns nun \veiter, auf welche \Veise diese Intimitàl 
cntstanden sein mag, so wird man kaum eine andre Frklarung 
dafùr finden als durch einen Aufenthalt Bertrans am Hofc dcr 
Fleonore. Diese \var in der That von ihrem Gattcn, als diescr 
Fnde Januar 11 63 nach Fngland gegangen war, um die Streitig- 
keiten mit Thomas Becket zu ordnen (Lord Lyttelton, LifeofRing 
Ilenry II, London 1767, II, 140 und 421), zur Statthalterin von 
Aquitanien und Maine eniannt worden, sie hatte seit dicser Zeit 
ihren Wohnsitz in Bordeaux genommcn und ihre Sòhne lcbtcn 
mcist bei ihr, naracntlich seitdem durch den Vertrag von Mont- 
mirail vom 6. Januar 1 1 69 dcm jungcn Hcinrich die Vcnvaltung 
von Anjou und Maine, seincra Brudcr Richard die von Aquitanien 
ùbertragcn worden war (Lyttclton II, 497 und 498). \Venn \vir 
also keinen Grund haben, gegen dic ersten der Angaben Laun-ns' 
Finwândc zu erhebcn, so sind doch dic ùbrigcn durchaus als un- 
genau zu bezeichnen. Zunàchst die Jahrcszahl 11 73. In ilicscm 
Jahrc nàmlich fand dic grosse Fmpòrung dcr drei Sòhne Ileinrtchs 
gegcn ihren Vater Statt, dcr àlteste ist nach\vcislich nur zu Anfang 
des Jahres im \Vinter kurze Zeit besuchs\veise in Limousin und der 
Auvergne gewcsen, wahrcnd cr glcich <larauf nach Frankrcich íloh, 
um den Kampf zu l>eginnen; seinc beiden Brâder Richard und 
Gottfricd folgtcn ihm nach Paris, und als auch Fleonorc selbst, dic 
dcn Aufstand angestiftet hatte, in Mannskleidcrn ihnen nachcilen 
wollte, \vurdc sic crgriffen und ins (íefàngniss gcworfcn. Allc 
diese Freignisse fandcn aber vor Ostern 1 173 Statt (Lyttclton III, 
108 — 112), und, da weder IHeonore noch cincr ihrer Sòhne in 
diesera Jahre nach Bordcaux zurùckki'hrte , sr> kann von eincm 
frcundschaftlichcn Umgang dcs Dichtcrs mit den Prinzen in tlcr 



Digitized by Google 



5 



angegebenen Zeit nicht die Rede sein. Es ist nicht raôglich, dic 
Zcit dieses Verkehrs gcnau festzustellen, doch ist cs uahrscheinlich, 
dass Hcrtran von scincm Stammschlosse Born aus mchrfach Be- 
suchc in Bordeaux gcmacht hat und dass scinc Hekanntschaft mit 
Richard und Gottfricd in die Jahrc unmittelbar vor 1173 fiillt, \vo 
diesc bei ihrer Mutter sich aufhielten. Die Frcundschaft mit Hein- 
rich muss dagegen schon âltcren Datums sein; denn dieser \vurdc 
am 1 5. Juni 1 1 70 in \Vestminster vom Erzbischof von York, obwohl 
erst 15 Jahr alt, zum Konig gekrònt und war seitdem bis zu der 
vorhin envahnten Reise im Winter 1172 — 73 nicht mehr nach Sùd- 
frankreich gekommen. F.r \var namlich nach der Krònung in 
Englaud geblielxm, indem er nur ein Mal, im Frùhling 1172, auf 
kurze Zeit nach der Xorraandie gekommen war, um den Frieden 
seines Vaters mit dem Papste mitzubeschwòren. Dann \var er 
sammt seiner jungen Gattin Margarethe, Tochter Ludwigs VII. von 
Frankreich, nach England zurûckgekehrt und mit ihr zusammcn in 
\Vinchester vom Erzbischof von Rouen zum z\veiten Male gekrònt 
worden. Im Xovcraber desselben Jahres 1172 war er mit Margarctha 
zu eincm Hesuche nach Paris gegangcn und \var dann mit ihr nach 
der Xormandie zuriickgekchrt (Lyttclton III, I — 106). \Viihrcnd 
der letzten drei Jahre ist also die Mbglichkeit eines Zusammenseins 
zuisehen Hertran und dem jungen Heinrich ausgcschlossen. 

Fassen \vir nun die ùbrigen in Rede stehenden Angal)en 
Eaurens' ins Auge, so \vird die Bchauptung, dass Hertran einer 
Tochter des Kbnigs Heinrich seine Huldigung dargebracht hat, 
auch durch die provenzalische Lebensnachricht bestiitigt. Al>er im 
FJnzclnen finden sich auch hierbei in Laurens' Hehauptung raanchc 
L T nrichtigkeiten. Erstens naralich hiess die Prinzessin nicht Helene, 
sondern Mathilde, sodann war sie nicht, \vie er pag. 51 behauptet, 
eine der júngern Tôchter, sondern war die alteste und stand den 
Jahren nach zwischen Heinrich und Richard. Endlich abcr kann 
dics Vcrhaltniss zwischen ihr und dem Dichter nicht im Jahrc 11 73 
gespielt haben, weil die Dame bereits im Friihling 1 168 von den 
beidcn hlarte von Arundel und von Pembroke nach Dcutschland geleitet 
\vorden \var, um ihrem jungc»n Hriiutigam vermahlt zu werdcn 
(Lvttelton II, 496). Aber auch an die Zeit vor dieser Hochzcit 
kann nicht wohl gedacht \verden, da Mathilde im Jahre 1 1 56 gc- 
boren war, zur Zeit ihrer Verheirathung daher kaura z\\ blfjahre ziihltc 
und cs doch nicht anzunehmen ÍSt, dass Hertran einem zehn- oder 
elfjiihrigen Mâdchen den Hof gemacht habe. Wir werden spiiter 
dies Verhâltniss ausfuhrlieher besprechen. 

Wir kommen nun zu cincm wichtigen Familienereigniss in dem 
Leben des Dichters, nâmlich zu seiner Verheirathung. I^aurens 
fùhrt zwei Urkunden aus dem Archiv der Abtei Dalon an, durch 
welche Hertrantlus de Born sammt seiner Familie dem Kloster 
Schenkungen machte. In einera dieser Actenstùcke wird die 
Gattin Hermengarda, in der andern Ra>monda genannt, sodass 
wir annchraen kbnnen, dass sic beide Namen gefùhrt hat, denn in 



Digitized by Google 



6 



beiden Schriftstùcken werden Bertrandus und Iterius „filii eorum" 
genannt Da nun das erste derselben vom Jahre 1 1 79 datirt ist, 
so dûrfen wir dic Heirath wohl in den Anfang des Jahrzehnts 
sctzcn. Aber die eben genanntcn Sòhne waren nicht die einzigen 
Kinder, welche dicser Ehc entsprosscn; aus den Archiven des 
Schlosses Autafort hat I^aurcns viclrachr erschcn, dass cin drittcr 
Sohn, Constantin, und cinc Tochtcr, Avmeline, den beiden crstcn 
folgten. Der âlteste, Hcrtran, hat sich als Dichtcr eincn Namcn ge- 
macht, und Aymcline wird auch in eincr andern Chronili gcnannt, 
wie wir spàtcr crfahren werden. 

Wir raùssen nun cinen Augenblick von den háuslichen An- 
gelegenheiten Bertrans abschweifcn, um eiucn Blick zu werfcn auf 
das gewaltige Ereigniss, welches um diesc Zcit scin Vaterland er- 
schùtterte, ich mcine dic schon oben kurz angedeutete grosse Re- 
bellion der drei englisehen Prinzen gegen ihren Vater. Dies 
Ereigniss wird von Laurens im dritten und vierten Capitcl seines 
Buches geschildcrt, aber wicdcrura rait so vielen historischcn Feh- 
lern, dass ich es vorziehe, dcm schon mehrfach zitirten, vortreff- 
lichen Biographen Heinrichs II. zu folgen (103 — 171). 

Nach dem ùbereinstimmenden Urtheil aller Chronisten war 
Niemand anders als die Kònigin Eleonore selbst die Anstifterin 
dieses Aufstandcs. YVahrscheinlich wcil sie, nachdem die Periode 
ihrer Fruchtbarkeit vorùber, von Heinrich vernachliissigt wurde, 
fasste sie einen bitteren Hass gegcn ihn und liess wàhrcnd der 
Jahre 1 1 7 1 und 1172 ihren in England residircnden Sohn Heinrich 
durch Botcn aufstachcln, die Absetzung scines Vaters zu lx*treiben. 
Heinrich wurde schlicsslich dicsem Gedanken zugànglich, um so 
mehr, als sein Sclnvïegervater, dcr Kònig von Frankrcich, scine 
Húlfe versprach. Auf dem bereits crwàhnten Bcsuche in Paris im 
Novcmber 1172 wurdc der ganze Plan festgcsctzt, wàhrend Elconore 
die aquitanischcn Barone fùr dic Sache zu gewinncn suchtc. Dcr 
Vater, vòllig ahnungslos, fcierte ruhig zu Chinon in Anjou das 
Weihnachtsfest und l>egab sich dann rait Heinrich und dcr Elconore 
nach der Auvcrgne, ura dort dic Verlobung scines jùngsten Sohnes 
Johann rait der Tochter des Grafcn von Savoyen zu fcicrn. Auf 
dieser Rcisc und eincr andern gelang es dem jungen Heinrich 
auch, seine beiden Brùder Richard und Ciottfried fiir sich zu ge- 
winnen. Als nun Vatcr und Sohn gemeinschaftlich nach dcr Nor- 
mandie zurùckkehrten , vcrliess Ileinrich seinen Vatcr heimlich in 
Chinon, eilte nach Alencon und anstatt nach Caen zu gehen, wie 
verabredet, floh er ùber Argcnton nach Chartrcs, wo damals dcr 
franzòsische Hof rcsidirte. Viele aquitanische Barone folgten ihm 
dahin, ebenso fanden sich Richard und Cottfricd alsbald in Paris 
ein, wàhrend Eleonore, wie vorhin berichtet isl, auf der Flucht 
ergriffen wurde. 

Ostern 1 1 73 fand zu Paris eine grosse Versammlung der fran- 
zòsischen VVùrdentràger Statt, woselbst Ludwig feierlich schwor, 
seine ganze Kraft eiiuusetzen, um den jungen Hcinrich mit \Vaffen- 



Digitized by Google 



7 



gewalt auf den englischen Throti zu bringen , und alle Barone 
folgten ihm hierin. Auch Schottland wurde zuin Aufstande bcwogen. 

Kurz nach Ostern begann der lvrieg und erstreckte sich hald 
ùber alle Provinzen. Ein AngrilT dcs Grafcn von Flandcm zu- 
sammcn mit scincm Bruder, dcm Grafen von Boulogne, auf dic 
Normandic endctc mit dcm Todc des lctztcrcn und hattc kcinen 
F.rfolg; Ludwig sclhst crohcrtc zwar zunàehst Vcrnueil durch * r er- 
rath, wurde tlann ahcr chcnfalls von Hcinrich aUB dem Landc 
gcschlagcn, worauf diescr dic Rchcllen in der Normandie, dcr Bre- 
tagne, in Anjou und Tourainc unterwarf. Nachdem ein \Vafïen- 
stillstand his Ostern ahgeschlossen , l>ezog der englische Kònig in 
der Normantlie \Vinterquartiere. 

Aher im Frûhling des nachstcn Jahres hcgann der hlutige 
\Vaffentanz aufs Neue. Nachdem der alte Heinrich dic Hauptstadt 
von Saintonge erobert, schilTte cr sich am 8. juli 1 1 74 in Barlleur 
nach Fngland ein, um einen von seinem àltesten Sohne heahsich- 
tigten Einfalie zuvorzukommrn. Da der Plan jedocfa gar nicht zur 
Auslùhrung kam, so kehrte er, nachdem die Schotten unterworfen, am 
7. August nach Frankreich zurûck und entsetzte am 24. desselhen 
Monatfl das seit dcm 21. Juli hart hedriingtc Roucn. Am niichsten 
Tage wurdc ein \VaiTenstillstand geschlossen, der sich jedoch nicht 
auf Richard hezog, da dieser sich nicht fùgen wollte. AIs ihn 
ahcr der K<)tiig mit den \Vaffen in die Flucht gt:trichen hattc, 
warf t?r sich weinend dera Vater zu Fussen und hat um Vergehung. 
Der etK'nso weichherzige wie tapfere Konig verzieh ihm, nahm ihn 
mit zu seiner /usammenkunft mit Ludwig, Heinrich und Gottfried, 
und hier wurde am 29. Septemher der Friede abgeschlossen. Die 
Sòhne kehrten zum Gehorsam zuriick, der junge Ileinrich erhielt 
zwei nonnannische Schlosser und eine jahrlichc Revenue von 
15000 Pfund in angevinischcm Gelde, Richard zwci Platze in 
Poitou uud die halben Finkunfte aus jener Provinz. 

Viele der aufriihrerischen Harone waren aber mit dicscm Frieden 
nicht cinverstanden und setzten den Kampf fort. Dcr Kbnig sclhst 
ùbernahm daher die Niederwerfung derselben in Anjou , wiihrend 
er dicse Aufgabe fùr die Pretagne dem Gottfried, fùr Poitou und 
Aquitanien dem Richard ùbertrug. 

Da tlieser Krieg Richards gegen seine frùheren Bundesgenossen 
fùr die Geschichte Hertrans von liorn von \Vichtigkeit ist, so folge 
ich in der Darstellung desselben dem Hericht des iiusserst zuver- 
lassigen Abts Renedict von Peterborough , tles einzigen Chronisten, 
dcr diesen Kampf ausfùhrlich ùbcrlicfcrt hat (Bouquet XIII, 
163— 165). 

Ura den Hcfehl seines Vaters auszufùhren, sararaelle Richard 
cin bedeutcndes Heer und zog am 24. Juni 1 1 75 vor das feste 
Schloss bei Agen, in welchem jedoch Arnaut von Hoville einen so 
tapfern Widerstand leistete, dass er es erst nach zweimonatlicher 
Belagerung ttchmim konnte. Abcr cs bliehen noch so viele màch- 
tige Barone im Aufstande, dass Richard nicht hoffcn durfte, in 



Digitized by Google 



8 



diesem Jahrc scines Auftrages sich vôllig zu entledigen, da seine 
Húlfsrnittel dazu nicht ausreichten. Er begah sich daher zu Ostern 
des folgenden Jahres 1 1 76 nach England, wohin sein Vater und 
álterer Bruder bereits ira Ilerbst zurûckgekehrt \varen, und bat um 
Unterstûtzung. Der Kònig stellte ihm nicht nur bedeutendc Geld- 
mittel zur Verfûgung, sondern lK*stimmte auch den Meinrich, seincm 
Bruder persônlich bci desscn Vorhabcn zu helfen. Wâhrend ersterer 
zunàchst in Paris cinen Besuch abstattcte, sammcltc Richard in 
Poitou mit dem erhaltenen Gelde cine grosse Tnippenmacht , ver- 
nichtete gleich nach Pfingsten zwischcn Saint-Mégrin und Bouteville 
ein von den Rcbellcn aufgestclltes Soldnerheer und rûckte nun 
siegrcich in Limousin cin. Dcr crste und vielleicht mâchtigstc 
Gegner, gegen dcn er sich nun wandte, war Aderaar oder Aimar V., 
Vizgraf von Limoges. Er erobertc dessen Schloss Aixe und dcssen 
Hauptstadt Limogcs, griff sodann in Geraeinschaft mit Heinrich, 
der inzwischcn angelangt war, dcn Vizgrafen von Angoulèmc, 
Wulgrin III. oder, wie Bencdict ihn ncnnt, Uggrinus, an und nahm 
ihm nach 15 Tagen seine Burg Château-neuf (Novum castrum), 
nach 10 Tagen Mulinous und InMagerte endlich die Ilauptstadt 
Angoulème selbst, in welchc sich ausser Wulgrin auch ein Graf 
Wilhelm Taillrfer von Angoulème sammt seinem Sohnc, sodann 
dcr vorhin gcnannte Aimar von Limogcs, der Vizgraf von Venta- 
dour (Ebolus IV.), endlich der Vizgraf von Chabanais geworfen 
hatte. Als nach sechstàgiger Einschliessung die Stadt ùbergeben 
werden musste, kamen alle diese Barone in die Gcfangenschaft ; 
den Vizgrafen von Angoulème selbst mit cinigcn andern sandte 
Richard nach England zu scincm Vater, doch schickte dieser sie 
seincra Sohne wieder zurùek. Darait war der Aufstand in dicser 
Provinz unterdrùckt. 

Eragen wir uns nun, wie sich Bcrtran de Born diesen gewal- 
tigen Ereignissen gegenùber verhalten hat, so ist von vorn hert'in 
nicht anzunchracn, dass er gar keinen Antheil an denselben ge- 
noramen habe. Gegcn diese Annahme spricht sein kriegslustiger 
Sinn, seine heftige, klugen und friedlichen Rùcksichten wenig zu- 
gàngliehe Sinnesart, dagegen spricht vor allera die Freund- 
schaft mit den cnglischen Prinzen, die ihn gewiss angetrieben haben 
wird, in treuer Waffenbrùdcrsehaft Schwert an Schwert mit ihncn 
zu kàmpfcn. Bcrtran war damals etwa 28 Jahr alt, in der Fùlle 
seiner Manncskraft, in Waffen wohl geùbt, frei und unabhàngig, 
dagegen ira Besitz cines Machtgebietes, das seinera hochfahrenden, 
stolzen Sinn bei weitera nicht genùgte; wie hàtte er da nicht rait 
Freude, ja rait Begeisterung cine Gelcgenheit ergreifen sollen, die 
ihm die lang hcrbeigcschntc Mòglichkeit bot, nicht nur seinen 
Thatendurst zu befriedigen, seine Manneskraft zu bethàtigen , son- 
dern vor allem, durch einen seinen fùrstlichen Freunden enviesenen 
Dienst, die Hoffnung auf Belohnung, die Aussicht auf Zuwachs an 
Land und Macht zu erwerben ! Die Annahmc, dass unser Dichter 
sich an dem Aufstande betheiligt, ist zu wahrscheinlich , als dass 



Digitized by Google 



9 

sie noch eincs besonderen direeten Beweis<>s bediirftc. Wir sind 
aber auch ausser Stande, einen solchen positiven Heweis beizu- 
bringcn : Weder dic zeitgenòssischen Chroniken nennen seinen Naraen 
bci diescr Gclegcnhcit, noch scheint sich irgend cins seiner Ge- 
dichtc auf diescn Krieg zu beziehcn. 

I^urens ist allerdings in Bczug auf letzteren Punítt anderer 
Meinung, indem er bchauptet, dass das Lied 20 aus Anlass der in 
Rede stehrnden Empòrung entstanden sei. In der „razon 4< dieses 
Gedichtes \vird berichtet, der Kònig Ileinrich sei im Vercin rait 
Richard vor Autafort gezogen, habe dassclbc genommen, es al>er 
Bchliesslich dem Bertran auf seinc Bitte zuriickgegeben. In Ueber- 
einstimmung hiennit erzàhlt nun Laurcns, Kònig Ileinrich sei, 
naehdem er seinen Sohn Richard rait dcr volligen Untcrdrticltung 
der Rebellion beauflragt, selbst zugleich mit ihm vor Autafort er- 
schienen, hal>e die Burg nach kurzer Zeit mit Sturm genomraen, 
dennoch aber den Dichter \vieder in den Besitz derselbcn gesetzt. 
Gleich darauf habe jedoch Richard, der gerade ira Kriege mit dera 
rebellischen Ademar von Limoges l>egriffen ge\vesen, sich mit diesem 
vertragcn, und beide hàtten gemeinschaftlich von Neuem die Burg 
berannt, jedocfa vergeblich, und h.ïtten, nachdem sie das umliegende 
Land venvûstet, wieder abziehen musscn (1 1 78). Dies schcint aber 
durchaus nicht der Wahrheit entsprechend zu sein. Ich \vende 
hier nicht ein, dass Bertran zu dicser Zeit hòchst \vahrscheinlich 
Autafort noch gar nicht besass, wic ich an eincr andern Stellc be- 
weisen werde. Aber aus cincm andern Grunde kann sich dies 
Lied nicht auf den in Rede stehenden Feldzug beziehen, \veil der 
Kònig in demselben nachueislich niemals in Gemeinschaft 
rait Riehard eine F^xpedition unternommcn hat. Dies geht 
aus der oben gegebenen Skizze unz\veifelhaft hervor, sodass jenes 
Gedicht, wie sich auch herausstellen \vird, einem anderen, spâteren 
Vorgang seine Entstehung \erdanken muss. Ebenso \viderlegt sich 
die angebìiche Episode mit Ademar von Limoges, so \vie endlich 
die angegebene Jahreszahl einfach durch die vorhin aufgezàhlten 
historischen Thatsaehen. 

Der uahre ílergang scheint vielmehr der ge\vesen zu sein, 
dass Bertran zwar unbedenklich sich dcm Aufstande angeschlossen 
und tapfer auf der Seite der Prinzen gekàmpft, dann aber, als 
diese sich unterwarfen, ebenfalls den Frieden angenomraen und 
sich nicht jenen Unversòhnlichen l>eigesellt hat, welche den Krieg 
à outrance fortzusctzen beschlossen und die dann ein so schlimmes 
Geschick ereilte. Dass Bertran in dcr That an dem letzten Kampfe 
gegen Richard nicht mehr Theil genommen hat, scheint daraus 
hervorzugehen, dass Benedict, der in diesem Theile seines Berichts 
besondcrs ausfùhrlich ist, indem er alle eroberten Burgen und alle 
untenvorfcnen Barone \vòrtlich auffiihrt, dennoch \veder Bertrans 
noch seines Schlosses mit einem Worte Erwàhnung thut. Eine 
entgegengesetzte Handlungs\veise dcs Dichters \vurde sich auch 
schwer erklàren lasscn. Er hattc das Schwert gezogen auf die 



Digitized by Google 



IO 



Aufforderung und im Interes.se der Prinzen, jedenfalls rnit der Er- 
\vartung, sclbst dal>ei zu gevvinncn; \\iv hâttc er nun dazu koraraen 
sollen, jetzt, nachdem dic Frinzen selbst ihre Sache als hoffuungs- 
los aufgcgeben, sich den pcrsònlichen Feinden Richards 
anzuschliessen, und damit nicht nur auf alle Hofínungen und Aus- 
sichten von Seiten Richards zu verzichten, sondern sogar direct 
seine eignc Existenz auf das Gefiihrlichste zu bedrohen? Jedenfalls 
haben wir nicht den geringstcn Anhalt fùr jene Annahme. 

Der Vollstandigkeit halber \vill ich noch enviihnen, dass, \vie 
Benediet (Bouquet III, 172) berichtet, im Herbst 1 1 7 7 Richard von 
seincm Vater nach Poitou geschickt \vurdc „ad subjiciendum sibi 
inimicos suos", \vilhrcnd dcr Kònig selbst nach Limousin und 
Guyenne ging, um dic Theilnehmer an dcr Fmpòrung von 1 1 73 
nachtriiglieh zu bcstrafen l ) , cndlich dass Richard auch im \Vinter 
1 1 78 auf 1 1 7g bis nach Ffingsten vcrschiedenc Burgcn brach , die 
Bouquet XIII, 179 aufgczâhlt \verden; doch \vird bci keiner diescr 
Anliisse Bertran dc Horn enváhnL 

Wir miissen nunmchr \vieder zu den privaten Vcrhâltnissen 
des Dichters zurûckkehrcn und die Frage zu bcantuorten suchen, 
wie Bertran in den Besitz von Autafort kam. \Vie oben conslatirt 
\vorden, hatte Constantin von Born dieses stattlichc Schloss bei 
seiner Verheirathung mit Agnes dc las Tours als Mitgift mit- 
bekoramcn. Eigcnthûmlichcr \Veisc heisst es in der „razon" zu 20 
„en fíerirans <ie fíorn e sos frair, en Constantis, agrcn ioiz Umps 
guerra ensems et agren mafvolensa íus a Vautre, per so que ehascus 
volia esser senher </' Autafort, /0 tor comunal castel pcr razo." 

Diêsc \Vorte sind schvver zu crklaren, \vcnn raan nicht et\va 
annehracn \vill, dass sic insofcrn auf cinera lrrthura beruhen, als 
der provenzalischc Chronist tlcn spiiter eingetretenen Zustand, w<>, 
\vie wir sehen werden, die beidcn Hriider wirklich die Hurg geinein- 
schaftlich lwsassen, rait Unrecht und falschlich als den ursprûnglichen 
und rechtmassigen angesehen hat. Sieht raan jenc \\'orte aber als 
richtig an, so \vare vicllcicht der Sachverhalt folgendennassen zu 
dcnkcn. Durch den Resitz von Autafort \var Constantin der Lehns- 
herr seincs alteren Bruders ge\vorden, ein \ T erhíiltniss , das dcn 
Feudalsatzungen jener Zcit direct \vidersprach und das mit Recht 
dcm Bcrtran Ursache zur Klage geben mochte. Dieser konnte 
ausscrdem darauf himveisen, dass, wenn ein so \vichtiger Theil dcs 
Farailienbesitzes, \vie Autafort, eincr Tochtcr als Mitgift mitgegeben 
\verden konnte, dies mit demsell>en Recht, wie bei Agnes, so bCreits 
bei Ifertrans und Constantins gemcinschaftlicher Mutter, ebenfalls 
einera Fráulein dc las Tours, Rattc geschchen inûssen, \vodurch 
Autafort zunachst an Itier und dann naturgemiiss an den âltesten 
Sohn, also an Bcrtran gefallcn \viire. Vielleicht war der alte Golfier 



*) Implacitavit Comites et Barones Ismovensei et caeteros comprovin- 
ciatrs, t/ui contra eum fiìiis suis tenuerant tempore gtierrae et multa grava- 
mina eis intuiit, secundum quod untts quisquc promeruit (Bouquel XIII, 1 73). 



Digitized by Google 



II 



dieser Argumentation zugànglich und licss sich durch die beiden 
envâhnlen Grûnde beuegrn, cin Abkommen zu trelïen, das die 
scheinbare UngerechtigUeit ausgleichen konnte, indem er niimlich 
Autafort beiden Hriidern gemeinsam ûberliess. 

VVie dera auch sei, Thatsache ist, dass das Verháltniss der 
beiden Brûder bald ein sehr feindseliges \vurde, und dass die erste 
Veranlassung dazu ein Attentat gewesen zu s«'in scheint, welches 
Bertran gegen Constantin als Besitzer oder richtiger wohl als Mitbesitzer 
von Autafort unternahm. In der schon cruiihntcn „razon" zu 20 
wird erzahlt, dass er sich der Burg bemiichtigte und den Constantin 
saramt seinen Sòhnen aus dem I^ande vertrieb. Die niiheren Um- 
stiinde dieser That vermògen wir nicht anzugcben, denn was 
I-aurens pag. 57 sq. erziihlt, scheint auf poetischer Hrfindung zu 
beruhen. Nach seiner Ansicht \var Autafort ira ausschliesslichen 
Besitz Constantins. Als nun einst, so heisst es bei ihm, Bertran 
hòrte, dass Constantin darûber gespottet habe, wie sein Bruder 
nach so grossen Ansprùchen sich mit einer so massigen Heirath 
hátte begnûgen mùssen, brach sein Zorn in hellen Flammen aus; 
er schuor, dass nicht drei Tage vergehen sollten, bis sein Banner 
auf Schloss Atltafort wehen wùrde. Kr miethete eine Schaar uilder 
Sòldlinge, damals Brabanter genannt, und ùlíerfiel eines Nachts 
die Burg. Der Angriff gelang vollstiindig, die Besatzung \\urde 
ùberrumpelt, Constantin entkam mit seiner Familie durch einen 
unterirdischen Gang und erfuhr erst draussen, durch wen er aus 
seinem Besitz vertrieben worden \var. 

Folgen wir nunmehr wieder der vorhin eruáhnten Lebens- 
nachricht, so ergiebt sich daraus, dass Constantin sich ura Hùlfe 
an seinc Frcunde und Nachbaren wandte, namentlich an Ademar, 
den Vizgrafen von Limoges, an Amblart, den Grafen von I'érigord 
und an Tallevrand von Montagnac. Kr beschuerti- sich bitter ùber 
seinen lìruder, doch sprach er auch hier nur von einera Mitbesitz 
seinerseits, nicht von einem ausschliesslichen Besitz des strittigen 
Schlosses „// h degtuiion ajudar contra son fraire en Bertran, qui 
malamen tenia Autafort, t/u'tra mieitz sieus e no Ven volia dar 
neguna part, anz l'avia malamen dezeretat". Sei es, dass jcne Baronc 
ùber diesen Rechtsbruch eraport varen, sei es, dass sie auch sonst 
dem Brrlran nicht gewogen \varen, genug, sie raachten Constantins 
Sache zu der ihrigen, begannen einen heftigen Rrieg gegen den 
L^surpatf»r, eroberten schliesslich Autafort, wo sie nun den Constantin 
allein cinsctzten, wiihrend Bertran selbst mit dcr Besatzung entkam. 
Aber dieser \var nicht der Manu, der so leicht cinen Plan auf- 
gegeben hiitte; vielmehr waren die Bundesgenossen seines liruders 
kaum in ihre Heiraath zurùckgekehrt, als er sammt seinen Freunden 
und Angehòrigen vor der Burg erschien und einen neuen Kampf 
begann. Das Schloss aber war stark, die Belagerung zog sich in 
die Lânge, und endlich l>ot Bertran seinem Bruder einen Frieden 
an unter der Bedingung, dass der frúhere Zustand des geraein- 
schaftlichen Besitzes wieder hergestellt wùrde. Constantin besass 



Digitized by Google 



12 



nicht die Energie seines Bruders, es heisst von ihm in der „razon" 
zu 44 „non tra hom qut smtrcmtsis molt dc valor ni d'onor 4 * und so 
hielt er cs fûr das Gerathcnste, licber diese Bedingungen anzu- 
nehmen, als durch Ablehnung derselben Alles auf das Spiel zu 
setzen, um so melír, als offenbar seine frúheren Bundesgenossen 
nicht mehr so Uraftig zn ihm standen, und so zog denn Bertran 
zum zweiten Male, wer>n auch nicht als Sieger, so doch als Mit- 
beherrscher in die vielumstrittene Vcste ein. Dies et\va war der 
Hergang, wenn wir der „razon" zu 44 folgen, und es seheint kein 
Grund vorzuliegen, dieselbe ftir falsch zu halleii, da sie \Vider- 
scrùche nicht aufweist Naeh I^iurens hâtten die vorhin genannten 
Barone, nachdem sic dcm Constantin das crstc Mal gegen seinen 
Bruder beigestandcn, denselben beim zueiten Angrift iiberredet, auf 
den Alleinbesitz Autaforts zu verzichtcn und so w;ìre nun erst auf 
ihr Anstiften die Theilung der Herrschaft z\vischen Heide vorgc- 
nommen worden. Abgesehen aber davon, dass eine solche Aus- 
kunft sich schwer erkl;iren lâsst, falls sic nicht etwa ein einfaches 
Zuriickgreifen auf dcn status qtto antc ist, so \vidersprieht, wic ich 
schon angcdeutet, diese Erzàhlung dircct der provenzalischen 
Lebensnachrich t. 

Hier mûssen \vir eine Pause in Hertrans (ieschiehte annehraen, 
denn, obvvohl in der Ltîl>ensbeschreibung gleich nach diesem Ericdens- 
schluss ein neucr Hruderz\vist berichtct \vird, so folgt tloch daraus 
nicht, dass bcidc Ercignissc auch zeitlich sich unmittclbar an einandcr 
anschlossen, da in jener Heschreibung Angaben ûber dic Zeit tiber- 
hatipt nicht gemacht \verden. Dagcgen miissen wir versuchen fcst- 
zustellen, wann dcr eben erzâhlte Kampf sich zugetragen. haU 

Nach Laurens' Darstellung \v;irc derselbc in die Zeit zu sctzen, 
welche zwischen Bertrans Verheirathung und dem grosscn Aufstand 
dcr aquitanischen Barone vom J«mre 1168 liegt (pag. 57 und 65). 
Andrcrseits alx»r berichtet er, ebenfalls auf Seitc 57, dass der Z\vist 
ausgebrochen sei nach dem Tode des alten Olivier de las Tours, 
dcs Sehwiegervaters Constantins. Er schcint nicht zu beraerken, 
dass diese beidcn Angaben im grellsten \Viderspruch zu einander 
stehcn, da Olivier im Jahre 11 80 starb. Dersclbe hatte sich 1 1 79 
zugleich mit raehreren andem Haronen nach dein heiligen Landc 
begcben, war daselbst am 17. April des folgenden Jahres in Jeru- 
salem gcstorben und von seinen I.antHeuten ebendort ehrenvoll 
begraben worden (Chronicum (iaufredi Vosicnsis, Houquet XII, 447 
und 448). 

Mir scheint cs nun unzweifelhaft zu sein, dass Hertran sein Attentat 
erst nach dera Heginn des Jahres 11 80 unternahm. Dcnn, mochtc 
ntin der alte Olivicr Autafort seinem Schwiegcrsohn allcin oder in 
(ieraeinsehaft mit dcssen Hrudcr ûbcrlasscn haben, jedenfalls blieb 
er iinmer der beiden geraeinsarae Obcrherr, ja, \venn raan will, dcr 
eigentliche Hesitzer dcs Sclilosses, und es ist daher nicht anzu- 
nehmen, dass Bertran es gevvagt haJien solltc, bei Lebzeitcn dcs 
Olivicr einen Schritt zu thun, der ihn nothwendig in einen Krieg mit 



Digitized by Google 



13 



dem miichtigen Hcrrn dc las Tours hftttc bringcn míisscn. Gegcn 
dicse Aimahme spricht aber ausser der Wahrschcinlichkeit auch 
noch die Thatsache, dass Constantin sich um Ilûlfe nicht an scinen 
Schwiegervater, sondern an seine Nachbarn wandte. Dies lásst sich 
kaum anders als dadurch erklárcn, dass der Schwiegervater eben 
bereits todt oder *venigstens nicht mehr hn Lande war. 

\Vir werden daher wohl nicht allzuweit fehlgreifen, wenn wir 
annchraen, dass die raehrfach enváhnte Bruderfehde itn Jahre 1 1 80 
odcr bald darauf Statt gefundcn hat. 

Es mòchte hier der Ort sein zu untersuchen, in welche Zcit 
xlie Liebschaft Bertrans mit Maenz von Montagnac fállt. Diez stellt 
keine Vermuthung darùber auf, Laurens nimmt an, dass es nach 
I Ieinrichs II. Tode, also nach 1 1 89 gewesen sei. Dagegen spricht 
aber vor allem, dass Bertran in einem zu Ehren der Dame ge- 
dichteten Licdc, niimlich No. 37, den Rassa und den Marinier, 
d. h. den Prinzcn Gottfried von der Bretagne und Heinrich, den 
jungen Kònig, anredct, von denen der ersterc 1186, der letztere 
sogar schon 1183 starb. Daraus geht also rait Evidenz hervor, 
dass \venigstens <ler Bcginn des Vcrhaltnisscs schon vor das Jalir 
1 1 83 zu setzen ist. 

Die Darae hiess, wic schon gcsagt, Maenz d. h. Mathilde und 
war, \vie wir aus der „razon" der Liedcr 12, 15, 37 und 38 cr- 
fahren, die Tochter des Vizgrafen von Torena. Laurens unter- 
sucht nicht, \ver damit gcmeint sei, Diez will darunter Boso II. 
verstehen. Dieser Vizgraf kam jcdoch, wie Gottfried von Vigcois 
(Bouquet XII, 436) berichtet, bcreits Ende Juni 1 143 um, indem 
er bci dcr Belagerung von Roche Saint-Paul durch eincn Pfeíl- 
schuss gcttidtct wurde. Da nun sein einziger Sohn Raimund, der 
spitter als Raimund II. zur Hcrrschaft kara, erst vier Monate nach 
des Vaters Tode geboren wurde, so mùsste dcssen Schwester, falls 
cr cine solche hatte, jedenfalls frûher als dicser, also spiitestcns 1 142 
gcboren sein. Dann wâre sie abcr cinige Jahre alter als Bertran 
selbst ge\vesen und hiitte um 1 1 80 bereits fast vierzig Jahre gezâhlt, 
ein Altcr, welches doch wohl eine Liebschaft ausschliesst , da einer 
iiltercn Frau gegenùber des Dichters ûberschwengliche Schilderung 
ihrer Reize einfach lacherlich gcwcsen sein wùrda 

Da nun auch ausserdem in der vorhin crwahnten Quellc ùber- 
haupt nicht von Tòehtern Bosos II. dic Rede ist, so wcrden wir 
\vohl gcz\vungen scin, nicht Boso II., sondcrn desscn cben genann- 
ten Sohn Raimund II. als den Vater der Maenz anzunelunen. Diese 
Annahme wird auch andenveitig bestiitigt. Aus der „razon" zu 12 
geht námlich hcrvor, dass Maenz noch zwei Seh\vestern be- 
sass, nàmlich Maria von \ r enta<lorn und Elisc von Montfort, 
cine Notiz, die durch Bertrans eignc \Vorte bestiitigt \vird. In 
einera aus dem Jahrc 1182 stammenden Gcdichte hcbt cr die 
drei Schuestern aus Turcnne als Dainen hervor, \vclche tlurch 
ihre Schònhcit \veit und breit iMTÙhint seinen (9, 17 — 19). Die 
\'enniihlung <ler eben g<'nannten Maria mit Ebolus, Vizgrafen von 



Digitízed by Google 



14 



Ventadorn bcrichtct dcrsclbe Gottfried (Bouquet XII, 424). Diez 
hattc angcnommen , dass dies Ebolus IV. gewcscn sci, welchcr im 
Jahre 1 1 70 auf der Rúckkehr von Jcrusalem starb. Dem gcgen- 
ûber weist jedoch Robert Meycr (Das Lebcn des Trobadors Gaucelm 
FaidiL Heidelbcrg 1876, pag. 23) cíarauf hin, dass Ebolus IV. mit 
Sibylla, der Tochter Radulfs von Faya, Seneschalls von Aquitanien 
vcrheirathet gcwesen sci, und dass daher jene Notiz des Gottfried 
sich offenbar auf dessen Sohn und Nachfolger Ebolus V. beziehcn 
mùsse. Er macht es wahrscheinlich , dass dic Vcrmâhlung dieses 
Vizgrafen mit Maria von Turenne im Jahre 1191 Statt gefunden 
hat, und folgert hieraus auch fúr die Maria, dass sie nicht die 
Tochter Bosos II., sondern Raimunds II. isL 

VVenn es deranach als ziemlich ausgemacht gelten kann, dass 
Mathilde die Tochter Raimunds II. von Turenne war, so ist es 
schwieriger festzustellen, wer ihr Gatte gewesen isL Sie wird stets 
Maenz von Montagnac genannt, und in der „razon" zn 15 heisst 
es, sie sci die Gattin Talleyrands ge\vesen, welcher in den Scholien 
zu 1 2 ausfûhrlicher der Bruder des Grafen von Périgord gcnannt wird. 
Diez und die ûbrigen Biographen acceptircn diese Angabe, \vonaeh 
unter dem Grafen von Périgord Niemand anders als Elias V. ver- 
standen werden kònnte. Nach Art de vér. 1. d. (X, 204) hatte 
dieser allerdings einen Bruder, Namens Guillaumc-Talleyrand, und 
es wird dort sogar hinzugefùgt, dass er einc Frau Namens Mensa 
oder Mathilde bescsscn habe, in welche der Troubadour Bertran 
de Horn sich vcrliebt habe doch ergiebt sich aus der zulctzt ange- 
fùgten Bemerkung, dass fûr diese Behauptung eben auch nur die 
Lebensnachricht des Dichters als Qoelle gcdient hat, sodass wir 
hierin keine Bestiitigung tler obigen Angabe der „razon" lìnden 
kônncn. Dieselbe muss aber, wie wir spiiter sehen werden, aus 
mehr als einem Grunde in Zwcifcl gczogen werden. 

Dass es zunâchst eincn Herrn von Montagnac gab, steht fest. 
Ein solcher ist uns bereits aus dcm Streite Constantins mit unserem 
Dichter bekannt geworden, in welchem er Bertran feindlich gegen- 
ûbertraL Schon dieser Umstand muss es hochst verdàchtig er- 
scheinen lassen, dass innerhalb des langjiihrigen Streites z\vischen 
den beiden Brûdern der Dichter intimen Umgang mit der Familie 
eines Barons hat píìegen sollen, wclcher, wenigstens im Anfang, 
enLschieden und mit btnvaffneter Hand Partei fûr seinen Gegner 
ergnnen natte. 

Al>er es kommen noch weitere Schwicrigkeiten hinzu. Nach 
Gottfried von Vigeois (Bouquet XII, 425) und nach Art de vér. 1. d. 
X, 205, wo auf das Cartularium der Abtei Dalon venviesen \vird, 
war Elias V. von Périgord, also der iiltere Bruder VVilhelm-Talley- 
rands, ebenfalls mit einer Tochter Raimunds II., \ r izgrafen von 

') Diez behauptet (L. u. W. 181), in Art <lc vér. 1. d. wcrdc angegeben, 
Maenz sci mit dcm Oheim des Hlias und Wilhelm vcrhcirathct gcwesen. 
Dies ist jednch ein Irrthum, vielmehr belìndct sich jenes Werk in víilli^cr 
Ucbcrcinstimmung mit Diez. 



Digitized by Google 



'5 



Turenne verheirathet , dic jedoch in der Quelle nicht mit Namen 
genannt wird. Da nun diese positive, wohl verbûrgte Nachricht 
fùglich niclit angcfoehten werden kann, so wûrden wir nnthwendig 
zu der Schlussfolgcnmg gefùhrt werden, dass Raimund II. vier 
Tôchter gehabt hat, eine Schlussfolgerung, die Robcrt Mcyer (I. c. 
pag. 24, Aîira.) auch fûr richtig hiilt. Dieser Annahme widerspricht 
aber nicht nur die Lelicnsnachricht, sondcm auch die oben ange- 
fùhrte Stclle Hertrans de Horn selbst, wo bciderseits auf das Be- 
stimrateste von drei Sch\vestern aus Turenne gesprochen wird. 
\Vie sollcn wir aus diesera Dilerama herauslcommen ? Ich denke, 
auf folgende VVeise. In Hezug auf Maria von Ventadorn und Elise 
(Mler Alix von Montfort kann kein Zweifel obwalten, da deren 
Heirathen auch anderweitig historisch l>estatigt werdcn, dagegen 
glaube ich, dass Macnz von Montagnac und die Cattin des 
Klias V. von Périgord ein und dieselbe Person, nicht 
aber Schwestcrn seien. Der lrrthum wâre dann dadurch ent- 
standen, dass der Scholiast Hertrans den Elias mit scinera Hnider 
VVilhelm venvechselt hiitte, was sich um so leichter erìdiiren liesse, 
als nach Art de vér. 1. d. X, 204 auch ersterer wie sein Hruder 
den Heinamen Talleyrand fiihrte und hiiulig allein mit diesem 
Namen liezcichnet wurde, wic ja auch der Gatte der Maenz in der 
„razon" iinmer nur Talleyrand genannt wird. \Vir wûrden positiv 
beweisen kònnen, dass diese Vcnveehselung in der That Statt ge- 
funden hat, wcnn nicht unglùcklichcr \Vcise Gottfried von Vigeois 
in der zitirtcn Stellc vcrabsâumt hâtte, den Namen der Gattin des 
Elias V. anzugeben. Dass aber die Lebensnachricht Hertrans 
keineswegs unl»edingte (ilaubwùrdigkeit vertlient, werden wir bald 
an weiteren Heispielen erfahren. 

Durch die soeben aufgestellte Annahmc heben sich alle vorhin 
hervorgehobcnen Schwierigkeiten auf das Hestc. Es bleiben drei 
Schwestern, die Nachricht Gottfrieds von Vigcois wird bcstâtìgt 
und Maenz ist nicht die Gattin des Ilerm von Montagnac, der 
zur Partci ConsUintins hielt, sondem die des Elias, welcher, wie 
wir sehen werden, im Jahre 1183, also kurz darauf zu den intim- 
sten Gefàhrten und VVaffenbrùdcrn unseres Dichtcrs gehôrte. 

Da Gottfried zwar von Elias' Gattin nicht aber von dessen 
Kindem spricht, so geht daraus hervor, dass ira Jahre 1183, wo 
Jencr seine Chronik becndete, die Heirath bereits vollzogen war, 
wâhrcnd h<">chst wahrscheinlich von den drei Sòhncn des Elias da- 
raals noch keiner das Licht dcr VVelt crblickt hatte. 

\Vann hat aber das Verhâltniss unsercs Dichters rait Maenz 
Statt gefunden? Diese Frage ist nicht leicht zu entscheiden. Dass 
dasselbe bercits vor 1183 wenigstens begonnen haben rauss, habe 
ich l)ereits envahnL Vielleicht gelingt es jedoch, die Zeit noch 
genauer zu fixiren. In dcm Liede 19 niimlich, welches, wie wir 
sehen werden, etwa Endc 1 182 verfasst ist, erklart der Dichter, 
sein „Hels Senhcr" mòge sich nunmchr nach eincm andenì Cour- 
macher umsehen, da er, Hertran, jetzt der Kronc aller Erauen diene 



Digitízed by Google 



i6 



(19, 11 — 14). Nun ist aber „Bels Senher" gerade der Versteclc- 
narae, mit dera er die Macnz anredct z. B. 12, 61; 1 ) auch wenn er 
37, 62 von seinem „Bel Mal Senhor" spricht, so meint er dieselbe 
Damc. VVenn nun der in IJed ig gcmeinte „Bels Senher" mit dem 
eben angefûhrten identisch ist, so wûrde die Uebschaft in die Zeit 
vor den Winter 1182 zuriickgerùckt. 

Dieses Argument wird allerdings etwas abgeschwâcht durch 
dic Thatsache, dass der Ausdruck „Bels Senhcr" noch in cinem 
andern Liede (3, 61), das, wie spiiter sich herausstcllen wird, wahr- 
scheinlich zu Anfang von 1 igo entstanden ist, gebraucht wird und 
zwar ebenfalls zur Bezeichnung der Geliebten, die jedoch nach dem 
Zusaramenhang unmòglich Maenz sein kann. Wcnn es aber auch 
glaublich ist, dass der Dichter spâter, nachdcm sein Verhàltniss zu 
Maenz lângst zu Ende war, den frûhern Vcrstccknamen derselben 
auch auf eine andre Dame angewandt hat, so ist doch nicht anzu- 
nehmen , dass er fast zu derselben Zeit (denn es ist nicht mòglich, 
das Verhâltniss mit Maenz allzu weit von 1182 rûckwàrts zu legen) 
zwei verschiedene Geliebte rait ein und demselben Namen Indegt 
haben sollte 5 ). 

Vielleicht finden wir aber noch cinen wciteren Anhalt zu der 
gewúnschtcn Zeitfcststellung in cinigcn WorU'n des bcreits oben 
envâhntcn Gediehtes 37, nâmlich in den Vcrscn 56 — 60 desselben : 

Mariniers, vos avetz honor, 
e nos avcm camjat senhor 
bon gerrier per tornejador, 
e ỳrec a'n Goijier de la Tor, 
rnos chantars nolh Jassa paor. 

Sollten diese \Vorte nicht cinc Anspiclung cnthaltcn auf den 
YVechsel von Bertrans Lchnsherm ? \Vic bcreits l>crichtet, war der 
alte Olivicr de las Tours im Jahre 1179 nach dem hciligen I^nde 
gezogen und daselbst Anfang 1 180 gestorben, sodass min sein einziger 
Sohn Golíìer, dcr Bruder von Agncs und Schwagcr Constantins 
seine Stellc cingcnomincn hatte. Diescr war in <lcr 'I'hat nicht so 
kricgcrisch gesinnt wie scin Vatcr, und, da Bi-rtran in dem genannten 
Gedichtc sich zicmlich energisch g«*gen dic allzu friedliebenden 
Baronc ausgcsprochen, so war vielleicht dic Art von F.ntschuUh'gung, 



') Im Gcleite dieses selben Gedichtes schickt cr das Lied zwar seinem 
„A/iman", womit er nalùrlich auch scine Damc mcint, doch widerspricht <iies 
nicht dcr obcn ausgcsprochcncn Ansicht, da der Ausdruck ..Aziman" d. h. 
,,Maynet" bei dcn Dichtcrn so all^emein gebrauchlich ist, dass er nicht mehr 
als Versteckname, sondern als alljjemcine Bczeichnun}; fiir die (ìeliebte ^ill. 

') Rob. Mcyer (I. c. 33 sq.)- weist nach , dass bei Gaiu elm Faidit „Plus 
Avinen" in einigen Gcdichten cine Geliebte, in andern cincn Gonner bezeichnet 
und er fiijjt hinzu : „Dic zwiefache Verwcndunj; eincs Vcrstccknamcns durch 
denselben Trobailor ist keineswej;s ohne Bcispiel; doch knnntc ein Dichter, 
wcnn cr nicht zu einer Undeutlichkeit Anlass j,'eben wollte, mit demselben 
Namcn nicht zwei Pcrsonen nebeneinander . scindern nur jjcraume Zeit nach- 
einander bczeichnen." 



Digitized by Google 



17 



welche Bertran in den oben zitirten Worten an den Gouffier richtet, 
nicht ganz ûberílûssig. 

Sollte jedoch mit dem „senhor" nicht der Lehns- sondern der 
I^ndeshcrr gemeint sein, so lcònnte von einem Wechsel desselben 
nicht dic Rede sein, da Richard zwar, wie Radulf de Diceto 
(Houquct XVII, 647) erzàhlt, im Altcr von 22 Jahren d. h. 1 179 noch 
ein Mal feicrlich zum Herzog von Aquitanien gemacht wurde, dies 
aber nichts als eine Formalitàt war, weil er bereits seit dem Ver- 
trage von Montmirail 1 1 69 dicse Wúrdc besass. Dagegen kônnten 
dann jene Worte bedeuten, dass Richard aus eincm Krieger sich 
in einen Toumierhelden vervvandelt habe. Aber auch dann wùrden 
sie etwa auf das Jahr u 80 zu deuten sein, da Richard nach dem 
eben genannten Chronisten noch im Jahre 1 1 79 einen energischen 
Krieg gegen Gottfried von Randion und den Grafen von Angoulème 
zu fùhren hatte, nach deren Besiegung, wie es heisst, Niemand von 
der Normandie bis zu den Pyrenàen sich gegen ihn aufzulehnen 
wagte. 

Aus den vorhergehenden Envàgungen ergiebt sich als sicher, 
dass ditï Liebschaft Bertrans mit Maenz bcreits vor II 83 begann, 
als wahrschcinlich , dass sie zwischcn 1180 und Ende 1 182 ihren 
Anfang nahm, und diescs Rcsultat wird auch durch das muthmass- 
liche Alter der Mathilde durchaus bestàtigt Da nàmlich ihr Vater 
1 143 geboren wurde, so kann sie nicht gut vor 1 1 63 zur Welt 
gekommcn scin , so dass sie 1 1 83 , als sie bereits verheirathet war, 
zwanzig Jahrc zàhlte. 

Wie langc nun abcr das Verhàltniss gedauert, vermag Ìch 
nicht zu cntscheiden. Ich lcge daher nunmchr dic ganze Ent- 
wickelung desselben dar, so wie sie sich aus den Gedichtcn Bcrtrans 
und dcn dazu gehórigen „razos" ergiebt 

Unter die zum Lobe diescr Dame gesungcnen Lieder gehòrt 
vor allem 37 , welches die Form eincr Zuschrift an den jungen 
(iottfried tràgt, da jede Strophe mit dem Worte „Rassa" beginnt 
Die ersten drei derselben sind dem Preise seiner Geliebten ge- 
widmet, welche an Vorzùgen alle Rivalinnen ùbertrifft ( 1 — 9), nicht 
nur, weil sie der Inbegriff aller kôrperlichen Reize Lst (12 — 22), 
sondern namentlich, weil sie sich durch ihre Gesinnung auszeichnet, 
zuerst, indem sie nicht, wie manche Coquctten, sich mit einer 
Schaar Anl>eter umringt, sondern sich mit einera begnûgt (10, 1 1), 
sodann al>er, wcil sie sich bei ihrer Wahl nicht durch Macht und 
ausserc Stcllung blenden lûsst; vielmehr ist sie gegenúber den 
Reichen als solchen nur stolz, dagegen huldreich gegen die 
Wackcren, auch wenn diese arm sind (23 — 28); da sie nun den 
Dichtcr mit ihrer Neigung beglùckt hat, so bestârkt dieser sie 
durchaus in ihrer Gesinnung (29 — 33). 

In der „razon" wird noch behauptet, dass Bertran in seiner 
Bewerbung um Maenz màchtige Nebenbuhler gehabt habe, nàm- 
lich Richard und Gottfried, sodann Alfons von Aragon und 
Raîmund von Toulouse. Aber Diez meint mit Recht, dass diese 



i8 

Behauptung wohl nur cntstandcn ist aus dcr wòrtlichcn Auffassung 
der Verse: 

non vol Peitieu ni Tolosa 
ni Bretanha ni Saragosa, 
die aber, wie der Zusammenhang lehrt, hildlich zu nchmen sind. 

Diesc frcundschaftlich iârtlichen Bczichungcn Bcrtrans zu scincr 
Damc solltcn jcdoch bald getriibt wcrdcn, und zwar war dcr Vor- 
gang nach der „razon" zu 15 folgender: Kiner dcr Nachbarcn dcs 
Dichtcrs, der Vizgraf von Comborn, vcrhcirathcte sich mit Guisearda, 
Schwester des Guiscard von Beaujeu in Burguud, ciner Damc, dic 
weit und breit ihrer Schònheit wcgcn gcfeicrt wurdc. Als nun ihre 
Ankunft bevorstand, bcgrûsstc aueh Bcrtran sic mit einigcn Strophen, 
(No. 1). Er preist das Land Limousin glúcUlich ob dcr F.hre, dic 
demselben bevorsteht, indem allc liebenswûrdigen Eigenschaftcn und 
Tugenden deraniichst daselbst in Gestalt der Frau Guiscarda ihren 
Einzug halten werden (1 — 5). Da gilt es denn auch fúr die 
Miinner, allc diejenigen Vorzùge zu zeigen, durch welche man 
hoffcn darf, die Gunst der Fraucn zu crwcrbcn. Ein cchter Licb- 
habcr muss túchtig, wacker, edcl von Gesinnung scin; muss den 
Fraucn gegenùber sich dienstfertig und demùthig, sonst aber hoch- 
herzig und freigebig zeigcn; es muss in Bczug auf seine ausscrc 
Ercheinung gew;ihlt scin; cr muss nicht nur auf Hoffcstcn, sondern 
auch im Waffenspicl, und zwar dcm fricdlichcn, dcm Tournier, wie 
dcm lvriegerischen, dem Kampf, glcichmássig sich auszcichncn ; — nur 
wenn er alle diese Bedingungen crfùllt, darf er hoffen, das Hcrz 
der Damcn zu erobcm (6 — 11); jctzt al>er ist Gelcgenheit gegeben, 
sich in allen dicsen Punkten zu be\v;'ihren, da Frau Giscarda im 
Anzuge begriffen ist (12 — 14). 

Durch diesc cincr frcmden Damc erwicsenc Artigkcit wurdc 
Mathildc so erzùrnt, dass sie dcn Dichtcr vcrabschicdetc. Es 
scheint, als ob Bertran zucrst beschlosscn hat, auch seincrseits in 
die Trcnnung zu willigcn und sich dem aufgehenden Stcrne ganz 
zuzuwènden. Wcnigstcns dùrftc Lied 10 fùr diese Annahme 
sprechen. Er erklàrt hicr nàmlieh, derjcnigc thuc rccht, wclchcr 
das Bcsserc fûr das Gutc eintauschc, und cr sclbst habe den Vor- 
satz, dcr Bcsseren so trcu zu dienen und zu huldigen, dass sie 
ihn fùr den erlittenen Verlust entsehàdige und dcn Schmcrz, in 
welchen die treulose Verràtherin ihn versetzt, in sùsse Hoffnung 
venvandle (1 — 10). Die Limousincr, fahrt er dann fort, haben 
Anlass froh zu sein, denn unter ihnen wcilt dic Damc, die, so wcit 
der Erdball reicht, nicht ihrcs Glcichen findct; allc Freudc kommt 
nur von ihr und sie hat deren so viel, dass sie von dem Ueber- 
schuss eineti Traurigcn heiter zu stimmcn vermag (11 — 20). Sie 
ist so sehr das Ideal allcr Vorzùge und Tugcnden, dass allc 
diejcnigcn, \vclehe ihr cin Mal haben huldigcn dùrfen, mit Schn- 
sucht ira Hcrzcn von ihr scheiden (2 1 — 30). Sic hat vcrsprochcn, 
den als Liebhaber anzunehmcn, wclcher am meisten Tùchtigkeit 
besitzen wird. Daher \vird Jedermann zu dem edlen Wettkampf 



Digitized by Google 



19 



herbeicilen, denn auch der Beste kann dabei gcwinncn, wenn er 
sich als freigebig, ehrenliaft, dienstíertig und gewandt crweist 
(31 — -40). Das Lied soll dahcr Allc, Armc und Rcichc, zum 
\Vcttstreit auffordcrn und der, wclchcr ihre Cìunst enverben wird, 
so hotft der Dichtcr, der wird auch sondcr Zweifel den Lohn der 
Licbe davontragen (41 — 48). Das Gcdicht ist an Boso von 
Turenne, dcn jiingern Bruder des regierenden Grafen Raimund, 
gcrichtet und Bertran fordert ihn auf, cbenfalls bestrebt zu sein, 
den ausgesetzten Preis zu crringen (49 — 52). 

Aber, sei es nun, dass in dem \Vtttkarapf ein Andrer unserem 
Bcrtran den Rang ablief, sei es, dass er allraiihlich der Vorzùge 
des „Guten" gegcnûbcr denen dcs vermeintlich „Besseren" doch 
wieder hewusst wurde, genug, cr machtc den Versuch, sich mit 
Maenz wieder auszusòhncn und richtctc cins dcr originellsten Ent- 
schuldigungsliedcr an seinc Dame, die je geschrieben worden sind 
(No. 15). Er betheucrt seincr Hcrrin, dass er nie eine Andre als 
sie geliebt und dass dic gcgcn ihn vorgcbrachtcn Beschuldigungen 
niedertrâchtige Verlcumdungcn scien (1 — 6). Er wûnscht die 
denkbar unangenchmsten Widenvartigkeitcn auf sich herab, falls 
seine Vcrsicherungen auch nur cinen Dcut von der Wahrhcit ab- 
wichcn: \VùrgcfaIkcn mògcn scinen Jagdsperbcr vor seinen eignen 
Augen zcrrcissen (6 — 9), im trautcn Umgang mit sciner Gclichten 
mòge die Manncskraft ihn vcrlasscn (13 — 18), im Brctspiel mòge 
er bestïindig Unglùck habcn und vcrlieren (19 — 22), Thcilbesitzcr 
will cr in cinem Schlosse mit drci Andcm scin, mit dcnen cr in 
Ecindschaft lebt, so dass er fortwâhrcnd Bogenschùtzcn , Acrzte, 
Schergcn, \Vachcn, Thùrhùter nòthig habe (25 — 29), seine Liebstc 
mòge ihn fùr einen Andern aufgeben (31), der \Vind mògc ihm 
auf hoher See ausgehen (33) und am Rònigshofe sollcn dic 
Pfòrtner ihn schlagen (34), ja er wùnscht der erste zu scin, dcr im 
Kampfe die Elucht ergreift (35), endlich, wenn er einen prâchtigcn 
Entenhahicht hcsitzt, so soll er ihm ganzlich unbrauchbar gemacht 
wcrden (37 — 41), wenn die Hinterhringer jener Nachrichten nicht 
schmiihlich gelogen haben. Sie raòge daher nicht zugeben, dass 
durch bòse Verliiumder Unfriede zwischen ihn und sie gebracht 
werde (3 — 6). 

Doch, so gut gemeint und drastisch auch dies Entschuldigungs- 
schreiben war, es vermochte nicht, den Zorn der Mathildc zu Ih'- 
sanftigcn; sie grollte nach wie vor dem Sanger, den sie mit Rccht 
oder mit Unrecht dcr Untrcue zieh. Da beschloss denn Bertran 
als scharfer Menschenkenner ein Mittel anzmvenden, das seiner 
Meinung nach einen unfehlbaren Erfolg haben musste, er beschloss 
an die Eitclkcit sciner Dame zu appelliren und verfasste zu diesem 
Zwecke das Licti 12, in welchem er eincn ausserst gelungenen 
Einfall zu einer fcincn Schmeichelei fùr che Maenz verarbeitete. 
Da namlich sein „Bels Senhcr" (61) ihn fortgeschickt hat, und zwar 
ganz ohne Grund (3), so ist cr rathlos und, falls er uicht eine 
Dame findet, welche dcr Erstcrcn gleicht, so will er hinfort ganz 

2* 



Digitized by Google 



I 



20 

der Lfebe entsagcn (i — 10). Da nun aber keine seiner frûheren 
Hcrrin an Schònhcit, Anrauth und liebreizcndem \Vesen glcich- 
kommt, so \vill cr die Vcrlorenc dadurch ersctzcn, dass er bci den 
gefeierLsten Damen seiner Zcit Hilfe sucht und zwar so, dass er 
Jeder derselben denjeiùgen Vorzug entlehnt, durch \velchen sie 
sich geradc bcsonders auszeichnet (11 — 20). So nimmt er die 
frischc Farbe und den verlicbten Blick von dcr schònen Ciml>eline 
(21 — 23); Frau Elise soll ihm ihre \vitzige Untcrhaltungsgabc ùbcr- 
lasscn (28 — 30) ; die Vizgráfm von Chalais muss ihrcn Hals und 
ihrc zarten Hânde (31 — 33); Frau Agnes von Rochccouard ihr 
vielgepriesenes Ilaar beisteuern (34 — 40); der Frau Audiart ent- 
lehnt er ihr artiges Wesen (41 — 40), seiner „Resser als gut", d. h. 
also \vohl Frau Guisearda, ihren schlanken, jungen Leib (47 — 50); 
wenn cr nun noch die herrlichcn Ziihne der Frau Faidida und 
ihre Gcschicklichkcit im Antworten (51—55), cndlich das heitere 
\Vcsen seiner „Bel Miralh" hinzufiigt (55 — 60), so glaubt er ein 
wahres Muster von Schònheit hergestellt zu haben. Aber ach! 
kaum ist dies ideale Weih vollendet, so erkennt der Dichtcr doch 
sofort, dass er sich nach dieser bei Wcitera nicht so sehnt, wie 
nach seincr zùrnenden Geliebten (61 — 63), ja er ist von Letztcrer 
so eingenommen, dass cs ihm mehr Genuss bcreitct, nach seiner 
Darac zu schmachtcn, als die Andre in seinen Annen zu halten 
(67, 68). Mit Recht fragt er sich, warum er trotz dieser so warmen, 
hingebenden Liebe verschmaht \verde (òg, 70). . 

Diesen originellen Gedanken Hertrans nutzte ein spiiterer 
Dichter, Elias de Barjols, zu eincm ahnlichen Z\vccke aus. Da nârn- 
lich, wic dicscr erkl;irt, es keinen Rittcr gieht, der \vùrdig \vare, 
der Geliebte seiner Dame zu uerden, so wird er ihr aus dcn 
vorzùglichsten llerren einen construiren, der sich mit ihr messen 
kònne : 

farai rìun tot nou qrìer bos, 

e penrai de las faissos 

de quada un de las melhors quauran, 

tro vos ajatz cavaìier ben estan; 
worauf er genau so wie unser Dichter verfâlirt EI. de Barj. 5, 13 sq. 

Aber, \vas Rertran so sieher erwartct hatte, trat nicht ein, 
Frau Mathildc liess sich \veder durch Sclnvùre noch durch Compli- 
mcnte enveichen. Da that Hcrtran, wie uns in der „razon" zu 38 
erziihlt \vird, cincn Schritt, welchcr cin charactcristischcs Licht auf 
dic Sitten und Anschauungen jener Zeit \virft. Er begab sich nach 
Sentonge zu Frau Tibors, der Gattin des Herm von Chalais, 
HerlK'sil und Montausicr, klagte ùbcr das ihm von Maenz \vider- 
fáhrene Unrt?cht und bat, dass sic ihn nun als ihren Ritter an- 
nehraen mòchte. Frau Tibors aber ant\vortctc folgcndcr Massen: 
„Herr Hcrtran, Eure Wortc haben mir eint-rseits Frcudc andrcrseits 
Schracrz bereitet; Freudc, weil Ihr zu mir gekommen seid und 
F^uch mir als Ritter angeboten habt; Schraerz, \venn ich fùrchten 
mùsste, dass Ihr dcr Frau Macnz Anlass zu ihrer I Iandlungsweisc 



Digitízed by Google 

J 



21 



gegeben habt. Ich vverde daher die Wahrheit zu erforschen wissen, 
und werde, falls es sich vcrhâlt, wîe Ihr sagt, versuchen, Kuch in 
ihre Gunst zurùckzufùhren; stellt es sich aber heraus, dass Euer 
die Schuld ist, so werde wcder ich, noch irgend eine andre Dame 
Euch als Ritter annehmen." Bertran war ùber diesen Bescheid 
hocherfreut und gelobte, falls er Mathildens Licbe nicht wieder- 
erlangen sollte, nie einer andern Dame dienen zu wollen als Frau 
Tibors, wohingegen diese versprach, dass, \venn ihr Vorhaben trotz 
Bertrans Schuldlosiglceit scheitern sollte, sie ihn als ihren Cavalier 
annehmen wollte. Und Frau Tibors hielt getreulich WorL Sic 
ùlx-rzeugte Frau Maenz von dem Missverstandniss , diese willigte 
ein, ihren Troubadour \vieder zu erapfangen und eine grosse Ver- 
sohnung fand Statt, bei \velcher Mathilde jedoch verlangte, dass 
Bertran und Tibors die Versprechungen lòsten und aufhòben, welche 
sie sich gegenseitig gegeben. 

So romantisch und abenteuerlich diese Episode auch Ulingt, 
so stcht dieselbe in der provenzalischen Litteraturgeschichte doch 
nicht vereinzelt da. Wie uns nâmlich Diez, Leben und Werke der 
Troubadours, pag. 256 erzâhlt, suchte auch Pons von Capdolh in 
gleicher Weise Hùlfe gegen seine erzùmte Geliebte Adalasia von 
Mercoeur; nur waren es hier drei edle Damen, dic ihre Hûlfc, 
jedoch el)enso bereitwillig, liehen und z\var mit demselben gùnstigen 
Erfolge. 

So war denn des Dichters lang ersehnter Wunsch endlich er- 
fùllt, und in dem Liede 38 giebt er seiner Frcude hieriibcr Aus- 
druck. Wcnn er anders\vo Ilùlfe gesucht hat, erklárt er, so ist dics 
eigentlich nicht im Ernste geschehen; vielmehr ist er und sein 
Sang zur eigentlichen Herrin \vieder zuriickgekehrt (12 — 15). Er 
hat Abschied genoraraen von dem Orte, \vo er so freundliche Auf- 
nahrae gefunden (16 — 18), und \virklich, sagt er, verdient der 
doppeltes Lob, \velcher Vertriebene aufnirarat und eine Versòhnung 
zu Stande bringt (19 — 22). Dennoch \\ar \vohl nicht Alles so wie der 
Dichter cs gehofft oder ge\vùnscht hatte. Z\var vcrsichert er auch 
im ersten Geleit, dass ihm eine so grosse Freude zu Theil gewor- 
den, wie \vcnn er ein Kònig \várc (89 — 92), alier es scheint trotz- 
dera, als habe Bertran von seiner Geliebten eine weiter gehende 
Gunstbezeugung er\vartet, als diese ihra \virklich enviesen; denn er 
klagt in der ersten Strophe ùber die Zaghaftigkeit seiner Darae 
und erkl;irt, \venn der junge Lenz, der Sang der Nachtigall uml 
die Liebe selbst ihr nicht den Muth erhohe, er \vohl kaum zum 
Liebesgenusse gelangen werde (1 — 11). 

Damit schliesst fùr uns dies Liel>esabenteuer unseres Dichters, 
denn wir \vissen nicht, ob und in welcher Weise dasselbc weitcr 
fortgesponnen \vurde. 

Wir kommen nunmehr zu einer andern sehr friedlichen und 
lieblichen, aber fùr Bertran sehr l)edeutungsvollcn Episode seines 
Lebens, namlich zu seiner naheren Bekanntschaft mit Mathilde, der 
Tochter des englischen Kònigs Heinrich II., der Geraahlin Ilein- 



Digitized by Google 



22 

richs des Lòwcn, Ilcrzogs von Sachscn. Ich habe oben die Grtìnde 
auseinandergeset/.t , aus \velchen ich es fùr uninòglich halte, dass 
das nun zu hesprechendc Vcrhâltniss von Dichter und Prinzessin 
vor der Verhcirathung derselhen vor sich gegangen sei ; andrerseits 
sprcchen die Lehensnachrichten und die Lieder Bertrans ùberein- 
sthnmend dafùr, dass dasselbe in der That Statt gefunden hat, 
und zwar in folgender Weise: Bekanntlich gerieth Heinrich der 
Lò\ve niit dem Kaiser Barbarossa in Streit, empòrte sich gegen 
diesen und \vurde in Folge dessen auf raelireren Reichstagen fast 
seiner saramtlichcn Lehen fùr verlustig erlclart und zu dreijahriger 
Verbannung aus Deutschland verurtheilt. Wie dies ganz natûrlich 
\var, beschloss cr, sich zu seincni Sehwicgervater zu begeben, und 
so kam er gegen Ende des Sonnners 1 1 82 \virklich mit seiner 
Gattin, einer Tochter und z\vei Sòhnen, Ileinrich und Otto , dem 
nachmaligen Kaiscr Olto IV., in der Normandic an. Der Kônig 
erapfing ihn ausserst liebevoll in Rouen, gab dcn deutschen Edel- 
leutcn, \velche den verbannten Herzog freiwillig begleitet hatten, 
reiche Gcschenke und ge\v;ihrte seinem Sch\viegersohne díe Mittei 
eines fúrstlichen Haushaltes. Dieser selbst begab sicli z\var bald 
nach seiner Ankunft auf eine Pilgerfahrt nach San Jago di Com- 
postella, alu-r, nachdera er im Spatherbst von dort zurùckgekehrt 
\var, nahni er mit seiner Familie seinen \Vohnsitz in der Nonnandie, 
und z\var bis zuin 2. Juni 1 1 84, \vo die Ilerzogin mit ihrem Vater 
nach England ging, \vohin Hcinrich der Lòwe spùter folgte (Lyt- 
tclton III, 349 sq.). Es versteht sich von selbst, dass alle Glicdcr 
der englischcn Kònigsfamilie ihre ganze Kraft aufboten, um dcr 
unglûcklichen Fùrstin ihr Loos zu crleichtem und ihr den ge- 
zwungenen Aufcnthalt so angenehm wie mòglieh zu machen. In 
diesem Sinne \var namentlich der fast gleichaltrige Riehard, der 
alteste von ihren unverheiratheten Brùdern, eifrig um sie bcinùht, 
und, da er annehmen durftc, dass dic Lrinnerung an die schôncn 
Laute der provcnzalischen Sprache, \vclche gewiss zugleich mit der 
cnglischcn ihrc Muttersprachc \var, und \velche ihr dic in dcn 
schônen Thâlcrn Sùdfrankreichs vcrlcbtcn Tage dcr |ugend ins 
Gedachtniss zurùckrufen rausslen, den Schmerz ùber die rauhe 
Gegen\vart besclnviehtigen raochten, so fùhrte er seinen Freund 
Bertran de Bom zu ihr und bestimmte sie, ihn als ihren Ritter 
anzunehmcn, so dass er nnn das Rccht, ge\visscnnassen die Pflicht 
hatte, ihr durch ihrc Lieiler seinc Huldigung darzubringcn (cf. die 
„razon" zu ig). Um nun einen directen Be\veis dafùr beizubringen, 
dass die in Rede stehende Episode \virklich 1182 und in der 
darauf folgenden Zcit Statt fand, so nennt der Dichter in eincra 
hicrher gehòrigen Gedichtc (g, 36) die Fûrstin eine „S;ichsin", was 
keinen Sinn gehabt hattc, wenn sie unverheirathct ge\vcsen wâre, 
was aher auf die Gattin des Herzogs von Sachsen vortrefflich passL 
Aus dieser Bcrufung licrtrans glaube ich xwei Schlussfolgcrungen 
ziehen zu dùrfen , ein Mal n;'imli<:h , dass derselbe sich hcreiLs als 
Dichter bcmcrkbar gcmacht hatte, hcichst wahrscheinlich durch einige 



Digitized by Google 



23 



der bereits besprochenen Lieder zu Ehren von Frau Maenz, sodann 
aU-r finde ich hierin eine neue Widerlegung der von Ixiurcns be- 
haupteten Feindseligkcit z\vischen Bertran und Richard um diese 
Zeit. Denn es ist kaura anzunehmcn , dass, \venn dieselben wirk- 
lich einen so erbitterten Krieg gefùhrt hâtten, der nicht ein Mal 
mit einera Siege Richards geendet haben \vùrde, gleich darauf 
wieder eine so enge Freundschaft hAtte entstehen kònnen und dass 
Richard seinen friiheren Feind zu dem intimsten Uragange mit 
seiner so besonders riicksichtsvoll behandelten unglùcklichen Schwester 
hiitte heranziehen sollen. Dass abcr die Freundschaft zwischen 
Bertran und Richard damals durchaus herzlich war, wird von dera 
Dichter in einera der hierhergehòrigen Gedichte (19, 7 und 8) be- 
sondcrs hervorgehoben. 

Auch die vorhin erwâhnte Lebensnachricht (zu ig) nennt die 
Prinzessin, wie Laurens, Helene. Sie ist abcr zu dieser Angabe wohl 
auch durch zwei missverstandene Stellen der dieser Dame dargebrach- 
ten Lieder gckommen. Zuniiehst spricht er namlich g, g, von „einer 
heitern, gawandten Helena", was aber offenbar bildlich gemeint ist, 
in Erinncrung an die schônc Trojanerin. Sodann nennt er sic in 
einem spâtern Gcdichte ig, 7 zwar direct „na Lana", doch scheint 
dies nur eine Reminiscenz an die zuerst gewáhlte Bezeichnung zu 
sein, da die Dame in der That Mathilde hiess. Es scheint ûber- 
dies, als ob in einem der Gedichte selbst eine Andeutung ihrcs 
richtigen Namcns vorkomme, niimlich in dera Geleit von No. g : 

de totas es na Majer sobeirana 
de quant mars e terra c/au, 
worin vielleicht der Versteckname „Majer" nicht ohne Rùcksicht auf 
den ahnlich klingenden „Maenz" gewiihlt worden ist. 

Mathilde ziihlte damals 25 Jahre, war also noch in einem 
Alter, welches eine selbst ernst gemeinte Huldigung wohl recht- 
fertigen konnte, und es ist dahcr nicht zu venvundern, dass dcr 
Eindruck, den die hohe Frau auf das empfangliche Geraûth Bertrans 
raachte, tief genug war, um ihn zu zwei seiner schònsten Lieder zu 
Ixígcistern. Im ersten, g, klagt er ûber die Pein, die ihm dadurch 
vemrsacht werdc, dass eine heitere Helena ihn in Fesseln ge- 
schlagen, aus denen cr nicht wicdcr erlòst werden kònne (1 — 12); 
so liebenswûrdig sci sie, dass er sterbcn werdc, falls sic ihn nicht 
mit einera Kusse beschenke (13 — 15); dieser Wunsch sei aber zu 
kùhn, denn die Geliebte ùbcrtreífe bei Weitem die drei durch ihre 
Schònheit bcriihmten Schwestcrn von Torena (16 — 24). Da ihre 
geistigen Vorzùgc ebenso vollkommcn scien, wie die kòrperlichen 
(37 — 48) , so ericenne er , dass die Licbe zu diescr Schònsten auf 
der Welt hofínungslos sei ; denn, betrachte er ihre Zùge, so erkenne 
er, dass sie unniòglich je die Seine werden wùrde; denn wâhlen 
kònne sie, \venn sie wolle, unter den edelsten und raiichtigst»;n 
Baronen, da sie ja der Inbegriff aller Tugenden sei (43 — 60). 

Dass dicses Lied \\irklich zur Zeit scines Aufenthaltes in der 
Normandie gedichtet wurde, geht deutlich aus folgenden Stellen 



Digitized by Google 



24 



dessclben hcrvor. Zunàchst aus dcm Geleit, \vo der Dichter selbst 
seiner Herrin bctheucrt: 

Domna, sai en Normandia 

sui per vos la nueit el dia 

apensos. 

Aber wir halxm eincn noch zwingendercn Beweis fûr unscrc 
Beliauptung. Wie nàmlich Benedict von Peterborough (Bouquct XVII, 
451) erzàhlt, hatte die Herzogin ihren Wohnsitz zunàchst in Argen- 
ton genommen und auch hierauf spielt der Dichter v. 31 an. Er 
erlclàrt nâmlich in Strophc drei, dass ein Hof, an welchem man 
nicht scherzt und nicht lacht und nicht freigcbig ist, eigentlich kein 
Hof, sondern nur cinc Versammlung von Haronen sei, und so 
wûrde auch ihn, fùgt er hinzu, die Langweiligkeit und der Mangel 
an Feinhcit, denen er in Argenton begegnet sci, umgcbracht 
haben, wenn die Schònheit und die Liebenswûrdigkeit der Fûrstin 
ihn nicht daran verhindert hàtten (25 — 36). 

Noch ein zweites Lied, No. 19, ist bei Gelegenheit dicses 
Besuches in der Nonnandie entstanden, aber, wie ich meine, etwas 
spàter, als das eben besprochene ; denn der Dichter spricht l>ereiLs 
von seiner bevorstehenden Rùckkehr nach Limousin, ura die dor- 
tigen Schonen zu begrûsscn (9, 10), fûgt abcr glcich hinzu , die 
von ihm frúher gcfcierten Damcn mûssten sich nunmehr nach einera 
andern Vcrehre.r umsehen ( 1 1 , 12), denn die Liebe , die ihn jetzt 
zu der Lieblichsten der Welt beseele, mache ihn gegen alle andern 
kalt (13 — 16). Ja er sieht voraus, dass, sobald er erst wieder zu 
Hause sein wird, er der Sehnsucht nach ihr nicht widcrstehen 
kònnen, sondern dass er freiwillig scinc Heiraath verlassen und 
sich úber Anjou hinaus d. h. wieder in die Normandic zurùck- 
begcben werde (19, 20); denn in Folge dcr freundlichen und 
zuvorkoramenden Aufnahme, die sie ihra bereitet, habe die Liebe 
fûr immer Hesitz von seinera Herzen ergriflên (25, 26). Dies er- 
klàrt sich nur allzugut aus den Vorzùgen der Dame: sie ist jung, 
edel, echt, vollendet und obcncin von kòniglichem Geblût (17, 18), 
ja sic ist so schr ûbcr alle andern erhaben, dass sogar die ròraische 
Kaiserkrone durch sie geziert werden wùrde, falls sie dicselbe auf- 
setzte (2 1 — 24). Mit Entzùcken erinncrt er sich an die Stunden, 
die er in ihrer Nàhe zugebracht: sie hatte ilm neben sich auf 
einem pràchtigen Teppieh sitzen lîissen und sich huldvoll mit ihm 
unterhaltcn (27 — 30). Als er ihre gewandte Convcrsation , ihrc 
reizende Liebenswùrdigkcit genossen, als er ihre weisscn Zàhne, 
ihren schlanken, zarten Korper, ihre rosige, frisclie Gesichtsfarbe 
erblickt, da hatte er sein Herz fùr immer vcrloren (33 — 38). 

Dic provcnzalische Lebensnachricht erzàhlt uns, dass dieses 
Lied eincra besonderen Umstande seine Entstehung verdankL 
Wàhrend dcr Wintcrzcit hattc nàralich Richard rnit scinem Freunde 
cinen làngeren Ausílug „en una ost", d. h. also wahrscheinlich einc 
Truppeninspection unternommen. In dem Lager, heisst cs, herrschte 
grosser Mangel an Lebensmitteln, und so kara es deim eines Sonn- 



Digitized by Google 



25 



tags, dass der Mittag schon voriibcr war, ohne dass sie etwas ge- 
gessen und getrunlcen hatten. Daher empfand Bertran eine sehr 
erkhìrliche Sehnsucht nach einer gutcn Herberge, dio reichlich mit 
Fleisch und Wein und Brot versehen und von einem hellen Feuer 
durchwârmt wàre (i — 4). Aber, statt sich vom Unmuth bczwingen 
zu lassen, zauberte er das holde Bild dcr Prinzessin vor seine 
Seele und dichtete das eben besprochene zarte Lied. Dies Gedicht 
ist daher im VVinter 1182 entstanden und zwar vor Weihnachten, 
denn, wie Benedict von Peterborough (Bouquet XVII, 451) erzàhlt, 
feierte der Kònig das Weihnachtsfest in diesem Jahre in der Nor- 
mandie in Caen zusammen mit seinen drei àltestcn Sòhnen, sowie 
dem Ilerzog von Sachsen und dessen Gemahlin, wàhrend er gleich 
nach dem Kest mit seinen Sòhnen nach Anjou reiste, von wo 
Richard der entstandenen Streitigkeiten wegen nicht wieder nach 
der Normandie zurùckkehrte. 

Aber diese friedliche Zustand sollte nicht lange daucrn; das 
Jahr 1 1 83 , das ereignissreichste und folgenschwerste in Bertrans 
Leben ruckte heran und dûstere Wolken thiinnten sich am poli- 
tischen Himmel dcs Landes auf. 

Ich schicke zunàchst wieder cine kurze Schilderung dcr Ur- 
sachen dieser verhangnissvollen Wirrcn voraus und folge dabd 
wieder, wie friiher, dem Buche des Lord Lyttelton (III, 360, sq.), 
dessen Bericht seinerseits vornehmlich auf Benedict von Peterborough 
und Hoveden beruhL 

Gegen Ende des Jahres 1182 fordcrte dcr junge Ileinrich von 
seincm Vater seine sofortige Belehnung mit dcr Normandie oder 
einem andern Besitzthura dieser Art, um mit seiner Gattin standes- 
gemâss lel)en zu kònnen. Der Kònig glaubte hierauf nicht ein- 
gehen zu sollen, erbot sich aber, ihm eine stattliche Revenue aus- 
zusetzen, ihm einen Hofstaat einzurichten und, damit er auch 
àusserlich als „Kònig" gekennzeichnet wúrde, versprach er ihm, 
dass seine l>eiden Brùder Richard und Gottfried ihm, als dem 
kúnftigen Herrscher, huldigen sollten. Da Heinrich sich mit diesen 
Bedingungen einverstanden erklàrte, so wurde zu Anfang des Jahres 
11 83 ein Tag festgesetzt, an welchem die Ceremonie Statt tìnden 
sollte. Beidc Briider erschienen ; Gottfried leistete ohne Bedenken 
den geforderten Eid, wàhrend Richard sich dessen weigerte und 
zwar mit Berufung auf den Vertrag von Montrairail 1 1 69 (s. o.), 
nach welchem ihm die Lehnsherrschaft ùber Aquitanien zugesprochen 
war, so dass er ein directer Vasall Frankreichs zu sein behauptete. 
Vielleicht hàtte dieser Schritt nicht so trùbe Folgen gehabt, \venn 
dic beiden Brùder nicht vorher schon wcgen des Schlosses Clairvaux 
in Streit begriffen gewesen waren, welches Richard gegen Heinrichs 
Willen auf einem Gebiete errichtet und befestigt hatte, welches 
nach dem Tode des alten Ileinrich dem kùnftigen Ròrage, nicht 
aber Richard zufalLn musste. Bei der also schon herrschendcn 
Spannung gerieth der junge Heinrich ùber die Weigerung scines 
Bruders in den heftigsten Zora. Dazu kam, dass die aquitanischen 



Digitized by Google 



26 

Baronc, welche der gewaltthâtigen Herrschaft Richards lângst ûber- 
drùssig \varen, diesen Zwist in ihrcm Intcrcssc auszubeuten be- 
schlossen und Boten zu dern jungen Hcinrich sandtcn, wclche sich 
ùbcr Richard bittcr bcschwerten; sie erkliirten, sie wùrdcn diesem 
fortan nicht mehr gchorchcn und botcn dem áltesten Sohne die 
Hcrrschaft úber Aquitanicn an. Alle diese Urastandc rcgtcn den 
nicht eben characterfcsten Prinzen so auf, dass cr das Ancrbietcn 
dcr Barone, ohne seincn Vatcr zu fragen, annahm und sich mit 
Gottfricd verband, um Richard aus seinem Besitz zu vertreiben. 
Ja er war jctzt so erbittert, dass, als Richard l>ald darauf ihra die 
frùher venveigerte Huldigung anbot, er dics Ancrbiclcn zurùckwics 
und bcschloss, dfa \Vaffen entschciden zu lasscn. 

So trat denn auch an Bertran de Born d ; e Nothwendigkeit 
hcran, sich fùr einen der beiden feindlichcn Prinzen zu entscheiden, 
dcnn, dass er bei scinera Thatcndurst etwa mùssiger Zuschauer 
cines solchen Rampfes bleibcn wurde, war l>ei ihm von vornherein 
nicht vorauszusetzcn. Auch schwankte er kcincn Augcnblick, sich 
mit der Majoritat seiner Landsleute dem Aufstande anzuschliessen, 
da er ja besscr als jeder Andre aus Erfahrung wusste, dass Rxhard 
ein zwar fûr edle Regungcn kcincswegs unzugânglicher, aber trotz- 
dcm hcftiger und rûcksichtsloser , Heinrich dagcgcn ein milder, 
frcumllichcr und namcntlich wcicher, fremdcra Einílussc nach- 
gcbcndcr Character war, sodass ihra eigne Neigung und das In- 
tcrcssc dcs Vpterlandcs die Wahl leicht raachte. Aber nicht nur 
rait dem Schwert, auch mit der Leier unterstûtzte er die von ihm 
gewâhlte Sachc. ln dem zu Anfang dcs Jahres 1 1 83 verfassten 
Gcdichtc 33 zâhlt er stolz die Barone seiner engcren Heiraath 
Périgord auf, welche sich dem Aufstandc angeschlossen (1 — 16). 
Abcr cr hofft noch auf wcitcren Beistand, nicht nur von Sùden, 
aus der Gaseogne (17 — 20), sondcm auch von Nordcn, namentlich 
aus Poitou wcrdcn die Bundcsgcnossen hcrbcicilcn (25 — 32). So 
scheint dcnn dic Sachc vortrcfflich zu stehen, und sicgcsgcwiss 
fordert er Richard, dem cr Tapferkeit nicht absprechen will, direct 
auf, mit scinera Ilcerc zu komraen und sich mit ihnen zu messcn 
(21—24). Um sodann den jungen Kònig noch mehr anzurcizen, 
crinncrt ihn der Dichter daran, wie Richard widcrrcchtlich zu 
Clairvaux ein fcstcs Schloss errichtet habe (33 — 36) und im crstcn 
Geleite spricht er sogar zieralich deutlich den Wunsch aus, dass 
auch PhHipp vou Frankreich sich auf ihre Seite schlagen uaôge 
(41 u. 42). Dieser Wunsch schien nicht ungebûrlich zu sein, da 
am 18. Septcmbcr 11 80 Ludwig Vll gcstorbcn, und sein Sohn 
Philipp II. August, der Schwagcr dcs jungen Heinrich, ihm ge- 
folgt war. 

Nach der I^bensnachricht wiire ein Grund des Rrieges auch 
der gewesen, dass Richard seincm Brudcr dic Einkùnfte von den 
Kanen d. h. das Strassengeld , welchcs scin Vater ihin ùberlasscn, 
entzog, indem er in seinein Lande dic Rárrner lûcht einraal ruhig 
in ihren Quarticren wohnen liess. Es muss aber hòchst sonderbar 



Digitized by Google 



2 7 



erscheincn, dass der Konig dem cinen Sohne gewis.se Eirfcûnftc 
eines Herzogthums ùbcrtragen habcn solltc, das cincra andcrn 
Sohne als Lehn angehortc. Diesc ganze Notiz isl aber offcnbar 
hei .orgegangen aus Missverstiindniss folgender Vcrsc des Ge- 
dichts sclbst: 

Saint-Estiers, mout avctz grand honor, 

et eu meteis, qui conoisser lam vol, 

et a sobrier Engolesmes major 

d'en charretier que guerpis la charreta, 

non a deniers ni no'n pren ses paor (10 — 14). 
Abcr schon, wenn man diese Stelle wòrtlich nimmt, so ist 
jener Sinn schvver herauszudeuten ; aber, wie dcr Verglcich zcigt, 
haben wir es hier rait cincra Bilde zu Uiun. Dcr Dichter sagt, dcr 
Herr von Saint-Astier, er selbst und der Herr von Angoulcnie, dic 
ihr Blut fùr ihre Sachc cinsetztcn, habcn mchr Ehrc als ein Fuhr- 
mann, der scincn VVagen im Stich lasse und daher Mangcl leide. 
Es scheint hicrin gcgen dcn jungcn Hcinrich dcr Vonvurf ausgc- 
sproehen wcrdcn zu sollen, dass dicscr zuerst grossartig von scincm 
Vater ein eignes Herzogthum gcfordert, dann aber sich rait dcr 
hohlcn Eormalitat ciner Huk ,; gung, d.h. schci n baren Gleichstellung 
rait dem Kònige habc abspeisen lassen, also seinen Wagcn, sein 
rechtmàssigcs Besitzthum, im Stich gelassen habe. Diesc Vcr- 
muthung gcwinnt bedeutend an Wahrschcinlichkcit durch dic un- 
mittelbar folgcndcn Worte: 

per qu'ab honor pretz mais pauca terreta 
qu'un gran cmpier lcncr a dcsonor, 
welehe offenbar cine directe Anspielung auf die âusserlich zwar 
gJânzende, im Grunde aber wenig ehrenvolle Mitregcntschaft Hcin- 
richs mit seincin Vater enthaltcn. 

Der Brudcrkricg entbranntc mit unerhorter Ileftiglccit. Hcin- 
rich nahni einc Schaar Brabantcr in seinen Sold und diesc ficl in 
Gemcinsehaft rait der hretagnisehen Miliz in Poitou und Aquitanien 
ein. Aber Richard verzagte p'eht, er hiess nieht urasonst der 
l«jwcnherzigt; und wchrte sich Uuit allcn Kriiftcn gegcn dic von 
allen Seitcn anstùnucjnlcn Fcinde. 

Dicst.T Krieg wurde auch fûr Bertran die Veranlassung zu 
eincm neuen Kamilienzwist. Der Sîichverhalt ist nicht ganz klar, 
da die I.el>cnsnachrichten von einantlcr abweichen; zu 20 heisst es 
niimlieh: (Juanl en fíerlrans fon ab lola la soa gen dinz lo castel 
(fslulaforl, sil (nâmlich seinem Brudcr) fctz falhimen e nolh tenc 
sagranun ni cottven c tolc lo caslcl a grau fcllonia a son fraire. 
Etwas anders wird zu 44 berichtet; dort heisst t;s von Constantin: 
E sil (niimlich dcm Bertran) lotc una vetz lo castel d'Autaforl, 
qu'era d'cmdos comunalmen ; e'n Bertrans sil rccobret e sil cassct de 
iot lo poder. 

Der letztcrc dcr beiden Berichte wird durch die Wortc des 
Dichters selbst bestatigt, dcnn er sagt (44, 3 — 7), cr werde seinen 
Vervvandten, das was ihnen zukommc, reichlich gebcn (das Ei und 



Digitized by Google 



2S 



das Dotter), wenn aber einer derselben sein, des Dichters, Eigen- 
thum verlange, so werfe er ihn aus dem gerneinsamen Besitz. 

Wie dem auch sci, Thatsache ist, dass Constantin zum zweiten 
Male der Gewalt weichen und dem angeerbten Schlosse den 
Rùcken zuwcnden musste. Wir werden nicht fehlgreifen, wenn wir 
annehmen, dass dies Mal politischo Meinungsverschiedenheiten den 
Grund der Zwietracht bildeten. Bertran hatte sich rait Eifer und 
Begeisterung der Partei der Aufstiindischcn angeschlossen. Con- 
stantin war, wie wir gesehen hal>en, ein vorsichtiger Mann, der die 
Ruhe liebte und Uuhnen Pliinen und Untcrnehraungcn abgeneigt 
war. Es war daher sehr natûrlich, dass er den Wunsch hatte, in 
dem Kampfe der drei Prinzcn licbcr neutral zu blcibcn, als durch 
eine Parteinahme gegen Richard das Familiengut in (ìefahr zu 
bringen. Bei só cntgegenstehenden Meinungcn war natùrlich ein 
friedliches Zusammenregieren von Autafort undenkbar, ein Streit 
war unausbleiblich und, wer auch immer denselben begonncn 
haben mag, er endete mit dem Siege Bertrans. 

Die Vermuthung, dass wirklich die Frage der Parteiergreifung 
die beiden Schlossherrn von Autafort in Zwist gebraeht, wird wahr- 
scheinlicher gemacht durch die Thatsache, dass Constantin sich 
hiilfesuchend gerade an Richard wandte (zu 44), der im Kampfe 
mit den aufrûhrerischen Baronen begrifiên war und der natùrlich 
ilie Pflicht und den Wunsch halx'n rausste, die ihra treu gebliebenen 
Grossen zu schûtzen. Der Appell fand bei Richard gûnstiges 
Gehòr. Zwar Ixifand er sich daraals gerade in einer Fehde rait 
Ademar V. von Limoges, abcr die Nachricht, dass auch Bertran 
dc Born von ihm abgefallen war, von dcm er nach der langen, 
vertrauten Freundschaft sich dieser Undankbarkcit nicht versehen 
hatte, crzûrnte ihn so, dass er bcschloss, zunàchst diesen un- 
getreuen Freund zu zùchtigen. Er raachte rait Aderaar Frieden 
und, da auch dicser wohl von frùher her eincn Groll gegen 
Bertran hegte, so schloss er sich dem Prinzen an. Beide fìelen 
gemcinschaftlich in das Gebiet des trotzigen Troubadours ein und 
verbrannten und zerstôrten Alles rings herum ira Lande, sodass 
Bertran von Autafort aus rings herum auf rauchendc Trùraraer und 
zerstampfte Saatfelder blickte. 

Da schleuderte er ingrimmig ein Sirvcntes, 44, gegen sie los, 
in welchera er zugleich seinem bittern Unmuth ùber die Unthâtig- 
keit seiner Bundesgenossen Luft inacht. Er habe eine grosse Ge- 
fahr zu bestehen gehabt, die ihm Aderaar und Richard bereitet, 
jetzt aber hattcn diese selbst so viel Widerw;'Lrtigkeiten , dass sie 
wohl gcnug daran haben wûrdcn (8 — 14). Dann klagt er, wie 
úbel es ihm gehc: fortw;'ihrend mùssc er sich schinncn und ver- 
theidigcn, wâhrcnd man ihm sein Land zerstòre und vcrbrcnne, und 
er von allcn seinen Feinden, tapfcrn wic fcigcn, angegriffen werde 
(22—28). Dies sci um so unbegreillichcr, als cr sich die erdfiik- 
lichste Múhe gebe, dic Baronc zur Thatkraft aufzurùtteln und sie 
zusaminenzusehweissen; aber dicse seien aus zu clcndcm Stoffe, 



Digitized by Google 



2 9 



und der sein ein Narr, der sich mit ihnen abgebe (29 — 35). Ein- 
zclne derselben nimmt er direct vor, so den Wilhelm von Gordon, 
dem er bildlich vor\virft, dass er nicht genùgend fúr die Verthei- 
digung seines Schlosses gesorgt und sich der Verbindung der 
Barone nicht angeschlosscn habe, so dass diese ihn fùr einen 
Sichcrheitscommissarius und einen Maulaffen hielten (15 — 21). 
Talleyrand kommt noch sehlechter weg; dieser riihre sich nicrit 
vom Platz und úbc nicht das Waffenhandwerk , sondcrn lcbe wie 
ein Raufmann, denn er sei so voll Triigheit, dass cr fortwùhrend 
sich strcclcc und gâhne (36 — 42). Bald abcr werde das Blatt sich 
wcndcn, er, dcr Dichter, sclbst werde auf scinem Schlachtross nach 
Périgord Uommen und, wcnn cr dort einen Dickwanst aus Poitou 
trcffc, so wcrdc cr die Scharfe seincs Schwertcs fùhlen (43 — 49). 

\\'ie ich bcreits oben cnvâhnt, trug sich nach Laurcns' Er- 
zahlung das cben berichtcte Ereigniss im Jahre 1 178 zu, nachdem 
Hertran durch dcn Kònig selbst wieder in den Besitz scincs 
Schlosscs gesetzt worden sei. Ich habe damals aber auf Grund 
der Chroniken nachgewiesen, dass wedcr die VViedereinsetzung 
Bertrans Seitcns des Ivonigs, noch auch diese Belagerung Autaforts 
Seitens Richards und Ademars zu jener Zeit hat Statt fmden kònncn. 

Wenn auch Bcrtran vorlàuhg mit dem blossen Schreck und 
der Brandschatzung seines Schlosses davonkam, so sollte er doch 
in kurzer Zeit gar trùbc Erfahrungcn raachen. Nachdcm nâmlich 
der Kùnig eine Zeit lang dcm Kampfe seiner Sohne zugesehen, 
kam er, als es schien, dass Richard in dic Engc getrieben werden 
wùrde, mit einem Heere von England hcrùl>cr, um Richard in 
seinem Rechte zu schùtzcn. Dcr jungc Hcinrich fùgte sich ihm, 
bat ura Verzeihung, crklártc sich bcreit, von seinem Vorhaben al>- 
zustehen und crsuchtc scinen Vatcr, das Schloss Clairvaux zurùck- 
zuerol>ern und es fûr sich zu bchaltcn. Richard wagte nicht dem 
directen Befehlc scines Vatcrs sich zu widersetzen und lieferte ihm 
die Burg aus. Nunmchr begab sich der Kònig mit seinen Sohnen 
nach Angers und alle drei schwuren ihrem Vater stets trcu und 
gehorsam zu sein und unter einander stets Frieden zu halten. 

Mit dieser Fahnenilucht Heinrichs war nun der ganzcn Em- 
porung dic Spitze abgebrochen, um so mehr, als ausserdem die 
Ankunft des Konigs und seincs Hceres grosscn Schrecken ver- 
breitete. Daher crkl;irt cs sich, dass die Mehrzahl der Verbûndeten, 
wie uns in der „razon" zu 21 erziihlt wird, zu retten vcrsuchtc, 
was noch zu retten war und dem Richard Frieden anbot. 
Richard nahm dies Anerbicten bereitwillig an, um nun mit vollcr 
Kraft ùber diejenigen hcrzufallen , dic noch in dem Widerstande 
verharrtcn. Dies Mal gehòrte auch Bcrtran zu den Ixîtzteren, 
erstens wohl, weil er sich durch dcn gcleisteten Eid gebunden 
glaubte, sodann abcr, weil er jctzt dem Richard wcgcn scines 
Rauhzuges griindlich zùrnte, vielleicht auch endlich, weil er meinte, 
diest:m noch cin Mal hintcr Autaforts starken Maucrn trotzen 
zu kònnen. Abcr jetzt schlug seine Hoffnung fchl, denn, wie 



Digitized by Google 



3Q 



uns zu 21 berichtet wird, erschíen Richard wiedenim vor der 
Burg mit seinem Heere uud schwor, dass er nicht eher weichen 
werde, als bis Bertran ihm die Veste ùbergeben und sich unter- 
worfen hal)en wúrde. Als der Belagerte von diêsem Schwur tx*- 
nachrichtigt worden war und er sich ûberlegte, dass er auf Hûlfe 
von ausserhalb, also auf F.rsatz, nicht zu rechnen habe, so besehloss 
er, die Sache nicht zum Aeussersten zu treiben, sondern òffhete frei- 
willig dic Thore der Burg und bat Richard um Verzeihung. Da trat 
bei Letztcrem eine jencr plòtzlichen \Vandlungen ein, die bei Menschen 
von so lebhafter, ja leidenschaftlieher Gemíithsart nicht selten sind ; 
sei es, dass ihm die ganze trotzig - stolze Handlungsweise Bertrans, 
obwohl jctzt gegen ihn gerichtet, doch innerlich sympathisch war, 
sei es, dass cr auch im Grunde ihm noch die alte Freundschaft 
im Herzen bewahrte, kurz, als er nun seinen Widersacher ge- 
demûthigt zu scincn Fùssen sah, da hob er, statt sich an ihm 
grausam zu ráchen, ihn auf, umarmte ihn und vcrzich ihm. 

\Vas nun weiter geschah, erfahren wir aus der ebcn zitirten 
„razon" nicht. Dies erhellt jcdoch aus cincr Notiz der Chronik des 
Gottfried von Vigcois, welchc Diez pag. 209 anfùhrt, nach wclcher 
Hichard nach Finnahme der Burg den Constantin von Born, wel- 
chen sein Bruder Bertran von Born durch Verrath vertrieben hatte, 
wieder einsetzte. 

Bei dieser Veranlassung nun verfasste Bertran wiederum ein 
Sirventes ,21, welches unmittelbar nach dem Ereigniss selbst ent- 
stand und noch deutlich die Stimmungen, die ihn damals bewegten, 
ausdrùckt. „\Venn ich auch Verlust gchabt habe", ruft er aus, „so 
verzage ich doch nicht, sondern ich werde mich bemùhen, Autafort 
wieder zu bekommen, das ich dem Richard auf seinen Befehl habe 
ûbergeben mùssen (1 — 8). Da er mir aber auf meine Bitte ver- 
ziehen und mich gekùsst hat, so brauche ich keinen Schaden zu 
befûrchten, was er auch frûher gesagt haben mag" (9 — 1 5). Nun 
zahlt er alle seinc eidbrùchigen Bundesgenossen aus Limousin, 
Périgord, Gascogne, Guycnne und Toulouse auf (16 — 30), die 
dabd keincswcgs glimpílich wegkommen. In der Kirche des 
heiligcn Martial hattcn sie zusammen mit Bcrtran das Bûndniss 
beschworcn, aber Kcincr halx* ihra in dcr Noth gcholfen (31 — 38). 
Fin Gcwisser habe ihm scin \Vort verpfandet, ohne ihn kcinen 
Vertrag einzugehcn , habe aber sein \Vort gcbrochen und sei cin- 
seitig zu Kreuz gekrochcn (39 — 45). Da dies nach dcr „razon" 
Ademar von Limoges scin soll, so muss man annehmen, dass das 
Bùndniss, das dieser mit Richard gegen Bertran de Born geschlossen, 
nicht ernst oder jedenfalls nicht dauernd gewesen ist, so dass dieser 
zunâchst wieder zu Richards Feinden ùberging, dann aber, als die 
Sache verloren schien, sich ebenfalls zugleich mit den Andern 
unterworfen hat. Vielleicht ist aber mit diesem zu Kreuz kricchen 
gerade der Abschluss jenes Bûndnisses zwischen Ademar und 
Richard gemeint 

Am Schlusse des Gedichtes wendet sich Bertran direct an 



Digitized by Google 



31 



Richard. Wenn dieser freundlich gegen ihn sein uollc, so \verde 
er ihm dafùr kríiftig und treu Ixùstehen (46 — 51); daher mòge 
Jener ihn gûtig aufnehmen und ihm seinen Vcrlust ersetzen (52 — 60); 
er mòge ihm Autafort zur Bewachung anvertrauen oder es ihm 
ganz geben (61 — 64); denn mit seinen Nachbaren kônne er nicht 
im Frieden leben (65 — 68); er habc diesen Schritt bci Richard 
nicht ehcr thun \vollen, als jetzt, wo cr dcm Adcmar von Limogcs 
schutzlos gegcnûber stchc (73 — 75). Es hat nach dieser Aeusscrung 
den Anschcin, als sci cr damals mit dem Ademar noch in dirccter 
Fehde begriffen gewescn, was fùr die zweite der oben aufgestelltcn 
Vcrmuthungcn sprechcn \vùrdc. 

Aus dcn \Vorten v. 61 — 64 geht also hervor, dass Richard 
dcm Bertran z\var verziehen, ihm aber das Schloss vor der Hand 
nicht zurùclcgegcbcn hattc, und dies \vird ja auch durch die vorhin 
angefûhrte Stelle aus Gottfrieds Chronilc durchaus l>estàtigt. Wenn 
man aber der „razon" zu 21 Glauben schenken darf, so hatte 
Richard auf Grund dieses Gedichtcs und z\var jener Strophe dem 
Dichter seine Bitte crfùllt. Thatsache ist, dass Bertran die Burg 
bald darauf wieder in Besitz hattc, vielleicht bekam cr sie bei dem 
provisorischcn Frieden wieder, der verabredet, wenngleich nicht 
ausgcfùhrt wurde, nach welchera Allcs auf den status quo ante 
zurùckgebracht wcrden sollte. 

So war Bertran z\var, wie man sagt, mit einem blauen Auge 
davon gekoramen; abcr cr \var darum nicht geneigt, das Unrecht 
zu vergcssen, durch wclchcs er seiner Mcinung nach in jcne 
schlimme I^age gekomrnen war. Als einzigcn Urheber des ptòtz- 
lichcn Umsch\vunges dcr Lagc sah er aber den jungen Heinrich 
an, dem zu Liebc er zugleich mit allen andern Baronen die Waffcn 
ergriffen und der sie Alle dann so schmiihlich im Stiche gelassen 
hatte. Kaum war er dahcr der persònlichen Gefahr entronnen, als 
er beschloss, den jungen Rònig dic ganze Schàrfe seines Spottes 
fùhlen zu lassen. Zu diesem Z\vecke vcrfasste er das Sirventes 13, 
wclchcs eine scharfc Rùge gegcn den ungctrcuen Prinzen cnthàlL 
Er verhohnt ihn, dass er seine Forderung gcgcn Richard auf- 
gegcben, nur \veil sein Vater es angcordnet (1 — 5); da cr nun 
nicht mehr ûber Land zu gebieten habe, so raòge er Rònig der 
Memmcn werdcn (7,8); dcnn er sclbst bcnehme sich wie eine 
Mcrame, da er als gekrònter Ronig von Renten und Licfcrungcn 
lebe (9 — 13); die Folge dieses seines Abfallcs \verde sein, dass er 
in Poitou seine ganze Bcliebtheit einbùssen werde (15, 16). Nicht 
durch Schlafcn \\crdc er als englischer Kònig Cumberland be- 
herrschen, Irland erobern, Anjou, Poitou, dic Norraandie, die Gas- 
cogne behauptcn .(17 — 24). Dem Richard giebt der Dichter sodann 
einen Rath: seincs Bruders \vegen brauche er seinen Untcrthanen 
nicht zu schmeichen (25—27). Er thue dies aber auch nicht, viel- 
mehr setze cr ihnen arg zu , nchmc und zerstòre úberall ihre 
Schlòsser (28 — 30). Heinrich aber mòge hingehen und mit seincm 
Schwager Tournierfeste abhaltcn (31, 32). Im Geleit wird dcr 



« 

Digitized by Google 



32 



VVunsch ausgesprochcn , dass dcr Graf Gottfried der âltestc sein 
mòchtc und dass Kònigreich wie Hcrzogthum ihm bestimmt wáren 
(33-36). 

In der „razon", welche nur die auch in dem Gcdichte selbst aus- 
gesprochencn ThaLsachen berichtet, wird ausserdem noch erzàhlt, 
dass der junge Kònig nach dcr Lorabardei gegangcn sei, ura zu 
tourniercn und dass er sich amûsirt habc, wàhrcnd Richard die 
Baronc zu Paarcn getricbcn. Auch dicse Notiz, die von den zeit- 
genòssischen Qironiken nicht bestàtigt wird, scheint, wie schon 
mehrfach, aus einer falscli aufgefasstcn Stelle des Gcdichtcs selbst 
hervorgcgangen zu scin, nàralich aus v. 31 und 32: 
cl reis tornci lai ab cels dc Garlanda 
e Vautre sos conhalz. 

Wir haben hicr aber einen \Vunschsatz mit dcm Conjunctiv 
„tornei", durch welchen der Dichtcr dcm Prinzen einen spòttischen 
Rath erthcilt, gerade wie er kurz vorher v. 27 zu Richard ge- 
sprochen hatte. 

Aber, obwohl es schien, dass nunraehr dcr ganze Streit zu 
Kndc und jede Schwicrigkeit gchobcn sci, so nahm die Sachc, 
gcrade als ob Bertrans VVunsch sich erfûllen sollte, bald eine 
àusserst bedrohlichc VVendung an, wie uns der mehrfach erwâhnte 
Chronist Benedict (Bouquet XVII, 452 sq.) erzàhlt. Da nàmlich in 
Angers dic aquitanischen Barone nicht zugegcn gcwesen waren, so 
wurde einc Zusammenkunft in Mirebeau festgesetzt, wo auch rait 
den Aufstàndischen Frieden gcschlossen wcrden solltc. Inzwischen 
war aber unter dicscn eine VV.nullung vorgcgangcn. Man wciss 
nicht, wclchen Kinfliissen nachgcbcnd, hattcn sic ihren Kntschluss, 
sich zu untenvcrfen , geàndcrt uiul crschicncn dahcr nicht in 
Mircbcau, sondern bliebeu untcr den VV'affen. Der Kònig schickte 
Gottfried an sie, uiri sie zum Gchorsam zu úberreden; dicscr aber 
licss sich von ihnen gcwinncn, ging zu ihnen ùber und tìel sogar 
an der Spitze eincr Schaar Brabanter in scines Vaters Land ein. 
Nun wurde der jungc Heinrich auf seinc dringcndc Bittc cntsendct, 
um ihnen Fricdcn anzubictcn untcr dcr Bcdingung, dass der Bcsitz- 
stand dcs vorigen Sommers wicdcr hcrgestcllt wurde. Diescr begab 
sich nach dcm Schloss Limogcs, ihrcm Hauptquartier und, obwohl 
cr keinen cinhcitlichcn Beschluss dcr Baronc erzielen konntc, so 
rief cr doch in dcr Hoffnung, dass dic Schwicrigkeitcn bci ciner 
persònlichen Zusammcnkunft sich hcbcn wùrden, seincn Vater 
dorthin. Als dieser abcr mit Richard und wenigen Bcgleitcrn dort 
erschicn, wurdc cr von der Mauer aus mit Pfeilschûsscn empfangen, 
so dass Alle ciligst zu dem in der Nàhe befindlichen Hcere llichen 
musstcn. Nunmchr zog dcr Kònig an der Spitze seiner Truppcn 
heran ; zwar wurdc cr ohnc VVidcrstand in dic Stadt cingelasscn, 
alier von der Burg aus, wohin sich dic frondircndcn Barone 
zurùckgezogen hattcn, wurdc wicdcr, und zwar in Gegemvart seiner 
Sòhnc auf ihn gcschosscn, wobei er nur durch einen Zufall vor 
cincr schwcren Venvundung bewahrt blieb. Heinrich und Gottfried 



Digitized by Google 



33 

waren zvvar ùber diese That unzufrieden , bestraften sie abcr nicht 
und brachen auch nicht ihren Verkehr mit den Aufstandischen ab. 
Jener hoffte immer noch, den Frieden herstellen zu kònncn, und 
erklârte scinem Vatcr, cr werde die Barone verlassen, falls sie sich 
nun nicht unterwúrfen. Der Kónig liess Jcncn durch ihn dieselben 
Bedingungen anbieten, die er ihnen zuerst gcstellt hatte, aber dicsc 
wurden abgelehnt. Der junge Heinrich musste unverrichtctcr Sache 
zurûckkehren und vcrsprach nun, ganz im Dicnst des Vaters bleibcn 
zu wollcn. Dic letzte Krkliirung nennt Benedict jedoch einen 
Betrug, da er sich factisch von den Aufstandischen habe gewinnen 
lassen und da er diesen Schritt nur getlìan habc, damit unterdessen 
Gottfried ungestòrter mit seinen Brabantern die Raubzûge durch 
das Land unternehmen kònnte. Bald darauf habe er denn auch 
seinen Vater unter einem nichtigen Vonvande verlassen wollen, 
sei aber von diesem zuriickgcrufcn worden. \Vie dem auch sei, 
jcdenfalls cridârtc der junge Prinz, als er sah, dass es ausscr seiner 
Macht lag, den Friedcn herzustellen oder, wie Benedict behauptet, 
sein verrátherisches Vorhaben auszufùhren, seinem Vater, er wo!le 
das Kreuz nehraen, ein Vorschlag, zu dem der alte Heinrich 
nur ungern und nach langer Zògerung schlicsslich seine Ein- 
willigung erthcilte. Nunmehr erncuerte dcr jungc Frinz scine Ver- 
mittelungsvcrsuchc, fùhrte selbst einige dcr Hauptcr der Ver- 
schwòrung aus der Hurg zu seinem Vater und bat und erhielt 
Verzeihung fûr dieselben. Als der-Kònig jedoch Boten nach der 
Burg sandte, um die Geisseln zur Sicherung des Friedens cnt- 
gegenzunehmen , wurden sie zurùckgewicsen und bcinahe gctòdtet 
Nun ging der junge Heinrich offen zu den Feinden ûber und blieb 
in der Burg. Abcr immer noch gab er sein doppeltes Spiel nicht 
vòllig auf. Er ersuehte seinen Vater, ihm den Moritz von Creon 
und andre Barone zur Verhandlung zu senden, hatte aber scine 
eignen Leute so wenig in seiner Gewalt, dass, als die Gcsandten 
in der Burg erschiencn, wáhrend der Verhandlung und in seiner 
eigenen Gegcnwart einige von dem Gefolge derselben getòdtet 
wurden. Gleich darauf erschien Gottfried, der bishcr mit seinen 
Sòldnerhorden das Land ausgcplûndert hatte, bei seincm Vater 
und erìdarte, er werde nunmehr in die Burg gehcn, um Jenc zum 
Frieden zu bcwegen. Man gewùhrte ihm einen \Vaffcnstillstand, 
und er begab sich allerdings in das Castell, nicht abcr, um Friedcn 
zu stiften, sondern, um den Reliquienschrein und Schatz des Klosters 
St. Martial zu berauben, der nach der Burg geflûchtet wordcn war. 
Mit dieser Beutc kchrte er in die Stadt zurùck, bat ura Verlangerung 
des Vv'affenstillstandes um eincn Tag und, als ihra auch diesc Bitte 
gewàhrt war, benutzte cr denselben, um zu seinera Ileere zurûck- 
zukehren, wo er nun mit Hùlfe der gestohlenen goldenen und 
sill>ernen Gefàsse seine Brabanter bczahltc. 

Unter solchen Umstiinden konntc von ciner Schonung der 
Schuldigen nicht mchr dic Redc sein. Lyttelton 111, 379 sq. theilt 
einen Brief mit, den Richard, Erzbischof von Canterbury, auf be- 

3 



.Î4 



sondern B<-ft:hl des l'apsu-s an den jftngcrn Hcinrich schrieb, in 
welchcm er ihra sein schmahliches Unrecht vorhielt und drohte, 
dass, wenn er und seine Anhanger in 15 Tagen nieht die \Vaftcn 
niederiegten, sie alle excommunidrt werden «rûrden. Aber die 
Barone hatten den schwaclien, gntmuthigcn IVinzcn bercits 80 um- 
garnt, dass er sich ihrem Kinllusse niclit mehr zu rntziehen vcr- 
mochte. Kr blieb bei dcn Aufstiintlisehen, erklartc abcr, er lcâmpfc 
nichl gi'gen seinen Vater, sondcm gegen Richard, um die Harone 
von Foitou von dessen Tyrannei zu befreien. 

Nun «rarde am Himmelfahrtstage 1183 die F.xrommunieatioii 
gegen alle Rebellen geschleudert mit alleiniger AusnahiiU' jedocli 
des jungen Konigs, den man also wohl als den Verfùhrten ansali. 

So begann denn der zweite Theil dieses grâsslichcn Dramas. 
Ilatten wìr im ersten Act die brùtler unter einander sich blutíg 
hcfehden gesehn, so musste man jetzt das trostlose S<:hauspiel er- 
leben, dass die Sòhne in frevelntlem Sinne ihre Uand sogar gegen 
des «îignen Vaters Haupt erhoben. 

Fragen wir uns nun, wie sich Rertran de IJorn diesen elx-n vor- 
gefùhrten Thatsachen gegenùber vtrrhielt, so rnûssen wir constatircm, 
daflS er mit ganzer Seele und mit ganzcn Kr;iften Partei in dem 
Strcite ergrifl'en hat; aber leider lind<Mi wir ihn nicht auf der St'ite 
des Rechtcs, sondern cr war so sehr Parteimann und so von seiner 
Ix'idenschaft beherrscht, tlass er kein Bcdenken trug, sich dcn lùn- 
p<)rern anzuschliessen , obvvohl, wie wir gleich crkeimen wcrdcn, er 
sich schr wohl lK'wusst war, dass die von ihm vertheidigtc Sachc 
sich moralisch nicht rcchtfertigen liess. Wir dùrfen annehmcn, 
dass, sobald er seine Rurg wieder in Resitz gent)mmen, er scin 
dem Richard gegebenes Versprechen schnell vergessen, dass, als es 
sich darum handcltc, einen neuen Ihmd zur Ilintertreibung des 
Kriedcns zu schliessen, er, der alte Rufer ira Streit, nicht einen Augen- 
blick zurùekblciben konnte; wir dûrfen annehmen, dass er iinmer 
dtîr eifrigste Vertreter der Unversòhnlichen gewes<în ist und gevviss 
seinen ganzen Kinlluss auf Htnnrichs weiches (iemùth geltend ge- 
macht hat, um diesen zum zweitt n Male auf ihrc Seite zu ziehen. 

Wir iMîsitztui zwei (ietUcht<î Hcrtrans, wclche bald na<*h dein 
\Vie<lerbeginn der l ,, cinds< , :ligkcit<'ii nicdergcschriebcn sein mûsscn. 
Das crste, 23, bezieht sich auf die Theilnahme tlesCirafcn RaimundV. 
von Toulouse. Als namlich tltîr Kònig Meinrich aus lùiglantl 
hcriibergekommen war, um dem Strcitc der Rrùder, wenn nòthig, 
mit Gewalt cin Knde zu mach<*n, hatte er sich mit scinem alten 
Kreundc, dem Kònige Alfons 11. von Aragon (1162 — 1196) ver- 
bûndet, und dicscr liattc sich ihm auch mit einem Hùlfscorps an- 
geschlossen. Dem gegenúber hatte alx^r auch der junge Heinrich 
sich nach Hùlfe umgcsehen und zwar hatte er sich namentlich an 
seinen Schwager, den Kònig Pliilipp von Krankreich, an Hugo, 
Herzog von Rurgund, und endlich an den Grafen von Toulouse 
gL*wandt, die ihm siimmtlich Unterstùtzung in Aussicht gestellt 
hattcn. Letzterer hatte luehrfachen Anlass, diesen Schritt zu thun. 



Digitized by Google 



33 



Zunâchst niunlich war er seit langcrZcit mitHeinrichlL vcrfcindet, 
Dieser liatte bereits i 159 im Namen seiner Frau F.lconore Ansprùche 
auf die (ìrafschaft Toulousc erhoben , hatte fast das ganze Land 
erohert, die Hauptstadt helagert und \var nur durch die directe 
Daz\vischenkunft des Konigs Luthvig VTL von Frankreich von der 
Einnahme dcrsclben abgehalten worden. lm Mai 11 60 kam es zu 
einem Vertrage, nach welehem Raimund zwar sein Land hehielt, 
al>er die Lehnshoheit des englischen Ronigs anerkennen musste 
(Lyttelton II, 91 -0,8). Aher im Jahre 1 164 hegann ein neuer Ivrieg, 
der erst durch eim;n zu Anfang 1 ióg gesehlossenen Frieden be- 
endet wurdc. Letzterer so wie ein spiiterer aus dem Jahre 1173 
bcstatigte die Redingungen des ersten, abrr Raimund ertrug \vider- 
\villig dic ihm so aufgezwungencn Redingungen. 

Auch mit Alfons II. von Aragonien hatti; Raimund verschie- 
dentlich Differenzen gehabt. Reide machten Ansprúehe auf dic 
(irafschaft l'rovence, und am 18. Fehruar 1170 hat Raimund seinem 
Gt-gner das Streitohject gegen eine Summe von 30OO Mark Sílbei 
ûherlasscn. 

So war dcr Graf weder dem Kònigc von Fnglantl noch tlem 
von Aragonien wohlge\vogen unri, da er glauhte, die Gelegenhcit, 
Reiden Schaden zuzufûgen, nicht voruhergt hen l.xssen zu sollen, so 
verhand er sich mit tlem jungen Meinrich. 

Auf dieses Rúndniss hezieht sich, wie gesagt, das Lied 23. 
Der Dichter erzahlt, dass der (iraf von Toulouse ihn durch Raimon 
Luc von Fsparo halx^ auffordern lassen, ein zum Kampfe anreizcndes 
Sirventes zu verfertigcn (1 — 6). Da Jener ihn also zum D(»lmetscher 
seiner Gesinnungen gemacht hahe, so durfe er nicht ncin sagen, 
weil ihn sonst die (iascogner tadeln vvúrden (7 — 12). In Tt)ulous<; 
bei Montagut werde der (ìraf sein Haimer aufpílanzen auf der 
\Viese (13 — 16), und ehendorthin werden auch seine Verbundeten, 
der Dichter und auch die andern Rarone, theils durch Geld, theils 
durch Ueherredung gewonnen, in so grosscr Zahl komraen , tlass 
sie tlrei Niichte ohnt; Obdach im Freien wiirdt;n lagern mùssen 
(17 — 24). Sobald sie aber angt;langt, werde der U'atfcntanz auf 
dem Felde beginnen untl die Catalanen und Aragonier wcrden 
untcr den wuchtigen Ilielien der Unsrigen in grosser Zahl aus dem 
Sattel gewt>rfen werden (25 — 30). Da werden denn die Splitter 
gen Hiramel cmpt)rllicgen , da \verden die kostharfn Stt>fte untl 
(ievvândcr zerrissen, da werden Stricke, Zelte, Haken, Plltic^e, Ha- 
racken und Hútten verwandt und aufgerichtet wcrden (31 — 36) 
Deswegen fordert Hertran auch die Feinde und deren Hundes- 
genossen auf, zu erschcinen : den Konig von Aragon, Roger II von 
Hczicrs, Herrn von Mon Albeo, dic S<)hne Hernhartl Ottt)S II von 
Nîines, so wie dcn Grafen Pcter, den (irafen von Fois sammt 
Sancho, dem Hruder des Kònigs von Aragon (37 — 42). ¥.x schliesst 
mit dem Wunsche, dass die hohen Harone doch immer tmt ein- 
andcr in Zwist liegcn mòchtcn (45, 46). 

Ea sei hier nur kurz cnviihnt, dass sovvohl Raimund als auch 

3* 



Digitized by Google 



36 



Ilugo III. von Hurgund mit ihren Mannschaften zum Heere des 
jungcn Heinrich stiesscn (L'art de vérif. 1. d. X, 261), dass jedoch 
der bald darauf eintretende Tod dieses Prinzen, vvelcher die ganze 
Untemehraung zum Scheitern brachte, auch ihr Vorhaben ver- 
eitelte. 

Aber noch ein andres Gedicht, 14, dûrfte bald nach dem 
eben besprochenen entstanden sein, jedenfalls zu der Zeit, als 
der Kampf zum zweiten Male vvieder ausgebrochen war; denn 
in den einleitenden Worten dcssell>en ruft Bertran aus, es werde 
sich nun bald entschleiden, wcm von den Sòhnen des Kònigs das 
Land gehòren werde (4 — 6). Er gesteht sodann offcn ein , un<i 
dies Zttgestàndniss ist l>ei Hertrans Parteistellung und seiner Leidcn- 
schaftlichlceit doppelt beraerkens\verth, dass die Prinzen sich gegen 
ihren Vater versûndigt (ig, 20); mit alleiniger Ausnahme des 
jùngsten, nàmlieh Johanns ohne Land, hàtten sie ihn sàmmtlieh 
schmàhlieh hintergangen (23, 24). Nunmehr recapitulirt er kurz 
den Hergang der ganzen Empòrung: die Vasallen haben sich ver- 
einigt und sich gegen Richard crhoben, denn sie wollten lieber von 
einera Kònig, d. h. von Heinrich, gut behandelt, als von eincra 
(ìrafen d. h. von Richard, geknechtet werden, und darin giebt ihnen 
der Dichter Recht (25 — 30). In der That hatte der junge Kònig 
seinen Hrudcr bereits beinahe bcsicgt, als dicser den Vater be- 
nachrichtigte (7, 8); Letzterer war alsdann gekoramen, hatte dem 
jungen Ileinrich hart zugesetzt (9), Angoulème erobert und Saintonge 
bis jenseits Finisterre befreit (10 — 12). Dennoch aber glaubt 
Hertran , dass seine Partei und der junge Kònig das Spiel trotz 
des alten Heinrich gewinnen wùrden, denn dessen Fusstruppen 
haben sie schon vertrieben (31 — 30). Zwar hat Jencr in Limousin 
gesiegt, aber hier d. h. wohl in Poitou, ist's damit zu Ende und 
bald werden ihm zu den alten Feinden in den Franzosen neue 
entstehen (37 — 42). Ausserdera glaubt er versichern zu kònnen, 
tlass <lie Normannen, also <lie Rerntruppen tles Kònigs, hòehst un- 
zufrieden sind untl dass, wenn sie irgend in die Heimath zuriick- 
kehren kònnen, lveiner dersell>en wiederkommen vverde (43 — 48). 
Nunraehr wcndel er sich gegen Kònig Philipp II. von Frankreich. 
Dieser ist seiner Mcinung nach schlecht berathen und schlecht ge- 
leitet, er làsst es an thàtiger Húlfe fehlen und wird an Ruhm 
Einbusse haben, wenn cr seinem Selnvager nicht helfen wird (40. —54). 
Daher fordert er <li<: Franaoscn auf, ihres Ruhmes zu gedenken, 
sich alle auf den Ruf ihres Kònigs zu versamiueln und thàtig in 
den Kampf mit einzugreifen (55 — 60). Aber Hertran hofft noch 
auf weitere Hùlfe: tler Herzog von Hurguntl hat versprochen , im 
Soramer zur Unterstùtzung zu kommen untl ausserdem noch ein 
ehampagnisches Ilûlfscorps herbeizuziehen ; Hertran taxirt diesen 
Zuzug auf etwa 500 Ritter (òi — ^04). \Venn wir dann Alle beisammen 
sein «rerden, ruft er aus, so wird man in Poitou Angst bekt)mmen 
(65, 66); kàinpíen muss man, utn Ehre zu erlangen, untl nur, weil 
er Spanien « robert hat, wird inan allc Zeit von Karl sprechen 



Digitized by Google 



37 



(°3 — 72)! Ira (ìcleit stfllt er dem jungen Ilcinrîch das Zeugniss 
aus, dass er sich Ruhin crworben habe von Burgos bis nach 
Deutschland (75, 76). 

Aber auch dies Mal, \vic schon frùher, stcllte cs sich hcraus, 
dass Rertran nichts \veniger als cin {>raktischcr I'olitiUcr, sondcrn 
ausschlicsslich cin phantastisehcr Sehvviirmer \var, dcr allcrhand 
sanguinischc IIofTnungcn und ( 'orabinationcn fùr Thatsachen ausgab. 
Denn wie ganz andcrs endctc die Sache, dic cr cbcn als so glanzend 
und aussichtsrcich geschildert hatte! 

lch gclie dic nun folgendcn Ereignissc vviederunì hauptsâcbJÌch 
naeh Lyttelton III, 382 stp Der Karapf \vurdc mit F.rbittcning 
fortgesetzt. Dcr Kònig griff vom 1. Miirz an das Schloss von I.imoges 
mit Energie an , doch dies lcistcte so kriiftigen VViderstand, dass, 
<la tlas schlechtc \Vettcr dii* Rebellen unterstûtzte , der Konig gc- 
nòthigt wurdc, nach vicr/.chn Tagcn dic Hclagcrutig aufzuheben und 
>ich zuriickzuzichcn. Der jungc Ilciurich sah kcinc antlrc MoglichUeít, 
tlie Ansprùchc dcr uncrsiittlichen Hrabautcr zu befricdigcn , als 
indcm er zu demsclbcn Mittcl griir, das Gottfricd bercits angc- 
\vantlt, tl. h. inticm cr einige Ixloster in dcr Niihe dcr Stadt I.imogcs 
plùnderte. Diese gottlosc Handlung crbittcrtc die Einwohncr von 
I.imogcs so schr, tlass, als er sieh tlicscr Statlt, dic frùhcr \vann 
lùr ihn cingcnotnincn war, niihertc, cr thc Thorc verschlossen fand 
und mit eincm Regen von Steinen cmpfangcn \\urdc, tlcr ihn 
zvvang, sich ciligst zu cntfcrncn. TUi tler Abtci Uzcrchc trafen 
<lcr Ilcrzog von Httrguntl und dcr (»raf von Toulouse mit Vcrstiir- 
kungcn cin, untl cs \vurtle im Kricgsrathc beschlosscn, am Montag 
nach rtìngsten eincn allgemcinen Augrift' gcgcn das Hcer des Kônigs 
zu untcrnehmcn. Vorficr jcdoch crkrauktc dcr l'rinz an eincm 
ln'tzigcn Ficber und musstc aus dcm I.agcr fort und nach Martcl, 
ciuciu Schltjssc dcr Vizgrafschaft Turcnne getiracht wcrden. Hicr 
nahm dic Krankht*it cinc schlimmc \Vcndung, und die Aerztc 
thcfltcn ihm cntllich mit, tlass cr slcrben mùssc. Kr santltc nun- 
mcfar cincn Boten aus an scincn Vatcr, durch wclchen er dicsem ura 
Vcrzeihung bat untl ihn anfìchtc, cr tnogc an scin St. -rbcbctt 
kommcn. Heinrich, dessen vvanufùhlendcs Vatcrhcrz sofort diesem 
Rufe ztt folgcn gcneigt \var, konnte nur mit Mûhc von scincn 
1'VeuntltMi, dic einc neuc I lintcrlist fùrchtctcn, ZUTticlcgehalten \vcrtlcn; 
abcr er santlte tlurch tlen I'.rzbischof von Rordeatu dem stcrbenden 
Sohne einen dicscm \vohlbekannten Ringals Zeichen stMncr Vergebung. 
Als der Mischof ilín tlcm l'rin/.tMi ùberreicht hatte, kùsstc dicser 
denstM'lHMi und ersuchtc den (ïeistlichen, zu scinem Vatcr zurùck- 
zukehrtMi und ihtn als scine lctzte Motschaft tiie Ihttc zu ùberbringcn, 
gcgen die Haronc von Aquitnmcn bannlnM-zig zu sein und seinen 
Rittcrn und DitMicrn den rùckstiin<Iigen Sold zu bczahlen. Dann 
hùlltc er sich in Sa<:ktuch, knùpftc cincn Strick um SCÌncn Hals 
und liess sich auf eincn Aschcnhaufen legcn , den er zu diesera 
Zweck auf dem Pussboden hatte ausbrcittMi lassen. Nachdem cr 
noch dcn \Vunsch ausgesprochcn, dass scine I^eiehe in Rouen bc- 



Digitized by Google 



3« 



graben werden mòehte, und er darauf mit den Sterhesacramenten 
versehen worden \var, verschied er am II. Juni 1183. 

Dieser Tod des jungen Heinrìch war ein harter, unersetzlieher 
Verlust lùr die aquitanischen Harone. Durch dieses Freigniss \vurde 
ihnen zugleich das Haupt ihres Aufstanth.-s und ohenein die Ver- 
anlassung, der Vor\vand desselhen gcn«»mmen; denn nur, um ihn 
an die Stelle des verhassten Richard zu setzen, hatten sie ja das 
ganze \Vagniss unternommen. 

Bertran de Horn musste diesen Verlust doppelt schmerzlich 
empfinden, da er in Heinrich nicht nur, \vie seine Standesg«Miossen, 
politisch einen \vohlwollendcn und machtigcn Hcschùtzer und He- 
gùnstiger, sondern vor allera einen \vahren, aufrichtigen , seinem 
Herzeu nahe stehenden Frcund verlor. I.etzteres ergicbt sich aus 
den beiden schônen Liedern, weichc er dem Andenken tlos Ver- 
storbenen \veihte und in welchen kein Ausdruck der Trauer l'latz 
fand ùber elwaige nachtheilige, vcrhangnissvolle Folgen, die 
dieses unerwartete Unghìck fùr die Sache der Verbùndeten mit 
sích hríngcn musstc, sondern ivelche aussehliesslieh den Gedanken 
Austlruck geben, die ihn als Mensch uud als Freund be\vegten, 
Gcdanken eincs ungcheuchelten, tíefgcfuhlten Schmerzes, Gedanken 
der \varmsten, rûekhaltlos«'sten Anerkennung fùr die Vorzùge und 
Verdienstc des Dahingeschiedenen. 

In dem einen hierauf bezùglichcn Liede, 41, erkl;irt der 
Dichter, dass, \venn alle Schmerzen und Thrânen, allcr Jaimner und 
alles Herzeleid, von dem man je auf der \Velt geliort, vereinigt 
v ùrden, sie doch leicht und nichtig erscheinen raùssten hn Hinblick 
auf den Tod des jungen K«»nigs von Hngland (1 — 5); traurig und 
tlùster und freudeleer ist die Welt zurùi:kg«'bliehen (7, 8), und \vie 
kann je die Freude \vietler dahin zuri'u:kkehren, da AUe, die hòlischen 
Ivrieger \vie die anmuthigen Dichter und Spielleute ihren besten I'Veund 
verl«»ren haben (cj — 16) ? DerT<»d kann sich rûhmen, den \vackersten 
Ritter, die V«-rkor|HTung aller ruhin\vùr<ligsten Jù*gens«:haft<m ver- 
nichtet und der \Velt g<Taubt zu haben (17 — 21). Was bleibt 
nunmehr der letzt<-r<Mi noch an Vorzùgen und Freu<len? \Vas hat 
sic nun noch aufzu\v<Msen an \Verth un<l Tûchtigkeit, seitdem der 
liebensuùrdige jung<í Hrinz davongegangcn ist (25 — 32)? Ihn, 
dem es einst gefalUm, um unserer Súnde wegen in die Wclt zu 
kommen und d<T, um uns zu erlosen, den Tod auf si«:h genommen, 
ihn bitten wir um Cìnade fùr den jungen Kònig; mòge er ihin bann- 
herzig sein, \vie er ja die Harmherzigkeit selber ist, mòge er ihn dort 
\veilen lassen, wo <*s keine Schmerzen, keine Thranen gieht (33 — 40) ! 

Nicht minder \varm und tief empfunden ist ein zweites Lied, 
26, \velches eb«Mifalls <ler Frinnemng an den Uòniglichen Freund 
geweiht ist. Der Dichtcr glaubt, dass hinfort seiiu* Lieder nicht 
mehr \verden <M*tònen kònncn, da ihm mit dem jungcn K<»nig zu- 
gleich die Vernunft und seinc Sangeskraft verloren gegangen ist 
(1 — 4). Da er aber fùrchtet, tlass dcr stumine Schmerz ihn tòdten 
\verde, so will cr dtjch sprechen und den geliebten Freund Gott 



Digitized by Google 



39 



empfehlen, díimit er ihn iti den Aufenthaltsort der Seligen auf- 
nehmen nibge (io — 14). Seinen Namen „junger Konig" hat er mit 
vollem Recht gefùhrt, denn er ist ein Fùhrer und Vater der Jugend 
geweseti , ja er \vùrde Konig aller I Iblîsehen und Kaiser aller 
\Vackeren ge\vorden sein, \venn er nur liinger gelebt hatte (15 — 18); 
deni) Atlcs was Krieg, Tournier und Prauendicnst betraf, hat bei 
ibm sich in hbchster Vollkotnmenheit gefunden; nun aber, da es 
rnit ihm seinen Pfleger und Forderer verloren hat, wird es auch 
zugleieh mit ihm tliese freutllose \Velt verlassen (19 — 28). Aber 
nicht nur den ritterlichen , aueh tlen geselligen Tugendcn ist ihr 
l lauptbeschùtzer entrissen worden; denn Alles \vas sonst die Welt 
zierte und das I.eben verschonte: freuntlliehe Aufnahme, Dienst- 
fertigkcit, angenehme NVechselretle, (iastfreundlichkeit , standesge- 
inâsscs Auftreten, Freigebigkeit , tlie lierrlichen (iastmahler in Ge- 
sellschaft kùhner und maehtiger Genossen bei Musflc und (iesang — 
Alles tlas steht jetzt venvaist nnd schutzlos da (2Q- 42). Denn 
tler Prinz galt fùr tlen ausenviihltesten Ritter, und seit tlen Zeiteti 
Rolantls hatt < v s keinen gegebcn, der sich mit ihm im Ivampf und 
itn Toumier hâtte messen konnen und dessen Ruhm , \vie der 
seinige, ûberall im Osten untl \Vesten verbreitet ge\vesen w;ire 
(43 — 56). Daher trilìt dieser Verlust auch keines\vegs allein ihn, 
den Dichter, sondern alle, die je mit dem jungen Prinzcn in Be- 
riîhrung gekommen sind: Englânder, Irlantler, Iîretonen, Normannen, 
b'ranzosen , Flamlander, Deutstrhe — kurz Alle, Alle hal>en Anlass 
zu trauern und zu klagen (57 — 70). ÌJertran erklart schliesslich, 
tlass nach dera Tode seines Freundes fíir ihn selbst die Welt 
satnmt allen ibren Bewohnern ganz und gar keinen \Verth raehr 
bal>e (74—79)- 

Es verdient vielleicht hervorgehoben zu werden, dass diese 
Schilderung des verstorbenen Prinzen nicht ein durch tlie Phantasie 
des Dichters erzeugter, voti dem \Vohlwollen des Freundes ùber- 
triebener, der thatsiichlichen (irundlage aber entbehrender Panegyricus 
ist, sondern dass, \vie von allen zeitgeuossischen Chronisten ùber- 
einstimmend berichtet \vird, er mit den glanzentìsten Vorzùgen des 
K«»q>ers und des (ieistes ausgestattet \var, Vorzùge, deren (ilanz 
allerdings durch seine ("hara^terstrlnv.iehe und Unbestantligkeit stark 
iH'eintrachtigt \vird. Uni nur ein Heispiel anzufùhren , tlas auch 
Diez bereits envahnt, so berithtet (ienasius (Pt)Utjuet XVII, 664), 
dass von den aquitanìschen Baronen, \velche sich seinem lleere 
angeschlossen , einige katnen aus Mass gegen den Konig, seinen 
Vater, antlre in der Absicht, Richard, seinen Rrutler, zu venùchten, 
alle aber aus dem \Vunsche, ihm tlen Sieg zu verschaffen; „tlenn er", 
heisst es, „war liebenswûrtlig gegen Alle, von anmuthigem Aeussern 
utul er stand hinter Niemantl im Ruhme miliUirischer Tùchtigkeit 
zuriick; er war bescheiden, lenksam und leutselig, so tlass er von 
allen ihm fern und nahe Stehendcn aufrichtíg geliebt wurde." Auch 
andre provenzalische Dichter ausser lîertran spenden ihm Lob; so 
heisst es in dem Klageliede auf den Tod des Richard Lbwenherz: 



Digitized by Google 



4 o 



Tug . . degran saber cum fos de pretz amaire 

e qual foron vostre dui valcn fraire, 

lo joves reis el eortes coms faufres ; 

e qui en loc remanra de vos tres, 

ben deu aver fin cor e ferm cossir 

de totz bos aips enansar e grandir. 

G. Faid. 22, 49 sq. 

In dem Planh auf den Infanten Fcrdinand von Castilien vcr- 
sichcrt dcr Dichtcr von Lctzterem: 

cujavon qu'en elh fos esmendatz 

lo joves reis én Richartz lo prezatz 

el coms faufres, tug ìi trei valen fraire. 

Guir. de Cal. 6, 26 sq. 

Auch Raimon Vidal dc Reziers envâhnt seincr mchrfach lobcnd, 
z. B. : E sos (sc. Ilcinrichs II.) fi/hs tres que noi oblit: 
/fenric ni'n Richard ni'n faujre, 
car en lor ac dos tans de be 
c'om non poiria d'un an dir. Dkm. 152, 15 sq. 

FJiendort \vcitcrhin: en Englaterra'n Enricx . . 
e mais de sos filhs atressi, 

n' Enrics e'n Richariz e'n fofres. Dkm. 168, I sq. 

\Vie ich schon sagte, solltc sich sein Tod als cincs der ver- 
hangnissvollstcn und folgensehvversten Frcignissc fûr die ganze 
Untcrnchmung enveisen. 

Das ganzc Heer der Rebcllcn loste sich auf, Jedef suchte 
scine Heimath zu crrcichcn, tim hintcr starkcn Maucrn Schutz zu 
suchen ; Richard sctztc den Fliehendcn nach und veruichtcte mclirere 
Abthcilungcn dcrsclbcn, cinzelnc dcr Rarone untcnvarfen sich sofort 
auf Gnade und Ungnade. 

Dcr crstc Kindmck, dcn dic Nachricht auf dcn Konig sclbst 
machte, war der dcs ticfsten Schmerzes; drci Mal fiel er in Ohn- 
ìnacht, als ihm dic TodcsboLschaft hintcrbracht \vurde. Bald aber 
crmannte er sich, und nun crgrifl' ihn grimmigcr Zorn gegen allc 
dic, dcnen cr als Urhi'bcr dcs Aufstandcs, die Schuld an scincs 
Sohnes friihzcitigi'in Todc zuschricb. Z\var hattc Heinrich noch 
auf dcm Toíltcnbcttc scincn Vatcr um Gnadc fiir dic aquitanischen 
Maronc angctlcht, abcr cine solchc Nachsicht schii-n dcm Kônige 
nîcht am Tlatze zu scin, nnd cr bcschloss viclmchr, dic Rebellion 
mit Rculcnschliigcn abzuthun. F.r nahra zunachst das Schloss von 
I.imoges, das so langc dic Verbûndeten gcschtitzt hattc, und raachtc 
cs dcm F.rdbodcn glcich, dann riickte cr rait seinera Heere dureh 
das ganze Land und brach und zcrstortc dic Tìurgen Vieler von 
dcncn, <lic sich an dcr Empôrung betheiligt hatten. 

Ntin nahtc sich auch fùr Rcrtran de Roni die FnLscheidungs- 
stundc. Der englischc Konig crschicn im Rundc mit Alfons 1J., 
Konig von Arragonicn, wclchcr ihm schon zu Anfang des Aufstandes 
mit einem Heer zu Hùlfe gekommen \var, vor Schloss Autafort. 



Digitized by Google 



41 



In dcr „razon" zu 32 wird hervorgehot>en, dass er dem Troubadour 
bcsonders' gezùrnt habe, weil er glaubte, dass diescr der Hauptan- 
stiíter des blutigen Bruderzwistes gewesen war. Nach derasell)en 
Bericht verlief die Katastrophe in folgender Weise: Bertran be- 
trachtete den Umstand, dass der Kònig Alfons sich in dera feind- 
lichen Heere befand, als cinen fûr ihn gunstigen, tla dieser sein 
spcziellcr Freund war. In dieser Annahrae wurde er bcsonders 
dadurch bestarkt, dass Alfons, als ira Belagerungshecre Noth an 
I^ebensmitteln sieh bemcrkbar raachte, in die Burg schicktc und 
ihn um Brot, YVein und Fleisch bat. Bertran sandte ihm daher 
das Gewûnschte, liess ihm abcr durch den Boten, dcr die (ieschenke 
ûberbrachtc, zugleich die Bittc aussprechcn, er mòge dafûr sorgen, 
dass die Rricgsraaschicnen von ihrcra jetzigen Standortc entfcmt 
wûrden, weil die Mauer an der Stelle, wo sie jetzt arbcitetcn , fast 
zerstòrt sei. Alfons entblòdete sich nicht, dic so erhaltcne lvenntniss 
aus Hoffnung auf schnòdes (ield dem Kònige Heinrich zu vcrrathen. 
Dieser that natûrlich gerade das (iegentheil von tlcra, was Betran 
gewùnseht : cr verstarktc und vermchrte die Sturmblòcke an dcr 
bczeichneten Stelle und bald war atich Bresche in dic Mauer gclegt, 
und die Burg wurdc gcstùnnt. Auch dies ist ein geschichtlicher 
Act, welcher uns von zeitgenòssischen Autoren best.ïtigt wird; so 
zitirt schon Diez eine Stclle dcr (*hronik (Jottfrieds von Vigeois, 
aus welcher hervorgeht, dass tlas Schloss Authefort, das er „valtle 
inexpugnabile'* nennt, nach einer siebentâgigen Belagcrung, untl zwar 
an dcr Octave des IVter-Paulstages tl. h. ani 7. Juli I 183 vora lvònigc 
genoramen wurde. 

Wir folgen nunmchr wieder tlcr vorhin genannten „razon" und 
zwar gel>en wir dcren Frzahlung in wôrtlicher Uebcrsctzung, weil 
uns dieselbc in ihrcr epischen F.infachheit wahrhaft ergreifcntl er- 
scheint. „Und Herr Bertran wurde mit allera seincm Volk in das 
ZeU des K<inigs Heinrich gcfuhrt, untl der Konig empfmg ihn sehr 
iibel und sprach zu ihm: „Bertran, Bertran, Ihr habet gcsagt, dass 
Ihr zu keincr Zeit auch nur die Halfte F.ures Verstaiules nothig 
hattet, abcr wissct, tlass Ihr ihn jetzt wohl ganz braut:het." — 
„Herr", siigtc Herr Bertran, „es ist wohl wahr, dass ich tlics sagtc und 
ich sîigte wohl dic Wahrhcit." — Untl tler Kònig sagte: „Ich glaube 
wohl, dass cr F.uch jetzt abhandeu gekommen ist." — „Hcrr", sagte 
Herr Bertran, „wohl ist cr mir ahhandcn gekommen." — „Untl wie 
das?" sagte dcr K«>'»ig- — ■ „Hcrr", sagte Ilcrr Bertran, „an dem 
Tage, an dein dcr wacKere junge Kònig, Eucr Sohn starb, tla 
veríor Ich den Verstaml und das \Vissen untl tlic Kenntniss." — 
Und als tler K<»nig das vcrnahm, was Herr Bcrtran ihm unter 
ThrSnen von scinein Sohne sagte, kam ihm vor Mitlcitl cin grt>sser 
Schmerz in das Ilerz und in die Augen, sodass er sich nicht 
enthalten konnte, vor Schmerz in Ohnmacht zu fallen. Und als er 
wie<ler zu sich kam, ruft er untl sagte weinend : „IIerr Bertran, 
Herr Bertran, Ihr habet wohl Rccht untl cs ist woh1 erkl;irlich, 
wenn Ihr um mcines SohneS willen den Verstantl verlorcn habt, 



Digitízed by Google 



42 



denn er liebte Euch mehr als irgend Jemand in der Wclt. Und 
ich, aus Liebe zu ihm, schenke Kuch das Leben und die Habe 
und Euer Schloss und gebc Euch meine Liebe und mcinc Gunst 
wieder und schenke Euch fûnfliundert Mark Silber wegen der 
Schâden, wclcbc Ihr erlitten." — Und Ilerr Bertran fiel ihin zu 
Fûssen, indem er ihm Dank sagte. Und der Kònig zog mit seinera 
ganzen Heere davon." 

