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Full text of "Urkundenbuch des Landes ob der Enns"

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URKUNDEN-BUCH 


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\  DES 


LANDES  OB  DER  ENNS. 


HERAUSGEGEBEN 


VOM 


VERWALTUNGS-AUSSCHUSS  DES  MUSEUMS  FRANCISCO-CAROLINUM 


ZU  LINZ. 


SIEBENTER  BAND. 


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WIEN. 

AUS  DER  K.  K.  HOF-  UND  STAATSDRUCKEREI. 

1876. 


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URKUNDEN-BUCH 


DES 


LANDES  OB  DER  ENNS. 


I. 

1347.  1.  Jftnner.  RatUUnichdorf.  —  EUbeth,  Ottens  von  Ptesse  Hausfrau,  stiftet 
sich  mit  der  Arthueb  und  einer  Mühle  in  der  Ternberger  Pfarre  einen  Jahrtag 

tu  Garsten. 

Ich  EUchpeth  Otten  Haunfvraw  von  Pless,  dem  Got  genau, 
vergich  vnd  tfn  chvnt  offenlich  fvr  mich  vnd  fvr  vnser  peder  erben, 
di  mein  wiert  Ott  von  Pless  lazzen  hat,  Larenczen  vnsern  svn  vnd 
ver  Ann  tnser  Tochter,  daz  wier  geschalt  vnd  gegeben  haben  dem 
Gotzhavs  zv  Gwrsten  den  herren  in  di  Oblay  durich  vnser  erben  sei 
hail  willen  di  Arthveb,  di  gelegen  ist  in  Ternperger  pharr  vnd  di 
mvl  da  pey,  di  vnser  vnd  vnser  erben  leben  gewesen  ist  von  den 
herezogen   zv   Osterrich,   do  von   man   allev  iar  dient   zehen  vnd 
nevn  Schilling  phenning,  von  der  Arthveb  sechs  Schilling  newr  phen- 
ning  an  vnser  vrawn  tag  zv  der  dienst  zeit,  vnd  nicht  mer,  vnd  von 
der  mvl  drey  Schilling  alter  phenning  aveh  an  vnser  vrawn  tag  vnd 
fvnf  werich  phenning  vnd  ffuf  phenning  zv  weinachten  fvr  prat  vnd 
fvr  ein  ches.  Vnd  haben  daz  also  geschalt,  daz  di  herren  allev  ier- 
leichen  vnsern  iar  tag  begen  schulten  mit  vier  vnd  mit  aynem  halben 
phvnt  phenning  an  dem  abent  mit  ayner  vigily  vnd  an  dem  morgen 
mit  ayner  gemaynn  mess,  und  von  den  andern  sechs  vnd  tvnf  Schil- 
ling schol  vnser  gedacht  weren  ewichlich   allev  vreytag   mit  drin 
phenning  in  der  ere  messe  mit  ayner  collect.  Ich  e  genautev  Ehch- 
peth vergich  auch,  daz  ich  di  6  genanten  gveter  inn  scholt  haben 
gehabt  vncz  an  mein  tod,  alz  iz  mein  wiert  Ott  von  Pless  geschafft 
het.  Der  selben  gveter  verzeich  ich  mich  hevt  durich  Got  vnd  durch 
meins  wierts  Otten  von  Pless  sei  hail  willen.   Vnd  ist  daz  geschehen 
mit  gvetlichem  willen  vnd  gvnst  aller  vnser  erben  und  mit  meines 
wierts  willen  Otten  von  Hollenumerch,  den  ich  nv  han.  Vnd  sein 
auch  wier  der  selben  gveter  meiner  herren  vnd  des  gotzhavs  scherm 
vnd  gewer,  alz  des  lautz  recht  ist  in  Osterrich  fvr  all  vnser  erben. 
Vnd  ist  des  zevg  Joham  der  Ravscher  pvrgraf  zten  Zeiten  zu  Steyr 

ürkundenbuch  des  Landes  ob  der  Eons.  VII.  Bd.  1 


i 


vnd  her  Fridrich  der  Scheck  vnd  Marchart  der  Prevhaven  mit 
iern  anhangunden  insigel.  Der  brief  ist  gegeben  dacz  Ravnmich- 
dorfhn  dem  eben  weinacht  tag,  dv  nach  Christes  gepuerd  ergangen 
waren  tavsent  iar,  drev  hvndert  iar,  dar  nach  in  dem  siben  vnd  viercz- 
kistem  iar. 

Orig.,  Perg.  mit  vier  Siegeln  xu  Garsten. 


n. 

1347.  2.  Febru&r.  —  Chunrat  von  Lav,  Pfarrer  tu  St.  Marienkirchen,  beur- 
kundet, dose  St.  Florian  den  Hof  tu  Otnusch,  den  er  demselben  Kloster  einst 
tum  Seelgcräthe  gegeben,  seinem  Neffen  um  20  Pfund  zu  lösen  gegeben  habe. 

Ich  Chunrat  von  Lawe  genant,  Pfarrer  dacz  sand  Marein 
Chirchen,  di  nahen  leit  bey  Euer  ding,  vergich  vnd  tun  chund,  daz 
ich  meinen  hof  ze  Otnüsch,  der  nahen  leit  bey  Aystershaim,  der 
mein  vreyes  aygen  ist  vnd  mich  ze  rechtem  eribtail  an  gevallen  ist 
vnd  geruet  an  allen  chrieg  in  nucz  vnd  in  gewer  ban  gehabt  mani- 
gew  jar,  den  han  ich  geben  meinen  erbern  herren  datz  sand  Flo- 
rians haws  mier  vnd  meinen  vodern  ze  einem  seigeraet  also  beschai- 
denleich,  swann  di  nächsten  erben  chomen,  mein  brüder  Toman 
oder  sein  sün  Chunrat  vnd  Alber,  den  schulten  mein  vorgenant 
herren  ze  losen  geben  denselben  hof  genaedichleich  nach  ir  beschai- 
denheit;  nu  sint  chomen  di  nächsten  erben  Chunrat  vnd  Alber 
meinet  bruder  Tomans  sün  vnd  hubent  den  gelediget  vnd  geloset 
vmb  zwainczig  phunt  wieuner  phenning,  di  in  gelihen  hat  her  Hein- 
rieh  von  Aystershaim  auf  den  selben  hof  vnd  hat  sew  bayd  genomen  an 
holden  stat  auf  den  selben  hof  also,  daz  sew  den  dienst,  der  da  von 
geboret,  all  jar  iern  geben  schullen  als  lang,  vncz  daz  sew  den  losen 
vmb  di  vorgenanten  zwainczig  phunt  wieuner  pfenning.  Ich  offen 
auch,  daz  ich  vnd  mein  herren,  di  vor  genant  sind,  den  hof  gehabt 
haben  in  nucz  vnd  in  gewer  geruet  mer  dann  dreyzzig  jar.  Daz  di 
red  vnd  Wandlung  staet  beleih,  dar  vber  gib  ich  disen  brief  meinen 
vorgenanten  herren  datz  sand  Florians  haws  ze  einem  vrchund,  der 
bestaett  ist  mit  meinem  insigel  vnd  mit  meines  vetern  insigel  hern 
Hainrichs  von  Lawe,  meines  verwesaer  dacz  sand  Marein  Chirchen 
vnd  mit  hern  Otakers  Lerwüler  insigel  vnd  mit  hern  Hainreichs 
insigel  von  Aystershaim*    Der    brief  ist  geben,   do  man  zalt  von 


Christ  es  geburd  dreuczehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  syhen  vnd 
vierezigstem  jar  an  vnser  wrawen  tag  ze  der  Liechtmess. 

Original  auf  Pergament  mit  drei  hängenden  Siegeln  auf  weissem  Wachs — 
da«  des  Leerwfller  abgefallen  —  im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian. 


in. 

W47.  2.  Februar.  —  Der  Pfarrer  Chunrat  von  Laif  bezeugt,  dass  das  Kloster 
St.  Florian  mit  dem  Lösegeld  des  Hofes  Otnttsch  zwei  Güter  tu  Vierstberg  in  der 
Pfarre  Feldkirchen  erkauft  habe,  mit  deren  Erträgniss  seine  Stiftung  aus- 
gerichtet werden  soll. 

Ich  Chunrat  von  Law,  Pfarrer  cze  sand  Mareyn  Chirchen  pey 
Et  er  ding  vergich  vnd  tun  chund,  daz  mein  hof  cze  Ötnnsch,  der 
nahent  leit  pey  Aystershaim,  der  mein  vreiz  aygen  ist  vnd  mich  ze 
rechtem  erbtail  an  gevallen  ist  von  meinem  vater  mit  turczicht  mei 
ner  geswistrid  vnd  aller  ir  erben,  der  mit  alm  dienst  vierczchen 
Schilling  gelcz  ist,  den  han  ich  geben  vnd  gemacht  meinen  erbem 
herren  vnd  irm  gotshaus  dacz  sand  Florian  vor  dreyzzik  iarn  mier 
vnd  meinen  vodern  zv  einem  selgeret,  den  hat  meiner  herren  Sieeh- 
maister  in  seiner  phleg  gehabt  vnd  nach  meiner  andacht  vnd  mit 
meinem  gescheft  hat  er  alle  iar  von  dem  selben  hof  gegeben  an  sand 
Tyburczen  tag  meinen  vor  genanten  herren  ein  halb  phunt  vnd 
habent  die  meinen  vnd  meiner  vodern  jartag  begangen  mit  Vigili 
vnd  mit  selmess,  vnd  nach  meinem  gescheft  vnd  andacht  hat  er  gege- 
ben meiner  Mvmen  Eysaln  von  Law,  di  nu  cze  Pulgarn  in  dem 
Chloster  ist,  ain  phunt,  vnd  sechczik  phenning  hat  er  iem  vnd  dem 
Siechavs  an  gelegt.  Nv  hat  sich  daz  gefügt,  daz  mein  vorgenant 
herren  von  iren  gnaden  vnd  mit  meinem  willen  den  vorgenannten  hof 
meinem  prüder  Thoman  vnd  seinen  sunen  Chunrat  vnd  Albern 
von  Law  ze  leosen  habent  gegeben,  Vnd  mit  denselben  phenning, 
di  si  habent.  gegeben  vmb  losung,  habent  mein  vorgenant  herren 
czway  gut  chawft  dacz  Vyerstperig  in  der  Pharr  ze  Veldchirchen, 
di  dient  czehen  Schilling  phenning,  an  sand  Gorgen  tag  ain  phunt, 
an  sand  Michelstag  sechczik  phenning  alter  w  yenner  müucz  für 
chlainen  dienst.  Di  schol  der  vorgenant  Sichmaister  tailen  alle  jar 
also,  nach  sand  Gorgen  tag  schol  er  meinen  herren,  di  vor  genant 
sint,  geben  ain  halb  phunt  vnd  schullen  die  meinen  vnd  meiner  vor- 
dem jartag  begen  in  der  nächsten  wochen  oder  hin  nach,  wenn  si 

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dez  stat  habent  mit  vigili  vnd  mit  selmess,  vnd  ein  halb  phunt  pfen- 
ning  zv  der  selben  c/eit  sehol  er  geben  meiner  Mümen  Eysaln  von 
Law,  di  dacz  Pulgarn  in  geistleichen  leben  ist.  Nach  irem  tod  schol 
er  daz  selben  halb  phunt  phenning  also  geben  sechczik  den  siechen 
avsseczigen  vnd  sechczik  phenning  armen  Lsewten  an  dem  Char- 
freytag  vnd  die  sechczik,  di  dew  holden  gebeut  an  sand  Michels  tag 
für  chlainen  dienst,  dew  schol  der  Siechmaister  im  vnd  seinem  ampt 
an  leogen.  Daz  die  Wandlung  stset  vnd  vnuerchert  beleih,  dar  vber 
geben  wier  in  disen  prief,  der  versigelt  ist  mit  meinem  insigel  vnd 
mit  meines  Vetern  Hern  Hainreichs  jnsigel,  der  mein  verweser  ist 
dacz  sand  Mareynchirchen.  Der  prief  ist  gegeben,  da  mau  czalt 
von  Christez  gepurd  drevczehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  sybeii 
vnd  vyerczgisten  jar  an  vnser  vrawn  tag  ze  der  Liechtmess. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hängesiegeln  im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian. 

IV. 

1347.  2.  Februar.  —  Ortioein  von  Waltpurch  und  seine  Söhne  versetzen  an  das 
Kloster  St.  Florian  einen  Hof  tu  Wolkeinsdorf  in  der   Waldkircher  Pfarre  bei 

Velden. 

Ich  Ortwein  von  Waldpurch  vnd  mein  sfin  all  drey  Wolf- 
ganch,  Purchart  vnd  Örtwein,  vnd  all  vnser  Erben,  die  wir  haben 
oder  noch  gewinnen,  wir  vergehen,  daz  vns  des  not  ist  geschehen 
vnd  dürft,  daz  wir  nach  rat  vnser  pesten  frevnt  versetzt  haben  vnser 
rechtes  chauf  aigen  den  hof,  der  haizzet  datz  Wolkeinsdorf,  der 
gelegen  ist  in  Waldchircher  pharr  pei  Velden,  vnd  ein  hueb  vnd 
ein  leben  daselbs,  di  gehorent  in  den  hof,  vnd  den  zehend  auf  den 
selben  drin  gueten  vnd  auf  andern  zwaiu  gueten,  die  sind  dez  Chap- 
peller  vnd  daselb  pei  dem  hof  gelegen  dem  erbern  herren  hern 
Heinreichen  Probst  datz  sand  Florians  hous  vnd  der  sampnung  da- 
selb vmb  zwey  hundert  phunt  phenning  wienner  munzze,  der  si  vns 
gericht  vnd  gewert  habent  gantz  vnd  gar,  liplich  vude  guetlich,  daz 
wir  sev  nichtes  zeichen.  Darnach  chem  iem  vnserr  erben,  der  pezzer 
recht  wolt  haben  zu  dem  vorgenanten  guet,  der  geb  dem  egenanten 
gotshous  datz  sand  Florian  zway  hundert  phunt  gewiger  wienner 
phenning  an  sand  Jacobs  tag  vnd  ziech  sich  dar  zue.  Dar  vber  gib 
ich  vorgenanter  Ortwein  von  Waltpurch  disen  offen  prief  mit  mei- 
nem Ynd  mit  meinex  svns   Wolfganges  anhangunden  jnsigeln,  vnd 


wand  mein  sün  Purchart  vnd  Örtwein  aigner  jnsigel  nicht  enhabent, 
verpintent  si  sich  mit  irn  trevn  vndern  vnsern  jnsigeln  stet  behalten 
den  satzz  vnd  die  Wandlung,  als  vor  geschriben  ist;  vnd  durch  pez- 
zer  Sicherheit  dem  oftgenanten  gotshous  haben  wir  dinstleich  gebe- 
ten di  erbern  vnd  wirdig  herren  hern  Reinprechten  vnd  kern  Frid- 
reichen  von  Wallse,  in  der  gericht  di  guet  gelegen  sind,  daz  si  ir 
jnsigel  paid  auch  dar  an  gelegt  habent  zv  einem  gezeug  vnd  Sicher- 
heit der  vorgeschriben  Wandlung.  Der  prief  ist  geben  nach  Christi 
gepurd  vber  dreutzehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  siben  vnd 
vierzigstem  iar  an  vnser  vrawn  tag  ze  der  Liechtmisse. 

Orig.,  Perg.  mit  vier  Siegeln  im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian.  —  Dieselben 
stellen  unter  demselben  Tage  mit  den  nSmlichen  Siegeln  über  die  genannten 
Güter  einen  Kaufbrief  aus,  laut  dessen  St.  Florian  um  96  Pfund  alter  Wiener 
Pfenninge  selbe  erworben  bat. 

v. 

1347.  2.  Februar.  —  Conrat  von  Gokenreut  verseht  an  Propst  Wisento  und  den 

Content  sv   Waldhaugen  das  Gut  an  der  Eben  bei  Hinterleithen,  Pfarre  St. 

Georgen  und  die  Hofstatt  im  Rosenthal  um  60  Pfund. 

Ich  Chunrai  von  GokenReut  Vnd  ich  Gerdraut  sein  Housfrow 
Vnd  ich  Ulrich  ir  paider  sunVnd  ich  Peters  sein  Hau 8 fr ow  vnd  alle 
vnser  vierer  Erben,  wir  verichen  durch  rechter  ehafter  not  willen, 
di  wir  in  offner  schranne  hestetigt  haben,  daz  wir  gesatzt  haben  dem 
Ersamen  herren  Probst  Wisenten  zden  Zeiten  vnd  der  samnung  ze 
Walthausen  ein  gut,  daz  vnser  freys  aigen  gewesen  ist,  vmbsechtzig 
phunt  wienner  phenning,  der  wir  gantz  vnd  gar  von  in  verriebt  vnd 
gewert  sein  ze  rechten  tegen.  Vnd  ist  daz  selb  guet  gelegen  in  sand 
Görgen  pharre,  dez  auch  zwai  gueter  sind,  gehaizzen  an  der  Eben 
pei  hinderleiten  vnd  dar  zu  ein  hofstat  da  pei  genant  im  Rosental, 
daz  emaln  allez  nur  ain  hof  gewesen  ist,  Also  beschaidenlich,  daz  di 
e  genanten  herren  der  Probst  vnd  di  sammung  vnd  alle  ir  nach 
chomen  daz  e  genant  guet  inne  sullen  haben  vnd  niezzen  so  lang, 
vnz  wir  oder  vnser  Erben  den  egenannten  herren  von  Walthausen 
oder  irn  nach  chomen  di  selben  sechtzig  phunt  phenning  wider  ehern 
vnd  geben.  Wir  sullen  auch  vnd  alle  vnser  Erben  den  oft  genanten 
herren  von  Walthausen  vnd  irn  nach  chomen  den  selbe  satz  scher- 
men  vnd  frein  für  alle  ansprach,  als  landes  recht  ist.  Wann  auch, 
daz  wir  oder  vnser  Erben  den  oft  genanten  herren  dem  Probst  oder 


6 

der  sammung  oder  irn  nach  chomen  die  egenanten  sechtzig  phunt 
phenning  wider  cherten  vnd  seu  der  zder  Liecht  misse  in  viertzehen 
tag  vor  oder  viertzehen  tagen  hin  nach  gentzlich  berichten  vnd 
gewerten,  so  sullen  wir  vns  dez  oft  genanten  guets  vnder  winden 
an  allen  chrieg  vnd  haben  mit  allen  dem  recht  als  iz  emaln  vnser 
freis  aigen  gewesen  ist.  Vnd  sullen  auch  die  egenanten  herren  von 
Walthausen  noch  ir  nach  chomen  dehain  ansprach  dar  auf  nicht 
mer  haben.  Wann  aber  sich  di  selben  vier  wochen  vergingen  also, 
daz  daz  vor  genant  guet  von  vns  vnd  von  vnsern  erben  vngelost 
belib,  als  vor  verschriben  ist,  so  sullen  die  vor  genanten  herren  von 
Walthausen  aber  daz  selb  guet  als  ander  ir  guet  nutzen  vnd  niezzen 
aber  daz  iar  chunftichlichen.  Vnd  daz  auch  di  red  also  von  vns  allen 
stet  vnd  vnuerchert  beleih,  so  geben  wir  den  oft  genanten  herren 
dem  Probst  vnd  dem  Conuent  zu  Walthausen  vnd  allen  im  nach 
chomen  den  prief  versigelt  mit  des  erbern  herren  hern  Jansen  von 
Chappelle  anhangunden  insigel,  der  durch  vnser  sunder  gepet  willen 
den  prief  versigelt  hat.  Wand  wir  selben  dehain  aigens  insigel  nie 
gewunnen.  Vnd  auch  mit  der  erbern  Ritter  paider  hern  Wetzleins 
von  Erbing  vnd  hern  Larentzen  von  Öd  anhangunden  insigeln,  di 
auch  der  sach  getzeug  sind  mit  sampt  andern  erbern  leuten  gnug, 
di  da  pei  gewesen  sind.  Der  prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd 
vber  dreutzehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  siben  vnd  viertzkisten 
iar  cze  der  liecht  misse. 

Orig.,  Perg.  mit  nur  noch  zwei  Siegeln  im  Archive  des  Museums  zu  Linz. 


vi. 

1347.  2.  Februar.  —  Hartneid  von  Chumpolting  verkauft  an  St.  Florian  zwei 

Güter  zu  Vierstberg. 

Ich  Hertneid  von  Chvmpolting  vnd  Elleis  mein  Hausvraw  vnd 
all  vnser  Erben  vergehen  und  tuen  chvnt  daz  wir  zway  guet,  gelegen 
an  dem  Vierstperg  in  Veldchirher  Pharr,  die  vnser  vreis  aigen 
gewesen  sind  vnd  de  vns  geben  hat  Ulreich  der  Prveler  ze  rechtem 
heyrat  guet  vnd  da  wir  auf  getailt  sein  ze  rechtem  erbtail  mit  fur- 
zicht  aller  erben,  di  selben  guet  haben  wir  gegeben  ze  chauflen  dem 
ersameu  Gotshaus  datz  sand  Florian  vmb  zwai  vnd  zwainzig  phunt 
vnd  sechs  Schilling  gsewiger  wienner  phenning,  der  wir  gantz  vnd 


gar  gericht  vnd  gewert  sein.  Daz  die  Wandlung  also  stet  vnd  vnuer- 
chert  beleih»  dar  vber  gib  jch  Torgenanter  Hertneid  disen  prief  ver- 
sigelt mit  meim  jnsigel  vnd  durch  einer  pezzern  Sicherheit  wiln  zv 
eim  gezeug  mit  hern  Pylgreims  dez  Walchs  jnsigel  vnd  mit  Albers 
dez  gnevsen  jnsigel  vnd  mit  Nyclas  des  Mvldorfer  jnsigel.  Der  geben 
ist  nach  christi  gepurd  dreutzehen  hvndert  jar,  darnach  in  dem  syben 
vnd  vierzigstem  jar  an  vnser  Vrawn  tag  zder  Liechtmisse. 

Orig.,  Perg.  mit  vier  Siegeln  im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian. 


VH. 

1347.  10.  Februar.  —  Otto  von  Charempach  stiftet  sich  mit  vier  Gütern  einen 
Jahrtag  bei  dem  Gotteshause  tu  Baumgartenberg. 

Ich  Ott  von  Charennspach  vergich  offennbar  vnd  tuen  kundt,  daz 
ich  geben  han  durch  meiner  seel  hail  vnd  durch  aller  meiner  vodern 
seel  willen,  dem  gotshaws  vnd  der  samnung  zu  Patcngartennberg 
meines  rechten  freyen  aigenns  di  guet,  die  hie  benannt  sind.  Von 
erst  den  hof  datz  Weisching  vnd  ain  hofstat  leit  vor  demselben  hof, 
vnd  ein  hofstat  leit  auf  dem  Hart  datz  dem  Weitschachen,  vnd  datz 
Zaglaw  ein  lehn  also  beschaidenlich,  das  die  herren  von  den  vor 
genant n  guetern  jSrlich  meinen  jartag  begeen  sullen  ewige  lieh,  als 
an  dem  brief  verschriben  ist.  Von  erst  sullenn  sy  des  montags  nach 
Mitteruasten  tailen  vnd  geben  vndter  arm  lewt  ain  maisen  (sie) 
häring  vnd  prot,  was  aus  vier  und  dreissig  metzn  korus  werden  mag, 
vnd  sechs  emer  wein  ewigelich  an  allen  Verzug.  Vber  das  alles  sol 
man  den  herren  geben  in  das  Refent  iarlich  an  demselben  meinem 
jartag  ein  halb  phundt  pfenning  vmb  visch,  darumb  sy  meinen  vnd 
meiner  vodern  jartag  begeen  sullen  an  demselben  tag  mit  vigili  vnd 
mit  messen,  als  gewonhait  ist  jnn  irem  orden.  War  das  aber  getan, 
das  mir  die  vor  genanten  herren  vnd  der  conuennt  meinen  jartag 
nicht  begienngen  mit  der  tailung  vnndter  arm  lewt  vnd  auch  in  sel- 
ben in  das  Refennt,  als  vor  verschriben  ist,  so  sullen  sich  mein  nagst 
erben  vnd  mein  nagst  frewndt  der  vor  genannten  gueter  vnndter- 
ziehen  so  lanng,  vntz  das  dieselb  sawmehait  gepessert  werd  mit 
gueter  gewissenn,  so  sind  den  herren  dann  dieselben  gueter  wider 
ledig  als  vor  an  allen  chrieg.  Vnd  alles  das  gut,  das  ich  in  geben 
hau  oder  noch  kunifticlich  gib,  das  sullen  sy  haben  mit  alle  dem 


8 

rechten,  versuecht  vnd  vnuersuecht,  als  ich  es  selb  emalen  gehabt 
han  in  rechter  stiller  aigner  gwer,  dann  als  vil,  das  sy  khain  stewer 
von  denselben  gueten  vnd  von  den  lewten,  die  darauf  sitzennt,  nym- 
mermehr  hinfürbas  nen.en  sullen  vnd  auch  annder  nyemand.  Vnd 
darumb,  das  die  red  stat  vnd.  vnuerkert  beleih,  darüber  gib  ich  den 
herren  vnd  dem  gotshaws  zu  Pawngartennperg  den  brief  versigelten 
mit  meinem  auhangunden  innsigel  vnd  mit  meines  vettern  innsigel 
Otten  der  Pernawer  vnd  mit  meiner  ohaim  der  Flahenegker  Kern 
Gotschalchs,  Chunrats  vnd  Ottenn  insigl,  mit  der  will  die  sach 
geschehen  ist  vnd  die  auch  mit  jren  anhangunden  insigl  der  Wand- 
lung gezewg  sind.  Der  brief  ist  geben  nach  Christi  geburd  drewt- 
zehen  hundert  iar  vnd  darnach  in  dem  suben  vnd  viertzigisten  iar  des 
sambstag  vor  dem  Vaschanngtag. 

Aus  einem  Copialbuch  des  Klosters  Baumgartenberg  vom  Jahre  1511. 

VIII. 

1347.  1.  MIM.  Wien.  —  Ein  herzoglicher  Befehl  an  Richter  und  Roth  zu  Ens, 
dem  von  Wallsee  in  Ansehung  der  Lehengüter  nicht  gehorsam  tu  sein. 

Wir  Albrecht  von  gotes  genaden  herczog  ze  Ossi  erreich,  ze 
Steir  vnd  ze  Kernden  enbieten  vnssern  getrewn,  dem  Richtter  vnd 
dem  Rat  vnd  den  purigern  gemainleich  ze  Enns  vnsser  gnad  vnd  alles 
gut.  vmb  di  vadrung,  di  Reinprecht  von  Walsse  an  ew  tut  von  der 
guter  wegen,  di  ir  ze  lehen  von  im  habt,  gebieten  wir  ew  gar  ernst- 
leieh  bei  vnssern  huldcn,  als  wir  ew  vor  offt  darvmb  enboten  haben, 
daz  ir  ew  der  widerhabet  vnd  seczet  vnd  in  chaincm  weg  gebet, 
wolt  ew  aber  yemant  darvber  notton,  daz  bringet  vnuerczogenlichen 
an  vns,  so  wellen  wir  es  dann  gern  darynne  versarigen.  geben  ze 
Wienn  am  phincztag  vor  Oculi  MCCCXLVII. 

Pergameotcodex  vom  Jahre  1397  im  Stadtarchive  zu  Eos. 


ix. 

1347. 17.  März.  Trannkirchen.  —  Gertraud,  Aebtissin  von  Traunkirchen,  ver- 
leiht der  Elsbeth  von  Wasen  einen  Hof  auf  der  Wechling. 

Wir  Gedräut  von  Gotes  gnaden  Aptessine  ze  Traunchirchen 
veriechen  vnd  tun  chunt,  Daz  wir  Elspeten,  dev  Vir  eich  8  hausvrowe 


9 

von  Wasen  gewesen  ist  des  amptmans,  vnd  auch  allen  iren  erben 
geliehen  haben  ze  rechtem  erbrecht  am  hof  auf  dem  Wechlinge,  als 
si  den  vnd  ir  erben  geworfen  beten,  mit  allen  nutzen,  di  dartzve 
gehörnt,  emolen  van  den  tzwain  abtessine  vrowen  Osann  vnd  von 
vrowen  Chunigvnten,  die  vnser  voruordern  sinde  gewesen,  also  mit 
solicher  weschaidenhait  haben   wir  ir  vnd  iren  erben  geliehen  ze 
erbrecht  den  hof,  daz  si  vnd  ir  erben  alle  jar  vns  vnd  vnserm  gotes 
haus  da  von  dienen  suln  an  sand  Gorigen  tag  dreizzich  phennich 
wieuner  mvnzze  hintz  Traunchirhen.  Ist  daz  getan,  daz  si  oder  ir 
erben  di  dreizzrg  phennig  an  dem  vorgenanten  tag  nicht  gebent,  so 
gent  immer  vber  viertzehen  tag  sechtzig  dar  ze  wandeL   tet  si  oder 
ir  erben  daz  sechs  wochen  gesten,  so  sol  sei  vnser  pot  auf  dem  vor- 
genanten hof  phenten  für  ain  phunt  phenning,  vnd  swer  den  vor- 
genanten hof  anspricht,  mit  sweliher  ansprach  daz  ist,  daz  sol  di 
Torgenant  Elspet  vnd  ir  erben  vnserm  gotes  haus  auz  pringen  vnd 
ledigen  ledichleihen  vns  an  schaden  vnd  auch  wer  irr  erben  daz 
lant  verburcht,  der  sol  sein  erbrecht  verlorn  haben  an  dem  vorge- 
nanten hof.  Dev  hiegeschriben  wandelvng  ist  geschehen  vnd  gewan- 
delt vor  vnser  datz  Traunchirhen  mit  aller  erben  willen  vnd  wart 
vnd  mit  aller  st&t.  Daz  ir  Elspeten  vnd  ir  erben  dev  rede  dirr  sache 
also  stet  vnd  vnuerchert  furbaz  weleib,  des  geben  wir  in  disen  gegen« 
hurtigen  prief  ze  einem  waren   vrchunde  vnd  westetigen  den  mit 
vnserm  anhangundem  ynsigel.  Ez  sind  auch  dirr  sach  getzeuge  her 
Perichtram  der  Pekem,  her  Vlreich  der  Aichperigert  Chunrat  der 
Geller,  Ott  van  Talgao  tzeden  tzeiten  schaffer  datz  Traunchirhen, 
Virich  von  Valspach  vnd  auch  ander  erberr  leitt  genüge.  Der  prief 
ist  gegeben  datz  Traunchirhen,  da  von  Christes  geburde  vergangen 
waren  tausent  jar,  drevhundert  jar,  dar  nach  in  dem  sibeu  vnd  virt- 
zigistem  jar  an  sand  Gedrauten  tag  in  der  vasten. 

Orig.,  Perg.  mit  Siegel  im  k.  k.  geh.  Hausarchiv.   Nach  dem  Codex  im 
Enser  Stadtarchiv  im  Archiv  für  Oest.  Gesch.  XXVII.  76.  n.  XV. 

1347.  19.  Mir*.  —  Wilhelm  und  Otto,  Söhne  Albers  von  Hohenstein,  verkaufen 
die  Eigenschaft  auf  einem  Hofe  und  zwei  Lehen  zu  Seifriedsberg. 

Ich  Wilhalm  vnd  ich  Ott  di  prueder  von  Hohenstain9  kern 
Albers  svn  vnd  alle  vnser  erben  wier  veriehen  an  dem  prief  offenbar 


/ 


10 

allen  lewten,  daz  wier  verchauft  haben  di  aygenschaft,  di  wier 
gehabt  haben  ze  Seyfridsperg  auf  einem  hof  vnd  auf  zwain  lehen, 
di  Chunrat  vnd  Vlreich»  Örtweins  svn  von  Wachaw  von  vnserm 
vater  vnd  von  vns  ze  rechtem  lehen  gehabt  habent.  Di  selb  aygen- 
schaft hat  der  vorgenant  Chunrat  vnd  Vlreich  gechauft  vnservrawn 
Gotshaus  ze  Wachaw,  daz  man  darzu  furbaz  ewichleich  raichen  schol 
zwen  phenning  ze  purchrecht  an  sand  Michels  tag  von  dem  egeuan- 
teu  gut.  Daz  in  daz  also  stet  vnd  vnzebrochen  beleih,  dar  vber  geb 
wier  in  den  prief  versigelten  mit  vnser  payder  insigel  ze  einem  waren 
vrchund  der  sach9  der  prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd  vber 
trewtzehen  hundert  jar  vnd  dar  nach  in  dem  siben  vnd  viertzigisten 
jar  des  svnntags  vor  pluem  Ostern. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Siegeln  im  Stiftsarchive  zu  St  Florian. 

XL 

1347.  25.  März.  —  Ulrich  Mitterberger  tjibt  seiner  Schwester  Anna,  Klosterfrau 

zu  Pulgarn,  zu  Liebe  ein  Gut  zu  Greimharlsdorf  zu  einem  ewigen  Lichte  vor 

dem  Schlafhause  der  Nonnen  und  zur  Beleuchtung  bei  der  Mette. 

ICH  Virich  Mitterberger  vnd  all  mein  erben  veriechenn  vnnd 
thuenn  khundt,  dass  wier  durch  Gott  zuvordrist  vnnd  meiner  lieben 
Schwester  willen  Ver  Anna  der  Mitterbergerin  Closterfrauen  zu 
Bulgarn  gegebenn  vnnd  georndt  habenn  vnnsers  rechtenn  freyen 
erbthaills  ain  guett,  ist  gelegenn  zw  Greimhartzdorff  bey  Tienn- 
dorff  ennhalb  Walthausen  vnnd  diennt  alle  iahr  järlichenn  ann  vnn- 
ser  frauenn  tag  zu  der  diennstzeit  ain  pfundt  wienner  pfening  vnd 
vier  pfening  vnnd  ist  frey  ann  alle  steur  vnnd  ist  freis  aygen,  mit 
allem  dem,  vnnd  dartzue  gehört  versuecht  vnd  vnuersuecht,  dem 
ehrwüerdtigen  frauenCloster  zu  Bulgarn  den  frauen  vnnd  den  herrn 
daselbs  des  heutigen  Geists  Ordtenn  also  mit  aufgenombner  rede, 
dass  der  vorgenanndt  diennst  von  dem  ehegenandten  guett  ebigclich 
geuallen  vnnd  gehören  soll  zu  ainem  ebigen  Hecht,  es  sey  mit  jnnslett 
oder  mit  oll,  vnnd  das  liecht  solle  prynnen  jnn  der  vorgenanten 
frauen  schlaflfhauss  des  nachts  alle  nacht,  wan  sich  di  nacht  anhebt, 
vntzt  aber  an  den  Tag,  es  soll  auch  von  dem  vorgenanndten  gellt 
alle  nacht  die  motten  beleucht  werdten  mit  ainem  guetten  insslet- 
liecht  also,  das  die  vorgenanten  klosterfrauen  dabey  woll  motten 
gelesen  mügen,  vnnd  soll  auch  der  vorgenanten  zwayer  liecht  jed- 


11 

weders  nicht  lennger  oder  anders  prynnen,  dan  oben  jnn  dem  brieflf 
verschrieben  ist,  vnd  das  alle  die  redt  vnnd  alles,  das  oben  jnn  dem 
brieff  geschrieben  stet,  vnnd  recht,  alss  ichs  gemaint  vnd  geordnet 
hab,  also  statt  vnnd  vnzerbrochen  bleibe  vnnd  zu  ainer  bessern 
sicherhaitt  darüber  so  gib  ich  vorgenannter  Virich  Mitterberger  vnnd 
all  meine  erben  den  brieff  versigelt  mit  meinem  auhanngundteu  inn- 
sigel  vnnd  mit  der  erbaren  meiner  guetten  freundt  insigeln  Sighartz 
des  Prewslein  vnd  Chunrats^  fes  Hahenspeckhen  annhangundten 
jnsigell.  Der  brieflf  ist  geben  n,  i  man  zalt  nach  Christy  gebuerdt 
drey  (zehen)  hundert  jähr  vnnd  t.u'nach  jun  dem  syben  vnnd  vier- 
zigsten jähre  zu  vnnser  Frauen  tag1  jnn  der  fasten. 

Aus  einem  vidimirten  Papiercodex  vom  7.  Mai  1632  zu  St  Florian. 

XII. 