AIxt, obwohl Kònig Heinrich dem Dichter versprochen, dass 
er Autafort wieder haben solle, so scheint es doch, dass die Aus- 
fùhrung auf sich hat \varten lassen. Wenigstens wirft Bertran in einem 
an Rassa, also Gottfried von der Bretagne gerichteten Liede, 36, 
die Erage auf, warum gerade er im Gegensatz zu allen ùbrigen 
Ilerren des Landes sein l^ind nicht zurûck erhalten habe (1 — 7). 
Zugleich ergreift er diese Gelegenheit, um von Neuem die Eeigheit 
der Barone, die ihn im Stich gelassen, zu brandmarken: mehr als 
dreissig Vcrbùndete seien sie gewesen , alle zum Rriege geneigt 
und doch hiitten sie nichts erreicht, weil in dem Augenblick, als 
es der Schliige bcdurft, die Andem sich auf Unterhandlungen ein- 
gelassen hatten (8—14). Diese verratherische I landlungsAveisc sei 
bei Jenen aber etwas Gewòhnliches ; immer liessen sie ihn im Stich, 
sobald sie gemeinsam in einen Krieg verwickelt seien und , wenn 
dann sein Land verwùstet und verbrannt sei, so fordern sie ihn 
spòttisch auf, falls es ihm beliebe, sich Recht zu verschaffen (15 — 21). 
Wie die Sachen augenblicklich standen, so sei an Krieg nicht zu 
denken ; die Armbrustschùtzen werdcn es bitter merken, da Niemand 
ihnen Sold geben werde (24 — 26) ; dagegen werde Richard nun 
seiner Jagdlust fròhnen; und Ilabichte, Falken, Hôrner, Trommeln, 
Schweiss- uiul Leithunde, Bogen, Pfeile und Jagdanzùge — das wùrden 
nunmehr die Gegenstiinde sein, mit welchen dieser Prinz sich ab- 
geben werde (29 — 35). Zum Schluss liisst er noch ein Mal seinera 
Zome freien Lauf : von Monpi'llier bis jenseits der See habe er 
gesucht, aber nirgends habe er einen ganzen Mann gefuntien, 
Einen, dessen Tùchtigkeit vòllig tadellos sei; rait Ausnahme Eines 
gefalle ihm Iveiner (36 — 42). 

Wenn wir uns nach dem (ìruiule fragen, weshalb der Ivonig 
dem Bertran, obwohl er ihm verziehen, Autafort nicht sofort wieder- 
gab, so ist dieser vielleicht darin zu suchcn, <lass dem Kònige 
Zweifel ùber die Rechtraiissigkeit seines Besitzes aufstiegen. Es 
wird uns niimlich in der „razon" zu 20 erziihlt, dass Constantin, 
als er wiederum von seinem Bruder widerrechtlich und gewaltsam 
aus dem Schloss vertricben worden war, sich zum Kònig Heinrich 
und zu Richard begeben und dass er ihrera Heere sich ange- 
schlossen habe. Als nun der Kònig in der l\rregung des Augen- 
blickes jene Worte gesprochen hatte, fand sich ohne Zweifel Con- 
stantin ein und suchte seine Rechte auf die Burg geltend zu machen. 
Abcr es scheint, dass auch Bertran seinen ein Mal errungenen 
Vorthcil nicht wieder aufgeben wollte und vielleicht den Heinrich 
an sein Versprechen erinnerte. Wie dem auch sei, nach einiger 



43 



Zcit erhielt Bertran, wie în der soeben genannten „razon" erziihlt 
wird, die Burg wirklieh wieder, und zvvar iiigte der K<»nig, als er 
ihm seine F.invvilligung gab, scherzcnd hinzu: „Sie sei Dein, Du 
musst sie vernûnftiger \Veise wohl hahcn, da Du Deinen Bruder 
so ùber das Ohr gehauen hast." \Vie \vir spater sehen werden, 
beabsichtigte der Kònig init diesen \Vorten nicht, dem Bertran 
den Alleinbesitz der Festung zu ùbertragen, viclmehr wollte er dcn 
friiheren Zustand der gemeinschaítlichen Ilerrschaft wieder herstellcn. 
Der schlaue Bertran aber durchscliaute sofort die Situation und 
beschlosa sogleich, sic zu scinem Vortheil auszubeuten. Kr knicte 
daher vor Heinrieh nieder und sagte: „1 lerr, tausend Dank ! wohl 
gefiillt mir cin solches Urtheil!" \Vahrend nun aber der englische 
K«»iùg mit seinem Sohn und seincm Hcere in sein Land zurùck- 
kehrte, zog Bertran nach Autafort zurùck, sperrte abcr sofort die 
Thore zu und vvies den Constantin, als diescr, vòllig in seinem 
Recht, sicli einstellte, hòhnisch ab. In seiner Noth wandte sich 
Ix'tztcrcr nun an scine Freundc um Rath, un<l diese schlugen ihm 
vor, sich sofort zuin Kònige zu begeben und sich ùber Bertran zu 
beschweren ; er vverde ihm gewiss zu seinem Rechte vcrhelfcn. 
Diescr that, wie ihm gerathen, und der K«»nig beschied den unge- 
fùgigen Baron vor scin Antlitz, um sich wegen der Anklage zu 
verantvvorten. Diescr aber hielt ihm die VVorte seincs eigcuen, 
allcrdings schcrzhaft gcmeinten, Urtheilsspruehes, dcn er sich dcr 
Sichcrhcit hallier sehriftlich hatte geben lasscn , vor. Dcr Kònig 
lachte und, da ihm dieser pfìftìge Finfall Spass zu machen schicn, 
so liess er den Hertran nach Autafort zurùi kkehren, w;'ihrend Con- 
sUmtin das leere Nachsehen bchìelt. Zwar faml er noch ein Mal 
bei den ihm befrcundeten Baronen vvillige Uùlfe, uiul diest? fùhrten 
mit Hertran lange Zeit Kricg; al>cr diescn Feinden zeigU- Letztcrer 
sich vòllig gevvachsen, und, wic in der ervvahnten „razon" zu 20 
hervorgehoL)i'n vvird, so hat er, so lange vr lebte, das viel um- 
strittene Schloss siegreich fiir sich behauptet, und crst naeh seinem 
Tode viTtrugen sich scinc S<»hne mit ihretn Oheim Constantin imd 
dessen Sohnen, ihren Vettern. Letztere Angabe enthalt, vvie wir 
spâter sehen werden, einige Unrichtigkcitcn. 

Dic ganze soeben vorg<-fùhrte F.pisode vvird, vvie ich oben 
bercits ervvahnt, von Laun'iis in das Jahr 1 1 73 gesctzt; ich habe 
damals abcr die Grunde angegeben, aus «relchen dics Datum un- 
mòglich ri<rhtig s<*in kann. 

Kaum vvar Hetran vvie<lcr im Hesitz <les g<'liebt<Mi Autaforts, 
als er ein Lied vcrfasstc, 20, das seinem keckcn, unlH-ugsamcn und 
doch auch dcr List nic abholdem Sinn einen bercdten Ausdruck 
lciht. Er erklart, cr dichte ein Mal vvicder recht aus Ilcrzcnslust, 
da er dcr Gefahr glùckli<:h cntronnen sei, ohne dass Grafen noch 
Kònige ihra etvvas anzuthun verraocht hiittcn, cin Erfolg, tlen er 
<-inzig seiner Schlauheit und seiner Gcvvandth<*it zuschrcibt (1 — 8). 
Aber, vveit davon entfernt, durch dcn Schaden gevvitzigt, zura 
Nachgelx'ii gencigt zu sein, baumt sich sein alter Stolz ungebrochcn 



Digitized by Google 



44 



nur um so heftiger auf. Da der Kônig und Richard ihm verziehen, 
so môgen die Barone, seine Naehbarn, ihn immerlùn bekriegen; 
nicht einen Fetzen von Autafort wird er lassen und, wer etwas 
dagegen einzuwenden hat, muss es auf einen neuen Kampf mit 
ilim ankommen lassen (q — iò). Wenn ûberall Frieden ist, so bleibt 
fúr ihn doch noch ein Stûckchen Krieg, und davon will er auch 
nicht lassen; Krieg ist fûr ihn der einzige Genuss, der Friede ist 
ihm verhasst, daher achtet und halt er kein Gesetz als das ihm 
mit dem Schwertc aufcrlegte (17, 24). Mag es nun Sommer oder 
\Vinter sein, zu jeder Zeit sind seine Gcdanken darauf gerichtet, 
nachzudenken, wie er seinen Widersachern Schaden zufiigen kann 
(25 — 29); mit Gewalt wird Nieraand bei ihm etwas durchsetzen 
(30 — 32). Andre mogen ihr I.and bestellen und ihre Wald««r aus- 
roden, seine Lieblingswerkzeuge sind Geschosse, Helmc, I'anzer, 
Rosse, Schlachtschwerter; seine Relustigungen sind Angrihe, Tour- 
nicre, Geschenkemachen, Fraueiulienst (33 — 40). Sein Mitbesitzer 
hat sich erkiihnt, von ihm das Frbe seiner (Rertrans) Kituler zu 
verlangen und er hat fast die Absicht, ihm davon mitzutheilen; da 
mati aber dann doch an ihm wird auszusetzen haben, weil er ihnen 
nicht AHes hingiebt, so will er lieber sein Vorhaben ganz aufgeben. 
Jenem wir<l es ûl>el ergehen, ehe er sich mit ihm einlassen kann 
(41 — 48). Fr will mit Autafort nach seinem Reliel>en sehalten und 
walten, da er die Fntsehcidung des Kònigs aceeptirt (.}Q — 52). 

So hauste denn Rertran wieder auf der schwererrung<Mien 
Burg. Aber, wie wir sehon ein Mal bemerken konnten, die gliick- 
liche Wicdcrgewinnuiig derselben liess ihn nie vergessen, dass er sie 
vorher vcrloren, liess ihn namentlich nicht vergessen, durch wen er 
sie verlorcn. Dies Mal sah er in Alfons von Aragonien den 
Haupturheber seines Ungluckcs untl, da er ihm mit volletn Rochte 
w<>gen ries schnoden Verjathes <ler Fretindschaft zùrnte, so 1m*sc1iIoss 
er, da die Macht ries Heleidigers j<*<le Moglichkeit einer an<lr<Mi 
Rache ausschloss, ihn schonungslos mit allen seioen unUtuteren 
Handlung<Mi an <1<mi l'ranger der f)<MT<Mitlichk<Mt zu stellen. Nun 
liot das pztvatc und offentli<:he Feben <li<-ses Fùrsten trotz viel<T 
Tugenden, <lie ihm <las Lob uiul <li<' S<-hm<M< - hel<M<Mt der Trouba- 
dours in holuMti Grade <'inbrachten, docfa au<*h manche Zùg<- dar, <lie 
nicht auf einen durchaus latitcren Cliaracter schliessen lassen, tind 
alle diesc F.inzelheiten verarlnMtete Hertran in <1<mi l>ciden Gedichten 
32 und 35, wobei indess nicht verschwiegen werd<Mi darf, dass er 
Um* seinem [cidenschaftiîch erregten Zustande es mit der Wahrheit 
nicht immer allzu g<Miau nahm, sondern auch manche Fabeln und 
\ r <M-|atiradungen, die ùbcr den Konig in Menge circulirten, begierig 
satnmelte imd fùr baare Mùnze annahm und ausgab. 

In der Finleitung zu 32 erkl;ìrt er, er werde jetzt ein Lted 
<li< hten, um dem Ivonig der Aragonier zu zeigen, dass er nicht 
ungestraft hergekomraen und mit seinen feilen Soldnern am Kriege 
SÌch betheiligt habe (1— g). Seinc niedrige, emporgekomraene 
Farailie, so prophczeit ihni der Dichter, wird schmahlich cndcn 



45 



und einzig auf dcn Besitz beschrànkt werdcn, von dem sie aus- 
gegangen, auf Melhau und Carlades; Jeder der Nachbarcn wïrd 
sich, was ihra zugehort, nehmcn, und cr selbst rnoge dann nach 
Tyrus gehen , obschon ihn hiervon wohl die Seeluft abschrccken 
wird, da er so zaghaft und verzàrtelt ist (10 — 18). Dic Provenee 
wird er an seincn Brudcr Sancho vcrlieren, den man dort hoher 
schàtzt als ihn, da er selbst keine andre Sorge kennt, als die, sich 
zu màsten und in Roussillon zu trinken , wo er den Gottfried aus 
seinem Besitzc vertrieben (19 — 23); ûberall gilt er mit Recht fíir 
eidbrûchig, da er die, denen gegenùl>er er sich verpflichtet hat, 
aus Furcht im Stiche gelassen hat (24—27). Dera Kònige Alfons III. 
von Castilien ràth er, den Barzelonier Alfons cin Mal seine Ivraft 
fùhlen zu lassen, da dieser wirklich ein schlechter Lchnsmann sei ; 
ja er schàtzt diesen nicht ein Mal so hoch wie einen Unglàubigen, 
da er von ihm an demselben Tage verrathen worden sei, an wel- 
chem er ihm einen Dienst enviesen (29 — 36). Der Dichter hofft 
daher zuversichtlich, dass das Reich Aragon cine Beute Sanchos VI., 
Kònigs von Navarra, sein werde, der ein volles Anrecht darauf 
hat; ja dcssen Vater Garsia Ramitz wûrde dies Ziel bereits erreicht 
haben, falls er lange genug gelcbt haben wûrde, da die Tûchtig- 
keit des Alfons mit der des Kònigs von Navarra keinen Vergleich 
aushalten kann (37 — 45). VVenn er nicht aus RùcLsieht fiir die 
gute Konigin von Aragon endlich schwicge, so wùrtle er ihra auch 
vorhalten, wie er den Berengier von Besaudun verrathen und zur 
Schande seines ganzen Hauses umgebracht hat (46 — 54). Den 
einen Umstand aber muss er noch ervvàhnen, wie schmàhlich der 
K«»nig an drr Toehter dcs griechischen Kais»>rs Manuel gehandelt 
hat; zuerst nàmlich hat er sich init ihr verlobt und dann, als sie 
uùt reichen Schàtzen angt*kommen, hat er sie ihrer ganzen Iiabe 
beraubt und sie selbst sammt ihren griechischen Beglcitern in 
brutaler \Veise ûbers Meer zu ihrem Vater zurûckgeschickt (55 — 63). 

Hatte das clx'n besprochene Sirventes uesentlich die politische, 
oíTentliche Tl)àtigkeit des Konigs ins Auge gefasst, so unterzieht er 
er in eincra andem, 35, auch das Privatleben desselben einer ver- 
nichtenden Kritik. Auch hicr erklàrt der Dichter ausdrûcklich, 
tlass der feintlliche Hcereszug des Aragoniers die Ursachc dieser 
Vorhaltungen sei (9 13), er fùgt zugleich einen Stich gegen 
Richard hinzu, indeiu er das Gedieht auch diesem zur Beachtung 
emplìehlt (8). Die hier an die Oeflentlichkeit gezogenen llaud- 
lungen berìchtet Bertran zum Theil mit Angabe seiner (ìewàhrs- 
mànner. S<j hat ihm einer von des Konigs eignen Vasallen er- 
zàhlt, dass dieser, als er auf eine F.inlatlung tles Ilerrn Espanhol 
in dessen Burg ('hastellt)t gt kt»raraen, sich derselbeu beraàchtigt 
und den Bt'sitzt-r tlaraus vertrifben hat (17 — 24). Eine antlre 
Neuigkeit hat ihm (iasttm vt>n Bearn und Pau mitgetheilt; als 
nàralich einige von tles Konigs Leutt:n gefangen genommen waren, 
santlte ihm sciu Buntlrsgent)sse, der Kônig von hngland Geld, um 
die Gefangenen damit auszulosen. ICr alxT unterschlug die ganze 



Digitízed by Google 



4» 



Sommc un<l liess seine eigencn Lcutc in dcr Gefangenschaft 
stcck«*n (25 — 32). \Vas sodann sein Verhâltniss zu «len Joglars 
b«*triflt, so gíebt Hcrtran zu, dass er ab und zu Gewand«:r und 
kleinc G«'ldgeschenke an einige dcrsclben vertbcilt bat; daher ist 
cs al)er seincr Mcinung nacb um so scblimuier fùr ibn, dass er 
sicb an einem dersclbcn fùr scine Spenden an dic andcrn scbadlos 
gehalten bat, namlich an Artusct, den cr fùr schnòdes Geld an «lie 
Judeu verkaufte, dit: die.sem eines Strcites uegen zûniten und die 
ihn dann verbranntcn (33 — 40). Nicht minder scbmachvoll hat er 
dem Spielmann Pctcr vergolten, der ihm Geld und Pferde geliehen 
hattc, da er erlaubt, dass dic Alte, \velcher Fons Fbraus gehòrt, 
ihn ganz zerstùeken und mit Messern zcrfetzen liess (41 — 48). 
Pcr«lr«) Ruiz hat einst ganz richtig von ihm proph«*z«*it, dass er ein 
Mal \\<*«l«*r kùhn nocb feige \\«*rtl«*n uerde, und zwar hat cr dies 
am Gahnen erkannt; denn ein Kônig, ueleher gfthnt und sich 
reckt, sobald er von Krieg spr«*chen ltort, err«*gt damit den An- 
schcin, dass «*r di«*s ent\veder aus Hlasirtheit thuc, odcr «lass er 
nichLs von Wafí«*n vcrsteht (49 — 56). S«;hliesslich spielt Hertran 
scincn U'tztcn Trumpf gegen ihn aus, in«l«*m «*r ibm bohnisch zu- 
ruft, «*r verzcihe es ihm, dass <*r ihm, <lem Dichtcr, durch scine 
Leute hat Host-s zufùg<'n lasscn, «lcnn cr habc ja nicbt andcrs zu 
handeln ge\vagt, <l«*r (iraf Richard habe es ihm ja befohlen gebabt; 
<i«*r Zweck scines ganzen Heercszuges sei ja aucb aussehli«*sslich 
der gevvescn, G«*ld zu vcrdiencn, und er hal)e sich nicht geschâmt, 
als Konig von cincm cinfachen Vasallen, naralich von Richard, 
solchcs zu nehraen (57 — 64). 

Ks ist hier nicht der Ort zu untersuchen, inwicfern die gegen 
den Ronig geschleuderten \'«)rwùrf<* b<*grùnd<*t warcn, ich venveise 
in dieser Hezi«'bung auf dic dem T<:xtc ang<-fùgten Anmerkungen. 

\Vas «lag«*gcn die Abfassungszeit beid«*r Gedichte b« trifl"t, so 
\vird man Dicz Ix'istimracn mùsscn, nach desscn Mcinung das erste 
im Frùhling II 84 cntstanth'n ist. Dass es namlich zur /eit der 
Abfassung dessclbcn Frùhling war, <*rgiebt sich aus dera iti tler 
erstcn Stropht: cnthaltenen Ilinweis auf die gcratle sich «-ntfaltendc 
BChône Hlùthenzeit, und, <ia der Iuhalt mit den Freignisscn des 
Jahres 1183, auf welcbe mehrfach angespielt \vird, in directer He- 
ziehung steht, so kann auch dic Jahn:szahl nicht zvveifelhaft stiin. 

Das z\vcit<í Sirventes ist jedenfalls spiiter v«*rfasst und zwar, 
\venn wir der „razon" glaulx:n dùrf«*n, ziemlich viel spiiter, tlenn, 
wie es d«)rt heisst, bat Hertran das neue Lied gcgen dcn K«mig 
von Aragon Iosgelass«;n „</ cap d'una gran sazon, r/n'e/ riac aỳres 
d'aulres mals quel avia failz". 

Wir mûssen nun die politischcn Verhâltnisse des Lantles wciter 
verfolgen und zwar zunachst die weiteren Streitigkcitcn Heinricbs 
rait seineiì Sohnen und mit dem franzòsischcn K«"migc, \veil die- 
sellxîn Anlass zu spiiteren K;impfen wurden, an welchcn sich aucii 
Hertran de Horn bcthciligte. 

Kaum war namlicb dcr jungc Heinrich gestorben, als sein 



Digitized by Google 



47 



Schwager Philìpp von Frankreirh im Namen seiner Schuester Mar- 
garethe vom englischen Ronige die Herausgabe Gisors' und des 
dazu gehorigen normannischen Vexins, vvelches die Mitgift der 
Prinzí'ssin gehiUlet hatte, als auch aller der Uindereien verlangte, 
\velche der junge Heinrich fùr seine Gemahlin ausgesetzt hatte. 
Dem gegenùber vvïes Heinrich nach, dass letzterc Iiindereicu 
eigentlich seiner eigenen Gcmahlîn Fleonore gehort hiitten, demnach 
nun an dieselbc zurùckfallen mùsstcn, dass aber Gisors und das 
normannist:he V'exin seit undenklichen Zeiten einen Theil des 
Herzogthums der Normandie gebildet hiitten und dass obcnein 
Ludwig VII. hei Margarethens Heirath feierlich auf alle Ansprùche 
auf dasselbe verzichtet hiitte. Nach liingeren Verhandlungen \vurde 
endlich am 6. Deeember 1183 in (ìisors ein Vertrag geschlossen, 
nach \velchem I Ieiurich der Margarcthe eine Rente von jahrlich 
2700 Pfund Anjou-VV'iihrung zahlen sollte, vviihrend Philîpp auf 
Gisors und das nonnannische Vexin verzichtcte unter der Bedingung, 
dass Heinrich es demjenigen seiner Sohne geben sollte, \velcher die 
Alice, Philipps Sch\vester, heirathen \vùrde, dic schon strit langer 
Zeit mit Richard verlobt \var. Hierdurch \vurde vorlaufig der Friede 
mit Frankreieh erhalten. 

Dagegen brach innerhalb der englischen Familie selbst bald 
vvieder ein Streit aus. Heinrich verlangte niimlich von Richard, er 
solle Aquitanien an seineu jùngsten Hruder Johann abtreten. Richard 
erbat sich zwei oder drei Tage Bedenkzeit, um seine Freunde tles- 
\vegen um Rath zu fragen. Als ihm die Zeit gewahrt war, verliess 
er heimlich den Hof, begal) sich nach Poitou und liess seinem Vater 
sagen, t»r \verde nic zugeben, dass ein Andrer als er Aquitanien 
lx v sitze. Hiermit war alH-r der K«"»nig keines\vegs zufrieden, son- 
dcm verhandelte fort\viihrend mit seinem Sohne, um ihn bald durch 
Gùte, bald durch Drohung tlazu zu bewegen, seinem Bruder, \venn 
auch nicht das (Ìanze doch wenigstens einen Theil des Lantles 
abzutreten. Dtich Richard envitlerte jedesmal, so lange er lebe, 
kônne davon keine Retle seiíi. F.ndlich \vurde der Konig zonìig 
und gestattetc scinem jùngsten Sohne Johann, ein Heer zu sammeln, 
uin Richard mit VV r aflenge\valt zu zwingeiì; Johann aber verbùndete 
sich mit seinem Bruder Gottfried, dcr ihn mit Truppenmacht zu 
unterstùtzen versprach (Bouquet XVII, 458, 459, 460). 

Auf tliesen neuen Brutlerzwist bezieht sich meiner Ansicht nach 
Iiertrans Lied No. 34, ob\vohl dit; ùbrigt;n Biographen des Dichtcrs 
anderer Meinung sind. VVir besitzen niimlich auch zu diesem Licde 
eine M xanm M , und in dieser \virtl hehauptet, dass dasselbc nach 
Richards Rùckkehr aus tlem Kreuzzugc und zwar nach seiner Be- 
freiung aus der Gefangenschaft verfasst sci, und tlieser Angabe 
schliessen sich Diez und I^iurens an. Diese Auffassung scheint 
mir abcr nicht richtig zu sein, viclmehr ist sie wohl nur aus einem 
Missverstândniss einiger Stellen des Gedichtes selbst hcrvorgegangen. 
Gegen diesellxí sprechen niimlich folgende Punkte. Zuniiclist ncnnt 
Bertran den Richartl Vers 20 „lo senhor de Bordel", wiihrcnd diescr 



4» 



in den nach soiner Thronbcsteigung entstandenen Liedern immer 
„reis" heisst Ja in der scchsten Strophe wird sogar direct von 
ihm als dcm „Grafen" gesprochen; dcnn dcr „coms", von dem 
dort dic Redc ist, kann wohl kcin andrer als Richard sein, da in 
Vcrs 48 auf seine kùnftigc Salbung zura Ronige angespiclt wird. 
Abcr noch ein andrer, entschcideníler Grund kann gegen die in 
Rede stchcndc Rehauptung angcfùhrt werden. Dic Strophe fûnf 
ist nàmlich an „Rassa" gerichtet, dem darin Vonvùrfe geraacht 
werden. Nun ist Rassa nach der ausdriicklichen Angalx? der pro- 
venzalischen Lebensnachrichtcn der Verstecknamc fûr Gottfried von 
dcr Rretagne, dem dritten Sohne Heinrichs. Wcnn dicse Angabc 
aber richtig ist, so kann das vorlicgende Gcdicht nicht"so spât, 
wie bchauptet wird, entstandcn sein, da Gottfried, wie wir nachher 
erfahren werden , bercits am 1 9. August 1 1 86 starb. Wcnn wir 
nun das Gcdicht mit der „razon" vergleichen, so crkennen wir, 
dass folgende Stelle des ersteren die Ursache des Missverst'indnisses 
gevvesen ist (18 — 21): 

mas sirventes farai fresc e novel, 
pois castiar cuidon en guerrejan 
nostre baron lo senhor de fíordel 
t per forsa tornar franc e cortes. 

Denn in der „razon" werdcn diese Worte eigentlich nur 
paraphrasirt. Ks wird hier nàralich crzâhlt, dass, als Richard aus 
der Gefangcnschaft zurûckgckchrt, er gegen die Rcbellen sehr er- 
zûrnt geworden sei und sic heftig bedroht habe; diese jedoch 
„tengron /<is soas menassas a nïen e/h manderon dizen qxfe/ era ven- 
gutz trop braus e trop orgolhos e que ilh ma/ son grat lo farian 
franc e cortes et humil e qu'i/h /o castiarian guernjan". Ks scheint 
tlaher unz\veifelliaft , dass, als der provenzalischc Scholiast seine 
Remerkungen zu diesera Gedichte geben wollte, er annahm, dass 
die in dem oben zitirten Verse geschilderte Situation nur auf die 
Zeit nach Richàrds Rùckkehr passe und dass er dahcr das Gedieht 
ohne Weiteres danach íixirte. Drrselbe scheint aber noch eine andre 
Stelle desselben raissversUinden zu haben. In Strophe vier nàmlich 
erklàrt der Dichter, es wùrde cine Schande fúr Richard sein, wenn 
er Limousin verlorc, wo er so manchcn Kampf gekàmpfl von Agen 
bis Nontron. Hierauf scheint sich die Rcraerkung der „razon" zu 
bezielien, Rertran hal>e gevvusst, dass Richard st^hr Lm"»sc gewesen 
sei wegen der Sehlosser von Montron nnd Agen, \\elche die Km- 
porer ihm gentnnmen hatten. Abgesehen aber von dcr Acndcrung 
von „Nontron" in „Montron" haben ofîenbar die Worte des Gc- 
dichtes cincn ganz andern Sinn als den, welcher ihnen in der 
„razo" beigelegt wird. 

Aus diesem gemeinschaftlichen Irrthum des provenzalischen 
und dcr m(jdernen Hiographcn unscres Dichters folgt schon, dass 
es nicht ganz leicht sein wird, aus dcn Worten des Liedes einen 
sicheren Schluss auf BCÌue Lntstehungszeit zu zichcn. Dennoch 
glaubc ich, dass die von mir aufgestellte Ansicht, das Getlicht sei 



Digitized by Google 



49 



zur Zeit des Streites der beiden Brûder um Aquitanien entstanden, 
die gròsste \Vahrscheinlichkeit fïir sich haL Zunáchst muss es, wie 
schon erwiihnt, vor dem Tode Gottfrieds von der Bretagne, d. h. 
vor der Mitte des Jahres 1186, verfasst worden sein; nicht minder 
al)er nach dem Sommer 1 1 83, da Richard bereits als der prásum- 
tive Thronfolger erscheint. Innerhalb dieser Grenzen aber vermag 
ich kein andres Ereigniss herauszufmden , durch welches Richard 
in seinem Besitz hâtte bedroht werden kònncn, als den oben kurz 
skizzirten Bruderkrieg. Dass eine solche Gefahr aber zur Zeit der 
EnLstehung des Gedichtes vorlag, scheint aus der vierten Strophe 
mit Evidenz hervorzugehen ; denn dort hiilt ihm Bertran vor, es 
werde eine Schmach fûr ihn sein, wenn er in dieser Weise seine 
Sache in Limousin aufgeben wollte, gerade dort, wo er so manche 
schone \Vaffentliat vollbracht, wo er bereits so viele Mûhen und 
Strapazen ertragen hat (25 — 32). Aus diesen Worten kann man 
sogar hcrauslesen, dass ihra zugemuthet wurde, freiwillig auf sein 
Land zu verzichten. Wir sehen also, wie Bertran in dem Streite 
entschieden fúr Richard eintritt. So erklárt es sich denn auch, 
dass er die Gelegenheit benutzt, um dem Gottfried, der auf Johanns 
Seite stand, bittere V'orhaltungen zu machen. Er erinnert ihn 
nâmlich an die Vorgange des Jahres 1183. „In Eurcm Interesse", 
sagt er, „haben sie den Kampf begonncn; daher beklagen sie sich 
jetzt bitter ûber Euch, da sie es nun sind, welche den Schaden 
davon haben und welche die Rosten tragcn mùssen. Dies bestii- 
tigen mir Ademar und alle die andern Barone, welche sich mit 
Euch eingelassen haben. Wenn sie jetzt Frieden haben, so vcr- 
danken sie dies nicht Euch, sondern dem Grafcn Raimund (33 — 40)". 
Die sechste Strophe bezieht sich sodann, wie es scheint, auf den 
bevorstehenden Kampf der Brùder. Bertran sieht namlich im Gcistc 
seinen Freund Richard bereits siegreich und ruft aus, dass in der 
Bretagne, in der Normandie, in Anjou, in Poitou und in Maine es 
Keinen geben wird, der nicht Richards Hceresrùstung werde zu 
sehen bekomraen, ja der Dichter fordert diesen sogar auf, auch 
gleich auf das Land des heiligen Aitnon, womit er vielleicht die 
Bretagne meint, Anspruch zu erheben, bis man ihm die Kònigskrone 
aufs Haupt setze (41 — 48). 

Es bleiben nunmehr noch die Verse zu erkliiren, welche den 
Anlass zu dem oben hervorgehobenen Missverstiindniss gegeben haben. 
Es wird uns zwar in den Chroniken nicht direct berichtet, dass, 
als der Krieg zwischen Richard und seinen Brúdeni m Aussicht 
stand, auch die Baronc sofort wieder Lust verspûrten und auch 
âusserten, diese gûnstige Conjunctur zu benutzen, um das verhasste 
Joch Richards abzuschûtteln. Es ist dics aber âusserst wahrschein- 
lich, und gerade aus Bcrtrans Worten mòchte raan schliessen, dass 
die Barone in der That sich heimlich zura Karapfe rûsteten, viel- 
leicht auch Drohungen aller Art ausstiessen. Durch das spâter zu 
besprechcnde Lied 28 (siehe pag. 54) wird diese Vermuthung 
durchaus bestiitigt, ja wir erfahren dort, dass unter den Vasallen, 

4 



5° 



die dem Richard damals feindlich entgegentraten , auch sein alter 
Gegner Ademar von Limogcs sich befand. Wenn die Chronisten 
diesen Umstand nicht cnváhnen, so hat dies wohl darin seinen 
Grund, dass der geplante Aufstand der Barone nicht zu Stande 
kam, und zwar, wie wir gleich sehen werden, weil sich Gottfried 
und Johann als zu schwach cnviesen , ihren Plan dem Richard 
gegenûber mit Gewalt durchzufûhren. Darura sieht auch Bertran 
dies Mal die Sache dcr Vasallen als aussichtslos an, und aus diesem 
Zusammcnhange heraus scheinen jene Worte verstanden werden zu 
mùssen. In dem Anfange des in Rede stehenden Gcdichtes erkl;'irt 
Bertran nâmlich, dass, wenn er \vegen der lieblichen Jahreszeit ein 
Lied verfasse, dies nicht geschehe, weil er verliebt sei; denn cr sei 
kein Licbhaber, gebe sich ûberhaupt nicht mit Liebe ab, raache 
keiner Darae den Hof, und es sei daher einc niedertrachtige Ver- 
laumdung, wenn Einigc die Meinung verbrcitct haben, dass er der 
schbnsten Dame der Welt seinc Liebe geschenkt habe (i — iò). 
Ein Liebeslied will er daher nicht dichtcn, wohl aber ein Sirventes, 
ura den Baronen Bescheid zu sagen, die so vermessen sind, dem 
Richard rait Gcwalt fcine Manieren beibringen zu wollen (17 — 21); 
abcr die Sachc wird sich vielraehr urakehren ; Richard wird so grob 
sein, dass Jene froh sein werden, wenn er ihnen iiberhaupt nur 
antwortet, und sie werden gutc Mienc zum bòsen Spiele raachen, 
sclbst wenn er sie gehbrig schindcn und scheeren sollte (22 — 24). 

Man kann dera Bertran nicht Inconsequenz vonverfen, weil 
etwa dicsc Wortc mit seinen Redcn und Thaten des vcrgangencn 
Jahres so gar nicht ira Einklang stchen; denn im Jahre 11 83 han- 
delte es sich um einen Anschluss an den durch scine Milde und 
Ereundlichkeit bekannten jungen Kônig, mit welchem Bertran 
ausserdera durch enge Bande der Ereundschaft verknùpft war, dies 
Mal aber um einen Aufstand zu Gunsten des ganz jungen, kaum 
siebzehnjahrigcn Gottfricd, sodass Bertran nicht Bedenken tragen 
konnte, fùr Richard Partei zu ergreifen, mit dem er bis auf wenige 
Ausnahmen imraer auf dera besten Eusse gestanden, und mit dem 
er gcrade seit 1 183 so harmonirte, dass, wie wir bemerkcn werden, er 
von da an in allen Streitigkeiten ausnahmslos auf desscn Seite sich 
befand. 

Ealls dic soebcn dargelegte Vermuthung der Wahrheit cnt- 
spricht, so wùrde das Lied in das Jahr 1184 fallen, und zwar, da 
in den ersten Versen von den in ihrer Bluracnpracht dastehenden 
Gârten gesprochen wird, dûrfte das Ende des Erùhjahres als 
die wirkliche Entstchungszeit dessell>cn anzusetzen sein. Letztere 
Bestimtnung wùrde auch durch die uns ùberlieferten historischen 
Ereignisse bcstiitigt werden. Wie nâralich Benedict von Peterborough 
(Bouquet XVII, 460) erzahlt, machten Gottfried und Johann wirklich 
einen Angrilì gegen Richard, den dicser damit beantwortete , dass 
cr sengend und brennend in Gottfrieds Besitzungen einíìel, so dass 
der Kònig sich endlich gezwungen sah, seine drei Sòhne zu sich 
zu berufen, um zwischen ihncn den Erieden zu verraitteln. Sobald 



Digitized by Google 



5i 

diese gekoramen, begab er sich mit ihnen sowie mit der Eleonore, 
dem Herzog und der Herzogin von Sachsen nach I.ondon, wo er, als 
das Adreasfest, d. h. der 30. November, hcrannahte, eintraf. Hier kam 
nun auf einer grossen Versamralung die Versohnung in der VVeise 
zu Stande, dass der Kònig von seiner Forderung Richard gegen- 
ùber abliess. Aber Letzterer war innerlich nocli so crbost gegen 
(ìottfried, dass, als er im nachsten Jahrc nach Aquitanien zurùek- 
gekehrt war, er sofort seinen Verwùstungskrieg gegen die Bretagne 
fortsetzte und nicht cher sich fûgte, als bis der Konig am 16. April 
1 1 85 sclbst nach der Normandie kam und ihm dic gemcsscncnsten 
Befehle zukommcn liess. 

Ich grcifc nunmchr den Ereignissen etwas vor und crzahlc 
sofort den Tod Gottfrieds, da dies EreigniSs nicht nur fùr die Be- 
stiramung des eben besprochcnen Gedichtcs von Wichtigkeit ist, 
sondcrn auch aufs Engste zusammenhangt mit den Kampfen zwischen 
Heinrich und dem neuen franzosisehen Kònige, bei denen Bcrtran 
so encrgisch seine Dichterstimme erhob. Gerade naralich, als ob 
es das Verhangniss des englischen IŶonigs gewesen ware, dass 
keiner seiner Sohne das Gefùhl der Dankbarkeit kennen sollte, 
verlangte Gottfried, als Richard kaum zur Kuhe gebracht war, 
ohnc Gnind von seinem Vater das Herzogthum Anjou fùr sich 
und, da Heinrich nicht auf diese Korderung einging, so wandte er 
sich nach Krankreich, dessen Konig sein Gcsuch nach Kráftcn 
unterstùtzte. Unter dem Vonvande cines Toumierfestes begab sich 
Gottfried nun sogar nach Paris, um rait Philipp die zu ergrcifenden 
Massregeln zu berathen. Da hinderte plotzlieh die Iland der Vor- 
schung die Ausfùhrung dicser vcrríitherischen Verabredungen. Nach 
der Version einiger Autoren wurde Gottfried plotzlich von einem 
Kiebcr befallen; andrc crzahlen, er sei bei dem cben erwahnten 
Tourniere gestùrzt und untcr dic Pferde der andern Ritter ge- 
koramcn; arg zugerichtet, habe er sich bci sorgfiiltiger Pflege 
zwar schcinbar bald crholt, aber, als er nach Wiederaurnahme der 
Unterhandlungen von- cinem heftigen Schmerze, wie von einer 
innern Verletzung herrùhrcnd, crgriífen worden, stri ein Kieber hin- 
zugekoraracn, dera er dann ara 1 9. August 1 1 86 crlag. 

Nach der Chronologie der Gedichte Hertrans ác Born kommt 
nun, wic ich glaube, das Lied 11 an die Reihc, obwohl die in 
deraselben gegebenen Anspielungcn nicht so deutlieh sind, ura 
diese Annahrae fest zu begrùnden. /unachst crschtîint es un- 
zweife|haft, dass aucli dies Gedicht nach dcn Ereignissen des 
Jahres 1 1 83 entstanden ist, da in demsclhcn auf den Streit Bertrans 
mit seinem Bruder Constantin angespielt wird, ein Streit, der mit 
der Alleinherrschaft unscres Dichters in Autafort endete. Die andre 
Partei, behauptet er, verlangt von ihm auch dic Gûtcr und Zttgestând- 
nissc zurùck, die sein Bruder ihm direct zugesclnvoren hat (40 — 42). ' 
Da also seine Vcrwandten nicht Recht und Billigkcit gelten lassen 
wollen, so darf man ihn nicht deswegen schelten, wenn er sich in 
Besitz desGanzen setzt; namentlich aber sollen sich diejcnigeu nicht in 

4* 



Digitízed by Google 



52 



dîe Sache einraîschen, die gar nicht dazu berufen sind (43 — 49). 
Aber leider hat raan imraer etwas an ihm auszusetzen: beraubt er 
die, welche ihn nicht in Fricden lassen, so heisst's, er sei zu vor- 
eilig; und jetzt, da er keinen Krieg fûhrt, nennt man ihn feige 
(50—56). 

Einen weiteren Anhalt fûr die Fixirung des Gedichtes giebt 
vielleicht die dritte Strophe. Dort erklàrt Bertran , es gefalle ihm, 
dass der Ideine Kôníg von Terra-Menor so vonviirts srrebt und 
scine Vasallcn untenvirft, er ràth ihm, seine Rechte allseitig geltcnd 
zu machen (15 — 21). Wenn ich den Sinn dieser \Vorte richtig 
erfasst habe, so ist dies eine hòhnische, ironisch gemeinte Belobigung 
Pliilipp Augusts. Terra-Menor scheint mir eine Parodirung des aus 
den Chansons de geste bekannten Ausdrucks Terra-Major zu sein. 
Auch bei den Troubadours kommt die Bezeichnung Terra-Major 
fûr Frankreich zuweilen vor z. B.: quel conquist que nostr ancessor 
conquisteren Terra- Major , perdcm Aim. de Belen. 10, 20, so dass 
also dic Parodie sofort verstïindlieh war. Dass Bertran aber dera 
franzòsischen Kònige durchaus nicht gewogen war, werden wir aus 
einer Reihe seiner nàchstfolgenden Gcdichte erfahren, imd auf diese 
\Veise ist auch wohl das Attribut „pauc" zu erklàrcn, das sich offenbar 
nur auf die Jugend des erst 1 1 65 geborenen Fúrsten , nicht abcr 
auf dessen Macht beziehen kann. VVas nun die in der Strophe 
berûhrten Ereignisse betrifft, so scheint damit der Krieg gemeint 
zu sein, den Philipp gegen einigc seiner màchtigsten Vasallen im 
Interesse der Krone unternahm. Schon im Jahre 1 1 8 1 hatte der 
Graf von Flandcrn im Bunde rait dera Herzoge von Burgund und 
mchrercn andern màchtigcn Baronen cinen Kampf gegen den 
jugendlichen, damals noch nicht ganz selbstiindig regierenden Kònig 
gewagt, doch war dieser auf Vermittelung Heinrichs II. von England 
durch einen Vergleich beendet worden. Abcr kaum fúhlte Philipp 
sich stark gcnug, als er den Vertrag brach und sich zunàchst mit 
eincm bedeutendcn Heere gcgen den Grafen von Flandern wandte, 
den er 1 1 85 zwang, sich zu untenverfen und ihm sogar cinen Theil 
der Grafschaft Vermandois abzutreten. Auch der Aufforderung 
Bertrans, das angefangene \Verk zu vollenden, entsprach Philipp, 
indem er im nàchsten Jahre in Burgund eindrang und den Hcrzog 
nòthigte, vor ihm zu erscheinen und um Vcrzcihung zu bittcn. (Al. 
Schmidt, Geschichte von Frankreich I, 401 — 405). Fast noch dunkler 
erscheint die Strophc vicr; dort heisst es, die Feiglinge des Kaisers 
hatten die Absicht, die Lorabardei zu erobern, und unterlassen aus 
Furcht es nicht, oberhalb Cremona zu bauen (29 — 32). Soll damit 
angespielt werden auf den sechsten Zug Fricdrich Barbarossas nach 
Italien? Dieser unternahm denselben ira Herbst 1 184 und zwar 
ohne Hcer, in friedlicher Absicht, um nàmlich seinen Sohn 
Heinrich vom Papste lcrònen zu lassen und ihn mit der Constantia, 
der Erbin von Apulien und Sicilien, zu verloben, bei welcher Ge- 
legenheit er von allen lombardischcn Stàdten rait F-hrfurcht und 
Freudenbezeugungen aufgenommcn wurdc. Da das Gedicht wciter 



Digitized by Google 



53 



keinc thatsâchlichen Angabcn cnthàlt, so erscheint die Vermuthung, 
dass dasselbe etwa im Herbst 1 185 entstanden sei, âusserst un- 
sicher, aber es wird kaum mòglich sein, ein durchaus zweifelloses 
Resultat zu erzielen. Die Einleitung des Gedichtes steht in einer 
Art Gegensatz zu No. 34, dem zuletzt besprochenen. Dort be- 
hauptete Bertran, dass er sich damals gar nicht mit Liebe befasste, 
hier erklàrt er, dass er lange nicht gesungen, weil seine Dame es 
ihm verboten, und er ihrem Gebote sich gefíigt (1 — 7); jetzt aber 
nimmt die Schòne seine Lieder und Huldigungen wieder entgegen, 
und so wird er denn wieder beginnen (15 — 21). Nachdem er 
sodann den Kònig von Terra-Menor zu weiterem Kampfe aufgereizt 
hat, bittet er, man mòge ihn, den Dichter, nicht fûr einen Stòren- 
fried halten, wenn er immer die Màchtigen aufeinanderhetze; denn 
nur so kònnen die kleinen Vasallen und Schlossherrn von Jenen 
Nutzen ziehen und Vortheil haben, da ein Màchtiger im Kriege 
viel liberaler, freigebiger und zuthulichcr sei, als im Frieden (22 — 28). 

Noch eine Stcllc dicses Gedichtcs scheint mir Beachtung zu 
verdienen: „Wohl weiss ich, dass die ûblen Nachredner, weil ich 
ihre Betrûgercien aufdecke, mich deswegen einen Dulder nennen 
werden, weil ich mir Gewalt auferlegen und mich leiten lasse." 
Ich môchte in diesen Worten eine Zurechtweisung erblicken, die 
Bertran den Baronen zukomraen làsst, welche ihn hòhnten, dass er, 
dcr frùher so trotzige EmjMÌrer, sich nun so vòllig untervvorfen und 
dcr Sache dcs regierenden Fúrsten angeschlossen liabe. Die 
darauf folgenden Strophen, welche sich gegen die unberechtigtcn 
Forderungen seiner Venvandten richten, scheinen zu beweisen, 
dass diese scheinbare Sanftmuth nur eine Massregel der Vorsicht 
war, hervorgerufen von dem Wunsch, seinem Bruder Constantin 
nicht wiederum eine Gelegenheit zu geben, sich mit Hûlfe Richards 
oder des Kònigs Heinrich noch ein Mal , und zwar dann vicl- 
leicht mit giinstigem Erfolge, in Besitz des so schwer erlangtcn 
Autaforts zu setzen. 

Mit etwas gròsserer Bestimratheit làsst sich, wie es scheint, 
das nun zu besprechende Lied No. 28 fixiren. Dass dasselbe nicht 
allzu lange nach den bereits behandelten Sirventesen 32 und 35 
entstanden ist, scheint daraus hervorzugehen , dass der Dichter es 
nicht unterlassen kann, auch in diescm dcm Kònige Alfons II. von 
Aragonien einen Hieb zu versetzen. In der fiinften Strophe nàm- 
lich behauptet er, dass die Aragonier, die Catalanen und die Be- 
vvohner von Urgel trauern, weil sie keinen Staatslenker , sondern 
einen schlaffen und traurigen Hcrrn haben, einen Dichterling, der 
raehr nach Geld als nach Ehre strebe und der sich dadurch die 
ewige Verdammung zugezogcn, dass er seinen Vorgànger erhàngt 
habe (33 — 40). 

Aber zwei andre Notizen geben uns \veiteren Anhalt, die Ab- 
fassungszeit des Gcdichtes herauszufinden. Zunàchst nàmlich erzâhlt 
der Dichter in den einleitcnden Worten desselben, dass schon ûber 
ein Jahr lang die Waffen im Lande geruht hàtten (1 — 5), was vom 



Digitized by Google 



54 



Herbst 1 184, dem Karapf zvvischen den drei Prinzen, an gerechnet 
et\va auf den \Vinter 1 185 bis 1186 fûhrt Und diese Sehluss- 
folgerung \vird durch Vers 29 bestiitigt, aus \velchera sichtbar 
\vird, dass die Franzosen eine drohende Mienc angenoramen, ja 
sogar einen Krieg in Aussicht gestcllt hatten, \vas sie in der That 
auf Gottfrieds Ansuchen, wie oben berichtet, gethan. Auch im 
Uebrígcn passt die politische Situation, die sich aus diesem 
Gedichtc construiren liisst, genau rait der, die \vir in dem ge- 
nannten \Vinter beobachten kònncn. Nachdem námlieh Bertran 
angcgeben, dass seit einem Jahre kcin Krieg im Lande ge\vesen, 
fùgt er dcn Grund dieser auffallenden Erscheinung hinzu; die 
Barone, sagt cr, habcn darauf verzichtet, einen Aufstand zu machen, 
und z\var einige dersclben aus Furcht, andre, und Bertran 
rechnet sich ausdrûcklich zu dcn letztcrcn (nos autre), aus Liebe 
zu Richard (6 — 8). Es cntsprechen diese \Vortc also genau den 
in Lied 34 und 11 dargclegten Verhiiltnissen, sodass hierdurch 
indirect dic ùber die Entstehung jencr Licder ausgcsprochene Ver- 
muthung bestiitigt \vird. Letzteres geschieht aber ebenso selir im 
wciteren Laufe unscres Gedichtcs. Auch in 28 komrat, \vie in 34 
(und 11), eine scharf ausgepriigte Abneigung gegcn dic erapòrungs- 
lustigen Baronc zum Ausdruck, eine Abncigung, dic sich in Bertrans 
bclicbtcr Manier in bcisscndem Spott und verletzendem Hohn 
ausscrt. Also auch in unserera Gedichtc nimmt er entscliieden 
Partci fúr Richard, der hicr sogar eigenthùralicher \Veise wie 34 
„lo senher que Un Bordel u gcnannt wird. Dass die Barone damals 
die grôsste Ncigung zur Emporung hattcn, geht aus dem ganzcn 
Licde deutlich hcrvor, und Bcrtran bescheinigt ihnen sogar, dass 
sie rciehliche Vcranlassung zu einer solchen haben, denn Richard 
schiirft und schleift und streicht sie fortwiihrend wie ein Messer 
(9 — 11); dieser Umstand gicbt dcra Dichter daher um so gerech- 
tcren Anlass, ihre Fcigheit und Uncntschlosscnlicit zu brandmarken. 
Dcnn trotz diescr grobcn Bchaiullung von Seiten Richards sind sie 
doch, fùgt cr hinzu, schartig und stumpf und zalimcr als ein Prior; 
Jenem \\erden sie cs also vcrdankcn, mft cr hòhnisch aus, \venn 
sie durch ihre Sanftmuth sich das e\vige Leben enverben (12 — 16). 
Allc Jahr, wenn es zum Somraer geht, da zeigen sie unbiindigen 
Muth; tritt dann aber die K;ilte ein, so venvandelt das dùster 
\verdende \Vcttcr ihrc Rûhnheit in Zaghaftigkcit (17 — 24). Daher 
\vird auch dcr Vizgraf von Turenne sich kaura in dicscra Jahre 
cmpòrcn, viclmehr \vird er ab\varten, was dcnn die Franzosen thun 
werden, \velche mit Drohungcn ura sich \verfen. Aber, fùgt er 
hinzu, dicse sind nicht so keck, dass sie nicht liebcr den Frùhling 
envartcten, denn vorliiufig rcgnci und friert es (25 — 32). Wenn 
aus dcr letztcn \Vcndung hcrvorgcht, dass Bcrtran dics Lied im 
VVinter dichtcte, so liegt auch hicrin wiederum eine Bestiitigung 
dcr Annahmc, dass wirklich dcr \Vinter 11 85 auf 1186 die Ent- 
stehungszeit desselben ist. 

Dcr Rcst dcs Gedichtes dient einem ganz anderen Gegen- 



Digitized by Google 



55 



stande. Hicx klagt cr cinc Damc dcs Vcrrathcs und des Betruges 
an, weil sie durch ihrcn Leichtsinn es dulde, dass falsche Hcucliler 
sich den Anschein gcben, von ihr gelicbt zu werden, ob\vohl bei 
ihrcn hohcn Vorzùgen dics unmòglich crschcint (41 — 48). Lr 
kcnnt einen trcfflichcn, cdlen, hòftschen Habicht, mit \vclchem cr 
sich dcn \*crstecknamen Tristan giebt Dicscr hat ihn zum Lieb- 
haber angcnommcn und macht ihn durch scine Liebc reich (49 — 65). 
Diesc Licbe \vird ihn anfeuem , in Poitou zu turniren, \ver auch 
dariiber spotten raògc (57 — 59). 

Ich bin nicht im Standc, dicsc Anspiclungen zu erklâren. Es 
ist nicht ersichtlich, \vclche Dame er unter dcr Bezeichnung Tristan 
verstanden, da dicser Namc in keinem andcm der uns erhaltenen 
Licdcr \vicderkehrt, und aus den ebcn angefùhrten \Vorten nichts 
gcschlossen \verdcn kann. Noch \vcnigcr ist zu crkcnnen, von 
\vem er in Strophe 6 hat sprcchen \vollen, da es scheint, dass 
dic hier des Leichtsinnes und des Verrathcs angcklagte Dame 
kcincswegs mit der Tristan genanntcn idcntisch ist. Es ist 
auch kaum zu hoffen, dass diesc Schwicrigkeit je eine Lòsung 
fmden wird. 

VVir habcn nunmchr unscm Blick zurùckzuwenden und einigc 
Thatsachen nachzutragcn , wclchc wahrend dcr ebcn gcschilderten 
politischen Unnihcn sich crcignctcn und cinen mehr privaten Charakter 
hatten. 

Das schrcckliche Jahr 1 1 83 war voriibcr gcgangen und fried- 
lichere Tage solltcn ùbcr Autafort komracn. Die nachstc Zeit 
brachte z\vci Ereignisse, wclche fùr dic Eamilic unscres Dichters 
von bcdcutcnder \Vichtigkeit warcn. Dic Kcnntniss dersclben vcr- 
danken wir I^aurens p. 157 sq., \veleher angicbt, dicsclben aus den 
Actcn dcr Abtei von Dalon cntlchnt zu haben, ohnc dicsc Angabc 
jedoch gcnauer zu spezifiziren. Danach w;ire ira Laufc dcs Jahrcs 
1 1 84 Constantin von Born, dcr dritte von Bertrans Sòhnen, in das 
Rlostcr zu Dalon eingetreten, um sich dem geistlichen Stande zu 
ucihen, wahrend zu Ostern dcs folgenden Jahres, d. h. 1185, 
Aymcline, des Dichters cinzige Tochter, sich mit Seguin II. de las 
Tours, dem Herrn und Besitzer von Pompadour vcrmahlt hatte. 
Die lctztere Angabc \vird auch andcrwcitig bcstatigt. So crzâlilt 
(iottfried von Vigeois in seiner Chronik (Houquet XII, 422), dass 
Seguin dc las Tours mit der Aymdinc, Tochtcr Hertrans von Horn, 
vcrhcirathct ge\vesen ist und von ihr z\vci Sòhne, derald und 
Ranulf erhaltcn hat. Das Vcr\vandtschaftsvcrhaltniss z\vischen 
tlicscm Hcrrn von las Tours mit Agncs, dcr Frau Constantins von 
Born, crgiebt sich aus folgendem Stamrabaura, bci dcm jcdoch nur 
dic dircctc Farailie der beidcn Betreffcndcn , nicht jcdoch dic 
Seitenlinien lx;riicksichtigt sind ') : 



') Die untereinandcr stehcnden Namen sintl die des bctrcffenden Khe- 
paarcs. 



Digitized by Google 



56 



Guido dc las Tours 



Gcrald 
Humberga 



Golfier 
Agnes 



Brunicenda 



Scguin 



Olivier 
Almode 



Scguin 
Aymeline 



Agnes Golficr 
Constantin v. Born Geralda 



Gerald 



Ranulf 



Golfier 



keine Kindcr. 



Auch dic nun folgcnden Ereignisse betreffen das Privatleben 
des Dichters und werden von Laurcns p. 156 sq. ohne Angabe der 
Quelle erzâhlt. Constantin von Born, dessen Anstrengungen, Auta- 
fort wicder zu erlangen , vergebens gewesen waren , hegte noch 
immcr den tiefsten Ilass gegen seinen Bruder und ûbertrug diesen 
auch auf dessen neuen Schwiegersohn , wie auf dessen Freunde. 
Daher ergriff er mit Freuden cine sich ihm darbietende Gelegen- 
heit, um denselben einen empfindlichen Schaden zuzufûgen. Be- 
sonders geeigncte Werkzeuge schicnen ihm die Banden braban- 
tischer Sòldner zu sein, welche seit dem Aufhòren des Rrieges 
keine Beschâftigung mehr hatten und nun marodirend im Lande 
herumzogen. Sie hatten bereits unter Fûhrung ihres Hauptmanns 
Mercaders mchrere Schlòsser ûberfallen und ausgeraubt, so wie 
mehrerc Stiidte und Rlòster gebrandschatzt und geplûndert. Das 
waren gerade die Mánner, wie Constantin sie zu seinen Zweckcn 
brauclite. Er schloss sich zugleich mit Rudolph von Castelnau 
dem Mercaders an, sie zogen gegen Porapadour, ûberrumpelten 
das Schloss und machten die Garnison nieder. Die Bewohner 
raussten ihrc Freiheit mit schwercm Geldc erkaufen und die be- 
wegliche Habe, so weit sie brauchbar war, wurde fortgcschleppt. 
Nachdem dic zuchtlosen Banden die kleinen Stâdte Nontron, 
Chalus und Excideuil heimgesucht hatten, brachen sie nach Auta- 
fort auf, um Bertran de Born eine âhnliche Ueberraschung zu be- 
reiten. Zwar war dieser auf seiner Hut und vermochte sich auch 
ohne grosse Mùhe in der festen Burg selbst zu halten , aber rings 
herum wurdcn die Háuser vcrbrannt, dic Felder verwûstet, die 
Eimvohner beraubt. Da bildete sich cin allgemeiner Bund gegen 
die frechen Riiuber, ein Heer wurde gesammelt, die Brabantcr 
wurden angegriffen, bcsiegt, zersprengt und zum gròssten Theile 
niedergemacht. 

Wahrend diesc mchlose That Constantins inncrhalb der Farailie 
las Tours blutige Auseinandersctzungen hcrvorrief, wurde Bertran 
de Born von einera schweren Schlage betroffen : ihm starb 1 1 86 
Ennengarde, seine Gattin, die Mutter seiner Rinder. Berlran blieb 
jedoch nicht lange Wittwer, sondern vcrheirathete sich nach einiger 
Zeit zum zweiten Male und zwar mit einer Damc Namens Philippa 
(Laurens pag. 181). 

Bald sollten alwr dic immer drohender sich gestaltenden 
politischcn Verhîiltnissc die Aufmerksarakcit dcs Dichters wieder auf 



Digitized by Google 



57 



sich ziehen und von seinen Privatangelegenheiten ablenken. Jetzt 
waren es jedoch nicht Streitigkeiten innerhalb der englischen Kônigs- 
familie, vielmehr drohte ein Confiict zwischen den beiden Kônigen 
von England und von Frankreich. Wir haben gesehen, wie der 
Keim desselben in den Anspriichen des Philipp August auf dic 
Mitgift seiner Schwester Margarethe, der Wittwe des jungen Hein- 
rich, gelegen hatte und \vie dieser vorlâufig durch den Vertrag vom 
6. December 1 1 83 beigelegt worden war. Inzwischen war nun 
aber das Verhàltniss des franzòsischen Kònigs zu seinem màchtigen 
Vasallen durch sein Eintreten fûr Gottfrieds unberechtigte Ansprûche 
ein âusserst gespanntcs geworden, und Philipp drang mit Recht auf 
die Ausfûhrung des obcn crwàhnten Vertrages, welche Heinrich 
von Jahr zu Jahr aufschob. So hatten dcnn die beiden Kònige 
am 10. Màrz 11 86, also vor Gottfrieds Tode, eine ncue Zusammen- 
kunft in Gisors, wo Heinrich zunàchst das Vcrsprechen des friiher 
festgesetzten Jahresgehaltes an Margarethe erncuerte, sodann aber 
schwor, dass er alsbald die Verhcirathung Richards mit Alice aus- 
fûhrcn wúrde. Nur unter dieser Bedingung verzichtete Philipp 
auch jetzt wieder auf Gisors und das dazu gehòrigc Gebict. 

Aber schon das nàchstejahr 1 187 brachte neue Verwickelungen. 
Richard hatte sich immer noch nicht mit der franzòsischen Prin- 
zessin vermàhlt, und so verlangte Philipp mit gutem Grund dic 
Herausgabe Gisors' und des nonnannischen Vexins, wàhrend eine 
zwcite, weniger berechtigte Forderung von ihm darin bestand, dass 
Richard ihra fûr Aquitanien den directen Lehnseid schwòren sollte. 
Da aber wedcr Heinrich die in seinem Besitz befindlichen Lânder 
gutwillig herausgeben, noch auch Richard die zweite Forderung 
erfùllen wollte, so entstanden zunàchst langwierige Unterhandlungcn, 
die aber schlicsslich zu blutigen Thaten fûhrten. Der Kònig kam 
am 17. Februar 1187 aus England herûber nach der Normandic 
und wurde hier von scinen beiden Sòhnen Richard und Johann, 
von den Grafen von Flandern und der Champagne, so wie von 
einigen andern Grossen cmpfangen. Gleich nach Ostern fand eine 
Zusammenkunft in Nonancourt Statt, die aber zu keinem Resultate 
fûhrtc. Im Gcgenthcil scheint es, dass hier die Parteien hart an- 
einandergcrathen sind, so dass der Krieg unvermeidlich schien; 
denn Gervasius Dorobernensis (Bouquet XVII, 667) erzàhlt „pox 
ỳenitius elongata est tt uterque eorum jura sua vel injurias tueri 
minabantur vel revocare." Er fûgt hinzu , dass dennoch schliesslich 
ein Waffenstillstand bis zum Fcste Johannis des Tàufers, d. h. bis 
zum 24. Juni, festgesctzt \vurde , einc Zcit, die jeder der bcidcn 
Kònige zur Ansaramlung mòglichst grosser Truppenmassen benutzte. 

Eine politische Lage wie dicse entsprach zu sehr der innersten 
Natur und Neigung Hertrans von Horn, als dass er nicht laut seine 
Stimme hàtte vemehmen lassen sollen. In der That verdankt das 
Lied 2 den eben geschildcrten Urastànden seine Entstehung. 

Bei der schònen, jungen Frûhligszcit, ruft cr, hat der Mensch 
mehr Muth und ist zur Freude aufgclcgt (1 — 7); daher àrgert es 



Digitized by Google 



58 



ihn, dass cr nicht aus der Stelle Itommt und dass er noch nicht 
das Fest, nàmlich das Johannis des Tâufers, passirt hat (8, 9); er 
kann diese Zeit kaum envarten, ein Tag kommt ihm so lang wie 
dreissig vor, und jenes Versprechen (den Beginn des Kampfes zu 
verschieben) bereitet ihm Aerger und Verdruss (10 — 12); er mòchte 
nichtDouai besitzen ohne die sichere Anwartschaft, auch das nahe dabei 
licgende Cambrai zu bckommen (13, 14). Er verwûnscht den, der 
diesen Vertrag angerathen (15, 16); denn jámmerliche Feighcit ist 
nicht so viel werth, wie ein flottes \Vagniss (17, 18), noch Ruhe 
und behagliches Leben wie Krieg und Iîeerfahrt, das môge Philipp 
sich mcrkcn (17 — 21). Von diesem ist bisher noch kein Kampf 
ausgefochten und keine kriegcrische Expcdition unternommcn wor- 
den (22 — 26), ja man hat es ihm bereits tadelnd vorgehalten, dass 
er noch nie eine Lanze gegen einen Schild gcschleudcrt habe 
(27, 28). Wenn ein Kònig von einem Grafen gekrànkt und Liigner 
gescholtcn wird und er dann einen Krieg ohne Feuer und ohne 
Hlut fûhrt, so ist das eine eben nicht erbauliche Geschichte (29 — 32). 
Mag er sich spâter ruhen und pflcgen ; ein junger Mann, dcr nicht 
ira Kriege lebt, wird schlaff und feige (33 — 35). — Um nun dcn 
franzòsischen Kònig noch mehr anzustacheln, hàlt er ihm das ihm 
widerfahrene Unrecht vor; in Tours erhebe man keine Steuem fùr 
ihn und in Bezug auf Gisors befriedige man seine Forderungen 
nicht (37 — 39); also habe er ja Krieg und Frieden zur freien Wahl 
in seiner Hand, aber nicht eher werde er Ruhm erwerben, als bis 
er ein Mal herzhaft darauf losgegangen sei (40 — 42). Uebcr Herni 
Richard beklagt er sich nicht, wie er sagt, denn ihn braucht er 
nicht erst lange anzustacheln , der ist nie fûr Frieden und Vcrtrag 
ge\vcsen, sondem hat stets mehr als jeder Andre kúhne Thaten 
und Unternehraungen gelicbt (43 — 49). Philipp schàtzt den Frieden 
mchr als ein Mònch, Richard hàlt mehr vom Krieg als der ver- 
wegenste Ràuberhauptmann (50 — 53). 

Versuchen wir auch hier zu fixiren, wann Bertran dics Licd 
gedichtet, so mússen wir zunàchst einige Widersprùche zwischen 
der „razon" dieses Gedichtes und der Geschiehte hervorheben. 
Jene behauptet zunàchst, unser Lied sei nach Lied 31 entstanden, 
uàhrend gerade das umgekehrte Verhàltniss í)bwaltet, wie ich 
spàter (pag. 61) nachweisen werde. Sodann soll die Zusammen- 
kunft auf der Grenze zwischen Turenne und Berry Statt gefunden 
haben, wàhrend nach der Aussage der Chronisten der Versamm- 
lungsort Nonancourt, auf der Grenze von Normandie und Orléanais, 
war. \Vas ausserdem noch in der „razon" erzàhlt wird, dass nàm- 
lich Philipp und Richard in harten und scharfen Wortwechsel ge- 
rathcn, \vobei Lctzterer Jenen einen Liigner genannt habe, und 
dass sie zornig auseinander gegangen seien, haben wir keinen An- 
lass zu bez\veifeln, da diese Notizen \veder mit dcm Gedichte noch 
mit den Angaben der Chronisten in Widerspruch stehen, im Gcgen- 
theil meistens durch dieselben unterstùtzt werden. 

So kommen wir demi zu dem Resultat, dass die Zeit der Ab- 



Digitized by Google 



59 



fassung unseros Licdes in den Friihling 1 1 87 , und z\var in die 
VVochen zwischen Ostern und Johannis fallt. 

Als Heinrich scine Truppen beieinander hatte, theiltc cr seine 
Arraee in vier Corps, von denen Richard und Johann je eincs 
commandirten. Philipp fiel noch vor Ablauf der VVaftenruhe in 
Berry ein, croberte Issodun und belagerte Chateauroux, die wich- 
tigste Festung diescs Landes, die nun von Richard und Johann 
verthcidigt wurde. Als darauf Heinrich selbst mit dem íibrigen 
Theile seiner Armee zura Ersatz herbeizog, hob Jener die Belagerung 
auf und zog sich eine Ideine Strecke zurûclc, worauf die vereinigte 
englische Armee ihm folgte. Am 23. Juni 1 187 standen beide 
einander gegenûber und waren ira Begrift, die Schlacht zu beginnen, 
als diese ira letzten AugenblicUe noch verhindert wurde. Bei dem 
Hecre Heinrichs befanden sich nâmlich zwei Legaten des Papstes 
Urban, welche nach Fngland gekomraen waren, ura ûber die Unter- 
stûtzung des bedriingten Palástinas zu verhandeln. Diese traten 
zwischen die beiden Reíhen der Schlachtordnung und bedrohten 
ira Namen des Papstes untcr Himvcisung auf den Rreuzzug Jeden 
mit dem Banne, der dic Fcindseligkeitcn bcginnen wûrdc. Damit 
nicht zufrieden, vcrsuchten sie, untcrstûtzt von der gesararaten Geist- 
lichkeit der bciden Lager, den Frieden herzustellen und brachten 
wenigstens einen VVafienstillstand von zwei Jahren zu Stande, 
und zwar unter der Bedingung, dass Philipp Issodun allcrdings 
behalten, sonst aber vorliiufíg alle streitigen Punkte auf sich beruhcn 
lassen sollte. 

VVir diirfen annehraen, dass Bertran de Born ebenfalls diesc 
Fxpcdition raitgemacht hat und zwar dies Mal auf der Seite seincs 
rechtmàssigen Herm, da cr uns cin Sirventes, 31, hinterlasscn hat, 
welches nicht nur den eben skizzirten Ereignissen seinc Fntsteliung 
vcrdankt, sondern in dem er sich auch ùber die betreft'enden Vor- 
gànge ausserordentlich gut orientirt zeigt. Aus der sehr ausfùhr- 
lichen „razon" dieses Gedichtes lenien wir zuniichst noch einige 
Finzelheiten in Bezug auf die begleitenden Umstiinde. Zunâchst 
ist daselbst ein Irrthum zu constatircn, indem niimlich auf englischer 
Seite mcht von Heinrich sondern von Richard als dem Comman- 
direnden gesproclien wird, weshalb dieser auch immer den Namen 
„Kònig" erhiilt und nicht nur als Hcrr von Aquitanien sondern des 
ganzen Reiches angesehen wird. Das Heer Philipps bestand da- 
nach aus Franzosen, Burgundem, Champagnern, Flamliindern und 
Finwohnem von Berri, wàhrend sich das dcs Heinrich aus England, 
der Nonnandie, dcr Bretagne, Poitou, Anjou, Maine, Saintonge und 
Liraousin recrutirt hatte. Dic bciden Hcere wurden durch ein 
Flûsschen, Naraens Gaura, getrcnnt und standen sich karapfbereit 
vierzehn Tagc lang gegenùber, immer jedoch zuriickgchalten durch 
die Erzbischofe und andercn Gcistlichcn, welchc dcn Kampf ver- 
boten und ûber den Fricden vcrhandclten. Philipp aber wollte 
den Frieden nur unter der Bcdingung genehmigcn, dass Heinrich 
(die „razos" schreibt auch hier fàlschlich „Richard") ihm fùr alle 



Digitized by Google 



6o 



seine Besitzungen diesseits des Canals huldigte und ihm Gisors 
abtrâte. Heinrich jedoch wollte diese Bedingungen nicht zugestehen 
und hoffte ura so mehr, seinen Willen durchzusetzen , als er die 
Champagner durch cine bedeutende Gcldsumme bestimmt hatte, 
nicht gcgen ihn zu kâmpfen. Da also kcine Einigung zu erzielen 
war, so befahlen die beiden Kònige, sich zur Schlacht zu rùsten. 
Da bcmerkte Philipp zu seinem gròssten Schrecken, dass die Cham- 
pagner sich nicht vom Platze rûhrtcn, wàhrend dic Englândcr 
schon ihrcn Vormarsch begannen. Er war so bestûrzt, dass er 
sofort jenc Gcistlichen, die bisher sich vergeblich um den Frieden 
abgemúht hatten, eiligst zu sich rief und bcauftragte, von Neuem 
die Verhandlungen zu beginnen, indem er vorlâufig von seinen 
Forderungen abstand. Auf dcn Rath seiner Barone nahm der 
cnglische Kônig diesen Vorschlag an und der Friedc wurde auf 
zehn Jahr abgeschlossen. Diese Zeitangabe stimmt mit der Geschichte 
niclit ûberein, doch ist mòglich, dass hier ein Schreibfehler der 
Handschriften „detz" statt „dos" vorliegt. Wenn nun auch, wie 
schon gcsagt, cinigc Barone mit diesem Frieden einverstanden 
waren, so gab es doch auch andre, welche ûber denselben 
hòchlichst zúrnten , und unter diesen befand sich in erster Linie 
Bertran, nicht nur wegen seiner besonderen Vorliebe fûr den Kampf 
und Streit, sondem auch, weil, wie in der „razon" hervorgehoben 
wird, cr in Zeiten dcs Kriegcs von Richard Alles, was er wollte, 
durchsetzen konntc, da er wegcn dcr schneidigen Schârfe seines 
Wortes von Jedermann gefùrchtct war. Diesem seincm Unmuthe 
nun machte er in dem* genannten Liede in derben Worten Luft 
Er sagt selbst, er werde es so pfeffern, dass, wenn die beiden 
Kònigc es vernehmen, jeder den Wunsch haben werde, den Krieg 
wiedcr zu beginnen (3, 4). Nicht gefalle ihm ein Kònig, der im 
Frieden verharrt, wenn man ihn seines ihm rechtlich zustehenden 
Besitzes beraubt, und der das Schwert in die Scheidc stcckt, che 
er scine Ansprùche auch durchgesetzt hat (5 — 7). Beiden Kònigen 
rechne man es als Feigheit an, dass sie einen Frieden geschlossen, 
durch den Beide entehrt werden (8, 9). Nunmehr liest er jedem 
dcr beiden Fùrsten gehòrig die Lcviten. Dem Richard versichcrt 
cr, dass durch einen solchcn Frieden, wie dieser, dic Tûchtigkeit 
nicht gcbosscrt werde; nicht dùrfe er dulden, dass man ihm seinen 
Besitz verkleinere, denn sein Vater, der Kònig Heinrich, habc 
Issodun in seinen Besitz gebracht und wùrde sich nicht fùr einen 
Vasallen des Philipp erklaren, wenn dicser ihm das Lehn von 
Anjou auch nur um eine Elle verringcrt (15 — 21). Noch mehr 
abcr muss Philipp die Scharfe von Bertrans Spott fùhlen : von den 
fùnf Herzogthûmern, welche der franzòsischen Krone gehòren, sind 
drei in raangclhaftem Zustande, denn die Einkùnftc von Gisors hat 
der Kònig verloren, Qucrcy aber, die Bretagne und Angoulêmc 
sind in stetcr Aufregung (10 — 14). Ein Zcichen von Schlaffheit ist 
es, wcnn ein Kònig unter den Waffen zu Verhandlungen schreitet 
Í3°» 37); dcn Franzosen und Burgundern ist jedes Ehrgefûhl ab- 



6i 



handen gelcommen (38, 39), denn Philipp hâtte besser gethan, es 
auf einen Kampf anlcommen zu lassen, als auf Anstiften der Kirehe 
unter den Warten zu verhandeln (40 — 42). Da hat es der taul>c 
Heinrich, Onkel des Raoul von Cambrai, besser gemacht. Als 
dieser náralich gesehen, dass sein Neffe mit den vier Sòhnen 
Alberts in Streit gerathcn war, da hat er ihra gerathen, so lange 
er noch nicht geriistet gc\vesen, mòglichst Frieden zu erhalten; 
sobald er sich aber auf den Kampf vorbereitet, sich nicht auf Ver- 
handlungen einzulassen (29 — 32). Aber Philipp hat leider anders 
gehandelt, der, ehe er zum Kampfe gerûstet ge\vesen, weniger zum 
Nachgeben geneigt gewesen \var, als spiiter, \vo er vòllig kampf- 
bereit dastand (33 — 35). Schliesslich hàlt Bertran dem Philipp 
hôhnisch vor, dass er im Grunde durch englischcs Geld ûber\vunden 
sei ; nicht durch die Tapferkeit der Angeviner und Manser, sondern 
durch die Sterlinge seien die Champagner besiegt \vorden (26 — 28); 
daher mòge der Kònig sich bei Richard bedanken, dass Diescr so 
freigebig gegen ihn gewesen und so viel cnglisches Geld ausgestreut 
habe, dass davon Sàcke und Riemen in Franlcreich vertheuert seien 
(22—25). 

Dies Gedicht \vird daher etwa in der Mitte des Jahres 1 1 87 
entstanden sein. Laurens setzt es in die Zeit nach Richards 
Thronlx?steigung, ohne ein bcstimmtes Datum anzugeben. Diez 
meint zwar, dass es aus dem Jahre 1187 zu stammen scheine, 
macht aber darauf aufmerksam, dass \vegen der Aehnlichkeit der 
Umstànde, \velche die damaligen Kriege z\vischen Frankreich und 
England begleiteten , es kein Leichtes sei, bei den hierauf bezùg- 
lichen Liedem zu bestimmen , \velchem Zeitpunkte sie just ange- 
hòren. Laurens schcint durch dic „razon" irre geleitet zu sein, 
die aber, wie schon gcsagt, selhst im Irrthum befangen \var, da 
im Gedichte selbst Rjchard nie Kònig genannt wird, sondern 
gerade vom Kònig Heinrich geredet wird. Fùr die Zusammen- 
gehòrigkeit mit dera in Rede stchendcn Feldzuge spricht sodann 
ein Mal die Anspielung auf die Finnahme von Issodun von Seiten 
der Franzoscn, sodann auch die Vermittlungsversuche der Pràlaten, 
beides Ereignisse, die bei keiner andern Expedition vorgekommen 
sind und die beide in dem Liede selbst envàhnt \verden. 

Doch noch eine andre unrichtigc Angal)e hei Laurens ist zu 
verbessern, \vclcher bchauptet, dass dicser ganze Vorfall sich in 
Poitou zugctragen habe. Auch hierzu ist er \vohl durch die „razon" 
gekommen, wo es heisst, dass die Ileere einander gegenùber- 
gestanden „sobre la riba d'un flum que a nom Gaura, loquals passa 
li al pe de Niort" Fr nimmt nun ohne Weitcres an, dass damit 
das jetzige Niort im Départcment Dcux Sèvres gcmeint sei und 
setzt demnach statt Gaura einfach Sèvre-Niortaise. Nach der ûber- 
einstimmenden Erzàhlung aller Chronisten fand jener Friedensschluss 
aber mitten in Berry Statt, und z\var in unmittelharer Nàhe von 
Chateauroux, von dem sich Philipp eben zurùckgczogen hatte. 
Nirgends wird jedoch in den Chroniken einer Stadt odcr eines 



Digitized by Google 



62 



Flusses Envâhnung gethan, so dass also entweder die Notiz der 
„razon" eine falsche ist oder es noch ein zvveitcs Niort in Herry 
gegeben hat 

Endlich bleibt noch ein Punkt festzustellen , den ich schon 
oben (pag. 58) kurz berûhrt, dic Hehauptung dcr „razon" zu No. 2 
nàmlich, dass dieses Lied nach dera socben besprochcnen ent- 
standen sei, eine Behauptung, der sich Laurens ohne Hegrûndung 
anschliesst. Es heisst dort námlich, nach dem auf Veranlassung 
der Gcistlichkeit geschlossenen Frieden sei Richard inuner hoch- 
fahrender geworden und habe in den franzòsischen Grenzmarken 
manchc Ungebûhrlichkeiten begangen, dann sei endlich durch die- 
selbe Vermittclung eine Zusammenkunft zu Stande gekommen, wo 
Richard und Philipp arg aneinander gerathen und schliesslich in 
Unfrieden geschieden seien. Dass aber die von uns befolgte 
Reihenfolgc der Gcdichte und nicht die in der „razon" behauptete 
che richtigc ist, ergiebt sich aus dem Inhalt tlcs Liedes 2 und aus 
den auf den Wafl'enstillstand folgendcn historischcn Ereignisscn, die 
mit den eben gehòrten durchaus nicht stimmcn. Es entsprach 
nàmlich vòllig dcm unbestàndigen Qiarakter Richards, dass, als 
er wegen Abschlusses des Waffenstillstandes sich in Philipps I^ager 
begab, er sich von diesem so gcwinnen liess, dass er ohne seines 
Vaters Erlaubniss mit ihm nach Paris ging und z\var mit Hervor- 
kehrung einer solchen Vertraulichkeit, dass sie untenvegs an dera- 
selben Tische assen und in deraselben Hette schliefen. Man kennt 
nicht den Inhalt dcr damals getroflenen Abmachungen, dagegen 
steht fest, dass, als Richard nach wiederholter Aufforderung seines 
Vatcrs cndlich Paris verliess, er nach Chinon in Touraine ging, 
sich eines Schatzes bemâchtigte, welchen Heinrich in diesem Schlosse 
aunV\vahrte und von da nach Poitou eilte, \vo er das Geld dazu 
venvandte, seinc dortigen Hurgen zu befestigen. Erst nach làngeren 
Verhandlungen verstand er sich dazu, nach Angers zu lcommen 
und sich mit scinem Vater zu versòhnen. 

So standen die Sachcn, als eine Trauernachricht die 
ganze christliche Welt erschùtterte. Am 4. Juli 1187 war bei 
Hiddin am See Tiberias dic christlichc Armcc von Saladin gànzlich 
geschlagen worden ; die Hlùthc der abendlândisehcn Ritterschaft 
war gefallen, der Rònig Guido von Lusignan war gefangen, das 
heilige Kreuz war erobert worden und bald darauf, ara 29. Sep- 
tember, hatte auch Jerusalem selbst dem Fcindc scine Thore òffnen 
mùssen. Von allen Seiten ertònten Rufe und Hitten, dem heiligen 
Grabe zu Hùlfe zu kommen. Der Patriarch von Antiochien schil- 
derte in einera Briefe an den Kònig von England die Noth des 
gelobten Landes, Wilhelm, Erzbischof von Tyrus, eilte selbst bitt- 
tìehend ins Abendland, der Papst Gregor VIII. forderte in zwei 
dringenden Schreilxm dic ganze Christenheit auf, das Krcuz zu 
nehmen. 

Diese Nachrichten brachten einc ungelieure Wirkung in dera 
ganzen Abendlandc hervor, und eine grosse Zahl Ritter schmúckten 



Digitízed by Google 



(>3 



sich sofort mit dem heiligen Zeichen, allen voran, noch im Jahre 
1 1 87 , Richard, dessen thaten- und abenteuerdurstiger Sinn auf 
einer derartigen Untcrnehmung reiche Uefriedigung erhoffen durfte. 
Aber auch die beiden Kbnige sclbst konnten sich der allgemeinen 
Begeisterung nicht entzichen. Am 2 1 . Januar 1 1 88 trafcn sich 
Ileinrich und Philipp, l>egleitet von ihrcn Baroncn und in Gegen- 
wflrt des Erzhischofs von Tyrus, unter einer uralten, ricsigen Ulmc 
z\vischen Gisors und Tric, wo seit Mcnschen Gedenken vielmals 
Verhandlungen Statt gefundcn hatten. Hier wurde feierlich gc- 
schworen, dass alle Feindscligkeiten hinfort ruhcn sollten, und beide 
Kònige sammt allen ihren Vasallen empfmgen aus den Hitnden 
dcr hohen Geistlichen das Krcuz, nur war das Abzcichen bci den 
Franzosen roth, bei den Englfmdern weiss, l>ei dcn Flaraliindcrn griin. 

Auch Hertran de Born, der ja an allen seine Zcit bewegcnden 
Fragen und Ercignissen cincn so lebhaftcn Anthcil nahm, liess seine 
Stimme zu Gunstcn des heiligcn Untemehmens erschallen , und 
zwar entstand zuniichst das Lied 30. Der Hcrzog Richard, heisst 
es dort, ruft alle Muthigen und \Vackern auf, sich ihm anzuschlicssen; 
denn, obwohl er sich sonst wegen eincs Krieges wcnig Sorgc 
macht, so lasst er sich diesen doch schr angclcgcn sein, da das 
echte Kreuz Christi und dcr Kònig von Jerusalcm dcn Feinden in 
die Hiinde gefallen sind, und das heilige Grab der Hùlfe bedarf 
(1 — 6). VVir alle glauben ohne Fehl, dass das heiligc Feuer vor 
den Augen dcr Pilger herabkòmmt, und derjenigc thut nicht zu viel, 
welcher dies glaubt (7 — 9). Allen vorangegangen ist der Graf, 
der spáter Konig sein wird, und dadurch ist sein Ruhm verdoppelt 
(10, 11). Dersclbe ist úberhaupt so ruhmbcgierig, dass er den 
Ruhm des Guten und den Ruhm des Schlechten fúr SÍcfa in An- 
spruch nimmt (12 — 18). Aber auch der Kònig Philipp zeigt bei 
dieser Gelcgenheit, dass er ein echter Kònig sein will, denn auch 
von ihm sagt man, dass er das Kreuz genommcn und bei dieser 
Gelegcnheit sich gcrûhmt habe, dass Karl der Grosse sich niemals 
auf ein so ruhmrcichcs Untcrnehmcn cingelasscn habc (19 — 22). 

Aus der lctztercn VVendung mochte ich schliesscn, dass damals 
der Konig von Frankreich , wie auch der von England noch nicht 
wirklich das Krcuz gcnommcn hatten, dass aber dic Verhandlungcn 
deswegen schon ira Gange waren. Da andrerseits die Krcuzes- 
nahme Richards, dic bereiLs 1187 Statt fand, so bcsonders hervor- 
gehoben wird, so wird man die Entstchungszcit des Gedichtes etwa 
gegen das Ende diescs Jahres annehmen dûrfen. 

Vergegemviirtigen wir uns nun kurz die Ereignisse, die wâhrend 
diews Jahrcs sich in dem heiligen Lande zugctragen. Die raeisten 
Stadte des Rciches waren schon vor dcm Falle von Jerusalem er- 
obert worden, sodass nach dem Septcmber von bcdeutenderen 
Plíitzcn nur noch Antiochia und Tyrus in den Ilânden der Qiristen 
sich befandcn. Obwohl nun dcr \Vinter schon hercinzubrechen 
begann, so beschloss dcr uncrmùdliche Saladin dennoch, soglcich dcn 
Krieg fortzusetzcn, ura wo moglich ohne Unterbrcchung scine ganzc 



Digitízed by Google 



64 



Aufgabe zu vollenden. Zuerst wandte er sich zu diesem Zweckc 
gegen Tyrus, stiess hier aber ganz unerwartet auf einen ebenso 
hartn« : ickigen wie erfolgreichen VViderstand, welcher durch die un- 
verrauthete Ankunft des Conrad von Montferrat veranlasst wurde. 
Letzterer war der jûngste Sohn des Markgrafen von Montferrat 
und Bruder d^s ersten Gemahls der Kònigin Sibylla von Jerusaleni, 
deren zweiter Gemahl Guy, hauptsaehlich durch ihre Intrigen, 1186 
zum Kònige gckrònt wordcn war. Conrad selbst war bisher in 
Constantinopel gewesen, hatte hier durch seinen Muth und seine 
Unerschrockenheit eine Erapòrung unterdrûckt, eine Schwester des 
dortigen Kaisers gehcirathet und war dann zur Unterstûtzung des 
heiligen Grabes nach Palâstinà gezogen. Er kam zu Schiff nach 
Tyrus, wo man bei der allgemeinen Muthlosigkeit im Begriff stand, 
auf eine Vertheidigung der Stadt zu verzichten. Mit seinem Einzug 
ânderte sich sofort die Situation. \Veniger die geringen Streitkrâfte, 
die er mitbrachte, als seine ermuthigenden Reden und vor Allem 
sein festl>egTÛndeter VVaflenruhm hob den Muth der Einwohner so, 
dass sie sich vòllig unter seinen BefebJ stellten und cinen \Vider- 
stand bis aufs Aeusserste beschlossen. 

Am II. November 1 1 87 erschicn Saladin mit einem Heere 
und 13 Katapulten vor der Stadt, w;'ihrend eine aegyptische Flotte 
von 10 Schiffen den Hafcn blocldrte. Als er aber merkte, dass er 
trotz seiner Energie nicht so schnell, wie er wúnschte, zum Ziele 
koraraen wùrde, suchtc er den Widerstand Conrads durch die 
Drohung zu brcchen, er werde, falls die Stadt sich nicht ergâbe, 
den alten Markgrafen von Montferrat, Conrads Vater, tòdten lassen, 
welcher kurz vor der Schlacht bei Hiddin nach Jerusalera gekom- 
raen war, den Kònig begleitet und dessen Schiclcsal getheilt hatte. 
Aber Conrad blieb unerschûtterlich , und Saladin war edel genug, 
diese Drohung nicht auszufûhren. Am 29. December wurde die 
vor dem Hafen stationirte Flotte bei Tagesanbruch von mehreren 
im Hafen von Tyrus heimlich ausgerûsteten Schiffen plòtzlich ange- 
griffen, fûnf der feindlichen Galeeren genommen und die andern 
in den Grund gebohrt. Dieser Sieg raachtc Saladins Stellung vor 
der Stadt unhaltbar und das neue Jahr sah zum ersten Male diesen 
unbesiegten Helden auf dem Rùckzuge. 

Es lâsst sich denken, dass das Ercigniss ira Abendlande das 
gròsste Aufsehen raachen musste und dass alle \Velt auf diese 
muthigc und glorreiche That in Mitten des vielfachcn Unglûckes 
mit besonderer Frcudc blickte, und so wollte auch Bertran de Born 
dcm unerschrockenen Kreuzfahrer scine Anerkennung aussprechen, 
was er in dem an dicscn sclbst gerichteten Liede No. 4 that. Von 
allcn Mcnschen, erkliirt der Dichter, verdient Gmrad von Montferrat 
den gròssten Ruhm, da er sich in Tyrus gegen Saladin und seine 
wilden Schaaren vertheidigt (1 — 4). Da die Hùlfe auf sich warten 
làsst, so mòge Gott ihm beistehen ; Jener aber wird allein die Ehrc 
hal>en, weil er allein den Kampf besteht (5 — 7). Bertran entschul- 
digt sich sodann dcm Conrad gegenûber, dass er selbst noch nicht 



Digitized by Google 



65 



zu ihm gestossen, und gicbt z\vei Grùnde dafùr an, ein Mal nam- 
lieh, weil die grossen Fùrsten immer noch zaudern, sodann abcr, 
weil seine blonde Ilerrin ihm das Horz enveicht und umgcstimmt 
hat (8 — 14). Aber die I IaupLschuld, dass Conrad immcr noch auf 
sich selbst angewiescn ist, tragcn dic bcidcn Hcrrschcr Richard 
und Philipp, welche immer noch zògern und zwar aus dem Grunde, 
wefl jeder sich vor dem andcrn fiirchtet (15 — 18); aber Gott wird 
zonùg werden und diescn Hetrug bestrafcn, da, nachdem sie mit 
dem Kreuz versehen sind, sie doch immer rtoch zaudern und dcr 
Ruhe pflegen, wahrend Conrad dort Hunger und Durst erleidet 
(19 — 28). Nunmehr bricht er in cine allgcmcine Klage ùber dic 
Zeit aus: Die \Vclt wird tiiglich schlcchtcr und dic Meisten sind 
nur bemúht, ihre Mitnienschen zu betriigen (29 — 32); aber die 
Strafe wird lcommen, denn Gott schreibt alle \Vorte und alle Thaten 
der Mcnschen nieder (33 — 35). 

Auf Einen setzt dcr Dichter scine Hofìhung, auf dcn wackcrcn 
Richard; er wird noch in diesem Jahrc mit moglichst grosscr Macht 
nach dem hciligen Lande hinùbcrfahrcn (36 — 39); abcr auch 
l'hilipp wird sammt andern Rònigen in See stechen und dort Er- 
ol>erungen machcn (40 — -42). 

Im Geleit beauftragt dcr Dichtcr scincn Spiclmann Papiol, cr 
solle ûlier Savoyen, Brindisi und das Mccr zu Conrad cilen und 
ihm sagen, er, Bertran, werde kommen, wcnn crstens dic Kònige 
ihn nicht wicder táuschen, und wenn zweitcns seine Hcrrin nichts 
gcgen die Reise einzu\venden habe (43 — 50). 

Dies Mal kònnen \vir die Entstehungszeit dcs Liedes ziemlich 
gcnau bestimmen ; der Ausdruck „in dicscm Jahre" v. 38 bezieht 
aicfa jedenfalls auf 1188, und da die Nachricht von dcr Aufhcbung 
der Belagerung ofïcnbar noch nicht ins Abcndland gclangt \var, so 
sind wir auf die ersten Tage dieses Jahres mit Sicherheit hinge- 
wiesen. Um so mehr ist es zu vervvundern, dass Laurens auch 
dieses Lied erst nach der Thronbestcigung Richards entstanden 
glaubt. 

Aber so unmittelbar bevorstehend nach dcn soeben gchòrtcn 
Aeusserungen der Krcuzzug auch zu sein schien, so liess, \vie 
Uertran selbst richtig crkannte, die politische Eifersucht der Eùrsten 
densellxm vorlâufig noch tùcht zu Stande kommen. Ja Richard selbst, 
der am eifrigsten sich fùr tlic heiligc Sache ausgcsprochen hattc, 
wandte seinc Aufmcrksamkcit ganz andcrn Dingcn zu. Glcich 
nachdem sein Vater am 20. Eebruar 11 88 nach England gcgangcn 
war, um die Mittel zum Kreuzzuge llùssig zu machcn, erhiclt 
Richard die Nachricht, dass Gottfried von Lusignan, ein liruder 
des Kònigs von Jerusalcm, cinen Baron aus Poitou, der mit Richard 
befreundet War, heimtùckisch gctòdtct hatte. Als Richartl herbei- 
eilte, um dic schnòdc That zu bcstrafen, sah er sich \victlerum 
einem ganzen Runde von Empòrern gcgcnùber, welchc jede Ge- 
legfiiheit ergriflen, Richards Joch abzusehùtteln. Bcnedict von 
Petirrborough (Houquet XVII, 479) nennt den Grafen Ademar von 

S 



Digitized by Google 



1 



Angouleme und Gottfricd von Ranchon, uâhrend er die Namen 
der andern vcrschweigt. Al>er Richard schlug diesen Aufstand rait 
eisenicr Hand nieder, belagerte, nahm und brach die Schlòsser der 
Rebellen, vcrbrannte ihre Stiidte, zerstòrte ihrc Giirtcn und fúhrte 
ihr Vieh als Beute weg, sodass Gottfried von Lusignan das Land 
verlassen und in Tripolis Zuflucht suchcn musstc, wo sein Brudcr 
nach seiner Freilassung aus der Gcfangcnschaft rcsidirte. 

Kaura hatte Richard diese Expedition beendet, als ihm hinter- 
l>raclit wurdc, dass der Graf von Toulouse cinige Rauíleute, welche 
aus Aquitanien in sein Gebiet gekommen waren, gefangen gcnom- 
men und áusserst grausam behandelt hatte. Sofort sammelte der 
englische Prinz eine Schaar Brabanter und aquitanischcr Vasallen, 
fiel nach Pfingsten in Querey ein, nahm die Stadt Cahors, ílas 
starkc Schloss Moissac und die ganze Provinz , rûcktc in Toulouse 
selbst ein und croberte 17 Schlòsser in der Umgebung der Haupt- 
stadt. Der hart bedriingtc Graf wandte sich an Philipp, seinen 
Ixíhnsherrn, mit der dringenden Bitte um Bcistand. 

So war ja Bertrans Lieblingswunsch wieder ein Mal in Kr- 
fûllung gegangen; ein frischer, fròhlicher Krieg war im besten 
Gange. Auch zògerte er nicht, durch cin Sirventes (No. 29) der 
Befriedigung Ausdruck zu geben, die er ûber die Nachricht empfand, 
dass Richard wiederum den Kampf l>egonncn ; kanntc er doch kein 
gròsseres Vcrgnûgen als den Krieg der Kònige untereinander (1—8). 
Auch cr, dcr Dichter, wûrde am Karapfe Theil genommen haben, 
wenn er nicht cinsiihe, dass Riehard ihn hintergeht (9 — 12). Dazu 
kommt, dass er nicht reich genug ist, um auf \veitc Entfernung hin 
einen Feldzug fûhren zu kònnen, wohl aber vermag er persònlieh 
mit seinen Rcnntnissen zu helfen, den Schild am Hals, den Ilelm 
auf dem Kopf (13 — iò). Nun wendet er sich gegen Philipp, dcn 
er aufzustacheln sucht, indera er seine Unthiitigkeit scharf tadelt. 
Hiitte dieser Kònig, ruft er aus, doch nur vor Gisors eine Barke 
verbrannt oder eincn Teich durchstochcn, sodass er in Rouen rait 
Gewalt in die Verschanzung eingedrungen wiire und es so eng 
umschlossen hâtte, dass man ohne Taube keinen Bricf wûrde 
heraus bekommen haben, dann wurdc er doch zeigen, dass er Karl 
dem Grossen, scinem edelsten Verwandten, gleichen wolltc, durch 
welchen Apulien und Sachsen erobert \vorden ist (17 — 24)! Wer 
im Kriege keinen Muth zeigt, der ladct dadurch Schandc auf sich; 
aus diesem Grunde wird Richard auch weder Cahors noch irgend 
eine andrc seiner Froberungen herausgeben, <la er in Schlichen wohl 
bewandert ist (25 — 28). Lust hat er zum Kriege, und wenn ihm 
der Kònig den Schatz von Giinon schenkt, so wird er spiiter dazu 
auch die Macht haben (29, 30). So sehr ist ihra Mùhsal und 
YVagniss angenehm, dass er nicht nur seine Fcindc sondern auch 
seine Freunde quiilt (31, 32). 

Zur Zeitbcstimmung fúr diescs Lied haben wir zunâchst einc 
Anspielung auf den Schatz zu Qiinon , dessen Richard sich be- 
kanntlich im Herbst 1187 bemiichtigtc, sodann abcr die auf dic 



Digitized by Google 



67 



Einnahme von Cahors und andrer Plâtze Seitens Richards, \voraus 
hervorgeht, dass dieser Prinz seine Erot>erung von Quercy bert'its 
glùcUlich ausgefúhrt hatte, \vas bald nach Pfingsten, also et\va im 
Mui 1 1 88, geschehen \var. Auch ist jedenfalls die Envahnung von 
Lusignan und Ranchon in v. 13 nicht zufallig, viclmehr \vohl durch die 
Erinnerung an den Aufstand hervorgerufen, den die Besitzer dieser 
beiden Schlòsser zusammen mit Ademar von Angoulème vor Beginn 
des Krieges gegen Toulouse unternommen hatten. Andrerseits 
hatte offenbar Philipp den Kampf noch nicht begonnen, \vie er dies 
kurz vor Mittc Juni that, so dass das Gedicht nothwcndigcr \Veise 
Ende Mai oder Anfang Juni 1188 verfasst sein muss. 

Denselben Z\veck, naralich den franzòsisehen Kònig gegen 
Richard aufzustacheln, verfolgt auch das T.ied 40, das sogar mit dem 
eben kennen gelemten ziemlich gleichzeitig zu sein scheint. Ein 
Jammer ist es, sagt Bertran, dass der Kònig Philipp kcinen Muth 
hat, und dass Poitou unter seiner Herrschaft zuriickgeht (4 — 7). 
Sodann macht er den Unterschied von Richards und Philipps 
Thatigkeit an einera der Jagd entlehnten Bilde klar : Richard fangt 
Ilasen und Lòwen und treibt sie so rúcksichtslos zu Paaren, dass 
keiner auch nur zu mucksen wagt; bald hofft er auch die grossen 
Adler und Habichte zu seiner Beute zu machen (8 — 14). Kònig 
Philipp ist dagegen \veniger ehrgeizig; er begnùgt sich mit der 
Jagd auf Rebhùhner und kleine Vògel , wâhrend er ruhig zusieht, 
wie Richard ihm allmahlich immer grôssern Schaden zufúgt; hat 
doch Letzterer in diesem Jahre bereits Angoulème ùbenvâltigt und 
sich Toulousc's bemiichtigt, welches er noch unberechtigter \Veise 
besetzt halt (15 — 21). Ja mehr noch, wenn Philipp so \venig den 
politischen Vortheil seines Landes im Augc hat, so mògc er doch 
wenigstens fùr die Belcidigungcn Gefùhl haben, dic Richard ihm 
persònlich zufùgt, er mòge daran denken, dass dieser Prinz Philipps 
Schwester, mit der er verlobt ist, im Stiche Lâsst und sich mit der 
Tochter des Kònigs von Navarra verlobt hat (22 — 28). Im Alter 
noch wird Philipp sich ùl>cr scine jctzige Unthátigkeit schàmen, 
durch die er sein Recht aufgiebt; die Franzosen aber dúrfen sich 
keine Hofmungen raehr raachen, denn raan fùrchtet sich nicht mehr 
vor ihnen, sondern man lacht in Poitou ûber ihre Forderungen 

(29 — 35). 

Wie schon gesagt, scheint auch dies Gcdicht zu Anfang des 
Sommers 1 1 88 verfasst worden zu scin ; denn wir finden hicr 
ausser dcr Bezugnahme auf den Einfall in Toulouse auch die auf 
die Niedenverfung der Rebellen, unter denen Aderaar von Angou- 
lème eine hervorragende Stellung einnahm. Neu dagegen ist die 
Anspielung auf den Bruch der Verlobung mit Alice, der Schwester 
Philipps. Bekanntlich hatte Heinrich, dem dic Alice schon als 
Kind behufs spâterer Verheirathung mit Richard ausgeliefert \var, 
trotz mehrfacher, selbst eidlicher Versprechungen , die Heirath zu 
vollziehen , dieselbe stets aufgeschoben , und olnvohl Philipp den 
Krieg von 1 1 87 hauptsachlich aus diesem Grundc unternommcn 

5* 



Digitized by Google 



68 



hatte, so hôrcn wir nichts von cincr Fordcrung Richards an scincn 
Vater, dic Heirath nun cndlich zu vollziehen; im Gegentheil hatte 
Richard sich gcrade an diesem Kriegc lcrâftig und zwar gegen 
Philipp betheiligt. Ja, wfihrend dieser Prinz von seinem Vater sonst 
im Laufe der Zeit so vieles Hillige und Unbillige verlangt hat, so 
hat er diesen Punkt, mit Ausnahme einer spàteren Gelegenheit, auf 
die wir noch koramen werden, nie auch nur berûhrt, sodass wir 
annehmen dùrfen, ihra habe selbst lùehts an dieser Heirath gclegen. 
Nun finden wir ihn spàter verlobt mit Berengaria, Tochter Sanchos I., 
Ronigs von Navarra, die auch seine Gattin wurde, und obwohl wir 
nicht genau angeben kònnen, wann diese Verlobung, die ja wegen 
dcr Hczichungcn zu Alice vorlàufig sicher nur geheim sein konnte, 
Statt fand, so raeint auch I.yttelton (III, 448) unabhàngig von un- 
serem Gedichte, dass Richard um diese Zeit wohl schon ura diese 
Prinzessin warb, und crklàrt gerade aus diesem Umstande seinc 
Gleichgùltigkeit gegen Alice. \Vie dem auch sei, wenn auch 
Hertrans Ausdruck, dass sich Richard mit der Berengaria bereits 
1 1 88 rite und offiziell verlobt hat, vielleicht eine poetische IIyj>erbel 
ist, die darauf berechnet war, Philipp empfindlich zu reizen, so 
tlarf man aus seiner Aeusserung doch folgern, dass Richards 
Bewerbungen ura jene Dame wohl schon begonnen hatten, und 
dass die allzeit geschwàtzige Fama der spàter erfolgten wirklichen 
Verlobung Ixreits vorausgeeilt war. 

Gerade wie wenn Bertrans unablàssiges Bemûhen, den Krieg 
zu schúrcn, namcntlich aber, den Philipp aus sciner venneintlichcn 
Lethargie emporzuriitteln , gewirkt hattc, machte der franzòsische 
Konig zunàchst Heinrich wegen des Friedensbruches seines Sohnes 
Vorstellungen , und als dieser erklàrte, dass Richard weder mit 
seinem Rathe noch mit seiner Kinwilliguug handle, beschloss Philipp, 
selbst einzugreifen. F.r tiel unenvartet in Berry ein, ûberrumpelte 
Qiateauroux, in das er am 16. Juni einzog, nahra Argenton und 
brachte noch einige wcitcrc Plàtze in seinc Gewalt. 

Dic nun folgcnden Freignisse scheinen unscren Dichter zu 
keinen Liedern angcregt zu habcn; dennoch glaube ich dieselben 
kurz skizziren zu sollen, um den Zusammenhang mit denen der 
spàteren Jahrc herzustcllen 

Auf die Nachricht von Philipps Finfall hin kam Heinrich am 
10. Juli von F.ngland herùber und forderte Genugthuung. Da der 
franzòsische lvònig aber eine hòhnische Antwort gab , so war eine 
friedliche Losung ausgeschlossen. Richard hatte auch keinen Augen- 
blick den Muth verloren. Kr hatte vorlàulig den schon fast vcr- 
nichteten Grafen von Toulouse losgelassen, sich nach Berry gc\vandt 
und hatte, da Philipp sich bereiLs zurùclcgezogen, schnell alle Barone, 
die zu den Franzosen abgefallen waren, wieder unterworfen. Nun- 
mehr verband er sich mit seinem Vater und Beide fielen iin August 
siegreich von der Normandie aus in Frankreich ein. Bald darauf 



') cf. R. Pauli, Gcschichtc von Eunlaml III, 182 sq. 



Digitized by Google 



6o 



kam es auf Philipps Antrag zu haufigen Verhandlungen, die aber 
zu keinem Resultate fùhrten. Die Sachc nal>m fùr Meinrich bald 
eine schlimme VVendung an , \veil Riehard sich \vieder mit ihm 
entzweite. Er verlangte niimlich von ihm, dass siimmtliche Vasallen 
des Reiches ihm als dera pràsumtiven Thronfolger schwòren sollten, 
und, um den Beistand des franzòsischen Kònigs zur Erlangung 
diescr Forderung zu gewinnen, theilte er diescm mit, er sei hereit, 
sich in Hetreff des Strcites mit Toulouse seinem Schiedsgerichte zu 
unterwerfen , und unterstûtzte spiiter auch dessen Forderung Ilein- 
rich gegenùher, endlich die Heirath der Alice zu vollziehen, ohwohl, 
wie wir wissen, er keineswegs danach Verlangen trug. Auf einer 
Conferenz vom 8. Novcmber lehnte Heinrich jedoch beide Antrâge 
ab| worauf sich Richard zornig zu Philipp umdrehte und ihm fùr 
die Normandie, Aquitanien, Anjou und alle englischen Hesitzungen 
in Frankreich huldigte. Heide verabredeten nun einen Rrieg gegen 
Heinrich, der im Friihjahr 1189 begann. Nachdem die Vcrbùn- 
deten an mehreren Stellen siegreich ge\vesen, sah sich der englische 
Kònig ara 28. Juni genbthigt, einen fùr ihn sehr ungùnstigen 
Frieden zu schliessen. Als er aber bei dieser Gelcgenheit erfuhr, 
dass auch sein jûngster Sohn Johann in der Nonnandie zuletzt die 
VVaffen gegen ihn crgrifìen hatte, zog ihm dieser Verrath seines 
I.ieblingssohnes ein Fieber zu. Vom Orte der Conferenz aus licss 
er sich in einer Sánfte nach Chinon tragen und auf das Kranken- 
lager betten, von dem er nicht \vieder aufstehen sollte; er starb 
daselbst am 6. Juli 1 1 89. 

Sein Nachfolger und Frbe aller seiner Hesitzungen wurdc 
Richard. Nachdera dieser sich die Krone aufgesetzt und seine 
Ilerrschaft im ganzen I^inde befestigt hatte, beschloss er, sein vor 
langer Zcit abgelegtes Gelùbde zu lòsen und traf alle Vorbercitungen 
fùr den Kreuzzug. Am 30. December 1189 hatte er mit Philipp 
eine Zusammcnkunft, und beide Fùrsten sch\voren sich gegenseitige 
Treue und Unterstùtzung. Der Aufl)ruch, welcher anfànglich auf 
Ostern festgesetzt war, \vurde bis Ende Juni verschoben. NacluUïra 
alle Vorbereitungen bcendet, trafen sich die beiden Fûrsten mit 
ihren Heeren in Vezelay am 27. Juni II 90, und es wurdc fest- 
gesetzt, dass das ganze Kreuzheer sich in Messina sararaeln und 
dass keine Abtheilung allein von dort aufbrechen sollte. Richard 
schiffte sich mit seinem Ileere in Marseille ein, fuhr langsara an 
der italienischen Kùste entlang und hielt am 23. Septeraber unter 
dem Klange von Hornern und Trompeten seincm Einzug in Messina, 
wiihrend der Kònig von Frankrcich bereits einige Tage vor ihm 
angekommen war. 

Da aber die Jahrcszeit schon zu \veit vorgeriickt war, so wurde 
beschlossen, den VVinter ùber in Sicilien zu bleiben. Aber auch, 
als der Frùhling herangekoraraen war, und Philipp so \vie Richards 
eigne Barone zum Aufbruche driingteiì, suchte I.etzterer die Abreise 
unter allerlei Vorwànden aufzuscliieben. Der Grund lag darin, 



Digitized by Google 



70 



dass er seine Mutter, die Kônigin Eleonore, und seine zweite Braut, 
Berengaria von Navarra, envartete, welche bereits nach Messina 
unterwegs waren. Da nun ausserdem Riehard davon benachrichtigt 
wurde, dass Philipp hinterlistige Intrigen gegen ihn begonnen, so 
erklàrte er dem franzôsischen Kònige, er kònne sich mit Alice 
nicht vermâhlen, und Philipp sah sich genôthigt, einen Vertrag zu 
unterzeichnen , welcher von Rigordus (Bouquet XVII, 32) wòrtlich 
angegeben wird. In demselben gab Philipp dem Richard nicht nur 
sein der Alicc gemachtes Eheversprechen zurúck und ertheilte seine 
Einwilligung, dass Jener sich mit der Bcrengaria vermâhlte, sondern 
er trat ihm auch noch obenein Gisors und das normannische Vexin 
ab, welches die Mitgift der Alice hàtte sein sollen und welches nun 
durch die Aufhebung des Vcrlòbnisses naturgemàss an Erankrcich 
wicdcr hàtte zurùckfallen mûssen. Dieses Ereigniss, das auch von 
Radulf de Diceto (Bouquet XVII, 638) bestàtigt wird, musste in dcr 
Heimath Aufsehen erregen, und es scheint, als sei auch eins von 
Bertrans Liedern, No. 45, auf dasselbe zu beziehen. Dort heisst es 
nàmlieh v. 41 — 44: „Wenn Philipp, Kònig dcr Eranzoscn, dem 
Richard Gisors hat gebcn wollen, so muss Dieser ihm dafûr sehr 
dankbar scin." Dies kann sich nàmlich nur auf den eben besprochencn 
Vertrag bezichen, da Philipp unmittelbar nach seiner Rùckkehr aus 
Palàstina 1193 sich dcr genanntcn Stadt beraàchtigte, die danu 
iucht wiedcr in Richards Besitz gelangtc. Auch der úbrige Inhalt 
des Gedichtcs spricht dafûr, dass dasselbc wâhrend des Kreuzzugcs 
vcrfasst wordcn ist. Mit Recht hat man die Frage aufgeworfcn, 
warum Bcrtran, der doch selbst so eifrig fùr das heilige Unternehmcn 
aufgetreten ist und dic Kònige wcgcn ihrer Zògerung so scharf 
getadelt hat, nicht sclbst cincr Pflicht gcnûgte, dcren Erfûllung cr 
Aiulcrn so dringcnd ans Herz legtc. Wir dúrfen nicht annehraen, 
dass er im Ernste rede, wenn er 4, 12 — 14 behauptet, dass dcr 
Anblick seincr blonden Freundin seinen Entschluss ins Schwankcn 
gcbracht habc; dagegen scheint I^aurens das Richtige getroflen zu 
haben, \vcnn er angiebt, dass Bertrans Mittel die Ausgaben eines 
Kreuzzuges nicht gcstattctcn, und cs ist nicht unmòglich, dass die 
Worte des Liedes 29, das ja kurz vor dcm Krcuzzuge und zwar, 
als dieser schon beschlossen war, cntstand, 

mas non ai gcs Lizinhan ni Rancom, 

çu'ieu puosca lonh osiejar ses avcr (v. 13, 14) 

gcwisser Massen eine Art Rcchtfertigung oder wenigstens Entschul- 
digung seincs Zurùckbleibcns scin sollten. Dazu kam auch wohl 
ohnc Zvvcifcl, wie Laurens elienfalls hcn'orhcbt, dcr Umstand, dass 
Bertran immer noch vor seinem Brudcr Constantin in Furcht sein 
iuusste, daher nicht wagen konntc, sein Bcsitzthum durch seinc 
Abwescnheit dcr Gefahr irgend cines unvermuthcten Angriíïcs von 
jener Scite auszusetzen. 

So blicb denn Bertran aus Klugheit und Vorsicht daheim, 
obwohl, wcnn cr scinem Ilerzen hàtte folgen dûrfen, er den ro- 



Digitized by Google 



mantischen, an Alxmteuern und Kriegsthaten reichen Kreuzzug ge- 
wiss dem unthàtigen, langueiligen Aufenthalt in der Heiinath vor- 
gezogen haben wiirdc. Denn langweilig musstc ihm das Ixîl>en jetzt 
in der That vorkonmien. Rriege und Kàmpfe, in denen cr ja zu- 
gestandener Massen seinen gròssten Genuss sah, waren wâhrend 
des Kreuzzuges streng verhotcn, priichtige Iloffeste und Tourniere 
konnten ebenfalls nicht Statt finden, weil die Kònige und mit 
ihnen die auserw;ìhltesten und reichstcn Grossen des I^mdes ja in 
der Fremde weilten. Da bot denn allerdings das Leben wenig 
Abwechselung dar, und sicherlich horchte Jeder neugicrig und 
sehnsuchtig auf alle Nachrichten, dic von dem Kreuzheere in dic 
Heimath herûberdrangen. Ein trcues Bild der missmuthigen Stim- 
mung, in welchcr unscr Dichter sich damals befand, giebt uns das 
bereits envàhnte Gedicht 45. Gern \vùrde cr ein Sirventes dichtcn, 
sagt er, wenn nur Jemand da wâre, der es hòren wollte; dics ist 
aber leider nicht dcr Fall, denn Ruhra, F.hre und Túchtigkeit sind 
tlahin, und wenn man ihren Untergang ràchen wollte, so \vûrde 
dies vielen Menschen das Leben kosten (1 — 8). Statt verstiindig 
zu sein und sich nach Kriiften eines angemcsscncn Benehraens zu 
befleissen, sind die meisten in Masslosigkeit und Selbstûbcrhcbung 
verfallen (g — 16). Kònigreiche, Grafschaften, Marken und Schlòsser 
sind herrliehe da, abcr nicht dic dazu gchòrigen Kònige, Grafen, 
Markgrafen und Schlossherrn ; man gicbt Banquctte, aber zu essen 
gicbts dabei wenig (17 — 24); schòne Gcstalten und Haniische findct 
man in Menge, aber die Ilelden fehlen; man crblickt Vielc mit 
schòn gekàmmten Ilaaren, glatten Zàhnen, \vohlgepflegtcn Bàrten, 
aber nicht solche, die Hof halten, Frauendienst ùben und freigebig 
sind (25 — 32). Ein schlaffes Geschlccht! Wo sind sie, die sonst 
Schlòsser zu belagern, glànzende Festc zu gcben und rciche Spcn- 
den an Sòldner und Spielleute zu vertheilen pflegten? Nicht Einer 
von ihnen ist da (33 — 40)! 

Der Grund dieses schcinbaren Verfalles liegt sehr nahe, wenn 
man annimmt, dass das Licd wirklich wiihrend des Kreuzzuges 
verfasst worden ist: dic tiichtigsten, reichstcn und muthigsten dcr 
Barone waren eben ausser Landes. Aber noch ein anderer Beweis 
fur diese Abfassungszeit scheint im Geleit enthalten zu sein. Er 
schícict dies Lied durch seincn Spielmann Papiol an die beiden 
Fùrsten von England und Frankreich und tràgt ihm auf, dera 
Richaid zu sagen, dass er ein Lò\ve sei, wàhrend ihm der Kònig 
Philipp ein Lamm zu scin scheine, weil er sich so berauben lasse 
(49 — 52). Auch diese Aeusserung scheint nicht zufiillig, sondcrn 
in ganz bestimmter Absicht gethan \vorden zu sein. \Vie nàmlich 
aus einer von Pauli (III, 216) angefùhrten Stelle des Chronicura 
Ricardi Diviensis, de rebus gcstis Ricardi I, hervorgeht, hatte sich 
Riehard unter dcn Sicilianem durch seine ungestùme Rùclcsichts- 
losigkeit und Eigenmàchtigkeit den Beinamen des Lòwen zuge- 
zogen, wiihrend sie den Philipp, dem an einem freundschaftlichen 
Einvemehmen mit den Eingeborenen zu thun war und der ihnen in 



72 

Folgc dcsscn Alles nachsah, das Eamm nannten ! ). Es ist nun 
hochst wahrschcinlich , dass dicsc Anckdotc nach dera Nordcn 
drang und auch zu Bertrans Ohren gelangtc, dcr diese Bezeichnung 
als auch seincr Meinung nach àusserst passend, sofort sich ancignete 
und in dem Gedichtc benutztc. 

Wcnn dic cben ausgesprochene Ansicht richtig ist, so \vûrdc 
sich etwa dcr Friihling odcr dcr Somraer 1 1 9 1 als dic Abfassungs- 
zcit des in Rcde stchcndcn Gcdichtes crgcben. 

YVâhrend nun dic Englàndcr, dic Franzosen und die Deutschen 
sich in Palàstina mit dcn Hceren Saladins hcrumschlugen , hattc 
Berlran in seincr Familic vcrschicdcnc \vichtige Ereignisse zu vcr- 
zeichncn. Wir erz.ïhlen dicsclbcn nach dem Bcrichte Laurens', 
dcm wir auch die Vcrant\vortlichkeit fùr dic Richtigkeit derselben 
ùl>erlassen mûssen. Danach er\varbcn im Jahre 1192 auf eincm 
dcr glànzenden Ritterfeste in Puy-Saintc-Maric, dic mit VVaffen- 
und Dichter-Tourniercn gefeiert \vurden, die beiden Sòhnc miseres 
Diehters, Bertran und Itier von Born, die Rittenvùrde , nachdera 
Jcner in dor Poesie, Dieser in der Waffenkunst sich hervorgethan hatte. 
ìhre Ruckkehr nach Autafort \vurde zu cinera \vahren Triumph- 
zuge; viele der vornchmsten Ritter und Edelfrauen aus Périgord 
Und I.imousin hatten sich eingefunden, um ihrcn Einzug in das 
vàterliclie Schloss zu verherrlichen. Nach dem Feste liess der 
Burgherr seine twiden Sôhne in Gegenwart ihrer Stiefmuttcr Philippa 
schworen, die von ihm der Ablei Dalon in den Jahren 1172, 1 178 
und 1 1 80 ùl>ermaehten Schcnkungen zu ratifiziren , und jene cr- 
fúlltcn nicht nur bereitwillig diesc Aufforrierung, sondern fïigtcn 
sogar ihrerseits noch ncuc bedeutcnde Dotationen hinzu. 

Bald darauf hattc Bcrtran von Born das Ungliick, auch seine 
zwcitc Frau Philippa durch den Tod zu vcrliercn, und zwar starb 
sie, ohnc Kinder zu hintcrlassen. 

Inzuisehen hatte Kònig Riehard nach vielen, meist resultatlosen 
K;im])fen am 9. Oetober 1192 das heilige I^and verlassen, ohne 
scin Zicl, JerusalcTO zu bcfreien, erreicht zu haben 2 ). Nach 
langercn Irrfahrten \var er an der illyrischen Kiistc gelandet und 
hatte dcn Vcrsuch gemacht, als Pilger durch Deutsctiland nach 
seiner Hc^imath zu gelangen. Als er aber durch Oesterreich zog, 
lícss ihm dcr Ilerzog I.eojmld, dcn er in Paliistina auf dem Krc»uz- 
zuge schucr beleidigt tiattc, auflauem, nahm ihn am 21. Deccmber 
gefangen und licferte ihn ara 23. Miirz 1 193 gegen eine grosse 
Summe an den Ivaiser llt;inrich VI. aus. Ganz Europa gerieth bei 
dcr Nachriclit von dcr Cicfangcmschaft des englisclien Kônigs in 
Aufregung, denn ùberallliin hatte sich der Ruf seiner kûhnen 
VVaiTenthaten verbrcitet, und mit Recht wurde cr als dcr erste Ritter 
seincr Zcit allgcraein bcwundcrt und gcpricsen. Bcsonders schraerz- 



>) unde et unus tiictus est Agnus, alter Leonis nomen nccepit. Ric. 
Div. 18. 

s ) cf. Pauli, III, 237 sq. 



Digitized by Google 



73 



lich wurde Bertran von derselben erregt, da dieser seit der grossen 
Empônmg von 1 1 83 unentwegt seinem legitiraen Lehnsherrn treu 
angehangen und zur Seite gestanden hatte. Kr ernpfand daher 
den gròssten Umvillen, als nicht lange nach des Kònigs Abreise 
die alten Feinde desselhen unter den aquitanLschen Baronen von 
Neuem das Haupt erhoben und sich nicht scheuten, ihren auf dcm 
heiligen Unteniehmen beschâftigten Herrn und Kònig verrátherischcr 
Weise anzugreifen. Roger von Hoveden erzahlt in seinen Annalcn 
(Bouquet XVII, 55 1) den Vorgang folgender Masscn: Da im Jahre 
119,2 der Seneschall von der Gaseogne, welchen Richard als seinen 
Su»llvertreter zurùckgelassen hatte, erkrankte, so cmpòrten sich 
Elias V. Talleyrand, Graf von I'érigord , ein Vizgraf dc la Marche 
und fast alle Baronc der Gascogne und bcganncn die kòniglichen 
Schlòsser zu verwÛ8ten. Nachdem cndlich der Seneschall genesen 
und durch eincn Zuzug von Richards Schwagcr Alfons, dera Sohne 
des Kònigs von Navarra, verstarkt worden war, vermochtc er die 
ReU'IIen zu zûchtigen. Kr nahm und zerstorte die Burgen des 
Klias und fiel sogar mit seinem Bundesgenossen siegrcich in das 
Gcbiet des Grafen von Toulouse ein, der sich natùrlich aus alter 
Feindschaft gegen Richard dessen Feinden angeschlossen hatte. 

Aber dieser Sieg vcrmochtc Richards Sache doch nicht fúr 
immer zu sichern; vielmehr war die Versuchung zu gross, als dass 
nicht bald wicder neue Unruhen hâtten ausbrechen sollen. Von 
dem lx*reits cnvâhnten Roger von Iloveden (Bouquet XVII, 570) 
\verden vornehmlich Gottfried von Ranchon und Ademar von 
Angoulème unter den Fmpòrem genannt. Jetzt genùgte aueh 
dic Macht der Stellvertreter Richards nicht, um die Ruhe wieder 
herzustellen und es l>edurfte, wie wir sehen werden, der Ankunft 
des Kònigs selbst, um seine Autoritiit \vieder herzustellen. Die 
langersehnte Rùckkehr desselben liess aber sehr auf sich warten. 
Die Vcrhandlungen \vegen des Lòsegeldes zogen sich in die Uinge. 
Im April 11 93 war die Summe auf 70000 Mark Silber festgesetzt 
worden, wiihrend sie in dera Vertrage vora 2Q. Juni desselben 
Jahres auf 100,000 Mark Silbcr G')lner VVahrung erhoht worden 
\var. Aber diese ungehcure Summe \var sclbst bei tlem schon 
damals ge\valtigen Reichthume F.nglands nicht leicht aufzutreiben. 
Trotz der eifrigsten Bemiihungcn und dcr angestrcngtesten Samin- 
lungen vergingen tloch mehrere Monate, ehe das Geld beisamraen 
war, und Richard machte seinem Unmuth iibcr diese Zògerung 
durch das bekannte Lied Luft, welches Diez (L. u. W. 103) ûbersetzt 
hat und welches rait den Worten beginnt: 

Zwar redet ein Gefangner insgeraein 
Nicht mit Gesehick in seiner herben Pein, 
Doch dichtet er, vom Grara sich zu Ix'frein. 
Freund' hab' ich viel, doch sind die Gaben klein; 
Schmach ihnen, dass um Lòsgeld ich allcin 
Zwei Winter lieg' in Haft! 



74 



At>er endlich war auch diese Schwierigkeit ûberwunden, und seine 
Heimkchr stand in AussichL Da verfasste Bcrtran ein Gedicht, 
No. 8, in welchem er sich dic Ankunft des Kònigs bereits ver- 
gegenwiirtigt und sich vorstellt, welche Folgen dicses Ereigniss fûr 
seine Heimath haben werde. 

Zunáchst schilt er ùber die Feigheit und Wankelraûthigkeit 
dcr Barone, die nur Maulhcldcn seicn, aber vor einem ernsten 
Wagniss zuriickschrccken (i — 16). Auf diesc Weise macht rcan 
aber keine Eroberungen, und durch Feigheit steigt man nicht im 
Ruhme, vielmehr bleibt man auf der untcrsten Stufc stehen, und 
wolltc man auch tauscnd Mark Sterling bieten (17 — 24). Daher 
wûnscht Bertran, dass der Kònig ein Seher wâre und dass er in 
das Land kâme und erfùtire, wer von den Baronen falsch und wer 
ihm treu ist, und dass er das I^jidcn, an wclchem IJmousin laborirt, 
kenncn lernte; denn dics sci sonst im vortrefflichstcn Zustande, 
nur werde es von cinem Gcschwùr heimgcsucht (25 — 32). Môgc 
Richard daher, sobald er aus Dcutsctiland gekommen sein wird, 
dics Gesctiwùr aufsuchen und entzweischneiden, ehe es zu hart 
wird, und mòge er seine beiden Hauptfeinde Ademar und Guido 
s<> ablohnen, dass kciner sich ùbcr unglcichc Ttieilung beschweren 

kònne (33—40)- 

Im Gelcit liisst cr Heinrich VI., dem Kaiscr von Dcutschland, 
eine tiarte Rùge zukommcn, indcm er versiclicrt, dass dcssen Vater 
Friedrich Barbarossa niemals, wie sein Sohn es gethan, sicti erlaubt 
haben wùrde, Pilger auf itirer Pilgcrfatirt gefangen zu netimcn ; dahcr 
sei es auch nicht zu venvundcrn, dass jcner gcrcclitc lvònig Apulien 
und die Romagna erobcrt habc (49 — 53). 

Wennglcich nun Hcinrich selbst den Richard nicht hattc er- 
greifen lasscn, so hatte er sich doch durch den Befehl seiner Aus- 
lieferung zu Leopolds Mitschuldigem gemacht. Jedenfalls befand 
sicti also damals der englische Kònig in den Ilânden des Kaisers, 
und zwar stand, wie aus der Wendung in Vers 37 hervorgeht, 
seine Freilassung bereits in Aussicht, sodass cs fast sicher crscheint, 
dass diescs Gedicht in das Ende des Jahrcs 1 193 gehòrt. 

Endlich, am 4. Februar 1194, schlug fùr Richard die Stunde 
der Befreiung; er eilte ùber Còln und Antwerpen zurùck in die 
Ileiraath und setzte am Morgcn des 13. Marz zum ersten Mal seit 
vier Jahren wieder den Fuss auf den Bodcn scincs Inselreiches. 
Aber cr liatte in scinem Stammlandc, wo scin Brudcr Joliatin 
schmáhlicher Weise die Ilerrschaft sich anzueigncn versucht, so 
viel zu ordnen und zu regeln, dass er erst im Sommer daran 
denken konnte, Aquitanien seine Aufmcrksarakeit zuzmvenden. 
Aber seine Ankunft stand doch nun unmittelbar bcvor, und dicse 
Hoffnung genùgtc bereits, um den Bcrtran zu eincm Licde 5 zu 
bfgeistcrn und um scinen Herrn sclion im Voraus zu begrùsscn. 

In derasclben spricht der Dichtcr scine Freude ùber das dcm- 
nâclist zu erhoffende Eintreffen des wackeren Kònigs Richard aus, 
da man nun wiedcr Kampfe, Zerstòrungen von Festungen und 



Digitized by Google 



75 



Gefangennahme von Feinden erleben werde (i — 8). Er schilt die 
Barone, die meineidig gewordett sind und nun beschàmt darùber 
dastehen uerden; keiner derselben wird sich mit VVaffen gegen 
Richard vertheidigen kònnen, sobald dieser kommt, vielmehr werden 
sie alle zu Kreuze kriechen und den Versuch machen, sich weiss 
zu brennen (q — 1 6). Dann wiederholt er einen schon mehrfach 
ausgesprochenen Gcdanken: seine einzige Freude sind Schlachten 
und Gctûmmel (17 — 24); vcrhasst dagegen sind ihm Taugenichtse, 
feile Dirnen, geizige \Virthe, so wie knickerige Herrn und Damen : 
Jene sollte man hângen, in Diese sich Niemand verlieben (25 — 32). 
Aber trotz seines Zornes gegen die aufstiindigen Barone bricht 
auch hier in Bertran wieder seine itn Grundc durchaus edle Natur 
hervor, und zwar in einer Bemerkung, die offenbar auf Richard 
berechnet war, der seinen Beinamen, wie wir gesehcn, schon 
damals fûhrte. „\Vohl gefàllt mir", erklàrt Bertran, „der Brauch 
des Lòwen: gegen einen ûbenvundenen Feind ist er grossmiithig, 
gegen einen Stolzen dagegen stolz" (33 — 35). So sind aber die 
Barone des Konigs nicht; im ( ìegentheil , sobald sie beraerken, 
dass seine Sache weniger gut steht, so versucht Jeder, wie er ihn 
betrûgen und hintergehcn konne (36 — 38). Sehliesslich verwahrt 
sich dcr Dichter gegen die Annahme, dass er etwa vom Kònige 
erkauft sci; das ist nicht dcr Fall, abcr fùr einen tùchtigen I Icrrn 
muss man alle Zeit einstehen (39, 40). 

Es ist nicht schwer, den Zcitpunkt im Allgemeinen zu bestim- 
men, in welcttem dies Gedicht verfasst ist. Natùrlich kann es nur 
nach dera 1 3. Màrz 1 1 94 entstanden sein und zwar offenbar zu 
der Zcit, wo Richard zwar noch nicht auf franzosischem Bodcn 
gclandet war, wo scine Ueberfahrt al>er bereits vorbereitct wurde 
(v. 1 und 2). Da er nun, wic Roger von Hoveden (Bouquct XVII, 
568) bcrichtct, am Pancratius-Tage d. h. am 12. Mai ùber den 
Qtnal setztc, so dùrfen wir annchmen, dass Bertran nicht langc 
vor diescm Termin dichtctc, wie auch der Ausdruck „la coiruieta 
sazos", die im ersten Verse als im Anzuge begriffen gescttildcrt 
wird, auf den Frùhling weist. 

Aber obwohl nun Richard sich auf dem Festlande befand, so 
konnte cr doch noch nicht sofort in sein Lieblingsland kommen, 
weil er sich zunàchst mit seinem Bruder Johann und dem Kònige 
von Frankreich auscinandersctzcn musste. Als er dann jedoch zu 
Anfang des Sommers nahte, da, scheint es, hat ein grosser Tlieil dcr 
Aufstândischen es fúr rathsamer gehalten, sich bei Zeiten zu unter- 
weríen; wenigstens erzàhlen die Chronistcn siimmtlich nur von zwei 
Baronen, die dcm Kônige bewaffnetcn \Vidcrstand cntgegcnsetzten, 
niimlich Gottfried von Ranchon und Ademar, der Vizgraf von 
Angoulcme. Aber, wenn dicse auf Bcistand von Frankreich ge- 
rechnet ttatten, so hatten sic sich geirrt; sich selbst ûberlasscn, 
vermochten sie Richard auf die Dauer nicht zu widerstehen, ihr 
ganzes Gebiet wurde erobert, und Richard zàhlt in cinera Briefe an 



76 



den Erzbischof Hubcrt von Canterbury vora 22. Juli 1 194 stolz 
allc Burgen auf, dic er gebrochen 1 ). 

Ucberhaupt war der ganze Rest von Richards Regierungszeit 
ausgefûllt mit unausgesetztcn Rârapfen gegen die Franzosen und 
scinc eignen VasaJlen, Rampfe, die wir hier natùrlich nicht im 
Einzelnen verfolgen konnen, sondern die wir nur insofcrn berïicU- 
sichtigen, als Bertran de Born in seinen IJedern auf sie Bezug 
nimmt. So bctrifft das Lied 18 cinen Strcit Richards mit seinem 
cigncn Neffen Arthur, dem nach dcm Tode dcs Vaters geborenen 
Sohne Gottfrieds von der Bretagnc. Der Vorgang wird in den 
vcrschiedencn Chronikcn verschieden und nicht vollig klar vorge- 
tragen, doch schcint dcr Zusaramcnhang etwa folgcnder gewesen 
zu scin. Richard hatte den \Vunsch , seincn Neffen bei sich zu 
haben und unter seiner Leitung zu erziehcn, verlangte daher, dass 
ihm derselbe ausgeliefert wûrde; dcm widcrsetzte sich aber nieht 
nur dessen Mutter, Constantia, sondern auch dic Mehrheit der 
brctagnischcn Bevôlkcrung, welche auf diesen Prinzen schon wegen 
der Gleichheit seines Namens mit dem ihres berûhmten National- 
helden die grossten Hoffnungen setztc und denselbcn daher durch- 
aus nicht aus den Handcn gcben wollte. Richard zitirte daher die 
Constantia im Jahre 1 196 nach der Normandie und liess sie ins 
Gefangniss werfen. Aber damit erreichte er scincn Zweck nicht; 
vielmchr hùtcten die Bretonen ihrcn Prinzcn nur ura so sorgfal- 
tigcr und ricfen sogar schliesslich die Hûlfc des franzòsischen 
Kònigs an, indera sie in dic Bcsitzungen des englischen Kònigs 
einen Einfall machten. Eine Zeit lang scheint Richard versucht zu 
haben , mit Gúte die Sache zu ordnen ; als cr aber sah , dass nur 
Gewalt zu helfen schien, ruckte er mit einera Heerc in die Brctagne 
ein und verwûstete weit und breit das ganze Land. Die Bretoncn 
niimlich hatten darauf verzichtet, sich mit Waffen gcgcn dcn Kònig 
zu verthcidigen und hatten sich rait Arthur in das gebirgige Innere 
dcr Halbinscl zuruckgezogen. Richard musste ùbrigcns bald wicder 
das Land verlassen, um sicli gegen Philipp zu wenden, welcher, ura 
den Bretonen sein Versprechen zu halten und ihnen Luft zu 
machen, die Norraandic ûberfallen hatte (Bouquct XVII, 174; 579; 
Ô77). In dem auf dics Ercigniss bczùglichcn Liede 18 lobt zunaehst 
dcr Dichter die Ereigebigkeit dcs englischen gegenùber der Knickerei 
dcs franzôsischen Kônigs (1 — 8). Dann macht er dem erstcrcn 
wegen seiner Lâssigkeit Vonvùrfe; wer ein grosses I,and fùr sich 
fordere, der mùsse auch energisch und schnell handeln (9 — 12); 

') Sciatis quod nos Dei gratia, qui in omnibus rectum considcrat, 
Tailburgum et Marciliacum ct omnia castella et totam terram Gaufridi de 
Rancona cepimus, et civitatem Ençolismi et Casteìlum-novum et Munciniacum 
et ÌMchesc et omnia alia casUlla et totam terratn comitis Engolixmi cum 
omni integritate ccŷimus. Civitatcm autem Engolismi et burgum in una 
vesperata ccpimus ; in terris vero quas in partibus ilìis ccpimus, bene usque 
ad trecentos milites et quadraginta millia armatorum cepimus. Teste metpso 
aỳud Engolismum, vicesimo secundo die julii (Bouquct XVII, 570). 



Digitized by Google 



77 



zwar habe cr sich darin muthig und entschlosscn gezeigt, dass er 
in die Bretagne cingefallen sei, dann al>er habe er wieder nach- 
gelassen (13 — 16). Ein Krieg raûssc encrgisch nùt Feucr und 
Schwert so wie auch mit bcdeutenden Geldmittcln gcfúhrt werden 
(17 — 20) , aber weder Richard noch scin Bruder vcrdiene dieses 
Lob (21 — 24). Nunmehr wendet er sich gegen die Bretonen, die 
durch ihren YViderstand gegen Richard Bertrans besondcrcn Zorn 
auf sich gczogen hattcn. Deswegcn schilt er sie unzuverlâssig, 
ehrlos und muthlos; namcntlich abcr hiilt cr sic fùr schr herab- 
gekommen, weil sie so ângstlich nach ihrcm Arthur Vcrlangen 
tragen (25 — 32). Noch cin Mal richtct cr an den Kônig die 
Mahnung, er mòge, ehe er den entscheidenden Schritt thue, sich 
úberlcgen, ob es klug odcr thòricht, vorthcilhaft oder nachtheilig 
fûr ihn sei (33 — 37); dann aber solle er frisch daran gchen, dcnn 
fùr einen schláfrigen Herrn werde er, Bertran, nicht in den Krieg 
ziehen; auch erobere man sclnverlich Liinder ira Schlaf (38 — 40). 
Im zweiten Geleit wendet er sich an den Grafen Hugo; er 
schineichclt ihm und spricht die zuversichtliche Hoffnung aus, dass 
er nicht schlechtcs Geld nehmen, das heisst wohl, sich nicht vom 
franzòsischen Kònige bestechen lassen werde (41-44). Da nach 
Bouquet XVU, 157 der Finfall Richartls in die Bretagne um Ostem 
1197 unternommen wurde, so wird man annehmen tlùrfen, dass 
das st>eben vorgefúhrtc Lied bald nach diescra Zeitpunkt verfasst 
worden ist. 

Es blcibt nunmehr noch ein Lied ùbrig, 25, welches noch 
wiihrend Richards Lebenszeit entstanden sein muss, obwohl das 
genauere Datum sich nicht mit Bestiraratheit angeben lasst. Auch 
dieses Gedicht ist verfasst in einera Moment, als zwischen dcn 
beiden rivalisircnden Kònigen von Fngland untl von Frankreich 
ein Krieg auszubrechcn drohte. Richard hatte sich dabei nach 
Bundesgenossen umgesehen und hatte einen solchen, wie es scheint, 
in dcm Kònige Alfons 111. von Castilien gefunden. Dieser war scit 
1 1 70 mit Richards Schwestcr Fleonore verheirathet und hatte, wenn 
wir Bertrans \Vorten glauben dùrfen, versproehen, seincm Schwager 
mit einem Heere zu unterstùtzen (3, 4). Beide Kònige rùsteten 
daher um die Wette, saramelten S< ildnerschaaren, und Richard gab 
bei dicser Gelegenheit nach alter Gewohnheit das Geld schcflel- 
wcisc aus, dcnn der Krieg allein war seine VVonne (5 — 8). Auch 
fùr unsern Dichter war einc solche Aussicht gerade die cnvùnschtc, 
und er freute sich schon in Gedanken tlarauf, dass sich nun l>ald 
die ihra so sympathischen Kriegs- und Rampfesscenen wiederholen 
wcrden (9 — 16); auch die YVege, prophezeit er, werden gefiihrdet 
sein, das Saumthicr, dcr Bùrgcr, dcr Kaufmaun, die aus Frankreich 
kommen, sie werden nicht mehr sicher scin, und reich wird dcr 
werden, der tùchtig zugreift (17 — 24). Auch Bertran wird sich, so 
verspricht er, am Kampfe betheiligen; kommt cr mit dem Ix;ben 
davon, so wird es sein Glùck scin, muss er aber sein Leben lasscn 
— nun so ist er vou allen Sorgen befrcit (25 — 28). 



Digitízed by Google 



78 



Man erUennt, dass die Andeutungen nicht speziell und genau 
gcnug sind, urn die Fixirung des Liedes rnit Sicherheit zu folgem, 
um so wcnigcr, als uns nirgcnds crzàhlt wird, dass Alfons jc rait 
einem llccrc nach Aquitanicn seinem Schwager zu Húlfe gezogen 
ist, so dass er scin Versprechen, falls er es iiberhaupt gegeben, 
wahrsclieinlich nicht gchalten hat Damit fullt al>er die einzigc 
charalcteristische Notiz des Gedichtes weg, und wir lconnen daher 
es nur als wahrscheinlich hinstellen, dass sich dasselbe wegen der 
AehnlichUcit dcr Umstândc auf dcn Krieg bezicht, den Richard im 
Sommcr 1198 gegcn Philipp vcrbreitcte. Wir wissen, dass cr sich 
dazu mit mehreren Fùrsten, namentlich mit Raimund VI. von Tou- 
lousc, der eine andre sciner Schwestern, Johanna, zur Frau hattc, 
verliand, und dass er mit grossen Geldsummen Truppcn anwcrben 
liess (líouquet XVII, 587, 588). Ist die Annahme richtig, so wàre 
das Gcdicht vor dcm Herbst 1198, wo der Kampf begann, ent- 
standen. 

Es scheint nicht, dass Bcrtran de Born wâhrend Richards 
Lebzciten noch ein weiteres Lied verfasst hat, wenigstens ist 
uns kcin solchcs erhalten. Der Tod dcs lòwcnherzigen Kònigs 
entsprach ganz scinem Lebcn; er kam bci eincm Raubabenteuer 
um. Der Vizgraf Ademar V. von Limoges hatte auf seinem Lande 
eincn Schatz gefunden und hatte seinem Lehnsherrn einen Theil 
desselben ûbersandt, weigerte sich jedoch, ihm, wic cr fordcrte, das 
Ganzc zu ûberlassen. Richard benutzte mit Freudc cliese NVeigerung 
als einen Vorwand zu eincm ncuen Kampf und belagerte den Viz- 
grafen in seincr Burg Chalus. Als cr am 26. Màrz 11 99 um die- 
selbe herumritt, traf ihn ein Pfeilschuss in die Schulter, und er 
starb am 6. April desselben Jahres in Folgc dieser Wunde. 

Die nàchste Zeit brachte fûr Bertran de Born wiederum wich- 
tigc Familienereignisse, welche I^aurens pag. 267 sq. auf Grund der 
Archive dcs Schlosses Autafort berichtct. Der àlteste Sohn Con- 
stantins von Born, Golfíer, wurde von Guido von Limoges, dem 
Sohne des vielgenannten Ademar V., der seinem Vater gegen Ende 
des Jahrcs 1 1 99 in der Vizgrafschaft gefolgt war , zum Zweikampf 
herausgcfordert und auf der Stelle getodtet Dem Sohne folgten aber 
in kurzen Zwischenrâumen die beiden Eltern ins Grab nach. Zu- 
nàchst nàmlich starb 1200, wenige Wochen nach Golfiers Tode, 
dessen Mutter Agnes von las Tours, und auch Constantin ûberlebte 
seine Gattin nur um etwa ein Jahr. Als einziger Erbe des Hauses 
von las Tours verblieb cin kòrperlich schwâchUcher und wenig ehr- 
geiziger jûngerer Sohn, der nach Laurcns ebcnfalls Golfier hiess. 

Eine theilweise Bestàtigung finden die von Laurens gebrachten 
Angaben durch eine kurze Notiz bei Gottfried von Vigeois, welchcr 
(BouquetXU, 422) crzàhlt: „Constantin von Born erzeugte mit Agnes, 
der Tochter des Olivicr de las Tours, den Golfier, wclchen Guido, 
der Vizgraf von Limoges, tòdtete." Dagegen spricht er nicht von 
cinem jiingeren, gleichnamigen Sohne Constantins. 

Laurens macht mit Recht darauf aufmerksam, dass im Cegen- 



Digitized by Google 



79 



satz zu der cben gehòrten Darstellung in der „razon" zu 20 ein 
Irrthura enthalten ist, wo behauptet wird, dass nach dem Tode 
Bertrans von Born dessen Kinder sich rait ihrem Oheim Constantin 
und ihren Vettern, dessen Sòhnen, vertragen hiittcn (cf. pag. 43). 
F.rstens niimlich sei Constantin vor seinem Bruder gestorben, sodann 
aber habe er nur eincn Sohn hinterlassen. 

()b Laurens auch ùber die weiteren SchicUsale Bertrans sich 
aus den Archiven des Schlosses Mautefort o<ler der Abtei Dalon 
unterrichtet hat, ist aus seinen VVorten nicht zu entnehmen. Kr 
theilt namlich mit, dass der Dichter einige Monate nach Richards 
Tode seine beiden Sòhne Bertran und Itier zu sich gerufen, dem 
âltesten die Vizgrafschaft Autafort, dem jùngeren die Ilerrschaft 
Born ùbergel>en habe und dass er selbst sodann in das Cistcrzicnser- 
Kloster Dalon als Mònch eingetretcn sei, um daselbst seinc Tage 
zu beenden. AIs Crund dieses Schrittcs giebt er an, unser Dichter 
habe bei dcm Uebergange Aquitaniens an die Krone Franlcreieh 
gefûrchtet, Philipp August mòchte an ihm, der ihn so lange und 
so hartnaclcig bekampft und verspottet, sich riichen, und habe daher 
vorgezogen, dessen Zorn die Spitze abzubrcchen, indem er sich 
bereits vor dcr Ankunft des franzòsisehen Kònigs seines Besitzes 
freiwillig entàusserte. Entweder scheint aber die Zeit oder das 
Motiv seines FintritLs in das Kloster hier nicht richtig angegeben wor- 
den zu sein; denn im Jahre 1200 war ein Verlust dcr franzòsischcn 
Besitzungen Fnglands noch gar nicht zu bcfùrchten; dicse Gefahr 
begann vielrachr crst scit 1203 zu drohen, und erst im Soramer 
1205 war die Eroberung Aquitaniens vollendet. Aber auch abge- 
sehen hicrvon scheint es kaum mòglich, dass Bertran gemeint habe, 
Autafort werde in den Hiinden seines Sohnes vor Philipps Zorn 
gcsicherter sein, da, wic wir gleich erfahrcn wcrden, auch Bertrans 
Sohn offen fùr Johann Partei ergriff und sich freiraùthig gegen den 
franzosischen Findringling aussprach, sodass in dieser Bezichung 
die Gefahr nicht gemindert wortlen wiire. 

VV f enn wir nun aber auch gcgen die Angaben in Bezug auf 
das VVann untl das VVarum des vorhin erwiihnten Schrittes des 
Dichters Zweifel erheben mùsscn, so scheint doch die Thatsache 
selbst richtig zu sein, da sie auch durch eine Notiz der Biographie II 
bestiitigt wird, nach welcher Bertran ein hohes Alter erreichte und 
schliesslich in den Cisterzienscrorden eintrat. 

So blicb dcnn unser Dichter von nun an von dem òffentlichen 
Schauplatze zurûclc, und seine Sohne nahmen seine Stelle ein. Dcr 
âlteste trat auch als Dichter in die Fusstapfen seines Vaters, indem 
er, wie frùher Jener, in einem Sirventes (I) ùlier die scine Zeit 
bewegenden wichtigen lCreignisse seine Meinung aussprach. Durch 
eine ausfûhrliche „razon" werden wir ùber die betrcffenden Vor- 
giinge eingehend orientirt. Nach dem Tode Richards, heisst es 
dort, wurde Johann ohne I^ind Kònig von England und verlangtc 
nun vom (irafen von Angoulèmt;, dass er ihm seine fùnfzehnjahrige, 
schòne Tochter, die auf Veranlassung Kònig Richards mit dem 



8o 

* 

Grafen Hugo dem Rraunen von der Mark verlobt worden war, zur 
Erau gâbe. Der Vater willfahrte seinem Wunsche, und Johann 
bcgab sich alsbald mit seiner jungen Gattin in die Normandie. 
Aber auf Veranlassung des beleidigten Brautig.ims kam eine grosse 
Empòrung gegen den englischcn Kònig zu Stande. Dic Baronc 
zogen nach der Bretagne, huldigten dem Arthur als dem Sohnc 
von Johanns iilterem Bruder fùr ihrc I^ehen und fûhrten denselben 
mit sich nach Poitou, wo sie alle kòniglichen Schlòsser bis auf 
wenige erobertcn. Als nun aber die Aufstiindischen die Kònigin 
Elconorc, Johanns Mutter, in der Burg Mirebeau belagerten, kam 
Johann mit einem Hcere zum Ersatz herbei und zwar so heimlich, 
dass er Jene vôllig ûberrumpelte und sie Alle sammt Arthur gefangen 
nahm. Nachdem er zunàchst in die Normandie zuriickgezogen, 
fuhr er hinùber nach England und fiihrte den Arthur, so wie den 
Savaric von Mauleon und den Vizgrafen von Castel Airaut mit 
sich. Seinen Neffen liess er sodann ertrânken, wâhrend er die 
l>eiden andern Barone in einen festen Thurm werfen liess. Gleich 
darauf aber íìel der franzòsische Kònig in die Normandie ein und 
nahm ihm das ganzc Herzogthum, wahrend zugleich dic Barone 
von Poitou sich aufs Neue empòrten und das I,and in ihre Gewalt 
brachten. Auch dem Savaric von Mauleon gelang es nicht nur, 
sich zu befreien, sondern sogar, sich der Burg zu bemáchtigen, 
in wclcher er gcfangen war, sodass Johann sich genòthigt sah, ein 
Abkommen mit ihm zu treffen, wonach er ihn zum Statthalter 
von Poitou und der Gascogne emannte. Diesen Posten ùbernahm 
derselbe und eroberte auch wirklich einen Theil von Johanns Be- 
sitzungen zurûck; doch konnte dieser Erfolg nicht von Dauer sein, 
da der Kònig ihn ohne jede Hùlfe an Geld oder Truppen liess. 
Da, heisst es, habe der junge Bertran sein Sirventes losgelassen. 
Diese Angaben der „razon" werden durch die Gesclùchte zwar im 
Allgemcinen bestâtigt, im Einzelnen jcdoch mehrfach moditìzirt. 
Der Graf von Angoulème hiess Ademar oder Aimar, seine Tochter 
Isabella, ihre Verheirathung mit Johann fand 1200 Statt, und am 
8. October desselben Jahres liess er sich in \Vestminster zum 
zweitcn Malc' und zwar zusammen mit sciner Gcmahlin krònen. 
Hugo von der Mark und die antlern Empòrer wandten sich an 
Plùlipp um Hûlfe, und dieser lud Johann nach Paris vor einen 
Gerichtshof der franzòsischen Pairs, liess ihn aller seiner fran- 
zòsischen Lehen fùr verlustig erklaren und lìel in die Normandie 
cin, wâhrend er den sechzehnjahrigen Arthur zu den aufrûhrerischen 
Grafen nach Poitou schickte. Letzterer griff sofort mit seinen 
Verbûndeten seine Grossniutter Eleonore in Mirebeau an, als die 
Belagerer am 1. August 1202 von Johann ûberfallen und meist 
gefangen genommen wurden. Aber der Aufstand nahm hierdurch, 
statt nachzulassen, nur um so gròssere Dimcnsionen an, namentlich 
abcr, als zu Ostern 1203 Arthur auf Veranlassung seines Oheims, 
wahrscheinlich von diesem selbst umgebracht wurde. Im Laufe der 
Jahrc 1203 und 1204 fiel die ganze Normandie, nach fast drei- 



Digitized by Google 



8i 



hundertjàhriger Herrschaft der Norrnannen \vieder zurùck an dio 
franzòsische Krone. Dasselbc Schicksal hatten in demselben und 
dem nàchsten Jahre 1205 fast allc ûbrigen Besitzungen Johanns 
diesseits des Canals (Pauli, Geschichte von Fngland III, 303 sq.). 
Da machte Bertrans gleichnamiger Sohn soinem Unmuth Luft 
durch ein „beissendes" Lied, das er dem Johann úbersandte 
(6 — 8). Schàmen soll sich dieser Kònig, \venn er an seine tapfern 
Vorfahren denkt, dass er so Poitou und Tours verliert, ohne sich 
zur Wehr zu setzen (9 — 12). Ganz Aquitanien betrauert daher 
den Kònig Richard, der fúr die Vertheidigung des Landes die 
gròssten Opfer gebracht hat (13 — lò). Jener aber liebt nur Spiele, 
Jagd und ein gemachliches J.eben; Muth zeigt er nicht, daher steht 
er auch tief in der allgemeinen Achtung (17 — 24). Kr hàlt ihm 
dann die glànzenden Beispiele aus der Sage vor: den muthigen 
Gavain, den tapfern Kònig Lud\vig, der seinen treuen Vasallcn 
Wilhelm von Orange nicht im Stiche liess, als der Sarazene Thibaut 
ihn in seiner Stadt belagerte (25 — 32). Aber nicht geringeren 
Vonvurf richtet er gegen die Baronc, deren Thorheit und Ver- 
blendung er bitter tadelt; tiefer Schmerz crgreift ihn, wenn er an 
sie denkt, denn thòricht und ehrlos sind sie ge\vorden und gutera 
Rathe verschliessen sie ihr Ohr (33 — 40). Das Geleit uendet sich 
an Savaric von Maulcon und versichert diesem, dass er von seinem 
schlaffen Kònige keine Hùlfe zu envarten habe (49 — 52). Dicscr 
Savaric von Mauleon soll nach der „razon" Statthaltcr des Kònigs 
Johann geuesen sein; doch stiramt dieá nicht rait der Geschichte, 
da vielmehr Robert von Turnham diesen Posten einnahm. Aber 
Savaric \var zugleich mit Arthur vor Mirebeau gefangen genommen 
worden (Bouquet XVII, 1 89), wurde jedoch spáter aus der Gefangen- 
schaft cntlasscn und kámpfte nun auf englischer Seite gegen die 
Franzosen, sodass er in dem Vcrtrage vom 26. October 1206, 
nach welchcm jeder dcr beiden Kònige seinen daraaligen Besitzstand 
behalten sollte, vom Kònige Johann als Biirge bestimmt wurde 
(Bouquet XVII, 61). Der Irrthum der „razon" ist dadurch ent- 
standen, dass Savaric von Mauleon unter Johanns Nachfolger 
Heinrich III. englischer Statthalter von Poitou wurde und als 
solcher 1224 gegen Kònig Lud\vig VIII. Kàuipfe zu bestehen hatte 
(A. Schmidt, Geschichte von Frankreich I, 481). 

Da der Finfall Philipps in Poitou im August 1 204 begann, 
und die letztc Burg der Touraine erst um Mittsommcr 1205 fìel, 
so muss das Gedicht zwischen !>eiden Terminen enLstanden sein 
und zwar hòchst \vahrscheinlich im Frùhling 1205, da in der Fin- 
leitung davon die Rede ist, dass die neuen Blàtter und Blûthen 
soeben emporsprossten. 

An diesen Freignissen »hat der alterndc Dichter also \vohl 
keinen directen Antheil mehr genommen; er \veilte unterdessen in 
den dùsteren Hallen des Klostcrs, um in seinen alten Tagen die 
Ruhe und den Friedcn zu suchen, den das Leben ihm nicht hatte 
gewàhren kònncn. Die iland, welche zeitlebens das schucidigc 

6 



82 



Schuert geschuungen, erfasstc jetzt den friedlichen Rosenkranz, und 
cr, dessen trotzig-kùhnen Sinn keine .Macht der Krde hatte b.in- 
digen kònnen, fiìgte sich nun ohne \Viderrede in die eintònigen 
Sat/.ungen strenger lvtosterzueht. 

\Vann endlich aber ist der Tod gekommen und hat ihm die 
mùden Augcn zugedrùckt? Lme bestiunntc Angabe darùL>er scheint 
sich auch in den l'rivatur^unden nicht zu finden, denn Laurens 
nimmt willkùrlicli 1210 als das Todesjahr unseres Dichters an. 
Sicher scheint nur zu sein, dass Hertran 12 15 bereits nicht mehr 
lcbte. Laurens ziiirt niùnlich eine Stellc aus einem Seelenmessen- 
register, die er wohl der C'hronik des Rcrnard Itier (Houquet XVIII, 
223 sq.) entlehnt hat und in \velcher es heisst: ,,Su/> anno 1215 
oclava candcla in scpu/chro (sancli Mar/ialtsJ ponitur pro fìcrlrando de 
fìorn. Ccra tres so/idos cnip/a cs/.'' 

Ks scheint nicht zueifelhaft zu sein, dass der hier genannte 
Rcrtrandus de Horn mit unserem Dichtcr identisch ist, und vvenn 
dies richtig ist, so \vùrde damit íùr z\vei Lieder die Autorschaft 
Hertrans \vegfallen, die ihm bisher zugeschrieben \vorden sind. Ks 
sind dies b, \velehes, wic \vir gleich selicn werden, zwischen 121O 
und 12 18, so wie 42, welches noch spater entstanden sein muss. 
Das erste ist uns in LKd, cinc Strophe auch in D c erhalten \vor- 
den. In letztercr llandschrift wird Guillem Rainols als der Ver- 
fasser genannt, uâhrcnd IKd das Lied dem Hcrtran zuschrcil)en. 
Wenn man dasselbe mit Rùcksicht auf seincn lnhalt prùft, so 
kann man sich daraus wohl erkliiren, wie man darauf liat kommen 
kònncn, es unserem Dichter unterzuschieben. ln der Linleitung 
erkl;irt nàtnlich der Verfasser, wegen der grossen Noth, die er im 
ganzen Lande herrschen sehe, \vollc er zu seinem frùhcren Hrauch 
wieder zurúckkehren, d. h. er \volle wieder dichten, und wenn sein 
Lied ein \venig nach einem Klausner schmeckc, so sei das nicht 
seinc Schuld, sondern die der Andcm (1 — 4). Diese \\Orte hâttc 
sehr \vohl ein rm lvlostcr lebender Dichter schreihen kònnen, dcr 
seit Jahren geschwiegen und der nach langer l'nterbrechung seine 
schon etwas verrostete Harfe \vieder ergrifl. Aber abgesehen davon, 
dass schon durch die Lntstehungszeit des Gediehtcs die Autorschaft 
Hertrans gar nicht in I'Vagc kommen kann , so unterscheidet sich 
dasselbe auch durch seincn Inhalt von allen andern Lrzeugnissen 
unsercs Siingers. Das grosse Lreigniss, welchem das Lied seine 
Lntstehung verdankt, ist der AlL>igenserkrieg, die b)lgensch\vere 
Ueberschwemmung der schònen Thiiler Sùdlrankreichs durch die 
erhannungslosen, fanatisirten H«>rden der Kreuzfahrer. 

Die Albigen.ser hatten ihrer Lehre im Sùden des Landes immer 
\veitere Verhreitung zu vcrschaffen gewusst, untl da alle gùtlichen 
Versuche der Pitpste, sie zu hekehren, vergeblich gewesen \varen, 
so wolItc man jctzt zur Cìewalt schreiten. \\eil aher Raimund VI. 
von Toulouse diese seine ruhigen und fleissigen Unterthancn nicht 
der blindcn Verfolgungswuth aussctzen \vollte, so uurde er in dcn 
Hann gethan, w;ihrcnd zugleich das Interdict ùhcr scinc Liinder 



Digitized by Google 



83 



ausgesprochen wurde. Nach vielfachen Verhandlungen aller Art 
vvurde ein Rrcuzzug gegen ihn bcschlossen und Simon von Monfort 
fiel 121 1 an der Spitze eines starlcen Heeres, das zutn gròssten 
Theile aus Nordfranzosen hestand und dein sich viele zelotische 
Geistliche anschlossen, in die Grafschaft ein. Der IÝrieg wurde init 
wechselndem Gliictte gefùhrt, i>is im Sommer 12 13 I'eter II. von 
Arag.m (1196—1213) mit einem Heere von tauseud auserlesenen 
Rittern seinem Schwager Raimund VL von Toulouse zu Hùlfe kam 
und sich mit ihm vereinigte. Am 10. Septemher hegannen Beidc 
die Belagerung der kleinen, am iinken Ufer der Garonne gelegenen 
Stadt Muret, als Simon von Monfort zum Ersatzc heranzog. Es 
kam am 12. Septeml>er zur Schlacht, in welcher die Verhûndeten 
trotz ihrer úherlegenen Zahl gcschlagen wurden und IVter selhst 
tapfer kiirapfend das Lcbcn verlor (Schàfer, Geschichte von Spanicn 
III, 62 sq.). Raimund wurde durch diese Niederlage so entmuthigt, 
dass er im April 1214 als Unterpfand seiner Untenverfung unter 
die Gebote des Papstes sich und sein I^ind dciA Legaten ùl>ergab. 
Zu Anfang des folgenden Jahres wurde auf einem Concil zu Mon- 
peilier Simon von Monfort von den Prâlaten mit der schònen 
Grafschaft helehnt, und auf einer grossen Rirchenversammlung im 
Lateran, im Noveraher desselhcn Jahres, wurde diese Belehnung- be- 
Státígt Aher die Bcvòlkerung war innerlich ergrimmt ùher diese 
Massregeln ; denn die Nordíranzosen waren ihnen in den Tod ver- 
hasst, und als Simon von Monfort sogar mit dem Iìischof von Nar- 
bonne Streit hekam, hoten viele Adlige des Landes dem vertriehenen 
Grafen ihren Beistand zur \\'irdereroherung der (irafschaft an. 
VVâbrend Raimund VI. nach Spanien ging, um Hùlfe zu holen, 
beseucte scin neunzchnjâhriger Sohn 12 16 die provenzalischen Be- 
sitzungim vvieder, eroherte die Stadt Beaucaire, helagerte das Schloss 
dersellH-n und nahm es, nachdera er Simon von Monlort mit einera 
Ersatzheer zurùckgeschlagen ; Letzterer vvicli iminí-r vveiter zurùck. 

Auf diese Ereignisst- he/.ieht sich das Lied 6, <ias der Dichter 
sogar direct an den Grafen Siraon von Monfort ùhersenden will 
(ó, 7). \Venn Dieser kotnmen vvird, um seinen Trihut einzufordern, 
so soll er nicht in Beaucaire lagern, da, seitdem er dort gelagert, 
es iminer mit ihm zurù« kgegangen ist (9 — 12). Das Ganze ist ein 
Betrug von ihm und von den PfatTen; er ist jetzt in ihrer Gevvalt 
und kann sich nicht mehr frei raachen; er aher ist an Allera Schuld 
(13 — 16). YVer ein Mal fehlgreift, thut dies leicht zum zvveiten 
Male, wenn er Gelegenheit dazu hat (17, 18). Dann scheint er 
den jungcn Grafen Raimund anzufeuern: „Was stehst Du da und 
z«>gerst? Rege Deine Hânde, denn durch Rùhrigkeit sind schon 
manche Menschen gerettet worden, die sonst uingekommen sein 
vvùrden (iq — 24). Da wir nun klar in der Sache sehen, so muss 
jeder Wackere auf dem Posten sein: wir mùssen darauf denken, 
das I^ind zu vertheidigen und uns nicht von (ileichgùltigkeit ùber- 
winden lassen. YVir kennen jetzt die Ahsicht der Franzosen! Aher 
Gott und unser Recht hat ihnen ihr Glúck gevvcïiidet trotz ihrer 



84 



Vcrbùndetcn! (25—32). Gcrn redc ich jcdem Friedcn das Wort, 
abcr der Friede, dcn Simon hringt, rauht und richtet zu Grundc 
(33 — 3Ò)- O mr feigen Barone, man sicht, dass die Pfaffen und 
die Franzosen Euch in ihren Netzen haben mit ihrem erheuchelten 
Frieden ; denn sie werden dcn Vcrtrag uimverfen (37 — 40). Und 
Ihr Catalanen! wo ist Fuer Ruhm? In Schande werdet Ihr leben, 
bis Ihr durch eincn Krieg Fure Schuld cinlòst gegen den Kònig, 
der Fucli Fhre versehaffte. Schlecht bcklagt Ihr ihn, wenn Ihr ihn 
nicht râcht, und dcr, wclcher ihn umgebracht hat, mòge Euch im 
Schlafen Gcsellschaft leistcn (41 — 46). Durch seincn Tod scid Ihr 
Aragonier schr herabgekommen von Furer Hòhe (49 — 52). 

Dcr Graf, der dem Dichtcr nach Vers 5 den Anstoss zu dicscm 
Sirvcntes gegeben, scheint Rairaund selbst gewesen zu sein, und cs 
geht aus dera Zusammenhange hervor, dass das Gedicht zwischen 
dem Sommer 12 16 und dera 25. Juni 12 18 verfasst ist, da einerseits 
Beaucaire ofíenbar von dem Grafen von Toulouse bereits zurúck- 
erobert war, andrerseits Simon von Monfort noch lehte, welcher an 
dera zulctzt genannten Tage durch ein Stcingeschoss getòdtet 
wurde. Die grosste \Vahrschcinlichkeit spricht dafúr, dass es noch 
im Jahre 12 10 selbst entstand. 

Das zweite Lied endlich, das ebenfalls mit Unrecht dem 
Bertran de Born zugeschriehcn wird, ist 42, das in den Hand- 
BChriften C F R erhalten ist , die ihn als den Vcrfasser nenncn. 
Diez hat bereits darauf hingewiesen, wie unwahrscheinlich dicsc 
Angabe sei, da, wie wir sogleich finden werden, das Gedicht 
frûhcstens 1230 entstanden sein kaAn, und er hatte daher die Ver- 
muthung ausgcsprochen, dass vielleicht der Vater mit dem Sohn 
vcnvcchsclt worden sei, es daher wohl von dem júngern Bertran 
herstamme. Gegen diese Vermuthung sprechen aber die Anfangs- 
worte, in wclchen der Dichtcr eridârt, er liabc noch nie ein Sir- 
ventes gemacht, jetzt aher sollc ihn die Furcht nicht liingcr davon 
zurûekhalten. Diese U'orte kònnen nicht von Bertran dem Jiingeren 
geschrieben worden sein, da auch dieser, wie wir wissen, bcreits 
1205 ein beissendcs Sirventes gegen Fònig Johann geschleudert 
hatte. 

Auch ausserlieh unterschcidet sich das in Rede stehende Lied 
wesentlich von denen Bertrans und seines Sohnes. Fs weist eine 
ziemlich grosse Zahl von grammatischen und metrischen Fehlern 
auf, wie die Aninerkungen zeigcn wcrden, und die fùnfte Strophe 
zeigt eine ausserordentliche Annuth an Gedanken und Worten, 
indem einzelne Ausdrùcke und Wendungen in derselbcn zwei Mal 
verwandt werden. 

Fassen wir nunraehr das Sirventes selbst ins Auge, so muss 
zunâchst festgestellt werden , wer mit dem Ausdruck „nostre rei", 
der mchrfach in dem Liede vorkoinrat, gemeint ist. Diez konntc 
bei seiner Auffassung darunter Niemand anders als den franzòsischen 
KônÌg Ludwig IX. verstehen; doch widerstreht dieser Ansicht vor 
allera das Geleit, in welchcm es heisst: „Unser Kònig hat genug 



85 



Truppcnniacht unter den Sarazencn, abcr jetzt \vùnsehte îeh seinen 
Heerbann dort bci Monfort zu sehen gegen alle die, \vclche ihn an 
F.hre verringcrn." 

Diese Notiz lcann sich nur auf Jacob I. von Aragon be- 
ziehen, der seit 1229 in einera áusserst glorreichen Kriege gegen 
die Mauern l>egriffen \var, und diese Auffassung passt auch zu dera 
Inhalt des ûbrigcn Theils des Gedichtes. In der ersten Strophe 
namlich klagt der Dichter, dass sein Kònig, d. h. also Jacob, Melhau 
und Marseille verloren habe und zwar, \vie aus Strophe 2 hcrvor- 
geht, an den Graff?n von Toulouse. Diesera \verden nàmlich 
scharfe Vorwûrfe uber seine Undankbarkeit gemacht, da er als 
Dank fúr die ihm von Peter von Aragon gebrachte Hùlfe dessen 
Sohn seincs Frbes beraube (g — 16). In der That hatte Lud\vig IX. dein 
Rairaund VII. von Toulouse durch den Frieden vom 17. Mai 1229 
die Vizgrafschaft Milhaud zurùckgegeben und versprochen, ihm 
gegen Jedermann beizustehen, der gegen diese Kûckabtretung pro- 
testiren sollte. Dicsc Clausel, heisst es, war gegen Jacob von 
Aragon gerichtet, dessen Vatcr einst Milhaud an den verstorbenen 
Grafen von Toulouse verpfàndet, seine Ansprùche aber stets auf- 
recht erhalten hatte. \Virklich entbrannte auch zwischcn bciden 
Fûrsten spâter ein Krieg ùber diese Vizgrafschaft (Hist. de Lang. 1 
UI, 380). 

Die Stadt Marseille kam ira folgenden Jahre in dcn Besitz 
Raimunds VII., indem die Einwohner, nachdem Dieser ihnen im 
Sommer thàtige Ilùlfe gegen den Grafen Raimund Berengier von der 
Provcnce gebracht, ihn durch einen Vertrag vom 7. Noveraber 1230 
freiwillig als ihren Oberherrn anerkannten. (ib. III, 38g). In Folge 
dessen brach cin drcijàhriger Krieg zwischen den beiden benach- 
harten Grafen aus, auf dcn auch in unserem Gedichte angespielt 
wird, indem dcr Verfasser dem Grafen von dcr Provence zuruft, 
er m6ge keine Angst habcn, da der K6nig Jacob ihm bald als 
Rundesgenosse zu Hùlfc eilen wcrdc (17 — 20). Die vierte Strophe 
ist \veniger klar. In dieser wird der Graf von Urgel zum Karapfe 
aufgemuntert : Ihr habt ja gcnug VVeizen und Hafer und gute, feste 
Schlòsser; wohlan denn! fordert vom K6nige alles Gcbiet jenseits 
von Urgel, das Ihr frûher gchabt habt (25 — 32). Die Geschichte 
der Grafcn von Urgcl \vahrcnd dieser Zeit ist nicht besoiulers klar. 
Fs scheint hier jedoch nur Pons von Cabrcra gemcint sein zu 
k(»nnen, der 1231 sciner Cousine Aurembiax in dcr Grafschaft 
folgte, nachdem Beidc viele Jahre hindurch Strcit um dic Erbfolgc 
gefùhrt hattcn. Dic Aurembiax h.ittc sich in diesem Z\vist der 
\virksamen Unterstûtzung Jacobs von Aragon zu erfreuen gehabt 
und hattc ihm daher 1228 ncun feste Schlusser abgetrctcn (Art. 
dc vér. 1. d. X, 75 sq.). Unser Dichter \var dahcr \vohl cin Partei- 
ganger dcs Pons und besass dabci noch genug Localpatriotismus, 
um die \Viedcrcrwcrbung der verlorenen Rurgen zurùckzuwùnschen, 
selbst auf Kosten K6nig Jacohs, dcs Oberlchnsherm seincs tirafcn, 
dem er ja úbrigens wohl ge\vogcn \var. 



80 



Aus den vorgefùhrten Thatsachen geht hcrvor, dass das soeben 
behandcltc Sirventes wahrscheinlich im Jahre 1231 verfasst ist 
und z\var wohl von cinem Catalanen, da er einerseits ein Unter- 
than des aragonischen Kònigs war, andrerseits aber von dessen 
sùdfranzòsischen Besitzungen mit „lai" (v. 5, 14, 42), von Spanien 
mit „sai" (21) redet. 

Die bei weitera gròssere Hiilfte der Lieder Bertrans von Born 
ist bcrcits bci Gclegenheit der Erzâhlung der Lebensereignisse des 
Dichters besprochen worden. Es bleiben jedoch noch einige ùbrig, 
welche dort keine Stelle gefunden haben und welche doch eben- 
falls Beachtung verdienen. Wir kònnen dieselben eintheilen erstens 
in solche, welche zwar auch zeitgenòssische Ereignisse betreífen, 
bei welchen aber die Beziehungen nicht klar und deutlich genug 
sind, um ihren l'latz rait einiger Sicherheit herauszufinden , sodann 
in solche, welche an bestiramte Privatpersonen gerichtel sind und 
sich auch ausschliesslich rait diesen beschiiftigen, endlich solehe, 
deren Inhalt ein allgemeiner isL 

Zu den in erster Linie genannten gehòrt zura Bcispiel das 
unter No. 3 aufgefùhrte Lied. Es ist eines der wenigen, in wclchen 
sich Bertran der dunklen und schxveren Dichtweise, die ja von Manchen 
mit Vorliebe cultivirt wurde, zuwendet, und welches daher schwer 
verstiindlich ist. Der erste Theil des Gediehtes wird, wie dies bei 
Bcrtran nicht sclten geschieht, benutzt, um sich ùber persònlichc 
Vorkomranisse auszusprechen. So beklagt er sich zuniiehst bitter, 
dass scine Geiicbtc ihn weggeschickt und ihm untreu gcwordeii ist 
(1 — 6); hòhnisch fùgt er hinzu, es wcrdc nicht sein Schade sein, 
wenn sie die Kinder Andrer in seine \Viegc lege (7 — 10). Die 
zweite Strophe schcint an seincn glûcklicheren Ncbenbuhler ge- 
richtet zu sein, dem er zuruft, er handle thòricht, da das Frauen- 
zimmer ohne Vorzùge und ohne Ehre sei (11 — 20). — Sollte der 
Dichter in seiner zweiten Ehe traurige Erfahrungen gemacht haben? 

Dcr Rest dcs Liedes wendet sich, wie es scheint, an Ricliard, 
und zwar fordert er ihn darin , wenn ich richtig verstanden, zum 
Kreuzzuge auf. Richard, sagt er, hat sich zuerst von der Jagd 
losgerissen, hat sich auf den Weg geraacht und \vird auch sein 
Vorhaben ausfùhren, falls er nicht etwa hier hiingen bleibt; sollte 
er wirklich aufbreehen, so \vird er aueh Edessa und vielc aiulre 
asiatische Liinder und Vòlker dort erohern (21 — 30). V.x ist frei- 
gebig und liebt die Jagd so \vie das Kriegshand\verk (31 — 40), 
aber zwischen der Charente und der Dordogne zeigt er sieh schlarì' 
und tritt nicht energisch genug seiuen Eeinden entgegen (41 — 50). 
Daher iordert er ihn auf, da er so viel besitze, eilig zu korainen 
(51-60). 

Aus der Strophe 5 ergiebt sich otìenbar, dass Richard nicht 
mehr bloss Herzog von Aquitanieu, sondern schon Kònig von I-.ng- 
land war, wo er sich daraals auch befand. Ist die \ : ermuthung 
richtig, dass derselbe durch das Lied zum Ivreuzzug aufgefordert 



zed by Google 



87 



werden sollte, so wûrde daraus folgen, dass dasselhe Ende 1189 
oder Anfang 1 190 gedichtet ist 

Auffàllig ist der Umstand, dass im Geleite „Bels Senher" an- 
geredet und zwar gefragt wird, oh ihn der Verlust des Dichters 
nicht betrùbe. Ist es denkbar, dass er auch damals noch seine 
frùhere Geliebte Maenz von Montagnac mit diesem Verstecknamen 
meinte und dass er bei ihr Mitleid mit seinem Ungliick zu erregen 
suchte? 

In dieselbe Rategorie gehòrt auch das Lied 22, welches eine 
schroffe, rùcksichtslose Gesinnung zur Sehau tràgt. Mancher lum- 
pige Baron, heisst es dort, steckt in Krieg und Strapazen, wie ich 
sehe; al>er was mache ich mir aus dcra Schmerz, den sic empfm- 
den, oder gar aus dem Schaden, den sie erleiden ? Daher will ich 
mich damit erheitern, ein neues Sirventes zu singen (1 — 8). Krieg 
gefallt mir, denn er fortlert Alles, was das I.eben Schònes bietet, 
und veredelt obenein den Charakter des Menschen; deshalb sehe 
tch es gern, wenn der Friede mit Ilùlfe von Bestechungen ge- 
brochen wird (9 — 16). Daher werden wir an der Freigebigkeit 
und an der Aufwendung von Geld in kurzer Zeit sehcn, wer von 
den beiden Kònigen am wenigsten schâbig ist (17 — 20). So hat 
denn der, welcher Graf, Hcrzog und Markgraf ist, tùchtig Geld 
aufgetrieben, aber er giebt es auch aus, das bestàtigen Gascogner 
und F.nglànder (21 — 24). Nun wird sich bald heraustellen, wer 
besser th'e Unbilden untl \Vitlen\ártigkeiten wird ertragen kònnen ; 
denn bald wird der Krieg mit all seinen Schrecknissen und Drang- 
salen unter uns sein (25 — 32). Die Franzosen werden hoífentlich 
nicht ungestraft so manchen wackeren Iiaron haben berauben dûrfen ; 
daher wtmdert mich, dass ihnen der Kònig von Aragonien nicht 
energisch cntgegentritt (33 — 40). Aber wie auch immer der Aus- 
gang sein mag, wer auch imiuer vcrwundet, getòdtet oder gefangen 
werden mag, mich soll's nicht kùmmern, ich habe meine Liebste 
(41-48). 

Dass von den beiden hier genannten Kònigen, die sich feind- 
lich gegenùberstehen , der eine der franzòsische ist, scheint nach 
Vers 33 nicht zweifelhaft, ebenso ergiebt sich wohl aus Vers 16, 17, 
24, dass sein Gegner der englische Kònig ist, und zwar dùrfte 
Richard gemeint sein, da er in Vers 21 Gràf, Herzog und Markgraf 
heisst und in Vers 24 die Gascogner Ijesonders neben den l'.ng- 
landern genannt werden, was bei Richard ganz natùrlich ist, da 
dieser ja vor seincr Thronbesteigung imraer Ciraf oder Ilerzog von 
Aquitanien gewesen war. Auch das Lob der Freigebigkeit passt vor- 
nehmlich gerade auf diesen Fùrsten. \\'er ist aber mit dera Kònige 
der Aragonier gemeint, von dem der Dichter HeisUind gegen die 
Franzosen erwartet ? F.s erscheint kaum glaublich, dass Hertran an 
Alfons II. gedacht haben sollte, gegen den er ja, wie wir uns er- 
innern, einen so wùtlienden Hass hegte, sodass deranach nur 
dessen Nachfolger Peter II. ùbrig bliebe, der 119Ò zur Regierung 
kam. Bcnveisen wird sich dies sehr schwcr lassen, da aus den 



88 



\Vorten des Liedes henorzugehen scheint, dass der aragonische 
Kônig zu des Dichters V'er\vunderung und Bedauern sich factisch 
nicht in den Krieg eingeraischt hat, sodass wir kaum hoffen 
dùrfen, aus der Geschichte Gewissheit úber diesen Punkt zu er- 
langen. Wahrscheinlich aber ist es sonach immerhin, dass dies 
Gedicht nach i 196 und zwar w;ihrend der Kâmpfe zwischen 
Richard und Philipp August cntstanden ist. 

Endlich dùrfte das I.ied 43 hieher zu rechnen sein, welches 
einen heftigen Vonvurf gegen die Schlaffheit und Unentschlossenheit 
der Barone enthâlt Der Dichter erkl;irt, dass er hinfort nicht mehr 
von diesen Feiglingen sprechen will, denn tausend Stacheln hat er 
bereits auf ihnen verbraucht, ohne auch nur einen Einzigen von 
ihnen in Gang zu bringen (1 — 4); ohne \Viderstand lassen sie sich 
ihr Eigenthum nehnien, wie Mònche lassen sie sich geduldig 
scheeren und ohne Nothstall kann man sie an allen Vieren be- 
schlagen (5 — 8). Ademar, Guido und wie sie alle hcissen môgen, 
raùssten jetzt ihre Thatkraft beweisen; denn wer nicht etwas aufs 
Spiel setzt, der kann auch keine Ehre erwerben (8 — 14). Aber im 
ganzen Lande ist auch nicht Einer, der es nicht ruhig mit ansehe, 
wie man ihm widerstandslos in seinem váterlichen Erbtheile Gewalt 
anthut (15 — 17). 

Man sieht, dass wir hier keine bestimmten AnhalLspunkte 
haben, um dies Gedicht zeitlich zu íixiren, noch dazu, da der darin 
behandelte Gegenstand ein Lieblingsthcma des Dichters ist, also 
mehrfach zur Venvendung gekommen ist. Aber, obwohl beispiels- 
halber die Lieder 21, 28 und 36 fast den glcichen Gcdanken 
enthalten, so mòehte es doch gcwagt scin, darum unser Licd als 
gleichzeitig mit einem von dicsen anzunehmen. 

Es mùssen nunmehr diejcnigen Gcdiehte besprochen werden, 
welche an Privatpcrsonen gcrichtet sind und welche sammtlieh sehr 
dunkel und in Folge dessen schwer verstandlich sind. In einem 
derselben, namlich in 17, wird ein Joglar, Namens Folheta, ange- 
redet. Derselbe hatte sich an Bertran gewendet und ihn um ein 
I.ied gebcten (1). Letzterer wundert sich hierùber, da er sonst 
Niemand lìndet, der sich von ihm etwas sagen lassen mag (2 — 4) ; 
da nun aber Folheta eine Ausnahme macht, der lieber abgekanzelt 
werden will, wcnn er nur Vortheil davon hat, als gelobt wcrdcn, 
wenn ihm Schaden daraus envaehst, so will der Dichter ihm die 
Leviten verlesen , doch macht er ihn von vorn herein darauf auf- 
merksam, dass er schlecht dabci wegkoinmen wird (5—7). Zuniichst 
entwirft er dem Joglar ein nicht eben sehineiehelhaftes Portrait von 
dcsscn Pcrsònlichkeit; eine rauhe Stiinrae besitzt er, mit der er 
mehr kriichzt, als singt; seine Ilnutfarbe ist so dunkel, dass man 
ihn fùr eincn Sarazenen halten kann; jaramerlich sind die von ihm 
beim Rezitiren gebrauchten \\'orte, und, was das Schlimmste ist, er 
stinkt ara Lcibc wie gemeines Savoyarden - Volk , kurz der Dichter 
will ihm ein Lied verfassen , nur um ihn sich dadurch vom Leibe 
zu schaffen (8 — 14). Es folgcn nun zwci Strophen zum Lobc des 



Digitized by Google 



8 9 



Marlcgrafen Conrad von Monferrat, welche fast wôrtlich mit den 
beiden ersten Strophen dcs Liedcs 4 ùbereinstimmen. Dann fiihrt 
er fort: „In Betreff des Herrn Ja und Nein (Richard) ist mir nicht 
bange, denn den ârgert es doch, wenn ich ihm den Kopf wasche; 
und der Kònig von Krankreich scheint so auf eine Untemehmung 
zu sinnen, dass ich fûrchte, er môchte meine Gesinnung theilen. Nie, 
selbst nicht bei der Belagerung von Troja, gab es einen solchen 
Fûrsten, wie den, welchen ich mir durch mein Singen zum Feinde 
gemacht habe (29 — 35). 

Das Gcdicht wird an Isembart gesandt, und zwar versteht Rertran 
darunter einen Ritter, der in Flandern lebte (s. Anm. zu 17, 30), 
und er wiederholt diesem gegcnùber dic schon ein Mal gethane 
Behauptung, dass es fûr die Kònige, die das Kreuz genommen 
haben, eine Schande sei, dass sie sich nicht auf den VVeg machen 
(36-38). 

Die grosse Aehnlichkeit mit Lied 4 macht es wahrscheinlich, 
dass auch das eben vorgefùhrte etwa um dieselbe Zeit, also auch 
Anfang 1188 entstanden ist 

VVenn aber dies Gedicht noch einigermasscn klar ist, so be- 
gegnen uns bei No. 16 erheblich gròssere Schwicrigkeiten. Zuniichst 
bcginnt auch dies mit einer Anrede an Folhcta. Allerdings steht in der 
Handschrift „fulhetas", doch glaube ich, dass dies eine Acnderung 
des Abschreibers ist, welcher durch den Inhalt der erstcn Strophe 
in den Irrthum verficl, dass von Rlâttcrn die Rede sei und daher 
den angeblichen Singular „fulhcta" in dcn Plural verwandclte. Dass 
abcr unter Folhcta auch hier \vicder eine Person zu vcrstehen ist, 
geht aus dem ganzen Inhalt des Gedichtes, namentlich aus den 
Versen 11 und 15 hervor. Der Irrthum ist aber wohI dadurch 
entstanden, dass der Dichter allerdings die Aehnlichkeit des Namens 
rait dcm Deminutivum von „folha" zu einem VVortspiel bcnutzt, 
indem er dcm Folheta zuruft: Der Februar und Miirz hat zwar die 
Gârten noch nicht mit I^ub gcschmùckt, Ihr abcr scid schon jetzt 
von Furcm Gcbirgc herabgekommcn , chc dic grosse \Varme ein- 
tritt (1 — 7): Ihr verlasst stets untcr dcn F.rstcn Fuer Land, ehe 
noch die \Viesc mit Hlumen sich schmûckt, und bettclt, indem Ihr 
erzahlt, wie ùbel F.uch der VVinter mitgespielt (8 — 14). Der Dichter 
bittct ihn daher, in dcn Sold dcs Herrn Archimbaud zu tretcn. 
den die andern \Vackern vcrlasscn haben, dcnn Dicscr habe cincn 
schòncn Gcwinn crzielt (15 — 19); dem Archimbaud sclbst, da er 
bieder und gerade ist, riith er, der Tùchtigkcit sich zu bcllcissigen 
(20, 21). Dem Tempra dagcgen wirft er Leichtsinn vor, dass er 
nachlasse, nachdcm er einen Anlauf gcnommcn, und stellt sich und 
scin Beispiel Jencra gegenùber (22 — 28). 

Wundcrbarcr \Vcise thcilt dcr Dichter im Gclcit dcm Tempra 
mit, dass er sich nicht mehr in Licuchata, einem Schlosse in Sùd- 
frankreich, das er vcrlasscn habe, sondcrn in Damiata bcfmde. 
Daraiata oder Damiette ist eine Stadt in Unteragyptcn, welche, wie 
Mathacus Paris (Bouquct XVII, 743 sq.) ausfùhrlich berichtet, im 



9 o 



November 12 19 von den Christen erobert \vurde und bereiLs 1222 
den Sarazenen \vieder in die Mande fiel. Wenn diese Stelle echt 
ist, die Wahrheit berichtet und sich auf die àgyptische Stadt be- 
zieht, so raùsste der Dichter dieses Liedes wohl gerade in den 
Jaliren zuischen 12 19 und 1222 iu Damiata gewcsen sein, denn 
nur, so lange diese Stadt in ehristlichem Hcsitze \var, \vàre an 
einen Aufenthalt dasclbst zu denkcn. Mit dicser Annahmc wûrdc 
aber sofort dic Autorschaft unsercs Dichtcrs fùr dieses Lied un- 
mòglich \verden. Viclleicht abcr hat dcr AusdrucU hier eine andre, 
allgemcinc Hedeutung, oder aber es gab noch eine zweite Ortschaft, 
die den Namen Damiata fùhrte. 

Mit dem vorhin behandelten Liede 17 ist ein anderes, nàmlich 
24, auf dieselbe Linie zu stellen. Dies niimlich ist, wie jenes, ein 
Sirventes, \velches Hertran auf die Hitte eines Spielmaunes, der in 
24 .Mailolin heisst, verfasst hat. In beiden fertigt er die Hittsteller 
derb ab, indem er scheinbar willig auf ihr Gesuch eingeht. Wàh- 
rend er aber in 17 nur eine Strophe auf die Vcrspottung dcs 
Joglars ver\vendet und dann zwei Strophen aus cincm frùhercn 
Gedichte ganz ohne Zusammenhang entlchnt, ist hier das ganze 
Gedicht jenera satirischcn Zwccke ge\vidmct. 

Ich habc vicl ùbcr Fuch erzàhlen hòrcn, redet Hertran den 
Mailolin an, und da Ihr mich um ein Lied bittet, so will ich 
Eurem Wunsche \villfahren (1 — 4). Und nun giebt er ihm folgende 
drastische Schilderung seincr innern wie àusseren Persònlichkeit: 
Ihr seid ein Pfiftìcus, denn, ob\vohl lhr im Grunde ein Lurap seid, 
90 wisst Ihr F.uch doch den Anschein eines tùchtigen Mannes zu 
geben; es wàre jedoch besser, lhr schlùgt F.uch selbst durch, als 
dass Ihr von dem Mitleid Andrer lebt (5 — 7). Ihr seid alhemer 
als ein Schaí, und es gewàhrt mehr Vcrgnùgen, eine Kràhe oder 
ein grunzendes Schwein, ja einen Vcnvundeten, <ier operirt wird, 
anzuhòren als Euch, wenn Ihr singt (10 — 14). Zwar seid Ihr jung 
und gross und stellt Fuch, als wàret Ihr muthig, aber da, wo sogar 
der Ilaasc ein Lowe ist, seid Ihr feige, nichtsnutzig und ohne 
Widerstandskraft (15 — 21). Ihr seid innen hohl wie Hollunder 
und habt eine grosse Leber und Lunge (22 — 25); schon ara 
Morgen seid Ihr schlàfrig, und wenu Jemand Fuch etwas sagt, so 
thut Ihr, als ob Ihr es nicht hòrtet (2O — 28). Aber selbst unter 
den Taugenichtsen hàlt man Fuch fùr einen unzuverlàssigen Patron, 
denn jeder von den Trossknechten entscliliesst sich eher zum 
Rampfe als Ihr (29 — 32); wenn der Gegner sitrh mit Melonen 
vertheidigte , so \vùrde jeder Andrc chcr angreifen, als Ihr, selbst 
\venn Ihr Helra und Visir auf dera Kopfe hâttet (33 — 35). Wo 
Ihr aber Hamraelbraten riecht, dahin lauft lhr eiliger als in die 
Pallisade und die Verschanzung (36 — 38) und die gròsste Niere 
verschlingt Ihr mit einem oder zwei Iîissen (39 -41)- 

Das Lied Ûbcrsendet der Dichter dem Raimon von Planel, 
um tlazu eine Melodie zu machen, und zwar schàrft er ihm ein, 
sich Mùhtï zu geben (42 — 44). Vielleicht dùrfen \vir hieraus 



Digitized by Google 



folgern, dass Bertran dc Born der Regel nach nicht der Componist 
der zu seinen Gedichten erforderiichen Melodien \var. Im zvveiten 
Geleit zieht Bertran sogar sein irn Anfange des Gedichtes ge- 
gehenes Versprechen zuriick, indem er sagt, der sei ein Narr, 
der dem Mailolin ein Lied úberlasse, denn er singe schlechter als 
ein I'fau und verhunze nicht nur die Melodíe sondern auch den 

Text (45 — 47)- 

Gedichte der Art \vie die ehen geschilderten fìnden sich 
tnehrfach in der provenzalischen Litteratur. Ks gah unter den 
Spielleuten viele, die nicht selhst dichtcn lconnten, sondeni die sich 
damit begnugten, Licder Anderer vorzutragen, und dïe sieh in Folge 
de>sen zuueilen an renommirte Trouhadours mit der Bitte richteten, 
ein Lied fûr sie zu verfassen. C*harakteristisch ist luerfur folgende 
Stelle: 

Bajona, pcr sirvcntcs 

stiï bc quiest vcttgutz mcst nos, 

tt ab aquest scran trcs, 

quicu von itvia fntz dos, 

dont nuint aur e ntant argcnt 

arctz guazanhat, Bajona, 

c maint uzat garnimcn 

c d'avo/ raub' c de bona; 

aras, can/ rcs no -'o'n par, 

ciijalz vo'n rciurvetlar etc. 
R. de Mir. 11, 1 sq. Lin zweites von den so gefertigten Liedern 
jenes Dichters ist ehenfalls erhalten (Bartsch No. 1). In derselhen 
\Veise sagt Uc de St. Circ 21, 1 sq.: 

Mcssongel, un sirvcn/es 

m'as t/uis/, e donar l'o t'ai 

al put lost que ieu poirai ttc. 
und ent\virft dann ehenfalls ein nicht gerade erhauliches Bild des 
Bittstellers. 

Das letzte von Bertrans Lie<lem, \velchc BrivaUuigelegen- 
heiten hetreffen, ist No. 39. Dies ist , wie es scheint, an Gt)tt- 
fried von der 'tretagne gerichtet und hezieht sich auf ein 
Liehesahenteuer desselhen; jedoch mit so dunklen Andeutungen, 
dass die Linzelheiten nicht vollig klar zu erkennen sind. Folgen- 
des scheint indcssen im Ganzen und Círossen die Sachlage ge\vesen 
zu seiu. Dcr Graf hatte \vohl eine Liehschaft mit einer nicht niiher 
iHv.eichneten Dame, und Letzterc sandte einen Spielmann zu ihm 
a!s Boten, um ihn zu sich zu laden (10, 17, 18); er aher \vagte 
nicht, dieser Linladung zu entsprechen (3, 4). Durch diese Hand- 
lui)gs\veise zog er sich jedoch den Tadel des Dichters zu. Dieser 
schámte sich in des Prinzen Seele (b, 7) und erldârtc ihm geradezu, 
ei hahe sich sehr thoricht henommen (8). \Venn namlich ein 
Liehhaher von seinem Schatz gerufen werdc, so dûrfe er nicht 
zògern und durle sich durch nichts zurùckhalten lassen (g — 24). 
Nun kònnt Ihr erprohen, ruft er dem C^ralen zu, dass ich Recht 



Digitized by Google 

\ 



92 



gchaht, als ich behauptct, dic hochgestelltcn Mcnschen envûrbcn 
keine Liebe, wenn sie eine Huhlschaft beginnen; sie hal>en so viel 
zu bedenlcen und so viel zu bcsorgen, dass die Liebe sie von sich 
stòsst; daher raôchte ich nicht Hurgund besitzen, wofern ich auf 
Liebcsfurcht und Liebesheimlichkeit verzichten soll (25 — 32). Ich 
strcbc nicht nach Macht und Rcichthum, wo mir Jemand Rnauserei 
vonvcrfcn lcònnte, ich will liel)cr mit meinem Schatz lachen und 
scherzcn, als mir deswegen Vorhaltungen machen zu lassen (33 — 40). 

Vieltcicht gelingt es mit Hûlfe des Geleites, die Entstehungs- 
zcit dieses Liedes zu bestimmen. Dort heisst es nâmlich: „VVenn 
der Graf Gottfried sich nicht entfernt, so wird er Poitou und die 
Gascogne bekommcn." Nach dieser Aeusserung scheint es sicher, 
dass das Gcdicht vcrfasst ist zu der Zeit, wo Gottfried seinen 
Hruder zwingen wollte, sein Herzogthum Aquitanien oder wenigstens 
einen Theil desselbcn ihm abzutreten und deshalb einen Einfall in 
Richards Gcbiet machte. Auch die sechste Strophe bestâtigt diese 
Annahme. Dort hcist cs „nostre senher", d. h. Richard, werde durch 
Drohungen sich von seinem ein Mal vorgenommenen Ziele nicht 
ablenken und zum Nachgebcn bringen lassen, vielmehr wcrde er 
Limousin zusammenschnúren, naraentlich aber werde er dem Aderaar 
schlimm miLspielen (41 — 48). YVie ich schon oben zu 34 (pag. 47 sq.) 
mitgetheilt, dachte Richard allerdings nicht daran, nachzugeben, 
sondern venvíistete aus Rache seinerseits die Hretagnc, und die 
Harone, die geneigt waren, diesen Vorwand zu einer neuen Em- 
pòrung zu benutzcn, unter ihnen natùrlich vor allen Richards alter 
Eeind Ademar von Limoges, sahen sich in ihrcr Hoffnung auf Er- 
folg ganzlich getiiuscht. Demnach entspricht die hier vorauszu- 
setzende Situation genau der in Lied 34 geschilderten, und es ist 
daher wahrscheinlich, dass No. 39 mit dem eben genanntcn beinahc 
gleichzeitig d. h. im Prùhjahr I 1 84 entstanden ist 

Es mùssen nunmehr noch dicjenigen Gedichte Hertrans de Bonì 
besprochen werden, welche allgemeineren lnhaltes sind. Dahin ge- 
hòrt zunâchst No. 7, in welchem die Hegriffe „jung" und „alt" definirt 
werden, und zwar ergiebt sich daraus, dass dieselbcn hier áusserst 
weit und vielseitig aufgefasst werden. Demnach nennt der Dichter 
eine Frau alt, wenn sie xu den Pfaffen lâuft, wenn sie lceinen 
C'avalier hat, wenn sie sich zwei Huhlen zu gleicher Zeit hâlt, wenn 
sie sich mit einem gemeinen Menschen abgiebt, wenn sie innerhalb 
ihres Schlosses, also ganz im Verborgenen, liebt, wenn sie Zauber- 
mittel anwendct, wenn sie die Spielleute nicht mag und allzu ge- 
sclnvatzig ist (9 — 16); dagegcn ist sie jung, so lange sie dem 
Stande Ehre raacht und gute Thaten vollbringt, so lange sie rccht- 
schaffene Gesinnung zeigt und die Ehre hochhalt ; jung ist sie, 
wcnn sie ihren Kòrper schôn crhâlt, sich beherrscht, nicht ver- 
lâumdet und sich vor Schlechtiglceit hùtet (17 — 24). Unter den 
M.ìnnem gílt ihra der fiir jung, wclcher das Seine draufgehen 
hisst, sodass es ihm persònlich knapp geht, der sich die Hùrg- 
schaften fùr Zweikárapfc tùchtig etwas kosten lasst; nicht minder 



Digitized by Google 



93 



der, welcher freigebig ist, Roffer und Gcldlcasten verbrennt, Kampf 
und Tournicr pflegt, Frauendienst treibt; endlich der, \vclchen die 
Spielleute gern mògen (25 — 32); dagcgcn vcrdicnt nach seiner 
Meinung alt gcnannt zu werden cin reicher Mann, vvclchcr nichts 
draufgehen lasst, vvahrend Kúche und Kcllcr rcich gefiillt sind; 
ebenso, wenn er an einem Fleischtage sich und den Seinigcn nur 
Eier und Kiise spcndirt; nicht minder, wenn er ùber den Mantel 
noch cinen Rcitermantel zieht; sodann, wenn er ein Pferd hat, das 
man sein cigen nennt; auch, wenn ihm der Frauendicnst nicht 
gefâllt; endlich, wenn er weicht, ohne dass er dadurch cincn 
grosscn Gewinn erziclt (33 — 40). 

Dies Gedicht liisst cr durch seincn Spiclmann Arnaut an 
Richard tragen mit dcr Auffordcrung, keincn „alten" Schatz auf- 
zustapeln, da man mit cinem „jungen" Schatze Ruhm gewinnen 
kònne. 

Sollten wir in diescr Aufforderung eine Andeutung auf den 
Schatz von Chinon finden dùrfen , den Richard, wic oben schon 
gesagt, im Herbst 1 1 87 in seine Gewalt brachte, so mòchte dics 
Gedicht bald nach diesem Tcrmin entstanden sein. 

Bcsonders charakteristisch fùr Bcrtrans schroíT aristokratische 
Gesinnungen ist das Gedicht 29, in wclchem er seincr Abneigung 
gegen die Bauern in seiner bekanntcn leidcnschaftlichen \Vcise 
einen cncrgischcn Ausdruck vcrleihu Da die Baucrn stets mit dem 
Adel Streit anfangcn, so ist cs ihm ein Hochgcnuss, dieselben im 
tiefsten Flendc zu schen (1 — 8). Der Bauer lebt, so lange er 
Ìnnerhalb scincr Spháre bleibt, wie ein Schwein ; wird er aber reich, 
so wird cr vom Gròssemvahn befallen ; dahcr muss man ihm seincn 
Fresstrog stcts lcer halten (9 — 10). \Ver einen Baucrn nicht stramm 
hâlt, der bestarkt ihn nur noch in seiner Aufsiitzigkeit ; daher muss 
man ihn iramer ducken; denn, wenn er sich erst sicher fùhlt, so 
findet man an Schlechtigkeit nicht seines Gleichen (17 — 24). Dahcr 
darf man sich nie durch ùbcl angcbrachtc Schwache verleiten lassen, 
ihn zu beklagen, sclbst wenn er Arm und Beío bricht, odcr in das 
gròsste Unglùck gcriith (25 — 32). Fin Baucr ist so voll Trug, 
naracntlich aber so voll von Huchmuth und Sclbstùberhebung, dass 
er sogar Gott verachtct. Dahcr mòge Gott sie verfiuchcn (33 — 40)! 

Da in der letzten Strophc Rassa, also Gottfried von der 
Bretagne angeredet wird, so muss das Gcdicht vor dcm Sommer 
1 1 86 entstanden sein ; doch fehlt es an jcdem Anhalt fùr cine 
gcnauere Bestimraung. 

Bertran war abcr cine inncrlich zu gcradc und aufrichtigc 
Natur, als dass er gegen die seinem eignen Stande anhaftenden 
Schvvâchen hâtte blind sein sollen, und so richtet cr denn ein 
scharfcs Sirvcntes gegcn dic unter dcn Vomchmen herrschcnden 
Unsitten. Fs ist dies das Lied 38, dassclbc, in dcsscn erstcn 
Strophcn, wie wir gesehen, er seine Freude darùbcr ausdrùckt, 
dass Macnz von Montagnac ihn wieder zu Gnadcn aufgcnoraracn 
hattc. Mit diescr Figenthùralichkcit, in ein und dcrasclbcn Gedicht 



91 



z\vei ganz verschiedene Gcgenstiinde zu behandeln, steht unser 
Dichter ùhrigens nicht allein da, im Gegentheil war diese Sitte hei 
Peire Vidal noch viel schiirfer ausgepriigt (s. Ausg. von Bartseh 
pag. IX und Diez, L. u. \V. IX). 

Sogehtdeni) Bertran auch in dem in Rede stehenden Gedicht 38 
erst mit der dritten Strophe zu seinem eigentlichen Thema ùher, 
indem er eridiirt, tlass er Niemand, \veder Herzog nocfa KdiUg, 
schonen \verde, um st) \veniger, als viele derselben in vonielimer 
Selbstùberschiitzung sich einbilden, ùber dem Bereiche der Kritik 
zu stehen, da bei ihrer Macht Niemand uagen \verde, ihnen Vor- 
haltungen zu machen (23—33). theill nunmehr che Vomehmen 
nach ihren Neigungen und I'assionen in mehrere Kategorien. 
Zunâchst tadelt er die Streitsùchtigen , welche keincn Augcnblick 
ohnc Krieg und ohne Fehde leben konnen und dabei allerlei Un- 
recht begchen; dies aber, sagt er, bringt ihnen keine Khre, denn 
ihnen fehlt dic \vahre Tùchtigkeit (34 — 44); ausserdem giebt es 
ùbertriebene Mauliebhaber, \velche ihr ganzes Vermogen in Thùnne, 
Treppcn, Gcwòlbe und dergleichen steckcn und die, wenn sie 
obenein Schlemmer sind, natùrlich die Tugend der Freigebigkeit 
nicht ùben Itônnen, \vodurch ihr Ruhm sehr getrùbt wird (45 — 55); 
nicht wcnigcr jedoch tadelt er die, welche sich durch ihrc unsin- 
nigen Ausgaben fùr die Jagd ruiniren ; sie geben sich gern den 
Anschein, reiche Leute zu sein, indem sie einen grossen Jagdapparat 
halten, und vermindcrn dadurch am Ende ihrc Mittel in dem 
Masse, dass sie schliesslich ausser dem Wild und den Fischen ùber 
nichts mchr zu befehlen haben (5Ó — 60). Aber auch die allzu 
passionirten Tournierhelden haben nicht des Dichters Beifall, da 
sie ihre Leidenschaít nur als Mittel benutzen, um Geld und Schiitze 
zu erwerben und um die armen Aftervasallen auszuj)lùndern; ja sie 
\verden schliesslich so diekfiillig, dass, \veun sie nur Geld verdienen, 
sie sich aus der ùblen Nachrede nichts machen (67 — 77). An 
dicse negativen Vorschriften fùgt er sodann auch eiuige positive, 
indem er kurz auseinandersetzt , vie er denn nun eigentlich die 
Vornehmen uùnscht: danach sollen sie ein fùr die Ritter stets 
oílenes, gastfreies Haus haben; ohne Andcrn Unrecht zuzufùgen, 
sollen sie edel, hôflich, gewáhlt, frcigcbig und mildthatig sein, 
namentlich sollen sic auch ihn-n Sôldnern zu verdienen geben 
(78—88). 

Das Lied wird durch Papiol Herrn Ja und Nein, also dem 
Prinzen Rit:hard ùbersandt (93 — 9Ó). 

F.inige Male benutzt Bertran tlic sich ihm bietende Gelegen- 
heit, um seine Abneigung gegen gewissc Leute untl Stânde oHen 
und unverhohlen mitten in einem vtin einem ganz antleren Thema 
handelntlen Liede auszu.sprechen, und diese kurzen 1 lerzenscrgùsse 
SÌttd gerade zur Vervollstándigung des Bildes unseres Dichters be- 
soiulers geeignet. So \veiht er in dem Liede 37 nur die ersten 
drei Slrophen dem begeistertcn Lobe seiner Dame und lâhlt tlann 



Digitized by Google 



95 

in der vierten Strophe alle diejenigeii Leute auf, welche ihm he- 
sonders verhasst sind; es sind dies die knauscrigen Reichen, die 
Verhìumder, die Harlherzigen, die Undankbaren (34 — 39); sodann 
die Jager, \velche dic HahichtsU'ize veracliten, da diese gevvòhnlich 
auch mit dcin Kriege und mit der Liebe sich nicht hefassen 
(40 — 44). Dagegen ist nach seiner Meinung ein Maehtiger, \velcher 
sich durch Nichts vom Kricgc abbringen liisst, bis er sich Genug- 
thuung verschafît hat, mchr \vcrlh als Jagd und Beizc, denn da- 
durcb envirbt Jencr sich Kuhm (45 — 50). 

Auch in das Lied 5 endlich ist ein dcrartiger Idciner Lxcurs 
cingelegt. Nachdem dcr Dichter namlich versichert, dass Schlacht 
und Getùmmel scine einzige Lreude sei, eridàrt er, dass ihm 
zuwider seien die Taugenichtse, die feilen Dirnen, geizige VVirthe 
und knickerige Damen ; Jene sollte man hangcn und in Diese sollte 
Niemand sich verliehcn (25 — 32). 

Ehc \vir die Hctrachtung der Gediehte Hcrtrans de Horn he- 
schliessen, verdient noch erwàhnt zu uerden, dass in einigen Hand- 
schriften, nâmlich in lKd, \velche aus dcrsclben Quelle stammcn, 
und in T noch cin Licd unserera Dichter zugcschriehen \vird (II), 
\vclches nacli dcm Zeugniss dcr bcstcn Manuscripte, nàmlich A H D, 
von VVilhelm von Saint Gregori stammt, uàhrend von andcrn 
Handschriften wiederum andre Dichter, namlich Laufranc Cigala in 
Cc , Guilhcm Augier in M, Hlacasset in P U V als dic Verfasser 
gcnannt \verden. Dass dics Lind nicht von unserera Dichter 
stamint, scheint cin Mal aus dcm ehen vorgefúhrtcn Zcugniss der 
Handschriften , sodann aher auch aus der Strojdie sechs des Gc- 
dichtes selhst hcrvorzugchen , in \velcher cine Griilìn Hcatrix als 
Inbegritl allc r Tugcndcn und Schònheiten gefeicrt wird, cinc Dame, 
die sonst me in Hertrans Gedichten vorkommt und die auch unter 
dcncn, mit welchen cr je in Beruhrung gekommCQ, nicht genaimt 
wird. Dagegcn lasst cs sich leicht erklaren, \vie einzclnc Hand- 
í>chriften auf den Gedanken gekommen scin mogen, Hcrtran dc Born 
als den Verfasser hinzustellen. Das ganze Licd naralich athmet 
cinen so kriegerischen, kampfeslusligen Geist, dass raan wohl zu der 
Meinung gelangen konnte, da>s gcrade der kriegerischste aller 
Trouhadours, er, den die Franzosen \\ohl den Tyrtaeus des Mittel- 
alters genannt hahcn, der Dichtcr desselhcn ge\vescn scin miisse. 
Und zu dicser Ansicht konnte man um so ehcr Itommen, als, wie 
ich fast glauhen mòchtc, dcr \virkliche Vcrfasscr unsern Dichtcr 
sehr gut gckannt, ja sich direct durch ihn inspirirt hat. Dcnn cs 
lcônneu mehrcre Stcllen dcs in Rvúc stehenden Gedichtes aufgefúhrt 
\verdcn, die dcm Inhalte nach, ja einzelne sogar, die wòrtlich sich 
bei Hertran wicdcr tindcn. Ich habe bei Uelcgcuheit dcr Uiographic 
mchrfach auf diesc Stcllcn hingewicsen, kann daher jetzt mich wohl 
damit begnûgen, einfach darauf zu verwciscn. Dieselben linden 
Úch vornehralich in Lied 22, namcntlich Strophe 2 und 4; in 
Licd 23, Strophe 5 Uiid 6; iu Lied 5, Strophc 3; in Lied 25, 



96 



Strophc 2 u. s. w. In manchcn Fallen bezieht sich die Ueberein- 
stimraung sogar auch auf cicn Ausdruck, z. B. heisst es II, 35, 

don anaran a ratge cavalh, 
\velches fast wòrtlich stimmt mit 12, 13: 

a rage veirem anar destriers; 
ebenso erinnert II, 49 : 

vei los morlz que peìs costatz 

ant los tronchos ab los cendatz 
sehr an 25, 14 : 

veirem . . ỳer costatz e ỳer piechz manta ìansa. 
Ebenso II, 3 1 : 

òrans, elms de color, esculz iraucar e desgarnir veirem 
an 25, 10: 

veirem camps joncatz . . d'e/ms e d'esculz e de branz. 

Diese Stellen, die sich vermehren liessen, machen es wahr- 
scheinlich, dass der Verfasser von II den Stil, den Ausdruck und 
die Gedanken Bertrans direct und absichtlich nachgeahmt hat. 

Hiermit beschliessen wir unsere Angaben ùber das Leben und die 
\Verke Bcrtrans von Born. Wir scheiden von ihm mit dem Bewusst- 
sein, dass er doch ein wesentlich andercr Charakter war, als wie 
er gcwòhnlich hingestellt und geschildert wird. Kr war nicht der 
unversòhnliche Raufbold, der Krieg unter allen Umstiinden und 
Zerstòrung in allen Formen erstrebte und veranlasstè; er war 
nicht der unverbesserliche Kmpòrer, der zu jedem Aufuhr, jeder 
Auflehnung gegen den gesetztnâssigen Landesherrn unbedingt die 
Hand geboten hâtte. Zwar liebte er den Kampf ûber Alles, nicht 
aber um seiner selbst \villen, sondern als Bethatigung edler Ritter- 
lichkeit und selbstbewusster Manneskraft; zwar zog er die Knt- 
scheidung des Schwcrtes der der Verhandlungen vor, aber nur, 
wenn er seine Sache fûr einc gercchte hielt und nur, wenn die 
Nachgiebigkeit als Schwiiche ausgelegt werden konnte; zwar hat 
er sich an dem Aufstandc von 1 1 83 betheiligt, abcr, nachdem wir 
die damaligen Verh«ïltnisse uns klar gemacht haben, werden wir 
weit entfenit sein, ihn einen professionellen Kmpòrer zu nennen. 
\Vir erinnern uns, dass er in dem Streit zwisehen Richard und 
dessen Bruder Heinrich, der den Anlass zum Kriege gab, seiner 
ganzen Natur nach unmòglich mússiger Zuschauer bleiben konnte, 
dass er nothwendig Partei ergreifen musste, und wir haben gesehen, 
dass die von ihm getroftene \Vahl von seinem Standpunkte aus 
durchaus die natiirliche und richtige war. Dass er aber dem ein 
Mal ergriffenen Panier bis zuletzt treu blieb , dass er dem kònig- 
lichen Preundc bis an dessen Tod anhing, dass er die Sache, die 
er zu der seinen gemacht, bis zum letzten Blutstropfen vertheidigte, 
— dies wird doch Niemand ihm als Verbrechen auslegen wollen. 
(lewiss ist zuzugestehen, dass er sich schwere Verirrungcn hat zu 
Schulden kommen lassen; aber hî der damaligen politisch auf- 
gerogten Zeit war es einera so warmbliitigen Manne wie Bertran 
gewiss nicht so leicht wie heute uns, den schmalen Pfad der Pilicht 



< 



Digitized by Google 



97 

• 

inmitten des Sturmes und des Dranges der Leidenschaften heraus- 
zufinden. Vergessen wir nicht, dass auch im Frùhsomnier 1 183 
nach der Meinung der Harone, und ausgesprochener Massen auch 
nach der unscres Dichters, es sich nicht um eine Revolte gegen 
den Landesherrn , sondern um einen Zwist der drei Brûder han- 
delte; vergessen wir nicht, dass Hertran zwar unbedenklich und 
energisch am Kriege Theil nahm, aber zu gleicher Zeit ausdrùclt- 
lich erklârte, alle drei Prinzen, also auch sein Freund Heinrich, 
hàtten sich schmâhlich an ihrem Vater versûndigt; vergessen wir 
endlich nicht, dass sogar der englischc Kònig, als er den ge- 
demûthigten Dichter im Staube vor sich knien sah, die grosse 
Liebe seines Sohnes zu Bertran als einen genùgenden Entschul- 
digungsgrund fûr die IIandlungsweise des Letzteren ansah und ihm 
trotz seines tiefen Schmerzes verzieh. Gewiss, der Dichter hat 
gefehlt, schwer gefehlt, nicht aber aus Schlechtigkeit, sondern aus 
den edelsten Motivcn, aus zu weit getriebener Freundesliebc. 

Aber abgesehen von diesem einen Fallc, in welchcm auch eine 
minder erregbarc Natur wohl schwerlich sogleich das Richtige gefunden 
haben wùrde, ist Bertrans politische Handlungsweise fast durch- 
gàngig correct gewesen. Unl>edenklich und rûckhaltlos trat er auf 
die Seite des rechtmàssigen Herm, sobald die unruhigen Barone 
Miene machten, sich aufzulehnen. In den unablàssigen Kàmpfen 
mit den Franzosen hielt er unentwegt mit Wort und That zur 
Sache seines Kònigs; seine Freundschaft mit Richard ist nie wieder 
ernstlich getrûbt worden ; denn, wenn er auch mit der ihm eigenen 
Offenheit diesem scine Fehler und Missgrifte in freimùthigster VVcise 
vorrùcktc, so dachte cr doch nie daran, sich activ ihm gegenûber- 
zustellen, ja, als die Barone sich nicht entblòdeten, die Abwesenheit 
dcs I/>wcn zu benutzen, um ungestòrt ihre unlautem Zwecke zu ver- 
folgen, da war es unser Hertran, welcher in tiefster Indignation sich 
zum begeisterten Anwalt des Abwesenden machte, der jene unedlc, 
feige Handlungsweise auf das Energischste brandmarktc und der 
den schnòden Friedcnsbrechern kúhn die Maske vom Gesichte riss. 

Diesen politischen Anschauungen enLsprachen auch seine so- 
cialen. Er war Aristokrat durch und durch. VVas nicht von edler 
Herkunft war, schien ihm nicht der Heachtung werth, die Parvenus 
waren ihm in der Seele verhasst. Aber dies Vorurtheil verliert 
viel von seiner scheinbaren Einseitigkeit, wenn raan erfàhrt, welchc 
Anforderungen er auch an eincn Mann von Stande stellt Nicht 
<lie vomehrae Gcburt allein genûgt, um Anspruch auf Achtung und 
Ehre zu haben, cs mùssen vor allem edle Thaten, ritterliche Tugen- 
den hinzukommen. Unbarmherzig geisselt er die aristokratischen 
Faullenzer, Schlemmcr, Verschwender, und tadelt scharf andre Aus- 
wùchse, die er an der vornehmen Gescllschaft seiner Zeit nur allzu 
reichlich bemerkte. Nur wer mit Erfolg bestrebt ist, sich die Vor- 
zùge des Kòrpers und des Geistes anzueignen, nur wcr der 
Gesetze feiner Sitte und hòfischen Henehmens sich befleissigt, nur 
der verdient in VVahrhcit den Namen eines Edelmannes. 

7 



Digitized by Google 



9 8 



Auf die Geistlichkcit \var Bertran nicht besondcrs gut zu sprechcn, 
und die Fròramelei war ihm, wie cr ausdrúcklich erklârt, zmvider. 
Den zarten Gcfùhlen war er, ebenso wic dcn heftigen und 
Uriegerischen , wohl zugiinglieh, und einige Stellen sciner Lieder 
schcinen zu verrathen, dass er auch in dieser Beziehung vielleicht 
wârmer und lebhafter empfand, als die conventionelle Sitte damaliger 
Zeit eigentlich verlangte oder selbst gestattete. 

Seine Sprache ist meist markig, drastLsch und originell, selbst 
seinen Canzonen weiss er ein Gepriige aufzudriicken , \velches die- 
selben von dem gewohnliehen Typus deutlich unterscheidet , seine 
Bilder und Vergleiche sind zahlreich und fast imracr gut gewahlt. 
Die pathetische Ausdrucksweise venvendet er im Ganzen seltener, 
am licbsten ist ihm die satirische, und mit ofíenbarem Hochgenuss 
schwingt er die Geissel seines Spottes und theilt uach allen Seiten 
an Freunde und Feinde seine \vuchtigen Hiebe aus. Meist trâgt 
dieser Spott den Charakter des atzenden Giftes, namentlich iraraer, 
sobald es sich ura wichtige, ihn tief bewegende Fragen handelL 
Dies schliesst jedoch nicht aus, dass er auch raanchraal ein hann- 
loseres Aeussere zeigt, sobald der Gegenstand dies gcstattet. So 
scheint mir unser Dichter in den an Folheta und Mailolin gerich- 
teten Liedern fast in das Gebiet des Humors zu streifcn, wenn er, 
augenscheinlich mit viel Behagen, die ergotzliehen Portraits der 
unglùcklichen Bittsteller rait grellen Farben uns vorraalt. Kurz 
innerhalb der so typisehen, eng abgegrenzten provenzalischen Lyrik 
hat Bertran de Bom es verstanden, seinen eigenartigen Charakter 
allseitig zur Geltung und zum Ausdruck zu bringen. 

So steht also der Dichter vor uns als einc durch und durch 
noblc und gross angclegtc Natur, kleinlichen und engherzigen F.r- 
wâgungen nicht zuganglich, sondern fast immer aus edlen Impulsen 
handelnd, schncll in seinen Entschliessungen, energisch in der Durch- 
fûhrung seincr Plàne, warm in seiner Freundschaft, unerbittlicli in 
seinem Hass, von Liebe zu seincm Fùrsten und seinem Vaterlande 
crfûllt und zu Opfern fúr dieselben stcts bereit, von dcn Vorzùgen 
seines Standes fest ûberzeugt, aber auch hohe Anforderungen an 
dic Mitglieder dessclben stellend, als Dichter vcrschicdenartigen 
Empfindungen zuganglich und \vohl im Standc, densellxm cincn 
angemessenen Ausdruck zu leihen, begabt mit einer lebhaften Phan- 
tasie so wie mit einer drastischen und origincllen Sj>rache — das 
ist in kurzen Zûgen das Bild, unter \vclchem Bertran dc Born in 
der Nachwelt fortleben wird •). 

') Bei dicscr Gelcccnheit will ich kurz cnrâhncn, dass im Jahrc 1873 
ein danischcr Dichtcr, Ernst von dcr Reckc, cin Stiick hcrausgcgcl>cn hat, das 
den Titcl fîihrt „ Bcrtran de Born , /yrisk Jrama i tre acter", dcsscn Hcld 
aber unscrm Dichtcr kaum mchr als in dem Namcn glcicht, und das in Bc/.ur 
auf die vorgeíûhrtcn Ercignisse ebcnso wenig dcr historischcn Wirklichkcit 
cntspricht wie in Bczug auf den Charakter des Hcldcn. 



Metrik. 



Uebcr provenzalisehe Metrik ist bereits so viel geschrieben 
worden ') , dass ich glaube, mich in Hezug auf diesen l'unkt mbg- 
lichst kurz fassen zu konnen. Bertrans hauptsitchlichstc Bedeutung 
liegt in Beinen Streitgediehten , sodass er in der provenzalischen 
Litteratur unter den Verfassern politischer Sirventese bei VVeitem 
den ersten Rang einnimmt. In der That gchort die grosse Mehr- 
zahl seiner Lieder dieser Dichtgattung an, indem nur sechs unter 
ihnen, namlich I, 9, 10, 12, 15 und IQ den Canzonen zugerechnet 
\verden kònnen. Einzelne seiner (ìedichte, \vie 37, 38 beginnen 
wie Liebeslieder, breehen dann aber von diesem Gegenstande ab 
untl behandcln bis zum Schhiss einen andern. Unter den Sirven- 
tesen befinden sich z\vei Kreuzlieder (4 und 30) , \vahrend zwei 
andre (26 und 41) sogenannte ..Planhs'* sind, da sie den Tod des 
jungen Konigs beklagen. 

VVas die von uuserm Dichter vcnvandtcn Vcrsc iHUrifft, so 
sind dieselben reeht mannichfaltig; so lH i merkt man Zehnsilbler 
mit mannlichem Schluss in den Liedern: I, 4, 5, 6, 7, 10, 15, 17, 

18, 19, 25, 26, 29, 30, 3 1 , 33, 34, 40, 41, 42, 43; mit weiblichem 
Schluss in 1, 7, 13, 19, 25, 26, 29, 30, 31, 33, 43. Sehr beliebt 
sind auch Verse von acht Silben, die sich in 2, 5, 10, 11, 14, 16, 
20, 22, 23, 24, 32, 35, 37, 44, 45 finden; doch braucht er nur etn 
Mal, in Lied 37, diesen Vers mit \veihlichem Schluss. Unter den 
Siebensilblem sind ausnahms\veise die in der Mehrzahl, díe noch eine 
unbctonte SìIIhî anhangen, \vie in 2,3,4, 9» I2 « *4i '6, 17, 18, 
22, 24, 27, 28, 35, 3Ó, 38, 44; \vahrend solche mit mannlichcni 
Ausgang sich in folgenden Cledichtcn zeigcn 2, 3, 8, 9, 12, 18, 

19, 26, 27, 28, 36, 38. Kùrzere Verse als die elxm envahnten 
sind im Ganzen seltener; so kommen mânnlichc Sechssilbler in 13 
und 21; mánnliche Ffinfeilbler in 3, 18, 20, 2ó; weibliche Fùnf- 
silbler in 12 und 26 vor. Die vi«*r- und dreisilbigen Verse dulden 
Ihíì lîertran nicht das Ilinzutreten einer unbetonten Silbe, jene finden 
sich in II, 13, 21, 32, diese in 3, 9, 12 venvandt. 



') Ausscr dcn grosscren Arbcitcn von Diez, I'ocsie der Troubadours, 
und Bartsch in Ebcrts Jahrbuch I, 171 sq., so wie in l'fciflcrs Gcnuania II, 
274 sq. fínden sich mehr oder minder langc mctrischc Abhandlungcn in fast 
allcn bisher erschienenen Ausgaben cinrelner Troubadours. 

7* 



IOO 



Auch in Bezug auf den Strophenbau variirt Bertran betrâcht- 
lich, zunâchst in Bezug auf die Lânge; so braucht er in Lied 21 
Strophen zu 15 Zeilen, in 26 solche zu 14, in 9 solche zu 12, in 
37 und 38 solche zu II, in den Liedern 3, 10, 12 vvelche zu 10, 
in 30, 32, 43 Strophen zu 9, in Lied 14, 15, 23 solche zu 6 Zeilen. 
Die Mehrzahl der Gedichte \veist sieben- oder achtzeilige Strophen 
auf, erstere nàmlich die Nummcrn 1, 2, 4, 11, 16, 17, 24, 31, 36, 
40, 44, wâhrend bei allen noch ûbrigcn Gedichten immer je acht 
Versc zusammen gruppirt sind. 

Noch gròsser gestaltet sich die Verschiedenheit, wenn man dic 
Arten der Verse innerhalb der einzelnen Strophen ins Auge fasst 
Ganz aus mánnlichen Zehnsilblern bestehen die Lieder: 6, 15, 34, 
40, 41, 42, wâhrend 1, 4, 7, 25, 29, 30, 31, 33, 43 eine Mischung 
von mânnlichen und weiblichen Zehnsilblern zeigen; auch Acht- 
silbler lcommen allein nur in 23 und 45 vor, in allen andern Ge- 
dichten Combinationen und zwar solche von zwei Arten von Versen, 
námlich von 10 und 8 ') in No. 5; von 10 und 7», in No. 17; von 
8 und 8*, in No. 37; von 8 und J v, in No. 14, 16, 22, 24, 35, 
44; von 8 und 5 in No. 20; von 8 und 4 in No. 11 und 32; 
von 7 und 7^ in No. 8, 27, 28, 36, 38; von 6 und 4 in No. 21. 
In folgenden Liedern kommen noch mannichfaltigcre Mischungen 
vor; so erscheinen Verbindungen von 10 und 10 ^ und 7 in No. 19; 
von 10 und 8 ^ und 8 in No. 10; von 10 und 6 und 4 in No. 13; 
von 8 und 7 und 7 v in No. 2 ; von 7 und 7 ^ und 3 in No. 9 ; 
von 7 und 6 und 60 in No. 39. Einige Strophen endlich bcstehen 
aus vier Arten von Versen; so Lied 26 aus 10, 10 w , 5, 5 „; Lied 18 
aus 10, 7, 7 i>, 5; Lied 3 aus 7, 7 v , 5, 3; Lied 12 endlich aus 
7» 7 5> 3« Aber selbst die Slrophen, welche dieselben Arten von 
Versen aufweisen, sind kcincswegs iramcr untcr einandcr glcich 
gebaut; vielraehr unterscheiden sie sich fast durclnveg von cinandcr 
durch abweichende Anordnung dcr vcrschicdcnen Artcn von Versen, 
so wie durch andre Reirae, so dass man zugcstchen muss, dass 
Bcrtran, ohnc in das Uebermass und dic Manierirtheit der spâtern 
Pcriodcn zu verfallen, auch in Bezug auf die metri.sche Forra grosses 
Geschick und ùberraschende Gewandtheit zeigt. In der That sind 
auch mehrere von seinen besonders hervorstechenden Strophcn- 
formen von andern Dichtern nachgcahmt wordcn. Um einige Bei- 
spiele anzufùhren, so stimmt Guiraut de Born. 69 ganz mit No. 1 3 (hicr 
kann dic Prioritât unscres Dichtcrs zwcifclhaft scin) ; Peire Card. 40 
mit No. 20; Pcirc Card. 2 mit No. 26; P. R. de Tol. 9 mit dem- 
selbcn Gedicht; Arn. Dan. 17 mit No. 29 ctc. 

Die Casur untcrliegt nur bei den zehnsilbigen Vcrsen einer 
strengen Regelung. Wàhrend sie nàmlich l)ei den Achtsilblcrn 
nach Belieben in der Mitte des Vcrses eintreten oder fchlen kann, 
fàllt sie bei jenen dcr Rcgcl nach immcr hintcr dic vicrtc Silbc. 



') Die Zifíern bezcichncn dic Zahl dcr Silbcn in jcdcm Vcrse, cin hin- 
zugefïïgtes w bedeutet, dass dcr Vcrs wciblich schlicsst. 



Digitized by GoOQ 



IOI 



Folgt der so betonten viertcn Silbe noch eine unbetontc vor dern 
Einschnitt, so haben wir eine weibliche Casur; ist die vierte Silbe 
sclbst aber unbetont, so dass der Ton auf die dritte Silbe fallen 
muss, so hat>en wir die lyrische Casur; jene findet sich: 5, 31; 
7, 44; 15, n; 19, 29; 29, 24; 31, 7; 34, 43; diese I, 4; 4, 25, 
42, 50; 5. 30; 7. 7. *>» 10, 12, 14, 16, 17, 18, 22, 26, 28, 32, 
34; 15, 6, 18, 20, 21, 27, 35, 40, 51; 19, 7, 27, 35; 25, 8, 13; 
26, 16, 17; 29, 3; 30, 1, 3, 4, 6, 21; 31, 14, 16, 26; 33,2,44; 
34, 10, 17, 21, 48, 53, 60; 40, 11, 13, 17, 20, 21, 24, 28; 41. 
2 S> 42, 3. 7. 9« « 8 > 20, 21, 24, 26; 43, 13. 

Ausnahmsweise tritt in dern Zehnsilbler die Câsur erst nach 
der sechsten" Silbe ein, z. B.: 6, 17; 34, 1; ja in raanchen Vcrsen 
ist die Pause ûl>erhaupt nicht deutlich markirt z. B. : Fu/hela, vos 
mi prejatz qtte ieu chan 17, 1; dels homes quel nos a trailz d'etttre/s 
«w* 33. 32. 

YVenn in der Mitte des Vcrses ein auslautender und ein an- 
lautender Vocal zusammentreffen wûrden, so wird der erste meist 
entfemt und zwar entweder vòllig elidirt, wie I, 5, 9; 4, 12, 18, 
22 î 5» 3't 35» °> 3°» 44» 4° l * tc -» °der aber durch die Synalòphe 
wenigstens íùr das Ohr entfernt, so: 2, 6, 13, 36; 3, 9, 15, 18, 
34» 35» 4"î 5» 29, 31; 6, 33; 7, 13, 29, 35; 10, 5, 14; n, 41; 
12, 8, 18, 57; 13, 2, 3, 10, 12, 19, 28, 29; etc. 

Aber es ist hervorzuheben, dass Bertran ebenso wenig wic 
irgend ein andrer provenzalischer Dichter den Hiatus prinzipiell 
venneidet, Derselbe findet sich vìelmehr in grosser Zahl, nicht 
nur, wenn der crste der beiden Vocale nicht elidirbar ist, z. B. qui 
a 1, b; m' anc 2, 22; ni ab 2, 25; vi a und ni a 2, 26; m' hom 

2, 47; ni assais 2, 58; so a enquest 3, 4; autrui enfans 3, 8; ieu o 

3, 19 ; ctti es 3, 21; c Arans 3, 28; noi a 3, 44 etc, sondern auch, 
wenn derselbe aus der Endsilbe a oder e besteht. Manchmal wird 
dies c oder a durch den Versrythmus gestùtzt, indem dcr Ton 
darauf fallt, z. B.: /a e/es/a 2, 2; me a 2, 7; ara entendatz 4, 16; 
home cstort 6, 23; gola e 9, 46; pattbre e IO, 44; Vmtirt azir II, 
23; qttc ab 11, 28 etc; doch findet sich der Hiatus auch ohne 
diesen Krkliirungsgrund : domna esscr I, 7; gtterra e 2, 40; 3, 39; 
quc aribaran 5, 2; que attiramcn 6, 24; voula e 7, 30; aizc ab 8, 5; 
Po/ha c 8, 53; dona e 10, 24; qttc amors 10, 52; etc 

\Vas nun den Reim und die Al li ttcration betrifft, so werde 
ich die hierhin gehòrigen lH*rai'rkenswerthen Erscheinungen und 
Unregelraassigkeiten in den Anraerkungen besprechen. Ich hebe lùer 
nur hervor, dass Bertran der Regel nach das Gesetz der Durchreimung 
befolgt, d. h. dass er in allcn Strophen an den entsprechenden 
Stellen die gleichen Reimc zeigt. Abweichungen sind jedoch nicht 
selten ; so zeigen in 7 zwar dic letzten vicr Zeilen den gleichen Reim 
durch das ganze Gedicht, in der crsten Hàlfte gleiclien sich in 
dicser Bezichung jedocli nur Strophe 1, 4, 5 ; Strophe 2 und 3 weichen 
von diesen ab und stimmen nicht ein Mal untereinander vôllig, 



102 



indcra jenes die Reime: aja — a — aja — a, dieses die Reime: 
atge — a — aíge — a zeigt. 

ln Lied g habcn cinerseits Strophe i und 2 , andrerseits 
Strophe 3, 4, 5 glcichc Rcimc. Licd 14 bcsteht aus 14 Strophen, 
\velche sànimtlich in ihrer crsten, z\vcitcn, viertcn und fùnften Zeile 
dcn Rcim ,*it" brauchcn. In Rezug auf die \veiblichen Reime der 
drittcn und scchsten Zeile stimmcn mitcinander Strophe I — IV 
(erna), Strophe V — VIII (ia), endlich Strophe IX — XII (anha). In 
No. 27 und 37 Uoramen in jcdcr Strophe nur z\vei Reime vor, ein 
mànnlicher, der durch das ganze Gedicht derselbe ist (ar resp. or) 
und ein \veiblieher, dcr in allen Strophen variirt. Lied 45 ist ganz 
durchgereimt mit Ausnahme der fûnften und scchsten Zeile, die 
nur in je z\vei Strophen imraer den gleichen Reim haben. Gar 
lccinc Uebercinstimmung zwischen den einzelnen Strophen in Bezug 
auf den Reira findet in dera Gedichte 21 Statt; in No. 33 be- 
schrânlít sich dic ganze Uebcreinstimmung darauf, dass Strophe I 
und 2 einer-, so \vie Strophe 3 und 4 andr^rseits gleich reimen, 
wâhrend die lctztc Strophe auch hicrin sclbstandig ist. Kine einiger- 
masscn kùnstlichc Rcimvcrschlingung findct nur im zehnten Licde 
Statt, wclche folgende Formel crgiebt: in Strophe I : abbaabcvbc^b; 
Strophe 2: bddbl)dcv,dcv,d; in Strophe 3: daaddac^acv.a, 
worauf die vierte und letzte Strophe \viederum mit der ersten ùber- 
einstimmt. 

Das Geleit stimmt bei Bertran, wie es die provenzalische 
Metrik erfordert, in Bczug auf dcn Reim gewòhnlich mit den cnt- 
sprcchcnden lctzten Versen der ûbrigcn Strophen, oder, wo nicht 
Durchreimung Statt findet, mit denen der letzten Strophe ûberein. 
Beraerkenswerth ist in dieser Beziehung nur No. 30, \vo das Geleit, 
das vier Reime hat, sich nicht nach den letzten, sondern nach 
dcn ersten vier Zeilen der ûbrigen Strophen richtet. 

Endlich vcrdiencn bei Bcrtran noch die sogenannten R c f r a i n - 
wòrter hcrvorgehoben zu \verdcn, d. h. Wórter, welche sich durch 
das ganzc Gedicht hindurch in cinera bestimmten Reime jeder 
Strophc finden und welche meist eine fûr das betreffende Gedicht 
hervorstechende Bedeutung haben, ge\vissermassen den Grund- 
gedanken desselben bezeichnen. Diese Refrainwòrter finden sich 
auch bei andem Dichtern nicht scltcn. Einige Beispicle hat Paul 
Heyse in seiner Dissertation „Studia Romatunsia" Berlin, pag. 11 
gesamraclt. Einige andre raògen hier Platz finden. So bildet das 
Wort „Matapìana" das vierte Reitmvort jeder Strophe in einem 
Klageliede auf den Tod des Markgrafen von Mataplana bei G. 
de Berg. 9; die Worte „do/ e pena" stehen bei G. de Born. 26, 8; 
16 etc. in eincm Gedichte, welches die Schlechtigkeit der Welt 
bedauert. Im drittcn Liede Peire Vidals bildcn ,guisa" und ,gaja" 
den zweitcn und vierten Reim jeder Strophe; in dem fûnfund- 
zwanzigstcn dcssclbcn Dichtcrs „na Vierna" den achten Reira. 
Weitere Refraimvorter sind „cora!ge" Gauc. Faid. 34, 10; 23 ctc; 
,<aon" F. dc Mars. 9, 5; 12 ctc; „cosselh" R. de Vaq. 2, 3; 11 etc; 



Digitized by Google 



io3 

,jt'Enric" Paulet dc Mars. I, 6; 12 etc. in einem Gedichte, welches 
bei Gelegenheit der Gefangennahme des Prinzen Heinrich von 
Castilien verfasst wurde; ìt dobla" und ,jobla" bilden Reim I und 3 
aller Strophen bei Raimon Gaucclm 5; „ totz temỳs" und „essems" 
erscheinen als je achter und neunter Reira bei Aim. de Peg. in 
Lied 30, das gleichzeitig denTod Azzos VI. von Este und den des 
Honifazius von San Bonifazio beklagt ; „Narbona" in dem Planh auf 
den Tod des Vizgrafen Amalric von Narbonne G. Riq. 63, 5; 
13 etc. Das Wort ,gucrra" bildet dcn siebenten und letzten Reim 
jeder Strophe bei G. Riq. 81 u. s. w. In derselben Weise fìnden 
sich bei Bertran folgende Beispiele: ,gcnta" 2, 4; 11 etc., sodann 
„marriment", „joven rei engles" und „ira" als Reim 1, 5, 8 in allen 
Strophen von No. 4 1 , dem Klagelied auf den Tod des jungen 
Kônigs. 



Biographie nach ÁBFJE (I). 

Bertrans dt: Born si fo us eastellans de l'evescat Peiregors, 
senher d'un castel que avia nom Autafort. Totz temps ac 
gerra ab totz los sieus vezins: ab lo comte de Peiregors et ab 
lo vescomte de Lemoges et ab son fraire Constantin et ab 
5 Ricbart tant cant fo coms dc Peitieus. Hons cavalliers fo e 
bons gerriers e bons dompnejaire e l>ons trobaire e savis e 
ben parlans e satip tractar mals e b<*ns, et era senber totas vetz 
cpian se volia del rei Henrie d'Englaterra e del filh de lui. 
Mas totz temps volia qu'il agesson gerra ensems, lo paire el 

10 fìlhs elh fraire, l'uns ab l'autre, e totz temps volc quel reis de 
Franssa el reis d'Englaterra agesson gerra enseras. E s'il avion 
patz ni treva, ades se penava eis percassava ab sos siventes de 
desfar la patz e de raostrar cum chascus era desonratz en la 
patz, e si n'ac de grans bens e de grans mals [de so qu'el 

15 mesclct mal entre lor. 

E fetz mains bons sirventes, delscals son gran ren aissi 
escriut segon quc vos podetz vezer et cntendre.] 

I. uns B. un J K. — everqat F J K. — peireguors K. peregors F. 
pcircgos A B. — 2. qui F. — aulrafort J. — et ac lotz temps A. — 3. ab] 
con F J K. — los sicus] lo scus F. sos A. — ucsis F. — ab] cum F. com J K. 

pcircguors K. percgor F. peircgos A. — ab] cum F. com J K. — 4. le 
F. — lemotgas A B. — ab] cum F. com J K. — constanti J. — ab] ab cn 
B. cum F. con J K. — 5. richarU J K. - peiteus B. piteus F. — 6. guirriers 
F. guerrcrs J K. — 7. e] fchlt J. — saup] saup hen F ] K. — bens e mals 
A. — et] fehlt F J K. — scigncr era F J K. — 8. enric J K. — d'Englaterra 
fchlt F J K. — tils J K. — 9. qe ill F J K. — 10. elh] el J K. — ab] con 
J K. c F. — volc] uolia A. fehít F. — qucl] qc lo FJ K. — II. franssa F J K. — 
ell ela F. — dengleterra J K. henrics dangelterra F. — quil agcsson gerra lo 
reis de franssa cl rcis denglaterra A. — agron F. aguen J K. — 12. trega F. 
— cs pcrcassava] fehlt J K. — ab] cum F. con J K. — 13. desfar la patz] 
far J K. — dc mostrar] demostrava B. — la] aquclla J K. — 14. n'ac] nac 
el A. — mals] allcs Folgcndc fchlt in F J K. — dc so] daisso B. — 
qu'el] qez el A. — 15. mal] fchlt B. — 16. E] c si cn B. — son — entendrc] 
cn a aissi plusors escritz B. 



■ 



Digitized by Google 



>05 

Biographie naoh £ (II). 

Bertrans de Born si fo de Lemozi, vescoras d'Autafort, quei 
avia prop de mil homes. Kt avia fraires e cujavals dezeretar, 
si no fos lo reis d'Anclaterra. Molt fo bons trobaire de sir- 
ventes ct anc no fes chansons fors doas. El reis d'Arago donet 
5 per mtlhors las chansons d'en Guiraut de Bornelh a sos sir- 
ventes. Kt aqtiel que cantava per el avia nom Papiols. Kt era 
azautz hom e cortes. K clamava,, Rassa" lo comte de Bretanha 
e lo rei d'Anelaterra „Oc e No" el rei jove, son filh, ..Marinier". 
Kt avia aital uzatge c'ades fazia mesclar gucrra entrels baros e 

10 fes meselar lo pair el filh d'Anclaterra tant entroî joves reis fo 
mortz d'un cairel en un castel de Bertran de Born. K Bertrans 
de Born sis vanava qu'el ctijava tan valer que ja no cujava que 
totz sos sens l'agues mestier. K pueis lo reis lo pres, e quant 
l'ac pres, el li tlis: „Bcrtrans, atiraus encara mestier totz vostre 

15 sens?" Kt el respos t|u'el avia tot son scn perdut, quan lo 
reis joves morit. Adonx si ploret lo reis de son fìlh e perdonet 
li el vestit elh det terras et honors. K visquet longuamen el 
segle e pueis rendet se al orde dc Sistel. Kt aqui trobares de 
sos sirventes. 



I. Bertran E. — 3. bon trobador E. - 5. mclhors] moiller E. — 
6. papiol E. — 10. iouc rci E. — 11. c hcrtran E. — 14. hcrlran E. — 
16. lo rei E. — 18. scjjlc E. 



Ausser diesen heidcn speziellen Biographien befinden sich in 
den Handschriften F J K noch zu mehreren vtm Bertrans Gedichten 
besodcre provenzalisehe Krklarungen , (tiie zu No. 8 nur in K) 
welche hier in derselben Reihenfolge, wie spáter dic entsprechen- 
den Gedichte, abgedruckt werden. 

Zu 1 und 15. 

Bertrans de Born si era drutz de ma domna Maenz de 
Montanhac, de la molher de Talairan, que era aitals domna 
com vos ai dich en la razon del sirventes de „la domna 
soiseubuda". K si com eu vos dis, elal parti de si e det li 
5 comjat et encusava lo de ma domna Guisearda, de la molher 
del vcscomte de Combtirn, d'una valen domna, que fon de 
Bergonha, sor d'en Guiscart de Beljoc. Avinens dorana et 
ensenhatla era, coraplida de totas beutatz. Si la lauzava hom 
fort en coratan et en chantan. Bertrans, enans qu'el la vis, 
10 era sos amics per lo ben qu'el auzi d'ella, et enans qu'ella fos 



1. maeutz J K. — 2. montaaignac J. — tallairan J K. talaran E. — 
qcra F. — 3. com eu uos F. — dich J K. tlitz F. — dcl sirventes fehlt J K. — 
4. seuseubuda F. — ellal F. — si] sc F. — 5. cncuscl F. — 7. sor] soror 
F. — d'en ]de F. — auincn F. — 8. era, complitla] e bclla F. — hom] fehlt 
F J K. — 9. et en] e F. — qu'cl] qe F. — uijs F. — 10. auzi] dizia J K. — 



io6 



venguda amairilz al vescomte de Coraborn, c pcr l'alegrcssa 
qu'el ac de la soa venguda si fetz aquestas coblas quc dizion: 
A! Lcraozis etc. (No. i). 

E pcr aquesta domna Guiscarda sil parti de si ma domna 
1 5 Maenz, qu'ella crezia qu'el li volgues melhs que ad ella, e qu'ella 
li fezes amor. — E pcr aquest departimen el fetz „la domna 
soiseubuda" el sirventes que diu: „Eu m'escondisc, domna, que 
mal non mier." 



ii. a marit F. amarít K. amarrit J. — uescotc F. — conborn F. — alc- 
gTcssa J K. lalcgrcsa F. — 12. la] lc F. — dizion] dizon F. — 14. sil] 
sij. — dc] da F. — si] si et F. — 15. maeuz J K. — quclaj. — 16. el] et 
aqest F. — 17. que ditz ctc.] fehlt F. — mescondic J K. 

Zu 2. 

Quant en Bertrans ac faich lo sirventes que ditz: „Pois als 
baros enoja e lor pesa" et ac dich al rei Felip com perdia de 
cinc ducatz los tres e de Giort la renda el perchatz, e com 
Caercins remania en guerra et en barata e la terra d'Engol- 
5 mesa, e com Frances e Bergonhon avian cambjat honor per 
cobczcsa, e com lo reis Felips avia anat plaidejan sobre la 
riba de l'aiga, e com el non avia volguda la patz, cant fon 
desarmatz e, si tost com el fon arraatz, perdet per viutat l'ar- 
dimen e la forza, e que mal scmblava del cor Enric, l'oncle dc 

10 Raols del Cambrais, que desarmatz volc que la patz si fezes de 
Raols, son nebot, ab los quatre filhs n'Albert e, depois que fon 
armatz, non volc patz ni concordi, e com totz reis era aunitz 
e dcsonratz, pois comensava guerrejar ad autre rei per terra 
qu'aqucl reis li tolgues, cant el fazia patz ni treva, tro la 

15 demanda quelh fazia agues conquista e recobrat so que fos 
dreitz e rasos, don li autre rei lo tenon desiritat, e per far 
vergonha als Campanes dels esterlins que foron semcnat entre 
lor, per so que ilh volguesson tornar a la guerra: tuit li baron 
de Peitieu e de Lemozin en foron molt alegre, que molt erent 

20 trist de la patz, per so que meins n'eron onrat e car tengut 
per amdos los reis. Lo reis Richartz si carguet molt d'orgolh 
d'aqucsta patz e comenset for tortz e desmesuras en las terras 



I. Quant en] a F. — que ditz fehlt F. — pos F. — 2. phelip F. — 
3. cincs F. — giortz J K. — percatz F. — 4. caersins F. — dangolerma 
J K. — 5. con F. — frances FJK. — borgognon F. — cambiada F. — 
6. cobcza J K. — phelips F. — plaideiar F. — 7. fon] era F. — 8. sil 
tan F. — el fehlt F. — el perdet F. — per viutat] la uertut F. — 9. quej 
quel F. — dcl cor] lo cont F. — Henric F. — de] den F. — 10. del fchlt F. — 
canbrais F. — qui F. — de] den F. — 11. ab] com F. — quatres F. — 
despois F. — 13. pos comcnsa F. — guerrejar fehlt F J K. — 14. qc 
aqel F. — torgues F. — quant] car J. — 15. que fos] ques sos F. — 
16. lautre F. — descretat F. — 17. qi F. — 18. uolgueson J K. — 
19. Peitieus J K. piteu F. — eran F. — 20. tristz J. — patz] pas j. — 
qar menz F. — 21. carguet] creisset F. — 22. las] la J K. — 



zed by Google 



loy 



del rei dc Fransa que marcavon ab las terras d'en Richart. El 
reis Felips venia a reclam ad aicels que avian faita la patz 

25 entre lor dos, e'n Richartz no volia pcr lor tort ni dreg far, 
don fon ordenatz per lor uns parlamens, on foron ensems en 
la marcha de Torena e de Beiriu. El reis Felips si fetz mains 
reclams d'en Richart, don amdui vengrou a grans paraulas et 
a malas, si qu'cn Richartz lo desmenti el clamet vil recrezen. 

30 E sis dcsfïcron e sis partiron mal. E cant Bertrans dc Born 
auzi que il eront mal partit, si fo molt alegres. Et aisso fon 
el temps al comensament d'estiu, don Bcrtrans fetz aquest sir- 
ventes que vos aras auziretz: „A1 doutz nou termini blanc del 
pascor vei la elesta." Et cn aquel sirventes el poins fort lo rei 

35 Felip qu'el degues comensar la guerra ab lo rei Richart a fuoc 
et a sanc, e dis quel reis Felips volia mais patz c'uns morgues 
e'n Richartz, ab cui el s'apellava „Oc e Non", volia mais guerra 
que negus dels Algais, qu'eron quatre fraire gran raubador e 
raubaven e menaven ben ab lor mil raubadors a caval e ben 

40 doa railia a pe e no vivion d'autra renda ni d'autre perchatz. 

23. ab] com F. — 24. phelips F. — ad aiccls fchlt F. — qui F. — 25. tortz 
J. — 26. forn ensemble F. — 27. torene F. — briu F. — phclips F. — 
mantz F. — et a] et as J. fehlt F. — 29. richart J K. — e lo clama uil e 
recrczenz F. — 30. si se F. — desfizeron F. — si se F. — 31. si] so 
J K. — fon] si fez F. — 32. coroensar destat F. — si fetz F. — 33. nou] 
fehlt J K. — del pascor ucz la estat J K. fehlt F. — 34. poins] pois J. — 
35. phclip F. — ab] com F. - 36. et a] et F. — phelips F. — mongucs 
F. — 37. e*n] e F. — richart J K. — com F. — el fehlt F. — Non] no 
F. — volia fehlt J. — 38. raubador J K. — 39. raubaven] prezador F. — 
ab] con F. — mils F. — 40. doze mils F. — percatz F. 

Zu 8. 

Quant Richartz ac faita Ia patz ab en Bertran de Born elh 
ac rendut son castel Autafort, el se croset, lo reis Richartz, e 
passet oltra mar. E'n Bertrans remas guerrejan ab n'Aimar, 
lo vescomte de Lemogcs et ab lo comte de Peiregors et ab 
5 totz los autrcs baros de viron. si com avetz entendut, quan 
Richartz s'en tornava, el fo pres en Alemanha e si estet en 
preison dos ans e si se rezemet per aver. E quan Bertrans 
de Born saup quel reis devia eissir de preison, molt fo alegres 
per lo gran ben qu'el sabia qu'el auria del rei e per /0 dan 
10 que seria a sos enimics. E sapchatz qu'en Bertrans avia escript 
en son cor totz los mals els dans que aquist guerrejador avian 
faitz en Lemozin et en las terras del rei Richart. E fetz son 
sirventes. 



Diese „razos" findet sich nur in F. — 1. richart aic fata F. — ab en] 
con F. — 2. se fehlt F. — richart F. — 3. E'n] e F. — ab]con F. — 
4. et ab] e con F. — ct ab] e con F. — 6. Richartz] R. F. — alemagn 
F. — estec F. — 7. preson F. — anz F. — 8. essir F. — 9. so dan F. — 
10. bertran F. — 11. el danz F. 



io8 



Zu 12. 

Bertrans de Bom si era drutz d'una domna gentil e jove 
e fort prezada, et avia nom ma dorana Maenz de Montanhac, 
molher d'en Talairan, qu'era fraire del comle de Peiregors, et 
ella era lìlha del vescomte de Torcna e sor de ma domna 
5 María de Ventadorn e de n'Elis de Monfort e, scgon qu'el tlis 
cn son chantar, elal parti dc si elh <let corajat, don el fon 
mout tristz et iratz c fetz razo que ja raais no la cobraria ni 
autra non trol)ava quelh fos tan hella ni tan bona ni tan plazens 
ni tan ensenhada. E penset pois qu'el non poiria cobrar neguna 

10 quelh pogues esser egals; e la soa domna li conselhet qu'el en 
fezes una en aital guisa qu'el soiseubcs dc las autras bonas 
doranas e bellas de chascuna una beutat o un bel semblan o 
un bel aculhimen o un avinen parlar o un l>el captenenien o 
un bel garan o un bel talh de persona; et enaissi el anet 

15 queren a totas las l>onas domnas que chascuna li dones un 
d'aquestz dos que m'avelz auzit noraar per restaurar la soa 
domna c'avia perduda. Et el sirventes qu'el fetz d'aquesta 
razon vos auziretz noraar totas las domnas a la-squals el anet 
querre socors et ajuda a far la domna soiseubuda. Kl sirventes 

20 qu'el fctz d'aquesta razon si comensa: „Domna, |>ois de mi nous 
cal E partit ra'avetz de vos." 

I. Bcrlrans K. - 2. forte prizancla F. maeuz J K. — 3. talaran F. 
tailarairan J K. — 4. seror J K. soror F. -- $. ucntador F. — c scgon — conijal] 
cz en son chantar cl appcllaua dalfi cill coniiat F. - 7. mout] fort F. — trist c 
grams F. — 8. quelhj que F. — 9. in*cignada F. — pos F. — 10. cpi'cl en 
fezes fchlt F. — ll. guissa K. — qu'cl] que F. — 12. 0] on und so immcr 
F. — 13. acoillir F. — captinimcn r- . — 14. garan] gran F. — el] cll 
F. — 15. qcrrcn F. fehlt J. — a] quc a J K. — las fehlt F. — 16. daquest 
J. - quc] fchlt F. — auzitz J K. — per restaurar] a refar F. — 17. qc 
auia F. — qu'cl] que F. — 18. nomar K. — 19. querre] qirir F. — 
20. comcnsa enaissi, dic Anfangsxvorte fchlcn F. - nous] non K. — 21. E 
partit etc.] fehlt J. 

Zu 1,3. 

F.n la sazon quel reis joves ac faita la patz ab son fraire 
Richart elh ac fenida la demanda (juelh fazia de la terra. si 
com fo la voluntatz del rei Enrie, lor paire; el paire li dava 
certa liurazon de deniers j)er vianda e per so que besonhs 
5 t'era; e neguna terra non tenia ni possezia, ni negus bom a 
lui non venia pcr mantenemcn ni per socors de guerra: en 
Bertrans de Born e tuit li. autre baron que l'avian mantengut 
contra'n Ricbart foron molt dolen. El reis joves si s'en anet 
en Lombardia tornejar e solasar e laisset totz aquestz baros en 



1. sazo F. sazos J. — 2. e lac F. — 3. uoluntat J K. — hcnric F. — 
5. li era F. — possczia ni tcnia F. — 6. mantinimcn F. — sccors J. — en 
fehlt F. — 7. mantcgut contra F. — 8. forno molto F. — ct el sen anet lo 
rcis ioues en F. — Q. torneiare F. — sollasar F. — laiset F. — aquest F. — 
baros ist unterpunktirt F. — en la — assctja] fehlt F. — 



log 



10 la guerra ab en Richart. E'n Richartz asetga horcs e castcls e 
pres terras e derroca et ars et abrasa. Kl reis joves si tome- 
java e donnia e solazava. Don en Bertrans si fetz aquest 
sirventes que comensa: „D'un sirventes nom cal far lonhor 
ganda." 



IO. chastcls J K. — II. deroca F. — abrassa J. bruisa F. — torniaua J K. 
soiornaua F. — 12. solazaua] sollasava F. — cn fchlt F. — si] cn F. — 
13. quc etc.] fehlt F. — 14. ganda fchlt J. 

Zu 19. 

Bertrans de Born si era anatz vezcr una scror dcl rei 
Richart, que fon mairc c'e l'emperador Oth, laquals avia nom 
ma domna Eleina, que fo molhcr dcl duc de Sansonha. Bella 
domna era e molt cortesa et ensenhada efazia gran honor en 
5 son aculhimen et cn son gen parlar. E'n Richartz, qu'era 
adoncs coms de Pcitieus, si l'aissis lonc tcmps, sa scror, e sil 
comandet qu'ellalh disscs clh fezcs plazer e grant honor; ct 
clla, pcr la gran voluntat qu'ella avia de pretz c d'onor, c pcr 
so qu'clla sabia qu'en Bcrtrans cra tan fort prcsatz hom c 

10 valcns e qu'ci la podia fort enansar, silh fctz tant d'onor qu'el 
s'en tenc fort per pagatz et enaraoret sc fort dc leis, si qu'el 
la coinenset lauzar e grazir. — En aquclla sazon qu'el l'avia 
vista, el era ab' lo comte Richart en una ost el temps d'invern, 
et cn aquclla ost avia grant dcsaisc. E cant vcuc un dia 

15 d'una domcnga, cra bcn mcitz dia passatz, (juc non avian 
manjat ni bcgut. E la fams lo destrenhia mout, ct adoncs fetz 
aquest sirventcs qut; dis: „Ges dc disnar non fora oimais raatis." 

1. scrror J. — 2. ot F. — 3. samsoigna K. — 5. jjens F. — K'n] c F. — 
6. adoncs fchlt F. — pitcus F. — sil aissis J K. si saissis F. — lonc temps] 
lonor F. — scrror J. soror F. — e sill dis c sil comandct F. — 7. quela 
ill J K. qella li F. — di/cs F. — fcz F. — 8. !«] fchlt F. — donor aucr 
F. — pcr so] pcr J K. — 9. qu'en] qe F. — cossi prcssatz F. — 10. qclla 
F. — II. fort dc lcis] dclla fort F. — qella F. — 12. auia F. — 13. ab] 
con F. — una] un J K. — 14. cn aqucl J K. ella F. — 15. dominiga F. — 
dias F. — 16. ni] nc F. — molt F. ~ 17. que etc] fchlt F. — for J. 

Zu 20. 

Si com vos- avetz maintas vctz auzit, cn Bertrans de Boni 
c sos frair, cn Constantis, agrcn totz tcmps guerra ensems et 
agren gran malvolensa l'us a Pautre, per so que chascus volia 
esser senhcr d'Autafort, lo lor comunal castcl pcr razo. Et 
5 avcnc sc quc, com so fos se causa a qu'en Bertrans agucs 
presa e tolguda Autafort c cassat Constanti e sos filhs de la 



1. mantas F. — auzitz J K. — en fchlt F. — 2. fraire F. — con- 
stantis totz temps agron se gran maluolenza F. — 4. estre F. — son com- 
munal F. — 5. se] si F. — so fos fchlt F. — caussa J. — a qu'en] qc F. — 
0. prcs e tolyut F. — cassat] casset J K. — costanlin F. costanti J. — 



r 10 



terra, cn Constantins s'en anet a n'Aemar, lo vescomte de 
Lemoges ct a n'Amblart, comte de Peircgors ct a nTalairan, 
scnhor dc Montanhac quciTc lor raerce, qu'il lo dcgucsson 

10 ajutlar contra son frairc, en Bertran, qui malaraen tcnia Autafort, 
qu'era raieitz sicus, c no Pen volia dar ncguna part, anz l'avia 
raalatnen dezeretat. Et ilh l'ajuderon c consclhcron contra en 
Hertran e feiron lonc teinps gran guerra ab lui, et a la fm 
tolgren li Autafort. E'n Bertrans s'en escampet ab la soa gen 

15 e comenset a guerrejar Autafort ab totz sos araics e parens. 
Et avenc si qu'en Bcrtrans cerquet concordi e patz ab son 
fraire e fon faicha grans patz, c vengron araic. Mas quant en 
Hertrans fon ab tota la soa gen dinz lo castel d'Autafort, sil 
fetz íalhimen e uolh tenc sagramen ni eonven e tolc lo ca.stel 

20 a gran fellonia a son fraire. E so fon un dia de dilus, en 
loqual era tals ora e tals poinz que segon la razon dels agurs 
ni dels poínz e d'astrolomia non era bon comensar negun gran 
faich. E'n Constantis s'en anet al rei Enric d'Englaterra et a'n 
Richart, lo comte <le Peitcus querrc mantencraen contra'n 

25 Hertran. El reis Enrics, per so qu'el volia mal a'n Hertran, per 
so (ju'el era araics e conselhaire del rei jove, son lìlh, loquals 
avia avuda guerra ab el e crezia qu'en Hertrans n'agues tota la 
colpa, sil pres ad ajudar, el conis Richartz, sos lìlhz; e feiron 
gran ost et assetgeiron Autafort et a la fin preiseron lo castel 

30 e'n Hertran. E can fon raenatz al pavalhon denan lo rei, ac 
gran paor. Mas per las paraulas lasquals cl membret al rei 
Enric del rei jove, son lìlh, lo reis li rendet Autafort, e per- 
donet li, el el coms Riehartz, totz sos mals talans, si com vos 
«avetz auzit en l'estoria que es eserita denan sobre lo sir\'entes 

35 que dis: ,,1'uois lo gens terminis lloritz." Mas quan lo reis 
Enrics li rendia Autafort, dis solazan ves de Bertran : „Sia toa, 



7. cn] fchlt F. — costantis F — azcmar F. — lo] fchlt F. — 8. Icmozcs F. 
Icmofjas J K. - ct a'n] cn Y . — amblar F. - talaran F. tailluran J K. — 
9. seipncr F. — montaaingnac J. — lor fchlt F. — deguessen F. — 10. cn 
fehlt V. qui] quc F. — ll. mci/. F. micuz T K. - scus F. — nol lcn 
J K. noíll F. — 12. malamenz lauia F. • en Ì'chlt F. — 13. fcron F. — 
14. tolpren J K. — K'n] c F. — cscapet con F. — 15. con totz sos parcn/. 
ct amics F. — |6. qu'en] qc F. — ah] con F. — 17. ucgron F. — 18. fon 
ab tota] fo con F. — sil fehlt F. — ig. saj^ramcn/. F. — et a ^ran fellonia 
tolc lo castcl a F. — chastel J K. — 20. diluns J. lunc F. — 21. lo 
quale F. — hora F. — poinz] poinps K. pnnz F. — 22. ni dcls poinz] nt 
del poinz J. ni dcl poinjjs K. fchlt F. deslrolomia J K. — 23. faich J K. — 
faitz F. — constantin F. — hcnric F. — denjjlatcrTc J. dcnjdeterrc K. 
danRlcterra F. — 24. lo] fchlt F. - - pciticus J. pilcu F. — qucrrcr F. — 
mantinimcn F. mantcmen K. — contra F. — 25. henrics F. — qu'el] qar 
F. — 2ft. conseillare F. — del] den hcrtran per dcl J K. — 27. auda JK. — 
gerra K. — ab] con F. — qu'enj qe F. — 28. fcrron F. — 29. host F. — 
assctgciron] asscieron F. — preiseron] prcnderon F. — 30. e bertran fo 
pres F. — lo] dal F. — 31. lasquals] quals F. — membrct] rccordet F. — 
32. hcnric F. — 33. el cl] el F. — mal JK. — tallanz F. — 34. la ystoria 
F. — cscripcha F. — 35. puois] pos F. — 36. hcnrics F. — solassan F. — 



1 1 1 



beti la deves tu aver per razon, tan gran fellonia fezis tu de 
ton fraire." Kt en Bertrans s'engenolhet denant lui e dis: 
„Senher, granz merees! Bem platz aitals jutgamcnz." F.'n 

40 Bertrans intret el castel, el reis Knrics el coms Richart/. s'en 
torncron en lor terra al> lor gen. Quant li autre baron, 
qu'ajudavon Constantin, auziron so e viron qu'en Bertrans avia 
ancaras lo tstel, foron inolt dolcn ct irat ct conselheron Con- 
stantin qu'el se reclames d'en Hertran denan lo rei F.nric, quel 

45 mantenria bcn en razon. Kt el si fetz. Mas Bertrans mostret 
al rei lo jutgamen qu'el avia fait, car el s'avia ben fait escrire, 
el reis s'en ris eis sollasset. F.'n Bertrans s'en anet ad Autafort, 
e Constantis non ac autra razo. Mas li baron quc adjudavon 
Constanti feiren ab lui lonc temps grant guerra a'n Bertran et 

50 el ad els. F tant com visquet nolh volc rendre lo castel ni 
far patz ab son fraire ni treva. K can fon mortz, acorderon 
se li tilh d'en Bertran ab en Constantin, lor oncle et ab sos 
filhz, lor cosins. F. per aquestas ra/.os fet/. en Bertrans aquest 
sirventes que dis: „des de far sirventes nom tartz, Anz lo fatz 

55 l»on ses totz affanz." 



37. deves] dcs J K. — felonia F. — 39. Betn] hen mi F. — aital J K. — 
îaîameJU F. iuttf.imcnz J K. — 40. ez entret bcrlrans F. — henric F. 
41. en soa tcrra con la lor F. — 12. constanli J. - qc berlraiis cncar 
auial F. — 43. chastcl K. — molt] trop F. — costantin J. — 44. «l'en] 
dc F. — hcnric F. — 45. mantcria F. — Et cl] c F. — 46. iuzamcn F. — 
auia F. — 47. cjs] e F. — solassct F. — E'n] c F. — 48. costantis f. — 
aiuilavan F. — .\'). costanti J. - fcircn] fcron F. con cl F. - >o. ad] 
a K. — comj con F. - 51. ab] con F. — trcjjua F. 52. d'en] <lc F. 
ab en] con b. costanti J. — lor] son F. -- c con F. • 53. sos cosis 
F. — 54. que dis etc.] fehlt F. — tart J K. — lo etc.] tchlt J. 

Zu 21. 

Al temps qu'en Richartz era coms de Peiteus, anz qu'el 
fos reis, Bertrans de Boni si era sos enemies, per so qu'en Bertrans 
volia ben al rei jove, que guerrejava adoncs ah en Richart, 
qu'era sos fraire. E*n Bertraius si avia fait virar contra'n Richart 
5 lo bon vescomte de Lemoges, que avia nom n'Aemars, el ves- 
comte de Torena el vescomtc dc Ventadorn el vescomte de 
Gumel el comte de Peiregors e son fraire, el comte d'Fngoleima 
e sos dos fraires, el comte Raimon de Tolosa el comte de 
Flandres el comte de Barsalona e'n Centolh d'lvstairac, un 
10 comte de Gasconha, e'n Gaston de Bearn, comte de lîegora, 
el comte de Digon. K tuich aquist si l'abandoneron e feiron 
patz ses lui c sis perjureron vas lui. K n'Aemars, lo vescoms 

I. Al] cl F. - piticus F. — qu'cl] quc F. — 2. bcrtrams K, so 
immcr. — qu'en] qucm J. qne F. — 3. ab cn] cum F. — 4. E'n] c F. — 
contra'n] contra F. — 5. lcmof;as J K. — qui F. — naimars F. — cl ves- 
comte de Torcna] fehlt J K. — 7. pciracors J K. — dcnRolcime J K. — 
0. barsolona J K. — dcstarac J K. — 10. bigora J K. — II. de Digon] 
dignon F. — aquistz J. — 12. sis] scs FJ. — en aimars F. — 



Digitized by Google 



112 



de Lemoges, que plus l'era tengutz d'amor e de sagramen, si 
l'abandonet e fetz patz ses lui. E'n Richartz, cant saup que 

15 tuich aquist 1'avioD abandonat, el s'en venc denant Autafort ab 
la soa ost e dis e juret que ja mais no s'en partiría, s'il nolh 
dava Autafort e no venia a son comandamen. Bertrans, quant 
auzi so qu'en Richartz avia jurat e sabia qu'el era abandonatz 
de totz aquestz que vos avetz auzit: sil det lo castel e si venc 

20 a son comandamcn. El coms Richartz lo receup perdonan li 
e baisan lo. Don Bertrans fetz d'aquestas doas razos aquest 
sirventes: „Ges eu nom desconort" E sapchatz que per una 
cobla qu'el fetz el sirventes, laquals comensa: „Sil coms m'es 
avinens e non avars", lo coms Richartz li perdonet son brau 

25 talan e rendet li son castel Autafort e vengren fin amic coral. 
E vai s'en en Bertrans e comensa a guerrejar n'Aemar, lo ves- 
comte que I'avia dcsamparat el comte de Peircgors; don 
Bertrans rcceup de grans dans, ct el a lor fetz dc grans mals. 
En Richartz, quant fon devengutz reis, passet outra mar, 

30 e'n Bertrans remas guerrejan. 

13. lcmotfas F. — li era F. — 15. ab] cum F. — 16. ja] fchlt F. — VU] 
si F. — 17. uinia F. — 10. ausit J K. — chaslcl K. — vcnc] ucn F. — 
20. rcccp J. — pardona J K. — li] fehlt F. — 21. Don — desconort steht 
in J K am Schluss dcs Ganzen. — 22. desconort] F fiiyt noch hiníu „Sieu 
hai pcrdul". — 23. laquals] loquals K ; locals J. — 25. li rcndet F. — 
chastcl K. — e vcnc sos amics corals F. — 26. ua F. — s'cn cn] fchlt F. — 
e comensa a] fchlt F. — naimar F. — ucscont F. - 27. percjjors p. — 
29. fon] fo F. — oultra K. 

Zu 2 6. 

Lo plainz qu'en Bertrans de Boni fetz del rei jove non 
porta autra razon si non quel reis joves era lo melher hom 
del mon, e'n Bertrans li volia melhs qu'a home del mon e lo 
reis joves ad el melhs qu'a home del mon e plus lo crezia 
5 que home tlel mon, per que lo reis Enrics, sos paire, cl coms 
Riehartz, sos fraire, volian mal a'n Bertran. E per la valor 
quel reis joves avia e per lo gran dol qu'en fon a tota la gen 
el fetz lo plainh dc lui quc dis: „Mon chan fenisc ab dol et 
ab mal traire." 



l. plaintz qe F. — 2. port F. — sc no F. — 3. qu'a] qe az F. — c 
lo] cl F. — 4. uolia miellz ad el F. — qu'a] qe az F. — lo] lc F. — 
5. quc — mon fchll F. — hcnrics F. — 6. richar/. F. — uolum F. — la] 
Ìo J K. - 7. rci F. — dol] danz F. — qu'en] quc J K. — a tota j;cnz F. — 
8. lo] aqest F. — pUìng] plainz F. — Mon etc.] fchlt F. — fcnis J K. 

Zll 29. 

Anc mais pcr re qu'en Bertrans de Born disses en coblas 
ni en sirventes al rei Fclip ni per recordamen de tort ni 

[. Anc] an J. — ren J. — qu'en] fehlt F. — dc Born fehlt F. — 
2. phclip F. — 



Digitized by Google 



H3 



d'aunîmen quelh fos ditz ni faitz no volc guerrejar lo rei 
Richart, mas en Richartz si salhi a la guerra, quant vit la fre- 
5 voleza del rei Felip, e raubet e prenet e ars castels e borcs e 
villas et aueis homes e pres; don tuich li baron a cui desplasia 
la patz foron molt alegre, e'n Bertrans de Born plus que tuich 
pcr so que plus volia guerra quc autr'om e car crczia que per 
lo seu dire lo reis Richartz agues comensada la guerra, ab 
io loqual el s'apellava „Oc e Non", si com ausiretz el sirventes 
qu'el fetz, si tost cora el auzi qu'cn Richartz era salhitz a la 
guerra, loquals comensa: „Non puosc mudar, un chantar non 
esparga." 



3. quclh] qill F. — ditz ni] fehlt J K. — 4. vit] uic F. el uit J. — 
5. phelip F. — prenet] presct F. — 6. et] e JK. — 7. e'n e F. — 8. quc] 
qar F. — la guerra F. — 9. agues] auges J K. aguessc F. — ab] con F. — 
10. e] ct J K. — Non] no F. — auziretz F. — II. richart J. — 12. gucrra] 
in J K íolgt : et el fetz aqucst siruentes. — loquals] qui J K. — coracnsaj 
cornensset enaissi; der Anfang des Gedichtes fehlt 1". 

Zu 31. 

En lo temps et en la sazon que lo reis Richartz d'Engla- 
terra guerrejava ab lo rei Felip de Fransa, s'il foron amdui 
en cainp ab tota lor gen. Lo reis de Fransa si avia ab se 
Franscs e Bergonhos e Campanes e Flamencs e ccls de Berrion; 
5 cl reis Richartz avia ab sc Engles c Normanz e Bretos e 
Peitavis e ccls d'Anjeu e de Torena e dal Maine e de Sain- 
tonge e de Lemozin et era sobre la riba d'un flum que a nom 
(iaura, loquals passa li, al pe de Niort E l'una ostz si era 
d'una riba e l'autra ostz era da l'autra, et enaissi esteron 

10 quinze joms, e chascun jom s'armavan et apparelhavan de 
venir a la batalha ensems. Mas arcivesque et evesque et abat 
et home d'orde, que cercavan patz, eran en miech que defen- 
dian que la batalha non era. Et un dia foron armat tuit aquilh 
qu'eran ab lo rei Richart ct esqueirat dc venir a la batalha e 

15 de passar la Gaura, e li Frances s'armercnt et esqueirerent. E 
li bon home de religion foron ab las crotz en bratz, pregant 
Richart el rei F'elip que la batalha non degues esser. El reis 
de Franza dizia que la batalha non remanria, sil reis Richartz 

1. que 1o] qucl F. — phelips de fransa guerreiaua ab lo rei richart 
dangelterra F. — dengleterra J K. — 2. s'il] si F. — foronl feiron J K. — 
3. con tota la lor F. — 4. borgognos F. — campagnes F. — Bcrrion] 
briu F. — 6. pitauis F. peitaus J K. — d'Anjeu] de nieu F. — torrcna J. 
toiTcine F. — santongc F. — 8. caura F. — li fchlt F. — la una F. — 
ost F. — 9. dal una F. — ost era J K. fchlt F. — lautra part F. — aissi F. 
10. quinzc] XV J K. bc XV F. jorns] iorn J. jorn] dia F. — 
et apparcillauan J K. c parcillauon F. — II. cnscmcs F. — 12. dorden 
qui F. — cn] e J. — miech] mciz F. — 14. ab lo rci] con lci F. — 
esquirat F. — 15. Gaura] seura F. — franses J K. — esqueirerent] ses- 
qilirent F. — 16. relion F. — forn com F. — en] els F. — 17. righat F. — 
phcbp F. — estre F. — 18. fransa F. — non remandria la b. F. — richart J. — 

8 



ii 4 



nolh fazia fczcutat de tot so que avia dc sa mar: del ducat 

20 de Nonnandia e del ducat de Quitania c del comtat de Peiticus 
c (juelh rendcs Guiort, loqual lo reis Richartz l'avia tolt. Kt en 
Richartz, quant auzi aqucsta paraula quel reis Felíps deman- 
dava, per la grant baudcsa qu'cl avia car li Campanes avian a 
lui promes quc nolh serion a l'encontra pcr la grant cantitat 

25 dels esterlins que avia scmenatz entrc lor, si montet en destrier 
e mcs l'elm cn la testa e fai sonar las trombas e fai desserar 
los sieus confanos encontra l'aiga per passar outra et aordena 
las esqueiras dels baros e de la soa gen per passar outra a la 
batalha. Kl reis Felips, cant lo vi venir, montet en destrier e 

30 mes l'elme en testa, e tota la soa gens monteron en destriers 
e preseron lor armas per venir a la batalha, trait li Campancs, 
que no meteron elmes en testa. Kl reis Felips, quant vi venir 
en Richart e la soa gen ab tant grant vigor e vi quclh Cam- 
panes no venion a la batalha, el fon avilitz et espaventatz e 

35 comens'a far aparelhar los arcivcsques els cvesqucs et homes de 
religion, totz aquels que l'avion prcgat de la patz far; e preguet 
lor qu'il anesson pregar en Richart de la patz far e del con- 
cordi e si lor proraes de far e de dir aquella patz et aquel 
concordi del dcman de Gisort e del vassalatge quelh fazia en 

40 Richartz. K li saint homc vengron ab las crotz en bratz en- 
contra lo rei Richart, ploran qu'el agues pictat de tanta bona 
gen com avia el camp, quc tuit eron a raorir, e ques volgues 
la patz ; qu'ilh li farian laissar Gisort el rei partir de sobre la 
soa terra. K li baron, quant auziron la grant honor quel reis 

45 Felips li presentava, foron tuich al rei Richart, conselheron lo 
qu'el preses lo concordi e la patz. Kt el, per los precs dels 
bos homes de religion e per lo consclh dcls seus baros, si fetz 
la patz el concordi si qucl reis Felips li laisset Guiort quitamen/ 
el vassalatges rcmas en penden si com el estava, e partit se 

50 del camp. Kl reis Richartz rcmas, e fo jurada la patz d'amdos 



19. que] quel F. — sa] sai F. — mar] mare F. — 20. peiticus] pitcus F. — 

21. guiortz JK. gisort F. — rcs F. — llauia F. — tolt] tot J K. — 

22. phelips I*. — 23. baudessa F. — campagncs F. — avian] fehlt J K. — 



desserar] dessar J K. — 27. ordenet F. — 28. esqueras F. — soa] seua F. — 
29. phclips F. — uinir F. — destrer J K. — 30. lelm F. — enl en la F. — 
seua F. — montet F. — destrers K. — 31. prenderent F. — li fehlt F. — 
32. elms F. — phelips F. — ui richart ucnir F. — 33. seua F. — ab] con 
F. — qill F. — 34. fo F. — 35. comenset F. — aparelhar] appellar F. — 
els] et F. — 36. rclion F J. — tot J. toz K. — 37. ancson J K. ancsso F. — 
cn fchlt F. — far fchlt F. — 38. dir] F fúgt hinzu: c de rccebrc. — 
aquella concordia dc gisort del dcmandcl uassalage qc fazia an richart F. — 
39. uassatge K. — 40. ab] tuit con F. — 41. richartz F. — piatat K. — 
42. auian J K. — eran F. -- ques] quel F. — 43. li] fehlt J K. — faran 
F. — guisort JK. — 44. seua F. — 45. phelips F. — 46. Et el] e F. — 
47. bos fehlt F. — de religionl religios F. — e per lo] per F. — 48. si qe 
gisort li laisat quitamenz lo reis phelips F. — gisort F. — 49. com sestaua F. — 
50. foron iurat ambedui la patz J K. — 




26. trompas F. — 



Digitized by Google 



"5 



los reis a detz anz. E desfeiron lor ostz e deron eornjat als 
souda'diers e vengron escars et avar ambedui li rei e cobe e 
no volgron far ost ni despendre si non en falcos et en austors 
et en cans et en lebriers et en comprar terras e possessions et 

55 en far tort a lor baros. Don tuit li baron del rei de Fransa 
foron trist e dolen e li baron del rci Richart, car avian la patz 
faicha per quc chascuns dels dos rcis cra vengutz escars e 
vilans. E'n Bertrans de Hom si fo plus iratz que negus dels 
autres baros per so car el no se dellectava mais en guerra de 

60 si e d'autrui e mais en la guerra dels dos reis, per so que, 
quant il guerrejavan ensems, el avia d'en Richart tot so qu'el 
volia d'aver e d'onor et era temsutz d'amdos los reis per lo 
dire de la lenga. Don el, per voluntat qu'el ac quelh rei tor- 
nesson a la guerra e per la voluntat qu'el vi als autres baros, 

65 si fetz aquest sirventes loquals comensa : „Pois li baron son irat 
e lor pesa." 



51. los] lo F. — deisfeiron J. desferron F. . — ost F. — als] al F. — 

52. auars J K. — e cobe amdui li rci F. — amdui F. — 54. chans J. — 
56. forn F. — qar ill F. — S7- 9 ue F. — chaschuns J K. — 
58. uillans K. — E'n] e F. si fehlt F. — 59. dclctaua F. — 60. mas F. 
61. guerrejavan] auian 1i dui rei guerra J K. — cl] eill J. — d'en] dal rei 
F. — 62. per lo dire dc la lengua damdos los reis F. — 63. lengua F. — 
torneson J K. tornasson F. — 65. loquals etc. fehlt F. 

Zu 32. 

Lo reis Enrics d'Englaterra si tenia assis en Bertran de Born 
dedins Autafort el combatia ab sos edeficis, que molt li volia 
gran mal, car el crezia que tota la guerra quel reis joves, sos 
filhz, l'avia facha, qu'en Bertrans lalh agues faita far, e per so 
• 5 era vengutz denant Autafort per lui desiritar. El reis d'Aragon 
venc en l'ost del rei Enric dcnant Autafort. E cant Bertrans o 
saub, si fo molt alegres quel reis d'Aragon era en l'ost, per so 
qu'el era sos amics especials. El rcis d'Aragon si mandet sos 
mcssatges dinz lo castel, qu'en Bertrans li mandes pan e vin e 

IO carn, et el si l'en mandet assatz, e per lo messatge per cui el 
mandet los presenz el li mandet pregan qu'el fezes si qu'el 
fezes mudar los edificis e far traire en autra part, quel murs 
on il ferion era tot rotz. Et el, per gran aver del rei Enric, 
el li dis tot so qu'en Bertrans l'avia mandat a dir. El reis 

15 Enrics si fetz metre dcls cdificis plus en aquella part on saup 
quel murs era rotz, e fon lo murs ades per terra el castels pres. 

I. henrics F. — denglcterra J. dangletcrra F. - cn fehlt F. — 2. alta- 
fort F. — ab] con F. — 4. li auia F. — quVn] quc F. — lalh] li F. — 
5. deserctar F. — El] c lo F. — 6. li uenc F. — hcnric F. — 7. legTes F. — 
8. specials F. — darragon J. — 9. carn c pan e vin F. — 10. mcssatge] 
mes F. — cui] qui F. — el li F. — 11. li] 10 F. — 12. los edificis mudar 
F. — parte F. — quel] que F. — 13. era tot rotz on il ferian F. — totz J. — 
henric F. — 14. li auia F. — a dir] pregan F. — 15. henrics F. — dels] 
del J K. — parte non F. — 16. ades lo murs F. — el] e F. — 

8* 



iiò 

E'n Bertrans ab tota sa gcn fon mcnatz al pabalhon dcl rci 
Enric, cl rcis lo receup molt mal, cl reis Enrics sil dis: 
„Bertrans, Bertrans, vos avctz dig quc anc la meitatz del vostrc 

20 sen nous ac mestier nulls temps, mas sapchatz qu'ara vos a el 
bcn mcsticr totz." — „Senhcr", dis en Bertrans, „el es ben 
vers qu'eu o dissi e dissi ben vertat". — El reis dis: „Eu cre 
ben qu'el vos sia aras falliitz." — „Senher", dis en Bertrans, 
„ben m'es falhitz". — „E com?" dis lo reis. — „Senher", dis 

25 en Hertrans, „lo jorn quel valens joves reis, vostre fìlhz, mori, 
eu perdi lo sen el saber e la conoisscnsa". — El reis, cant 
auzi so qu'en Hcrtrans li dis en ploran del filh, venc li granz 
dolors al cor de pietat et als olhs, si que nois poc tener qu'el 
non pasmes de dolor. E quant cl revenc de pasmazon , el 

30 crida e dis cn ploran : „En Hertrans, en Hcrtrans, vos avetz 
ben drech, ct es ben razos, si vos avetz pcrdut lo scn per mon 
filh, qu'el vos volia melhs que ad home dcl mon. Et eu, pcr 
arnor de lui, vos quit la pcrsona e l'aver el vostre castcl, e vos 
ren la mia amor e la mia gracia, e vos doA cinc cenz marcs 

35 d'argcn pcr los dans que vos avctz receubutz." — E'n Hcrtrans 
sil cazec als pes, refcrrcnt li gracias e merccs. El rcis ab tota 
la soa ost s'en anet. E'n Hcrtrans, can saup (jucl reis d'Aragon 
l'avia faita si laida felonia, fon molt iralz ab lo rci n'Anfos. E 
si sabia com el cra vengutz al rt;i Enric csscr soudadicrs 

40 logaditz e sabia com lo rcis d'Aragon era vcngutz dc paubra 
generacion de Carladcs, d'un castc! que a nom Carlatz, qu'cs 
en Rovergue, cn la senhoria del comtc dc Rodcs. E'n Pcirc 
de Carlat, qu'era scnher dcl castcl, per valor e pcr proessa si 
pres per molhcr la comtessa da Milhau, qu'era caseguda en 

45 eretat, e si n'ac un fllh que fon valens e pros e conquis lo 
comtat de Procnsa. Et us sos fUhs si conquis lo comtat de 
Barsalona et ac nom Raimons Herengicrs, loquals conquis lo 
regisme d'Aragon e fo lo primiers reis que anc fos en Aragon. 

17. E'n] c F. — ab] e F. — gen] genz c F. — pavaillon F. — 18. hcnric 
F. — el] e lo F. — molt] mol F. — mal] mall K. — hcnrics F. — sil] si li 
F. — 19. Bcrtran K. — Bcrtran K. fchlt F. — dcl] dc F. — 20. non 
uos besognet nul F. a el — totz] besogna bcn F. — 21. cn fehlt F. — 
ben fehlt F. — 22. 0] lo F. — dis e dis me bcn F. — crci F. — 23. en 
fehlt FK. — 24. dis en Bertrans fchlt F. — 26. lo saber el sen F. — 
27. li dis] diz F. — 28. nois] no se F. — pot F. — qu'el] qc F. — 
29. non] no se F. - pasmaison F. — cl ad en bcrtran en ploran dis vos 
auetz etc. F. — 30. cn bcrtran cn bcrtran JK. — 31. perdutz J. — lo sen 
perdut F. — mon] lo mcu F. — 32. qu'cl] qi F. — 35. darzcn F. — 
bertran J K. — 36. sil] si li F. — cazcc] cazi F. — ab] con F. — 37. E'n] 
e F. — darragon F. — 38. li auia F. — fcllonia J. fchlt F. — si fo F. — 
abj con F. — anfos F. — 39. saubia F. — henric F. — 40. saubia F. — 
darragon J. — 41. carlat F J K. — qu'es] que es K. — 42. en Rosergue 
F. fehlt JK. — senhoria] terTa F. — 43. proesa F. — 44. pres] tolc F. — 
da] de F. — 45. erectat F. — 46. proenssa FJ. — 47. raimon J K. raymonz 
F. — bcrengier T K. — loqual F. — 48. darragon J. — rimers J. premers 
F. - anc fehlt F. - fo F. — arragon J. — 



Digitized by Google 



ii7 



Et anct penre corona a Roma c, cant tfen tomava e fon al 
50 borc Saint Dalmas, cl mori. K rctnanseron nc trci filhr Anfos, 
loquals fo reis d'Aragon, aqucst que fetz lo mal d'en Bertran 
de Born, e Pautre, don Sanchos e l'autre Berrengiers de Ucsau- 
dunes. — E saup com el avia tráida la lilha de l'eraperador 
Manùel, que l'cmpcraire l'avia mandada pcr molher ab grant 
55 tresor et ab gran aver et ab molt onrada companhia, et los 
raubet de tot l'aver que la domna elh Grec avian; e com los 
envïet pcr mar marritz e consiros e desconselhatz; e com sos 
fraire Sanchos l'avia tolta Proensa; c com se pcrjuret pcr l'aver 
quel reis Knrics li det contral comte de Tolosa. — E de totas 
60 aquestas razons fctz cn Bertrans dc Born lo sirvcntes que ditz: 
„Pois Io gcns terminis floritz s'cspandis ctc." 

50. Dalmas fehlt F. — remasen li F. — amfos K. — 51. lo fchlt F. — 
d'en] de F. — 32. sancho F J K. — 33. E] el F. — 54. H auia F. — con 
gran trcsor a muiller F. — 55. ab] con F. — al>] con F. — et] et cl F. — 
56. quclla FJK. — dopna F. — c li trcc F. — 57. c consiros fchlt F. — 
e] oJK. — >8. sanchoF. — li auia F. — totaj. touta F. — procnssa J. — 
se] scs J K. — aucr F. — 59. hcnrics F. K fchlt F. — toutas K. — 
00. en fchlt F. — lo] aqest F. — quc etc.] fchlt F. - 61. floris J K. — 
s'espandis fehlt J. 

Zu 33. 

Bertrans dc Born, si com vos ai dig, cn la sazon qu'cl 
avia gucrra ab lo coratc Richart, cl fez si qucl vescoras de 
Ventadorn cl vcscoms dc Coraborn cl vcscoms de Scgur, so fo 
lo vi'scoms de Lcraogcs, el vcscoms de Torcna se jureron ab 
5 lo coratc dc IV ircgors ct ab los borgcs d'aquellas cncontradas 
et ab lo scnhor dc Gordon ct ab lo senhor de Monfort e si 
se serrcron ensems, per qu'ilh se deffcndcsson dal comtc 
Richart, qucls volia dcseretar, per so car il volion ben al rei 
jove, son fraire, ab cui cl se guerrejava, alqual el avia toltas 

IO las rendas de las caretas, de lasquals caretas lo rcis joves 
prcndia certa causa, si com lo pairc li avia donat, c nol lais- 
sava ncus albcrgar scgur en tota la soa tcrra. E pcr aqucst 
sagraraen que tuich aquist avian fait de gucrrcjar en Richart, 
Bertrans de Born si fctz aqucst sirvcntcs : „ Puois Vcntadorns 

15 e Coraborns ab Segur" pcr asscgurar totas las gens d'aquclla 
encontrada per lo sagraraent que aquilh avian faich contra'n 

1. dich F. — qu'el] que F. — 2. com !o contc F. — el] ei F. — 
qucl] qe lo F. — 3. ucntedorn JK. — el vcscoms de Comborn fchltJK. — 
4. lo vescoms fchlt F. — lemogas J K. — uescom J. — torrcna F. — iuren 
con F. — 5. pcregors F. — ab] com F. — boizes K. — daqella cncon- 
trada F. — 6. ab lo] col F. — gordo K. cordon F. — ab lo] col F. — 
7. serrcrcn F. sarcron J K. — enscmblc F. — qu'ilh] que F. — dcffcn- 
dcsscnt F. — 8. qucls] qc los F. — 9. con qui F. — se fehlt F. — toltas] 
totasJK. tolto totas F. — II. li] loJK. — donat] dat F. — 12. seua F. — 
13. en fehlt. — 14. bertran F. — pos F. — 15. ab Scgur fehlt J K. — 
10. contra F. — 



Digitized by Google 



n8 



Richart c reprenden lo rei jove car el en guerra non era plus 
prosperos, remembran a lui com en Richartz l'avia toltas las 
rendas de las caretas e com il avia fait levar un castel el miej 

20 loc de la terra quel paire l'avia dada e lauzan lo senhor de 
Puoj'-Guilhcm e de Clarensa e de Granhol e de Saint Estier, 
qu'eren gran quatre baron de Peiregors e lauzan si mezeis e 
Torena et Engolmesa e dis quc, sil vescoms de Bearn e de 
Gavardan, so era en Gastos de Bearn, qu'era caps dc tota 

25 Gasconha e'n Vivians de Lomanha e'n Bernardos d'Armanhac 
el vescoms de Tartas venion sai ad els quc volion mal a'n 
Richart, asatz avia el que far, e sil senher de Malleon, so era 
en Raols de Malleon, lo paire d'en Savaric, el senher de 
Taunai el vescoms de Siorai el senhcr de Talhaborc el vescoms 

30 de Toartz, que tuit aquist hr ajudarìan si lor fossen de pres 
per lo grant tort qu'en Richartz lor fazia; e tuit aquist eron 
gran baron de Peiticu. E de totas aquestas razos si fetz en 
Bertrans aquest sir\ r entes que comcnssa: „Puois Ventadorns e 
Comborns ab Segur e Torena c Monfortz." 

18. recordan ad el con richaru li auia F. — richart J K. — toltas] 
totas J K. — 19. il] li F. — chastel K. — miej] meilz F. — 20. li auia F. — 
lausan F. — 21, puoiguillem J K. poi guillem F. — clarcnssa J. clarcnza 
F. — astier F K. — 22. gran fchlt F. — IHI K. — peiregor F. — 
23. Bearn] Born F J K. — 24. gauardon J K. v .udan F. — era gaston 
F. — de fehlt J K. — 25. guascogna F. — c'n] c F. — c bcrnados F. — 
26. tartaz F. — cls] el J K. — 27. assaz F. — mauleon F. — cra iaols de 
mauleon F. — 30. toratz F. coratz J K. — aqest F. — lor ajudarian] or 
laiudarauen F. laiudarauon J K. — 31. tort] tor F. — richart J K. — 
32. peiteu F. — bertrans si fetz F. — 33. que etc. fehlt F. — 34. e Torena] 
torcna J K. 

Zu 34. 

Quant lo reis Richartz s'en fon passatz outra mar, tuit li 
baron de Lemozin e de Peiregors se jurcron ensems e feiron 
gran ost et ancrent als castcls et als borcs qu'en Richartz lor 
avia toutz. Et enaissi combateron e preseron totz aquels queis 
5 deffendion et cnaissi cobreron gran re d'aqucl qu'en Richartz 
lor avia tout. E quant cn Richartz fon vengutz d'outra mar 
ct issitz dc prcison, molt fo iratz e dolcns dels castcls e dels 
borcs quclh baron l'avian toltz e comenset los a mcnassar 
fortmcn dc deserctar los e de dcstruire los. El vescoms de 
to Lcmoges el coms dc Pciregors, pcr lo mantcncmcn quel rcis 
dc Fransa lor avia fait c fazia, sil tengron las soas menassas 

1. oltra F. — tui F. — 2. lemozi J. — peiregor F. — ensemble F. — 

feren F. — 3. anaren F. — chastels K. — qu'cn] que F. — 4. tout FJ. — 

Et enaissi] mas se sc F. — totz aquels] aqelor I . — queis fehlt 1 . — 

5. dcfîendion] defenderon F. — cnaissi] aissi F. — dalqucl J. daqecs F. — 

richars F. richart J K. — 6. en] fehlt F. — richarz F. richart J K. — 

dollra F. — 7. cissiu F. — molto F. — chastels J K. — 8. quclh] qill F. — 

li auian F. — totz J K. tolt F. — lor fort a mcnassar F. — 9. de] e J K. — 
10. lemozcs F. lemogas J K. — peiregor F. — II. sil] fehlt F. — 



Digitized by Google 



IIÛ 



a nïcn elh manderon dizen qu'cl cra vengutz trop braus e trop 
orgolhos e que ilh mal son grat lo farian franc e cortes et 
humil e qu'ilh lo castiarian guerrcjan. Don Bertrans de Born, 

15 si com cel que non avia autra alegrcssa mas de mesclar los 
baros de guerra, cant auzi quel rcis menassava aquels baros 
que nol prczavan re e mction per nïcn lo sicu dig, e quc ilh 
l'avion mandat dizen que ilh lo castiarion el farion mal son 
grat tornar franc e cortes e humil : cn Bcrtrans si'n fo molt 

20 alegres. E sabia quel reis en era fort dolens e iratz, d'aisso 
que ilh dizion et del castel de Montron e d'Agen quelh avian 
tout, e fetz un son sirventes per far salhir lo rei Richart a la 
gucrra. E cant el ac fait son sirventes, el lo mandet a'n 
Raimon Jauzcran, qu'cra de Catalonha , del comtat d'Urgcl, 

25 senher de Pinos, valens !mm e larcs e cortes e gentils, e non 
cra nulls hom cn Catalonha que valgues lui per la persona, et 
entendia se en la marqucsa, qu'era tìlha dcl comte d'Urgel e 
molher d'en Girout de Cabricra, qu'era lo plus rics hom el 
plus gentils dc Catalonha trait lo comte d'Urgel , son senhor. 

30 E comcnsa enaissi lo sirventes: „Quant la novella flors par el 
vergan." 



12. clh] e il J K. eill F. — 14. quil K. — 13. cell aqell F. — autr F. — 
16. menassa J. — 17. que] e qeill F. — rc] de re F. — per] a F. — sieu 
dig] dir de lui F. — 18. li auian F. — 19. tornar fehlt F. — e humil] fehlt 
J K. — en] fehlt F. — si'n] si F. — 20. qucl] quetl J K. — irratz daiso 
F. — 2!. chastcl K. — do motron F. — dazgen J K. dezcnt F. — quelh] 
que ill J K. qcill li F. — 22. e] el J K. — son] seu F. — 24. iauseran F. — 
querra K. — de Ctttallogna F. fchlt J K. — dulgel J K. — 25. pinous JK. — 
hoas F. — 26. hom fchlt F. — en] en tota F. — lui ualgues F. — la] la 
soa F. — ez entendia cn larchesa F. — 27. qucrra J. — 28. cabrieras JK. — 
hom el] e F. — 30. Quant etc.] fchlt F. 

35- 

Ben avetz entendutz los raals qu'en Bertrans de Born 
remembret quel reis d'Aragon avia faitz de lui e d'autrui. Et 
a cap d'una gran sazon qu'el n'ac apres d'autres mals qu'cl 
avia faitz, si los volc retraire en un autre sirventes. E fon dig 
5 a'n Bertran c'un cavallier avia en Aragon, que avia nom 
n'Espanhols, et avia un bon castel molt fort, que avia nora 
Castellotz et era proprïetatz d'en Espanhol et era en la forte- 
ressa de Sarazis, don cl fazia grant guerra als Sarrazis. 1*1 
reis si entcndia raolt cn aqucl castel e venc un jorn en aquella 
10 encontrada, e n'Espanhols sil venc cncontra per servir lo e per 
envidar lo al seu castcl e menct lo charament, lui ab tota soa 



I. los] lo J K. — qu'cn] que F. — 2. rcmembretj recordct F. — 
faich F. — 4. faich F. — si] li T. — los] lol J K. — uol F. — fon J K. — 
5. arragon J. — qui u. so immer 1" . — 7. castcllot F JK. — proprictat J K. — 
fortcrcsaK. — 9. chastcl J K. — jorn] dia F. — 10. e — cncontra fchlt JK. — 
II. chastel K. — mcnctc F. — charament] dinz lo castcl F. — ab] c F. — 



120 



gen. El reis, quant fon dedinz lo castel , lo fetz penre et 
raenar deforas e tolc li lo castel. — K fon vertatz que, quant 
lo reis vcnc al servizi del rei Enric, lo coms de Tolosa sil 

15 desoomfis en (laseonha e tolc li ben cinquanta cavalliers; el 
reis Enrics li det tot l'aver quelh cavallier devian pagar per la 
reenson, et el nol paguct, l'aver, als cavalliers, anz l'en portet 
en Aragon. Elh cavallier isscron de preison e pageron l'aver. — 
E fon vertatz c'us joglars, que avia nom Artusetz, li prestet dos 

20 cens raarabotis, c menet lo ben un an ab si e nolh cn det 
denier. E cant venc un dia Artusctz joglars, si se mesclet ab 
un Juzieu, elh Juzieu li vengron sobre e nafreron Artuset 
malamen, lui et un son companhon. Et Artusetz et us sos 
companhs aucisseron un Juzieu, don li Juzieu aneron a reclam 

25 al rei e pregueron lo qu'el en fezes vendeta e que lor des 
Artuset el companhon per aucire, e qu'ilh li darian dos cens 
maralHìtis. El reis los lor donet amdos c pres los dos cens 
marabotis. Elh Juzeu los feiron ardre lo jorn dc la nativitat 
de Crist, si com dis Gullhems de Bergadan en un seu sirven- 

30 tes, dizen en el mal del rei: 

„E fetz una mespreison 
don ora nol deu razonar, 
quel jorn de la naision 
fetz dos crestias brusar: 
35 Artus ab autre son par, 
e non degra aici jutgar 
a mort ni a passion 
dos per un Juzieu fellon. — 

Don us autre, que avia nom Peirc joglars, li prestet deniers e 
40 oavaus, et aquel Peire joglars si avia grans rnals ditz de la 
velha reina d'Englaterra, laquals tenia Fontebrau, que es una 
abadia, on se rendon totas las velhas ricas. Et ella lo fetz 
ausire per paraula del rei d'Aragon. 



12. dedinz lo castcl] dintrc F. — prendre F. — 13. li fehh J K. — 
14. licnric K. — 15. cincquanta K. •— cauallcra K. — 16. hcnrics F. — 
quclh] qill F. cauallcr K. — 17. rcenson] prcxon F. nol] no F. — paget 
F K. 18. nrragon J. — eissircn F. — 19. artuset J K. — dozenz F. 
C C J K. — 20. mcnete F. — ab si] cossi F. — 21. un] una F. — 
artuset J K. — ab] con F. — 22. juzeu K. judeo F. — juzeu K. judei 
F. — sill forn sobra sil naffreron malamcn F. — 23. artuset J K. — ct us 
sos] el F. — 24. si auciscron F. ccusscron J. — Juzieu] dels judcus F. — 
Ju/icu] judei F. — a rcclain fehlt J K. — 2>. pregeron FK. - e] fehlt F. — 
26. Artus JK. — que i 11 F. — CC FJK. — 27. donec F. — pres] tolc F. — 
C C F J K. - 28. judei F. — los] lo F. lcs J K. feron F. — ar.be] 
brusar F. — j or n] dia F. — 29. Brcgadan K. bergucdam J. — 30. en cl 
fehlt F. — 31. E] cn F. — 33. quel] quc F. — 34. dos] dons J K. — 36. aissi 
F. — iui/.ar F. 38. judcu fclon F. — 39. ioglar J K. — 40. cauals 
F. — dich F. — 41. rcgina F. — danglcterra F. — fontcbraus F. — ques 
F. — un abdia F. — 42. rcndian F. — 43. aucire F. — 



Digitized by 



121 



E totz aquestz laitz faitz remembret en Bertrans de Bom 
45 al rei d'Aragon cn aquest sirventes que <lis: „Quant vei per 
vergiers desplejar los eendaus grocs, indis." 

44. laichz F. Uich J. — faich J K. — remembrct] recordct al rei darajjon 
bcrtrans F. — 45. darragon J. -- quan etc. fchlt K. — 46. ccndans K. 