1347.  7.  April.  Passau.  —  Bischof  Gotfried  von  Passau  bestätigt  die  Wochen- 
mess-  und  Jahrtagsstiftung  am  St.  Magdale  nen  alt ar  in  der  Pfarrkirche  zu  Lorch 
fir  den    verstorbenen    Dechant    Witigo,    weiche   der  Passauer  Domherr  und 

Lorcher  Dechant  Heinrich  vollzog, 

Nos  Gotfridus  dei  gracia  Pataniensis  episcopus  ad  vniuersorum 
noticiam  dedueimus,  quod  cum  bone  memorie  Witigo,  decanus  La- 
triacensiSf  quandam  deeimam  bladi  suam  in  Ensdorf  iuxta  flumen 
Anasi  emerit  a  venerabili  fratre  nostro  in  Christo  Ottone  de  Lon- 
storf*  preposito  ecclesie  nostre,  pro  nonaginta  talentis  denariorum 
wienneasium  ipsamque  postea  ogligauerit  pro  sexaginta  talentis  dena- 
riorum et  eo  mortuo  dieta  deeima  de  nostra  consensu  vendita  fuerit 
per  dilectum  in  Christo  Heinricum  canonicum  ecclesie  nostre*  deca- 
num  Lauriacensem  pro  centum  viginti  talentis  denariorum  wieiuien- 
sium,  de  quibus  seu  de  qua  summa  cedebant  sexaginta  talenta  dena- 
riorum in  exsolucione  obligacionts  decime  prenotate  et  triginta  talenta 
denariorum  sunt  soluta  ad  curiam  Romanam  Chnnrado  Hack,  nepoti 
episcopi  Frisingensis  cui  de  ipsa  Lauriacensi  ecclesia  post  mortem 
Witigonis  prefati  immediate  in  Romana  curia  fuit  prouisum  nomine 
et  loco  triginta  talentornm,  que  vicarius  Witigonis  adhuc  ipsi  Witi- 
goni  tempore  mortis  soluere  tenebatur  et  que  ipsi  Chnnrado  tarn- 
quam  ipsius  WYf/^om'ftimmediatosuccessoricederedebuissent  quasque 
soror  et  filia  sororts  dicti  Witigonis  per  illos  de  Walsse  procuraue- 
rant  arrestari  et  de  facto  oecupari   ipsisque  per  vicarium   solui   et 


12 

cumque  (!)  pro  residuis  triginta  talentis  denariorum,  que  ad  preno- 
tatum  Heinricum,  ecclesie  nostre  canonicum  et  decanum  Lauria- 
censem  tantummodo  peruenerunt,  ipse  possessiop.es  seu  prouentus 
emerit  de  nostro  consensu  ipsi  ecclesie  Lauriacensi  seu  rectoribus 
eiusdem,  qui  pro  tempore  fuerint,  ut  singulis  septimanis  una  missa 
in  altari  sancte  Marie  Magddiene  in  ecclesia  parochiali  Lauriacensi, 
quod  ipse  Witigo  dotare  decreuerat,  die  qua  comodius  (!)  haberi 
poterit,  ob  sue  anime  remedium  celebretur  et  singulis  annis  anniuer- 
sarius  ipsius  Witigonis  cum  vigilijs  et  missis  defunctorum  sollemp- 
niter  cum  certo  presbiterorum  numero  et  distribucionibus  elemosi- 
narum  et  oblagiorum  peragatur.  Nos  ipsius  Hevnrici  deuocionem  in 
domino  comendantes  dicte  misse  ordinacionem  ac  anniuersarij  insti- 
tucionem  cum  omnibus  et  singulis  suprascriptis  ratam  habemus  et 
gratam  confirmantes  patrocinio  huius  scripti  nostri  sigilli  appensione 
muniti.  Datum  Patauie  anno  domini  Millesimo  CCCmo  quadragesimo 
septimo,  vijo  jdus  Aprilis. 

Orig.,  Perg.  im  Musealarchiv  zu  Linz.  Das  Siegel  fehlt 

XIII. 

1347.  24.  April.  —  Otto  von  Volkenstorf  vermacht  seinen  Vettern  Gundacker  und 
Bertholt  von  Losenstein  sein  Landgericht  ob  der  Ens,  den  Markt  Neuhöfen  und 

den  obern  Hof  tu  Schirmstorf. 

ICH  Ott  von  Volchenstarf  vnd  alle  mein  eriben  vergich  offen- 
bar mit  disem  brief,  Daz  ich  meiner  lieben  ocheim  hern  Gundakchern 
vnd  hern  Berichten  den  zwain  pruedern  von  Losenstayn  vnd  allen 
ieren  eriben  recht  vnd  redleich  vnd  willichleich  geben  han  nach 
meins  vater  hern  Albers  seligen  rat  vnd  Weisung  von  Volchenstarf  daz 
ain  drittail  an  dem  landgericht,  daz  ich  han  ob  der  Ens  vnd  daz 
lechen  ist  von  meinem  genedigen  hern  Herczogen  Albrecht  jn  Oste- 
reich  vnd  daz  si  nu  ze  stunden  mit  allen  rechten  vnd  nuczen  in  jr 
nucz  vnd  gewer  ledichleich  inne  habent  vnd  ir  ist  gancz  vnd  gar, 
vnd  daz  ander  lantgericht  daz  ander  drittail  dez  selben  lantgerichts, 
daz  stet  den  zwayn  pruedern  hern  Dyetreichen  vnd  Ruedolfen  von 
Losenstayn  vnd  iren  eriben,  daz  selb  schol  ich  her  wider  losen  vmb 
hundert  phunt  alter  wienner  phenning  an  all  Widerrede  vnd  schol  ich 
den  selben  tail  mitsampt  meinen  obgenanten  ocheim  liern  Gundak- 
chern vnd  hern  Perichtolden  vnd  mit  allen  iren  eriben  jnnehaben 


13 

vnd  niezzen  vncz  an  meinen  tod  vnd  nach  meinem  tod  ist,  daz  ich 
leiberiben  gewinn  vnd  lazz,  da  schol  ez  angeuallen.  Ist  awer,  daz  ich 
an  leiberiben  verschaid,  so  schol  ez  ledichleich  nach  meinem  tod  auf 
mein  obgenaut  ocheim   hern  Gundakchern  vnd  hern  Berichtolden 
vnd  auf  all  ir  eriben  geuallen  vnd  schullen  si  denn  di  vorgenanten 
zwai  drittail  an  dem  lantgericht  gancz  vnd  gar  innhaben  vnd  niezzen 
vnd  ledichleich  ier  sein  mit  allen  rechten  vnd  nuczen,  vnd  dazu  gehört 
versuecht  vnd  vnuersuecht,  wi  ez  genant  ist,  ze  alle  dem  rechten, 
vnd  ez  mein  vater  seliger  vnd  ich  selb  in  nucz  vnd  gewßr  gehabt 
haben,  vnd  daz  selb  lantgericht  hat  mein  vater  seliger  rnd  jch  mei- 
nen obgenanten  ocheim  gemacht  vnd  habent  ez  auch  enphangen  vnd 
genomen  von  meinem  hern  von  Ostereich.  Ich  han  auch  geben  mei- 
nen obgenanten  ocheim  hern  Gundakchern  vnd  hern  Berichtolden 
rnd  allen  iren  eriben  daz  kons  in  der  Geswent  vnd  was  dazu  gehört, 
daz  lechen  ist  von  meinem  hern  von  Pazzaw,  also,  daz  si  den  halben 
tail  losen  schulten  von  meiner  wirtinn  vrown  Chunigunden  vmb  hun- 
dert phunt  vnd  sibenzik  phunt  alter  wienner  phenning,  wenn  si  wel- 
len oder  mugen,   vnd  schullen  si  denn  daz  obgenant  hous  in  der 
Geswent  mit  allen  rechten  vnd  nuczen,  vnd  dazu  gehört  versuecht 
rnd  vnuersuecht,   wi  daz  genant  ist,  jnnehaben  vnd   niezzen  vnd 
ledichlich  ier  sein  ze  alle  dem  rechten,  vnd  ez  mein  vater  seliger 
vnd  ich  innegehabt  haben  vnd  vnser  gewesen  ist,  an  alle  jrrung. 
Vnd  daz  vorgenant  hous  in  der  Geswent  mit  alle,  vnd  dazu  gebort, 
versuecht  vnd  vnuersuecht,  wi  daz  genant  ist,  hat  mein  vater  seliger 
vnd  ich  jn  emaln  gemacht  vnd  habent  ez  auch  mit  vns  enphangen 
vnd  genomen  von  meinem  hern  von   Pazzaw.    Ich  han   geben  vnd 
gemacht   meinen   egenanten   ocheim  hern  Gundakchern   vnd  hern 
Berichtolden  vnd  allen  jren  eriben  den  Maricht  ze  Newnhofen  mit 
alle  dew,  vnd  dazu  gehört  versuecht  vnd  vnuersuecht,  wi  daz  genant 
ist,  der  lechen  ist  von  meinem  hern  dem  Herczogen  von  Ostereich, 
vnd  den   obern  hof  ze  Schirmstarf  auch  mit  alle,  vnd  dazu  gehört, 
der  lechen  ist  von  Chremsmümter,   also,  jst,  daz  ich  an  leib  eriben 
verschaid,   so  schol  der  vorgenant  Maricht  ze  Newnhofen  vnd  der 
Hof  zu  Schirmstarf  mit  allen  rechten  vnd  nuczen,  vnd  dazu  gehört, 
ledichleich  an  alle  jrrung  auf  sew  geuallen.   Ist  awer,   daz  ich  den 
Maricht  vnd  den  Hof  indert  verchumbern  wil,  da  schol  mich  niempt 
an  jrren,  awer  der  Maricht  vnd  der  Hof  schol  furbaz  anderswo  Hin- 
dert mit  chainem  gemecht  vermacht  werden.  Vnd  die  vorgenanten 


14 

guet  alle,  wi  di  genant  sind,  ban  ich  meinen  oftgenahten  ocheim 
hern  Gundakchern  vnd  hern  Perichtolden  von  Losenstain  vnd  allen 
iren  eriben  recht  vnd  redleich  vnd  willichleich  geben  für  iren  erib. 
tail,  der  in  von  mir  vnd  meinen  vodcrn  worden  schult  sein,  also» 
mit  auzgenomer  red,  ob  ich  an  leib  eriben  verschaid,  waz  sew  denn 
durch  recht  angeuelt,  da  schol  sew  niempt  an  irren  weder  wenich 
noch  vil,  vnd  secz  sew  auch  der  obgenanten  gueter  alle  an  nucz  vnd 
gewer,  alz  ez  vor  verschrieben  ist,  vnd  pin  auch  dar  jr  gewer  vnd 
scherm  für  alle  ansprach,  wo  in  dez  not  geschieht,  alz  landez  recht 
vnd  gewonhait  ist  in  dem  land  ze  Ostereich.  Vnd  daz  die  sache  vnd 
die  Wandlung  furbaz  stet  vnd  vnzeprochen  beleih,  darvber  gib  ich 
oftgenanter  Ott  von  Volchenstarf  in  disen  offen  brief  versigelt  mit 
meinem  anhangunden  jnsigel  vnd  der  tayding  sind  auch  zeug  her 
Heinrich  von  Volchenstarf  vnd  her  Fridreich  von  Waltse  von  Em 
mit  iren  anhangenden  jnsigeln.  Der  brief  ist  geben  nach  Christes 
gepurd  drewzechen  hundert  jar  vnd  darnach  in  dem  siben  vnd  vier- 
czigkistem  jar  an  sand  Gorigen  tag. 

Orig.,  Perg.  Das  Hängesiegcl  abgeschnitten.  Schlossarchiv  Gschwendt.  — 
Cf.  Notizenbl.  der  kais.  Akad.  1854. 131.  Nr.  61. 

XIV. 

1347.  24.  April.  —  Abt  Konrad  von  Lambaeh  genehmigt  den  Versatz  des  Lehens 

zu  Verting  bei  dem  G aüern  von  Magens  von  Harnarn  an  Konrad  von  Burkarts- 

berg  um  8  Pfund  Pfenninge  gegen  Wiederlösung. 

Wir  Chunrad  von  Gotes  gnaden  Abpt  ze  Lambaeh  veriechn 
offenbar  mit  disem  brief,  daz  für  vns  chomen  ist  Magens  von  Har- 
narn vnd  hat  mit  aller  seiner  erbn  gutleichen  willn  vnd  wart  daz 
lechen  datze  Verting,  daz  da  leit  oben  bay  dem  Gatern  gesetzet 
(hat!)  ze  ainem  rechten  satze  mit  vnserr  hant  vnd  mit  all  der  stet, 
div  durch  recht  dor  zue  gehört,  Chunraden  von  Purkchartzperig 
vnd  seiner  hausvrow  Chunigunden  vnd  alln  iren  erbn  vmb  acht  phunt 
alter  wienner  pfenning,  also  beschaidenlich  daz  man  vnserm  gotz- 
haus  jerichlich  da  von  dienen  schol  dreizzig  wienner  pfenning  an 
vnser  Vrowen  tag  zeder  dienzeit  vnd  nicht  mer.  Vnd  schol  auch  div 
recht  loszeit  sein  jerichlich  von  sand  Merteins  tag  vntz  an  den  Pre- 
chemtag,  wann  er  in  der  zeit  gelosen  mag  oder  sein  erben,  des 
schol  man  siv  nicht  irren.    Doz  in  daz  stet  gantz  vnd   vnzebrochn 


lg 

beleih,  dar  vber  geben  wir  in  disen  brief  versigelten  mit  vnserm 
anhangunden  jnsigel,  wand  daz  gut  von  vnserm  gotzhaus  recht  erib 
ist.  Datum  anno  domini  M*.  CCO.  XLVII«  in  die  sancti  Georij. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel  im  Stiftsarchive  zu  Limbach. 


xv. 

1347.  24.  April.  —  (Haker  der  Schalchhaimer  quittirt  dem  Kloster  Reicher  sperg 

eine  Schuld  von  17  Pfund  Pasaauer  Pfenning. 

Ich  Otakcher  der  Scholichaimer  vnd  mein  erben  veriehen  offen- 
bar mit  disem  brief  allen  den  die  in  lesen  oder  horent  lesen,  daz 
kerre  Dietmar,  probst  ze  Reich(ersperg)  ze  den  Zeiten  vnd  der 
conuentt  daselben  einen  brief,  der  mir  von  dem  selben  gotzhaws 
stand,  sybentzehen  phunt  Pazzawer  phenning  gelost  hat  vnd  erlost 
gantz  vnd  gar  mit  frewntleicher  schied  vmb  zehen  phunt  pfenning 
Passauer  munzze,  der  er  mich  vnd  mein  erben  gar  vnd  gantz  gericht 
vod  gewert  hat,  daz  ich  oder  mein  erben  furbaz  nichtz  ze  vodern 
noch  ze  sprechen  han  an  den  vorgenanten  herrn  Dietmaren,  den 
probst,  noch  an  den  conuent.  Vnd  darüber  ze  vrchund  gib  ich  in 
disen  brief  besigelten  vnder  meinem  insigel.  Der  geben  ist  nach 
Kristes  gepurd  drewczehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  siben  vnd 
riertzkistem  jar,  an  sand  Gorigentag. 

Promptuar.  Reichersperg.  Fol.  184  a. 


XVI. 

1347.  24.  April  —  Friedrich  Kreitling  widmet  ein  Pfund  Gülten  auf  Gütern 

in  der  Pfarre  Haidershofen,  welches  früher  an  arme  Leute  vertheilt  worden 

war,  nun  tu  einem  Seelgeräthe  in  der  Kirche  Haidershofen. 

ICH  Fridreich  Chresling  weiln  Hern  Fridreichs  sun  des 
Chreslings  von  dem  dorf,  dem  Got  gnad,  vergich  offenbar  mit 
disem  brief,  daz  ich  nach  gemainer  vreund  rat  der  nasten  vnd  der 
pesten  verchert  han  daz  selgeret,  daz  mein  vater  mit  mir  vnd  mit 
allen  meinen  altisten  erben  geschaft  het  ain  phunt  phennig  geltes 
gmainer  wienner  münz  auf  zwain  gueten,  dew  sein  rechtes  aygen 
gewesen  sind,  im  Poch  aynes  ob  Hedershoffdorf  gelegen  vnd  ains 
auf  dem  Smides  perg  bayde  gelegen  in  Heder  »ho ff  er  Pharr,  daz 
mein  erben  vnd  ich  inne  gehabt  haben  seid  meins  vater  tod  vnd  da 


16 

von  getailt  haben  armen  leuten  an  Sand  Geori  tag  als  vil,  vnd  daz 
phunt  phennig  geltes  getragen  macht  ierleicb,  han  aufgegeben  vnd 
in  geantwurt  ich  vnd  all  mein  vordem  den  Heiligen  vnd  der 
Chirchen  zu  Hedershoffen  in  alle  dem  recht,  als  ander  Leut  der  vor- 
genanten Chirhen  zu  Hedershoffen  recht  habent,  zu  ainem  rechten 
sei  geret  meinem  vater  vnd  mir  vnd  allen  vnsern  erben  vnd  vor- 
vardern  vnd  nahchunften  sein  zu  hilf  vnd  zu  trost  mit  solher  beschai- 
denhait,  daz  ain  jsleher  Pfarrer  zu  Hedershoffen  jerleich  vnd  ewich- 
leich  begen  sol  vnsern  jartag  an  sand  Allexi  tag  zu  andern  vesper 
mit  ainer  gesungen  vigili  vnd  des  nasten  tags  dar  nah  mit  fumf  sei 
missen  vnd  nah  dem  gotz  dienst  trewn  vnd  speysen  schol  fumftzehen 
armer  leut  vnd  den  geben  drew  essen,  da  si  mit  beleiben  mugen- 
vnd  vier  chenel  weins  vnd  nah  dem  essen  aynem  igleichem  menschen 
ayn  p fennig.  Wer  auer  daz,  daz  der  genant  Pharrer  zu  Hedershoffen 
des  selben  Gotzdienst  vnd  sei  geret  nicht  volpringen  mocht,  als  vor 
geschriben  stet,  von  ehaften  noten,  so  schol  er  an  vnderlaz  den  Gotz- 
dienst vnd  daz  sei  geret  volpringen  in  den  selben  acht  tagen  nah  ain 
ander  zu  raiten,  geschech  des  nicht,  daz  der  Gotz  dienst  vnd  daz 
sei  geret  nicht  volpracht  wurd  in  den  acht  tag,  so  ist  ain  jsleiher 
Pharrer  zu  Hedershoffen  veruallen  zu  ayner  pesrung,  daz  er  mern 
schol  den  Gotzdienst  mit  drin  messen  zu  den  fumfen  vnd  mit  acht 
armen  leuten  zu  den  fumftzehen  also,  daz  er  in  den  selben  acht  tagen 
dew  saumvng  an  dem  Gotsdienst  vnd  auch  die  pesrung,  da  er  mit 
geuallen  ist,  zu  ain  ander  ze  raiten  mit  acht  messen  vnd  mit  drin 
vnd  zwaintzich  armen  leuten  vollichleich  wyder  tun  vnd  vnuertzogen- 
leichen.  Gesech  des  alles  nicht,  so  schulten  sich  die  nasten  erben 
vnder  ziehen  der  vorgeschoben  guet  an  der  arm  leut  schaden,  di 
auf  den  gueten  gesessen  sind,  vnd  inne  haben  viertzehen  tag,  ob  der 
Gotz  dienst  vnd  sei  geret  vnd  auch  dew  pesrung  wider  tan  wurd 
vollichleich,  so  schulleu  si  wider  ledig  sein  den  Heyligen  vnd  der 
Chirhen  zu  Hedershoffen,  wer  auer  daz,  daz  sich  daz  alles  nicht  ver- 
gieng,  als  vorgeschoben  stet,  so  schullen  sich  der  abt  vnd  der 
conuent  zu  Gleunch  der  vorgenanten  gut  in  dem  Pach  vnd  auf  dem 
Srnidesperg  vnderziehen  mit  allen  den  rechten,  vnd  vorgeschoben 
stet,  vnd  den  jartag  mit  der  vigili  vnd  fumf  messen  vnd  mit  den 
fumftzehen  armen  leuten  jerleich  begen  an  sand  Allexi  tag  allen  den 
sein,  als  vorgeschoben  stet.  Vnd  daz  daz  stet  vnd  vntzebrochen 
beleih,  dar  vber  gib  ich  egenanter  Fridreich  Chresling  disen  brief 


IT 

versigelt  mit  meinem  anhangendem  insigel  vnd  auch  zu  ainern  pes- 
sern  sicherhait  vnd  warhait  des  oftgenanten  Götz  dienst  rnd  sei  geret 
mit  meiner  pesten  vreund  insigel  hern  Chunrates  des  Chresling, 
Michels  ron  Tzauha,  Dietreichs  des  Einterholtzer,  Fertiger*  von 
Siernik  zu  aynem  rechten  vrchunt  vnd  warhait  der  selben  sach.  Daz 
ist  geschehen  vnd  der  brief  ist  gegeben,  do  man  zahlt  von  Christes 
geburd  tansent  jar,  drew  hundert  jar,  darnah  in  dem  suben  rnd  vier- 
zigstem iar  an  sand  Geori  tag  des  heiligen  herren. 

Orig.,Perg.  mit  drei  Hangesiegeln  zu  Gleink.  Ueber  Abhaltung  dieses  Seel~ 
gerälhes  stellte  Abt  Heinrich  von  Gleink  laut  einer  in  einem  Copialbuche 
iesXVIL  Jahrhunderies  enthaltenen  Urkunde  im  Jahre  1353  am  St  Alexiustage 
(17.  Juli)  einen  Revers  aus. 

XVII. 

1147. 24.  April.  —  Ott  van  Charnspach  stiftet  sich  mit  einem  Lehen  zu  Hüuing 
i*  Ardacker-  und  einem  zu  Uetzing  in  ViehdorferPfarr  bei  dem  Gotteshause 

zu  Baumgartenberg  eine  ewige  Messe. 

Ich  Ott  von  Charnspach  vergich  offenwar  vnd  tuen  kund,  das  ich 

geben  han  meines  rechten  kauf  aigens ein  lehen  datz  Hutzing gelegen 

kjrdagfcer  pfarr,  vnd  dient  drew  phund  wiener  pfenning  auf  sand 

Jorgentag,  vnd  ain  lehen  datz  Vetzing  gelegen  in   Vidorffer  pfarr, 

das  dient  zway  phund  auch  auf  sand  Jorgentag  derselben  in  münnss, 

dem  Gotshaws  vnnd  den  herren  hintz  Pawngarienperg  auf  Gots- 

leichnams  Altar  zu  einer  ewigen  mess  durch  mein  vnnd  auch  durch 

aller  meiner  vordem  seel  willen,  die  man  teglich  sprechen  sol  auf 

demselben  altar.  Vnd  sol  auch  den  vorgenannten  gellt  eineinen,  wer 

der  herren  Prior  ist,  vnd  sol  auch  dauon  täglichen  dem  briester,  der 

auf  dem  vorgenannten  altar  mess  hat,  geben  drey  phenning  vnuert 

zogentlich.  Es  sol  auch  der  Prior  geben  den  herren,  die  den  altar 

jnnhaben,  järlich  vierdhalben  Schilling  phenning,  dauon  sy  denselben 

altar  fürsehen  sullen  an  Hecht  vnd  an  messgewannt  nach  des  Priors 

rat.    Gescbäch  aber,  das  die  mess  nicht  täglich  gesprochen  wurde, 

als  vor  verschriben  ist,  so  sullen  sich  mein  nagst  erben  der  egenannten 

guet  vnnderwinden  an  geuerde  jn  ain  (an)  frum  vnnd  den  herren  an 

schad  so  lanng,  vntz  daz  die  sawmickait  gepuesst  wirt  mit  gueter 

gewissen,  So  sind  dann  dieselben  guet  wieder  ledig  an  allen  krieg 

als  ee  den  vor  genannten  herren  vnd  dem  Gotshaws.  Vnnd  wann  das 

Urkundeubach  d«s  Landes  ob  der  Enns.  VII.  Bd.  2 


18 

ist,  daz  die  holden  den  rechten  diensttag  vorsitzennt,  so  sind  sy  ver- 
fallen freueis  wanndl,  das  wiert  yeglichem  zwen  vnnd  sechs  Schilling 
phenning.  Es  geyt  auch  der  datz  Huetzing  sechtzig  zu  einfart  vnnd 
sechtzig  zu  auffart  vnd  nicht  mer,  vnd  der  datz  Vetzing  dreyssig  jn, 
dreissig  aws,  vnd  auch  nicht  mer.  Auch  offenn  Ich  mer,  ob  yemant 
nach  mir  herfür  kam,  der  pesser  recht  wolt  haben  zu  den  vor  genan- 
ten guetern  vnd  ier  durch  recht  wolt  erb  sein,  der  sol  den  herren 
vnd  dem  Gotshaws  geben  für  das  leben  datz  Huizing  hundert  phund 
wiener  phenning  vnd  für  das  datz  Vetzing  sechzig  phund  derselben 
m  ünss  vnnd  sol  sich  dann  derselben  gueter  vnndterziehen  an  allem 
krieg  vnd  an  alle  widerred ;  Das  die  red  stät  vnd  vnuerchert  beleih, 
darumb  ich  dem  gotzhaws  gib  den  brief  vnd  auch  den  herren  ver- 
sigellten  mit  meinem  anhangunden  innsigill  vnd  mit  Otten  innsigel 
meine  brueder  sun  des  Pernawer  vnd  mit  meiner  ochaim  der 
Flachenecker  heren  Gotschalkesf  Chunrat  vnd  Otten  innsigel],  die 
der  sach  damit  gezewg  sind.  Der  brief  ist  geben  nach  Christi  geburd 
dreytzehen  hundert  jar,  darnach  jn  dem  suben  vnd  viertzigisten  jar 
an  sand  Jorgentag. 

Aus  einem  Copialbuch  von  Baumgartenberg  vom  Jahre  li>ii. 

xvm. 

1347.  24.  April.  —  Heinrich  von  Wissen  und  Chunrat  der  Rechner  nebst  ihren 
Hausfrauen  und  Schwestern  verkaufen  ihr  freies  Eigen,  die  Hube  auf  der 
Eben  in  St.  Georger  Pfarre  an  den  ehrbaren  Knecht   Ulrich ,  Andreas  des 

Gratier  sei.  Eidam. 

Ich  Hainreich  van  Wissen  vnd  ich  Peters  sein  Hausfrau*  und 
ich  Chünradt  der  Rechner  vnd  ich  Geyssell  sein  Hausfraw  und  ich 
Katrey  vnd  ich  Jeut  der  vorgenanten  Swester  paiden  vnd  mit  vns 
alln  vnser  erben,  swie  die  genant  sein,  wier  veriechen  vnd  tuen  chunt, 
daz  wir  zv  chaufieu  geben  haben  den  Hueb,  ist  genant  auf  der  Eben 
vnd  ist  gelegen  in  sand  Gorgen  pharr  vnd  ist  vnser  vreys  aigen  ge- 
wessen mit  allev  dev,  vnd  darzüe  gehorent,  als  wirs  ingehabt  habent, 
dem  erbern  chnet  Vireichen  Andres  aydem  des  Gratzzer,  dem  got 
genade,  vnd  Peterssen  seinner  Hausfrawn  vnd  alln  iern  erben  vmb 
ain  genantz  gut,  des  wier  gantz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  sein  an 
alln  schaden  vnd  also  beschaidenleichen,  daz  wier  der  vorgenantten 
hueb  auf  der  Eben  ier  gewer  sein  fuer  alln  ansprach   nach  landes 


19 

gewonheit  vnd  nach  lantz  recht  in  Osterreich  an  als  gever.  Daz  in 
disev  red  stet  vnd  vnverchert  beleih  von  vns  vnd  von  alln  vnser 
erben,  darvber  geh  wier  in  disen  brief  zv  ainer  warn  vrchunt  ver- 
sigelt mit  des  erbern  Ritter  hern  Larentzen  des  Öder,  zv  den 
zeitten  Landrichter  in  dem  Machlandt  anhangvnden  insiegel,  wan 
wir  selber  chain  aygen  insigel  nicht  gehabt  haben  zv  derselben 
eieit,  vnd  verpinden  vns  dar  hinder  mit  vnser  trewn  alles  des  stetz 
lebalten,  daz  an  disem  brief  geschriben  stet  vnd  der  sach  ist  gezeug 
der  erbern  manne  Chvnrad  zu  den  zeitten  richter  datz  Greyn  in 
im  Marcht  mit  seinnem  anhangendem  insigel.  Der  brief  ist  geben 
vnd  geschriben,  do  man  zalt  von  Christes  gepuerdt  drevtzehen  hun- 
dert jar,  dar  nach  in  dem  syben  vnd  viertzkistem  jar  an  sand  Gor- 
geo  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  Sie  gel  realen.   Klosterarchiv  Waldhausen. 

XIX. 

1347.  8.  H&l.  Wien.  —  Die  Bürger  von  Ens  sollen  bei  der  Muuth  zu  Ketzlingern 

wie  die  Bürger  von  Sfeyr  gehalten  werden. 

Wir  Albrecht  von  gotes  genaden  Bercxog  ze  Osterreich,  ze 
Steir  vnd  ze  Kernden  entbieten  vnssern  getrwn  Ruedolffen  von 
Lyechtenstnin  vnd  seinem  vettern  Ruedolff  Otten  von  Liecht en- 
ttarn vnsser  gnad  vnd  alles  gut.  wand  vnsser  puriger  ze  Enns  alle 
di  recht  habend,  di  vnsser  puriger  zu  Steir  habend,  wellen  wir  vnd 
eopfehlichen  ew  ernstleich,  daz  ir  diselben  vnsser  puriger  ze  Enns 
bei  den  rechten  an  der  mawt  ze  Checzlingern  weleiben  lasset,  di 
roser  puriger  ze  Steir  4a  habent,  vnd  sy  nicht  verrer  nottet.  mit 
rrchvnd  des  brieffs,  geben  ze  Wienn  am  Eritag  vor  dem  Auffert  tag 
anno  McccxLVÜ. 

Abgedruckt  bei  Kurz,  Handel,  351  aus  dem  Pergamentcodex  vom  Jahre 
1397  im  Stadtarchive  zu  Ens 

XX. 

1J47.  10.  Mai.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  stiftet  eine  Frühmesse 
in  der  Kirche  St,  Thomas  und  gibt  dazu  die  Zehente  in  der  Pfarr  Mitterkir- 
chen, welche  er  dem  Kloster  Waldhausen  um  20  Pfund  abgekauft  hat. 

Wir  Albrecht  von  gots  gnaden  Hertzog  ze  Oester reich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Kernden  Tun  chunt  mit  disem   brif,  daz  wir  mit  der 

2* 


20 

erbern  vnd  geistlichen  Ieut,  des  Propst  vnd  des  Conuent  gemainlich 
ze  Walthusen  willen  vnd  gunst  eine  ewige  fruemesse  durch  Got  vnd 
in  sand  Thomas  eren  gestiftt  haben  in  irr  chirchen  datz  satid 
Thoman,  di  si  mit  einem  erbern  priester  irs  ordens  bestiften  vnd 
begen  sullen;  der  alle  tag  mess  lese  des  morgens  frue  an  ander  gots- 
dienst,  den  man  teglichen  ouch  do  haltet  vnd  heget,  vnd  sol  ouch 
derselb  priester  stetichleich  bei  derselben  chirchen  sitzen.  Vnd 
habent  vns  ouch  diselbn  geistleichen  leut  von  Walthusen  zu  dersel- 
ben mess  geben  zwen  mutt  rokken  vnd  zwen  mutt  habern  in  der 
pfarr  zu  Mit t er chirchen  auf  dem  hof  ze  Innerueld  vnd  auf  einem 
lehen  vnd  auf  hofstetten  daselbes  dreytzehen  Schilling  wienner  pfen- 
ning  geltes  vnd  den  zehend  in  derselben  pharr,  der  gehört  gen 
Walthusen  vnd  giltet  viertzehen  mutt  bayderlay  getraydes,  darumb 
wir  in  für  dieselbe  getrayd  gult  und  phenning  gult  geben  haben 
zway  hundert  phunt  wienner  phenning,  der  sie  gentzlich  verricht 
sind  vnd  gewert.  Geschech  ouch,  daz  si  die  vorgenent  fruemess 
nicht  bestiften  mit  einem  erbern  priester  irs  Ordens  vnd  nicht 
begiengen  alle  morgen  frue,  als  vor  geschriben  ist,  so  sollen  wir  sie 
manen,  daz  si  ez  tun,  wer  aber,  daz  si  die  soumung  nach  vnser 
mainung  in  ainen  maneyd  nicht  widerbrechten  vnd  eruollten  mit 
gotes  dienst,  so  sullen  wir  oder  vnser  erben  oder  vnser  nachkomen, 
Hertzogen  zu  Oesterreich  dieselben  messe  leihen  einem  weltlichen 
priester  mit  der  vorgenent  gult,  di  wir  von  in  gechouft  haben,  der 
die  egenent  messe  mit  Gotes  dienst  verricht  vnd  begee  in  aller  der 
weis,  als  vorgeschoben  stet.  Des  geben  wir  ze  vrchund  disen  hrief 
besigelten  mit  vnserm  insigel.  Der  geben  ist  ze  Wienn  an  vnsers 
heren  Aufart  tag.  Nach  Christs  gebärde  dreutzehen  hundert  iar,  dar- 
nach in  dem  siben  vnd  viertzkisten  iar. 

Kurz,  Beiträge  IV,  474. 


XXI. 

1347.  10.  Mai.  Waldhausen.  —  Revers  des  Propstes  Wisent  und  Convcntes  tu 
Waldliausen,  über  die  von  Herzog  Albrecht  zu  St.  Thomas  gestiftete  Messe. 

Wjr  Wisenth  Drohst  von  gotz  gnaden,  jch  Johans  derTechent 
vnd  di  Sammung gemainchlich  zeWalthausen  veriehen  offenbar  mit 
dem  brief,   daz  vnser  gnediger  herr  der  hochgeporn  fürst  Hertzog 


21 

Albrecht  von  Österreich  mit  vnserm  guten  willen  vnd  gunst  ein 
ewigen  frumesse  durch  got  vnd  in  sand  Thomans  ern  gestift  hat  in 
ynser  chirchen  dacz  sand  Thoman,  die  wir  mit  einem  erbern  ewigen 
vnsers  ordens  priester  bestiften  vnd  begen  sullen,  der  alle  tag  messe 
lese  dez  morgens  frue  an  andern  gotz  dienst,  den  man  auch  da  teg- 
lich  behaltet  vnd  beget.  Vnd  soll  auch  der  selb  priester  stetichlich 
pei  der  selben  chirchen  sitzen.  Vnd  haben  wir  dem  selben  vnserm 
herren  Hertzog  Albrechten  zu  der  selben  messe  geben  zwen  mutt 
rokken  vnd  zwen  mutt  habern  in  der  pharre  zu  Mitterkirchen  auf  dem 
bof  ze  Hunerueld  vnd  auf  einem  leben  vnd  auf  hofsteten  da  selbes 
dreitzehen  Schilling  wienner  phenning  geldes  vnd  den  zehend  in  der 
selben  pharr,  der  gehört  gen  Walthausen  vnd  giltviertzehen  mutt  bai- 
derlay  getraides,  dar  vmb  vns  der  vor  genant  vnser  her  Hertzog  Albrecht 
für  di  selben  getraid  gult  vnd  phenning  gult  geben  hat  zwai  hundert 
phunt  wienner  phenning,  der  wir  genczlich  bericht  vnd  gewert  sein. 
Wer  auch,  da  vor  got  sei,  daz  wir  di  vor  genanten  frumesse  nicht 
bestiften  mit  einem  erbern  ewigen  vnsers  ordens  priester  vnd  nicht 
begingen  alle  morgen  frue,  als  vor  geschriben  ist,  so  sullen  vns  der 
vor  genant  vnser  her  Hertzog  Albrecht  vnd  sein  erben  oder  sein 
nachkomen  manen,  daz  wir  ez  tun.  Wer  aber,  daz  wir  di  saumung 
nach  irer  manung  in  ainem  maneid  nicht  wider  brechten  noch 
eruolten  mit  gotz  dienst,  so  sullen  der  vorgenant  vnser  her  herczog 
Albrecht  vnd  sein  erben  oder  sein  nachchomen,  die  Hertzogen  in 
Osterrich  sind,  dieselben  messe  leihen  einen  andern  werld liehen 
priester  mit  der  vorgenanten  gult,  die  er  von  vns  gechouffet  hat, 
der  di  egenanten  messe  mit  gotes  dienst  verriebt  vnd  bege  in  aller 
der  weiz,  als  vorgeschriben  stet.  Dez  geb  wir  ze  vrchund  dem  ege- 
nanten vnserm  herren  herczog  Albrechten  von  Osterrich  vnd  seinen 
erben  oder  seinen  nachchomen  den  prief  versigelten  mit  vnsers  ege- 
nants  Probst  Wisents  vnd  dez  Conuents  ze  Walthausen  paiden  an- 
hangunden  jnsigeln,  der  geben  ist  nach  christi  gepurd  vber  dreitze- 
hen hundert  iar,  darnach  in  dem  siben  vnd  viertzkisten  iar  an  dem 
Auffart  tag  ze  Walthausen  in  vnserm  gotzhous. 

Orig.,  Perg.  mit  iwei  Siegeln  im  k.  k.  geh.  Haasarchiv. 


22 


XXII. 

1347.  30.  Mal.  Linz.  —  Eberhard  von  Wallsee,  Hauptmann  ob  der  Ena,  bezeugt, 

dass  dem  Kloster  Wilhering  die  Hube  tu  Strosshaim  gegen  Thoman  dem  Stau* 

dinger  in  der  Landschranne  zuerkannt  worden  sei. 

Ich  Eberhart  von  Wallsee,  Hawbtman  ob  der  Ens9  thun  kund 
an  dem  brief,  das  der  erber  geistlich  herr  Abbt  Hermann  zu  Wil- 
hering Thoman  dem  Stawdinger  mit  rechtem  recht  vor  mir  in  der 
Landschrann  vmb  die  hueb  ze  Strashaim  emprosten  ist,  also  das  er 
noch  sein  nachkommen  ewiglich  furbas  nymer  mer  hintz  im  noch 
hintz  sein  gotzhaus  dhain  ansprach  stillen  haben.  Mit  vrkund  des 
briefs  datum  in  Lynntz  anno  domini  Millesimo  tricentesimo  quadra- 
gesimo  septimo  in  vigilia  Corporis  Christi. 

Copialbuch  B  pag.  481.   Stiftsarchiv  Wilhering. 


XXIII. 

1347.  3L  Mai.  München.   —  Kaiser  Ludwig  befiehlt  das  Kloster  Raitenhaslach 
ungehindert  aus  dem  Forste  am  Weilhart  windfälliges  und  liegendes  Holz  aus- 
führen tu  lassen. 