Zu 37- 

Bertrans de Born si s'apellava „Rassa" ab lo corate Jaufre 
de Bretanha, qu'era fraire del rei jove e d'en Richart, qu'era 
coms de Peitieus. E'n Richartz e'n jaufres si s'entendion en 
!a domna d'en Bertran de Born, na Maenz de Montanhae, el 
5 reis n'Anfos d'Aragon e'n Raimons, lo coms de Tolosa. Kt 
ella los refudava tot/. per en Bertran de Born, que avia pres 
per entendedor e per castiador. K per so qtie ilh remasessen 
dels precs d'ella, el volc rnonstrar al comte jaufre, quals ent la 
domna en cui el s'entendia e si la lauzet en tai maneira tjue 
IO par qu'el l'agues vista nuda e tenguda. E volc ben c'om 
saubes que na Macnz cra la soa domna, aquella que refudava 
Peiteus, so era en Richartz, qu'era coms de Peitieus, e'n Jaufre, 
qu'era coms de Bretanha, el rci d'Aragon, qu'era senhcr de 
Sarragoza, el comte Raimon, qu'cra senhcr de Tolosa, e per so 
15 dis en Bcrtrans: 

Rassa, als rics es orgolhosa 
c fai gran sen a lei de tosa, 
que no vol Peitieu ni Tolosa 
ni Bretanha ni Saragosa 
20 anz es tant de pretz envejosa 
qu'als pros paubres es amorosa. 
E d'aquesta razon queus ai dicha el fetz son sirventes de 
blasmar los rics que re non donon e que mal acolhon e sonan 
e que senes tort ochaisonen e, qui lor quier mcrce, que non 
25 perdoncn ni scrvizi non guizcrdonen; et aqucls quc mais non 
parlon si non dc volada d'austor ni mais d'araor ni d'armas non 
auson parlar entre lor. E volia quel coms Richartz gucrrejes lo 
vescomte de Lemoges c quel vcscoms si dcffcndes proosamen. — 

I. sappellaua F. — Raissa J K. — con lo contc F. — 2. qu'era fchlt 
F. — 3. piteus F. — c richart/ c F. — 4. cna mcuz J K. — 5. namfos K. — 
darragon J K. — ramons F. - 7. se remanscsscn F. remcscscn J K. — 
9. cui] qe F. — scntcndea F. — la lau/.etz F. lau/.et J K. — ■ maineira J K. 
niainera F. — 11. qel era na maen/. F. - — maeuz T K. — 12. piteu F. — 
en fehH F. — piteu F. — cn iaufrcs J K. e iaufre F. — 13. darragon J. — 
14. sara^osa F. — 16. es] et/. J K. — or«,'oillasa J. orjjoilloia K. — 17. fai] 
faitz J K. — scn] sent K. 18. piteu F. — 10. seragosa J K. - 21. qu'alsj 
qal F. als J K. — pro pauhre es F. — paures J K. — cs amorosa fchlt 
J K. — 22. queus] qeu F. — dicha] ditz F. — de] c de F. — - 23. rc 
non donon] tenon don J K. — acolhon c sonan] uoh n c soucn J K. — 
24. ocaisonon F. — quicr fchlt F. — 25. ^uierdoncn J K. — ez aqucllor 
qi F. — 26. uollada F. — 27. coms fehlt F. — 28. lcmozes F. lcmogasJK. — 
defifendcs J K. — 



Digitized by Google 



122 



E d'aqucstas razos si fetz lo sirventes que ditz: „Rassa, tan 
30 creis e raont' e poja cella qu'es de totz enjanz voja." 



29. si] el F. — Rassa ctc.] fehlt F. — 30. Cella etc.] fehlt K. 

Zu 38. 

Bertrans de Born si fo acomjadatz de soa domna, ma 
domna Maenz de Montanhac, e nolh tenc pro sagramenz ni 
esditz qu'el fezes en comtan ni en chantan qu'ela volgues 
crctre qu'el non ames na Guiscarda. E si s'en anet en Sain- 
5 tonge vezer ma domna na Tibors de Montausier, qu'era de las 
plus prezadas doranas que fossen el mon, de beutat e de valor 
e d'enscnhamen. Et aquesta domna era molher del senhor de 
Chales c de Berbesil e de Montausier. E'n Bertrans silh fetz 
reclam de ma domna Maenz que l'avia partit de si e nol volia 

10 creirc per sagramcn ni per esdich que li fezcs qu'el no volgues 
ben a na Guiscarda. E si la preguet qu'clal degues recebre 
per cavallier e per servidor. Ma domna na Tibors, com savia 
domna qu'ella era, sil respondet enaissi : „Bertrans, per la rason 
que vos etz vengutz sai a mi, eu en sui mout alegra e gaja e 

15 tenc ra'o a grant honor e d'autra part si me desplatz: ad honor 
m'o tenc, car vos m'ez vengutz vezer ni prejar qu'eu vos prenda 
per cavallier e per servidor, e desplatz me mout, si vos avetz 
faich ni dich so, per que raa dorana Maenz vos avia dat comjat 
ni per que sia irada ab vos. Mas eu son aquella que sai ben 

20 com se cambja tost cors d'amadors e d'amairitz. E si vos non 
avctz falhit vas ma domna Maenz, tost en sabrai la vertat; e si 
vos retornarai en la soa gracia, s'enaissi es. E si en vos es lo 
falhimens, eu ni autra domna nous deu mais aculhir ni recebre 
per cavallier ni per servidor. Mas eu farai ben aitan qu'eu vos 

25 penrai a raantener a far lo concordi entre vos et ella." Bertrans 
si s'en tenc raout per pagatz de la responsion de ma domna 
na Tilx>rs e proraes li qu'el non araara mais autra dorana ni 
servira si non ma domna na Tibors, si causa er qu'el non 
pogues recobrar l'amor de ma domna Maenz. E ma domna 



2. macuz J K. macnza F. — tenc] tcn J. — 3. quella F. — 4. san- 
tongne F. — 5. montasqucr J K. — 7. aqucsta] aqella K. — moller K. — 
8. charles F. — bcrbcsill F. — montauser F. — E'n] e F. — 9. maeuz K. 
maeutz J. — 10. esditz F. — q ue ] qd F. — II. preget F. — qella lo F. — 
12. com] si con F. — 13. enaisi F. — Bertran J K. — 14. mi] mai F. — 
sui] son JK. — molt F. — 15. sim desplai F. — 16. teinR F. — m'ez] 
mest F. — vezer ni] uener c F. — 17. molt F. — 18. ditz F. — macuz 
JK. — 19. ab] con F. — son] sui F. — 20. cor cn amadors e en amariz 
F. — si] fehlt F. — 2t. faillitz F. — macuz J K. — sabria F. — 22. re- 
tornara F. rctornerai J K. — seua «ratîa F. — s'enaissi cs fchlt F. — 
23. no uos F. nos JK. — 24. caualer F. — 25. penra K. — mantcner] 
manticier et F. — 26. s'en fehlt F. — molt F. — ma] la J K. — 27. ni 
servira fehlt F. — 28. cosa F. — er] era F. — 29. l'amor fehlt F. — maens 
F. macuz J. maeutz K. — 



Digitized by Google 



123 



30 na Tibors promes a'n Bertran, s'ella nol podia acordar ab ma 
domna Maenz, qu'elal recebria per cavallier e per servidor. E 
non anet longa sazos, que ma domna Maenz saup qu'en 
Bertrans non avia colpa, et escoutet los precs quelb eron faich 
per en Bertran e sil tornet en gracia de vezer lo e d'auzir sos 

35 precs. Et el li comtet el dis lo mantenemen quelh avia faich 
ma domna na Tibors e la promession qu'ella avia faich ad eL 
Don ma domna Maenz li dis qu'el prezes comjat de ma domna 
na Tibors e queis fezes absolver las promessions elz sagramens 
que ilh avian faitz entre lor. Don Bcrtrans de Born fetz aqucst 

40 sirventes: „S'abrils e folhas e flors." 

E si recordet lo socors qu'anct a dcmandar a ma dompna 
na Tibors e l'acolhimen qu'ella li fez dinz son repaire en una 
cobla qu'el dis: „Dompna, s'ieu quezi socors." 

Ez en las autras coblas blasmet los rics baros que ses 

45 donar, per paor volian prez aver e qu'om non auses rctraire 
los mals quc ilh fazian; ez autre, que baston, volian se far 
parer rics, autre per tener cans et austors; ez aulre per 
guerrejar laisson joi e joven et amor, li autre per los granz . . . 
que fazian als torniamenz, on raubaven los paubrcs cavalliers e 

50 laissavan los granz faitz d'onor. E d'aquestas razos fez aquest 
sirventes. 



30. qe sella F. — ab ma domna Maenz] con soa dompna F. — 31. maeuz 
J K. — qeUa lo F. — 32. sazo J K. — maeuz J K. — sap J. — qc F. — 
33. bertran J K. — quelh] qill F. — 34. cn] em F. — bcrtran de born e F. — 
e fchlt F. — 35. ez el dis c contet lo F. — mantincmen F. — 36. ma] de 
ma F. — e la] ella F. — promission F. — el] ell F. cls JK. -- 37. má 
domna] Ma. F. — maeuz J K. — qu'el prezes] del pretzet J K. — 38. qucis] 
qes F. — absoluere F. — promissios F. — 39. que ilh] assatz don cs queil 
J K. — faich J. — 41. E si etc. alles Folgende findet sich nur in F. — 
domandar F. — 42. lacoillime F. — 46. cz autrcs F. — basten F. — 
47. autres F. — ez autres F. — 48. los autrcs F. — g*anz] das zu diesem 
Adj. gchòrige Subst., etwa conquestz oder gazanhs fehlt im Ms. — 49. caua- 
lers F. 

Zu 44. 

Bertrans de Born, si com eu vos ai dich en las autras 
razos, si avia un fraire, que avia nora Constantins de Born, e 
si era bons cavalliers d'armas, mas non era hom que s'entre- 
meses molt de valor ni d'onor, mas totas sazos volia mal a'n 
5 Bertran e ben a totz cels qui volian mal a'n Bertran. E sil 
tolc una vetz lo castel d'Autafort, qu'era d'amdos comunalmen. 
E'n Bertrans sil recobret e sil casset de tot lo poder. Et 
aquel si s'cn anet al vescomte de Lemogcs, qucl degues man- 
tener contra son fraire, et el lo raantenc. El reis Richartz lo 



I. vos] fchlt F. — 2. constantin FK. constanti J. — 3. cauallier JK. — 
scntremezes F. sentramescs J K. — 4. donor ni dc ualor F. — 5. e ben — 
Bertran] fehlt J K. — 6. tolc una] luna F. — comunalmen] en communailla 
F. — 7. recrouet F. — 8. uescont F. — lemogas J K. — 9. richart J K. — 



I2 4 



io raantcnc contra'n Bertran. E'n Richartz si gcrrcjava ab n'Airaar, 
lo vcscorate dc Leraoges. K'n Richartz e n'Aimars si guerre- 
javon ab en Bertran elh fondian la soa terra e lalh ardian. 
Bertrans si avia faich jurar lo vescomte de Lemozin el corate 
de Pciregors, que avia nom Talairans, alcal Richartz avia touta 

15 la ciutat de Peiregors, e nolh en fazia negun dan, car el era 
llacs e nualhos. K'n Richartz si avia tolt Gordon a'n Guilhem 
de Gordon, et avia promes de jurar ab lo vescomte et ab 
Bertran de Born et ab los autres baros de Peiregors e de 
Leraozin e de Caercin, losquals en Richartz deseretava; don 

20 Bcrtrans lo repres íort — E fctz de totas aquestas razos aquest 
sirventes que dis : „Un sirventes que raot non falh ai faich 
c'anc nom costct un alh." 



10. mantenia J K. — contra F. — e richart F. — ab] con F. — II. lcmo- 
gas J K. — E'n] c F. — richart F J K. — naimar JK. — 12. con bcrtran e si 
conftmdran la seua F. — lalh] la 1i F. — 14. taìairan F J K. — richart F. — 
touta] tota J K. — 15. nolh en] non len F. — el fehlt F. — 16. tlacs e 
uils e n. F. — E'n] e F. — si fehll F. — tolt] tot J K. — cordon F. — 
17. cordon F. — con Ie F. — ab] con F. — 18. ab] con F. — tq. lemozi 
J. — caersin F. — cn] fchlt F. — dcsertaua F. — 20. lo] los F. — de 
totas] fchlt F. — 21. que dis ctc.] fehlt F. 

Zu 1. 

• 

Quant lo reis Richartz fo mortz, el remas us sos fraire, 
que avia nom Joans scs Tcrra per so qu'el non avia part de 
la terra. E fon faitz reis d'Englaterra et ac lo regisme el ducat 
de Quitania el comtat de Peitieus. E tan tost com fon faitz 
5 reis e scnher del comtat e del ducat de Peiteus, el s'en anet 
al comte d'Engolelraa, que avia una raout bella filha piucella, 
que avia ben quinze anz, laqual avia faita jurar en Richartz a 
n'Ugo lo Brun, qu'era coms de la Marcha et era botz d'en 
fuufre de la Senha et era sos vasals; el coms d'Engolelma 

10 Ì'avia jurada la lilha a molher e receubut pcr filh, qu'el non 
avia plus ni filh ni filha. E dis al comte d'Engolelma qu'el 
volia sa filha per molher e fetz se la dar et esposet la ades et 
raontct a caval et anct s'en ab sa molher en Normandia. E 
quant lo coms de la Marcha saup quel reis l'avia touta sa 

15 molher, fon mout dolens et anet s'cn reclamar a totz sos 
parens et a totz sos araics, e tuit en foron raout irat e preiron 



I. richarz F. — 2. Joan J K. ioh.ins F. — 3. danjjeHcrra F. — regissmc 
K. — pitcu F. — E tan] es F. — 5. ducat e del comtat F. — piteu F. — 
6. dongollelma F. — qucj puçella qui F. — molt F. — pucella J. — 
XV. F J K. — fata J K. — riçarz F. — a] an J. — 8. marqua J. — 
U dVn] ntps de F. — 9. scingna J K. signa F. — ct era] e F. — uassals 
F. — to. lal auia F. — a] a dar per F. — it. plus ni lilh ni filha] mais 
rill ni filla F. plus ni fiUa K. — qu'el] qe F. — 12. sa lila K. la soa filla F. — 
efffez sclla darc ez adcs la csposet F. — 13. ab sa] con la F. — E fchlt F. — 
14. cons F. — marqua T- — sa] soa F. — 15. molt fo F. — s'cn] se F. — 
rcclamarc F. — ió. sos] ses J K. — forn molt F. — prendron F. — 



Digitized by Google 



125 



conselh que ilh s'en anesson en Bretanha c tolgucsscn lo filh 
dcl comte Jaufrc, quc avia nom Artus, e qu'en fezesscn lor 
scnhor ; quc pcr razon o podion far, qu'cl era filhs de comtc 

20 Jaufre, qu'era enanz natz qucl reis Joans. Kt cnaissi o fcircn 
c fciron d'Artus lor scnhor e jurcrcnt li fezeutat e mencron lo 
en Peitieus e tolgron a) rci Peitieus traitz alcanz castels e borcs 
fortz quc avia cn Peitieus. Et cl s'estava ab sa molher en 
Normandia, que noit ni jorn mais da lcis nois partia ni manjan 

25 ni bcven ni durmcn ni velhan, e mcnava la en cassa et en 
forest et en ribeira ab austors et ab falcons. Et aquist baron 
li tolion tota la terra. 

Iien s'avenc c'un jorn lor venc granz dcsavcntura; quc ilh 
avion sa maire assisa en un castel que a nom Mirabels, ct el 

30 per confort d'autrui si la socors a no-saubuda c venc si ccla- 
damcn c'anc non saubron novcllas tro qu'cl fon jos cl borc ab 
cls. E trobct los dunnen e prcs los totz: Artus e sos baros e 
totz aqucls que tenion ab el. E per jelosia de la molher, car 
non podia viure ses leis, el abandonet IVitieus e tornct s'en en 

35 Normandia e laisset los preisonicrs per sagramenz e per ostages 
e passct s'cn en EnglaU rra e menct ab si Artus c'n Savaric de 
Maulcon el veseomte de Castel Airaut. E fetz ncgar son ncbot 
Artus, c'n Savaric dc Mauleon fetz metre en la tor Corp, lai on 
hom mais no manjava ni bcvia, el vcscomte de Castel Airaut 

40 atrcssi. E tan tost com lo rcis de Franza saup quc lo reis 
Joans ab sa molhcr cra passatz cn Englatcrra, cl cntrct ab gran 
ost en Nonnandia c tolc li tota la tcrra. Klh baron dc Pciticus 
se rcvclcron, <• tolc Guilhelms tot IVitieus trait Ka Rochella. 
K'n Savarics de Mauleon , com h<»m valcnz <• savis c larcs, si 

45 s'cngenhct, si qu'el eseampet foras dc la preison e pres lo castel 
on cl cstava pres. Kl reis Joans fctz patz ab el, qu'el Io laisset 
anar c det li en garda tota la tcrra qu'el non avia per<luda de 



17. ancson J K. — tolguessen] tolge F. — t8. fezescn K. fczesson F. ■ — 
19. podian F. — 20. iohnns J. — cnaisi F. — fciren e feiron] feren F, — 
21. iureron F. — li fezcutat e meneron felilt F. — 22. pciticu J K. piteu F. — 
piteu F. — 23. piteu F. - con la moillcr c F. — 24. ni] c F. — mais no sc 
partia della F. — 25. buuen F. — 20. rihcire J K. reheira F. — ah] con F. — 
et ah] e con F. — Kt] cz F. 28. s'avcnc] sauce F. — j°™] <'i a F. — 
lor] li J K. — una graoz F. — que ilh] queil | K. qill F. — 20. auian F. — 
sa] una soa F. — assiss.i J K. — mirahel F J K. — 30. socoret F. — non- 
saubuda F. — celladament F. — 31. saupron F. — borcs con F. — 
32. dormcn F. - sos] los F. — 33. que] qui sc F. — ab] con F. — ^'closia 
della F. — 34. pitcu F. — en] e K. — 35. prcisoners K. prexonicrî, F. — 
36. enylcterra J K. enycllerra F. — e'n] et en F. — sauarics J. — 37. maleon 
J K. — uesconte F J K. — 38. malcon J K. — 39. de] del J K. — 
40. autressi F'. — tan] si F. — quc lo] qucllo J K. qel F. — 41. iohans F. — 
ab sa] con la F. — englctcrra F J. - ab] con F. — j^rand F. — 42. pcitieu 
J K. piteu F. — 43. se] si sc F. — reuclaron F. — tolc Guilhelms] tolgron 
U J K. — peiticu J K. piteu F. — rocella F. — 44. sauaric F. — maleon 
J K. — 45. sen<,'»*igna J K. — de la prcison fora F. — 40. on stnua F. — 
iohans si F. — ab] cou F. — qu'cl lo] «, F. — 47. qu'el] laqual F. — 



126 



Pciticus c de Gasconha. E'n Savarics s'en venc e comenset la 
gucrra ab totz los cncmics del rei Joan c tolc lor tot Peitieus 

50 c tota Gasconha. El reis se sojomava cn Englaterra en cambra 
ab sa molher ni non donava socors ni ajutori a'n Savaric de 
MauUîon d'aver ni de gen. Don Bertrans de Bom lo joves, lo 
filhs d'en Bertran de Bom d'aquels autres sirventes, per lo 
besonh qu'era a'n Savaric e per lo reclam que tota la genz de 

55 Quitania e del comtat de Peitieus en fazian, si fetz aquest sir- 
ventes: „Cant vei lo temps renovelar." 

48. peitieus J K. piteu F. — 49. guera K. — ab] con F. — cnimics F. — 
iohan J. — lor] allor F. — peitieu J K. piteu F. - 50. soiorna J K. — 
en] fehlt F. — engleterra F. — chambra con la moillere F. — 52. maleon 
JK. — de gen] gen F. — 53. d'aquels] qui fez aqels F. — 55. piteu F. — 
56. Cant ctc.] fehlt F. 



Digitized by Google 



L i e d e r. 



i. 

Dieses Gedicht befindet sich in FJK, von denen J und K 
fûr die Kritik identisch sind. Die befolgte Orthographic ist die 
von J K. 

1. Ai! Lernozis, francha terra cortesa, 

roout me sap hon car tals honors vos creis, 
que jois e pretz e deportz e gajesa, 
cortesia e solatz e dornneis 

s'en ven a nos, el cors estej' enceis; 5 
heas deu gardar qui a drutz se depeis 
per cals ohras deu domna csscr quesa. 

2. Dons e scrvirs e garnirs e largucsa 
noiris amors, com fai l'aiga los peis, 
ensenhamenz e valors e proesa 10 
armas e cortz e guerras e torneis; 

e, qui pros es ni de proessals feis, 

mal estara, s'aoras non pareis, 

pois na Guiscarda nos es en sai tramesa. 



I. A lcmozin F. — 3. fjaicssa J K. — 5. cor F J K. — cstci anceis 
F. esteian auccis J K. — 7. csser dompna F. — qucsa] conquissa J K. — 

8. Dos e seruir F. — largesa F. — q. lo peis J K. — los pes F. — 
10. proessa J. peresa F. — II. corz K. cort F. — 12. procsas F. — 
14. puois K. pos F. — cs sai tramesa F. a en zai trames J K. 

2. 

Dieses Gedicht liegt in 9 vcrschiedenen Versionen vor, welche 
durch die Handschriften ACDD C FFJKN vertreten vverden. Nach 
fiartsch, Grundriss pag. 116 vvâre dasselhe in N anonym, doch ver- 
sichert Suchier in der Rivista di Filologia Romanza II, 167, Anm. I, 
dass alle in N enthaltenen Lieder Bertrans de Horn den Namen 
des Dichters tragen. Die 9 Handschriften zerfallen in 2 Gruppen: 
CF und A D D c F J K N. Innerhalh der zweiten Gruppe sind die 



128 



Alnveichungen nicht sehr gross, doch scheint folgende Figur das 
Verhâltniss der cinzclncn Redactioncu zu einander dar/.ustellen : 



I 

i i 



D D° F J K N zeigen namlich an einigen Stellen die gleichen Fehler, 
wo A die richtige Lesart hat, z. B. v. 7 „meiller u statt „melhor" 
und v. 48 „cochas" statt „cocha". Auch in v. 20 tritt A den 
iihrigen Handschriften entgegen mit „guerra" gegen „guerr'e", doch 
ist hier nicht zu cntscheiden, welches das Richtige ist, da diese 
Strophc in CE fehlt; ebenso hat v. 34 A den Accusativ „cui" 
deutlich ausgcdrûckt, wáhrend dic iïbrigen Handschriften dieser 
( iruppe in „ qui " den Nominativ zu sehen scheinen. — • Zweitens 
sclieiden sich DD C JKN von AF durch folgende gemeinschaftliche 
Abweichungcn : v. 15 „c" statt „0" und v. 38 „nos" statt „nous", 
wo allerdings D ebenfalls die richtige Lesart zeigt. — Deutlicher 
ergiebt sich die Sonderstcllung von DJKN durch zwei gemeinsame 
Fehltrr, nàmlieh v. 10 „sojorns" statt „sols jorns", v. 12 „sors" statt 
„sortz". — Endlich lesen DJK fàlsehlich v. 7 „sabors" statt „sabor", 
v. 14 „del" statt „de". Die Stellung von D c innerhalb u ist nicht 
genau zu bestimmen. — 

Die Reihenfolge der Strophen ist in allen Ilandschriften von 
x dîe gleiche, CF stellen 4 und 5 um, in N fehlen die 6 letzten 
Zt-ilen des (iediehtes, D° zeigt von Strophc I nur den ersten Vers 
und Strophe 2, 4, 5. — Die OrthogTaphie ist die von A. — 

1. Al doutz, nou tennini blanc 
del pascor vei la elesta, 
don lo nous temps s'escontenta, 
quand la sazt>s es plus genta 
e plus avinens e val mais, 5 

1 — 14 in E nur bruchstiickwcise , in D«" von Strophe l nur der erste 
Vers. — I. tloutz, nou] nou dnutz A D. — 2. vci] ucs C. — elesta] scsta CE. — 
3. don lo nous] del nouclh CE. — 5. e] fchlt C. — avinens] couinens C. — 




Digitized by Google 



I2Q 



ct hom deuria esser plus gais, 
e melhor sabor me a jais. 

2. Pcr quem pesa car m'eslanc, 
qu'ieu ades non pas la festa, 

c'us soL jorns mi sc-mbla trenta 10 

per una promessa genta, 

don mi sortz trebalhs et esglais, 

e non vuolh, sia mieus Doais 

ses la sospeisson dc Cambrais. 

3. Pustclla en son huolh e cranc 15 
qui ja mais l'en amonesta! 

quc ja malvastatz dolenta 

non valra mession genta, 

ni sojorns ni estar ad ais 

tant cum gerra, trebaltís e fais, 20 

so sapchal senher de Roais. 

4. Ni auc no'n vi bratz ni flanc 
tronchat ni gamba ni testa 
ferit de plaja dolenta 

ni ab grand ost ni ab genta 25 
nol vi a Roam iu a Sais, 
e membres li c'om li retrais 
qu'anc en escut lansa non írais. 

5. Gerra ses fuoc e ses sanc 

de rei ni de gran poesta 30 
cui coms laidis ni desmenta 
non es ges paraula genta; 
qu'el pois si sojorn ni s'engrais! 
e joves cui guerra non pais 
n'esdeven leu flacs e savais. 35 

6. Reis de Franssa, eus tenc per franc; 
car om a Tors nous fai questa 



6. et hom deuria] quascus dcgr C. — 7. melhor] mager CE. — mi a jais] 
matrays C. — 

9. qu'ieu] quar C. — pas] uey CE, — 12. sortz] sors CDEJKN. — 
trebalhs] trcbols N. temors C E. — 

15 — 21 fehlen in CEDc. — 15. Pustella] postell DFJK. — e] o 
DJKN. — 16. l'en] Lm A. lui N. — 17. maluestaU D J K. maluestat F. — 
18. non] nol J K. noil A. — 20. guerra] guerT e DFJKN. — trebalhs] 
trcbaíll FJKN. — 

22. Nil et CE. — no'n] no DE. nol C. noill F. — vi] uim A. — 
23. tronchatj trenchat CD«. traucat EF. — 26. vi] uim AF. — Roam] 
roan D. rohom E. rrohon N. rom J K. — a Sais] azais Dc. assais CDN. — 
27 und 28 bildcn in CE v. 34 und 35. — 

30. ni] oCE. — 31. cui] qusCEN. — coms] homAN. — 33. qu'el] 
quc CE. — 34 und 35 bilden in CE v. 41 und 42. — 35. n'csdeven] esdeven 
E. cndeucn C. — 

36— 45 fchlcn D«. — 36. de Fransa] de fran N. dc francha JK. frances 
C. dels franccs D. — 37. nous] non AJKN. — pus a tort nos fai hom 
quc»ta CE. — 



9 



130 

ni de Giorlz nous presenta 

patz ni fm que sia genta: 

ec vos la gerra e la pais! 40 

e ja, entro qu'om si eslais, 

non er sos pretz fins ni verais. 

7. Ges de n'Oc e Non nom planc, 
qu'eu sai ben qu'en lui non rcsta 

la gerra ni non s'alenta, 45 
c*anc patz ni fis nolh fon genta, 
ni hom plus volontiers non trais 
ni non fetz cochas ni assais 
ab pauc de gens ni ab gran fais, 

8. Lo reis Felips ama la pais 50 
plus quel bons hom de Talantais. 

9. En Oc e Non vol gerra mais 
plus que non fetz uns dels Algais. 



38. Giortz] guiorz D. guiotz J K. guizort F. guiza C E. — nous] non C. 
nos J K. rnos N. — 39. fin] fis C E. — quc] qucus C E. — 40. cc] et D. 
e FJ. a N. — ec vos la gucrra] quab lui es la gucrr C E. — 41 und 42 
bilden in C E v. 27 und 28. — 41. ja entro] domentre ADFJKN. — 
qu'om si] quels E. ques C. — lo reys on pretz non es (er E) uerays C E. — 

43. de n'Oc] doc C E. — nom] no mi C E. — 48 — 53 fehlen N. — 
48. cochas] cocha D E F J K. — 49. gens] gent C E F. — 

v. 51—53 in E verstûmmelt. — 51. Talantais] tarantais F. calentais D. 
carentrais C. — 53. plus quc non fetz us] qe no uol negus F. qe no fai 
ncgus C. 

3- 

Dies Gedicht wird uns durch fûnf Handschriften ûberliefert, 
nâmlich C J K M d. Von diesen sind J K d, wie immer, fast identisch. 
Diesem Typus steht von den beiden andern Handschriften M nâher, 
wâhrend C mehr von ihm abweicht. In Bezug auf die Reihenfolge 
der Strophen herrscht nicht vôllige Uebereinstimmung zwischcn den 
Handschriften. Die von mir beobachtete Anordnung ist die von C ; 
JKMd stellen 4 und 5 um. Die Orthographie nach C. 

1. Anc nos poc far major anta, 
quan m'assoìs 
ni mi pres en dols, 
e, pus elh so a enquest, 
e platz mi dons quc ra'esclava 5 
ni quera lais, 
no m'es dans 
sils autrui enfans 



I. nos] nous C. — mager C. — 2. masols M. macols J Kd. — 3. nim C. 
e mi J K d. — 4. so] o J K d. — 5. mi] a mi C. — menclaua C. — mi 
dons nil plai qe mesclaua M. mi non es greu sil mesclaua J K d. — 6. nùn 
nirais J K d. — 7. no m'es] ni mes J K d. no raer C. — 8. autruis CM. — 



colgua els tnetis bressols, 

qu'ieu sui grans. 10 

2. Fatz cors, pus elha t'enchanta, 
tu t'o cols 

e fas i que fols, 

que de tot joi se desvest 

e de pretz si cura es lava; 15 

per ja mais 

lo bobans 

remanha el mazans, 

qu'ieu o vuelh, sil vols 

dos aitans. 20 

3. Lo senher de cui es Manta 
e Murols 

s'es prims de tersols 

tornatz, ab que sai non rest: 

sieus seria, s'il anava, 25 

lai Roais, 

Trevagans, 

Alaps e Arans; 

pus fera filhols 

dels Persans. 30 

4. Enaps e copas mazanta 
et orzols 

d'argent e pairols 

e sec ribeira e forest 

e sai tollia e donava: 35 

nos biais 

dels afans: 

pressas e mazans, 

guerra e tribols 

l'es enans. 40 



9. els meus] e mon C. — colc el mieu berssol M. colgua el meu bressor 
JKd. — 10. qUeus ni granz JKd. — 

II. fat cor C. — pus elha] e pos ill M. — tenzanta J K d. — 12. tu] 
e tu C. — 13. i] fehlt C. — que faitz qui que fols J K d. — 14. que] quar 

K d. — 15. si cur es 1. C. si cura e 1. M. — 16. per ja mais] per leiamâs 
" K d. — trop mirais C. — 17. lo] le M. fehlt J K d. — bobantz M. bubanz 

K d. — 18. remagn el manz J K d. — 19. sil uols] sil o vol J K d. sis uol 

4. si e vols C. — 

2t. lo] le M. sel J K. — senhor C. — 22. e mercurols M. e mercuriols 
C. — 23. ses prims de] ses prira C. fos premiers J K d. — 24. tornat C. — 

25. s'ill sieu M. — e fora seus sis nanava J K. car le ue sieu sil anaua C. — 

26. laij la C. — 27. trevas e guans C. — 28. Arans] berbanz J K d. — 
29. pus fara fdlols C. pois fera tillol J K d. e foran filhol M. — 30. pczans C. — 

31. copa C M. — mazanta J K M d. — 32. orçols M. oriols C. — ■ 
33. pariols J. — 34. riueire J K. riuiere d. ribiera M. — 35. tolli M. toli 
J K d. — 38. prcisas J K d. prieissas M. trescas C. — 39. gucrra] gerras M. 
fehlt J K d. — e tribol J K d. — ab tribol M. — 40. ler ennanz M. i en 
sonanz J K d. — 

9* 



Digitized by Google 




5- Entre Dordonha e Charanta 
es trop raols, 
som dis n'Auriols, 
qu'encar re noi a conquest, 
et er l'anta, sis pausava, 45 
qu'aissi lais 
benanans 
e gortz e tirans 
selhs qu'araar no sols 
e poissans. 50 

6. Ves mon Oc e Non t'avanta, 
Papiols, 

quar sieus es Bristols 

e Nortenseras e Susest 

e Londres e Titagrava 55 

c Carais 

e Roans 

e Coras e Cans 

e tot a quan vols: 

sai s'eslans. 60 

7. Rels Senhcr truans, 
cossi nous es dols 

lo raieus dans? 



41. Dardonha C. — Charanta] ialata JKd. — 42. trops M. — molhs 
C. — 43. dieis M. — nauraiols J K. nauranols d. — 44. re] fchlt C. — re 
noi a] noi a rcn M. — 45. Panta] li anta C. llanta J. — sis pausava] sis 
ncva C. — c quar lanta sasuava M. — 46. qu'aissi] ni que M. — 49. sel 
d. — sols] sol M. soill J K d. 

53. quar sieus] de cui J K d. — 54. Nortcnsems] niort enscms C. nortz 
c crenlz M. nolz e trims J K d. — Susest] sucst M. uzest C. — 55. tinta 
graua C. tuta grava J K d. — 56. quarais C. tarais J K d. — 57. c toranz 
J K d. — 58. e coras c ganz J K d. e carains c cantz M. cl borc sanch 
amans C. — 59. e tot a] e tot o C. pos tot ha M. as tot a J K. as tot o d. — 
vols] uol J K M d. — 60. sia scllantz M. — 

61. bclh C. bel JKd. — scinhers M. — truans] poissans C. — 
62. scres si nous dol M. cs si nous dol J K d. — 63. loj lc J K M d. — 
micu C. — Hintcr v. 63 hat M : „ Arcmers cmanz Es qamar de stol AIs 
amantz." — JKd schicbcn vor v. 61 cin : „Man uers (ncrs K d) cnanz Es- 
canar dcstol Als amanz." 

4- 

Dieses Iied ist in fûnf uns erhaltencn Handschriften nieder- 
gcschricben, namlich in D c FJKd, von dencn jcdoch D c nur die 
beiden crsten Strophen bringt. Die ùbrigen fallen auseinander, 
indem F den drei andern gegenûbertritt, \vie ein Rlick auf die 
Varianten lehrt, In den beiden ersten Strophen geht D° der Regel 
nach mit F zusamraen, gehòrt also nicht zur Gruppe J K d. — d end- 
lich ist eine Copie von K resp. von dessen Original, da es mehrcre 
Schreibfehler aus K mit aufgenomraen hat, die J nicht zeigt, z. R. 



Digitized by Google 



• 

»33 



v. 4i „autreis" und „cap" statt „autres" und „cab". — Die Reihen- 
folge der Strophen ist ùbcrall die gleiche. — Orthographie nach F. 

1. Ara sai eu de prez quals Pa plus gran 
de totz aquels ques leveron raaiti : 
messers Conratz Pa plus fi ses cnjan, 
ques defen lai a Sur d'en Saladi 

e de sa masnada croja; 5 
socoral deus! quel socors vai tardan: 
sols aural prez, que sols soffre l'afan. 

2. Senher Conratz, a Jesu vos coman, 
qu'eu fora lai a Sur, so vos afi; 

mas laissei ra'en, quar s'anavan tardan 10 
li cornt' elh duc elh rei e li princi; 
pois vi mi donz bell' c bloja, 
per quc s'anct mos cors afeblejan, 
qu'eu fora lai ben ha passat un an. 

3. Senher Conratz, eu sai do* reis qu'estan 15 
d'ajudar vos, ara entendatz qui: 

lo reis Filips cs Pus, quar vai doptan 

lo rci Richart, e cel lui dopt' aissi; 

ar fos us quecs d'els en boja 

d'en Saladi, pos van dcu galian, 20 

quar son crosat c d'anar mot non fan. 

4. Scnher Conratz, tot per vostr' amor chan 
ni ges noi gart amic ni cnemi, 

mas pcr sol fatz quels crosatz vauc reptan 

del passage qu'an si mcs en obli, 25 

non cuidon qu'a dcu enoja; 

qu'ilh se paisson e se van sojornan, 

eus enduratz fam, set, et ilh estan. 

5. Senher Conratz, la rodas vai viran 

en aquest mon, pur en mal a la fi, 30 



2. aquels] aquel J K d. — qucs] fehlt F. — 3. messers] mesers J K d. 
messicr D^ . scijmcr F. — Conratz] contra J K d. — fi] fins J K d. — 4. a] 
anJKd. — d'en] de J Kd. — Saladi] saladin D«JKd. — 6. seccoral F. — 
7. que] qar F. — 

8. Senher] meser J K d. — Conratz] conrat F. conra J K d. — Jesu] 
icusa F J. zcsu K d. — 9. queu] qen F. — a] an J K d. — Sur] surs Do . — 
so vos afi] de saladi J K d. — 10. s'anavan tardanj se tarzauen tan J K d. — 
II. clh] elli JKd. li F. — rei e li] baron eill Do . — 12. hloja] bona JKd. — 
1 3. quc s'anet] qen anet D« . — mos] lo Dc . — cors] cor F Dc . — 

15—50 fehlt in D°. — 15. Conratz] conrat F JKd. — dos reis] dui rei 

Í K d. — 16. cntendatz] cntendutz F. — 17. felips J K d. — 18. rei] reis 
■\ — e cel lui] cs cllui J K d. e lui F. — 19. en boja] cnbonia J. emboia 
F. — 20. d'en] del F. — saladin JKd. — dcu galian] dc dcu gaban JKd. — 
21. corsat F. — 

22. conrat F J K d. — 23. ami J K d. — 24. qucls crosatz] qeill crozat 
J K d. — 27. qu'ilh] que ill J K d. — 28. eus] e vos J K d. — fam] c fam 
e F. — ct ill estan] eill stan J K d. al uan F. 

29. conrat F J K d. — 



Digitized by Google 



134 



quar paucs en sai que no s*anon penan 

quom enganon vezi e no-vezi; 

raas cel qui perd, nolh par joja; 

doncs sapchan be cilh qu'eu dic qu'aiso fan 

que deus escriu so que dich e fach an. 35 

6. Senher Conratz, lo reis Richartz val tan, 
sitot, quan volh, de lui gran mal m'en di, 
qu'el passara ab tal esfortz ogan 

quora fair poira, so aug dir tot de fí, 
el reis Felips en mar poja 40 
ab autres reis, qu'ab tal esfortz venran 
que part l'arbre sec irem conquistan. 

7. Bcls Papiols, vas Savoja 

ten ton camin e vas Branditz brocan 

e passal mar, qu'al rei Conrat ti man. 45 

8. Quan seras lai, no t'enoja, 

tu li diras que, s'ar nolh valh ab bran, 
elh valrai tost, silh rei nom van bauzan. 

9. Mas bcn es ver qu'a tal dompnara coman, 
sil passatge nolh platz, non crei quei an. 50 



31. sai] fai F. — 

36. conrat F J K d. — reis] rei JKd. — richart F J K. rcichart d. — 
38. passara] passera J K d. — ab] ap J K d. 39. fairc J K d. — poira] 
pora F. poiran J K d. — 40. el] del F. ~ 42. lalbre J K. — 

43. Bel papiol J K d. — 46. seras] serais J K d. — t'cnoja] tin noia 
JKd. — 47. que] fehlt JKd. — ab] al JKd. — 48. valrai] ual roi JKd. — 
silh rei] sils reis J K d. — 49. vcr] vers J K d. — 50. sel J K d. sill F. — 
passatges F. 

5- 

Die Gruppirung der vier Ilandschriften ADJK, welche diescs 
Gedicht aufwcisen , ist iiusserst einfach : D J K gehôren zusammen 
und tretcn A gcgenúber, wie die unter dem Text angegebcnen 
Varianten zeigen. Leider war aber schon dic bciden Gruppen 
geraeinschaftliche Vorlage verstûramelt , sodass eine vòllige Her- 
stellung des Liedes aus dera vorliegenden Material unmôglich ist. — 
Orthographie nach A. 

1. Ar ven lá coindeta sazos 
que aribaran nostras naus, 
e venral rcis galhurtz e pros, 
c'anc lo reis Richartz non fo taus; 
adoncs veirem aur ct argcn despendre, 5 
peirieiras far destrapar e destendre, 
murs esfondrar, tors baissar e deissendre 
cls eneraics cncadenar e prendrc. 



7. effondar K. e fondar D J. — deisendre J K. dissendrc A. — 



zed by Google 



135 



2. Ges nom platz de nostres baros 

qu'ant faitz sagramens, non sai caus; 10 

per so n'estaran vergonhos 

cum lo lops qu'al latz es enclaus, 

quand nostre reis poira mest nos atendre; 

qu'estiers nulhs d'els non s'en poira defendre, 

anz dirant tuich : „Mi non pot hora mesprendre 1 5 

de nulh mal plaich, anz mi vuolh a vos rendre." 

3. Bella m'es preissa de blezos, 
cubertz de tenhs verraclhs e blaus, 
d'entresenhs e de gonfanos 

de diversas colors trctaus, 20 
tendas e traps e rics pavailhons tendrc, 
lanssas frassar, escutz traucar e fendre, 
elmes brunitz c colps donar c prendre 



4. Nom platz companha de basclos 25 
nl de las putana.s venaus 

sacs de moutos 

m'es laitz, quand son vengut de fraus; 

e mainadier escars deuria hom pcndre 

e ric home, can son donar vol vcndre ; 30 

en dompn' cscarsa nois dcuria hora entendre, 

que per aver pot plegar et estcndre. 

5. Bom sap l'usatge qu'al leos, 
qu'a ren vencuda non es raaus 

raas contr' orgolh es orgolhos ; 35 

el reis non a baros aitaus, 

anz, quan vezon que sos affars es mendre, 

ponha chascus cossil puosca mcsprendre; 

e nous cujetz qu'eu fassa motz a vendrc, 

mas per ric bar deu hom tot jorn contcndre. 40 

10. faitz] fag DJK. — II, sol sois A. — 12. qu'al] ca D. quan JK. — 
13. mest] mcs D J K. — 14. poiraj poiran D J K. — 15. mi] ni D J K. — 
pot homj podom D. podon J K. — 

17. blezos] blessos A. — 18. de tenhs vennelhs] de tenz blancs uer- 
melhs J K. c leins e blancs A. — iq. dentressems A. — 20. trelaus] trerc- 
taus J K. - dc diuers colors cntretaus A. — 22. frassar] frasar D J K. — 
23. e] granz D J K. — 24. fchlt in allen Hss. ; in A ist eine Liickc fúr einc 
Zeile. — 

25. nom] ges nom D J K. — basclos] basclons D. blascos A. — 

27. sacs] seis D. — Dic Lùcúe ist markirt in A D K. — dcs moutous J K. — 

28. quand] tan D J K. — deffraus J K. dcsfraus D. — 29. deuri D J K. — 
prendre D J K. — 30. homen A. — 31. deuri D J K. — 32. estcndre] 
tlccendre D. dcfendrc J K. — 

33. bom] ben D J K. — lusatgcs A J K, — 34. qanc a re ucncuda non 
fo m. D J K. — 37. que sos] quel scus D J K. — 39. cujetz] cugcs D J K. 



136 



Dies Gedicht findet sich vollstândig nur in JKd; ausserdem 
in D° die ersten beiden Zeilen und die dritte Strophe. — Ortho- 
graphie nach JK. 

1. A tornar ra'er enquer al premier us 
per los granz ops qu'eu vei sobraparer, 
e si mos chanz sap un pauc ves reclus, 
vostr' es lo tortz, e non de mon saber; 
qu'entrels maritz non es massa solatz; 5 
chantarai eu? — Oc, pois al comte platz; 

aissi trairai ira de raon conort, 

qu'cu trametrai a'n Symon de Monfort 

2. S'il vol venir per querre sos trabus, 

nolh lau qu'el torn a Helcaire jazer, 10 

on eschampet la velha de son bus, 

si qu'anc puois jorn no fetz mas deschazer; 

ar es l'enjanz de lui e dels clerjatz; 

quis retraira, oimais es enchantatz 

plus que vielhs lops e no vol penre port; 15 

si mal l'en pren, a cui darai lo tort? 

3. Qui falh en un semblan, fai que en plus 
falhis el temps que n'auria lezer; 

e tu, qu'estas, com fai ratz el pcrtus? 

No ves lo dan que t'en pot cschazer? 20 

Bar, salh enanz, esmou las mans els bratz, 

quVx/ fortz e ferras contrals desraesuratz! 

Quar per esfortz son maint home estort 

que autramen foran vencut e mort 

4. E puois oiraais era vengut a la lus, 25 
tragas enan sel que sabra valer, 

e devedam los plans e las palus 

e nons laissam sobrar per non-caler; 

quar li Franccs tornon totz drsarmatz, 

podem sabcr quals es lor volontatz; 30 

raas dieus e dreitz lor a camjat lor sort 

mal grat de cels qui uiseran l'acort. 



I. tornat J. — ancar Dc. - premcr Kd. — 2- 16 fchlt . — 2. obs J. — 
3. mas d. — saup J. — 4. vostr'cs] vostrc J K d. — 5. qucntrel/. J K d. — 
6. chanterai d. — eu] fehlt J K d. — Oc] a d. — 

II. escampet K d. — 14. rctrarai J. retrairai K d. — omais K d. — 
15. uiclz J. uicllz K d. — 

18. falhisl faills J K d. — tems J. — que n'auria] cauia lo J K d. - 
19. qu'estas] chcstas Dc. — fai ratz cl] fan rat cn J K d. — 20. quc] qucn 
J K. — echazer J K d. — 21. Bar] bars D l " . — enan D c . — mas Dc. — 
22. qu'est] qucs J K d. qctz D«. — 23. quar] quc J K d. — estort] csfort 
d. — 24. dauiramcn D". — 

25 — 52 fehlen Dc . — 28. non^] nos J K d. — 32. quc K. — la cort 
JKd. — 



Digitized by Google 



137 



5. Patz volh onrar, noirir e traire en sus 
e a chascun serai sos mantener, 

rnas questa patz qu'en Symos nos adus 35 

raub' e ansi' e fai d'aut bas chazer. 

Aiî croi baron! beus tenon enbregatz 

clerc e Frances ab lor enfenha patz, 

que sai venon et autreis lor acort 

tornar fara de ciutat a un ort. 40 

6. Arara digatz, Catalan escanius, 
on es lo prctz que soliatz avcr? 
qu'aunit viuretz, tro guerra vos escus 
ves lo rei qucus soli' onrat tener; 

lui mal plangetz e de ren nol venjatz, 45 
e qui l'a mort, si dorm a vostre latz. 
Qui fo ni es? Cel que ben s'o recort, 
ades pot raelhz blasmar vostre coraport. 

7. Aragones, nous fassatz plus iratz, 

troi diga raais, mas tant vuolh que sapchatz: 60 
tant dz falhit el rei et en sa mort, 
laig razonar fai en cort vostre tort 



33. volh] vol J K d. 34. chascuns J. chascus K d. — son JKd. — 
35. adutz J K d. — 36. ausi d. — chaer K d. — 37. beoua J K. beaus d. — 

43. quanit d. — uiourcU J K d. — 44. vcous lo bon rci qucous soli 
J K d. — 

51. tan JKd. — cs faillitz J K d. 

7- 

Fûl das nun fblgendc Lied hal>en \vir nur zwci Handschriften, 
C und ÌSI , y.ur Verfûgung, sodass hier von einer Classilìcation 
nicht dic Rede sein kann. l)ic beiden Ilandschriften entfemen 
sich jedoch schr \veit von einander, nicht nur durch die Lesarten, 
sondern auch dadurch, dass in M dic dritte Strophe und das 
Gclf.it ganz fehlen, \vahri-nd es dic iibrig. n in einer andern Reihen- 
folge, namlieh I, 5, 4, 2 bringt. Ich folge C in Bezug auf die 
Orthographie, die Anordnung und der Regel nach auch iu ISezug 
auf den Text, \venn nicht dcr Sinn, dic Grammatik oder cine Lùcke 
in dem Manuscript auf M zu recurrircn z\vingt. 

1. Bclh m'es quan vei camjar lo senhoratge 
elh vielh laissan als joves lur raai/.os, 
e quascns pot giquir a son linhatge 
aitans enfans que l'us puesc' esser pros: 
ladoncs m'es vis qucl segles renovelh 5 



2. clh viclh] cls uiels C. qel uit ilh M. — laixan C. laisson M. — 
lurs C. — 3. cascus M. — «iquir a] laissav en M. — 4. enfans] dcfans C. 
— tantz fds qe luns puesca bcn M. — 5. ladoncsj ailoncs M. — visj belh 
C. — scglcsj segle C. — renovelhj renouclla M. — 



138 



miclhs que per flor ni per chantar d'auzelh; 
e qui dona ni senhor pot carajar, 
viclh per jove, ben deu renovelar. 

2. Vielha la tenc, dona, pus capclaja, 

et 68 vielha, quan cavalicr non a, io 

vielha Ia tcnc, si de dos ílrutz s'apaja 

et es viclha, si avols hora lolh fa; 

vielha la tenc, si araa dins son castelh 

ez es vielha, quan l'ha ops de fachelh; 

vielha la tenc, pos l'enuejon juglar 15 

et es vielha, quan trop vuelha parlar. 

3. Joves es dona que sap honrar paratge 
et es joves per bos fagz quan los fa, 
jove se te, quan a adrcg coratge 

e vas bon pretz avol mestier non a; 20 

jove se te, quan guarda son cors belh 

et es jovcs dona, quan bes capdclh; 

jovc sc tc, quan noi cal devinar, 

qu'ab bclh jovent sc guart de mal estar. 

4. Joves cs hom que lo sieu ben enguatge 25 
et es joves, quan es ben sofraitos; 

jovc se te, quan prol coston ostatge, 

et es joves, quan fa estraguatz dos; 

jove se te, quan art l'arqua el vaisselh 

e fai estorn e vouta c sembelh; 30 

jove se te, quan li plai domnejar, 

et es joves, (}uan ben l'aman juglar. 

5. Vielhs es ricx hora, quan re no raet en gatge 
e li sobra blatz e vis e bacos; 

pcr viclh lo tenc, quan liura huous e fromatge 35 
a joni carnal si e sos companhos; 



6. d'auzelh] daizelh C. — 7. dona ni scnhor pot] seinhor ni donna uol M. — 
8. ben] bes M. — 

9. per uieilha tenc M. — pusj ma M. — 10. quan] pos M. — II. si] 
pos M. — dos] sos M. — s'apaja] si paya M. 12. si] qant M. — lolh] lo 
C. — 13. si ama) mas am M. — 14 und 15 fehlcn in C. — 14. quan] ma 
M {cf. v. 9, 13). — fachell M. 15. l'enucjon] lenuieion M. — 16. quan] 
quc C. — 

17. Strophc 3 fchlt in M. — es] fehlt C. — 19. jove] ioues C. — 
22. capdel C. — 

25. Jovcs cs hom quc] per ioucl tenc pos M. — 26. ben] bes M. — 

27. jove] ioues C. — pel ioucl tcnc pos pro M. — coston] costa C. — 

28. estragatz M. cstraguat C. — 29. jove] ioues C. — ioues qant art sarcha 
ni son uaissel M. — uaixelh C. — 30. ioucs q.in uol bastir cort e ccmbelh 
M. — 31. pcr iouel tcnc qan bcn uueilha iogar M. — 32. ben l'aman juglar] 
sap ben donneiar M. — 

33. ricx hom] totz homs M. — re no met] no met tcrra M. — 34. blatz] 
blat C. — c uiells qant ha uins ni blatz ni bacos M. — 35. quan etc.] pos 
liurcs ni formage M. — 36. e] non M. — 



Digitized by Google 



•39 



per vielh, quan vicst capa sobre raantelh, 
e vielh, si a caval qu'om sieu apelh; 
per vielh lo tenc, quan nol plai domnejar, 
e vielh, si pot guandir ses haratar. 40 
6. Mon sirventese port' e vielh e novelh, 
Arnautz juglars, a Richart, quel capdelh, 
c ja thezaur vielh no vuelh' amassar, 
qu'ab thczaur jove pot hon pretz guazanhar. 



37. per viclh) uills es M. — uest M. — 38. vielh, si] uiells qant M. — 
39. lo tcnc] fehlt C. — uiells es quan uol un ior en paz cstar M. — 40. vielh, 
si] uills quan M. — 

41. Das Geleit nur in C. ~ 42. arnaut iugl&r C. — 44. bon] fehlt C. 



8. 

Von den 5 Handschriften , welche dies Lied auf\veisen, nám- 
lich ADFJK, sondert sich zunáehst A ab, das einen eigenen 
Typus reprasentirt; sodann gehòren \viedcr DJK zusammen, von 
denen J K al>er der Lesart von D raanchraal entgegentreten. F 
hat grosse Ab\veichungen zu verzeichnen, mit denen es jedoch fast 
immer allein steht. Einige Stellen kònnen indessen als Beweis dienen, 
dass es aus einera Typus der Gruppe DJK geschòpft hat, z. B. 
v. 6: semblais A, serabla FJK, scmblan D; v. 20: qetz e clis A, 
quc salis DJK, qe sasis F; v. 31: queral DFJK statt quera A; 
v. 32 lo A, îol DJ K, loill F; v. 37: pois qer vengutz de la maigna 
A, pois uengutz es dalemaigna (dalumaigna JK) DFJK; v. 51 lo A, 
sos DFJK. Dagegen ist es nicht ganz leicht, der Handschrift F 
innerhalb dieser Gruppe genau ihre Stellung anzu\veisen. Aus v. 20 
lcônnte man schliessen , dass sic sich J K nahcrt , wo sie mit J K 
„estre" liest gegen „estar" in AD; gegen dicsc Annahme spricht 
aber v. 12, wo DJK „ens" lesen gegen „e" in AD, und v. 49, wo 
DJK gemeinschaftlich den Fehler „iara" haben, wàhrend hier F 
die richtige Lesart von A „ian" be\vahrt hat. Ich glaube daher 
der Wahrhcit am náchsten zu kommen , \venn ich folgende Grup- 
pirung der Handschriften annchmc: 

X 

i 



{ 1 



I 

g 

I 

I I 

D JK 



Die Reihenfolge der Strop»hen ist die von ADJK; F hat nur fol- 
folgende und in folgender Ordnung: 4, 5, 2, 1, 3, 7. — Ortho- 
graphie nach A. 



1. Bera platz car trega ni fis 
non reman entrels baros, 
qu'ades plantavon boissos, 
tant araon ortz e jardis, 

aize ab paue de companha; 5 
serablais gardon d'anssessis, 
que ja lai on uns d'els fos 
non intraretz ses mesclanha. 

2. Anearas i aura ris, 

e ben leu amarant nos 10 

et aculhirant los pros 

e daran dels barbaris, 

si volon c'ab lor rcmanha; 

que ja per cridar „Paris"! 

scnes autras messios 15 

non conquerran gen cstranha. 

3. Ja uon crezatz c'om ressis 
puoig de pretz dos escalos, 
mas al soteiran de jos 

pot bcn estar quetz e clis 20 

et en aquel que remanha; 

que per mil marcs d'esterlis 

no'n poiria pojar dos, 

tant tem qu'avers li sofranha. 

4. Ben volgral reis fos devis 25 
e que passes sai mest nos 

e que saubes dels baros 

cals l'es fals ni cals l'es fis 

e conogues la raalanha 

de que clocha Leraozis, 30 

qu'era sicus e foralh bos, 

mas us sobros lolh gavanha. 

5. Ben volgra l'en ma chausis, 
coras qu'en fos lezcros, 

e qu'en passes dos e dos, 35 

anz que trop li endorzis, 

pois qu'er vengutz d'Alamanha; 

e vuolh, n'Aimars, lo mesehis, 

e'n (iuis fasson partizos 

tan engals c'us no s'en planha. 40 



3. qu'ades] cardes A. — 6. semblais] sembla KJK. scmblan D. -- 
gardon] gardcn D F J K. — dansscssis] danccssis D F. dausessis J K: — 
8. intraret/.] intraratz F. ratraraz D. intratz J K. — 

12. c| ens DJK. — daran] dcran A. — 

20. cstar] estrc F J K. — quet/. c clis] que salis D J K. qe sasis F. — 
30. clocha] >,'loza D. loze F. colpaU J K. — 31. qu'era] qucral D J K. 

qucrral F. — 32. lolh] lo A. - 

33. ma) mas J K. — uoljjra lom e si auzis F. — 37. qu'er vcnputz] 

vcngutz es D F J K. — d'Alamanha] de la maigna A. — 



Digitized by Google 



I 4 I 



í>. Mariniers, gcs pcls Chanzis, 

sils albcrgan malmeiros, 

nom fassatz mal a rcscos; 

nous cn scrai plus aclis 

ni pc'n Pciro 1-acassanha, 45 

de que s'es mal raenatz Guis 

vas mi de doas preisos 

en araor et en corapanha. 
7. Papiols, ja'n Frederis 

non feira aital barganha 50 

cuin fetx sos lìlhs na Enris, 

quan prcs roraieus ab bordos; 

don pres Polha c Romanha. 



41 — 48 fchh F. -• 41. Mariniers] mariner D J K. mainier A. — gcs] 
gcns DJK. — P e ' s ] pcr los A. — Chanzis] chauzis J. çanchis A. — 
42. malmiros D. mal nc iros A. — 43. nom íassatz] nim faiz far D. nim fai 
far J K. — 44. nous cn) nou cn A. no uos D. no uon J K. — 45. lacazaigna 
D J K. — 46. Guis] gis D J K. — 47. prcisos] emprcisos A. — 

49. Papiol ADJK. — ja'n] iam DJK. — frederics F. fresesis K. 
frescris D. fresezis J. federis A. — 51. sos) lo A. 

9- 

Dies Lied \vird von 10 Handschriftcn ûberliefcrt, namlich von 
ABCDFFJKRT. Diesclbcn zerfallen zunachst in zwei Haupt- 
gruppcn, ABCERT und DFJK; in letzterer sondert sich \viedcr 
D F von JK (z. B. v. 41 „genser ,, statt „gensa"), in ersterer ABR von 
CFT. Dass CFT zusammengehòren , gcht aus den im Anhang 
gcgebenen Lesarten von v. 5, 8, 9, 16, 18, 20, 29, 35, 36, 39, 46, 
52 hcrvor, wâhrend ABR in v. 6, 41, 44, .54 gcmcinsame Fehler 
anfwciscn. Das Verhaltniss von CF.T unter einander ist nicht ganz 
klar; F.T weichen gcmcinschaftlich ab v. 7 mit „don ia quar" statt 
„car*' und v. 46 mit „ueiria" statt „vezia u , dagegcti halK'n CV. v. 18 
dcn Fehler „tolena 44 statt „Torena", das T hat, und v. 53 lcsen CF. 
„ben conosc que" statt „conosc que ja", dem 'P mit „consc qc gics" 
nâher steht; dennoch kann in den beiden letzteren Fàllen die 
gròssere Aehnlichlccit von T mit dcr richtigen Lesart auf einem 
Zufalle beruhcn, da T ùbcrhaupt sehr vicle Ab\veichungen sich er- 
laubt, wâhrend eine solche Annahrae in v. 40 und namentlich in 
v. 7 wohl ausgcschlossen ist. Deranach crgiebt sich folgendcs Bild 
aus den eben dargelegten Verháltnissen : 



I I 

V t 

I L 



1 I I l 

x u J K 



T 



1 1 



i 11 11 

1 C R AB D 

I 



Digitized by Google 



142 



Die Reihenfolge der Strophen ist die von ABCET, in DFJK 
ordnen sie sich I. 2. 4. 3. 5., in R 1. 2. 4. 5. 3. — Orthographie 
nach A. 

1. Cazutz sui de mal en pena, 
car vau lai ol cors rni mena, 
don ja mais 

nom descargarai del fais; 

car mes m'a cn tal cadena 5 

don malha nois descadena, 

car m'atrais 

ab un esgart de biais 

una gaja, lisa Lena; 

fait ai longa carantena, 10 

mas oimais 

sui al digous de la Cena. 

2. Tant es d'amorosa mena 
que morrai, si no m'estrena 

d'un doutz bais, 15 

mas en trop d'orguolh m'eslais: 

de tota beltat terrena 

ant pretz las tres de Torena 

fis, verais; 

mas ilh n'a sobre lor mais, 20 
plus que fis aurs sobr* arena, 
qu'eu no vuolh aver Ravena 
ni Roais 

ses cuidar quc nom retena. 

3. Ja mais non er cortz complia 25 
on hom non gab ni non ria, 

cortz ses dos 

non es mas parcs de baros; 

et agram mort ses falhia 

l'enois e la vilania 30 

d'Argentos, 



3. don] on T. e D F J K. — 4. descargarei D. descarcarei F. descar- 
garel J K. — 6. don] on D F J K. — 8. dej en A B C E. — 9. una] duna 
D F J K. — elcna ABT. — 

13. es] sui DFJK. — 16. d'orgolh] dirc DJK. dir F. — 17. dc 
tota] quc de la DFJK. — 19. fis e uerays R. fis essais A B. fis e nays CE. 
fins c gais T. don mapais D F J K. — 21. plus que fis] si co fis R. que non 
cs C E T. tant quant ual A B. — aurs sobr'] aurs plus q B. mais aurs q 
A. — 22. qu'eu) e D F J K R. — Ravcna] carena C E T. garena R. torena 
A B. — 24. ses cuidar que nom] ses cuidar qucllam C E T. quem cuides qe 
íquem F) nom D F J K. ses lieis qe ia nom A B. — 

25. Ja mais non er cortz] tart sera cort R. qucl (queill E que T) cortz 
non er ia C E T. jes non pot esscr D F J K. — 26. corz com noi gab e noi 
ria D F J K. — 28. parcs] part C E. pcrda T. esbarc R. gabs A B. — 
29. falhia] falsia R. fadia D F J K. — 



M3 



mal gentils cors amoros 

e la doussa cara pia 

e la bona companhia 

el respos 35 

de la Saissam defendia. 

4. Ren en beutat nOD galia 
ni'n fai nulha fantaumia 

lo jojos, 

joves, gens cors amoros, 40 
e genssa qui la deslia, 
et on hom plus n'ostaria 
garnizos, 

seria'n plus envejos, 

que la nuoich fai semblar dia 45 

la gola, e qui'n vezia 

plus en jos, 

totz lo mons n'agenssaria. 

5. Doncs beis tanh c'amors m'aucia 
per la genssor qu'el mon sia 50 
en pcrdos, 

que, quan rerair sas faissos, 

conosc que ja non er mia, 

que chausir pot, sis volia, 

dels plus pros 55 

chastellans o rics baros; 

qu'en lieis es la senhoria 

de pretz e de cortesia, 

de gens dos 

e dc far que ben l'estia. 60 

6. Domna, sai en Normandia 
sui per vos la nueit el dia 
apensos, 

quel vostre gens cors jojos 

me sembla qu'ades me ria. 65 

32. mal gentils cors] mas gentils cors B. mas lo gentil cors E. mas los gens 
cors C. mas lo rcgarz (regatz J K) D F J K. — tro vi sas gayas faysos R. ■ — 

33. e] de D F J K R. — doussa caraj cara doussa F J K. cara dous e D. — 

34. franca cortesia D F J K. — 

42. plus] mais D F J K. — 45. semblar] parer A B C E. par T. — 
48. n'agensaria] magensaria T. cn genssaria ABR. nalumpnaria D F J K. — 

49. Doncs beis] ab qucs C E T. a qucs F. c ques D J K. tan tenz 
que samor R. — 59. de gens dos] fehlt C E. et de grantz don T. de ricx 
dos R. de faiz (faich F) bos D F J K. — 60. e de far] e deu far C E. deu 
far T. pcr far so D J K. per far F. ben] gen D F J K R. — 

61. Das Gelcit nur in C und vcrbtiiramelt in E. — domna, sai] don 
aisi E. — 62. vos] satz E. — 64. gens] gen C. 



M4 



io. 

Dic fûnf Handschriften, \vclchc uns das nachstchcndc Lied 
úberlicfcrt habcn, KGJKd, reduzircn sich in dcr That auf drei, da 
JKd auf ein und densclben Text zurûckgehen. Das náhere Ver- 
hâltniss dieser drei Typcn \vird durch Stellcn klar gemacht, in 
\velchcn GJKd gemdnschaftliche Kchler zeigen, wâhrend K die 
durch das Metrura bcdingte richtige Lesart aufweist Dies ist der 
Kall v. 12 „car" statt „qu'araus", v. 52 „caraors" statt „que amors". 
Auch in anderen PunkLen stehen sich die Handschriften in der- 
selben Weise gegenùber, ohne dass die eine der beiden Lesarten 
falsch zu nennen wâre, so v. 4 „serval" K gegcn „serva al" G J K d, 
v. 13 „com" K gegen „quant" GJKd. Da nun aber G und JKd 
ira Uebrigen manche Hesonderheiten habcn, so ergiebt sich folgende 
Kigur: 

r. 

1 



G JKd 

In Hezug auf Zahl und Reihenfolge der Strophen stimmen alle 
Ilandschriften úl)crein. — Orthographie nach F. 

1. Cel qui camja l>on per mclhor, 
sil melhz pren, be deu mais valer, 
qu'eu ai cor, c deus don poder, 
que tan scrval melhz et ador 

que de l'ira e de la dolor 5 
om mes cil quera degra valcr, 
quera triiit e cuzet m'aucire, 
plassalh quem torn en bon esper; 
qu'enves me nos pot escondire, 
qu'al seu tort nom dones lezer. 10 

2. Lemozin, be vos deu plazer 
qu'araus es vengutz melhz de be; 
tan com mars clau ni terra te 
non ha dompna on puosca caber 

lo bes qu'om pot en lei vezer; 15 

noi ha joi qui de lei nol te, 

qu'ella sap tan gen far e dire 

tot so qu'a bon prez aperte 

qu'ab son joi fai los iratz rire, 

tant avincnmen se capte. 20 

3. don) dom JKd. — 4. serval] serua al GJKd. — ct aor] caor JKd. — 
6. omj on G J K d. — 

1 2. qu'araus] car G J K d. — vengutz] ucngut J K d. — 13. com] quant 
GJKd. — 16. noi] ni F G. — I». apertc] pertc F. — 



Digitized by Google 



145 



3- Aquesta vos dic quc mantc 
prez e joi, tan ama'n honor, 
joven e solatz et amor 
ez acolh, dona e rete 
grat de totz cels que se conve; 25 
per que tuit sei curtiador 
parton denan lei ab dezire, 
tan lor ha sos vezers sabor 
qu'om no la ve qui non consire; 
qu'anc de sos olhz no vi gensor. 30 

4. Et am convenguda s'amor, 
quan volra cavalier aver, 
quc ccl quc mais sabra valer 
soflrira pcr entendedor, 

ez cr be malvatz qui no cor 35 

al cors on hom mct tan d'aver; 

quel melhz qu'om puosc' el mon eslire 

pot gazanhar e conquerrer, 

s'es larcs et adrez e servire 

e sap far e dire plazer. 40 

5. Guilhclms e Bcrtrans, fai saber 
pcr tot aquest dir de part rac, 

c, qui pros er, esforss' en se, 

paubre e ric, scgon poder, 

qu'clla volra son dit tencr, 45 

que cel on mais volra de be 

n'aura guizcrdon scs desdirc, 

qu'cn tal loc vol son joi assirc. 

6. Guilhelms, a Torena vai dire 

a'n Bos, ques captenha tan be 50 
qu'om puesca d'oi enan cslire 
que amors de son joi l'estre. 

21. Aquesta] Ja questa J K d. — 24. dona] domna F J K d. — 
33. valcr] uoler F. — 37. cslirel esler J K d. — 

41. Guilhelm F. guillem G J K d. — Bertram G J K d. bertran F. — 
48. loc fehlt F. — 

49. Guilhelm F. guillem G J K d. — 52. que amors] camors G J K d. 

1 1. 

Dies Gedicht ist in 4 Handschriften , námlich AJKd, auf- 
gczeichnet, al>er dic Ueberlicferung ist keine sehr vollkomraenc. 
Der kurze sechste Vcrs fehlt bei dcn sechs erstcn Strophcn in A 
und lásst sich in dcr fûnften Strophe auch niclit ersetzcn, da dicse 
sich in J K d nicht findct. J K d, wclche, wie immcr, einen eignen, 
dies Mal ziemlich mangclhaftcn Typus darstcllen, enthalten am 
Schluss noch zwei Geleite, die abcr zum Theil arg entstcllt sind. — 
Orthographie nach A. 

10 



146 



1. Cortz e gerras e joi d'amor 
mi solion far esbaudir 

e tencr gai e cantador, 

tro per lieis cui dei obczir 

mi fo mos chantars dcvedatz, 5 

et en la lei 

veus cum mos chans s'es tornejatz. 

2. Ara sui tornatz en amor, 
e veiretz anar e venir 

chanssos, pois a la bellazor 10 
plaz que deja mon chant sofrir 
e m'onransa, s'es acordatz 
son cors adrei 

e non a negun d'cls comtatz. 

3. Del pauc rei de Terra-Menor 15 
mi platz car si vol enantir; 

c'oimais lo tenran per scnhor 

cilh que deuran son fieu servir; 

pois venca lor affars auratz, 

ara s'cstei 20 

e cobre sos dreitz daus totz latz. 

4. Nom tengatz per envazidor, 
s'ieu vuolh c'us rics l'autre azir, 
que mielhs s'en poiran vavassor 

c chastcllan de lor gauzir; 25 
car plus cs francs, larcs e privatz, 
fe qu'eu vos dei, 
rics hom ab gerra que ab patz. 

5. El volpilh de l'emperador 

volian Lombart envazir 30 

e ja non laisson per paor 

sobre de Cremona bastir; 

quel coms Raimons es sai honratz 

car ab lo rei s'cs afiatz. 35 

I. Cortz] orz J K. or d. tortz A. — gestas J K d. — 3. e] fehlt bcide 
Male in J K d. — 4. lieis A. — 5. chantar J K d. — 6. fehlt A. — 7. veus] 
cs J K d. — mon chan excomoniatz J K. — 

8. era A. — tornatz] asoutz J K d. — 10. chanson J K. — II. mos 
chanz deia cuillir J K d. — 12. en monranza J. en mouranza K d. e mos 
rasa A. — 13. fehlt A. — 14. ct noi ac neyus J K d. — 

15. terra maior JKd. — 16. car si] caissis J K d. — cnamir J K d. — 
17. comais J K d. — tenra J K d. — 18. scill qucill deuon soi fei J K d. — 
19. uencut J K d. - avas aratz Ktl. auas araz J. — 20. ar es estei J K d. 
fchlt A. — 21. sos] sesJKd. — daus totz latz fchlt J K d. — 

22. accusador J K d. — 23. s'ieu] sieu non A. sius J K d. — ric J K d. — 
lautr A. lautres J K d. — assir J K d. — 24. car mcill san poran J K d. — 
25. et castcllans J K d. — 26. que J K d. — lares d. — 27. fehlt A. — 
28. a patz J K d. — 

2 9— 35 fehlcn J Kd. — 34. fchh A. — 



Digitized by Google 



M7 



6. Ben sai que li mal parlador, 
car vuolh de lor guilas ver dir, 
ra'en apellarant sofridor, 

car mi lais forssar e balhir; 

quels dons que mos frair m'a juratz 40 

e autre autrei 

vol retener l'autra meitatz. 

7. Pois non volon dreich ni amor 
miei fraire ni mos plaitz soírir, 

ges per lezidor doblador, 45 
s'ieu m'cn podia revestir, 
non dei esser mal razonatz; 
qu'il fant plaidei 

maintas vetz c'om nols n'a prejatz. 

8. Mas eu hai tant ensenhador, 50 
non sai per Crist! lo mielhs chausir: 
quan eu prend e tuolh Ui ricor 
d'aquels que nom laisson garir, 

dizon que trop me sui cochatz; 

car non gcrrei, 55 

ditz hom aras qu'ieu sui malvatz. 

9. Papiols, e tu viatz 
a Lion nerei, 

diras que trop dormir nom platz. 
10. En Oc e No ama mais patz 60 
ab Felip crei 
qucl fruir ioait deseretatz. 

37. dc] do d. — jjillas J K d. £ucrra A. — 38. appellarant] apellaren 
J K d. — soffridon d. — 39. c] ni J K d. — 40. del don que men frair 
mauiatz (mauuatz K d) J K d. — 41. fchlt A. — c] c far JKd. — 

43. uolcn drcitz mamor J K d. — 44. frairc ni ncgun J K d. — 45. lezi- 
dors A. lci eras J K d. — dobrador A. — 47. dci] diu J K d. — 48. qucill 
J K d. — plaideis d. — 

50. denseignador J K d. —- 51. meill J K d. — 52. la] sa A. — chant 
en pren e tol sai iecor J K d. — 53. daels J K d. — 56. ar dison que sui 
m. JKd. — 

v. 57 — 62 fehlt A. — 57. Papiol J K d. — 58. liou K. — 
60. En] eu JKd. — 6*1. ab] ab trop d. 



12. 

Die sechs Handschriften , in welchen dieses Lied vorliegt, 
namlich A B D F J K, zerfallen in zwei Gruppen ; zur erstern gehòren 
ABF, zur andern D J K. Dies ergiebt sich aus der Thatsache, 
dass jede der beiden Gruppen gemeinschaftliche Fehler aufweist. 
So lesen D J K v. 11 „non" statt „nous" ; v. 43 „esteu" statt „estai" ; 
v. 68 „dautra" statt „autra"; v. 74 „chai" statt „sai". ABF haben 
weniger*gemeinsame Irrthùmer; hierhcr gehòrt v. 25 „ren" statt „rei", 
wo B allerdings „rcn i" schreibt, dadurch aber eine Silbe zu viel 

10* 



Digitized by Google 



148 

l>ekommt ; sodann aber v. 39 „que" statt „qu'en", \vie D J K hal>en. 
Daher crgiebt sich folgende Figur 

z 

! 

l l 

f ' î 

ll I I 

D JK A B F 

In Beztlg auf Anordnung der Strophen hcrrscht vollstandige Ucber- 
einstiramung. — Orthographic nach A. 

1. Dompna, puois de mi nous cal 
e partit m'avetz de vos 

senes totas ochaisos, 

non sai on m'enquieira; 

que ja mais 5 

non er per mi tant rics jaís 

cobratz; e, si del semblan 

non trob dompna a mon talan 

que valha vos qu'ai porduda, 

ja mais non vuolh aver druda. 10 

2. Pois nous puosc trobar engal, 
que fos tant bella ni pros 

ni sos rics cors tant jojos, 
de tant beila tioira 

ni tant gais 15 

ni sos rics prctz tant verais: 

irai pcr tot acaptan 

de chascuna un bel semblan 

per far dompna soiseubuda, 

tro vos me siatz renduda. 20 

3. l'Yesea color natural 
pren, bcls Cembelins, tlc vos 
el doiitz csgart amoros 

e fatz gran sobricira, 

car reí lais, 25 

c'ane res de ben nous soírais; 

mi donz Da KIis dcnian 

son adrcich parlar gaban, 

7. e, si dd] si de l>tl F. — .S. dompnal nu-u K. — 9. qcm A B. — 
10. fchlt K. — 

II. iiou>] non I) | K. --- pos trohar uoti j>osc aital K. — 12. U>*] sia 
A B. — tan bclla e (fehlt J K) que f<>s lan prns D j K. qc uos tant 1h.-U e 
tan pros K. ~ 13. ni ab tan/. plazenz faissos K. 14. ni «lc bclla ccira K. - 
16. sos rics prez ni K. 17. acaptan] a/aptan K. aj,'aran AH. — l<». pcr] 
a K. — 

22. scmbclis K. ccbclins D J K. 23. t ill douz csf;artz 1 K. eiUz clou/. 
csjíart/ D. — 24. fat/.] tlic K. — 25. carj qc K. — rci] rcn A ìi K. -» 27. mi 
dons na Klis] a ma tlompna clis K. mi dt>n/ dals A B. — 2*. adrcicb] 
plazcn K. — 



Digitized by Google 



149 



quem don a mi donz ajuda, 

pois non er fada ni muda. 30 

4. De Giales la vcscoratal 
vuolli quem donc ad estros 
la gola els mans amdos; 
pois tenc ma carrieira, 

nom biais, 35 

vas Rocacoart m'eslais 

als pels n'Anhes quem daran; 

qu' Jseutz, la dompna Tristan, 

qu'en fon per totz mentauguda, 

nols ac tant belz a saubuda. 40 

5. N'Audiartz, si bera vol mal, 
vuolb quem don de sas faissos, 
quelh estai genliazos 

e car cs entieira, 

c'anc nois frais 45 

s'amors nis vols en biais; 

a moiì Mielhs-de-ben deman 

son adreich, nou cors prezan, 

de que par a la veguda, 

la fassa bon tener nuda. 50 

6. De na Faidid' atretal 
vuolh sas bellas denz en dos, 
l'aculhir el gcn res|K)s 

don es presentieira 

dinz son ais; 55 

mos Bels Miralhs vuolh queni lais 

sa gajeza e son bel gran, 

e car sap son bencstan 

far, don es reconoguda, 

c 110 s'cn cambja nis inuda. t>o 

7. Relz Senher, eu nous quier al 
mas que fos tant cobeitos 

29. don a] si ab F. 

31. < halcs] qales F. — 32. donc atl estros] donc atl cstors A B. done a 
estors I) J K. do dcllas fatssos F. (cf. 42). — 33. noml no F. — 36. rozacoart 
F. - 37. als pels n'Anhes] als auincn/ F. — 38. qu'J quc DJK. — Jscut/.] 
ncus F. — 30. quYn] qe A H F. — 40. non ac tan bella saubuda F. - — 

41. Naudiai/. F. 42. done ad cstros F (cf. 32). — 4 \. estai] cstci F. 
cstcu D J K. estcn A. — uenlia/.os] ^cn lai îos F. — 44. e] fchlt F. — 
45. nt>s soffrais F. — 4'.. so> pre/. ni uolu cn b. F. — 47. ct a mon bcl oill 
d. F. — 4M. son pla/.cn cors bencstan F. — 49. de quc par] don par bcn F. — 

51. faidida A H. — en faida alrctal F. — s-- ^as bcllas] qem don sas 
F. — 53. raculhir «1 j»en] c lacoillir cl F. — ^4. pla«enteira F. — 55. c 
son sais F. — 30. Mtralhs] moillos D. ntoiols J K. — mos bel sci^ner F. — 
57- bel jjran] garan A B. — de son pla/.cn ct»rs aitan F. — 58. son adreit 
parlar prc/.an F. — 59. don es j»en apcrccubuda F. — fx). no s'en] nos D. 
nois A B. — e pcr tot rccognu^uda F. — 

61. belz] bcl DFJK. — 02. fos] fotz F. — 



Digitized by Google 



'50 



d'aquesta cum sui de vos, 
c'una lechadieira 

amors nais, 65 
don mos cors es tant lechais, 
mais vuolh de vos lo deman 
que autra tener baisan; 
doncs mi donz pcr quem refuda, 
pois sap que tant l'ai volguda? 70 
8. Papiols, mon Aziman 
m'anaras dir en chantan 
c'amors es desconoguda 
sai e d'aut bas cazeguda. 



63. daqestas A B. — 66. fehlt J K. — mos] mon F. — 68. autra] dautra 
D J K. — 

71. Papiol ABDJK. — naziman F. — 73. es] ses F. 



13- 

Dies Gedicht ist uns durch neun Handschriften bekannt: 
ACDFJKMNR. Von diesen stehen zunâchst CMNR den 
ûbrigen , also A D F J K gegenûber. Jene gruppiren sich M R 
einerseits und C N andrcrseits, diese D J K gegen A F, sodass sich 
das gegcnseitige Verhâltniss so darstellt: 

r 

I 



I I 
u 1 

^ I _ I 

I I I I 

t s x y 

I 1 I I 



D jlt F M R C 



Die Untcrschiedc dcs Typus u von dem Typus z crgeben sich 
durch die unter dem Text mitgetheilten Varianten; die Gruppirung 
innerhalb z beruht auf der Thatsache, dass raanchmal M R gemein- 
schaftliche Fehler haben, \vo CN das Richtige aufweisen, námlich 
v. 1 „granda" statt „ganda", v. 11 „uianda" statt „liuranda", v. 12 
„senhor" statt „marques", v. 1 4 „duptatz" statt „prezatz", v. 20 „tenra" 
statt „aura", v. 29 „sai los" M und „sai sos" R statt „tol lor", ib. „els" 
statt „e". Umgekehrt haben M R die richtige Lesart gegen gemein- 
same Fehler in C N : v. 5 „purs loy" statt „pairs lo", v. 21, welcher in 
diesen beiden Handschriften ganz fehlt, v. 23 „ja" statt „ni". — 
Auf der andern Seite sondern sich D J K durch einige in allen 
dreien vorkommende Versehen ab, nàmlich v. 18 „islanda" statt „Yr- 
landa" und v. 22, \velcher bci ihnen gânzlich ausgeîassen ist. A und 
F endlich schreibcn beide mit Unrecht v. 15 „lor truanda" statt 
„los t." und v. 23 „ni" statt „sai", wo DJK diese Fehler vermeiden. 



Digitized by Google 



»5i 



Die Reihenfolgc der Strophen ist in allen Handschriften die 
gleiche mit Ausnahme von M, welche 3 und 4 vertauscht, und R, 
vvelcher das Geleit fehlt. — Orthographie nach A. 

1. D'un sirventes nom cal far lonhor ganda, 
tal talan ai quel diga e que l'espanda, 

car n'ai razon tant novella e tant granda 

del joven rei qu'a fenit sa demanda 

son frair Richart, pois sos pairs lo comanda; 5 

tant cs forsatz! 

pois na Enrics terra non ten ni manda, 
sia reis dels malvatz! 

2. Que malvatz fai, car aissi viu a randa 

de liurazon a comte et a garanda; 10 
reis coronatz que d'autrui pren liuranda 
raal scrabla Arnaut, lo marqucs dc Bcllanda, 
nil pro Guilhem que conquis Tor Mirmanda; 
tant fon presatz! 

pois en Peitau lor ment e los truanda, 15 
noi cr mais tant amatz. 

3. Ja per dormir non er dc Cobcrlanda 
reis dels Englcs ni conquerra Yrlanda 

ni tenra Angieus ni Monsaurel ni Canda 

ni dc Peiteus non aura la miranda 20 

ni ducs clamatz de la terra nonnanda 

ni coms palatz 

sai de Iîordel ni dels Gascos part Landa 
senhcr ni dc Hasatz. 

4. G>nsclh vuolh dar el son de n'Alamanda 25 
lai a'n Richart, sitot no lom demanda: 

ja per son frair mais sos homes non blanda; 

noncais fai el, anz asetga els aranda, 

tol lor chastels e derroca et abranda 

devas totz latz; 30 

el reis tornei lai ab cels de Garlanda 

e l'autre sos conhatz. 

5. Lo coms Jaufres, cui cs Bresilianda, 
volgra, fos primiers natz, 

car es cortes, e fos en sa comanda 35 
regesraes c duchatz. 

5. son] sos A D F J K. so R. fehlt M. — frair] fraire M R. frairs D. 
fraires F. — Richart] richaru A J K. richars D. richatz N. 

13. pro] pros C N R. prous M. — Mirmanda] milmanda D. miranda 
C MN. — 15. e los truanda] els atruanda D. nils atruanda R. els en truanda 
M. e lor truanda ACF. — 16. fehlt F. — 

19. Canda] glanda R. ganda A D J K. — 21. Der Vers fehlt CN und 
stcht in MR hinter v. t8. — 22. fchlt D J K. — 

28. noncais] nonqas M. nonca D. noca F. non quo C. non com J K N. — 
31. lai ab cels] lai ab aiselhs C. ab toti cels R. ab aqells M. — 

33. Das Gcleit fehlt in R. — 35. fos] for C N. fora M. 



Digitized by Google 



152 



I 4 . 

Dies Lied findet sich nur in C Bartsch hat vergessen anzu- 
geben, dass es bereits R. 4, 157 und M. W. 1, 308 abgedruckt 
worden ist. 

1. Jeu chan, quel reis m'en a preguat 
a l'auzcn de mon raenassat 

de l'afar d'aquesta guerra, 

d'aquest juec que vei entaulat, 

e sabrem, quant l'auran joguat, 5 

dels quals dels filhs er la terra. 

2. Tost l'agral reis joves matat, 
sil coms nol n'agues essenhat, 
mas aissils clau els enserra 
qu'Engolmes a per fort cobrat 10 
e tot Centonge desliurat 

tro lai part Finibus-Terra. 

3. Sil coms pot far sa voluntat, 
que nol vendon cist afiat 

crei, del tot si dczenferra; 15 
qu'anc cinglar no vim pus irat, 
quan l'an brocat ni l'an cassat, 
qu'elh er, mai sos cors non l'erra. 

4. De mon senhor lo rci annat 

conosc que an siei filh peccat, 20 
que del sojorn d'Anglaterra 
l'an ahoras dos ans lunhat; 
del tot lo'n tenh pcr enguanat 
mai quan de Johan ses Terra. 

5. Li guazan si son acordat 25 
entr'elhs e ves lui revelat 

quon aissilh de Lombardia; 

mai volon esser be menat 

per rei que per comte forssat, 

d'aitan lur trac guarentia. 30 

6. Aquest juec tenc per guazanhat 
deves nos e per envidat, 

que dels pezos de valia 

avem l'estachicr desliurat, 

que tug n'aneron esfredat 35 

ses comjat qu'us no'n prendia. 

7. En I^emozi fon comensat, 
mas de sai lur es afinat; 
qu'entre Fransa e Normandia 

ves Giortz e ves Nuoumercat 40 

1 1. deliurat C. — 

15. crei] ni C. — dezenferra C. — 16. cynglar C. — 19. mossenhe C. — 
25. guazam C. — 30. Jur] lur en C. — 



igitized by Google 



vuelh qu'en aujan cridar: „Arrat"! 
e „Monjoi"! e „Deus áia"! 

8. Lo sen venserem ab foudat 
nos Lemozin et envezat, 

que volem qu'om do e ria; 
quelh Norman en son enujat 
e dizon, sis n'eron tornat, 
qu'uns mais d'elhs sai non venria. 

9. Lo rei tenc per mal cosselhat 
de Fransa e per picgz guizat, 
quar vei que sos fagz estanha, 
que //' valrion mais daurat, 

e, si no val a son conhat, 
sens e pretz tem quel sofranha. 

10. Frances, si quon es abdurat 
sobre totz e li plus prezat, 
paresca qu'us non remanha 
companh quel reis aja mandat, 
que ja mais no seretz prczat, 
si non ctz en la racsclanha. 

11. Lo dux de Berguonh' a mandat 
qu'el nos ajudara l'estat 

ab lo secors de Campanha, 
on venran tal cinc cent armat 
que, quan tug sercm ajustat, 
non cr, Pciticus no s'en planha. 

12. Rcis qui per son drcg si combat 
a mielhs dreg cn sa erctat, 

e, quar conqucrec Espanha 
Carles, n'a hom totz tcmpz parlat; 
qu'ab trcbalh et ab larguctat 
conquier reis pretz el guazanha. 

13. Senhe'n Rassa, aquest comtat 
vos crescal reis ab Bretanha. 

14. Lo reis jovcs s'a pretz donat 
de Burcx tro qu'en Alamanha. 



41. aujô C. — 

46. quels normans C. — 

52. quc li] quel C. — 

64. tals C. — ccns C. — 66. nosscn C. — 

70. Karles C. — tostcmpz C. 



154 



15- 

Das Gedicht findet sieh in ABCDEFJKRT, deren Ab- 
hàngigkcitsverh;iltniss aus folgender Figur ersichtlich ist: 



z 

1 



I 

v 
I 



I I 
x AB R u 

J L 



I I I 

JK E j 



rj 



I 

T 



Nicht rait vòlliger Sichcrheit lâsst sich jedoch angeben, ob nicht 
etwa D vielmehr nàher zu A B, als zu JK gehôrt; mit beiden 
Handschriftenpaaren nàmlich hat es Fehler gemeinsam, mit AB 
v. 1 1 „mon desirier" statt „lo desirier", was sich als Zufall erklàren 
liesse, da dic erste Person Subject ist, und v. 40 „aiglon" statt 
„aigron"; hàufigcr aber zeigen D und JK gcmeinschaftlich falsche 
Lesarten, nàmlich v. 3 (merce), v. 6 (comdar), v. 22 (lo reirrairar D, 
lorreirarar J K), v. 23 (mais fehlt). Pur die definitive Textgestaltung 
hat diese Frage keine Bedeutung. Auch die Gruppirung der 
zweiten Classe ergiebt sich nicht auf den ersten Blick. Der Platz 
von R wird bestimmt durch Stellen, in denen es die richtige Lesart 
erhalten hat, wàhrend CEFT die gleichen Fehler aufweisen, so 
v. 5 „humil e franc" statt „franc et humil" CEFT; v. 10 „non am 
mais" statt „mais non am" E F, „mai de uos" C T ; v. 20 „noi" statt 
„non" FT (in C E fehlt dic ganze Strophe). Aus diesen Stellen 
ergiebt sich auch, dass E zu dieser Gruppe gehôrt und dass die 
Uebereinstimmung mit D J K in dem Fehler „merce" v. 3 auf einem 
Zufall beruhen muss. Dass E zwischen R und C F T gestellt wcr- 
den muss, folgt aus zwei Stellen, in denen E cbenso wic R mit 
der richtigen Lesart cinem gemeinsamen Fehler in C F T gegen- 
ûberstehen, nâmlich v. 2 „queus" statt „que" CFT und v. 4 „fin 
lejal" statt „leial e" C F, „lial ni" T. — C T endlich nehmen die 
letztc Stelle ein, weil sie sich auch von dem Archetypus t noch 
durch gemeinschaftliche Fehler absondern , z. B. v. 3 „que" statt 
„qu'om", v. 6 „encontral mieu", wo FER das Richtige haben; 
v. 10 „mais de vos", v. 14 „mais" statt „plus" und v. 35 „uey hom" 
statt „fass' al". — Die Strophe 8 scheint unecht zu sein, erstens, 
weil sie sich nicht in allcn Handschriften cincr Gruppe befindet, 
námlich nur in CFRT, nicht aber in E, sodann, weil die letzte 
Zeile eine Wiederholung eines andern Verses ist, die Strophe auch 



jitized by Google 



155 



sonst inhaltlich hintcr den ûbrigcn zurûckstcht, cndlich, weil cinc 
Canzone hòchstcns sicben Strophen haben darf. — Auch sonst 
sind nicht alle Handschriíten vollstandig: in H fchlt Strophe 3, in 
E fehlt 4, 5, 7, in C fehlt 4 und das Geleit, in R Strophe 7 und 
in T nicht nur das Geleit, sondern auch innerhalb der Strophen 
einzelne Vcrsc. 

Die von mir bcobachtete Reihenfolgc der Strophen ist die von 
ABDEJK; R ordnet 1, 2, 3, 8, 4, 5, 6, 9, schicbt also nur die 
unechtc Strophe ein, C: 1, 2, 7, 8, 6, 5, 3; F: 1, 2, 7, 3, 4, 5, 8, 6, 9; 
T endlich: I, 5, ó, 4, 2, 8, 7, 3. — Orthographie nach A. 

1. Eu m'cscondisc, dompna, que raal non micr 
de so qucus ant de mi dich lauscngier; 

per merceus prec qu'om non puosca mesclar 

lo vostre cors fin, lejal, vertadier, 

humil e franc, cortes e plazenticr 5 

ab rai, dorapna, per mcssongas comtar. 

2. Al primier get pcrd' cu mon csparvier, 
quel m'aucion el ponh falcon lainit r 

e porton l'en, qu'ieul lor veja plutuar, 

s'ieu non am mais dc vos lo cossirier 10 

que dc nulh' autra avcr lo desirier 

qucm don s'amor nim retcnha al colgar. 

3. Autr* escondich vos farai plus sobricr 
e 110 mi puosc orar plus d'cncombricr : 

s'ieu anc falhi vas vos neis del pensar, 15 
quan sercm sol en cambra o dinz vergicr, 
falham podcrs davas mon companhicr 
dc tal guisa que nom posca ajudar. 

4. S'ieu per jogar m'assct prcs dcl taulicr, 

ja noi puosca baratar un denier 20 

ni ab taula presa non puosca intrar, 

anz get ades lo reirazar derrier, 

s'ieu autra dompna mais deman ni cnquicr 

mas vos, cui am e desir e tcnh car. 

5. Scnher sia cu de castcl parsonier, 25 
et en Ia tor siam catrc parier 

e l'us l'autre nons poscam ja amar, 
anz m'ajon ops totz teraps arbalcsticr, 



7. perd' cu] pcrda cu A. perda FT. — 11. autra avcr] autr DEFJK. — 
1 2. rctcnha al] reteÍRnal D E F J K R. rctcna T. — 

Strophc 3 íchlt in B ganz, in E bis auf die crstc Zcilc. — 18. posca] 
puosc D F J K R. — 

Strophe 4 fehlt in CE, die letzte Zcile auch in T. — 19. dcl] de F. 
al R. lo T. — 

Strophc 5 fchlt in E. - 26. ct cn] e qucn C. si qcn F R T. — 27. e 
l'us] c lun R. e ia lus A B D F J K. — nons poscam ja] non pusca ia T. 
nocás puscam R. nous poscam D. non poscam A. — c lus cn lautre non si 
pucsca fìzar C. — 



Digitized by Google 



'56 



metg' e sirven e gaítas e portier, 

s'ieu anc aic cor d'autra dompna amar. 30 

6. Ma dompnam lais pcr autre cavalier, 
e pois non sai a que m'aja mestier, 

e falham vens, quan serai sobre raar, 

en cort de rei mi batan li portier, 

et en cocha fassal fugir primier, 35 

si non menti cel queus anet comtar. 

7. Dompna, s'ieu ai mon austor ancdier 
bel c mudat, ben prenden e mainier, 
quc tot auzel puosca apoderar: 

sinh' c grua et aigron blanc e nier 40 

volrai lo donc mal mudat, gaillinier, 

gras, debaten, que non posca vuolar. 
[8. Escut a col cavalgu'ieu ab tempier 

e port sallat capairon traversier 

e renhas breus qu'om no puesc' alonguar 45 

et estrcups loncs en caval bas, troticr, 

et a l'ostal truep irat l'ostalier, 

si nous menti quius o anet comtar.] 
9. Fals, envejos, feraentit lausengier, 

pois ab mi donz m'avetz tues destorbier, 50 

l>en lausera quem laissasetz estar. 

29. fehlt T. — sirven] sirucnz K R. — 

Strophe 7 fehlt E R. — 38. bcl] bon C F T. — c mudat, ben prendeo] 
c uolant e prentlen C F. esprenent e olant T. — 40. aigron] ajjro J K. 
aijjlon A lt I), — e] o C F. — 41. volrai lo donc] volria 1«> donc DJK. 
volria lo A B. prena li en dons T. - 42. jjras] guort C. grot F. guorU T. — 

Strophe 8 nur in C F R T. — 43. a] al R. — caual eu F. caualquc 
T. - 44. sallat — traversier fehlt in T. — sallat] sailait F. alas R. — 
capairo C. — 45. renhas] ceignes F. — qu'om] quc R T. — non] nom T. — 
46. cstreups] estreus T. cstrueps C R. — loncs] lonh T. — cn] e R T. — 
bas] las C. mal R. — 47. a l'ostal] en ostal C. can uenrai T. — ostalier C. — 
48. anet] ancs R. — sicu agui cor tlautra dompna prcpar F. si cu ai cor 
tlautra domna amar T. — 

49. Das Gclcit fehlt in C T. 

IÒ. 

M ist die einzige Handschrift , aus vvelcher \vir dies Gedicht 
kennen lemen. 

I. Fulheta, ges autres vergiers 
non fai fulhar mars ni febriers, 
mas vos, que vos es trop cochat 
de montanha sai devalat, 
enanz quc granz cauz s'abata, 5 
qu'icu ai ja vist albrc fulhat 
ques cocha, pueis gtls lo mata. 

I. Fulhctas M. — 4. deuailat M. — 7. gels] gcs M. — 



Digitized by Google 



157 



2. Mas totz temps isses voluntiers 
de vostra terr* ab los primiers, 

anz quc sia li flors el prat 10 

e fatz contc de paupertat 

con vos e vostr' asiata 

ha tcngut l'invcrns enserrat, 

qu'anc uns no'n passet la lata. 

3. Fulheta, sias soudadiers 15 
n'Archimbaud, qui nasquet dcrricrs, 
que Pautn lo han tuit laissat 

de proeza, e el gazanhat; 

e, pos leu e gen barata, 

el vei adrcit ez alinhat, 20 

lau qu'cn proeza s'abata. 

4. Na Tcmpra, vos est trop leugiers 
e fatz o quom fa esparvicrs, 

ques laissa quant ha randonat, 

mas ieu con sahus aficat: 25 

desqu'cn la rota m'abata, 

non auria mil ans eamjat, 

qu'icu sivals tot jorn noi glata. 

5. Na Tempra, ges de Lieuehata 

no sui, anz o hai tot laissat 30 
ez cstauc a Damiata. 



15. Fulhct.is M. — 17. lautrcs o ha tout M. — 21. procça M. — 
22. tempre M. — 23. qom a M. — 26. dcs«|em M. — 27. aurials mils M. — 
2<». /.» isclu n cIit vierten Strophe nnd dcm GdeÌt ist in der Haudschrift 
Kaum lct r ^cl.issen fiir cinc wt itcrc Strophe. — 29. lieu chanta M. 

Dics Clt-dicht fmdet sich, vvie das vorig*', allcin in M. 

1. Fulheta, vos mi pn jatz qut; ieti chan, 
pero non hai ni scnhor ni vezi, 
d'aquest afar aja cor ni talan 

ni vuelha gcs qu'en chantan lo casti, 

mas vos o tenes a joja, 5 

amta ab pro mais que honor ab dan, 

0 aves mal chauzit al micu scmblan. 

2. Faraucfaa vos, don cridaz en chantan, 
el nicgre cors, tlon semblas Sarazi, 

cl pauprc mot que dizes en contan 10 

e qnar llairaz sap, cngcma e pi 

con avols gcns tle Savtjja 

e qnar es lag gamitz c mal estan, 

ab qticus n'ani-s, farai vostre coman. 

3. Ara parra de prez quals l'a plus gran 15 

15. cf. 4, 1. — 



uigmze 



d by Google 



158 



de totz aquels quis leveron mati : 
me.siers Conratz l'a plus fin ses enjan, 
ques defen lai a Sur d'en Saladi 
e de sa mainada croja, 

dieus l'acorra! quel secors vai tardan, 20 
sols aural prez, pos sols suefre l'afan. 

4. Mesiers Conratz, a Jesu vos coman, 
qu'ieu fora lai ab vos, so vos afi, 

mas laissei m'en, quan vi que li plus gran 
si croiçavan, li rei e li princi; 25 
pueis vi mi dons bella e bloja, 
per que mos cors mi vai afreolan, 
lai for' ab vos, s'ieu en saupes aitan. 

5. De n'Oc e No nom vauc ara duptan, 
quar peza li, si nulha rel casti, 30 
el reis franceis vai si trop apriman, 

ez ai paor que venha sobre rai ; 
mas anc al seje de Troja 
non ac tan duc, prince ni amiran 
con ieu ai mes per chantar a mon 

6. A mon Ysembart part Troja 

vai, scrvcntcs, c di lim, qu'icu lol man, 
qu'als rcis crozatz es amta quar non van. 



16. aqclls M. — 17. mcsier M. — 

22. conrat M. — 25. primsi M. — 
32. me M. — 34. primce M. — 
36. Ysombart M. 



2/. per qes M. — afreollan M. — 



18. 

Bei dem nun kommenden Gedichte sind wir behufs Constituirung 
dcs Tcxtcs auf dic 4 Handschriften J K M d beschriinlct, welche, da 
JKd fast identisch sind, sich im Grunde auf zwei reduziren. In 
Hezug auf Strophe 4 und 5 weichen dic bcidcn Typen in der 
Reihcnfolge ab, doch hat hicr M wohl die urspriinglichere Anord- 
nung, da die Strophe, in welcher das Sirventes angercdet wird, an 
das Endc gchòrt. Dagegen hat M in Strophe 2 und 3 die zweiten 
Hâlften der Strophen mit einander vertauschL — Orthographie 
nach J K. 

1. Gent part nostre reis liuranda, 
per quc son tuit gras 
sei Engles e nou c ras, 
e chascus porta guirlanda, 
e Franccs son rozilhos 5 

I. Gent] gcs M. — P a »"t] fai M. — liuranda] liouranda J K d. uianda 
M. — 2. que] so J K d. — 3. nou r ras] dc nou ras M. — 4. guarlanda M. — 
5. rozilhos] roillos J K d. rusillos M. — 



159 



de portar lor garnìzos 

e soffront fam c set e ploja e ven, 

el reis conquer l'autrui el seu defen. 

2. Reis que gran terra deraanda 

par que fassa gas, 10 

quan caval non trai de pas 

ni chausa de fer non randa; 

el reis fetz que corajos, 

car venc sai entrcls Bretos; 

mas ceP honors tomara a nïen, 15 

s'es tals la fis com fctz comensamen. 

3. Guerra vol c'om sanc espanda 
e c'om foc n'abras 

e que ja non sia las 

de donar n'i meta ganda; 20 

qu'eu sai fraircs aitals dos: 

l'us es rcis, l'autr'cs coras pros; 

mas ges non ditz vcrtat aicel quc men, 

ni tuit lauzat no son pro ni valen. 

4. Breton son fors de garanda 25 
e son d'onor bas, 

car uns coms de san Tomas 

entret en Breselianda; 

ben paron de bon cor blos 

e tornat de sus en jos, 30 

car lor Artus demandon frevolmen; 

non dirai plus, car negus no ra'enten. 

5. Al valen rei, quel gen blanda, 
sirventes, diras 

qu'enanz que passes lo pas, 35 
gart ben si l'cs foudatz granda, 
si l'es sens o danz o pros: 
ja per senhor dormilhos 



6. lor] lurs M. la J K d. — 7. fam e sct] sct c fam M. — 8. reis] rci M. — 
II. caval] qui au Kd. qiu au J. — trai dc] tra del M. — 12. chausa] 
calsas M. — 13 — 16 in M mit v. 21 — 24 vcrtauscht. — 13. el rcis fetz 
que] ben fel reis ques J K d. — 14. car] quan M. — 15. ccl'] la M. — 
tornara a] torncra en M. — 16. la] li M. — fctz] lo J K d. — 

17. qu'om sanc] qc sancs M. — 18. qu'om foc] qe fuccs M. — 19. quc] 
qom M. — 20. dej do M. — meta] metra M. — 21. sai] slì J K d. — 
22. es] c M. — l'autr'es] lautrc J K d. — 23. pes non ditz] no ditz ges M. — 
ditz] dijj J. — aiccl] a cel M. — 24. tuit] tort J. toit K. — 

Strophc 4 und 5 sind in J K d vertauscht. — 25. fors] for M. — 
26. son d'onor] de honor M. — 27. uns coms] anc hom M. — tnomas M. — 
28. entret] nintret M. — brecelianda M. — 29. paron de bon] par sion dc 
M. — 31. lor] los d. — artuc M. — 32. car] qe M. — 

33. Als baros qui argcn J K d. — 35. passes] passon J K d. — lo] cl 
M. — 36. gart ben si l'es] gard ben si cs M. vcion sil er (el d) J K d. — 
37. si l'es] si es M. sil cr J K d. — 38. ja] car J K d. — 



Digitized by Google 



i6o 



non entrarai en guerra ni en conten, 
car grcu conquer hom ben terra en dormcn. 40 
6. Sirventes, vai t'en cochos 
al comte qu'a nom n'Ugos, 
car el val tan e ve e sap e sen 
que ja no vol penre malvatz argen. 

39. cntrarai] intrcrai M. uoill intrar J K d. — 40. en fehlt J K d. — 

42. qu'a nom] qes ditz M. — nom] nô J. non K d. — n'Ugos] ugos 
M. — 43. a cei qi en donar no mct bcsten M. — 44. que ja] e ges M. — 

19. 

Dies Gedicht findet sich in 5 Handschriften , nâmlich in 
ADFJK. Die Gruppirung ist folgende: 

x 



1 

i ì 

Dass A allen ùbrigen Handschriften gegenùbersteht, wird durch die 
unter dem Text verzeichneten Lesarten der Verse 2, 4, 21, 25, 30, 
33, 35 und 36 nachgewiesen. Innerhalb y sondern sich DJK durcb 
einige gemeinsame Fchler ab, z. H. v. 7 „Laina" statt „Lana"; v. 18 
„riau" statt „rejau"; v. 19 „estraing, estrainge" statt „cstranhs"; v. 24 
„cap" statt „caps"; v. 25 „ct al" statt „et ab"; v. 30 „dir" statt „dich" ; 
v. 32 „den" statt „de". 

In Bezug auf die Reihenfolge weicht F etwas ab, indem es 
Str. 4 und 5 umstellt ; D hat Str. 5 und das Geleit tùcht erhalten. — 
Orthographie nach A. 

1. Ges dc disnar non fora oiraais maitis 
qui agues prcs bon ostau, 

e fos dedinz la carns el pans el vis, 

el focs fos clars cura de fau ; 

lo plus rics jorns es huoi de la setmana, 5 

e degram estar soau, 

c'aitan, volgra, volgues mon pro na Lana 

cum lo senhcr de Pcitau. 

2. Per saludar torn entrcls I.cmozis 

cellas qui ant pretz cabau; IO 
mos Bels Senher e mos bels Ceml>elis 
quieiron oitnais qui las lau; 



2. prcs] fort D F J K. — 4. cum] e D F J K. — 6. cstar] eslcr A. — 
7. Lana] laina D J K. le na F. — 

10. cellas] cella F J K. — ant] a F J K. — 



Digitized by Google 



iói 

qu'ieu ai trobat del mon la plus certana 
e la genssor c'om mentau; 
per que s'amors m'es tant cotidiana 15 
qu'a las autras mi fai brau. 

3. Gens, joves cors, francs e verais e fis, 
d'aut paratge e de rejau, 

per vos serai estranhs de mon páis 

em mudarai part Angau; 20 

e, car etz tant sohr' autras sobeirana, 

vostra valors n'es plus au; 

qu'onrada n'er la corona romana, 

sil vostre caps s'i enclau. 

4. Ab doutz esgar quem fetz et ah clar vis 25 
mi fetz amors son esclau, 

c mos senhcr m'ac pres de lieis assis 

sobr' un feltrc emperiau, 

e la paraula fon doussa et humana, 

elh dich cortes e soau, 30 

e de solatz mi semblet Catalana 

e d'aculhir de Fanjau. 

5. Al gen parlar quem fetz et al bel ris, 
quan vi las denz de cristau 

el cors graile, delgat e fresc e lis, 35 

trop bcn estan en bliau, 

c la colors fo frcsca e rosana: 

rctinc mon cor dinz sa clau; 

mais aic de joi que quim dcs Corrozana, 

car a son grat m'e.n csgau. 40 

6. De totas es na Majer sobeirana 
de quant mars e terra clau. 



16. mi] ni A. — 

19. estranhs] cstrain^ D. estrainne J K. cstraitz F. — 20. anjau D F J K. — 
21. clz] es DFJK. — 23. n'er] uer J K. nes F. — 

25. ab] al D F J K. — et ab] et al D J K. — 26. mi] mcn D. cm F. 
cn J K. — 28. sobr' un] son brun A. — 29. c la] cil A. — 30. soau] 
lciau D F J K. — 32. tle Fanjau] den faniau D. den fairiau J K. dc son 
iau F. — 

33 -42 fchlcn D. — 33. bcl] gcn F J K. — 34. las] la A. — 35. graile, 
delrjat] dalgat tfraile F. dargat graile J K. $d. trop] vi F J K. — 

30. corozana F. corczana J K. — 

42. dc quant mars c] de tot can ma J K. dc tot (juant mau F. 

20. 

Das nunmehr zu bcsprcchcnde Lied lcennen \vir in 7 Gc- 
stalten, \velche durch die I landsehriften A C D E F J K repriisentirt 
\verden. Diese 7 Versionen stehen zu einander in folgendcr 13c- 
ziehung: 

1 1 



Digitized by Google 



IÓ2 



z 



i 



y 



V 



1 



i 



u 



F 



i 



Die Hauptgruppirung in x und y erhellt aus den unter dem 
Text gegebenen Varianten. Auf der Seitc von y trennt sich v 
durch eine Reihe von schlechten Lcsarten, \vo A mit CE das 
Richtige zeigt, z. B. v. 5 „que" statt „c"; v. g „pois lo reis e lo 
(el D)" statt „e pois lo reis el"; v. 12 „nì" statt „ni'n"; v. 22 „cab" 
statt „ab"; v. 25 „cu non gardi lusdi ni martz" statt „e noi gart 
diluns ni dimartz" ; v. 28 „cerqe" statt „tractc"; v. 48 „qals" statt 
„anz". — Nicht mindcr evident sind cndlich die Be\veise dafur, dass 
innerhalb v die drei Handschriftcn DJK sich durch gemeinsame 
Fehler absondern, \vo F mit den ûbrigen Handschriften stimmt, 
nàmlich v. 2 „qucnanz lo faz ses" statt „anz lo fauc scncs"; v. 6 
„ucc uos mcstort" statt „veus ra'cn cstort"; v. 18 „a min sobm" 
statt „a mi resta"; v. 19 „en luoill" statt „en son huolh"; v. 29 „qui 
raan" statt „qucm fant" ; v. 33 „quis vol" statt „qui quc" und „bels" 
statt „bos"; v. 34 „queu" statt „cu"; v. 41 „gainartz" statt „galhartz"; 
v. 42 „ma terr a sos" statt „la tcrra mos"; v. 43 „darai lcn" statt 
„vuolh l'en dar" ; v. 45 und 46 „tant ca maluatz port nauran la lor 
sort"; v. 52 „de mon" statt „mon". 

In Iîczug auf die Reihenfolge der Strophen stimracn A und 
CE, denen ich raich dahcr anschliesse. In der Gruppe DJK 
ordnen sich dieselben : I, 2, 6, 3, 5, 4, 7, in F cndlich: 1, 2, 4, 
6» 3» 5» 7- — Bctreffs der Schreibung folgc ich A. 



4. tals] tal A. — qucz icu (pcrquicu E) nai prcs aital C E. qarics nai 
fait tan granz F. qcm sai gartlar <lc totz D J K. — cnans] cnganz D J K. — 
5. c] quc DFJK. — sai tant] aitan C E. — 6. m'en] tui C E. — 7. quc] 
queill C D E J K. — ni] nil C D E | K. — 8. forsaran rei F. farssan 
nigrei A. — 



I. 



Ges de far sirventes nora tartz, 
anz lo fauc senes totz affans; 
tant es sotils raos genhs e m'artz 
que mcs m'cn sui en tals enans 
c sai tant de sort 
que vcus m'en estort; 
que comtc ni rci 
nom forfeiron rei. 



5 




163 



2. E pois lo reis el coras Richartz 
ra'ant perdonat lor mals talans, 10 
ja mais n'Azemars ni n'Amblartz 

nom don tregas ni'n Talairans; 
ni ja d'Àutafort 
non laissarai ort; 

quis vol, m'en guerrei, 15 
pois aver lo dei. 

3. Quant fis es devas totas partz, 
a rai resta de gerra uns pans; 
pustclla en son huolh qui ra'en partz, 

si tot m'o comenssiei enans! 20 
patz nom fai conort, 
ab gerra m'acort, 
qu'ieu non tenh ni crei 
negun' autra lei. 

4. E noi gart diluns ni diraartz 25 
ni setmanas ni mes ni ans 

nim lais per abril ni per raartz 
qu'ieu non tractc cura venha dans 
a celz quem fant tort, 
e j'ab mi pef fort 30 
non conquerran trei 
lo pretz d'un correi. 
5? Qui que fassa sos bos issartz, 

eu m'en sui totz temps mcs en grans 
cum puosca aver cairels c dartz, 35 
elms et ausbercs, cavals e brans; 
c'ab aissom conort 
em tenh a deport 
assaut e tornei, 

donar e dompnei. 40 
6. Mos parsoniers es tant galhartz 
qu'el vol la tcrra mos enfans, 
et eu vuolh l'en dar, tant sui gartz; 



9. pois] mas C E. — 10. perdonat/. C E. — lurs C D E J K. — 
II. n'Azemaxs ni n'Amblartz] richartz ni naguiraus A. naimars ni naichartz 
DJK. j,Tiirautz nin audoartz C E. — 14. non] noil A. — non renda mais 
ort F. no fas dreyt ni tort C E. — 

17. Quan fis cs] puois fis e J K. puois qe fins cs D. quant cs fis C E. 
tan sui fis F. tant sui fortz C E. — dcvas] de D. — 18. pucrra uns pans] 
Rcrral pans A. guerral uans C E. — 21. patz no ma C E. pcr patz nom 
D J K. ges nom des F. — 

26. sctmana C E F. — 30. c] mas A. — j'ab] ia A C E F. — mi pcr 
fort] us pcr fort C E. per nuill sort A. — 31. non] noy C E. — 

33. Qui] quals C E. — 34. mcs totz tcmps (mcs fehlt E) C D E J K. — 
37. conort] cofort C E. — 38. tcnh] trnc C E. — 

42. qu'cl] qc C E. — 43. vuolh l'cn dar] uuelh lui dar C. darai lcn 
D J K. lail uuoUl dar A. — 

II* 



164 



pois diran que mals es Bertrans, 
quar tot non loi port; 45 
raas a malvatz port 
venra, sous aatrei, 
anz c'ab mi plaidei. 
7. Nom cal d'Autafort 

mais far dreich iû tort, 50 
quel jutgamen crei 
mon senhor lo rei. 



45. non loi] noil lo F. non lo E. — 40. Uuit ca maluaz port D J K. raas sal 
tot lo tort A. — 

49 und 50 fehlen F. — 49. Nom cal] iamais C E. — 50. mais far] no 
fasCE. - 51. hinter 50 wiederho!en C E die Versc 15 und 16: quis uol men 
guerrey, pus auer lo dey. — quel] lo C E F. — 52. mon] de mon DE JK. — 
de mossenhel rei C. 



21. 

Das folgende Lied lemen wir aus acht Handschriften kennen, 
namlich ADD*FGJKM, welche sieh, wcnn wir zunachst D c ausser 
Acht lassen, in dieser \Veise zu einander verhalten: 

/- 

I 

I 

x 
I 

I I 

V u 

I _l 

i ií i 

DiejíMìigcn Punkte, welche x und y trenncn, crgebcn sich aus den 
unter dem Text angegehenen Variantcn. lnnerhalb x zeigen einer- 
seits A M, andrcrseits V (i geraeinsame Fchler, z. B. AM: v. i, 
„dui" statt „trei", v. 2 1 „engolinezi" statt „peiregorzi", v. 23 „peira- 
gozi" statt „engolra»'zi", v. 26 „ft*rmazo" statt „plevizo", v. 51 
„amics" statt „humils", v. 54 „pro" statt „bo", v. 56 „es bo" statt 
„te pro", v. 66 „atjist" statt „tuit cist". — Dassclbc findet in Bezug 
auf FG Statt, z. R : v. 22 „contrafat" statt „comte fat", v. 27 
„comtc" statt „coms M und „uion (ion Cî)" statt „Digon", v. 28 „et 
un" statt „ab lo", v. 29 „e ramon (rannon (i)" statt „e'n Raimons", 
v. 56 „cho" statt „so M . D c endlich hat nur die beiden Anfangs- 
zcilen und Strophe drei erhalten und gt;hort zura Typus x, dessen 
Handschriften aber sich gerade iu dieser Strophe eigenthùmlicher 
\\ f eise etwas anders gruppiren, als in den ùbrigen Strophcn, niim- 
lich so: 



i 



Digitized by Google 



•6 5 



v 



u 



M 



A 



Ob die Stellung von F wirklich so ist, wie hier angegeben, oder 
ob es vielleicht mit A zusammen auf einen gcmeinschaftlichcn 
Typus zurúckgeht, lasst sich nicht genau entscheiden; fûr die von 
mir angenommene spricht nur v. 38, wo D c F G M geraeinschaftlich 
„raesal" statt „raessal" lesen. Diese Frage ist ùbrigens gleichgiiltig ; 
sicher ist aber, dass sich IXIM durch gemtinsame Fehler abson- 
dern, so v. 1 „no me" statt „eu nom", v. 35 „en" statt „qu'en", 
endlich dadurch, dass sie alle drei die Versc 35 und 36 hinter 37 
und 38 bringen. — Fndlich weisen D°G einen gemeinschaftlichen 
Fehler auf, v. 37 „qen" statt „mi". 

Die Reihenfolge der Strophen, die der Gedankengang ziemlich 
dcutlich ergiebt, ist in einigcn Handschriften geiindert, so ist in 
DFJK Strophe 3 und 4 vertauscht, G und M haben dic vicrte vor 
die zweite gesetzt; D c hat ùberhaupt nur die dritte Strophe, und 
in G fehlt das Geleit. In M findet sich vor dem Geleite noch cin 
zweites, das aber offenbar unecht ist, weil der Inhalt durchaus 
nichtssagend ist, und es dieselbe Liinge hat wie das echte. 
Zweifelhaft kônnte man bei einera andcrn sein, das nur in A ûber- 
liefert wird. Dies folgt auf das erste, ist dahcr kûrzer und wird 
an den Spiclmann Papiol gerichtct. Ich drucke beide im Anhange 
ab. In Bezug auf die Orthographie folge ich A. 



I. eu nom] no me D«GM. nom A. — 3—15 fehlen Dc. — 9. en] e J K. 
tot A. fchlt D. — 



I. 



Ges eu nom dcsconort, 
s'ieu ai perdut, 
que non chan em deport 
e no m'ajut 
cum cobres Autafort, 
qu'eu ai rendut 
al senhor de Niort, 
car l'a volgut; 
e puois en mercejan 
li sui vengutz devan, 
el coms en perdonan 
m'a retengut baisan, 



10 



5 



i66 



ges noi dei aver dan, 

que quera dL.es autan 

ni lausengier non blan. 15 

2. Vas mi son perjurat 
trei palaizi 

el quatre vescomtat 
de Limozi 

e li doi penchenat 20 

peiregorzi 

e li trei comte fat 

engolmezi ; 

e'n Centolhs ab Gasto 

e tuit l'autre baro 25 

mi feiron plevizo 

e lo coms de Digo 

ab lo comte breto 

e'n Raimons d'Avinho, 

et anc uns nora tenc pro. 30 

3. Ses pro tener amic 
tenc per engal 

cum fatz mon enemic 

que nom fai mal ; 

qu'en un mostier antic 35 

de saint Marsal 

rni jureron maint ric 

sobr' un messal; 

tals rae plevic sa fe, 

non fezes plaig ses me 40 

.c'anc pois no m'en tenc re, 

e nolh estet ges be 

car se mes a n erce 

e s'acordet ab se, 

so vos pliu per ma fe. 45 

4. Sil coras m'cs avinens 
e non avars, 

mout li serai valens 
en sos afars 



1 3. ges noi dci] ges n° n dci F. eu noi dei (cuit M) A M. noi dei mais G. — 
Strophc 2 fehlt in I>. — 18. cl quatre] e tuit li A F G M. — 
24. Ccntolhs] ccntoill F. ccntol G. sentolls M. scstols D J K. — ah] en 
A G. e F. den M. — 27. fehlt A. — e lo coms] e lo comte G. el comte F. 
el seinbers M. — Digoj diio M. uion F. ion G. — 28. fchlt D J K. — ab 
lo] ct un G F. — 

41 und 42 sind in D J K in einen Vcrs zusammengezogen : quanc noill cstet 
gcs bc D J K. — 42. M brinjjt diesen und den folgenden Vers am Schluss 
der Strophe und weicht in v. 44 und 45 ganzlich ab (cf. Anhang). A hat 
statt dcr Verse 42 — 45 deren nur zwei, ,wclche mit keiner andern Handschrift 
ubercinstimmcn (cf. Anhang). — 43. fehlt D. — 

Strophe 4 uud allc folgenden fehlen in D«. — 



Digitized by Google 



i6 7 



e fis cum us argens, 50 

humìls c cars, 

el coms fassa los sens 

que fai la mars: 

quan ren i chai de bo, 

vol que ab lui s'esto, 55 

e so quc nolh te pro 

getá fors el sablo; 

aissi tanh de baro 

que tenha son perdo 

e, s'el tol, que puois do. 60 

5. Lo comte vuolh pregar 
que ma maiso 

mi comant a gardar 
o que lam do, 

c'ades mi son avar 65 

tuit cist baro, 

c"ab els non puosc estar 

ses contenso; 

ara mi pot cobrar 

lo coms ses mal estar, 70 

et eu vas lui tornar 

e servir et honrar, 

e non o volgui far, 

tro c'al desamparar 

sui vengutz de n'Aimar. 75 

6. Dompna, ab cor avar 
de prometre e de dar, 
pois nom voletz colgar, 
donassetz m'un baisar; 

aissim podctz ric far 80 
e mon dan restaurar, 
si dieus e sains m'anpar! 



51. cars] clars A F G M. — 52. los] lo DGJK. — 54. quan ren i] quan 
res i F. qe si rei A. qe qan i G. — qe so qell es de pro M. — 55. que 
ab] que a G. qab F. ben cab A M. — 60. s'el] si A F G M. — 

70 — 75 fehlen in A ; statt dessen sind dort 4 Verse aus dem Geleit vor- 
weg genommen, die aber spâter doch wiederholt werden (cf. Anhang). — 

Das Geleit fchlt in G (und D«). — 78. fehlt M. — voletz] uol- 
gueU AD. 

22. 

Das folgende Sirventes wird nur von JKTd unserem Dichter 
zugeschrieben, wáhrend in M, offenbar rait Unrecht, Duran sartre de 
Pacrnas als Vcrfasser genannt wird. Dassclbe ist bislier nicht nur, 
wie Bartsch angiebt R. 4, 263, sondern auch M. W. 1,311 gedruckt — 
Von den gonannten Handschriften treten in v. 8 JKMd der Hand- 
schrift T gegenûber, indem sie sainmtlich „un" auslassen, das T 



i68 



hat und das durch das Mt-trura verlangt vvird. — Orthographie 
nach J K. 

1. Guerr' e pantais veg et afan 
a mant baron malvatz, truan; 

pauc m'es del dol e menz del dan, 

per quem volh alegrar chantan, 

quar ab joi vauc et ab joi pes, 5 

e pensamenz no ni'enpacha, 

ni sabers nom fai sofracha 

de far un novcl sirventcs. 

2. Guerram platz, sitot guerram fan 

amors e ma domna tot l'an, 10 

quar de guerra vei traire enan 

cortz e domnei, solatz e chan; 

guerra fai de vilan cortes, 

per quem platz gerra ben facha 

e.ii platz quan la treva cs fracha 15 

dcls t-sterlins e dels torncs. 

3. Esterlins e torncs camjan, 
tollcn e mctcn e donan 

veirem dcls dos reis anz d'un an 

lo menz croi segon mon semblan; 20 

per sol senher coras, ducs, raarques 

n'a ben sa penhora tracha, 

raas metre lo fan per gacha, 

som dizon Gascon ct Engles. 

4. Ara parra qui melhz poiran 25 
soffrir los raaltraitz nil raazan: 

raaint caval bai e maint ferran, 
maint eseut, maint elm e inaint bran 
e maint colp ferir demanes, 



I. Guerr'e] gera e T. geire Kd. peire J. — pantais] trabagll T. — 
2. a] de T. — maluais baron T. — 4. quem] cieu me T. — 5. en gioi 
cstauc T. — ab] en T. — 0. m'cnpacha] menpaicha J. me maia K. mcn 
maia d. — 7. sabcr T. — sofraicha J. — 8. dc] a T. — un] fehlt JKMd. — 
seruentes K. — 

9. si totz gerra T. — 10. amor T. — doma T. dompna J. — 11. de] 
per T. — trair J K d. — 12. e] fehlt J K d. — domncis T. — 14. faicha J. — 
1$. las trcvas T. — fraicha J. — 16. dcl tornes T. — 

17. Esterlis K. esterlin T. — 19. ueires T. — dels dui reis T. deill 
dui rei JKd. — ans d'un an] denen nan T. — 21. persol senher] perol 
scgncrs T. pcr so lo J K d. — marces T. — 22. penora T. — traicha J. — 
23. mas] mal T. — fan] fai T. — gaicha J. ctc. — 24. so T. — dizom JK. — 

gascoms J K d. gascons T. — ingles T. — 

25. ara para J K d. e breu ucires T. — cal mais p. T. — 26. los] lo 
J K d. -- lo trabagll nil lafan T. - 27. cauals bais e mainz J K d. — feran 
Kd. fcrant T. ^ 28. escut] scut J K d. — e maint clme lusent e m. b. T. — 
29. ferrir K d. — maint nafra e feri demanesc T. — 



Digitized by Google 



ióq 

raaint raur, mainta tor desfacha 
veirera, mainta testa fracha, 
maint chastel forsat e conques. 

5. Ges non crei, Frances ses deman 
tengan lo desiret que fan 
a tort a maint baron presan, 
pcr que meravclham don gran 
del senhor dels Aragones 
car a lor dan nols destacha, 
puols a los ades a pacha 
desmandatz comte, duc, marques. 

6. Quis volha n'aja mals 0 l>cs 
o enpacha o desenpacha 
o bratz rotz o testa fracha, 
que tant m'es dels mortz cora dels pres. 

7. Gai mi ten una gaja res, 
avinenz, joves, ben facha, 
et ai ab leis una pacha 
com an Pisan ab Gcnoes. 



30 und 31 in T umucstellt. — 30. maint] e mant T. — mainta] e mainta J Kd. -- 
mantxs tor dcsfaitas T. - 31. mainta] c mainta J K d. — giaser e man tcstas 
fraitas T. — 32. e mant T. — forsatz J K d. — 

33. Gcs] mas T. — 34. tcfraa T. — los J K d. — desirit J K d. — 
quel J. — 35. tortz J K d. — mainz J. moinz K d. — baros J K d. — 
36. pero marauegiian T. pcr quc ira me J K d. — 37. dcls dcl scjmer T. — 
arrajranes J. — 38. car] com T. a] ab J K d. — danz no J K d. — 
dcscaccia T. — 39. a] fai T. — an desanpaccha K d. am desanpaicha J. — 
40. desmandat J K d. dcsn randatz T. — comte] acont J K d. lo coms T. — 
marces T. — 

41. mals 0] mal o J K d. eH malls cls T. — 43. rott T. — 44. aitant 
T. — mes dcl J K T d. — mort co dcl T. — 

45- puV) bclla T. — 46. auinct lones T. — 47. e a ab mi aital e p. 
T. — 48. con T. — con T. 

25- 

Von den acht Handschriften ACDFJRMR, vvelche dieses 
Lied bevvahren , gehoren einerseits A C M R , andrerseits D F J K 
zusammen. In jener Gruppe sondern sich zunàchst A C M von R 
und dann C M von A , in dieser stehen D F gegenûber von J K, 
sodass sich folgendes Schema ergiebt: 

1 

_J 

I I 

ï I 



30 



35 



40 



45 



i;o 



Die Gruppe x macht sich durch folgende gemeinsame Fehler be- 
raerkbar : v. 7 „er li ops" statt „er ops que" ; v. 1 1 „blastimaron" statt 
„blasmariant"; v. 12 „quan" statt „que"; v. 18 „e" statt „si"; v. 29 
„sosteran" statt „sostenran"; v. 31 „estre" statt „esscr". Innerhalb 
y zeigen nun zunàchst A C M mchrere gemeinsame Abweichungen, 
wo R, durch x gestûtzt, das Richtige licst, z. B. v. 13 „part" statt 
„pres"; v. 33 „cendat" statt „samit", und umgekehrt v. 34 „samit" 
statt „ cendat " ; ib. „ non " statt „ noi ". Dass endlich C M wieder 
náher zusammengehòren, ergiebt sich aus folgenden in beiden vor- 
kommcnden falschen Lesarten: v. 2 „uc" statt ,.Luc"; v. 4 „traucat" 
statt „trcncat"; v. q „quenans de la roazo" statt „que ges noi 
diga de no"; v. 10 „0 aial comps aperceubut" statt „dapois que 
ni'o a covengut"; v. 21 „tug li" statt „li plus"; v. 22 „elegut" statt 
„inentaugut" ; v. 29 „non lur tenran pro" statt „nols sostenran lor" ; 
v. 32 „que uel C, que uas M" statt „contra"; und v. 40 „el coms 
don" stalt „e lo coms". — Auf der andern Seite scheiden sich DF 
von JK durch folgende gemeinschaftliche Fehler: v. 26 „sab" D, 
„ab" F stalt „s'al"; v. 27 „eill" statt „e"; v. 30 „ferem" statt „ferrem"; 
v. 39 „c f'lz" statt „el filh"; v. 42 „e" statt „e'n". 

In Hczug auf die Reihenfolge zeigt nur C eine Abweichung, 
indcm cs dic vierte Strophe erst hinter der sechsten bringt; das 
crste Gelcit cndlich fchlt in R. — Die Orthographie nach A. 

1. Lo coms m'a mandat e mogut 
per na Raimon Luc d'Esparo 
qu'ieu fassa per lui tal chansso 
on sion trencat mil escut, 

elm et ausberc et alcoto 5 
e perponh falsat e romput 

2. Et er ops que sia atendut, 
pois comtar mi fai sa razo, 

e que gcs noi diga de no, 

dapois que m'o a covengut; 10 

que blasmariant m'en Gasco, 

que de lor mi tenc per tengut 

3. A Tolosa pres Montagut 
fermaral coms son gomfano 

al prat comtal jostal peiro, 15 

c, qrand aura son trap tendut, 

e nos lur venrera de viro, 

si que tres nuoitz i jairem nut. 

4. E seran i ab nos vengut 

las poestatz e li baro 20 



7. er ops quc] er 1i ops D F J K. — 9. que ges] que ia R. quez eu F. — 
noi] non A D K. — e qucnans de la roazo C M. — 10. o aial coms apcrceubut 
C M. — 11. blasmarian'] blastimariant A. blastimaron F J K. blasmaron D. — 
1 2. que] queu M. car A. quan D F J K. — mi] mo C M R. — 

17. vcnrci..] uiarem D. tiarcm J K. trairen F. serem R. — nos lo 
penrei.t tot enuiro C. nos alogerem denuiro M. — 18. si] tant A. e DFJK. — 



i7i 



e li plus honrat companho 
del mon e li plus mentaugut, 
que per aver, que per somo, 
que per precs i serant vengut 

5. E desse que serem vengut, 25 
mesclar s'al torneis pel cambo, 

e Catalan ell d'Arago 

tombaran soven e menut, 

que ja nols sostenran arso: 

tant grans colps i ferrem nos drut 30 

6. E non pot esser remasut, 
contra cel non volon tronço 
e que samit e cisclato 

e cendat noi sion romput, 

cordas, tendas, becas, paisso 35 

e trap e pavilhon tendut. 

7. Lo reis qu'a Tarascon perdut 
el senher de Mon Albeo, 
Rotgiers, el filh Bernart Otho 

e lo coms Peire lor n'ajut 40 
el coms de Fois ab Bernardo 
e'n Sanso, frair del rei vencut. 

8. De lai pensson de garnizo, 
que de sai lor er atendut. 

9. Totz temps vuolh que li aut baro 45 
sion entre lor irascut 



26. sal] sa JK. san R. al M. ab F. sab D. — torneis] tornci DFJKR. — 
29. ja nols sostcnran] nols sostenran lor A. ia nol sostenran R. ia nol (iall 
noill D) sosteran D F J K. non lur tenran pro C M. — 30. i] los A D J K. — 

31. esscrl cstrc DFJK. — 32. contra] contral A. quc uel C. que uas 
M. — 34. noi] non A C M. — e cendat noi sion] noy sian esquistat e R. — 
35. cordasj fehlt M. — tendas, becas] tendas b'cas F. e tendas e bccas e D. 
tendas e perchas e M. e becas e C. e brays e R. e tendas e J K. e tentas 
e A. — 

39. filh] fills A D F. — 

43 und 44 fehlen R. — 44. er] es DJK. 

24. 

Nur eine Handschrift, nàmlich M, hat uns dies Gedicht auf- 
bewahrt 

1. Mailolis, joglars malastruc, 
pos acnindat m'a hom de vos 
e mi venes querre chansos, 
en talent ai qu'icus en valha; 
cjtiar iest avols e semblas bos, 5 
inielhs fora, fosses campios 
que viure d'autrui coralha. 

1 . Mailolin M. — maulastruc M. — 2. a comdat mahom M. — 0. foscs M. — 



Digitized by Google 



2. Aital solatz m'aves faissuc 
qu'autr* om en scria enujos, 

ez es plus nescis que montos, 10 
e canta plus clar li gralha; 
porc, quom regarda milhargos, 
fai melhor escoutar que vos 
o nafrat, quanl hom lo talha. 

3. Qu'ieus apellava paoruc, 15 
semblaria que ver non fos, 

quar iest granz e joves c tos, 

fas semblan, qu'ajas coralha; 

mas lai on lebres es leos 

vos est volpilhs e tiualhos, 20 

llacs ses tota defensalha. 

4. Dedintz iest plus caus d'un sauc 
ez as major cors c'uns soiros, 

mas lo fcges et lo polmos 

es grans sotz la cabeçalha, 25 

ez iest de matin somelhos, 

que, quius sona un mot o dos, 

fas semblan que nous en calha. 

5. Mal vos tenen per asertuc 

d'armas en la ost dels basclos, 30 

que un non hi a dels garcos 

que denan vos non assalha; 

sis defendian ab melos, 

cascus intrer'i anz quo vos, 

s'avias clm e ventalha. 35 

6. Lai on sentes raustir montos 
vos fas dc Tintrar plus cochos 
qu'al pal ni a la serralha. 

7. E non es tan grans lo ronhos 
qu'en un sol morsel o en dos 40 
non Penpasses, quil vos talha. 

8. Raimons de Planel, quar es pros, 
vuelh qu'aujal sirventes de vos, 

el sons icsca'n ab trebalha. 
g. Car sordeis chantatz que paos 45 
e gavanhatz tos motz els sos, 
pcr qu'es fols qui los vos balha. 

9. quautroms M. — 12. millargos M. — 14. qam M. — 
16. vers M. — 20. uollpills M. — 

24. le M. — et le M. — 27. qious M. — 28. nous] nos M. - 
39. le M. — 40. morsell M. — 41. Uenpasses M. — 
42. Raimon M. — planell M. — 
45. sordei M. — 47. folls M. — 



173 



25- 

Dies Halbsirventes findet sich, wie Lied 24, nur in M. 

[. Miez sirventcs vuelh far dels reis amdos, 
qu'en brieu veirem qu'aura mais cavalliers, 
del valen rci de Castella, n'Anfos, 
c'aug dir que ven e volra soudadiers; 
Richarz metra a mueis e a sestiers 5 
aur e argen e ten sa benanansa 
metr' e donar e non vol sa fiansa, 
anz vol gerra mais que qualha esparviers. 

2. S'amdui li rei son pro ni corajos, 

en brieu veirem camps joncatz de quartiers, 1 o 

d'elms e d'escutz e de branz e d'arcos 

e de fendutz per bustz tro als brâiers, 

ez a rage veirera anar destriers 

e per costatz c per piecliz manta lansa 

e gaug e plor e dol e alegransa: 15 

lo perdr'er granz, el gasanhz er sobríers. 

3. Trompas, tabors, senhcras e penos 
et entresenhs e cavals blancs c niers 
veircm cn brieu, qucl scglcs sera bos, 

que hom tolra l'avcr als usuricrs, 20 

e per camis non anara saumiers 

jorn afiçatz ni borjes scs duptansa 

ni mcrcadiers qui venga de ves Fransa, 

anz sera rics qui tolra volontiers. 

4. Mas sel reis ven, ieu ai en dicu fiansa 25 
qu'ieu serai vius o serai per quartiers, 

e, si sui vius, er mi grans bcnanansa, 
e, se ieu mucir, er mi grans dcliuricrs. 



2. cauailhicrs M. — 4. sodariicrs M. — 7. fianza M. — 

9. prou M. — 12. als] al M. — 13. es] et M. — 14. lanxa M. — 
15. alegrança M. — 16. lo] lc M. — 

19. veircm] ucrrem M. — 20. quc] qcs M. — 23. rieuei M. — frança M. — 

26. scrai] scra M. 27. gran M. 



26. 

Acht Handschriftcn stchcn uns zur Vcrfiigung, um den ur- 
spriinglichcn Text dcs nachfolgendcn Liedcs zu reconslruircn, 
namlich AHCI)KKJK, dcrcn Abh;ingigkcit von cinander durch 
folgendc Figur dargcstcllt wird: 



»74 



X 



A B 



i 



k 



u 



F 



D 



jk 



Folgendes sind die Stellen, in welchen DFJK gemcinsame Fehler 
aufweisen, wahrcnd ABCE die richtige Lesart bringen: v. 39 fehlt 
in DFJK; v. 47 „deus" statt „dcs"; v. 48 „dellai (desai F) ni" 
statt „ni de lai"; v. 52 „scn (sc F) prcnha" statt „s'empenha" (D hat 
hier das Richtige) ; v. 61 untl v. 62 sind in dcnselben Ilandschriften 
umgestellt; v. 70 „alcman" statt „Alaman". Endlich zeigen auch 
DJK gcraeinschaftliche Abweichungen von F, wahrend dics von 
den ùbrigen Handschriften gestùtzt wird, z.B.: v. 25 „ials reucingna" 
statt „los retenha"; v. 35 „maint" statt „pro"; v. 40 „a" statt „al" ; 
v. 43 „quen" statt „cn"; v. 62 „c iau prcechan J K, c iaudseechan D" 
statt „c Angcus pren dan"; v. 65 „el" statt „e"; v. 77 „pensan" statt 
„pesan". — VVcnn also hierdurch das Verhaltniss der Handschriften 
hinrcichend sicher festgcstellt erscheint, so ist cs doch bemcrkenswerth, 
dass auch einige Erschcinungen /.u beobachten sind, welche dieser 
FesLslellung sich nicht zu fùgen scheinen; zunachst zwci Stellcn in 
F, in denen es mit AI3 dcn gleichcn Fchler thcilt, namlich v. 3 
„chant" gcgcn „jaug" allcr and< rn Hancbichriftcn, und v. 36 „pnìzan", 
wahrcnd allc ùbrigcn wicdcr „poissan" lesen. Fs bcruht dies aber 
auf einem zufîilligen Zusammcntreífí'n; F hat ausscrordcntlich zahl- 
rciche und willkùrliche Aendcrungen, in 79 Versen nicht weniger 
als etwa 43, und da ist einc solchc Uel)ereinstimmung nicht zu 
ver\vundern. Im ersteren Fallc lag dic Aenderung in „chant" nach 
dem in v. 1 vorhcrgegangcncn „111011 chant fcnisc" ausserordentlich 
nahc; im zwcitcn kann als Frklarung dicncn, dass F hier bci 
dem Abwcichcn von „poissan" auch zu „prczan" griff, wcil es 
cine Vorliebc fûr dies Wort hatte, da cs dasselbe no<rh mehrfach 
anxvendet, wo keiue andre Handschrift es aufwcist, z. li. v. 20 „mas 
tuit fait prczan" statt „mas lai vos segran" und v. 50 „qab faitz 
tan prezan" statt „ni tan guerrcjan". — F stimrat in seinen Ab- 
weichungen auch mit andern Handsehriften zuweilcn ùbcrein, che 
mit ihm sonst durchaus kcinc Ciemcinschaft haben, z. B. v. 48 „de 
sai" mit K gcgen „dc lai" allcr andcrn I landschriflcn. — Fndlich 
auch zcigcn C und E, dic unzwcifelhaft eincm Typus angehbrcn, 
in cinzclncn Punktcn Diffcrcnzcn, und cs trifft sich auch hicr cinige 
Male, dass die ausweichende Lcsart rait dcr irgend einer andern 
ùbereinstimmt; so liest v. 6 C mit AB „ben", wáhrend E mit 



Digitized by Googl 



175 



sámmtlichen úbrigen Handschriften „gen" hat; ersteres verdient hier 
wohl den Vorzug, da „gcn" in dem unmittelbar vorhergehendcn 
Versc schon vorkommt; v. 18 hat AB „eratz vos guitz", DJK „eratz 
capdcls", wozu auch F mit „eravat caps" gehòrt. Auch hier gehen 
C und E auseinander, aber in umgekehrter Wcise, wie in v. 6, 
námlich E Ohnelt AB mit „erauas guitz", C liest genau wie DJK; 
in der dritten Strophe theilt C mit AB folgende Fehlcr: v. 29 
„servir (AB servirs) de bon aire", wo E rait allen andcrn Hand- 
schriften „donar scs cor vairc" zcigt, und v. 41 „quel" C, „qcil" A 
(in B fehlt dieser Vers) gegenùbcr der allseitig gestûtzten Lesart 
„pel". Abcr auch E thcilt mit A B cinige Abweichungen, z. B. v. 68 
„ni" statt „c", wic sich sonst iiberall fìndct; namentlich abcr ist es 
auffallend, dass zu dcm ûl>erzahligen Vcrsc von AB im Anfangc 
des erstcn Gelcitcs „anc er prezan" sich in E ein Pendant fìndct, 
da dies an dcrsclbcn Stclle dic ùbcrzahligc Zcile „noi cr pczan" 
aufwcist. E zcigt aber auch mit andern Typen einzelne Ueberein- 
stimmungcn, z. B. v. 43 „quen" mit I)J K statt „en"; v. 52 „scnprenha" 
mit FJK statt „scnipcnha"; v. 53 „ui sil" mit J K statt „ni si" ctc. 
\Venn allc diesc Erschcinungcn in dcr That rccht auflallig sind, so 
kònncn sie doch das ol>en klar gelegte Verhaltniss nicht umstossen, 
eben wcil dicselben ungleiehmassig sind, also sich gegcnscitig auf- 
hcl)en. Dicscibcn habcn allerdings tlic Folge, dass in v. 6, 18 und 
29 nicht mit absolutcr Sicherhcit bestimmt werden kann, welchcs 
die ursprùnglichc Lesart gewesen, doch ist <licscr Umstand nichl 
von grosscr Bcdcutung, da in allen drci Fallen die beidcn gegcn- 
ûberstehendcn Lcsartcn gleiehbedetitend und auch fast gleich gut 
sintl, sodass selbst cin etwaiger Fchlgriff kcincn Schaden anrichtcn 
wûrde. 

In der Reihcnfolgc der Strophcn stimmcn CDF. FJK ùbcrein, 
denen icfa gefolgt bin , wâhrcnd AB die zwcitc und dic dritte 
Strophe umstcllcn. In Betrefï der Orthographie schlicsse ich 
mich an A an. 

1. Mon chant fenisc ab dol ct ab mal trairc 
pcr totz tcmps mais el tenc per rcmasut, 
car ma razon c mon gaug ai perdut 
el melhor rci que anc nastpies de inaire: 
larc e gen parlan 
e ben cavalgan, 
de bclla faisso 
c d'umil semblan 
per far grans honors; 
tant crc qucm destrcnha 
lo dols que m'estenha, 
car en vauc parlan; 

3. paug] chant A B F. — <>. bcn] gen D E F J K. — 7. de bellas 
faissos ABCE. — ll. fehlt D. — 12. car en] quar ieu E. per qen F. tant 
cn A B. perquicu C. — 



5 



10 



176 



a dieu lo coman, 

quel meta en luoc Sain Johan. 

2. Reis dels cortes c dcls pros empcraire 15 
foratz, senher, si acsetz mais viscut, 

car reis joves aviatz nom agut 

e dc joven eratz vos guitz e paire, 

et ausberc c bran 

e bel bocharan, 20 

elm e gomfano 

e perponh e pan 

c jois et amors 

non ant quils mantenha 

ni qui los retenha, 25 

mas lai vos segran, 

qu'ab vos s'en iran 

e tuich ric faich ben estan. 

3. Gent aculhir c donar ses cor vaire 

e bel rcspos c ben-siatz-vengut 30 
e gran ostal pagat e gen tengut, 
dons e garnirs et estar ses tort fraire, 
manjar ab masan 
de viula e de chan 

ab pro companho, 35 

ardit e poissan, 

de totz los melhors — 

tot volh qu'ab vos tenha, 

qu'om ren no'n retenha 

al segle tru?>n 40 

pel malastruc an, 

que nos mostret bel semblan. 

4. Senher, en vos non era res a faire, 
que totz lo mons vos avia elescut 

pel melhor rei que anc portes escut 45 
el plus ardit el melhor tornejaire; 
des lo temps Rotlan 



14. mela] met C D E F J K. — cn loc] a lonc E. a latz C. — San Johan] 
ben estan A B. — 

17. car] que D E F J K. — 18. eratz vos puitz] crauas guitz E. crauat 
caps F. erat/. capclcls CDJK. — 19. ct] ay C. fchlt E. — 21. elms c 
guomfaynos C E. clmcs ponfanos A B. — 22. perponh] pcrpoins ABDEJK. 
cscut F. — pans A B. — 25. fchlt E. — qui los] ah sius C. — 26 und 27 
in C umgestellt. — 26. mas] c C. que A B. — 

29. donar] donars F. scruir C. seruirs A B. — ses cor vairç] de hon 
airc ABC. — 32. fjarnirs] prazirs C. jïrazir E. — 34. uiol CDEFJK. — 
35. ab] al F. e A B D J K. — pros compaignos A B C E. maint com- 
paignon I)JK. — 36. poissan] prczan A B F. — 39. fehlt D J K. — qu'oml 
que hom E F. que A B. — 41. fehlt B. — pel] qcil A. qucl C. — 42. belj 
tan belh E. tam belh C. — 

44. tot lo mons C. tot lo mon E. — avia] aui D E J K- — 



Digitized by Google 



177 



ni de lai denan 
non vi hom tant pro 

ni tant guerrejan 50 
ni dond sa lauzors 
tant pel mon s'empenha 
ni si lo revenha 
ni que l'an cerean 

per tot agaran 55 
del Nil trol solelh colgan. 

5. Senher, per vos mi vuolh de joi estraire, 
e tuich aquil qucus avion vegut 

devon estar per vos irat e mut, 

e ja raais jois la ira no m'esclaire; 60 

Engles e Norman, 

lireton et Yrlan, 

Guian e Gasco 

et Angieus pren dan, 

e Maines e Tors, 65 
Franssa tro Compcnha 
de plorar nois tenha, 
e Flandres de Gan 
trol port de Guisan 

ploron, neis li Alaman. 70 

6. Loirenc e Braiman, 
quan tornejaran, 

aurant dol, quand nous veiran. 

7. Non pretz un besan 

nil colp d'un aiglan 75 
lo mon ni cels quei estan; 

8. Per la mort pesan 
del bon rci prezan, 

on tuich devem aver dan. 



49. pro] pros A B C E. — 53. ni si lo) ni sil lo E J K. noill lo D. caissi lo 
A. — ni hom sai lo resfenha C. — 54 und 55 in A B umgestellt. — 54. n i 
que l'an| ni qucls ans E. ni que san D. ni aquels an J K. ni qcls an F. 
qaisil uan A B. — 

61 und 62 in DFJK umgcstellt. — 63. Guian] guiana C. guians B. 
ginan E. giena D J K. german F. — Gasco] gascos A B C E. — 64. Agicus] 
angieu E. angiers C. aiman A. aman B. peitou I) F J K, — pren dan] a dan 
D J K. prezan A B. abscan F. — 66. tro Compenha] tro compaigna D. tro 
campanba EJK. c descompeigna AB. tensan preigna F. — 68. e] ni ABE. — 
69. trol port] daqui D J K. diqui F. dc sai A B. — de Guisan] den guinssan 
C. da guan E. a guizan J K. a giran D. an guizan F. — 70. neis] e A B C. — 

71. Vor diesem Verse findct sich in A B ,.anc cr prczan", in E „e noi 
er pezan". — 72. fehlt A. — 

75. colp] cop ABÇ. cap F. — 

79. dcvem aver] avem C E. 



12 



i?8 



2 7 . 

Das folgende Gedicht kennen wir aus den Manuscriptcn C 
und R. — Die Orthngraphic ist nach C geregelt. 

1. Mout mi plai, quan vei dolenta 
la malvada gent raanenta, 

qu'ab paratge mou contenta, 

cm plai quan los vei desfar 

de jorn en jorn, vint o trenta 5 

els trop nutz ses vestimenta 

e van lur pan acaptar, 

e, s'ieu ment, m'amiam menta. 

2. Vilas a costum de trucja, 

que de gent viure s'enueja, 10 

e, quan en gran ricor pueja, 

l'avers lo fai follejar, 

per quel deu hom la tremueja 

totas sazos tener vueja 

el deu del sieu despensar 15 

e far sufrir vcnt e plueja. 

3. Qui son vilan ben non scrma, 
en deslialtat lo ferma, 

per qu'es folhs qui non ramerma, 

quan lo ve sobrepujar; 20 

quar vilas, pus si confenna 

e'n tan ferm loc si referma, 

de maleza non a par, 

que tot quan cossec adcrma. 

4. Ja vilan no dcu hom planher, 25 
sil ve bratz o camba franhcr 

ni ren de sos ops sofranher, 

quar vilan, si dieus m'ampar! 

a cel quc pus li pot tanher, 

per planhcr ni per complanher 30 



I. Mout] mot R. — vci] uey la R. — 2. la malvada] cstar falsa R. — 
4. dcsfar] mermar R. — 5. cn] e R. — vint] XX C R. — trenta] XXX R. — 
(>. cls trop nulz] pucys los ucy R. — 7. c van lur] anar del R. — 8. s'ieu] 
sin R. — 

9. Vilas a costum dc] vilan ab tc de R. — 10. que dc gent viurc] quc 
destar nc dc R. — 12. laucr C. aucr R. — follejar] forsscnar R. — 13. per 
cpjcl deu hom] per com H dcu R. — lcntrcmueia C. — 14. totas] mantas R. — 
ÍOXOS C. — 15. despcnsar] apanar R. — 

17. bcn non scrma] non acrma C. — iq. ct cs pccx qui bc nol mcrma R. — 
20. ve] vetz C. — sohrcpujar] trop aut m(»ntar R. — 21. uilan C R. — pus] 
can R. — conferma] referma R. — 22. e'n tan fcrm] ni cn fort R. — 
cofcrma R. — 23. non ha dc malcza R. — 24. adzcrma R. — 

26. sil] quil R. — vc] uctz C. — 0] ni R. — 27. rcn] res R. — 
28. m'ampar] me yar R. — 29. fehll C. — 30. fehlt R. — 



179 



nulhs hom nol deu ajudar, 
enans deu lo fag refranher. 

Rassa, vilana tafura, 
plena d'enjan e d'uzura, 
d'erguelh e de desmezura — 35 
lur faìtz non pot hom durar, 
quar dieu geton a non-cura 
e lejaltat e drechura, 
Adam cujon contrafar; 
dieus lur don mal' aventura! 40 



31. nu]hs hom nol deu] no uol del sieu R. — 32. enans] per com R. — lo 
fag] lo feg C. sos faitx R. — 

33. Strophe 5 fehlt in R. — 37. dieus C. 

28. 

Das folgende Lied findet sich in den Handschriften A C D J 
K R T U V. Da nun die dritte Strophe und das zweite Geleit sich 
nur in CJKRT finden, so kônnte es danach scheinen, dass die 
eben genannten Handschriften einer Gruppe und die ûbrigen 
einer andern zuzurechnen seien. Dem widersprechen aber die 
Lesarten, welche vielmehr einc andre Classifìcation verlangen. 
Danach wûrde die Haupteintheilung : ADJK und CRTUV sein ; 
dort sondern sich sodann J K von A und D ab, hier treten einer- 
seits CRT, andrcrseits UV zusammen, sodass sich die gegen- 
seitige Abhângigkeit figûrlich so darstellen làsst: 

z 

! 

I 1 

_j_ _____ 

l ,„ í [ 

__L_ I I 

I 



c 4 



Das Verhâltniss von x und y ergiebt sich aus folgcnden Verscn: 
v. 25, wo y „ial senher" las, wâhrend AD JK „del senhor" zeigen; 
v. 30 dagegcn haben die Handschriften von x „e", wo der Sinn 
^nas" verlangt, das sich auch in C T findet, wàhrend U V abwcicht 
(R hat die ganze Strophe nicht); v. 32 las x „que oimais", y dagegen 
„qu'ogan mais"; v. 47 las x „s'anon", y ,^e van"; v. 48 scheint y 
das richtige „cui bos" gehabt zu haben, obwohl UV schon den 
Fehler „cui lx>n" zeigen, A D J K haben aber gemeinschaftlich „que 
bon". — Wenn diese Eintheilung abcr die richtige ist, so ergiebt 
sich daraus auch, dass die drittc Strophc und das zwcitc Geleit 

12* 



Digitized by Google 



i8o 

echt scin mûssen, da sie sich in fûnf Handschriften befinden, die 
zu vcrschiedenen , von cinander unabhàngigen Typen gehòren. — 
Die Gruppirung innerhalb x und y ergiebt sich leicht, A und D 
sondem sich von J K durch das Fehlen der beiden genannten 
Strophen; C R T von U V durch gerneinsarae Fehler, nâmlich v. 2 „e 
sapchatz que no mes belh" statt „de guerra far ab castel", v. 3 „quar 
anc (car ieu R)" statt „e car", v. 4 „passat ha (fehlt T) un" statt 
„mais aura d'un", v. 16 „ben" statt „tuit", v. 21 „yvern" statt „estiu", 
v. 40 „senferna" Statt „enferna". Auch U und V weisen meh- 
rere gemeinsame Abweichungen auf, so v. 4 „ui" statt „vim'', v. 5 
„rae U, mel V" statt „m'o", v. 7 „autres" statt „autre", v. 8 „seingnier" 
statl „senhor", v. 10 „el" statt „els", v. 16 „que tot auran" statt „tuit 
venran a", v. 25 „miradol" statt „Mirandol", v. 30 „se (sa V) tot se fan" 
statt „mas non son tan", v. 3 1 „qe ben" statt „ben non", v. 36 „seingnier 
flanc" statt „senhor flac", v. 38 „qe" statt „e", „denier" statt „deniers u , 
v-3Q „qe perdet" statt „c pendet", v. 41 „las" statt „la", v.42 „me" statt 
„m'es", v. 45 „que" statt „car", v.46 „sofra" statt „sofre", v.51 „adreite 
franc" statt „franc c cortes", v. 52 „a" statt „ab", v. 54 „a me" statt 
„am", v. 55 „a me" statt „am", v. 56 „rei" statt ,.reis", v.57 „lo" statt 
„la", v. 59 „a" statt „en". — Fndlich mûssen noch diejenigen Punlcte 
hervorgehobcn \verden, wo C T die gleichen Fehler zeigen, wâhrend 
R das Richtige liest. Dies findet Statt v. 6 „cstan M statt „n'estan", 
v. 1 1 „cui es" statt „que ten", v. 1 5 „merces" statt „merce", v. 2 1 
„son" statt „ven", v. 53 „per aquelh eys" statt „tot per aital (per 
tot aytal R)", v. 55 „onor" statt „ricor". 

Die Reihenfolge der Strophen ist die von A D J K U V , doch 
fehlen in A D U V Strophe 3 und g ; in R fehlt Strophe 4 und 6, 
in T fehlt die sechste Strophe, und die ûbrigen erscheinen in fol- 
gender Ordnung: 1, 2, 3, 4, 7, 5, 9, 8; C endlich ordnet 1, 2, 3, 
6, 5, 4, 7, 8, 9. — Orthographie nach J K. 

1. Molt m'cs desccndrc carcol, 
de guerra far ab castel, 

e, car assaut ni ccmbel 

non vim, raais aura d'un an, 

e tenh ra'o a gran affan; 5 

car il n'estan per paor 

e nos autre per s'amor 

del senhor de Molïerna. 

2. Quels agusa els esmol 

els toca coma coutel 10 

lo senher que ten Bordel, 

mas trop son espes denan 

e moz devas lo trenchan 

e plus lejal d'un prior; 

merce de Pesmoledor 15 

tuit venran a vita ctcrna. 



16. tuit] bcn CRT. qe U V. 



i8i 

3. Ja'n Verlais de Mosterol 
ni'n Guilhems de Monmaurel 
no agren cor tan isnel 

com nostre baro cada an, 20 

can ven a l'estiu intran; 

puois, quan intr'a la fredor, 

1'ardiLz torna en paor, 

can lo clars temps s'esbuzerna. 

4. Del senhor de Mirandol, 25 
qui ten Cruisa c Martel, 

no cre, ogan se revel, 

tro que veja que faran 

Franceis, que van menassan; 

mas non son tan gabador, 30 

l)en non atendol pascor, 

que oiraais plou et inverna. 

5. Aragones fan gran dol, 
Catalan e cel d'Urgel, 

car non an qui los capdel 35 

mas un senhor flac e gran, 

tal ques lausa en chantan 

e vol mais deniers c'onor 

e pendet son ansessor, 

per ques destrui et enferna. 40 

6. Ixri vir on la dens me dol, 
vas cella de cui m'es bel 
qu'ieu la repti e l'apel 

de tracion e d'engan, 

car per son leugier talan 45 

sofre quel fals fenhedor 

s'anon fenhen de s'amor 

de leis cui bos pretz governa. 

7. Eu sai un austor tresol, 

mudat, qu'anc non pres ausel, 50 
franc e cortes et isnel, 

17—24 fchlcn A D U V. — 17. Ja'n] lan J K. en R. gics T. — Verlais] 
verlai J K. berlay C. bcrnart T; B. R. — Mostrairol J K. mostairol C. 
mostarol R. — 18. guillcm C J K. tfullem T; G. R. — 19. agren cor tan] 
apren coz tan J K. an lur cor tant T. lur cost ni an C. — 21. ven] son T. , — 
can vcn] falh lay R. — l'estiu] lyuern C. yuern R T. — 22. puois] e C R. — 
intr'a] uen a T. son a C. se tray R. — fredor] chalor C T. vcrdor R. — 
23. l'arditz torna] lardit torna J K. tornan lardit R. torna larditz C T. — 
paor] doussor C. dosor T. ualor R. — 24. can] per T. — s'esbuzerna] qui 
sesbuerna T. sabinucrna J K. sabuerna R. — 

25 — 32 fehlcn R. — 25. Dcl scnhor] ial scgner T U V. ial scnhor C. — 
26. Cruisa] crueissa C. crucha T. coissan U. caissan V. enuisa J K. grcsa D. 
glcsa A. — 30. mas] e A D J. el K. — mas non son tan] se (sa V) tot se 
fan U V. — 32. que oimais] car oimais A. quogan mais C T U V. — 

41 — 48 fehlen in R T. — 47. s'anon] sc uan C U V. — 48. cui bos] cui 
bon U V. que bon A D J K. — 



182 



ab cui eu m'apel Tristan, 
e tot per aìtal semblan 
am pres per entendedor 
et am dat mais de ricor 
que, s'era reis de Palerna. 

8. Tristans, per la vostr'amor 
me veiran tornejador 
en Peitau, qui quem n'esquerna. 

g. Puois la regina d'amor 
m'a pres per entendedor, 
l>en posc far cinc et ilh teroa. 



53. tot per aital] per tot aytal R. il per aital U V. per aquelh eys C T. — 
57. Tristan A C D J K R T U V. — 59. qui] quc U. quis D J K T. — 
60—62 fehlen in A D U V. 

29. 

Die elf Handsehriften , welche bei diesem Liede in Frage 
kommcn , nâmlich A C D F J K M R T U V stehen zu einander in 
einera Abh;ìngigkeitsverhaltniss, \velches durch folgende Figur deut- 
lich gemacht wird: 




\ I 
s r 

1 I 

I II I 

II T C R 

Die Haupteintheilung, namlich die in x und y, ergiebt sich aus den 
Varianten der Verse 4, 9, 12, 16, 33, 34, 41, 43, 44. — Dass 
sodann D und J K nâher zusammengehòren , ergiebt sich aus fol- 
genden gemeinschaftlichen Fehlern dieser drei Handschriften : v. 13 
„eu non ai" statt „non ai ges", v. 16 „au" statt „al", v. 20 Jasegues" 
statt ,,1'asetges", v. 27 „cairac" statt „Caiarc". — Fûr die Stellung 
von F andrerseits sind diejenigen Fâlle cntscheidend, in welchen F 
die durch y geschûtzte richtige Lesart hat, wâhrend CMRTUV 
die gleichcn Fehler zcigen ; dies ist der Fall v. 1 3, wo F richtig „ai ges" 
hat gegen „es mieus" jener Handschriften , v. 23 „lo mieills de sos" 
gegen „de sos melhors", v. 29 „sil reis li da", wâhrend u „sil 
baillal reis" gelesen hat, v. 32 „los", wo u ofTenbar „sos" sehrieb. — 
Von u sondern sich sodann C M R T durch ûbereinstimmende 



55 



60 



Digitízed by Google 



i«3 

Eigenthûmlichkeiten ab, wâhrend U V die correcte T^esart aufweisen, 
z.B. v. 13 „e" statt „mas", v. 15 „a" statt „de", v. 28 „mon" (auch in T) 
statt „mos", v. 36 „en bas si (sotz T) plomba" statt „aval jos tomba", 
v. 37 „sai vos dire (vostçe Cj u statt „dirai vos ben", v. 38 „com" 
statt „qu'ieu", ib. „anc nom volc tener" statt „nom vol retener". 
Manchmal stimraen auch nur drei dieser Handschriften , w;ihrend 
die vierte eine willkûrliche Abweichung zeigt, z. B. v. 30 „aurian" 
C R T „agra en" M statt „aura'n", v. 36 „e puoj" C R T „e sailh" 
M statt „e leva", v. 39 „iorn ni n:spieg" CMR, „dit respeit" T 
statt „que nora manten". — Dass U un<l V zusammengehôren, er- 
giebt sich auf den ersten Blick (cf. im Anhang v. 3, 5, 6, 7, 8, 
q eto). — M und T haben ebenfalls tnehrere gemeinsame Beson- 
derheiten, z. H. v. 4 „del (<le M) rei" statt „<lels reis", derselbe 
Fehler zufiillig auch in U V; sodann ib. „sin vei" gegen „quan vci" in 
CR statt „vezer", v. g „colp reeeubut", wahrend x und die aus ihm 
geflossenen Hss. „colps receubutz" lasen, v. 17 „nages" statt „n'agues", 
v. 28 „qe" statt „pois", wo CR richtig lesen. Haufiger fìndet der 
umgekehrtc Fall Statt, cL h. C R halx-n getneiiisarae Fehler, so v. 1 
„estarai" statt „puosc raudar", v. 2 „an" und „fach" statt „a" und 
„traich", v. 3 „e" statt „car", v. 4 „<jue ini play" statt „quein plai 
ben" und „lui-" statt „la", v. 5 „pals e" statt „paisson", v. 7 „amassem" 
C, „amallera" R statt „eneontrem", v. 9 „< olps nagra i<:u" statt 
„qu'ieu n'agra colps", v. 12 „mon oc" statt „(jue n'Oc", v. 13 „nil" 
statt „ni", v. 14 „c non pues" statt „qu'i<Hi puosca" etc. 

Die Strophen sind nach der Folge geor<lnet, in welcher sie in 
ADFJRUŶ erschfinen; CR ordnet : 1, 4, 2, 3, 5, M: 1, 4, 3, 
2, 5, ò; T endlich: 1, 3, 4, 2, 5, ò; díe Tornada fehlt also in 
CR. — Die Orthographie nach A. 

1. Non puosc miular, un chantar non esparga, 
pois n'Oc e Non a raes fuoc e traich sanc, 
car grans gerra fai dVsears senhor larc, 

per quem plai Ix'n dels reis vezer la bomba, 

que n'ajon ops paisson, cordas e pora, 5 

e'n sion trap tendut j>er fors jazer, 

<«ns encontrera a milliers et a cens, 

sî c'apres nos en chant hom de la gesta. 

2. Qu'ieu n'agra colps receubutz en raa targa 

e faich vermelh de mon gonfanon blanc, 10 

mas per aisso m'en sofTrisc e m'en parc 

que n'Oc c Non conosc qu'un dat mi plomba, 



4. vczer la] sin uei la M T. tjuan uei lur C R. auzir la A D J K. — 
7. cnsj es F U V. els M. — 8. enl fehlt U V. - de U1 pois de A D. pois 
dc la U V. - 

9. colps] colp ADJKMU. fchlt T. — rcccuhutz] rcccubut ADJK 
MTU. — II. sofTrisc] soflnc J K. sofri C M R U V. sufficr F. fuc T. — 
12. conosc qu'un] sap bcn qun (qcun U) U V. mc par quel T. vei que un 
A D J K. que ab us C. cap R. — 



184 



raas non ai ges Lizinhan ni Rancom, 

qu'ieu puosca lonh ostejar ses aver, 

mas ajudar puosc de raos conoissens, 15 

escut al col e capel en ma testa. 

3. Sil reis Felips n'agues ars una barga 
denan Giortz o crebat un estanc, 

si qu'a Roam intres per forssa el parc, 

que l'asctges pel puoig e per la coraba, 20 

c'om no'n pogues traire breu ses colom: 

adoncs sai eu qu'el volgra far parer 

Carle, quc fon dcls mielhs de sos parens, 

per cui fon Polha e Sansonha conqucsta. 

4. Anta l'adutz e de pretz lo descarga 25 
gerra cellui cui hom no'n troba íranc, 

per qu'cu non cuich, lais Caortz ni Caiarc 

mos Oc e Non, pois tant sap de trastomba; 

sil reis li da lo thesaur de Chinom, 

de gerra a cor c aura'n pois poder; 30 

tant l'cs trcbalhs e messios plazens 

que los amics els enemics terapesta. 

5. Anc naus en mar, quand a perdut sa barga 
ct a mal temps e vai urtar al ranc 

e cor plus fort qu'una sajeta d'arc 35 

e leva en aut e puois aval jos tomba, 

non trais anc pieitz, e dirai vos ben cora, 

qu'ieu fatz per lieis que nom vol retener, 

que nom manten jorn, tcrme, ni covens, 

per que mos jois, qu'era floritz, biscsta. 40 

0. Vai, Papiols, ades tost e correns, 
a Trâinac sias anz de la festa; 

7. Dim a'n Rotgier et a totz sos parens 

qu'ieu non trob mais „omba" ni „om" ni „esta". 



13. Lizinhan] lisignan F. lczinpnan D. Icnzifman J K. lizinan A. lisinans 
V. luzinans U. lezianz M. lisenhas R. le sinha T. li senhal C. — 16. cscut] 
lescut A D J K. — al] a C F U V. — c] el D J K M. — 

v. 19. fehlt D. — si qu'a Roam] qa roam F T. quardan J K. o a roam 
A. o auríom U V. quar quant C. car ais R. — 

v. 26. no'n] lon T. lo J K. en A D. — 

33. en] c T. de A D J K. — 34. e vai] que va C. e uol D J K U V. 
cis uol A. — 

41 — 44 fehlen in C R. — 41. Papiols] siruentes A D F J K, in F ausscr- 
dcm als Variantc „papiols". papiol M T U V. — 43. sos] mos A D J K. — 
44. qu'ieu non] qe noi A D J K. — mais] plus A D J K M. 

Dies Gedicht ist wohl ein Halb-Sirventes wie 25, da es nur 
aus 2 Strophen und eincm Geleit besteht Es liegt in 5 Hand- 
schriften vor, nâmlich D° F J K d, wclche in zwei Gruppen zerfallen, 
indem auf der einen Seite D c und F, auf der andern J K d der 



i8 5 

Regel nach zusammengehcn. Das Geleit findet sich nicht in D°F. — 
Die Orthographie ist die von F. 

1. Nostre senher somonis el raeteis 
totz los arditz els valenz els prezatz, 
qu'anc mais guerra ni cocha nol destreis, 
mas d'aquesta si ten fort per grevatz; 

quar presa es la vera crotz el reis, 5 

el sepolcres ha de secors fraichura, 

don tuit crczera ab lial fe segura 

que lo saintz focs i deissen, qu'ora o ve, 

pcr que no fai nul esfortz qui so crc. 

2. Cel qui es coms e ducs e sera reis 10 
s'es mcs enan, per qu'cs sos prez doblatz, 

qu'el vol mais prcz qu'om dc las doas lcis, 

dels cristians c dels non - batcjatz ; 

c s'el vol prcz, a las obras parcis, 

qu'cl vol tan prcz e tan bon' aventura, 15 

per que sos prez creis ades e melhura, 

qu'cl vol lo prcz dcl mal el prez del be: 

tant ama prcz, qu'ambedos los rctc 

3. Aras sai eu qu'adreitz vol csser reis 

lo reis Felips, que dizen qu'es crozatz, 20 
et anc Carles en tal pretz no s'empeis 
cura el fara, d'aiso s'es ben vanatz. 



2. prczatz] presans J K d. — 3. guerra ni cocha] cocha ni guerra Dc . — 
4. mas] nas K. e J K d. — se ten] tcn se J K d. — 5. quar] <jue J K d. — 
7. leial Dc . leia J K d. — 8. i] o J K d. — 9. no] noi J K d. — 

>3- e] ni JK<1. — batejalz] bapteiat Dc. 14. s'el] cel J K d. — 
18. tant ama] e uol tant J K d. — los] lor D c . lo F. — 

19. Das Gelcit findet sich nur in J K d. 



31. 

Elf Handschriftcn besitzcn dies Lied, nâmlich ABCDKFJK 
K U V, von dencn jedoch U nur die ersten 6 Zeilen enthalt Die 
verschicdencn Lcsartcn verhalten sich in folgcndcr Weisc zu ein- 
ander : 

s 

j 

I I 

t u 

I I 
1 A 1 1 

v A B x 

I I 

î> )K Ì' UV Ê 

I 

! I 
C R 



Digitized by Google 



i86 



D J K sondern sich durch einige Fehler ab, wo A B die durch die 
andern Handschriften gestùtzte richtige Lesart zeigt, z. H. v. 12 „ses" 
statt „ces", v. 15 „reis" statt „ges", v. 19 „guenris" J K, „gucnrric" D 
statt „Henrics", v. 40 „que" statt „qu'ieu", v. 46 „digatz" J K, „digez" 
D statt „digas", v. 48 „e" statt „elh". — Innerhalb der andern 
Gruppe \vird die Stellung von CR bestiinmt durch Stellen, in 
denen beide von der richtigen Uîsart gleichmâssig abweichen, 
nâmlich v. 1 „ li baron son irat", v. 5 „es dregz", v. 26 fehlt in 
heidcn, v. 39 „frances". Dass sodann CKR zusammengehòren, 
ergiebt sich auf den ersten Hlick aus den V f ersen 8 und 9, die 
in ihnen fehlen, sodann II, 12, 13, 15, 16, 17, 18, 19 — 21, 22, 
28 etc. Seli\vieriger dagegen ist es, zu enLscheiden, ob UV zu 
CER gehòren, oder mit F auf einen Archetypus zurûekzufùhren 
sind. Fùr die erstere Annahme sprechen 3 Stellen, namlich v. 26, \vo 
die Lesart von V „era (vvohl fùr e ja) non ac" nahe rait der fehler- 
haften von F veruandt ist „canc no i ac" (in C R fehlt der Vers), 
w;ìhrend F die richtige I.esart zeigt, v. 27 liest V mit CFR das 
fehlerhafte „fon lo" statt „forolh", das sich in F findet, v. 28 fehlt 
in CFRV „lor", das in F steht. Dagegen lassen sich folgende 
Stellen nur durch dic andre Annahme erklaren: v. 1 1 liest F „da- 
qela cinc", V „daqest cinc", \vahrend CFR „dels comtatz" auf- 
weisen, das mit dem richtigen „sils comtatz" nahe venvandt ist; 
in dem selben Verse „aras menz" F, „al men" V fùr „a dire" 
A B C D F J K R; v. 24 F V „que" gegen „quel" der andern Hss.; 
v. 25 „fransa" statt „Franssa'n", das C F R haben und durch A B D 
gestùtzt \vird; in v. 29 liest statt ..Henrics", das CER haben, F 
„geriu", V „garins"; v. 37 haben die selben beiden Handschriften 
„e demanda (demandra V) son drei", irâhrend C F R mit „qua 
playdeyar estey" der I^csart der andern Gruppe „e vai querre plaidei" 
nâhcr stehen. — VVie diese Frage aber auch beantwortet \verden 
mòge, fùr die Construetion des Textes hat sie keine Bedeutung. 

In Bezug auf die Reihenfolge der Strophen zrigen ABDFJRV 
die von mir lM»obachtete, nur fehlt in V f Strophe 3 und ein Theil 
der Geleite; CFR ordnen: 1, 6, 4, 3, 5, 2, 7, 8 ; U bcsitzt nur 
die ersten 6 Zeilen der ersten Strophe. — Die Orthograpliie nach A. 

1. Pois als baros enoja e lur pesa 
d'aquesta patz qu'ant faicha li doi rei, 
farai chansson tal que, quand er apresa, 
a cadaun sera tart que guerrei; 

e no m'es bel de rei qu'en patz estei 5 

deseretatz ni que perda son drci, 

tro la demanda qu'a faita a conquesa. 

2. Ad ambedos ten hom ad avolesa 

car ant fait plaich don quecs de lor sordei; 

v. 1 — 5 sind in E zerstGrt. — 7. qu'a faita a] qa faita V. quc fai ha 
E J K R. quc fai aia C. qcl fai aia F. — 

v. S un<! 0 fcblcn in (' E R. 0. «lon quccs dc lor] don cs dels lo F. 
de chascun V. — 



i8 7 

cinc ducatz a la corona francesa, IO 
e, sils coratatz, son a dire ii trei; 
e de Giortz pert lo ces e l'esplei 
e Caersins reraan sai en trepei 
e Bretanha e la terra engolmesa. 

3. Ges aitals patz non raelhura proesa 15 
cum aquesta ni autra c'om li grei, 

ni deu sofrir c'om li bais sa riquesa, 

pois Esaudun a tornat deves sei 

lo reis Ilenrics e mes en son destrei, 

e nois cuges qu'a son home s'autrei, 20 

sil fieu d'Angieu li raerma una tesa. 

4. Sil reis engles li fetz don ni larguesa, 
al rei Felip, dreitz es que l'en mercei, 
quel fetz liurar la moneda englesa, 

qu'en Franssa'n son carzit sac e correi ; 25 
e no foron Angevin ni Mansei, 
que d'esterlins forolh primier conrei 
que desconfi la lor gen carapanesa. 

5. Lo sors Henrics dis paraula cortesa, 

quan son nebot vic tornat en esfrei : 30 

que desannatz volgra'n fos la fins presa, 

quand fo arraatz, non volc penre plaidei; 

e non semblet ges lo senhor d'Orlei, 

que desarmatz fon de pejor mercei 

que, quand el cap ac la ventalha mesa. 35 

6. A rei armat lo ten hom a flaqucsa 
quand es en carap e vai querre plaidci ; 
ben ant camjat honor per col>eesa, 
segon qu'auch dir, Bergonhon e Francei; 

e valgra raais, per la fe qu'ieu vos dei! 40 
al rei Felip, comenses lo desrei 
que plaidejar armatz sobre la glesa. 



II. sils coratatz] dels comtatz C E R. daqels cinc F. daqest çinc V. — 12. lo 
ccs] lo ses DJK. lo sorz V. la rend C E F R. — 13. Caersins] caercin C. 
cacrsin D F R. caersi E. coartzi V. — 

v. 15-21 fchlen in V, v. 19—21 fehlen in C E R, wo statt dcsscn zwci 
andrc Verse stehen (cf. Anhang). — 20. cuges] cuzes F. cuich ges A B. — 
son] sa F. — 

26. fehlt C R. — 28. quc desconfi] qc dcsconfis F. qui desconfis V. 
dcsconfiron D. que desconfiron C E R. — 

29. sors] sor F J K V. sort C E R. iors D. — Henrics] enric C E R. 
guenris J K. guenrric D. geriu F. garins V. — ?o. tornat] tornar D E F V. — 
31. quc] totz BDJK. — volgra'n fos] uolgra fos D V. uolc qe fos F. 
uolgrauer C E R. — 

v. 36 und 37 folgen in C E R hintcr v. 39. — 37. querre] queren J K. 
penrc B. — vai querre plaidei] qua playdcyar cstcy (lcstey C R) C E R. c 
demanda (demandra V) son drei F V. — 



Digitized by Google 



[88 



J. Vai, Papiols, raon sirventes adrei 

rai portaras part Crespin el Valei 

raon Isembart cn la terra artesa; 45 
8. E digas li qu'a tal dompna soplei 

que marves pot jurar sobre la lei 

quelh melhcr es del mon elh plus cortesa. 



43. papiol ABCDEFJKV. — 

v. 45 48 fchlen V. — 47. pot] po D J K. — marves pot jurar] 
posc iurar F. iurar puesc marucs C E R. — la] ma C E F R. — 48. quelh] 
qucl C D J K R. quill E. qe F. — melhcr] genser C E F R. — clh] el C F R. 
e D J K. 

32- 

Dics Licd bringen, uns die acht Handschriften ABCDEFJK, 
dic sich wahrscheinlich in folgender YVcisc zu cinander verhaltcn: 



z 
I 



I 



I 

X 

I 



I 

D 



1 



C E 



ì 



Zweifelhaft erschcint, wic schon friihcr, die Stellung von F. In 
einigen Punkten zeigt es nâmlich tnit DJK gemeinsame Fehler, 
wo allc andern Handschriftcn das Richtige haben, nâmlich v. 9 
„esser soudadiers" statt „e siei soldadier"; v. 25 „tolosan" statt 
„Tolsal"; v. 48 „deus" statt „des"; dazu komrat noch v. 13, in 
welchera D F „cordailles" statt „Carlades" lesen, sodass man hieraus 
den Schluss ziehen muss, dass F zu dem Typus v gehort und zwar 
spcziell mit D nahe venvandt ist Eigenthûralichcr YVeise passt 
dics Verhàltniss jcdoch nicht fûr das ganze Gedicht, vielmehr lâsst 
sich nachweisen, dass in Strophe 5 und 7 F mit C E auf den selben 
Archetypus zuriickzufiihren ist, da diese drei Handschriften hier 
rachrfach die gleichcn Unrichtigkciten aufweisen, nâmlich v. 38 
„cobre" statt „cobrcra", wie alle andern Manuscripte zeigen; v. 39 
„sil" statt „qucl"; v. 44 „val mil tans (tant F)" statt „melhs e tant"; 
v. 57 lcscn sie nicht „quintals" wie ABDJK, sondern „cuizas F, 
cocha C, coita E" ; v. 6 1 „ac pres" statt „n'ac traich". Wir mûssen 
also auch hier annehraen, dass F zwei Vorlagen benutzt hat (cf. 29, 
41). — Dass endlich C und E zusamraengehôren , folgt aus den 
unter dera Text angegebenen Varianten von v. 11, 13, 26, 30, 31, 
34, 36, 47, 48, 51, 58, 59. — Die Reihenfolge der Strophen ist 
in allen Manuscripten dieselbe. — Dic Orthographie nach A. 



Digitized by Google 



i8g 



1. Pois lo gens terminis floritz 
s'espandis gauzions e gais, 
m'es vengut en cor que m'eslais 
de far un novel sirventes 

on sapchont li Aragones 5 

c'ab mal agur, 

d'aisso sion ilh tuich segur, 

sai venc lo reis, don es aunitz, 

e siei soldadier logaditz. 

2. Sos bas paratge sobrissitz 10 
sai que fenira coraa lais 

c tornara lai don se trais, 

a Melhau et en Carlades; 

(]uand quecs n'aura son dreieh concjues, 

an s'en vas Sur; 15 

greu er que en mar nol debur 

l'aura, car tant ea pauc arditz, 

flacs e vans e sojornaditz. 

3. Proenssa pert, don es issitz, 

que son frair Sanson prezon raais; 20 
qu'el non a sonh mas que s'engrais 
c Ixîva per Rossilhones, 
on fo deseretatz Jaufres; 
qu'a Vilamur 

e'n Tolsal tenon per prejur 25 
tuich cilh ab cui s'era plevitz, 
car los a per paor giquitz. 

4. Lo reis cui es Castrasoritz 
e ten de Toletal palais 

lau que mostre de sos eslais 30 

sai al tilh del Barsalones, 

car per dreich sos malvatz hom es; 

del rei tafur 

pretz mais sa cort e son atur, 

non fatz cella don fui trahitz 35 

lo jorn qu'el fon pcr mi servitz. 

5. Lo bons rcis Garsia Ramitz 
cobrera, quan vidalh sofrais, 



7. d'aisso] daquo CEJK. — ilh] cil E. bcn C. — 
10. paratges ABCDEFJK. — 11. coma] cama C E. — 13. Melhau] 
meill lai E. melay C. — et] o C. ho E. — 16. en] la C E. — 17. l'aura, car] 
lai ira E. lay ira C. la ira D J K. lai irai F. — 

20. Sanson] sancho C. sanchol E. — 23. on] don A B. — 25. tcnon] 
ten hom C E. — 26. tuich cilh] totz sels C E. — 

30. eslais] essais C E. — 31. al filh del] als fils dcls (del C) C E. — 
retz mais] mais am C E. — 36. lo jorn qu'cl fon pcr mi] lendema qucls 
CE. — 

37. bons reis] bon rei C E. — 38. cobrera] cobre C E F. — vidalh] 
uida li E F. uidal C. — 




Digitized by Google 



IQO 



Aragon, quel monges l'estrais; 

el bons reis navars, cui dreitz es, 40 

cobraral ab sos Alanes, 

sol s*i atur; 

aitant cum aurs val mais d'azur 

val melhs e tant es plus complitz 

sos pretz que del rei apostitz. 45 

6. Per cella de cui es marítz, 
per la bona réinam lais, 

e des quem dis so don m'apais; 
Berengier de Besaudunes 
li retraissera, sil plagues; 50 
mas tot rencur 

sos maivatz faitz, que son tafur, 
car per el fo mortz e trahitz, 
don cs sos linhatge aunitz. 

7. Mout trahi laich l'emperairitz 55 
cum fals reis prejurs e savais, 

quand pres a quintals et a fais 

l'aver que Manûels trames 

e la rauba e tot l'arnes; 

pois ab cor dur, 60 

quand n'ac traich lo vert el madur, 

el n'envïet per mar marrítz 

la dompna els Grecs que ac trahitz. 

39. quel] sil C E. sel F. — 41. cobraral] cobrara BCDEFJK. — 
43. aitantj quailant C E. — 44. melhs e tant] mil tans (tant F) et C E F. — 
47. réinam] reina C E. — 48. so don] quc uol C. tan E. — 49. Bcrcnfîicrs 
ABDF. — 51. fehlt C E. — rencurj recur ADJK. retur F. — 54. don] 
on C E D J K. — lignatgcs A B C D E F. — 

57. quintals] coita E. cocha C. cuizas F. — 58. que Manûcls trames] 
quc maint uentrc aun mcs E. quen mant ucntre a mes C. — 59. e det la son 
frair en (don E) iacmes C E. — 60. cor] con C E. — 61. n'ac traich] ac 
prcs CEF. 

33- 

Die sechs Handschriften, aus wclchen wir das nachstchende 
Lied kcnnen lernen, gruppiren sich in folgender VVeise: 




V 

L_ 



Digitized by Google 



i9i 



Dicjenigen Stellen, in welchen A und C die richtige Lesart be- 
waliren, wàhrend alle andern Handschriften gemeinsame Fehler auf- 
weisen , sind folgende : v. 1 2 lesen D F J K „ torena et u statt „ a 
sobrier totz"; v. 16 „que" statt „qu'un"; v. 21 „aural coms pro" 
statt „aura prol coms"; v. 26 „fossen pres" statt „fos en pes"; 
v. 31 „que el" statt „tro que"; v. 33 „la uilla" statt „la isla". So- 
dann sind einige charakteristische Punkte hervorzuheben, in welchen 
F mit A und C geht , wáhrend in D J K die gleichcn Fehler auf- 
treten; so lesen Letztere in v. 20 „et armagnacs et artas e" statt 
„el senher d'Aics c cel cui es"; v. 25 „talliborcs" statt „Talha- 
borcs". — Figenthûmlich ist nur, dass in Strophe 5 bei Gelegen- 
heit der vielen Namen sich das Verhâltniss der Handschriften 
etwas zu verschieben und zu venvirrcn scheint, z. B. v. 34 liest C 
„Chaudu", A „Lenzon", F „Laudim", D „Laudun", und J K „Lenzen" ; 
in demselben Verse „Chinon" CDF gegen „Chaslon" AJK; ebenso 
v. 35 „Clarasvals" C D F gegen „Claraval" A J K, auch v. 38 „joves 
reis" CD F gegen „reis joves" AJK. VVenn auch die letzte Stelle 
durch einen Zufall erklàrt \verden kann, so sind doch die zuerst 
genanntcn Uebereinstimmungen auffallend genug und wùrden zu 
der Annahmc berechtigen, dass fùr diese Strophe eine andre 
Gruppirung vorzunehmcn wàre, wenn nicht v. 33 eine Bestàtigung 
dcr Richtigkeit des oben gegebenen Schcmas auch aus dieser 
Strophe enthieltc. Wir haben ûbrigens schon òfter gefunden, 
dass gerade bei dcr Angabe von Namen in den Handschriften 
zuweilen grosse Willkûr und dahcr Venvirnmg herrscht. 

Die Reihenfolge der Strophen ist bci allen Handschriften die- 
selbe, doch fchlt das Gcleit in D und F. — Dic Orthographie ist 
nach A geregelt. 

1. Pois Ventadorns e Comborns ab Scgur 
e Torena e Monfortz ab Gordo 

ant faich acort ab Pciregorc c jur, 
e li borzes si claven de viro: 

m'es bel qu'ieu chant e qu'ieu m'en entremeta 5 
d'un sirventes per lor assegurar; 
qu'ieu non vuolh ges, sia mia Toleta, 
per qu'ieu segurs non i auses estar. 

2. A! Puoig-Guilhems e Clarens e Granhol 

e Sains Fsticrs, mout avetz grand honor, 10 
et eu meteis, qui conoisser lam vol, 



l. Ventadorns c Comborns ab] uentadorn e comborn e C. — 2. Mon- 
fortz ab Gordo] monfort c jjuordos C. — 3. ab PcircRorc c jur] a pcrjatojj 
la jos C. — 4- si clavcn dc viro] fant las uilas scrrar A. fan adobar li 
mur C. — 5. mes bon e bclh huey mais quieu mcntrcmeta C. — 6. lor 
assegurar] elhs aconortar C. — 8. segurs] scgur A I) F JK. — i] lai C. — 
estar] intrar C. — 

9. puoig (pueg C) puillcm A C. pui guillems D J K F. — clarent A. — 
granolh C. — 10. saint estier (:isticr C) A C D F J K. — 11. lam] lom C. — 



IÇ2 

et a sobrier Engolesmes major 

d'en charretier que guerpis la charreta, 

non a deniers ni no'n pren ses paor; 

per qu'ab honor pretz raais pauca terreta 15 

qu'un gran empier tener a desonor. 

3. Sil rics vescoms que es caps dels Gascos, 
a cui apen Beams e Gavardas, 

e'n Vezians sis vol e'n Bernardos 

el senher d'Aics e cel cui es Marsas: 20 

d'aquella part aura prol coms que fassa, 

et eissamen, aissi cum el es pros, 

ab sa grand ost qu'atrai e que amassa 

passe s'en sai et ajostcis ab nos. 

4. Si Talhabores e Ponz e Lezinhas 25 
e Malleos e Taunais fos en pes, 

et a Siurac fos vescoms vius e sas, 

ja non creirai que non nos ajudes; 

cel de Toartz, pois lo coms lo menassa, 

tengas ab nos e non sia ges vas; 30 

e demandem li, tro que dreich nos fassa 

dels homes qu'el nos a traitz d'entrels mas. 

5. Entre Peitau e la Isla fìochart 
e Mirabel e Laudun e Chino, 

a Clarasvals ant bastit ses regart 35 

un bel chaslar c mes en plan chambo; 

mas non vuolh ges, lo sapcha ni lo veja 

lo joves reis, que nolh sabria bo; 

mas paor ai, pois que tant fort blancheja, 

que lo veira bcn dc Matafello. 40 

12. sobrier] sorbicr C. — Engolesmes] cngolcsmc C. totz engolmes A. — 
ct torcna et engolmes D F J K. — 13. d'cn] quen C. — que guerpis la] ma 
gurpit sa C. — 14. non ac dcnicr nin pres senes C. — 15. qu'ab] quar C. — 
16. gran empier] emperi C. — 

17. que cs caps] lo senhcr C. — 18. apen] saten A D F J K. — Bcarns 
c Gavardas] brartz e guaualdas C. — 19. sisj ho C. — bernados C. — 
20. dayx C. — marsas C. — 22. ab neys e mcn aissi quo ucy es pros C. — 
23. ab sas grans gens qucz atraj ct amassa C. — 24. passe] poie A. uenha 
C. — Darauf folgen in C noch zwei Vcrsc: et a bordelh pot remaner la 
rassa E uas peiticus drcssem los guomfainos. — 

25. talhaborc C. taillaborc A. — e pont e lczinha C. — 26. e malleon 
c tempnays C. — 27. fchlt C. — 29. poisj mas C. — coms lo] coms li C. — 
30. tengas ab nos] ucnha sen sai C. — 31. li, tro que drcich nos] entro quc 
hom li C. — 32. dels homes qu'el nos] los homenes quom C. dcls homcncs 
qcus A. — a traitz] li trays C. — 

33. pcitou K. peiteu D. peiteus F. peitieus C. — la Jsla] la ylhan C. 
lays la A. la uilla D F J K. — 34. mirabelh C. — Laudun] chaudu C. 
lenzon A. lenzen J K. — Chino] caslon A. chaslon J K. — 35. a] e C F. — 
claraual A J K. — ant bastit scs] bastis scncs C. — 36. chaslar] castel D F. — 
e mes en] el micg dun C. — 37. mas] mai C. c D F. — loj beide Male li 
C. — 38. lo reis ioues A J K. — 39. que tant] el tant D F. aitant C. — 
blanqueia C D F. — 40. que] quel A J K. — lo vcira] Ii ueyon C. — cilh 
de matafelho C. — 



Digitized by Google 



»93 

6. Dcl rei Felip sabrcm bcn si pantcja 
o si segra los usatges Carlo 

7. D'en Talhafcr, quc per senhor l'autreja 
d'F.ngolesrae, et el l'en a fait do; 

8. E non cs drcitz dc rci que ren autreja, 45 
pos a dich d'oc, que mais diga dc no. 

41—46 fehlcn in D F. — 41. sabrem] ucirem F. — si pantcja] sil 
paireia A J K. — 42. o sil segral bon usatge A J K. — 

43. D'en] mas C. — que per scnhor] pus so scnher C. — 44. ct] 
on AJK. — 

45. E] quar C. — ilrcitz] bo C. — rci que ren] so quc rcys C. — 
46. pos] quant C. poisqu J K. — mais] pueys C. 

34- 

Acht Handschriftcn ùbcrlicfcrn dics Gedìcht, nâmlich ACDF 
JKMT, dercn Abhangigkeitsverhaltniss sich aus folgendcr Figur 
ergicbt : 

z 

! 

I I 
y * 



v JK M u 

I _J 

D Â C ! 

Innerhalb des Typus y ist dcr Platz von D nicht mit Sicherheit 
anzugeben, da es manchmal mit A, manchmal mit J K geraein- 
schaftlichc Fchier zeigt; letzteres v. 10 „qucn razon doinna d'amor", 
obwohl hier A mit „quieu en razon ges dompna" auch nicht das 
Richtige zu haben schcint; ebenso lesen DJK v. 38 „quen" statt 
„iju'ab". Dcm stehen jedoch gegenûber: v. 32, wo A „motron", 
D „raontron" lesen statt „Nontron", wie JK richtig hat; cndlich 
v. 37, wo AD „golfiers" bríngen, das noch obenein gcgen den 
Reira vcrstosst, wáhrcnd in J K sich das anderweitig gcsttitztc 
„iofrcs" findct. — Auch dic Ciruppirung von x bictet Schwierig- 
Lcitcn dar, da hicr dic Handschriften FM T sich SO viclc wil!kùrliche 
Abweichungcn erlauben , dass es nicht lcicht ist , charakteristische 
Merkmalc fùr die Ànordnung herauszulìnden. Dass zunachstCFT 
zu eincm Typus zusaminenzufassen und M g< genùbcrzustellen sind, 
geht am schlagendsten aus dem Umstande hervor, dass die ge- 
nannten drci I Iandschriften die lx:iden Vcrse 55 und 56 urastellen, 
\vahrend M die von AD J K beobachtete Reiheiifolge beibehiilt. Dic 
gemcinsamen Unrichtigkeiten von FT sodann sind folgende: v. 11 
„en (e T) dreit daraor" sUitt „ni nou domnei"; v. 17 „hoin" sUitt 

'i 



IQ4 



„qu'om"; v. 22 „estera" statt „estara". — Aber aucli in unserera 
Gedichte scheint F nocli eine zweite Vorlage bcnutzt zu haben, 
denn an einigen Stellen zeigt es ira Gegensatz zu allen andern 
Handsehriften eine Uebereinstiramung rait A, náralich v. 28 „fraich" 
A, „freit" T statt „faig" und v. 32 „motron" statt „Nontron"; auch 
v. 3 \veicht F mit „torn" von C.MT, die „temps" lesen, ab und 
stimmt rait A I) J K. Dcnnoch zeigen die Varianten von v. 2, 3, 1 4, 
24, 32, 51, dass F in alien entscheidenden Fallen rait CFT sich 
ADJK gegentiberstellt. — Was die Vollstiindigkeit betrilït, so ent- 
haltcn die einzelnen Manuscripte folgcnde Strophen und in fol- 
gender Ordnung: ganz vollstiindig ist nur C, das jedoch Strophe 4 
und 5 urastellt; in der Grtippc y, also in A D J K, fehlt Strophe b 
und das erste Geleit; in F ausserdem noch Strophc 5; M hat nur 
1, 6, 4, 7; T endlich 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8. — Die Orthographie ist 
nach J geregelt. 

1. Quan la novella Hors par el vergan. 
on son vermelh, vert e blanc ti brondel, 
per la dousor qu'ieu sent al torn de l'an 
chant autresi com fan li autre ausel; 

car per ausel me tenh en mantas res, 5 

car aus voler tot lo mielz qu'el mon es, 

voler l'aus eu et aver cor volon, 

mas non l'aus dir raon cor, anz lolh rescon. 

2. Eu non sui drutz, ni d'amor nom fenh tan 
qu'el mon dorana no'n rason ni n'apel, 10 
ni no domnei, c sim val autretan 

que lausengier fals, enojos, fradel, 

desensenliat, villan e mal apres 

an de mi dit; tant ne son entremes 

que fan cujar que la genser del mon 15 

rai tenha gai, jausen e desiron. 

3. Qu'om ses domna non pot far d'amor chan, 
mas sirventes farai fresc e novel; 

puis castiar euidon en guerrejan 

nostre baron lo senhor de tíordel 20 

e per forsa tornar franc e cortes, 

mal estara, s'ancar villans non es 



2. on] don C F M T. — brondel] hrotclh C. bordcl F. blondell M T. ~ 
3. per] ab A D J K. - (ju'ieu scnt] qcm ucn F M. quc ue T. quc mou C. — 
torn] temps t'MT. — 4. chan c deport F. cobbri mon chant C. uueilh 
malcjjrar M. male£rom chant T. — 6. tot lo mielz] la gensor F M. la 
genscr C. lo milz T. — 

v. 9 -16 fehlen M. — 10. qu'el mon domna no'n rason] <peu en rjuan 
jjcs dompna A. quen rason domna damor D J K. causor dcman a rescos T. — - 
14. an de mi dit ; tant ne son] ant dich de mi tant en son A. man ab mentir 
aitan aut C. ma*ab lor ditz fals tan aut T. qan en parlar aitan aut F. — 

v. 17 — 24 fehlen M. - 20. nostre baron] sai sei home F. per fort siey 
hom C. uais sos omcs T. — 21. c pcr forsa tornar] e mai per fort lan fag C. 
et mais tuit es tan T. — qel sia francs sauis e bcn apres F. — 



Digitized by Google 



195 

tant que chascus aja gaug, sil respon, 
e nols enoi, si bels pela nils ton. 

4. Anta aura, s'aissi pert son arìan 25 
en Limoisi, on a trait tant cairel 

e tanta tor, tant raur e tant anvan 
faig e desfaig e fondut tant chastel 
e tant aver tolt e donat e mes 

e tant eoip dat e resetibut e pres 30 
e tanta fam, tanta set e tant son 
eom el a trait d'Agen tro a Nontron. 

5. Rassa, per vos remanon sai claman 
en I.imoisi, de sai vas Morauaurel, 

per vostrc pro avetz fait de lor dan, 35 

som dis n'Aimars el senher de Martel 

c'n Talhafers e'n Folcans e'n Jautres 

et tuit aisel qu'ab vos s'eron enpres; 

non an las patz ges per vos en que sun, 

anz fan lor grat lai al comte Raimon. 40 

6. Una ren sapchon e Breton e Norman 
e Angevi, Peitavi e Mancel 

que d'Ostasvalhs entro a Monferran 
e de Roziers entro a Mirabel 

noi aura un, no veja son ames; 45 

e pueis lo coras o vol e sos dregz es, 

deman ades la terra sanh Aimon, 

tro quel pauzon la cresraa sobrel fron. 

7. Sirventes, vai a'n Raimon Gauscran 

lai a Pinos, en ma rason l'espel 50 
quar tan aut son sei dit e sei deman 
dc leis que ten Cabriera e Fon d'Urgel; 
a mon fraire en ren gratz e merces, 
de Hergida, del fm joi que m'enques. 



24. nols cnoi] nos moua F T. uos monon C — si bels pela nils] sil pela o 
sil T. si bclhs ra o sils C. si bcnl ra nt bcnl F. — 

25. aura] naura ('. i aura A M T. — 31. tanta sct] e tant set G. e tant 
frejï M. c tant freic T. c mant frcit F. — 32. tro a] nuesca C F T. iusca M. — 
Nontron] motron A F. montron D. naustroa 0. cl armon T. — 

v. 33 — 40 fehlcn F M. — 34. Monmaurcl] m»m N.iurel A 1) J K. — 
35. per] pel A C. car pcr T. — dc] lo C. fehlt T. — 37. Folcansl folcaut 
T. gohautz DJK. rostrans A. 38. acels T. aquilh C. - qu'abj cals T. 
qnen D J K. — 

41 — 48 nur in C M. — 41. c Brelon] breton (,'. — 42. Angcvi] colonhas 
C. — 43. clostas uaus M. - 44. de Roàers] del tibre M. — a Mirabel] lai 
mirabelh C. a san marcell M. — 4>. no] nol M. - c mais ensems tro que 
lajam conqucs C. — 46. lo] le M. lo coms o vol e] lezcr uol coms ni C. — 
47. deman acies] «lemanclici tant C. — 48. pau/.on] pauçom M. — tro la crisma 
li pauzon sus el fron C. — 

50. lai a] cireit a C T. cel de F M. — enj e F. qen A. que C M T. — 
51. quar] pus C F T. mas M. — dit] prec CMT. fait F. — V4. del ti:i] dcl 
ric C M T. e del F. — 

13* 



Digitized by Google 



196 



que tot mon cor me tornet jauzion, 55 
quan nos partim amdoi al cap del pon. 

8. Gauseran Durtz e son frair, en Rairaon, 
am atretan cum s'eron mei seguon. 

9. Si com l'ausel son desotz l'Aurion, 

son las autras sotz la gensor del mon. 60 



55. tot mon cor] dc gran dol M. de gran gioi T. de marrit F. trist 
cor C — 56- al] el A C. del M F. - 

57 und 58 nur in C T. — 57. gauserant T. — frair, en] fraire T. — 
58. atertan T. — 

59. desotz] tuit soU C F. 

35- 

Von den ncun Handschriften dieses Gedichtes habe ich nur 
acht, námlich ACDFJKRT benutzen kònnen, da Grùtzmacher 
in seiner Abschrift von U gerade unser Lied auslàsst, weil es dort 
von spâterer Hand erst hinzugefûgt sei. Der Verlust ist aber leicht 
zu verschmerzen , da in dem voriiegenden Liede die Hand- 
schriften wenig auseinandergehen, ja so wenig, dass es sogar schwer 
ist, das Abhàngigkeitsverháltniss genau anzugeben. Zwar ergiebt 
sich námlich auf den ersten Blick, dass dic Hauptcintheilung A D J K 
von C F R T trennt. Dass sodann A D gegenûbcr von J K zusammen- 
gehòren, scheint aus v. 12 „canc" statt „quant", v. 22 „lui" statt „el", 
so wie aus dem Urastandc hcrvorzugehen , dass in beiden v. 39, 
Strophe 7 und 8 ganz fehlen. — Schwieriger gestaltet sich die 
Frage auf der andern Seite. C hat die richtige Lesart, wâlirend 
F R T die gleichen Fehler haben, v. 40 „quen M C, „que" F R T und 
v. 48 „coutels" C, „coutel" F R T. Innerhalb der Gruppe FRT 
gehen bald R T, bald F T zusainmen, so RT: v. 2 „los" fehlt, v. 3 
„chiuaus" statt „cavaus", v. ò „sonar" statt „clar", v. 14 „e dic o" statt 
„eu o dic", v. 18 „cun" statt „qu'us", v. 23 „car lai" R, „car" T statt 
„ quand " ; doch auch F T , z. B. : v. 2 1 „ per qeil (ce T) lau non " 
statt „e nora par que", v.27 „qe gaston" statt „Gastons", v.29 „dels" K, 
„del" T statt „de sos", v.45 „a" statt „al>", v.46 „ni" statt „de", sodass 
nicht rait Bcstimnithcit angegeben werden kann, wclche gemeiusamcn 
Fehler auf cinem Zufall, welche auf Fntlehnung bcruhen. Fûr die 
Textgestaltung ist aber die Entscheidung dieser Frage nicht von 
VVichtigkeit, da sich der Arehetypus von CFRT ohne Múhe 
reconstruircn lasst. 

Die Strophe 7 fmdet sich nur in CFJKT, Strophe 8 nur in 
F J Iv T. Da diese Handschriften aber nicht bloss zu einera der 
beiden Haupttypen geh< »ren , so folgt daraus, dass die Strophen 
echt sind; dasselbe gilt von dem Geleit, obwohl D und R dasselbe 
nicht aufweisen. 

In der Reihenfolge weicht nur T ab, welches die Strophen : 
1» 2, 8, 3, 5, 4, ò, 7, 9 ordnet. — Die Orthographie nach J K. 



Digitized by Google 



»97 



1. Quant vei pels vergiers desplegar 
los cendatz grocs, indis e blaus, 
m'adousa la vos dels cavaus 

el sonet que fan li juglar, 

que viulan de trap en tenda, 5 

trombas e corn e graile clar; 

adoncs volh un sirventes far 

tal quel coms Richartz l'entenda. 

2. Ab lo rei mi volh acordar 
d'Aragon e tornar en paus, 10 
mas trop fon descauzitz e braus, 

quant venc sai sus per ostejar; 

per qu'es dregs qu'eu l'en reprenda, 

ieu o dic per lui castiar, 

e pezam sil vei follejar 15 

e volh que de mi aprenda. 

3. Ab mil volon tuit encuzar, 
c'us me comdet de sos vassaus 
que de Castellot ac mals laus, 

quant ne fes n'Espanhol gitar; 20 
e nom par que si dcfenda 
ves el, s'el lo n'auza proar; 
e, quant intret per covidar, 
conqucrri lai pauc de renda. 

4. Oimais no li puosc ren celar, 25 
anz li serai amics coraus: 

Gastons, cui es Bearns e Paus, 

mi trames sai novas comdar 

que de sos pres pres esmenda 

del rei, quels i degra liurar, 30 

e volc en mais l'aver portar 

que hom totz sos pres li renda. 

5. Que so m'an dig de lui joglar 
qu'en perdon an fags totz lur laus; 
s'anc lur det vestirs vertz ni blaus 35 
ni lor fes nulh denier donar, 

lag l'es c'om l'en sobreprenda 
que d'un sol s'en saup ben pagar, 



6. trombas] trompas C F R. et aug T. — corn] corns C F R. cortz T. — 
graile] grale J K. grailes T. grasles R. — 
13. l'en] lon C. lo F R. lol D J K. — 

17. encuzar] acuzar C F R T. — 19. mals] mal A F R. mot mal C. ma 
T. — 22. s'el lo n'auza] si ]o nausa F. sil le nausa R. si el nausa A D J K. 
sil nauzi T. sil auza C. — 24. conqucrri] conqueri A. conqerec F R. con- 
qucrrc C R. conqiec T. — 

29. de sos] dels F. del T. — pres (Verbum)] prezes F. pretz es C. 
presatz T. ac R. — 30 und 31 in T umgcstelll. — 34. fags] fag C F R. 
fai T. — 



ig8 



d'Artuzet, don fai a blasmar, 
qu'en mes als juzieus en venda. 40 
ò. Peire joglar saup mal pagar, 
quel prestet deniers e cavaus, 
que la velha que Fons Hbraus 
aten, lo fes tot pessejar, 
qu'anc IVntresenhs fags ab benda 45 
de la jupa del rei d'armar, 
quel balhet, non lo puoc guizar, 
c'om ab coutels t< >t nol frnda. 

7. Peirt- K«)is saup tlivinar 

al prim qu'el fo joves rejaus 50 

que no seria arditz ni maus 

e cont)c lo al badalhar; 

reis que batlalh ni s'estenda, 

quant au de batalha parlar, 

serabla, t> fassa pt*r vanejar 55 

o qu'en armas no s'entenda. 

8. Êu loi perdo sim fe mal far 
a Catalans ni a Laraus; 
puois lo senher eui es Peitaus 

íoî mandet, non auset als far; 60 
e rels que logier atenda 
dt* senhor, bel deu affanar, 
et el venc sai per gazanhar 
raais tjue per autra fazenda. 
q. Volh, sapchal reis et aprenda 65 
de son grat e fassa cantar 
raon sirventes al rei navar 
e per Castrlla l'estenda. 



4.1. Kiin> Hhraus] fon c hraus C. font ebíaus F. fon temps hraiiï. T. — 
II- atcn] atc R T. atcnt D K J K. a temps V. — 43. l'cntrcsenhs] cntrcs^cingi 
I- K. antrcscnh t'. cntrcscijina T. — 46. d'armar] armar FRT. armat C. — 
47. non lo] nol li J K. no li K. nol R T. — 

49 -56 fehlcn in A D R. — 50. fo] ui C K J K T. — jovcs] ìoue J K T. 
iouene C. — S-. conoc lo] conosc he F. conosc T. parec hc C. — 54. o,uant 
au] t|uanc aup J K. — 56. o tju'en] o per cen T. men J K. — 

57—64 fchlcn in ACDR. — 57. loi] loil C. lo J K. — 01. rcis] rei 
C T. — f.3. fehli J K. - 

— <•£ fehlen D R. — 65. Volh sapchal] be uuoill sapchal A. 
f»Os«alho C. cs al hon F. io al booii T. — ct] fehlt C F T. — 66. son grat] 
sagra F. -.i^'ro T. fragra C. 

.S6. 

Das Verhâltniss clcr sechs Ilandschriften, tlii* uns dies (iedicht 
ùberiielVrt haben, ergicbt sich aus folgender Figur: 



Digitized by Google 



199 



i 

I 

I " I 

y x 
I I 

i i r i 

v À C M 

I 

i ; 

D J K 

Nur zwei Stellen scheinen sich dieseni Schema nicht zu fûgen, 
v. 14 und v. 32. In v. 14 scheint mir „corelha" die ursprúngliche 
I.esart zu sein, die sich in A und D erhalten hat; JK lesen 
„querrclla", C und M sind auch abgewichen: M liest „companha", 
C , wie J K , „ querrela ". VVir kònnen dies Zusammentreífen aber 
tinzweifelhaft einem Zufall zuschreiben , da es sehr leicht mòglich 
war, dass zwei Copisten unabhangig von einander statt des nicht 
sehr hâufigen „corelha" das ihnen geluufigere, dabei synonyme und 
obenein in der Korm àhnliche „querela" wáhlten. Ebenso beruht 
in v. 32 der gemeinsame Fehlcr von AM „ab" statt „e" wohl auf 
einem Zufall. 

Die Reihenfolge der Strophen ist nicht ùberall die gleiche; 
y, d. h. A D J K, stellt 2 und 3 um; M bringt 6 vor 4 und 5; das 
erste Geleit fchlt in C, beide in M, das dafur ein andres aufzu- 
«reisen hat. — Die Orthographie nach A. 

1. Rassa, mes si son primier 
en la fin que ant parlada 

li senhor elh mainadier 

elh baron de l'encontrada 

s'il an fag vas vos passatla; 5 

et eu cal raal vos en mier, 

que U'rra non ai cobrada? 

2. Nos fora tal trenta gerrier, 
chascus ab capa traucada, 

tuich senhor e parsonier, 10 
per cor d«* gerra mesclada, 
c'anc non cobrera dinairada, 
anz, als colps quand ac mestier, 
ant lor corelha pri*stada. 

3. Cad' an mi laisson derrier, 15 
quan m'ant mes en la mesclada 

li getitil e li lainier; 



5. c sil fant uas uos cstrada A D J K. — 

8. íom] som D J K. cm A. 12. cobreml trobcm M. apucm ( '. — 
13. an/. als colps quaml ac] ans qand a als colps A. ans lc coms quar na M. 
al comte kar la ('. — ac] cs J K. — 14. ant] a C. — corclha] qucrrcla C J K. — 
na sa compainha cobrada M. — 

15. cad'an] chascus A. adcs M. totz temps C. — laisst)n] laissa A. — 



200 



pois qu'ant ma terra adermada 
et arsa et abrasada, 
dizont cilh del Colombier 
qu'en prenda dreich, si m'agrada. 



4- 



Oimais scran ric portier, 



que tenrant porta serrada, 
e sabran arbalestier 

qu'es la patz en l'encontrada, 25 
c'om non lor dara soudada, 
ans auran chan e lebrier, 
dcl comte s'amor privada. 

5. Austor e falcon grùier, 

corn e tat)or en cuirada, 30 
e braquet e liamier, 
arc e sajeta barbada, 
gannacha e capa folrada 
et osas dc salavier 

serant raais de lor mainada. 35 

6. Cercat ai da Monpeslier 
tro lai part la mar salada, 
que non trob baron entier 
c'aja proeza acabada, 

qu'el mieich luoc non sia oscada 40 
o fraicha en l'un cartier 
ni mais us no m'i agrada. 

7. Bclla dompna, a dieu vos quier, 
que tant vos ai desirada 

quc mort m'ant li desirier, 45 
avinens dompna prezada. 

8. Na Tenpres gensser m'agrada, 
que ra'a per son messatgier 

del mon la razon celada. 



1 8. pois qu'ant] pois quc an D. pois quan man J K. quan man M. — terra 
adcrmada] lcrra ermada J K M. terra . . mada D. — e quan lur patz cs par- 
lada ('. — 19. et arsa el] ni man ma terr C. — 20. dcl] de A. — 

23. que] quar ('. e M. - 25. qu'es] que D J K. — que la pau ses 
encontrada C M. — 27. ans] doncs A. ct D J K. — 

30. corn] cors D J K. loire C M. - tahor] tabors A D J K. — cn fehlt 
CM. — 31. e] li ADJK. — e] cil A D J K. 32. c] ab A M. — 
33. gannacha e capa] gannacha larga (laigua D) A D J K. e gantz c capa M. — 
36. Cercat ai] scrrat ai A. cstat ai C. .ìgutz sui M. — da] dc D J K. 
cn M. part C. — 37. tro lai part] tro sai en C. c de sa M. — 38. non] noy 
C M. — 39. c'aja] aia D J K. — proeza] procz C. ualor M. — 40. qu'el 
micch luoc non sia] quez cn lucc no sia C. qe non sia mie M. — 41. enj da 
A. daus C. — l'un] lor J K. un M. — 42. m'i] men A. — 

43—46 fchlcn C; 43 — 40 fehlcn M; In M statt desscn : Pauiol tcn drech 
>cntier Non tcmas iten ni gelada Digas mi a mon rainer (Jc sa procsa 
magrada. — 43. hclla] hona D J K. — 

47. Tenprcs] tcmprel C. — 48. que m'a pcr son] per cuj hicu suj C. — 




Digitized by Google 



201 



37- 

Das folgende Gedicht findet sich in den Handschriften C und 
D zwei Mal, ausserdem aber noch in sieben andercn, sodass elf 
Redactionen vorliegen , um den Text zu gestalten , nâmlich A C C 2 
D D c E F J K M R. Wie diese Handsehriften aus dem vennuthlichen 
Urtext geflossen sind, mag, \venn wir zunâchst von der letzten 
Strophe absehen, welche besonders behandelt werden muss, durch 
folgende Figur veranschaulicht werden: 

z 



I 



l 

I I 

x t 

J I 




DDc jlc 

Dass A in der That allen andern Handschriftcn gcgenûber eine 
Sonderstellung einnimmt, ergiebt sich zunâchst aus den Stellen, wo es 
mit ciner gut verstàndlichen Lesart einer in sammtlichen úbrigen 
befindlichen andern gegenûbertritt, z. B. v. 8 „mantenran" gegen 
„mantenon" in A, v. 15 „c'un" gegen „cora", v. 20 „la" gegen „li", v. 24 
„a" gegen „fai", v. 30 „la" gegen „li", v. 32 „que" gegen „qu'un", 
v - 35 »>r»i honra ni acuelh ni sona" gegen „ni acuolh ni met ni 
I non sona", v. 37 „quier merce" gegen „mercelh quier". Besonders 

zwingcnd sind aber diejenigen Stellen, in denen nur A eine rich- 
tige, verstandliche Lesart aufweist, wahrend alle andern Hand- 
schriften den gleichen Fchler zeigen; es sind dies zwci: v. 3 „sos 
pretz qua Ias melhors enoja", wie y liest, ist schlecht, weil das 
Subject „sos pretz" ohne Priidicat blcibt, wo A mit „sos pretz a 
las autras enoja" Heilung bringt, und v. 20, wo das „pot hom" 
von y in so fern unzulâssig erscheint, als die Apposition „cilh que 
se fan" den Plural und nicht den Singular vorraussetzen liisst 
Auch hier scheint A mit „podon" das Richtige zu bringen. — Ks 
lcamen nunmehr diejenigen Fiille in Betracht, in welchen A und t, 
d. h. C 2 M R , gegenùber von C D D c E F J K mit ihrer Lesart dcn 
Vorzug verdienen. Dies findet sich v. 5 und 6, wo die zuletzt ge- 
nannten Handschriften ûbereinstiramend „de vezer que sa beutat 
(l>eutatz D D c J K) loja las pros qua sos ops cui quen eoja" lesen, 
was nicht verstandlich ist, wâhrend AMR (in C 2 fehlt die erste 
Strophe) : „quel vezers de sa beltat loja los pros a sos ops, cui 
que coja" haben, was einen vortrefflichen Sinn giebt; v. 17 lesen 



Digitized by Google 



202 

A C' M R : „de l'esquina" gegen „per l'esquina" aller andern Hand- 
schriften ; v. 29 liest A „pois", x „de" ; aus t liest R ebcnfalls „pois", 
\vûhrend t 2 und M ab\veichen ; v. 43 zeigt A „ni", x „que" ; C 2 M R 
stimmen mit „e" z\var niclit dem \Vortlaute, \vohl aber dcm Sinne 
nach zu A. Zahlreicher sind dîe Fálle, in \velchen A und x úber- 
einstimmen, w;ihrend C 2 M R gemeinschaftlich cine schlechte Lesart 
aufweisen, z. B. v. 2 „de leis" statt „cella"; v. 4 „ha poder qel" 
statt „quc ren i"; v. 7 „el" statt „quel"; v. 11 „qe no ha mas un" 
statt „non vol mas un sol"; v. 12 „genta e corteza" R, „corteza 
genta" M statt „dompna qu'es fresca"; v. ig „bon" fehlt, dafùr 
„la gran" statt „la"; v. 31 „uol" statt „am" und „paubre" statt 
„pro"; v. 42 „parlan" statt „gaban". Dazu kommt, dass C*MR 
aus Strophe 2 und 3 durch Einschiebung unechter Verse 3 Strophen 
machen. Daraus folgt also, dass x und t von einander unabhàngig 
sind. Ebenso verhalten sich v und u innerhalb x. Denn erstens 
zeigen CE gemeinsame Fehler, \vo D D c F J K die gute Lesart 
haben, z. R. v. 19 „el" statt „al"; ib. „a" fehlt; v. 26 fehlt ganz in 
beiden; endlich v. 45 „baros" statt „Rassa". Andrerseits aber son- 
dern sich innerhalb v noch D D" J R durch gemeinschaftliche Fehler 
ab, so v. 5 „beutatz" statt „bcltat"; v. 8 „la" statt „sa"; v. 15 „per" 
statt „pel"; v. 20 „ben" statt „leu"; v. 30 „qem" statt „que"; v. 37 
„noill" statt „non". Es bleibt endlich noch nachzuweisen , dass 
innerhalb C 2 MR: C 2 und R nâher zusammen gehòrcn. Dies ergiebt 
sich aus v. 28 „nes" statt „es"; v. 29 ,.ma" statt „am" in y; v. 32 
„duc" statt ,.rei" in y; v. 35 „ondra" statt „onra". — Eigenthiìm- 
licher \Veise ist das Verháltniss der Handschriften in der lctzten 
Strophe etwas abgeândert, indem hier v mit A zusammengcht, wie 
aus den l^sarten der Verse 45, 46, 47, 48, 49, 52, 53, 54 zur 
Evidenz hervorgeht. Innerhalb der Typen t, u und v hat sich 
niehts verschoben, wic mit Leichtiglceit nachgewiesen werden kònnte, 
sodass sich fùr diese Strophe das Verhaltniss so gestaltet: 

z 

1 

I I 

y * 

I _J 

11 II 

V A u t 

Die Reihenfolge tler Strophen ist die von CDD C EFJK; in 
\ ist 2 und 3 umgestellt. Die drei oben envahnten Strophen, 
\\elihe C 2 MR an Stelle der zueiten und dritten haben, setzen 
sich in folgender \\ eise zusaminen: 1) v. 1 1 — 17, 2 unechte und 
v. 31 — 33; 2) v. 23 — 30 und drei unechte; 3) 6 unechte und 
v. 18 — 22. Diese drei Strophen ordnet M in der soeben ange- 
gcbcnen Folge, C 2 ordnet: 1, 3, 2; R: 2, 1, 3. Ich theile die 
eingeschobenen Verse im Anhange mit. — Das erste Geleit fîndct 
sich nur in A < " !• M, doch fehlen in C die beideii letzten Verse 
desselben; <las zueite \vird von C* E M ùU>rliefert. — Orthographie 
nach A. 



Digitízed by Google 



20 3 

1. Rassa, tant crcis e monta e poja 
cella qu'es de totz engans voja, 
sos pretz a las autras enoja, 
c'una noi a que ren i noja, 

quel vezers de sa beltat loja 5 

los pros a sos ops, cui que coja; 

quel plus conoissen elh melhor 

mantenon ades sa lauzor 

e la tenont per la genssor, 

qu'il sap far tan entier' honor, 10 

non vol mas un sol prejador. 

2. Rassa, dompna qu'es fresca e fina, 
coinda e gaja e mcsquina, 

pel saur ab color de robina, 

blanca pel cors com llors d'espina, 15 

coide mol ab dura tetina 

e sembla conil de l'esquina ; 

a la fina fresca color, 

al bon pretz et a la lauzor 

leu podon triar la mcllior 20 

eilh que se fant conoissedor 

de mi vas cal part ieu ador. 

3. Rassa, als rics es orgolhosa 
e fai gran sen a lei de tosa, 

que non vol Peitieu ni Tolosa 25 

ni Hretanha ni Saragosa, 

anz es de pretz tant emvjosa 

qu'alz pros paubres es amorosa; 

}M)is m'a pres per chastiador, 

prec li que tenha car s'amor 30 

I — 11 fehlcn in C'. — 3. a] qua C D D c E F J K R. qc M. - autras] 
melhors C D D c E J K K. meillor F. — 4. noi a] non i a A. — que ren 
i noja] cal rei uoia A. — 5. quel] de C D D* E E J K. — vezersl uerscrs M. 
ue/cr C D D<- E E J K K. — tle] qc C D D c E E J K. - loja] luia J K. lucpa M. 
uoia A D D c . — 6. los pros a] las pros <jua CDD«EEJK. - — los pros a 
sos ops] a sos obs lcs pros R. prctz e iouen a M. - que] qucn C D D c E E. 
qut ns J K. ' — S. mantcnon] nuintenran A. — lauzor] ualor C E F M. — 
10. qu'il] qar il M. mas ilh K. c C D D« E E J K. 

12. dompna] <1omnni D D c J K. <lompna hni E. — 15. pcl] pcr C* D 
D C EJKM. — cors] col A. fehít F. — com] <jol M. cnn A. 16. coi<lc] 
co c de M. couitle D D c . coymlc C*. cuentle C. coude E J K. conde F. cun<le 
R. — i;. <le] ptr <' D D • È E 1 K. — iS. a la] qa la M. ah la F. ct a A. — 
19. al] el C C a E. ah A D E. — hon] frhlt C" M K. — a laj a la frran C 1 M K. 
la C E. ab gran A. — 20. leu podon] pot hom leu C E F. pot hom ben C* 
DD<- JK. potl hom M. pot homz K. triar] conoisscr M. entcndrc R. — 
la] li A. — 21. se] sen CD C JK. — cilh que se fant] aquil qcis fant A. per 
qucs fan tug C* R. e tut fan si M. — 22. icu] qíeu A. Cttí F. — 

24. fai] faitz E. a A. — 25. que] qui A M. qilh R. — Peitieu] peiticus 
A J K R. pitcus D D c . — 26. SaragosaJ scragosa DI>', serragosa A. — 
27. <lc pretz tant] tan <lc pretz < ' (" 2 I ) D c E E J K R. 29. pois] mais C*. 
et C D D<* E E J K M. — m'a prcs] am pres C D D- E F J K M. pres ma R. — 
30. li] lei E. Ìa A. — qut] quil A. qcm DD C JK. ~ 



« 



Digitized by Google 



20 4 



et am raais un pro vavassor 
qu'un comte o duc galiador 
que la tengues a desonor. 



4- 



Rassa, rics hom que ren non dona 
ni acuolh ni met ni non sona 
e qui senes tort ochaisona 
e, qui mercelh quier, non perdona 
m'enoja e tota persona 
que servizi non guizerdona, 
e li ric home cassador 



35 



40 



m'enojont elh buzatador 
gaban de volada d'austor, 
ni ja mais d'armas ni d'amor 
non parlaran mot entre lor. 
5. Rassa, aissous prec que vos plassa: 45 
rics hom que de gerra nois lassa 
ni no s'en recre per menassa, 
tro c'om se lais que mal nolh fassa, 
val mais que ribieira ni cassa, 
que bon pretz n'acuolh e n'abrassa; 50 
Mauris ab n'Algar, son senhor, 
ten hom per bon envazidor, 
el vescoms defenda s'onor, 
el coms deman lalh per vigor, 
e vejam l'ades al pascor. 55 



32. qu'un] quc C C* DD«EFJKMR. — comte] comt CDDcEJKR. 
coms 0». duc M. — 0] ni C»M. e C R. — duc] ducx C*. ric C. rei D D«E F 
JK. — 33. fehlt C 1 . — tcngues] tornes M R. menes CDD«EFJK. — 

35. acuolh ni met ni non] honra ni acuclh ni C C 1 D D«E F J K M R. — 
36 und 37 fehlcn C 1 . — 37. qui mercelh quier] quil (qui C) quier merce C 
D D C E F J K R. qui a mercc M. — 38. m'cnoja] meneio A. no mazaut C 1 . — 
43. ni] c C'MR. que CDD»;EFJK. — d'armas fchlt A. — 44. parlaran 
mot] parlara hom (lom C 1 ) C C 1 D D« K. parlera hom F J M. parla hom E. 
R vveicht ganz ah (s. Anhang). — 

45. aissous prcc quc vo*] aisso (aissc D) uoîll quc vos D D« F J K. a totz 
(tot M) o dic (uos dic R. dic e M) cn CC'E M R. — 46. rics hom que] 
quauols cs qui C E. cauols qui R. maluatz es qui C 1 . qe flacs es qi M. — 
gcrra nois] gucrras C C s E M R. — 47. no] qui C C 1 M R. que E. — recrc] 
rctc R. laissa A. — 48. c'om se lais] que hom scn lais R. qom lo lais D 
D<- J K. qom lais F. que ucia C E. quc ueza M. — que mal] que tort C 1 R. 
que F. quom C E M. — nolh] no li F. — 40. val mais] mais ual C E M R. 
mais am C*« B> "ol F. — 50. n'ahrassa] mahrassa C 1 . cmbrassa F. namassa 
A. — 51. Mauris] maurins F J K. maoretz M. maurin DD«. mauri C E R. 
niort A. — ab] et A C 1 R . — n'Algar] nalguar C. nalguarh C 1 . ncgarn F. 
nagarn R. nagaut A. nagout M. — 52. fehlt C 1 . — ten] tcnc D D°J K. — 
ten bom pcr] foron fort F. — ac (pren M. s donet R) guerra (graci R) ab 
(a R) prct/. ualcdor (e ualor R. ualor F.) C F M R. — 53. dcfcnda] dcfendal 
DD«J K. dcfcndalh F. — cl coms a (ac C) cor denuaidor (desuazidor C) C 
C a M R. ct ac bon cor denuaidor E. — 54. deman lalh] deman lai F. lapclle 
A. — cl ucscoms de (cl uescomte C) dcfendcdor C C 1 M R. el ucscomte 
dcfendaill s.mor E. — 55. l'ades] lal dcls DDcJK. la dclhs C«. los adcs E. 
los lai C. adoncs M. de lor R. — 



Digitized by Google 



2Û5 



6. Mariniers, vos avetz honor, 
e nos avem camjat senhor 
bon gerrier per tornejador, 

e prec a'n Golfier de la Tor, 

mos chantars nolh fassa paor. 60 

7. Papiols, mon chantar recor 
en la cort mon mal Bel Senhor. 

56—58 nur in A C E M ; 59 und 60 nur in A E M. — 56. Marinicr C E M. 
— 56 und 57- Mainicr camiat aucm seignor A. — 59. prec] fehlt E. — prcc 
a'n] iamais M. — Golficr] golfiers M. — de la Tor) dcucr onor E. — 60. mos 
chantars nolh fassa] nos don de mon chantar M. no fass ueimais per E. — 

61 und 62 nur in C E M. — 61. Papiol C E M. — 62. en la cort] lai 
on es C. fehlt E. — mal Bel] bel mal E M. 

38. 

Das nachstehende Gedicht ist in elf Handschriften verzeichnet, 
namlich in ABCDFJRNRUV, von denen mir jedoch N nicht 
i.ugânglich ge\vesen ist. Die ûbrigen zehn stehen zu einander in 
folgendem Verhâltniss: 

z 

I 

I 

X 

I 



1 J„ J 1 

u AB C v 

J_ _L 



! 1 I 

JK D UV t 



í 



Die beiden Haupttypen x und y ergeben sich nicht nur durch eine 
Reihe von Varianten, wie ein Blick auf die unter dem Text be- 
t'mdlichen Lesarten lehrt, sondern auch aus dt;m Umstande, dass 
die siebente und achte Strophe, so \vic die beiden Geleite nur von 
y ûberliefert \verden. Innerhalb x finden sich nicht viele Ab- 
weichungen , doch sondern sich D J K durch einige gemeinschaft- 
liche Fehler ab, z. B. v. ò „nou" statt „nous", v. 22 „sol" statt „sols", 
v - 53 „nols en" statt „no lur", v. 5Q „quans" statt „cans" etc. — 
Auf der andern Seite erhellt der Plátz von C durch Stellen, in 
\velchen dies mit x das Richtige liest, uahrend v gemeinsarae Fehler 
aufweist; dies trifft zu v. 22, \vo FRUV „ab" lcsen statt „a", \vie 
C richtig zeigt, v. 23 „tna" statt „ra'es", v. 29 „e" statt „mas", 
v. 37 „un iorn" statt „nulh temps", v. 5 1 „qar son" statt „vei los", 
v. 60 „corns (critz R)" statt „corn"; von v. 67 an sind die Ab- 
weichungen von v unter dem Text notirt. Es blcibt nun, um dic 
Gruppirung von U V und F R zu begrunden , ûbrig zu be\veisen, 
dass sowohl F und R mit C das Richtige lesen, wahrend U V ge- 
meinschaftliche Fehler haben, als auch, dass umgekchrt U V durch 



Digitized by Google 



20Ó 



C goschùtzt der Lesart von t gegeniibertreten. Ersteres findet Statt 
v. i , wo in U V „e" fehlt, v. 4 „as" statt „et", v. 0 „íloriz" statt 
„grazitz", v. 7 „quen nadutz" statt „quens adutz", v. 8 „grasiz" 
statt „floritz", v. 27 „11011" statt „nous", v. 28 „qan uos" statt „sus- 
quecx" (quand us in x), ib. „que" fehlt, etc. Der z\veite Fall liegt vor 
v. 21 „c" in F R statt „quan", v. 35 „poder" statt „lezer", v. 30, 
„trop" statt „vei", v. 41 „raas eu" statt „per qu'eu", v. 52 „lurs" 
statt „lur", v. 61 „els sai tant abursesit" F, „e son tant aborzezitz" 
R statt „qu'es lor pretz tant frevolitz". 

Die beiden letzten Strophen und die beiden Gelcite finden 
sich nur in den 1 landschriften der Classe y, doch scheint kein 
Grund vorzuliegen, sie fiir unecht zu erkláren. Dagegcn findet 
sich in F ein drittes Geleit, uelehes diesen Anspruch wohl nicht 
erheben kann; ich drucke es daher ira Anhange ab. 

Die Reihenfolge der Strophen ist in allen Handsehriften an- 
nàhernd dieselbe, nur ist in der Gruppe x dic vierte Strophe hinter 
die sechste gerathen, uiihrend aus den ersten \Vorten „us n'i a" etc. 
hervorgeht, dass sie den Anfang der Aufzíihlung raachen rauss; UY 
haben Strophe 5 und 6 uragestellt, R endlich hat die siet>ente 
z\vischen 3 und 4 eingeschoben. Von den Geleiten fehlt das zweite 
in R, \\ahrend in UV sich zwar beide íinden, jedoch in urage- 
kehrter Ordnung. — Die Orthographie gel>c ich nach A, Strophe 
7 und 8 nach C. 

1. S'abrils e fuolhas e flors 
elh belh maitin elh clar ser 
elh ric joi cui eu esper 

no m'ajudon et amors, 

elh rossinholet c'auch braire 5 

el nous temps vertz e grazitz. 

quens adutz jois e dousors. 

el coindes pascors floritz 

mi donz son ardit non creis, 

e nolh menna l'espavens: 10 

tart m'en venra gauzimens. 

2. Dompna, s'ieu quisi socors 
alhors, non o fìs en ver. 

e veus m'al vostre plazer, 

mi e rnos chans e raas tors; 15 

e pren comjat del repaire 

on tant gen fui aculhitz. 

011 nais jois. sens e valors; 

f cel qiu* mantcn faiditz 

per honor de si raezeis, 20 

3. clh] tlel U V. <Jun ABD J K. — 4. m'a|udoil] maillda K. maleyron 
A B I) J K. 6. nous) nou D J K. clar R. <lous C V U V. -- 8. cointlc»,] 
corte^ C F R U V. — ll. tart] í^eu C F R U V. - 

13. en]df CFRU V. — 17. tanl ^en fui] f«i tanl gent (gcaz U) C F U V. 
suy tan gent R. — 1 8. nais jois, sens] reynha pretz C F R U V. — 



4 



Digitized by Google 



2o; 



quan fai bos acordamens, 
a sols los aftiamcns. 

3. Vostre rcptars mVs sabors. 
ric, car cuidatz tant valrr 

que srs donar pcr temer 25 

volriatz aver lauzors 

e c'om nous auses retraire, 

quand us fai que deschausitz; 

mas semblaría paors. 

si n'cra per mi cobritz 30 

coms ni vescoms. ducs ni reis; 

mas faitz vostres faitz tant gcns 

quetifi en sega digz valcns. 

4. Us n'i a gcrrcjadors, 

que ant dc raal far lezer, 35 

e nois sabon captener 

nulh teraps ses enginhadors, 

tant amon lanssar e traire; 

e vei los totz temps garnitz. 

coma vivian de cors; 40 

per qu'eu no lur sui aizitz, 

c'anc a bon pretz non ateis 

rics hom, si jois e jovens 

e valors nolh fon guirens. 

5. D'autres n'i a bastidors, 45 
rics homes de gran poder 

que sabon terra tener 

e fant portals e bestors 

de cauz e d'arena ab caire 

e fant tors, voutas e vitz, 50 

e vei los bons raanjadors, 

e'n fant lur dons plus petitz, 

e ges bons pretz n<> lur creis, 

car aitals captenemens 

non val mest las L>onas gens. 55 

6. D'autrcs n'i a cassadors 
per la costuma tencr, 



2 1 . fai] fant A B D J K. — quan fai] qa fat U. — 22. sols] sol C D J K R. 

25. per| al> C F R U V. — 28. quand us fai) sus quecx faitz C F R. qan 
uos faitz U V. — 30. si] sus C F R. si com U V. — 31. fchlt C. — 

36. c] el J K. quc C R. qui F U V. — 38. tant amon] c unOD U V. c 
volon R. c sabon C F. — 30. tcmps] iorns C U V. iort/. F. iorn R. 
40. coma) quoman C. qom cn F. si com U V. per en R. — vivian] uiuia F. 
uiuiam U V. uc/ian C. ucia c R. — 42. c'anc a| quar anc C F. car cn R. 
qanc en U V. — 44. valors nolh] donar (donor V) noil U V. dos (dars F. 
dar R) non lcn C F R. — 

47. quej quar C R. — 48. c| quc (' R. qar U V. 50. tors] inurs 
C R. — 52. c'n fant] c fan C. fan nc FJ K R. don fant A K. façen V. 
faxcn V. - 

57. fehlt C. - 



Digitized by Google 



208 



queis fant ric home parer, 

car amon cans ct austors 

e corn e tabor e laire, 60 

qu'es lor pretz tant frevolitz 

et ant tant pauc de valors 

e lor poders tant frezitz 

que res mas bestia o peis 

non lor es obcdïens 65 

DÌ fai lor comandaraens. 

7. Ges dels rics tornejadors, 
si tot si guaston i'aver, 
nora pot us al cor plazer, 

tan los truep gualiadors; 70 

ricx hom que pcr aver trairc 

sec tonìejamens plevitz, 

pcr penre sos vasvassors, 

non l'cs honors ni arditz; 

mas els non estrenh correis, 75 

sol c'ab els s'en an l'argens, 

s'om pueis s'en es mal dizens. 

8. Ric home vuelh qu'ab amors 
sapchan cavalliers aver 

e quels sapchon retencr 80 

ab befag et ab honors 

e c'om los truep ses tort faire, 

francx e cortes e chauzitz 

e larcx c bos donadors, 

qu'aissi fon pretz establitz 85 

qu'om guerrcjes ab torncis, 

e quaresmas et avens 

fesson soudadicrs mancns. 

9. Na Tempra, jois m'es cobitz, 
qu'ieu n'ai mais que s'era reis; 90 



58. fchlt F. — v. 61 — 63 bci R in um^ekchrtcr Rcihcnfolge. — 61. qu'es 
lor prctz] iqh lor prcz U V. e ucy los C. cls uei tant F. caysi son R. — 
tant frcvolitz] tant feblcsitz C. afreuolitz T. cays arlcbitz R. cs tan frcoliz 
U V. — 62. ant tant pauc| tan pauca cs R. es tan pauc F. tan bassa U V. 
mermatlas C. — de] lur F U V. lurs C R. — 63. podcrs] pretz es C U V. — 
tant frezitz] tant frculitz ('. tuz deliz U V. — c son tant aborzczitz R. cls 
sai tant abursesit F. — 

6q — 96 fchlcn in A B D J K. — 69. nom pot us al] nonu poc us al U. 
non n poc us al V. nom podon al F. nn podo a mon C. non pot en mon R. — 
70. truep] uei F U V. — 72. tomciamen plcuit C. — 75. els] clh C. lur R. 
uns F. — 76. els] elh C. cl F. lor F. — 

78. rtc home] ricx homcs t' R U V. — 79. s;ipchan] sapcha C. — 
cavallicrs] cauallicr C. caulrias U. caualarias V. — 80. ej o C. — 8l. befagl 
bon faich U V. bcn far F. bcn dir R. — 82. c'om los truep] qucls truep 
hom R. qcls trobon U V. qcls trobm F. - 87. quarcsmas] qaresma C U. 
carcsma R. — 88. fcsson] fes hom R. fcces U V. — 



Digitized by Google 



2og 



quel fels mcsclatz ab aisscns 
ra'es cndevengutz piraens. 
IO. Papiols, jVj/ tan arciitz, 
prcn mon chan e vai ab cis 
a n'Oc e No, quar prezcns 95 
li fatz de mainhs digz cozens. 



91. fels] fcl RUV. fehlt C. — mesclat C R U V. — aisscns] eyssens 
C. aisens U V. ascenz K. lengens R. — 

93 — 9 D - nur in C F U V. — 93. Papiols] papiol C U V. — s'est] ses 
U V. fis (wohl sis) F. sias C'. — 94. ab cis] nab cis U V. nab elh C. — 
95. quar] que F. qes U V. — 96. iligz] motz F U. monz V. 

39- 

Dieses Lied liegt in vier Versionen vor, die durch die Hand- 
schriften A D J K repràsentirt werden. Das niihcrc Verháltniss 
dcrselben scheint sich aus zwei Stellcn zu ergcbcn, wo A und D 
gemeinschaftliche Fehlcr haben , wiihrend J K das Richtige zeigt, 
nàmlich v. 46 „nis broigna" und v. 49 „nois loigna", wo dera Verse 
eine Silbe an der vollcn Zahl fehlt, die JK crgánzen, indera sie 
dort „ni senbroigna", hier „no sesloigna" lesen. Hiermit stiramt 
aber nicht v. 23, wo D allein eine der richtigen Lesart àhnlichere 
aufweist: „dara", wàhrend A und ] K gleiehraàssig „daratz*' lesen ; 
doch wàre es mòglich, dass dieser Fehler bei beidcn unabhiingig 
durch das unmittelbar vorhergehende „nous" hervorgerufen wàre. 
Zahl und Reihenfolge der Strophen ist in allen Handschriften die 
gleiche. — Die Orthographie ist die von A. 

1. Senher en coms, a blasmar 
vos fai senes falhia, 

quar noi ausetz anar, 
pois ella o volia, 

a la dompna parlar; 5 

et al for de Catalonha 

al vostr* ops eu n'ai vergonha, 

car lai fesetz fadiar. 

2. E fis drutz nois deu tardar, 

si messatgel venia, 10 
P mas que pens de l'anar 
e queis meta en la via; 
com non sap son affar 
de si donz ni sa besonha, 
ben leu a talan que jonha, 15 
per que nois deu aturar. 



3. ausetz] ausatz A. — 6. de] fehlt J K. — 7. eu n'ai] n'ai eu J K. — 
8. fesctz] laisses J K. — 

9. nois] nous D. — II. que] ques D. — 13. sap] sabon D. — 
15. jonha] loigna A. — 

•4 



2lO 



3. E quan vitz vostre joglar, 
quc dê vas lieis venia, 

ja nous degratz rcstar, 

quius dones Normandia; 20 

s'acsetz bon cor d'amar, 

Ant-rebeira e Dordonha 

de regart nous dera sonha, 

ni ja nous degra merabrar. 

4. Mas ara podetz proar 25 
s'es ver so qu'eu dizia 

que non fai ad amar 
rics hom per drudaria; 
tant ant a cossirar, 

per quel jois d'amor los lonha ; 30 
qu'icu non vuolh aver Bergonha 
sens temer e sens celar. 

5. Qu'ieu ja non vuolh esser bar 
ni de gran manentia, 

per qucm pogues reptar 35 

nulhs hom de vilania; 

mais am rire e gabar 

ab mi donz que ra'en soraonha, 

qu'eu no volria Gasconha 

ni Bretanha capdellar. 40 

6. Mon chant vir vas n'Azemar 
qui s'onor' e'n s'abria, 

cui nostre senher car 

sa pauca lombardia; 

tant gen sap dompnejar 45 

que nois camja ni s'enbronha 

per menassas, anz resonha, 

Lemozin fai reserar. 

7. Sil coms Jaufres no s'eslonha, 
Peitau aura c Gasconha, 50 
si tot no sap dompnejar. 

17. E] fchlt I). — vostre] nostrc J K. — 20. quius] q'us K. quicus 
J. — 21. d'amar] danar A. — 22. Ant-reí>eira] antrcbcra J K. autrebera D. — 
23. dara D. daraU A J K. — 

25. proar] pidar D. — 26. vcr] uers A. — 27. non] noi D. — 30. quel] 
que J K. — 

33. ja] fchlt A. — vuolh] uuoill ges A. — 37. rire] rir D J K. — 
40. Brttanha] bertaingna D J K. — 

41. n'Á/.emar] nacmar D J K. — 44. pauca] panca D. — 46. ni 
s'cnbronha] nis broi^na A D. — 47. per mcnassa D. — anz] an D. — 
ressoijjna A. — 4«. Lemozin] limo/.i D. limot^el J. limogel K. — 

4<>. no s'cslonha] nois loigna A D. — 50. peitan D. — aura] fchlt A. — 
51. no] nois A. 



Digitízed by Google 



211 



40. 

Dios Lied wird nur von C R ûbcrlicfert. — Die Orthographie 
richtct sich nach C. 

1. S'icu fos aissi senhcr ni poderos 
de mi mezeis que no fos amoros, 
ni no m'agues amors el sieu podcr, 
ben feira tan qu'a totz feira saber 

del rei Felip e quals mortz e quais dan 5 
e quals dols es quar clh be non es pros 
e quar Pcitous vai ab Fransa merraan. 

2. E sai Richartz pren lcbres e leos, 
que no'n rcman pcr plas ni pcr boissos, 

enans los fai dos e dos rcmancr 10 
pcr sa forssa, c'us nos n'auza mover, 
e cuja ben pcnre d'aissi enan 
las grans aiglas ab los csmcrilhos, 
et ab buzacx metr'austors en soan. 

3. El reis Fclips cassa lai ab falcos 15 
sos perdigals cls pctitz auzclhos, 

e siei homc non l'auzan direl ver 
quar pauc c pauc se laissa dechazer 
sai a'n Richart que l'a tolgut oguan 
Engolesme, don s'cs fagz poderos, 20 
e Toloza, qu'cl tc sobrc dcman. 

4. E pus non es per sa terra iros, 
membrel sa sor el maritz ergulhos, 
quc la laissa e non la vol tener, 

aqucstz forfaitz mi sembla desplazer 25 
e tot ades que s'cn vai pcjuran 
quel rcis navars a sai dat per espos 
a sa filha, per que Pant'es pus gran. 

5. E s'aissi pert sos dregz, entrc qu'es tos, 

lai quant cr viclhs, en sera vcrgonhos, 30 

e ja Franccs non ajan bon csper, 

quar an lor tout qu'om sol sai tan tcmer, 

no prezon re lur dig ni lur deman 

I. scnhers C R. — ni] e C — 3. amor R. — 4. feira] fcîran R. — 
Felip] felips C. — 5. qual mortz C cal mort R. — cal R. — dans C R. — 
6. quals] cal R. — 7. peiteus R. peytous C. — 

8. sai] si R. — e si richartz quc pren lcbres bos fos C — 9. no'n] 
noy C — ■ 10. los] las C. — e dos] c doas C. — II. n'auza] auza C. n'auz 
ara R. — 13. ab] am R. — 14. soans R. — 

15. rcy fclip C. — 16. perdigals] passeratz C — cls] cl R. — 19. tol- 
gutz R. — opan] estz ans R. — 2c>. angolesme R. — 21. dcmans R. 

22. E pus per sa terra non es C R. — 23. marit C R. — 25. aquest 
forfait C R. — 26. s'en vai] li es R. — pejuran] pcriurans R. — 27. rey 
nauar C R. — 28. que] ques F. — l'ant'es] lanta i cs R. — 

29. qu'es] es R. — 32. an] am R. — tout] tot C R. — 33. ditz ni lurs 
dcmans R. — 

«4* 



Digitized by Google 



212 



sai vas Peitou, enans s'cn fan janglos, 
quan son ensetns en Richartz e'n Hertran. 35 
6. E venran sai ab las novelhas flors, 
e lur bobans sera de sobr' en jos, 
e ja'n Guastos nons poira pro tener 
que nons tollam lo tnon pres San Sever, 
a Rocafort tot quan tolgut nos an, 40 
si qu'en Peitou sera nostre brandos 
gent alumnatz, si que íuil o veiran. 

34. peitieus R. peitous C. — enan.H. — 35. richart C R. — 

37. bobansj bombas R. - - 38. guasto C. gasto R. — nons] nous R. — 
39. nons] nos R. — tollan C R. — 41. peitaus R. peytous C. — seran 
nostres C R. — 42. tuit] toU C R. — o veiran] anarcra cnan C. 

41. 

Dìes Lied findet sich nur in Tc, von denen letzteres es fâlschlich 
dem Peire Vidal zuschreibt. — In der OrthogTaphie folge ich c. 

1. Si tuch li dol el plor el marriment 
e las dolors el dan el caitivicr 

que hom anc auzis en est seglc dolcnt 

fosson ensems, sembleran tot leugier 

contra la mort del jovcn rei cngles, 5 

don reman pretz et jovens doloros 

el mons escurs e tenhs e tenebros, 

sems dc tot joi, plcns de tristor e d'ira. 

2. Dolent e trist et plen de marriment 

son remansut li cortes soldadier 10 

el trobador el joglar avinent, 

trop an agut en mort mortal guerrier; 

que tout lor a lo joven rei engles, 

vas cui eran li plus larc cobeitos; 

ja non er mais ni non crezatz que fos 15 

vas aquest dan el segle plors ni ira. 

3. Estenta mortz, plena de marriment, 
vanar te podz qucl melhor chavalier 

as tout al mon qu'anc fos de nulha gent, 

I. tuch] tut T. — li] lo T. — plur T. — el] c c. — marrimen T. — 
2. çaitiucr c. catiuiers T. — 3. qe hom anc auçis c. com ages T. — dolen 
T. — 4- foson cscms T. fosan cmsenç c. — sebleran T. semblaran c. — 
tut T. — leuger c. — 5. giouc T. — rcis c. — 6. preç c. — e guen T. ct 
iouent c. — doloros] tencbros T. — 7. escurs e tintz et ncgrc doloros T. — 
8. sem T. sens c. — tut gioi plen T. — 

9. dolcn T. — marimen T. — 10. rcmansutz T. rcmangut c. — sol- 
daicr c. soudadier T. — II, guglar T. — 12. agutz c. — c mort agut T. — 
guerrer c. gerier T. — 13. ce tolt lor aic lo giouen T. — 14. li plusor 
coibeitos T. — 15. gia T. — crcças qe c. creatz ce T. — 16. ucis c. — 
aiqest dans T. — plurs T. — 

17. Scnta T. — mort T c. — plcina de marimcn T. — 18. pos cel 
meglior T. — chaualer c. caualiers T. — 19. mont canc T. — nula T. nulh c. — 



Digitízed by Google 



2 »3 

quar non es res qu'a pretz aja mestier, 20 
que tot no fos el joven rei engles, 
e fora melhs, s'a dieu plagues razos, 
que visques el que mant autre enojos, 
qu'anc non feron als pros mas dol et ira. 

4. D'aquest segle Hac, plen de marriment, 25 
s'amors s'en vai, son joi tenc mensongier, 

que ren noi a que non torn en cosent, 

totz jorns veuzis et val mens oi quez ier; 

cascuns se mir el joven rei engles, 

qu'era del mon lo plus valens dels pros; 30 

er es anaz sos gens cors amoros, 

don es dolors e desconortz et ira. 

5. Celui que plac pel nostre marriment 
venir el mon nos traire d'encombrier 

e receup mort a nostre salvament, 35 

com a senhor umil e dreiturier, 

clamem mcrce, qu'al joven rei engles 

perdon, sil plaz, si cum es vers perdos, 

el fassa estar ab hondraz companhos 

la on anc dol non ac ni aura ira. 40 



20. rc ca T. — preç c. — mcstiers T. — 21. tut T. — gioue T. — 
22. mieltz T. — plagcs raizons T. — 23. ce uisccs T. — ce maint T. — 
noios T. — 24. canc no T. — al T. — et] e c. — 

25. aqest T. — marimen T. — 26. sumor Tc. — tcnch c. teinh T. — 
nen soinjjiers T. — 27. car noia qui T. — cn coscnt] c core T. — 28. piorn 
T. — ueuçis et c. ueiretz cc T. — nu-ntz uoi ce icrs T. — 20. cascun T. 
çascum c. — giouen T. — 30. ccra del mont T. — ualcn dcl T. — 31. ar 
es anatz son gien cor T. — 32. dont T. — desconort T c. — e T. — 

33. ce planc per T. — mariment T. — 34. e nos trais denconbriers T. — 
35. reseup c. — a] el T. — saluamen T. — 36. fehlt c. — co T. — umils 
edricuriers T. — 37. clamcn mcrçe c. clam mcrccs T. — cal ^ioue T. — 
38. platz si com es uer T. — 39. fasa c. fat/. T. - oratz conpagnos T. — 
40. lai T. — anch c. — dol etc.] non ac dol ni era T. 



42. 

Das jetzt kommende Gedicht ist in drei uns bekannten Hand- 
schriften niedergelegt, námlich C E R. Dieselben gchoren alle zu 
dem gleichen Typus, denn die Abvveichungen sind àusserst gering. 
Die einzige Stelle, wo zwei derselben einen gemeinschaftlichcn, 
ui\d zwar nicht grammatischen, sondem sachlichen Fehler aufzu- 
weisen scheinen, ist v. 19, wo das „quel nostre revs" von C E in 
der Luft schwebt, wáhrend „el nostre rei" einen bessern Sinn er- 
giebt — Die Orthographic nach C. 

I. Un sirventes farai novelh, plazen, 
anc mais no'n fis: no m'en tenra paors 
qu'ieu non digua so qu'aug dir entre nos 
del nostre rei, que pcrt tan malamen 



214 



lai a Mclhau, on solia tener, 5 
quel coras li tolh ses dreg et a gran tort 
e Marcelha li tolh a gran soan 
e Monpeslier li cuget tolr'antan. 

2. Coms dc Tolza, raal guazardon aten 

selh que vos sier, don vei qu'es grans dolors, 10 

quar dc servir tanh qualsque guazardos; 

doncs beus servi lo reis Peire valen, 

que ab sa gcnt vos anet mantener 

c mori lai, don fo grans desconort; 

pero d'aissclhs que foron al sieu dan 15 

anatz creissen el reis Jacmcs merman. 

3. Al comte dic, non aja cspaven, 
dc Proensa, qu'en breu aura socors 
cl nostre rei, quar trop n'es coratgos 

que li valha, quan n'aura mandamen 20 
sai cn Chiva, pcro ieulh fatz saber 
qu'en Hcrenguicrs li al castelh cstort 
c dis que rcis que lo sieu vai donan 
ni s'cn torna, fai costuma d'efan. 

4. Comte d'Urgelh, assatz avetz fromen 25 
e civada e bos castelhs ab tors, 

ab que de cor no siatz temeros! 

e demandatz al rei tot l'onramen 

dc lai d'Urgelh que soliatz tener 

e noi guardctz camp ni vinha ni ort, 30 

e si no fagz, ja l'autra sanh Johan 

no vejatz vos, s'cl micg non faitz dcman. 

5. Hona domna, ieus am tan lialmen 
quc, quan nous vei, cuja m'aucir amors, 

c quan vos vei, sui ta fort tcmeros 35 

quc dir nous aus mon cor, tal espaven 

rai pren de vos, nous fezes desplazer; 

doncs que farai, dona, qu'en breu sui raortz 

en dret d'amor? Qu'autra non vuelh ni'n blan, 

e quan vos vei, no vos n'aus far serablan. 40 



Melhau] millau E. — 8. li cuget tolr'] cuget tolre C. — 

0. Tolza] tolo/.a E. — 10. gran R. — 11. qual que C R. — 12. rcy 
R. — ualcns C. — 14. gran dcsconort C R. grans tlesconortz E. — 16. rei 

iacme c R. — 

iq. el nostrc rei] quel nostre rcys C E. — 20. que] quel R. — 21. Chiva] 
Cttta E. — teulh] ycl R. cil E. - 22. bcrenguier C E R. — 23. dis] ditz C. — 
rei E R. — 

31. no] nou E. — fagz] fais E. — sanh] saqt R. saint E. — Johan] 
ioan ER, - 32. s'el mieg] sil miei E. sil meu R. — 

35. ta] tan E R. — 38. mortz] mort R. — 39. dret] dretz C. — 
40. no vos] nous R. - n'aus] aus C. — 



Digitized by Google 



215 



6. Lo nostre reis assatz a de poder 
mest Sarrazis, mas lai devas Monfort 
volgra vczer hueimais son auriban 
contra totz selhs quil van d'onor baissan. 

42. mcst] ucs E. — 44. baissan] baisan E R. 

43- 

Dies Gedicht kennen nur die Handschriften JKd, die be- 
lcanntlich auf einen und denselben Typus zuruckzufùhren sind. 

1. Un sirventes fatz dels malvatz baros, 
e ja mais d'els no m'ausiretz parlar, 
qu'en lor ai fraiz mais de mil agulhos, 
c'anc no'n puoc far un correr ni trotar, 

anz se laissen ses clam deseretar; 5 
maldigals dieus! e que cujan doncs far 
nostre baron? c'aissi cum un confraire 
no i es uns, nol poscatz tondr' e raire 

0 ses congrcnz dels quatre pes ferar. 

2. Lous e n'Aimars, n'Aquenbautz e'n Guios 10 
degran oimai lor joven demostrar, 

quar joves rics cui non platz messios, 

cortz ni guerra, non pot en pretz montar 

nis fai temer ni grazir m onrar; 

que da Ix>ndres tro qu'a la ciutat d'Aire 15 

non i a un, qu'en la terra son paire 

nolh faisson tort senes tot calonhar. 

3. agulhos] agulions J K d. — 4. c'anc] e anc J K d. — puoc] puoic 
J K d. — correr] corrier d. — 5. laissen] laissera J. — 6. dipals] diyal J. — 
7. un] us J K d. — 

10. naqucnbauz K d. — guions J K d. — 13. pot] po J K d. — 
14. Zwischen 14 und 15 fehlt ein Vcrs. — 16. un] uns J K d. — 17. ca- 
loinjínar J K d. 

44. 

Dieses Gedicht lernen wir aus 8 Handschriften lcennen, nàm- 
lich aus ACDFJRMN, deren Abhangiglceitsverhàltniss in fol- 
gender Weisc anschaulich gemacht werden kann: 

z 

! 

1 

y x 

• 1 

{ i i A 

r L ì 

1 

! i 

1 1 

1 c 



2l6 



Dass sich zunachst x und y gegenûberstehen, ergiebt sich aus 
den unter dem Texte angcgebenen Varianten der Verse 15, 32, 
38, 41, 49 und 52, in denen beide T)pen deutlich von einander 
ab\veichen. Die Stellung von N inncrhalb y wird bczeichnet durch 
Fiille, in dencn es in Uebereinstimmung mit x die richtige Lesart 
aufweist, wahrend A C F M gemeinsame Abweichungen zeigen. Dies 
trifft zu v. 28 „que'- in A F M statt „qu'er", was C allerdings, offen- 
bar durch Zufall, wieder in das Richtige geándert hat; v. 40 „et 
(que M, qar F) es tan ples" ACFM statt „tant es farsitz"; v. 47 
„sabra (ueira M)" statt „veiran"; v. 48 „el" statt „pel". — Es 
muss nun nachgewiesen werden, dass auch ACM manchmal die 
gleichen Fehler haben, wo F durch N und x gestûtzt wird. Solche 
Stellen sind v. 8 „mon" statt „lo" ; v. 1 2 „barailla" statt „trebalha" ; 
v. 16 „dintz (en M)" statt „a"; v. 18 „pero per fol (bric M)" statt 
„mais per savi"; v. 20 „li dui uescomte (comte M)" statt „ li ves- 
cotnte"; v. 21 „batailla" statt „frairalha"; v. 25 „fai" statt „fan"; 
v. 26 „ab (am A) " statt „en"; v. 52 ,.ab sol" statt „eus don". 
Hierher sind auch diejenigen Fâlle zu rechnen, in welchen A mit 
C oder mit N allein einen gemeinschaftlichen Fehler aufweist, da 
hier anzunehmen ist, dass die andre Handschrift willkûrlich geân- 
dcrt und dabei zufallig die gute, richtige Lesart wieder her- 
gestellt hat, z. B. haben in v. 5 A und C „eul part", M richtig 
„part li"; v. 8 A und C „tenh", M richtig „ai"; v. 14 A und C 
„anran", M richtig „nauran". Andrcrseits zeigen in v. 13 A und M 
den Fehlcr „li", wo C richtig „lor" hat; ebenso v. 37 „non ieis", 
wo C, wie alle andern Handschriften, „nos mou" bringt. Dass 
aber endlich innerhalb u wieder CM eine Sonderstellung ein- 
nehmen, wird aus einer ziemlich bedeutenden Anzahl von gemein- 
schaftlichen Unrichtigkeiten ersichtlich, w;ihrend A mit den ûbrigen 
Handschriften stimmt, z. B. v. 4 „cozi" statt „fraire"; v. 14 „de" 
statt „en"; v. 31 „e" statt „que" und „metre auzart C, metre cor 
aucart M" statt „raetr' a issart" ; v. 4 1 „autra gent" statt „la autra 
gens"; v. 44 „lansar" statt „gitar"; v. 50 „senhors C, seinher M" 
statt „baron"; v. 52 „quem" statt „que". 

Die Reihenfolge der Strophen ist die von D F J K N , von 
denen jedoch N die beiden ersten nicht erhalten hat. M ordnet: 
1, 2, 5, 4, 7, 3, 6, 8; C: 1 , 2 , 5, 4 , 6, 7 , 8 , es fehlt hier also 
die dritte Strophe ; A endlich : 1, 4, 6, 3, 2, 7, 5, 8. Vielleicht 
ist Strophe 3 erst nach 5 zu bringen, da der Dichter sich in 5 
úber die Barone beschwert und er dann sowohl dem Wilhelm als 
dem Talairan seine Fehler vorwirft. — Die Orthographie ist nach 
F geregelt, da mir von N keine Copie, sondem nur eine Collation 
zu Gebote stand. 

1. Un sirventes cui motz non falh 
ai fait, qu'anc nom costet un alh, 



I — 14 fehlen N. — 1. cui] que C I) J K. on A. don M. — non] noi D. 
noill JK. — 



2I 7 



ct ai apres un aital art 

que, s'ai frairc, german ni quart, 

part li l'ou e la rat-alha, 5 

e s'el pois vol la mia part, 

eu I'en giet de comunalha. 

2. Tot lo sen hai dintz lo seralh, 
si tot ra'an donat gran trebalh 

entre n'Azeraar e'n Riehart; 10 
lonc temps m'an tengut en regart, 
mas eras an tal trebalha 
que lor enfan, sil reis nols part, 
n'auran pro en la coralha. 

3. Guilhelms de Gordon, fol batalh 15 
avez mes a vostre sonalh, 

et eu am vos, si deus mi gart! 

mais per savi e per musart 

vos tenon de la fermalha 

li vesconte, et es lor tart 20 

quar non est en lor frairalha. 

4. Tot jorn contendi em baralh, 
m'escrim em defen em tartalh, 
em fon hom ma terra e la m'art, 

em fan de mos arbres eissart 25 
e mesclal gran en la palha, 
e non hai ardit ni coart 
enimic, qu'er no m'assalha. 

5. Tot jorn ressolli e retalh 

los baros els refon els calb 30 

que cuizava metr' a issart; 

e sui be folz quar m'en regart, 

qu'ilh son de pejor obralha 

que non es lo fers saint Launart, 

per qu'es folz qui s'en trebalha. 35 

6. Talairans no trota ni salh 
ni nos mou de son arenalh 
ni no geta lanza ni dart, 
anz viu a guisa de lombart; 

tant es farsitz de nualha 40 



3. ct] qcu D F. — 

15 — 21 fehlen C. — 15. Guilhelms] Guillem A M. Guillclm F. — 
Gordon] cordon D J K. — 

28. qu'cr] quera J K N. qei D. quc A M. qui F. — 

31. que] qui J K. qels D. qiels A. e C M. — metr' a issart] metre cn 
eissart A D. metrc issart N. metre aurart C. metre cor auçart M. — 32. quar] 
qan D J K. — 34. Launart] lunart D. lconart A F M. — 

37. arenalh] arcniaigl N. artcnailh M. artezalh C. arandaill A. araill F. — 
38. geta] buta M. dopta A C F N. — 40. tant es farsitz] tant es frasitz J K. 
tant es fraisiz D. et (que M. qar F) es tan ples A C F M. — 



2l8 



quc, quan la autra gens s'en part, 
el s'estendilh' e badalha. 

7. A Pdregora, pres del rauralh, 
tan quei puosc' om gitar ab malh 
venrai armatz sobrc Bajart, 45 
e sei trob peitavin pifart, 

veiran dc mon bran com talha, 
quc sus pel cap li farai bart 
de cervel mesclat ab malha. 

8. Baron, deus vos salv e vos gart 50 
c vos ajut c vos valha 

eus don que digatz a'n Richart 
so quel paus dis a la gralha. 



41. que, quan] qc qant tot M. greu mes quan A. — la autra gens] la orra 
gen N. lautra gens ADJK. lautra gen F. autra gent C M. — s'en part] sen 
compart U J K. si compart F. se part A. so part C. scspart M. — 

44. tan] atan X. si C F M. — quei] qeu F. cant A. — puosc' om] 
poirom M. poirai A C F. — 47. veiran] ucira M. sabra A C F. — 48. pel] el 
A C F M. — 49. dc] del I) J K. — 

52. que] quen D J K. quem C M. 

45- 

Das folgcnde Sirvcntcs kcnnen wir nur aus JKd, die unter 
cinandcr ganz nahc vcrwandt sind. 

1. Volontiers fera sirvcntes, 
s'om lo volgues ausir chantar, 
que prctz cs mortz, honors e bes, 
e sc /0 pogues ra>cnj\ir, 

tanz n'i agra que mortz que pres 5 
quc, si fins dcl mon noi vengucs, 
tanz non pogra aiga negar 
ni tuit li foc dcl mon crcmar. 

2. Si non es tortz ni nescïes 

so qtten chantan mauzdz contar, 10 

car dcus dona la ren dcl scs, 

qu'el s'en deja sabcr guidar, 

scgon que lo raelhs l'avers es, 

mas scs mesura non es res: 

aisel ques vol desmcsurar 15 

no pot sos faitz cn aut pojar. 

3. Rcgismc son, mas reis noi es, 
et contat, mas non coms ui bar; 



1. Uoluntitrs K. — 2. lo] bo J K d. — 3. mort J. — 4. se lo] sel 
J K d. — ueniar J K d. — 6. fins] sim J K d. — 7. aigas JKd. — 

9. nesies J K d. — 10. qu'enj quan J K d. — m'auzetz] moez J K d. — 
II. diu JKd. — 12. deja] de ia J K. debia d. — 13. quello mellauers JK 
d. — 16. sos] sei JKd. — 

17. rciJKd. -- 18. contatz J. contaz K. contaez d. — comt J K d. — 



2ig 



las marchas son, mas nolh marques, 

elh ric castel elh bel estar, 20 

mas li castellan no i so 

et avers es plus c'anc non fo; 

pro an condutz e pauc manjar 

en colpa d'avol ric avar. 

4. Bellas personas, bels arnes 25 
pot om pro veder e trobar, 

mas noi es Augiers lo Danes, 

Nerrautz ni Baudûis noi par; 

e dc pel penzenat son pro, 

rasas denz et en cais greno, 30 

mas non ges sel que sapch' amar 

cort tencr, domnejar m dar. 

5. Si flaca gen! on solh tornes 
que solon castels asejar? 

e que solon ses man e mes 35 

cort mantener ab gen rcnhar? 

e que solon donar rics dos 

e far las autras mesios 

a soudadier et a juglar? 

Un sol no'n vei, so auz contar. 40 

6. Sil reis Felips, reis dels Frances, 
a volgut a Richart donar 

Gisort, aut loc ez aut paes, 

Richartz l'en deu fort mercejar; 

mai si Felips dcl micu cor fos, 45 

Richartz no mourials talos 

a son dan senes en contar, 

e pois nol vol, lais s'en ferrar. 

7. Papiols, sias tan cochos, 

dim en Richart qu'il es leos, 50 
el reis Felips anhels me par, 
qu'aisis laissa desiritar. 

19. ma nols JKd. — 20. bel] beill J. — 21. castellans J K d. — noisso 
JKd. — 22. plu J K. — c'anc] can J K d. — 23. pros J K d. — manlar 
K d. maular J. — 

25. bels] e bels J K d. — 26. pot] prod J K d. — 27. augier lo domcs 
J K d. — 28. berrau/. K d. — baudui J K d. — 29. de] del d. — 30. et en] 
e J K d. — grano J K d. — 31. ges] J K d. — 32. domnci uidar J K d. — 

33. flac J K d. — 37. ricedos d. — 38. las] lasi J K d. - 39. guglar 
J K d. — 40. no'n] on J K d. — auz] autz J. — 

41. sil rei JKd. — del d. — 43. pais J K d. — 44. richart JKd. — 
45. fos] sos J K d. — 46. richart J K d. — 48. lais s'cn] laisser J K d. — 

49. papiol JKd. — tan] fehlt J K d. — 50. din J K d. — $t. a K" el 
J K d. — 52. quisis d. 



Digitized by Google 



220 



L 

Eine bildliche Darstellung des gcgenseitigen Verhâltnisses der 
zehn Handschriftcn A B D D" F G J K M N, in vvelchen dieses Gedicht 
vorkommt, crgicbt folgcnde Figur: 

z 

I 

I 

rht 

AB d 



Dass sich zunàchst A B D J K und D* F G M N gegenûberstehen, 
ergiebt ein Blick auf die unter dem Text angegebenen Lesarten 
der Verse 5, n, 14, 18, 29 etc. — Innerhalb der Gruppe x sind 
die Atmeichungen unbedeutend. Dass A B D sich von J K abson- 
dern, schcint aus ei ner Stelle hervorzugehen, nàmlich aus v. I, wo 
die genannten drei Handschriften gemeinsam die unrichtige Lesart 
„pois" haben, wiihrend J K das durch y geschútzte „quan" zeigen ; 
ob v. 23 J K rait „noi" oder A B D mit „non" das Richtige haben, 
lásst sich nicht entscheiden, da auch in y sich beide Lesarten fin- 
den. Andrerseits stehen v. 17 DJK mit „chazar" dem „cassar" 
von A B gegenûber. In der Gruppe y sind fùr die Stellung von 
M diejenigen Verse massgebend, in welchen diese Handschrift mit 
x ùbercinstimmt, wâhrend GFD'N gemeinsame Fehler zeigen. Es 
sind deren wenige, da in M die Strophen 4 und 5 ganz fehlen 
und das Geleit in der zweiten Hàlfte abwcicht Entscheidend ist 
v. 43, wo M wic A B D J K „tant es vera vostra lauzors", D»FGN 
aber „tant cs fina vostra valors" lesen; in v. 19 haben ABD JKM 
„honors", wàhrend u offenbar ,,1'honors" hatte, obwohl F willkûrlich 
abgewichen und zufàllig zum Richtigcn zurûckgekehrt ist. Von 
der Gruppe D*G F N trennen sich sodànn wieder D*FN durch die 
folgenden gleichen Fehler: v. 7 „e trametrai lo" slatt „que trametrai 
lai"; v. 16 „non par daquest" statt „d'aquest nom par"; v. 26 „el 
fez" statt „e far"; v. 32 „c" statt „que". Endlich haben D* und N 
noch einige Eigenthiimlichkeiten vor F voraus, z. B. v. 11 „car", 
wàhrend u „car" las, v. 1 3 „que per" statt „per que", v. 1 8 „chins" 
statt „cans" von y, v. 23 „noi" gegen „non" in u, v. 29 „per ques" 
statt „per que" von t. — Als Autor giebt M „S* le filh bertran de 
bort" an, in N ist das Gedicht anonyra, alle andern schreiben es 
Bertran de Born zu. 



1 

u 

I 



I 

F 



I 

D* 



I 

N 



Digitized by Google 



221 

Die Reihenfolge der Strophen ist in allen Manuscriptcn die- 
selbe, doch fehlt in M Strophe 4 und 5, in G das Geleit. — 
Orthographie nach A. 

1. Quant vci lo teraps renovellar, 
e pareis la fuolha e la flors, 

mi dona ardimen amors 

e cor e saber de cantar; 

e pois vei qu'als no ra'en sofranh, 5 

farai un sirventes cozen, 

que trametrai lai per presen 

al rei Johan, queis n'avergonh. 

2. E deuriais ben vergonhar, 

sil merabres de sos ancessors, 10 

car laissa sai Pcitieu e Tors 

al rei Felip ses demandar; 

per que tota Guiana planh 

lo rei Richart, que defenden 

en mes maint aur e maint argen, 15 

mas d'aquest nom par aja sonh. 

3. Mais amal bordir el cassar 
e bracs e lebriers et austors 

el sojorn, per quelh falh honors, 

eis laissa vius deseretar; 20 

mal sembla d'ardimen Galvanh, 

que sai lo virara plus soven; 

e pois autre conselh non prcn, 

lais sa terra al senhor del Gronh. 

4. Mielhs saup Lodovics desliurar 25 
Guilelme e far ric socors 

ad Aurenga, quan l'almassors 

a Titbaut l'ac faich assetgar; 

pretz et honor n'ac ab gazanh, 

eu o dic per chastiamen 30 

al rei Johan, que pert sa gen, 

que non lor socor pres ni lonh. 

5. Baron, sai vir mon chastiar 
a cui eu blasme las follors 



5. pois vci qu'als] doncs pos rcs (ren G M) D«FGMN. — 

II. car] cant D«N. qe M. cum A B D J K. — laissa sai] sai laissa D" 
F N. sai laisat G. ia laissa M. — Peitieu] piteu F. piteus J K. peitieus A B 
DD«N. — 14. que] qucn B D» F G. — 16. aja] naia D»FMN. noia G. — 

18. bracs] cans F. chans M. chins D*N. qis G. — 22. viram] uirâ K. 
uiran J M. uirom D« . uiron F G N. — 23. non] noi J K M N. noil D» . — 

25 — 40 fchlen M. — 25. Lodovics] lozoic D» . lezoics D J. lodoic G. 
leozics K. lodoios F. — 26. e far] el fer G. el fez D«FN. — 28. a] c D* 
FN. el G. — Titbaut] tibaut D J K. tibauz D»FN. reis tebaut G. — faich 
assetgar] lag aseiat G. — 29. pretz et honor n'ac] per qucs (que F) nac 
honor D» F N. per so nac honors G. — 30. eu] qeu F G N. — 

33. Baron] seignor D« F G N. — 34. cui eu] cui en D. uos cui D»F G N. — 



Digitized by Google 



222 



que avetz, e pren m'en dolors 35 

car m'aven de vos a parlar; 

que pretz avetz tombat el fanh 

et avetz apres un fol sen, 

que non doptatz chastiamen, 

mas quius ditz mal, aquel vos onh. 40 

6. Dompna, cui desir e tenc car 
e dopt e blan part las melhors, 
tant ea vera vostra lauzors 
qu'ieu non la sai dir ni comtar; 
c'aissi cum aurs val mais d'estanh, 45 
valetz mais part las mclhors cen 

et etz plus lejals vas joven, 
non son a dieu cilh de Cadonh. 

7. Savarics, reis cui cors sofranh 

fara greu bon envazimen, 50 

e pois a cor flac, recrezen, 

ja mais nulhs hora en el non ponh. 



35. que avet/.] queus (vos G) uei far D» FGN. — 

44. qu'icu non la sai dir ni] que la meitat non sai D*F G M N. — 47. etz] 
es ADD«JKMN. ct B. de G. — 48. a] uas D* F. uai G M N. — 

49—52 fehlen in G. — 51 und 52 lauten in M: pcr qieu non hai aten- 
demen Pos ara nos failh al besoinh. ~ 52. el] lui D*FN. 

II. 

Das nachstehende Gcdicht fmdet sich in 13 verschiedenen 
Handschriften aufgezeichnet, nàralich in ABCDJRMPTUVde, 
von denen jedoch V kaum in Betracht komrat, da es nur die erste 
Strophe bringt. Bei dera Versuche, das gegenseitige Verháltniss 
dcr Handschriften festzustcllcn , crgab sich , dass cinzelne Copisten 
nicht fùr das ganze Gedicht derselben Quelle gefolgt waren, sodass 
in dcn cinzclncn Theilen sich das Verhaltniss als verschieden 
herausstellte. Fassen wir daher zuniichst Strophe 1 , 3 und 4 ins 
Augc, so gruppircu sich die Rcdactionen in folgender VVeise: 

z 

I 



I I 

y A B 



I 

I I 

X V 

I I 

I II < 

u P D JKd 



c 1 ^ 



I 

t 

I 

1 X 

s T V 

I 

I 

M 



i 



Digitized by Google 



223 



Dass zunâchst A B allen andern Handsehriften gegenûber einen 
eigenen Typus bilden, crgiebt sieh fàr Strophc i und 4 aus den 
unter dem Text angegebcnen Lesarten von v. 5, 6, 9, 34, 30. Fûr 
Strophe 3 fehlt es an entscheidenden Beweisen, weil in dieser 
Strophe nie sámmtliche Handschriften von y dem Typus A B 
gegenûbertreten. Zwar lesen in v. 25 ABx das Richtige „ab", 
wâhrend v einen geraeinsamen Fehler „a" aufvveist, in v. 26 da- 
gegen wird die gute Lesart durch ABv ûberliefert, wâhrend x 
ausweicht, doch kònnte raan hiernach auch annehraen, dass v und 
A B auf einen gemeinsamen Typus zurùckzufùhren wâren. Die 
Frage kann also fúr Strophe 3 nicht zwingend entschieden werden, 
doch ist dics fûr die Textgestaltung zicmlich glcichgûltig, und dic 
Wahrscheinlichkeit ist sehr gross, dass das Verhâltniss in Strophe 3 
dasselbe sein wird, wie in 1 und 4. — Die beiden Grupj)en inner- 
halb y ergcben sich sodann daraus, dass sowohl x als v gemein- 
schaftliche Fehler zcigen, so v in v. I „douz" statt „gais", v. 25 
„a" statt „ab", v. 47 „serem en lestor" statt „er en lestor"; x 
in Vers 8 „e platz me en mon coratge" statt „et ai grand 
alegratge". — Die Stcllung von P wird durch dicjenigcn Punkt«í 
bestimmt, in welchen es die richtige Lesart aufweist, w;ìhrcnd C M 
TUe (fùr Strophe 1 auch V) die gleichen Fehlcr zeigen ; dies ist 
der Fall v. 1, wo x „del" licst statt „de", v. 29 „quar" statt „que", 
auch v. 37 las x „lestorms sera" statt „er en lestor". — Nunmehr 
ist dasselbe Verháltniss fûr U gegenùber von C M T V c nachzu- 
weisen. Ix'tztere lesen geraeinschaftlich falschlich v. 2 „quan uei" 
statt „que fai", wie U richtig hat; v. 26 „intratz" statt „raesclaz"; 
v. 28 „de segre" statt „e segrci"; v. 37 „mesclatz" statt „entratz"; 
endlich steht auch v. 38 „ncgus" in C T e rait dcm glcichbedeutcn- 
den „ia nulls" M der Lesart von U „chascun" gegenùber, welche 
von allen andern gestùtzt wird. — Auch innerhalb t linden sich in 
CMc geraeinsarae Fehler, z. B. v. 23 „arraat" statt „annatz"; v. 26 
„en lo camp" statt „cn l'estor"; v. 32 „asclar" statt „traucar"; v. 37 
„ia pos" Ce und „pueis qe" M statt „e quand"; ebendort „es" Ce 
und „er" M statt „scra". — Aus den beidcn zuletzt angefùhrten 
Beispielen erhcllt, dass inncrhalb s sich wicdcrura Ce und M 
gegenùberstehcn. Dies ergiebt sich auch noch aus folgenden in C 
und e gemeinschaftlichen Fchlern: v. 9 „companha" statt „cara- 
panha"; v. 10 „ab" statt „e"; v. 23 „ab" statt „cn"; v. 24 „aissi" 
und „lo sieu enantir" statt „c'aissi" und „los sieus enardir"; v. 31 
„lansas" statt „massas"; v. 34 „gran ren" statt „e raaint"; v. 36 
„caualicrs mortz e derrocatz" statt „cavalh dels mortz e dels 
nafratz"; v. 38 „daut" statt „de" ; v. 39 „ponch dasclar mas" statt 
„pcns mas d'asclar". — YVenn hiemach die Richtigkeit des oben 
aufgestellten Schemas nicht in Zweifel gczogen werdcn kann, so ist 
es um so auffallendcr, dass in Strophc 2 das Verháltniss derselben 
Handschriften sich zum Thei! wesentlich anders gestaltet, niiralich 
in folgender Weise : 



Digitized by Google 



22 4 



I 

7 
I 



x JKd 

I 

I I 
V u 

1 I 

I »1 I 

Ce M t P 

I 

1 A 

_j 

T Û 

J K d und x gehen an raehreren Stellen auseinander, indem manch- 
mal J K d, manchmal die zu x gehôrigen Handschriften die 
gleichen Fehler auf\veisen, so liest x v. 15 „et ai gran alegratge", 
wàhrend J K d mit A B „e platz me en mon coratge" haben ; um- 
gekehrt haben J K d v. 17 „el beri totz (tor d) es" statt „els barris 
rotz"; v. 19, „clau" statt „claus"; v. 20 „seiatz" statt „serratz". — 
v und u treten sich an z\vei Orten gegenùber, v. 17, wo CMe „e" 
lesen , wàhrend u rait A B J K d ùbereinstimmt, und v. 1 9, \vo D P 
TU den gleichen Fehler „qes claus de murs e" haben, wàhrend 
dies Mal v die richuge Lesart auf\veisL — Innerhalb u sodann 
sondern sich D U T von P durch folgende gemeinsame Ab- 
weichungen : v. 1 7 „eill barri" D U „eal bair" T statt „els barris" ; 
ebendort „desfronsatz" DT „desforzaz" U statt „esfondratz" ; auch 
v. 14 gehòrt \vohl hierher, wo „fugir" D und „brugir" TU nahe 
stehen und dem richtigen, in P erhaltenen „venir" gegenûber- 
treten. — Ks muss nun auf den eigcnthúmlichen Umstand auf- 
merlcsara gemacht werden, dass D, dessen Zugehòrigkeit zu u durch 
vier Stellen, nàmlich zwei in v. 17, je eine in v. 14 und v. 19 festgestellt 
ist, in v. 15 nicht die falsche Lesart von u „e platz me en mon 
coratge", sondern die rìchtige von ABDJKd theilt, wonach es 
nicht zu x zu gehòren scheint. Diesen \Viderspruch erklàre ich 
mir folgender Massen : Die Handschriften C M P T U e haben den 
8. Vers der ersten Strophe mit dem 5. Verse der zweiten vertauscht. 
Da nun D in Strophe 2 dera Typus der eben genannten Handschriften, 
in Strophc I abcr dem der úbrigen folgte, so hàtte hier v. 1 5 gleich v. 8 
lauten mùssen, also „et ai grand alegratge"; da der Copist aber 
dies vermeiden wollte, so folgte er in diesem Verse nicht seiner 
Vorlage t, sondcrn holtc sich Rath aus einer der J K d vervvandten 
Handschriften, der er ja fûr Strophe 1, 3 und 4 gànzlich gefolgt 
war. — Es erùbrigt nun noch, ein Mal fúr TU, sodann fùr Ce 
gemeinsarae Unrichtigkeiten zu constaUren. Jenes findet Statt v. 14 



Digitized by Google 



22 5 

„brugir" statt „vcnir" und v. 19 „mur" statt „murs"; dieses v. 13 
„aprop" statt „apres"; v. 18 „pel" statt „el"; v. 20 „ficatz" statt 
„ serratz ". 

Auch die beiden nocli iibrígen Strophen des Liedes niùssen 
gesondert behandelt \verden. Die fùnfte lcennen \vir aus 9 Hand- 
schríften , nâmlich aus AHJRPTUde, deren Abhángigkeit von 
einander sich in folgentler Weise darstellen liisst: 



' I 



i a' 



x und y gehen auseinander in v. 45, \vo x ,,1'ombratge", y ,,1'erbatge" 
las ; da jedoch J'ombratge" die einzig mogliche Lesart ist (Perbatge 
kommt drei Zeilen weiter noch ein Mal als Reim\vort vor), so folgt 
hieraus noch nicht mit Bestimmtheit, dass U auf die Seite von A B 
zu stellen ist ; man kònnte auch annehmen, dass U und y auf eine 
Quelle zurùckzufúhren \varen, \velche U treu be\vahrt hàtte, \váhrend 
y abgewichen wâre. Genau dasselbc gilt von v. 50, wo zwar auch 
allein U mit AB allen andern gegenùbersteht , (y las oflfenbar „ab 
los tronchos"), wo aber jene drei Handschriftcn wiederum das 
Richtige haben. Wenn jedoch schon hiemach die Wahrscheinlichkeit 
ziemlich gross ist, dass in der That U mit AB und nicht mit y 
auf eine gemeinsame Quelle zurùckzufûhren ist, so wird diese 
Wahrscheinlichkeit noch grôsser durch die Analogie mit Strophe 6, 
Sn welcher nur die Zahl der Handschriften , nicht aber das Ver- 
hâltniss derselben zu einander sich ándert und in welcher die 
Zusammengehorigkeit von A B U durch gemeinsame Fehler sicher 
gestellt ist. — Dass sodann y in v und J K d zu trennen ist , er- 
giebt sich daraus, dass sowohl v als J K d gemeinsame Fehler 
haben ; so lesen J K d v. 48 „lombratge" statt ,,1'erbatge", das P T e 
aufweisen; desgleichen v. 50 „penons" statt „tronchos"; umgekehrt 
haben PTe v. 41 „beus", w«ïhrend J K d richtig „eus" zeigen. — 
Dass endlich noch Pe von T sich durch eigne Fehler abson- 
dern, ergiebt sich aus v. 44, wo P mit „hantrair" und e mit 
„entrair" von der richtigen Lesart „enhir" sich entfernen, desgleichen 
v. 45 mit „jos cauals" von „cavals voitz" und v. 50 mit „ab tros de 
lanza senhalatz" von „ant los tronchos ab los cendatz". 

Die Strophe 6 \vird, wie gesagt, zum Theil von andern Hand- 
schriften ùberliefert, niùnlich von A B C M P U e, die sich folgender 
Massen zu einander verhalten: 




226 



z 

I 

!' 

I 



Dass zunachst ABU auf die eine, CMPe auf die andre Seite 
gehen, ergiebt ein lìliclc auf die Lesarten von v. 52, 54, 57 und 60. 
Ob innerhalb y C M e oder C P e zusamroen zu rechnen sind, lâsst 
sich mit volliger Sicherheit nicht entscheiden. Fùr die erstere An- 
nahme spricht, dass CMe v. 52 „quhom puesc en tot lo" lesen, 
\viihrend P „qe hom puesca el" hat; desgleichen v. 55 „paratge" 
gegen „linhatge" in P; umgekehrt haben CPe folgende gemein- 
same Fehler: v. 56 fehlt l>ei ihnen „et", und v. 59 lesen sie „fin" 
statt „rics". Fûr die Gestaltung des Textes ist die Entscheidung 
dieser Frage jedoch umvesentlich. — Die gemeinsamen Eigen- 
thûmlichkeiten von Ce endlich sind folgende: v. 52 „ar" statt 
„raais" und v. 53 „tenon ar" statt „ten hom e". 

Das Geleit bietet keine gcnûgend charakteristischen Varianten 
zur Classifizirung. Der Umstand jedoch, dass es von denselben 
Handschriften ûberlicfert \vird, welche die fûnfte Strophe enthalten, 
lâsst schliessen, dass auch das Verháltniss dasselbe sein \vird. 

Ein z\veites, olïenbar unechtes Geleit von 6 Zeilen findet sich 
in M P e, ein andres von 3 Zeilen in T. Ich theile beide im An- 
hange mit. 

Zu bemerken ist endlich noch, dass in T Strophe 4 und 5 
umgcstellt sind. — In der Orthographie folge Icfa A. 

1. Bem plai lo gais temps de pascor, 
que fai fuolhas e flors venir, 
e plai me, quand auch la baudor 
dels auzels, que fant retentir 
lor chant per lo boscatge, 5 
e plai me, quand vei per los pratz 
tendas e pavalhons fermatz, 
et ai grand alegratge, 
quan vei pcr campanhas rengatz 
cavalliers e cavals armatz. 10 

¥. platz mi, quan li corredor 
fant las gens e l'aver fugir, 
e platz mc, quan vei apres lor 



I. Dic Zeilen 1 — S sind in C vcrstiimmclt. — 5. lor] lo A B U. fchlt 
C. — 6. pcr los] sobrcìs D J K ï U V d. sobrcl P. sus els C. sus el e. — 
9. campanhas] campaigna D J K M U d. campaiha V. la canpagna T. com- 
panha C e. o camps P. — 

1 1 — 63 fehlen in V. — 




227 

gran ren d'armatz ensems venir, 

e platz me en mon coratge, 1 5 

quan vei fortz chastels assetgatz 

els barris rotz et esfondratz 

e vei l'ost el ribatge, 

qu'es tot entorn claus de fossatz 

ab lissas de fortz pals serratz. 20 

3. Et atressim platz de senhor, 
quand es primiers a l'envazir 
en caval, armatz, ses temor, 
c'aissi fai los sieus enardir 

ab valen vassalatge, 25 

e pois que l'estorns es mesclatz, 

chascus deu esser acesmatz 

e segrel d'agradatge, 

que nulhs hom non es ren presatz, 

tro qu'a mains colps pres c donatz. 30 

4. Massas e brans, elms de color, 
escutz traucar e desgarnir 
veirem a l'intrar de Pestor 

e raaint vassal essems ferir, 

don anaran a ratge 35 

cavalh dcls mortz e dels nafratz, 

e quand er en l'estor intratz, 

chascus hom de paratge 

non pens mas d'asclar caps e bratz, 

que mais val mortz que vius sobratz. 40 

5. Eus dic que tant no m'a sabor 
raanjar ni beure ni dormir 

cum a, quand auch cridar: „A lor"! 

d'ambas las partz et auch enhir 

cavals voitz per l'ombratge, 45 

et auch cridar: „Aidatz! aidatz"! 

e vei cazer per los fossatz 

paucs e grans per Perbatge, 

e vei los mortz que pels costatz 

ant Ios tronchos ab los cendatz. 50 



14. ensems] apres B C. aprop e. corren A. — 15. en] e A B. moult cn J K 
d. — et ay gran alegrage C M P T U e. — 

34. e maint vassal] e mains uassals DJKMTUd. gran rcn uassalhs 
C e. — 36. cavalh delsj cauals dels D J K M P U d. caualls dc T. caualiers 
C c. — 40. quc] car ADTUP. — 

41. Strophe 5 fehlt C D M. — 42. maniars A B J K d. — 44. enhir] 
engnir U. enguir J K d. agnir T. entrair e. hantrair P. bruir Á B. — 
45. l'ombratge] lerbatge J K T d e. lerbastie P. — 48. l'erhatge] lesbatges U. 
erbastie P. lombrage J K d. — 50. ant los tronchos] al los penons J K d. lo 
uncron T. ab tros de lanza P e. — 



15* 



228 



0. 



Pros comtessa, per la melhor 
c'anc se mires ni mais se mir 
vos ten hom e per la genssor 
dompna del mon, segon c'auch dir; 
Biatritz, d'aut linhatge, 
bona dompna en digz et en fatz, 
fonz on sorzon totas beutatz, 
bella ses maestratge, 
vostre rics pretz es tant pojatz 
que sobre totz es enanssatz. 



55 



6o 



7- 



Haron, metetz en gatge 
castels e vilas e ciutatz, 
enans c'usquecs nous gerrejatz. 



51. Strophe 6 fehlt in D J K T d. — 52. Dicse Zeile bildet in CM Pe 
den vierten Vers dieser Strophe. Statt dessen steht hicr: quhom puesc (puesca 
M) en tot lo mon chauzir C M e. qc hom puesca cl nion chausir F. — 54. ln 
CMPe stcht an dieser Stelle v. 52. — ■ 57. on sorzon] on soiorn C. lai on 
sorz ABU. — totas] tota A B U. — 60. enanssatz] enauzatzPe. enantatz M. 
coronatz C. — 

Das Geleit fehlt in C D M. 61. Baron] baros JKPTdc. — e]o 
J K d. fehlt P T U. — e] o J K d. — 63. fehlt c. — nous] nos JKd.no P T U. 



Digitized by Google 



Anmerkungen. 

1. (cf. Biographie pag. 18.) 

1. ai dicnt nîcht nur ats Ausruf dcs Schmerzes, wic namcntlich in 
Vcrhindung mit dcm A<1j. las, lassa , sondcrn auch dcr Frcudc, z. B. hai ! 
si poirai l'ora vcdcr Cerc. 3, 40; quan la candclam fctz vezcr vos haizan, 
rizcn — ai! qual scr! R. d'Or. 10, 49; ai ! doussa res, cara c genta ib. 27, 
18; ai! francha, de bon aire! B. de Vent. 37, 35; ai! dolsa, franca rcs Arn. 
dc Mar. 6, $2; ai! bels amus, bcn cnscnhatz (1. <lc Born. 65, 25 etc. In 
ilcm Liede Marcabruns No. 20 bildet dic Interjection ai! als Zcichen dcr Freudc 
<hn fiinftcn Vcrs allcr Strophcn. 

2. car kann auch eincn Substanlivsatz cinlcilcn, s. Diez, firam. III, 337. 
Es ist zu bcmcrkcn, dass SubstantivsaUc mit „car" im Gegensatz zu dcncn 
mit „que" nic den Conjunct. annchmcn, cf. 2, 8; 8, t; 11, 16; 17, 38; 21, 
43 5 22, 38. 

5. cors. Das „cor" dcr Hss. ist ein Fehler. — estej' Es icònnte auch 
„cstei" gcschriebcn wcrden. — cnccis. anccndre, was die Lcsart dcr Iland- 
schriften voraussetzt, ist nicht belcgt. Dicz II, 216 gicbt die Partic. „azcis" 
von „accendcre" und „eceis" von „incendere". Ich habc „enccnderc" ge- 
wahlt, weil dies mehrfach im figurlichen Sinne vorkommt, z. B. : ans que 
s'cncenda sobrel cor la dolors, merces deissenda en vos G. de Cabest. 5, 61 ; 
lo joi qucm fal cor cnsendre R. de Mir. 18, 18; quel coratges nolh n'en- 
cenda ib. 23, 18. 

6. a drutz. Sehr auffallig muss die Anwcndung des Nom. nach einer 
Prap. erscheincn. Der Nom. hat aber im Prov. ein zicmlich wcites Gebiet 
un<l wird mchrfach nach dem Sinne yebraucht, wo j;rammatisch der Acc. er- 
fordcrlich wàrc. So in dcr bekannlcn Wcndung „aver nom" z. B. : vai t'en 
COChot al comtc qu'a nom n'LTf»os (R') 18, 42; rcis jovcs aviatz nom agut 
26, 17; andrc Stcllen: auretz nom drutz o molhcratz (R) P. Rog. 7, 30; 
a non n'Anfos G. Riq. 2, 66 etc. Sodann aber namentlich als factitivum zu 
einem rcllexiven Verbum, z. B. se mostrar: nous cn mostretz estoutz (R) 
P. d'Alv. 16, 54. sc fenher: s'en fenh trop gais (R) Cerc. 2, 41; druU nom 
íenh P. d'Alv. 5, 47; coven quc . . m'en fcnha coindes c letz (R) G. de Born. 
25, 13; cs fcnh fort francs P. Card. 2, 44; us cscaravais si fenhia papagais 
(R) ib. 41, 43; tals si fenh pros c valcns (R) ib. 41 , 46; sc fenhon enamo- 
rat (R) Guir. del Oliv. 40 , I ; ccls ques fcnhon per licis gai (R) Aim. dc 
Belen. 4, 24; mout se fenh prims e savis Sordel 34, 9. se tener: a menhs 

>) (R) bedeutet, dass das davor betimlliche Wort im Reim steht. 



2.30 



me tenh que juzcus (R) P. Vid. 16, 24; me tenria paubres ses vos ib. 3Q, 48; 
nos tc celatz (R) ib. 48, 35 ; ccl quis ten bos Moine de Mont. 5, 13; qu'ieu . . 
nom tenha pagatz (R) Guir. de Cal. 7, 6; mc diz quem tenha pagatz (R) Sordcl 
12, 47. se sentir: sim scntis fizels amics (R) G. de Born. 72, 1 ; mi sen rcvcn- 
gutz (R) P. Vid. 17, 31; quan nom sen avcnturatz (R) ib. 30, 50; eras me sen 
peccaire (R) R. de Mir. 35, 13. Andre Syn onyma: clamet sc dolcns, chaitius 
pechaire (R) Ross. 6471 ; nous aizinctz gabairc (R), ans covc francs e suaus G. 
de Born. 67, 19; vostr'om mi ren G. Faid. 17, 29; ben coven, sia gais qui drut/. 
si met G. dc Born. 20, 64; sius trobatz enganatz (R) (von éiner Person) Guil. 
dc Monlanhagout 14, 31 ; sos sers m'autrei G. Faid. 2, 20; d'aissom clam astrucs 
(R) Arn. Dan. I, 6. Bei weitem am hàutìgsten nach „se faire", so bei unserm 
Dichtcr: cilh quc se fant conoissedor (R) 37, 31; andre Stellen: Ross. 7250; 
P. Rog. 6, 2; 6, 21; G. dc Berg. 6, 2; P. de Capd. 17, 21; 22, 37; Pcirol 
I. to; 27, 3; G. dc Born. 22, 45; 36, 77; 42, 101 ; 67, 33; G. de St. Leid. 

5, 45; Moinc dc Mont. I, 64; 9, 2; 16, 89 etc. Ja die Dichter gehen bis- 
weilen so weît, dass sie bei dicscn Vcrben auch dann statt dcs zwciten 
Acc. den Nom. setzen, wcnn der erste nicht das Rcflcxivpronomen ist, z. B.: 
Alaman, trop vos dic vilan, felon, cnic (R) P. Vid. 13, 78; me tenon mortz 
(R) F. de Mars. 19, 116; de franc m'a sos sers tornat Lanfr. Cig. 24, 4. So 
erklàrt cs sich denn auch , dass nicht ein Mal die Hinzufugung einer Prap. 
die Anwendung des Nom. zu verhindern braucht, so findet sich bei Bertran : 
si ten fort per grevatz (R) 30, 4. Andre Fàlle mit se tener per: tenras 
per greviatz (R); G. de Born. 46, 104; de quem tenh per forsatz (R) ib. 73. 
26; ten se per escarnitz (R) P. R. de Tol. 17, 4; eram tenh per enganatz 
(R) P. Vid. 31, 14; ieu jam tenia per plus ricx (R) R. de Vaq. 24, 74; jas 
tenia hom per rics e per guaritz (R) Aim. dc Peg. 22, 36; icm tcnc pcr ricx 
Betr. d'Alam. 14, 10; per rics si ten Flam. 221, 297; caschus pcr garitz si 
len ib. 5317; tenc si per ercubutz (R) ib. 6733; d'aissom tenh per enrequitz 
(R) R. de Mir. 37, 28; se tcnen per verai amic (R) Guir. del Oliv. 40, 2; 
nos tenga per blasmatz (R), enans . . per bcn lauzatz (R) Cadenet 13, 14; 
cu mi tenc per rics e pcr honraU (R) Alb. de Sest. 14, 2; bem tengra per 
honratz (R) Blacatz 6, 37; iem tengra pcr estortz (R) G. Riq. Sim fos saber 
19; ib. Qui a sen 123; nom tenc per sabens (R) ib. Qui conois 27. Am 
gebràuchlichstcn ist die Wcndung: ,.se tener per pagatz", z. B. : G. de Bom. 

6, 29; 35, 33; 70, 20; G. de Berg. 14. 23; F. de Mars. 16, 35; R. dc Mir. 
38, 40; Aim. dc Peg. 53, 41; Sordel 17, 37; Bonif. Calvo 12, 31; El. Cairel 
1, 14; 13, 6; Aim. dc Belen. 16, 29; Lanfr. Cig. 5, 57; Alb. dc Scst. 14, 
19; Cadenet 21, 68; Flam. 1680; 2836; 7245; 7299 ctc. Scltcn werden 
anderc Prâp. gewàhlt, z. B. : mi tenh a ben mcnatz (R) G. dc Born. 47, 93; 
oder andre Verba, z. B. : se fcnhon pcr lial amador R. Jord. 5, 12; dagcgen 
tìndet sich dieselbc Eigenthùmlichlteit, wcnn statt der rcflexivcn Construction 
die passive gewâhlt wird, z. B. : es tengutz per savis e pcr sertz (R) G. Riq. 
A penas lunh 45. Es braucht wohl nicht bcsonders hervorgehoben und bc- 
legt zu werden , dass ncben dicser Construction nach dem Sinne auch die 
strcng grammatischc fast gleich hàutìg vorkommt. Uebcr dcn ganz analogen 
Gebrauch des Nominativs im Altfranzòsischcn s. Tobler, Li dis dou vrai 
aniel, pag. 26. 