Wir  Ludwig  von  Gots  genaden  römischer  Kaiser,  ze  allen 
Zeiten  merer  des  Reichs  entbieten  vnserm  Forstmaister  über  den 
Weilharty  der  iez  ist,  oder  hernach  wirt,  unsern  lieben  getreuen 
unser  hulde  und  alles  gut.  Wir  wellen  und  gebieten  euch  vesticli- 
chen  und  ernstlichen,  datz  ir  unser  lieb  dimütig  den  Abbt  und  daz 
Convent  dez  Gotzhaus  ze  Raitenhaslach  lazzent  füren  und  nemen 
alz  vil  wintvelliges  und  ligendes  holzes  aus  dem  obgenanten  Weil- 
hart, als  sy  in  irm  chloster  bedürffent  ze  brennen,  und  wellen  nicht, 
daz  ir  sy  daran  hindern  noch  irrent  mit  chainen  Sachen,  als  lieb 
euch  unser  hulde  sint.  Der  Brief  ist  geben  ze  Münichen  des  pfinz- 
tages  nach  Urbani  in  dem  drew  und  dreisigisten  jar  unsers  Richs, 
und  in  dem  zwainzigisten  unsers  Kaisertums. 

Monum.  boic.  III.  208. 


23 


XXIV. 

1347.  3.  Juni.  —  Abt  Leupolt  und  der  Content  des  Klosters  Heiligenkreuz 
thun  kund,  dass  Herr  Otto  der  Turse  von  Rauheneck  mit  der  Schenkung  eines 
Weingartens  tu  Baden,  genannt  der  Chrump,  einen  Jahrtag  gestiftet  hat,  wel- 
chen sie  nach  Verkauf  desselben  mit  einer  Gülte  von  8  Pfunden  Wiener  Pfen- 
ningen sicherstellen. 

Wir  prueder  Leupolt  apt  vnd  di  sampnange  gemain  dacz  dem 
Heiligen  Chreuez  veriehen  vnd  tven  chvnt  mit  disem  prief  allen  den, 
die  in  lesent  oder  horent  lesen,  daz  vns  der  erber  herr  her  Otto  der 
Türse  von  Rauheneke,  dem  got  genad,  hat  gegeben  einen  Weingar- 
ten, der  gelegen  ist  ze  Paden  vnd  haizzet  der  Chrump,  zv  einem 
ewigen  jartag.  Den  selben  Weingarten  hab  wir  mit  dez  erbern  hern 
hern  Jansen  dez  Türsen  dez  vorgenanten  hern  Otten  svn  dez  Tur- 
nen gunst  vnd  willen  verchauft  vnd  geben  haben  vmb  fvmftzich 
pfvnt  wienner  pfenning,  der  wir  verriebt  vnd  gewert  sein.  Dar  fuer 
hab  wir  im  vnd  seinen  erben  fvmf  pfvnt  wienner  pfenning  geltes  auz 
gezaiget  auf  vnserm  hof  ze  Paden  vnd  auf  allem  dem,  daz  dar  zve 
gehört,  swie  so  daz  genant  ist  mit  so  auzgenomner  red,  daz  wir 
ewichleichen  alle  iar  an  sand  Andres  tag  den  egenanten  jartag  begen 
schulten  mit  vigili  vnd  mit  sei  messen  vnd  mit  anderm  rainem  vnd 
gueten  gepet  nach  vnsers  Ordens  gewonhait.  Wir  schulten  auch  an 
dem  egenanten  tag  ewichleichen  geben  der  sampnunge  ainen 
ganezen  dienst  drew  stuche  gueter  wische  der  pesten,  di  man  ze 
der  selben  zeit  winden  mach  vnd  ain  semel  vnd  dez  pesten  weins, 
der  in  dem  vron  cheler  leit,  ein  pfruent  an  alle  wider  red  vnd  an 
allen  chrieg.  Waer  aber,  daz  der  vorgenant  Iar  tag,  alz  vor  ver- 
schieben ist,  wurd  versavmpt  von  vns  an  ehaftnotdurft,  so  schol  er 
sieh  oder  sein  naechsten  erben  zv  der  egenanten  gvlt  ziehen  vnd  di  so 
lang  inne  haben,  vneze  daz  di  savmchait  von  vns  werd  gepessert  vnd 
ervollet.  Vnd  daz  dise  vrchunde  slat  beleih,  dar  vber  geb  wir  im 
disen  prief  versigelt  mit  vnsern  paiden  anhangvnd  en  insigeln.  Diser 
prief  ist  gegeben  nach  Christes  gepvrd  dreutzehen  hvndert  iar,  dar 
nach  in  dem  svben  und  viertzigisten  jar  dez  naechsten  svntages  nach 
sand  Peternelle  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  zertrümmerten  Siegeln  im  Schlossarehive  zu  Eferding. 


24 


XXV. 

1347.  8.  Juni.  Steyr.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  bestätigt  mit  wört- 
licher Einschaltung  die  bezüglich  der  Vogteif reiheil  dem  Kloster  Traunkirchen 
ertheilten  Privilegien  Herzog  Otakars,  ddo.  Ens,  1 19 i>  und  Kaiser  Rudolfs, 

ddo.  Wien,  am  2&.  Juni  1277. 

Albertus  dei  gratia  Dux  Austrie,  Styrie  et  Karinthie,  Domi- 
num Carniole,  Marchie  ac  Portitsnaoni*,  Comes  in  Habispurch  et 
in  Kyburch  neenon  tuperioris  Alsacie  Lantgrauius  Dominu$que 
Pkyrreti*  tenore  presentium  publice  profitemur,  quod  honorabiles 
et  religiöse  persone  sanctimooiales  .  •  Abbatissa  et  Conuentus  mona- 
sterii  in  Travnehirchen  deuote  nostre  dilecte  ad  nostram  venientes 
presentiam  nobis  humiliter  supplicarunt ,  vt  ipsis  duo  priuilegia, 
vuum  ab  jüustri  Principe  Otakaro  quondam  Duce  Styrie,  et 
seeundum  a  diue  recordacionis  serenissimo  doroino  Rudolfo  olim 
Romanorum  Rege  auo  nostro  karissimo  tradita  et  concessa  innouare 
approbare  et  confirmare  de  speeiali  gracia  dignaremur,  quorum  primi 
priuilegij  tenor  ineipit  in  hec  verba.  „Ego  Otaebar  etc.  (wie  Ur- 
kunde ddo.  Ens  1191  —  OU.  II.  427  — )  monetam  teaebat."  Se- 
eundi  Tero  priuilegij  tenor  sie  ineipit:  n Rudolf us  dei  gracia  etc. 
(vide  ddo.  Wien  am  25.  Juni  1277  —  OU.  III.  471  — )  anno  quarto." 
Nos  igitur  predeeessorum  nostrorum  et  specialiter  intüctissimi  do- 
mini  Rudolfi  quondam  Romanorum  Regis  aui  nostri  karissimi 
yestigiis  inherentes  peticionibus  predietarum  sanetimonialiura  Abba- 
tisse  et  Conuentus  in  Travnehirchen  fauorabiliter  inclinati  prescripta 
priuilegia,  gracias,  libertates,  concessiones  et  jura  a  diuis  Imperato- 
ribus  et  Regibus  Romanorum  neenon  Ducibus  Austrie  et  Styrie  mo~ 
nasterio  prenotato  eoncessa,  tradita  et  indulta  innouamus,  approba- 
mus  et  presentis  scripti  serie  confirmamus  vniuersis  et  singulis  sub 
obtentu  gracie  nostre  firmiter  ac  districtius  inhibentes,  ne  quis  huic 
nostro  priuilegio  ausu  temerario  contraire  presumat  quoquo  modo» 
sicut  grauem  nostre  vlcionis  viudictam  voluerit  euitare.  In  cuius  rei 
testimonium  presentes  couscribi  feeimus  et  maioris  nostri  sigilli 
appensione  muniri.  Datum  Styre  sexto  idus  Junij  anno  domini  mille- 
simo  trecentesimo  quadragesimo  septimo. 

Orig.,  Perg.  mit  schon  losgerissenem  R  eiteraiegel  zu  Ort  am  Traunsee. 
Vergl.  Kirchl.  Topographie  XIV.  248. 


2S 


XXVI. 

1347.  10.  JuÜ.  Stejr.  —  Herzog  Albrecht  ertaubt  den  Bürgern  zu  Steyr  jähr- 
lich einen  Jahrmarkt  zu  halten. 

Wir   Albrecht  von  gots  gnaden  Hertzog  ze  Österreich^  ze 
Steyr  und  ze  Kernden9  Herr  ze  Crain,  auf  der  March  und  ze  Por- 
tenatr,   Graf  ze  Habspur g  und  ze  Kyburch,   Landtgraf  ze  Elsazze 
und  Herr  ze  Phirtt  etc.  tun  chunt  öffentlich  mit  disem  brief,  daz  für 
vns  chomen  unser  purger  gemainlichen  ze  Steyer  und  tetten  uns  ze 
wizzen,    sy  hetten   ze  etlichen  Zeiten  ainen  jarmarcht  gehabt,   der 
wer  in  vor  etlicher  sache  wegen  abgenommen   und   baten  uns,   daz 
wir  in  von  gnaden  wider  erlaubten,  ainen  jarmarcht  ze  haben,   daz 
haben  wir  getan  durch  ir  bet  willen  und  haben  in  erlaubt  und  erlau- 
ben auch  mit  disem  brief,  ainen  jarmarcht  alle  jar  ze  haben,  datz 
Steyer  des  nechsten  sunutags  vor  dem  Aufferttag  und  vreyung  dartzu 
acht  tag  lang  vor  und  acht  tag  hinnach  ze  wandeln  und  ze  werken  mit 
allerlay  choufmanschaft.  Si  sullen  auch  auf  demselben  jarmarcht  die 
rreyung  haben,  die  ander  unser  stet  in  Osterreich  auf  iren  jarmarch- 
ten  habent  an  alle  irrung;   des  geben   wir  ze  urchund  diesen  brief 
besigelten  mit  unserm  insigel.  Geben  ze  Steyr  an  sunntag  vor  Sand 
Veitstag  nach  Christi  geburd  dreyzehenhundert  jar,  darnach  in  dem 
sibenund  vierzigsten  jare. 

Orig.,  Perg.  mit  einem  Reitersiege]  im  Stadtarchive  zu  Steyr. 

XXVII. 

1347.  25.  Juni.   Landshüt.  —  Kaiser  Ludung  nimmt  Cunrat  den  Tannberg  er 
mit  zwölf  Helmen  in  seinen  Dienst  gegen  den  Markgrafen  von  Mähren, 

Wir  Ludwig  von  gotes  genaden  Hämischer  Keyser9  ze  allen 
teiten  merer  dez  Reichs,  bechennen  öffentlich  vnd  tun  kunt,  daz  wir 
mit  dem  vesten  mann  Cunrat  Tannenberg  er  vnserm  lieben  getrewen 
vmb  dienst  also  gerett  vnd  geteidingt  haben,  daz  er  vns  mit  zwelf 
mannen  mit  helmen  hie  zwischen  vnd  sant  Marteins  tag,  der  schirst 
chorat,  vnd  dar  nach  daz  nehst  gantz  wnoider  den  Markgrauen 
von  Merhern,  der  sich  dez  Reichs  wider  vns  an  genomen  hat,  vnd 
wider  alle  sein  helfer  vnd  diener  dienen  vnd  warten  sol  vberal  im 


26 

dem  land  ze  Beyrn  vnd  an  den  gemerchen,  wo  hin  oder  wann  wir 
in  vordem,  Vnd  sol  mit  den  selben  helmen  ziehen  vnd  varn  ms  vnd 
vnserra  land  on  schaden  vberal  vnd  swann  er  an  die  stat  chomt,  do 
hin  wir  in  vordem,  so  sullen  wir  im  dann  kost  geben  als  andern 
vnsern  dienern  Vnd  vmb  den  selben  dienst  sullen  wir  im  geben  vnd 
richten  zwai  hundert  pfunt  Regenspurger  pfenning  vf  sant  Jörgen 
tag,  der  schirst  chomt,  Vnd  ob  der  vorgenant  Cunrat  Tannenberger 
in  der  frist  nit  enwer,  so  sullen  wir  seiner  Hausfrauwen  vnd  erben 
dez  selben  geltes  vnd  si  vns  dez  vorgenanten  dienstes  gebunden 
sein.  Dar  vber  ze  vrchunt  geben  wir  im  disen  brief  versigelt  mit 
vnsenn  insigel,  der  geben  ist  ze  Lantzhut  an  mentag  nach  sant 
Johans  tag  ze  Sunwenden  nach  Kristes  geburt  dreuzehen  hundert 
iar,  darnach  in  dem  siben  vnd  vierzigstem,  in  dem  dri  vnd  drizig- 
stem  iar  vnsers  reichs  vnd  in  dem  zweinzigstem  dez  keysertumes. 

Orig.,  Perg.  mit  Hfingesiegel  im  Schlosse  tu  AurolzmÜnater. 


% 


xxvm. 

1347.  26.  Juni.  PassaU.  —  Versicherung  des  Bischöfe*  Gottfried  von  Passau, 

dass  die  durch  ihn  ertheilte  Institution  eines  Pfarrers  tu  Waldkirchen  den 

Rechten  des  Klosters  St.  Florian  auf  die  Pfarre  keinen  Abbruch  thun  soll. 

Gotfridw  dei  gratia  Ecclesie  Patauiemis  Episcopus  venera- 
bili  in  christo  Heinrico  preposüo  Monasterii  sancti  Floriani  Cano- 
nicorum  Regularium  nostre  dyocesis  salutem  et  gratiose  voluntatis 
affectum.  Dubium  tibi  non  existat,  quin  ecclesiam  in  Waltchirchen, 
quocienscumque  eam  vacare  contigerit  et  conferri,  quod  nullus  insti- 
tuetur  in  eadem,  nisi  iuribus  et  pensionibus  tibi  et  ecclesie  tue  debi- 
tis  semper  saluis.  Hoc  enim  in  institutionibus  ecclesiarum  omnium, 
que  ad  pensiones  vel  alia  iura,  quibuscumque  ecclesiis  uel  rectori- 
bus  earundem  de  iure  astringuntur,  semper  soliti  sumus  obseruare. 
Non  est  enim  intentionis  nostre,  vt  quibuscumque  ecclesiis  uel  per* 
souis  in  juribus  et  pensionibus  eisdem  de  iure  debitis  per  nostram 
collacionem  vel  institutionem  aliquid  preiudicium  generetur.  Datum 
Patauie  Johannis  et  Pauli  martirum. 

Orig.,  Perg.  mit  rückwärts  aufgedrucktem  Siegel   im  Stiftssrchire   zu 
St.  Florian. 


27 


XXK. 

1347.  26.  Juni.  Passao.  —  Das  Capitel  von  Passau  reversirt  sich  gegen  den 
Propst  Heinrich  von  St.  Florian,  das*  das  lieber  einkommen  zwischen  dem 
Bischof  Gottfried  und  dem  Propst  wegen  Verleihung  der  Pfarre  Waldkirchen 
an  den  Domherrn  Ulrich  von  Traun  dem  Kloster  zu  keinem  Nachtheil  gerei- 
chen soll* 

Venerabili  in  christo  patri  ac  domino  domino  Heinrico  prepo- 
sito  Monasterii  sancti  Floriani  super  Ypham  Canonicorum  Regu- 
larium  Otto  dei  gratia  (prepositus).  Gundackcher  decanus  et  Capi- 
tulum  Ecclesie  Pataviensis  vtinam  ad  quelibet  beneplacita  volunta- 
tem.  Juxta  tenorem  littere  vobis  directe  ex  parte  reuerendi  in  christo 
patris  et  domini  domini  Gotfridi  Patauiensis  Episcopi  vos  securum 
et  roonasterium  Testrum  reddimus,  quod  quacunque  via  prouisum 
fuerit  ex  parte  dicti  domini  nostri  Episcopi  Vlrico  de  Truna  con- 
eanonico  no£lr0,vobisdepensionedebitade  ecclesia  in  Walt chirichen 
in  posterum  nullum  preiudicium  generari.  Datum  Patauie  Johannis 
et  Pauli  Martirum. 

Aas  einem  Pergamentcodex  tu  St  Florian. 


XXX. 

1347.  19.  Juli.  —  Chunrat  von  Tannberg  und  Chalhoch  von  Falkcnstein  treffen 
mit  Peter  von  Rosenberg  Abrede  rücksichtlieh  der  passauer  -  böhmischen 
Grenze  im  Falle  eines  Krieges  zwischen  dem  Kaiser  und  dem  König  von 

Böhmen. 

Ich  Chvnrat  von  Tannberch  vnd  ichCholhoch  van  Valchenstain 
vettern  veriechen,  vnd  tun  chunt,  daz  wir  mit  dem  edlen  hern  hern 
Petern  van  Rosenwerch  saetz  haben  mit  dem  gemerich  dez  landes  tze 
Behera,  daz  an  vnser  Lant  gemerich  stoetzzet  also  beschaydenleich 
red  an  allez  geuaer,  wenne  daz  geschaech,  daz  wir  van  dez  Chay- 
sers  wegen  muesten  tuen  wider  daz  gemerich,  so  schullen  wir  ym 
vor  ocht  tag  wider  sagen  vnd  scholl  der  vryd  vnd  der  satz  dy  selben 
ocht  (Tage)  zwischen  vns  staet  vnd  gantz  beleiben  angeuaer,  als  vor 
vnd  waz  ich  inne  han  van  meinem  hern  dem  Py schone  tze  Pazzawe, 
dy  pfleg  tze  Velden  vnd  waz  dar  tzu  gehört,  daz  schol  in  den 
selben  saetzen  sein.  Waer  aber  daz  getan,  daz  dhain  schod   van 


28 

den  vnsern  hin  in  den  saetzen  geschaech,  da  hat  hei*  Hainreich  van 
Welisching  vnd  her  Tobische  van  Chaemnytz  gewalt  vns  vmb  tze 
sprechen,  Vnd  daz  schulle  wir  in  auztragen  vnd  auz  rychten  yner 
vier  wochen.  Daz  gehayzze  wir  in  mit  vnsern  trewen  an  aydes  stat 
vollfueren.  Waer  aber  daz  getan,  daz  ein  poezze  volche  chaem  vnd 
wolt  tuen  auf  sein  recht  an  den  gemerchen,  da  schulle  wir  tzu  tuen 
mit  vnsern  dyenaern  vnd  mit  vnsern  vesten,  daz  ir  wol  secht,  daz  iz 
vngeuaerlich  geschechen  sey  vnd  auch  vns  nicht  lub  waer.  Vnd 
wenne  dy  stoezze  aufgestozzen  werdent  van  vnsern  wegen,  oder  van 
dez  wegen  van  Rosenwerch,  so  schulle  wir  vnser  prief  aneinander 
wider  geben.  Daz  gehayzze  wir  mit  vnsern  trewen  an  aydez  stat 
also  volfueren,  alz  iz  an  dysem  gegenburtygem  prief  geschriben  stet. 
Daz  dy  red  staet  vnd  vnverchert  beleih,  dar  vber  gib  ich  Chvnrat 
van  Tannberch  vnd  ich  Cholhoch  von  Valchenstain  dysen  offen 
prief  mit  vnsern  anhangunden  insigeln.  Des  ist  geben,  do  man  tzalt 
van  chrystez  gepuerd  dreutzechen  hvndert  iar,  dar  nach  in  dem 
syben  vnd  viertzigislem  iar  dez  phintz  tages  vor  sand  Mariam  Mag- 
dalen  tag. 

Monum.  boic.  XXX.  II.  190. 

XXXI. 

1347.  3.  August.  —    Weichart  von  Winkel  gibt  Beinern  Schwiegersöhne  Otto 
von  Liechtenstein  zur  Heimsteuer  seiner  Tochter  Anna  den  Satt  von  300  Pfund 

Herrn  Albrechts  des  Burggrafen  von  Gars. 

Ich  Weichart  von  Winchel  vnd  ich  Katrey  sein  hausvraw 
vnd  alle  vnser  erben  vergehen  vnd  tuen  chunt,  daz  wir  gesatzzt  vnd 
geben  haben  recht  vnd  redlich  ze  rechter  haymstewer  vnserm  lieben 
aydem  Otten  von  Lyechtenstayn  vnd  vrawn  Anne  seiner  hau*- 
vrawn  vnser  lieben  tochter  den  satz,  den  vns  vnser  lieber  ohem 
her  Albrecht  der  Purgraf  von  Gors  gesatzzet  vnd  geben  het  für 
drev  hundert  phunt  wienner  phenning.  Den  selben  satz  hab  wir  in 
geben  vnd  gesatzzt  vnd  allen  ir  payder  erben  mit  allen  dem  rechten 
vnd  nuczen,  als  er  vns  geben  vnd  gesatzzet  ist  vnd  als  wir  in  gehabt 
haben  als  sein  prief  sayt,  den  er  vns  darvmb  geben  hat.  Den  selben 
prief  mit  sampt  dem  vorgeschrieben  gut  hab  wir  geben  vnd  gesatzzet 
vnserm  vorgenanten  lieben  aydem  Otten  von  Lyechtenstain  vnd 
vnser  lieben  tochter  vrawn  Anne  seiner  hausvrawen  vnd  ir  payder 


29 

erben  mit  allem  dem  rechten,  als  wir  den  prief  vnd  das  guet  inne 
gehabt  habent.  Vnd  darumb  durich  pezzer  sicherhayt  vnd  vrchunt 
geb  wir  in  den  prief  ze  ainem  waren  gezewg  diser  sach  versigelten 
mit  meinem  anhangunden  insigel,  Vnd  sind  auch  des  gezewg  di 
erbern  herren,  die  hernach  geschriben  stent,  mein  lieber  ohem  her 
Alber  von  Rauchenstain  vnd  mein  lieber  ohem  her  Reinprecht  von 
Schonberch,  dew  diser  sach  gezewg  sind  mit  ir  payder  anhangun- 
den insigelen.  Der  prief  ist  geben  nach  Christes  gepuerd  dreuczehen 
hundert  jar,  darnach  in  dem  syben  vnd  viertzgisten  iar  an  sand  Ste- 
phans tag,  als  er  erfunden  ward. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  Hfingeaiegeln  im  Schlosaurchire  zu  Gachwendt 

XXXII. 

1347.  8.  September.  Kruman.  —  Peter  von  Rosenberg,  oberster  Kämmerer  in 
Böhmen,  bestätigt  dem  Kloster  Schlägel  alle  Schenkungen  seiner   Vorfahren 

mit  Angade  der  Grenzen. 

In  dei  nomine  amen.  Nos  Petrus  de  Rosenberch  Summus 
Regni  Bohemie  Camerarius  omnibus  in  perpetuum.  Cum  a  uobts 
petitur,  quod  iustum  est,  tarn  vigor  iuris  tarn  ordo  postulat  rationis, 
vt  id  ad  exaudicionis  gratiam  fauorabiliter  admittamus,  eapropter 
notum  esse  vohimus  tenore  presenciura  vniuersis  tarn  presentibus 
quam  futuris,  quod  nos  ad  preces  et  deuotam  instanciam  honorabiiis 
viri  demini  Nicolai  prepositi  ceterorumque  fratrum  monasterij  beate 
virginis  in  Plaga  ordinis  premonstratensis  donacioncs  legittimas  et 
perfeetas,  quas  dilectus  genitor  notier  dominus  Henricus  pie  recor- 
dationis  et  alij  predecessores  nostri  ob  recordationem  et  remedium 
animarum  progenitorum  omniumque  consanguineorum  nostrorum  ac 
ob  salutem  propriam  fecisse  dinoseuntur  de  suis  hereditarijs  et  pro- 
priis  bonis  ipsorum  monasterio  Plagensi  et  ecclesie  parrochiali  in 
Fridburch  conferendo  certa  bona  et  redditus  eipressos,  prout  in 
eorum  literis,  quas  perfecte  in  presentia  filiorum  nostrorum  Petri 
videlicet  et  Judoci  ac  generi  nostri  domini  Thobie  de  Kempnicz 
fideliumque  nostrorum  Buskonis  de  Bernhartycz9  Wernheri  etPrzi- 
bitonis  fratrum  de  Poi%essiny  Nicolai  de  Podnawicz,  Johannis  de 
CzeJcow  et  wlczkonis  de  Dobronycz  ac  alijs  pluribus  fidedignis  in 
Chrumpnaw  perspeximus  non  cancellatas  ec  in  aliquo  viciatas, 
quarum  tenor  per  orania  inferius  est  expressus,  videlicet   quelibet 


30 

ueniora,  prata  ac  qaeque  sita  a  metis  Bauart*  rsque  ad  flumen 
Muham  et  omnia,   que   intra  duoram  riuuloruro  ambitu   eontinentur 
inferius  a  riuulo,  qoi  Jezowa  dieitur  vsque  ad  remotiorem  riuolum  in 
ateensu,  qui  Peslizicze  in  Bohemico  nuncupatur,   quiete  et  libere  in 
perpetüum  possidenda,  hac   tarnen  specifieatione  facta,  quod   nos 
uo«!rique  $ucces>ores  eorondem  nemoram   ac  bonorum  simus  defen- 
$ore*   et   tutores  et  rt   nostris   special  ibus  renatoribus  ad  nostram 
niensam   seruientibiis   in   eisdem   nemoribus   renari  liceat  animantia 
rniuersa.   Insuper  ridimus  eorundem  fratrum  literas   ecclesie  scilicet 
Plagen  Hin  super  ecelesiam   in  Fridburga  eorum   predicto  cenobio 
condotatam  cum  pleno  iure  patronatus  et  cum  omnibus  ad  eam  spcc- 
tantibus  perpetuo  possidendam,  scilicet   cum  omnibus  agris,  pratis 
5eu  alijs  quibuslibet   sttis   infra  Multam  et  riam,  qua  itur   de  foro 
Tersus  sludene  vsque  ad  Riuulum,  qui  Jurzissczie  in  Tulgari  appella- 
lur,  atque  cum  villa  dotali  Frldaw  nuncupata,  que   est  ad  duodecim 
pleno*  laneos  cum  pratis  sibi  necessarits  de  nostro   neroore  exstir- 
panda.  Xichilominus  cum  plenis  deeimis  de  nostra  curia  et  agricul- 
tura  in  maiori  nostra  villa  Drazen,  presertim  cum  omnibus  prouen- 
tibus  decimarum  maiorum   vel   minorum  in  heredkate   in  Fridburg 
pretacta  ac  cum  cunctis  fructibus  thelonei   et  mute,   decime  ebdo- 
made  fori  predicti,  que  omnia  sunt  spectantia   ad  antedictam  eccle- 
siam  Fridburga  et  vna  cum  ipsa  ecclesia  antedicte  Plagensi  ecclesie 
est  dotata,  rt  est  superius  expressum,   et  quod  licet  preposito  Pla- 
gensi  ibi  locare  plebanum  vnum   de  suis  fratribus  siue  presbiterum 
secularem  eidemque  plebano  licet  habere   suum  specialem  et  conti- 
nuiim   priscatorem  in   supertori   et    inferiori   parte  ad  placitum  in 
flumine  Mulla  cum   hämo  et   barsa  piscandi,  tali   tarnen   conditlone 
adiecta,  quod  ecclesia  in  Fridburg  prenotata  cum  vniuersis  suis  per- 
tinentijs  supranotatis  spectet  ad  terram  Bohemie  seu  dyocesem  Pra- 
gensem  sub  uostro  nostrorumque  successorum  gubernamine  et  tutela. 
Demum  perspeximus  fratrum   antedictorum  eorumque  Cenobij  literas 
super  ecclesiam  parrochialem  in  Chirchslag  cum  tribus  mansis  ibi- 
dem in  foro  ad  dotem  spectantibus  et  villam  dictam  Phaffenslag  pre- 
dictorum   fratrum   monasterio   etiam  cum  pleno   iure  patronatus  a 
nostris  predccessoribus  condonatam,  ab  eis  libere  in  perpetüum  pos- 
sidendam.  Nos  igitur  donationes  omnes  factas  sepedicto  monasterio 
Plagensi   preposiloque  et  fratribus  predictis   singulas   dei   et  beate 
Marie  sue  pijssime  matris  ob  respectum  necnon  nostre  salutis  nostro- 


31 

rumque  progenitoruro  cupientes  nun  minuere  sed  augeri,  de  consensu 
conthoralis  nostre  dilecte  Katherine  et  omnium  nostrorum  heredum 
aceedente  optima  voluntate  ratas  et  gratas  habemus  et  presentis 
scripti  patrocinio  confirmamus  et  perpetuo  volumus  esse  valituras; 
vt  autem  omnia  premissa  robur  oblineant  firmitatis,  jdcirco  iussimus 
presentes  eonscribi  et  eas  sigilli  nostri  munimine  roburari.  Insuper 
ego  Petrus  junior  Pragensis,  Olomucensis  et  Patauiensis  Ecclesia- 
rum  Canonicum  et  Judocus  de  Rosenberch  filii  domini  Petri  de 
Rosenberch  prelibati  hec  appensione  sigillorum  nostrorum  protesta- 
mur  et  ratificamus.  Acta  sunt  hec  in  Chrumpnaw  anno  domini  mille- 
simo  trecentesimo  quadragesimoseptimo  die  Natiuitatis  sancte  Marie 
rirginis  gloriose. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hfingeaiegoln  im  Stiftsarchire  au  Schlagl. 

XXXIII. 

1547.  19.  September.  —  Jan*  von  Reichenstein  verkauft  dem  Stadtrichter  tu 
Freistadt  Wulfing  die  Hube  tu  Zeyrt  in  der  Pfarre  Gallneukirchen. 

Ich  Jans  von  Reychenstain  vergich  offenbar  an  dem  prief  vnd 
tuen  auch  chvnt,  das  ich  ze  chauflen  hab  geben  mein  hueb,  genant 
Zeyrcz,  dy  gelegen  ist  in  Nevnchircher  pharr,  vnd  lehen  ist  von  dem 
edeln  Herczogen  in  Osterreich,  mit  alle  dem  recht,  vnd  ich  sey  gehabt 
hab,  Wulfinn  zden  zeyten  stat  richter  in  der  Vreimtat  vnd  seiner 
hausfrown  Eispete n  vnd  ir  payder  erben  vmb  sechs  vnd  dreyzzk 
phunt  phenning  alter  Wienner  mvns,  der  si  mich  gancz  vud  gar 
gericht  vnd  gewert  haben,  vnd  schol  auch  ich  egenanter  Jans  oder 
mein  erben  dem  egenanten  Wulfing  oder  sein  erben  dy  vorbeschri- 
ben  hueb  aufgeben  vnd  mit  herren  hant  richtig  machen  an  allen 
chrieg  vnd  an  all  wider  red,  vnd  auch  an  allen  iren  schaden,  wenn 
si  daz  an  mich  oder  an  mein  erben  ayschent.  Darüber  zv  vrchund  vnd 
zv  einem  waren  sichtigen  zevg  gib  ich  offt  genanter  Jans  von  Rey- 
chenstain in  dysen  offen  prief  für  mich  vnd  für  all  mein  erben  wol- 
besigelten  vnd  bestaett  mit  meinem  anhangundem  insigel,  vnd  zv  einer 
pezzern  sicherhait  mit  meinez  lieben  prüder  insigel  Vlreichs  von 
Reyhenstain  für  allen  chvnftigen  chrieg.  Der  prief  ist  geben  nach 
Christes  geburd  dreuzehen  hvndert  iar,  dar  nach  in  dem  siben  vnd 
vierczkystem  iar  dez  mitichens  in  der  chotember  vor  sand  Michels  tag. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel  im  Stadtarchive  so  Freistadt. 


32 


XXXIV. 

1347.  29.  September.  —  Marchart  der  Zeller  verzichtet  auf  zwei  Güter  auf 
dem  Dürstling  in  der  Pfarre  Neukirchen  an  der  fpf  tu  Gunsten  des  Klosters 

Gleink. 

ICH  Marchart  der  Celler,  ich  Alhait  sein  hawfrowe  wier 
veriehen  offenbar  an  disem  prief,  daz  wier  dez  chriegs  vnd  der  an- 
sprach, dev  wier  gehabt  haben  hintz  dem  Gotzhaus  tze  Glevnch 
vmb  tzwai  gert  gelegen  auf  dem  Dürstling  in  Nevnchircher  pfarr 
pei  der  Ypf,  div  weiln  her  Fridreich  der  Chwsperger  van  dem 
Stain,  dem  Got  gnad,  dem  selben  tzv  einem  rechten  selgret  gegeben 
het,  hinder  erber  laut  vnd  vnser  frevnt  gegangen  sein,  die  vns  da- 
von genomen  habent  also,  daz  wier  nach  rat  vnd  mit  wolbedachten 
müt  vnd  mit  gutlichem  willen  vnser  selber  vnd  aller  vnser  erben 
von  aller  ansprach  gegen  dem  selben  guten  gestanden  sein  vnd  daz 
wier  vns  gaentzleich  vnd  redleich  vertzigen  haben  vnd  auch  vertzei- 
chen  der  vorgenanten  zwaier  gut  auf  dem  Dürstling  mit  alle  div,  vnd 
dartzv  gehört,  versucht  vnd  vnuersüchtso,  daz  noch  wier  noch  dhainer 
vnser  erben  oder  vnser  afterchunft  hinfür  ieman  chainz  recht  oder 
chain  ansprach  dargegen  immer  haben  süllen  oder  mugen.  mit 
vrchund  ditz  gegeuburtigen  offen  priefs,  der  versigelt  ist  mit  meinem 
vorgenanten  Marchartz  dez  Celler  aigen  anhangundem  jnsigel  vnd 
mit  hern  Marcharts  dez  Chersperger  jnsigel  van  dem  Stain  vnd  mit 
Ortolfs  dez  Chersperger  jnsigel  seins  prüder  vnd  mit  Her  Heins  dez 
Chersperger  iers  vettern  tzv  einer  gancen  warhait  vnd  ewigen  st®- 
tichait  derselben  sache.  der  Prief  ist  gegeben,  da  von  Christes 
gepurd  warn  d  ergangen  drivtzehenhundert  jar,  darnach  in  dem  siben 
vnd  viertzigistem  iar  an  saut  Michels  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  Siegel resten  im  bischöfl.  Consistorium  zu  Linz. 

XXXV. 

» 

1347.  28.  OctOber.  —  Albrecht  von  Klingberg  und  sein  Vetter  Heinrich  von 
Klingberg  versetzen  Weicharten  und  Katharinen  von  Winkel  die  Ve'sle  und 
das  Haus  zu  Arbesbach  und  eine  Gülte  um  ein  Darlehen  von  430  Pfund  Wiener 

Pfenninge. 

Ich  Albrecht  von  Chlingberch  vnd  alle  mein  erben  vnd  ich 
Heinreich  sein  Vetter  von  Chlingwerch  vnd   alle   mein  erben  Wir 


33 

vergehen  offenlich  an  disem  prief  vnd  tuen  chunt,   daz  wir  gesatzzet 
haben  ze  rechter  satzzung  als  satzes  recht  ist  vnd  des  landes  recht 
eze  Ostericb,   dem  erbern  herren  hern  Weicharten  von  Winchel 
tnd  vrawen  Katreyen  seiner  Hausvraweh  vnd  allen  iren  erben, 
di  Test  vnd  daz  haus  ze  Arybatzbachy    dev  vnser  rechtes  aygen 
gewesen   ist,    dar    zu    hab    wir  in  gesatzzt   drev   vnd    fumfczich 
phunt  wyenner   phenning  geltes,    daz    zerecht  ze    der   vorgenan- 
ten vest  gehart,    also  hab  wir  in  ez  gesatzzet  zerechter  satzzung 
vmb  vier  hundert  phunt  vnd  dreizzich  phunt   wienner  phenning,   di 
si  vns  berayt  dar  auf  geliehen  habent,  also   mit  auzgenomener  red, 
daz  si  di  vorgenante  vest  vnd  auch   di  gult  alle  inne  haben  schallen 
mit  allem  den  rechten  vnd  nutzzen,   als   wir  si  selber  inne   gehabt 
haben.  Sev  schulten  auch  den  dinest  vnd  di  nutzze,    di  von  den  vor- 
genanten guetern  bechoment,   in   vessen   vnd   nemen,    nutzzeu   vnd 
niezzen  aller  ierchleich  ze   gleicher  weys,   als   wir  selber  an   allen 
abslag  als  lang,  daz  wir  si  vun  in  ledigen.  Vnd  wanne  ich  vorgenan- 
ter Albrecht  von  Chlingwerch  oder  mein  erben  ledigen  vnd   losen 
wellen,  daz  schulten  wir  tuen,   welichs   iars  wir  mugen  oder  wellen 
vmb  alle  vier  hundert  phunt  vnd   dreizzich  phunt  wienner  phenning 
mit  einander,  vnd  doch  also  beschaidenlich,  daz   di   nutzz   vnd   der 
dinest,  der  danne  schirist  von  den  vorbenanten  guetern  bechomet, 
der  scholl  geuallen  dem  vorgenanten  hern  Weichart  von  Winchel 
rnd  seinen  erben,  aber  an  allen  abslag,   als  vorgeschriben  stat,   vnd 
wanne  si  ir  phenning  nicht  lenger  enpern   mochten  oder  wolten,   so 
sehullen   si   di  vorgenanten   vest  vnd   auch   di  gult  versetzzen  vmb 
Vier  hundert  phunt  vnd  dreizzich  phunt  wienner  phenning,  als  vi)  ez 
in  von  vns  stat,  vnd  sehullen  daz  tuen  nach  meinem  rat,   wer  aber 
daz,  daz  ich  nicht  bei  dem  land  wer,   so  schol   ez  geschechen  nach 
meines  lieben  swagers  rat  hern  Hainreichs  von  Walsse  ze  Drozen- 
iorf}  vnd  wer  auch  daz,  daz  in  der  drey  vnd  fumftzich  phunt  wienner 
phenning  geltes,  di  vorbenant  sind,   da  icht  abgieng,  der  man  da 
nicht  fand,  von  rechten  nutzz,  die  sehullen   wir  in  widerlegen  vnd 
erstatten  von  anderm  vnsern  guet,   da  wir  daz  haben,  da  ez  in  aller 
pest  fuegt  vnd  gelegen  ist,  als  verr  daz  wir  sev  dreyer  vnd  fumttzich 
phunt  wienner  phenning  gelts  gewaltich  machen.  Vnd  daz  di  Wand- 
lung ditz  satzes  furbaz  also  stet  vnd  vnzebrochen  beleih,  darumb 
durich  bezzer  sicherhayt,  vrchund   vnd   warhayd  diser  sach  gyb  ich 
rorgenanter  Albrecht  von  Chlingwerch  vnd  alle  mein  erben  dem  oft- 

Urkundenbach  dei  Lande«  ob  der  Eons.  VII.  Bd.  3 


34 

genanten  herren,  kern  Weicharten  von  Winchel  vnd  vrawen 
Katreyn  seiner  hausvrawen  vnd  allen  iren  erben  disen  prief  ze 
ainem  waren  gezewg  vnd  steter  warhayt  diser  sach,  versigelten  vnd 
besteten  mit  meinem  anhangunden  insigel,  darunder  ich  mich  ege- 
nanter  Hainrich  van  Chlingwerch  vnd  alle  mein  erben  verpinden, 
allez  daz  stes  zehaben,  daz  vor  an  disem  prief  geschriben  stat,  mit 
meinen  trewen.  Des  sind  auch  gezewg  di  erbern  herren»  her  Eber- 
hart  vnd  mein  lieber  sicager  her  Heinrich,  di  paid  brueder  von 
Wahse,  hauptleut  ze  Drozendorf  mit  ir  an  hangunden  insigeln. 
Der  brief  ist  geben  nach  Christes  gepurd  dreutzehen  hundert  jar, 
darnach  in  den  syben  vnd  viertzgisten  iar  des  nächsten  suntags  vor 
aller  Hayligen  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  Siegelresten  im  Sehlossarchive  zu  G  seh  wen  dt. 