9. com fai l'aiga los peis. Dies Bild wird von den prov. Dichtern 




231 



mehrfach verwandt, von den vo1ksthiim1ichen wie den kunstm5ssigen, so : pltts 
suau lo noiris que aigua peisso Ross. 7085: si cum li pois an en l'aigua lor 
vida. l'ai ieu en joi Arn. ile Mar. 22, t; aitan pauc col peissos scs l'aigua, 
viurai I*. dc Capd. 3, 31; plus quc no pot scs aiga viurel pcis, no pot csser 
1*. Vid. 7, 55; sim sol amors tcner gai plus que l'aigual peis R. ile Vaq. 24,8. 

2. (cf. Biographic pag. 57.) 

2. elcsta ist ilas substantivirtc Part. Prat. von clcgir, von welchcm Rayn. 
dic Formcn clegit, clcgut. chg ttnd clcst bclegt; wenigstens ist letztcrc Form 
aus ilem Acc. PI. elclz /u reconstruircn. Ks bcdcutet daher ,.das Auserwàhltc, 
das Schimsie, dcr G1an/.punkt." 

3. escontenta. Das Vcrbum cscontcntar i«t sonst nirgends belcgt. 
IO. us sols ctc. Dic Ungcduld liisst dic Zeit lángcr crschcinen, /.. B. 

so fai tan len (d. h. sic zògcrl so lange mich an/.ublickcn) c'uns sols dias me 
dura cen B. de Vent. 15, 49; quccs jorns mi scmbla plus d'un an, car non la 
vei Uc dc St. Circ 9, 38; nias II jorn mi scmblcran VIII, entro qu'eu sapcha 
ctc. Flam. 5327; I jorns mi tenra un an cntro qu'cu sia justa lui ib. 0181 ; 
manchmal allerdings auch dcr Gcnuss, so: silh plagues qu'o fezcs, per un mcs 
n'agTa tres Marc. 24 a, 19. 

13. Doais. Douai ist, wic Cambrais, eine Stadt in dcm franzòsischen 
Flandern. Der Gcdankc ist, dcr Dichtcr wiirde sich durch eincn sichcrcn 
Bcsit/. nicht bewcgcn lassen, seincn Anspruch auf Krweitcrung dcssclbcn auf- 
/.ugebcn. 

15. pustella cn son huolh c cranc. Dieselbc Vcrwûnschung bei 
Bcrtran noch cin Mal : pustclla en son huolh qui m'en partz! 20, 19; auch 
bci Andcrn, z. B. piuslcl' hui sus en sa gronha! R. d'Or. 31, 39; pustel' en 
son oil e cranc, qui . . G. de Born. 59, 43 ; pustcla en sa barba qui so pesset 
Ross. 2984; aja en son olh postella Folq. dc Rom. 2, 32; pustclla en sa 
gauta cd c'ab licis si dcsacorda Arn. Dan. 5, 26; que perdatz los huolhs 
amdos dc cranc il>. 17, 42. Bcmcrkenswcrth ist, dass der Relativsalz jn 
dicscn Fallcn sich auf dic in dcm Possessivum stcckcndc Pcrson bezteht. 

IQ. cstar. Wcnn dcr Inf. substantivirt wird , so bckommt cr regel- 
massig Flexion, z. B. : dons e servirs e garnirs e largucsa noiris amors 1, 8; 
tan lor ha sos vezcrs sabor io, 28; quel vezcrs de sa beltat loja los pros a 
sos ops, cui que coja 37, 5; vostrc reptars m'es sabors 38, 23. Selbst wenn 
dcr Inf. cin Advcrbium bei sich hat, so verlangt er bei vorgesctztcm Artikcl 
dcnnoch der Regcl nach die Flcxion, z. B. : sai m'en reman lo grans tlestrics , 
lo dcziriers soven cl plors Marc. l, 25; cl gen parlars Arn. de Mar. Bricf III, 
36; qud loncs cspcrs el loncs consirs el trop vclhars el pauc dorntirs mc tcn 
aissi ib. 47 sq. ctc. Dic Inf. , die auf - c ausgehen , entbchren jcdoch trotz 
des Artikels oder desscn Stcllvcrtrcters manchmal dcr Flcxion, z. B. bci 
Bertran: lo predr'er granz 25, 16; tan m'es lur mentaure non-scns R. d'Or. 

n 3- — VVenn dagegen der Inhnitiv Subject dcs Sat/.es ist und nicht den 
Artike1 bei sich hat , so kann er nach Belieben substantivirt werden odci 
Verbform bleibcn. Hicrhin gehòrt unscr Fall. Andrc Bcispielc : li plai dom- 
nejar (R) 7. 31; 39; trop dormir nom platz 11, 59; tant no m'a sabor manjar 
ni beure nt dormir (R) II, 41 ; enojam cstar a port Moine dc Mont. IO, 59; 
niielhs mi fora jazcr vcstitz Rudcl l, 36; pcna m'cs a mainz grazirs G. de 



Digitized by Google 



232 



Born. 54, 12; viures m'es marrimens et csglais P. de Capd. 7, 5; ben fora 
nauja demandars G. de Born. 54, 14. 

21. Roais ist dcr Name dcr Stadt Edcssa. Es ist mir aber nicht klar, 
wic Philipp zu dcr Bezeichnung „Hcrr von Edessa" kommt; dcnn , dass der 
Konig von Frankrcich gcmcint ist, geht aus Strophc 4, 5 und 6 hcrvor; N 
schrcibt dcshalb auch ..Cambrais", doch zcigcn die sâmmtlichcn 8 ûbrigcn 
Ilandschriftcn „Roais". 

26. R oam ist die Hauptstadt dcr Normandie; mit Sai s schcint das hcutigc 
Sccs oder Sccs gemcint zu sein, cin Stadtchen, das ebenfalls in der Normandic 
und zwar im heutigen Dcpartement Orne gelegen ist. 

27. membres li. Ein Wunschsatz wird im Prov. gewòhnlich durch 
den cinfachen Conjunctiv des Prascns ausgedriickt , was auch das Natûr- 
liche ist, da ja cin Prâsens „ich wûnsche" zu erganzen ist, so: 3, 16; 3, 36; 
3, 60; 4, 6; 4, 16; 4, 34; 6, 26; 6, 49; 7, 43; 8, 17 ctc. Seltencr tritt „que" 
hinzu: qu'el pois si sojorn ni s'engrais! 2, 33; que pens de l'anar 30, 11. 
Danebcn kommt aber auch, obwohl scltcncr, in dcrglcichen Sâtzcn dcr Con- 
junctiv dcs Imperfects vor, wie in unserer Stelle; ausserdem: ar fos usquccs 
d'cls cn boja d'en Saladi 4, 19; dompna, pois nom voletz colgar, donassetz 
m'un baisar 21, 79. Aus andern Autoren: fazia so sermo: crcessen dcu 
Boet, 23; ai! mala fos reis Lozòics! Marc. i, 26; lai, el renc dels Sarrazis 
fos cu per lieis chaitius clamatz! Rudel 2, 14 ; ai ! car me fos lai pellcris! ib. 
2, 33 ; ai ! francha de bon airc, fessetz m'un bel semblan B. dc Vent. 37, 36 ; 
ai deus! ar scmbles ironda, que voles per Paire ib. 44, 49; a! dompna prezans, 
abrasses vos en baizans R. d'Or. 12, 50; pendutz fos aul pcr la cervitz qui 
a molher ib. 21, 47 etc. Der Gedanke bekommt durch den Conj. Imp. einc 
klcinc Aenderung. Da dieser namlich die Ergânzung eincs Conditionncls 
,,ich môchte wohl, ich wûrdc wiinschcn" im Hauptsatzc verlangt, so wird auch 
der Gcdanke des Wunschsatzes cin mehr conditionalcr , d. h. cs wird ausge- 
drûckt, dass dic Erfullung des Wunsches unwahrscheinlich ist. 

31. laidis ni desmenta. Ein Relativsatz, welcher einc nur gedachtc 
Eigcnschaft oder Thátigkeit angiebt, hat bei Bertran das Verbum dcr Regel 
nach im Conjunctiv z. B. : per vielh lo tenc . . si a caval qu'om sieu aj>elh 
7, 38; al soteiran (sc. Stufe) pot ben cstar et en aquel que remanha (R) 8, 21 ; 
ja mais non er cortz complia on hom non gab ni non ria 9, 26; cn lcis cs la 
senhoria . . de far que ben l'cstia 9, 60 ; rcis que badalh ni s'estenda , quant 
au de batalha parlar, scmbla o fassa pcr vanejar 35, 53; rcis que logicr atenda 
dc scnhor, bel dcu affanar 35, 61. Sobald <lcr Autor jcdoch dic Eigenschaft 
als eine wirklich vorhandene hinstcllen will, so steht natiirlich der Indicativ : 
rics hom que ren non dona ni acuolh ni met ni non sona . . m'enoja 37, 34 etc. 
Etwas kûhn ist daher: ad ambedos ten hom ad avolesa car ant fait plaich 
don quecs de lor sordei (R) 31, 9. wo der Conj. vielleicht mit Rûcksicht auf 
dcn Rcim gewahlt ist und wo der Ind. jedenfalls naturlicher gewcsen wàre. 
In unscrem Bcispielc wiiren beide Constructioncn vercinigt. Dahcr Tobler: 
„laidci, Conj. von laideiar, das ich freilich nicht kenne". 

38. Gisortz ist dic normannische Stadt Gisors, in dem hcutigen 
Departemcnt Eure; cf. Biogr. pag. 57. 

41. eslais. Nach tro quc oder tro steht bei Bertran, wie ùbcrhaupt 
iin Prov., meist dcr Conjunctiv, z. B. nous fassalz plus iratz, troi diga mais 6, 



Digitízed by Google 



«33 

5o; irai per tot . ., tro vos me siatz renduda 12, 20; no cre , ogan sc revcl, 
tro quc veja quc faran Franceis 28, 27; dcmandem li, tro quc dreich nos 
fassa 33, 31; rics hom quc dc gcrra nois lassa . ., tro c'om sc lais quc mal 
nolh fassa 37, 48. Bei dcn zusammengesetztcn Zeitcn kann jcdoch auch dcr 
Ind. cintrcten, wenn die Handlung des Ncbcnsatzes als vollendct hingestcllt 
wird: no m'es bel de rci qu'en pau estei . ., tro la demanda qu'a faita a 
conquesa 31,7; nulhs hom non es ren presatz , tro qu'a mains colps pres c 
donatz II, 30. — Statt: si eslais „s'i e." (T). 

51. qucl bons hom de Talantais. Diese Worte werden in dcr 
„ ra/.on " umschriebcn init „ c'uns morgues". Talantais ist offenbar nur cine 
Ncbenform fiir Tarantais und gcmeint ist damit wohl das Erzbisthum Taran- 
taisc ini altcn Kònigrcichc Arclat, siidlich vom Genfer Scc. 

53. uns dcls Algais. Nach dcr „razon" waren dic Algais vier 
Brûdcr , welche durch ihre kuhnen Raubercicn sich beriihmt und bcriichtigt 
niachlcn, dic sic an der Spitze von tausend Reitcrn und zweitausend Fuss- 
truppcn unlcrnahmcn. Richards Nachfolger, Johann ohne Land, machtc sogar 
cincn Martin Algais zum Scncschall in der Gascognc, doch cndcte dicscr 
scldicsslich sein Lcbcn am Galgcn (Pauli, Gcschichtc von England III, 47^). 
In ciner bei Diez L. u. \V. 415 abgedrucktcn Stclle eines Licdcs von Uc dc St. 
Circ heisst cs von demselbcn : Gcs cn la companha Martin d'Algaî hom pteU 
non trai. Auch sonst figurircn diese Brûder in dcn prov. Gcdichtcn als bc- 
kanntc und gcfurchtcte Pcrsonlichkcitcn, z. B. Dicu prcc quc trachors . . abais 
aissi com fcs (Ms. fos) los Algais P. Card. 48, 21 ; ous tengues us dcls Algais 
en lcga lo terz d'un dia Ebles d'Uis. 3, (>. 

3. (cf. Biographie pag. 86.) 

2. quan. Man crwartct „que quan", doch fállt, wenn áax zwcitc Glicd 
einer Vcrgleichung cin Satz ist, die Verglcichungspartikcl oft wcg, so: dcl 
rci tafur prclz mais sa cort e son atur, non fatz cella don fui trahitz 32, 33; 
ctz plus lcjals, non son a dieu cilh de Cadonh I, 47. Daher entspricht nach 
einem Conq). unserem „als dass" ein einfaches „que'«, z. B. : volc en mais l'aver 
portar, que hom tot/. sos pres li renda 35, 31; mais am rire e gabar ab mi 
donz, que m'en somonha 39, 38; volh mais perdrels olhs del fron, qu'ieu ja 
rcn fassa c'a leis pcs B. dc Vent. 5, 24; ans fos ieu mortz, qu'en aital mot 
falhis G. de Born. 13, 32; es miclhs c'un pauc dc denicrs hom vos cnvi, 
C'orn plus prcs vos atenda ib. 27, 8; amors ditz qu'ans mi pcnda, quc ja li'n 
mcnta de re Uc dc St. ( irc 34, 16 ctc. Einc Stcllc, dic ganz dcr unsrigen 
(.■nispricht , ist folgendc: plus nom poc amors honrar, quan mc fcz vcs vos 
atraire; que anc deus non volc formar gensor domna Sordcl 12, 12. 

3. pres. Nach dem Znsammenhange mûsstc prendre qn. cn „Jcm. in 
Etw. versctzcn" hcissen. cinc Bedcutung von prcndre, die ich nicht zu belcgen 
vvimag, obwohl „sc prcndre cn, sich mit ctwas bcfassen" vorkonimt, z. B. : 
cn vos lauzar s'cn son prcs lug li bo Aim. de Peg. 34 , 03. Viclleicht ist 
..mcs'- /u lesen ; dcnn „melrc" wird im Prov. und auch bci Bcrtran gerade in 
«liesem Sinne gebraucht. Man vergleiche z. B. 4, 25; 9, 5; 20, 4; 20, 34; 
36, 16; 40, 14. 

12. t'o. So dic Handschriften, wohl cin Schreibfchler statt „la", denn 
in v. 14 und 15 ist „sie" Subject. 



Digitized by Google 



*34 



20. aitans. Nach Cardinalzahlen steht „aitant" immer substantivisch 
und im Plural, also dos ailans „zwei Mal so viel". Andre Beispiele : Dc mí 
dons mi lau cent aitans B. de Vent. 21, 25; val dos aitans quc far no solia 
G. de Born. 66, 3; dieus vos donav' adcs mil aitans (sc. Rcichthum) F. de 
Mars. 20 , 44 ; dcu avcr dos aitans de jai Pcirol 17, 1 1 ; sclha cui am mU 
aitans mais que me G. Faid. 36, 10 ctc. — Fbenso „lant" in dieser Bc- 
dcutung : ai lo pejor (im Spicl) dos tans B. dc Vent. 30, t ! ; icu n'ai (sc. von 
dcr Liebe) dos tans ib. 33, 14; cen tans sui vostre mclhs que meus Arn. de 
Mar. Bricf III, 54; fai hom mielhs mil tans gucrras c cortz P. dc Capd. 3, 5; 
ja bes no li'n venha ses mil tans dc dolor ib. 4,4; es cen tans majcr honors 
G. Faid. 26, 19; pcr sos ops dczir mil tans d'onor que pcr lo micu G. Riq. 
20, 38 ctc. 

21. Lo scnhcr etc. Nach dcm Zusammenhang schcint Richard Lòwcn- 
hcrz gcmeint zu sein. Was bedeutet dann abcr Manta und Murols? Dic 
Namen crinncrn an Mantcs und Moreuil, zvrti kleine Stadte, jcnc im heutigen 
Dep. Seine-ct-()isc. dicse in der Picardie, Dcp. Soinme, doch sprâche dics 
gegcn die vorhin angcgebene Vermuthung. 

23. s'cs prims de tersols tornatz „hat sich zuerst von der Jagd 
losgcrissen". 

26. Roais s. Anm. zu 2, 21. — Dic folgcnden Namen schcincn will- 
kiirlich zur Be/.eichnung von Sarazcncn gcwHhlt zu sein. Trevagant oder 
Tervaganl ist bckanntlich cin in dcn chansons dc gestc haulìg vorhommcnder 
Name heidnischcr Personen. Alaps ist die Stadt Alep in der asiatischcn 
Tûrkei, dcrcn Gcbict in den Urkundcn dcs Mittclalters auch Alapia heisst, 
wahrend ihrc Einwohner Alapini gcnannt wcrdcn , z. B. von Mathaus Paris 
(Bouquct XVII, 748). Was mil Arans gcmeint ist, vermag ich nicht zu 
sagen. 

29. fera filhols dels Persans. „Faire" in der Bedcutung ,,/u 
Etwas machcn, in Etwas vcrwandcln" wird /\var auch, wic im Neufran/.., mit 
dem dem doppeltcn Acc. construirt, z. B. : qui quc fassa sos bos issailz 20, 
33; doch kommt fast noch haufiger ein Accusativ und die Prap. „dc" vor 
w\c hier; andrc Stcllen : guerra fai dc vilan cortes 22, 13; grans gcrra fai 
d'escars scnhor larc 29, 3; ieu n'agra faich vcrmclh dc mon gonfanon blanc 
29, to; fan dc mos arbres eissart 44, 25. Also auch bci zwei Adjccliven, 
z. B. : fai de ton cor feblc fort G. de Born. 26, 26 ; cavaliers ai vistz, que dc 
baissat/. fcs altz c d'altz aussors Aim. dc Peg. 52, 20 etc. 

31. mazanta. Raynouard Lex. rom. III, 124 unter ..cnap" schrcibt 
,,m*azauta" und ùbcrsetzt „mc convient vases ct coupcs"; doch ist dic>c Acn- 
derung dcr ùhcrlicfcrtcn Lcsart schon aus dcm Grunde nicht zulâssig, wcil 
dcr Reim cin Wort auf -anta verlangt. Entsprcchcnd dem „scc" in v. 34 
wùrden wir demnach in „ mazanta " die 3. Pers. Sg. Ind. Pras. haben , also 
auf cin Vcrbum mazantar kommcn, das ich jedoch nicht kenne und auch 
nicht herzuleiten vermag. 

32. orzols scheint bishcr im Prov. noch nicht belegt zu sein. Es 
stammt von lat. urceolus (Colum.) „kleincr Krug", das Dcminutiv von urccus. 
Das Simplex kommt als Femininum im Span. vor, orza „cin Topf ohnc 
Henkel, in welchem eingcmachte Frûchtc aufbewahrt werden". Einc andre 



Digitized by Google 



235 



prov. Stelle ist : volia *e disnar d'un fogasol c d'aigua ab un elme, no d'autre 
orcol (besscr „orçol") Ross. 6405. 

34. ribcira c íorcst. Ribcira afr. rivicrc ist cigcntlich ,,Ufcrgegcnd", 
dahcr „Jagdgcbiel (unscr Rcvicr) fur dic Vogelbeizc", z. B. : cassa aurcm cn 
ribicra, erbatgc c fulh Ross. 71; cndlich dicsc selbst; forest ist der Aus- 
druck fur dic Jagd mit Pfcil und Bogcn im Walde. (ilcichbcdeutcnd mit 
„forcst" ist auch „ca>sa" afr. chassc; wcnigstcns fmdct cs sich dcr Bci/.c in 
der sclbcn Wcisc, wic an unsercr Stelle, gegcnûbergcstellt : Rics hom que de 
gena nois lassa . . val mais que ribieira ni cassa 37, 40. (cf. Dcr Mònch von 
M<»ntaudon cd. Philippson pag. 97); ebenso „bos" afr. „bois" z. B. : cassa cn 
bos c'n ribicra Ross. 33; dc bos c dc rivicra es essenhatz ib. 4281. Dagcgcn 
wird das Vcrbum cassar ohnc Untcrschied von beiden Arten von Jagdcn gc- 
braucht, z. B. : cassa ab falcos sos perdigals els petitz auzclhos 40, 15; anc 
cinglar no vim pus irat, <|uan l'an brocat ni l'an cassat 14, 17; es vcziada 
plus quc nulha volp cassada Marc. 24 a, 35; ja mais csparvicr no port ni 
cas ab cercna. s'anc . . fui d'autra inquistaire R. d'Or. 6, 50; Ciissar d'austor 
o de falcon Bonif. Calvo 17, 31 ; ab falcos los cassavan (sc Tauben) Da- 
iniette 3tO. 

43. n'Auriols. Name cines unbekannten Barons. 

45. cr l'anta si* pausava. Man crwartct „scria" statt „er". Eigcn- 
thiimlichcr Wcisc zcigt aber bci Bcrtran mchrfach dcr Hauptsat/. cines hypo- 
thctischcn Satzgeíïïgcs das Pràs. oilcr Futurum statt tlcs Conditionnel , z. B. : 
chausir pol, sis volia, dcls plus pros chastellans 9, 54; s'ieu m'cn podia 
rcvcstir, non <lci csser mal razonat/. 11,46; icu non vuolh gcs, sia mia Tolcta, 
pcr qu'icu segurs non i auses cstar 33, 7; si . . a Siurac fos vcscoms vius c 
sas, ja non crcirai quc non nos ajudcs 33, 27; tìs drutz nois deu tardar si 
messatgcl venia 39, 9; ja non vuolh esser bar . ., pcr qucin pogues reptar 
nulhs hom dc vilania 39, 33. 

46. lais. Dcr Conjunctiv abhàngig von „er l'anta". 

49. sols schcint kaum ctwas andercs sein zu kònnen, als dic 3. Sing. 
Ind. Pràt. von solcr. Dicsc Form heisst aHerdings regclmassig „solet" und 
die sonst nicht bckannte starke (!onjugationsform wûrde sich nur durch einc 
gcwaltsame Becinflussung <lurch den Reim erklaren lassen. Auch die Form 
„vols" v. 49 ist wohl auf diesclbe Ursache zurúckzu(ûhren, obwohl „voler" in 
den Pcrfectformcn vcreinzclt ein s zeigt , z. B. : domna , si tan faire volses 
l'lam. 4992. 

53. Dic hicr aufgcfiihrtcn Namcn sind zum Theil etwas cntslellt. Bristol, 
Londfln, Roucu und Cacn sind klar; Nortensems soll vvohl Northampton sein; 
Susest ist jedcnfalls dcs Rcimcs wcgen aus Sussex entslanden und hat auch 
aus dem sclbcn Grun<lc kein Nominativzeichen ; Titagrava hallc ich fiir Titgrave, 
cincn Ort in Fnglan<l , wo dcr Rònig cinc Domainc hattc; Lyttclton II, 311 
/àhlt mehrcrc dcr kòniglichcn Besitzungen auf, daruntcr auch Titgrave ; was 
mit Carais und Coras ^cmcint scin kann, ist mir nicht klar, bci Carais kònntc 
man an Calais dcnkcn, wenn dicsc Stadt damals schon dcn Englândern gehòrt 



hàttc. 




*36 

4. (cf. Biogr. pag. 64.) 
1. Ara sai eu <le prez. Wenn ein Begriff des Nebensatzes hervor- 
gehohcn werden soll, so kann cr in den Hauptsatz gezogcn werdcn, und zwar 
kann dies auf zwei Artcn geschehen , cin Mal, indcm der Begrift' mit 
der Prâp. de „in Bctreff" verbunden wird; dann muss er an der ent- 
sprechenden Stcllc dcs Ncbcnsatzes durch ein Fûrwort wieder aufgenommen, 
resp. vertrcten werden, so in unserem Falle und 17, 15 durch den Acc. des 
Pron. pers. Ein Beispiel fiir den Dativ ist: de leis cngenha (sinnt cr nach) 
col (= con li) retrai son pantai P. d'Alv. 23, 22. Hat der betreffende Begriff 
im Nebcnsatze die Fnnction eines Attribules, so wird er durch das Pron. 
poss. vertrctcn , z. B. : dc mon scnhor lo rci annat conosc que an sici íilh 
pcccat 14, 10; dagegen braucht cr nichl bcsondcrs vcrtrcten zu werden, 
wcnn er das Subject des Nebcnsatzes ist : gcs nom platz de nostres baros 
qu'ant faitz sagramens 5, 9; dcl pauc rci de Terra-Mcnor mi plalz car si vol 
enantir II, 15; no m'cs bcl dc rei qu'en patz cstci dcseretatz ni quc perda 
son drci 5; non es drcitz de rei . . quc mais diga de no 33, 46; vciran 
de mon hran com talha 44, 47. Ausscrdem giebt es aber noch cine zweite 
Art dcr Attraction, indem namlich das Subj. des Ncbensatzes unverándert, 
also im Nominativ an die Spitze des Hauptsatzes tritt, z. B. : aqucsta vos dic 
quc mante prez e joi 10, 21; n'Audiartz, si bem vol mal, vuolh qucm don dc 
sas faissos 12, 40; mos Bels Miralhs vuolh quem lais sa gajeza 12, 57; sens 
c prctz tem quel sofranha 14, 54; n'Oc e Non conosc qu'un dat mi plomba 
29, 12; sos bas paratgc sobrissitz sai quc fcnira coma lais 32, 19; lo reis cui 
cs Casirasoritz . . lau quc mostre de sos cslais 32, 28; aissous prec que vos 
plassa 37, 45; ric home vuclh qu'ab amors sapchan cavallicrs aver 38, 78. 

3. messers. Dics ist lccin prov. Wort, sondcrn das italicnische „mcssere'« 
ist einfach heriibcrgenommen , weil Montfcrrat bercits zu Italien gehòrt. Das 
Wort kommt mehrfach vor, z. B. : di m'al pro marques mecier Colrat P. R. 
ile ToL 16, 47 ; per so m'an Lombart conqucs, pos m'apellct car messicr . . P. 
Vid. 47, 18. Ebenso das Simplex „sier": farai mandar . . a sier Ugoli Uc 
de St. Circ 42, 4 ; un mercadier de Genoa que ac nom sicr Amfos Biogr. des 
F. de Mars.; sier Peire de Fraisse . . vuelh, jutje nostre dig G. Riq. 14, 49; 
le sicr Salamos quc tant fon sapïens P. Corb. Tresor 386. 

4. Sur bcdeutet Tyrus, cf. Benedict von Peterborough (Bouquet XVII, 
478): ..Archicpiscopus civitatis Tyri, quae romana lingua vocatur Sur." 

0. eu fora lai a Sur; mas laissei m'en ctc. Dies ist cin condi- 
tionales Salzgefúgc, das nicht seltcn statt des yewôhnlichen : „ich wiirdc . ., 
wenn nicht . ." cintritt; so noch bci Bertran : Lemozis . . foralh bos, mas us 
sobros lolh gavanha 8, 31 ; agram mort . . l'cnois, mal gentils cors amoros . . 
de la Saissam dcfendia 9, 29; ieu n'agra colps receubutz cn ma targa . ., 
mas per aisso m'en soffrisc e m'en parc quc . . 29, 9. 

12. bell' e bloja. Wir haben hier ein Beispiel der Allileration. 
Dass dicsc Figur in der provenzalischen Poesic von jcher bekannt und ge- 
pllcgt wurde, mag durch cinige aus dcn àltercn Dichtem entnommcnc 
Bcispiele bewiesen werden : vejairc m'es quc tot perdal sen el saber Cerc. 
4, 18; vola e vai Marc. 243, 49; art lo fust e la festuja ib. 18, 21; tal 
amei blanc, brun e bai ib. 29, 42; cl cs sas e saus ib. 33, 14; bei B. 
v. Vent. : en maint genh sc volf es vira mos talans e ve e vai 18, 1 und 2; 



Digitized by Google 



237 



ieu que plang e plor 28, 7; sals ni sas 30, 44; lo temps vai e vcn e 
vire 30, 1. Auch J. Rudel verwendet gern die.s Mittol : tot quant vc ni 
vai 2, 36; que cor mi tengues san e sau 4, 53; amors don ieu sia jauzens 
jauzitz 4, 12; mou mon chant jauzenjojosò, 3; ieu la joi jauzitz 
jauzen 6, 18. Andre Bclege sind: noi jauzem jauzen jornal R. d'Or. 
6, 28; sabran li sec (= ccc) clh sort ib. 20, 5; amors brota e bruelha 
P. d'Alv. 12, 10; de jostals brcus jorns la blanc' aura brunezis, volh 
que branc e brolh mos sabcrs d'un nou joi quem frug' c floris ib. 15, 
1 — 4; ctc. Auch bei Bertran steht das obige Beispiel nicht vereinzelt da, 
es kommen noch wcitere Fâlle vor: qu'es fortz e ferms 6, 22; dieus e 
dreitz 6, 31; el val tant c ve e sap c sen 18, 43; pauc m'es del dol e 
inenz del dan 22, 3; domna qu'es fresca e fina 37, 12 und 18; jois e 
jovens 38, 43. Spâter gehôrte die Allitteration so sehr zum Wesen der 
Liebespoesie , dass Peire Cardenal, als er gegen letztere loszog, auch die 
Allitteration durch unsinnige Uebertreibung in der funften Strophe von Lied 7 
parodirte. 

16. ara entendatz qui. Dergleichcn verlíiirzte indirccte Fragen sind 
:»uch im Prov. nicht selten, z. B. : ant faitz sagramens, non sai caus 5, 10; 
m'en det . . non-plazers, mas sabetz que B. de Vent. 3, 27 ; vostr' amics bos 
e corals, assatz podetz entendre cals, manda Arn. dc Mar. Brief III, 4 ctc. 

18. lui. Die vollere Form ist des Gegensatzcs wegen gewàhlt, um das 
Wort mehr hervorzuheben ; âhnlich: lui mal plangetz e de ren nol vcnjatz 6. 
45; mas els non èstrenh correis 38, 75; amor blasmon . ., mas leis non es 
dans B. de Vcnt. 15, 16; cor ai quc lci dia R. d'Or. 11, 39; vai ferir G., e 
G. fer si lui de plen en plen Ross. 493; non pusc aver lui ni s'amor ib. 3592; 
mal no te fassa, ni vos lui tort ib. 4788; non ama Girartz lui ni sa gen ib. 
4959. Andre Stellen sind: Ross. 3278; 6259; 8232; 8862; G. dc Cab. 2, 12; 
P. R. de Tol. 9. 22; G. de Born. 7, 19; 38, 17; 58, 34; P. Vid. 2, 15; 30, 
6; 43, 55; F. de Mars. 2, 22; 20, 50; P. de Capd. 1 , 20; l, 36; 14, 15; 
26, 39; etc. 

23. cncmi des Reimes wegen statt „enemic"; ebenso v. 37 „di" statt 
„dic". — Der Satz „noi gart amic ni enemi" bedeutet „ich nehme dabei auf 
Xiemand Rûcksicht". Es ist nâmlich in allen Litteraturen des Mittelalters 
der Brauch beliebt, den Begriff der Totalitat auszudriicken durch das Hervor- 
hebcn zweier oder mehrerer môglichst entgegengesetzter EinzelbegrifTe. Der- 
artige Bezeichnungen bei Bertran sind: enganon vezi e no-vezi 4, 32; paubre 
e ric (= Alle) 10, 44; lo vert el madur (= alles) 32, 6i ; quaresmas et avens 
(= immer) 38, 88; noi gardetz camp ni vinha ni ort (=» nichts) 42, 30; no'n 
reman per plas ni per boissos (= nirgends) 40, 9 ; l'ou e la mealha (= alles) 
44» 5- 

26. enoja. Der Indicativ ist ganz unregelmâssig und scheint aus Rùck- 
sicht auf den Reim gewahlt zu sein, da Bcrtran nach den verneinten Verben 
des Denkens stets den Conjunctiv verwendet, cf. 4, 50; 5, 39; 8, 17; 22, 33; 
28, 27; 29, 27; 31, 20; 33, 28; 41, 15. 

28. eus. Es ist auffallend, dass „vos", obwohl es zu „ilh" einen Gegen- 
satz bildet, also in der volleren Form slehen solltc, angelehut ist; doch 
kommt Aehnliches vereinzelt auch sonst vor, /.. B. : ri (sc. die Dame) als autres 
cm fai olh de leo P. Vid. 2, 38; era nous ai, ni vos non avetz mi F. de 



238 

Mars. 3, 8; ieus cug prendre e mi no puesc aver, ieus cug nozer et a mi 
sui nozcns ib. 22, 27. — „Enduratz fam e set et ilh estan" (T). 

29. la rodas vai viran. Das sich drehende Rad der Glûcksgôttin 
ist eine im Mittelalter haufig vorlcommende Anschauung. So heisst es von 
einem unglucklichen und besiegten deutschen Kònige : el chantav'al mal trairc 
vezen la roda virar G. Faid. 4, 6. Ein andres Beispiel zitirt Raynouard : Na 
Fortuna ab tota sa roda que lo gira e lo regira a dextre e a senestre Lex. 
Rom. III, 67. Weitere sind: tals es en gran pojar cui la rod'en breu virar 
fai son pojar descendre G. de Bom. 38, 8; quel roda nos vire, so desus 
desotz, qu'al virar faria totz sos encmics rire Folq. dc Rom. 6, 33. Altfranz. 
Bcispiele lûhrt Littré unter „roue" auf. 

30. pur. Das Adv. „pur" it. ,,pure" wird von Rayn. nicht angegeben. 
Es heisst 1) „bloss, nur", z. B. : pur l'una fremna . . no comprari' om ab mil 
liuras d'argent Boet. 192; noi a mal . . mas pur l'aigua Ross. 1756; no lor 
valo escut pur un besenc ib. 21 81 ; negus non estors . . mas pur ieu ib. 6395 ; 
so namentlich in Verbindung mit eincm Conjunctiv: an pur cois pot Marc. 
40, 35; pur anem dreg a la glcisa Flam. 2240; mais al ters clas pur sai sias 
ib. 3789. 2) „dennoch": si cum cel que ses companhos vei rir e re non sap 
de que e pur ri El. Clairel 12,3. Endlich erscheint es auch in der Zusam- 
mensetzung „per pur tant que", z. B. Boct. 6. 

34. qu'eu dic qu'aisofan. Wenn ein Relativsatz von einem Verbum 
des Sagcns oder Dcnkens im Verhâltnisse eines lateinischen Acc. c. Inf. ab- 
hângig gemacht wird, so sind zwci Constructionen mòglich ; entweder namlich 
wird das Pron. rel. in Form des Acc. in den Hauptsatz gczogen, wie 
hier und: Anfos, c'aug dir que ven e volra sodadiers 25, 4; sel qu'ieu 
plus dezir que m'aja Beatr. de Dia t, 10 etc. (Dicz, Gr. III, 336). oder 
aber das in den Hauptsatz gezogene Relativum wird von der Prâp. „de" 
abhangig gemacht : cella de cui m'es bel qu'icu la repti 28, 42; natiirlich 
kann die Conjunction „ que " auch fchlen : de que par a la veguda , la fassa 
bon tener nuda 12, 49. 

37. de lui gran mal m'en di. Ueber den pleonastischen Gebrauch 
von „en" cf. Diez, Gr. III, 63 sq. Ebenso: m'cs bel . . qu'ieu m'en entre- 
meta d'un sirventes 33, 5. Aehnliche Fâlle andrer Pronomina bei unserem 
Dichter sind : vielha la tenc, dona, pus c'a pel laja 7, 9 ; quar vilan . . nulhs hom 
nol dcu ajudar 27, 31 ; anta l'adutz (bringt ihm) et dc pretz lo descarga gcrra 
cellui cui hom no'n troba franc 29, 25; sil reis engles li fetz don ni larguesa 
al rei Felip, dreitz es que l'en mercei 31, 32; naturlich auch vor einem Objec- 
tivsatz: a rei armat lo ten hom a ílaquesa quand es en camp e vai querrc 
plaidei 31, 36; lag l'es c'on l'en sobreprenda que d'un sol s'en saup ben 
pagar 35, 57; no m'en tenra paors qu'ieu non digua so qu'aug dir 42, 3. 

42. arbre sec ist der mythische Baum in Hebron, der seit der Er- 
schaffung der Welt existirt, bei Christi Tode vertroclcnetc und wieder grûnen 
wird, sohald ein abendlândischer Furst das heilige Land crobern wird. 

44. Branditz. Raynouard schreiht „branditz"; im Lex. rom. II, 250 
lâsst er „e vas" weg und ubersetzt: „Beau Papiol, balancé, éperonnant tiens 
ton chemin vers la Savoie". Laurens dagegen ùbcrtragt Raynouards Text 
durch: ,,Poursuis droit ton chemin sur un coursier rapide". Aus dem dop- 
]>elten „vas" geht jedoch hervor, dass auch beim zweiten Male einc Orts- 



Digitized by Google 



239 



bestimmung folgen rauss und zwar, wie sich aus v. 45 ergiebt, ein am Meere 
gelegener Ort, von wo man sich nach Palàstina einschiffte. Der Dichter hal 
daher unzweifelhaft Brindisi das alte Brundusium gemeint , welches aucli 
sonst genannt wird, z. B.: los camis els portz de Brandis tro al bratz Sanh 
Jortz R. de Vaq. 24, 72. 

47. tu li diras. Das persònliche Fûrwort tritt nicht selten zum Im- 
perativ und zum imperativischen Futurum, z. B.: Bastart, tu vai e portam lai 
mon sonet P. Rog. 6, 56; chansos, tu m'iras saludar celui G. de Born. 7, 55: 
e tu vai t'en, chansos ib. 62, 131: Peironet, tu lam saluda G. Faid. 64, 51; 
e tu pren los guiardos R. de Mir. 1, 20. 

48. elh valrai tost. Die Conjunction „e" dient, wie in andern roman. 
Sprachen, so auch im Prov. zuweilen zur Einleitung des Nachsatzes cf. Dicz, 
Gram. III, 345. Andre Stellen bei Bertran: quand aura son trap tendut, e 
nos lur vcnrem de viro 23 , 17; e , car assaut ni cembel non vim , mais aura 
d'un an, e tenh m'o a gran affan 28, 5. Weitere Belege sind: chans. rel. I, 133; 
R. d'Or. 12, 12; G. de Born. 22, 32; Guil. Fig. 5, 26; Aim. dc Peg. 50, 39; 
Guir. del Oliv. 43, 4; Rich. de Berb. 2, 5; Dkm. 259, 28; Flam. 4263 etc. 

50. passatge. Dass die Wòrter auf -atgc, wie bci andern prov. 
Autorcn, so auch bei Bertran im Nom. Iccin „s" bekamen, gehl aus folgendcr 
Stelle hervor: fis drutz nois deu tardar, si messatgel vcnia 39, 10, wo die 
Anlehnunq des „1" an eine Form mit „s" nicht mòglich wâre. 

5. (cf. Biogr. pag. 74.) 
4. taus. Zu ergânzen ist „wie er jetzt sein wird" d. h. Kònig Richard 
ist nie so muthig und wackcr gewesen, wie er nun sein wird. 

20. tretaus. Rayn. schrcibt im Text „trertaus", bringt aber das Wort 
nicht in seinem Lcxicon. Dasselbe kommt noch in folgendcr Stclle vor, die 
jedoch nicht klar ist und dic Bedcutung nicht erkennen làsst. Der Zusam- 
menhang ist: Jcder Potcntat ist auch cin Rittcr; daher kònntc man einen 
Fvònig sehr wohl einen sehr edlen Ritter nennen, aber, fàhrt der Dichter fort 

„qui per I samdier 
ve passar mantas gens 

0 ve personalmens 
aquel, de qui seran 
ct enquier demandan : 
„de qui soi o qui es?" 
respon li dreg, som pes, 
sel qu'o sap certamens 
si qu'enten planamens: 
„de qui o que ?" so crci : 
del comte o del rei, 

01 coms ol rei tertal etc. 

G. Riq. Pur dieu 288 sq. 

30. can son donar vol vendre, d. h. wenn er zur Erreichung selbst- 
sûchtiger Zwecke freigebig ist. 

33. leos. Der Ausdruck „Lòwe" ist nicht ohne Absicht gewàhlt, da 
Richard bercits l>ei seinen Zeitgenossen, wie in der Biographie hervorgehoben 
ist, den Beinamen des Lòwen fuhrte. Daher: vos que li Turc felon temion 



Digitized by Google 



2\0 

mais quc leon Dalf. d'Alv. 8. 14. Der Lòwc wird bci dcn provenzalischen 
Dichteru meist als Bild des Stolzes, der Hiirte und der Riicksichtslosigkeit 
gebraucht, z. B. ors ni leos non ct/ vos ges quc m'aucizatz s'a vos mi rcn 
B. de Vent. 31, 40; s'il scrva cor dc lco, no m'a ges tot lo mon scrrat, qu'en 
sai una qu'am mais ib. 32, 31 ; dona, leos ja s'anfranquis . ., lo vostre fcrs 
cors s'afortis Arn. de Mar. 11, 60; ri (sc. die Dame) als autres de viro, em 
fai olh de leo P. Vid. 2, 38; ilh m'cs m;da et culh sui bos, cu sui anhels, 
ilh leos Uc dc S. Circ 25, 56; putans sembla leon d'aitan: fers cs d'orgolh 
al comcnssan, mais pois . . Marc. 42, 25; el mon non a leo aitan salvatge . . 
P. Cardenal 22, 1 und 68, 18. — Bertran fasst ihn jedoch als Sinnbild des 
Muthes, /. B. lai on lcbrcs cs leos , vos cst volpilhs e nualhos 24, 19; dim 
a'n Richart qu'il cs leos , el reis Felips anhels me par, qu'aissis laissa desi- 
ritar 45, 50. Ebenso /uweilcn auch andrc Dichter, z. B. : lo coms a cor noble 
e de leo Ross. 87; aissi cum es ardilz leos P. Vid. 17, 78; cor de conil ab 
semblan de leon Sordel 20, 48. 

38. cossil puosca. \Venn der Substantivsau die Foim eincs indirecten 
Fragesatzes annimmt, so steht in diesem Satze der Regel nach derselbe Modus, 
der in glcichcm Falle in einem reinen Conjunctionalsatze slchcn wiirde, z. B. 
steht in einem indirectcn Fragesatz, dcr von eincm Verbum abhângt, welches 
ein Wollen, cin Streben nach Etwas ausdrùckt, der Conjunctiv: nim lais . . 
qu'icu non tracte, cum venha dans a ccls qucm fant tort 20, 27; eu m'en sui 
totz temps mes cn grans cum puosca aver caircls e dartz 20, 34; m'ajut cum 
cobrcs Autafort 21, 5 ; non ai d'al re pessamen mas cum li fos bos scrvirc 
B. de VcnU 27, 58; eu consir cous disses o vos fezes dir mon pensamcn 
Arn. de Mar. Brief 111, 10. Desgleichen steht in indirccten Fragesâtzen, die 
von dem Ausdruck „nicht wissen" abhangen, bci Bertran immer der Con- 
junctiv, z. B. : non sai on m'enqucira 12, 4; non sai a que m'aja mestier 15, 
32. Auch sonst, z. B. : non sai, com sia ja mais pros ni com venh'a guerimcn 
Rudel 6, 52, 53 etc. Doch kommt hier auch der Indicativ vor: no sa 
laquals auctoritatz lor essenha quc sian drutz Marc. 37, 52; no sai dc que 
m'ai fait chanso G. de Born. 80, 43. Ist saber oder das gleichbedcutende 
Verbum des Hauptsatzcs aflirmativ, so steht immer der Ind.: 4, l; 6, 30; 8, 
27; 16, 6; 17, 15; 22, 25; 25, 2; 28, 28. 

39. a vendrc stcht in attríbutivischem Verhâltnisse zu „molz"; ebenso: 
ieu sai dona a vendre R. de Mir. 21, 50. Der Dichter verwahrt sich also 
gegen die VerdSchtigung, als habe er sich bestechen lassen. 

40. bar ist ein unrcgelmâssiger Accusativ statt „baron". Die Substan- 
tiva der prov. drítten Declination mit beweglichcm Acccnt zeigen dcs Reimes 
wegen nicht selten Abweichungen von der corrccten Form, z. B. : totz lo 
mons vos avia elescut pel melhor rei . . el mclhor tornejaire (R) 22, 46; es 
confraire a l'erisson et al goz et al laire(R) Marc. 8, 20; sai un dc bon airc, 
franc dc sazo, cortes e larc donaire (R) ib. 8, 32; mas aras l'an avilada duc 
e rei et emperaire (R) ib. 20, 42; aquist antic trobador dic quc son fort 
peccairc (R) R. Jord. 5 , 5 ; tug aquist que eron bon trobaire ib. 5 , 1 1 . So 
erscheinen als Nom. Sg. im Reim: felhos P. de Capd. 11,3; fazedor Moine 
de Mont. 13, 61 ; G. Riq. 49, 37; raubador P. Card. 55, 19; scnhor ib. 55, 
27; als Voc. Sg.: emperador Peirol 28, 29; als Acc. Sg.: emperaire Koss. 
7258; G. de Berg. 17, 25; jauzire P. Vid. 33, 40; predicaire Moinc de Mont. 



Digitized by Google 



24 1 



9, 3; húre Perdigon 15, II 5 peccaire ib. 15, 16; salvairc Dkm. 64, 4; trazire 
P. Card. 60, 16. Als Nom. PL lichairc Ross. 8280 ; galiaire G. de Born. 16, 
34; emperaire P. de Capd. 22, 22; servire Aim. de Belen. 19, 43; trahire P. 
Card. 60, 5; laire ib. 2, 29; Folq. de Lun. mondana vida 151; enguanaire P. 
Card. 48, 15; 52, 78; companh Dkm. 205, 34; bar G. Riq. Pus dieu 254. 
Als Acc. Pl. pejor P. Card. 42, 46. 

6. (cf. Biogr. pag. 82.) 

4. non dç mon saber. Ueber die Auslassung des Pron. dem. s. Diez 
Gr. III, 78. Andere Beispiele aus Bertran : del rei tafur prelz mais sa cort, 
non (atz cella, don fui trahitz 32, 35, wo offenbar ein von cella abhângiger 
Genitiv ..desjenigen" zu ergânzcn ist ; tant es plus complitz vos preU que del 
rei apostitz 32, 45. 

5. massa solatz. Nach Quantitàtsbcgriffen braucht Bertran der Regel 
nach die Prap. de: ab pauc de gens 2, 49; no mi puosc orar plus d'encom- 
brier 15, 14; am dat raais de ricor 28, 55; tant sap de trastomba 29, 28; 
conquerri lai pauc de renda 35, 24; ant tant pauc de valors 38, 63; lo nostre 
reis assatz a de poder 42, 41 etc. Nur nach dem Comparativadverbium làsst er 
dieselbe ein Mal weg: en brieu veirem qu'aura mais cavalliers 25, 2. 
cf. Diez, Gr. ITJ, 400. 

6. eu. Dies findet sich in dcn Handschriften nicht, doch muss ein 
cinsilbiges Wort hinzugcíïïgt werden, da sonst dem Verse eine Silbe fehlt. 
Denkbar wàre auch „doncs" wie : doncs mi donz per quem refuda? 12, 69; 
doncs que farai, dona? 42, 38; que cujan doncs far nostre baron? 43, 6. 

9. trabus. s ist des Reimes wegen fûr tz eingetretcn, ebenso in lus 
v. 25 , palus v. 27 , adus v. 35. Dies kommt auch bei andern Dichtern vor, 
z. B. pres G. de Born. 68, 33; cros G. dc St. Leid. 2, 30; 10, 12; razis F. 
de Mars. 23, 9; formis Moine de Mont. 13, 34 etc. Fiir die Form „trabut" 
odcr „tràut" neben „tribut" zitirt Rayn. noch eine Stelle aus Fierabras; andre 
sind: ha rendutz mil salutz . . ses tràutz de falsa semensa Marc. 24 b, 76; 
castel, don non dei renda ni trabug A. Daniel 12, IO. 

11, Der Sinn ist mir nicht verstândlich : „wo er sich am Tage zuvor von 
seinem Botc rcttete"? 

12. no fetz mas deschazer cntspricht dem nfr. Brauch bei Beschràn- 
kung des Verbalbegriffes ; so schon: ni noit ni dia no faz que mal pensar 
Boet. 90; anc no fctz mas honrar los volpils G. de Born. 55, 75. 

15. penre port. Der Ausdruck ist bildlich zu nehmen; „port" heisst 
in ûbertragencr Bedeutung ..Sichcrhcit, gunstige Lage", wofiir Rayn. mehrere 
Beispielc anfuhrt. So auch bei Bertran : mas a malvatz port venra, sous autrei 
20, 46. Der Ausdruck „prendre port" mit àhnlicher Bedeutung wie hicr 
kommt in einem von Guilhcm Augier verfassten KIageliede auf den Tod des 
Markgrafen von Beziers vor: caitieu! com es tug a mal mes! vas cal part 
tenrem ni vas on penrc port? 2, 29. cf. prendre ostal „Quartier aufsuchen, 
einkehren" : ges dc disnar non fora oimais maitis, qui agues pres bon ostau 19, 2. 

16. mall'enpren. In dicscm Ausdruck ist „prcndre" unpersonlich 
„es ergeht", daher mit dem Dat. verbunden. Andre Beispiele sind: a toU 
jorns m'es pres enaissi quc . . Guil. de Poit. 9, 14; a Salomo pres enaissi que 
Guil. Aug. 4, 40; aissim n'es prcs com al fol orador F. dc Mars. 21, 39 etc. 

16 



Digitized by Google 



2\ 2 



Hierzu ist dann (Us Adv. „mal" getretcn , ebenso: nulha res, si mal m*en 
pren. nom deu planher del dampnatge P. R. dc Toul. 5, 10; nuls hom be 
non ama, que d'amor si clama, sitot mal l'en pren Peirol 8, 37 etc. 
17. Lies: Qui falh en un, scmblan fai etc. (T). 

19. c tu qu'estas. Uebcr den Gcbrauch von „e" zur Einleitung einer 
Frage s. Diez, Gr. III, 403. Ebenso: et cu cal mal vos en micr? 36, 6. 

22. qu'est. In Dc steht „qu'etz", was sich mit dcm Sing. in der vor- 
hergehendcn Zeilc nicht vertrûge, in J K d „qu'es", was gegen die Grammatilc 
wâre; cf. Diez. Gr. III, 372. 

28. nons. Dic Lesart „nos" der Hss. wûrde gerade das Gegcntheil 
von dem durch dcn Zusammenhang gefordcrtcn Sinne ergeben. 

29. tornon totz desarmatz „a11e BewafFncten zuriickschicken" ? 

32. uiseran ist unverstandlich und schcint verderbt zu sein. Ich denkc, 
es ist „jurcron" zu lcscn. 

33. volh. Diese Acnderung, zu dcr ich durch das ..scrai" dcs folgen- 
den Verses vcrleitet wurdc, ist unnòthig. Es ist zu lcsen, wie Toblcr vor- 
schlàgt: Patz vol onrar, noirír e traire en sus E a chascun sa raison man- 
tener. Ebenso ist auch wohl v. 36 statt ..anci'" besser mit d „ausi" fìir 
„auci" zu lesen. 

36. d'aut bas. Diesc Wendung, dic nebcn „chazer" fast pleonastisch 
erscheint, ist im Prov. sehr belicbt: leu pot hom d'aut bas cazcr Guil. Aug. 
4, 12; quem sent d'aut bas cazegut Uc dc St. Circ 18, 19; lei qui m'a virat 
bas d'aut A. Daniel 1 3, 6 ; mans n'a faitz d'aut bas baros Chr. 2 1 8, 7 etc. Auch 
Bcrtran venvendet dieselbe noch ein Mal : amors es . . d'aut bas cazeguda 
12, 74. Umgekehrt heisst es: de bas aut pojat Aim. de Peg. 17, 18. 

38. enfenha. Das Vcrbum enfenher „erheucheln" ist von Rayn. nicht 
belegt. 

39. autreis etc. Der Sinn der beidcn Verse scheint zu sein: „Wenn 
Ihr nachgebt, so werden dic Franzoscn dcn Vertrag nicht haltcn". 

41. escamus. Das Wort findct sich nicht bei Rayn. Es scheint des 
Reimes wegen aus ,,escamos" gcândcrt zu sein, welches vom lat. squamosus 
„schuppig" herkommen wúrde, das aber schon im Lateinischen in ubertragener 
Bedcutung „rauh, grob" gebraucht wird. 

44. vesloreiqueus. Die Hss. lesen: „veous lo bon rei qucous". 
Zunâchst ist eine Silbe zu viel , die durch Streichung von „bon" entfernt 
werden kann; noch besser, wie T. dcr Caesur wegen vorschlágt, durch Vcrwand- 
lung von „soli'" in „sol" (das Prâs. von soler im Sinne des Pràt.); „queous" 
ist in „queus" zu ândern. Ebcnso, môchte man mcinen, miisste aus „veous" 
„veus" gemacht werdcn. Dem widcrspricht abcr dcr Sinn, dcnn der Ausruf 
wâre doch nur denkbar, wenn der Kònig Peter noch lebte. Ich schlage 
dahcr „vcs" vor, mit der Bedeutung „gegenúber, an", gerade wie in: 
s'cs mal menatz Guis vas mi 8, 47; enves me nos pot escondire 10, 9; ahn- 
lich: vas bon pretz avol mestier non a 7, 20; s'ieu anc falhi vas vos neis del 
pensar 15, 15; quan sercm sol en cambra . . falham poders davas mon com- 
panhier 15, 17; vas mi son perjurat trei palaizi 21, 16. 

44. queus soli' onrat tcner. Eine Aenderung in „onratz" ist nicht 
nòthig; denn tencr qn. mit dem Acc. eines Adjectivs heisst „Jemanden in 
ciner Eigenschaft, cinem Zustandc erhalten". z. B. : jove se te, quan a 




243 



adreg coratge 7, iq; ebenso v. 21, 23, 27, 29, 31; joi d'amor mi solion . . 
tener gai e cantador 1 1 , 3 ; per quel deu hom la tremueja totas sazos tencr 
vucja 27, 14; que la genser del mon mi tenha gai, jausen e desiron 34, 16. 
tenrant porta scrrada 36 , 23. Im vorlicgendcn Falle handelt es sich jedoch 
um einc andrc Construction , in wclcher tener zwar auch mit dem Acc. 
cines Substantivs und einem Adjectiv verbunden ist, jcdoch mit dem Unter- 
schiede, dass letzteres nicht wie oben als Accusativ, sondern als Neutrum im 
Sinne eines Adverbs aufzufassen ist, also unverànderlich blcibt und dass tener 
mit diesem neutralen Adjectiv zu einem Begríff zusammenschmilzt. Dicse 
Construction findet sich namentlich in Ausdríicken wie „tener qn. car, vil etc", 
wo dieselbe Form dcs Adjcctivs auch im Femininum bleibt, t. B. aus Bertran : 
s'ieu autra dompna raais deman ni cnquicr mas vos cui am e desir e tenh 
car 15, 24; prcc li que tenha car s'amor 37, 30. Andre Stellen: dompna, cui 
desir e tenc car I, 41; mon volpilhatge tenh car Marc. 7, 41; l'uns amics vol 
l'autre vil tener B. de Vent. 42, 19; sim pert ma par cm ten vil R. d'Or. 10, 
5; mi ten mi dons tan vil ib. 26, 49; ieu la tenrai car P. d'Alv. 17, 39; el 
(sc. das Herz) garda vos (sc. die Dame) eus ten tan car F. de Mars. 8, 21 etc. 
Dass in diesen Wcndungen das Adject. immer adverbiale Geltung hat, wird 
durch den Umstand bewicsen, dass an Stelle des Adjectivs auch adverbiale Aus- 
drûclce mit demselben Sinne vorlcommen, z. B. bei unserm Dichter : am (sie môge) 
mais un pro vavassor, qu'un . . duc galiader, que la tengues a desonor (= vil) 
37. 33î anderswo: pres sui de son pretz tenir en car (= car) Guil. de Poit. 
8, 41 ; se meteissa ten en car Marc. 15, 32. Hierher gehôrt also auch der in 
Rede stehende Fall; „onrat tener" ist glcichbedeutend mit „onrar". — Eine 
dritte Construction von tener mit dem Accusativ und einem Adjectiv wird in 
der Anm. zu 25, 6 besprochen. 

45. lui s. Anm. zu 4, 18. 

46. si dorm'. Ueber „si" zur Einleitung des Nachsatzes s. Diez 
Gr. DJ, 344. Der Sinn ist wohl „der Môrder Eures Kònigs mag ruhig 
schlafen, Ihr werdet ihn nicht beunruhigen". 

51. etz falhit. Die Lesart der Handschriften „es faiUitz" enthàlt 
augenscheinlich einen Fehler, da die Aragonier angeredet werden. 

52. laig razonar. Das consecutive „que" kann fehlen, wenn es im 
Hauptsatz durch ein Adverb der Intensitàt vorbereitet ist , z. B. non son tan 
gabador, ben non atendol pascor 28, 30; tant creis e monta e poja cella qu'es 
de totz engans voja, sos pretz a las autras enoja 37, 3; U sap far tan entier' 
honor, non vol mas un sol prejador 37, II. Dieser Gebrauch ist auch sonst 
hàufig, z. B. : venç Boeci ta gran[s] dolors al cor, no cuid aprob altre dols li 
demor Boet. 42; ella's ta beUa, reluz ent lo palaz ib. 162; anc tan suau nom 
adurmi, mos esperitz tost no fos la Rudel 3, 19; ni tan d'ira non ac de sa, 
mos cors ades no fos aqui ib. 3 , 2 ; tant ai mon cor plen de joja , tot me 
desnatura B. de Vent. 44, 2 etc. 

52. fai. Faire wird zuweilen in dem Sinne von „esser" gebraucht: 
1) wenn von Naturerscheinungen die Rede ist, wie noch nfr., z. B. quant fai 
chaut Cerc. 3, 2; quan fai lo dous auratge Arn. de Mar. 10, 15; apres bel 
jorn ai vist far nuoich escura F. de Mars. 16, 8 etc. 2) in Verbindung mit 
dem Neutrum eines Adjectivs, und zwar a) persônlich, z. B. trop parlars 
fai pieg que pcccatz críminaus R. d'Or. 18, 55; cntre araics dezacort (des 

16* 



Digitized by Google 



244 



Reimcs wcgen statt „dezacortz") m'enoja em fai peitz de mort Moine de Mont. 
10, 62 ctc. b) unpersônlich, z. B. lai vcrs nadau fai atrestau, que vos 
falh chans e vis e pas Marc. 41, 9 ctc. So bei unserm Dichter: de quc par 
a la veguda, la fassa bon tencr nuda 12, 50. Wenn das Subject durch einen 
Inf. vertreten wird, so verbindet sich manchmal das Adj. als Attribut mit 
diesem, z. B. bon chantar fai al gai temps de pascor Alb. de Sest. 8, 1 ; 
cbenso an unserer Stelle „es ist nicht angenehm, Eure Fehler zu vertheidigen". 
Dass das Adj. hier in der That Attribut ist, erkennen wir daraus, dass im 
Comparativ nicht die sachliche, sondern die mânnliche Form verwandt wird, 
so bei Bertran: porc . . fai melhor escoutar que vos 24, 1 j; ebenso in ciner 
Stelle aus dem Roraan de Jaufre: mais no m'o lcU aras comtar, car enant fai 
melhor auzir „es ist bcsser weiter zu hôren" Chr. 247, 32. — Deber „faire" 
mit der Bedeutung „sein" in der Verbindung „faire a" und dem Inf. s. Anm. 

zu 35. 39- 

7. (cf. Biogr. pag. 92.) 

I. quan. Auch diese Conjunction kann einen Substantivsatz einleiten: 
em platz quan la treva es fracha 22, 15; cm plai quan los vei desfar 27, 4; 
a rci armat lo tcn hom a flaqucsa quand cs cn camp e vai querre plaidei 31, 
36. Zu demsclben Zwcckc dient auch ,,si": peza H si nulha rel casti 17, 30; 
pezam sil vei follcjar 35, 15; cu loi pcrdo sim fe mal far 35, 57. Es gilt 
jedoch auch von diesen Stellvertretern von „que" das, was zu 1, 2 von „car" 
gesagt ist, dass sie nâmlich immer den Indicativ nach sich verlangen. 

4. aitans d'efans konnte bleiben s. Diez, Gr. III, 152 (T). 

que Pus puesc' esser pros. In einem Consecutivsatz steht in zwci 
Fâllen dcr Conjunctiv : crstens, wcnn, wie hier, dic Folge eine beabsich- 
t i g t e ist ; andre Belcge aus Bertran sind : vuolh , n' Aimars lo raeschis «'n 
Guis fasson partizos tan cngals c'us no s'cn planha 8, 40: vai dirc a'n Bos 
ques captenha tan bc qu'ora pucsca cslire, quc amors dc son joi l'estre 10, 
51; falham poders davas mon companhier de tal guisa quc nom posca ajudar 
15, 18; volrai lo (sc. den Habicht) .. gras, debatcn, que non posca vuolar 15, 
42; per quem plai hen dcls reis vezer la bomba, que n'ajon ops paisson, cor- 
das e pom , e'n sion trap tendut 29 , 5 ; per quem plai . . quens encontrem a 
milliers et a cens si c'aprcs nos en chant hom de la gcsta 29, 8; volh un 
sirventes far tal quel coms Richartz l'entenda 35, 8; faitz vostres faitz tant 
gens queus en sega digz valens 38, 33; aissi fon pretz cstablitz qu'om gcrrcjes 
ab torneis e quaresmas et avens fesson soudadiers mancns 38, 85 ; a Peiregor 
pres del muralh , tan quei puosc'om gitar ab malh , venrai 44 , 44. Zweitens 
aber tritt der Conjunctiv in dcm Consccutivsatzc ein, wenn die Folge als eine 
nur gedachtc hingestcllt wird , dic jcdoch nicht eingetrctcn ist, wcil die 
Voraussetzung derselben nicht dagewcsen ist. Aus letztcrera Grunde ist in 
diesen Fallen dcr Hauptsatz immer ein negativer oder wenigstens ein hypo- 
thetischcr Satz , z. B. : non es tan grans lo ronhos qu'en un sol morsel o cn 
dos non Penpasses 24, 39; non ai gcs Lizinhan ni Rancom, qu'ieu puosca 
lonh ostejar ses aver 29, 14; mal estara, s'ancar villans non es tant que chas- 
cuns aja gaug, sil rcspon, c nols enoi si bels pela nils ton 34, 22; l'entre- 
senhs . . non lo puoc guizar c'om ab coutels tot nol fenda 35, 48; ja'n 
Guastons nons poira pro tcner que nons tollam lo mon de San Sevcr 40, 34. 



Digitized by Google 



245 



Beispiele fiir Bedingungssiiuc : s'icu ai nion austor bcl c niudat . ., que tot 
auzel puosca apoderar, volrai lo . . 15, 39; sil reis Felips n'agues ars una 
barga . . si qu'a Roam intres per forssa el parc . . c'om no'n pogues traire 
breu . . 29, 19; s'ieu fos aissi senher ni poderos de mi mezeis que no fos 
amoros, feira . . 40, 2. 

5. ladoncs. In diesem Worte wâre „la", das wie die andre Form „lai" 
auch temporal gebraucht wird, gleichbedeutend mit „doncs". Da es aber 
sonst nicht vorzulcommcn scheint, so ist vielleicht „c'adoncs" oder mit M 
..adoncs" zu lesen. 

renovelh. Ueber den Modus nach Vcrben des Glaubens und Denlcens 
s. Diez, Gr. III, 333. Bertran sctzt mit Vorliebc den Conjunctiv: cre 
quem destrenha (R) lo dols 26, 10; fân cujar que la gcnser dcl mon mi tenha 
ffa» 34» '6. 

0. capelaja. „Das Verb capclajar bei Rayn. ist cine undenkbare Ab- 
leitung von ..capellan" ; cs kònntc hòchstens ein „capelanciar" existircn. Etwa : 
pus c'a pel laja, wcnn sie hâssliche Haut hat" (T). 

11. „Nach 11, 13, 15 fchlcn Kommata, ebenso 17 u. s. w." (T). 

12. fa. Faire wird mchrfach in demselben pracgnantcn Sinne gebraucht: 
aquist con son . . raubador: tuit cilh gartz i clamon partz . . e qui mielhs fa, 
sordeitz a Marc. 23, 70; aurctz totz bels plazcrs d'amor ses far G. de St. 
Greg. 5, 5; . . val mais quel far qu'om cn tal cocha pren Pcirol 17, 16; sil 
faircs noi es . ., totz los autres plazcrs desfai ib. 17, 35 ; oft mit hinzugefugtem 
„lo, o": l'am mais . . quant lo ha fait o cnan? Pcirol 10, 7; major jai a drutz, 
pois si dons o fai ib. 10, 14; ab sa bona donna jai tot' una nueg e no lol 
fai ib. 17, 4; o fai c pucis s'cn vai ib. 17, 12; loi fauc una veU Moine 
de Mont. 15, 18; si loi fazia ib. 15, 22; s'ab sius colga, faitz l'o be Aim. dc 

Peg- 37. >' î 17; 33- 

14. fachelh. Das \Vort findct sich bei Rayn. nicht, scheint auch 

sonst nicht belcgt zu scin. Dagegen linden sich Ableitungen, z. B. cill qufe 

fan faitilhamens (Zauberci) c las faitileiras (Hexen) pudens seran el fuec arden 

Marc. 38, 26. Andrc gicbt das Lex. rom. III, 282. 

16. quan trop vuclha. Dcr Conjunctiv Prâs. steht, weil der Fall als 
cin gedachter, aber mciglicher hingcstcllt werden soll, cf. Diez, Gr. III, 
355 und 358. So auch nach „si" und nach „que", z. B. : sim servaU mos 
forfaitz . ., scnhcr, non er ges bos plaiU P. d'Alv. 16, 31; sos bels olhs el 
francs vis, quc ja plus nom consenta, mi dcu avcr conquis B. dc Vent. 37, 1 3. 
Kin conditionalcs „que" mit dem Conj. liegt auch wohl in eincr andcrn Slellc 
unseres Gedichtes vor : jove se te, quan noi cal dcvinar, qu'ab belh jovcnt se 
guart de mal cstar 24. 

17. Jovcsesdona. „es" lindct sich nicht in den Hss. , doch isl es 
ofFenbar einzufiïgen, da der Satz sonst ohne Verbum sein wurde. Auch die 
Analojjic zu v. 18 und 22, namentlich aber zu v. 25 ,,joves es hom" erfordern 
diese Aenderung. Dic Auslassung dcs „es" erklart sich in der gcmeinsamen 
Vorlage von C M durch dcn Umstand, dass auch unmittclbar vorhcr -cs sUnd. 

19. jovc. „Joves von C schcint mir richtig, ebenso spìiter v. 21, 23, 27, 
29, 31. Wo s in C fehlt, wird „se" daran Schuld sein" (T). cf. Anm. zu 1,6. 

23. noi steht fiir no li, s. Diez, Gr. III, 56; ebenso: er ops . . quc 
noi (sc. dem Grafen) diga de no 23, 9; de sos pres pres esmenda del rei 



Digitized by Google 



246 



quels i degra liurar 35, 30; eu loi perdo, sim fe mal far 35, 57; lo senher 
loi mandet 35, 60. 

25. enguatge. Das Verbum /eigt des Reimes wegen die frz. Endung 
-e statt des regelmassigen «a ; cf. Suchier, der Troubadour Marcabru im Jahrb. 
XIV, 307, Anm. I., wo auch Beispiele aufgefûhrt wcrden. Ein weiterer Fall 
bei unserm Dichter : ja mais jois la ira no m'esclaire 26, 60, obwohl man hier 
zur Noth auch den Conjunctiv annehmen kann. Sonst : quel roda nos vire (R) 
Folq. de Rom. 6, 33; ein andrer Dichtcr rcdet scine Dame an: per merceus 
prec que nom siatz salvatge (R). Alb. de Sist. 9, 15. 

29. quan art l'arqua el vaisselh. Sind die Geldhisten gemeint, 
sodass also das Geld nicht im Koffer liegen bleiben kònnte, sondern aus- 
gegeben werden musste? 

36. sos companhos. Das Zeichen des Dativs kann bckanntlich auch 
fchlen, so noch: 12, 27; 71; 13, 5; 31, 45; 45, 50. 

39. 1 o t e n c fehlt in C, ergicbt sich jedoch aus v. 35 ; M hat eine andrc 
Lesart. 

41. Mon ctc. „Man kònnte auch denken an: „Mon s. port de vielh e 
novelh Arnautz juglars a Richart", wo port Conj. Prâs. wâre" (T). 

44. bon fehlt in dcr Hs. Da jcdoch dcr Vcrs eine Silbc zu wenig hat, 
so muss eine solchc eingefûgt werden; „bon" findet sich bei Bertran mchr- 
fach in Verbindung mit „preU", z. B. 7, 20; 10, 18; 28, 48; 37, 19; 50; 38, 
42; 43. Sonst kônnte man auch „hom", oder „reis" wâhlen, wie 14, 72: ab 
larguetat conquier reis pretz el guazanha. 

8. (cf. Biogr. pag. 74.) 

3. plantavon boissos etc. Es scheint, dass der Dichter andeulcn 
will , dass die Barone sich in ihren Burgen verschanzt habcn , um dort dcn 
Verlauf der Dinge abzuwarten (cf. v. 6 — 8); daher schilt er sie als unent- 
schlosscn und schlaff (v. 14 — 21). 

12. dels barbaris. Barbariner sind nach Raynouard und Du Cangc 
Geldmûnzen, welche von den Vizgrafen von Limoges geschlagen wurden und 
welche ihrea Namen von einem bârtigen Portràtkopfe bckommen hatten, der 
sich auf denselben befand. Der Wcrth dersclben muss gering gewesen sein, 
wie aus folgendcr Stelle hervorgeht: sil metiatz en la ma per ver dir un 
marabeti e per mentir un barbari, lo barbarifs] guazanhara P. Card. 53, 15. — 
Ueber den Theilungsartikel cf. Diez, Gr. III, 46. Andre Beispielc aus 
Bcrtran: n'Audiartz vuolh quem don de sas faissos 12, 42; lo reis . . lau que 
mostre de sos eslais 32, 31; per vostre pro avetz fait de lor dan 34, 35. 

13. c'ab lorremanha. Es fragt sich, was in diesem Satze Subject 
ist. Rayn. schreibt „qu'om ab lor r." Dies ist aber erstens durch die Hss. 
nicht beglaubigt und ergiebt ausserdem eine Silbe zu viel. Vielleicht ist „ris" 
aus v. 9 zu erganzcn. 

14. Paris ist wohl der Rriegsruf der Franzosen ; der Sinn der Zeile ist 
also „nur dadurch, dass sie es mit den Franzosen halten, d. h. erldaren, dass 
sie franzôsisch gesinnt sind". 

22. pcr mil marcs. Mil ist neben cen sehr beliebt als Bezeichnung 
einer unbestimmten, grossen Zahl; bei Bertran: non auria mil ans camjat, qu'icu 
etc. 16, 27; m'a mandat qu'icu fassa tal chanso on sion trencat mil escut 23, 4 ; 



247 

en lor ai firaiz mais de mil agulhos 43, 3. Andre Beispiele : entre rail non tniep 
qaaranta Marc. 10, 12; amors mil homes a morU ib. 18, 50; en mil non trob 
una corau (sc. Liebe) ib. 19, 39; tals mil en auzcz braire ib. 30, 26; mil dolen 
serian del mieu gaug manen R. d'Or. I , 35 ; entrava per mais de mil ans 
tot als sieus comans ib. 12, 30; mil malastruc serion ple del malastre ib. 14, 
11; maldic lo jorn mil veU cilha ib. 26, 50; mil vetz en sui falhiu P. 
d'Alv. 17, 24 etc. 

29. malanha. Dies Wort wird von Rayn. nur mit unserer Stelle belegt 
und durch „Bosheit" ûbersetzt; letzteres ist jedoch gcwôhnlich ,,malesa", 
auch passt die Bedeutung nicht. Dicz, Gr. II, 347 fasst das Wort als Ab- 
leitung von „malum" mit der Endung ,,-anea" und ûbersetzt „Fehler". Es 
heisst jedoch wohl auch „Schadcn, Leiden, Uebel", wcnigstcns hat es diese 
Bedcutung oflfenbar in : sotz Bclfau s'acosseguen en una planha . ., ab espasas 
sc movcn dol c malanha Ross. 690. 

31. foralh bos. Bon hat auch dic Bedcutung „zugethan" ent- 
sprcchcnd unscrm „gut" in „Jemandem gut sein", z. B. or e dezir que bonam 
fos sim fazia d'amor prczcn Rudcl 6, 10; a lei de fol lìn amador m'avcU 
artcs, on pcitz nii faitz, plus bo Aim. dc l'cg. 50, 24; pcr tres razos . . li 
scrai bos R. dc Mir. 4, 28; il m'es mala ct cul sui bos Uc de St. Circ 25, 55. 

33. en ma. Man wûrde zuniichst glaubcn, dass „ma" das Subst. ,,ma, 
Morgcn " wâre und daher ûbersetzcn : „ am Morgen, friih", doch spricht dic 
Lesart „mas" von J K darúr. <lass wir lat. manus vor uns haben. Dies heisst 
nicht nur „Hand", sondern auch wie bci uns „Macht", z. B. lo paer li doncth 
totas chausas e sas mas Ev. Joh. 13, 3; sogar, wo nicht cin Mal von eincm 
lcbenden Wesen die Rede ist: nobles cors qu'en mans se met de ric loc e 
dc bas Chr. 216, 25. Raynouard fuhrt Lcx. rom. IV, 140 aus einem noch 
nicht gcdrucltten Gedichte P. Raimon's von Toulouse ,,1'ois lo novel" eine 
Stelle an, dic genau der unsrigen entspricht, indem auch dort „en ma" ohnc 
Genitiv schon „in scincr, ihrer Gcwalt" bedcutct: tant am fermamen lieis quc 
a e man me c mon sen; einc andre ist: ai! Proensals, etz vengut en ma dc 
cel dc Fransa Aim. de Peg. 1, 37. 

35. qu'cn passcs dos e dos bezieht sich wohl auf das Geschwûr; 
daher „dass er cs zertheiltc, enuveischnitte". „Dui e dui" hcisst sonst „zu 
zweien": van cridan dui e dui Mula I, 20; guerra . . fan lor paren dui e dui 
R. de Vaq. 22, 20; juglar dui e dui esteron pels bancs Flam. 721; cbenso: 
las cartas una et una tracta Flam. 2590; ac comjat pres de las domnas per 
una ct una ib. 7437; gieta las en tres e tres P. Card. 5, 26. 

38. Aimars ist ebenso wie der in der folgenden Zeile genannte Guido 
eincr der gcgen Richard rebellirenden Barone. Gemeint ist Ademar, Graf von 
Angoulême, Oheim und Stellvertreter der Mathilde, der eigentlichen Besitzerin 
der Grafschaft (cf. Biogr. pag. 73, 75). Wer mit Guido gcmeint ist, ist nicht 
panz klar, da weder unter den Empòrern noch unter den von Richard be- 
siegten Baroncn ein Guido genannt wird. Es wird aber dort hinzugefiigt, dass 
noch viele andre sich an der Unternehmung betheiligt haben, und dahcr ist 
wahrscheinlich Guido von Limoges darunter zu verstehen, der Sohn und seit 
11 99 Nachfolger Adcmars V. von Limoges, des alten Feindes Ricliards, von 
dem uns berichtet wird, dass er sich dem Aufstande gegen Richard ange- 



Digitized by Google 



248 



schlossen habe (L'Art de vér. 1. d. X, 261). — Die Verse 39 und 40 sind 
natùrlich ironisch zu verstehen. 

41. Die sechste Strophe enthâlt mehrere schwer verstândliche An- 
spielungen. Wer wird „Mariniers" angeredct? Dies war belcanntJich der 
Versteckname des jungen Heinrich, doch kann an diesen nicht gedacht wer- 
den, da cr schon circu 10 Jahre todt war. Auch die úbrígen Andeutungen 
der Strophe bin ich nicht im Stande zu erldâren. 

42. sil s. Man erwartct „sius". 

43. a rescos. A in Vcrbindung mit einem Adjectiv bezeichnet hâufig 
dic Art und Weise, z. B. : vuolh quem done ad estros la gola 12, 32; dor- 
metz a segur Ross. 8565 ; torn al plus isnel Marc. 30, 88 ; fon proeza manten- 
guda a celat et a saubuda ib. 20, 40; mas qu'a celat los sieus olhs me vire 
B. de Vent. 35 , 15; qu'anes prejan sai e lai a rescos Am. de Mar. 4 , 32 ; 
lo jorn que a celat vostrc cors entre mos bras remir ib. Brief III, 134; al 
melhs qu'eu sai la scrv Peirol 8, 20; quem consentis a celat dins sa cambra 
A. Daniel 14, 14. — Die selbe Bedeutung hat diese Prâp. aber auch zusam- 
men mit Substantiven , nicht nur denen, welche selbst cine Art und Weisc 
ausdrûcken , z. B. : fai gran sen a lei de tosa 37 , 24 ; al for de Catalonha eu 
n'ai vergonha 39, 6; viu a guisa de lombart 44, 39, sondcrn auch andern. 
In der zweitcn obcn aus Marcabrun angefuhrten Stcllc steht „a saubuda" 
neben „a celat". Derselbe Ausdruck findet sich bei Bertran: IseuU nols ac 
tant belz a saubuda (bekanntlich, offienbar) 12, 40; andre: cor al cors 10, 36; 
viu a randa dc liurazon 13, 10; a rage veirem anar destríers 25, 13 (âhnlich 
H» 35) î aD honor pretz mais pauca terreta qu'un gran empier tener a desonor 
33, 16; duc galiador que la tengues a desonor 37, 33. Einige Stellen aus 
andern Dichtern : ben deuri' esser blasmaire de mi metcis a razo B. de Vent. 
30, 16; az honor vol est scgl' e l'autr'aver R. dc Vaqu. 3, 20; a frau jauzirai 
joi cn vergier o dins cambra A. Daniel 14, 5. — Hicrher rechne ich auch 
diejenigen Ausdrûcke, welche nach Diez, Gr. III, 160 den beglcitcnden 
Ncbenumstand ausdriicken. Wie man „a desonor, a razon ctc." sagt, so sagt 
man auch „a tort", z. B. lo desiret que fan a tort a maint baron 22, 35 ; und 
die Sachlage wird nicht geândert, wenn ein Adj. oder Pron. poss. hinzutritt: 
Melhau, quel coms li tolh . . a gran tort e Marcelha li tolh a gran soan 42, 
6 und 7; al seu tort nom dones lezer (sc. zu hoffen) 10, 10; àhnlich: 
m'enoja .. quan sai que tenson a lor torl Moinc de Mont. 10, 63 (in dcr 
Anm. zu dieser Stelle in der Ausgabc von Philippson giebt Toblcr zwci 
weitere Beispiele); mais aic de joi que quim des Corrozana, car a son grat 
m'en esgau 19, 40. 

45. pe'n. Die Pràp. wird nicht nur mil dem Art. zusammengezogcn, 
wie in „pels" v. 41, sondern auch mit „cn", z. B. : si non fos pe'n Bcrnardet 
Flam. 1740; so oft. 

49. Frcdcris. Gemeint isi der Kaiser Fricdrich Barbarossa, Vatcr 
Heinrichs VI. von Deutschland. Letztercr ist Subject in v. 52, Ersterer in 
v. 53- 

50. fcira. Das aus dem lat. Plusqu. hervorgegangene Condilionncl er- 
fùllt auch zugleich die Functionen des Conditionnel passé, so hier und : reis 
dels cortes . . foratz, senher, si acsetz mais viscut 26, 15; lo bons reis Garsia 
Ramitz cobrera, quan vidalh sofrais, Aragon 32, 37 ; dc sos prcs pres esmenda 



Digitized by Google 



249 



del rei, quels i degra liurar 35, 30; quan viu vostre joglar . . ja nous degrau 
restar 39, 19. Dass es abcr daneben auch die Bedeutung des Conditionnel 
der Gegenwart hat, ergiebt sich aus 10, 6; 14, 7; 40, 1 sq. ; 41, 1 sq. etc. 

51. na Enris. Das Wort „na" heisst der Regel nach „Frau", doch 
schelnt es auch die Bedeutung „Herr" haben zu kônnen, wenigstens kommt 
es mehrfach in diesem Sinne vor. An unserer Stelle schreiben sâmmtliche 
Handschriften ..naenris'" (F „na henris"). Ebenso verhâlt es sich 13, 7: „pois 
na Enrics terra non ten ni manda", wo von dem jnngen Heinrich die Rede 
ist Vor demselben Namcn Enric haben auch bei Folq. de Lun. 4, 23 beide 
Hss. „na". Bertran braucht diesc Form jedoch auch sonst. Eine andre Stelle 
ist „na Tempra, vos est trop leugiers (R) 16, 22, wo dic mânnliche Form des 
Pradicates beweist, dass auch das Subject ein Masculinum ist. Derselbe 
Tempra kommt aber noch òfter zusammen mit „na" vor, zuerst in demselbcn 
Gedicht 16, 29, wo also an einen Wechsel der Person nicht zu denken ist; 
sodann 36, 47 im zweiten Geleit, wo Bertran „na Tempres" anredet, nachdem er 
im ersten bereits zu sciner Dame gesprochen hat; endlich 38, 89 in dem 
Gedichte, in welchem er sich des Besitzes der Liebe von Frau Maenz riihnit, 
und wo er in dem Geleite scinem „na Tempra" mittheilt, dass ihm mchr 
Freude zu Thcil geworden, als wenn cr Kònig warc. Endlich begegnet uns 
„na" in der Bedeutung „Herr" noch ein Mal, námlich: Lo coms m'a mandat 
per na Raimon Luc d'Esparo 23, 2, wo „na" durch dic Handschriftcn AC 
D J K gestiitzt wird , wâhrend die jûngern und weniger guten F M R das 
danach synonyme „en" lcsen. 



2. ol. Der crste Bestandtheil dieser ZusammenseUung ist wohl nichl 
nichl „on", da das „n" in diescm Worte nach dcr Rcgel fest ist, sondcrn 
„0" lat. ubi. Dasselbc erscheint noch ein Mal bei Bertran: de la dolor om 
mes cil quem degra valer 10, 6. Dies Adverbium „0" kommt bereits im 
Boetius vor: lai o solien las altras leis jutgar Bt. 61; lo mas o intra inz es 
granz claritaz ib. 163. Zwei andre Beispicle linden sich in dem Gcdichtc 
Chastel d'Amors: las maizos dels borgcs, o l'estraing fan lor conres Chr. 
271, 9; aqui o es major atz ib. 271, 18; weitcre sind: en paradis, el loc 
melhor, lai ol bos rcis de Fransa es G. de Bcrg. 9, 38; ma don' o son tuit 
bon deich pausat en bclla faizon R. de Vaq. 18, 39; lai om retenc G. Faid. 
36 , 23 ; lai om vengron sici huolh trahir ib. 38 , 13; Arnautz dreich cor lai 
ous honor A. Daniel 6, 63. Dass ûbrigens die Mòglichkeit vorliegt, dass 
„on" dennoch ein „n" mobile hat, ergiebt sich aus der Analogie von „don", 
welches das n abwerfen kann , z. B. : chansson dolh mot son plan e prim 
A. Daniel 6, l; sim fos saber grazitz . ., do pogues conquerer . . senhor G. 
Riq. Sim fos saber 4. 

5. mes m'a en tal cadena. Aehnlich sagt Peirol: ab suau cadena 
mi destrenh cm lia 15. 27; auch Raimbaut von Orangc singt: amors m'a mes 
tal cadena, plus doussa que mcl de bresca 41, 29; Bernart von Ventadour 
drûckt seine Befriedigung , von der Liebe befreit zu sein, so aus: Dieu lau, 
fors sui de cadena, e vos eU remasut en la follor 2, 1 2. . Umgckehrt : ab suau 
cadena mi destrenh c lia Peirol 15, 27. 

9. Lena ist cine Abkiirzung íûr Elena, z. B. : cui ieu sui plus fis c'a 



9. (cf. Biogr. pag. 21.) 




*5<> 

Lena Paris G. de Boni. 28, 26. Lied 19, 7 schreibt Bertran des Reimes 
wegen „Lana". 

10. fait ai longa carantena. Auch dieses von den lcirchlichen 
grosscn Fasten hergenommene Bild ftndet sich wôrtlich bci Bemard von 
Ventadour: ieu l'amava finamen; fait ai longa carantena 2, 40. 

12. digous dc la Cena „der Griindonnerstag, der Tag dcr Einsetzung 
des heil. Abendmahls" nfr. la jour de la Cène, z. B. : dec a manjar et a 
beurel pimen lo íilhs dc dieu lo dijous de la Cena als apostols Dkm. 82, 35. 

18. las tres de Torena cf. BiogT. pag. 13. 

19. sobre lor mais. „Sobre" vcrtritt nach einem Comparativ zuweilen 
„que", /. B.: lo sap sobre toU plus palen P. de Capd. I, 6; odcr ist gleich- 
bedeutend mit „mehr, als" : val sobre amar doussors Aim. dc Peg. 39, 34. 

20. plus quc íîs aurs sobr' arcna. Ein zicmlich glciches Bild 
braucht der Dichter spater noch ein Mal: aitant cum aurs val mais d'azur, 
val melhs . . sos pretz quc . . 32, 43; cf. aissi cum aurs val mais d'estanh, 
valetz mais part las melhors cen I, 45; val sobr' autras si cum aurs sobr* 
argen Aim. de Peg. 21, 52. 

22. cu no vuolh aver Ravena ni Roais. Es war ein bei den 
prov. Dichtern sehr bcliebtcr Brauch, den hohen Werth, dcn sic dem Besitzc 
cincr Sache beilegten, dadurch auszudrûckcn , dass sie denselben mit dem 
Bcsitzc eines mâchtigen Rcichcs odcr ciner wichtigen Stadt verglichcn. 
Einige Beispiele môgen dies illustriren; zunâchst aus Bertran: mais aic de joi 
que quim des Corrozana 19, 39; am dat (sc. sie) mais de rícor que s'era reis 
dc Palerna 28, 55; ieu non vuolh ges, sia mia Toleta, pcr qu'icu scgurs non 
i auscs cstar 33, 7 ; jois m'es cobitz. qu'ieu n'ai mais que s'cra reis 38, 39 ; ja 
nous dcgratz restar, quius dones Normandia 39, 20; ieu non vuolh aver Ber- 
gonha sens temer c sens celar 39, 31 ; eu no volria Gasconha ni Brctanha 
capdellar 39, 39. Aus andern Dichtern : qui m'aportaria tot l'avcr que a Soria 
Guil. de Poit. 9, 27; quim dava Monpeslier, non er laissaz ib. 2, 53; valon 
Toloza e Monpeslicr Marc. 3, 35 ; majer (sc. Freude), quc quim dava Piza P. 
d'Alv. 12, 25; ieu n'am mais so quc n'ai qu'esser reis d'Escotz e de Galics 
ib. 15, 27; cn loc dc sa ricor no volh avcr Friza B. de Vent. 44, 24; quim 
dones Roais G. de Berg. 16, 18; quim doncs Alixandra P. R. de Tol. 8, 21; 
quit donava Blaja G. Faid. 12, 55; no volgr' esser rcis d'Armaja ib. 52, 35; 
no vuelh . . aver l'emperi dels Grifos R. de Mir. 21, 12; fos mi' Alamanha 
R. dc Vaq. 3, 44; no vuolh . . aver Luzerna A. Daniel 3, 44; 10, 35; non 
vuolh l'aver que clau Tigris e Mandres ib. 4, 27; no vuelh Roam aver ni tot 
Jherusalem ib. 8, 36; no vuelh esser reis d'Irlanda P. Card. 61, 8 etc. Be- 
sondcrs hâufig wurde das Kònigreich Franhreich zu diesem Zwecke verwandu 

24. Entwedcr: „scs cuidar qu'cHam rclena" oder „quc cuides que nom 
r." (T). 

35. de la Saissam defendia. Man vermisst ein „lo, es". Dies 
kann aber als Object ausgelassen werden, z. B. : ja . . sos homes non blanda; 
noncas fai el 13, 28; si non menti cel queus anct comtar 15, 36; noi gardatz 
camp ni vinha ni ort; e, si no fagz, ja . . 42, 31. Dasselbe gilt, sobald die 
Construction ins Passiv venvandelt wird , z. B. atressim sui enganad' e trahia 
com degr' esscr Beatr. de Dia 2, 7. 

37 — 40. Der Sinn ist: „Alle ihre Reize sind echt". 



*5» 



42. on hom plus n'ostaria ctc. Uebcr dic Glcichstellung zweier 
Comparative s. Diez, Gr. III, 396. Statt „on" # oder „com" steht beim 
ersten Comparat. zuweilen „aissi com", z. B. : aisi con plus la vuelh, e peitz 
m'en pren G. Faid. 7, 30; aissi çum es miels en domna beutatz . ., aissi dcu 
miels gardar sas voluntatz ib. 15, 21; enaissi cum son plus car quc non solon 
mci cossir . ., dei plus plazens chansos far Uc de St. Circ 12, t. Auch zum 
zweitcn Comp. tritt zuweilen „on" : las domnas on plus an prcjadors, on plus 
cujan que . . G. Faid. 15, 17. Ira demonstrativen Satzglicde kann der Comp. 
auch fehlen, z. B. : adcs cug m'acuelha (sc. sie), on plus m'en desesper B. de 
Vent. 24, 12; ades rccaliva mos leus cors, on pieitz m'en vai R. d'Or. 8. 21 ; 
chant, on plus ai malanansa G. Faid. 4, 8; aissi cum chascus es plus cars 
(= Werth besitzt), degra voler que G. de Born. 54, 38; qom plus mi dolh, 
ades mi creis l'amor P. R. de Tol. 6, 29; on plus li clam rnerce, nom denh 
auzir G. Faid. 35, 19; on plus esgart autra domna ni mir, non ai poder que 
ja de lieis m'estraja ib. 60, 39. Ziemlich háurìg wird auch hicr der Haupt- 
satz durch die Conjunction „et" eingeleitet, z. B. Peirol 31, 6; G. Faid. 7, 
30; 37, 42; 61, 22; Bertr. Carb. 14, 30; Alb. de Sest. 6, 9; Aim. dc Peg. 
32, 37; P. Card. 24, 12. 

45. la nuoich fai scmblar dia. Dicselbc Wcndung: sa beutal/, 
resplan tan fort, nucgz n'esdevc jorns clars e gens P. Rog. 3, 41. 

10. (cf. Biogr. pag. 18.) 

1. camja bon her melhor. Dies scheint eine spruchwòrtliche Wen- 
dung gewesen zu sein , denn sie findct sich auch sonst , z. B. : ben deu hom 
camjar bon pcr melhor F. de Mars. 6, 45. 

2. mclhz. Dies Wort wird im Prov. nicht nur als Adv. verwandt, wie 
6, 48; 22, 25 ctc, sondern auch adjectivisch als Prádicat, z. B. fora raelhs, 
s'a dieu plagues 41, 22; segon que lo melhs l'avers es 45, 13. Daher kann 
es auch substantivirt wcrden, zunàchst in neutralem Sinnc „Bessercs", wie 
hier und: araus es vcngut mclhz de be 10 , 12; cu hai tant ensenhador, non 
sai per Crist ! lo miclhs chausir II, 51; dann aber auch geradezu von Per- 
sonen gebraucht, z. B. : eu ai cor e deus do'n podcr que tan serval melhz et 
ador quc . . 10, 4; quel melhz qu'om puosc' el mon eslire pot gazanhar 10, 37. 

7. cuzet m'aucire. Cuidar c. Inf. ..beinahe etwas thun" entsprechend 
nfr. penser, manquer, faillir fairc qc. belegt das Lex. rom. 11, 430. Einc 
andrc Stelle: a mi mezeus mi cuja far aucir (sc. meine Herrin) Aim. de 
Peg. 18, 9. 

10. „Denn sehr mit Unrecht wûrdc sie mir die Erlaubniss (sc. zu hoffen) 
verweigern." 

13. tant com etc. Diese Wendung war ziemlich beliebt. Zunâchst 
verwendct Bcrtran dieselbe noch ein Mal: de totas es na Majer sobeirana de 
quant mars e terra clau 19, 42. Andre: en tan col cels clau la mar P. d'Alv. 
17, 45; aitan quan mars clau ni serra G. de Berg. 18, 72: tan con li mars 
cnvirona P. R. de Tol. 12, 31 ; tan cum mars clau ni terra pot estendre 
Arn. de Mar. 8, 17; si com clau mars, cels ni terra G. Faid. 28, 18; aitan 
quan mars ni terra pot tener Guir. de Cal. 2, 41. 

19. fai los iratz rirc. Dies gall als Bewcis grosscr Liebenswurdig- 
keit; ebenso: leis quc fals iratz rire P. Vid. 1, 14. 



Digitized by Google 



252 



25. que se conve. Brachylogisch „von denen es sich gcziemt, dass 
sie ihr bcistimmen". 

28. „Nach „sabor" ein ; dafîir nach „consire" keine Interpunktion" (T). 

41. Guilhelms e Bertrans. Es ist nicht bekannt, wer diese Per- 
sonen sind. 

46. ,,volra wird aus der vorhergehenden Zeile herûbergenommcn scin 
fùr veira" (T). 

50. Bos. Gemeint ist Boso von Turenne s. Biogr. pag. 19. 

52. que amors. Die Hss. haben camors, doch fehlt dann dcm. Verse 
cine Silbe. — que kônnte aufgefasst werden als Acc. Sing. des Pron rcl., 
sodass „1"' pleonastisch daneben stánde in dem Sinne, wie zu 4, 37 besprochen 
worden ist. Es ist aber wohl richtiger, darín die Conjunction „que" zu sehen. 
Diez sprícht Gr. III, 380 davon, dass statt eines von einer Prâposition ab- 
hangigen Relativuras zuweilen dic Conjunction „quc" und ausserdem das ent- 
sprechendc Pron. pers. mit derselben Prâposition eintretc. Diese selbc Con- 
struction findet sich jedoch auch, wenn das Relativum ira Dat. oder bn Acc. 
stchen sollte , z. B. : greu er pros domna c'ades calque drutz hom no li'n 
devi Chr. 218, 37; non sai domna . . qu'amar no la pogues B. de Vcnt. 12, 26. 

11. (cf. Biogr. pag. 51.) 

I. Cortz. Nach Grutzmachers Copie im Archiv 34, 187 hat A „Tom"; 
in J K d ist der crste Buchstabe ausgelasscn und dcr Raum daíïïr frei ge- 
blicbcn. Bartsch schrcibt aber mit Recht in seinem Vcrzeichnissc „cortz", 
da der Sinn dies verlangt. 

4. lieis ist aus Versehcn untcr dcm Textc wiederholt. 

9. vcirctz etc. Derselbe Ausdruck: auziretz . . cansos anar e venir 
G. de Born. 51, 42. 

12. e m'onransa. Dies scheinl die Lcsart der Vorlage von A gewesen 
zu sein, wonach „m'onransa" ebcnso wic „mon chant" Object zu sofrir wàre; 
richtigcr wohl mit JKd: en m'onransa. — Dic folgenden Worte : ..falls er 
ihrcr trefflichcn Person (= ihr, der Trefflichcn) gewâhrt, dargebracht wird". 

13. adrei. Auslautendes t fállt mehrfach dcs Reimes wegen ab; so 
in: adrci noch 31, 43; drci 31, 6; au statt aut, alt 19, 22; hintcr cinera Con- 
sonantcn in: rccor 37, 6t. Letzteres kommt jcdoch auch ausserhalb dcs 
Reimes vor, g. B. esgar 19, 25 etc. 

14. Lies: dcls comtatz „aus dcn Grafschaftcn" odcr „von dcn kleinen 
Grafen" (Ti. 

15. Terra-Mcnor s. Biogr. pag. 52. 

25. dc lor. Tobler schlágt: dcl lor „des Ihrigen" vor ; doch ist 
vielleicht „de lor" zu lassen und auf die Machtigcn zu beziehcn, von denen 
die kleinen Vasallen in cincm Kriege mehr Vortheil habcn, weil dann ihre 
Bundesgcnossenschaft durch Zugcstandnisse erkauft wird. 

26 sq. Ein ahnlichcr Gedankc tindet sich noch ein Mal bci unscrm 
Dichter: gucrra fai dc vilan cortes 22, 13; auch sonst, z. B. : grans guerra . . 
fai mal senhor vas los sieus afranquir Pcire Card. 4, 16. 

57. Dieser Vers hat eine Silbe zu wenig. 

58. „Lies: al joven rei" (T). 

62. fruir ioait „frair joaní" (T). 



253 



12. (cf. Biogr. pag. 19.) 

12. nous puosc trobar engal que fos. Das Gesctz der Folge der 
Zeiten wir«l keineswegs immer strenge inne gchalten, und zwar beschrànkt 
sich der Gebrauch eines Conjuuct. Imperf. nach cincm Prâsens im Hauptsatzc 
nicht nur bcsonders auf die finalen NebensStze, wie die Lcys d'Am. 2, 278 
behauptcn (cf. Philippson, der Mônch von Montaudon Anm. zu 12, 25). Die 
aus unserem Dichter gesammelten Beispiele beweisen dies bereits zur Genûge. 
Es sind dies ein Mal Relativsâtze, die von einem Superlativ oder einem nega- 
tiven Begriff abhangen. In diesen steht der Conj. Imp. erstens fur den 
Conj. Prâs., und es scheint fast, als sollte durch denselben der Gedankc be- 
sonders stark ausgedríickt werden. Hierhin gehòrt unscr Fall. Achnlich : no 
sai messalge tan cortes ni que melhs celcs totas rcs Arn. de Mar. Brief 
III, 22. Sodann aber wird in derartigen Relativsâtzen der Conj. Imp. auch 
gesctzt, wo man den Conjunctiv des zusammengcsetztcn Pcrfects crwarten 
sollte, da die Handlung des Relativsatzes zwar in die Vergangcnhcit fallt, 
durch das Prásens des Hauptsatzes aber mit der Gegenwart in Beziehung ge- 
bracht wird , z. B : mon gaug ai perdut el melhor rci que anc nasques dc 
maire 26, 4; vanar te podz quel melhor chavalier as tout al mon qu'anc fos 
de nulha gent 41, 19; per la melhor qu'anc se mires ni mais se mir vos tcn 
hom n, 51. Es mag hicr daran erinncrl wcrdcn, dass in allen dicsen Fállcn 
sich „anc" im Relativsatz findct und dass auch im Nfr. nach „jamais" und 
im Engl. nach „ever" mit Vorliebe das Passé défini resp. das Imperfect gcgen- 
ûber dcm Perfect gebraucht wírd. Ohnc ,,anc": non cs res, qu'a pretz aja 
mesticr, quc tot no fos el joven rei engles (dieser war bercits todt) 41 , 20. 
Aber auch in andern als derartigen Relativsâtzen findet sich diese eigen- 
thiimliche consecutio temporum, z. B. : eu nous quier al mas que fos tant 
cobeitos d'aquesta cum sui de vos 12, 61; al rci valen, sirventes, diras 
qu'enanz quc passes lo pas, gart ben si l'es foudatz 18, 33; m'ajut cum cobrcs 
Autafort 21, 5; prec li que am mais un pro vavassor qu'un comte o duc 
galiador, que 1» tengues a desonor 37, 30 ; non crezatz que fos vas aquest dan 
(sc. dcn Tod des jungen Hcinrich) el segle plors ni ira 41, 15. Aber der 
umgekehrte Fall, dass nâmlich auf ein Tcmpus der Vcrgangenheil der Conj. 
Pràs. folgt, ist nicht seltener, z. B. : non vi hom tant pro ni dond sa lauzors 
tant pel mon s'empenha (R) ni si lo revenha (R) ni que l'an cercan 26, 49; 
nois cuges qu'a son home s'autrei 31, 20; el bon reis cobraral, sol si atur 32, 
40; volc en mais l'aver portar, que hom totz sos prcs li renda (R) 35, 3t ; 
l'entresenhs . . non lo puoc guizar, c'om ab coutels tot nol fenda (R) 35, 47. 

13. ni sos rics cors. \Venn mehrere Relativsâtze coordinirt ancin- 
andergereiht wcrdcn, so geht die Construction zuwcilen aus der relativen in 
die demonstrative ûber ; an Stelle des Relativums tritt das persônlichc Fùtwort, 
oder, falls jencs im Gcnitivus possessivus hàttc stehcn miïsscn , das bcsitzan- 
zeigende; so bei uns. Andrc Beispicle: qu'una non porta benda qu'eu prezcs 
per esmenda jazcr, ni fos sos drutz Guil. dc Cab. 5, 44 ; tals mi rete qu'es plus 
bela assatz e sos pretz enansatz G. Faid. 18.44; <l ui cs conoiscns e mezura 
li platz et es ab el vcrtatz, de tot sap far son pro G. Riq. Pcr re non 222. 
Dicse Construction findet auch namentlich im Englischen Anweudung z. B. : 
hc wliom ncxt thysclf of all the world I loved aml to him put thc manage 



254 



of my statc Shakesp. Tempcst t, 2; tlic workcrs of iniquity. which speak peace 
to their ncighbours, but mischief is in their hcarts Psalm 28, 3. cf. Matzner, 
eng. Gram. III, 551. 

22. bcls Cembclins ist ein Vcrstccltnamc, der auch iq, tt vorkommt, 
ciner Stelle, aus der hervorgcht, dass Bertran einst zu ihren warmen Verehrcrn 
jjchòrte. Wer damit gemeint, lâsst sich nicht bestimmen. Auch Peire Vidal 
braucht dicsen sclben ,,senhal" zwei Mal: 16, 53 und 24, 79. 

27. n a E 1 i s ist offenbar Elise von Monfort. einc Schwester der crzûmten 
Mathilde. 

31. de Chales la vcscomtal vuolh etc. Die Vizgrâfin von Chalais 
scheint identisch zu sein mit Frau Tibors, die in Bertrans Liebschaft mît 
Mathilde von Montagnac eine Rollc spieltc, denn in der „razon" zu 38 wird 
crzâhlt, dass der Gatte der Frau Tibors Herr von Chales, von Berberil und 
Montausier war. Genau gcnommen hitte Bertran nach der zu 4, 1 gegebenen 
Regel „la vcscomtals", also den Nominativ schreiben mûssen. Es ist dahcr 
entwcdcr anzunehmen, dass der Dichtcr hier dem Reim eine Concession ge- 
macht hat, oder aber, dass der Ausdruck verkûrzt ist aus „de la vercomtal 
de Chales vuolh", wo also ein „de" weggefallen wâre. 

33. els mas amdos. Man „Hand" ist zwar der Regel nach weiblich, 
doch wird es schon von den âltesten Zeiten an, obwohl nicht hâufig, daneben 
auch mànnlich gebraucht, cf. Diez, Gr. II, 19, woselbst auch einige Bei- 
spiele. Andre sind: zunachst noch eins bei Bertran selbst: dcls homes qu'el 
nos a traitz d'entrels mas 33, 32 ; sodann : la boqu* . . el[s] mans els bratz B. 
de Vent. 35, 20; mans jons R. de Mir. 22, 15; Folq. de Mars. 13, 24: mos 
mas dins los vostres tinc G. de Berg. 13, 19; quels vostres mans A. de Mar. 
24, 34; G. de Born. 25, 53; dels mans ib. 55, 30; als mans ib. 68, 103; el col 
els mans P. Vid. 22, 65. Ausserdem zâhlt P. Meyer die in der Flam. vor- 
kommenden Beispiele im Lexicon auf. 

36. Rocacoart. Eine Baronie in Liraousin, heute ist Rochechouart 
eine klcine Stadt in dem Dep. Haute-Vienne. 

38. Iseutz, la dompna Tristan. Dicse beiden Helden der breto- 
nischen Sagc wcrden von den prov. Dichtern mehrfach zitirt. In dem Buche 
„Ueber die den provenzalischcn Troubadours des XII und XIII Jahrhunderts 
bekannten epischen Stoffe" Halle 1878, stellt Birch-Hirschfeld die betreffenden 
Stellen zusammen, doch sind noch weitere hinzuzuíûgcn, z. B.: car ieu begui 
de la amor.. ab Tristan , quan lalh des Yscus gen R. d'Or. 32, 27; Iseutz 
estet en gran paor, puois fon breumeus conselhada qu'il fetz a son marit 
crezcn etc. ib. 32, 43 sq. ; anc servidor meins antiu non ac la bel' a cui servi 
Tristans R. de Mir. 1 3, 44. In einem demselben Dichter mit Unrccht zuge- 
schricbenen Liede heisst es; seri' eu gais e d'amor benanans plus que no fo 
per s'amia Tristans [R. de Mir] 45, 34 ; endlich : quez anc no amet tan Tristanz 
Ysolt la bella Folq. de Rom. 2, 24. 

40. a saubuda s. Anm. zu 8, 48. Neben dem meist gebriuchlichen 
Fem. flndct sich in dicscr Verbindung zuweilen auch das Masc. „saubut" z. B.: 
malvestat vei cspandir ves totas partz a saubut P. Card. 18, 38; lo mons es 
perpres d'enjan tant qnel pus l'obran a saubut G. Riq. 48, 7; el dart intra 
pcr huelhs . . o per tot a saubut ib. Als subtils 306; una causa que dieus 
hi fes . . a saubut Dkm. 243, 9. 



Digitized by Google 



255 



4í. n'Audiartz ist wahrscheinlich Audiart von Malamort, einc Freundin 
dcr Mariu von Ventadom, cincr andcrn Schwestcr iler er/.iirntcn Mathilde. 
Diese Audiart lieh ihrc Hand zu ciner Intrigue gegcn den Dichtcr Gaucelm 
Faidit (cf. Dicz, L. u. W. 364, und Robcrt Mcycr, das Leben des Trobadors 
Gaucelm Faidit p. 30 sq.). Ausscr Gaucclm brauchcn auch P. Vid., 1». de 
Capd., R. dc Mir. und Aim. dc Bclenoi denselben „senhal" (cf. Romaniall, 433). 

43. gcnliazos. „Das von Rayn. angenommcne gcnliazo, ..gentillcsse" 
ist einc ganz undenkbare Bildung. Am Endc dcs Vcrscs steht wohl „liazos" 
= frz. ..liaisons", cin Wort, das Rochegude anfûhrt. Aber was geht vorher? 
..quelh estai gen liazos, denn einc Verbindung stcht ihr wohl" oder „qu'ilh 
csten gen I., denn sic strcclct schòn Bande aus?" (T). 

47. Mielhs-dc-ben. Dieser Versteckname kommt sonst bci Bcrtran 
nicht vor und kann nicht gedeutet werden. Folq. de Mars. braucht ihn 2, 3. 

48. cors prczan. „Prczar" hcisst nicht nur ..schâtzen", sondern auch 
.Preis, Tûchtigkeit bcsitzen" , z. B. Chansos, vai dir a'n Blacatz cn Proensa 
qu'el fai valor valer c prctz prczar Aim. dc Peg. 8, 56 ctc. Daher ist auch 
„prezan" fast gleichbedcutend mit „prezat", so hier und: lo desiret que fan 
a tort a maint baron presan 22, 35 ; del bon rci prczan 26, 78. 

50. fassa bon. s, Anm. zu 6, 52. 

52. de na Faidid' autretal vuolh sas bellas dcnz. Na Faidida 
„die Vcrbannte" ist wohI ebenfalls ein Verstcckname. — Ucber dcn pleo- 
nastischen Gebrauch des Pron. poss. s. Diez, Gr. III, 73. Derselbc kommt bei 
Bertran mehrfach vor: non vi hom . . tant guerrejan ni dond sa lauzors tant 
pel mon s'empcnha 26, 49; nos autre (sc. stehen davon ab) per s'amor del 
senhor de Molïerna 28, 8 ; sofrc quel fals fenhedor s'anon fenhen de s'amor 
dc lcis cui bos pretz governa 28, 47 ; del rei tafur pretz mais sa cort c son 
atur 32 , 34 ; auran del comte s'amor privada 36 , 28 ; non sap son aflar de si 
donz ni sa besonha 39, 13. 

56. Bels Miralhs „schôner Spiegel" ist der ..senhal" fur eine nicht 
bckanntc Dame. 

61. Belz Senher ist nach dcm Zusammenhang offenbar der Vcrsteck- 
name fûr Mathilde. Auch mit „Aziman" v. 71 kann dieselbe gemeint sein, 
denn <lieser Ausdruck „Magnet" war cine allgemein gebráuchliche Bezeichnung 
fûr die Geliebte. 

13. (cf. Biogr. pag. 31.) 

3. granda. Uebcr die Femininform s. Dicz, Gr. 11,73. Ein wcitercs 
Beispiel bei Bertran : gart ben si l'cs foudatz granda (R) 18, 36. 

8. sia reis dels malvatz. Diese Wortc cnthalten cinc Parodie auf 
Heinrichs Titel als „joves reis". 

12 und 13. Diese Vcrse sind eine Anspielung auf Arnaut von Beaulande 
und auf dessen Nachkommen, Guillaume d'Orange, welchcr bei der Einnahme 
von Orange auch den Thurm Gloriette, bei uns „Tor Mirmanda" genannt, 
erobertc. cf. Prise d'Orange ed. Jonckbloet. 1854. 

17. Cobcrlanda ist Cumbcrland ; zu ergânzen ist wohl „reis" aus dem 
folgenden Vcrsc. Monsorcl, jctzt Morsoreau, ist, wic Diez bereits miltheilt, 
eine Stadt in Anjou unweit Saumur ; Cande ein Schloss in derselben Provinz. 
22. coms palatz „comes palatii". afr. qucns palais. Das Fehlen des 



Digitized by Google 



256 

Gcnitivzeichens, das sonst nur vor persònlichcn Begriffen ausfallen darf, erltlârt 
sich wohl durch die wòrtliche Hcriibcrnahme des amtlichen latcinischen Aus- 
drucks in das Romanische. 

23. Landa ist dcr cbcne Landstrich im sûdwcstlichem Frankreich, etwa 
von Bordcaux bis zum Fusse der Pyrenáen, dem seine Naturbeschaffenheit 
den Namen „Heide, Steppe" gegeben hat. Auch das heutige Departement 
daselbst hcisst Landes. 

24. Basatz lat. Vasates, heute Bazas, ist eine Stadt in der Gascogne, 
Dep. Gironde, nicht weit vom linken Ufer der Garonne gelegen. 

25. cl son de n'Alamanda „nach der Mclodie, die Weise von Frau 
Alamanda." Es scheint die Melodie gcmeint zu sein, ûber welche dcr Tcxt 
des vorliegenden Gedichtes gelegt worden ist. Solche Bezeichnungen kommen 
auch sonst vor z. B. : un sirventes . . el son d'en Arnaut Plagues Uc de St. 
Circ 21, 4; un sirventes en aquest son d'en Gui ib. 42, I. 

28. anz asctga els aranda. Es ist auffallig, dass das Pronominal- 
object. das zu beiden Vcrsen gehòrt, sich beim zweiten befindet. 

31. Garlanda ist eine franzòsische Baronie; die drei Brûder von Gar- 
landc hatten im Anfange dcs Jahrhunderts untcr Kônig Ludwig VI eine 
bedeutende Rolle gespielt. „Dic von Garlanda" ist also einc Bczeichnung 
fur dic Franzoscn, wcshalb Heinrich auch aufgefordert wird, mit seinem 
Schwager d. h. mit dcm franzôsischen Kònig Philipp U August zu turniren. 

33. Bresilianda ist, wic Diez hervorhebt, ein Wald in der Bretagne, 
der auch mit der Arthur-Sage verflochten isl. Gottfried von der Bretagne 
war der drittc Sohn Heinrichs n. 

14. (cf. Biogr. pag. 36.) 

2. a l'auzen. Dies ist nicht mehr Gcrundium, sondern bercits Verbal- 
substantiv. Den Uebergang bildcn VVcndungen wie : sal en estant Boet. 68 ; 
mc levi en sezens, apres retorni m'eu jazens Arn. de Mar. Brief III, 119, 120. 
Dagegen liegt cin Substantiv vor, sobald dic Fonn von dem Artikel resp. dem 
Pron. poss. begleitet ist oder den Genitiv regirt , z. B. : ajudar puosc de mos 
conoissens 29, 15; parlen tot son auzen Ross. 6779; en son jazen enrrels 
bratz sa molher ib. 6800; qui mos bons nous metz enten , bcn er plus nous 
a son viven R. d'Or. 1,6; si veira ja cst fis amans a son viven lo jom 
quc . . Arn. de Mar. Brief III, 133; cum si chantes de tal guisa qu'autrui 
chantan non ressemblcs P. d'Alv. 1 2, 5 ; pcrt vostr' amor e vos qui son escïen 
mentis Moine de Mont. 12, 28 etc. s. Diez, Gr. III, 261 Anm. — Alt- 
franzòsische Beispiele gicbt Tobler im Jahrb. VIII, 347. 

4. d'aquest juec hângt von „ieu chan" ab; der Krieg wird mit dem 
Bretspiel verglichen. 

7. l'agral mit dem „ihn" ist Richard gemcint, mit dem der folgenden 
Zcile dcr Kònig Hcinrich n. Lciztcrer ist auch Subject in v. 9. 

8. Engolmes ist der BezirU von Angoulémc, eincr Stadt dicht an der 
Charentc. Dics Gcbict , Angoumois , bildet zusammcn mit Saintonge , dem 
Centonge des nachsten Verses, das hcutigc Dep. Charente. 

12. Finib us- Ter ra. Hicrmit ist wohl der westlichste Theil der Nor- 
mandie, das jetzige Dtp. Finisterre gemeint. 

14. que nol vendon. Das „que" ist das lose ankniipfende, wclches 



Digitized by Google 



257 



verwandt wird, um ein nâher bcstimmendes Verhâltniss anzufûgen. Diez, 
Gr. m, 339. 

15. ni del tot etc. Es scheint ein Fehler in der Ueberlieferung vor- 
zuliegen. Der Satz mit „si", der oflfenbar ein Nebensatz und zwar dcr Be- 
dingung ist, hat nâmlich lceincn Hauptsatz. Ich glaube daher, dass der Ab- 
schreiber „ni" sUtt „crei" gelesen hat, sodass also letzteres wieder hcrzu- 
stellcn wâre. 

15. desenferrar. Dics Verb ist bisher anderwcitig noch nicht belegt. 
18. mai etc. Der Eber laufl bekanntlich, wenn er wúthend ist, geradc 
auf dic vorgestreckte Klinge los, sodass er selbst sic sich in die Brust rennt. 

21. sojorn d'Anglaterra. Dieser Ausdruck gehòrt zu den Fâllen 
der freiesten Verwcndung des Genitivs , dencn namlich , wo durch denselben 
nur ausgedríickt wird, dass der abhângige Begríff in die Sphâre dcs regiren- 
den fallt, zu ihm in Beziehung steht, wâhrend dem Zusammenhangc ùberlassen 
wird, das genauere logische Verhâltniss festzustcllen. Es ist dies ein Genitiv 
dcr Bcnennung im weitern Sinne, der auch im Nfr. mehrfach Verwendung 
findet, z. B. le voyage de Paris, le chemin du tombeau , la descente du fossé 
(in den Graben) cf. Mátzner, Gr. 483. Das gleiche Verhaltniss waltct ob in : 
escutz traucar e desgarnir veirem a l'intrar de l'estor (bcira Eingreifen in den 
Kampf) II, 33 ; ebenso in : e'n laissei l'anar d'Espanha Moine de Mont. 1 2, 32 
(cf. Anm. zu dieser Stelle bei Philippson) ; fort mc platz e m'agensa l'anar dc 
Procnsa Blacat2 5, 7. 

22. dos ans. Der Kònig Heinrich war Ostern 1182 aus England 
heríibergekommen (Lyttelton III, 366) und war seitdem in seinen franzôsischen 
Bcsitzungen gcblicbcn; demnach bezieht sich „dos ans" auf 1 182 und 1183, 
ohnc dass jedoch schon volle zwei Jahr vergangen gewesen wâren. 

24. mai quan de. Was zunàchst das „quan" betrifft, so wird dies zuweilen 
plconastisch zu „mais" hinzugeíûgt, hat also keine bcsondere Bcdeutung, z. B. : 
nom pot cossellar res mas quan sos gais cors cortes P. R. de Tol. 3, 13; res de 
be noi falh mas quan merces ib. 16, 43 ; andre Stellen : Arn. de Mar. 1 1, 36; G. de 
Born. 13, 9; 41 ; 16, 10; 48, 22; Guir. de Cal. 2, 46; Uc de St. Circ 25, 2 etc. — 
„mals" nach einer Negation heisst „ausser", z. B. 16, 3; 36, 42; 37, 11 ; 38, 
64 ; 41, 24. Diese Uebersetzung beruht auf eincr Ellipse , z. B. ist in „ ges 
autres vcrgiers non fai fulhar mars ni febríers mas vos" zu ergânzen ,,fai 
fulhar mars e febriers". Dicsclbe Ellipse liegt in unserer Stelle zu Grundc, 
nur muss, da der erstc Satz affirmativ ist, ein negativer Satz ergânzl werdcn: 
„Von allen seincn Sòhnen ist er hintergangen worden, aber von Johann" zu 
ergânzen „ist er nicht hintergangen worden". Bekanntlich ist der Gebrauch 
des cnglischen „but" genau derselbe: „he has bcen deccived by all his sons 
but by John". Andre prov. Stellen: tug amador son guay e cantador, mas 
ieu que plang e plor B. de Vent. 28, 7; eu chant, mais pcr mon Tort-n'avetz 
P. Rog. 6, 6; tug dessenero, mas sol us P. Card. Sermo I, 5. Daher bc- 
kommt „ mas " vor Zahlen wie im Engl. einfach dic Bedeutung „nur", z. B. : 
el bes quet fetz, si n'eras el fuoc ars, poz lolh grazir, fo doncs mas us baisars 
G. de Born. 17, 42 (nach A). 

25. guazan. Dies Wort wird von Rayn. nur mit unserer Stelle bclcgt 
und durch „vassal" iibersetzt, offenbar nach dem Sinn. Diesc Bedeutung ist 
aber kaum zu erhlaren. Wir habcn darin wohl eine Ableitung von „gazanhar" 

»7 



Digitized by Google 



258 



und zwar, wie ich glaube, in dessen Grundbedeutung „das Feld bauen" (Diez, 
Wb. I, 225) zu sehen, sodass ich dem Worte den Sinn „Landleute, 
Aclcerbauer" geben môchte, um so mehr, als das Dcrivatum dieses Wortes 
..guazandor" dicse Bedeutung hat, wie die im Lex. rom. III, 446 zitirtc Stelle 
..laboradors c guasandors de teras" beweist. 

27. aissilh de Lombardia. Gemeint sind wohl die oberitalicnischen 
Stadte, deren fort\viihrcnde Empòrungcn gcgcn Friedrich Barbarossa seit 1 1 54 
vielleicht sprichwòrtlich geworden sein mochten oder wcnigstens iiberall bekannt 
genug waren, um als Vergleich benutzt werden zu kônnen. 

30. Der Dichter nimmt also dic Rebellcn in Schutz. 

32. envidat. Raynouard iibersetzt „renvier" also „ûberbieten". „En- 
vidar" ist in der That terminus technicus vom Brctspiel, aber cs heisst nicht 
„ ûberbietcn ", wofûr der Provcnzale „revidar" hat, sondern „eine Invite 
machen, herausfordern, provozircn". Im Roman de Flamenca (ed. Paul Meyer) 
wird das Licbcsspiel zwischcn Flamcnca und ihrem Freund Guillaume mit 
demselben Bilde geschildert: Jugar podon a lur talan; mas nom qual dir a 
mon semblan los gais envitz que chascus fai ; . . soven envidon e rcvidon lo 
jors la mostra e la presa Flam. 6495 sq. Andrc Stellen : li point son de veire 
trasgitat e qui'n fraing un, pert son joc envidat Guir. de Calanso 2, 40 
(Chrest. 166, 1), was Bartsch mit „anfangen" úbersctzt. Bertran, a doble vos 
cnvit de la tenzon que razonatz R. de Mir. 16, 33; bos jogaire fon Bertrans 
l'envidaire, mas trop tost laisset l'envit que Guilhelms li volc faire Auzer Fig. 
3, 14; fort avetz joc marrit, que, quand es perdutz, l'envidatz Bertr. d'Avign. 
I, 42. Dem Sinne nach wurde also „renvidat" allerdings besser passen, und 
es ist nicht unmògìich, dass das anlautende r wegen des vorhergehenden „per" 
verloren gegangen ist. 

33. de valia wird nach dem Zusammenhang besscr zu „avem desliurat" 
als zu „pezos", die ja Feinde sind, gczogen. 

34. cstachicr wird richtiger „estatgier" geschrieben, wie ..estatge", da 
es von demselbcn Stamm herUommt, daher dcn angesessenen Einwohner bc- 
deutet. 

36. ses comjat qu'us no'n prendia. Da der Provenzalc eine Con- 
junction „ses que" nicht besitzt, so muss er unser „ohne zu" anders aus- 
druckcn. Der gebrâuchlichste Ausdruclc w5re gewesen: „qu'ns comjat no'n 
prcndia". Doch wird cin solcher Modalsatz auch bei andcrn Dichtcrn mit 
Ilùlfe dcr Prap. „ses" und eincs Rclativsatzes ausgedriickt: la dolor . . quem 
fai traire ses colp' e ses tort qu'eu no l'ai P. Vid. 23, 4 ; greu dolor . . ses 
conort que non i a ges G. de Bcrg. 9, 12; merce s'ajatz ses tort qu'ieu anc 
non aic F. de Mars. 9, 16; son bel cors . . mi fant estranh ses tort quc ieu 
non l'ai R. de Mir. 41, 14; ses desir e ses razo qu'ieu non ai don sia gais, 
mi vcn . . us doutz desirs qu'ieu chan Uc de St. Circ 35, I. — In âhnlicher 
Weise druckt unser Dichter ein Mal cin causales Vcrhâltniss aus: quels cro- 
satz vauc reptan del passatge qu'an mcs cn obli „weil sic die Fahrt verab- 
siiumt haben" 4, 24. 

37. en Lcmozi fon comensat, mas de sai lur cs afinat. Dic 
unpcrsònliche passive Construction findct sich nicht nur, wcnn ein Satz mit 
„quc" logisches Subject ist, z. B. : non pot esser remasut (R), contra cel non 
volon tronço 23, 31; m'es vengut en cor quc m'eslais 32, 3, sondern auch 




259 



ohno cin solchcs ; so hicr und : et cr ops quc sia atendut (dass gehorcht 
werde) 23, 7 ; dc Ui pensson (Conjunctiv) dt garnizo, que de sai lor er atcn- 
dut 23, 44. 

40. Nuoumercat frz. Neufmarché, lat. Novus Mercatus, eine Stadt in 
dcr Normandie. Bertran hofft, dass der Kònig aus Limousin sich nach der 
Normandie wird zuriickziehcn mûssen, um sich gegen die Franzosen zu ver- 
theidigen. 

44. envezat ist „nos Lemozin" coordinirt, muss also auch der N. Pl. 
eines Substantivs sein. Envezar heisst „erfrcuen", dahcr bcdeutet das Part. 
substantivirt hier vielleicht „die lusligen Briider", die also dic Klugheit durch 
ausgelassene Tollheit besiegen wollen und die immer mit Geld um sich wcrfen 
und lachen wollcn. Wie aus den folgendcn Versen hervorgcht, will der 
Dichtcr andeuten, dass sic, die Rebellen, durch ihr lustigcs Lcbcn und durch 
ihre Freigebigkeit gegen die Truppen den Aerger der vom Kònige knapp 
gehaltenen Normannen hervorgerufen habcn, sodass letztere erklàrt habcn, sie 
wiirden nicht wieder zu der Armec des Kònigs zuruckkehren, sobald sic crst 
ein Mal wiedcr in die Heimath gekommcn sein wiirden. 

47. dizon, sis etc. Wenn ein conditionales Satzgcfuge von cincm 
Satzc abhangig gcmacht wird, so tritt stets dcr Bedingungssatz vor scincn 
Hauptsatz, z. B : om non es tan mal cnscnhatz, si parl' ab lieis un mot o dos, 
que . . non torn cortcs P. Rog. 4, 4; cl mon non ai tan mortal encmic, sil 
n'aug ben dir, nol n'aja per senhor P. dc Capd. 3, 36; el mon non es rcs . . 
quem penscs quel plagues, nom fos gaugz c dossors P. dc Capd. 21, 19; cl 
mon non cs vilas tan mal apres, si parl'ab licis un mot, non torn cortcs G. 
de St. Leid. 3,46; anc nula sazos no fo , s'ieu vis sa bclla faisso , quc anc 
trebalha ni dan sentis Uc de St. Circ I, 15. Hòchstens tritt „quc" vor dcn 
den Bedingungssatz : tant ai sufert longamcn gran afan que, s'cstes mais que 
no m'aperceubes, murir pogra G. Faid. 59, 1. Auf diesc Weisc crklárt sich 
auch die Stellung bei Bertran 15, 15 sq. 

51. cstanha-daurat. Gold und Zinn werdcn oft bildlich als Gcgen- 
sâtze gegenùbergestellt, z. B. : aissi cum aurs val mais d'cstanh, valctz mais I, 
45; ben barganh, s'ieu per estanh don mon aur G. dc Born. 40, 86; prenda 
l'aur e lais l'cstanh R. dc Mir. 42, 48; per cstanh camjet son aur fin Uc de 
St. Circ 3, 62 etc; dem entsprechend auch dic davon abgeleiteten Verben, 
z. B. rcis castellans . . , cho dauratz qu'altra pocstatz stanha G. de Bcrg. 20, 
34; me dauret gen so quc ara m'cstanha Peirol 31, 14 etc. 

52. que li. Dic Hs. hat „quel", doch wird die fchlcnde Silbe am cin- 
fachsten durch die Trennuug bcidcr Bestandthcile gcwonncn. 

53. a son conhat. Gemeint ist dcr junge Heinrich, der mit Philipps 
Schwester, Margarethe, verheirathct war. 

55. si quon. Auch in causalcm Sinne kann „com" von „si" bcglcitct 
werden, ein Beweis dafiir, dass man dic Grundbedcutung der Verglcichung noch 
íûhlte, z. B. : aissi cum el es pros, passe s'cn sai 33, 22 ; qu'al joven rei cnglcs 
perdon, si com es vcrs perdos 41, 38. 

es ist eine Nebcnform íur „etz" s. Anm. zu 6, 25; sic crscheint ausscr- 
dem 14, 35; 15, 3; 13; 24, 10. cf. 16, 8; 15; 17, 5; 7; 8; 9; 10; 14; 24, 
3 etc; 35, 3 etc 

61. lo dux de Berguonh' ist Hugo III. 

17* 



Digitized by Google 



2ÓO 

66. Peiticus. In Poitou stand damals der englische Kônig. 

69. quar conquerec Espanha Carles. Anspielung auf die be- 
ruhmte Expedition Karls, die mit dcr Schlacht im Thale Ronceval endete. 
Eben dahin gehòrt der Verglcich des jungen Heinrích mit Roland: „des lo 
temps Rotlan non vi hom tant pro 26, 47. Das Beispiel Karls des Grossen 
wird dem Philipp von unserm Dichter mehrfach vorgehalten ; so erzâhlt er von 
ihm: el volgra far parer Carle, que fon dels mielhs de sos parens, per cui 
fon Polha e Sansonha conquesta 29, 22; anc Carles en tal pretz no s'empeis 
cum el fara (sc. als sich dieser zum Kreuzzuge rûstete) 30, 21 ; del rei Felip 
sabrcm ben . . si segra los usatges Carlo 33, 42. 

73. Rassa ist der Vcrsteckname fûr Gotlfríed von der Bretagne. 

75. s'a pretz donat. Bekanntlich wurden im Afr. und Prov. dic 
zusammengesctzten Zeiten der reflexiven Verba durch die passiven Verbformen 
mit vertreten, so v. 46 en son enujat „sie haben sich geargert"; en son en- 
tremes „sie haben sich damit befasst" 34, 14 etc. Wenn das Reflexivum noch 
daneben gesetzt wird, so ist es als Dativus ethicus aufzufassen. Man erkennt 
dics daran, dass das Participium immer im Nominativ, nicht im Accusativ steht, 
so: si son acordat v. 25 unseres Liedes; Engolesme, don s'es fagz poderos 
40 , 20. Da nun dic passiven Formen nur gebraucht werden kônnen , wcnn 
das Reflexivum im Verhaltniss dcs Accusativobjects zum Verbum steht, so 
mûssen die activen, also mit „aver" gebildetcn Formen beibehalten werden, 
sobald das Reflexivum ein Dativ ist, so bei uns ; ebcnso : so m'ai pcssat Ross. 
1069; ges puois de mal no s'esglaja, quel mielhs de ben s'a tolgut P. d'Alv. 
6 , 44 ; e si m'ai pessat des ier G. de Born. 1 1 , 3 ; no sai de que m'ai fait 
chanso ib. 80, 43 ; favas ab que s'an adobat lo vielh convers Moine de Mont. 
1 1 b, 67 ; can remir la vostra beutat, tot m'oblida cant m'ai pensat Arn. de Mar. 
Brícf III, 18; ieu eis m'ai anat enqueren R. de Mir. 44, 39; trop s'a levat 
pejor crím quel de Caini Guil. de Montagn. 3, 20 etc. Ueber dcn Gebrauch 
im Altfranzôsischen s. Tobler, Li dis dou vrai aniel pag. 29. 

76. Burcs. Es ist wohl nicht die franzôsische SUdt Bourges gemeint, 
sondern Burgos in Spanien, da der Dichter jedenfalls zwei weit auseinandcr- 
liegendc Punkte gewâhlt haben wird. Bertran liebt derartige Ausdrûcke: per 
tot agaran del Nil trol solelh colgan 26, 55; com el a trait (sc. Drangsale) 
d'Agcn tro a Monlron 34, 32; cercat ai da Monpeslier tro lai part la mer 
salada 36, 36; da Londres tro qu'a la ciutat d'Aire non i a un 43, 16. Auch 
bci andern Dichtern ist diese Art Bezeichnung belicbt, so: de Roma a Ais 
Ross. 7452; d'Espanha a Runa ib. 8026; de Portogual tro en Frisa Marc. 
10, 23; d'Aix tro a Sinha R. d'Or. 26, 35; del Pueg tro en Lerida G. de 
Cab. 1, 32; des lai on s'abrival Nils tro lai on sols es colgans G. de Bom. 
49, 28; de sai lo Nil . . tro lai on solelhs plovil A. Daniel II, 49; de Burx 
tro en Alamanha Paul. de Mars. I, 10; d'aqui a Mesina Bertr. Carb. 13, 52; 
del flum Jordan tro al solclh colguan Guir. de Cal. 6, 32; de Ia mar tro en 
Bergonha P. Card. 19, 17; de Bordcl tro en Alamanha e dc Flandris tro a 
Narbona Flam. 7194. 

tro qu'cn. „tro quc" und „tro" kommcn ohne Unterschied sowohl 
als Pràposition, wie als Conjunction vor. 



Digitized by Google 



2bi 



15. (cf. Biojjr. pag. 19.) 

7. g e t bedcutct das Loslassen dcs Spcrbcrs gcgen das Jagdwild, nach- 
dem ihm die Hanbe vom Kopf heruntcrgezogen ; z. B. (csparviers) fon mainiers 
e privatz e dc bons gets apreisonatz G. dc Born. 51, 20. Ausser dem Sperber 
waren Falken und Habichtc belicbtc Beizvògel. Man jagtc mit ihnen nicht nur 
Reiher, Enten, Feldhfihner, Schwàne, Kraniche (cf. v. 40) und andrcs Geflfigel» 
sondern auch Kaninchen und Hasen. Erst seit dem Anfang des vorigen Jahr- 
hunderts ist die Bcizc in Europa abgekommen; in einzelncn Theilcn von 
Africa und Asicn , namcntlich in Persien, ist sie noch hcute sehr bcliebt. — 
Eine âhnliche Wcndung braucht zu gleichcm Zweck Raimbaut von Aurcnga : 
jamais esparvier no port ni cas ab ccrcna, s'anc . . fui d'autra enquistaire R. 
d'Or. 6, 50. 

8. falcon lainier. Dics war, wie Diez mitthcilt, nach Daudes de 
Prades' Lehrgcdicht Auz. cass. die schlechtestc Falkcnart. Neufranzôsisch 
heisst lanier „Schlangenbussard" (falco gallicus). 

9. qu'ieul lor veja plumar. Lor ist Subjectsdativ , da der Inf. 
ein Objcct bci sich hat. Andrc Bcispiele : eu loi perdo sim fe mal far a 
Catalans ni a Laraus 35, 57; a totz feira saber quals mortz es 40, 4; pauc e 
pauc sc laissa dechazer sai a'n Richart 40, 18; ieulh fatz saber qu'en Beren- 
giers li al castclh estort 42, 22; l'almassors a Titbaut l'ac faich assctgar I, 28. 

21. ni ab taula presa non puosca intrar. Diez iibcrsetzt: „noch 
in das Spiel mcincs Gcgners eindringen kònnen". Bartsch und Raynouard 
gebcn fiir taula dic Bedcutung „Spieltisch", die sie jedoch beide nur durch 
unserc Stelle belegen. Dicsc spczicllc Bedeutung hat das Wort jedoch nicht. 
Es heisst I) dcr Tisch im Allgemeinen; 2) dcr Stein, der Bretstein, der beim 
Bretspiel verwandt wurde, und davon sind abgelcitet : taulier „das Spielbret", 
taular „Triktrak spielen ", das Paul Meyer Flamenca 6480 nachweist, und se 
taular in derselben Bedeutung: jogava un joc gTossier, quem fo trop bos al 
cap premier, tro fui taulaz G. de Poit. 2, 47. Dieser zweiten Bedeutung 
entsprechend wird auch das Spiel immer durch den Plural „taulas" ausgc- 
druckt, z. B. : d'escaxs sab e de taulas, de joxs de datz Ross. 4282. Das 
Lex. rom. V, 307 giebt : jax de datz e dc taulas e de escrima, aus V. et Vert. ; 
cndlich: jugar a taulas, ad cscax et a datz Chr. 345, 47. Demnach heisst 
unscre Stelle „mit einem hinausgeworfenen Steine mògc ich nicht wieder 
hineinkommen kònnen", weil nâmlich der Gcgner die Felder, auf die der 
Dichter mit dem Steine zuerst wieder gehen muss, doppelt bcsetzt hat. 

22. reiraz.tt. Rayn. schreibt „reir'azar", giebt aber im Lexicon keinc 
Bedeutung an; Diez fibersetzt cs zusammen mit „dernier" durch „Unglûcks- 
zahl"; Bartsch schreibt, und zwar wohl mit Recht „reirazar", dem er die aus 
dcm Zusammenhang sich ergebende Bcdcutung „Wurf" giebt ; „dernier" wird 
dann ..niedrig" heissen miissen. 

24. mas vos. „mas" ist zu verbinden mit „autra". Der Dichtcr hat 
zwci Constructionen vermcngt „wenn ich eine andre Dame licbe ausser Euch" 
und „wenn ich eine andre Dame mehr liebe als Euch". 

32. a que m'aja mestier „worin es fur mich ein Bedûrfniss geben 
soll" d. h. „welchc Unannehmlichkeit ich mir herbeiwiinschen soll". 

35. fassal fugir. Bartsch schreibt „fass'al fugir", was mir unver- 



Digitízed by Google 



2Ò2 



stândlich ist ; dcnn, wenn „faire" mit „a" und dem Inf. vcrbunden ist. so hat 
lctzterer nicht dcn Artikcl. Diescr Auffassung widerstrebt auch die Bcdeu- 
lung, cf. Anm. zu 35, 39. Demnach schcint es, als ob Bartsch „fairc" die 
Bcdcutung „scinc Zutlucht nehmen 7.u, greifen /.u" beilegen will, doch kommt 
dicsc sonst nicht vor. Ich glaube, dass der Inf. „fugir" hier einfach sub- 
stantivirt, also glcichbedeutcnd mit „fuga, fugimen" ist, wic falhir = „Sûnde" 
in: nom pcrdona la colpa cl falhir P. Capd. 26, 27. Faire lo fugir hiessc 
also dann „die Flucht ergreifen", wenigstcns belegt Rayn. Lex. rom. III, 
405 „la fugida que a fach" (cf. Anm. zu 39, 8). 

39. „Nach „nicr" ist ein Komma zu setzen" (T). 

42. debaten. Dics war cine schlimmc Eigcnschaft bei cinem Habicht. 
cf. lo bos austors quc per talan nos mou ni nos desbat, cnans atcn tro qu'ora 
l'aja gitat Rich. dc Bcrb. 10, i^sq. 

51. laissasetz. Die Schreibung mit cincm s, wclche wohl wegen des 
vorhcrgehcnden ss aus euphonischen Griindcn gewàhlt ist, findet sich in allcn 
1 landschriften. 



1. Fulhcta. Die Handschrift hat hicr, wie v. 15, fulhetas. Siehc iiber 
diesc Aenderung Biogr. pag. 89. Gegen die dort aufgestellte Annahme, dass 
wir es mit eincr Person, Namens Fulheta, zu thun haben, scheint „cochat" und 
„devalat" in v. 3 und 4 zu sprechcn, da diese wie Pluralformen aussehen. 
Aber wenn „fulhetas" wirklich „Blâtter" bcdcutcn sollte, so mûssten jene 
bcidcn Formcn ..cochadas" und „devaladas" hcissen. Es wird daher nichts 
iibrig bleiben, als dcs Reimes wegcn cinc Abwcichung von der Flcxion anzu- 
nchmen, gerade wie 17, 13. 

autres ist hier plconastisch gcbraucht, cf. Diez, Gr. III, 84. Andre 
Beispiele bei Bertran: chant autresi con fan li autrc ausel 34, 4; fora melhs 
quc visques el que mant autre enojos 41, 23. 

2. mars ni fcbriers. Die Provcnzalen brauchen dtc Namen der 
Monatc ohnc Artikel , z. B. : cn abriu s'csclairolh riu Marc. 23, 1 ; a Tissida 
d'abriu ib. 27 , 1 ; bel m'es quan lo vens m'alena en abril , ans qu'intre mais 
Arn. dc Mar. 10, 2; si cum abrils e mais es d'autres temps plus guais etc. 
ib. 19, 56 ctc. So auch bei Bertran: nim lais pcr abril ni per martz . . 20, 
27; s'abrils c fuolhas e flors . . no m'ajudon 38, 1. Ausnahmen sind schr 
scltcn, z. B. par l'abril G. de Born. 70, 27. 

7. gels. Das Ms. hat ges. Raynouard zitirt im Lcx. rom. III, 451 unscrc 
Stellc und schreibt „puis gel lo mata". 

10. li als fem. kommt zuweilen vor, z. B. li gralha 24, 11, jcdoch nur 
in jûngcren Handschriften. „Nach prat ist ein Komma zu setzen" (T). 

11. fatz contc de paupertat, richtiger paubretat d. h. „Ihr bettclt". 

12. asiata. Dies Wort vcrmag ich nicht zu belegen; nach dcm Zu- 
s.muncnhang schcint es ,,Sippc, Schaar , Art" zu heissen. AVahrscheinlich ist 
„esclata" zu lescn , \vclchcs in dieser Bedcntung vorkommt, nâmlich : trop 
follamen renhatz pcr argcn, Roma de mal' csclata c dc mal coven Guil. 



Fig. 2, 54. 

14. lata heisst sonst „die Latte, dic Stange", wird hier von Rayn. mit 
,,limitc" ûbersctzt, ohnc dass er cine wcitcrc Stellc angiebt. 



16. (cf. Biogr. pag. 89.) 




26 3 

\~. l'autrc lo han tuit. Die Handschrift bringt ..lautres o ha tout"; 
daa Richtigc liegt auf dcr Hand. 

23. quom fa. „Lics: quoma" (T). 

25. con sahus aficat ist ctwas unklar. Ks stcht offcnbar dcm „quoma 
esparviers" als zwcitcr Vcrglcich gcgcnùbcr; ,.s'aficar" hcisst „sich an ctwas 
hiingen, auf ctwas crpichcn", daher lconnte afical „zahe, hartnáckig, an- 
daucrnd" hcissen. Bci sahus ist an sauc „Kliedcr" nicht zu dcnlccn; 
vicllcicht ist es identisch mit „séus" in : drch mi fassa Girartz, plus no li rèus, 
o nolh laissarai tan cum val I sèus Ross. 489$, das Rayn., offcnbar unrichtig, 
von lat. „sus" ableilet, dahcr mit ..porc, cochon" ûbersetzt; chcr mòchte man 
bci uns wcgen der Zusamruenstcl'ung mit „glatir" an einen Hund, \Vblf odcr 
Fuchs denlcen. 

29. dc. Ks ist statt dessen wohl „a" zu lesen, wie v. 31. 

Lieuchata oder Leucata war ein Schloss im Dep. Aude, Arrond. 
Narbonnc, und wird in dcr Hist. de Languedoc mchrfach gcnannt, 1. B. 
(2. Auflagc) m, 425; IV, 479; V, 657. 

31. Damiata s. Biogr. pag. 89. 

17. (cf. Biogr. pag. 88.) 

3. d'aquest afar aja. Das Rclativ-Pronomcn kann nach vcrncinenden 
Ausdrùcken, wenn der Relativsatz ebeníalls verncint ist, ausfallcn, cf. Dicz, 
Gr. m, 381. Kin andres Bcispicl aus Bcrtran ist: de Rozicrs cnlro a Mirabcl 
noi aura un, no veja son arncs 34, 45. 

5. o pleonastisch auf das folgendc Objcct hinwcisend. 

8. faraucha. „Lies: la raucha" (T). 

9. niegre wird richtiger negre gcschrieben. Da der Dichter aus der 
Construction fallt , so ist nicht ganz klar, in welchem Casus das Wort steht, 
abcr sclbst wenn wir darin, was das Wahrscheinliche ist, dcn Nom. schcn 
mûsscn, so ist es doch mòglich, dass das Kchlen dcs Klexions-s mit Rûcksicht 
auf dic lateinische Korm „niger" ganz correct ist. 

10. pauprc besser „paubre" hcisst hier „erbarmlich, schlecht". 

11. flairaz sap, engema c pi „Ihr habt cinen harzigen, ranzigen 
Geruch an Kuch", cf. vuelh quem offratz de lonh merccs qu'un petit vos flaira 
l'ales G. dc Born. 27, 5. Was fiir cin Baum oder eine Pflanze „engema" sei, 
ist mir nicht mòglich anzugcben; Tobler schlâgt statt dessen „e goma" vor. 

12. avols gens de Savoja. Ks scheint hiemach, als ob auch damals 
schon die Savoyarden sich in der Welt herumtrieben. 

13. cstan ist wohl nur dcs Rcimcs wcgen statt „cstans" geschrieben, 
denn „esser" mit dem Gerundium diirfte kaum vorkommen. 

15. Strophe 3 und 4 sind eine Wicdcrholung von No. 4 Strophe l und 2. 

33. al scje bcsser: al setge. Sachs, Lc Trésor de Pierrc de Corbiac, 
Anm. zu 760 zitirt diese Stellc, schreibt aber Alseie dc Troia und will 
darunter den Ascanius verstanden wissen, jedenfalls mit Unrecht. 

36. Yscmbart. Dicscr Namc kommt noch cin Mal 31, 45 vor, wo 
dcr Dichtcr seinen Spielmann Papiol auffordert, das Sirventcs zum Isembart 
in das artcsische Land zu tragen. Aber wer damit gemeint sein kann, ist mir 
nicht klar. Da er jedoch in Artois lcbtc, so ergiebt sich, dass mit „Troja" 



Digitized by Google 



264 



in v. 36 dic Stadt Troycs in der Champagne gemeint ist, die der Bote auf 
der Reise nach Artois mit cinem kleinen Umwege wohl passiren konnte. 

18. (cf. Biogr. pag. 76.) 

4. chascus porta guirlanda. Man schmûclcte sich mit Blumen- 
gcwinden und Krânzen als Zeichen der Frcude oder aus Anlass eincr Fest- 
lichkeit, z. B. : pus ven la patz el gais temps de pascor, si deuría mostrar ab 
garlanda dc flor Sordel 34, 20. Hier ist der Ausdruck wohl bildlich zu 
nehmen wie in: porta garlanda et es gais ab testa blonda P. Card. 61, 24. 

8. l'autrui. Der Artikcl hat afr. und prov. zuweilcn noch demonstrative 
Kraft, cf. Diez, Gr. III, 78. Ebenso : Catalan ell d'Arago tombaran 23, 27. 

IO. par que fassa gas. Das Wort „gas" wird im Lex. rom. nicht 
angefûhrt. Es schcint das Subst. zu gasar aír. gaser nfr. jaser „schwatzen" 
zu sein, das sich also zu dem eben genannten Verb verhalten wúrde wie 
gazanh „Gewinn" zu „gazanhar", desiret „Raub" zu „desiretar", laire „Ge- 
bcll" zu „lairar" etc. Diese Bedeutung scheint es auch in folgender Stelle 
zu haben : senher, nos farem so que tu volras, quar noi a mais mcsticr orgulhs 
ni gas Ross. 8943. Diese Vermuthung wird dadurch verstârict, dass wiederum 
cinc Ableitung des Wortes „gas" sich erhalten hat, die nicht gut direct von 
„gasar" herkommen kann. Zwar gehôrt das von Raynouard dazu gerechnete 
„gazal" und dessen Ablcitungen nicht daruntcr. Dagegen findet sich: laisat 
estar lo gazel, „stcllt das Schwatzen cin" Chans. rel. III, Str. 2. Diese Bcdeu- 
tung wird dem Worte „gas" auch im Lex. occit. gcgeben, wo es mit 
„railleries" ùbersetzt, jedoch nicht belegt wird. Danach wiirde unsere Stelle 
heissen : „Ein Kònig, dcr auf ein grosses Land Anspruch erhebt, scheint nur 
leeres Geschwâlz zu machen, wcnn er sein Pferd nicht aus dcm Schritt bringt", 
d. h. „wenn er sich nicht eifrig und energisch zeigt". 

21. aitals d. h. solche, welche den eben aufgestellten Anforderungen 
geniigen kônnten; aus den Zeilen 23 und 24 geht jedoch hervor, dass der 
Dichtcr auch mit dicsen -nicht vòllig zufrieden ist. 

23. Dicselbe Sentenz: qui men, no ditz ver P. Vid. 21, 50. 

27. uns coms de san Tomas. Ich vermag nicht zu sagen, wer 
damit gcmeint ist ; es scheint jedoch einer der Anfûhrer von Richards Truppen 
gewesen zu sein, der vielleicht beim Einfalle dcs Kônigs in die Bretagne in 
dcn von Sagen reich umwobenen Wald Breselianda, cine Art Nationalheilig- 
thum der Bretoncn, eingedrungen war. 

33. qucl gen blanda. Das „1" ist wohl nicht Artikel und „gen" 
das Subst. „Volk", weil dann der Conjunctiv nicht zu erklâren wâre, sondern 
crsteres ist der Dativ des Pron. pers. , lctztcres das Adv. „gcn", und „que" 
cum Conj. wurde dann einen Finalsatz cinleiten „damit ich ihm freundlich 
zurede". 

35. enanz que passes lo pas. Bcrtran scheint nicht an einen be- 
stimmtcn Pass zu dcnken, jedenfalls wohl nicht an den englischen Kanal, falls 
dieser schon damals diesen Namen fûhrte, denn Richard war bereits auf dem 
Fcstlande; vielmehr scheint der Ausdruck bildlich zu stehen im Sinne von 
„den entscheidenden Schritt thun". 

42. al comle qu'a nom n'Ugos. Ich glaube dass damit Hugo DC. 
von Lisignac, mit dem Beinamen der Braune, Graf von der Mark, gemeinl ist. 



Digitized by Google 



265 

Dieser hatte sich bcreits im Kreuzzuge ausgezeichnet, befand sich in Richards 
Heer, als dieser 1196 seinen Einfall in die Bretagne machte, und wird untcr 
dencn gcnannt, die der englische Kònig auf die Nachricht von Philipps Ein- 
fall als die Tapfersten aus seinem Heere auswàhlte, um schnell sich gegen 
den neuen Angreifer zu wenden. Dcr Graf nahm auch wirklich an den nun 
folgendcn Kâmpfen bei Aumalc Theil. (Bouq. XVII, 175). Bertran drûckt 
hier dic Hoffnung aus, Hugo werde sich nicht durch franzòsisches Geld be- 
stechen lassen. 

19. (cf. Biogr. pag. 28.) 

2. ostau. Dic Auflòsung dcs auslautcndcn 1 geschicht des Reimes 
wegen; ebenso v. 10, 18, 28, 34; dasselbe geschieht vor Klexions-s cf. 5,4; 
10 ctc. 