XXXVI. 

1347.  11.  lOVember.  Weis.  —  Tamquart  Tanpeck,  Bürger  zu  Welss  vermacht 
dem  Spitale  in  Weh  seine  Wiese  zu  Pack,  welche  Erbrecht  vom  Kloster  Lam- 

back  ist,  als  Seeig  erat  he. 

Ich  Tanquart  Tanpech  purger  ze  Weh  vergich  offentleich  mit 
diesem  prief  vnd  tuen  chunt,  das  ich  mit  wulbedachtem  muet  vnd 
mit  guetleichem  willn  vnd  wort  aller  meiner  erben  geben  han  dem 
spital  ze  Weh  durich  got,  durich  meiner  sei  hail  vnd  allen  meinen 
var  vadern,  ze  einem  ewigem  selgerete  mein  wis  ze  Pach,  di  ich  ze 
rechtem  erib  von  dem  gotes  haus  ze  Lambach  han  vnd  da  von  ich 
alle  jar  hintz  dem  selbn  gotes  haus  zwainzig  alt  wienner  phening 
an  vnser  vrown  tag  ze  der  dienstzeit  ze  einbrecht  gib,  also  weschai- 
denleich  vnd  mit  aufgenommer  red,  swer  phleger  des  vargenanteu 
spitals  ist,  der  schol  di  selbn  wis  alle  jar  mit  wishaien,  mit  mad, 
mit  anderm  werich.  vnd  dar  zue  gehört,  aus  richten  vnd  verrichten 
an  alle  mein  mue.  Vnd  all  nutze  alt  vnd  jung,  als  di  ierleich  van  der 
wis  geuallent,  die  schol  des  spitals  auwalt  auf  der  wis  taileu,  vnd 
halben  tail  dem  spital  fassen  vnd  ich  halben  tail,  swenn  aber  ich 
nimer  bin,  so  schulten  all  mein  nutze  ledichleich  des  egenanteu 
spitals  an  allen  chrieg  von  allen  meinen  erben  sein.  Vnd  swer  dann 
obrister  phleger  des  offtgenanten  spitals  ist,  der  selb  schol  den  dürf- 
tigen im  spital  geben  an  dem  achteden  tag  vnser  vrown  tag  ze  der 
schiedung  von  der  wis  ein  halbs  phunt   alter  wienner  phening,   als 


35 

verr  vnd  di  vnter  in  geraichen  mugen.  Geschech  aber,  das  den  dürf- 
tigen an  dem  selben  tag  das  halb  phunt  phening  nicht  geben  wurd, 
schullen  mein  nächst  vreunt,  di  dann  lebunt  sind,  sich  der  var- 
geschriben  wis  vnterziechen  mit  vollem  gewalt  von  dem  spital  in  ir 
gewalt,  vnd  schullen  chainen  chrieg  noch  ansprach  von  dem  spital 
vnd  von  den  purgern  darvmb  leiden  noch  gewinnen,  sev  schullen 
aber  den  dürftigen  im  spital  alle  jar  das  e  geschriben  halbes  phunt 
phening  an  dem  selbn  tag  von  der  wis  geben  vnd  raichen,  als  var 
geschriben  ist  ze  hilf  meiner  vnd  aller  meiner  vaderen  sei.  Das  dem 
spital  di  sach  also  stet  vnd  vnuerchert  weleib,  dar  vber  ze  einem 
waren  vrchund  gib  ich  disen  prief  wesigelten  mit  der  stat  jnsigel  ze 
Wels  anhangundem  vnd  ich  Tanquart  mit  meinem  anhangundem 
jnsigel.  Der  prief  ist  geben  ze  Wels,  da  vergangen  waren  von 
Christy  gepurd  dreutzechen  hundert  jar,  dar  nach  inn  dem  siben  vnd 
vierzigistem  jar  an  sand  Merteins  tag. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel  im  Stadtarchive  iu  Wels. 

XXXVII. 

1347.  4.  December.  Wien.  —  Albert  IL,  Herzog  von  Oesterreich,  bestätiget  das 
von  den  Herzogen  Rudolf,  Friedrich  und  Leupold  dem  Kloster  Garsten  ver- 
liehene Privilegium  vom  Jahre  1304. 

Albertus  dei  gracia  Dux  Amine ;  Styrie  et  Karinthie,  Domi- 
nus Carniole,  Marchie  ac  Portitsnaonis,  Comes  in  Habchspurch  et 
in  Kybureh  neenon  superioris  Ahacie  Lantgrauius  Dominusque 
Phirretarum,  omnibus  in  perpetuum.  Constitutus  in  nostra  presencia 
honorabilis  et  religiosus  vir,  dilectus  deuotus  noster  Michahel  Abbat 
monasterij  in  Gersten  pro  se  et  suo  conuentu  nobis  humiliter  sup- 
plicauit  quatenus  priuilegium  quoddam  per  illustrem  quondam  Leup- 
poldum  Ducem  Austrie  eidem  monasterio  concessum  et  postmodum 
per  recordacionis  felicis  Rudolfum,  Fridericum  et  Leuppoldum 
illustres  Duces  Austrie  gemanos  nostros  karissimos  approbatum 
eciam  nos  ipsis  et  suo  monasterio  approbare,  innouare  et  concedere 
de  speciali  gracia  dignaremur,  Cuius  quidem  priuilegij  tenor  talis  est: 
Rudolfust  Fridericus  et  Leuppoldus  dei  gracia  Duces  Austrie  et 
Styrie,  domini  Carnyole,  Marchie  ac  Portusnaonis  omnibus  presen- 
cium  inspectoribus  in  perpetuum.  Ad  nostram  venientes  presenciam 
honorabiles  viri  Abbas   et  Conuentus  Monasterij  Gerstensis  (siehe 

3* 


36 

Urkunde  ddo.  2.  Februar  1304  —  OU.  IV.  457—).  Nosigiturpredic- 
torumAbbatis  etconuentus,  vt  suis  deo  precibns  commendemur,  sup- 
plicationibus  inclinati  predictum  priuilegium  de  verbo  ad  verbum, 
prout  est  superius  annotatum,  et  vniuersos  ac  singulos  articulos  in 
eo  contentos  liberaliter  innouamus,  approbamus,  concedimus  et  pre- 
sentis  scripti  munimiue  roboramus.  Nulli  ergo  omnino  hominum  hanc 
nostre  innouacionis  paginam  liceat  infringere  aut  ei  in  aliquo  ausu 
temerario  contraire,  quod  qui  facere  presumpserit,  nostre  indigna- 
cionis  offensam  se  nouerit  incurrisse.  In  cuius  testimonium  sigillum 
nostrum  presentibus  est  appensum.  Datum  Wienne  die  beate  Bar- 
bare virginis  Anno  domini  millesimo  trecentesimo  quadragesimo 
septimo. 

Orig.,  Perg.  mit  Hängesiegel  im  Klosterarchive  zu  Garsten. 

XXXVII  a. 

1347.  €.  Decenber.  —   Ott  der  Schmautzhauser  verkauft  seiner   Schwieger- 
tochter Anna  20  Pfund  auf  zwei  Gütern  tu  Pischolfstorf. 

Ich  Ott  der  Smautzhauser,  mein  hausfraw  vnd  alle  vnser  erben 
verleben  vnd  tun  chunt  —  daz  ich  meiner  tohter  Ami  verchauft  hau 
ein  gut  vmb  zwaintzich  pfunt  Regenspurger  pfenning.  Ich  vergich 
auch  ob  mein  sun  Jacob  vnd  sein  hausfraw  Ann  an  erben  verfuren, 
daz  dann  ir  nach  chomen  solden  haben  di  egenanten  zwaintzk  pfunt 
Regenspurger  auf  den  zwain  hüben  dacz  Pischolfstorf,  di  bei  ein 
ander  ligent,  Daz  in  daz  also  staet  vnd  vnzerbrochen  beleih,  gib  ich 
in  vor  genanter  Ott  der  Smautzhauser  disen  brif  versigelten  mit 
mein  selbs  insigel  vnd  verpind  mich  dar  vuder  bei  meinen  triwen 
alles  daz  staet  ze  halten,  daz  oben  geschriben  stat.  Daz  ist  geschehen 
—  dreutzehen  hundert  iar  darnach  in  dem  siben  vnd  viertzkisten  iar 
an  sand  Nycloz  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  Hangesiegel.  Stiftsarchiv  Reichersberg. 

XXXVIII. 

1347.  13.  December.  —  Heinrich  von  Nyderpauchenloch  versetzt  an  Elbel  von 

Wang  ein  Viertheit  aus  der  Synhub. 

Ich  Hainreich  von  Nyderrtpauchenluch   vnd  mein  hausvrow 
El 8p et h  wir  veriechen  offenbar  mit  disem  prief,   daz   wir  mit  allen 


37 

vnsrer  erben  gutleichen  willen  vnd  wart  vnser  gvt  daz  viertail  auz 
der  Synhveb  daJtz  Nydernpauchenlach  gesetzet  haben  ze  ainem 
rechten  satze  mit  allen  den  nutzen,  div  durch  recht  dar  zv  gehörend 
ze  holtz,  ze  veld,  versuecht  vnd  vnuersuecht,  Elbleyn  von  Wang 
vnd  seiner  hausvrowen  Salmeyn  vnd  ier  bayden  erben  vmb  zwelif 
pfvnt  Wienner  pfening  also,  daz  daz  vorgenant  gvt  vngelost  schol 
sein  vier  jar,  vnd  nach  den  vier  jarn  so  schol  jerichlichen  div  recht 
loszeit  sein  an  vnsern  vrowen  tag  ze  der  Lyechtmess  vor  acht  tag, 
oder  hin  nach  ocht  tag.  Wer  aber,  daz  der  vorgenant  Elbel  oder  sein 
hausvrdwe  oder  ir  erben  der  vorgenanden  zwelif  pfvnt  pfenning  von 
not  nicht  lenger  enpern  mochten,  so  schulten  siv  der  bechomen  von 
dem  egenanden  gvt  nach  des  erbern  herren  rat  Abpts  von  Lambach. 
Daz  disev  red  stet  gantz  vnd  vnzebrochen  beleih,  darvber  geben 
wir  in  disen  priet  versigelten  mit  des  erberu  herren  jnsigel  Abpt 
Chvnrades  ze  den  selben  Zeiten  herre  ze  Lambach,  wand  daz  gut 
von  dem  selben  gotzhaus  ist.  Der  brief  ist  gegeben,  da  von  Christs 
purt  ergangen  warn  drevtzechenhvndert  jar,  dar  nach  in  dem  syben 
vnd  viertzikisten  jar  an  der  heyligen  vnd  rainen  jvnchvrow  sand 
Lveein  tag. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel  im  Stiftsarchire  zu  Lambach. 

XXXIX. 

1347.  13.  December.   —  Herweig  der  Hölzer  und  Margarelh  seine  Hausfrau 
verkaufen  ihre  frei  eigene  Hofstatt   zu  Eyttendorf  in  Sachsener  Pfarre  an 

das  Kloster  Baumgartenberg. 

Ich  Herweig  der  holtzer  vndjch  Margret  sein  hausfrau  veriehn 
offenwar  vnd  tuen  kundt,  das  wir  durch  rechter  ehafter  not  willen  ver- 
kauflft  haben  vnnsers  rechten  freyen  aigenns  ein  hofstat  datz  Eytznndorf 
gelegen  in  Sdchsner  pharr  mit  alle,  vnd  darzu  gehört  ze  holtz  vnd 
ze  veld  versuecht  vnd  vnuersuecht,  den  erbern  herren  vnd  dem  gots- 
haws  zu  Pawtigartenperg  vmb  ein  genants  gut,  des  wir  ganntz  vnd 
gar  gericht  vnd  gewert  sein.  Vns  hat  auch  die  vor  genannt  hofstat 
iarlich  nicht  mer  gedient  dann  drew  huener.  Vnd  darumb,  das  die 
red  stet  vnd  vnuerkert  beleih,  darüber  gib  ich  den  egenanten  herren 
vnd  dem  gotshaws  zu  Pawngartenberg  den  brief  versigelten  mit  mei- 
nem anhangunden  iunsigel  vnd  mit  herren  lorenntzen  innsigell  des 
Öder,  der  zu  der  Zeit  Lanndtrichter  was  in  dem  Machland,  der 


38 

der  sach  rnd  des  kauffs  damit  gezewg  ist.  Der  brief  ist  geben  nach 
Christ  geburd  drewtzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  suben  und 
riertzigisten  jar  an  sand  Lucein  tag. 

Aus  dem  CopiaJtaeh  wm  Jahre  1511  xa  Banagarteabcrg. 


XL. 

1347.  8L  DtC— ter.  Pasm.  —  Beieker  der  Kraft,  Bmraer  tu  Autor,  verkauft 

mü  Willen  der  Priori*  vorn  Minmhacm  an  das  Kloster  Gantern  eimen  Weinaartem 

im  der  Krems. 

Ich  Reyicher  der  Chraft  purger  datz  Paxzaw  rnd  mein  haus- 
rraw  DiVwitieYrnd  alle  vnsererben  reriechen  offenbar  daz  wierzeehauf- 
fen  haben  geben  Abt  Micheln  tzen  Zeiten  Abt  ze  Gersien  Tnd  dem 
gotshaas  rnd  der  sammung  daselb  den  Weingarten,  der  da  leit  in  der 
Chrems  rnd  haizzet  di  Mulpeunt,  rmb  «inz  rnd  nnb  seehzich  phant 
phening  wiener  munzze,  der  wier  gantz  rnd  gar  rerrieht  rnd  gewert 
sein,  rnd  haben  auch  den  selben  Weingarten  ledichleich  aufgegeben 
rnd  vnverchumert  mit  der  ersam  geistleicher  rrawn  hant  swester 
rer  Elspeten  Grefin  von  Altenwurch  [?]   zr  den  zeiten  PrioKnna 
datz  Minnpach)  der  man  alle  iar  davon  geit  ze  purchrecht  dreizzich 
phening  wiener  munzze  an  sant  Michelstag  rnd  neun  Schilling  phe- 
ning wiener  munzze  an  dem   heyligen   abent  ze  Ostern  oder  swer 
Priolinna  nach  ier  wiert  datz  Minnpach.  Daz  di  red  furbaz  stet  rnd 
vnzeprochen  peleib,  darvber  gib  ich  egenanter  Reyeher  purger  datz 
Pazzow  dem  Gotshaus  rnd  dem  Abt  rnd  dem  Conuent  datz  Gersten 
disen  prief  mit  meinem  anhangrndeii  jnsigel  zr  ainem  rrchund  rnd 
zr  ainem  waren  gezeug  diser  sach,  rnd  han  auch  gepeten  di  ersam 
geystleichen  rrawn  datz  Minnpach  di  priolinna  rnd  den  Conuent  da- 
selb, daz  si  iers  Conuentes  jnsigel  darzue  geben  rnd  anlegen  zr  ainem 
warn  zeug  rnd  zr  einer  stetichait  rnd  zv  einer  sicherhait  diser  sach. 
Der  prief  ist  gegeben  datz  pazzaw,  do  von  Christes  gepuerd  warn 
ergangen  drewtzehen  hvndert  jar,  darnach  in  dem  siben  rnd  viertzi- 
sten  jar  an  sant  Thomas  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hängesiegeln  im  ehemaligen  Garstner  Archive. 


39 


XLI. 

1347.  21.  December.  —  Ortwein  von  Waltpurch  und  seine  Söhne  verkaufen  an 
Wulfing  den  Stadirichter  tu  Freistadt  den  Ränahof  und  die  Hube  zu  Oetaeins- 

dorf  in  der  Pfarre  Lassberg. 

Ich  Ortweyn  von  Waltpurch  vnd  mein  8vn  all  drey  Wolf- 
gonch,  Purchart  vnd  Ortweyn  wir  veriehen  offenbar  daz  wier  haben 
geben  ze  chauffen  vnsern  hoff,  der  genant  ist  der  Baennehoff  vnd  dy  mvl 
gelegen  dapey  vnd  vnser  hveb  ze  Oczeinsdorff  mit  alle  dem  recht, 
Tod  wir  dy  egenanten  gut,  dy  da  gelegen  sind  in  Lozperger  pharr, 
le  leben  gehabt  haben  von  dem  edeln  Herczogen  in  Osterreich  vnd 
auch  mit  allen  rivczen,  dem  erbern  mann  Wulfing  zden  czeyten  stat 
richter  in  der  Vr einstat  vnd  seiner  hausvravn  Elspeten  vnd  ir  pay- 
der  erben  vmb  sechs  vnd  sybenczk  phunt  phenning  alter  wienner 
mvoss,  der  si  vns  gancz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  habe».  Vnd 
schulten  wier  auch  in  dy  egenanten  guet  mit  alle  dem  recht,  vnd  wir 
sev  gehabt  haben,  auf  geben  vnd  mit  herren  hant  richtig  machen  an 
allen  chrieg  vnd  an  all  wider  red ,  wenn  si  daz  an  vns  ayschent. 
Daz  dem  offt  genanten  Wulfing  vnd  allen  sein  erben  dy  red  vnd  dy 
Wandlung  staet  vnd  vnuerchert  beleih,  darüber  zv  vrchvnd  vnd  zv 
einem  waren  sichtigen  zeug  geben  wir  jn,  ich  vorgenanter  Ortweyn 
van  Waltpurch  vnd  ich  Wolfganch  vnd  Purchart  sein  tun  dysen 
offen  prief  für  vns  vnd  für  all  vnser  erben  wol  besigelten  vnd  bestaet 
mit  vnsern  anhangunden  insigeln  für  allen  chvnftigen  chrieg.  Dar  zv 
verpint  ich  mich  ich  vorgenanter  Ortweyn  der  jung  vnder  dy  ege- 
nanten Insigel  allez  daz  staett  ze  behalten,  daz  vorgeschriben  ist, 
wand  ich  aygens  insigels  nicht  enhab.  Der  prief  ist  geben  nach 
Christes  geburd  drevzehen  hvndert  iar,  dar  nach  in  dem  syben  vnd 
vierczkysten  jar  an  sand  Thomans  tag, 

Orig.,  Perg.  mit  drei  Hängesiegeln  im  Stadtarchive  zu  FreisUdt. 

Eben  dieselben  verkaufen  in  demselben  Jahre  „dez  Samstags 
vor  aller  mann  Vaschang  Tag  (17.  Februar)  in  der  Vreinstat4'  an 
Ulreich  den  Ochslein  Bärger  zu  Freistat  den  Pullhof  und  ihre  Bube 
%u  Wiczleinsdorf9  beides  in  Neumarkter  Pfarre  —  Lehen  von  Oster- 
reich. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  Hängesiegeln  im  Stadtarchive  zu  Freistadt. 


40 


XLII. 

1348.  6.  Jänner.  —  Friedrich  der  Gdtinger  verkauft  die  Hube  tu  Maur  an 
Abt  Christian  tu  Mondsee,  die  er  von  diesem  Gotteshause  tu  Lehen  gehabt  hat. 

Ich  Fridreich  der  Geltinger  vnd  Anna  mein  hawsfraw  vnd  all 
vnser  erben  veriehen,  daz  wir  vnser  hueb  datz  Maur,  die  wir  da  zc 
lehen  gehabt  haben  von  dem  gotshaws  zw  Männse,  haben  ze  chauffen 
geben  dem  ersämen  Herren  abbt  Christian  vnd  liberal  dem  conuent 
des  gotshaws  ze  Mannte  ledichleichen  vmb  XV  phunt  wienner  Pfen- 
ning, der  sy  vns  gar  vnd  gäntzleich  gericht  vnd  gebert  habent,  dar- 
über geben  wir  im  disen  brief  versigelt  mit  meinem  insigel.  daz  ist 
geschehen,  do  man  zalt  von  Kristi  gepurd  drewtzehen  hundert  jar 
vnd  jn  dem  acht  vnd  vierczigistem  jar  an  dem  prehentag. 

Aas  einem  Copialbuch  des  Klosters  Mondsee  (saec.  XV.). 


XLHI. 

1348.  8.  Jänner.  Landshut.  —  Stephan,  Herzog  von  Bayern,  gibt  Dietmar  dem 
Losensteiner  einen  Schuldbrief  über  40  Pfund  Regensburger  Münze  für  ein 

ihm  verkauftes  Pferd. 

Wur  Stephan  von  Gottes  genaden  Pfalzgraf  bej  Rhein  vnnd 
Herzog  in  Baym  Bekennen  öffentlich  mit  disem  brief,  dass  wir  Diet- 
mar dem  Losenstainer  geben  sollen  vnd  schuldig  worden  sein  vier- 
zig pfundt  Regenspurger  pfenning  vmb  ain  ross,  das  er  vnns  darum- 
ben  geben  hat,  vnnd  sollen  ihme  dieselben  Pfenning  geben  auf  St. 
Jacobs  tag  schierist  komendt,  ob  wür  dass  nit  thäten,  so  hat  er 
gewaldt  vnnss  darumben  zu  pfendten  vnnd  soll  er  vnnd  wer  ihme 
dess  geholffen  ist,  darumben  vnnser  huldt  nit  Verliesen.  Vrkundt 
dises  briefls,  der  geben  ist  zu  Landshuet  an  erchtag  nach  dem 
Obristen  nach  Christi  geburth  Anno  1348. 

Aus  einer  handschriftlichen  Genealogie  der  Abkömmlinge  der  Grafen  und 
Markgrafen  von  Steyr,  verfasst  von  Valentin  Preuenhuber  1637.  Archiv  Esc  hei- 
berg. 


41 


XLIV. 

194B.  10.  Jlnner.  Conrat  von  Gokenreut  verkauft  an  Propst  Wisent  von  Wald- 
hausen  eine  Besitzung  in  der  St.  Georger  Pfarre  an  der  Eben  bei  Hinterleiten 

und  die  Hofstatt  im  Rosenthal, 

Ich  Chunrat  von  Gokenreut  vnd  ich  Gerdraul  sein  housfrow 
vnd  ich  Virich  irpaidersun  vnd  ich  Peters  sein  housfrowe  vnd  alle 
rose  vierer  erben  wir  veriehen  offenbar,  daz  wir  ze  chauffen  haben  geben 
dem  ersannen  herren  Propst  Wisenten  zden  Zeiten  vnd  dem  erbern 
Conuent  cze  Walthausen  ein  guet,  daz  vnser  freys  aigen  gewesen 
ist  vnd  gelegen  in  sand  Görgen pharre,  dez  zwai  gueter  sind,  gehaiz- 
len  an  der  Eben  pei  Hinderleiten  vnd  ein  Hofstat  da  pei  genant  im 
Rosental,  daz  allez  emaln  nur  ain  hof  gewesen  ist,  mit  allen  den 
nutzen  vnd  rechten,  als  wir  iz  vnd  vnser  vor  vodern  gehabt  haben, 
rmb  ein  gelt,  dez  wir  recht  vnd  redlich  ze  rechten  tegen  ganz  vnd 
gar  bericht  sein  vnd  gewert.  Vnd  daz  di  Wandlung  also  stet  vnd 
rnuerchert  beleih  von  vns  allen,  als  vor  verschriben  ist,  vnd  daz  auch 
vir  vnd  alle  vnser  erben  dehainen  chrieg  noch  czu  versieht  czu  dem 
oft  genanten  guet  immer  me  gewinnen,  dar  vmb  geben  wir  den  oft 
genanten  herren  dem  Probst  vnd  der  samnung  cze  Walthausen  vnd 
allen  im  nach  chomen  den  gegenburtigen  brief  versigelt  mit  dez 
erbern  herren  kern  Jansen  von  Chappell  anhangunden  insige),  der 
durch  vnserr  sunder  gepet  willen  den  brief  versigelt  hat,  wand  wir 
selben  chain  aygens  insigel  nie  gewönnen,  vnd  mit  der  erbern  ritter 
kern  Wetzlein  von  Erbing  vnd  Item  Larentzen  von  Od,  ezden  czei- 
ten  laut  richter  im  Machland  anhangunden  insigeln,  vor  den  wir 
vns  vnd  alle  vnser  erben  dez  vor  genanten  guts  lautterlich  in  offner 
sehranne  vertzigen  haben,  da  auch  ander  erber  leut  guug  pei  gewe- 
sen sind.  Der  gegeben  ist  nach  christi  gepurd  vber  dreutzehen  hun- 
dert iar,  dar  nach  in  dem  acht  vnd  viertzkisteu  iar  dez  pfintz  tags 
nächst  nach  dem  Frehent  tag.  , 

Orig.v  Perg.  mit  zwei  Hängesiegeln  im  Klosterarchive  zu  Waldhausen. 
Verg».  1347.  2.  Februar.  Nr.  V. 


42 


XLV. 

1348. 13.  J&nner.  —  Ulrich  des  Walichs  sei.  Söhne  verzichten  zu  Gunsten  des 
Klosters  Willi ering  auf  alle  ihre  Rechte  auf  das  Gut  zu  Au  bei  Freudenstain, 
wovon  die  Gnausin  von  St.  Georgen  den  Dienst  allein  zu  ihrem  Seelenheil  eben- 
dahin gestiftet  hat. 

Ich  Fridreich,  Vlreich  vnd  Reichet  brüder  weilund  herrn 
Vireichen  sun  dez  Walichs  wir  verichen  offenbar  an  disem  brif  vnd 
tun  chunt,  daz  vnser  anweilund  fraw  saligew  gehugnusse  di  Gnaus- 
sin  von  sand  Jörgen  ab  irer  sei  geschafft  hat  den  erbern  gaistlichen 
herren  vnd  dem  gotzhaus  ze  Wilhering  den  dinst  alain,  der  auf  denn 
gut  gelegen  ist  dacz  Aw  leyt  pey  Vraudensiain,  do  weilund  der 
Czwichet  auf  gesessen  waz  mit  der  beschaidenhaft,  daz  wir  dennoch 
allew  recht  dar  auf  schölten  haben  daz  ist  stiften  vnd  stören,  anlaid» 
todrecht  vnd  stewr,  bi  ez  genant  ist  vnd  nur  den  plossen  dinst  dauon 
raichen  dem  vorgenanten  Chloster.  Dez  selben  rechtes  haben  wir 
vns  durich  der  lieb  willen,  di  wir  zu  dem  gotzhaws  haben,  gancs 
leichen  verczigen  vnd  den  egenanten  herren  vnd  dem  chloster  ze 
Wilhering  daz  vorgeschoben  gut  dacz  Aw  mit  rechter  furczicht  auf- 
geben furbas  besitzen  vnd  inn  ze  haben  in  rechten  aigens  gewer 
ledigleichen  besucht  vnd  vnbesucht  an  allen  chrieg  also  daz  wir  noch 
vnser  erben  noch  de  hainer  vnser  freund  chunftichleichen  chain  recht 
noch  vodrung,  wi  di  genant  sey,  darauf  sol  haben,  vnd  dar  vber  geben 
wir  dem  gotzhaws  ze  Wilhering  disen  brif  besigelten  mit  vnser  vor- 
geschobener Fridreich  vnd  Vlreich  Insigel  vnd  verpint  ich  mich 
Reichet  vnder  den  selben,  wann  ich  nicht  aygens  insigel  han  vnd  zu 
aiuer  pessern  sicherhait  mit  vnsers  vettern  insigel  herrn  Pilgramps  (J) 
dez  Walichs.  Datum  anno  Domini  M°  ccc°  ilviij.  dez  suntags  nach 
dem  Prehentag. 

Aut  dem  Copialbuche  A  pag.  i  82  des  StifUarchives  zu  Wilhering. 

XLVI. 

1348.  25.  Jänner.  —  Revers  Gottfrida  in  der  Au  und  seiner  Hausfrau  öfmei 
in  Bezug  auf  ein  von  ihnen  erkauftes,  dem  Stifte  Kremsmünster  unterthäniges 

Gut  bei  der  Kirche  zu  Viechtieang. 

Ich  Gdtfrit  in  der  Aw  und  mein  hausvrow  Offmey  und  all  mein 
erben  vergechen  und  tuen  chunt,  das  wir  das  guet  pei  der  Chirichen 


43 

gechauffet  haben  da  Ulreich  auf  gesezzen  ist  mit  mein9  herren  gunst 
ron  Chremsmünster  also  beschaidenleich,  wan  wier  das  selb  guet 
nicht  rerziechen  mugen,  das  uns  not  dar  zu  treibt,  das  wir  iz  ver- 
ehauffen  muezzen  ich  und  mein  hausvrow  Offmey  und  unser  paider 
erben,  so  schullen  wir  das  selb  guet  eim  paumann  geben,  der  dem 
gotzhaus  nutz  sey  oder  wem  mein  herr  von  Chremsmünster  gern 
Weh,  ob  des  nicht  geschsch  das  das  übergangen  wuerde,  so  schol 
das  rorgeschriben  gfiet  ein  vervallens  guet  sein  dem  gotzhaus  daz 
Chremsmünster.  Das  di  red  stet  und  unverchert  beleih,  dar  über 
gib  ich  disen  prief  versygilt  mit  Leutolden  des  Choln  und  Dyetmares 
in  Hatbich&r  paider  anhangunden  insygil  wand  ich  aigens  insygels 
Dicht  enhan.  Der  prief  ist  gegeben  do  von  Christes  gepuerd  ergan- 
gen warn  dreutzehen  hundert  iar  dar  nach  in  dem  acht  und  viertz- 
kisten  iar  an  sand  Pauls  tag  vor  der  Liecht  Mess. 

Urkundenbuch  von  Kremsmünsler  Nr.  218. 

XLVII. 

1J48.  2.  Februar.  —  Aictas  der  Reche,  Bürger  tu  Ottensheim,  stiftet  einen 
Jahrtag  tu    Wilhering  mit  6  Schilling  Pfenning  auf  der  Mühle   tu  Nieder- 

Ottentheim. 

Ich  Nycla  der  Reche  purger  %e  Ottenshaim  vnd  ich  Chvne- 
jund  sein  housvrow  wir  veriehen,  daz  wier  ab  vnserr  vnd  vnserr 
Toraordern  sei  bei  vnserm  lebentigen  leib  haben  geschafft  vnd  gege- 
ben noch  vnser  baider  tod  sechs  Schilling  wiener  phenning  geltes 
ouf  vnserr  mul,  ist  gelegen  ze  nideim  Ottenshaim,  di  vnser  vreyes 
aygen  ist,  den  erbsern  gaistlichen  herren  Abpt  Hermann  vnd  der 
sampnung  ze  Wilhering  durch  der  lieb  willen,  die  wier  zv  vnser 
rrown  haben  vnd  zu  dem  selben  Gotzhaus,  mit  der  beschaidenheit, 
s*enn  wier  nicht  mer  sein,  swer  die  selben  mul  denne  inne  hat  noch 
Tns,  daz  in  der  an  alle  verziechnusse  vnd  wider  red  do  von  schol 
raichen  vnd  dienen  den  vorgenanten  dienst,  daz  ist  sechs  Schilling 
wienner  phenning  an  vnser  vrown  tag  ze  der  dienst  zeit  alle  jar. 
Gesehseh  des  nicht  also,  daz  in  daz  dhaines  jars  verczogen  wurd, 
so  mugen  si  ouf  der  vorgenanten  mul  vmb  den  dienst  vnd  vmb  daz 
wandel  rreylichen  gephenden  samp  ouf  ander  iers  chlosters  aygen. 
Vnd  schullen  si  do  von  vnsern  jartag  hegen  noch  iers  ordens  gwon- 
heit  vnd  jserchlichen  an  gotesleichnam  tag  ir  phrunt  mit  visschen 


44 

do  von  pezzern,  als  verr  der  dienst  geraichen  mag.  Wir  mugen  aber 
alle  iar  die  selben  sechs  Schilling  geltes  ab  losen  wir  oder  vnser 

• 

erben  an  den  dienst  mit  acht  phunten  wienner  phenning,  do  man 
anderswo  als  vil  geltes  dem  Gotshous  vmb  schol  chauffen  vnd  schol 
die  losung  allebeg  geschehen  zwisschen  dem  vorgenanten  vnser 
vrown  tag  vnd  sand  Mychahels  tag.  Wier  schullen  auch  des  vor- 
geschoben selgraats  ir  herren  vnd  gwer  sein,  swo  in  des  dürft 
geschiecht,  wand  gieng  in  von  dhainerlay  chrieg  ichtes  dar  an  ab, 
den  lobe  wir  in  auz  ze  richten  wier  oder  vnser  erben  bei  vnsern 
trewen  noch  landes  reiht  oder  daz  selb  ervollen  vnd  erstatten  von 
anderm  vnserm  gut,  daz  wir  haben  oder  chunftichlichen  gewinnen, 
vnd  dar  vber  gebe  wier  den  herren  disen  brief  versigelten  mit  mei- 
nem oftgenants  Nyclas  jnsigel  vnd  zv  einer  pezzern  zeugnuss  mit 
hern  Hainreiclis  des  Pernawer  ze  den  Zeiten  Purkgrauen  ze  Ww&- 
senberch  jnsigel.  Der  brief  ist  geben,  do  man  zalt  von  Christes 
gepurd  dreutzehen  hundert  jar,  dar  noch  in  dem  acht  vnd  viertzi- 
gistem  jar  an  vnser  Vrown  tag  zo  der  Liechtmesse. 

Original  auf  Pergament  mit  dem  Siegel  des  Rechen,  im  Stiftsarchive  zu 
Wilhering. 

XL  VI«. 

1348.  2.  Februar.  —  Heinrich,  Pfarrer  zu  Höflein  erklärt,  dass  seinem  Herrn 

Ulrich  von  Lobenstein  die  Einlösung  des  halben  Baumgartens  tu  Höflein,  tcW- 

chen  er  von  diesem  und  seinem  Vettern,    Peter  von  Loöenstein,  mit  2  Pfund 

auf  zehn  Jahr  erkauft  hat,  um  4  Pfund  jährlich  frei  stehe. 

Ich  Heinrich  Fpharren  (sie)  daez  dem  Hoflein  vergich  offen- 
bar an  disem  prief  vnd  tüne  chunt,  daz  der  paugart  daez  dem  Hof- 
lein pei  der  mul,  den  ich  gechauft  han  von  meinen  herren  von 
Lobenstain  hern  Petern  vnd  hern  Ulrichen  seinem  vetern  vmb  fier 
fphunt  fphening  mit  allen  nuezen  zoehen  iar  vnd  nicht  lenger  vnd 
schol  in  davon  raichen  jerlich  fumf  Schilling  fphenning  wienne  (sie) 
m&nzze  an  sand  Jeorgen  tag,  also  purchrecht  recht  hat,  wolt  aber 
her  vlrich,  der  vor  genant  ist,  den  paumgarten  halben  lesen  vmb 
zwai  fphunt  fphenning  in  den  vorgenanten  zoehen  jaren,  so  schol 
jaerleich  losung  sein  an  vnser  vrowen  tag  der  Liechtmesse  vor  acht 
tag  vnd  nach  acht  tag.  Darvber  gib  ich  disen  prief  vnd  verpint  mich 
vnder  meins  hern  jnsigel  hern  Heinrich*  (zu)  den  zceäen  fpharrer 
daez  Veldkyrchen.  Der  prief  ist  geben,  do  man  zahlt  von  christua 


45 


I 

gepurd  dreuzehen  hunder  iar,  darnach  in  dem  acht   vnd  virczistem 
jar  an  vnser  Vrowen  tag  der  Lietmesse. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel  im  Schlossarchive  zu  Riedeck. 


XLIX. 

1348.  2.  Februar.  —  Kunigund  die  Reusin  von  Lim  gibt  dem  Kloster  St.  Flo- 
rian ihren  Weingarten,  die  Mitterpeunt  tu  Neuburg  gegen  ein  Leibgeding. 

Ich  Chvnigund  di  Revsinn  von  Lincz  vergich  vnd  tuen  chunt  daz 
ich  gegeben  han  dem  ersamen  gotshaus  dacz  sand  Florian  recht  vnd 
redleich  mit  des  perchmaisters  hant  meinen  Weingarten  dacz  Neon- 
burch,  der  haisst  in  der  Mitterpeunt,  der  mein  rechtz  erb  ist  gewe- 
sen von  vater  vnd  von  mueter,  vnd  mit  dem  ich  ze  furzicht  von  allen 
meinen  vreunden  getai'lt  pin,  also  beschaidenleich,  daz  man  mir  von 
dem  vorgenanten  gotshaus,  di  weil  ich  leb,  ein  leibgeding  raihen  schol 
alli  jar  dacz  Lincz  an  all  mein  mtie  an  sand  Michels  tag  zwen  mutt 
chörns,  für  ieden  mutt  zWen  vnd  dreizzig  meczen  gestrichner  Lin- 
czer  mazz  vnd  als  vil  habern  vnd  zwai  phunt  alter  wienner  phen- 
uing  an  sand  Jörgen  tag,  vnd  schol  auch  daz  nicht  ab  gen,  di  weil 
ich  leb,  iz  bejar  der  vorgenant  weingart  mit  wein  oder  nicht,  wand 
ich  andrer  betragnuss  nicht  enhan.  Vnd  daz  daz  allez  stet  vnd  vnuer- 
chert  beleih,  als  vor  beschriben  ist,  dar  vber  gib  ich  dem  egenanten 
gotshaus  dacz  sand  Florian  disen  offen  brief  versigelten  mit  hem 
Hertneids  imigel  von  Havnsperch  zden  Zeiten  Lautrichter  ob  der 
Em  vnd  mit  Fridreichs  des  alten  Tnngozzinger  insigel.  Der  prief 
i>t  geben  nach  Christs  gepurt  vber  drevczehen  hundert  iar.  dar  nach 
in  dem  aecht  vnd  vierzigisten  iar  an  vnsrer  Vrawen  tag  zder 
Liechtmiss. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Siegeln  im  Stiftsarchive  iu  St.  Florian. 


L. 

1348.  2.  Februar.  —  Revers  der  Brüder  Niclas  und  Georg,  weiland  Chunrats 

des  Schneiders  Söhne,  in  Betreff  dreier  Güter  an  dem  Gumpenberg,  welche 

ihnen  Abt  Heinrich  tu  Gleink  zu  einem  Zinslehen  verliehen  hat. 

Ich  Nycla,  Ich  Görg  Bruder  weilen  Chvnrats  des  Sneider  Svn, 
dem  Got  genad   vnd   alle   vnser  erben  svn   oder  tochter  vergechen 


46 

offen  war  an  disem  brif,    daz   wier   vnuerschaydenlich  von   vnserm 
geusedigen  erbirdigen  herren  Apt  Heinrichen  viid  van  der  bruder- 
schaft  gemain  von  Glevnich  empfangen  vnd  genummen  haben  driv 
gut  an  dem  Gumpenperg  iers  aygens,  di  si  vns  geliehen  habent  tzu 
einem  cinslechen,  di  genant  sind :  tzwai  an  der  Hueb  vnd  ainez  an 
dem  Ort»  mit  allen  den  rechten  vnd  nutzen  vnd  gesuchen,  di  dar  tzu 
gehorent,  versucht  vnd  vnbesucht,  als  ez  von  alter  her  chomen  ist, 
vnd  sullen  des  vnser  herren  vnd  g&wer  vnd  verantwurter  sein,  wo 
vns  des  not  geschieth,  nach  des  landes  recht,  also  beschaydenlich, 
daz  wir  in  jährlich  an  vnser  Vrowen  tag  in  demheribst,  als  si  geparn 
ist,  da  von  eins  raichen  vnd  geben  sullen  von  iedem  gut  siben  pfen- 
iiing  Gretzer  mvntz  irem  gotzhaus  hintz  Glevnich,  vnd  sullen  wier 
den  eins  autwurten  in  daz  Gcurstental  ierem  Amptmann.  Tseteu  wier 
des  nicht  vnd  daz  wier  daz  vertzugen  sechs  wochen  nach  dem  vor- 
genanten vnser  Vrowen  tag,  so  sey  wir  geuallen  von  allen  vnsern 
rechten,  di  wir  dar  an  haben,  vnd  sol  man  auch  den  eins  vnuertzo- 
genlich  von  vns  nemen,  wenne  wir  in  da  hin  senden  in  den  sechs 
wochen  an  allen  schaden,  vnd  wenn  wir  daz  gut  versetzen  oder  ver- 
chauflfen,  daz  sullen  wier  tuen  mit  ier  hant  vnd  sullen  si  daz  leichen 
mit  den  rechten  an  ierrung  vnd  allz  vertzichen  ir  vnd  iers  gotshaus, 
vnd  sullen  wier  di  selben  Wandlung  an  sev  vnd  an  ir  gotzhaus  in 
vier  moneyden  pringen  nach  der  Wandlung.  Tasten  wier  dez  nicht, 
so  seyn  wir  awer  nach  den  vier  moneyden  geuallen  mit  vrchvnd  ditzs 
briefs  von  allen  vnsern   rechten,   den  wier  in  dar  vber  geben  mit 
vnsern  paydeu  aygen  anhangunden  jnsigeln  versigelt,  dar  vnder  wir 
vns  verpinden  vnuerschaydenlich  aller  sachen,  di  vor  geschriben  stet, 
der  geben  ist  nach  Christes  gepurd  driutzechen  hvndert  jar,  in  dem 
echt  vnd  virtzigistem  jar  an  vnser  Vrowen  tag  tze  der  Lichtmesse. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel  im  Klosterarchive  zu  Gleink. 


LI. 

1348.  25.  Februar.  —  Dietrich  von  Hag  und  Margaretha  seine  Hausfrau  ver- 
kaufen ihren  Thurm  zu  Hartheim  an  seinen  Bruder  Wolfhart  von  Hag  sammt 
der  Hof  mark  um  60  Pfund  alter  Wiener  Pfenninge. 

Ich  Dictreich  von  Hag  Ynd  jeh  Margret  sein   hauzwrau  vnd 
vnser  paider  erben  wier  vergehen,  daz  wier  ze  chauffen  haben  geben 


47 

vnserm  liebem  bruder  Wolfharten  von  Hag  vnd  »einer  hauzwrauu 
wraun  Ymmen  vnd  ieren  erben  vnsern  Tueren  ze  Harthaime  mit 
saropt  der  Hofmarich,  alz  iz  mit  zawn  vnd  mit  groben  vmfaren  ist, 
vmb  sechtzk  pbunt  alter  wienner  phennig,  der  wier  gentzleich  vnd 
gor  von  in  gericht  vnd  gewert  sein  also  mit  weschaidner  red,  daz 
wier  in  gelobt  haben  mit  vnsern  trewn,  daz  wier  in  allev  di  stet  dar 
vber  tun  schullen,  der  si  dar  vber  tuerfen  vnd  der  si  noturftig  sein, 
swann  si  sein  an  vnz  gerent,  so  schullen  wier  inz  auf  geben  vor  dem 
herren,  da  iz  lehen  von  ist.  Daz  in  di  red  also  stet  vnd  vnverchert 
weleib,  gib  ich  in  den  brief  versigelt  mit  meim  anhangundeu  insigel, 
vnd  zv  einer  zeugnuzze  mit  vnser  lieben  lieben  (sie)  wreunt  insigel 
hern  Alberz  von  Portzhaim,  Hainreich  von  Aysterzhaim,  Phyliphz 
von  Alharting,  Fridreichz  dez  Salz,  in  an  schodeu.  Der  brief  ist 
geben  nach  Christez  gepurd  dreuzehen  hundert  iar,  darnach  in  dem 
ocht  vnd  viertzkistem  iar  an  sant  Mathyas  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  fünf  Siegeln  im  Schlosse  iu  Eferding. 

LIa. 

1346.  25.  Februar.  —  Meingros,  des  Propstes  zu  Reiehersberg  Bruder,  rever- 
sirt  dem  Klcster  Reichersberg  die  Hube  zu   Vetschiern  bei  dem  Lauhlänspach 

( Lauer spach  Pf  Weilbach)  als  Leibgcding. 

Ich  Meingros  des  Probst  brueder  ze  Reichersperg  vergieh 
offenbar  mit  disem  brief  daz  mir  mein  herr  vnd  mein  herren  verehert 
habent  einen  leib,  den  ich  gehabt  han  auf  der  hallen  hueb  ze  Vet- 
schiern bei  dem  Lauhltenspach  an  meinen  leib  vnd  sol  da  uon  die- 
nen xv  dn.  an  sand  Jacobstag.  Ir  (!)  vergieh  auch,  daz  ich  den 
andern  halben  tail  der  vorgenanten  hueb  bestanden  hau  zu  mein 
ains  leib  von  dem  vorgenanten  Probst  vnd  herren  ze  Reichersperg 
vnd  sol  da  von  dienen  den  gantzen  dienst,  daz  sind  x  metzen  chorns 
oder  yj  Schilling  pfenning  da  für.  Taet  ich  dez  nicht  inner  xinj 
tagen,  so  sol  man  mich  pfenten  vmb  den  vorgenanten  dienst.  Wert 
ich  daz  pfant,  so  han  ich  meinew  recht  verloren  vnd  mugen  di  vor- 
genante halbe  hueb  lazzen,  swenYsi  wellent  mit  meinen  gueten  wil- 
len. Ich  sol  auch  weder  verchauffen  noch  versetzen  nur  mit  iren 
gueten  willen.  Vnd  daz  daz  also  stset  vnd  vnzebrochen  beleih,  gib 
ich  in  diesen  brief  versigelt  mit  dez  erbern  mans  Götfrid  des  Tal- 
haymer  anhangunden  insigel  im  an  schoden,  wan  ich  aigens  insigel 


48 

nicht  hau.  Vnd  ist  daz  geschehen  —  dreutzehenhundert  iar  dar  nach 
in  dem  acht  vnd  viertzigisten  iar  an  sand  Mathiastag. 

Orig.,  Perg.  mit  Hängesiegel.  Stiftsarchiv  Reichersberg. 

LH. 

1348.  25.  Februar.  —  Ulrich  von  Rüstorf  bekennt,  von  dem  Gute  zu  Hof  in  der 
Jlüstorfer  Pfarre  jährlich  80  Pfenninge  dem  Siechmeister  tu  St.  Florian  ent- 
richten zu  müssen. 

Ich  Ulreich  Alrams  sun  von  Rüsdorfvnd  ich  Offmei  sein  haus- 
fraw  vnd  alle  vnser  erben  wier  veriehen  offenleich,  daz  wier  alle  iar 
iärleich  dien  schöllen  dem  siechmaister  des  erbern  gotshaus  datz 
sand  Florian  von  dem  gut,  daz  da  haizzet  datz  Hof  vnd  gelegen  ist 
in  RÜ8torffer  pharr,  achtzikch  newe  phenning  wienner  munzz  an 
vnser  vrawen  tag  ze  der  dienst  zeit,  war  aber,  daz  wir  den  ver- 
saessen  vntzt  auf  den  nächsten  sand  Michels  tag  dar  nach,  so  schal- 
len wier  dem  egenanten  siechmaister  vervallen  sein  sechtzig  phen- 
ning ze  wandel.  war  aber,  daz  wier  iem  dienst  vnd  wandel  Verzügen 
vntzt  auf  die  nächsten  dieustzeit,  so  schult  wier  geuallen  sein  von 
allem  dem  recht,  daz  wier  au  dem  vorgeschriben  gut  haben.  Wier 
schöllen  auch  furbaz  dhain  ansprach  nimmermer  darzu  gewinnen, 
wier  schöllen  auch  dulden  von  dem  gut  alle  iar  die  recht  gewonhait 
vnd  vodung  (sie),  die  ander  des  vorgenauten  gotshaus  holden  dul- 
dent,  vnd  welher  wier  der  ains  vber  füren,  so  hat  vns  der  vor- 
genant siechmaister  dar  vmb  ze  pezzeru,  also  wier  stat  an  iem  ervin- 
den.  der  vorgenanten  tayding  vnd  gelob  verpind  wier  vns  mitvnsern 
treweu  stät  ze  haben  vnder  des  erbern  manns  Insigel  Dietmars  dez 
Pernär  ze  den  Zeiten  purgraf  ze  Püchhaim,  wann  wier  aigens 
jnsigels  nicht  haben.  Der  briet'  ist  geben  nach  Christes  gepürd  dreu- 
tzehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  acht  vnd  viertzkistem  iar  an  sand 
Mathias  tag. 

Aus  einem  Pergamentcodex  im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian. 

LIII. 

1348.  5.  Hin.  Ortolf  der  Piber  versetzt  an  Friedrich  den  Klingenbrunner  einen 

Zehent  zu  Neumarkt  bei  Freistadt. 

Ich  Ortolf  der  Pyber  vnd  ich  Elspett  sein  hausfraw  vnd  all 
vnser   erben    vergehen  vnd    tun    chund,    daz    wir   versaezt    haben 


49 

Fridreichen  dem  Chlingebrunner  vnd  allen  sein  erben  den  zehent 
rod  daz  gelait,  daz  da  leit  vmb  den  Nevnmarkcht  hie  der  halb  der 
Vremstat,  der  da  lehen  ist  von  dem  Pischolf  von  Pazzaw,  mit  allein 
recht  vnd  nucz,  vnd  ich  in  inn  hau  gehabt,  für  vierczk   phunt  alter 
wienner  phenning  also  beschaidenleich,  daz  der  vorgenant  Fridreich 
vnd  sein  erben  vns  schullen  ze  losen  geben  den  vorgenanten  phent 
all  iar  jarchleich  an  dem  Vasschanch  tag.   Wir  sein  auch  dez  selben 
sacz  ir  gewer,  wo  in  dez  not  geschiecht,  als  lancz  recht  ist  ob  der 
Ens.  Wir  schullen  auch  in  den  vorgenanten  zehent  richtig  machen 
mit  herren  hant  vnd  mit  aller  stat  vnd  dar  zu  gehört.    Vnd  schullen 
sev  daz  haben  dacz  vnsern  trewen.    Vnd  dar  zu  auf  alier  vnser  hab, 
swo  wir  di  haben,  versucht  vnd  vnuersucht.  Vnd  swer  vns  mit  sei- 
nem willen  mit  dem  prief  mont,  dem  selben  sei  wir  allez  dez  gelcz 
vnd  gelub  gepunden  vnd  schuldig  vnd  hat  auch  alle  di  recht  auf  dem 
vorgenanten  zehent,  die  er  dar  auf  hat,  als  vor  verschriben  ist.   Daz 
di  red  stät  vnd  vnczebrochen  beleih,  dar  vber  gib  ich  vor  genanter 
Ihrtolf  der  Pyber  disen  prief  gesigelten  mit  meinem  anhangunden 
insigel.    Der  prief  ist  geben  nach  Chris tes  gepurd  vber  drevczechen 
hundert  iar»   dar  nach  in  dem  acht  vnd   virczigistem  iar  an   dem 
Assch  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  H&ngesiegel  im  Stadtarchive  zu  Freistadt. 

LIII  a. 

1348.  25.    M&TX.   —    Wernhart  der  Mair  zu  Hitcing   reversirt  dem  Kloster 
Rtieher§perg  da*  ihm  tu  Leibgeding  verliehene  Gut  zu  Freyhaim  und  die  Pennt 

Krempleinsöd. 

Ich  Wernhart  der  Mair  von  üiwing  vergich  mit  disem  bref 
allen  lsevten,  daz  ich  han  geworifen  an  den  erbern  herren  hern  Dyt- 
marn  probst  ze  Reichersperig  vnd  an  di  herren  do  selben,  daz  si 
mir  habent  Yerchert  Petreim  des  Fuschels  sun  laib,  den  ich  het  auf 
den  guten  ze  Freyhaim  zwai  viertail  vnd  zwai  ievch  do  selben  mit 
der  pewut  datz  Chrdmpleinsöd  an  meins  suns  Ueinreichs  leib  mit 
der  beschaiden,  daz  er  iarchleich  da  von  geben  schol  auf  sand  Michels- 
tag drei  Schilling  pfenning  Pazzawer  mvnss  vnd  ze  ostern  ein  wei- 
seit  daz  zwelif  (dl.)  wert  sei.  Taet  er  dez  nicht,  darnach  vber  vir- 
zehen  tag  wser  er  verstozzen  vnd  vervallen  von  allen  seinen  rechten 
an  allen  chrieg.  —   —  Daz  daz  also  staet  vnd  vnzeprochen  beleih, 

Urkandenbuch  des  L*udes  ob  der  Eni».  VII.  Bd.  4 


50 

gib  ich  e  genanter  Wernliart  der  Maier  dem  gotzhaus  disen  brief 
versigelten  mit  dez  erbern  chnehtz  insigil  Chonrad  von  Lav.  Der 
gegeben  ist  —  drevzehent  hundert  iar  darnach  in  dem  acht  vnd 
viertzigistem  iar  an  vnser  frawntag  in  der  vasten. 

Orig.,  Pcrg.  mit  Hangesiegel.  Stiftsarchiv  Reichersberg. 

LIV. 
1348  in  der  Faste  (Man— April)   Reichersperg.  —  Hanns  der  Chrumpeck 

rev  ersirt  den  ihm  bestandweise  auf  sechs  Jahre  vom  Kloster  Reichersberg  ver- 
lassenen Zehent  des  Hofes  zu  Praitenfeld. 

Ich  Hanns  der  Chrnmpekch  vergich  offenbar  mit  diesem  brief 
allen  lewten,  das  ich  han  bestanden  von  dem  erbern  herrn  Dietmaren, 
probst  ze  Reichersperg,  vnd  von  dem  Conuent  daselbs  im  zehent, 
den  e  malen  hat  inn  gehabt  Her  man  der  Payer  von  des  goczhaus 
genaden,  mit  allen  den  ern,  rechten  vnd  nutzen  als  er  gehört  in  den 
hof  ze  Praitenueld,  der  des  goczhaws  ledigs  freys  aigen  ist,  von 
liechtmess  die  schirst  chumbt  vber  sechs  jar  also  die  sechs  nutz  mit 
der  beschaiden,  das  ich  dem  vorgenanten  probst  oder  wer  des  gocz- 
haws ze  Reichersperg  gewaltiger  ist,  ob  er  nicht  enwer,  ierleich 
dauon  geben  sol  ze  flust  vnd  ze  gwin  zwaintzik  phunt  pfenning  Wien- 
ner münzz,  di  dann  gib  vnd  gab  sind,  auf  sand  Yligen  tag  vnuertzo- 
genleich  gein  Chrems  mit  meinem  poten  in  der  Liebhartjnn  haws 
auf  der  prukk.  Tet  ich  des  nicht,  wie  getanen  schaden  si  des  namen 
an  Christen  oder  an  Juden,  chlainen  oder  grozzen,  den  si  gesprechen 
mugen  vngesworn,  an  ayd  vnd  an  recht,  den  sol  ich  in  allen  abtun 
vnd  widerchern  gar  vnd  gantz  vnd  sullen  sy  das  haben  datz  meiner 
trewn  vnd  darzu  auf  alier  meiner  hab,  di  ich  inndert  han,  wo  die 
gelegen  ist,  ich  sey  lebentig  oder  tod.  Vnd  si  mugen  auch  ir  zehent 
fürbaz  lazzen  mit  meinein  gutleichem  willen  vnd  gunst,  wem  si  weU 
lent  vnd  wem  si  Verlust  vnd  sol  ich  auch  dieselben»  wem  si  ir  zehent 
lassent,  dartzu  füll  ern  vnd  trewleich  stewren  vnd  nindert  hindern  an 
aller  stat,  wo  ich  es  vermag.  Mich  begagent  auch  der  erbar  herre 
herr  Dietmar  der  obgenante  probst  ze  Reichersperg  vor  seinem 
conuent  vnd  auch  vor  andern  erbern  lewten  vmb  ir  chircheti  ze 
Edlitz  vnd  vmb  die  widern  daselbs  die  zu  dem  selben  gotzhaws  gehö- 
rent,  daz  in  etwenn  vnpilleichen  vnd  vngutleichen  von  der  vogtai 
wegen  geschehen  wer;  nu  was  ich  ein  new  wirt  vnd  west  sein  nicht 


St 

wo!  ze   veranttwurtten  vnd  verhies   daselben   dem  probst  vnd  dem 
conuent  mit  meinez  trewn  an  geuer,  ich  wolt  mich  sein  deuaren  (!) 
mit  den   eltigten,   wie   die  vogtai  von    eliter  herchomen   wer  vnd 
schult  dem  gotzhaws  darnach  prief  vnd   guet  vrchund   geben   nach 
meiner  frewnd  rat,  also  das  ich  die  vorgeschrieben  vogtay  in  mei- 
nem genedigem  scherm  haben  sol  vnd  sullen  auch  von  mir  vnd  von 
allen  meinen  nachkomen  aller  vnpilleichen  anuäll  vnd  beswernüzz, 
wie  di  genant  sein,  chlain  oder  gros  furbas  entladen  vnd  vberhabt 
sein.  Vnd  des  sind  zeugen  die  erbern  piderlewt,  die  pey  der  sach 
gewesen  sind :  herr  Lienhart  von  Morspach,  ze  den  Zeiten  phleger 
ze  Obernperg,  herr  Chunrat  von  Swentt,  Gotfrid  der  Talhaymer 
von    Osternach,  Hainrich   der  Eytzinger,  purger  ze    Obernperg, 
Chunrad  der  Stroyher,  Herman  der  Payer,  Hainreich  der  Chunigs- 
perger}   Wulfing  der  Pulsinger,  Heinreich  der  Pleintinger  vnd  ander 
erber  pider  läwt  genug.  Wer  auch  den  brief  mit  irem  willen  innhat, 
der  hat  all  di  recht,  die  oben  an  dem  brief  verschriben  Stent.   Vnd 
das  in  das  also  stet  gantz  vnd  vnczebrochen  beleih,  gib  ich  in  vor- 
genanter Hanns  der  Chrumpekch  dem  obgenanten  herren  Dietmaren 
probst  ze  Reicher sperg  vnd  dem  conuent  daselbs  den  gegenwurtigen 
brief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  insigel.  darunnder  sich 
mein  hawsfraw  vnd  all  vnser  erben  mit  iren  trewen  sich  verpindent, 
trewleich  alles  das  stet  ze  haben,   das   an  dem   brief  verschrieben 
stet.  Der  geben  ist  ze  Reichersperg,  do  man  zalt  von  Christes  gepurd 
drewtzehen  hundert  jar  darnach  in  dem  acht  vnd  viertzkistem  jar  in 
der  yasten. 

Promptaar.  Reichersperg.  Fol.  49  a. 


LV. 

1346.  31.  März.  —  Hartneid  von  Ilaunsberg  und    seine  Söhne  verkaufen  dem 

Kloster  St.  Florian  eine  Mühle  bei  der  Krems  und  ein  Lehen  zu  Reichpolts- 

winkel  (Eapperswinkel  in  der  Pfarre  AnsfeldenJ  nebst  einer  Hofstatt, 

Ich  Hertneid  von  Havnsperch  vnd  Ulreich  vnd  Andre  mein 
sün  vnd  ich  Heinreich  der  Eppelhauser  vnd  mein  hausvrav  Anna 
vnd  ich  Ulreich  irprueder  vnd  mein  swester  Elspet  wir  vergehen 
vnuerschaidenleich  und  tuen  chunt,  daz  wir  verchauft  haben  dem 
ersamen  gotshaus  dacz  sand  Florian  ein  mul  pei  der  Chremst  ein 

4* 


S2 

Iehen  dacz  Reych polt  swinc  hei  vnd  ein  hofstat  da  selben,  die  alleY 
drev  aindlef  Schilling  geltz  sind,  an  hantdienst,  mit  allt  dev,  vnd  dar 
zue  gehört,  di  vnser  vreyz  aygen  gewesen  sind,  vmb  ein  guet,  des 
wir  gancz  vnd  gar  verricht  vnd  gewert  sein.  Wer  aber  yemant 
vnder  allen  vnsern  erben,  der  nach  den  vorgeschribenn  aygen  spre- 
chen wolt,  der  schol  dem  oftgenanten  gotshaus  geben  achczig  pfuut 
wienner  pfenning  newer  munzz  an  sand  Jacobs  tag  vnd  di  vor- 
genanten aygen  da  mit  ledigen  für  einen  rechten  lants  sacz.  Daz 
disew  Wandlung  des  vorgeschriben  chaufs  vnd  des  saczs  also  stet 
vnd  vnuerchert  beleih  ewichleichen,  dar  vber  geben  wir  disen  brief 
versigelten  mit  vnser  alier  anhangunden  jnsigcln,  der  sack  sind  auch 
gezeug  mit  ir  jnsigeln  Heinreich  der  Chersperger,  Wolfhart»  svn 
vnd  Heinreich  der  Chersperger  Wilhalms  svn,  Fridreich  der  alt 
Tungozzinger  von  Lincz  vnd  Fridreich  sein  svn,  dar  zu  haben  wir 
gepeten  den  ersamen  herreu  kern  Heinreichen  von  Volchenstorf, 
daz  der  auch  sein  jnsigel  ze  bezeugnuss  dar  an  gehangen  hat,  wand 
di  vorgeschriben  aygen  in  seinem  Lantgericht  gelegen  sind.  Der 
brief  ist  geben  nach  christs  gepürd  vber  dreuzehen  hundert  jar,  dar 
nach  in  dem  acht  vnd  vierzigisten  jar  am  suntag  ze  Mitter  vasten 
Letare. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  Siegeln  (das  letzte  abgefallen)  im  Stiftsarchive  zu 
St.  Florian. 

LVL 

1348.  24.  April.  —  Dietmar  und  Wernhart  die  Aistershaimer  quütiren  den 
Bischof  Leutolt  von  Freising  und  die  Herren  Wernhart  und  Friedrich,  Brüder 
und  Grafen  von  Schau  tt  b  er g,  über  SöO  Goldgulden  und  79  Schild  abgexahlter 

Schuld. 

Ich  Dietmar  vnd  Wernhart  di  Astershaimer  vergehen  offen- 
war, daz  vns  di  bochgeporn  vnser  genaedig  herren  her  Levtolt  erwei- 
ter hyscholf  ze  Freysing  vnd  her  Wernhart  vnd  her  Fridrich 
Bruder  Grafen  ze  Schovnwerch  gericht  vnd  gewert  habent  segst- 
halb  hundert  guidein  phenning  floryn,  vnd  habent  Yns  achtzg  schilt 
an  ain,  der  gie  an  der  zal  ab,  wider  geben  an  dem  gelt,  daz  si  vns 
gelten  schulten,  also  wir  ier  vnd  ierer  porgen  brif  haben  vnd  sagen 
sev  vnd  ir  porgen  der  selben  phenning  ledig,  vnd  ze  vrchund  gehen 
wir  in  disen  brif  mit  vnser  peder  anhaugvnden  insigel,  der  geben  ist, 


S3 


do  man  zahlt  von  christez  gepurt  drevtzehen  hundert  jar  vnd  in  dem 
acht  vnd  virtzgisten  jar  an  sand  Jörgen  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Siegeln  im  Schlossurchive  zu  Eferding.  Vergleiche 
NoÜzeobl.  der  k.  Akad.  1851.  S.  343.  Nr.  113. 


Lvn. 

1348.  24.  ApriL  —  Propst  und  Convent  tu  Waldhausen  geloben,  für  Heinrich 
von  Königsuriesen,  Pfarrer  in  Mäldorf  und  Generalvicar  von  Freising,  einen 
Jahrtag  und  eine  Wochenmesse  tu  begehen,  wozu  er  32  Pfund   Wiener  Pfen- 
ninge gestiftet. 

Nos  Wysenio  miseracione  diuina  prepositus,  Johannes  decanus 
totusque  Walthusensis  ecclesie  conuentus  publice  profitemur,  Quod 
honorabilis  yir  dominus  Hainricus  de  Chünigswis,  protunc  pleba- 
nu8  in  Muldorf  ac  ecclesie  Frisingensis  vicarius  generalis,  nobis 
ac  dicte  ecclesie  nostre  in  suffragium  triginta  duo  talenta  denariorum 
monete  Wyennensis  tradidit,  pro  quibus  tres  libras  reddituum  infra 
vnius  anni  spacium  comparare  tenemur,  eas  ecclesie  nostre  ad  obla- 
gium  perpetuo  dotando  tali  condicione,  ut  singulis  ebdomadis  pro 
diebus  suis,  videlicet  in  sexta  feria  in  ara  sancti-  Spiritus  circa  capi- 
tulum  hora  diei  prima  vnam  missam  de  Annunciacione  gloriose  Vir- 
ginia cum  collecta  pro  salute  viuorum  per  vnum  ex  nostre  fraterni- 
tatis  collegio  celebrari  faciamus,  et  post  ipsius  dicti  domini  Hainrici 
obitum  eadem  missa  de  beata  Virgine  mutabitur  in  missam  defunc- 
torum  cum  collectis  consuetis  perpetuo  pro  ipsius  anime  ac  omnium 
predecessorum  suorum  requie  a  nobis  et  nostris  successoribus  cele- 
brandam.  Quicunque  igitur  ebdomadarius  erit  in  dicendis  missis  ad 
sanetum  Augustinum  et  in  ara  sancte  Katharine,  hie  eciam  celebra- 
cioni  misse  predicte  alligatur.  Adicimus  eciam  hoc,  ut  ipsius  prefatt 
domini  Heinrici  deposicionis  anniuersarium  diem  post  eius  de  hoc 
exilio  memorabilem  transitum  singulis  annis  cum  vigiliarum  ac  Missa- 
rum  suffragijs  nos  nostrique  successores  perpetuo  peragamus.  Depu- 
tamus  autem  ipsi  memorato  domino  Heinrico  tres  libras  predietas 
reddituum  super  aduocacia  bonorum  nostrorum  in  Marcharczdorf 
a  domino  de  Tyernstain  empta,  quoadusque  tria  certa  talenta  reddi- 
tuum ad  nostrum  oblagium  pro  peeunia  suprascripta  conparentur. 
Quo  etiam  facto  eadem  nostra  aduocacia  ab  hoc  libera  est  cedens  in 


u 

vsus  nostros  priores.  Et  si  insuper  quisquam  dominorum  nostri 
conuentus,  quemcunque  ordo  tangeret,  in  predictis  missis  negligen- 
tiam  aliqualem  conmitteret,  quod  absit,  tunc  idem  eodem  die  omni 
prebenda  et  consolacione  sua  prorsus  carere  teneretur.  Si  vero  ex 
obstinencia  quadam  seu  negligencia  voluntaria  per  tres  dies  continuos 
in  dicte  misse  celebracione  negligens  esset,  quod  absit,  tunc  idem 
dominus  tum  sua  consolacione  cum  prebenda  tamdiu  careat,  quous- 
que  neglectas  missas  plene  replicet,  duas  videlicet  missas  semper 
pro  vna  neglecta  celebrando.  Si  autem  post  ipsius  sepefati  domini 
Heinrici  de  Chunigswisen  obitum  sepedicti  domini  prepositus  et 
conuentus  dicte  nostre  ecclesie  uel  nostrt  successores  eius  anniuer- 
sarium  soiitis  vigiliarum  ac  missarum  suflragijs,  ut  premissum  est, 
post  trinam  ammonitionem  a  dominis  preposito  et  capitulo  ecclesie 
Ardacenns  infra  vnum  mensem  fiendam  quoquomodo  peragere  negli- 
gerent,  quod  absit,  tunc  idem  domini  prepositus  et  capitulum  ecclesie 
Ardacensis  de  decem  solidis  reddituum  ex  suprascriptis  redditibus 
pro  ipsius  (sie)  peeunia  emptis  libere  se  intromittant  eos  perpetuo 
iure  proprietatis  possidendo.  Pro  quibus  eciam  benefieijs  prenomi- 
nati  domini  Heinrici  de  Chunigswisen  anniuersarium  ut  superius 
expressum  perpetuo  peragere  obligabimur.  In  quorum  omnium  testi- 
monium  nostri  Wys?ntonis  prepositi  et  conuentus  prenominate  eccle- 
sie in  Walthausen  sigillorum  munimine  scriptum  presens  feeimus 
roborari.  Datum  Anno  domini  M°.  CCC°.  XLVIIR  Georgij  Martiris. 

Aus  einem  gleichseitigen  Pergamentcodex  zu  Windhaag. 


LVIH. 

1348.  1.  Mai.  —  Thoman  in  der  Wiegen  verkauft  an  den  Caplan  der  Kirche 
zu  Traisen  die  Eigenschaft  des  halben  Sedelhofes,   mit  Vorbehalt  des  Burg» 

rechtes. 

Ich  Thoman  in  der  Wyege?i  vnd  ich  Elspet  sein  hausfrowe 
wier  veriehen,  daz  wier  vnsern  sedelhofin  der  Wiegen  halben  vnd 
allez,  daz  da  zue  geboret,  der  mein  des  egenanten  Thoman»  vreyz 
vnd  rechtes  erbaygen  gewesen  ist,  den  hab  wier  verchaufft  dem 
erbern  herren  Kern  Hainreichen  zu  den  zeiten  chapplan  der  chap- 
pelln  ze  Traysem  oder  wer  nach  im  da  selbe  chapplan  w  iert,  vm 
zweliflhalb  phunt  phenning  wienner  munzz,  der  wier  gar  vnd  gentz- 


55 

leich  gewert  sein»  vnd  also  beschaidenleich,  daz  der  egenant  Tho- 
man oder  wer  den  vorgenanten  halben  hof  inne  hat,   da  von  schol 
dienen  sechs  Schilling  phenning  wienner  munzz  vnd  nicht  mer.  der 
schol  er  dienen  sechtzig  an  sand  Polten  tag,  sechtzig  an  sand  Michels 
tag  vnd  sechtzig  an  sand  Merten  tag.  Iz  schol  auch  der  selbe  Tho- 
man oder  wer  den  egenanten  halben  hof  inne  hat,  dhain  stever  nach 
tagwerich  nicht  geben  nach  an  in  gevodert  werden,  denn  als  vil, 
ob  ieman  hintz  im  icht  zechlagen  hiet,  iz  sei  vm  vnzucht,  vm  gelt 
oder  vm  welicherley  sache  daz  wer,  daz  schol  er  für  antworten  vor 
dem  chapplan  der  vor  geschriben  cappelln  vnd  schol  im  dazpezzern, 
als  er  stat  vnd  genad  an  im  vint.  Word  aber  der  oft  genant  halb 
hof  verchäuft,  so  schol  der  hin  geber  sechtzig  pfenning  geben  vnd 
der  chauffer  als  vil  zu  ablait  vnd  anlait  dem  herren  chapplan  der 
vorgescbriben   chappelln  ze   Trai&em.    Vnd  ob   mich   vorgenanten 
Thomann  ehaft  not  da  tzue  twung,  daz  ich  muest  ain  vberlent  hin- 
geben auz  dem  halben  hof,  daz  schol  man  hin  wider  in  dienen,  daz 
daz  aygen  icht  leichter  werd.   Vnd  schol  auch  der  vorgenant  hSr 
Hainreich  oder  sein  nach  chomen  Stifter  vnd  storer  sein.  Ich  han 
auch  vorgenanter  Thoman  den  halben  hof  her  wider  enphangen  mier 
vnd  meinen  erben   ze  rechtem  purchrecht.    Wolt  man   aber  m&r 
vodern,  den  vor  geschriben  stet,  so  schulten  mein  herren  von  Hohen- 
berch  her  Bietreich  vnd  her  Steffan  vnd  ier  erben  mein  vogt  vnd 
scherm  sein,  Vnd  schol  man  in  da  von  dienen  ein  heribst  huen  ze 
vogtrecht  an  sand  Michels  tag.  Daz  di  red  stet  vnd  vnzeb rochen 
beleih,  dar  vber  gib  ich  vorgenaitter  Thoman  in  der  Wiegen  dem 
egenanten  hern  Hainreichen  chapplan  ze  Trauern  vnd  seinen  nach 
chomen  disen  prief  versigelt  mit  meinem  an  hangunden  jnsigel  Vnd 
mit  meiner  ohaim  jnsigeln  Fridreichs  des  Drochssel  vnd  Ulreichs 
Chnaben,  die  wier  darvm  gepeten  haben  zu  gezeugen  mit  iren  an 
hangunden  jnsigeln  vnd  zu  einem  vrchunt  diser  sache.  Der  prief  ist 
geben,  da  nach  Christes  gepurt  ergangen  waren  dreutzehen  hundert 
iar,  dar  nach  in  dem  acht  vnd  viertzgkisten  iar  an  sand  Philipps  vnd 
sand  Jacobs  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  H&nge  siegeln  im  Schlossarchive  zu  Gschwendt 


2>6 


LIX. 

1348.  3.  Hai.  Ulrich  von  Husendorf  stiftet  2  Pfund  Gülte  zum  Siechenspital 
in  Ens  tum  Ankauf  von  Leinwand  tu  Hemden  und  Bettzeug. 

Ich  Vlreich  von  Husendorf  vergieh  offenbar  an  disem  prief 
allen,  di  den  prief  sehent,  borent  oder  lesent,  daz  ich  vorgenanter 
Vlreich  von  Husendorf  han  gegeben  zwai  phunt  geltes  wienner 
phenning  ze  selgeraet  den  ziehen  in  daz  spifal  gelegen  auf  ainern 
haus  in  der  Smidstrazz.  Von  den  selben  zwain  phuntten  geltes  schol 
man  den  stehen  allen  c  hau  (Ten  leinens  tuch  alle  jar  also  daz  lgleicher 
vrowen  werden  fünf  eilen  zu  ainer  pfait  vnd  igleichem  mann  fumf 
eilen  vnd  was  des  vbrigen  wirt,  da  schol  man  in  ire  pett  von  pezzern, 
daz  si  in  icht  zereysen  vnd  daz  ai  icht  derurisen  in  dem  hinter.  Des 
bitt  ich  euch  all  üben  purger,  daz  ir  daz  selgeret  inn  habt  vnd  icht 
ab  lat  gen,  wand  man  so  vil  geltes  nicht  ein  so  gut  selgeret  mocht 
gemachen.  Teit  ir  aber  des  nicht,  so  gelag  es  auf  ewer  aller  sei. 
Daz  in  di  red  von  mir  stet  vnd  vnzehrochen  peleib,  dar  vber  gib  ich 
in  disen  offen  prief  ze  einer  vrchund  mit  meinen  insigcl  pestätt.  Der 
prief  ist  gegeben  nach  vnsers  herren  purd  vber  dreuzehen  hundert 
jar  vnd  darvber  in  dem  acht  vnd  vierzigsten  jar  an  des  heyligen 
Chrauczestag  nach  Ostern. 