8. losenherdcPcitau. Gemeint ist Richard Lòwenhcrz; mit „na 
Lana" dcssen Schwestcr Mathilde cf. 9, 9. 

9. entrels Lemozis. Die Bewohner als Bezcichnung dcf Lamlcs. 
11. Bcls Senher s. Biogr. pag. 15 sq. und Anm. zu 12, 61. 
Cembelis s. Anm. zu 12, 22. 

14. mentau. Die Regcl ist, dass in einem RelalivsaLzc , welchcr sich 
.111 f cincn Superlativ bezieht, der Conjunctiv steht. So auch bei Bcrtran: 0, 
50; 10, 37; 26, 4; 26, 45; 41, 19. Doch kommt daneben, obwohl scltener, 
auch dcr Indicativ vor, ohne dass ein âusserer Unterschied bemerkbar wàrc; 
es liegt aber wohl eine andre Auffassung zu Gnindc. Eine zweite Stclle ist : 
aus volcr tot lo miclz qu'el mon es (R) 34, 6. 

17. cors dient zur Umschreibung des pcrsònlichen Furworts, s. Diez, 
Gr. III, 66. 

19. pàis. Daneben kommt auch die correctere Form paes vor, z. B. 
45, 43 ebenfalls im Reim; dasselbe auch bei andern Dichtern. 

22. au s. Anm. zu 11, 13. 

23. onrada n'er etc. Man vergleiche: vostre fillc, ou l'empereres 
d'Alemaingne seroit bien saus, s'il l'avoit príse Chev. au lyon 5475. Aehnlich 
bci Provenzalen: fina beutatz vos faissona ad ops de portar corona sus en 
remperial banca P. Vid. 15, 18; vos eU tant bella e pros que non es em- 
peraire el mon que non fos honratz els vostres dos G. Faid. 33, 61. 

28. feltre oder fcutre kommt vom lat. „nltrum", unser „FUz" und be- 
zeichnet daher urspríinglich einen groben Stoff, wie aus folgendem Vergleich 
hervorgcht : al cor dins (sc. sind sie) mal (wenig) ensenhat, plus (= plus mal 
d. h. weniger) que feutres sembla cendat ni durs cuers bon' escarlata R. d'Or. 
5, 45 sq. Diese Bedeutung passt hier nicht, und Raynouards Uebersetzung 
„tapis" ist wUlkiirlich. Dagegen heisst es bei uns offenbar „Polster", eine 
Bedeutung, die das Wort „feutre" im Franzòsischen noch heute hat. 

31. Catalana. Diez macht bereits darauf aufmerìcsam, dass die Cata- 
lanen im Rufe besonderer Liebenswúrdigkeit standen. Dies geht in der That 
aus vielfachen Aeu^serungen hervor; so sagt R. Vid. de Bezaudun: terras doas 
o tres on trobava baros assatz adreitz e ben acostumatz e donadors vas totas 
mas, e auzic nomnar Catalas Dkm. 150, 5 sq. NamenUich gedenkt Guir. 
Riquier ihrer mit begcistertcm Lob, so 40, 14 sq. und Lied 65, desscn zwcite 
Strophc ausschliesslich diesem Gegenstande gewidmet ist. Aus dem folgenden 



266 



Verse geht dahcr hervor, dass die Bewohner der Stadt Fanjau, heute Fanjeau 
in Languedoc, Dep. Aude westlich von Carcassone, sich damals durch ihre 
G ast fr e un d 1 i c h k ei t au szcichncten. 

34. de cristau. Dieser Ausdruck soll wohl die "VVeisse und Reinheit 
der Zâhne hervorhehen. Nach unscrer Anschauungsweise isl es aufTallcnd, 
zu diesem Zweckc das Kristall zum Verglcich hcranzuzichcn , doch kommt 
dies òflcr vor, z. B. : huels clars ab boca rizcn, dcns plus blancas que crístals 
Uc dc St. Circ 34 , 38. Auch mit dcm Silbcr und Elfcnbcin werdcn dic 
Zàhnc zusammcngchaltcn: pctita l>oca, blancas dcns, plus blancas qu'csmcratz 
argens Arn. dc Mar. Bricf III, 95 sq.; las dcns . . plus blancas quc d'un 
orifan FJam. 1610. 

39. Corrozana ist die pcrsische Provinz Korasan, s. Anm. zu 9, 22. 

41. na Majer s. Biogr. pag. 23. 



8. rci steht dcs Reimes wcgcn íïir „rc"; cbenso sci 31, 18; mercei 31, 
34; und hicrhin ist auch zu rechnen Francei mit abgcfallencm s 31, 39; beides 
komml auch bei andern Dichtern hâufig vor, so: mei G. de Berg. 2, 15; P. 
Rog. b, 27; Arn. de Mar. II, 58; 17, 46; malmci R. de Mir. 12, 22 etc; 
cbcnso ...irnei" stalt „arncs" G. de Born. 15, 36; Ross. 1112; marquci Ross. 
573; tornei ib. 586; prei (statt prcs) ib. 750 etc. 

11. n'Azcmarsist Adcmar odcr Aimar V. , Vizgraf von Limoges in 
Limousin, im hcutigen Dcp. Hautc-Vicnne. Er rcgirtc von 1148 — 1199- 

Amblartz soll nach der „razon" Graf von Périgord gcwesen sein. 
Dcr regirende Graf hiess jedoch Elias V. rait dem Bcinamcn Talleyrand, von 
1166 — 1205. Daher muss cntweder ein andrer Hcnr in Périgord gemeint 
scin, oder die Uebcrlieferung ist unzuverlâssig. Letztees schcint auch aus 
dcn grossen Abwcichungcn dcr Handschriften in Bezug auf «liesc Namcn 
hervorzugehcn. 

12. Talairans. Gemeint ist VVilhclm, jûngerer Bruder des eben ge- 
nannlcn Elias V. und wie dieser Tallcyrand zubenannt, Herr von Montagnac, 
jctzt Montignac, einem Schlosse, das nicht wcit sûdlich von Autafort gc- 
lcgcn war. 

19. partz. Dies kann keine andre Form sein als die 3. Sing. Ind. 
Pras. von partir, die regclmassig „part" lautet, die also des Reimcs wegen 
ctwas gcwaltsam umgeândert worden ist. 

20. Diez : „wenn auch die Schuld mcin eigen ist". 

28. cju'ieu non tractc. Ucbcr die Negation s. Diez, Gr. III, 426. 
Ebenso: non pot esscr remasut, contra ccl non volon tronco e quc cendal . . 
non sion romput 23, 32; non puosc mudar, un chantar non esparga 29, i; 
dc gerra nois lassa, tro c'om se lais que mal n«)lh fassa 37, 48. Hierher gc- 
hòrt auch: ges eu nom desconort que non chan em deport e no m'ajut 21, I, 
wo „non se desconortar" den Sinn hat „aus Muthlosigkeit unterlassen'" 

30. j'ab. Besser: ja'b (T). 

32. lo prctz d'un correi. Ucbcr diese sinnlichc Vcrstárkung der 
Ncgation handell Dicz, Gr. III, 431 sq., wo»clbst er auch viele Bclcgc giebt, 
dic leicht vcrviclfacht wcrden kònncn. Einige weitere aus Berlran sind: non 



20. (cf. Biogr. pag. 43.) 




267 



pret/. un besan nil colp d'un aiglan lo mon 26, 74 sq.; un sirventes . . qu'anc 
nom costct tin alh 44, 2. 

34. cn grans. Dass tlics nicht ..cngrans" sondcrn getrennt zu schreiben 
und als eine Zusammcnsctzung atts „cn" und dem substantivisch gebrauchten 
Adjcctiv „grant" Plur. „grans" mit zu crgiinzcndcm ,,N(ith, Miihe, Arbcit. 
Kûmmcrnisse etc." aufzufasscn ist, hat Tobler, Li dis dou vrai anicl Anm. 
zu 2 bcwicsen ttnd durch afr. Bcispiele belcgt. Im Prov. ist dcr Ausdruck 
seltcn, cinc andrc Stelle fûr den Plur. ist: que metrcs soli' hom en granz com 
agucs prctz, honor e lau B. dc Vent. 21, 3; dcr Sing. erscheint : sel que plus 
se met en gran (R), per un ben a de mals dozenz G. de St. Lcid. 6, 13. 

50. far dreich ni tort „nach Bclieben schalten und walten"; ebenso: 
er pot Girartz en Fransa far tort o drci Ross. 2669. 

21. (cf. BiogT. pag. 30.) 

7. al senhor dc Niort. Niort war damals wie heutc cine Stadt in 
Pohott, im jetzigen Dcp. Deux-Sèvres; demnach ist der Ausdruclc einc Be- 
zeichnung fïïr Richard Lòwenherz. Eine derartigc Umschreibung dcs Namcns 
war sehr beliebt, so bei Bcrtran : so sapchal senhcr de Roais 2, 21; lo senher 
cui cs Manta c Murols 3, 21 ; dcl senhor dc Molïerna 28, 8; lo senhcr que 
tcn Bordel 28 , 1 1 ; del senhor dc Mirandol qui ten Cruisa e Martel 28 , 25 ; 
lo reis qu'a Tarascon pcrdut 23, 37; cel qui cs coms c ducs e sera reis 30, 
io; lo reis cui es Castrasoritz c tcn de Tolctal palais 32, 28; sil rics vescoms 
que es caps dels Gascos a cui apen Bearns c Gavardas 33, 17; cel cui es 
Marsas 33, 20; lo senhor de Bordel 34, 20; leis que ten Cabriera c Fon 
d'Urgel 34, 52; la velha que Fons Ebraus aten 35, 43; lo senhcr cui es 
Peitaus 35, S9- 

15. Der Sinn ist: da Richard den Verlâumdern nicht zugânglich ist, so 
hofft Bertran, dass diese nicht im Stande sein werden, die ErfuIIung seincr 
Bittc, Autafort zurûckzuerhalten, bei Richard zu hintertreiben. 

17. trei palaizi. „Paladine waren", wie Diez angiebt, ..ùberhaupt dic 
Grossen des Rciches; welche hier gemeint sind, ist nicht deutlich". Nach 
dcn in der „razon" aufgezâhlten Baronen kònntc man dahin den Grafen 
Philipp von Flandern rechnen , dessen in unsercm Gedichte sonst keine Er- 
wahnung gethan wird. Ausser diesem wird in der „razon" noch der Graf 
von Barzelona gcnannt. Die Grafschaft von Barzelona war aber seit 1162 mit 
dcm Kônigreich Aragon vereinigt und Alfons II. von Aragon stand in 
dicsem Kampfe, wcnigstens spater, gerade auf Seitcn dcs Konigs Heinrich II. 
Diescr Punkt ist dahcr nicht vòllig klar. 

18. el quatrc vcscomtat de Limozi. Es sind dics Limogcs, wo 
Adcmar V.; Ventadour, wo Ebolus V.; Combom, wo Archimbald V.; endlich 
Turennc, wo Raimund II. Vizgraf war. Ebolus V. wird in der „razon" mit 
dem Ausdruck Vizgraf von Gumel bczeichnet, doch kommt dies auf dasselbe 
hinaus, da Gumel oder Gimcl cin Schloss in Limousin war. 

20. li doi penchenat peircgorzi. Damit meint der Dichter Elias V. 
von Pcrigord und dessen Bruder, wahrscheinlich den VVilhelm Tallcyrand von 
Montignac. ..penchenat" crklárt Dicz durch „glatt, schmeichelnd", cf. 43, 29. 

22. li trei comtc fal engolmczi. Es sind die drci Sòhnc Wil- 



Digitízed by Google 



268 



helm's IV. Taillefer, Namcns Wilhclm, Ademar und Elias, wclche ihren 
áltesten Bruder Wulgrin III., der 1 1 78 starb, ûberlebten. 

24. Centolhs ist Centule I., Graf von Astarac, odcr, wie cs in dcr 
„razon" heisst, „Estairac". — Gasto ist Graf Gaston VI. von Bearn. Dieser 
wird in der „razon" auch Graf von Bigora genannt, ein Titel, dcn cr crst im 
September 1192 von seincm Lchnsherrn , dem Kônig Alfons von Aragon, 
belcam, da er sich mit der Petronella, der Erbin der Grafschaft Bigoire, ver- 
lobt hattc. 

27. lo coms de Digo ist einc andre Bczeichnung fiir Hugo III. von 
Burgund, ebenso wie Raimons d'Avinho v. 29 kein andrer als der Graf 
Raimund V. von Toulouse ist; der bretagnischc Graf ist Gottfried. 

36. saint Marsal. Wo dic Kirche des heiligcn Martial gelegen, in 
welcher der Schwur Statt fand, wird nicht angegeben. Nach Pauly, Gcschichtc 
von England III, 162 scheint es eine in Limoges gelegenc gewescn zu sein, 
da diesc Stadt dcr Heerd dcr ganzen Verschwôrung war. 

44. ab se. Man erwartet „ab lui, ab el." Zwar wird abwcichend vom 
Neufran/ôsischen auch nach Prâp. immer dic Reflexivform gebraucht, wenn 
die mit dem Fûrwort bezeichnete Person auch Subj. ist, z. B. Esaudun a tor- 
nat deves sei lo reis Henrics 31, 18; dagegcn ist die vorlicgcnde Vertauschung 
ndr durch den Reim vcranlasst und lcoramt sonst selten vor, z. B.: Aimcs i 
Aimcris ab Andefrei nebot foro Terric, nuirit ab sei (R) Ross. 2828; „Deu! 
fcz li parlar hui ab si (R ; = lei)". — „Vcrs cs, ab ma domna parlici." Flam. 
4019; quant se pot . . remirar, cre queis n'azaul tota domna de se (R; = lui) 
Sordel 20, 28. (Einige weitere Beispiele giebt Chabancau, Romania IV, 343). 

50. us argens. Uebcr dcn Gebrauch dcs unbcstimmtcn Artikcls bei 
Sloffnamcn s. Diez, Gr. III, 31. Ein andrcs Beispiel bei unserm Dichter: 
dcdintz iest plus caus d'un sauc 24, 22. 

55. s'esto ist die 3. Sing. Conj. Prâs. von „estar". Dicsc Form hcisst 
gewohnlich „csteja, cstia, estei" ; „esto" ist selten, z. B. : pus gen la (sc. rauba) 
faitz talhar . . per so que jen s'esto Dkm. 105, 30 (R); Flam. 7681 steht „estuja" 
im Reim auf „cuja". 

75. Aimar ist der bereits zu v. 18 erwahnte Ademar oder Aimar V., 
Vizgraf von Limoges. 

76. dompna. Es ist nicht zu bestimmen , welchc Dame hiermit gc- 
meint ist. 

82. si dicus c sains m'anpar. Si mil dcm Conjunctiv dicnt zuin 
Ausdruck des Wunschc*, s. Diez, Gr. UI, 367. Ebenso : si dicus ra'ampar 27, 
28; si dcus mi gart 44, 17. 

22. (cf. Biogr. pag. 87.) 

2. a mant baron. Dieser Dativ findet sich nach Vcrbcn dcr Wahr- 
nehmung und drúckt, wie Diez, Gr. III, 136 eririârt, cine òrtliche Bczichung 
aus, welcher gcwòhnlich die Prâp. „in" entspricht. Auch im Nfr. ist cr nicht 
scltcn, Matzner ncnnt ihn den Dativ der betheiligten Person (Gr. pag. 388). 
Andre Bcispiele : enojam dc marit fer quant cu li vei bella molher Moine de 
Mont. 10, 44; platz me a ric hom franqueza ib. 15, 5. 

3. pauc m'es del dol. Dieselbe Wendung weiter unten: tant m'es 



Digitized by Googl 



2ÓQ 



dels mortz corn dels pres 22 44. An die Stelle des Substantivs kann auch 
ein Inf. treten: molt m'es . . dc guerra far ab castel 28, 2. 

16. tornes frz. tournois ist eine Mûnze, wclche in Tours geschlagen 
wurdc; ein livre tournois hatte 12 Sous, ein sou tournois hatte 12 Dcnicrs; 
ihnen standen die in Faris geprâgten Geldstiicke, parisis, gegcniiber, welchc 
um '/4 grôsser waren, als jene. 

17. tornes camjan. Es liegt hier der scltnere Fall vor, dass das 
Subj. des Gerundiums nicht auch das dcs Satzes ist, s. Dicz, Gr. III, 259, wo 
jedoch nur cin prov. Bcispicl gegebcn wird. Einigc andrc sind: fo trobatz 
(sc. das Lied) en durmcn Guil. de Poit. 7 , 5 ; sos cors jenz . . quc m'ausi 
desiran F. dc Mars. 13, 7; Uc de St. Circ 26, 19; plus me venz vostr' amors 
sospiran ib. 13, 39; l'adreitz cors . . m'auci aman K. de Vaq. 13, 36; en 
fugens m'encausa cm camina ib. 25, 8; que íols faras . . s'enaissi m'aucis dc- 
ziran G. de St. Lcid. 7, 21 ; eu dezir quel rics benestans vostre cors dcziran 
m'aiziu R. de Mir. 13, 12; dins lo cor me nais la flama qu'eis per la boca 
en chantan ib. 40, 10 etc. 

21. per sol senher coms, ducs, marques. Diese eigenthûmliche 
Ausdrucksweise findet sich auch sonst, z. B. : quel ducx, coms, marqucs no 
rcblan, per cui seretz raort Gavaudan I, 17. 

38. dcstacha isl, falls die Lesart richtig ist, idcntisch mit dcstacar 
„losmachen" und ist in diesem Fallc an unsercr Stcllc in ùbcrtragcner Bcdeu- 
tung gebraucht, ctwa „abwciscn, abfertigen" im Sinne des ital. discacciare, 
das die italianisirende Handschrift T auch dafiir substituirt. 

39. Diese und die nâchste Zeile sind mir unklár: „da er sie (sonst) 
immer nach Verabredung abgewiesen, hcimgeschickt hat, den Grafen, Hcrzog, 
Markgrafen". 

47. una pacha com an Pisan ab Genoes. Diese Worte lasscn 
kaum auf cin sehr freundschaftlichcs Vcrhâltniss zwischen dem Dichter und 
sciner nicht nâher bestimmten Freundin schliessen. Dcnn zwischcn den bcidcn 
Republiken Pisa und Genua bcstand um diese Zcit eine bittere Feindschaft, 
welche dureh Handelseifersucht erzeugt worden war und die bei jedcr Ge- 
legenheit zum Ausdruck kam. Beide hatten 1, B. an dem Rreuzzug Thcil 
gcnommen, dic l'isancr im Dienste Richards, dic Genueser in demjenigen 
Philipps von Frardcrcich. In Ptolemais war es denn auch zwischen beiden zu 
blutigen Rampfen gekommen, und bald darauf brach zwischen bcidcn Slaaten 
um den Bcsitz von Sardinicn cin Kricg aus, der von beiden Seiten mit grosscr 
Erbitterung, aber verschiedencm Gliick gefûhrt wurde. Demnach kann der 
Ausdruck keinen andern Sinn haben als ctwa „wir stehen uns wic Katze und 
Hund", ist also ironisch zu fassen. 

23. (cf. Biogr. pag. 34.) 

I. lo coms ist Graf Raimund V. von Toulousc, doch ist dcr Vcrmittlcr, 
durch dcn er dcm Dichtcr scine Bitte Qberbringen liess, Raimon Luc d'Esparo, 
sonst nicht bckannt. Es war wohl einer von des Grafen Baroncn, dcr zur 
Unterhandlung mit dcm jungcn Hcinrich in das Lager der Rebcllen gesandt 
worden war; cin Wilhclm von Esparo figurirt als Zeugc in dem Tcstament 
cincr Grâfin von Mclgucil (Lang'. III, preuves 139). 

9. noi diga dc no. VVic man im Nfr. unser „ja, nein sagen" durch 



2JO 



„dire que si, quc non" ûbersetzt, so wird im Prov. den Ausdrûckcn „oc, non" 
ein „de" pleonastisch vorgeschoben. Eine andre Stelle aus Bertran: non es 
dreitz dc rci . . pos a dich d'oc, que mais diga de no 33, 46. Dieser Ge- 
brauch ist so hàufìg, dass es lccincr Belege bedarf. Das „de" ist so formel- 
haft, dass es sich sogar findet, wenn die Partikeln ein Adj. bei sich haben, 
also substantivirt sind , z. B. : car noi vengues de sazo , avctz trobat aital de 
no R. Vidal En aquel lemps 314; nom saup dirc plus gen d'oc Elam. 5725. 
Selten fehlt „de", z. B.: si faire non o vol e digua no Ross. 3132; 3489; 
4139; 4742; 7090; 7223; non dis hoc ni non Flam. 5051; ab lur non dir ib. 
6220; per dir non ib. 6222; ab oc e non dir Aim. de Belen. 3, 28. Fast 
noch seltener ist der Gebrauch von „que": ditz que no Ross. 3495; 5925; 
respon quc no ib. 7616; dic ieu que no Cadenet 4, 3; el respondet que non 
Dkm. 52, 28. 

13. Montagut heisst heute Montaigut, liegt im Dep. Tarn et Garonne 
etwas wcstlich von Cahors, der alten Hauptstadt dcr zu Toulouse gchòrigcn 
Grafschaft Qucrcy. 

17. de viro. Dic Pràp. „de" wird in cinzelnen localen Ausdrùcken 
wie im Nfr. auch auf die Frage wo? gebraucht, z. B. : de jos, „unten" 8, 19; 
de sai „hier" 14, 38; 34, 34; de lai „dort" 23, 43; 42, 29; dc viro „rings herum" 
33, 4. In unscrem Beispiele ist nun cin solcher Ausdruck mit einem Verbum 
der Bewegung verbunden, um das Zicl dcr Bewegung auszudrûcken ; „nos lur 
venrem de viro" heisst daher nicht „wir werden von allen Seiten zu ihnen 
kommen", da die Armee der Rebellen bereits vereinigt war, sondcm „wir 
wcrden rings um sie Herum kommen, werdcn kommcn und uns rings um sie 
herum lagern", was auch durch den folgenden Vers bestàtigt wird. Ebenso: 
virar de l'autre latz G. Riq. 89, 18. 

24. quc pcr avcr, quc per somo. Ucber diescn distributiven Ge- 
brauch des neutralen „que" s. Diez, Gr. III, 82. 

27. cll d'Aragon ist eine Umschreibung fur die Aragonier; gewôhnlicher 
dicnt zu diesem Zwccke „cil", z. B. : el reis tornei lai ab cels dc Garlanda 
13, 31 ; aissilh dc Lombardia 14, 27; ccl de Toartz 33, 29; cilh del Colom- 
bier 36, 20; cilh dc Cadonh I, 48. — Alfons II. von Aragon war Bundes- 
gcnossc Heinrichs, also Feind des jungen Kônigs und Raimunds von Toulouse. 

30. drut ist das nfr. dru „dicht", das wohl aus dem Celtischcn kommt. 
Raynouard belegt es nur durch unserc Stelle. 

33. samit bczeichnet nicht nur den Stoff, sondcrn auch das daraus ge- 
fertigte Kleidungsstùck, cf. Anm. /u 19, 36. Umgekehrt ist „cisclato", afr. 
siglaton, singlaton ursprùnglich cin unten rund zugcschnittenes Kleidungsstùck 
und dann auch dcr Stoff, aus dem cs gefcrtigt (Dicz, Wb. I, 126). 

34. cendat ist in erster Linie der Name fiir eine Art Zeug und zwa/ 
ein kostbarcs, feines (cf. Anm. zu 19, 28), dann aber bedeutet es auch 
„Fahne", weil zur Herstellung derselben wohl jcncr Stoff gewâhlt wurdc, so: 
quant vei pels vergiers dcsplcgar los cendatz grocs, indis e blaus 35, 2; vei 
los mortz que pels costatz ant los tronchos ab los cendatz U, 50. 

35. In diesem und dem nàchsten Verse werden die zum Errichten eines 
Lagers nothwcndigcn Gegenslànde aufgczàhlt; áhnlich: quc n'ajon ops paisson, 
cordas e pom, e'n sion trap tendut per fors jazer 29, 5 u. 6. 

37. Lo reis qu'a Tarascon perdut. Tarascon ist einc Stadt der 




*7» 



Grafschaft Provcnce, im jetzigen Dcp. Bouches du Rhône. steht hier fiir die 
Grafschaft selbst. Mit dem Kònige ist Alfons II. von Aragon gemeint, 
doch ist der Ausdruck nicht ganz der wahren Sachlage entsprechend. Als 
nâmlich des Kònigs Oheim, der Graf von Provence 1 1 66 íiel, erhob er sowohl 
wie der Graf von Toulousc Ansprûche auf desscn Land, und Raimund V. 
musste endlich 1 176 seinem Gegner das streitige Object gegen eine Geld- 
summe ùbcrlassen. Alfons setzte seinen Brudcr Raimund Berengier in dcr 
Provence als seinen Statthalter ein. Als dieser jedoch 1181 auf einer Ex- 
pedition nach Languedoc in einem Hinterhalte von Aimar von Melgueil 
getôdtet worden war, rachte Alfons den Tod seines Bruders und ûberliess dann 
die Grafschaft einem andern seiner Briider , nâmlich dem in v. 42 genannten 
Sancho (Bouquct XII, 363). Die Parteileidenschaft verfûhrte daher den 
Dichter, etwas von der Wahrhcit abzuwcichen. 

38. el senher de Mon Albco. Mon Albco ist wohl nicht identisch 
mit Montauban in Qucrcy, da in diesem Falle hier Raimuud von Toulouse 
zu verstehen wâre, wâhrend von dessen Feinden die Rcde ist. Vielleicht ist 
Mont Albeo eine Baronie in Spanien, oder aber in Bcziers, in welchcm 
Fulle das ..Rotgiers" des nâchsten Verses als Apposition zu „el senher" zu 
fassen wâre. 

39. Rotgicrs. Gcmeint ist Rogcr II., Vizgraf von Beziers und Graf 
von Carcassonne, welcher zwar mit der Adelhaid, Tochter Raimunds V. von 
Toulouse, verheirathet , aber mit seinem Schwiegervater verfeindet war (Art 
de vér. 1. d. IX, 430). 

39. Bernart Otho. Er hcisst in den Quellen Bernard Atho oder 
Atto II. und war Vizgraf von Ntmes. Im Jahre 1 187 trat er scin Land an 
Raimund von Toulouse ab (Art de vér. 1. d. IX, 385). 

40. locomsPeire. Wer dieser Graf Petcr gcwcscn ist, vermag ich 
nicht anzugeben. 

41. el coms de Fois. Dies war damals Roger Bernard L, cin Freund 
dcs Kònigs von Aragon, wclcher ihm auch II 85 die Verwaltung der Graf- 
schaft von Provence úbertrug, dic er seincm Bruder Sancho wieder nahm 
(Art de vér. 1. d. IX, 435). 

Bernardo ist vielleicht Bernard IV. von Comminges, eincr Grafschaft 
in der Gascogne westlich von Toulousc, im hcutigen Dep. Ilautc-Garonne. 

43. pensson de garnizo. Bertran construirt „pcnsar" noch cin Mal 
mit der Prâposition „dc": mas que pens de Panar 39, II. 

24. (cf. Biogr. pag. 90.) 

1. malastruc. Des Reimes wegen ist das im Vocativ erfordcrliche 
flexivische s abgefallen. 

2. acoindat. So Tobler statt a comdat dcr Hs. 

6. mielhs fora, fosses campios que viure. Der Dichtcr geht 
hier aus einer Construction in eine andre iiber, indem er statt des zweiten 
Substantivsatzcs einen Infinitiv wâhlt. Fbenso: valgra mais, comenscs lo des- 
rci que plaidejar armatz 31, 41. Der umgelcehrte Wechsel findet in folgenden 
Fallcn Statt : raais ara donar que queira Guil. Aug. 4 , 2 1 ; icu vuelh mais 
traire . . d'ivern de fuec calor quc sol vis l'autrc que resplan G. de St. Greg. 
5. 24; mais am viure a turmenz, que vostre pret/. valia menz Sordel 12, 25. 



Digitized by Google 



2 7 2 



Auch bei Bertran : volc en mais l'aver portar, que hom totz sos pres li renda 
35, 31; mais am rire e gabar ab mi donz, que m'en somonha 39, 36. 

8. faissuc. Raynouard und nach ihm auch Diez, Gr. II, 313 schreiben 
faichuc, das Rayn. mit ..fâcheux' 4 ùbersctzt. Letzteres kann aber unmôglich 
die Herltunft des Wortes bezeichnen, denn fàcheux kommt von fâcher, dies 
von prov. fasticar und dies von prov. fastic lat. fastidium. Von unserm Worte 
finden sich die Formen „faichuc" und „faissuc". Die Schreibung ..faichuc" 
wird bei Rayn. ein Mal belegt durch eine Stelle aus dem ersten Ensenhamen 
des Amanieu des Escas: ab nulh homc faichuc, nessis ni mal astruc (Dkm. 
pag. 105, I); in den andern von ihm zitirtcn Stellcn steht „fayshuc", bei uns 
endHch ,,faissuc". Beide Formen sind mòglich, wenn wir das Wort von laL 
fascis prov. fais ,.Last" ableiten, das auch in ùbertragenem Sinne gebraucht 
wird, mit der bekannten Silbe -uc. — Grammatisch gehôrt das Wort als 
Attribut zu ..solatz". 

12. Die Construction ist: fai (s. Anm. zu 6, 52) melhor escoutar porc 
que vos. 

millargos besser milhargos ist wohl cine Ableitung oder Zusammen- 
setzung von „milh" lat. „milium, Hirsc"; Rayn. giebt ihm die gleiche Be- 
deutung wie „milh" und das Gloss. occ. ùbersetzt es mit „grain, tige de maïs". 
Im Italienischen giebt es: miglialsole ..Perlhirse" und ..migliarola", welches die 
spezielle Bedeutung „Vogeldunst, feines Schrot" angenommen hat. 

14. quant. Das Ms. hat „qam". Dies ist offenbar ein Schreibfehler 
statt „quant" oder statt „quom" wie v. 12. 

15. qu'ieus „dass ich Euch nannte" giebt keinen guten Sinn. Es 
scheint, dass „quius" zu lesen ist wie v. 27 und 41 „wenn Jemand Euch 
nanntc". 

16. ver. „Das vers der Hs. kann stchcn bleiben, es ist das Subsl. 
„Wahrheit", nicht das prâdicative Adj." (T). 

21. defensalha. Das Wort ist sonst nicht belegt. 

22. plus caus d'un sâuc. Auf dcr selben Anschauung bcruht ein 
Bild, das Marcabrun in seincm dritten Liede durchfùhrt, wo er dic Welt mit 
der Weide und dem Hollunder verglcicht, beide sind hohl; ebenso: fols plus 
caus d'un saubuc Sordel 21, 33. — Ueber „de" statt „que" nach einem Com- 
parativ s. Diez, Gr. III, 398. Andre Fâlle: aurs val mais d'azur 32, 43; ct 
a Engolesmes major (sc. Ehre) d'cn charretier que gucrpis la charreta 33, 12; 
aurs val mais d'eslanh I, 45. 

23. soiros. soiron gleich afr. suiron nfr. ciron „Milbe" (T). Das Wort 
fìndet sich nicht bei Raynouard. Im Uebrigen ist mir jedoch in diescm Versc 
Manches unklar geblieben. So der Gebrauch der 2. Singularis „as", wâhrend 
dcr Dichter, wie die Pronomina zeigen, vorher und auch nachher (cf. v. 27) 
wicder den Plural verwendet. Man môchte daher statt „as" vielleicht „es" 
lesen, wie v. 25. Dann mùsstc auch „major" in dcn Nom. verwandelt werden. 
Abcr auch dann ist keineswegs Alles befriedigend. Ist „cors" dann als „cor" 
oder als „corpus" zu fassen? Der Lunge und Leber des folgenden Vcrscs 
entspricht wohl am besten „Herz". Ist aber ein grosses Herz ein Zeichen 
der Feigheit oder sonst ein Gegenstand des Tadels, der hier offenbar bezweckt 
wird? Das Gcgcntheil „klein" wùrde eher dazu passen, auch schon dcshalb 
weil das folgende ,,grans" gar nicht zu „majcr" einen Gegensatz bildcn 



273 



wûrde, das vielmchr „menre" postulirt. Endlich vermisst man auch dcn 
Artikel vor „cors". 

25. cabcçalha. Dies Wort findet sich nicht im Lex. rom., dagegen 
..cabeissa" mit einer Stelle aus Flamenca: dc la tesU semblet cabeissa, quar 
las canas foron fumadas, cortas e per luecs irissadas Flam. 5783. Rayn. ttber- 
setzt dies mit ..pcrruque, couvrechef*', und P. Meyer schlicsst sich ihm an. 
Davon ist ..cabeçalha" abgeleitet und hat wohl auch âhnliche Bedeutung; das 
Gloss. occ. ûbersctzt es mit „tresse de cheveux". Ein Deminutivum „cabcs- 
salet" von „cabessal" wird im Lex. zur Chronique des Albigeois (ed. Fauriel) 
durch „coiffure, coiffe" wiedergegebcn. 

24. de matin. De steht nicht selten in Zeitbestimmungen, namentlich, 
wic hier, auf die Frage wann ? Bei Bertran ist mir sonst lceinc weitere Stelle 
aufgefallen , dagegen anderswo , z. B. : molt me derramcn donzellet de jovent 
Boct. 195; omne qui de joven sun bo e, cum sun vell . . ib. 233; ni o farai 
d'cst mes Marc. 30, 29; intrar pot hom de lonc jornau en breu dolh ib. 31, 
53; lavar de ser e de mati nos deuriam segon razo ib. 33, 10; d'autra vetz 
la'n creirai B. de Vent. 37, 62; eu vengues de noit prionda lai al seu repaire 
ib. 44, 52 etc. Daneben entspricht „de" in Zcitbestimmungen auch der Fragc 
„wie lange"? z. B.: qui bel volria lauzar, d'un an noi poiria venir Guil. de 
Poit. 8, 18; ges ves mi non s'orgolha s'amors, anz n'hai lo chausit d'aitant 
quant mars clau ni revol (so lange das Meer steigt und íallt) B. de Vent. 27, 
54; c'n pert so que d'un mes engrais R. d'Or. 27, 56; mais li pot en sol un 
jorn scrvir que rfhl paupre non faria d'un an G. de St. Leid. 15, 30 etc. 

29. ascrtuc findct sich bci Rayn. nicht. Est ist wohl eine andrc Form 
íûr „acertuc", uîld dies eine Ableitung von dem Subst. acert „Sichcrheit", 
das im Lex. rom. belegt ist. 

41. enpasses. Enpasser ist anderweitig nicht belegt, nach dem Zusam- 
menhang mûsste es „herunterschlucken" heissen, wie es auch das Gloss. occ. 
auffasst: „avalcr, engloutir". Tobler schlâgt empansar von pansa vor. 

42. Raimons de Plancl ist ein sonst nicht bekannter Spielmann, 
oder vielmehr Componist, der also die Melodie zu diescm Sirventes ver- 
fassen soll. 

25. (cf. Biogr. pag. 77.) 

2. cn brieu veircm, wicderholt v. 10 und 19. 

3. del valen rei. Wenn in eiûer indirecten Frage das Interrogativ- 
pronomcn einc Auswahl ausdriickt zwischen mehreren Personen oder Gegcn- 
stânden , so kônnen letzterc dem Fragewort entwcder appositionell d. h. im 
glcichcn Casus bcigefiigt wcrden, oder aber sie kônnen von demselbcn mit 
„de" abhângig gemacht werden. Diese Construction findet sich noch nfr. Man 
kann z. B. entweder sagcn : il fallut donc voir qui serait vainqueur, Otame ou 
Zadig, odcr: d'Otame ou de Zadig. Racine sagt im Britannicus I, 1: qu'il 
choisisse, s'il %-eut, d'Auguste ou de Tibère. Ebenso provenzalisch : no sai 
ab qual mi tcngua, de n'Agnes o de n'Arsen G. de Poit. 3, 24; qual ama 
mais dieus, aquel qu'es formis o dels raubadors que raubols camis, wo viel- 
leicht „d'aquels" zu lesen ist, Moine de Mont. 13, 35. Ebenso beabsichtigte 
Bcrtran an unscrer Stelle zu sagen : „dcl valen rci . . o dc Richart". Er be- 

18 



Digitized by Google 



274 



gann auch die Construction, verliess dieselbc jedoch wcgen des langen Rela- 
tivsatzes und fing mit „Richartz" cine neue Periode an. 

5. metra a mueis. Die Pràp. a drûckt zuweilen den Massstab aus, 
nach welchem etwas geschieht. Ebenso in: ens encontrem a milliers et a 
cens 29, 7; pres a quintals et a fais l'aver 32, 57; metrai hi (sc. in mein 
Sirventes) blasmes . . a miliers et a cens P. Card. 65, 3; faulas d'auctors sai 
ieu a miliers et a cens P. Corbiac, Tresor 750. Im Nfr. wiirde hier die Prâp. 
„par" Verwendung finden. 

6. ten sa benanansa metr' e donar. Die logische Stellung wiirde 
die Infinitive als den Objectsaccusativ vor dem prâdicativen „sa benanansa" 
verlangen. tener im Sinne von „eine Person oder Sache fûr etwas haltcn, 
als etwas ansehen, glauben, dass sie das und das sei" wird 1) und zwar in 
der Mehrzahl der FâUe mit dem Accusativ und der Prâp. „per" mit einem 
Adjectiv oder einem Subst. construirt, z. B.: reis de Fransa, eus tenc per 
franc 2, 36; per viclh lo tenc 7, 35; nom tengatz per envazidor II, 22; aquest 
juec tenc pcr guazanhat 14, 31 etc. Zuweilen tritt an Stelle von „per" eine 
andre Prâp. auf, z. B. „a": ten s'a garit Ross. 1246; Karlon tenc a judieu ib. 
3784; el lo tenria a ufanier ib. 4486; que Girartz plus tenia a son fíel ib. 
81 18; tenc a non-calens los enojos A. Daniel 17, 31 ; ebenso: Gauc. Faid. 4, 
52; 61 , 6; Flam. 2187; Perdigon 13, 32 etc. Aber 2) kann das Adj. resp. 
Subst. auch in den blossen Acc. tretcn, so : Vielha la tenc, dona, pus c'a pel 
laja 7, 9; dieselbc Wendung wiedcrholt v. 11, 13, 15; s'amors s'en vai, son 
joi tenc mensongier 41 , 26; els tenc d'armas plus fazendiers Bcrtr. d'Avign. 
1, 46; tal ren ten hom vil qu'es prezan G. Faid. 59, 10; quem tenga sieu 
servidor Guir. de Cal. 1, 8; farias fol tener Guir. de la Tor. 12, 24; aital 
plazer tenria malcstansa Bcrtr. d'Alam. 1 , 44 ; hierher gehòren auch dic in 
Anm. zu I, 6 aufgefiihrten Beispiele des Nom. nach „se tener". Dieser Fall 
licgt in unserer Stelle vor. Diese Construction von „tener" ist wohl zu 
unterscheiden von der àusserlich ganz gleichen, welche Anm. zu 6, 44 be- 
sprochen ist. Eine andre Verwendung von teoer „glauben" ist 3) dic, dass 
es den Acc. ciner Sache, den Dativ einer Person und die l'rap. „a" mit 
einem Abstractum regirt und bedcutet ..Jemandem Etwas anrechnen, aus- 
legen als", z. B. : ad ambedos tcn hom ad avolcsa car ant fait plaich 31, 8; 
a rci anii.it lo ten hom a fiaqucsa quand cs en camp c vai querre plaidei 31, 
8; no m'o tengatz ad ufana R. d'Or. 7, 17; sitot m'o tcnctz a foles, per tan 
nom poiria laissar ib. 28, 8 ctc. Wenn der Dat. der Pcrson ein Reflexiv- 
pronomen ist, so náhcrt sich die Construction der unter 1 ) besprochenen : mas 
vos o tenes a joja 17, 5; ab aissom conort em tenh (sc. es) a deport 20, 38; 
tenh m'o a gran affan 28, 5; e tenh (sc. es) m'a gran meravilha Marc. 25, 5; 
a gran bon' aventura m'o dei tencr F. de Mars. 21, 4 etc. Môglicher Weisc 
liegt diese Construction auch an unserer Stclle vor; man brauchte dann nur 
„s'a" statt „sa" zu schreiben. 

bcnanansa ist, wie Bartsch Anm. zu Dkm. 39, 14 hervorhebt, durch 
Volksctymologie aus „bencnansa" cntstanden. 

8. vol gcrra mais quc qualha csparviers. Solchc der Bcizc 
entnommcne Vergleiche begegnen uns mehrfach, z. B. : non es nulhs om plus 
duhs de batalhiers, ni dc la calha penre nulhs esparviers Ross. 1506; plus 
raal me vol lo reis que fabt auscl ib. 3623 ; rai temon plus que calha csparvier 



Digitized by Google 



275 



P. Vid. 1 8, 4 ; Frances bevedor plus que perditz ad austor no vos fan temensa 
P. Card. 25, 47; Guillems vaus lo pertus colleja si con fai austors a perdiz 
Flam. 31 21. 

12. fendutzperbustz. Bcmerkenswerth ist, dass das Particip, ob- 
wohl substantivirt , dcnnoch scinc verbale Kraft behalt. Mir ist nur ein 
weiteres Beispiel zur Hand: que faran li Hurat a mal traire G. Faid. 22, 32. 

brâiers. Die gcwòhnlichc Form des \Vortes ist „bragier". Es stammt 
von „braccae" und bcdeutet ursprunglich den Giirtel, mit dem die Hosen 
zusammengehalten wurden, dann den Gûrtel im Allgemeinen und endlich 
speziell den verschliessbaren Keuschheitsgurtel , z. B. : selh per que hom las 
dcstrenh (bewachen lasst), port'al braguier la contraclau P. d'Alv. 5, 12. 

22. afiçatz ist adjectivisch zu ,,saumiers" zu ziehen; ebenso: per qu'ieu 
segurs non i auses estar 33, 8. 

23. de ves ist in diesem Sinne wohl getrennt zu schreiben, ebenso: er 
venon sai de ves Orïen li Tartari Guil. de Montagn. 12, 6. 

26. scrai perquartiers. Wie das Frâdicat bei „esser" statt eincs 
Adjcctivs unter Umstanden ein Adverbium sein kann, z. B. lur bobans scra 
de sobr' cn jos 40, 37 (cf. Diez, Gr. III, 314), so kann es auch aus einem 
Prapositionalausdruck bestehen, z. B. : per licis scrai o trebalhiers o ab plan 
deman (zudrínglich oder bescheiden) Ccrc. 4, 52; s'es faich de bon' aventura 
(glûcklich) Marc. 35, 60; mc conoc (sc. er) ses bauzia (treu) vas leis quim 
retenc R. d'Or. II, 20; so qu'es d'amon ib. 13, 12; tostems mi fo d'agradatge 
(angenehm) P. d'Alv. 23, 73; ebenso: son tuit d'agradatge mei dich e mei 
chan G. Faid. 34, 81 ; ieu li sui senes enguan P. R. de Tol. 10, 41 etc. 

26. (cf. Biogr. pag. 3g.) 

4. el ist wohl nicht aufzulôsen mit „e lo" sondern mit „en lo". Der 
Dichtcr will nicht sagen, dass er seinen Verstand und seine Freudc verloren 
hat u n d den bcsten Kònig , sondern i n demselbcn , namlich durch dessen 
Vcrlust. Diesc sclbe idcntillzircnde Bcdcutung hat „en" bci Bertran auch in 
folgendcn Stellen : trop an agut en mort mortal guerrier 41, 12; en breu aura 
socors el nostre rei 42, 19. 

II. quc m'estenha. Der Conjunctiv ist in dem Consecutivsatze ge- 
wàhlt, weil derselbe Modus in dem dcmonstrativen „quem destrenha tant" 
steht, wâhrend sonst nach der in Anm. zu 7, 4 aufgestellten Regel hier der 
Indicatìv stehen wùrde. 

14. en luoc Sain Johan. Der h. Johannes scheint nach der Ansicht 
dcr Zeit den besten Platz im Paradiese inne gehabt zu haben, wenigstens 
wird er mit Vorliebe hervorgehoben, z. B. : els metatz lai on esta sanhs Joans 
P. Card. 67, 48 ; m'arma en fora escricha lai on cs sans Johans Alb. de Sest. 
11. 10; al nobl' cn Guiraut . . per companhia done lo bar san Johan Raim. 
Gauc. de Bcz. 7, 27. 

18. Dasselbc Bild kommt vor: cs guitz e paire de pretz G. de Born. 
67, 48; era dc valor caps e paire G. Faid. 22, 5; er de pretz emperaire R. 
de Mir. 12, 61. 

20. bocharan, afr. bouqueran, nfr. bougran, engl. buckram war ein 
grober Stoff, aus dem Wámmser u. dgl. verfcrtigt wurden. 

18* 



276 



30. ben-siatz-vengut ist e i n Bcgriff, ebenso in : quel sieus solatz era 
guais e chausitz e l'aculhirs de ben-siatz-venguu Aim. de Peg. 22, 18. 
32. frairc Druclcfehlcr statt fairc. 

38. ab vos tenha. „tener" in absolutem Sinne heisst 1) ..rcichcn, 
dauern, aushalten", z. B.: tan com mars clau ni terra te 10, 13; tan 
quan ten terra ni dura B. de Vent. 24, 24; mos cors nos part de leis 
tant cum ten l'ongla A. Daniel 14, 30. 2) sich wcnden, gehen, z. B. : 
ma chansos tengra vas Rodes R. d'Or. 8, 59; partim d'els c tinc alhor Gui 
dTJisel 13, 58; a Vcntadorn volh tenhas G. Faid. 39, 62; chansos, ten vas 
lo rei Aim. de Peg. 38, 37; tenria vas vos de cors G. Riq. Al plus noble 
95; Guillems tenc vas lo mosticr Flam. 4757. 3) sich halten, bleiben: 
cant hom ditz ab la lenga so que ben en pes (aufrecht) non tenga R. d'Or. 
36, 6; s'ieu mezeis nom defendes ab mon saber, ben saves on voles tencr G. 
de Born. 22, II; ieu sui del tot conques qu'alhors non puesc tener R. dc 
Vaq. 20, 52; alhors non tenh G. de St. Leid. 5, 41. So in unsercr Stelle. 

46. tornejairc s. Anm. zu 5, 40. 

48. de lai denan. Lai hat zuweilen auch tcniporalc Bedeutung, so 
hier und: al vostr' ops eu n'ai vergonha, car lai fcsetz fadiar 39, 9; c s'aissi 
pert sos dregz, entre qu'es tos, lai quant er vielhs, en scra vergonhos 40, 30; 
eu vas joi m'acli lai quan fai lo dous auratge Arn. de Mar. 10, 15; ja d'aqui 
en lai hom plus no m'en (sc. Liebe) deman Peirol 14, 39. Hiermit lasst sich 
„aissi" verglcichen, welchcs auch sowohl local „hier" als auch temporal „jetzt" 
heissen kann. Bewcisc fiir letztere Bedeutung: cuja ben pcnre d'aissi enan 
las grans aiglas 40, 12; probct del linhatgc Câi .. a tans aici (bis heutc) c'us 
a Deu non porta honor Marc. 33, 39; merce fara si nom mena d'aissi enan 
per loncs plais Arn. de Mar. 10, 26 etc. Ebenso „sai" : ieu non cug qu'am 
fos natz de Rarlemagn' en sai G. de Born. 73, 75; de cinc anz en sa es 
cregutz Flam. 114 etc. 

51. ni dond. Zu ergânzen ist vor „dond" etwa „celui" im allgemeinen 
Sinne „irgend Jemand". Der Fall gchort also unter die in Anm. zu 6, 4 
besprochenc Auslassung des demonstrativen Fûrworts. — Uebcr das pleo- 
nastischc „sa" s. Anm. zu 12, 52. 

60. csclairc s. Anm. zu 7, 25. 

66. Compenha ist wohl die Stadt Compiègnc in der Isle de France, 
im heutigen Dep. Oise. 

69. Guisan scheint mir dcr romanisirte Name zu sein fiir das uamischc 
Wissant, eine kleine Hafenstadt in Artois, etwas westlich von Calais gelegen. 

71. Braiman sind die Brabanter. 

27. (cf. Biogr. pag. 93.) 

16. e far sufrir vent. Als Subject zu „sufrir" ist aus dem vorher- 
gehenden Versc der Dat. „1" in „cl" heriibcrzunehmcn. 

29. a ccl que. Ccl wiirde hicr ncutrale Bedeutung haben „in dem- 
jcuigcn was etc." Dieser Gebrauch scheint zwar vcrcinzelt vorzukomnien. 
z. B. : ma dona pucsc nomnar ben per dever mon Belh Dcport , pus ai mon 
bon csper qu'ilh me fassa selh que razos m'esscnha, per que la prec per 
mcrce quem revenha G. Riq. 88, 43; vielleicht gehôrt hierher auch: non vuolh 
mais don ni esmenda, acort ni dura merce, ni mais non creza de me, qu'ieu 



Digitízed by Google 



277 



per lieis a cel entenda, (obwohl K „al cel" liest) Uc de St. Circ 15, 49. 
Zu verglcichen wàre hiermit: l'endeman fo la sanz Joans, una festa rica e 
grans, es anc per el non s'amermet Flam. 469. Da jedoch diese Stellen un- 
sicher sind, so ist vielleicht, wie Tobler vorschlâgt, „e ccl" zu lcsen „und 
den, der ihn am nâchsten angehen mag". 

31. nol. Ueber das pleonastische „1" s. Anm. ru.4, 37. 

33. Rassa. Das Nâchstliegcnde ist, hicrin den Beinamcn Gottfrieds 
von der Brctagne zu sehen, da Bertran an diesen mit Vorliebe seine Sirventese 
ûber sociale Schâden richtet. Dann aber wûrde vilana „Bauernschaft, Bauern- 
stand" heisscn mûsscn, cine Bcdcutung, dic ich nicht zu belegen vermag. 
Toblcr meint, rassa sei hier vielleicht gleich fr. race, obwohl er das Wort 
weder prov. noch afr. lcennt. 

36. lur faitz ctc. ist ein Analcoluth. 

39. Adam cujon contrafar. cujar c. Inf. hat hicr wohl die in 
Anm. zu 10, 7 besprochene Bedeutung „beinahe, fast etw. thun". — Der Sinn 
bt: sie missachten, wie Adam, Gottes Vorschriften. 

28. (cf. Biogr. pag. 53.) 

1. dcscendre carcol. Dies ùbersctzt Raynouaid „de déceindre le 
collier" ; „descendre" ist aber sicher nicht ..decingere", welchcs „decenher" 
lauten wûrdc, sondcrn „descendcrc"; carcol ist, wie T. hervorhebt, gleich it. 
cargollo, sp. pg. fr. caracol, cat. caragol „Wendeltreppe" (Diez, Wb. I, 112). 
Daher ist das Komma nach v. 1 zu streichcn : „Mit eincr Burg Krieg zu 
fiihren, (aus der Iteine Ausfalle gemacht werden,) heisst mir gar sehr die Treppe 
hinabstcigen". cf. 8, 1 7 sq. 

5. e tenh m'o. E im Nachsatz s. Anm. zu 4, 48. 

8. s'amor. Das Pron. poss. pleonastisch, s. Anra. zu 12, 52. 
Molïerna ist eine Herrschaft in Anjou, die bci Bouquet XVTI, 246 

mit mehreren andern aufgefuhrt und dort „Moliherna" geschrieben wird. „Der 
Herr von Molïerna" ist also eine Bezeichnung fiir Richard. 

9. agusa. Agusar, esmolre und tocar sind technische Ausdriicke vom 
Schlcifcr ; Bertran behált dasselbe Bild durch die ganze Strophe bei. An andern 
Stellen braucht cr andre fûr denselben Gedanken, z. B. : que . . nols enoi, si 
bels pcla nils ton 34, 24 ; aissi cum un fraire, no i es uns, nol poscaU tondr'e 
raire o ses congrenz dels quatre pes ferar 43, 7, wo ebcnfalls wie v. 14 ein 
Mônch als Symbol der Zaghaftiglceit und Zahmheit gewâhlt wird ; tot jorn 
ressolli e retalh los baros els refon els calh, que cuizava metre a issart 44, 
29. Einige diescr Bilder finden sich auch bci andern Dichtern: un pauc 
l'ai ja ses aigua tondut e ras Ross. 4816; ieu no fug sim ras o sim ton R. 
de Mir. 8, 39; que mielhs pucscan tondr' e raire Bertr. Carb. 35, 5; lo 
truans . . los ras e los ton ib. 60 , 8 ; ton los Frances cls escorsa Guil. Fig. 
2, 124; son tondut et ant paor del raire El. Cairel 9, 25; cobeitatz pela e ton 
e rauba et acuza e pren P. Card. 51, 15; en Cesto escorgua e ton ib. 58, 16; 
tot assesmatz es com vos rasa e tonda Sordel 21, 6. 

15. merce de l'esmoledor. „Merce" mit darauf folgcndem Gcnitiv 
mit oder ohne Prâp. „de" ist ein Accusativ der nâheren Bestimmung und 
entspricht unserem clliptischen „Dank" mit dem Dativ, z. B. : merce deu e ma 
noirissa, pauc m'o pretz sil vcns m'erissa Marc. 28, 12; encaras n'ai mon cor 



2 7 8 



jauzen, la mcrce de mon bon guiren Rudel 6, 47 ; na Vierna, merce de Mon- 
peslier, en raina sai amaretz cavalier P. Vid. 18, 43. In àhnlicher Weise 
wird bckanntiich „grat" verwandt. 

17. Verlais de Mosterol. Mosterol, lateinisch Monasteriolam , nfr. 
Montreuil ist ein mehrfach in Frankreich vorkommender Stâtltenamc. Verlais 
von Montreuil, der in den Chroniken Berlaius de Monsterolio genannt wird, 
war ein Baron in Anjou, der sehr kriegerisch war und sich namentlich an 
einem Kampfe gegen Heinrich I. von England im Jahre 11 18 betheiligtc 
(s. Bouquet XII, 501 und 673). 

18. Guilhelms de Monmaurel ist ebenfalls ein kriegerischer Baron, 
der im Aníange des Jahrhunderts lebte. Es wird uns berichtet, dass er Feld- 
herr Wilhelms VII., Grafen von Poitiers, war, der als Herzog von Aquitanien 
Wilhelm IX. hiess. Wâhrend der Herzog dem Alfons I. von Aragon gegen 
die Sarazenen zu Hiilfe gezogen war , wurde Wilhelm 1 1 22 von den Toulou- 
sanern in dem in Narbonne liegenden Schloss Toulouse angegriifen, belagert 
und scbiiesslich gezwungen, den Platz zu râumcn (s. Art de vér. 1. d. IX, 
380; X 108; Bouqu. XH, 373). 

26. Martcl war ein Schloss in dem Gebiet der Vizgrafschaft von 
Turenne, dasselbe, in wclchem der junge Heinrich am II. Juni 1 1 83 starb. 
Mirandol und Cruisa scheinen Ortschaften in derselben Baronic gewesen zu 
sein; so erscheint Langued." ni, 410 ein Bernard-Isard de Mirandol; Lan- 
gued. 1 ni, preuves 152 ein Wilhelm von Mirandol. Es ist daher in unserer 
Stelle wohl Raimund II., Vizgraf von Turenne (1 143 bis circa 1190) gemeint. 

34. Catalan. Das Principat Catalonien bildete einen Theil der Krone 
von Aragon. — Urgel war zwar eine selbstândige Grafschaft, am Sûdabhange 
der Pyrenaen gelegen, wo damals seit 1183 Ermengaud VHI. regirte, doch 
war es ein Lehn der Grafschaft Barzelona, die zu jener Zeit ebenfalls mit Aragon 
vereinigt war. 

36. gran. An „grandis" ist nicht zu denkcn, vielmehr macht die Zu- 
sammenstellung mit „flac" es wahrscheinlich , dass „gram" gemcint ist, wie 
auch Dicz das Wort durch „traurig" iibcrsctzt. Dass im Reim die beiden 
Buchstaben „m" und „n" zuwcilcn vcrtauscht wcrdcn konntcn, bcwcist Ran- 
com 29, 13 statt Rancon; Chinom 29, 29, wâhrcnd 33, 34 sich die richtige 
Form „Chinon" findet. 

37. ques lausa en chantan. Bekanntlich war Alfons II. von Aragon 
einer der eifrigsten Fòrderer der Dichtkunst und als solcher auch von vielen 
Troubadours hòchlichst gepriesen. 

39. e pendct son ansessor. Diez hat bereits diese Beschuldigung 
als ungerecht nachgewiesen. 

41. Lai vir. Der Dichter wendel sich nunmehr dem dritten Gegenstande 
in diesem Gedichtc zu. — Das Sprichwort „lai vir (la lenga) on la dens nu' dol" 
begegnct uns bci dcn Provcnzalen mehrfach, z. B. : a la dcn torna soven la lenga 
on scnt la dolor Marc. 23, 52; no pucsc sofrir qu'a la dolor dc la dcn la 
lcn^a no vir G. de Born. 51, 1 ; a la dolor de la dcn vir la lcnja F. de Mar*. 
5 , 51; cin weiteres Beispiel zitirt Raynouard : la lenga vir on la dent mi fa 
mal Lex. rom. V, 552 (aus Uc de l'Escure's Gedicht). 

49. tresol. gewòhnlicher tersol ist ein technischer Ausdruck der 
Falknerei. Im Nfr. hcisst es tiercelet, und man versteht darunter das abge- 



Digitized by Google 



279 



richtete Mânnchen gewisser Jagdvôgel, namentlich der Habichte und der 
Sperber. Der Name stammt daher, dass diese um ein Drittel (tertium) kleiner 
sind als die entsprechenden Weibchen. 

52. Tristan ist offcnbar der Versteclcname fïïr eine Dame; eben des- 
selben hatte sich bekanntlich auch Bernard von Ventadorn mehrfach bedient. 

56. Palerna ist wohl eine des Reimes wegen etwas modifizirte Form 
fûr Palermo, sodass hier vom Konig von Sicilien gcsprochen werden soll. 

62. ben posc far cinc et ilh terna. Das Bild ist vom Lottospiele 
genommen ; far cinc „cine Quinternc gewinnen" ist die gïïnstigste Móglichlceit, 
indem unter fûnf gezogcnen Nummern auch fïïnf Treffer sich befinden. So 
hoch schlâgt der Dichter seincn Erfolg bei seiner Dame an, wâhrend er seinen 
eignen Werth geringer anschlagt, da cr seiner Dame nur eine Terne zu- 
rechnet d. h. unter fïïnf gezogenen Nummem drei Treffer. Die Terne scheint 
sogar als ungïïnstiger Wurf angesehen zu werden, wenigstens in folgender 
Stelle: de na Cuniça sai quez ilh fez ogan tal terna per qu'ilh perdet vita 
eterna Uc de St. Circ 28, 5. 

20. (cf. Biogr. pag. 66.) 

7. a milliers et a ccns. Ueber die Prâp. a siche Anm. zu 25, 5. 
„Cent" wird gewôhnlich nach der zweiten Decl. flectirt, also N. Pl. „ccnt" 
z. B. : aqui l'en an segut tal quatre cen (R) Ross. 1559; sim rizian quatre cen 
(R) angcl R. d'Or. I, 34; A. Pl. „cens": ai dig cinc cens laus avinens P. 
Vid. 22, 35; vai totz sols cntre cinc cens feris F. dc Mars. 5, 30 ; vos veiriatz 
dc boissas e de sacs tre centz (R) Moine de Mont. 1 1 b , 74 ; ben i ac plus 
de cinc cenz (R) Flam. 520 ct'c. In Verbindung mit einem weiblichen 
Subst. erhSlt cs jedoch eigenthïïmlicher Weise auch im Nom. Pl. ein 
„s" z. B.: prcgar m'cn venrion domnas cinc cens (R) R. d'Or. 17, 44; sim 
prcjavon d'autras domnas cinc cens (R) P. de Capd. 10, 10; aqui istan ganre 
gens cominalmen mais que dos cens (R) Dkm. 260, 37; V cenz pareilz de 
vestimentas .. estan tut pres en un albcrc Flam. 412. 

10. faich vcrmelh de s. Anm. zu 3, 29. Zu „vermelh" ist „gon- 
fanon" zu ergànzcn. 

11. parc. Auslautendes „t" geht namentlich nach r zuwcilen des 
Reimes wegen in „c" ïïber, z. B. : eu m'esperc G. de Born. 54, 34; tem quei 
perc ib. 50 etc. 

12. un dat mi plomba. Wenn man in einen Wïïrfel Blei einlâsst, 
so fallt er immer, oder wcnigstens meist, auf eine bestimmte Seite, ist also 
zum Betrïïgen geeignet. Dasselbe Bild wird mehrfach verwandt, z. B. : ben es 
fols qui si fîa de sos datz qu'a plombatz Marc. 24 a, 28; ab us datz menutz 
plombatz nos a trichatz malvcstatz P. Vid. 48, 41; ses fals'amor cudiei viure, 
mas ben vei c'un dat mi plomba A. Daniel 11, 26. 

13. Lizinhan, jetzt Lusignan, war wie „Rancom" oder „Ranchon" 
eine Baronie in Poitou, cf. Biogr. pag. 65. 

19. Roam ist Rouen, Hauptstadt der Normandie. 

21. breu ses colom. Die Tauben wurden schon in den frïïhesten 
Zeiten als Boten gebraucht, zuerst im Orient. So berichtet Joinville: li Sar- 
razin envoierent au soudanc par coulons messagiers par trois foiz que li roys 
estoit arivtz Hist. de St. Louis § 163; ebenso provenzalisch : cant vic le 



zSo 

soudans que per l'ayga no lay podia hom entrar, trames sas letras per coloms 
Damiette 306. 

24. PolhaeSansonha sind die provenzalischen Namcn ffir Apulien 
und Sachsen (Saxonia). 

27. Caortz ist das heutigc Cahors, die Hauptstadt von Quercy, im 
Dep. Lot. — Caiarc ein Schloss in derselbcn Grafschaft am Lot. (Langued.' 
III, preuves 382; Langued. 1 III, 155 und 157). 

29. Chinom war ein festes Schloss Heinrichs n. in der Touraine, 
heute eine kleine Stadt im Dep. Indre - et - Loire , in welchem derselbe einen 
grossen Schatz bewahrte. 

33. Anc naus en mar etc. Derselbe Vergleich, obwohl nicht so 
vollstândig durchgefuhrt, findet sich in folgendem Liede: sui plus despers . . 
que naus, quant vai tomban per mar destrcicha d'ondas c de vens G. de 
Born. 60, 37 sq. 

43. Rotgier. Mir ist kcin Roger von Trainac bekannt. Der Name 
der Stadt erscheint mehrfach, z. B. wird in der Chronik Gottfrieds von 
Vigeois erzâhlt, dass der Prior "VVilhelm des Klosters Grammont in Berri aus 
Trainhac war. Nach Bouquet XIV, 189 und 191 lag der Ort in Limousin. 

44. omba ni om ni esta. „Dass ich weitere omba, om und esta d. h. 
wcitere Reimwòrter mit diesen Ausgangcn nicht finde , weswegen ich auch 
das Gedicbt schlicssc." Man kann mit dicscm Gcstandniss das eines alt- 
franzôsischen Dichtcrs zusammcnstcllen Barb. ct Méon H, 443: Et prist a 
dire isnelcpas: Dixit dominus domino meo, Mais ge ne vos puis pas 
en o Trover ici consonancie (T). 

30. (cf. Biogr. pag. 63.) 

i. nostre senher ist Richard Lòwenherz, cf. v. 10. 

somonis statt „somon«* ist eine Ausweichung von der zweiten 
schwachen nach der dritten und zwar der inchoativen Conjugation, ebenso 
s'espandis" 32, 2. 

el meteis. Wenn das Pron. ,,mezcis, mctcis" zu eincm Subst. tritt, 
so wird meist das Pronomen personalc der dritten Person noch hinzugefugt, 
z. B. : nostre scnher cl mezcis . . falhic R. d'Or. 36 , 43. Doch kann das 
Fûrwort auch ohne VVeitercs zum Subst. gesetzt werden , z. B. : meesmes lo 
paer vos ama Chr. 15, 6. 

4« P er grevatz, s. Anm. zu I, 6. 

5. el reis gehòrt nicht zur folgenden Zeile sondern zum Vorhergehen- 
den, zu erganzen ist „es pres'*. Bekanntlich war Guido von Lusignan, Kònig 
von Jerusalem, am 4. Juli 1 1 87 in der Schlacht am See Tiberias von Saladin 
sammt dem heil. Kreuz gefangen worden. 

8. lo saintz focs i dcissen. „Es ist aus der Gcschichte dcr Kreuz- 
ziigc bckannt, dass die Kcrzcn auf dem heil. Grabe am Ostersamstage durch 
ein von oben hcrabstrômendcs gòttlichcs Feuer angeziindet wurden , ein 
\Vunder, welches keiner der Zeitgenossen bezweifelte." Diez, L. u. W. 227. 

16. per que — melhura. Diese Worte sind in Parenthese zu 
denken. 

21. Carles. Gemeint ist Karl der Grosse, s. Anm. zu 14, 69. 



Digitized by Google 



28l 



81. (cf. Biogr. pag. 59.) 

7. tro c. Ind. s. Anm. zu 2, 41. 

9. sordei. Ueher diescn Conj. s. Anm. zu 2, 31. 

II, dirc hat hier dic pragnante Bcdeutung „als mangelhaft bezeichnen, 
tadeln"; so mchrfach, z. B.: mcrces n'cs a dire (sc. bei der Dame) Aim. de 
Peg. 20, 14; namentlich mit dcr Ncgation, z. B.: sa gran bcutat, don res non cs a 
dire P. Vid. 33, 17; tant etz valcns . . que non es a dirc negus bos aips qu'om 
puesc* en domn' eslirc P. de Capd. 23, 6; que mas merces non cs a dire, 
domna G. Faid. 17, 38; de lieis non crc rens dc bcn sia a dire A. Daniel 18, 21 ; 
amics cabalos, tals don res a dir non fos E1. de Barjols 5, u. Man vergleiche 
damit die Bedeutung von fairc in 26, 43. 

li trci. Ucber den bestimmtcn Art. 8, Diez, Gr. III, 42. Daher auch: 
proeza que . . no sia . . fraicha en l'un cartier 36,41. 

13. Caersins ist das jetzigc Quercy (lat. Cadurcinum), friiher eine 
selbstândige Grafschaft. 

16. grei. Grcjar ist nach T. nicht „agrécr, plairc", sondern gleich 
grcujar. Daher schreibt er: com li grei ..sofcrn er ihm zuwider sei." 

18. Esaudun, jetzt Issoudun ist das alte Auxellodunum, eine Stadt in 
Berry, im hcutigen Dep. Indre. 

20. cugcs. Tobler: cug ges. 

21. una tcsa ist ein Acc. der raumlichcn Ausdchnung, siehe Diez, 
Gr. III, 122. 

28. que desconfi. Que ist neutral zu fassen „was"; nfr. mûsste man 
sagen : ce qui a défait . . ce nc sont pas . . , ce sont . . 

29. lo sors Henrics etc. In der „razon" zu 2 heisst es, mit diescm 
Heinrich sei der Onkel Raouls dc Cambrai gemeint, der, so lange er nicht 
gerûstet war, seinem Neffen zum Frieden ricth, als dieser von den vier Sòhnen 
Alberts angegriffen wurde, dcr jcdoch, sobald er die Vorbcreitungen zum 
Kampfe beendet, von Friedcn und Vertrag nichts mehr wissen wolltc. Dies 
scheint die richtige Deutung der Anspielung zu sein, denn in dem uns iibcr- 
lieferten altfranz. Roman von Raoul dc Cambrai (ed. Edward le Glay, Paris 
1840, pag. 85 — 90) kommt in dcr That eine Scene vor, die mit der eben 
skizzirten grossc Aehnlichkeit hat, nur heisst der Vatcr dcr vier Briider nicht 
Albert, sondern Herbcrt, und dcr Onkel Raouls nicht Hcinrich, sondern: sors 
Gerins „der blonde Gerins", sodass das Adj. „sor" in der afr. Form unvcr- 
ândert hinûbergenommen ist, statt in ,,saur" venvandelt zu wcrden (in der Biogr. 
pag. 61 habc ich es fiilschlich mit „taub" ûbcrsctzt). Dann ist aber auch 
statt Henrics, wie C E R haben und wie anschcinend auch der Vcrfasser der 
obcn zitirten Lebensnachricht las, entweder nach F: Gerins, odcr nach V: 
Garins in den Tcxt zu setzen; ..gucnric" in D I K zcigt den Uebergang von 
ciner Form zur andern. 

33. lo senhor d'Orlci scheint mir dcn Herrn von Orléans, d. h. 
Philipp von Frankreich bcdeuten zu sollen. 
39. Francei s. Anm. zu 20, 8. 
42. plaidejar s. Anm. ru 24, 6. 

44. Crespin el Valei. Valei ist die bekannte Landschaft Valois in 
Nordfrankreich ; Crespin ist unzweifelhaft Crespy, und zwar ist hier von den 



282 



beiden StSdten dieses Namens nicht Crespy-en-Laonnais, sondern, wie das da- 
neben stehende „Valei" wahrscheinlich macht, das heutige Crespy - en - Valois 
im Dep. Oise gemeint. 

Isembart s. Anm. zu 17, 36. 

32. (cf. Biogr. pag. 44.) 

10. paratge. Die Handschríften haben „paratges", siehe jedoch Anm. 
*u 4, 50. 

13. a Mclhau et en Carlades. Die Behauptung, dass Alfons II von 
Aragon aus Melhau und Carlades abstamme, hangt folgender Massen zu- 
sammen. Milhau oder Millau ist eine Vizgrafschaft im jetzigen Dep. Aveyron 
und wurde i. J. 107 1 von Beranger II beherrscht, welcher mit seiner Frau 
Adele unter anderem auch die Vizgrafschaft Carlades oder Carlat in der Auvergne 
mitbekommen hatte. Von den drei Sohnen dieser beiden bekara der zweite, 
Gilbert, Milhau und einen Thcil von Carlat (Langued.» UJ, 424). Dieser 
Gilbcrt heirathete Gerberge, Schwester Bertrands, des Grafen von Arles nnd 
Niederprovence , und als Letzterer nach 1081 ohne Erben starb, fielen alle 
seine Besitzungcn an seine Schwester und damit an Gilbert (ib. 436). Beide 
hatten eine Tochter Douce, die einzige Erbin der genannten Lândereien, 
welche dieselben bei ihrer Verheirathung im Februar 1 1 1 2 ihrem Gatten Rairaund 
BerangerlII, Grafen von Barzelona als Mitgift mitbrachte (ib. 6 10). Letzterer 
wieder bekam zwei Sòhne, Raimund Beranger IV, welcher der Vater von 
Kônig Alfons wurde und welcher Barzelona und Taragona erbte, wâhrend 
dcr jûngere BeTanger • Raimund die Grafschaft Provence erhielt (ib. 678), die 
jedoch Alfons i. J. 1 166 ebenfalls crbte. (s. Anm. zu 23, 37). Demnach stammte 
Alfons allerdings, obwohl nur von Seitcn seiner Grossmutter her, aus Mclhau 
und Carlat. 

15. an s'en vas Sur. Dcr Dichtcr spielt hiermit auf die damals all- 
gemein bekannte Thatsache an, dass das', heil. Land in jener Zeit der will- 
komracne Tummelplatz allerhand Abenteurer, Industrieritter und andrer problc- 
matischer Existenzeh war (cf. Lyttelton, Life of Henry H., vol. HI, 464 sq.). 

19. Proenssa pert ctc. Wie bereits in der Anm. zu 23, 37 angegeben, 
machtc Alfons bcim Tode seines Bruders Raimund Beranger, d. h. 1181, den 
Sancho zu seinem Statthalter in seinen franzôsischen Lândern. Zwar nannte 
sich dieser nunmehr Graf von der Provencc, doch war so wenig die Rede 
davon, dass die Grafschaft sein Eigenthum war, dass der Kònig im Mârz 1 185 
dieselbe dem Sancho einfach wieder entzog und sie seincm Vetter Roger 
Bernard, Grafen von Foix, anvertraute. (Langued. 1 III, 68). 

21. que s'cngrais. Dies galt als ein schwerer Vorwurf, da die un- 
thâtigen Schlemmer in tiefer Verachtung standen. Derselbe Tadel wird aus- 
gesprochen : non a suenh mas quel cors s'engrais G. de Born. 73, 97. 

22. per Rossilhones. Die Endung -es bezeichnet das Gebiet, z. B. 
Albeges P. Vid. 27, 22; Carcasses ib. 27, 23; Narbones ib. 39, 57; Vianes 
Peirol 1, 39; Verones Uc de St. Circ 21,31; Agenes ib. 42, 21 etc. Alfons 
besass dic Grafschaft Roussillon seit dem Tode Gerards oder Guinards II., des 
letzten Grafcn dieses Landes, d. h. seit etwa dem Ende 1 172, wenigstens nennt 
er sich in einem Document vom 12. Mai II 73 bercits Graf von Roussillon. 

23. on fo deseretatz Jaufres. Diez sagt „von einem aus Roussillon 



Digitized by Google 



283 



vertriebenen Gottfried weiss die Geschichte nichts". Vielleicht gelingt es aber 
doch, den Ausdruck zu erkláren. Der vorhin genannte Gérardwar der Sohn Gaus- 
freds d. h. Gottfrieds, Grafen von Roussillon, und zwar aus dessen erster Ehe. 
Letztercr hatte jedoch seine Gattin 1 145 cigcnmàchtig verstossen und hatte 
cine andre genommen, von der er auch Kinder bekam, darunter einen Sohn. 
Drei Pápste hintereinander criclàrten diese Ehe jedoch fûr null und nichtig, 
so wie die Erbanspriichc dcs Sohncs aus zweiter Ehe fûr hinfàllig, und wirklich 
erhielt Gérard beim Tode des Vaters am 24. Febr. 1163 das ganze Land (Lan- 
gued* III, 8). Nun wird zwar der Name des zwciten Sohncs nirgends ge- 
nannt ; es ist abcr wahrscheinlich, dass er Gottfried hiess, wic sein Vater, und 
dass er 9 Jahre spâter beim Tode seines Stiefbruders gegen Alfons 
Anspriichc auf die Grafschaft erhob , die er jedoch dem máchtigen Rivalen 
gegcnûber nicht geltend machen konnte. Jedenfalls genûgten dieselben, um 
unscrem Bertran den Veiwand zu einem heftigen Vonvurf gegen Alfons zu 
liefern. 

24. a Vilamur e'n Tolsa. Vilamur ist ein Schloss im Toulousa- 
nischen. — Der Vorwurf kann sich nur auf den Krieg zwischen Alfons und 
Raimund V. von Toulouse i. J. 1166 — 1177 beziehen, wo Alfons vielleicht 
einigen von Raimunds unzufriedenen Baronen Versprechungen gemacht, die 
er dann spâter nicht gehalten hat. 

28. lo reis etc. Diese Strophe wird von Diez ausfûhrlich erìdârt. 
Castrasoritz ist das alte „Castrum Caesaris", spanisch Castro Xeriz; Toleta 
die Stadt Toledo, sodass wir untcr dem Kònig dieser Stàdte dcn Kònig 
Alfons III von Castilien zu denken haben. Einc Lehnsoberhoheit Castiliens 
ûber einen Theil von Aragon hatte zwar fruher bestanden, war jedoch seit 
kurzer Zeit aufgchoben worden. 

37. Lo bons reis etc. Der Zusammenhang ist folgender: Als Alfons L, 
Kònig von Aragon und Navarra, am 7. Sept. 1 ! 34 ohne Kinder starb , wurde 
in Aragon sein Brudcr Ramiro II (Dicz nennt ihn Garcia), der bis dahin im 
Kloster gelebt hatte, dahcr den Namen „der Mònch" fiihrte, in Navarra da- 
gegen ein Eingeborener , Namens Garcias Ramircz, zum Kônige gewàhlt. 
Letzterer hatte wenig freundschaftlichc Gesinnungen gegcn den Mònch, dic er 
auch nach 1 1 37 auf desscn Schwicgcrsohn und Nachfolger Raimon Beranger IV 
ubertrug. Beidc fûhrten lange Krieg mitcinander und zwar mit wcchselndem 
Gluck. Die Sachlage wurde auch nicht anders, als Garcias Ramirez starb und 
der in v. 40 bezeichncte Sancho, spàter der Wcisc genannt, seinem Vater 
folgte (Schâfer, Geschichte von Spanien III, 20 sq.). Aber auch Sancho ver- 
mochte, wie Dicz bcreits hervorhebt, gcgen Alfons IJ nichts aus/.urichten. 

46. de cui es maritz. Alfons war mit Sancha von Castilien vcr- 
heirathet. 

49. Bcrengier de Besaudunes ist nach der „razon" cin Bruder des 
Alfons. Dann kann damit nur Raimund Bcranger gemeint sein, den Jcner 
als seinen Statthaltcr in der Prnvence eingcsctzt hatte (cf. Anm. zu 23, 37). 
Dieser kam jedoch, wie bercits crwàhnt, auf einer Expedition nach Languedoc 
in einem von Aimar von Melgueil ihm gestelltcn Hinterhalt um, sodass dicser 
Vorwurf cine grobe Vcrlâumdung enthalt. 

56. mout trahi laich etc. Hieruber ^agt Diez: „Diese Beschul- 
digung ist nicht ungegrúndet, doch hòchst ùbertriebcn. Allerdings war Alfons 



Digitized by Google 



284 



mit Eudoxia, Kaiser Manuels Tochter, verlobt gewesen und hatte sich, da sie 
ihn zu lange warten liess, mit Sancha von Castilien vermâhlt, sodass dic 
Verlobte, als sic endlich ankam, wieder abziehen musste". 

57. a quintals s. Anm. zu 25, 5. — fais ist ebenfalls ein bestimmtcs 
Gewicht, und zwar, wie es scheint, gcringer als dcr „quintal", cf. aquel pro- 
metia trop mais d'aur e d'argen sinquanta fais Sta Enimia, Dkm. 219, 16. 

61. lo vert el madur s. Anm. zu 4, 23. 

33. (cf. Biogr. pag. 26.) 

1. Ventadorns war eine der vier Vizgrafschaften in Limousin, in 
wclchcr 11 83 Ebolus V. regirte; noch heute giebt es einen FIecken Vcntadour 
im Dep. Corrèze. Die Namcn der drei ûbrigen Vizgrafen sind bereits in Anm. 
zu 21, 18 aufgeíûhrt. Limoges wird hier durch Segur vertreten, welchcs ein 
limousinischcs Schloss ist. In der „razon" heisst es „el vescoms de Segur, 
so fo lo vcscoms de Lcmogcs". 

2. Monfortz. Montfort war ein Schloss in Périgord, Gordon ein 
solches in Qucrcy ; hcute licgt an derselben Stelle das Stadtchen Gourdon im 
Dep. Lot; der damalige Besitzer hiess Wilhelm, cf. 44, 15. 

3. Peiregorc. Der rcgirende Graf von Périgord hicss Elias V. Dic 
in v. 0 und 10 genannten Herrschaften Puoig -Guilhem {jeut Puy - Guilhcm), 
Clarens, Granhol (wohl das hcutige Grignols sûdlich von Périgueux) und 
Saint-Estier (jetzt St. Astier) waren Unterlchen der Grafschaft. 

6. per lor assegurar. Lor ist nicht etwa Dativ, sondern Accusativ, 
aber in der absolutcn Form. Wie nâmlich im Afr. (s. Tobler in Gôtt. gel. 
Anz. 1875, No. 34), so wird auch im Prov. bei dem prâpositionalen Inf. 
zwischen Prâposition und Verbum immer die vollere Form der Pronomina 
gebraucht. So hier, ebcnso: ieu o dic per lui castiar 35, 14. Andre Bei- 
spiele: qui morir per lui vengar volria G. Faid. 14, 24; pessavan d'elh honrar 
G. Riq. 87. 32; de lui amar ib. Sim fos tan 191; a lui ajudar Flam. 2384; 
de lui amar ib. 5378 und 5988; en lor captener tanh quc . . Bernart 3, 8; 
d'elhs amar nom partria G. Riq. 21, 42; namentlich sind die Beispiele mit 
„lcis" zahlrcich, z. B.: cn lieis honrar P. R. de Tol. 10, 12; G. Faid. 39, 65; 
ib. 63, 16; en lei servir P. R. de Tol. 14, 27; G. de Born. 7, 37; ib. 35, 14; 
F. dc Mars. 2, 9; ib. 13, 15; P. de Capd. 6, 27; ib. 12, 16; 18, 14 etc; de 
lieis obezir Arn. de Mar. Ensenhamen 354; dc leis amar F. de Mars. 9, 14; 
R. de Vaq. 13, 42; A. Daniel 1, 24; ib. 8, 39 etc. Ausnahmen kommen 
nicht vor; daher ist in : dont es lo tortz issitz dc las mal razonar G. dc Born. 
55, 48 „d'elas" zu ándern; ebenso in: comens'a l[i] dire Flam. 5918 „l[ei]" 
/.u lcsen u. s. w. 

7. Toleta s. Anm. zu 32, 28. 

9. Puoig-Guillems. Das Flcxionszeichcn fehlt in AC; ebenso bei 
„Clarcns" in A; bei „Sains Estiers" in allen Handschriften , wahrschcinlich 
deswegcn, wcil es bci „Granhol" des Reimcs wegcn wegbleiben musstc. 

12. Engolesmes. Die Namen der Grafen von Angoulômc s. Anm. 
zu 21, 22. 

17. caps de Gascos ist Gaston VI. von Bearn, s. Anm. zu 21, 24. 

18. Gavardas. Gavardan war ein ebenfalls im Besiu der Grafen von 
Bcarn befìndliches Land. 



)igitized by Google 



28 5 

!9- e'n Vczians. In der „razon" wir<i dicser „Vivians de Lomanha" 
genannt. Lomagne liegt in der Gascogne, und Vivian hat im Prov. auch 
die Nebenform Vezian. Daher wird in Langucd.* IV, 607 und 608 der 1 1 86 
regirende Vizgraf von Lomagne „Vezias" genannt. 

e'n Bernardos wird in der ,,razon" als Herr von Armagnac bezeichnct, 
ist also Bernhard IV. Graf von Armagnac. 

20. el senher d'Aics. Ausser dem bekanntcsten Aix, der Haupt- 
stadt der Provence, und Aixe in Périgord gab es noch ein Aix in der Gas- 
cogne, nôrdlich von den Pyrenâen. Letzteres ist hier gemeint. 

cel cui es Marsas. Marsan ist eine der zu der eigentlichen Gascognc 
gehòrigen Vizgrafschaften. In der „razon" steht dafiir „Tartas", welches einc 
andre Vizgrafschaft, im siidlichen Theile des heutigen Dep. Landes ist. 

21. coms bedeutct Richard Lòwenherz; nominell war ja der Rrieg nur 
gegen diesen, nicht gegen Kônig Heinrich gerichtet. 

25. si Talhaborcs etc. Die in dieser Strophe aufgefuhrten Baronicn 
waren nach der „razon" Unterlehen der Grafschaft Poitou. Talhaborc, jetzl 
Taillebourg, liegt, ebenso wie Pons, im heutigen Dep. Charente inférieure, 
dem alten Saintonge. Beides waren damals Schlòsser, welche dem Grafen 
Gottfried von Ranchon gehôrten (Bouq. XHI, 1 78 und 179). Taunai in der 
nâchsten Zeilc ist wohl da.s heutige Tonnay in demselben Dep. ; in den zeit- 
genôssischen Chronilcen heisst es bald Taunay, bald Tannay (z. B. Bouq. XVII, 
61, 91); Lezinhas ist Lusignan, desscn Besitzcr Gottfried sich 1 1 88 gegen 
Richard empòrte, s. Biogr. pag. 65. 

26 Malleos. Malleon oder Mauléon ist nicht dic in den nòrdlichen 
Abhângen der Pyrenaen, im Dep. Basses - Pyrénées liegende Grafschaft, son- 
dern eine Baronie im nòrdlichen Poitou ; der damalige Besitzer war nach der 
„razon" Raoul, Vater Savarics von Mauléon, welcher spàter eine bedeutende 
dichterischc und politische Rolle spielte. Raoul hatte sich wie Gottfried von 
Ranchon an dem Aufstande von 11 73 bethciligt. 

27. Siurac wird, wie Diez angiebt, auch Sivrai gcnannt und ist cine 
Vizgrafschaft in Poitou. 

29. cel de Toartz. Toartz, das jetzige Thouars im Dep. Deux-Sèvres, 
war eine Vizgrafschaft in Poitou, die damals von Guido regirt wurde. 

33. Peitau bezeichnet in diesem Falle wohl nicht die Grafschaft, son- 
dern die Hauptstadt derselben, das jctzigc Poiticrs. Auch dic nun folgcnden 
Orte existiren noch heute; sie schliessen zusammen ein Viereck ein, und zwar 
liegen L'Islc Bouchard und Chinon im Dcp. Indre et Loire, an der Vienne, 
dagegen Mirebeau und Loudun im Dep. Deux-Sèvres. 

35. Clarasvals. Uebcr den Bau des festen Schlosses Clairvaux siehe 
Biogr. pag. 25. 

40. veira. Es muss auffallcn , dass nach einem Verbum der Furcht 
ein Futurum gebraucht wird. In der That venvendet Bertran auch sonst 
iramer dcn Conjunctiv in eincm derartigen Substantivsatz, z. B. : tem qu'avers 
li sofranha 8, 24; sens c pretz tem quel sofranha 14, 34; ai paor que venha 
sobre mi 17, 32 ; auch mit zugefiigtem „non" : espaven mi pren dc vos, nous 
fczes desplazer 42 , 37. Jedoch auch bei andern Autoren kommt uach den 
Ausdrikken der Furcht, obwohl selten, der Indicativ vor, z. B.: tcm que serai 
cscarniU P. d'Alv. 17, 23; tcm que n'aurctz pcccat Arn. dc Mar. 6, 12; tem 



Digitized by Google 



286 



que noi val mos lauzars ib. 19, 33; fo mes en paor que ma dorona n'Alazais 
li volia far perdre la persona Biogr. von Peire Vidal, Chr. 238, 33. Sonst 
mûsste man „vcja" schreiben. 

Matafello war des jungen Heinrichs damaliger Aufenthaltsort, wahr- 
schcinlich in dcr Normandie. Ein Hugo und cin Theobald von Mathafello 
lcommen Bouquet XII, 501 und 525 vor. 

42. Carlo. Gemeint ist wieder Karl der Grosse. Talhafer v. 43 ist ein 
Beiname der Grafen von Angoulême. Damals war in dieser Grafschaft ein Erb- 
folgestreit ausgebrochen , indem 1 1 78 nach dem Tode Wulgrin-Taillefers IU. 
dessen Bruder, Wilhelm V. und Ademar, das Land ihrer Nichte Mathildc 
strcitig machtcn. Diese wandte sich an Richard Lôwenhcrz um Hûlfe und 
fand auch bei ihm Unterstiitzung , sodass sie wenigstens in einem Theile von 
Angoulême sich behauptete. Nun scheint es, dass die drei Gelcite unseres 
Gedichtes ein einheitliches Ganzc bilden und dass der Zusammenhang ctwa 
folgender gewesen ist: Wilhelm hatte, da er allein sich nicht staric genug 
fuhlte, es mit Richard aufzunehmen, sich an Philipp II. August von Frank- 
rcich ura Beistand gewandt mit dem Versprechen, in diesem Falle das Land 
von ihm zu Lchn zu nchmen (43), und Jener hatte ihn auch wirklich belehnl 
(44) und ihm Hûlfe zugesagt. Da nun selbstverstândlich die Grafen von 
Angoulême, wie auch aus 21, 22 hervorgeht, unter den Rebellen, d. h. den 
Gegnern Richards, sich bcfanden, so fordert Bertran den Kônig von Frank- 
rcich auf, sein Versprechen zu halten (45) und nícht Nein zu sagcn, nachdem 
er ein Mal Ja gesagt. 

46. a dich d'oc s. Anm. zu 23, 9. 

34. (cf. Biogr. pag. 47.) 

10. qu'el mon domna no'n rason ni n'apel. „Dies verstehe ich 
nicht; ich denke, cs ist: n'enrazon ni n'apel zu lesen, gleichbedeutend mit 
dem, was in ADJK steht" (T). Der Sinn der Lesart von CF wùrde etwa 
sein: „ich bin nicht so schr in dcr Liebe befangen , dass ich cs dcswegcn 
untcrlassen sollte, einer Dame dariiber Vorhaltungcn und Vorwiirfe zu 
machen " ; nach der Lcsart von y (und Tobler) : „ ich bin nicht so verliebt, 
ilass ich einer Dame Vorwùrfe machte, namlich dariiber, dass sie mir ihre 
Liebe vorenthalt". Letztcrcs scheint allerdings mehr dem Zusammenhange zu 
entsprechen. 

11. „Hintcr diesem Verse wûrde ich eine Interpunction setzen; denn que 
in v. 12 heisst: denn" (T). 

20. lo scnhor de Bordel ist Richard Lòwenhcrz, s. Anm. zu 21, 7. 

24. si bels pela nils ton cf. Anm. zu 28, 9. 

25. son affan ist concrct zu verstehen: „das was er durch seine An- 
strengung erreicht hat". 

31. son. Diez úbergeht dies Wort in seiner Uebersetzung ; Raynouard 
fiihrt es unter „som" auf und iibersctzt es dcmnach mit „sommcil". In der 
That schcint des Reimes wegcn eine Verânderung des Auslautes in diesem 
Worte vorgenommen zu sein (cf. 20, 8; 28, 36; 29, 29); denn an son „sonus" 
Lst nicht zu denken, da wir cin festes „n" brauchen. Da aber das von Ray- 
nouard vorgeschlagene „som" nicht in den Sinn passt, so steht „son" viel- 



Digitized by Google 



28 7 



lcìcht statt sonh „Sorge". Ebenso steht ,, pazan " statt „gazanh" im Reim 
auf .,»!)•• (habcnt) bei Guil. de Montagn. 4, 26. cf. Anm. zu 14, 25. 

32. Agen, das ròmische Aginnum war die HaupLstadt der alten Land- 
schaft Agénois, wclche einen Theil der Guyenne bildete, ist jetzt eine Stadt 
im Dep. Lot-et-Garonne. 

Nontron ist eine Stadt im nôrdlichcn Theil des alten Guyenne, im 
jetzigen Dep. Dordogne. In der „razon" steht „Montron", und es wird dort 
gesagt, die Rebellen hiitten dem Richard die Schlôsser Agen und Montron 
weggenommen. Ich habe abcr bcreiLs in der Biographie pag. 48 auf dies 
Missverstàndniss hingewiesen. Der Dichter wâhlt Agen und Nontron als zwei 
von einander entfernt liegende Punkte, um den Hauptschauplatz von Richardí, 
Thâtígkeit poetísch zu bezeichnen. 

34. Monmaurel. Mehrere Handschriften lesen „mon saurel". Mont- 
Sorel oder Mont-Soreau war aber ein Schloss in Anjou, wâhrend der Dichter 
hier ausdríicldich von Limousin (im weiteren Sinne) spricht, sodass wohl 
Monmaurel, jetzt Montmoreau, wclches in Angoulême, im heutígcn Dcp. 
Charente licgt, das Richtige ist. 

36. Aimars ist Ademar V., Vizgraf von Limoges. — elsenhcrde 
Martel s. Anm. zu 28, 26. 

37. Talhafers s. Anm. zu 33, 43. — Folcans ist ebenfalls einer der 
Barone, die an dem Aufstande von 1183 Thcil genommen hatten, doch ist 
nicht klar, wer damit gemeint ist. — Jaufres scheint Gottfricd von Ranchon 
bezeichnen zu sollen. 

40. al comte Raimon. Es ist wohl Raimund V., Graf von Toulouse, 
gemeint. der sich ja ebenfalls an jenem Kriegc betheiligt hatte. Dagegen ist 
nicht recht ersichtlich, inwicfern nach Bertrans Meinung die RebeUen die 
beim Frieden erlangten Bedingungen diesem Fûrstcn verdankten. Jedenfalls 
hat Raimund seine Verbûndeten nicht im Stíche gelassen, wie hier dem Gott- 
fried vorgeworfen wird , sondern hat wohl (ûr sie giinstige Bedingungen bei 
der Unterwerfung zu erlangen gesucht, und der milde Kônig ging daher, viel- 
leicht mit Rûcksicht auf die iramerhin bedeutende Macht des Grafen, auf seine 
Bitte ein. 

43. Ostasvalhs scheint nach dem Zusammcnhang cine Ortschaft im 
nòrdlichen Languedoc gewesen zu sein. 

Monferran ist ein Ort in der Auvergne, im heutígen Dcp. Puy de 
Dôme, dicht bci der Stadt Clermont, mit der cs jetzt vereinigt ist. 

44. Roziers. Gemeint ist wohl Rozier, lat. Rosarium, in der Langue- 
doc, im heutígen Dep. Lozère, welchcs Langued.* V, pag. 612 genannt wird, 
und nicht Rosières im Dep. Hautc-Loirc, das ebendort auf Seite 180 vor- 
kommt. 

Mirabel. Hier scheint nicht das 33, 34 genannte, heutíge Mircbeau 
gemeint zu sein. Ausserdem gab es noch zwei Schlòsser Namcns Mirabcau: I) im 
Toulousanischen, 2) in Langucdoc, im heutígen Dep. Ardèche, Arrond. Privas 
(Langucd. 1 IU, 264; V, 2022); letzteres mòchte das in Rcde stchende sein. 

47. la terra sanh Aimon. Nach dem in der Biographie dargelegten 
Zusammenhange scheint darunter das Land Gottfricds verstanden werden zu 
mússen. Doch ist mir nicht klar, wie die Bretagne zu dieser Bezeichnung 
Uommen kann. 



Digitized by Google 



288 



48. la cresma ist das Salbôl, als Zeichcn der Kônigswiirde, z. B. : per 
mon cap, en qu'es la cresraa meza R. d'Or. 39, 16. 

49. Raimon Gauscran. Nach dcr „razon" war diescr Raimon 
Gauseran Herr von Pinos in Catalonien, eines Unterlehns der Grafschaíl 
Urgcl. Er machte einer Dame den Hof, welche die Tochter des Grafen von 
Urgel und die Gattin eines andcrn Lehnsmannes dieses Grafen war, nâmlich 
des Girout von Cabrera. Nach Art de vér. L d. X, 74 hiess diese Dame 
Miraglia, war die Tochter Ermengauds VTI. , des Grafen von Urgel; doch 
wird dort der Gatte nicht Girout sondern Pons I., Vizgraf von Cabrera 
genannt. 

54. Berguedan ist eine Stadt und Vizgrafschaft in Catalonien. Wer 
mit diesem „Bruder" gemeint ist, geht aus diesen Worten nicht hervor; viel- 
leicht ist cs der Vizgraf Wilhelm selbst, der bckannte Mâccn und Dichtcr, 
der um diese Zeit lebte , und von dem in der Anm. zu 35, 39 die Rede ist. 
Aus den Verscn 55 und 56 scheint hervorzugehen , dass Bertran mit ihm 
tine Zusammenlíunft und Unterredung gehabt hatte. 

57. Raimon ist wohl identisch mit dem in v. 49 gcnannten Raimon 
Gauseran von Pinos, daher Gauseran Durtz sein Bruder. 

59. Aurion ist, wie Tobler hervorhebt, hier nicht das Sternbild des 
Orion, sondern ein Vogcl, der auch Ross. 101 und 157 vorltommt und dcr 
wohl, wie Mahn (etym. Unters. pag. 192) raeint, mit afr. aleríon identisch ist. 
In der That hat „aurion" die Bedeutung eines .Vogels auch sonst, z. B.: 
pojei tant contramon que penre cuidci l'aurion, c'ora non pot penre G. Faid. 
56, 38; quels Sarazis fa tan valer que sobre vos son aurion P. Card. 51, 44. 
Zwingend ist namcntlich die zwcitc Stelle, wo die Anwendung des Plural 
jeden Zweifel ausschliesst. Daher ist ..aurion" zu schrciben. 



8. quel coms Richartz l'entenda. Der Dichter beabsichtigt , in- 
dem er so schmâhlich ùber den Kònig von Aragon, Alfons U, herzieht, zu- 
gleich auch desscn Bundesgenossen Richard einen Hieb zu versetzen. 

14. per lui castiar. Ueber lui s. Anm. zu 33, 6. 

19. Castcllot. Der Vorgang wird in der „razon" folgender Masscn 
bcrichtet: In Aragon gab es einen Ritter, Namens Espanhol, welcher das 
Schloss Castellot besass. Dics lag im Bereiche des Sarazenengebietes und 
Espanhol íugte von da aus den Mauren vielen Schaden zu. Der Kônig wurde 
auf diesen Besitz lùstern und bcschloss, sich desselben zu bemachtigen. Dabei 
verfuhr er in folgcndcr Wcise. Er lcam einst, scheinbar in friedlichcr Absicht, 
in jene Gegend und nahm Espanhols freundliche Einladung, ihn zu besuchen, 
bereitwillig an. Sobald er jcdoch in dem Schlossc war, liess cr den Besitzer 
ergreifen und aus demselben vertreiben. 

22. ves el. Die gebràuchlichste Construction von „se defendre" ist 
mit „de"; so: ques dcfen lai a Sur d'en Saladi 4, 4; nom defendria d'un 
manc G. de Born. 59, 26; be mi sabrai dc vos dcfendre Bertr. d'Alam. I, 25 
(cf. cngl. to defend from); doch lindcn sich auch andre Prâp., so hier „ves' 4 ; 
andre : ja dieus nom do poder qu'cncontra lieis mi defenda R. de Mir. 22, 28 ; 
icu nom vuclh a lieis defendre ib. 18, 27; esticrs nom puesc a sas armas de- 



35. (cf. Biogr. pag. 45.) 




28Q 



fendre Rich. <le Bcrb. 5. 5; sis vol, poi m'aucirc, qu'icu no lim defen G. 
Kaid. 32, 20 ctc. 

27. Gastons s. Anm. zu 21, 24. — Pau ist cbcnfalls cine Stadt in 
Béarn, im jetzigcn Dcp. Basscs - Pyrénées. 

29. de sos pres ctc. Aus der bcrcits gcnannten Quelle erfahren wir 
weitcr: In dem Kricge von 1183 hattc Raimund V. von Toulouse ctwa 50 
aragonische Ritter gcfangen gcnommen, sodass Kònig Hcinrich II. seincm 
Bundesgenossen das Geld gab, um diese auszulòsen. Alfons aber untcrschlug 
das Geld und ûberliess es den Rittcrn, sich selbst loszukaufen. 

30. quels. Quc ist wohl folgernd „sodass". 

39. Artuzet war ein Spiclmann, wclchcr dcm Kònige zweihundcrt 
Maravedi geliehen hatte. Ucber ein Jahr war schon vcrflossen, ohne dass 
dcr Kònig das Gcld zurûclcerstattct hiitte. Da kam Artusct einst mit cincm 
Juden in Streit, von beiden Seiten kam Hiilfe, und cs entstand ein Handgemengc, 
in welchem Artusct und einer seiner Genossen vcnvundet wurdc, wâhrend der 
Spielmann einen seiner Gegner tòdtetc. Die Juden bcschwerten sich nun bci 
Kònig Alfons und botcn ihm weitcre zwcihundert Maravedi, falls er dcn 
Artuset und seinen Genossen ihrer Rache ûberliessc. Dcr Kònig ging schnòder 
Weise auf diesen Vorschlag ein und nahm das Geld, wâhrend die Juden die 
beiden ihnen uberlassenen Opfcr am AVeihnachtstage verbrannten. Als Beleg 
fur die Richtigkeit dieser Angabe fuhrt die Lebcnsnachricht cine Stelle aus 
<lem in der Anm. zu 34, 54 genannten Dichtcr Wilhelm von Berguedan an, 
in welcher dem Kônigc <liesc That aller<lings vorgeworfen wird. 

fai a blasmar. Faire hat in diescr Verbindung dic Bedcutung „scin" 
(Diez, Gr. III, 239; cf. Anm. zu 0, 52). Fairc a c. Inf. wird vcrwandt a) pcr- 
sônlich. Wcnn in diesem Falle lebendc \Vesen Subj. sind, so kônnte es 
schcincn, dass „faire" seinc gcwòhnlichc Bcdcuiung „handeln" hat, z. B. bci 
Bertran: non fai ad amar rics hom pcr drudaria 39, 27; fai ad honrar us 
paupres avincns A. de Mar. 15, 34. Andre Stellcn jcdoch verhindern diesc 
Auffassung, so unscrc, <lic nicht heisscn kann „Artusct, an dcm cr tadclns- 
wcrth handelt", da Artuset schon todt war. Beson<lers zwingcnd sind dic 
Stellen, wo cin abstractcr Bcgriff Subject ist, z. B. aitals amors fai a prezar 
Marc. 15, 31 ; mout fai a prezar cortesia G. de Born. 74, 38 etc. b) unpcr- 
sònlich, in dcr Bedcutung „man muss", /.. B. : Scnhcr en coms, a blasmar 
vos fai senes falhia 39, 1 ; Beispiele aus andern Autoren : aitals reis (Acc. Pl.) 
fari' ad aucir P. Vid. 8, 45; aizo fai a saber „dies muss man wissen" Chr. 
87, 24; bel fai a grazir, „ihr muss wohl gcdankt wcrdcn" ib. 247, 3. 

41. Peirejoglaretc. Auch dieser Spielmann hatte dem in Rcdc 
stehendcn Kònige Pferdc un<l Gehl geliehen, und Alfons entle<ligte sich dicses 
Schuldners auf àhnliche Weise. Da Letzterer nâmlich von der verwittwetcn 
Kònigin von England, Mathilde, Bòscs gesagt hatte, so liess diese den Spicl- 
mann auf Anstiften des Kònigs von Aragon ergreifen und tòdtcn. 

43. Fons Ebraus ist, wie in der „razon" mitgetheilt wird. cine Abtci, 
in wclche sich die hochgcstellten Fraucn in ihrcm Alter bcgaben. Es ist <las 
lateinische Fons Ebraldi, jetzt Fontcvrault bei Chinon, im Dep. Maine-et-Loire, 
wo seit 11 00 ein Bcnedictiner-Kloster bcstand, in welchem Nonnen und 
Mònche wohnten. 

45. qu'anc ctc. Die in den folgenden Worten enthaltenc Anspielung 



19 




290 



ist nicht dcutlich. Es scheint, dass, als man den Peter unter irgend welchcm 
Vorwande herbciloclcte, um den môrderischcn Plan auszufúhren, der Waffen- 
kònig ihn durch Winke und durch Schwenkcn mit cinem Stuck Zeug abzu- 
halten und zu retten versucht hat, ohnc jcdoch scinen Zwcck zu crreichen. 

46. rei d'armar, frz. roi d'armes „Wappenkônig", ist die hòchste 
Rangklassc der Hcrolde, deren mittlerc Herolde (im engcrn Sinne), deren 
niedrigste persevant (= poursuivant) hiessen. Verlangt wurde von ihncn 
eine genaue Kenntniss des hohen und nicdern Adels, dcr Wappen, der 
Familienverzweigungen, dcr Rcchtc und Besitzungen derselben. Sie leiteten 
alle òffentlichcn Festlichkciten, waren Richter in allen Streitigkciten des Adels- 
wescns und wurden im Rriege zur Uebermittclung von Nachrichten verwendet. 

48. fenda. Ueber das Tcmpus s. Anm. zu 12, 12. 

49. Pcirc Rôis etc. Diese und die folgende Strophe werden von der 
„razon" nicht commcntirt. Ich vermag nicht zu sagen, wer Pedro Ruiz ist. 

50. qu'el fo joves rejaus. Die Handschriften haben, ,vi" statt ,,fo", 
doch wùrde dann jovcs rejaus, desscn Flexions -s durch dcn Reim geschût/.t 
ist, sich auf Peire Ròis beziehen, w;ihrcnd der Ausdruck augenscheinlich auf 
Alfons gchen soll, da ihm schon in seincr Jugend seinc SchlafFhcit prophezeit 
sein soll. In mehreren der bestcn Manuscripte fehlt der Vers ganz. 

58. Laraus sind dic Bewohncr von Lara, ciner Herrschaft in Spanicn. 
— Ueber den Dat. s. Anm. zu 1 5, 9. 

59. lo senher etc. s. Anm. zu 21, 7. 

62. bel dcu affanar sc. den Grafcn von Poitou. 

67. al rei navar s. Anm. zu 32, 37. 

68. Castella s. Anm. zu 32, 28. 

36. (cf. Biogr. pag. 42.) 
6. et eu. Ueber das „et" s. Anm. zu 6, 19. 

11. percordc „durch den Wunsch nach" kann nicht gut zu „trau- 
cada" gehòren, da eine Zeile dazwischcn stcht. Es ist wohl in freier Weise 
zu „nos fom" zu ziehen, indem dies pregnant aufzufassen ist als „wir hatten 
uns zusammengefunden, warcn angewachsen zu etc." 

12. c'anc non. „c'" ist nicht Pron. rel. sondern die Conjunction 
„quc". 

20. Colombier bedeutet eigentlich „ Taubenschlag", ist aber zu- 
gleich dcr Name fûr eine Besitzung in der Normandie. In der Chronique de 
Normandie (Bouq. XVII, 251) wird dieselbe „Colombières" genannt. Ueber 
„cilh dc" s. Anm. zu 23, 27. 

27. „Nach lebrier kein Komma" (T). chan c lebrier ist also Subject zu 
auran. 

28. s'amor s. Anm. zu 12, 52. 

29. austor e falcon grûicr s. Anm. zu 15, 7. 

30. tabor. Bei dcr Jagd wurden auch Trommeln verwandt; cf. cassa- 
dors . . car amon cans et austors e corn c tabor 38, 60. 

en cuirada. Rayn. schreibt „encuirada" und iibcrsetzt „tambour gami 
de cuir". Dagegen spricht aber Folgcndes: cin Mal wird „tabor" sonst immer 
miinnlich gebraucht. Solltc cs aber auch ausnahmsweise bei uns weiblich srin, 
so verlangt der Zusammenhang hier dcn Plural, welcher „tabors cncuiradas" 



Digitized by Google 



2QI 

lauten wûrde. Daher ist wohl „en cuirada" zu lesen und „cuirada" zu er- 
lclaren ,,das aus Leder Gefertigte", etwa ,,der Ueberzug, das Futteral", âhn- 
lich wie nfr. „cuirée" „Wamms, Biiffelwamms" heisst. 

35. salavicr odcr salabicr ubersetzt Lex. rom. III, 390 (sub osa) mit 
„de peau velue". Das Wort ist sonst nicht belegt. 

36. Monpeslicr lateinisch Mons Pessulanus. cine Stadt im jetzigen 
Dep. Hérault. 

41. l'un s. Anm. zu 31, II, — Am Ende des Verses ist ein Komma 
zu setzen. 

47. na s. Anm. zu 8, 51, woselbst auch ûber „Tcmpres" gesprochen 
wird. Wcr damit gemeint ist, wird nicht ersichtlich. 

49. del mon la razon cclada. Dcr Sinn dieser Wortc ist nicht 
klar. Viclleicht bezichcn sich diesclben auf ein privatcs Vorkommniss, sodass 
sic nur den bctrcffenden Personen verstandlich waren. 

37. (cf. Biogr. pag. 17 und 94.) 
3. sos pretz etc. s. Anm. zu 6, 52. 

12. dompna qu'es etc. Ueber dem langen Relativsatz verglsst dcr 
Dichtcr, dass das Subjcct ..dompna" noch kein Priidicat hat und lâsst den 
Satz unvollendet. Man kann hinter „domna" das Hiilfsverb „es" ergânzen. 

fresca c fina s. Anm. zu 4, 12. 

15. blanca pel cors com flors d'espina. Derselbe Vergleich: 
tant blancha la carn cum flors d'espina Ross. 8578; gola e peitrina blanca 
com neus ni flors d'espina Arn. de Mar. Brief III, 98. 

16. ab dura tetina. Dies Haupterforderniss weiblicher Schònheit 
kommt ôfter vor, z. B. blanc peitz ab dura mamela P. Vid. II, 38. 

17. sembla conil. Diescr Vcrgleich soll wohl das Weiche, Seidenartige 
<lcr Haut bezeichnen. 

21. se fant conoissedor s. Anm. zu 1, 6. 

24. tosa. Dies Wort, welches hier und auch sonst meist in lobendem 
Sinne gebraucht wird, hat bci Peire Card. gewòhnlich eine schlimme Bcdeu- 
tung, z. B.: don ilh rete plus vilh d'un' autra toza un filh P. Card. 52, 10; 
raais mentir que tozas de bordelh ib. 57, 12; alberga las tozas els lairos 
ib. 65, 39. 

25. Peitieu etc. s. Biogr. pag. 18. 

33. que la tengues s. Anm. zu 6, 44. 
a desonor s. Anm. zu 8, 43. 

40. li ric homc cassador m'enojont. Die Jagd wird von Bcrtran 
mehrfach dem Kriegc gegensatzlich gegcnûbergestellt , insofern nach seiner 
Meinung dic allzugrosse Jagdlust der kricgerischen Thàtigkeit Abbruch thut, 
cf. 3. 23; 36, 27; 36, 29 35; 37. 4<>-49; 38» 56—66; 40, 8—16. 

49. ribieira ni cassa s. Anm. zu 3, 34. 

50. Mauris ab n'Algar, sonsenhor etc. Dies ist cine Anspielcng 
auf einen bishcr verloren geglaubten Roman „Aigar et Maurin", von wclchcm 
kiirzlich A. Schelcr Fragmcnte cntdeckt und veròffentlicht hat, Bruxelles 1877 
(cf. Romania IV, 450; Ztschr. fiir rom. Phil. H, 315). Dcshalb ist wohl auch 
„Maurin" mit DD«CER zu lesen. — Dagegen ist mir nicht klar, wen 
Bcrtran mit dcm Vizgrafen und dem Grafcn der niichsten Zcilcn mcint. 

19* 



Digitized by Google 



2Q2 



57- nos avem camjat etc. cf. Biogr. pag. 16. Der hier genannte 
Golfier de la Tor ist danach also nicht identisch mit seinem beriihmten Vor- 
fahren gleichen Namens, der im Morgenlande das Abenteuer mit dem Lôwen 
nnd der Schlange erlebte (cf. Romania IV, 454; Ztschr. H, 322). 

6f. recor. „d" hinter „r" fallt. wenn es in den Auslaut treten sollte, 
oft ab, statt zu „t" zu werden, z. B. : m'cnsenha de cui mi gar (R) Marc. 7, 
42; dc tota vilanias gnr ib. 15. 22; deus vos sal e deus vos gar (R) Am. de 
Mar. Brief III, 209; ebenso Arn. dc Mar. 15, 3; ib. Ensenhamen 350; P. 
Vid. 2, 48; ib. 22, 43; G. de Born. 50, 41. R. de Mir. 20, 2 ctc. 

38. (cf. Biogr. pag. 21 und 94.) 

3. elh „ist mir nicht recht verstândlich; del oder d'un scheint mir noth- 
wcndig" (T). 

13. alhors. Wie noch im Nfr. ..ailleurs" die spezielle Bedeutung „eine 
anderc Person" hat, z. B. : j'aime ailleurs Scribe, Le Verre d'eau V, 7, so 
hat auch im Prov. das Wort einen âhnlichen Sinn , z. B. : s'ieu jal cor vir 
per amar alhors Arn. dc Mar. 24, 20; non amarai alhors, sia scns o follors 
G. de Bom. 81, 21 ; per vos perc . . ric joi d'alhor P. de Capd. 1, 41 ; alhors 
non soplei ib. 26, 9; ieu cuit amar alhors Peirol 19, 28; unam tolh lo joi 
d'alhor R. de Mir. 7, 25; olh regardon lui et alhors Uc de Bacal. 2, 32; no 
pucsc pensar d'alhor Aim. de Feg. 53, 4 etc. Eine ahnliche Bedcutung hat 
auch „lai", z. B. : amors . . mon cor forsa d'amar lai on sai be qu'amatz no 
sui ges Am. de Mar. 11, 3; „as cnaissi ton cor en lai (R)?" — „si ai" G. 
de Bom. 3, 8. 

non o fis en ver „ich meinte es nicht emst". 

15. mas tors. „Tor" kann nicht gut etwas anderes sein als „turris". 
Der Plural steht dann bildlich (ïir dcn Ausdruclc „Burg". 

28. u s ist hier nicht Zahlwort , sondern unbestimmtes Fiirwort , daher 
auch im Plural vorkommcnd, z. B. v. 34; s. Dicz, Gr. III, 83. 

40. coma ist eine Nebenform von „com" und heisst hier „wie wenn", 
was der Rcgcl nach durch „com si" iibersctzt wird, z. B. ; Gauseran Durtz e 
son frair . . am atretan cura s'eron mei seguon 34, 58. Doch hat auch schon 
„com" allein manchmal dicsc Bedeutung, z. B. : podem dire que cena pren 
son nom de cenos, que vol dire umbra, cum quascu pcr granda avareza fassa 
en loc rcscost et umbros sa cena, cum tota lor vianda vuelho devorar Chr. 
368, 16. Dasselbe gilt von „cossi", das gewohnlich cbenfalls „wie" heisst, 
z. B. : ieu vos prometti be en dicu qu'icu l'essenhe cosi era mieu Dkm. 277, 16. 

vivian. „Sicher ist hier Vivian oder auch Vezian, wie ihn die Pro- 
venzalen ebenfalls ncnnen, in den Text aufzunehmen, und dann das Komma 
nach v. 39 zu tilgen; gamitz gchôrt zu: dc cors „zu Streifziigcn ", die ge- 
wôhnlicherc Verbindung wâre: d'estors" (T) In B findet sich: descors, in F 
dc tors. Nach der im Text stehcnden Lesart wiirde de cors „eilig, schnell" 
bedeuten, daher der Vers etwa „wie wenn sie im Sturme dahinlebten" zu ûber- 
setzen sein ; cf. si com vivion (sc. die Troubadours) per anar e per sercar terras 
e locx Dkm. 165, 12. Die Lesart von Tobler ist jedoch vorzuziehen. 

52. e'n fant etc. Um die Kosten ihrer Schlemmerei zu decken, 
schrânken sie ihre Freigebigkeit ein. 

58. queis fant ric home parer s. Anm. zu I, 6. 



Digitized by Google 



293 



6o. laire. Dies Wort findet sich nicht im Lex. rom., da Raynouard 
an unserer Stelle „brairc" liest, es ist das Verbalsubstantiv von lairar, 
latrare „bellen" und nach der in Anm. zu l8, 10 besprochencn Weise ge- 
bfldet. 

71. ricx hom .. non l'es istcin Analcoluth, welcher durch den langen 
Relativsatz verursacht worden ist. 

73. penre in figùrlicher Bedeutung „berauben" z. B.: non troba mcrce 
ni chausimen ab son senhor, anz, car lo raub* el pren, si volria mudar Moine 

75. els. Ueber die absolute Korm s. Anm. zu 4, 18. Die Form .,elh" 
tìndet sich in C, wàhrcnd R „lur", U V „els" schrciben, F abweicht ; in der 
nâchsten Zcile behalten C und R U V die Schreibung des vorhergehenden 
Vcrses bci, F dagcgen schreibt auch „cl". Obgleich nun Raynouard dic Lesart von 
C in seinen Text aufgenommen hat, so halte ich dies nicht fur richtig; „elh" 
als Acc. Plur. dcr absolutcn Form ist erstens mit dcr latcinischcn Form „illos" 
nicht vertrâglich und zweitens sonst nicht belegt. Es ist daher in C ein Fehler 
anzunchmcn, umsomehr, als C an andern Stellcn cnlwcder ebcnfalls „ elhs" 
schreibt, z. B. 14, 26 und 48; oder das glcich richtige „lor", z. B. 37, 44; 
II, 13 beidc Mal im Reim. 

82. Dieser Vers und die folgendcn werden von Raimon Vidal in scinem 
didalctischen Gedichte ûbcr den Verfall der Poesie „Abril issi' e mays 
intrava" zitirt: 

fazian so qu'en Bcrtrans 
del Born dis en un serventes 
a far ricx horaes pus cortcs 
e pus francs e pus donadors: 
„Que sian ses tortz faire elitz 
et adretz e francx e chausitz, 
ad aiso fon pretz establitz, 
c'om guerrejes e so fortmens 
et a caresma et avens 
e fezes soudadiers manens". 

Dkm. 157, 13 — 22. 

87. quaresmas et avens s. Anm. zu 4, 23. 

88. fesson. Die streng grammatische Construction hâtte den Singular 
verlangt, wie auch UV „feçes" schreiben; doch ist es nicht nothwendig, zu 
ándern, da, wenn allgemeine Ausdrûcke, wie „man, Jeder" etc. Subject sind, 
mchrfach zwar in dem ersten Satze der Singular stehl, im folgenden jedoch 
dem Sinne nach der Plural gebrauchl wird , z. B. : mal estara s'ancar villans 
non es tant que chascuns aja gaug, sil respon e nols enoi, si bels pela nils 
ton 34, 22 sq. ; om o tenia a gran meravila e dizio que .. Chr. 24, 32; 
cf. amor blasmon per non-saber fola gens B. de Vent. 15, 16; totz hom me 
van dizen en esta maladia quc . . ; ben sai qu'il dison ver Sordel 37, 1 sq. ; 
ebenso in der oben zu v. 40 angefiihrten Stcllc. 

89. na Tempra s. Anm. zu 8, 51. 

91. aisscns. Rayn. schreibt mit C „eyssens", dgch ist die von den 
iibrigen Handschriften bcwahrte Lcsart besser, da sie dem lateinischcn Typus 
„absinthium" mehr entspricht. 



Digitized by Google 



294 



02. pimcns. Dies war ein sehr sûsses Getrank, wclchcs aus Honig und 
Gewùrzen gemacht wurde; daher auch zum Vcrgleich verwendct: es doussa 
com pimcns Marc. 42, 10 ctc. 

39. (cf. Biogr. pag. 91.) 
1, a blasmar vos fai s. Anm. zu 35, 39. 

6. al for de Catalonha. Ich vcrstehe nicht, was mit der catalonischcn 
Art gemeint sein soll. 

7. ops hat hier wie 37, 6 die Bedeutung „Intcresse", daher „al vostr* 
ops" gleich „in Eurcr Seele". 

8. lai fesetz fadiar. Faire mit dem Inlinitiv dient hier zur Um- 
schreibung des Verbum finitums, wie im Englischen „to do". Im Altfran- 
zòsischcn findet sich derselbe Gebrauch, s. Tobler in Ztschr. fûr rom. Phil. I, 
II. — Vielleicht gehôrt hicrher auch das in Anm. zu 15, 35 besprochene 
„fassal fugir", nur wùrde dort noch der Artikel zum Innnitiv hinzugelcom- 
men sein. 

10. vcnia. Das Imperfectum, wodurch die Bedingung scheinbar eine 
sogenannte „irreale" wird, ist wohl nur des Reimes wegen gewáhlt. Dicse 
Eigenlhùmlichkeit findel sich auch sonst , z. B. : s'ieu mezeis nom defendcs 
ab mon saber, ben saves on voles tener G. de Born. 22, 9; s'ieu fos rcis .. 
farai ricx faitz pcr s'amor ib. 35, 11 etc. 

13. son affar. Ueber das pleonastische „son" s. Anm. zu 12, 52. 

19. degratz s. Anm. zu 8, 50. 

20. quius dones etc. s. Anm. zu 9, 22. 

22. Ant-rebeira. Es scheint, dass damit der Fluss „Ain" in Burgund 
gcmcint ist, ein rechter Nehenfluss der Rhone, welcher auch eincm Departc- 
ment seinen Namen gegeben hat. — Dordonha ist der belcannte Nebcnfluss 
der Garonnc. Aufiallig ist die Conjunction „e", da man „ni" erwartet, doch 
tìndet sich bei Bertran noch ein Beispiel dieses Gebrauches : ges eu nom des- 
conort, que non chan em deport e no m'ajut 21, 1 sq. Auch sonst: mija no 
s'cn repent e invers deu no'n fai emendament Boet. 12; nom perdona la colpa 
el falhir P. de Capd. 26, 27 etc. 

23. dera. D liesi „dara", AJK ..daratz"; leuteres ist nicht môglich, 
wenn „Ant-rebeira e Dordonha" Subject sind. Gegen „dara" spricht abcr, 
dass wir hier als im Hauptsatz cines hypothetischcn Satzgcfùgcs das Con- 
ditionnel brauchen, wie auch im folgenden Verse steht. Aus diesem Grunde 
ist wohl „dera" zu lcscn. Noch correcter wurde es allerdings sein, wenn 
„deran", d. h. der Plural, geschrieben wiirde. 

24. ni ja ctc. Der Sinn ist nicht vòllig lclar. Wenn ..membrar" un- 
persònlich zu denken ist, so fehll das, woran dcr Graf nicht hatte denken 
mùssen. Viellcicht ist es transitiv zu verstehen: „Er, der Spielmann , hattc 
Euch gar nicht erst crinnern mùssen", namlich an Eurc Verpllichtung, zu dcr 
Dame zu gehen, da Ihr aus eignem Antriebe bcreils hattet gehen mûssen. 

32. scns tcmer c scns cclar. Dies sind die technischcn Ausdrùcke 
fùr Licbesfurcht und Liebesheimlichkeit , cf. tuich li micu afar major son en 
celar et en temer vas domna G. Faid. 58, 0; no m'i poc esser bos . . cclars 
ni tcmers R. de Mir. 38, t6. 



Digitized by Google 



295 



35. pcr quem etc. „Pcr quc" ist hier wohl, wie zuwcilcn, conditional 
zu fassen im Sinne des neufranzòsischen „pour vu que". 

38. que statt „que que" s. Anm. zu 3, 2. 

39. eu no volria etc. Dcr Bcdingungssatz ist aus dcm Vorhergehcn- 
den zu ergànzen. 

41. Azemar s. Anm. zu 8, 38. 

42. qui s'onor' e'n s'abria. So die Handschriflen , doch giebt dies 
keinen rechten Sinn. Ich vcrmuthe, dass in dcr gemeinschaftlichcn Vorlage 
„en" vor „sonor" stand, dass also zu lesen ist: qui cn s'onor s'abría „der 
in seinem Lehn, seiner Bcsitzung sich deckt, zu schiitzcn weiss". 

43. car. Dies ist offenbar ein Conjunctiv und zwar, wie ich meine, 
von cardar „striegeln". Der Wcgfall dcs „d" im Auslaut wird zu 37, 61 be- 
sprochen. Das Bild von dem Stríegeln passt ganz zu den in der Anm. zu 
28, 9 aufgefuhrten, von Bertran sonst íìir denselbcn Begriff gebrauchten, doch 
ist allerdings dagegen einzuwenden, dass die Ausdriicke „esmolre, agusar, 
pelar, tondre etc." auf die Pcrsonen direct, nicht auf ihre Eigenschaften an- 
gewandt werden. Man kônnte daher auch an ..cargar" dcnken, welches im Lex. 
rom. II, 335 mit der Bedeutung „anrechnen, zur Last legen" bclegt wird, nur 
kommt der Abfall von auslautendcm „g" odcr „c" nach Conssonanten bei 
Bertran sonst nicht vor. 

44. lombardia. Dies Wort findet sich nicht im Lex. rom., doch licgt 
die Bedeutung auf der Hand. Die Lombarden waren im Mittelaltcr als ge- 
witzigte Kaufleutc bckannt und zwar nicht immer in dcr ehrenhaftestcn Wcise, 
weshalb „lombart" als Ausdruck des Tadels verwendet wird, z. B. Talairans . . 
no geta lanza ni dart, anz viu a guisa de lombart 44, 38; prendol sordeis 
qu'avian soanat aissi com fcs lo lombartz dc las íigas R. de Mir. 4, 14. 

46. nois camja „er verândert sich nicht" d. h. er riihrt sich nicht aus 
seiner sicheren Stellung. 

s'enbronha. Raynouard iibersetzt im Lex. rom. II, 262 ,,se revêt de 
la cuirasse", ohne indessen das Wort weiter zu belegen. 

47. resonha. Das Wort ..resonhar" findet sich nicht im Lex. rom. 
Es ist aber wohl das afr. resoigncr ..furchten, sich fûrchten", wenigstens passt 
iliese Bedeutung hier nach dem Zusammenhang. 

48. rescrar. Dics Compositum von „serrar" wird von Raynouard nicht 
aufgefïïhrt. Es heisst offenbar wie nfr. reserrer ..umschliessen, umstellen", 
daher auch „in dic Enge treiben, in Noth bringen". Dic Schreibung mit 
einem r ist nicht auffallig, cf. „fcrar" 43, 9 statt „ferrar". 

40. (cf. Biogr. pag. 67.) 

4. a totz s. Anm. zu 15, 9. 

5. quals mortz e quals dan. „Dan" statt „dans" der Hss. wird 
durch dcn Reim verlangt; dagegcn ist mit C „grans" gegen „gran" bei R zu 
lcsen, nicht als ob der Plural von Abstracten bedenklich ware , cf. 41, 1 sq., 
sondern wcil derselbe nicht gut mit dcm Singular „quals dols" zusammen- 
gestellt werden kann. Das Fehlen des Flexionszeichens ist dann allcrdings 
cine starke Concession an dcn Rcim; doch steht dieser Fall bei Bertran nicht 
vcreinzclt da, cf. 3, 54; "6, 3 "««1 4! '7. '3; 42, 14; (42, 36). Ja in un- 
serem Geilichte kommcn noch weitcre iïhnliche Abweichungcn vor, so v. 28 



Digitized by Google 



2ÇÓ 



„gran", v. 35 ..Bertran"; auch „desplazer" v. 25 gehôrt wohl hierher, denn, 
wcnngleich „semblar" in der Bedeutung „gleichen" mit dem Acc. verbunden 
wird, so hat es doch, wenn es „scheinen" heisst, der Regel nach den Nom. 
bei sich. Es muss iibrigcns bcmerlct werden, dass diese Unregelraassigkeiten 
sámmtlich in Gedichten vorkommen, welche von nur wenigen und zwar 
solchen Handschrifien iiberliefcrt sind, welche sich, wic man bci andern Ge- 
dichten bemcrken kann, manchmal starkc Abweichungen erlauben, und 
welche ausserdem in der Beobachtung der Declinationsregebi nicht sehr ge- 
wissenhaft sind. Dahcr ist vielleicht an den betreffenden Stellen mcist eine 
Aenderung des urspriinglichen Textes anzunehmen, obwohl es unmòglich ist, 
lctzleren wieder herzustellen. — Die der zwciten Hâlftc des Verses fehlende 
Silbe wird am cinfachsten mit Raynouard durch ein vor dem ersten „quals" 
eingeschobenes „e" ergànzt. Die Verbindung mit doppeltem ,,e" ist, wie 
úbcrhaupt im Romanischen, so auch bci Bertran ziemlich gebrauchlich, z. B. : 
mon sirventesc port' e vielh e novelh etc. 7, 41 ; e Catalan ell d'Aragon 23, 
27; una ren sapchon e Breton e Xorman 34, 41. Viclleicht ist sogar das „s" 
in Felips bei C nur ein Schrcibfehler statt „e". 

8. sai. R schreibt „si", C dcsgleichen, di>ch Sndert lctzteres den 
ganzen Satz. E> ist daher anzunehmen , dass in dcr Vorlage bereits „ si " 
gestanden hat , und dass R den Fchler einfach herùbernahm, wâhrend C an 
der falschcn Stelle Hctlung versuchte. „Si" giebt in dcr That keinen Sinn, 
wâhrcnd „sai" bei Bertran j»anz gewòhnlich dic Bedeulung „bei oder zu uns, 
auf oder nach unscrer Seite , unscrcr Partci hat " und dann einen Gegensatz 
zu „lai" bildet, welches die feindliche Partei ausdruckt. So entspricht auch 
an unserer Stelle dem „sai" in v. 8 das „lai" in v. 15; cf. auch v. 19. 

20. Engolesme. Ueber die Eroberung von Angoulêrae und einen 
grossen Thcil der Grafschaft Toulouse s. Biogr. pag. 65 und 66. Richard 
hatte diese Liindcr zwar nichl dem Philipp abgenommen, aber Bertran will 
ausdrticken, dass diesem als dcm obcrsten Lehnshcrrn wohl dic Entscheidung 
ûber etwaige Strcitigkeiten zugestanden hattc. 

22. Dic Lesart der beidcn Handschriftcn stinunt nicht mit dem Mctrum, 
da die Verspause zwischen „sa" und „terra" fallen wûrde. Die Abhûlfe er- 
giebt sich durch Voranstcllung von „non es". 

27. a. Es erschcint unerlâsslich, stalt dessen ,,1'a" zu lescn, da das „1"' 
sowohl grammatisch als auch durch den Sinn gefordert wird. 

30. lai s. Anm. zu 26, 48. 

32. tolt. Die Hss. lesen „lot", doch ist diese Schreibung nichl zuzu- 
lassen, obwohl sic einzeln vorkommt. 

35. Bertian. Es ist nicht zu sagen, ob unser Dichter sich selbst hier- 
mit gemeint hat. 

36. venran. Raynouard licst „venram", was keinen Sinn giebt; Diez 
iibersetzt „sie mògen kommen", doch wûrde dics „venhan" voraussetzen. 

37. de sobr' cn jos s. Anm. zu 25, 26. 

38. ja'n Guastos. Es ist Gaston VI. von Béarn, s. Anm. zu 21, 24. 

39. tollam. Die Hss. habcn „tollan", doch ist dies offenbar ein 
Fehler ; demnach iibersetzt Diez auch „dass wir . . nehmen". 

San Sever. Die>e Stadt cxistirt noch hcutc; sie liegt im siidlicben 
Theilc des Dep. Landcs, nicht wcit von der Grenzc von Béarn. 



Digitized by Google 



297 



40. Rocafort, heute Roquefort, liegt nordostlich von <lem ehen ge- 
nannten Saint Sever; auf welches Ercigniss hier angespielt wird, ist mir 
nicht klar. 

41. (cf. Biogr. pag. 38.) 

4. tot. So in C| wiihrcnd T „tut" liest. Die Aendcrung von Bartsch 
(Chr. pag. 112) in „tuit" ist nicht nothwcndig , da auch das Advcrb „ganz" 
cincn gutcn Sinn giebt. 

12. en mort s. Anm. zu 26, 4. 

26. tenc mensongier s. Anm. zu 25, 6. 

28. veuzis ct. Dicse Lcsart ist ofl'enbar besser als die von T „veireU 
que" ; veuzir wird von Raynouard mchrfach belegt. 

29. cascuns se mir el joven rei. An ihm erkennt cr wic in cinem 
Spiegel, wie vielc Fehler und Mangcl ihm anhaften. So mehrfach, z. B. : al 
falhimcn d'autrui tanh c'om se mir, per so qu'om gart si meteus de falhir F. de 
Mars. II, 39 • qui vol pretz , els vostrcs faigz sc mir Aim. de Belen. I , 30. 
Daher vcrgleichen die Dichter ausgezeichnete Personen auch hâutig mit einem 
Spiegel, z. B. : la bella qu'cs rtors c miralhs . . de totz ensenhamenz P. R. 
de Tol. 18, 13; flors de joi . . e miralhs de bcutat Arn. de Mar. 6, 27; ib. 
Brief III, 192; l'Alamans . . miralhs e guitz e tìors d'autres emperadors G. 
de Born. 32, 58; ilh es miralhs e tìors dc lotas las melhors ib. 81, 25; âhnlich 
P. deCapd. 21, it; G. Faid. 41, 22; Guir. de Cal. 6, 46; Aim. dc Peg. 10, 
9; 10, 18 etc. 

31. cors s. Dicz, Gr. III, 66. 

42. (cf. Biogr. pag. 84.) 

5. on solia tcner. „Tcncr" wird zwar auch absolut gebraucht (s. Anm. 
zu 26, 38), doch passt diese Bedeutung hier schlecht; es ist daher vielleicht 
„que" slatt „on" zu lesen, gerade wic v. 29. 

9. aten „hat zu crwarten, darf rechnen auf" cf. qui ben sier, bon gua- 
zardon aten A. de Mar. 3, 9. 

II. Dieser Ausdruck ist sprichwòrtlich ; er findet sich z. B. genau 
ebenso: de servir tanh calsque guizerdos F. de Mars. 16, 22. 

18. de Proensa. Das Attribut wird zuweilen von seinem Beziehungs- 
wort getrennt, z. B. : mai'n Bertrans m'ampara d'Opian G. Riq. 49, 87 ; mas 
d'en Bertran nom tuelh d'Opian lauzar, quan poirai ib. 82, 51 ; m'en irai 
dreitamens al rei, on cs vertutz, castellan ib. 2, 60 etc. 

19. cl nostre rei s. Anm. zu 26, 4. 

36. tal espaven. Die corrccte Construction erfordert den Nom., also 
„tals espavens". 

38. non. Man kann auch no'n schreiben. 

43. (cf. Biogr. pag. 88). 

8. nol poscatz. Ueber die Auslassung von „que" s. Diez, Gr. III, 381. 

9. congrenz. Dies Wort muss nach dcm Zusammenhange ein Instru- 
nient dcs Hufschmicdcs bedcuten. Es wird von Rayn. mit „travail" d. h. 
„Nothstall" ûbersetzl und nur mit unserer Stelle belegl. Das Gloss. occ. 



Digitized by Google 



298 

bringt untcr dicsem Worte dcn Ausdmck „mettre en congrenh", den es mtt 
„amasser" ûbersetzt. 

14. Zwischen dieser und der folgenden Zeile fehlt ein Vers, etwa des 
Inhaltes „unsere Barone sind nicht darauf bedacht, Ehre ta erwerben", 
worauf mit v. 15 die Begrûndung dieser Behauptung crfolgt. 

15. da Londres etc. s. Anm. zu 14, 76. 

Airc Lst das altc Aturus, Alarichs Residenz, cine Stadt in der Gascogne, 
im jetzigen Dep. Landcs. 

16. non i a. Lies: no n'i a (T). 
qu'en . . nolh s. Dicz, Gr. III, 380. 

17. senes tot calonhar „ohne jede Provozirung" nâmlich seitens der 
Barone. 

44. (cf. Biogr. pag. 28.) 

3. un. Lies: un' (T). 

4. quart. Dic Ordinalzahl als Bezeichnung des Verwandtschaftsgrades; 
ebenso „scguon" 34, 57. 

5. l'ou e la mcalha s. Anm. zu 4, 23. 

8. scralh wird von Rayn. mit „arscnal" ûbersctzt, doch ist kcin Grund, 
von dcr gcwòhnlichen Bedcutung des Wortes abzugehen. Der Dichter will 
sagen, dass sein Verstand gut geschiitzt ist, also nicht so leicht verloren 
gchen kann. 

10. entre in Verbindung mit zwei durch „et" verbundenen Substantiven 
hat bckanntlich in allen romanischcn Sprachen die Bedeutung von „sowohl — 
als auch, thcils — theils", s. Diez, Gr. III, 408, Anm. Andre Beispiele: norn 
sab jcs bo qu'entrc vos c Girart ajatz tenso Ross. 3122; Dicus, vera vida . . 
entrc clergucs e lais P. d'Alv. 16, 2; las! mil n'ai faiz entre sospirs e plors 
G. de Cab. 4, 41; lo retint . . que fan l'auzclet menut entrel blanc el vert el 
vaire R. de Mir. 12,6; aissi lor abelhis entre mi dons et amor Perdigon 1 3, 
21 ctc. Auch im Nfr. findcn sich einzelne Fâlle diese Gebrauches, z. B. , 
entrc pièces de cinq francs et pièces dc vingt francs il y avait dans cette 
bourse deux cents francs Sachs Wb. sub „entre". Slatt der beidcn durcb 
„et" verbundenen Substantiva findet sich zuweilen auch nur eins im Plural, 
z. B. : sai tenson entrc las pocstatz G. dc Born. 6, 20; fui raubatz ogan entre 
tres reis ib. 46, 40; sol quel trobem, entrc tos ben lo pagarcm Chr. 384, 29. 

Azcmar s. Anm. zu 20, II. 

15. Guilhclms de Gordon s. Anm. zu 33, 2. — Dasselbe Bild von 
der Glockc findet sich: en tal sonalh an mes batalh don non tanh, pretz los 
vuelha Guil. de Montagn. 3, 25. 

26. mesclal gran cn la palha. Dicser Ausdruck ist sprichwôrtlich 
gcworden, z. B.: els temps dcls ancias jois, chans ensems eron quol palh' el 
gras G. dc Born. 32, 26; ieu trac lo gran dc la palha Gavaudan 8, 3. 

30. calh kommt von „calliar" her. Dies Wort wird im Lcx. rom. nicht 
besonders aufgtfuhrt; sub verbo „relalhar", wo unsere Stcllc zitirt wird, ist 
es mit „rassurer" ubersctzl; Dicz mit „vcrbinden". Lctztcres ist offenbar 
das Richtigc, denn es kann nicht zwcifclhaft sein , dass das Wort das 
lat. coagularc ,,machen , dass etwas Fliissiges zusammenrinne und dichter 
werde" ist. Zwar hai sich im afr. coaillcr, sp. cuajar, pg. coalhar die erste 



Digitized by Google 



29Q 

Silbe erhalten, aber das it. quagliarc, cagliarc entspricht gcnau unserer Form. 
Dagegen scheint dic Bedcutung sonst iiberall bereils ausschliesslich intransitiv 
geworden zu sein. 

31. issart. Aus der in v. 25 gebrauchtcn Bedeutung ergiebt sich 
leicht die ubertragene; so mehrfach z. B. : farem de castels en Fransa issartz 
Ross. 4700; Bos e T. e B. fan grans essart/ (sc. in der Schlacht) ib. 5177; 
ja no . . sapchaU com ieu fui issarratz c'amics sui desarmatz G. dc Born. 68, 62. 

34. lo fers saint Launart „das heisst wohl die in seinem Heilig- 
thume aufgehângten Ketten, dic sâmmtlich zerbrochen waren" Diez, L. u. W. 
104. Anm.; cf. li pres faran de mi lor sanh Leonart qu'eu toldrai a cascu 
de vos sa part Ross. 7828. 

36. Talairans s. Anm. zu 20, 12. 

37. arenalh. Rayn. liest „artcnalh", das sich jedoch nur in M findet, 
und ûbersetzt „fort", ohnc indcssen das VVort anderwcitig zu belcgen; Diez 
giebt „Hurde". Arenalh findet sich nicht im Lex. rom; es kann jedoch nicht 
wohl ctwas andercs sein als cine Ableitung von „arena", also eigentlich „Kies- 
platz", hier natiirlich allgemein gebraucht. Im Gloss. occ. wird es mit „bord, 
grève, rivage" wiedergcgeben. 

39. lombart wird von Rayn. nicht aufgcfûhrt, s. Anm. zu 39, 44. 
43. Peiregors ist hier wohl nicht die Graíschaft sondern deren Haupt- 
stadt, welchc heute Périgueux hcisst und im Dep. Dordogne liegt. 

45. Bajart ist eine Reminiscenz an das berúhmte Schlachtross dcs 
Renaud de Montauban ; so schon : Bajaru li prcn grans sautz per camps araU 
Ross. 4265. 

46. pifart. Dies Wort ist sonst nichl belegt ; Rayn. ûbersetzt es mit 
,,piffre" d. h. „Dickwanst" und es ist aucli wohl gleichcr Hcrkunft mit letz- 
terem Worte, welches bekanntlich identisch mit „fifre" ist und eigentlich 
„aufgeblasencr Mensch" bedeutet. 

48. b a r t. Rayn. kennt nur unsere Stelle fîir dies Wort und giebt ihm 
die Bedeutung „tache, marque", das Gloss. occ. „limon, argile". Gram. prov. 
(ed. Guessard, pag. 43) „lutum de lcrra", sodass es hier ctwa „lehmige, 
breiige Masse" bedeuten kônnte. Diez iiberselzt „ich hoffe ihm cin Gcmisch 
von Hirn und Splittern auf den Scheitcl zu setzen". 

33. so qucl paus dis a la gralha. Die Barone sollen sich iïber 
Richard bcschweren. Auf dicsclbe Fabel wird angcspielt: us s'en fasia cla- 
maire dels ditz, don autr' era lairc, com fes de la gralha paus G. de Born. 

°7, 35- 

45. (cf. Biogr. pag. 70). 

2. lo. Die Hss. haben „bo", doch ist dies wohl ein Schreibfchler ; 
mòglich ware auch „bc". 

6. se lo pogucs rcvenjar. N'.ich dcr Lesart der Hss. fehlen zwei 
Silbcn. Stalt „lo" mòchtc man mil Riicksicht auf dic vorangchendcn drei 
Subslantiva lielier „los" lesen. Rcvenjar ist das einzige bclegtc Compositum 
von venjar; man kònnte sonst auch „pogues" als die dritte Persou auffassen 
und dahinter „om" cinschicbcn. 

6. fins statt „sim" dcr H». crgicbt sich dcutlich aus dem Zusamnien- 



Digitized by Google 



.300 



7- pogra aiga. Die Hss. haben „pogra aigas", daher lcônnte man auch 
„pogran aigas" bessern. 

10. qu'en. So isl offenbar zu lesen, ebenso wie 17, 4; cf. 17, 8; 21, 
9; 21, II etc, da quan als Relativum nur nach tot und tan vorkommt. 

auzetz. Die Hss. haben die afr. Form „ocz". Dieselbe Form scheint 
sich in einem Liede Bertran Carbonels 13, 35 zu fínden „vos oes brugir" 
(s. P. Meyer, Dern. Troub. 62), wo also cbenfalls „auzetz" zu bessern wàre. 

11. la ren del ses. Lies: la rend' el ses (— ces) (T). 
13. lo melhs. Lies: l'ora e (T). 

17. rcis noi cs. Lies: rei no jes mit der Handschrift; ebenso v. 18: 
comt ni bar, cf. Anm. zu 5, 40 (T). 

23. manjar. „manlar" der Hss. ist aus „maniar" verlesen. 

27. Danes. Diese Besscrung statt „domes" dcr Hss. verdanke ich 
Toblcr. Wir haben also hier eine Anspielung auf den bckannten Hclden der 
franzòsischen Nationalsagc. ' 

29. penzenat, cf. 21, 20. 

30. en fehlt in den Hss., muss aber nothwendig erganzt werden. 

33. tornes. Dies Wort ist in seinen beiden Bedeutungen hier nicht 
sinnentsprechend , man envartet einen Ausdruck, der eine Person bezeichnet, 
wie „marqucs" ctc. 

35. man e mes. Dic Handschriften haben manemes, welches dasGloss. 
occ. mit „ni plus ni moins"; „ses manemes" durch „sans se faire prier" ûber- 
setzen. Tobler: ses man e mes „ohne Vorladung und Boten". 

40. auz ist „ich hòre", nicht „ich wage" cf. 4, 39. 

43. paes, s. Anm. zu 19. 19. 

45. del mieu cor fos. So Toblcr statt „del micu corsos" der Hand- 
schriften, also „meines Sinnes wâre". 

47. senes en contar „ohne daruber zu rechnen d. h. Rechenschaft 
abzulegen, Rede zu stehen". Tobler: „encontrar? En proklitisch zu einem 
Inf. halte ich fûr unraòglich". 

48. E puis nol (vielleicht no) vol , lais s'en ferrar „und da er (Philipp) 
cs nicht will, lassc er sich von ihm beschlagcn", letzteres in dera Sinne dcr 
nfr. Redensart se laisser ferrer (T); cf. 43, 9. 

49. tan fehltin den Mss.; cf. 38, 93. 

I. (cf. Biogr. pag. 79.) 

10. aja. Es ist mit y „n'aja" zu lesen „aber von diesem (sc. Johann) 
scheint es mir nicht, dass cr sich darum kûmmere". cf. Anm. zu 4, 1. 

21. Galvanh ist Gauvain, Gawein, der bekannte Ritter von Kônig 
Arthurs Tafelrundc. 

24. al senhor del Gronh ist eine Bezeichnung fiir Philipp von 
Frankreich. „Das Vorgebirge (groin) bei S. Malo fuhrt diesen Namen schlecht 
weg" Diez L. u. W. 528, Anra. 1. 

25. Lodovics. Die ersten vier Zeilen dieser Strophe enthaltcn einc 
Anspielung auf die altfranzòsische Heldensage von Wilhclm d'Orange. 
Titbaut ist Thibaut d'Afrique, der crste Gemahl von Wilhelms Gattin Guibourc, 
die damals noch Orable hiess. Die Belagerung von Orange durch die Sara- 
zcnen, die nur durch Kònig Ludwigs eilige Húlfc vercitelt wurde, wird in 



Digitized by Google 



30i 



der chanson d'Aliscans (ed. Jonckbloet in ..Guillaumc d'Orange" 1854 und 
Guessard 1870) erzâhlt. 

33. sai ist dem Sinne nach gleich „zu Euch", sodass „a cui" darauf 
bezogen werden kann; s. Anm. zu 38, 13 und zu 40, 8. 

48. Cadonh war eine Abtei in Périgord, die franzôsisch „Cadoin", 
lateinisch „Cadunium" genannt wurde (Bouq. XVII. 695). Auch andre 
Troubadours erwâhnen sie, z. B. : ges monge de Cadonh nos fion en entrcsenh 
G. de Born. 10, 46. 

49. Savarics. Gemeint ist Savaric von Maulcon, s. Biogr. pag. 80. 

II (cf. Biogr. pag. 95-) 

II. corredor ist der technische Ausdruck, cf. degra si menar daus 
totz latz coredors e cavals armatz Bonif. de Castcl I, 5. 

31. massa ist der Streitkolben, der nur von Knechten, nicht von Rittcm 
gefuhrt wurde, cf. m'enueja . . rics om que massa vol trairc Moinc de Mont. 
9, 6 (cf. die Anm. bei Philippson). 

33. l'intrar de l'estor s. Anm. zu 14, 21. 

35. a ratge s. Anm. zu 8, 43. 

42. manjar s. Anm. zu 2, 19. 

44. enhir. Dies Wort findet sich nicht im Lex. rom. , obwoh1 Rayn. 
an unserer Stclle mit T agnir liest. Es kann nichts andrcs scin als das lat. 
hinnire. 

55. Biatritz. Es ist nicht klar, welche Bcatrice gemeint ist. 

57. fons etc. Dics Bild kommt auch sonst vor, z. B. : fons dc vcra 
pietat G. Riq. 7, 46; fons de malvestatz ib. 48, 18. 

63. usquecs nous gerrejatz ist cine ahnlichc Construction nach dcm 
Sinne wie die in Anm. zu 38, 88 besprochene, ebenso : cascus podcm saber 
per vcr Folq. de Lun. Mondana Vida 328. 



Digitized by Google 



Anhang. 



Zu 2. 

1. doutz, nou] douz D c . — terminil termin F. termini nou D«. — 3. nous] 
zwei Mal A. — 6. et hom denria] ben deurion F. — deuria] deuri D J K. — 
7. mclhor] meiller DFJKN. — sabor] sabors DJK. solaz F. — mi] e F. — 

8. m'estanc] mon estanc D c . — 10. sols jorns] soiorns DJKN. — 
jorns] iorn F. — trenta] trcntra JK. — 12. esglais] glays E. — 13. Doais] 
roais D. — 14. la] sa C. la so D. — sospeisson] sospcissos D. — de] dcl 
D J K. — Cambrais] cabrais F. — 

15. cranc] cran K. — 16. qui] qe F. — 17. que ja] per so F. e sa 
N. — dolenta] mauenta N. — 18. mession] mcssios F. — 21. Roais] canbrais 
N. - 

23. gamba] camba CDEF JK. — 25. ab] en C. a N. — grand] fchlt 
F. — ab] en C. — 26. nol ui hom ni en assais C. — 27. membres] membre 
EN. raembri F. — 28. cscut] scut F. — 

30. rei] fehlt C. — poesta] poestat E. — 33. s'engrais] engrais E. — 
34. e] fehlt D. — cui] qui D Dc J K N. — 35. lcu] fehlt D. — flacs] gras A. 
flac Dc. — 

36. Reis] rei E N. — 37. om] lom A. — Tors] cors J K. — 40. vos] 
uos es F. — gcrra] guerr N. 41. eslais] eslas F. — 42. er] es N. — 
sos] tos N. — 

44. lui] lci E. — 45. non] nos C. -- 46. nolh] non E. — 48. non] 
fehlt C. — assais] essais E. — 49. ab] a E. — ni] ct J K. — ab] a E. — 

50. Felips] phelips D F. — 51. quel] qe F. — hom] homs F. — 52. En] 
e non D. — 53- plus] fehlt J K. — Algais] agais J. 

Zu 4. 