Original  auf  Pergament  ohne  Siegel  im  Musealarchive  zu  Linz. 


LX. 

1348.  4.  Mai.  Potendorf.  —  Ott  der  Wiersinch  verkauft  an  die  Brüder  Hein- 
rich und  Leutolt  von  Potendorf  nach  dem  Tode  seiner  Mutter  seinen   Theil  an 

der  Mühle  zu  Weinpresdorf, 

Ich  Ott  der  Wiersinch  vergieh  vnd  tun  chvnt,  daz  ich  den 
erbern  herren  hern  Hainreichen  vnd  Leotolden  pruedern  von  Poteu- 
darf  vnd  allen  im  erben  meins  rechten  aygens  den  tayl  an  der  mul 
ze  Weinpresdorf,  den  mein  vater,  dem  got  genad,  daran  gehabt  hat 
vnd  der  nu  meiner  mueter  leibgeding  ist,  vnd  nach  irm  tod  auf  mich 
vnd  auf  mein  erben  erben  vnd  geuallen  scholt,  als  sei  mein  vater  in 
aygens  nutz  vnd  gewer  her  pracht  hat,  recht  vnd  redlich  ze  chauffen 
gehen  han  vmb  sechs  phunt  wienner  phenning,  der  ich  gantz  vnd 


87 

£ar  gewert  bin,  also  beschaidenlich,  swenn  meine  mueter  nieht  enist, 

daz  dann  nach  irm  tod  dieselb  mul  auf  die  vargenanten  herren  kern 

Hainrichen  vnd  kern  Leotolden  von  Pottendarf  vnd  auf  ir  erben 

erben  vnd  geuallen  schol  ze  gleicher  weis,  als  var  an  disem  prief 

geschriben  stet,  vnd  lob  auch  mitsampt  meinen  erben,  diselb  mul 

ze  vreyn  vnd  ze  scherm  vur  all  ansprach,  als  aygens  recht  ist  vnd 

des  landes  recht  ze  Osterich,   vnd  gib  in  des  ze  vrchund  ynd  ze 

einer  bestetigung  diser  sach  disen  offen  prief  versigelt  mit  meim 

jnsigel  ynd  mit  meiner  lieben  vrevnt  jnsigel  kern  Albers  des  Clter- 

bechen  vnd  Dietrichs  des  Gyleis  vnd  kern  Bietreichs  von  Gun- 

dramsdorf,  di  diser  sach  getzeug  sind  mit  irn  jnsigeln.  Der  prief  ist 

geben  ze  Potendorf  nach  christes  gepurd  dreutzechen  hundert  jar 

dar  nach  in  dem  acht  vnd  viertzigstem  jar  an  sand  Florians  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  Siegeln  im  Schlossarchive  zu  Gschwendt. 


LXI. 

1348.  18.  Mal.  —  Hintergangsbrief  Heinrichs  von  Polheim  in  seinem  Streite  mit 
dem  Grafen  Heinrich  von  Schaunherg  und  dessen  Brüdern  um  das  Gericht  um 

Schwans. 

ICH  Hainreich  von  Polhaim  vergich  offenwar  an  disem  brief 
mit  sambt  allen  mein  eriben  vnd  tun  kund,  das  wir  für  vnnser  gna- 
dig lieb  herrn  sein  komen  Graf  Hainreichen  vnd  sein  brueder  von 
Schawnberg,  vnd  haben  vnns  mit  den  vertaydingt  vmb  das  gericht 
vmb  Swanns9  darumb  wir  vor  in  spruchen  gen  Jansen  den  Wassen- 

beriger  vnd  herrn  VIrichen  von  Anhang Also, 

ob  wir  das  mit  gotz  hilff  behaben,  so  habent  in  vnser  vorgenant 
herrn  genomen  iren  trewnn  herrn  Albrechten  von  Polhaim,  so  haben 
wir  genomen  vnnsern  lieben  frewndt  herrn  Conraden  von  Tannberg 
also,  was  dj  zwen  ervindennt,  das  vnser  vorgenant  herrn  gein  vnns 
tön  schulten,  das  wir  das  vorgenant  gericht  in  ir  gewallt  bleibe,  das 
schullen  wir  statt  habenn.  War  aber,  das  dj  zwen  indertt  ze  krieg 
wurden  oder  stossig,  dj  schullen  herrn  Lienhartten  von  Morspach 
zw  ainem  obman  darumb  nemen,  vnd  auf  weihen  tail  der  geuellt,  da 
schol  es  pey  pleiben.  Darumb  zw  vrkund  geben  wir  disen  offen  brief 
versigelt  mit  meinem  obgenanten  Hainreichen  anhangunden  insigl 
vnd  vnder  herren  Conraden  Yon  Tannberg  zw  ainer  zewgnus  anhan- 


58 

gi;nden  insigl ;  vnd  darunder  verplant  ich  mich  vnd  all  mein  eriben 
mit  rnsern  trewn  alles  das  war  vnd  statt  zw  halte«,  das  vor  an  disem 
brieff  rersehriben  stett,  der  geben  ist  nach  kri>ti  gepurd  drewzecben- 
ho  od  eilt  rod  darnach  in  dem  aeht  rnd  virzigisten  jar  des  nagsten 
montags  ror  sand  Vrbanns  tag. 

Aas  ei  seoi  InrcnUr  Sehaanber  g**H»er  Urkunden^  gesehrietoB  »mf  Papier 
g*g#*  das  Eade  des  XV.  JabrhomlerU.  KoÜieatL  der  kais.  Akad.  1851.  344. 
Kr.  114. 

Lxn. 

1348.  23.  Hai  nncktm.  Stephan*  Herzog  von  Bmf  ern,  gibt  Dietmmr  dem  Loseu- 
steiner  einen  Schuldbrief  über  40  Pfund  Regensburger  Pfenninge  für  ein  ihm 

verkauftes  Pferd. 


Wur  Stephan  von  Gottes  genaden  pfatzgraf  bej  Rhein  mnd 
herzog  in  Bayrn  etc.  bekennen  offentlieh  mit  disem  brief ,  das  wir 
Dietmayr  dem  Losenstainer  vnnserm  diener  vnnd  seinen  erben  gel- 
ten sollen  virzig  pfundt  Regenspurger  pfening  rmb  ain  ross,  das  er 
Ynnss  geben  bat,  vnd  gehaissen  ihme  bej  vnsern  gnaden,  das  wir  sy 
derselben  pfundt  richten  sollen  ohne  geuärd  auf  St  Michaels  tag, 
der  schirist  kombt.  Thäten  wir  des  nit,  so  baben  sy  gewaldt  vnnss 
darumb  zu  pfenden  vnd  zu  benötten  Vund  sollen  sy  rnnd  alle,  die 
ihn  des  belffendt,  daran  wider  rnns  nit  gethan  haben,  Vrkundt  diss 
brieffs,  der  geben  ist  zu  München  an  freytag  vor  St  Vrbans  tag 
Anno  1348. 

Aas  einer  handschriftlichen  Genealogie  der  Abkömmlinge  der  Grafen  und 
Markgrafen  von  Steyr,  verfasst  von  Valentin  Preuenhuber  1637.  Archiv 
Kschelberg.  Cf.  1348,  8.  Jänner.  Nr.  XL1D,  pag.  40. 


LXIIL 

1348.  17.  JnnL  UaZ.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  befiehlt  seinen  Mattth- 
nern  zu  Rottenmann,  die  Kaufleute  von  Ens  an  der  Mauth  zu  Trieben  nicht  zu 

beschweren. 

Wir  Albrecht  .  .  .  entbieten  vnssern  getrewn  Arnolten  vnd  dem 
Wucherlein  vnssern  Mawttern  zu  Rutenmann  vnsser  gnad  vnd  alles 
gut.  Wir  gebieten  ew  vnd  wellen  ernstleich,  daz  weder  ir  noch  ewr 
anwalt  vnsser  getrew  die  chawfflawt  von  Enns  nicht  irret  an  der 
Mawt  ze  Trieben,  vnd  sew  weleiben  lasset  bei   der  gwonhait  vnd 


89 

dem  rechten,  als  sie  herchomen  sind.  Tat  ir  icht  anders,  daz  war 
ganczleich  wider  vns.  Gebn  zu  Lyncz  am  Eritag  vor  Sunewenden 
anno  MCCCXLVIII. 

Kur«,  Handels.  352. 

LXIV. 

1348.  22.  Juni.   —  Eberhart  der   Tanner  und  seine  Neffen  geben  Elsbethen 
(Eberharts  Mutter)  das  Leibgeding  auf  ihrem  Gute  tu  Pösleinsdorf. 

ICH  Eberhart  der  Tanner  vnd  ich  Eberl  vnd  Vlreich  seins 
prüder  chinder  veriehen,  daz  wir  vnsrer  ändlein  hern  Eberharcz 
mueter  vran  Elspettn  all  vnser  gut  dazz  Pdsleinstorf  ledichiichen 
baben  aufgeben,  dez  zwelf  phunt  geltz  sein  Wienner  phenning,  daz 
si  all  irn  frumen  damit  schol  schaffen,  als  leipgedinges  recht  ist, 
Tnez  an  iren  tot.  Daz  di  Wandlung  also  stät  vnd  ynzeprochen  bleib, 
geb  ich  vorgenanter  Eberhart  der  Tanner  disen  prief  versigelten  mit 
meim  anhangundem  ingsigel  zeim  gezeug  der  warhait,  wann  di  vor* 
genanten  meins  prüder  chinder  nicht  aigen  ingsigel  habent,  vnd  mit 
des  erbern  herren  hern  Leutolds  von  Chönringn  ingsigel,  der  des 
vorgenanten  gucz  rechter  lenherr  ist  vnd  diser  sach  zeug  mit  seim 
anhangunden  ingsigel.  Der  prief  ist  gebn  nach  Chricz  (sie)  gepurt 
drevzenhundert  jar  vnd  darnach  in  dem  acht  vnd  vierzigstem  jare 
an  der  heiligen  zehen  tausent  Ritter  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hängesiegeln  im  Archive  des  Schlosses  Freistadt 

LXV. 

134S.  22.  Juni.  Wien.  —  Heinrich,  Wemhart  und  Friedrich  Grafen  von 
Schaunberg  an  ihrer  Statt  und  im  Namen  der  Kinder  ihres  Bruders  Rudolf 
ielig  erklären,  für  alle  im  Dienste  der  Herzoge  von  Oesterreich  erlittenen 
Schäden  von  Herzog  Albrecht  1300  Pfund  auf  der  Mauth  zu  Linz  angewiesen 
erhallen  zu  haben,  und  werden  des  Herzogs  und  seiner  Söhne  Diener. 

Wir  Hainreich,  Wernhard  vnd  Fridereich  Grafen  von  Scho- 
wenberch  veriehen  vnd  tun  chunt  offeulich  mit  disem  prief  für  vns 
vnd  vnser  erben  vnd  vmers  lieben  pruders  Graf  Rudolfen  seligen 
chind  vnd  erben,  daz  vns  vnser  gnediger  herr  Hertzog  Albrecht 
von  Österreichs  ze  Steyr  vnd  ze  Chernden  für  allen  den  schaden, 
den  wir  von  dezselben  Hertzog  Albrechten,  seiner  prüder  vnd 
vordem  wegen  genomen  haben  vnd  für  alle  die  ansprach,  so  wir  zu 


60 

im  vnd  zu  seinen  prüdem  gehabt  haben  vnd  hahen  mochten  vntz  auf 
disen  tag ,  als  der  prief  geben  ist,  geschafft  vnd  geben  hat  drev- 
zehen  hundert  phunt  wienner  phenning,  der  vns  derselb  vnser  gne- 
diger  herre  sibenthalb  hundert  phunt  richten  vnd  weren  sol  von  der 
maut  ze  Lyntz  in  dem  nevn  vnd  vierczigistem  Jare  nach  der  gewon- 
lichen  purchhut  Eberhart 8  von  Waise,  vnd  di  andern  sibenthalb  hun- 
dert phunt  in  dem  funfczigistem  jare  ouch  nach  dez  selben  von 
Wahe  gewonlichen  purchhut.  Wer  aber,  daz  wir  dez  dhaynen  weg 
gesavmt  wurden,  so  mvgen  wir  vns  selber  richten  von  derselben 
mavt  ieglichs  iares  als  vil  geltes,  als  vor  geschriben  ist  mit  dezselben 
vnsers  herren  guten  willen.  Ouch  sein  wir  dezselben  vnsers  herren 
Hertzog  Albrechten  vnd  seinen  sun  Hertzog  Rudolfen  vnd  Hertzog 
Fridereichen  vnd  irer  erben  diener  worden,  vnd  sullen  in  warten 
mit  vnsern  vesten,  die  wir  haben  in  iern  landen.  Vnd  wenn  sev 
vnsers  diensts  bedürfen,  so  sullen  sev  vns  denn  dar  vmb  tun  als 
andern  irn  herren  vnd  dienern  in  irn  landen.  Das  luben  wier  für  vns 
vnd  für  vnser  erben  vnd  für  vnsers  egenanten  pruders  seligen  Graf 
Rudolfen  chind  vnd  erben  stet  ze  halten  mit  guten  trewen,  vnd  dar 
vber  ze  vrchunde  geben  wier  disen  prief  besigelten  mit  vnsern 
insigeln.  Der  geben  ist  ze  Wienn  an  svnntag  vor  sand  Johan  tag  ze 
Svnnwenten  nach  Christes  gepurte  drevzehen  hundert  iar,  darnach 
in  dem   acht  vnd  vierczigistem  jare. 

Orig.,  Perg.  mit  swei  Siegeln  im  lt.  k.  geh.  Hausarchir. 

LXVl. 

1348.  24.  Juni.  —  Hagen  von  Spielberg,  Burggraf,  bezeugt  einen  Tausch  zwi- 
schen der  Pfarrkirche  Spielberg,  welche  60  Pfenning  auf  der  Au  zu  Hofkirciien 
gegen  70  Pfenning  auf  einem  Gute  zu  Taurendorf  an  St.  Florian  abtritt. 

Ich  Hagen  purkraf  von  Spilberch  vergich,  daz  ich  mit  gunst 
vnd  rat  meiner  pesten  vraint  vnd  besunderleich  hern  Otten  despfar- 
rer  ze  Spilberch  vnd  Chorherr  dacz  Ardalccher  zder  zeit,  do  wir 
iz  wol  getuen  mochten,  haben  verwechselt  mit  dem  ersamen  gots- 
haus  dacz  sand  Florian  ein  guet,  daz  haizt  in  der  Awe  vnd  ist 
gelegen  pey  Hofchirchen,  daz  d$m  egenanten  gotshaus  dacz  sand 
Florian  emaln  hat  gedient  ein  halbs  phunt  phenning  vnd  vns  vnd  der 
chirchen  ze  Spilberch  nuer  sechczig  phenning  mit  allem  chlainen 
dienst,  mit  allem  dem  rechten,  vnd  wir  iz  haben  gehabt  mit  allen 


61 

nucien  versucht  vnd  vuuersucht,  wie  si  sein  genant,  vmb  ein  guet, 
daz  haizt  dacz  Tavrendorf,  da  Herman  auf  gesezzen  ist,  daz  dem 
haus  vnd  der  chirchen  ze  Spilberch  paz  gelegen  ist  vnd  dient  siben- 
czig  pfenoing  mit  chlainem  dienst  also  beschaidenlich,  daz  wir  uoch 
all  vnser  erben  noch  der  pharrei*  ze  Spilberch  schullen  furbaz  dhaiu 
recht  noch  ansprach  haben  au  dem  vorgenanten  guet  in  der  Awe 
vnd  auch  daz  gotshaus  dacz  sand  Florian  scbol  furbaz  dhain  recht 
noch  ansprach  haben  an  dem  vorgenanten  guet  dacz  Tavrendorf. 
Vnd  daz  daz  also  stet  vnd  vnuerchert  beleih,  als  vorgeschriben  stet, 
dar  vber  gebeu  wir  disen  offen  prief  versigelten  mit  meinem  vor- 
genants  Hagens  vnd  herrn  Ottens  des  egeschribenn  anhangunden 
jasigelit.  Der  prief  ist  gebeu  nach  Christes  gepurd  vber  dreuczehen 
hundert  jar,  darnach  in  dem  acht  vnd  virczigisten  jar  an  sand  Johans 
Tag  ze  Sunnebenten. 

Original  auf  Pergament  mit  zwei  Siegeln  im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian. — 
Die  Gegenurkunde  des  Probates  und  Conventes  ist  von  dem  näm- 
lichen Tage  (mutatis  mutandis)  wörtlich  gleichen  Inhaltes. 

lxvii. 

1348. 18.  AQgOflt.  —  Abt  Reinhart  von  Baumgartenberg  setzt  Kunigunde,  Jann- 
sen  des  B  ich  fers  tu  St.  Polten  Wittwe,  in  Gewer  des  ihr  in  seinem  Berglaiding 

zuerkannten  Weingartens  am  Eichtoeg. 

Wier  Apt  Reynhart  ze  Pavngartenperig  vnd  di  sampnvng 
gemain  daselbs  wier  veriechen,  daz  di  erber  wrow  wrow  Chuni- 
gunt  Jansen  des  richtet  ze  Sand  Polten  wytibe  für  vnsern  chell- 
ner  hern  Piligreim  vnd  für  vnsern  hofmaister  hern  Sterphann  chom 
in  ainem  rechten  etayding,  da  ier  tag  hin  gegeben  ward,  da  sev 
sazzen  an  vnser  stat  an  vnserm  perchtayding,  daz  wier  haben  ze 
Nevnburch  Chlosterhalben,  zegegen  dem  statrichter  vnd  dem  rat 
allen  vnd  den  perchgenazzen  vnd  Yordert  da  ain  gewer  eins  Wein- 
garten, des  wier  recht  grvntherren  sein,  des  zwai  drittail  ains  gan- 
czen  jeuchs  ist,  leit  an  dem  Aychweg  zenast  des  Chrevczer  Wein- 
garten, den  ier  egenanter  wiert  Jans  gechauft  hietvmb  seinaigenleich 
ledig  gut,  ze  verseczen,  zeverchauffeu  vnd  geben,  swem  er  wolt,  mit 
guten  vrchunden  seiner  brief,  bestett  mit  vnsers  seligen  herren 
pischof  Albrechts  insygel  von  Pazzawe  vnd  auch  bestett  mit  seiner 
vorgeben  insygel,  Vnd  hiet  auch  ier  den  selben  Weingarten  bestett 


62 

vnd  geben  ze  der  zeit,  do  er  iz  wo!  getun  mocht,  mit  den  selben 
vrchunden  vnuersprochenleich  ze  rechter  morigengab  mitsampt 
andenn  gut,  swie  di  genant  sind,  für  drev  bvndert  phvnt  wienner 
pfenning  ze  verchavflen  vnd  ze  rerseczzen  vnd  geben,  swem  si  well, 
an  allen  chrieg.  Ez  biet  aueb  der  vorgenant  Jans  ier  wiert  vnd  wrow 
Chvnigunt  sein  hauswrow  den  selben  Weingarten  herpracht  vnuer- 
sprochenleich in  uvcz  vnd  in  gewer  mer  dann  recht  tag  vnd  pat 
vrogen,  waz  recht  wer.  Da  ward  ier  ertailt  mit  vrog  vnd  mit  vrtail 
vnd  mit  rechten  recht  von  dem  rat  vnd  von  den  perebgenazzen  in 
ainem  rechten  etayding,  w  ir  solten  wrowen  Cbunigunteu  ier  gewer 
scherm,  alz  perchtrechts  recht  ist  vnd  atz  ier  vrchund  sagt.  Vnd  daz 
haben  wier  getan  noch  des  rats  rat  vnd  der  perebgenazzen  vnd  alz 
vrog  vnd  vrtail  gegeben  hat,  vnd  haben  sei  desselben  Weingarten  an 
rechtev  perchrechts  gewer  gesaezt  vnd  gewaltig  gemacht  furbaz 
allen  iren  frvm  domit  ze  schaffen,  verchauffen,  verseezen,  geben, 
swem  si  well,  ier  daz  allerpeste  fügunt  ist.  Vnd  daz  di  voruerschri- 
ben  red  vnd  Wandlung  also  geschehen  sein  vor  vnsern  amptlauten 
vnd  furbaz  stet  vnd  vnezebrochen  beleih,  des  sein  wier  gezeug  an 
vnser  amptlavt  stat  mit  vnserm  an  hangundem  jnsygel.  Der  brief  ist 
geben  des  mantags  noch  vnser  Wrowen  tag  ze  der  Schydung,  do 
man  zalt  /von  Christes  gepürd  drevzechen  hvndert  jar,  darnach  iu 
dem  acht  vnd  vierezygistem  jar. 

Orig.,  Perg.  mit  einem  Hängesiegel  im  Archive  des  Klosters  Schlierbach. 

Lxvni 

134S.  18.  Algist.   KremsmilSter.  —  Revers  Leutold  des  Chol  und  seiner  Haus- 
frau in  Bezug  auf  ihren  erbrechtlichen  Anlheil  an  der  Hube  tu  Baizing. 

Ich  Leotolt  der  Chol  und  ich  Margret  sein  housvrow  veriehen 
mit  disem  prief,  daz  wir  und  unser  paider  erben  von  unserm  tail,  den 
wir  zu  erbrecht  haben  auf  der  hueb  ze  Haytzing  von  dem  erwir- 
digen  herrn  Christan  abpt  ze  Chremsmunster  und  von  dem  selben 
seinem  gotshous  alle  iar  iaerchleich  an  unser  vroun  tag  ze  der  dienst- 
zeit  dienen  schullen  unvertzogenleich  dem  selben  hern  und  seinem 
eegenanten  gotzhous  vier  und  achtzk  pfenning  wienner  munzze  und 
dar  zu  steur  geben  nach  gnaden.  Waer  aber  daz  wir  oder  unser 
erben   denselben  dienst  an  dem  vorgeschoben  tag  oder  dew  steur 


63 

an  dem  tag  und  man  sey  ze  recht  geben  schol,  nicht  g&ben  ganz  und 
gar,  so  schull  wir  dem  selben  gotzhous  und  seinem  phleger  über  den 
rorgeschriben  dienst  und  steur  zu  den  nächsten  drin  virtzehen 
t&gen  nach  den  vorgenanten  faegen  von  igleychen  virtzehen  taegen 
und  in  dienst  und  steur  verzogen  wurde,  sechtzk  pfenning  wienner 
münze  zewandel  schuldig  sein  und  auch  geben  an  all  wider  red.  w»r 
auch,  daz  in  in  den  vorgeschriben  drin  virtzehen  taegen  dienst  oder 
steur  oder  dew  wandet  verzogen  wurde  und  nicht  ganz  und  gar  ver- 
riehtt  wurden,  so  schull  wir  in  als  unsers  tails,  den  wir  haben  auf 
der  vorgenanten  hueb  ganz  und  gar  an  all  monung  vervallen  sein 
also,  daz  sich  des  selben  unsers  tails  und  unsers  rechtes  auf  der  sel- 
ben hueb  daz  oft  genant  gotzhous  und  sein  pfleger  mit  unserm  und 
unser  erben  gueten  willen  an  all  ansprach  underziehen  schulten  und 
allen  im  frum  damit  schaffen.  Vnd  daz  das  alles  staet  beleih  und  un- 
verchert  gib  ich  vorgenanter  Leotolt  für  mich  und  mein  housvrown 
und  all  unser  erben  in  disen  prief  versigelten  mit  meinem  und  meins 
prüder  Ortolfes  zwain  anhangunden  insigeln  der  mit  seinem  insigel 
im  an  schaden  aller  diser  sache  rechter  zeug  ist.  Geben  ze  Chrems- 
münster,  do  von  Christes  gepurt  gezalt  warn  drewtzeheu  hundert  jar 
dar  nach  in  dem  acht  und  vierzigsten  iar  des  nächsten  mantages 
nach  unser  vroun  tag  zu  der  schiduug. 

Urkundenbuch  von  Kremsmünster  Nr.  219. 


LXIX. 

1346.  1.  September.  —  Heinrich  von  Kirchstegen  und  seine  Brüder  verkaufen 
an  Alber  von  Volkenstorf  iliren  Hof  und  zwei  Hof  statte  tu  Kirchstegen  für  das 

von  ihm  gestiftete  Spital  zu  Baumgartenberg. 

Ich  Hainreich  von  Kirchstegen,  jch  Vlreich,  jch  Andre,  ich 
Friedreich  wir  vier  bruder  Dielreicha  sün  von  Kirchstegen  wir  ver- 
jeheu,  das  wir  mit  guetlichem  willen  vnsers  brueders  Marcharts  vnd 
all  vnnserer  erben  ze  ehauffen  haben  geben  vnuerschaidenleichen 
vnd  lediclichen  vnnsern  hof  datz Kirichstegen  vnd  zwo  hofstet  darzu, 
des  ist  an  zwelf  phenning  fünff  Schilling  gelts,  die  in  denselben  hof 
gehörend,  der  vnnser  freyes  aigen  gewesen  ist,  mit  alle  den  rechten 
vnd  uutzn,  vnd  darzue  gehorent  dem  erbern  herrn  hern  Albern  von 
Volckenstorf  vnd  seiner  stift  dem  spital  datz  Bawngartenperg  vmb 


64 

newntzig  phund  phenning  vnd  vmb  iway  phund  phenning  wiener 
münss,  der  wir  gantz  vnd  gar  verricht  vnd  gewert  sein.  Wir  sullen 
auch  desselben  hofs  herrn  Albers  von  Volke  nnstorf  vnd  des  vor 
genanten  spitals  gwer  sein,  wo  im  oder  demselben  spital  des  durfft 
geschiecht,  als  aigens  recht  ist  jn  dem  lannd  zu  Österreich.  War 
aber,  das  vnnser  nachkomen  ymt  kam  vnd  wolt  ein  pesser  recht  an 
dem  yorgenanten  hof  haben,  derselb  sol  denselben  hof  losen  von  hern 
Albern  von  volcliennstorf  oder  von  dem  vor  genanntn  spital  vmb 
zwai  hundert  phund  Wiener  phenning.  Vnd  das  hern  Albern  von 
Volcliennstorf  vnd  seiner  stift  dem  vorgenannten  spital  ze  Pawngar- 
tenperg  die  sach  vnd  die  Wandlung  also  stät  vnd  vnzerbrochen  beleih 
von  vns,  darüber  so  gib  ich  vorgenannter  Hainreich  von  Chirich- 
stegen, jch  Vlreich,  jch  Anudre,  jch  Fridreich  wir  vier  vorgenannt 
brueder  des  egenantn  Dietrichs  suu  von  Chirichstegen  jm  vnd  dem 
spital  den  offen n  brieff  zu  einem  warn  vrchund  vnd  zu  einer  ewigen 
stetigkait  versigelt  mit  vnnsern  anhangunden  iunsigeln.  Der  sach 
vnd  der  Wandlung  sind  gezewg  mitsambt  iren  anhangunden  innsigeln 
di  erbern  lewt,  dv  mit  nam  an  dem  brief  verschriben  sind,  her  Chun- 
rat  von  Flachenneckh,  her  Wetzet  von  Enting,  her  Lorentz  der 
Öder  (ze)  den  zeiten  Lanndtrichter  in  dem  Machlanndt,  Bartmut 
der  Fleischess,  Hainreich  der  Fleisches*  sein  brueder,  Weichart 
der  allt  Lanndtrichter \  Marchart  von  Chirichstegen  vnnser  brue- 
der, mit  des  gunst  vnd  des  guetlichem  willen  die  wanndlung,  als  vor 
geschriben  ist  an  dem  brief,  geschehn  ist.  Vnd  dar  zu  sind  auch 
gezewg  annder  erberr  lewt  genueg,  den  die  wanndlung  vnd  der 
chauf  wol  kundt  vnd  gewissenn  ist.  Der  brief  ist  geben,  do  man 
zallt  von  Crists  geburd  drewtzehen  hundert  jar  vnd  darnach  jn  dem 
acht  und  viertzigistenn  jar  an  sand  Gilgen  tag. 

Aus  einem  Copialbuch  tu  Baumgartenberg  vom  Jahre  1511. 


LXX. 

1348.  8.  September.  —  Alber  der  Volkenstorfer  gibt  dem  Kloster  Baum  garten- 
berg  zu  einem  Seelgeräthe  einen  Hof  zu  Rorfeld  und  einen  tu  Drachsting. 

Ich  Alber  der  Volckennstorfer  von  Krewtzen  vergich  offeuwar, 
das  ich  mit  guetlichem  Willen  meiner  hausfrawen  frawen  Margreten 
vnd  Otten  meines  suns  vnd  seiner  erben  vnd  auch  mit  willen  meins 


65 

aydens  Albers  von  Czelking  vnd  auch  seiner  bausfrawen  meiner 
tochter  frawen  Minntzla  vnd  jrer  erben  vnd  auch  mit  gunst  aller 
meiner  erbenn,  wie  die  genannt  sind,  geben  hau  lediclich  denn 
geistlichen  herren  zu  Paumgartenberg  zu  einem  ewigen  seelgerät 
mir  vnd  aller  meiner  vodern  seel  zue  hail  vnd  zu  Irost  meins  freyeu 
aigen,  das  mich  angeuallen  ist  zu  rechter  fürzicht  getailt  von  meinem 
bruder  her  Hadmadrn  (sie)  von  Volckenstorf  vnd  von  seinen  erben, 
zwen  hof,  der  ain  haist  ze  Rorueld,  der  annder  ze  Drachssling  mit 
alle,  vnd  darzue  gehört  versuecht  vnd  vnuersuecht,  als  jeh  sy  selb 
gehabt  han  in  rechter  stiller  aigenns  gwer.  Der  hof  zu  Rorueld  dient 
jährlich  sechs  pfunt  wiener  phenning  ye  zu  der  quottember  zwelf 
Schilling  alter  phenning  wiener  müns.  Vnd  vmb  denselben  gelt  vnd 
auch  sunderlich  durch  der  lieb  willen,  die  die  vorgenannten  herren 
zu  mir  habent,  habent  si  sich  gen  mir  verpunden  zu  ainer  mess  alte 
tag  an  widerlos  ewigelich  ze  sprechen  in  meiner  cappellen  ze  Por- 
tenn  also  beschaidenleich,  welicher  herr  des  conuenuts  meines  spi- 
tals  phleger  vnd  ambtman  ist,  der  sol  dye  vor  genannten  sechs  phund 
järlich  einnemen  vnd  sol  dann  dem  briester,  der  in  der  vor  genann- 
ten capelln  mess  spricht,  all  tag  drey  phenning  geben  vnd  dem,  der 
die  mess  sprechen  hört  vnd  darzu  hilft,  dem  sol  er  auch  täglich 
einen  phenning  geben.  Der  annder  hof  ze  Drächssling,  der  auch  wol 
seehs  phund  gelts  ist,  den  hab  ich  auch  den  offt  genannten  herreu 
geben  ewigklich  ze  haben,  als  ich  in  selbs  gehabt  han,  als  vor 
geschriben  steet ,  also  beschaidennlich,  welicher  herr  des  conuents 
meines  spitals  phleger  vnd  ambtman  ist,  der  sol  denselben  hof  jim- 
haben, vnd  sol  der  samnung  dauon  geben  vier  dienst  gänntzlich  au 
wein,  an  prot  vnd  an  vischen  die  vier  sambstag  in  den  vier  quottem- 
bern  yeglicher  dienst  von  zwelf  Schilling  vnd  sullen  auch  desselben 
tags  vier  arme  mensch  sunderlich  gespeist  werden  also,  das  sy  ir 
notturfft  an  essen  vnd  an  trincken  wol  gehaben  mugen.  Vund  darunib 
hat  sich  die  vor  genannt  samnung  gen  mir  verlubt  vnd  verpunden  ze 
sprechen  ewigklichen  an  den  vor  genannten  vier  sambstagen  yeg- 
lichs  sambstags  vier  mess,  die  erst  von  der  heiligen  Driualtigkait, 
die  annder  von  Vnnser  Frauen,  die  dritt  von  sannd  Johannseu  dem 
Evangelisten  vnd  ain  collecten  von  sannd  Johanns  dem  Taufler  in 
derselben  mess,  die  vierdt  mess  von  den  todenn.  Wurd  aber  mir  das 
verzogen,  das  die  herren  saumig  weren  vnd  nicht  volfurten  als,  das 
vorgeschriben  ist,  so  sullen  sich  mein  nagst   erben  vnnterziehen  der 

ürkojadenbuch  de«  Landet  ob  der  Enns.  VIT.  Bd.  f» 


66 

vor  genannten  hof,  ob  von  in  baiden  verzogen  wurd,  das  dauon 
gebort  zu  tuen,  oder  der  hof  »ins,  von  welichem  nicht  geschäch,  da 
dauon  zu  tuen  ist,  als  vorgeschriben  ist,  darzu  offen  ich  mer,  ob  das 
geschäch,  das  ich  got  nicht  getraw  vnd  das  got  nicht  enngeh,  das 
mein  spitall  nicht  ainen  fürgannckh  gewinn,  so  sol  die  vor  genannten 
hof  jnnhaben  vnd  dienst  dauon  vessenn,  wer  der  offl  genannten 
herren  pitanntzer  ist,  vnd  sol  auch  dauon  raichen  vnd  geben  den 
herren  als,  das  vor  benannt  vnd  beschriben  ist.  Ich  bin  auch  vnd  all 
mein  erben  der  vor  genannten  zwaier  hof  des  gotshauss  vnd  der 
herren  ze  Pawngartenperg  nach  lanndes  recht  an  allen  jren  schaden 
gwär.  Darzu  oflenn  jch  mer,  das  ich  vnd  mein  erben  derselben  hof 
vogt  sullen  sein  des  offtgenannten  gotshauss  lautterlich  durch  got 
an  allen  schaden  vnd  an  alles  geuerd.  Tat  wir  dem  gotshaws  dar- 
über vngueltlich  an  der  vogtey  mit  kainem  gewalt  oder  mit  kainer 
vnrechten  vodrung,  zuhannt  sey  wir  gefallen  vnuerschaidennlich  an 
all  wider  red  vonn  der  vogtey  vnd  sullen  sy  dann  die  vor  genannten 
hof  jrem  vogt  emphelhen,  der  annders  ires  guets  scherm  ist  an  des 
lanndsfürsten  stat.  Es  sullen  auch  mein  nagst  erben,  vmb  weliche 
sawmchait  sy  sich  der  hof  baider  oder  jr  ains  jnnderziehennf,  der 
nicht  lennger  jnnhaben ,  vntz  das  die  sawmchait  gepessert  wird,  so 
sind  dem  gotshaws  vnd  den  herren  dieselben  hof  baid  wider  ledig  an 
allen  krieg  vnd  geuär  als  vor.  Vnnd  darumb  das  di  red  stat  vnd 
vnuerkert  beleih,  darüber  gib  ich  den  offt  genannten  herren  die 
hannduest  versigelte  mit  meinem  anhangunden  innsigel  vnd  mit 
meines  suus  Otten  innsigel  vnd  mit  meines  aiden  innsigel  Albers  von 
Czelking,  mit  der  willen  vnd  gunst  die  sach  geschehen  vnd  gewann- 
delt  ist.  Der  brief  ist  geben  nach  Christs  geburd  dreyzehen  hundert 
jar  vnd  darnach  in  dem  acht  und  viertzigisten  iar  an  Vnnser  frawen 
tag,  als  sy  geborenn  ward. 

Aus  einem  Copialbuch  von  Baumgartenberg  vom  Jahre  1511. 


LXXI. 

1348.  8.  September.   —    Stiftung  einer  Frühmesse  zu  Weissenkirchen  in  der 

Wachau. 

Ich  Bietreich  zten  Zeiten  richtet  datz  Ybs  vnd  ich  Katrey 
sein  hausfrav  vnd  alle  vnser  erben  wier  veriehen  an  disem  prief 


67 

allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  lembtigen  vnd  chvnftigen, 
daz  wier  mit  wolbedachtem  vnd  veraintem  mvet  vnd  mit  aller  vnser 
erben  guetem  willen  vnd  gvnst  vnd  auch   ze  der  zeit,   do  wir  iz  wol 
gehen  machten,  recht  vnd  redleich  geben  haben  dem  erbern  herren 
Brobst  Hainreichen  vnd   Chvnraten   Techent  vnd   der  sampnvng 
datz  sand  Florians  haus  fvnfzehen  phvnt  phenning  gelts  wienn&r 
mvnezz,  di  man  alle  iar  jaerleich  ewichleich  raihen  schol  dem  pharrer 
ze  sand  Michel,  der  von  der  herren  wegen  von  sand  Florian  do  ist, 
also  mit  auzgenomener  red,   daz  sev  von  der  selben  pharr,   deu  si 
selber  inne  habent,   vnser  Vrawen  Gotshaus  ze  Wachaw  datz  der 
weizzn  Chirchen  besingen   schullen  haizzen  aller  Tag  t&gleich  an 
alle  savmvng  ewichleich   mit  ainer  frve  messe   vnd   di  gesprochen 
schol  werden,  als  der  tag  an  m  er  cht,  daz  dann  der  priester  ob  dem 
altter  schol  sein  vnd  di  messe  an  heben  scholl  vnd  volentten  vnd 
nach  dem  ewangeli   schol  sich   der  priester  gen  dem  volch  ehern 
vnd  schol  pitten  vmb  reich  vnd  vmb  arm  vnd  vmb  der  edeln  herren 
sei  heni  Jansen  vnd  hern  Leutolts  von  Chvnring  vnd  vmb  di  her- 
schaft des  tals  vnd  auch  vmb  alle,   di   der  frve  messe   Stifter  vnd 
fvedrer  gewesen   sind,   vnd  vmb  alle  gelaubig  sei  vnd  iz  schol  auch 
di  messe,  di  man  ze  Wachaw  von  alter  gewonhait  gehabt  hat,  vnd 
metten  vnd   vesper,   als  di  purger  ze  Wachaw   auch   dar  vmb  der 
egenanten   herren  von  sand  Florian  prief  haben,   alle  tag  taegleich 
gesvngen  oder  gesprochen  werden  auf  den  tag  zu   sampt  der  frue 
messe   vnd   also,   daz   der  messe   da  selben  alle  tag  (»gleich  zwo 
schullen  sein  ewichleich  an  alle  irrvng,   Nuer  an  dem  antlaz  tag  vnd 
an  dem  char  vreitag  nicht,   so  schol  daz  volch  gemainchleich  pei  der 
pharr  sein  vnd  iz  schol  auch  der  priester,  der  di  frue  messe  spricht, 
alle  nacht  ze  Wachaw  in  dem  dorf  ligen.    Vnd   vmb  den  egenanten 
gotsdienst  der  frue  messe  haben  wir  geben  ledichleichen  di  obge- 
schriben  fvnfzehen  phvnt  gelts  vnd  di  alle  ligent  auf  ledigen  aygen 
in  dem  Tal  vnd  di  man  alle  iar  jserleieh  dienn  schol ,  swer  pharrer 
ist  ze  sand  Michel,    ze  den  zwain  taegen,   an  sand  Cholmans  tag  vnd 
an  sand  Herten  tag  an   alle  ierrvng;   zu   dem  ersten  so   ligent   di 
egenanten  fvnfzehen  phvnt  gelts,   vier  phvnt  phenning  auf  einem 
Weingarten  gelegen  an  der  Aechleiten,  der  man   dient  zwai  phvnt 
an  sand  Cholmans  tag  vnd  zwai  phvnt  an  sand  Merten  tag  vnd  den 
selben   Weingarten   hat  ze  den  Zeiten  inne  Rueger  der  Vnpilleich 
vnd  da  man  von  geit  ze  purchrecht  drey  phenning  in  vogts  purch- 

5* 


68 

recht,  vnd  dar  nach  dient  Chunrat  der  Schick  von  Wach  au  sechst- 
halb phvnt  phenning  zden  zwain  taegen  halb  an  sand  Cholmans  tag 
vnd  halb  an  sand  Merten  tag  vnd  ligent  di  auf  fvnf  Weingarten,  di 
mit  nam  her  nach  geschriben  stent  also,  waz  der  gult  auf  aira  Wein- 
garten abget,  daz  schol  man  auf  dem  andern  haben;  auf  der  Rcentz, 
do  man  von  geit  mir  vor  genanten  Dietreichen  ze  ybs  drey  phenning 
ze  purchrecht,  vnd  auf  dem  Chvnrats  tal,  do  man  von  geit  ainn 
phenninch  in  vogts  purchrecht,  vnd  auf  dem  Ritzling,  der  mein  vor- 
genants  Dietreichs  gewesen  ist,  den  ich  Chvnraten  dem  Schieken 
geben  han,  vnd  do  man  von  geit  ze  purchrecht  zehen  phenning 
Agnesen  des  Juden  tochter,  vnd  dar  zue  auf  zwain  Weingarten,  di 
do  haizzent  di  zue  Schal  vnd  ligent  auf  Steinbant  pei  Seitrasteter 
Weingarten  vnd  do  man  geit  alle  jar  in  dem  lesen  ainn  emer  weins 
ze  perchrecht  in  Tegernsecer  hof.  Vnd  di  oben  geschriben  fvnf 
Weingarten  hat  zden  Zeiten  inne  Chvnrat  der  Schiek  von  Wachaw 
vnd  dar  nach  dient  man  auch  alle  jar  an  sand  Cholmans  tag  von 
aim  Weingarten  in  dem  MoUidel  ain  phunt  phenning,  der  gelegen 
ist  vnder  dem  Eberweinsstein  vnd  do  man  von  geit  zwen  phenning 
in  vogts  purchrecht  vnd  hat  den  zden  Zeiten  inne  Andre  weizze 
Taub.  Vnd  dar  nach  dient  man  von  aim  Weingarten  ze  Akspach9 
der  gelegen  ist  an  dem  Mamsekk.  alle  jar  an  sand  Cholmans  tag  ainn 
phvnt  phenning  vnd  geit  man  von  dem  selben  Weingarten  ze  purch- 
recht zwen  phenning  hern  Jansen  dem  Püschinger,  vnd  habent  den 
inne  zden  Zeiten  Nyclas  Müln&r  wittib  vraw  Elspet  vnd  sein  erben. 
Vnd  dar  nach  dient  man  alle  jar  ain  phvnt  phenning  an  sand  Merten 
tag  von  aim  Weingarten,  der  gelegen  ist  ze  Arnstorf  vnd  haizzet 
der  Puechhaimer  vnd  do  man  von  geit  ze  purchrecht  fvmf  vnd 
zwaintzig  phenning  in  Öttleins  des  ivngen  Semlcer  lehen  vnd  den 
inne  hat  zden  Zeiten  der  ivng  Ehe  von  Arnstorf  vnd  da  selben  ze 
Arnstorf  dient  man  von  aim  Weingarten,  der  haizzet  der  Prvnn- 
taler9  alle  jar  an  sand  Merten  tag  ain  halbcz  phunt  phenning  vnd 
geit  man  von  dem  selben  Weingarten  ze  purchrecht  drey  phenning 
dem  Hehler  ze  Arnstorf  vnd  hat  den  zden  Zeiten  inne  Ott  der  Mül- 
ner  ze  Wachaw.  Vnd  dar  nach  dient  man  ze  Rossazx  von  aim  Wein- 
garten, haizzet  am  Mitterveid,  alle  jar  an  sand  Merten  tag  ain  phvnt 
phenning,  der  weiln  was  Otten  von  Sedmich  vnd  do  man  von  geit 
ze  purchrecht  dreyzzig  phenning,  zehen  phenning  hern  Leutolden 
von  Chvnring  vnd   zwaintzig  phenning  in  der  Phystrinn  lehen  Ynd 


69 

hat  den  inne  zden  zeiten  Andre  der  richter  ze  Rossazz.    Darnach 
dient  man  von  aira  pavngarten  da  selben,   der  gelegen  ist  zwischen 
Ruestarf  vnd  Rossazz,  alle  jar  an  sand  Merten  tag  ain  phunt  phen- 
ning  vnd  da  man  von  geit  ze  purchrecht  vier  phenning  Perchtolden 
dem  Ponhcdm  in  sein  leben  vnd  habent  den  selben  pavngarten  zden 
zeiten  inne  Hainreichs  Ernsten  erben.  Vnd  also  ist  der  ob  gescha- 
hen gult  fvnfzehen  phvnt  gelts.   Vnd   ze  pezzer  sicherhait  der  vor 
genanten  fvnfzehen  phvnt  gelts  setzz  ich   egenanter  Dietreich  rich- 
ter ze  Ybs  vnd  mein  erben  dem  gotshaus  ze  sand  Florian  mein  ledi- 
gen Weingarten  mit  perchmaisters  hant,  vnd   der  gelegen   ist  ze 
Jevching  ze   naechst   des  abpts  pevnt  von  Pcewrn  vnd  do  von  man 
geit  ze  purchrecht  zwelif  phenning  in  der  Smidinn  lehen  ze  Wesn- 
dorf,  ze  rechter  ebentewr  also  beschaidenleich,  swaz  dem  egenan- 
ten  gotshaus  an  den   fvnfzehen  phvnt  gelts  ab  gieng,   daz  schullen 
sev  haben  auf  dem  selben  Weingarten.   Ynd  vber  daz  allez,   ob  den 
herren  von  sand  Florian  vnd   dem  pharrer  ze  sand  Michel  an  dem 
egenanten  gelt  vnd  an   der  ebentewr  icht  ab  gieng,   daz  sev  mit 
rechter  chvntschaft  vnd  gveter  gewizzen   wol  beweisen   mochten, 
swaz   des  ist,   daz  schullen  in  di  purger  ze  Wachaw  erstatten  vnd 
wider   legen  mit  als   vil  gelts,  als  in  an  den  fvnfzehen  phvnten  ab 
gieng,  nach  des  pharrer  rat  ze  sand  Michel.   Tseteu  sev  des  nicht,  so 
schol  sev  dar  zue  notten,   swer  des  tals  gewaltig  ist,   mit  ir  aller 
gvetleichem  willen.    Geschieh  aber  des  allez  nicht  vnd  daz  in   an 
dem  gelt  vber  daz  allez  dannoch  ab  gieng,  so  schol  auch  der  messe 
als  vil  ab  gen,   als  der  gult  ab  get,  vntz  als  lang,   daz  in  di  egenan- 
ten fvnfzehen  phvnt  gelts  alle  iar  gevallen.   Wer  aber,  daz  di  herren 
von  sand  Florian  vnd  der  pharrer  ze  sand  Michel  indert  savmig  waern 
an  dem  egenanten  gotsdienst  der  messe,  daz  di  nicht  alle  tag  t»g- 
leich  gesprochen  wurd  in  der  mazze,   als  vor  geschriben  ist,  swer 
dann  di  zeit  des  tals   gewaltig  ist,   der  schol  di  purger  ze  Wachaw 
der  ob  geschriben  fvnfzehen   phunt  gelts  gar  vnd  gantz  gewaltig 
machen  vnd   schullen   si  den  als  lang  inne  haben,  vntzzen   daz  di 
herren  von  sand  Florian   vnd  der  pharrer  ze  sand  Michel  alle  sav- 
mung  erstatten  vnd  gar  vnd   gantz  alle  sach  vol  pringen  vnd  vol 
f?ero,  daz  vor  an  disem  prief  geschriben  stet.  Daz  di  red  stset  ewich 
vnd  vnzebrochen  beleih,   dar  vber  gib  ich  vor  genanter  Dietreich  ze 
Ybs  richter  vnd  mein  svn  Jans  disen  prief  versigilten  mit  vnser  pai- 
der  anhangYnden  iusigil   vnd  ze  pezzer  sicherhait   mit  des  erbern 


70 

herren  insigil  hern  Stephans  von  Meyssaw  obristen  märschalch  in 
Österreich  vnd  mit  hern  Jörgen  jnsigil  von  Wachaw  pharrer  ze 
Mulbach  zden  Zeiten  phleger  in  dem  tat  Der  prief  ist  geben  nach 
Christi  gepurd  vher  dreutzehen  hvudert  jar  vnd  dar  nach  in  dem 
acht  vnd  viertzigisten  jar  an  vnser  Vrawen  tag,  als  si  geparn 
ward. 

Original  auf  Pergament  mit  drei  Siegeln  im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian. 


LXXII. 

1348.  8.  September.  St.  Florian.  —  Stiftungs-Instrument  des  Spitals  tu 

St.  Florian. 

Divinis  instruimur  monitis  et  Apostolicis  incitamur  exemplis,   vt 
necessitatibus   pauperum   christi  pro  modulo  nostro  subveniamus  et 
temporalibus   subsidiis   eterne    retribucionis    premia   conquiramus. 
Proinde  nos  Hainricus  miseracione   diuina  Prepositus,   Chvnradus 
Decanus  totusqtie  dornus  sancti  Floriani  Conuentus  Ordinis  sancti 
Augustini  Patauiensis  Dyocesis  Notum   facimus  vniuersis   presentem 
paginam  inspecturis,  quod  christi  fideles  monasteriique  nostri  specia- 
les amici  ea  racione,  vt  pauperes   inde  pasci  deberent,  nobis  peeu- 
niam,  pro  qua  infrascripta  bona  sunt  conparata,  pro  animarum  ipso- 
rum  remediis  erogarunt,  Primo  videlicet  curiam   in  Prato,  curiam 
in  Anger,  jn  Gruennprvn  vna  hvba  (sie),  jtem  in  Hausmening  tres 
solidos  reddituum,  jtem  in  Pvkching  sexaginta  denarios  reddituum, 
jtem  in  Travngev  curia  in  Lveg,  jbidem  curia  in  Revt,  jbidem  bona 
in  Vrondorf'  molendino  in  Hag  incluso,  de  quibus  hospitalarius,  qui 
pro  tempore  fuerit,  dominis  et  fratribus  nostris  de  conuentu  in  anni- 
Yersario  Dvringi  dictiPyber  vnum  talentum  denariorum  ministrabit; 
jtem    in   anniuersario    domini  Wilhelmi   de   Wintzperch  Prepositi 
Patauiensis  vnum  talentum  similiter  ministrabit;  jtem  in  Windberch 
curia  in    Wolkeinstorf  cum   omnibus   ad  eam   pertinentibus,   jtem 
deeime  infrascripte  nobis  vacantes:  Primo  deeima  ad  sanetum  Petrum 
in  Winnberch,  jtem   deeima   curie   in  Tann,  jtem  deeima  Heinrici 
dicti  Chantzler,  jtem  deeima  in  Maierstorf  iuxta  passagium  ex  oppo- 
sito  Ciuitatis  linezensis  inclusa  deeima  quorundam  ortorum  predicte 
citiitati  adiacentes  (sie),  jtem  deeima  quondam  Marquardi  Plebani 
sancti  Viti.  Et  quia  predicte  deeime  collacionem  Prelati  antea  respe- 


71 

xerunf,  jdcirco  in  earundem  reconpensacionem  duas  piscaciones  in 
Pvching  per  nos  emptas  vna  cum  vasis  argenteis  ponderis  viginti 
nouem  marcarum  argenti  prelature  duximus  reliquendum,  jtem 
decima  in  Travndorf  et  Posch»  quondam  Vlrici  Plebani  wncti 
Johannis,  de  qua  rector  hospitalis  dabit  jnfirmario  singulis  annis- 
duodecim  solidos  denariorum  tenebitur  ministrare;  jtem  vinee  infra- 
scripte,  videlicet  vinea  in  Töblich,  de  qua  hospitalarius  dominis  et 
fratribus  nostris  dabit  in  anniuersariis  Levblini  dicti  Tuechler  Ciuis 
de  aneso  et  vxoris  sue  tria  talenta,  item  quatuor  ternarios  vini  de 
Mauttaren,  de  quibus  idem  Hospitalarius  dabit  in  anniuersariis 
Simonis  quondam  mutarii  linczensis  et  vxoris  sue  tria  talenta, 
jtem  Tinea  dicta  amerstal,  de  qua  dabit  in  anniuersario  Friderici 
quondam  plebani  sanctiViti  vnum  talentum,  jtem  vinea  dicta  Ho  fing  er, 
de  qua  idem  Hospitalarius  dominis  deconuentu  vnicuique  duas  canulas 
eiusdem  uel  equiualentis  vini  in  crastino  beate  Anne  ministrabit,  jtem 
vinea  dicta  Reynprechtsrain,  jtem  vinea  dicta  Eng  weg,  jtem  vinea  dicta 
HohnetteL  Que  omnia  etsingula  suprascripta  bona  de  vnanimi  cousensu 
hospitali  in  subsidium  pauperum  erogamus,  et  de  quibus  deliberacione 
prehabita  diligenti  ordinacionem  facientes  subsequentem,  quam  a  no- 
stris successoribus  humiliter  exoramus  in  perpetuum  obseruari,  pre- 
sertim  cum  ordinacio  subscripta  pro  vtilitate  monasterii  sit  principali- 
ter  adinuenta,  cum  ad  sensum  appareat,quod  status  laudabilis  et  bonus 
monasterii  nostri  sie  continuatur  hueusque,  quod  non  nostre  prouisioni 
sed  diuine  prouidencie  et  pauperum  circum  monasterium  habitancium 
deuocioni  asscribimus  indubitanter.  Ne  igitur  talium  personarum 
deuocionem  pro  bono  statu  monasterii  et  pro  supplendis  negligenciis 
nostris  deum  continuo  exorancium  nulla  consolacio  subsequatur, 
quod  vtique  inconueniens  iudicaremus  et  indignum,  Preterea  statui- 
mus  et  vnanimiter  ordinamus,  quod  rector  hospitalis,  qui  pro  tem- 
pore fuerit,  de  predictis  omnibus  et  singulis  bonis,  inclusis  bonis 
quibuscumque  ab  antiquo  hospitali  possessis  vnam  missam  in  hospi- 
tali singulis  diebus  procurare  debebit  jta,  quod  missa  illa  transeat  de 
persona  ad  personam  seeundum  ordinem  inter  conuentuales,  sicut 
missa  beate  virginis  et  missa  capituli,  et  illo  die  hospitalarius  eidem 
vnam  canulam  de  meliori  vino,  quod  propinatur  in  villa,  et  vnam 
similam  vel  quinque  denarios  ministrabit.  Et  de  residuo  tringinta 
duos  pauperes  inclusis  octo  pauperibus  prius  in  hospitali  existenti- 
bus  sedeeim  superius  et  sedeeim  inferius   in  hospitali  pascere  debet 


72 

prebenda,  que  pauperibus  in  pane  et  in  cibo  ab  antiquo  in  hospitali 
ministrari  consweuit,  hoc  solum  adiecto,  quod  sedecim  superioribus 
vnicuique  singulis  annis  tres  solidos  pro  melioracione  vestitus  et  eis- 
dem  sedecim  superioribus  cottidie  vnicuique  mediam  canulam  Yini, 
"canulam  valentem  duos  denarios  ministrare  debebit.  Et  vt  hospitala- 
rius,  qui  pro  tempore  fuerit,  vinum  et  frumentum  suprascriptum 
comode  valeat  conseruare,  granarium  nouum  iuxta  antiquum  supe- 
rius  dumtaxat  et  domum  muratam  in  rilla  quondam  Hainrici  dicti 
Chanczier  existentem  eidem  hospitali  duximus  adiungendum.  Et  ne 
de  cetero  quisquatn  successorum  nostrorum  possit  tnfringere  huius 
ordinacionis  racionabilem  concessioncm,  sigilli  nostri  et  Conuentus 
nostri  appensione  iussimus  insigniri.  Siquis  vero  temerario  ausu, 
quod  absit,  prefatum  hospitale  diniere,  diminuere,  distrahere  quolibet 
ingenio  vel  machinacione  temptauerit  et  res  pauperum  illic  recipien- 
dorumdissipauerit  etinutiliterconsumpserit,  nouerit  se  diuina  ferien- 
dum  vlcione  et  districti  examinis  non  euadere,  nisi  resipuerit,  ani- 
maduersionem.  Qui  cumque  vero  largitate  munerum  suorum,  predio- 
rum,  mancipiorum  sev  quolibet  genere  elemosinarum  eidem  hospi- 
tali subuenerit,  a  domino  bonorum  omnium  remuneratore  perpetue 
retribucionis  premia  recipiet  in  dubi tanter,  et  cum  exultacione  mani- 
pulos  laborum  suorum  in  fine  metet.  Acta  sunt  hec  in  ecclesia 
nostra  predicta  anno  domini  Millesimo  Tricentesimo  Quadragesimo 
Octauo  in  natiuitate  beate  virginis  Marie. 

Original  auf  Pergament  mit  zwei  Siegeln  im  Stiftsarchive  tu  St.  Florian. 

LXXIII. 

1348.  24.  September.  Wien.  —  Weichard  von  Topel,  Hofrichter  in  Oesterreich, 

bezeugt,  dass  in  der  Hofschranne  die  dem  Kloster  Wilhering  gehörige  Hofstatt 

zunächst  dem  LH ienf eider hofe  des  von  Herrn  Reinbrecht  von  Schönberch  darauf 

angesprochenen  Dienstes  von  73  Pfenning  ledig  gesprochen  worden  sei. 

Ich  Weichart  von  Topel,  hofrichte r  in  Österreich  tvn  chvntt 
offenlich  mit  disem  brief ,  das  her  Reinbrecht  von  Schonnberch  vor 
mir  in  dem  hoftaiding  ansprach  den  erbern  herren  ahht  Vlrichen 
von  Liligenreld  vmb  fünf  vnd  sibenezig  phenning  geltes,  di  er  im 
dienen  solt  von  einer  hofstat  gelegen  ze  Chrembs  zenechst  Liligen- 
reld er  hof  vnd  chlagt  hintz  im  darvmb  als  verre,  datz  abt  Vlreich 
von  Liligenveld    seinen   gavern  (!)  den  erbern  herren  abt  Hermann 


73 

von  Wilhering  für  sich  pat  auf  das  nechst  hoftaiding.  Der  selb  sant 
für  recht  den  erbern  gaistlichen   man  bruder  Petent  seinen   hof- 
maister  ze  Chrembs  mit  vollen  gewalt  an  seiner  stat  ze  antwurten 
die  clag  vnd  darnach  chom  der  egenant  her  Reimprecht  vnd  prüder 
Peter  für  recht  vnd  namen  in  einen  tag  mit  recht  wolbethvr  (!)  für 
meinen  herren  herczog  Albrechten  ir  sach  da  auz  ze  tragen  auff  den- 
selben tag.  Chom  der  egenant  prüder  Peter  vnd  nam  dar  vber  mei- 
nes herres  prief,   das  er  den  tag  gesucht  hiet.  Vnd  chom  her  Reim- 
precht von  Schennberch  nicht  als  er  sich  vermezzen  hat.    Darnach 
in  dem   nechsten   hoftaiding  chom  aber  her  Reinpreeht  für  recht 
nicht,   das  er  sein  chlag  volfurt  hiet,   als  er  ze  recht  tvn  solt.    Do 
chom  der  egenant  geistleich  man   prüder  Peter  der  hofmaister  vnd 
pat  mit  vorsprechen  vragen,  was  recht  wer.  Dem  wart  vor  den  lant- 
herren  ertailt  vnd  veruolget  mit  frag  vnd  mit  vrtail :    Seid  her  Rein- 
preeht von  Schonnberch  sein  chlag  niht  volfurt  hiet  noch  für  recht 
niht  chomen  wer,   ez   solt  der  egenant  erber  her  abt  Hermann  ze 
Wilhering  vnd   sein  gotzhaus  furbaz  von  herrn  Reimprecht  von 
Schonnberch  vmb  die  egenanten  fünf  vnd  subenczich  pfenning  geltes 
gerubt  beleiben   vnd   allen  iren  frum  damit  schaffen  als  mit  anderm 
irem  gut  vnd  sol  sev  dar  an  schirmen  mein  her  der  Hertzog  nach  des 
landes  recht  in  Osterreich.   Der  taiding  gib  ich  disen  brief  ze  einem 
vrchunde.  Der  geben  ist  ze  Wienn  nach  Christes  geburd  vber  drevt- 
zehen  hundert  jar  vnd  in  dem  acht  vnd  viertzigistem  jar,   des  miti- 
chens  vor  sand  Michelstag. 

Aus  dem  Copialbuch  B  pag.  123  des  Stiftsarclüves  Wilhering. 


LXXIV. 

1348.  13.  October.  —  Revers  des  Abtes  Heinrich  tu  Gleink  wegen  der  Stiftung 
eines  Weingartens  zu  St.  Michael  in  der  Wachau,  der  Reinspech  genannt. 

Wier  Heinrich  van  gotes  gnaden  apt  tze  Glevnich  vergechen 
offenwär  an  disem  brief,  daz  wir  jaerlich  van  dem  Weingarten,  den 
vns  die  erber  frow  frow  Chvnigunt  weilen  Fridreiches  an  Davm 
hausfrowe  burger  tze  Em,  dem  got  genad7  geben  hat,  der  gelegen 
ist  datz  sand  Michel  in  der  Wachaw  vnd  haizzet  der  Reinspech, 
ier  vnd  irem  vorgenantem  wiert  Fridrefchen  vnd  allen  iren  uadern 
seien  tzu   einem  rechtem  selgeraet,   geben  vnd   raichen   sullen   des 


74 

nasten  Svntages  nach  sand  Cholmans  tag  irera  Svn  Otten,  der  auch 
in  vnserm  gotzhaus  mvnich  vnd  bruder  ist,  ein  pfvnt  pfenning  ge- 
main  wiener  mvntz  alle  di  weil,  vnd  er  nicht  priester  ist,  Vnd  sullen 
wier  auch  daz  selb  pfvnt  pfenning  raichen  der  vorgenanten  Chvni- 
gunden  seiner  muter  an  dem  vorgeschriben  Svntag  nach  sand  Chol- 
mans tag  an  alle  fortzieht,  daz  si  im  datz  tze  nutz  vnd  tze  pezzrung, 
vntz  daz  er  priester  wirt  an  lege.  Wenne  awer  daz  ist,  daz  er  tze 
priester  geweiebt  wird,  so  sullen  wir  daz  6genant  pfunt  pfenning 
geben  vnd  raichen  vnserm  conuent  vnd  sol  der  conuent  dar  vmb  an 
dem  vorgenanten  Svntag  ir  vnd  allerr  ierr  vadern  sei  gedenehen 
mit  einer  gmainer  gesungner  vigili  vnd  dar  nach  des  nsesten  tages 
mit  ainer  gmainer  gesungener  seimesse  an  allen  vnderlaz  vnd  an 
all  furtzicht  Geschieh  des  nicht  oder  daz  wir  ir  daz  vorgenant 
pfvnt  pfenning  nicht  gaben  an  dem  selben  tag,  als  var  geschriben 
ist,  so  sullen  sich  ier  naest  erben  vnd  der  richter  in  der  vorgenan- 
ten stat  tze  Ens  des  vorgenanten  weingartes  vndertziechen  :m  nutz 
vnd  inne  haben  als  lang,  vntz  daz  di  saumung,  di  sich  dar  an  ver- 
gangen hat,  werd  widertan  vnd  volpracht.  Vnd  daz  daz  hinfur  st»t 
belih,  dar  vber  geben  wir  in  disen  gegen  hurtigen  offen  brif  versigel- 
ten mit  vnserm  aygen  anhangunden  jnsigel.  Der  geben  ist,  do  van 
Christes  gepurd  warn  ergangen  driutzechen  bvndert  jar,  dar  nach 
in  dem  echt  vnd  virtzigisten  jar  an  Sand  Cholmans  tag. 

Original  auf  Pergament,  Siegel  verloren  im  Archive  zu  Gleink. 


LXXV. 

1346.  15.0ctober.  Wien.  —  Tauschinstrument,  vermöge  dessen  Herzog  Albrecht 
von  Oesterreich  dem  Herrn  Albrecht  von   Pucheim  die  Vesten   Lüschau  und 
Heidenreichstein  gegen  die   Veste  Pucheim  abtritt. 

Wir  Albrecht  von  Gottes  Gnaden  Herzog  zu  Osterreich,  zu 
Steyr  vnd  zu  Khärnden  etc.  thuen  khund  öffentlich  mit  disem  brief, 
das  wuer  mit  vnserem  getreuen  Albrechten  von  Puchhaimb  vberain 
khomben  sein  des  khauffes  vnd  des  widerwexls,  den  Wuer  mit  jhm 
getan  haben  vnd  haben  im  vnd  seinen  leib  erben  vnser  vesten  LtV- 
schau  vnd  Haydenreichstain  mit  ge richten,  verlechenten  gutern, 
veld,  holtz  vnd  wayd  vnd  mit  allem  dem,  das  dar  zue  gehört,  als 
Wur  es  in  nutz  vnd   gewer  hergebracht  haben,   gegeben   vmb    die 


7S 

vest  Puechaimb  vnd  was  darzue  gehört,   das  im   zu   seinem  thail 
gehe  Hamen  seinem  brueder  vnd  gehe  Hemlein  von  Puechaimb 
seinem  vettern  zu  rechtem  erbe  angevallen   ist.    Er  hat   vns   auch 
vnd  vnsern  erben  ledig  lassen  vier  vnd  dreizzig  hundert  pfund  wien- 
ner pfenning,  dar   für  di  selben  vesten  Litschaw  vnd  Haydenreich- 
stain  sein  rechtes  pfand  von  vns  gewesen  sind,   des   er  vnser  brief 
gehabt  hat,  die  er  vns  wider  geben  hat  in  solcher  weis,   das  Wur 
rnd  vnser  erben  dem  selben  Albrechten  von  Puechaimb  vnd  seinen 
leiberben  die  vorgenanten  vesten  Lietschaw  vnd  Haydenreichstain 
mit  gerichten,  verlechenten  gutern  vnd  das  chirchlehen  zu  Litschaw, 
veld,  holtz  vnd  wayd  vnd  mit  allem  nutzen  vnd   rechten,   die  dar 
zue  gehorent,   geliehen  haben  vnd  furbaz  leihen  sollen  zu  rechtem 
lehen,  wann   er  vnd  sein  erben  dieselben  vesten   vnd   was  darzue 
gehört,  von  vns  vnd  vnsern  erben  zu  rechtem  lehen  haben  vnd  er- 
chennen  sollen  vnd  vns  vnd  vnsern  lieben  sonen  Herzog  Rudolphen  vnd 
Herzog  Friderich  vnd  vnsern  erben  zu  vnser  landes  notturften  vnd 
mit  andern  sachen,   als  billich  ist,  wartent  vnd  beholfen  sollen  sein. 
Wur  haben  vns  auch  vnd  vnser  erben  vnd  nachchomen  behalten  alle 
edelleut  vnd  die  chirchen  lehen  der  chirchen  zu  Ragt  vnd  der  chir- 
chen  zu  Haydenreicbstain  vnd  auch  die  vogtei  der  closter  vnd  gots- 
häuser  vnd  ire  guter,  die  zu  den  selben  vesten  gehorent  vnd  in  den 
herschaften  daselbst  gelegen  sind,  di  wur  in  noch  seinen  erben  nicht 
geliehen  haben  noch  leihen  sollen.    Dar  vmb  hat  er  für  sich  vnd  für 
seine  erben  vns  vnd  vnsern  erben  vnd  nachchomen  die  vorgenanten 
vest  Puechaimb  mit  gerichten,   verlehnten  gutem,  allen  edelleuten, 
chirchen  lehen  baide  der  chirchen  zu  Vöchlabruk,   sein  vnd   seiner 
vrtdern  stuftung  vnd  andern  chirchen,   di  darein  gehorent,  vnd  auch 
die  chirchen  zu  Puchenau  (sie),  veld,  holz  vnd  wayd  vnd  alle  nutz 
vnd  recht,   die  zu  der  vorgenanten  vesten  Puechaimb  gehorent,   als 
er  es  vnd  sein  vodern  in  aigens  gewer  her  bracht  habent,   vnd  auch 
was  er  da  hat,  gegeben  zu  rechtem  aigen,  wann   er  vns  auch   des 
sonderlich  seinen  brief  gegeben  hat.   Wuer  sein  auch  der  vorgenan- 
ten vest  Lyetschau  vnd   haydenreichstain   vnd   was   darzue  gehört, 
als  vorgeschoben  ist,  des  egenanten  Albrechten  von  Puechaimb  vnd 
seiner  erben  recht  gewer  vnd  scherm,   als  lehens  vnd  vnsers  landes 
recht  ist  in  Osterreich.    Des   geben   wur  zu   vrchund   diesen  brief 
besigelten  mit  vnserm  insigel,   der  geben  ist   zu  Wienn  an  mittich 


76 

vor  sand  Gallen  tag  nach  Cristi   geburt   dreuzehenhundert  jar,   dar 
nach  in  dem  acht  vnd  vierzigisten  jar. 

Aus    einer    beglaubigten   Copie   vom   Jahre   1656    im   Stiftsarchiv   zu 
St.  Florian. 

LXXVI. 

1348.  28.  OctOber.  —  Propst  Wisent  von  Waldhausen  versichert  seinen  Cöji- 
vent   auf  Revenuen    der  Propstei  wegen    entnommener  70  Pfund  Stiftungs- 
gelder zur   Verwendung  auf  Bauten  und  Goldgeräthe. 

Wier  Wisenth  von  Götz  gnaden  Brobst  ze  Walthausen  verie- 
hcn  offenbar  an  dem  brief  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in  sehent, 
horent  oder  lesent,  daz  wir  mit  voller  gunst  vnsers  conuents  auz 
der  oblay  genomen  haben  sibentzig  phunt  wienner  phenning,  Damit 
sechs  iarteg  ewichlich  pei  vnserm  gotzhous  ze  begen  sind  gestift, 
Von  erst  vnserr  fürsten  von  land  Chunig  Fridrich  seligs  von  Rom 
vnd  aller  seiner  vorvodern  jartag,  Darnach  die  jarteg  des  erbern 
mannes  hern  Paulnpharrer  von  Alten  Ysper,  Der  Wupelsper gerinn* 
Des  Lantzenpcrger,  Reinbots  von  Ysper,  Vnd  des  alten  richter  von 
Ybs*  Wir  haben  auch  diselben  sibentzik  phunt  phenning  nach  vnsers 
conuents  rat  vnd  gunst  angelegt  an  pawe  vnd  an  gold,  di  wir  dar- 
vmb  gechauffet  haben,  Vnd  haben  für  daz  selb  selgeret  vnd  guld  den 
Herren  in  di  oblai  lazzen  den  zins  von  den  drin  chirchen  Sechsen, 
Grein  vnd  Chreutzen,  der  vnser  brobstei  an  geboret,  Den  si  nutzen 
vnd  niezzen  sullen  als  lang,  vntz  wir  ögenanter  brobst  Wisenth  oder 
vnser  nachchomen,  wer  brobst  sei,  diselben  sibentzig  phunt  phen- 
ning den  herren  in  di  oblay  gantz  vnd  gar  wider  eher  vnd  seu  der 
vollichlich  bericht.  Vnd  wanne  auch  daz  geschieht,  so  ist  derselb 
tzins  wider  ledig  vnd  dienet  in  di  brobstei.  Darzu  veriehen  auch 
wier,  Daz  wir  von  dem  edeln  fursten  Hertzog  Otten  von  Osterreich 
seligen  haben  ingenomen  ein  geld,  darumb  wir  zwai  phunt  geldes 
ewigs  gechouffet  haben  von  dem  Chadawev  vnd  diselben  zwai  phunt 
geld  ligent  auf  drin  guetern  ze  Schaterle  vnd  auf  einem  Weingarten» 
dar  vmb  wir  auch  seinen  jartag  sullen  begen  ewichlichen.  Wir 
veriehen  auch,  daz  wir  vmb  einen  jartag  vron  Chunigunten  von 
Chappell  ingenomen  ain  phunt  geldes,  daz  auf  drin  guetern  gelegen 
ist  ze  Naglarn.  Wir  veriehen  auch  me,  daz  wir  vmb  einen  jartag 
hern  Jansen  seligs  von   Wupelsperch  haben  ingenomen   achtgeben 


77 

Schilling  geldes,  daz  wir  haben  auf  einem  Weingarten  gehaizzen  der 
Man,  darvmb  man  im  mit  seinem  iartng  alle  wochen  am  Eritag  ein 
messe  von  dem  heiligen  gaist  so)  hegen,  Vnd  stillen  auch  di  egenan- 
ten  herren  dez  conuents  diselben  vor  verschriben  guld,  di  vns  vmb 
diselben  iarteg  warn  sind,  so  lang  inne  haben  vnd  niezzen,  vntz  wir 
egenanter  brobst  Wisent  oder  vnscr  nachchomen,  wer  brobst  ist,  in 
diselben  guld  mit  gleichen  geld  widerleg,  so  ist  auch  furbaz  derselb 
geld  der  brobstei  ledig  an  allez  gever.  Wir  haben  auch  di  vor  ver- 
schriben Wandlung  nach  rat  hern  Heinreich  di  weil  techent  vnd 
der  gern ain schaft  dez  conuents  zder  zeit,  do  wir  ez  wol  getun  mach- 
ten, geornet  vnd  geschikcht  Vnd  zu  einer  warn  bestetigung  habent 
si  ir  insigel  zusamt  dem  voserm  gelegt  an  den  brief ,  der  geben  ist 
Anno  domini  M°.  CCC.xlviij0.  In  festo  beatorum  Symonis  et  Jude 
apostolorum. 

Original  auf  Pergament  (die  Siegel  in  weissem  Wachse)  im  Archiv  zu 
Waidhausen. 

LXXVII. 

1348.   31.  October.  —    Ulrich  von  Capellen  verleihet  seinem  Diener  Chunrat 
dem  Gutgesellen  für  geleistete  treue  Dienste  den  Hof  zu  Amersberg. 

ICH  Vlreich  von  Chappelln  vergich  offenbar  mit  disem  (brief) 
allen  den,  di  in  sichent  oder  horent  lesen,  daz  ich  mit  wolbedach- 
tem  mut  vnd  guetleichen  willen  ze  der  zeit,  do  ich  ez  wol  getun 
macht,  meinem  lieben  diener  Chuenraten  dem  Guet gesellen  vnd 
Trown  Alhaiden  seiner  hausfrown  vnd  ir  paider  eriben  den  halben 
hoff  ze  Amersperg,  der  mir  ledig  worden  waz  von  Mcerchlein  dem 
Amersperger,  von  genaden  vnd  durich  seiner  dienst  willen  geliehen 
hao,  vnd  auch  den  andern  tail  dez  selben  hofez  ze  Amersperg,  den 
er  recht  vnd  redleich  von  allen  eriben  vnd  mit  meinem  guet- 
leichen willen  gechouffet  hat,  den  egenanten  hoff  ze  Amersperg 
gancz  vnd  gar  zesamm  mit  allen  nuezen  besuecht  vnd  vnbesuecht, 
ze  holez,  ze  veld,  ze  wismad,  ez  sei  gestift  oder  vngestift,  wie  daz 
genant  ist,  han  ich  obgenanter  vlreich  von  Chappell  dem  vorgeschri- 
ben  Chuenrad  dem  Guetgesel!  vnd  Alhaiden  seiner  hausfrowen  vnd 
ir  paiden  eriben  recht  vnd  redleichen  verliehen  ze  rechtem  lechen 
rnd  pin  auch  ich  vnd  mein  eriben  dez  oftgenantez  hofz  ze  Amers- 
perg jer  vnd  ierer  eriben  rechter  scherm  vnd  gewer  ver  alle  ansprach, 


78 

wo  in  dez  not  geschieht,  als  landez  recht  ist  in  Osterreich.  Daz  in 
daz  stet  vnd  vnzebrochen  beleih,  darvber  gib  ich  in  disen  offen  brief 
versigelt  mit  meinem  anhangundem  jnsigel.  Der  brief  ist  geben  nach 
christi  gepurd  drevzechen  hundert  jar  vnd  darnach  in  dem  acht  vnd 
vierezkistem  jar  an  aller  Heiligen  abent. 