2. lcveron] lcueiron J K d. — 3. enjan] enian F J K d. — 6. socoral] 
seccoralF. — 7. l'afan] laftan J K d. — ^o. afi] affi D c . - 10. laissci] laisse 
D c . — s'anavan tardan] sanauon tardan D*F. — 12. vij in F. — 13. afe- 
blcjan] aflcbcian J K d. — 14. qu'cu] qcn F. — passat] pasat JKd. — 

17. Filips] felips J K d. — vai] va J K d. — 19. usquecs] us qetis F. — 
d'els] dclz JKd. — 21. crosat] corsat F. — 

29. la] las d. — 30. en] in J K d. — 32. vezi] uez F. — 33. qui] que 
J K d. — 37. quan] quam K. — 38. esfortz] csfort J. — 39. quom] con 
J K. — 40. reis] rei d. 41. autres] autrcis K d. — qu'ab] cap K d. — 
venran] uendran J K d. — 42. l'arbre] lalbre J K. 



Digitized by Google 



303 



Zu 5. 

I. ven] uei D. — coindetas D. — 7. dissendre A. — 

10. sai] si D. — 11. ucrgoingnons D. — 12. enclaus] lcnclaus J K. — 

17. preissa] prcsa D. — 

28. vcngut] uenguz D. — 31. nois] nous D. — 32. que] qui D. — 
pot] s pot D. — 

33. lusage D. — 35. orgolhos] orgoilhs JK. — 37. quan] tan J K. — 
38. puosca] poscon J K. 

Zu 8. 

v. I — 4 lautcn in F: En bos naimars et en guis Basten castcls et doillos 
E platz onnortz e boisos Tan lor platz praz c iardis. — 4. ortz] ort J K, — 
5. aize ab] sollaz c F. — dc] doppelt F. — 7. quc] c F. — on] fchlt D. - 
uns] un JK. nus F. — 

9 und 10 in F: Oimas i naura pro ris E non remara ses dos. — II, ct 
aculhirant] et er acoillir F. — 1 2. e daran] e donar F. — 1 3. si volon c'ab] 
sil plai qom ab F. — 14. cridar] eretar F. — 16. conquerran gen] anera en 
terr F. — 17. Ja non crczatz c'om] (g)reu poiara on F. — 18. puoig de] 
puoig A. puig JK. en bon F. — 19. al] el F. — 20. ben fehlt D. — 
21. aquel] lautre F. — 22. per mil] mils F. ~ 23. pojar] montar F. — 

25. volgral] uolgra F. — 26. e que passes] qan se traira F. — 27. dels 
baros] qals es bos F. — 28. l'es] das erste Mal cs J K. — o qals es francs 
o qals fis F. — 29. conogues] qe saubes F. — 30. de que clocha] de seloz 
e F. — Lemozis] lemoisis J K. — 32. us] un J K. — sobros] sabors D. — 

34. coras] qora F. — lezeros] poderos F. — 35. e qu'en] en qe D. — 
e dos] ce dos J K. — e qe getcs lo so dos F. — 36. abanz qe plus sen- 
durzis F. — 37. d'Alamanha] daiemaingna D F. de la maigna A. — 
38. e] fehlt F. — n'Aimars] nazimar F. — 39. Guis] gis J K. — 40. tan 
engals c'us] tals qe nultz dels F. — 

45. Peiro] peire D. — Lacassanha] la cazaina D. la cazania J K. — 
49. Papiols F. — 50. non feira] no fera D. — barganha] burgaingna 

J K. barbaigna F. - - 51. na Enris] naenrris D J K. na henrics F. 

53. pres] conqes F. 

Zu 9. 

T. Cazutz] casutz A B. caiutz T. tornatz R. — 2. car] e A B. — ol] 
on lo R. — cors] cor C F R T. — 5. car] quilh C E. cigll T. — mes m'a] 
ma mes C D E T. — en tal] al call T. — 6. nois] nois A B. non E. nom 
T. — descadena] descontena A B R. — 7. car] don ia quar E. non gia car 
T. — ni nos frays R. — 8. ab un] un dous C E T. — esgart] esdard T. — 
9. gaja] blanca C E. blance T. graila R. — lisa] grassa CE. gras T. 
fresca A B. — 10. fait] faicha A B. — carantena] quarentena J. — II. ct 
hueymay R. — 

14. quc] qcu A B D R. — si] sill F. — nom nestrena C. — 16. en] 
ab C E T. — m'esclais] menlays C E T. - pus fin amor laz atrays R. — 
1 7. dc totas beutas T. — 18. prctz] pres C E T. — Torena] tolcna C E. 



3<H 



torrcna D. — 20. n'a] ual B. es C E T. — sobre lor] sobrellas A B C E. 
soblelas T. — 23. Roais] roiais B. doays (.'. — 24. retena] reteigna ABCE. — 

25. complida E. — 26. gab ni] gaba e T. — 27. cort CRT. — 28. es] 
as E. — de] daut T. — 29. et agram mort] que mort magra C E T. — 
30. l'enois] lenucy C E. lenueg R. lenueui T. — 32. la] fehlt F. — doussa 
cara] doussa care E. duse care T. francha doss e R. — 34. el gen semblan 
qm fazia R. — 35. el] el gen CET. — 36. de la] de na R. de lai CET. — 
Saissam] saisam B. saysam R. fassam F. saisim A T. sayssim C E. — 
defendia] defcndría T. — 

37. en] de A B. fehlt F. - non] nom DE. — Ren en beutat non] en 
res no falh ni R. sens e beuta nom T. — 38. ni'n] nim CDE. ni JKR 
T. — fantaumia] fatonia F. fantasmia T. — 39. deziros C E. derízo T. — 
40. joves] ieue R. - gens] gen E T. gai R. — cors] cor T. — 41. e] anz 
A B. an R. a T. — genssa] gcnser D F. — qui] que D. — 42. hom plus] 
plus E. plus hom A. — n'ostaria] non staria F. 44. seria'n plus] plus en 
seria (seri R) A B R. — 45. que] car R. — 46. c qui'n] e qi F. qui la C 
E T. — vezia] ueiria E. ucria T. 47. jos] iois F. 48. totz] tot C E J 
RT. — mons] mon E R T. — 

49. beis] bens B. — c'amors] samor T. — 50. per] de R. — genssor] 
gcnscr R. - 52. sas] sa F. — que, quan remir sas] quan mir sas (sos T) 
belhas C E T. — tan son de lieys cobeitos R. — 53. conosc que ja] bcn 
conosc quc C E. consc qe gies T. q tcm q ia R. — er] es T. — 54. quc] 
car A B R. — sis volia] cascun dia R. — 55. dels] de CT. els R. 
36. chastcllans] castcllan T. — 0] et R. son T. — rics] rircs F. ric T. - 
57. qu'en licis] quc en lics B. celu T. — es] eis J K. — 58. dc] fehlt J K. 

Zu 10. 

1 . camja] cania G. — melhor] ueillor G. — 2. sil] sel G J K d. — 
7. cuzct] cugeit G. cuzetz F. — m'aucirc] maucir F. 8. passaill F. 
9. nos] nois A. — 

n. Lemozin] lemoçin G. — 13. mais G. — 14. dompna] dompn F. — 
puosca] pousca F. — 

25. que] qui G J K d. — corteiador G J K d. — 28. ha] a a J. — sos] 
ses d. sabor] saber d. sabors F. — 29. qui] quc G J K d. — consire] 
consir F. -- 30. sos] ses d. — gensor] zcnzor G. — 

34. entendedor] entedor d. — 36. hom] on G. — 37. puosca G J K d. 
pousc F. — 39. adrez] adriz G. — 

42. tot] tost d. — 47. guizerdon] guizardon G. guierdo J K d. — 
48. qu'en] quem d. — 50. a'n] au F. am G. -- ques] qcis F. 

Zu 12. 

3. ochaios B. 8. non] nom J K. — 14. tieira] terra D. - 17. irai] 
ira B. — 20. troi A. — 26. rei] rcn i B. — 25. c'anc] quan J K. — bcn] bes 
bes J K. — 28. adreiz D. — 30. er] es D. — 33. els] el A. — - 37. al pel 
magncs A. — n'Anhes] nagues B. naigues D. — 38. Iseutz] syeuz D. — 
40. nols] nils J K. — 43. qieil A. - 45. nois] nous J K. nos D F. — 
46. nis] nils JK. — 47. mon] mo A. — 51. atrestal A. — 52. en dos] em- 
dos D. — 53. lascuillir B. — genz respons D. — 54. don] dos B - — 



Digitized by Google 



3QJ 

57- P«esa D. — 58. sap] saup JK. — belestan A. — 59. reconguda D. — 
64. lechadeira A. — 65. nais] mi nais D. — 67. mais vuolh] qam mais B. — 
74. cazuda B. 

Zu 13. 

1. D'un] un JK. — nom] non C M R. — cal] uueilh M. pues R. — 
lonhor] lanhor R. — ganda] granda M R. — 2. tal] qen M. — quel] que 
J K. — e que l*] el R. — 3. car] ct R. — n'ai] ai M. en R. — 4. qu'a 
fenit] car fenis R. — 5. pois] qe M. car R. — pairs lo] pars loy C N. pairs 
lol M. paire o R. — 6. es] son R. — forsatz] forssartz M. iraU R. — 
7. pois] car R. — na Enrics] nai henrics F. nainrics M. enrics C naimerics 
A. — terra] terre F. — 

9. Que malvau fai] ben es malvaU R. — car] can R. — 10. liurazon] 
deliorau o C. a liurason M. — comte et] comtess C. — it. d'autrui] dautre 
M. — Huranda] uianda M R. — 12. mal sembla Arnaut] be sembla raal 
yrnautz C. — marques] marquc A. seinhor M R. — Bellanda] belanda A. 
beulanda M. bcslanda R. - 13. Guilhem] guillelm F. gillera M. — Tor] 
tost A. — 14. fon] fort R. — presaU] duptaU M R. — 15. pois] mas M. e 
R. — en] sin R. — lor] los R. — 16. noi] nois J. non M. — er mais tant] 
sera mays R. — 

17. Ja] ca J K. qa N. — er] sera M. — de Coberlanda] de corber- 
landa F. dc torberlanda C. de noblanda M. coms de beslanda R. — 18. reis 
dels] rei dels M. ni rey d R. - Engles] emgleis M. - ni] ni non C. — 
conquerra] conquira F. — Yrlanda] islanda D J K. landa C. — 19. ni] no 
F. — tenra] er sieus R. — Angieus] aniou C D F J K N. — Monsaurel] 
monssaurell M R. — 20. Peiteus] peytou C J K N. — aura] tenra M R. — 
21. ducs clamaU] es ducx clamatz R. sera ducs A. — norraanda] normada 
F. — 22. ni] ni er CR. ner N. — coms] cora R. — palaU] pallatz F. 
palaiu A. parlatz M. appellaU C. — 23. sai] ni A F. ia B N. — Bordel] 
bordels A. — dels] dc F R. — Gascos] gascoms J K. gascs C. - Landa] 
marmanda C. — 24. senher] senhers CN. — BasaU] bezatz C. bazatz MNR. 
bassaU D. - 

25. Conselh vuolh dar] conseill darai M. ieu don cosselh R. — 26. lai] 
sai M. — sitot] seltot M. — no lom] no mi M. nol mi R. — 27. ja fehlt C. — 
mais sos homes] nulh son homc R. — 28. noncais fai el] non fay cl ies R. — 
asetga els] aseria els J K. asseiu el F. asseti e R. azagel C. assagueza M. — 
aranda] atanda FJK. e blanda M. manda R. — 29. tol lor] sai los M. sai 
sos R. — chastels] chastel D. — e] els M R. — derroca] acors R. - ct] els M 
R. — abranda] demanda M. — 30. deves toU latz] car asseiatz R. — 31. el] 
els J K. — tornei] torn C. — el reis tornei] e uenhal rei R. — Garlanda] 
guarlanda C N. garllanda M. guislanda A. — 

33. coms] com C. — Bresilianda] bcrsilianda A. bercelianda C. brese- 
lianda DJKN. brecelianda M. 34. fos primiers] fos premier F. primier 
fos M. — 35. es cortes] ers cortes F. cll es francs M. — cn] in F. e N. — 
36. regesmes] reismes D. reielmes J K. reilmes N. — e] el J K. — duchatz] 
duguaU C M. 



20 



Digitized by Google 



3o6 



Zu 15. 

I . mescondesc C. mescondic E J K T. — non] nom R. — mer B. — 
2. qneus ant] que man T. qe an F. quan C. — de mi dich] dich de mi A B 

C. — fals lauzengier C. — 3. merceus] merce DEJK. — qu'om] que BC 
T. — non] nom C R. — puosca] puoscant B. puescon C. — 4. lo fehlt C. — 
cors fin] cor fin B R. gent cors C. cors F. cor T. — lejal] adreg C — 
vertadier] c uertadier F. e plazentier C. ni drechurier T. — 5. humil e franc] 
humils e francx R. franc ct huir.il CEFT. — cortes] e cortes J. lcyal ('. 
fehlt R. — plazentier] plaxentiers F. drechurier C. — 6. ab mi, dorapna] 
encontral mieu C T. — messorguas C. messomia T. — comtar] comdar DJ 
K. cuidar F. — 

7. premcr F. — get] lans C. csparuer E. esparauier F. — 8. quel] 
qe lo T. el C. ol A B F. — maucian D F J K R. moston T. — el] dcl T. - 
lanier CEJKRT. — 9. e porton l'en] quc lon porton C. c de mos uueis 
T. — qu'ieul lor] qeu lor B F. quel lur J K. e quiel C. lo lur T. — 10. s'cu 
si R. — non am mais] mais non am E F. mai dc uos C T. — de vos lo] 
ont ai mon C. no am lo T. — 11. que de nulh' autra] no fas dautra R. non 
am totz temps C. — aver] iauzir R. — lo] mon A B D. — qe nuill autran 
prna per caualier T. — 12. quem] nim T. quem don s'amor] que de 
nulha C. — nim retenha al] samor ni son C. — 

13. sobrier] plenicr T. — 14. no mi puosc] no mcn puesc R. nom puosc 

D. pus nom sai C. nom puosc plus A. ca no mail T. — orar plus] onrar 
plus R. orrar plus D. orar mais C T. adorar A. — dcngombricr F. encom- 
brier R. — 13. pensar] pensier A. — sieu tenc ma domna que la puesc 
abrassar C. de uos domna q nô uuillas amar T. — 16. quan serem sol] qan 
serem sols R. quan serai sols C. qe cant seres T. — en] dinz A C T. — 
dinz] fehlt T. en A. — 17. deuas C R. deues D F J K T. — 18. qc se uiot 
nô puesca eniudar T. — 

19. jogar] iutgar J. — m'asset pres] mascti R. mi met tras T. — 
20. noi] non F T. — baratar] leuar mas T. — 21. non] fehlt B. nom J K. — 
puosca] puosc J K R. — ni non puescha a taulas ben girar T. - 22. gct] 
uueil T. — lo reirazar] lo retrazar A. lo reazar F. lorreirarar J K. lo 
reirrairar D. gitar lazar T. — 23. mais fchlt DFJK. — sieu mais autra 
dona am R. — si dona prec ni razon menquier T. — 

25. Senher] senhor C. - sia cu] si cu C J K T. — sieu ai D. — de] 
delBT. dun C. en D. parsonicr] ab parier C. parriec T. ~ 26. siam] sion 

B. sian T. — paricr] pcirier T. parcicr J K. parsonier C R. — 28. m'ajon] 
naion F. uaion D. albalestier R. abalcstiers T. — 29. mctg' c] metge e 
A. metges C. — sirven] siruenz F R. gaitas C. — c] o F. — gaitas] siruent 

C. — portier] arquier C. — 30. s'ieu] si T. - dompna] don R. — si eu 
uengui per uos aguaHar C. — 

31. autrescondich farai uos plus plus sobricr T. 32. pois] ren T. 
a que m'aja] que mi aia T. - mester E. 33. e falham] q follia T. — 
serai] yrai R. — sobra D. — 34. cn] e T. - porter E. — mi batan li 
porlier] cstia lai c micr T. — 35. en] de T. cocha] cocham C. corra T. - 
fassal] falsa J K. uey hom C T. - fugir] faire T. premcr T. — 36. non] 
nous A BR. — si non menti fehlt E. — cel queus anet comtar] sel queus 



Digitized by Google 



307 



ho anct comtar E. qinzo anct comtar T. quieu manet cncuzar R. — e sicu 
agui cor dautra domnamar C. — 

37. mon] bon F. — anedicr] auadier D. — 38. mainier] mainer J K. 
manier C T. — 39. apoderar] ncsser sobrar T. — 40. sinh'e] sisne A. sian 
T. — et] o F. — blanc] planc T. — 41. galinier DEJK. gualUnier CT. — 
42. debatcn] desbaten A. — vuolar] lcuar T. — 

49. envejos] lauzengers E. — fementit] fementitz R. enuios E. — 
lausengier] mensonger E. — 50. pois ab] possa F. — destorbier] destorber E. 
encorabrier R. — 51. ben] beus A B. 

Zu 19. 

1. fora] for D F. fai JK. — 4. fos fehlt F. — 5. jorns] iorn F. — 
huoi] io F. — 6. dcgrara] degran D. — 7. c'aitan] qantan F. — 8. fehlt 
D. - 

9. torn cntrcls] tornei e F. — Lcmozis] lomozis D. — 11. bels] bel 
F. — scmbelis DJK. zembeUis F. — 12. quieiron] qeran F. — 15. m'es 
tant] mcstau F. — 1 6. qu'a] qui J K. — 

17. e fis] fis J K. - 18. paratge] paratg K. parai J. parag D. — 

19. serai] sera J. — 22. n'es] e F. — 23. qu'onrada] contrada J K. — 
24. caps] cap D J K. — s'i] sen F. — 

25. doutz] coins K. coms J. — clar vis] car suis J K. — 26. amors] 
amor F. — 27. ej qan F. — assis] aisis F. — 28. feltre] feutr F. — 
29. doussa] dous D F. — 30. dich] diz F. dir D J. — 

34. cristau] cristaus JK. — 38. retinc] retenc F. — 39. aic] ac JK. — 
quc quira] qui qcm F. — 41. totas] tota J. 

Zu 20. 

2. anz lo fauc senes] quenans lo (los J K) fatz ses D J K. — totz] 
tortz J K. — 3. es] sui F. — mos genhs e m'artz] dengeing c darz F. — 
5. sort] sortz E. — qe tan sai F. — 6. que uec uos mestort D J K. — 

9. puois lo reis e lo (el D) D J K. — 10. mals] mal A. — 11. ja mais] 
c mai C. — 12. nom] nô D. — ni'n] ni D F J K. - talaranz F. tailaranz J. — 
13. ni] qe F. — 15. qis uoillam plaidei F. — 

17. partz] artz F. — 18. a] qen A. — a mi resta] a min sobra DJ 
K. — dc gerra fehlt J K. — 19. pusteUa] pustela D E J K. pustel C F. — 
son huolh] luoiU DJK. — qui m'en] qui menzi J K. — quim F. — 20. si 
tot m'o] puois cu mo DJK. si ben eu F. — 22. ab] cab D F J K. — 
guerram cofort F. — 23. tenh] tem D JK. — en nuiU autra lei F. — 23. eu 
non uoUl ni crei F. — 

25. eu non gardi lunsdi (lo lundi D) ni martz D F J K. — 26. set- 
manas] senmana E. — ans ni mes A. — 27. abril] abrils J K. — 28. qu'ieu] 
qe F. — tracte] serque D F J K. — 29. celz] cel J K. — 31. trei] rei F. — 

33. Qui que] quis uol J K. sis uol D. cals ques E. — sos] dc A. — 
bos] bels D J K. — issartz] escartz J K. — 34. eu] queu D J K. — m'en] 
me A. — 35. puosc C E F. — aver] a D. — 36. braus A. — 37. c'ab] ab 
F. — 38. em] e F. — 40. domnei] domei D. — 

41. galhartz] gainarU DJK. — 42. la terra] las tcrras E. — quel uol 
ma terr (terra J K) a sos enfanz DJK. — 43. ct fchlt C. — gartz] gart 

20* 



Digitized by Google 



3o8 



J K. — 44. que mals es] tuich flacs en A. — 46. mas a] cre qua A. — 
malvat C. — nauran la lor sort D J K. — 47. venrai fe qeus dei F. eu lo 
li autrei D J K. — 48. anz] quaJs DFJK. — c'ab] cad D. — plaidei] 
guerrei F. — 

49. cal] doppelt D. — 50. ni] doppek D. 

Zu 21. 

3. que] qeu F J K. fehlt G. — non] mon G. — em] en F. e M. e mon 
G. — 4. fehlt G. — 5. Autafort] autcfort M. — 6. qu'eu] cui M. — rendut] 
perdut A. — 7. al] del A. — Niort] gisot G. monforrt A. — 9. puois] qar 
M. — 10. li] lin G. len M. — II. fehlt G. — 12. retengut] receubut A. — 
13. noi] non D. — 14. quc] qui JK. — quem] qen M. — disses] dises DJ. 
dieisses M. fehlt G. — antan] amtan G. — 15. non] noi G. — 

16. Vas] vers G. — mi] meis A. — 17. trei] doi A M. — palaizi] 
palaizin A. — 18. vescomtat) uescomte A. — 20 und 21 sind in M hinler 
v. 23 gestellt. — 20. penchenat] pezinat G. — 21. peircgorzi] peiregoizi F. 
peragorin D. peiragorin K. peiragorn J. perengoli G. engolmezin AM. — 
22. comte fat] contrafat F. contrafait G. — 23. engolmezi] englomezin DJK. 
dengolmesi F. degolmezi G. peiregozin A. peiragorci M. — > 24. e'n] e F. — 
Gasto] gasco A. — 25. Die Verse 25 — 29 sind in A geordnet: 29, (27 fchlt), 
28, 25, 26; in M: 25, 29, 27, 28, 26. — 25. tuit] tut M. maing A. — l'autre] 
Uautre M. autrc A. — baro] gasco M. — 26. plevizo] fermazo A. — 29. e'n| 
e FGJK. Raimons] ramon F. rannon G. — 30. et anc uns] canc pois 
A. — tenc] tengron A. — pro] pron G. — 

31. Ses] qan A. — tencr] nom tcn A. — 32. tenc] am A. — «>gal] 
aital M. — 33. cum] coz D". — 34. nom] no G. — 35. In D«G M sind v. 35 
und 36 den beiden folgendcn nachgeslcllt. - 35. qu'en] en D«GM. — 
antic fehlt G. — 36. In D findet sich v. 30 erst hintcr v. 38. — Marsal] 
marzal G. maissal M. — 37. mi] qen D<sG. qui me J K. — jureron] iuron 
G. — 38. sobr'] sus M. — un] on G. — messal] misal J. mesal DD*FG. 
missal KM. — 39. tals] tal G. — plcvic| plcub, J K. — 40. fezcs] fezctz J 
K. faria A. — plaig] patz A. — ses] per D. — 4!. pois] uns M. — 42. Statt 
dcr Verse 42—45 hat A : e non o feiron be Car ferront patz ses me. — In M 
lauten v. 42 und 43 folgender Massen: ni li soucnc de mc — nill mctnbret 
mes de se; dann folgt v. 43 und zuletzt v. 42. — 42. nolh] non M. — cstct] 
esteg D<*. estes G. — 43. car] qant M. — se] ses F. — a] en M. 
44. s'acordet] socordet G. - 45. so] cho G, pliu] per lui F. — 

46. Sil] ses G. — m'es] nes G. — avincns] auinen G. — 47. non] nom 
G M. — escars F M. escar G. 48. mout] mut M. — 49. cn] c A. — 50. us] 
un G. fins M. — 51. humils] amics A M. — 52. coms] cons G. — fassa] 
faicha G. sega M. — sens] sen G. — 53. que] qi F. — fai] sec M. la] 
li M. — 55. lui] lieis M. — s'esto] seston G. esto A. - 56. so] cho FG. — 
tc pro] es bo A M. 57. geta] gcgta F. — fors] for M. — cl] al M. — 
58. aissi] qaissis M. aital A. — tanh] uoil A. - 59. tenha] fassa M. — 

61. Lo] al G M. — pregar] preiar G. — 62. que] qa A. de M. — 
63. mi comant a] qc la mi man M. que lam prest per A. — 65. c'ades] que 
tant A. — 66. tuit cist| tut sist J K. aquist A M. — 67. els] lor M. - 
estar] durar M. — 6q — 75 lauten in A : dompna ab cor auar - ses prometre 



Digitized by Google 



309 



e ses dar — mout mi pogratz ric far — sim dassetz an baissar — 69. ara] 
hueimais M. pot] po M. — 70. lo] le M. — 71. vas] ab M. a G. — 
73. volgui] uolgi DJK. cudei M. — 74. c'al] qa G. al M. — desamparar] 
desainparar G. descamparar D. desamparat J K. — 
Hinter v. 75 folgt in M: 

Ma bella esmendas gar 

hueimais de sordeiar 

qe ia per meilhurar 

non la cal trebailhar 

qel mon non sai sa par 

de ioi ni de parllar 

ni de bell donneiar. 
77. prometre] prometr DFJKM. — 78. fehlt M. — nom] non F. — 
donassetz] donases K. domna ses J. - Zwischen 79 und 80 fïïgt M ein: e 
so uolias far. — 80. aissim podetz] caissim podetz A. poirias mi M. — ric] re 
M. — 81. mon dan restaurar] ma perda esmendar M. — 82. si] se DJK. — 
dieus e sains] dombres dieus M. — sains] fes F. — m'anpar] mampar F. mi 
gar M. — 

A hat noch folgendes zweites Geleit: 

Papiol mon chantar 

vai a mi donz comtar 

per amor den aymar 

mi lais de gerreiar. 

Zn 23. 

I. Lo] le M. — coms] coms coms K. — m'a] a M R. — mogut] uolgut 
M R. — 2. na Raimon] narramon C. na ramon J K. en ramon F. en raimon 
M. en R. R. — Luc] luch D F J K. uc C M R. — d'Esparo] desparro JK 
R. dasparro C. desperron M. 3. fassa] mueua M. — chansso] tenço M. — 
4. on] don M R. quen C. — sion) sion siont A. — trencat] tranchat J K. 
traucat C. traucant M. — mil] mell F. — 5. elm] elms C R. — ausberc] 
auberc J K. aberc D. auberx C. — alcoto] alcorto A. alqeto M. — 6. falsat] 
failssat F. — 

7. Et fehlt R. — er ops que] es luecx que C. — atendut] tendutz R. 
tengut C. — 8. comtar mi fai] contra me fay R. mi fai comtar C. fai mi 
dire M. — IO. depois DJKR. despois F. — que m'o] qer o D. — 
11. m'en] mo C. ilen M. — 12. de lor mi tenc] mo tenc de lor M. — per] 
p A. — 

13. Tolosaj toloza C. tholsa R. — pres] part A C M. — 14. fennaral] 
plantaral M. — 15. al] el A M. — jostal] costal A. — peiro] petro JK — 
16. e quand] quan lay C. — aura] autro F. — ^p] ^ep J K. — 17. lur] lo 
lor D. los F. - de viro] dauiron D J K. fehlt F. — 18. jairem] iarem M. 
layrem C. — nut] tut M. — e qui qe nutz nai e maiut F. e que tre nui 
narare zagut D. — 

19. nos) lor C. tan R. — seran i ab nos] ab nos seran hi M. — 
20. poestatz] poestat M. — 2t. li plus] tug li C M. — honrat] ualen M. — 

22. del mon] de luy R. — plu») micilh M. — mentaugut] elegut C M. — 

23. que] qui F. quar C. — que] qui F. e C. o M. — 24. que] qui A F. 



3io 

f C. o M. — precs] prec M. pretz CDJK. — i] si A. — serant] faran 
R. — vengut] mogut A. aiut R. — 

25. desse que] qant aqi M. — vengut] nos tut F. — 26. mesclar] 
mescler M. mesclat F. — pel] per F M. — 27. c] ell A D F. — Catalan] 
catalas C R. — ellj cill F. c C M R. — d'Arago] arago M R. — 28. tom- 
baran] trobaran R. cairan y M. — 30. tant] tanz F. — ferrem] ferera D F. - 

32. volon] uoloill F. — tronso D J K M. trcnsso C. torso D. in R ver- 
wischt. — 33. e] si R. — samit] cendat A C M. — e fehlt D. — 34. cen- 
dat] samit A C M. — sion] sia J K. — 35. paisso] paiso D J K R. faisso 
F. — 36. trap] traps C. — pavilhon] pauaillon F M. papallon J K. pabalho 
R. pabalonh C. — tendut] fendut F. perdut M. in R verwischt. — 

37. reis] rey R. — 38. el] c F. — seignor J K. — Albeo] albio M. 
albcto R. arbezo C. — 39. Rotgiers] rotgier R. rogier J K. robertz M. — 
el] e F D. — el filh] giscartz M. — Bernart Otho] bernatado C el fills noto 
M. B. hoto R. — 40. e lo coms] el coms don (den C) C M. — lor] 1i C. — 

41. el] lo C. le M. — ab] en C M. — Bernardo] bernado C M R. — 42. e'n] 
e D F. — Sanso] sansos F. sansom J K. sancho C. sanchol M. sasson R. 
sans A. - frair del) fair del K. fairc del A. far del R. frairel M. frairal 
C. — rei] roi J K. — 

43. De lai] uemais M. — 44. sei] chai J K. — 45. aut] ric C. — que 
li aut] quel maluatz M. — 46. lor] cls R. — irascut] irascutz M. 

Zu 26. 

1. Mon chant] mos chantz F. — 2. el] men B. — remazut E. — 6. c] 
en B. — 8. e d'umil] a humil F. — 9. far grans] fars grand D. — 10. cre] 
cuich AB. tera C. — quem] quim F. — II. dols] mals A B. — 14. meta en] 
menten J K. — 

15. Reis] rci E. - dels] de F. — 16. foratz] forcatz F. — senhcr] senh 
F. — si acsetz] saguessetz A B. — 17. ioue reys C. rei iouen E F. — agut] 
angut J K. — 18. joven] ualor F. — 19. aubrcc K. — 20. bcl] bon A B. — 
24. ant quils] er quius C. — 25. qui los] qui ials D J K. — retenha] 
reueingna D J K. — 26. e laj passaray C. mas tuit fait prezan F. — lai] leu 
E. — 27. qu'ab] ab A F. — 28. ric] autre A B. — fait fchlt F. — 

29. gens (gen B) acuillirs A B F. - 30. bcl] bels A B F. — 31. grans 
A B. — ostal] ostals B. fchlt A. — pagat] pagut A. — 32. dons e] dous c D 
K. non es F. — et fehlt B. — cstar] humils A B. -- tortj tot tort B. — 
33. maniars F. — manzan F. — 37. de tou] del mon A B. — 38. volh] 
laus C. — tenha] tena C. uegna F. — tot uol qom o teigna A B. — 
39. retenhaj teigna F. — 40. alj a J K. q D. — 41. pelj qeil A. quel C — 

42. que nos] qucm C. — 

43. en] quen E D J K. — 44. que] quen J K. — elescutj elegut C D 
E J K. alegut F. — 45. pel] per E F. — melhor reij lo meillor F. — portes] 
portet J K. pertes B. - 46. elj c E. — torniar F. — 47. desj deus F J K. 
dieus D. — des loj de sai C. — rolan D J F. 48. ni de laij ni de sai E. 
dellai ni D J K. de sai ni F. — 49. vi homj hac hom F. fo anc A B. - 
50. guerreians A B. qab faitz tan prezan F. — 51. dond] tant ('. • la 
soas lauzor F. — 52. tant pelj per lo C. — s'empenha] senprenha E J K. 



Dígitized by Google 



3" 



sepreigna F. — 56. dell de F. dal B. des A. — Nil] nill K. trol] tro lo 
J. trocal A B. — colgan) lcuan A. - doricn trol sol colgan C. — 

57. per fehlt K. — vuolh] dey C. — 58. vegut] uegut A B. uigut C. — 
59. devon] deucm C. — 60. ioi E. — ire F. — no m'] nous C. — 62. berton 
F. — 65. c] el D J K. la A B. — Maincs] meincs D. uiana F. - - 66. Franssa] 
de fransa ( '. — tro) e des A B. — 67. tenha] taingna D. — 68. de] e C 
D. — Gan] guan E. — 70. lij lai A B. — li Alaman] lalaman B. li alman 
K li aleman D J. en lamentan F. — 

71. loirec D. loairenc J K. lorench C. loiarcnc F. loier A B. — 73. quand] 
car B. 74. non] nom C. 75. aglan C D E K J K. — 76. ni] com F. — 
estanj stan D F. - 77. pesan] pensan D J K. — 79. tuich devem] tuitz 
deuon F. 

Zu 28. 

l. Molt| greu C R. bc T. — dcscendre] defendre C K. deisedre T. 
discandrc U. — carcol] cancol T. cartol R. — 2. ab] a V. — c sapchatz 
quc no mcs bclh C R T. — 3. c, car] quar anc C T. car ieu R. — assaut] 
assatz R. — cembclj chambcl J K. -- 4. non] nom A. — vim] ui RU V. — 
mais auraj passat a C R. pasat T. — d'un] un C R T. - 5. e] cu J K. — 
m'o] mc U. mel V. — a] cn T. gran] grad V. — 6. il] els R. luns T. — 
n'estan] cstan C R T. — 7. e nos] e lautr C lautre T. li autre R. — autre] 
autri J K. autrui D. autres U V. et icu C. sieu R. — estan T. — s'amor] amor 
A T. — 8. scnhorj seingnícr U V. Molïerna] molchcrna T. mulerna R. — 

9. Quels] quils C R. que T. bels A. — elsj et T. — esmol] smol V. 
amol A. — 10. els] e T. el U V. — coutel] coltels V. ocutel JK. — II. lo] 
lc C. — senhcr] scingnor D. — que ten] qe tem U. de cen D. cuj es C. cu 
cs T. — Bordel] berzclh V. — 12. son] es T. — espes] espers JK. — 
denan] dauan C. — 13. moz] mos C R. molsT. mol A. — 14. lejal] lials R T. 
leiai D. — 1$. merce] merces C T. — de 1'] dels R T. al C. — esmoledorj 
cmmolcdor C. ismolidor T. csmolador V. — 16. vcnran a] ueira T. tot auran 
U V. — vita] uid U V. — eterna] terna Ç R. — 

18. Guilhems] gullem T. — 19. isnel] yrnellfC R. — 20. com] quom C. 
co T. cals R. — nostres baros R. - cada] cad R T. quad C. — 22. can] 
quam K. — 23. enj e T. — 24. lo] 1 T. — clars] clar C R. crars T. — 

25. Mirandol] miradol U V. — 27. crc] cug C. coc D. — oganj quon- 
guan C. — 28. faranj feran V. — 29. menassan] metlsan D. manasan U. — 
30. sonj sen D. — 31. bcn fchlt C. — ben non] qe ben U V. — atendol] 
atcndcl V. atcndon al C. — 32. plouj pluo T. — et invernaj cdcnuerna U. 
edinuerna V. — 

34. CatalanJ catala C. catalas R T. — dTJrgelJ dorgel U. dorgelh V. — 
35. an qui losj trobon quils R. — capdelj gabdel U. — 36. mas unj et an 
R. — senhorj seingnier U V. — flac] flanc U V. flat D. — 37. tal) tals D. — 
tal ques lausa] cui lausa trop T. — 38. e] qe U V. — e vol] cama R. — 
dcniers] dincis D. deuers T. dinuerns K. denier U V. conor J. — c'onor] 
conors D. dinuerns J. — 39. ej qe U V. — pcndetj perdet U V. — 40. ques] 
que R. qc uos T. destrui] destraui D. destruis J K. — enferna] senferna 
C. sinferna T. si ferna R. — 

41. la] las UV. — 42. m'cs] me U V. - 43. qu'icu] qie D. que C. — 



Digitized by Google 



312 

repti e] rept e que C. — l'apel] larel V. — 44. d'engan] degan J K. - 
45. car] que U V. — son] lo D. — 46. sofre] sofra U V. — quel] que A C. — 
47. s'anon] se uan C U V. — 48. governa] couerna D. — 

49. Eu] quieu R. — austor] austro D. astor UV. — un austor sai no 
T. — tresol] tersol A C T. tcrxol V. — 50. qu'anc] cant R. — 51. franc] 
coent R T. adreit U V. — cortes] franc U V. gualhart R. — isnelj irnelh R. 
nouell T. — 52. ab] a T U V. — m'apel] mapll T. — ab quieu mapeli R. — 
Trístan] trístant D. — 53. semblan] seblan T. — 54. am] ma R. et am C. 
an T. a me U V. — per] ad R. — 55. am datj a me dat U V. am fait C. 
am may R. tenc mo T. — mais de] trop mais C. a mais T. dat de R. — 
ricor] donor C T. — 56. s'era] sim fcs C. — reis] rcy C U V. — Palerna] 
palcrma AUV. — 

57. la] lo U V. — 59. en] a U V. — quera] ques R T U V. — 
60. Puois] mas C. — regina] reinaRT. raina JK. — 61. per] ad R. — 
62. posc] pos K. puos J. deu R. — cinc] s C. VRT. — ilh] ieu R. 

Zu 29. 

1. puosc mudar] mudarai T. estarai C R. — un] qun F. mon ACRT 
U V. — 2. n'Oc] oc D F V. — aj ant ACR. - fuoc] fioc T. — traich] 
fach C R. — 3. car] qe F. e C R. — grans] gran C U V. — gerraj guerras 
FRT. — faij fan F R. — d'escarsj descas C M R. — senhor] seingnier U 
V. — 4. quem plai ben] que mi play C R. cem sap bon T. — dels reis] 
del rei T U V. de rei M. — bomba] labona T. — 5. que n'ajon] qen naiam 
U. qe naiam V. qeill agon M. e laion T. ens aion R. ens hian C. — paisson] 
pels e C R. passen U. passer V. paixs T. tendas F. — pom] poin R. pon 
C U V. — 6. e'n sion] e sion D V. e siom U. ens hian C. — trap] drap U 
V. draps R. trop T. - tcndut] tendutz C R. tengut U. — fors] for M. — 
7. encontrem] encontremen D. atrobem T. amassem C. amallem R. — mil- 
liers) meillers D. migUer U V. — cens] cen V. — 8. si] tant D. — nos] non 
T. — en] ne T. fehlt U V. — chant hom] chanton F J K U V. — 

9. Qu'ieu n'agra colps] colps nagra ieu C R. qeu naia colps (colp U) 
UV. - en] e J KT. — 10. e fehlt D. faich] faiu V. — gonfanon] 
guoffayno R. confanon D F J K M. — II. parc] part T. 12. que n'Oc] qe 
oc D T V. pueis noc M. mon oc C R. — Non] nu T. — dat] datz C R V. 
danU T. — 13. mas] mais eu D J K. qeu F. e CMRT. — ai ges] ai J K. 
es mieus C M R T U V. — ni] nil C R. — RancomJ rancura T. rancon M R 
U V. — 14. qu'ieu puosca] qeu pucsc V. qe posca F T. e non pucs C R. — 
lonh] lieu M. — ses] les R. — 15. ajudar] audar U. — de] a C M R T. — 
16. al] au DJK. — en] e T. — e capel en raa tesuj en raa tesU cl 
capel J. — 

17. reis] rey RTUV. Felips] phelips D F. felis U. felip R. lilipp 
T. — n'agues] nages M T. agues F. lagues C. plagues R. — ars una barga] 
ars una maria M. as ana maria C R. — 18. denan] dcsan C. dauan T. — 
GiorUj guiortz A. giorz D K. giortz J. ghior/. U. ghiortz V. giort F. gisors 
M. gissort R. gisorc C. giorg T. — 0] e D R. — crebat] fermat T. — un] 
son T. — 19. intresj nintres M. — per] tot pcr C. — forssa] fors F JKRT 
U V. - el] al U V. - 20. que 1'] e quel T. els C R. eils M. — asetges] 
atsegues D. asegues J K U V. segies T. — puoig] puoc T. — la corabaj las 



Digitized by Google 



3»3 

combasT. — 21. coloml colon M. — 22. adoncs] adonc U V. lai doncs C R. 
aixi T. — sai cu] uiram C R. — qu'el volgra] ce uolgra T. qel cuiera M. 
que feira C. qui fera R. — far parer] aparer C R. ualer M. — 23. Carle, que 
fon] carles qui fo T. carle maine M. carle mangnes U V. al fach quarles C 
R. — dels] del A. lo F. — dels mielhs de sos] de sos miglors T. e sos 
melhors M. e sos meiUier U V. lo sieu melhor C R. 24. per cui] quen 
C — fon fehlt M. - Polha] poill D F J K T. - Sansonha] sansoinha M. 
sansoina J K. samsuenha C R. sassoinha T. sasogna U V. — 

25. Anta] amta M. enta U. — lo] la U. — descarga] descazia C — 
26. cellui] seinhor T. — cui] que C R M. pos T. quant J K. — hom] trop J 
K. fehlt U V. — 27. qu'eu] que C R. o T. — non] nom T. - cuich] par 
T. laus M. uuelh C R. laisj uas M. - CaortzJ caorz U. caors D F J K M 
R. — Caiarc] caarc M. cairac D J K. gualhac R. orlhac C. cangiaire T. — 

28. mos] mon C M R. m T. — pois] qe M T. — tant] trop T. -- sap] saub 
U V. — de] des J K. — de trastomba] destratomba M. de trastoinha T. — 

29. reis li da] reis li des M. bailla reis V. balla reis U. baylal rey C R. 
baitlal rei T. - lo fehlt J K. — thesaur] tristor T. — Chinom] chimom D. 
chimon J K. cinom U V. simon C R. zirom T. gion M. — 30- R erra l K ucrr 
C D F JKMRT. e fehlt T. aura'n] aura pois D. auram pois U. 
aurian C R T. agra en M. — 31. l'es) lies V. liez U. illes M. - trebalhs] 
trebalh U V. — 32. que los] qe sos T U V. qel sieus M. per quels C R. — 

33. Anc] en C. e R. — naus] nauc T. nau C R. — a perdut] a perdu 
C. ac perdutz V. del tot pert M. — sa] la A. — barga) barcha J. barba 
K. — 34. et] per T. — a] fai FM. trop T. — mal] mals T. fort M. — 
temps) temp T. — urtar) ferir M. uirar A. — al) a U V. e T. — 35. cor] 
uai V. uau U. — fort] tost C R U V. — qu'una] duna A C R T. - sajeta) 
saiecta U V. - 36. e leva] e leu D F J K. eis leua A U V. e puej C R T. e 
sailh M. — en) n T. - aval] en bas C M. as bas T. cn ios R. - jos tomba] 
ios comba U V. si (sotz T) plomba C M R T. 37. trais) trai C R. — anc 
pieitz) anc pretz J K. tan mal C R T. — e dirai] e sai M R T. et essai C. — 
vos ben] vos A. uos uos ben D. uos dire M R T. uostre C. — com] con 
R. — 38. qu'ieu) cum C M R T. — nom) non U V. — que nom vol retencr) 
que anc nom uolc tener C M R T. — 39. que nom mantcn) que no maten J 
K V. qe non manten U. iorn ni respieg C M R. dit respeit T. termes ni ditz 
F. — jorn, terme] ni terme T. termc M. terminis C qerminis R. ni pleuitz 
F. — covens] conuen U V. conues T. couenenz M. — 40. jois) gioi T. 
chans C D J K R. — qu'era floritz] quera fort J K. qui gen floris T. on 
mielhs floris C R. - bisesta] bissesta C R. bescsta J K. bistcnsa T. — 

41. Vai] va V. — ades tost e correns] e non sias ges (trop T) lentz M 
T. e non istia lenz (renz U) U V. — 42. Trâinac] trasinhac M. trainat U. 
trainatz V. traint T. sias) siaz D U V. on sias M. — anz] a T. — de 
fehlt M. — 43. a'n] a V. — Rotgicr) rogier D F J K T U V. augicr M. — 
et a) ca V. — et a totz sos] qis mos miglior T. — 44. omba) ombra A. 
umba T. — om) olm A. on M. um T. — estaj resta A M. 

Zu 30. 

5. crotz] cros J. crocz D«. — 6. sepolcres] sepolcres F. - secors) 
socors Dc J K. — fraichura] franchura D« . — 8. lo] la D<=. - 9. csfortz] effortz 



Digitized by Google 



3H 

Dcj. — 10. ducs) dus D< . — II. sos] ses F. — 12. de las] dellas J K d. 
de lais F. - 13. dels] dcl F. - 14- obras] obrais D« . — 18. qu'ambedos] 
qambdos F. 

Zu 31. 

t. als baros] al barons U V. 1i baron C R. enoja] son irat C R. - 
enoja e lur) uei qe nuia e U V. - 2. faicha] fait U V. 3- er] sera U V. - 
4. cadaun) chascuns (chascu V) dcls U V. — 5. e] qe F. - m'cs bel] es 
drcgz C. cs dreg R. — de] dcl J K V. — qu'cn] qem U. — 6. dexcrctati 
V. — ni] e C E R U V. — que] qui F. — perda] perga R. — 7- tro la] 
trol C F. tro que la E. — 

8. Ad arabcdos] dambedos F. aç ambedon V. — ten hom] tenon V. — 
avolesa] gTan flaqesa V. — 9. plaichj paiz V. — quecs] queg J K. — 
10. cinc] A R. can V. la] lo D. — francessa B D J K. — II. a] na E. — 
a dirc] aras mcnz F. al men V. — 12. Giortz] giorz D. guiorU V. giort F. 
ujort C. niort E R. — 13. reman] roman D J K. — sai] cai V. — en trcpei) 
a mercey CER. — 14. e] e perd V. — terra] tcrr C E R. — aguolmcza 
C - 

15. Gcs] reis D F J K. — aitals] aital C E J K R. — pau] fi C E R. — 
mclhura] met reys en C E R. — proesa] pesa D. — 16. autra] lautra C E R. — 
c'om li greij com lo grei A B. non lagrcy C E R. — 17. ni deu sofrir] e 
non cs dregz C E R. — li bais] labais E. - 18. pois] que C E R. Esau- 
dun] esaudu A. essaudu D. isaudun E. yssaudun C. Issaudun R. — tornat 
deves] fag uirar (iurar R) ab C E R. — 19-21 lautcn inCER: e tengra si 
elenhiers (e lenchiers R. el senhers E) en de fey E non o dic per so mas quar 
mi peza. — 20. nois) non B. — 21. sil] sel J K. — d'Angieu] dangeu 
D F J K. dangieus A. — tesa] crestesa A B. — 

22. englesj angles E. engls V. - li fetz] i fes V. fetz mais B. a fait C 
E R. — 23. Felip] phehp D F. — quc l'en) qel len A B. qucl li R. que 
lolh C. queill E. — 24. quel] quclh C. qc F V. — feU liurar] li liuret V. — 

25. Franssa'n] fransa F J K V. carzit] carsitz D. farsit F. fehlt V. — 

26. e no foron) canc no i ac E. cra non ac V. — 27. que] quar C E R. — 
forolh] fon lo C E R V. - primier] primiers C. - conrei] corrci J K V. conrcs 
R. — 28. lor fehlt C E R V. — gen] genz V. — campanesa] companesa D. — 

29. dis] ditz E R V. — 30. quan] cab R. — esfrei] efrei F. nesfrei V. - 
31. ftns] finCER V. - 32. fo] for J K V. — 33. lo] soR. - d'Orlei] dorles 
E. dorlhes R. — 34. mercèi] mercc A R. — 35. cap] camp D J V. — vcn- 
talha] uetailla F. ueintrilla V. — 

36. A] al V. lo] o A C E R. — tcn hom a flaquesa] tenh (fehlt C) 
az (ieu C R) auoleza C E R. — 37. es] eis F. neis V. — en camp] en camps 
A. del camp F. armaU C E R. 38. ben ant] ben ha F. perca V. — 
cobeesa] cobeitesa B. cobetesa D J K. cobezcsa F. cobedesa V. auoleza C E 
R. — 39. bergonhos R. — frances C R. — per que son prez c sa ualor 
sordeiV. — 40. valgra mais] fora mielhs C E R. - qu'ieu] que D J K R. — 
vos] liV. — 41. Felip] phclipDF. — comenses] comensar F. que mogues C 
ER. - desrei] destrei E. derrci V. — 42. que] qui J K. — annat C E. — 
la glesa] la gresa R V. la greza E. largueza C. — 

43. Vai fchlt V. — Papiols, mon sirventes) sirucntcs papiol a (fehlt E) 



Digitized by Google 



3»5 



C E R. — adrei] .•»! rei V. de rey CER, — 44. mi portaras] me porteras 
D V. tu ten iras C E R. — part Crespin] uas trespin F. — el] e V. — part 
Crespin el] a leopart C E R. — Valci] uallei V. — 45. Isembart] isenbart 
J K. izembart E. yzembart R. hizembart C. isembert F. — artesa] darteza 
C R. — 

46. digas] digatz J K. digez D. — li) Hm C E R. — tju'a] uas F. — 
soplei] mautrey C E R. — 48. mieiller A. 

Zu 32. 

4. de) a F. — 7. sion ilh] si noill F. — 8. vcnc] uienc D. — reis] rci 
K. 9. c siei soldadicr] esser soudadicrs D F J K. — soudader E. — 

IO. sobrissitz] sobrezitz F. — n. fenira] fenirai F. — 12. se trais] sa 
trais F. cstrays C. — 13. Melhau] meillan J K. — ct] o F. ho E. en] 
scn F. — Carladcs) cardailles D F. carcasscs C. — 14. drech] dreiz D. - 
15. an] ans JK. — 16. greu er que en] mas gTeu er que D J K F. mas greu 
que la E. greu er que la C. — mar] mars F. — 17. tan] doppelt E. tanc 
JK. - 

19. pert] part F. — 20. que son frair] son frair en C. — frair Sanson] 
fraire sanch F. — Sanson] en sanso D. sancho J K. — 31. sonh] cor F. — 
22. Rossilhones] rossignoles A D F. rossimgnoles K. rossignols J. — 24. qu'a 
Vilamur] quant ui lonius F. — 25. Tolsal] tolosan D F. tolozan J K. — 
tenon] ten F. — prejur] peiur F. — 

28. Castrasoritz] castrassuritz. — 29. Toletal] toleta FJK. tolosal 
D. — 30. lau] laus BE. — mostrc] mostra F. — eslais] csclais D. — 
31. sai] sil JK. — del] de F. — 32. malvatz] malsuatz T. — 35. cella] 
celui F. — 

37. Garsia] gartsia E F J K. guarsiquai C. — Ramitz] ramiz D. arabitz 
A. — 39. monges] molges F. — 40. el] els D. — cui fehlt F. — 
41. cobr.u a] cobraral A. — Alanes] alaues E D F. — 42. sol] sols J K. — 
43. cum] quant A. — aurs] aur E F. — mais] plus B. — mais d'azur] sobr 
azur C. — 44. val] vas A. — melhs] mais B. — e fehlt J K. — 

46. maritz] marritz J K. — 47. pcr fehlt F. — bona] bonam J K. — 
réinam lais] reina mellais F. — 48. des] deus D F K dieus J. — 49. Bcsau- 
dunes] besadunes J K. — 50. retraissera, sil] 1i retraisera A. taissera si li 
F. — 52. malvatz] malsuaiz D. malsiatz J K. — que son lafur] qen son 
cassur F. — 53. trahitz] delitz F. — 

56. prejurs] perius B. periurs C F. peiurs DJK. — 57. quand] qar 
F. - 58. Manûels] manuel F. — 59. som dis sos fraires en iaufres F. — 
61. machir] maur F. — 62. el] els C F. — n'envïet] enuiet DJK. ne menet 
C. — que] quel A B. 

Zu 33. 

2. monfort D. -- gordon DFJK. — 3. peiregor F. peiregos A. - 
4. uiron DF J K. — 5. qu'ieu] que A. — m'en entremeta] mcntrcmcta F. — 
6. assegurar] assegiurar J. — 7. qu'ieu] que D. — non] nol J K. — Toleta] 
tolleta D. — 8. qu'ieu] que D F. — auses] iauses D J K. i asises F. 
pogues A. — 

9. A] ha A. — pui guilems D J K. — clarencs D. clarenz F. clarents 



Digitized by Google 



316 



JK. — grangnol DJKF. — n. meteis] meteus A. — 13. charretier] 
charatier D J K. — guerpis] grepisDFJK. — 15. per qu'ab] que ab A. — 
16. qu'un] que DFJK. — a] ab A. — 

17. gasconsDJ. gascoms K. — 18. garuardans J K. gauardans A D. — 
19. uisians F. uesians D J K. uezians A. — 20. d'Aics] dais F. — el senher 
d'Aics e cel cui es] et armagnacs (armainacs D) et artas e D J K. — cel cui 
es] lisla c F. — marsans A D F J K. -- 21. d'aquella] daqesta A. — aura 
prol coms] aural coms pro F. i aural coms pro J K. i aura lo coms pro D. — 
D. - que] qi D. — 22. et fehlt F. — eissamen] eissamens A. — 

23. qu'atrai] que tra J K. qe trau D. — qu'atrai e que] qel aiost et F. — 

24. passe] passa J K. — s'en] en D. — nos] uos D J K. — 

25. Si] sin A. - Talhaborcs] tailliborcs DJK. - e Ponz fehlt J 
K. — en ponz de lezinans A. - lizignans D F J K. — 26. Mallcos] mau- 
leons D F J K. — fos en pcs] fossen pres D F J K. — 27. Siurac] siurai 
F. — sans A D F J K. — 28. creirai] creira F. — nos] uos A F. — 29. toarz 
D. — coms lo] coms J K. — 30. tengas] tenguans J K. — ab] uas D. — 
nos] uos JK. — uans D F J K. — 31. demandcm] demanden A. demande 
D. — tro que] que el D F J K. — 32. mans A D F J K. — 

33. bocart J K. boschart F. — 34. chinon D F. — 36. chambon A D 
J K. chabon F. - 38. que] car A. — bon A D F J K. — 39. ai] ais J K. — 
40. matafellon ADFJK. — 

41. ben fehlt J K. — 42. Karlo C. charlon J K. carlon A. — 44. don 
A J K. — 45. non] nos A. — 46. no A J K 

Zu 34. 

1 . flors] flor C T. — la novella flors par el] floreta par iustal F. — el] 
pel T. — uerchan D. — 2. vert c blanc] uert blanc T. blanc e uert C. — 
3. dousor saiso T. al] del C F M. — 4. com fan li autre] si com fan lautr 
F. aisi com fan li T. atressi conll M, — autre] autr C. — 5. car] qc F. — 
car per ausel me tenh] plus gais causell soi eu T. — en] e A T. de C M. — 
6. car] qeu F. — car aus voler] quaz amar mes C. — qu'el mon es] quanc 
nasques (.'. qanc uis res M. canc ora uolgues T. — 7. voler] amar C. — 
8. lolh] loi C. lo T. ssel F. — 

9. d'amor] damors C. — nom] non J K. — ni d'amor nom fenh] nim 
feing damor aitan F. — 10. ni n'] nim J K T. nil F. — II. ni no domnei, 
e sim] en (e T) dreit damor e sim (sis T) F T. - 12. que] quar C. — 
lauscngiers C D. 13. desensenhat] del en seignat A. mal ensegnat (csegnaU 
T) CT. — villan] uilas C. — aprcs] cortes T. — 14. cntremes] cntrepes T. — 
15. que] qill F. — cujar] creire T. — 16. me ten gioios e gausen e desirn 
T. me teingal cor allegre iauzion F. — 

17. Qu'oin] hom F T. — non pot] ne deu T. — 18. farai] ferai T. — 
19. puis] puisj. pu K. mas C. — castian mandan em guerreian F. congiat 
cuc auer e cantan T. — 20. de] del T. — Bordel] bordclla F. — 21. forsa] 
forsar J. — 22. estara] lestara C. estera F T. — s'ancar] sogan F. si enquir 
T. — villans non] mals nols T. — 23. quc aja gaug quascus silh li respon C. 
si cascun aia gauc sil respon T. — 24. bels] pels D. — nils] nil D. — 

25. Anta] antra J K. ancta D. amta M T. — Anta aura] mal estara F. — 
26. en] e T. - Liraoisi] lemozi C. lemozin F M. lemosi T. liraozin A. — 



Digitized by Google 



3i7 



a] ai J. - tant] maint C P F. — 27. e] cn C. — tanta] maint F. — tant] 
tans T. maint F. — mur] murs C. — tant] mant F. — anvan] auan D. — 
28. fàig] fraich A F. — desfaig] refrait F. — fondut] bricat M. — tant] 
mant F T. — chastel] chaste K. — v. 29 und 30 in F umgestellt. — 29. tant] 
mant F. — aver] auet K. auetz J. — 30. e manz colps daz e receubuz e 
pres F. — 31. tanta] manta F. — tanta] maint F. — tant] mant F. — 32. com 
el a trait] qaura suffert F. — a] na C. — trait] pres T. — d'Agen] dangen D. 
daien M. de gens F. — 

33. Rassa] Passa J K. — per] de T. — sai] mout A. — 34. en] e 
T. — Limoisi] limozin A. caerci C. — de] e C T. — vas] part T. — 
35. avetz] auretz D. — fait] faitz D J K. — 26. n'Aimars] naimarc C. — 
scnher] segnor T. — de] do T. — 37. e'n] em D J K. — Talhafers] tallafcrr 

C. talafcr T. aclafcrs D. — 38. tuit] tutz T. — s'cron] sairan T. — cnpres] 
cprcs T. — 39. las] la D. — ges] gens J K. — gcs pcr vos] eras ges ('. — 
no on per uos ges la patz ce e son T. — 40. fan lor] ne fan T. fazn lor D. 
faus lur C. — 6^**] gat C. grant T. — lai al comte] als pros comten C. — 

49. uai siruentes M. — a'n] a M. ai T. — Raimon] ramon D. — 
Gauseran] ioceran M. — 50. l'espel] cspclh C M T. lcsples F. — 52. que] qem 

D. fehlt T. — Cabreira C F. cabricira A. cabreir M. capreir T. — e Fon] el 
fons C. — d'Urgel] derguell M. dorguogll T. — 53. a mon fraire] mon de- 
zirat M. em bergedan F. — en ren] tenrai C. refer F. — gratz] grat M. 
gran/. F. — sai grait e fas merces T. — 54. de] e. — Bergida] berguedan 
A. bergidan D. bergueda C T. bergadam M. — dcl] pcl T. — de Bergi- 
da] del grant honor F. — que m'enques] quem trames C. quem promes M. 
on menques T. — 55. que] car T. — me tornet] en tornet A. tornet en 
D. — 56. amdoi] amdos T. - pon] mon M. — 

59. com] eum C. — son] san C. — l'Aurion] inaurion C. — 00. son] 
sus C. sot/. la gensor] cs las genser C. 

Zu 35. 

I. Quant] cant J K. — vei] uez J. — pels] pcr F. — vergiers desplegar] 
uergier desplaiar T. — 2. los fehlt R T. — cendatz] sedat/. T. cendaus F. — 
grocs] ros uertz ct T. — indis] e uermelhs R. — 3. m'adousa] mes doussa 
F. — la] lo J K. — dels] del T. — cavaus] chiuaus R. chinaus T. — 
4. que] qui F. cem T. — 5. que fchlt F. — viulan] uan uiulan C. trap] 
drap T. — en tenda fehlt T. - - 6. clar] sonar R T. — 7. volh un sir- 
ventes far fehlt T. — 8. tal quel coms fehlt T. — coms] rey R. — 
Richartz] richart R. — 

9. ab lo] al bon R. — 10. e] a T. c uuelh R. — en] e T. — II. trop] 
tro T. — descausitz] dcscausit T. descazutz F. — 12. quant] qar F. canc 
A D. — venc sai sus] sa e venc T. — pcr] pcr nos T. — 13. dregs] tagn 
T. qu'cu] qom F. — 14. ieu o dic] e dic o RT. — 15. e] car R. — 
pezam] pezam fort R. -16. e] eu A C. mas F. — volh] lau T. — de] 
da A. — 

17. Ab] a AF. volon] uolira D. — tut K. — 18. c'us] cun R 
T. vassaus] uasal T. — 19. que fehlt C. — Câstellot] chastellet A 
castelotz T. — 20. quant] car T. — n'Espanhol] nerspargnol C. — 21. c 
nom] e non D. per qeil F. per ce T. — par que] par qucl R. lau non F 



Digitized by Google 



3i8 



T. — si] sen T. — 22. ves el] deven T. — el] lui AD. — proar] apellar 
T. — 23. e fehlt T. — quant] car lai R. car T. — intret] intres R. in G 
venvischt. — per] ab T. fehlt F. — covidar] cuydar R. — 24. lai] lag C. 
laig F. fehlt T. — pauc de] aital R. - 

25. ren] res R. — no li puosc ren] non uuoll sun dan T. — 26. amics] 
amic T. — 27. Gastons] gaston R. gascons A JK. qe gaston F. qen gastan 
T. — cui es] ques T. — Bearns] beiarns K. beirans J. biarn R. becarz D. 
de pretz C. — e Paus] beraus C. — 28. mi] sai T. — sai] per T. — 

29. de sos] deb F. del T. — pres] preU T. — esmenda] esmada T. — 

30. quels i] quels F. quelh si C. qel si R. — liurar] deliurar F. — ce sai 
sos barons diliurar T. — 31. en] sey T. — 32. que] e T. — hom] homs F. 
com T. — totz] touz K. mas F. fehlt C. — sos pres] sos prez D. souU T. — 
li] los T. — 

33. que so m'an dig] so man retrait T. — de lui] li doi R nostrc T. — 
34. perdon] perdos R. — totz] tot C R. — lur] sos T. — 35. s'anc lur] 
e sanc C. e sanc lor T. — vestirs] drap T. — blaus] blau T. — 36. lor 
fehlt JK. — fes nulh] fez nulz F. fezes R. — denier] diniers FR. — lor 
fes nulh denier] nula ren lor fei T. — 37. l'en] lon C. — eram par ces en 
repenta T. — 38. s'en] 0 C F. — ben] gen R. tot C F. — pagar] cobrar F. — 
canc de sol un no saub cobrar T. — 39. d'Artuzet] artuset T. — a fehlt 
T. — et anc no uolc espera far R. — 40. qu'en] qe F T. — als] al D. — 
Juzieus] turcx C. — als iuzieus lo mes R. — venda] meda T — 

41. saup] foi T. — 42. e] en C. — cavaus] caudaus C. chiuaus T. 
caus R. — 43. que] cui F T. — 44. fes fehlt T. — 45. qu'anc] que anc C. 
cant R. — fags] fait C R T. — ab] a F T. — 46. de] ni F T. — jupa] 
guba T. iupal J K. ni pla C. — del] el R. — 47. quel] que ílh C F. quel 
D R. qe T. — balhet] uestia T. — non] et no D. — guizar] gurenUr R. — 
48. c'om] dom R — ab] al D. — coutels] coltel FRT. — nol] lo R. — 

49. Rôis] reis J. — 51. que no seria arditz] que dis no seria pros C. — 
52. e fehlt T. — al] a T. — 53. reis] e reys C. rei T. - que] cui T. — 
badal] badagllia T. — s'estenda] sistenda T. — 55. sembla, 0] semblo C. 
sebla T. — fassa] fossa J K. — 56. no] nos C. — 

57. fetz F. — 59. senher] segnor T. — cui] cu T. — peitaus F. pieuus 
C. piteus J K. — 60. loi] loil F. — 61. logier] loger J K. — atenda] aten- 
denda K. — 63. sai] sa T. — 

6$. reis] rois C. — ct] c J K. — 66. e] o J K. — 68. l'estcnda] 
lesteda T. — 

Zu 36. 

I. Passa A. — 3. mainadier] meinadier A. marnaider D. — 4. elh 
baron de 1'] els baros dcst C. — 5. s'il] sels C. — vos] nos J K. — 7. terra 
npn] gerra en M. — 

8. Nos] dos C. tal trenta] XXX tal A. — 9- ab] ha A. — n. pcr] 
ab M. — cor] nom C. - mesclada] fínada C. — 12. cobrem] codrero D. — 

15. cad'an] ca . an D. — 16. quan] pos M. — 17. li seinhor el mainader 
M. — 20. Colorabier] salamer M. — 21. qu'en] quc C. — dreich] drez D JK — 

22. Oimais] quimai DJK. — portier] porterier M. -- 25. la] li M. - 
26. dara] daria J K. — 27. chan e] cam e D. aisil J K. — 



Digitized by Google 



3'9 



29. griiier] cruier C. — 30. e] ab M. — cuirada] curada D M. — 
31. Hamier] liannier C. lianer D. — 33. gannacha] guarnacha DJK. — 
34. salabier C. salamer M. - 36. er le miels de sa m. M. — 

38. que] e M, — 40. mieich] mios D. — sia] sie J K. — 41. fraicha] 
fratsa J K. — cartier] qarterier M. - 42. us] un J D M. — 

44. desirada] desiranda K — 45. desirier] cossirer D. — 46. avinens] 
auinen J K. — 49. celada] encelada D. 

Zu 37. 

I. crcis] uersa M. derts R. — monta e] monte CDD«EJKR. fchlt 
F. — 2 und 3 in M umgestellt. — 2. cella] de leis M R. — 3. sos] son F 
R. 4. quc ren i] cui rei DD«. que rei EJK. ren y C. qe F. noja] 
enuege E. — noi a que ren i] non ha poder qel M R. — 5. beltat] beutatz 
D D« J K. — 6. coja] uoia J K. cucya C. — 7. quel] el M R. 8. sa] la 
D Dc J K. - 9. tenont] trio R. — pcr la] tuit pcr F. — la genssor] belazor 
R. — 10. sap far] fa M. — far tan entier'] Un gen tener sa F. — tan 
fehltC. — entier'] dentier M. — honor] amor M. — II. non] qe no M R. — 
vol] ha F. — un sol] sol un C. un M R. — 

12. frcsca] fresqu C D D* E F J K. — dompna qu'es fresca c fina] genta 
e corteza e fina R. corteza genta e fina M. fehlt C'. - 13. coinda e gaja e] 
una ioue C 8 . cund e gaya toza R. coinda e gaia ioue M. — mesquina] blan- 
quina R. — 14 und 15 in M umgestellt. — 14. pel] pels J K. saur] daur 
R. saura qui J K. — 15 und 16 in DD« umgcstellt. — 15. blanca] blancal 
F. — flors] flor E R. — 16. ab] e C*. — 17. e sembla] e scmbl JK. c 
xemblan R. qe sembla M. ressembla C. — l'esquina] lescina M. — 19. lauzor] 
ualor C'FR, — 21. conoissedor] deuinador M. — 

23. als rics es] richa es ez M. — 24. e] o M. — tosa] losa D. — 
25. vol] uoill J K. — Tolosa] tclosa M. tolosasa D. — 26. fehlt C E. - Brc- 
tanha] bertaigna F. — 27. envejosa] talentosa M. — 28. qu'alz] qal E F J 
K. — pros] pro F. — paubres] paubre F. — es] nes C*R. fehlt E. — 
29. chastiador] chastiadors F. — 30. prec li] per lci F. ial prec R. — • 
s'amor] sonor C* E. — 31. ct] qar M. — am] ama C F. uol C" M. — et am 
mais] mais uol pros R. — un pro] un pros E. pros C F. paupre C» M R. — 
vavassor] uasuassor C*. ualuasor F R. — 

34. hom] homs F. — que] can R. — ren] res C. — 36—39 ordnet 
M : 38, 39, 36, 37. — 36. e] ni R. — qui] que lome R. fehlt F. — senes 
tort] ses tot tort F. 37- non] e no R. noill D D«E J K, — 38. e tota] ni 
dauol C*. — 39. que] quun C*. — guizerdona] guazardona C C* D D« E J K R. 
— 40. e li] e ill E. — 41. elh] c li F. — buzatador] busaUtor DcJ K. 
buzacador C'DER. — 42. gaban] gabans F. parlan C* M R. — de] la 
C. fehlt E. — d'austor] dastor M. — 43. e iamais hom de uiro lor R. — 
44. cntre] uiron M. — no parle darmas ni damor R. — 

45. Rassa] baros C E. senhors R. — 46. hom] homs F. 49. que] 
fehlt F. — 50. bon pretz] ricx hom C* M R. n'acuolh] macuelh C*. 
acoill F. na requclh R. — 54. coms] com D D c . 55. vcjam] ueian F. 
veirem R. uenia) M. - — al] el E. est R. — 

58. gerrier] guerreier E. tornejador] torniador M. — 61. Papiols] 
pauiol M. — recor] ricor M. — 



Digitized by Google 



320 



hinter v. 17: 



hinter v. 30: 



Die unechten Verse in C'MR : 
sai ab un sol entendedor 
pcr que m'a sos lauzars sabor. 
que ges tuit siei cortejador 
nos fassan de lieis fenhedor 



vor v. 18: 



mas retenha un sol amador. 
Rassa la genser qu'anc fos nada 
e la melher del mon m'agrada 
tals qu'anc de mala re nomnada 
ni d'enjan non fo apellada 
e pesam quar laus ai nomnada 



10 



5 



I. ab un sol] ieu ab un M. — 2. sos lauzars ma R. — 3. que ges] 
qe ia M. tant que R. — cortejador] domneiador M. — 4. fassan] feinhan 
M. — lieis] lui R. — fenhedor] gabador M. — 5. rctenha] remanh M. — 
sol fehlt ( — 6. genser] gensor C*. — 7. melher] melhor C*. pus pros 
R. — 8. tals] tal C* R. — mala re] mal non fon M. — 9. d'enjan nonj de 
lag fach M. — 10. c pesam] may fol suy R. — II. qu'era] e qar M. — la 
vos] laus M R. 



1. e fehlt UV. — 2. elh] e R. — belh] bels U V. — maitin] matis C 
U V. — clh] c R. — 3. ric] fin R. — cui cu] qeu U V. en cui A. — 
csper] nesper R. — 4. et] as U V. — 5- rossinholet] el ressignolez F. — 
6. vertz] uert R. — grazitz] garnitz D. floriz U V. — 7. quens] qcus F. 
qen U V. quem R. — adutz] nadutz U V. — jois] ios F. ioy R. — 8. pas- 
cors] pascor R U V. — floritz] grasiz U V. — 9. son] sos F. - - ardit] ardiu 
F R. ardir U V. - non] nom R. nol J K. — 10. e] o C. — nolh] no Uh V. 
noz R. — 11. venra] uera F. uerra U V. — 

1 2. s'ieu] sieus R. — quezi CDFJK. queri R. — 1 3. alhors] ailor B. 
ua uos C. vas vos J K. pcr vos R. — fis] fi C. fai F. — 14. e vcus] e uenc C. 
eun sui F. — m'al] rae al U V. al F. — 18. on] ou U. — nais] mais J K — 
19. e cel] e ill F. exil V. — que] gen F. — 21. quan] e F. en R. — 
22. a] ab F R U V. — los fehlt F. — affizamens] asfinamens R. — 

23. Vostre] vostres D. nostre J K. — reptars] restars F. — m'es] raa 
F R U V. — 24. ric] ricx R U V. — cuidatz tan] tan cujatz C. — 25. que] 
ce D. quar C. — donar] be far C. — temer] tcner F V. — 26. volriatz] 
cujaratz C. — lauzors] lauzor A B. — 27. c'om] som A. cum C. con V. — 
nous] non U V. — 28. que fehlt U V. — 29. mas] c A F R U V. — sem- 
blaria] semblariam A. semblariaim F. — paors] temors C. paritz R. — 
30. n'era] neratz R. — cobritz] cobiz D. — 31. coms] con U V. — vescoms] 
uescon U V. — ducs] dus D. duc U V. — 32. vostres faitz] uostre faiz U V. 
fehlt D. — gens] gent U. — 33. queus] ques D. que R. — en] von R. — 
sega] seguan C U V. siegan R. — valens] ualent U. — 

34. Us] duns F. dos C. mas uns U V. — 35. que] quar C. — lezer] 
poder F R. — 36. captener] chatener K. — 37. nulh] nuills D. — nulh 
temps] un iorn F R U V. — ses] meynhs d' C U V. — 38. lanssar] 
lausar D. lançan U. lanxaz V. — 39. c] els F. — vei los] trop los R. 



Zu 38. 



Digitized by Google 



321 

trobm F. — tot/.] tot R. - 40. de] dcs R. dd C. — cors] tors F. — 
41. pcr qu'eu] mas ( eu F R. — lur] nos D. no lur siii] nols sui tan F. 
uoil qe sia U V. — aizitz] a/iz D. auzitz J K U V. — 42. atcis] accreys R. - 
43. hom] homs F. jois] ioy R. — 44. fon] cs U V. guirens] guerens 
F. - 

45. D'autrcs] dautrc D. autrcs R. 46. homes] home D. 47. sabon] 
uolon U V. tcrra] terras D. bon prez U V. — tener] auer U V. — 
49. cauz] calz B D U. qals V. e fehlt A D U V. ab C. d'arena] darcn 
F. aren C'. reina e U V. — 50. c fant tors] c fan U V. c fan murs e R. fan 
murs c C. - e] ab A. — e vit/.] acornitz U V. — 51. c vci los] e qar son 
FJKRUV. — 52. lur] lurs C F J K R. — 53. c ges] mas ges R. per que 
C. pero U V. — bons] bon RU V. lur C. no lur] nols en FJ. nals en K. 
no len D. noilh em U V. creis] deys R. 54. car] ni U V. — captenc- 
mens] captcnenimcnz F. — 

56. D'autres] autres A R. — 58. qucis fant] que faran R. — ric 
horae] rics homes U V. — 59. car] ez F. — cans] caus A. qans DJKU. — 
60. corn] cornz F U V. criU R. — tabor] taborn B D J. cabors U V. caram 
R. cridar F. — laire] brairc F. 62. ct] quc R. — ant] es B. — pauc] 
paucs B. — valors] valor A. honors U V. — 63. e] el A. qes U V. — lor] 
lurs C D JK. — 64. mas] raans U V. — bestia] besti D F J K. beista V. 
bestias C. besties R. — 0] e R U V. — 66. fai] fan D. siec R U V. - lor] 
lurs C J K R. sos F. — 

67. Ges] ses F. — dels] del U V. pels R. lo F. — rics] grans U V. — 
71. hom] homs R. fchlt F. — 72. sec] secs U. sor F. — plevitz] preuiz U 
V. — 74. non l'es] nols es R. no ler U V. — arditz] narditz U V. — 
75. mas] per U V. — estrenh] restrein V. restrem V. extreig F. — els non 
estrenh] non lur en falh R. — corrcis] corteis U. — 76. an] nam U. — 
77. s'om peuis s'en es] non presol nes U. non presol rics V. — mal ditz tcnon 
a niens R. — 

78. qu'ab] en R. — 80. quels] quel U V. — 81. honors] lauzors R. — 
82. c'om] cum C, — tort faire] cor uayrc R. — 83. e fehlt U V. — 84. bos] 
bon U V. — 85. cstablitz] estabiliz U V. — 86. guerrejes] guerreles F. — 
torneis] tornels F. — 88. soudadiers] soudadier U V. — 

89. Tempra] rempra V. - jois] ioi R. — cobitz] cubirz V. — 90. n'ai] 
naiz R. an U. am V. — tant qe ab hora pareis F. — 91. quel] que F. — 
92. endevengutz] adevengutz F. endeuengut R. deuengut dreit U V. — 
piraens] pigmenz F. pumens R. piumcns U V. — 

94. vai] va U V. — 95. a n'] a V. — 96. de fehlt F. — mainhs] bos 
UV. — cozens] corez F. — 

Zwischen dcm ersten und zweiten Geleite findet sich in F noch fol- 
gendes: 

Rassa, non sui margeritz. 
anz es tan fcrma ma leis, 
que s'anc jorn fui recrezens, 
ara m'en [sui] reprendens. 



21 



322 



Zu 39. 

2. vos] sos D. - falhia] falia D J K. - 8. fadiar] faidiar D. — 12. 
ques DJK. - 16. nos DJR. — 17. vitz] uis D J K. — joglar] iutglar K. 
19. nous] uous A. — 32. sens] ses D J K. — 39. Gasconha] gascoina J. — 
46. nos DJK. 

Zu 42. 

I. sirucntesc R. 2. tenra] terra R. — 4. que] qui R. — 10. grans] 
gran R. — 12. servi] seruit E. — 14. mori] morit E. — fo] fon R. — 
18. socors] secors E. cecors R. — 19. coratgos] coratios ER. — 24. d'efan] 
denfanER. — 25. assau] asatz E. — fromen] fonnen R. 26. civada] siuada 
E R. — 33. ieus] hieus C. — lialmen] leialmen E R. — 42. devas] deues E 
R. — 43. mais] may R. — 44. quil] quel R. 

Zu 44. 

1. Un] mantz M. — rootz] mot A. — 2. fait] fatz F M. — qu'anc nom 
costet] qc non coston M. — 3. apres] apresa A. - 4. s'ai] si ai F. sey C. — 
fraire] cozi C M. — german] gcrmain F. cosin A. — 5. part li] eul part A. 
hiculh part C. — 6. s'el pois vol] si pueys uol C. puois sil uol A. sell uol 
pueis M. - 7. Pen] la A. lalh C. — comunalha] cominalha C. — 

8. lo] mon A C M. — hai] teing A C. — lo] la F. mon A C M. — 
scralh] serailla F. — 9. si] e si M. — m'an donat gran] m'ant dat gran M. 
mant mes en gran A. mi tcnon en C. — 10. n'Azcmar] naimar D F. — 
II. m'an] ma J K. — 12. eras an] ar nauran M. ar lo mou A. — trebalha] 
barailla A C M. -13. lor] li A M. — enfan] enfanz J K. — sil] si F. — 
nols] noils F. — 14. auran AC. - pro] part A. — en la] e la F, de la 
C M. en lur A. — coralha] crialha C. — 

15. fol] fort M. - batalh] badaill F. matailh M. baraill A. — 16. a] 
en M. dinz A. — 18. mais per savi] mas pcr deso D. pero per fol (bric M) 
A M. — musart] moissart J K M N. — 19. de la] dcsta A. 20. vescomte] 
dui uescomte A. dui comte M. — 21. quar non est] qar non e F. que siatz 
A. qeus uciran M. — frairalha] batailla A M. barailla N. — 

22. Tot jorn contendi] totz iorns mi tenso M. — 23. m'escrim] mesqû 
J K. mesquin N. masqi F. escrim A. emserim M. — defen] defeni F. uolu 
M. — em] en F. - tartalh] tartartaill F. coralh A. — 24. em fon hom] com 
me fond A. — terra] terr C. — e la] e A. — 25. em] en D. e N. — fan] 
fa C M. fai A. fauc N. — arbres] albres D C M. — 26. mesclal] mcs- 
clanl F. musclan D. musclol A. mesclel N. — gran] gloi F N. — en] e D. 
ab C M. am A. — 27. non hi] noi a A N. — ardit] uolpill A. — 28. no 
m'assalha] non assaUla F. — 

29. Ades los ressol els lalh C. — 30. cls calh] es caill F. — $1. cui- 
zava] cugiei C. lur cug M. — 32. folz] foltz F. — e sui be folz] per qieu 
sui fols A. fau que fatz fols C. mas pecs sui M. — m'en] ia men M. me D. 
mi A. — 33. de pejor] peior pcr A. — 34. es lo] el M. — 35. folz] foltz 
F. - 

36. Talairans] talairan C. talarantz F N. aleiranz M. — ni] nin A. — 

37. nos] nous D. no cs F. — nos mou] non hicis A. non ieis M. — 39. anz 



Dígitized by Google 

«1 



3*3 



viu] anc uiu N. enanz M. lombart] COart A. picart M. 41. gens] gent 
D. — 42. el s'cnstendilh'] el sestendeilha M. elh sestendes C. el se desten F. 
et el sesten A. — e] em T. fehlt C. — badalha] batailla F. — 

43. Peiregors] pairegorcs D. peiraguors J R. pciraguers C. peiregor F. 
pcirago M. — pres] prop M. — dcl] de D. — muralh] miralh C J. — 44. 
gitar] lansar C M. fcrir F. — ab] a M. dcl F. 45. venrai armatz] scrai 
armatz C. volrai anar A. sobre] sobrel C. sus en M. — 46. sci] sieu C F. 

— pitauin D. — 48. sus] fus N. — li] lor C N. - farai] bastrai C. mou- 
rei M. — 

50. Baron] barons N. senhors C. seinher M. — ileus] dieu C. — 
c vos] eus A. ~ gart e vos ajut e vos fehlt A. 52. cus rion] ab sol 
A C M. — richartz K. — 53. paus] pau C. paul N. — dis] ditz C N. 

ZuL 

1. yuant] pois A B I). 2. c] quc AB. — la] li M. — fuolha] fuoill 
DD»FJK. — c la] a la D. d F. c li M. — 3. dona ardimcn] don ardimen 
mi M. 5. m'cn] tnc G. - u. farai] fara F. — cozcn] corcn F. plazcn M. 

— 7. quc] quicu M. cD«FN. lai] lo D«FN. — 8. Johan] ioan D». - 

9. dcuriais] deurics M. bcn vcigonhar] nauergoinhar M. 10. sil] 
qcl M. - 11. Tors] cors D«. 12. Fclip] phelip M. philip F G. phelips D. 

— 13. pcr que] que per D»JKX. tota] totz M. — Guiana] giana cJK. 
uiauai G. aguian cs M. genz qci a F. planh] plargn J K. — 14. Richart] 
ricart D«. — 15. en] ne G. — aur]anc G. — 16. d'aquest nom par] non par 
daqucsl (aquest N. qaqcsl F) D»FN. — 

17. amal] ama A. — cl] c A. — cassar] chazarDJK. iogar G. 18. 
lebricrs] libriers G. lebrers J K. lebres D. libers F. lebras M. — ct austors] 
caustros N. — 1 9. el] e A B J. — sojorn] sororn K. soinor N. falh] foill 
G. — honors] lonors D'GN. — 20. cis laissa] els laissa F. e laissais A. — 

— vius] uiu F G. sai M. - desertar F. desheritar G. — 22. que sai] qasai 
G. — p^us] pois JK. — 23. pois] mais G. — 24. lais] las F. sa] la 
DFM. — terra] terr F M. - 

25. saup] sap G. desliurar] dcliurar F G. — 26. Guilelmc] guillelm 

F. guillems J K. guillme G. — 27. ad] auz K. — l'almassors] lalmanssor F. 
lanmansors G. — 28. a] e D»FN. el G. — l'ac faich] lo fcz F. 29. ho- 
nor] honors J K. 30. o fehlt G. 31. Johan] ioan D". 32. que] qi 

G. e D»FN. - 

33. vir mon] ni loing G. 34. blasme] blastcmc J K. - las] la G. 
follors] flors N. - 35. m'en] me J. - dolorsj dolor G. - 36. car] quc J K. 

— m'avcn] ue F. — m'aven de vos] dc uos maucn G. 37. que] car G. 

— tombat] torbat F. — el] en G. - 38. apres] pres D. un fol] us fols 
G. 39. doptatz] dotaz F. — 40. mas] anz G. ditz] di D«. aquel] 
ades F. — vos] nos G. — 

42. dopt] dot F. dop G. cleupt M. — e blan] doblan G. part] per 
G. — 43. vcra] fma D»F(iN. — lauzors] ualors G N. ualor F. fehlt D». — 
45. aurs] aur G. mais] mellz Y N. — d'cstanh] dc laing F. — 46. part] 
per G. — cen] ten G. — 47. lejals] leias F. — 48. non] vos G. — Cadonh] 
caudoinh M. — 



Digitized by Google 



3^4 



49. Savarics] sauaric F. — cors] cor FJKM. — 50. fara grcu] greu 
fara JK. — bon fehlt F. — 51. cor flac] flac cor AB. — 



I. Bem] ben T. — lo] lc P. — gais] gai MPTVe. dolz D J K U d. — dc] 
del M T U V. — 2. que fai] qan ueyCMV e. ca uei T. — flors] flor T V. 

— 3. quand] ca T. — auch] uei JKT V d. — baudor] bauzor P. — 4. dcls 
auzels] deli auzel U. — relintir A. retendir P. — 5. chant] chans M. — per 
lo] per le P. pel D. per V. — 6. e plai tne] em plaU J K. e plazm P. — 
7. pavalhons] pauillons D J K P d. — 8. ai grand alcgratge] plai mi cn (men 
M. en V. i T) mon coratge C M P T U V e. — 9. rengau] arengatz e. aretigaz 
P. — 10. cavalliers] caualier T V. — e] en D M P. ab C U e. 

II. platz mi] plazm P. — quan] ca T. - 12. las gens] las gent U. la 
gen M T. — e l'aver] els auers C. e laus d. — 13. apres] aprop Ce. — 14. 
gran] gra A. — rcn d'armatz] iens armatz P e. — venir] fugir D. brugir T. 
bruir U. — 16. quan] ca T. — fortz] fort P. — chastels] castell T. — asscl- 
gaU] asciatz e. — 17. els] el JKUd. ciU D. eal T. e C M e. — barris rotz] 
barrcs roU M. barri rotz D U. beri totz J K. beri tor d. bair quc rot T. bars 
rompre e. murs fondre C. — et] es J K d. — esfondratz] esfrondatz M. des- 
fronsaz D. defronsaU T. desforzaz U. derocatz C. — 18. el] en U. pel C c. 

— 19. qu'es] ce T. e C. fehlt Me. — tot entorn claus] claus (clau P) dc 
mur (murs D) e DPTU. — claus] clau JKd. - de] ambos M — 20. ab] 
am M. — Ussas] lisas U e. liças M. liscas T. lichas JKd. licas P. — dc 
fortz] de fort T. e am Al. — scrratz] setraz D. seiatz IKUd. singatz T. 
cunatz P. ficaU C e. — 

21. Et fehlt Cc. — et atressim] totas ues mc M. — de] de bon C. 

— 22. cs] uen M. — primier T U. — a l'envazir] aleuasir T. als esuasir P. 

— 23. en] e T. ab C c. — caval] cauals T. — armatz] armartz P. armat 
C J K M d e. — temor] tremor P. — 24. c'aissi] aissi C e. — los sieus] lo 
sieus T. lo sieu C e. — enardir] enantir C e. esbaudir T. — 25. ab] a 
D J K T U d. — ualenti P. — 26. e qan lo storm sera mesclaz U. can lestorm 
sera meschatz P. e quant es el estorn intrau T. e quant es en lo camp in- 
trau M. e quant elh es el camp intrau C e. — 27. chascus] e chascus J. 
ciascun T. chascun U. — esser] eser T. — acesmatz] assesmaz D. achesniaz 
U. assermatz C'. afermatz e — 28. e] de C M T e. a P. — segrel] segres A. 
segreMT. seguir C e. — d'agradatge] dagratie P. — 29. que] quar C D M T U e. 

— nulhs] nul P. fchlt M. — ren] de ren T. adreg M. — prisaU P. — 30. 
tro] tros M. — mains] maint P. — colps] copls M. — prcs] pris P. — 

31. Massas] machas D. maças M. mazas P. maza T. lansasCJKde. — 

— brans] brant P. blanc T. blan U. — elms] elm PTU. — de] do C. — 
32. cscuu] escu T. — traucar] trancar JKd. traincar U. trincar T. asclar 
CMe. — descarnir D K d. — 33. l'estor] lostor T. lestorm Ue. - 34. es- 
sems] esem T. — 35. don] donc B. e don P. — anaran] aneran D T. nana- 
ran U. iran P. — a ratgc] arratgc C. amic e. — 36. morU] mort T. — dels 
nafrau] del nafratz T. desrocau e. derrocau C. — 37. e cant lostorm sarcz 
entraz U. e can lestoru sera raesclau T. e pueis qe lestorms er mesclau M. 
e ia pos lestorm es mesclatz Ce. — 38. chascus] chascum U. cascun P. ia 



Digitized by Google 



3^5 

nulls M. negus C T c. — dc] daut Ce. - 39. pens] pes P. ponch C e. cug 
T. — mas fehlt T. steht in C e hinter d'asclar. — d'asclar] esclar T- desclar 
M. destrar U. — e] ni TU. - 40. raort. — que] can T. — uiu T e 
uiure P. — 

41. Eus] beus T. bes U. ben uos P e. — que tant] caitant T. — sabor] 
sabora T. — 43. cum a] con P e. cant fai T. — cridar] en dar e. — 44. d'am- 
bas las] anbos lcs T. — part U. — 45. cavals] caultz T. — cavals voitz] 
jos cauals P e. — 46. aiatz aiatz I R d. — 47. los] les U. — fosaU P. — 
48. paucs] paues e. — gTan U. — l'erbatge] lesbatges U. erbastie P. lombrage 
JKd. — 49 vei los mortz] los nafratz T. — quc pcls] que perls U. cap cl 
T. per los P e. - 50. ant fehlt T. al J K d. — los] lo T. — tronchos] 
tancron T. penons J K d. — los] lo T. — ab los cendaU] outre passaz U. 

— ab tros de lanza segnalatz. Pe. — 

51. Pros] pro UP. — per] pe M. — 52. c'anc] sanc B. — se fehlt P. 

— mires] rairct U. — mais] ia M. ar C c. — 53. ten hom] tenon C U e. — 
c fehlt U P. ia M. ar C c. -• 55. biatris U. biatrix P. — linhatge] paratge 
C M U e. — 56. et fehlt C P e. - 57. fonz] font P e. — beutatz] bontatz A. 

— 58. maestratge] maistrage M. maiestratge P U e. mal estatge C. — $9- 
vostres U. — rics] fra C P e. — es] e P. — pojatz] prczau C. — 60. que 
fehlt C U. — totz es] toUs es C. toz autres U. 

62. castell T e. castellas d. e vilas e] uillage e. — ciutat T. ciuilalz 
P. — 63. enans] abanU T. abains P. — c'usqecs] qe uos T. qc ucncut uus 
U. — nous] nos JKd. noPTU. — 

In PMc fradet sich noch folgendes Geleit: 
Donzclla d'aut linhatge, 
tal en cui es pretz e beuUU, 
am fort e sui per leis amatz; 
e donam tal coratge 
que ja no cuit esser sobratz 5. 
pels fols gelos outracujaU. 
I. d'aut] dau M. — 2. pretz e] tota M. — 3. sui] sim P. — 5. cuit] 
pcns M. — sobratz] sobriatz Pc. — 6. pels] per P. — pels íols gelos] per 
un dels plus M. — 

T bringt statt dessen: 

Papiol degradage 

ad oc e anu ten uaic uiaU 

e digas li ce trop estan en patz. 



Digitized by Google 



G 1 o 8 8 a r. 



a, ad prp. i) loc. wn? an. auf. in 
5, 12; 8, iq; 12, 29; 22. 2; 23, 15; 

26, 40; 29, 16; 30, 14; 34, 56; 
38,69; (42, 15)>; 44, 16. Vor Orts- 
namen 2, 26; 37; 4, 4; 9; (6, 10); 

10, 49 etc. fig. 2, 19; 15, 32; 

27. 29; 35. 52; 37. '8; I9î 39, 7! 

11. 22. — 2) loc. wohin? nach, 
zu. auf 7, 42 ; 29, 34 ; 24, 38 ; 28, 1 6 ; 
34, 49; 38, 95; II, 43. Vor Orts- 
namen 29, 19; 32, 13; 34, 50; 
44. 43- tig. (6, 1; 40); 2t, 74. 
Zweck 41. 35. Factitiv 1, 6; 

31, 20.— 3) tcmp. wann? an. in, 
òc'i. zu 2, 1 ; 7, 36; 9, 12; 12, 49; 
15. 7: »2; 34, 3; 35, 50; 37, 55; 
II, 33. tro a, entro a s. tro, 
entro. — 4) Massstab nach, zu 
25.5; 29, 7î 32, 57- fi K .Gemâss- 
heit 12, 8; 17, 7; 37, 24; 39, 6; 
44. 39- — 5) Art und Weise in, 
mit a) c. Subst. 10, 10; 36; 13,9; 
19, 40; 22, 35; 25, 13; 33. 16; 
37. 33î (42. 6; 7); II, 35. b)c. Adj. 
8, 43; 12, 32. 6) c. Inf. a) nach 
„aver, esser, far" gleich lat. 
Gerund. (6, t); 35, 39; 39. I? 27; 
29 etc. b) ohne Hiilfsverb 
gleich Adj. 5, 39. 

a interject. ach (cf. ai) 33,9. 

ab prp. 1) Nahe (von Personen und 
personifizirten Begriflcn) bei 8, 13; 
1 t, 61 ; 20, 30; 21, 55; 67; 26, 38; 
33.30; 35. '7; 40,7. Begleitung 
(von Personen) tnit 2, 25; 4, 38; 41 ; 
8, 5; 17, 6; 21, 24; 28'; 23, 19; 4'; 
26, 27; 35 etc. bcglcitendcr 
Nebenumstand tnit 10, 27; 21, 
76; 22, 5; 24, 44; 26, 1; 33; 30,7; 

32, 6; 60; 33, 15; 36, 9; 37, 14: 
16; I, 20. — 2) Verbindung tnii 
38,40; 86; oi; 44.4°. fig. frcund- 
lichc Beziehung n, 35; 20,48; 



21, 44; 22, 47; 48; 28, 52; 32, 26; 

33. 35 24; 34. 38; 35. 9- fcind- 
lichc 15, 6; 50; 27, 3; 28, 2. — 
3) Gleichzcitigkeit (15, 43); 
16,9; 40,36.— 4) Mittcl, Wcrk- 
zeug 2, 49; 4, 47; 9, 8; 14, 63; 

19, 25; 24. 33; 32, 41; 35, 45; 48 
etc. fig. (6. 38); 7, 24; 8, 52; 10, 
19; 11, 28; 14, 43; 71; 74; 15, 21; 

20, 37; 38, 78; 81; II, 25. c. Iní. 
45. 36. 

ab que conj. c. Conj. I) damit 17, 14. 

2) wntt nur 3, 24; (42, 27). 
abatre rfl. herabbommen 16, 5. fig. 

sich ein/assen auf (cn) 16, 21 ; 26. 
abdurat a. abgehártet 14, 55. 
abrandar tr. in Bratui stectcn 13, 29. 
abrasar tr. ansûnden, verbrennen 

18, 18; 36, 19. 

abrassar tr. fig. ergreifen, erlangen 
37. 50. 

abriar rfl. sich decken. Schutz suchcn 
39. 42- 

abril s. April 20, 27; 38, 1. 
acabat, ada a. vollendet , vollstàn- 

*ig ng- 3«. 39 (*)• 
acaptar tr. Áraufen 27, 7. fig. aus- 

uuïhlen 12, 16. 
acesmar tr. bereit machen II, 27. 
acli a. gcneigt. gcvogen 8, 44 (R). 
acolhir, aculhir I) lr. aufnehmen, 

empfangen 8, 1 1 ; 26, 2f>; 38,17. 

fig. 37, 50. — 2) intr. gastfrei, ent- 

gegcnbomnund sein 10, 24; 37, 35. 

— 3) s. Zuvoriotnmenheit 12, 53; 

19, 32- 

acoùldar tf.behannt. vertraut tnachcn 

mit (dc) 24, 2. 
acordamen s.m. Versôhnung, FriccU 

38.21 (R). 
acordar 1) tr. grtvàhren, darbringen 

II, 12. — 2) rfl. sich verstândigen, 

sich vertragen tnit (ab) 14, 25; 

20, 22; 21, 44; 35, 9. 



1) Dlc Stellen >n (> »ln<l iu uii. chttn Stroplien oder Llederu. 



Digitized by Google 



acort s. Vertrag (6, 32; 30 R); 33, 3- 
aculhir s. acolhir; ad s. a 
adermar tr. terstôren . verviïsten 

27, 24; 36, 18. 
ades adv. t) sogleich i<>, 48); 29, 41 ; 

34. 47; 37. 55- 2) immer. fort* 
zvàhrend 2, 9; 9,63; 15, 22; 21.6;; 
22, 39; 30. 16; 37- 8- — 3) tot ades 
quc conj. besonders da 40, 26. 

adonca tdv. alsdann 5, 5; 29, 22; 

35, 7 (cf. Anm. zti 7. 5). 
adorar 1) tr. fig. huldigen 10. 4. 

2) intr. </«•« //<>/ machen 37, 22. 
adouaar tr. erfreuen 35, 3. 
adreit, adreich, adreg ; adrei 11,13 

(R); 31,43 (R). gerade, schtanÚ 

1 2, 48. fig. í-cAí* 30, 1 0. — redlich. 

rechtschaffen 7, 19; 10, 39; 16, 20. 

— gevandt 11,13; 12, 28; 31,43. 
aduire Pr. Ind. Sg. 3. adut/ 29, 25; 

38, 7. adus (6, 35) (R). tr. herbei- 
bringen, einbringen. ti^'. 

afan, aífan s. m. Anstrengung, Aer- 
gerniss 3, 37 ; 4, 7 ; 20, 2 ; 2 2, l ; 28. 
5; 34,25 (sàmmtlich R). 

afànar tr. árgem 35, 62. 

afar, affar s.m. Sache, Angelegenheit 
5,37: 11,19; i4»3; «7.3; 2i,49(R); 

39. 13 (R). 

afeblejar rfl. schvach u-erden 4, 1 3. 
aff- cf. af- 

afflamen s. m. Vertrauen 38, 22 (R). 
afiur 1) tr. versichern, betheuern 4. 9. 

— 2) rfl. sich vertragen mit(ab) 11,33. 
aílat s. m. Verschveorener. Bundesge- 

nosse 14, 14 (R). 
aflcat a. eifrig. erpicht l6 t 25 (R). 
afiçat a. sicher, ungefàhrdet 25, 22. 
aflnar intr. ein Ende machen 14. 38. 
agarar intr. suchen, forschen 26, 33. 
agens&ar intr. schóner werden 9, 48. 
agradar intr. angenehm sein (a) 30, 2 1 ; 

42; 47- 

agradatge s. d'a. gern II, 28 (R). 
agulho s. Stachel 43, 3 (R). 
agur s. m. mal agur Ungliïcb 32, 6 (R). 
aguaar tr. schàrfen 28, 9. 
ahoras •, aoras 

ai interj. l) dcr Freude 1,1. 2) 
dcs Schmerzes (6, 37). cf. a 

áiar intr. he/fen 14, 42. 

aicel, aisel pr. dem. m. Sp. N. 18. 23; 
45. 15. — PI. N. aissilh 14, 27. 
aiscl 34, 38. — A. aissclhs (42, 13). 

— s. derjenige, jener. 
aidar intr. beistehen II, 46. 
aiga s. VVasser 1,9; 45, 7. 
aigla s. f. Adler 40, 13. 
aiglan s. m. Eichel 26, 75 (R). 
uigron s. m. Reiher 15,40. 



r-i 

ais- cf. aic- und aiss- 

aia s. m. i ) IVohnung 12. 55 (R). 

2) BequemHchheii 2, 19 (R). 
aiasen8 s. Absinth 38, 91 (R). 
aissi, aiai adv. 1) so, auf solche 

ÌVeise 3, 46; (6, 7); 13, 9; 14, 0; 

21. 80 ctc. vor Adj. so sehr 40, [. 

— 2)ebenso 4, l8(R); 21, 58; 1,45. 
3) tcmp. jetzt 40, 12. - 4) aissi 

cum conj. da, teeil 33, 22. 
aiSBO pr. dcm. ncutr. dies 4, 34 ; 20. 

37; 29, 11; 30. 22; 32, 7; 37, 43. 
aital, aitau 5, 36 (R). pr. ind. a. 

solch 5, 36; 8, 50; 18, 21; 24, 8; 

28. 53; 3< - '5; 3«. 34; 44, 3- 
aitan pr. ind. 1) a. so viel (mit de) 

7,4. — ebenso viel 3, 20 (R); 32, 43. 

— ■ 2) adv. so sehr, so vie/ 14, 30; 

19, 7. — ebenso viel 32, 43. 
aize s. IVohnung 8, 5. 
aizit a. gûnstig gesinnt 38, 41 <R). 
ajostar, ajUBtar I) tr. versammeln 

14, 65. — 2) rfl. sich messen, kàm- 

pfen mit (ab) 33. 24. 
ajuda s. Hiïìfe 12, 29 (R). 
ajudar l) tr. unterstiïtzen 4, 16; 14, 

62; 15, 18; 27, 31; 33, 28; 38. 4; 

44, 51. — 2) intr. Beistand /eìsten 

(a) 23,40; 29, 15. — 3) rfl. Mittel 

suchen 21,4. 
ajustar s. ajostar; al s. als; albre 

s. arbrc. 

albergar tr. beherbergen, aufnehmen 
8, 42. 

alcoto s. Panzerhemd 23, 3 (R). 
alegransa l/eiterteit 25, 15 (R). 
alegrar rfl. sich erheitern 2 2, 4. 
alegratge Freude, Heiterheit II, 8 (R). 
alentar rfl. sùh verzogern 2, 46. 
alh s. m. Zxviebel 44 2 (R). 
alhors adv. tìg. bei Jemand anders 

38. «3- 

alinhat a. fifî. redlich t6, 20 (R). 
almasaor s. Emir, Á'alif I, 27 (R). 
alonguar tr. verlàngern (15,45). 
al8, al 12, 61 (R) pr. ind. neutr. 

andres 12, 6l ; 35, 60; I, 5. 
alumnar tr. ansùnden 40, 42. 
amar l) tr. lieben, gern mogen 2, 50; 

3. 49', 7. 32; 8, 4; 10; IO. 22 etc. 

c. Inf. 38, 38; 39, 37- a - m a is 7 " r " 

ziehen 1 5, 10. — 2) intr. Liebe pfle- 

g** 7. 135 39. 21; 43. 31. - i)'rtì. 
sich leiden mogen 15, 27. 
amassar tr. ansammeln 7, 43 (R); 
33.23. 

ambas f. von ams pr. in<l. a. betde II, 44. 
uradoi, amdui pr. ind. s. Beide 

25.9:34.56. A. amdos 12, 33(R); 

25, 1 (R). ambtdos 30, 18; 31, 8. 



328 



amermar tr. fig. klein machen. ductcn 

27, 19. 

amia s. f. Gc/iebte 27. 8. 
amic s.m. Freund \,zy, 21,31 (R)ctc. 
amiran s. ra. Emir 1 7, 34 (R). 
amonestar tr. ermuntcrn. bestârken 

2, 16. 

amor s. f. I) Liebe I, 9; 4, 22; 8. 49; 
10, 23 (R); 31 (R) etc. personifizirt 
9. 40; 10, 52; 38. 4; 40, 3; 41, 26; 
I, 3. 2) aebensvmrdiges Beneh- 
men 12, 46; 38, 78. 

amoros, osa a. \)liebens"wùrdig 9, 13; 
32 (R); 40 (R); 12, 23 (R); 41, 31 
(R). freundlich gegcn (a) 37, 28 (R). 

— 2) ver/ieb/ 40, 2 (R). 
amparar, anparar tr. unterstùtten 

21, 82; 27, 28. 

amta s. anta. 

an s. m. Jahr 4, 14 (R); 14, 22; 16, 
27; 20, 26 (R); 22, 10 etc. 

anarinf.4,20; u, 9; 39,3; n (R).- 

Pr. 1. vauc 4, 24: 17, 29; 22, 3; 
26, 12. vau 9, 2. 3. vai 4, 6; 
17; 28; 17, 31 etc. — Pl. 2. anatz 
(42,16). 3. van 4, 20; 17, 38 (R) 
etc. — Conj. 1. an 4, 50 (R). — 3. 
an 26,54; 32, 15; 38, 76. — Pl. 2. 
anes 17, 14. — 3. anon 4, 31 ; 28, 47. 
Imper. vai 10, 40; 17, 37; 18,41; 

29, 41 etc. — Imp. Sg. 3. anava 

3, 23 (R). Pl. 3. anavan 4, 10. — 
Pcrf. Sg. 3. anet 4, 13; 15, 36: (42, 
13). — Pl. 3. aneron 14, 35. — Fut. 1. 
irai 12, 16. — 2. anaras 12, 72. — 

3. anara 25, 21. — Pl. 1. ircm 4, 42. 

— 3. iran 26, 27 (R). anaran II, 35. — 
Part. pt. anat 41, 31. — I) gehen, 
u'andem, reisen. aufbrechen 3, 25 ; 

4, 50; 9, 2; 10, 49 etc. — a. a ratge 
umherrasen 25, 13; II, 35. — c. 
Gerund. 4,6; 10; 13; 17; 20; 24 etc. 

— c. Inf. 12. 71; 27, 7; 29, 34; 
3«. 37; 39,3; (42,13).— 2) fig. ver- 
sch-u'inden, sterben 11,9; 41» 3'« — 
3) rft. mit en davon gehen 17, 14; 
18, 41 ; 26, 27; 32, 15; 38, 76. 

anc adv. je 15, 15; 30; 26, 4; 45; 
35, 35 etc. a. — non 1) nie 2, 22; 
28 ; 46 ; 5,4 etc. a. mais — non 

30, 3 ; (42, 2). — 2) gar nicht 3, I ; 

35. 45- 

ancar adv. 1) jetit, nun 34, 22. an- 
caras dass. 8, 9. — 2) encar 3, 44. 
enquer (6, 1) noch. 

anoessor, ansessor s. m. Vorfahre 

28, 39; I, 10 (bcide R). 
anedier a. in : austor anedier s. austor. 
anhel s. Lamm 45, 51. 

annat a. erstgeboren, àlter 14, I9(R). 



anp- s.amp-; anss.anz; ans-cf. anc- 
ansiar intr. beângsligen (6, 36). 
anssossi s. Mòrder 8, 6 (R). 
anta, amta s. Schande 3,1 (R); 45; 

17, 6; 29, 25; 34, 25: 40, 28. 
antan adv. im vorigen Jahrc 21, 14 

(R); (42, 8)(R). 
antio a. alt 21, 35 (R). 
anvan s. m. Befestigungswerè, 

Schante 34, 27 (R). 
anz, ans adv. 1) frùher 24, 34. — 2) 

vieìmehr 5, 15; 16: 37: 13, 28: 

15, 22 ctc. — 3) a. de prp. vor Ab- 

lauf von 22, 19; 29, 42. — 4) a. 

quc conj. c. Conj. bevor 8, 36; 16, 

10; 20, 48. 
aoras, ahoras z&s.jettt 1,13; 14,21. 
apaisar rfl. sich beruhigen 32, 48. 
apajar rfl. sich befriedigen mù (de) 

7. 

apelar, apellar 1) tr. a) nennen 7, 
38; 11, 38; 24, 15. — b) beschui- 
digen (de) 28, 43 ; 34, 10. — 2) rfl. 
sich çeçenseitig einen Namen geben 
(ab) 28, 52. 

apendre intr. angehò'ren 33, 18. 

apensos a. sor^en', sehnsuchtsvoìl 
9. 63 (R). 

apertener intr. gehórcn. crforderhch 

sein (a) 10, 18. 
apoderar tr. ùòerwâ/tigen 15, 39. 
apoBtitz a. betrùgerisch^ 32, 45 (R). 
aprendre 1) tr. /ernen, sich aneignen 

44, 3 ; I, 38. fig. vernehmen, erfah- 

ren 31,3; 35. °5- — -) in ^ r - «■* 

Lehre ziehen 35, 16. — Part. pt. 

mal aprcs fig. roh 34, 13. 
apres prp. 1 ) temp. nach 29, 8. — 2) 

loc. hinter II, 13. 
aquel pr. dem. m. Sg. N. I, 40. A. 

aquel 8, 21. Pl. N. aquil 26, 58. A. 

aquels 4, 2 ; 1 1 , 53. — f. Sg. aquella 

33, 21. — s. und a. derjenige, jener. 
aquests pr. dem. m. Sg. N. a. 40, 25. 

A. aquest a. 4,30; 10,42; 14,4; 

31 ; 73; 17» 3; 41» 16: 25. — s. 

I, 16. — f. Sg. a. aquesta 14, 3; 

31, 2. — s. 10, 21 ; 12, 63; 30, 4; 

31, 16. — dieser. 
ar adv. 4, 19; 47; 5, I; (6, 13). er 

44,28. aras 11,56; 30, 19. eras 

44, 12. ara 4, 1; 16; (6,41); 10, 

12; 11,8 etc. jetzt, nun. 
arandar tr. fig. sch/imm turichten 

13. 28. 

arbalestier s. Armbrustschûtie 15, 

28 (R); 36, 24 (R). 
arbre, albre s. m. Baum 16, 6 ; 44, 25. 

a. sec 4, 42 s. Anm. 
arc s. Bogen 29, 35 (R); 36, 32. 



Digitized by Google 



arco s. arso. 

ardimen s. Áuhnheit I, 3; 21. 
ardit I ) a. kûhn 26, 36 ; 46 ; 30, 2 ; 

32. 17 (R) etc. — 2) s. m. Afuth 
28. 23: 38. 9: 74 (R). 

ardre Pr. Ind. S^. 3. ari 7, 29: 44. 24 

(R). Part. pt. ars, arsa 29., 17; 36, 

19. — tif. verbrennen. 
arena s. Sand 9,21 (R) : 38,40. 
arenalh s. m. lCusỳiat* lig. J'/atz. 

Gebiet 44, 37 (R). 
argen, argent s. m. 1) Siiber ?, 33: 

5, 5: 21, 50 (R) etc. - 2) Geid 18, 

44: 38, 76 (beide R). 
aribar intr. landen 5, 2. 
armar tr. beuuiffnen 44, 45; II, 10; 

14; 23. — rei d'armar s. rei. 
ainnas s. Pl. von arma ll'affen 24, 30; 

35. 5<> : 37. 43- WaffempieU 1,11. 
armat 1) a. Lrù-g'sbereit 31,32; 36; 

42. — 2) s. JJctvaffneter 14, í.4 (R). 
arnes >. m. Rùstung 45. 25 (R). Zu- 

rùstung.Aussteuer 32.50; 34,45(R). 
arqua s. Aoff.r 7, 20. 
ano, arço 8. SatUlbogen 25, 1 1. fiji. 

•&!//<•/ 23. 20 (beidc R). 
art s. f. A"«//.v/, Geschick/tchkcit 20. 3 ; 

44, 3 (beide R). 
artesa a. zu Artois gehorig 31 , 43 (R). 
as- cf. ass-. 

a8Clar tr. sfnilten. abhauen II, 30. 
asertuc a. sicher (?) 24. 20 (R). 
asiata B. 1 6, 12 s. Anm. 
asaai s. UnUmehmung , ExpcJition 
2, 48 (R). 

assalhir l) tr. angreifen 44, 28. — 

2) intr. dass. 24, 32. 
assaut s. Angriff 20, 30: 28, 3. 
assatz adv. gtnug vor Subst. ohnc 

de 42, 25; mit de (42, 41). 
assegurar tr. versichern, betheuern 

33. 6, 

aasetar rtl. sich setzen 13, 19. 
assetgar, asetgar, asejar tr. be- 

lagern 13, 28; 29, 20; 45, 34 ; 1,28; 
II, 16. 

aasire Inf. io,48(R). — Part.pt. assis 
19, 27 (R). — tr. hinsetzen 19. 27. 
fig. anlegen, anbringen 10, 48. 

assolvre Perf. Sg. 3 assols 3, 2 (R). 

— tr. fig. verabschieJen. 
atendre l) tr. erxoarten, ivarten bis 

28, 31 ; 35, 61 ; (42. 0). ti«- besorgen, 
ausfùhren 23, 7; 44. — 2) intr. 
aufmerken. auffnissen 5, 13. 
atenher Perf. Sp. 3. ateis 38, 42 (R). 

— intr. gelangen iu (a). 
atraire tr. zusammentiehen , sammeln 

33. 2 3- "K- anziehen 0. 7- 
atur s. m. Strrbcn, tìemùhg. 32. 31 (R). 



32Q 

aturar rfl. I) sich aufhalten. ziigern 
30, 16. — 2) sich anstrcngen 32, 42. 
au s. nut. 

aucir Inf.(42, 34). aucire 10, 7(R). — 

Pr. Conj. Sg. 3. aucia 9, 40 (R). 

Pl. 3. tndon 15, 8. — I) tr. toJten. 
2) intr. dass. (6,33) s. Anm. 
aunit Part. pt. von aunir a. mit 

SchanJe bcJeckt (<>. 43); 32,8; 54. 
aura s. Luft 32, 17. 
aur s. m. Go/J 5, 3; 0. 21 ; 25, 6; 

32,43; I, 15; 45. 
aurat a. (\)>.winJig,gehalt/os 11,1 o(R). 
auriban s. m. Heerbann (42, 43). 
aurion AJL r 34, 50 (R) s. Anm. 
aus- cf. auc- und auz- 
ausar, auzar tr. c. Inf. voagen 33. 8; 

34.°: 7; 8; 33, 22; 60 etc. 
uusberc s. Panur 20,36; 23,5; 

26, 19. 

austor s. m. Habicht 28. 40; 36, 29; 

37, 42 (R); 38. 5o(R)etc. a. anedier 

Entenhabicht 15, 37 (R). 
aut, au 19. 22 (R) 1) a. hoch 45, 43. 

6g. 10. 18; 23,45; 34. 5«: lí. 55- 

2) adv. dass. 19, 22. cn aut in Jie 

Hóhe 2«), 36; 45, 16. d'aut herab 

(6,36): 12,74. 
autramen adv. sonst, unter andern 

UmstànJen (0, 24). 
autre, a 1) a. anJer 4,41; 8, 15; 

n; 41; 42; 15, 13 etc. pleonast. 

«3.3^: 34.4: 41.23. — 2) s. 12,68; 

18, 22; 19, 16; 21 ; 28, 7; (42, 39). 

Pus l'autre einanJer 11,23; '5. 2 7 

etc. — Cas. obl. autrui 3, 8; 13, 1 1 ; 

18,8; 24,7. 
autrei s. 1 ) Eimvilligung (6, 39). — 

2) concret Jas G<-u>dhrte 1 1,41 (R). 
autrejar I) tr. verbùrgen, versichern 

20, 47. geioàhren, verleihen 33,45. 

anerkennen als (per) 33, 34. — 2) 

rfl. sich anerkennen als (a) 31,20. 
autresi , atresai adv. ebenso 34, 4 ; 

II, 21. 

atretal adv. ebcnso 12, 51 (R). 
autretan, atretan adv. ebenso sehr, 

viel 34, II (R); 58. 
aUZttr s. ausar. 

auzel, auzelh, ausel s. m. Vogel 7, 6 
(R); 15,39: 28,50(R); 34, 4 (R)etc. 

auzelho s. Vôg/ein 40, 16 (R). 

auzen s. Jlôren, Nachricht 14, 2. 

auzir, ausir Pr. Ind. Sg. 1 . aug 4, 39 ; 
25.4: (4-. 3)- aiidi 31,39; 38, 5; 
II. 3: 43: 44: 4 6 : 54- auz 45. 4°- 
— 3- au 35, 54. — Pl. 2. (auzctz) 
45, 10. - Conj. S K . 3. auja 24, 43. 
— Pl. 2. aujan 14,41. — Imp.Conj. 
Sj;- 3 - auzis 41. 3. — Ftit. Pl. 2. 

21* 



330 



ausiretz 43, 2. — Inf. ausir 45, 2. — 

tr. hòren, vernehmen. 
aval adv. /u-rt/A 29, 30. 
avantar rfl. jíì-A aufmachen 3, 51. 
avar ía^, f'Mtf' 21, 76; 45, 24 lig. 

feindlich 21,47; 65 (sammtlich R). 
aven s. Adventsteit "38, 87 (R). 
avenir unpers. c. Dat. sich ereignen, 

ỳassiren (mit a und dem Inf.) I, 36. 
aventura s. f. bon'a. A'uhm 30, 15. 

mal'a. Ungluclt 27, 40 (beidc R). 
aver Pr. Sg. 1. ai 8, 10; 10,3; 12,9; 

13, 2; 3 etc. hai II, 50; 16, 30; 

17, 2 etc. — 2. as 41, 19. — 3. a 

3, 44: 59: 4. 1 : 3: 5. 33: 36 etc. 
ha 4, 14; 7, 14; 10, 14; 16 etc. — 
Pl. 1. avem 14, 34 ; 37, 57. — 2. avetz 

33. «o: 34. 35: 37. 56; (4-. 25) etc. 
avez44, 16. aves 17, 7; 24,8.— 3.an 

4. 25; 35 (H); 14. «7*. 20; 22 etc. 
ant 9, 18; 15,2; 19, 10; 20, 10 etc. 
(han) 16, 17. — Conj. 3. aja 14, 38; 
15, 32; 17, 3; 22, 41 etc. — Pl. 2. 
ajas 24, 18. — 3. ajau 40, 31. ajon 
15. 28; 29, 5. — Imp. Ind. Sg. 3. 
avia 26, 44. — Pl. 2. aviatz 26, 17. 
avias 24, 35. — 3. avion 26, 58. — 
Conj. Sg. 3. agues 14, 8; 19, 2; 
29,17; 40, 3.— Pl. 2. acsetz 26,16; 
39, 21. — Perf. Sg. I. aic 13, 30; 
«9. 39-— 3- ac 12,40; 17,34; i<).27; 
31, 25 etc. — Pl. 3. agren 28, 19.— 
Fut. Sg. 3. aura 4, 7 ; 8, 9 ; I o, 47 ; 
13,20 etc. — Pl. 3. auran 14, 5; 
36,27; 44,14. aurant 26,73. — 
Cond.I.Sg. 1 auria 16,27. - 3. auria 
(6, 18). — Cond. II. Sg. 1. agra 29, 9. 

— 3. agra 9, 29; 14, 7; 45, 5. — 
Part. pt. agut 26, 17 (R); 41, 12. 

— Inf. aver (6, 42) (R); 9, 22; 10, 
32 (R) etc. — I) Hûlfsverb 2) tr. 
besitsen 20, 16; 25, 2; 29, 13; 31, 10 
etc. fig. 20, 35; 38, 79. a. affi* 
zamen Vertrauen geniessen 38, 22. 
a. cor uninschen 15, 30; 29, 30; 
39, 21. a. dan 26, 79. a. dol 26. 73. 
a. dreg sich im Recht beftnden 14,68. 
a. fiansa cn vertrauen auf 25, 25 ; 
a. fraichura de bediïrftig sein 30, 6. 
a. gaug tufrieden sein 34, 23. a. 
lauzor EJire geniessen 38, 26. a. 
lezer de (leiegenheit haben zu (6, 18); 
38, 35. a. mcstier bedûrfen pcrs. 
41, 20. — unpers. 36, 13. a. nom 
heissen 1 8, 42 ; 26, 1 7. a honor ge- 
ehrt sein 37, 56. a. ops nòthig sein 
(dic Sachc als Subj.) 15, 28; 29,5. 
a. sabor gefaìlen pers. 2, 7; 10, 28. 

unpcrs. 11,41. a> sonh sich kiïm- 
mern (de) I, 16. a. talan, cn talcnt 



iviïnschen, beabsichtigen 24,4 ; 39, 1 5. 
a. vergonha sich schámen 39, 7. — 
3)mit dcm Inf. und a 39, 29 ; Inf. und 
que 33, 21. — 4) unpers. es gúbt 
10, 14 ; 34, 45 ; 38, 34 ; 41, 40. tcmp. 
4, 14. — mit i 8,9; 24, 31 ; 37, 4; 
38, 45 etc. - a. ops (c. Dat. der 
Pers. und Gen. der Sache) 7, 14. — 
5) s. m. Habe, Geld 5, 32: 8, 24; 
10. 36 (R); 23, 23; 27, 12 etc. 
avergonhar rfl. sich schàmen iïber 
(de) 1,8. 

avlnen a. anmuthig 2, 5: 22, 46; 
36,46; 41, It (R). fig. freundlich, 
geu'ogen c. Dat. 21, 40 (R). — avi- 
nenmen adv. 10, 20. 

avol a. schlecht, gemein 7, 12; 20; 

17, 12; 24, 5; 45, 24. 
avoleBa s. Feigheit 31, 8 (R). 
azirar tr. hassen 11,23. 
azur s. Lasurstcin 32, 43 (R). 

B. 

baoo s. Speck 7, 34 (R). 

badalhar intr. gâhnen 35. 32; 33; 

44, 42. 
bai a. braun 22, 27. 
baia s. m. Á'uss 9, 15 (R). 
baiaar 1) intr. kiïssen 12, 68; 21, 1 2. 

- 2) s. m. Áuss 21, 79. 
baiasar tr. umstiiru-n 5, 7. fig. ver~ 

ringern 31, 17; (42, 44). 
balhar tr. geben , iïbergeben 24, 47 ; 

35. 47- 

balhir tr. fig. lenken, leiten 1 1 , 39. 
baralhar rfl. sich streiten, kâmpfcn 
44. 22. 

baratar l) tr. gewinnen 15, 20. — 

2) intr. dass. 7,40; 16, 19. 
barbada f. v. barbat a. befiedert 

36. 32 (R). 

barbari s. m. Jierber (Miinze) 8, 1 2 (R). 

barga s. f. Ji.irle 29, 17 ; 33 (beidc R). 

barganha Ilandel 8, 30 (R). 

baron Sg, N. bar 39,33(R); 45, i8(R). 
A. baron 2i,s8(R); 22,2; 35 ctc. 
bar 5,40. — V. bar (6, 21). -- Pl. N. 
baron 21,25; 66 (R); 23,20; 43 etc. 
bar 45, 13 (R) s. Anm. - A. baros 
5,9 (R); 30; 8, 2 (R); 27 elc. - 
V.baron (6,37); 44, 50; 1,33; II, 61. 

s. m. liaron , hochgestellter 
Mann, tiïchtiger A/ann. 

barri s.m. Ç>uerba/ken. Iialken II, 17. 

bart s. lirei 44, 48 (R). 

baa l) .1. klein, niedrig (15.45)- 

18, 26 (R); 32, 10. — 2) adv. tief, 
herab d'aut b. (6, 36); 12, 74. 

baaclo s. m. Taugenit hts, l.ump 5,25 ; 
24, 30 (bcide R). 



Digitized by Google 



bastir i) tr. bnuen 33, 35. — 2) intr. 

ilass. 11 , 32. 
bastidors A. Pl. v. bastirc />'</«- 

liebhaber 3S, 4^ (R). 
batalh s. m. hiòpfel 44, 15 (R). 
batalha s. Schlacht y. ^4. 
batejar tr. taufen. non-batejal ll.ide 

3°. 1 3- 

batre tr. sehtagen 15, ^4. 

baudor s. f. Lustigkrit II, 3 (R). 

bauzar tr. tiiuschen 4, 48. 

beca b. iíaken 23, 35. 

bel, belli ; bella a. schbn, rehend 4, 

12; 7, 21 (R); 24; 12, 12; 14; 18; 

22; 40; 52; 57 ttCi In der Anrede 

4, 43. - esscr )m*1 s. es.scr. 
bellazor a. (omparativform v. bel 

11. 10 (H). 
beltat cf. beutat. 
befag s. WohIthat 38, 81. 
ben, be 1) atlv. 7fv>A/, gut. sehr vor 

Verben 1,6; 2, 44; 4. 34: ('», 37 ; 

47); 7, 8 ctc. ben cstar, mcnar s. 

cstar, mcnar. vor Atlj. u. Atlv. 

dass. 4, 14; 40; 8, 10; 10, 35; 

18, 40: 22, 46; 26, o ctc. si í)c 

s. si. 2) s.m.í/fljf Gute 10, 12 (R); 

15: 40 (R); 12, 26; 22, 41 (R) ctc. 
ben-estan s. m. Jas WohIa nstândige, 

feines Benchmen I 2, 58 (R). 
bénanan a. ŷrosýerirettà ', çlùcklich 

3. 47 

beimnansa s. f. Gliick 2 5 , 6 ( R ) ; 2 7 ( R) 
benda s. Band, Besatz 35, 45 (R). 
ben - siatz - vongut s. WiIIkommen 

26, 30 (R). 
besan s. lìyza ntine r(Múnzc) 26, 74 (R). 
besonha s. f. Vorhaben 39, 14 (R), 
bestia s. 'Thier 38. 64. 
bestor s. Titùrmchen 32, 48 (R). 
beure Inf. II, 32. — Pr. Conj. S R . 3. 

beva 32, 22. — intr. trinlcn, zechen. 
beutat, beltat s. f. Schònheit 0. 1 7 ; 

.37; 37. .5; II, 57 (H). 
biais >». ng. 1) Zttntigung 9. 8. — 

2) í-Vr/.i// 12. 46 (bciilc R). 
biaissar nl. rích abvenden von (de) 

3, 36j 12, 35. 
bisestar intr. vergehen, schvinden (r) 

20, 40. 

blanc, a a. vriss 15, 40; 25, 18; 
20, 10 (R); 34, 2; 37. 15. lig. b/û- 
thenreich, bluhend 2, I (R). 

blanchejar intr. j^/anzen 33, 39. 

blandir U.freund/ich behandeln, sich 
ui/lfahrig zriifen, verehren 13,27; 

18,33; 2«. 4-; 3'»; 1. 42. 
blasmar tr. tadeln (6, 48) ; 23, 1 1 ; 

35. 39: 30, 1 : I. 33- 
blat s. (Jetreide 7, 33. 



331 

blau a. Mi« $, 18; 35, 2: 35 (alle R). 
blezo s. m. Schild 5, 17 (R). 
bliau s. sridnes Obergaoand 1 9, 36(R). 
bloja f. v. Moi a. blond 4, 1 2 (R). 
blos a. entblòsst von (tle) 18, 29 (R). 
boban s. m. tìg. Pomp, Trahlerei 3, 

17 (R); 40. 37. 
bocharan s. m. Steifleinemmd 2f», 

20 (R). 

boisso s. Geho/s 8, 3 ; 40, 0 (bcitlc R). 

boja s. Fesse/, Geivalt 4, 19 (R). 

bomba s. f. KriegsaMfsug 29, 4 (R). 

bon, bo; bona 1) a. gut (ion Cha- 
rakter) 2, 51 ; 7, 18 ; 24, 5 (R) ; 26,78 
ctc. nach lí'unsch 9, 34 ; 19, 2; 
25, 10 (R); 38,21. tiichtig. tapfer 
■8. 29; 37, 52; 58; (42, 26); I, 50. 
echt. richtig 7. 20; lo, 18; 28, 48; 
37. ">; 30, 21: 40, 31 etc. In der 
Anrede (42, 33) ; II, 50. csscr bo treu, 
anhang/ich sein 8, 31 (R). faire bo 
unpcrs. c. Inf. es ist angenehm 12, 
50. — 2) adv. in „saher ho" c. Dat. s. 
saber. — 3) s. Gutes I O, I ; 2 1 , 54 (R). 

bordir intr. turniren I, 17. 

bordo s. Pilgerstab 8, 52 (R). 

borjes, borzes s. m. Bùrger 25, 22 ; 
33. 4- 

dob s. m. U'ald, Gehòlz 20, 33. 
bosoatge s. m. Gebiisch II, 5 (R). 
brac s. Brackc. Jagdhund I, 18. 
briiier s. m. Gù'rtet 25, 1 2 (R). 
braire intr. singcn 38, 5 (R). 
bran s. m. Sch-uert 4, 47; 20,36; 22, 

28 (sámmtlich R); 25, 11 etc. 
brando s. m. Feuerbrand 40, 41 (R). 
braquet s. Schurisshund 36, 31. 
bratz s. m. Arm 2, 22; (6, 21) (R); 

22, 43; 27, 26; II, 39 (R). 
brau a. bò'se 10, 16 (R); 35, II (R). 
bre88ol s. m. U'iege 3, 9 tK)> 
breto a. bretonisch 21, 28 (R). 

breu, brieu t) a. kur* (15, 45). — 2) 

s. en hricu in kurzer Zeit 25, 2; 10; 

19; (42, 18:48).— 3) s.Bricf2<),2l. 
brocar I ) tr. \techen, venrunden 1 4, 1 7. 

— 2) intr. Part. ps. brocan ri/ig 4, 44. 
brondel s. m. Zurig 34, 2 (R). 
brunir tr. Part. pt. l)runit b/ank 5, 23. 
bus s. m. Boot (?) (6, 11) (R). 
bust s. Brust, h'umpf 25, 12. 
buzac s. Wafdgrier 40, 13. 
buzatador Pl. N. von buzataire s. Licb- 

haber von U'aldgciern 37,41 (R). 

C. 

c' s. que. 

cabau a. vonùglich 19, 10 (R). 
cabeçalha s. f. Kopfbedeckung 24, 
25 (R). 



I 



332 

caber intr. tìg. sich aufhalten , sich 

befnden 10, 14 (R). 
cada a. jeder 28,20. cad'an allezeit 

36, 15. cadiiun Jeder 31, 4. 
cadena s. A'ette, Fessel fìg. 9, 5 (R). 
caire s. Ouaderstein 38, 49 (R). 
cairel s. m. Pfeti 20, 35 ; 34, 26 (R). 
cais s. Wange 45, 30. 

caitivier s.m. Ungliichsfail 41, 2 (R). 
cal s. qual. 

caler intr. unpers. Pr. Ind. Sg. 3. cal 
7, 23; 12, t (R); 13, l ; 20, 49. — 
Conj. Sg. 3. calha 24, 28 (R). — es 
liegt Jem. (a) an Etw. (de). 

calhar tr. vereinigen, zusammenha/ten 
44. 30. 

calonhar intr. herausfordern , pro- 

voziren 43, 17. 
cambo , chambo s. m. Feld 23, 26 : 

33, 36 (beide R). 
cambra s. Zimmer 13, 16. 
camin s. m. Weg 4, 44; 25, 21. 
camjar, cambjar 1) tr. wechsetn, 

vertauschen fiìr (per) 7, I ; 7; IO, I ; 

3>. 38; 37. 57- fig- umsetzen, aus- 

geòen 22, 17. unterlassen 16,27. 

verschlimmern (6, 31). — 2) rfl. 

sich riihren , von der Stetfe gehen 

39,46. ab/assen von (de) 12,00. 
camp s. m. 1) Feld (42, 30). — 2) 

Sch/achtfe/d 25, 10; 31,37. 
campanesa a. aus der Chamỳaçne 

31. 28 (R). 
campanha s. Feld II, 9. 
campio s. Aámpe 24, 6 (R). 
can, chan s. Hund 36, 27; 38, 39. 
chan, ohant s. m. 1) Lied (6, 3); 11, 

7; 11; 34, 17 (R); 38, 15 etc. — 2) 

abstr. das Singen 22, 12 (R); 26, 1 ; 

34 (K). 

chanso, chansson s. f. Lied, Gedicht 
II, 10; 23,3(R); 24, 3(R); 31, 3. 

cantador Sg. A. v. cantaire a. sançes- 
lustig 11,3 (R). 

cantar, chantar 1) tr. singen 35,66. 
— 2) intr. singen . dichten 4, 22 ; 
(6, b); 12,72; 14,1 etc. ~ von der 
Rriihe 24, 1 1 ; vom Pfau 24, 45. — 
3) s. m. a) Singen, Sang 7, 6 ; II, 5 ; 

37, 60. — b) Lied 29, I ; 37, 61. 

cap s. m. t)Á'«//i9, ^4; 3', 35: 44. 

48; 11,39. — 2) tig. Anfiihrer 33, 

17. Ende 34, 56. 
capa s. f. Mantel, Reitermante/ 7, 37 ; 

3". 9; 33- 
capairon s. m. h'appe, Helm (15,44). 

capdelar, capdelhar 1) tr. beherr- 

schen 28, 35 ; 39, 40. tìg. verfùgen 

iiber 7,42. — 2) rfl. sich benehmen 

7, 22. 



capel s. Helm 29. 16. 
capelajar 7, 9 s. Anm. 
captenemen s. Benehmen 38, 34 (R). 
captener rfl. sich erha/ten, bestehen 

38, 36. sùh benehmen IO, 20 ; 50. 
car, quar conj. I) Grund denn, veit, 

éa 2, 37; 3, 53; 4, 10; 17; 21; 

31 etc. — 2) Mittel indem, dadurch 

dass 12,25; 1 8, 1 4 î 43. 32. — 3) in > 

Substantivsatz = que dass I, 2; 

2, 8; 8, l; II, 16; 21,43; 22,38; 

28, 6 etc. 

car a. I) theuer, uvrth in c. tcner s. 
tener. — 2) anhàng/ich. zugethan 

21, 5« (R)- 
cara s. f. Ant/itz 9, 33- 
carantena s. f. Fasten tìg. 9, 10 (R). 
carcol s. Treppe 28, l (R). 
cargar tr. fig. vonverfen, zur Last 

legen (a) 39, 43 s. Anm. 
carn f. Fleisch 19, 3. 
carnal a. jorn c. Fleischtag 7, 36. 
oharreta s. f. A'arre 33, 13 (R). 
Charretier s. A'ârrner 33, 13. 
carrieira s. f. Lauf 12, 34 (R). 
cartier s. Theil 36, 41 (R). 
carzir tr. vertheuern 31, 25. 
chascun, quaacun, casoun; a pr. 

ind. i)s. ygier 5,3«; 7,3; 12,18; 

18, 4; 24, 34; 34, 23 etc. - 2) a. 

jeder U, 38. 
chaslar s. m. Schloss 33, 36. 
cassa s. Jagd 37, 49 (R). 
cassador Pl. N. von cassaire 37. 40. 

A. cassadors 38, 56 (beide R). s. 

und a. Jagdliebhaber , jagdliebend. 
cassar 1) tr. jagen 14, 17; 40, 15. 

— 2) intr. dass. I, 17. 
castel, chastel, castelh s.m. Schloss, 

Burg 7, i3(R): 13.29; «5.25 ctc. 
castellan, chastellan s. m. Schloss- 

herr 9, 56; 11,25; 45« 21. 
chastiador Sg. A. von chastiaire s. 

Rathgeber 37, 29 (R). 
chastiamen s. Belehrung. Zurecht- 

■U'eisung I, 30; 39 (beidc R). 
castiar Pr. Sg. Ind. 1 . casti 17, 4 (R); 

17, 30 (R). I) tr. belehren, bcssern 

17, 4; 34, 19; 35, 14. — 2) s. m. 

Strafpredigt \, 33. 
catre num. vier 15, 26. 
cau a. 1) hohl 24,22. 2) s. qual. 
chausa s. Hufbeschlag ; ch. de fer 

Hufeisen 18, 12. 
chausir, chauzir 1) tr. sehen 8, 33. 

herausfinden 11,51. Parl. pl. chauzit 

a. grtvahlt, ausgezen hnet 38, 83 (R). 

~ 2) intr. eine Wahl treffen 9, 54 ; 

"7.7- 

caut s. Hitze 16, 5. 



Digitized by Google 



caua s. Kalk 38. 40. 

caval; cavau 35, 3 (K); 4: (R). s. m. 

Iferd, Ross 7, 38 ; ( 1 5 , \U) ; 1 8, l l etc. 
cavalgar intr. rcitcn (15,43); 26,6. 
cavallier, cavalier s. m. 1) Rcitcr II, 

10. — 2) Rtttcr 13, 31 (R); 23, 2 
(R); 3«. 70: 4«. 18 (R).— 3) «/• 
macher 7, 10; 10, 32. 

caser, chazer Inf. (6, 12; 20: 36); 

11, 47. dccha/.er 40, t8(R). descha/.er 
(6, 1 2) (R). Pr. Ind. Sp. 3. chai 
21, 54. — Part. pt. ca/uU 9, I. f. 
cazeguda 12, 74 (R). — intr. fallcn. 

cel pr. dem. m. Sg. N. cel, sel, selh 

*• 4. »8; 33: (6, 26; 47); 10, l ; 46; 

•5« 36; 30. 'o; 33. 20; 20: 38. '9; 

(42,10); 43,31. — A. celui 2<), 2<»; 

41.33. cel 10.33. — W. N. cilh 

s. 4, 34: 1 1, 18; 32, 26; 36, 20: 

37. 21; L48. cel 28, 34. — A. ccls, 

ccl/., sels, selhs 3, 49 ; (6, 32) ; 10, 25 ; 

13, 31; 20, 29; 26, 76; (42,44). — 

í. Sg. s. cella 28, 42; 32, 35; 46; 

37,2. cil 10,6. — a. ccla 18,13. 

— Pl. cellas 19, 10. ncutr. 27, 20 

(cf. Anm.). — derjettige. 
eel s. Himmel 23, 32. 
celar 1) tr. verhehien. versckwe4gen 

35,25; 36,49. 2) intr. fig. Lie- 

bcsheimlichictt pjlcgen 39. 32. 
cembel, sembel s. h'ampf 7, \o\ 

9,30 (R); 28, 3 (R). 
cen, ceilt num. hundert 14, 64; 29,7 

(R). Bczeichnung einer unbcstimm- 

ten Zahl I, 46 (R). 
cena s. Attendmahl. dijnus de la 

Ona Griindonnerstag 9, 12 (R). 
cendat s. m. 1) Taft 23, 33. — 2) 

Fahne, Feidzeichen 35, 2; II, 30 (R). 
cercar l) tr. durchwandcrn 26, 54. 

2) intr. umhersuchen 36, 36. 
certan, a a. mveri&ssig, vortrtffHch 

'9. 13 (H). 
cervel s. m. tiehirn 44. 49. 
ces, ses s. m. Abgabt 31, 12; 45, 11 

(R) s. Anm. 
cha- cf. ca- 

cinc 1) num. fiinf 14,64; 31, 10. — 

2) s. Quinterne 28, 62. 
cinglar s. m. Eber 14, t6. 
CÌSClatO s. citt Scidcnstoff 23. 33 (R). 
CÌ8t pr. dem. PL N. m. a. 14, 14; 

2 1 , 66. dieser. 
ciutat s. f. Stadt (6, 40); 43, 15; II, 

f.2 (R). 
CÌVada s. Hafcr (42, 26). 
clam s. Beschivt rde, A'lagc 43, 5. 
clamar 1) tr. nennen 13, 21. C. merce 

um Gnade bttten 41,37. — 2) intr. 

sich betiagtn 34, 33. 



333 

olar a. heìì '. klar 10, 4; 28, 24; 

35, 6(R); 38, 2. fig. von dcr Stiounc 
24,11. ftcundlich M),25. 

Clau s. f. fijr. Geivatt 19, 38 (R). 

claure Pr. Ind. Sg. 3. clau 10, 13; 
14, 9; 19» 42 <K). — Conj. Sg. 3. es- 
clava (?) 3, 5 (R). — Part. pt. claus 
tl, 19. enclaus 5. 12. — l) tr. ein- 
schiiesscn. umzingeln 14. 9; '9, 42: 

11, 10. — 2) intr. umspannen. rci- 
chtn 10, 13. 

clavar ril. sich tinschUtsstn , skh 

verschanzen 33. 4. 
clerc s. Tfaffe' (6, 38). 
clerjat s. m. Geistlichkeit (6, 13) (K). 
cli a. gebùckt 8, 20 (R). 
clochar intr. fig. lcidcn an (de) 8, 30. 
COart a. feigc 44, 27 (R). 
cobeesa s. Ilabsucht 3i,38(R). 
cobeitOS a. 1 ) bcgierig ide) 1 2, »>2 (R>. 

2) geizig 41,14 (R). 
cobir tr. zuthei/cn. Part. pt. cobit 

zu Theil gcworden 38, 80. 
cobrar ir. erwerben, erobern 12,7; 

14, 10; 21, 5; 32, 38; 41 ; 36. ~< 

12. fig. etw. durchsctzcn II, 21. 
fùr siih geivinnen 21,69. 

cobrir, cubrir Part. pt. cubert 5, 
18; cobrit 38, 30 (R). — bedccken. 
lig. schonen 38, 30. 

cocha s. f. R'lcmme. schtuierige Lage 

2. 48; 15, 35: 30, 3- 
cochar rll. stch beeilen 16,3; 7. tig. 

hitzig sein I 1, 54. * 
cochos a. eiUg 24, 37 (R); 45, 49. 

adv. dass. 18,41 (H). 
COÌde s. m. Eiienbogen, Arm 37. 16. 
coinde, da a. lieblich , anmuthig 

37. «3: 3», «• 
coindeta, f. v. coin<lct a. anmuthtg 

5. 1. 

col s. m. Ilals (15,43); 20, 16. 
colgar, colguar 1) tr. tegen 3, 0. 
fig. dcn Beischlaf geuàhren 2 1 , 78. 

— 2) rfl. ttntcrgchen (Sonnc) 26, 30. 

— 3) s. m. Schìafen 15, 12 (R). 
colhir Pr. Ind. Sg. 2 cob 3. >2 (R). 

— tr. nehttten. 

COlom s. Bricftaube 20. 21 (R). 
COlor s. f. Farbe 5,20: 12,2! ; «9» 37- 

lií:. Gcsichtsf.irbe 37. 14; 18 (R). — 

de color bitntfarbig II, 31 (R). 
colp s. m. Schlag, Stoss $,2$; 22,20; 

23. 30 ; 26, 75 etc. 
colpa s. Schutd. en colpa <lc dttrch 

die Schu/d von 45, 24. 
com, quom, con, cum conj. 1) indir. 

Fragc wie 4, 32 : II, 7; 16, 12; 

20, 28 ; 35 ; 2 1 . 5 ; 20. 37 <H) î 44. 47- 

— 2) Vergleich wie 1,9; 2,20; 



Digitized by Google 



334 

4. 39: 5. I2î (*. 19): *. 5* i I0 - »3 
ctc. — J) Zeit -.ventt 24, 12; 30. '3- 

cum si ivie tvenn 34, 58. — si 
com, atssi com s. si, aissi. 
coma, quoma conj, ivie (Verglcich) 
16,23 (*-*'• Anm.); 28, 10; 32, 11 ; 
38. 40. 

coman s. /ìefehl 17. 14 (R). 
comanda s. f. Geuait, Botmàssigheii 

13, 33 (R). 
comandamcn •«. /ìefehl 38, n6(R). 
comandar 1) \x.befehlen 13,5. lij,'. 

anrtnpfeh/cti 4, 8; 26, 13. aitvrr- 

trauen 21, 63. - 2) rtl. sich hin- 

, K rbeit 4. 40. 
comba f. T/utl 29, 20 (R), 
combatre rtl. ftâmpfen 14, 67. 
comdar s. comtar, 
comensamen s. Anfang 18, 16 (R). 
comensar l) tr. beginnen 20, 20; 

31, 41. - 2) intr. dass. 14, 37. 
COmjat s. Abschied 14, 36; 38, 16. 
companhas. 1) Gcse/lschaft (concrct) 

5, 25; 8, 5 (R). — 2) Umgang. 
Frrundschaft 8, 48 (R). 

companhia s. f. fig. geselliges Talent 

n. 34 (R). 

companier s.m. Genossin 15. 17 <R). 
conipanho Sg. N. companh 1 4, 58. — 

A. companho 26, 35 (R). Pl, N. 

companho 23, 2! (R). — A. compan- 

hos 7, 36; 41, 39 (beide R). - s. m. 

Genosse. 

complanher intr. Mitleid enipfinden 
27. 30. 

complit a. Ttììlkoinnien 32,44. f. com- 

plia 0. 25 (R). 
comport s. m. Jhtragen (6, 48) (R). 
comtal a. grâflich 23, 15. 
comtar, comdar, contàr 1) tr. a) 

uihlen 31, 1 1. — b) erzàhlen II, 14; 

15, 6; (48); 23, 8; 35, 18 elc. 

2) intr. eruïhfen 17, 10. kf,ttschett. 

nachtragen 15, 36. Rechenschaft 

abfegen 45, 47 s. Anm. 
oomtat, contat s. m. Grafschaft 11, 

14 (R); 14,73 (R); 45, 18. 
comte Sg.N. coms 2, 31 ; 11,33! 13, 

33 etr. — A. comte (6, 6); í8, 42; 

21, 28 etc. V. coms 30. 1 : 42, 0. 
Pl. X. comtc 4, 1 1 : 20, 7 ; 21, 22. 

— V. comtc (42, 25). — s. m. Graf 

coms pal.uz Jfaltgraf 1 3, 22. 
comte s. a c. tiitf Rechnnng 13, 10. 
comteesa s. Gràfin 11,51. 
comunalha çemcinsamer Jìesitz 

44. 7 (R)- 
con s. com. 

condut s. Gastmahi 45, 23. 
confermar rfi. sich fe\t*etzen 27, 21. 



conffaire s. Frater, frommer Bru- 

der 43, 7 (R). 
congxens s. Jnstrttment des J/uf 

schmiedes 43, 9. 
conhat 5. m. Sch'.nager 13, 32 (R); 

'4.53 (R)< 
conil s. A'aninchen 37, 17. 

conoisaedor Pl. N. von conoisscirc 
Á'enner 37, 21 (R) (cf. far 3). 

conoissen s.m. A'enntniss 29, 15 (Rl. 

conoi8eer Inf. 33, n. — Pr. Ind. 
Sg. l. conosc 9.53; '4.2o; 29, 12. 
— Pcrf. Sp. 3. conoc 35, 52. — 
('onj. Sp. 3. conogucs 8. 29. 
Part ps. conoissen 37, 7. — Part. 
pt. f. rcconognda 12, 50 (R). desco- 
noguda 12, 73 (R). — tr. erkennen. 
fifí.anerlenncn. zugeben 14,20. zu- 
,rkennen (a) 33, II. — conoissen a. 
erfahren 37, 7. 

conort s. m. Trost 6, 7(R). tìj». Be- 
friedigung 20, 21 (R). 

cònortar rti. sich unterhalten (ab) 
20, 37. 

conquerre 1) ír.erobern 3,44; 8, 16; 

13, 13; 18 etc. fip. envcrben 14,72; 

35, 24. ei làmpfen 31,7; 32, 14. — 

2) intr. crn'crben 10,38. 
conqxiistar intr. Eraberungenmachen 

4.42. 

conrei s. m. fig. That, VVirhung 31, 
27 (R). 

cons- s. coss-; cont- cf. comt-. 
conten s. Streit, A'ampf 18, 30. 
contendre intr. sich anstrengen 44, 

22. i'âittpfen 3, 40. 

contensa 8. Streit. A'rieg 21, 68 (R). 
contenta s. Streit 27, 3 (R). 
contra prp. 1) Richtung wohin r gett 

23, 32. 2) feindliche Gesinnuns 
gegen 5, 35 ; (6, 22 ; 42, 44). - 3) 
im Vergfeich zu 41, 5. 

contrafar tr. nachmachen 27. 30. 
conven s. Verabredung 29, 39 (R). 
COnvenÌT 1 ) tr. zusichern, zugestehen 

10, 31. auftragen 23, 10. — 2) rll. 

unpers. sich geziemen 10, 25. 
covidar s. Eintadung 35, 23. 
copa s. Schale 3, 31. 
cor s.m. I) JJerz I, 5 ; 4, 13; 0, 2 ; 12, 

66 etc. — 2) Gesinnung 21, 76 ; 

26. 20; 32, 60; 45, 4S ctc. 3) 

U'unsch, A'eigung, Lust 10. 3; 

'5. 30; «7» 3: 29, 30 etc. cf. aver. 

venir c. — 4) Muth 18. 20; 28, 19: 

I, 49. 

corcj08 s. coratgos. 

coralha s. f. fig. Gemùth 44, 14. 

Muth 24, 18. Mitleùi 24, 7 (allc R). 
coras que conj. »></«« nurimmer 8, 34. 



Digitized by Google 



335 



coratge s. m. D Her% II. 15. — 2) 

(Jesinnung 7, 19 (beidc R). 
coratgos, corajoa a. und s. muthig 

18,13; 25.9. ûg.grnrigt, begûrrig 

(de) (42, 191 («11« R). 
COrau a. /ur-Jùh, Herzem- 33, 26 (R). 
corda s. Stnch 23, 35. 
corelha s. f. JCiage 36, 14. 
corn s. Jagdharn , llom 35,'*; 30, 

30: 3M>o. 
COrona s. f. A'rone 10, 23. rig. A'eich 

3». 10. 

coronar tr. hrôrun 13, 1 1 . 
corredor IM. N. von correire s. m. 

PlànìcUr II. iuR). 
correi s. ra. Rutmen 20, 32; 31. 23; 

38. 75 (alle R). 
correr Inf. 43, 4. — Pr. Ind. Sg. 3. 

cor 10, 35(B)i 29.35- socor I. 32. 

— Conj. Sg. 3. socora 4,6. — Fut. 
Sg. 3. acorra 1 7, 20. — Part. ps. 
corren 29, 41 (R), intr. laufen. 
fig. eilen. — corren a. etììg 29, 4 1 . 

cors s. m. I ) Leib. A'or/>er 7.21; 9, 32 ; 
17,9; 19.33 etc 2) Persim/ich- 
keit (Umschreibung) 3. 11 ; 9,40; 
04 ; 11,13 etc. 

cors s. m. l) Lauf 14, 18. al c. ei/ig 

10, 36. — 2) Stretfzug 38. 40 (H) 
s. Anm. 

cort s. f. 1) Hof 9, 25: 27; 15, 34; 
32 , 34 etc. — 2) Hoffest l , 1 1 ; 

11, I ; 22, 12; 43, 13. cf. tener, 
mantener c. 

cortiador Pl. N. von cortejaire s. m. 

Hofmacher, Lubhaber 10, 26 (R>. 
COrtes, a a. hùfisch.eJel.fein 1, I (R); 

<3, 35: "5. Si '9. 30 ctc. hoch- 

herzig, muthig 31,29. 
cortesia s. hòjisches Benehmen 1,4; 

9, 58 <R). 
co