Orig.,  Perg.,  dessen  Siegel  verloren,  im  Archive  des  Klosters  Schlierbach. 

LXXVIII. 

1348.  31.  October.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  bestätigt  Katha- 
rinen  von  Winchel  den  lebenslänglichen  Genuas  lehenbarer  Güter,  welche 
ihr  deren  Gemal  Weichart  von  Winchel  für  ihr  (Uterliches  Erbe  von  700  Pfund 

versetzt. 

Wir  Albert  von  gots  gnaden  Hertzog  ze  Osterreich,  ze  Steyr 
vnd  ze  Kernden,  tun  chunt  mit  disem  brief,  Daz  für  vns  chom  vnser 
getrewer  lieber  Weichert  von  Winchel  vnd  gab  vns  auf  den  zehend 
ze  Holebrunn  grozzen  vnd  chlaynen  vnd  vier  tail  gerichtes  vnd  zoles 
vnd  wolf8prunn  mit  alle  dem,  daz  dartzu  gehöret,  mit  vorsten  vnd 
mit  alle,  daz  er  alles  ze  lehen  von  vns  gicht,  vnd  bat  vns,  daz  wir 
dieselben  guter  mitsampt  im  hinwider  verüben  der  erbern  Kathrein 
seiner  hausurouen,  der  er  sev  mit  vnser  band,  gunst  vnd  guten 
willen  versatzt  hat  für  siben  hundert  phunt  wienner  phenning,  di  ir 
von  ierem  vater  vnd  von  irer  muter  geuallen  sind.  Daz  haben  wir 
getan  vnd  haben  di  ebgenanten  (sie)  gueter  vnd  waz  dartzu  gehört, 
demselben  Winchler  vnd  der  egenanten  Kathrein  seiner  hausuroun 
mitsampt  im  hinwider  verliehen  also  beschaidenleich,  daz  dieselb 
Kathrei  di  gueter  innhaben  sol  vnd  niezzen  in  satzes  weise  für  das 
obgeschriben  gelt,  di  weil  si  lebt,  vnd  nach  ierm  tod  sullen  diselben 
gueter  wider  geuallen  an  des  vorgenanten  winchler  nehst  erben. 
Des  geben  wier  ze  vrehund  disen  brief  besigelten  mit  vnserm  Insigel. 
Der  geben  ist  ze  Wienn  an  aller  Hayligen  abend  nach  christ  geburd 
dreutzehen  hundert  iar,  dar  nach  in  dem  acht  vnd  viertzkistem  Jar. 

Original  auf   Pergament    (das  Hangesiegel  abgerissen)    im  Archive  zu 
Gschwendt. 


79 


LXXIX. 

1346.  3.  lOVember.  Wien.   —  Herzog  Albrecht  verspricht,  dass  er  künftighin 
den  Abt  zu  Gleink  nicht  mehr  bitten  wolle,  nach  seinem  Wunsche  die  Kirche 

Haidershof en  zu  verleihen. 

Wier  Albrecht  von  gotes  gnaden  Hertzog  ze  Österreich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Kernden  tun  chunt  mit  disem  brief,  wan  di  erbern 
rnd  geistleichen  leüt  der  abt  vnd  der  conuent  ze  Gleink  di  chier- 
chen  ze  Hedershofen  durch  got  vnd  durch  vnserr  pet  willen  zwyer 
nach  einander  gelihen  habent,  daz  wier  daz  erchennen  vnd  tun  in  die 
gnad,  swann  diselb  chierch  furbaz  ledig  wiert,  daz  wier  sev  nicht 
mer  bitten  wellen  noch  stillen,  daz  si  di  egenant  chierchen  durch 
YDsern  willen  leihen  vnd  sullen  si  oüch  nicht  dartzu  notten  in  dhai- 
uem  weg.  mit  vrchund  disen  briefs.  Geben  ze  Wienn  an  mentag 
nach  aller  Hailigen  anno  domini  Mo.  ccc°.  &.  octauo. 

Fridericus  de 
Intzestorf. 

Aus  dem  Orig.  zu  Gleink.  Pergament  mit  rückwärts  aufgedrücktem  Siegel. 


LXXX. 

1348. 10.  lOVember.  St.  IlCOla  bei  Pa88au.  —  Vertrag  Hertels  und  Ottos  der 
Inderspecken  mit  Abt  Christian  tu  Mondsee  über  den  Hof  zu  Gänacker. 

Ich  Hertel  vnd  ich  Ott  di  Inderspekchen,  vnser  hawsfrawen 
vnd  vnser  paider  erben  wir  veriehen  vnd  tuen  kund  offenbar  an 
disem  brief  allen  den,  di  in  sehent  oder  hörnt  lesen,  daz  wir  vns  mit 
rnsenn  lieben  genadigeu  herren  hern  Christann  abbt  ze  Mdnnse 
vnd  mit  allem  seinem  conuent  vnd  mit  allen  seiner  stilt  dez  chlo- 
sters  vnd  mit  allen  den,  di  zw  dem  gotshaws  gehörnt  des  chlosters 
ze  Männse  ir  lawt  vnd  ir  guet  gar  vnd  ganczleiehen  bericht  haben 
vnd  besunderleich  vmb  den  hof  ze  G&ndkcher  vnd  vmb  alle  an- 
sprach, di  wir  hintz  meinem  vorgenanten  herren  vnd  hintz  seinem 
gotshaws  gehabt  haben.  Wir  luben  in  auch  mit  vnsern  trewen  an 
aides  stat,  daz  wir  furbaz  chaynerlay  ansprach  hintz  meinem  e  ge- 
nanten genadigen  herren  noch  hintz  dem  gotshaws  noch  hintz  allen 
den,   di  zw   dem   gotshaws  gehörnt,  wie  di  genant  sein,  gaistleich 


80 

oder  wertleich  nymmer  mer  haben  sullen  noch  gewinnen  an  allez 
geuär.  Wfr  veriehen  auch  des  geltz,  damit  wir  verricht  sein,  daz 
man  vns  daz  gar  vnd  ganczleich  verricht  vnd  gewert  habent  an  allen 
vnsern  schaden.  Wir  loben  in  auch  mit  vnsern  trewen  an  aydes  stat 
allez  daz  stät  ze  behalten,  daz  oben  an  dem  brief  geschriben  stet, 
Vnd  wo  in  daz  jndert  vbervarn  oder  vbergriffen  wurd,  so  sullen  wir 
vbersait  sein  vnd  sol  sich  mein  herr  her  Hiltprant  von  Ramsperch 
vnd  her  Fridreich  von  Praitenekk  vnd  her  Ludweig  auf  dem  Stahl 
vnser  todveint  sein  vnd  sullen  sich  di  dann  stellen  nach  vnserm  leib 
vnd  nach  vnserm  gut  vnd  sullen  sy  des  furbaz  vnengolten  sein  gein 
vns  vnd  gein  vnsern  hawsfrawn  vnd  gein  allen  vnsern  erben  vnd 
gein  allen  vnsern  frewnten  an  alles  geuär.  vnd  daz  daz  meinem  ege- 
nanten  genadigen  herren,  seinem  conuent  vnd  allen  den,  di  zw  dem 
gotshaws  vnd  auch  zw  der  stift  gehörnt,  stät  vnd  vnzebrochen  be- 
leih, geben  wir  in  disen  brief  versigelten  mit  der  dreyer  erber  ige  r 
mann  insigel  herren  Hilprantz  von  Ramsperch  vnd  hern  Fridreichs 
von  Praitenekk  vnd  hern  Ludweigs  auf  dem  Stayn,  di  wir  mit  vnser 
vleissigen  pet  darüber  gepeten  haben  in  vnd  iren  erben  allen  an 
schaden,  dar  vnder  wir  vns  verpiuden  mit  vnsern  trewen  an  aydes 
stat,  allez  daz  stät  ze  behalten  vnd  ze  volfuren,  daz  an  dem  brief 
verschriben  stet,  dez  sind  zewg  hainreich  der  Vreyar,  Chunrat  von 
Law,  vlreich  der  vllchouen  vnd  ander  erber  lawt  genug,  daz  ist 
geschehen  zw  Band  nicla  bey  passaw,  do  man  zalt  von  Christi  ge- 
purd  drewczehen  hundert  vnd  in  dem  acht  vnd  vierczigistcn  jar  an 
sand  Marteins  abent. 

Aus  einem  Copialbucb  des  Klosters  Mondsee  (saec.  XV.). 


LXXXI. 

1348.  IL  November.   —  Konrad  Tuscht  reversirt  den  ihm  vom  Kloster  Bei- 
chersberg  zu  Baumannsrecht  verliehenen  Hof  zu  Pramerstorf. 

Ich  Chunrat  Tuschet  vergich  offeuleich  an  dem  brief  allen  leu- 
ten,  das  ich  han  bestanden  ze  pawmans  recht  den  hol'  ze  Pramer- 
dorfm'it  allem  dem  das  dartzu  gehört  von  herrn  Dietmaren,  probst 
ze  lieichersperg,  also  das  ich  in  sol  verdienen  vnd  verstewern  als 
ein  ander  freisazz  des  gotzhaws  tuet  vnd  wann  der  vorgenannte 
probst  oder  wer  des  gotzhaws  waltig  ist,  den  egenanten  hof  an  mich 


81 

lodert  ze  stiftzeit,  so  han  ich  ynd  mein  hausfrau  noch  vnser  chind 
darauf  nicht  ze  sprechen  vnd  sullen  im  inantwurtten  stiftleich  Ue 
haws,  ze  hof,  ze  holtz  vnd  ze  veld,  vnd  sol  im  in  richten  mit  same, 
mit  ardhew  nach  der  vmbsätzen  rat  als  lantzrecht  ist.  Ze  vrchund 
gib  ich  im  den  brief  vnder  des  erbern  man  herrn  Hainreich  des 
Tobelhaimer,  ze  den  Zeiten  purggraf  ze  Scherding  vnd  mit  Her- 
man*  von  Holtz  anhangunden  insigeln  in  an  schaden.  Der  geben  ist 
nach  Kristes  geburd  drew  zehen  hundert  jar  vnd  in  dem  acht  vnd 
riertzkistem  jar  an  sand  Marteinstag. 

Promptuar.  Reichersberg.  Fol.  180  a. 

LXXXII. 

1348. 19.  lOVember.  —  Friedrich  der  AeUterl  gibt  das  Leibgeding  auf,  das 
er  auf  dem  Hofe  tu  Irnprechting  vom  Kloster  Mondsee  gehabt  hat,  tu  Gun- 
sten seines  Sohnes  Heinrieh  des  Aelsterlein» 

Ich  Friedreich  der  Alsterl,  Gedrawt  mein  hausfraw  vnd  all 
vaser  erben  veriehen  offenleich  mit  dem  brief  vnd  tuen  kund  allen 
den,  di  in  sehent  oder  hörnt  lesen,  daz  wir  daz  leibgeding,  daz  wir 
gehabt  haben  auf  dem  hof  ze  Jernprechting  vnd  auf  dem  zehent  dez 
selben  hofs  von  dem  gotshaws  ze  Männse  vnd  von  dem  conuent  da- 
sei bs,  haben  aufgeben  mit  verdachtem  muet  ledichleichen  Hainreich 
dem  Alsterlein  vnserm  sun  mit  den  rechten,  vnd  wir  ez  jnn  gehabt 
haben  also,  wann  er  nymer  sey,  daz  dann  der  vorgenant  hof  mit 
sampt  dem  zehent  dem  e  genanten  gotshaws  vnd  dem  conuent  ledig, 
los  vnd  frey  sey  vor  aller  ansprach,  er  sol  auch  die  weil,  vnd  er  lebt, 
aller  jarleich  von  dem  hof  vnd  von  dem  zehent  ze  dienst  geben  ein 
halbs  pfunt  pfenning  auf  sand  Michelstag,  di  dann  gib  vnd  gaeb  sein, 
in  vierczehen  tagen  vor  oder  nach  an  geuar.  Wann  er  dez  nicht 
entät,  so  hieten  sich  dem  gotshaws  alle  seine  recht  veruallen.  Wir 
versprechen  auch  dem  offtgenanten  gotshaws  ze  Männse  vnd  dem 
conuent  mit  vnsern  trewen  vnd  mit  dem  gegenburtigen  brief  vmb 
die  hantuest,  die  wir  gehabt  haben  vber  daz  egenant  leibgeding  ze 
Jernprechting,  die  an  geuär  verlorn  ist,  ob  die  furbaz  funden  wurd 
oder  jnndert  für  cham,  daz  die  ein  tote  hantuest  ist  vnd  für  baz  chain 
chraß  mer  hat  also,  daz  sy  dem  gotshaws  noch  dem  conuent  furbaz 
chainen  schaden  pringen  mag  noch  sol  ewichleichen.  vnd  darüber  ze 
vrchund  geben  wir  in  den  brief  versigelten  mit  hern  Hainreich  de% 

Urkand«nbuch  dei  Landet  ob  der  Eons.  VII.  Bd.  6 


82 

Granits  anhanglindem  insigel,  der  diser  sach  redner  vnd  taidinger 
gewesen  ist,  verpinden  auch  vns  darynder  bei  vnsern  trewen  allez 
daz  stat  ze  halten,  daz  oben  an  dem  brief  verschriben  ist,  der  geben 
ist  nach  Christ  gepurd  tausent  jar,  drewhundert  jar  vnd  in  dem 
acht  vnd  vierzigstem  jar  an  sand  Elspeten  tag. 

Codex  von  Mondsee  (»ex.  IV.).  K.  k.  geh.  Hausarchir. 


LXXXIIL 

1348.   24.  November.  Wien.   —  Alber  von  Rauhenslein  quittirt  seine  Oheime 

Reinpreckt  und  Friedrich  von  Waüsee  von  Ens  über  22S0  Pfund  Wienner 

Pfenninge >  die  sie  ihm  um  das  halbe  Haus  tu  Ort  etc.  gezahlt  haben. 

Ich  Alber  von  Rauhenstain  vnd  all  mein  erben  tun  chunt 
offenlich  mit  disem  prief  vmb  di  zway  tausent  vnd  dritthalb  hundert 
phunt  phenning  wienner  munzz,  so  vns  vnser  lieben  ohaymen  Rein- 
preckt vnd  Fridrich  von  Walsse  von  Ens  sint  schuldich  gewesen 
vmb  das  halb  haws  ze  Ort  vnd  vmb  allez  daz,  so  dar  zw  gebort, 
als  der  prief  sagt,  den  si  vnd  ier  pargen  vns  dar  vber  geben 
habent,  daz  wier  desselben  geltes  gancz  vnd  gar  vnd  an  allen 
vnsern  schaden  ze  rechten  taegen  verricht  vnd  gewert  sein,  vnd  sagen 
owch  wier  di  vorgenanten  vnser  ohaim,  all  ier  erben  vnd  all  ier 
pargen  des  vorgeschribenn  geltes  gsenczlich  vnd  gar  ledich  vnd 
vrey  also,  daz  in  von  vns  noch  vou  meins  brueders  H&rtneides 
sseligen  erben  noch  von  ander  nieman  dar  vmb  nimmermer  sol  wer- 
den zu  gesprochen  in  dehainem  weg,  wand  der  prief,  so  si  vnd  ier 
pargen  vns  dar  vber  geben  habent,  furbaz  tot  vnd  ab  sein  sol  noch 
dehain  chraft  mer  haben,  swo  der  wierd  erfunden,  vnd  dez  ze 
vrchund  geben  wier  den  vorgenanten  vnsern  ohaymen  disen  offenn 
prief  ze  einem  waren  getzewgen  dieser  sach  mit  meim  vorgenauts 
Albers  von  Rauhenstain  anhangundem  insigel  bestätigt  vnd  mit  der 
erbern  herren  hern  Reinprechts  von  Schönnberch,  hern  Weicharts 
von  Winchel  vnd  hern  dez  Tursen  vou  Asparn,  di  diser  sach 
geezeugen  sint  mit  iern  insigeln.  Geben  ze  Wienn,  do  von  Christi 
geburd  warn  ergangen  dreuezehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  acht 
vnd  vierezkistem  jar  an  sant  Katreyn  abent. 

Das  Original  auf  Pergament  im  Schlossarchive  zu  Eferding. 


83 


LXXXIV. 

134*.  25.  November.  Wien.  —  Die  Brüder  Leutolt  und  Dietrich  von  Stadecke 
versichern  Ulrichen  von  Pergau  die  Wiedereinlösung  des  versetzten  Leib- 
gcding- Zehen tes  tu  Rauhenwart  bei  Strafe  des  Einlagers  und  Pfändung  all 

ihrer  Güter. 

ICH  Leutold  vnd  ich  Dietreick  die  brüder  von  Stadekke  vnd 

vnser  erben  wir  veriehen  vnd  tun  cbunt  allen   den,   die  disen   brief 

lesent  oder  horent  lesen,   di   mi  lebent  vnd  hernach  chunftich  sint, 

daz  wir  vns   des  mit  vnsern  trewen  verlübt  vnd  verbunden  haben 

gegen  mein  Leutolts  swager  hern  Vireichen  von  Pergawe  vnd  gegen 

seiuen  erben  vmb   den  zehent  gelegen  ze  Rauhenwart,  der  mir  zv 

meiner  hausurowen  vron  Agneaen    seiner  swester,   derGot  gnade, 

gegeben  ist  ze  rechter  haimsteur   nach  des  lants  recht  ze  Osterreich 

vnd  den  ich  versatzt  han,   der  mir  mein  leibgeding  ist,   daz  wir  den 

selben  zehent  ledigen  vnd  losen  suln   von   den   weihennachten,   die 

schierist  choment,  vber  ein  iar,  swenne  si  vns  dar  nuch  vmb  manent 

voderot,  an  alle  Widerrede.   Tun  wir  des  nicht,  swelhen   si  detme 

vnder  vns  bayden  dar  vmb  manent  vnd  vodernt,   der  sol  zwen  erber 

rittermaezzigen  chnecht  ieden  man  selb  ander  mit  zwain  phärdeu  des 

nächsten  tags  dar  nach  hintz  Wienne  in  ein  erber  gaslhaus   senden, 

da  vns  der  vorgenant  her  Vlreich   von   Pergaw  vnd   sein  erben  hin 

zaigent,  vnd  suln  die  da  jnne  lygen  vnd  laysten,  als  inne  lygens  vnd 

\aystens  recht  ist,   vnd  suln  die  da  nimmer  aus  chomen,  in  werd   ee 

der  obgenant  zehent  gar  vnd  gäntzleich  geledigt  vnd  gelost  in   dem 

recht,  alz  vor  verschriben  ist.  daz  luben  wir  auch  mit  vnsern  trewen. 

War  aber,  daz  wir  bayde  abgiengeu,  vnd  daz  in  der  obgenant  zehent 

nicht  geledigt  vnd  gelost  war,    so  sol  in  deuue  vns  er  herre  der  her- 

tzog  in  Osterreich  oder  swer  den  gewalt  an  seiner  stat,   mit  vnserm 

gutem  willen  an  alles  furbot  vnd  an   alle  cblag  phant  antwurten  von 

allem   vnsern   gut,   daz   wir  haben  in  dem  lande  ze  Österreich  oder 

swo  wir  es  haben,   alz  verre,   daz  si  so  vil  gutes  gar  vnd  gäntzleich 

da  von  verricht  vnd  geweit  werden,   alz   der  obgenant  zehent  wert 

ist,  vnd  alles  des   Schadens,   dez   si   sein   i'ürbas  nach  vnser  bayder 

tode  naemen,   daz  si  bey  im  trewn  gesagen  mögen,   auch  gar  vnd 

gäntzleich  da  von  verricht  vnd  gewert  werden.    Vnd  darüber  so 

geben  wir  in   disen  brief  zv  einem  warn  vrchunt  diser  sache  ver- 

6» 


84 

sigelten  mit  vnsern  jnsigiln  vnd  mit  vnser  oehem  insigln  hern 
weychart*  von  winchel  vnd  hern  albero  von  Rauhenstaine,  die 
diser  sathe  gezeug  sinde  mit  iren  insigiln.  Diser  brief  ist  geben  ze 
Wienne  nach  Christes  geburd  dreutzehen  hundert  iar,  dar  nach  jn 
dem  acht  vnd  vierczgisten  iar  au  sant  Katreyn  tage. 

Original  auf  Pergament  mit  drei  hängenden  Siegeln  im  Archive  zu 
Gschwendt. 

LXXXV. 

1348.  29.  lovember.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  bewilligt,  dose  alle  Lehen  der 
Brüder  Ulrich  und  Friedrich  von  WalUee  von  Grat*  auf  ihre  Söhne  und 

Töchter  erben. 

.WIR  Albrecht  von  gotes  gnaden  Hertzog  ze  Osterreich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Chernden  tun  chunt  offenleich,  daz  wir  vnsern  getriwen 
liben  Vlrichen  vnd  Friderichen  brüdern  von  Wahse  von  Greiz  die 
gnad  getan  haben  vnd  tun  ouch  mit  disem  brief,  ob  si  oder  ier  sune 
mit  einander  tauten,  waz  si  von  vns  ze  lehen  habent,  swelicher 
vnder  in  an  erben  abgieng.  so  sol  die  lehenschaft  auf  den  andern 
erben  vnd  geuallen;  wer  aber,  daz  si  vnd  ier  sune  an  erben  ver- 
fueren  vnd  tochter  liezzen,  so  sullen  die  tochter  recht  haben  vnd 
nachuolgung  nach  des  landes  recht,  als  daz  land  mit  recht  bes- 
pracht hat  vnd  do  si  pilleich  recht  zu  habent.  Des  geben  wier  ze 
vrchund  disen  brief  besigelten  mit  vnserm  jnsigel.  Der  geben  ist  ze 
Wienn  an  sand  Andres  abend  nach  Christes  gepurd  drevtzehen  hun- 
dert iar,  darnach  in  dem  acht  vnd  viertzgisten  jar. 

Original  auf  Pergament  mit  einem  schönen  Reitersiegel  von  weissem 
Wachse  im  k.  k.  geh.  Hausarchiv. 

LXXXVL 

1348.  30.  lovember.  —    Wusk  von  Harrach  stiftet  mit  einem  Gute  tu  König  - 

schlag  einen  Jahrtag  zu  Hohenfurth. 

Ich  Wusk  voji  Harach  hern  Dyetreichs  srn  vergich  offenbar 
mit  dem  prief  vnd  tuen  auch  chunt  allen  den,  dy  den  prief  seheiit 
oder  lesen  hören t,  dy  nv  lebent  oder  noch  chvmftig  sint,  daz  ich  mit 
wolbedachtem  mvet  zder  zeyt,  do  ichs  wol  getun  mocht,  mit  rat  vnd 
gunst  meiner  hausfrown  Agnesen  vnd   aller  meiner  erben  recht  vnd 


85 

redleich  geschafft  hab  Vnser  vrown  zv  dem  chloster  gen  Hohenfurt 
mein  gut  gelegen  in  dem  Chvnigslag  in  Schenchenvelder  pharr 
genant  in  dem  Pavmbgarten,  da  Hainreich  zden  zeyten  auf  gesezzen 
ist  vnd  daz  mein  vreys  aygen  gewesen  ist  vnd  daz  mir  gedient  hat 
zehen  Schilling  pheuning  gult,  mit  allen  den  rechten  vnd  nvczen, 
ynd  ichs  gehabt  hab,  vnd  mit  alle  dev  vnd  darzv  gehört»  besucht 
vnd  vnbesuecht,  also  mit  beschaidenhait,  daz  der  conuent  ynd  dy 
sammvng  des  egenanten  chlosters  daz  selb  egenant  gut  in  nucz  vnd 
in  gewer  schullen  haben  ze  alle  dem  recht,  vnd  ichs  gehabt  hab. 
Vnd  wenn  daz  ist,  daz  Got  vber  mich  pevtt  vnd  daz  ich  nicht  en 
pin,  so  schullen  mir  vnd  allen  meinen  vodern  dy  herren  in  dem  ege- 
nanten chloster  vnsern  jartag  alle  jar  jarleich  begen  mit  einer 
gewissen.  Vnd  darumb  hab  ich  vorgenanter  Wusk  in  daz  vorgenant  gut 
recht  ynd  redleichen  aufgeben  vnd  richtig  gemacht  zder  zeyt,  do  ichs 
wol  getun  mocht,  also,  daz  ich  noch  mein  erben  vns  furbas  darnach 
nicht  schullen  stellen  noch  seczen  noch  chain  chrieg  darnach  nim- 
mer gewinnen.  Daz  dem  connent  vnd  der  sammvng  des  egenanten 
chlosters  daz  geschaefft  vnd  dy  red  also  staett  vnd  vnuerchert  beleih, 
darvber  so  gib  ich  vorgenanter  Wusk  von  Harach  in  dysen  offen 
prief  für  mich  vnd  für  all  mein  erben  wol  besigelten  vnd  bestätt  mit 
meinem  anhangunden  insigel,  vnd  zv  einem  zevg  pezzer  sicherhait 
mit  meines  lieben  prueder  insigel  Dyetreich  Penisch  von  Harach 
vnd  meines  lieben  ohem  insigel  Hainreichs  von  Lozperch  für  allen 
chvmftigen  chrieg.  Der  prief  ist  geben  nach  Christes  geburd  drev- 
czehen  hvndert  jar,  darnach  in  dem  acht  vnd  virczkysten  jar  dez 
svntags  an  sand  Andres  tag. 

Original  auf  Pergament  mit  drei  hängenden  Siegeln  von  weissem  Wachse 
im  Stifbarchive  zu  Hohenfurth.  Abgedruckt  in  Pontes  rer.  Austr.  XXIII/3. 

LXXXVII. 

1948.  21.  Deeember.  —  Die  Wittwe  Chunrats  des  Ungnad  und  ihre  Verwandten 
verzichten  für  600  Mark  Aglaier  Pfenninge  zu  Gunsten  IVulfings  des  Ungnad 

auf  die  Veste  Waltenstein  etc. 

Ich  Gedräut  die  Vngenadin,  Chunrat  des  Vngenaden  witbe, 
dem  Got  genad,  vnd  ich  Peter  von  Liebenberch  vnd  ich  Hainreich  der 
Gralant  vnd  ich  Chäncz  der  Grddniker  vnd  ich  Dyemüt  di  Gralan- 
tin  vnd  ich  Offmey  die  Grädnikerin  vnd  ich  Anna  die  Liebenber- 


86 

gerin  vnd  alle  vnser  erben  wier  vergehen  offenleich  mit  disem  prief 
vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in  sehent,  horent  oder  lesent,  daz  wier 
yns  vreuntleichen  vnd  liebleichen   bericht  haben  gar  vnd  gänczleich 
mit  vnserm  lieben  vreunt  Wulfing  dem  Vngenaden,  mit  seiner  haus- 
frawen  vnd   mit  allen  ieren  erben  vm   alle   die  ansprach,  die  wier 
hincz  in  gehabt  haben,   vnd  vm  die  halben  vest  ze  Waltenstain  vnd 
vm  allez  daz  gut,  daz  Chunrat  der  Vngenad  gelazzen  hat,  daz  czü 
der  egenanten  vest  gehört  vnd  daz  lehen  ist,   von  wem  daz  lehen 
ist,  oder  wa  ez  gelegen  ist,  mit  allen  den  rechten  vnd  nuczen,   die 
darzu  gehorent,  ez  sey  leut  oder  gut,  gesucht  vnd  vngesucht,  gepaun 
oder  vngepaun,   wie  daz  genant  sey,   vnd  auch  andre  lehen,  die  zu 
der  egenanten  vest  nicht  gehorent,  von  wem  die  der  egenant  Chun- 
rat der  Vngenad  ze  lehen  gehabt  hat  oder  wa  sie  gelegen  sein  oder 
wie  daz  genant  oder  gehaizzen  sey,  an  alain  auz  geczogen  des  zehen- 
den, der  pey  der  Geyl  gelegen  ist,  der  von  Swanken  herchomen  ist, 
vnd  ain  hüb,  die   darzu  gehört,  also  beschaidenleichen  vnd  mit  auz- 
genomner  red,   daz  wier  vns  der  egenanten  vest  vnd  auch  aller  der 
lehenschaft,  die  der  egenante  Chunrat  der  Vngenad  gehabt  hat,  als 
var  an  disem  prief  geschriben  stent,   verczeihen  vns  gar  vnd  gäncz- 
leich   also,   d»z  wier  vnd   alle  vnser  erben  oder  nachchom  furpaz 
ewichlcich  chain  ansprach  noch  vadrung  vm  die  egenanten  vest  vnd 
lehen,   als   var  verschriben  ist  an  disem  prief,   nicht   haben  schulten 
noch  mögen,   Vnd  haben  wier  von  in  darvm  emphangen   sechs  hun- 
dert march  agier  phening,  der  wier  gar  vnd  genczleich  von  in  gewert 
vnd .  bericht  seyn.   Daz  in  diseu  gelubd  also  stät  vnd  vnczeprochen 
peleib,   daz  loben  wier  in  vnuerscheidenlaichen  pey  vnsern  trewen 
an  allez  geuerd.    Vnd  darvber  zu  einem  vrchund  vnd  geczeug  der 
warheit   geben  wier  in   diesen   offen   prief  versigelten   mit  vnsern 
anhangenden  jnsigeln  vnd   auch  mit  der  erbern  leut  hern  Hainrichs 
von  Muntpareis  zu  den  zeyten  phleger  in  kernden}  Hern  Rainhers 
des  Schenchen  von  Osterwicz   vnd  hern  Hainreichs  des  Raspen 
anhangenden  insigeln,   die  iere  insigel  durch  vnser  pet  willen  in  an 
schaden  zesampt  vnsern  insigeln  auf  disen  prief  gehangen  habent. 
Der  prief  ist  geben  nach  Christes  gepurd  dreuczehen  hundert  iar, 
darnach  in  dem  acht  vnd  vierzicschstem  iar  des  suntags  an  sand 
Tbomans  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  sehn  hängenden  Siegeln  von  gelbem  Wachs  im  Scbloss- 
archive  tu  Steyreck. 


87 


LXXXVIII. 

1343.  2L  December.  —  Margreth  Sigharts  des  Salhentobler  Hausfrau  erklärt 
einen  ihr  von  Peter  von  Lobenstein  über  ihren  Hof  auf  dem  Perg  in  Gramma- 
stettener  Pfarre  ausgestellten  Brief  für  ungiUig. 

Ich  Syghart  der  Salhentobler  vnd  ich  Margret  sein  haussvraw 
wir  Yeriehen  an  disem  prief  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  in  sehent 
oder  hörnt  lesn,  daz  wir  mit  wolberdachtem  rauet  vnd  mit  guetn 
willo  vnd  gunst  aller  vnser  erbn  vnsern  hof  in  Greimhartstetter 
pbarre  auf  dem  perg  versueeht  vnd  vnuersuecht  mit  allen  nuczen, 
verchaufft  habn.  Vnd  der  vorgenant  hof  meiner  vorgenanten  haus- 
yrawn  vraun  Margreten  rehtev  margengab  ist  gewesn  fuer  funfczik 
phunt  phenning,  vnd  ich  vorgenante  Margret  vber  mein  ßgnante  mar- 
gengab ainen  prief  han  von  meinem  herren  hern  Peiern  von  Loben- 
stain,  den  ich  meinem  freunt  Vlreichn  dem  Weidenholczer  an  geuer 
cze  behalten  han  gebn  vnd  sein  von  im  nicht  bechomen  mag.  der 
selb  prief  schol  furbaz  tod  vnd  vnnucz  sein  mir  vnd  allen  meinen 
erbn,  wand  mein  vorgnantev  margengab  verchaufft  han  mit  meinem 
guetleichm  willen.  Daz  di  red  also  staet  bleib,  darvber  gib  ich  vor- 
gnantev Margret  disen  prief  versigeltn  mit  meins  wiertes  Sygharts 
des  Salhntobler  anhangunden  jnsigel  vnd  mit  meins  liebn  ochaims 
Meinharts  des  Mihelpekhen  anhangunden  insigel,  der  sein  geczeug 
ist.  Der  prief  ist  gebn  nach  Christes  gepuerd  dreuczehn  hundert  iar, 
darnach  in  dem  aecht  vnd  vierczkisten  iar  an  sand  Thomans  tag. 

Orig.,Perg.  Die  Hängesiege]  abgefallen.  Im  Sehlossarchive  zu  Riedeck. 

LXXXIX. 

1348.  —  Propst  und  Convent  zu  St.  Florian  beurkunden,  dass  der  Ritter 
Heinrich  der  Chaiser  dem  Spitale  tu  St.  Florian  drei  Güter  tu  Wolkeins- 
torf am   Windperg}  zu  Lueg  bei  Schönhering  und  tu  Grünnbrunn  gewidmet 

habe. 

Wir  Heinreich  von  Gotes  genaden  Probst,  Chunrat  Techent 
vnd  di  sampnung  dacz  sand  Florians  haus  Wir  vergehen  vnd  tuen 
chunt  offenbar  an  disem  brief  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent 
lesen»  di  nu  sind  oder  noch  chumftig  werdent,  daz  wir  haben  ge- 
chauft  zwen   hof  vnd  ein  hueb,   ainen  der  haizt  dacz  Wolkeinstorf 


88 

ynd  ist  gelegen  pei  Waltchirchen  an  dem  Winnperg»  vmb  fumf  vnd 
sibenczk  pfunt  wienner  phenning.  vnd  ainen,  der  dacz  dem  Lueg  vnd 
ist  gelegen  pei  Schönhering  in  dem  Trawngev,  vmb  achczig  pfunt. 
vnd  ain  hueb  dacz  Gruennprunn,  da  der  Hevtewr  ist  auf  gesezzen, 
vmb  dreizzk  pfunt.  Vnd  di  selben  drev  guet  haben  wir  mit  gemainem 
willen  ze  chauffen  geben  dem  ersamen  ritter  hern  Heinreichen  dem 
Chaiser  vmb  di  selben  pfenning,  da  si  vmb  gechauft  sind.  Di  selben 
guet  hat  er  mit  wolbedachtem  muet,  mit  gunst  vnd  rat  seiner  pesten 
vreunt  vnd  aller  seiner  erben  zder  zeit,  do  er  iz  wol  getuen  mocht; 
gegeben  vnserm  herren  ze  lob  vnd  ze  eren  vnd  seiner  sei  vnd  aller 
seiner  vodern  vnd  allen  seinen  nachchomen  ze  einem  ewigen  sei- 
gere t  vnserm  egenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian  vnd  besunder- 
leich  dem  spital  da  selbs  mit  sogtaner  beschaidenheit,  dacz  wir 
schulten  stifften  in  vnser  egenantz  spital  arm  leut,  als  manigz  vnd 
sich  von  den  zwain  hofen  vnd  von  der  hueb,  di  vorgeschoben  sind, 
mugen  ewichleich  besachen  mit  ehest  vnd  mit  gewant.  Wer  aber, 
daz  dar  an  dhain  saumchait  geschech,  daz  den  arm  levten  ir  notdurft 
wurd  verezogen  von  vnsern  wegen,  als  si  in  wirt  auf  gesaezt,  so 
schol  er  oder  sein  nächst  erben,  di  dann  lebent,  sich  der  egenanten 
guet  vnderwinden  vnd  di  inn  haben  als  lang,  vncz  daz  di  saumchait 
gancz  vnd  gar  eruollet  werd.  Wenn  aber  daz  geschiecht,  so  schullen 
sev  sich  der  guet  auzzen  vnd  dar  auf  furbaz  nicht  mer  haben  ze 
sprechen,  iz  wurd  denn  di  saumchait  mer  geeuert.  Wolt  er  aber  oder 
sein  erben  di  guet  ze  lang  inne  haben  darnach  vnd  di  saumchait 
wurd  eruollen,  so  schol  vnser  vogt  vnserm  vorgenanten  gotshaus 
vnd  dem  spital  di  guet  scherm,  di  vorgenant  sind.  Er  eiwelt  auch 
offenbar  an  disem  brief,  wenn  Got  vber  in  gepeult,  ze  ligen  in  dem 
selben  spital,  vnd  swo  wir  inn  werden,  da  er  gestorben  ist  in  dem 
land  dacz  Osterreich,  da  schullen  wir  seinen  leichnam  neiuen 
vnd  pringen  mit  vnserr  chost  zu  vnserm  gotshaus  vnd  in  vnserm 
egenanten  spital  bestatten.  Vnd  daz  daz  allez  stet  vnd  vnuerchert 
beleih,  als  vorgeschriben  stet,  dar  vber  geben  wir  in  ze  einem  sich- 
tigen vrchund  disen  offen  prief  versigelten  mit  vnserm  vnd  mit  vn- 
sers  conuents  anhangunden  insigeln.  Der  brief  ist  geben  nach 
Christes  gepurd  vber  dreuzehen  hundert  jar,  darnach  in  dein  ©cht 
vnd  vierezkisten  jar. 

Origintl  auf  Pergament  mit  zwei  Siegeln  im  Stiftsarchive  tu  St  Florian. 


89 


xc. 


Circa  1348.  —  Schiedspruch  des  Propstes  Otto  von  Passau  und  des  Magisters 
Peter,  Canonicus  daselbst,  über  einen  Streit  zwischen  dem  Abte  Heinrich 
Ton  Engelszell  und  Wuljing,  Pfarrer  von  Guntkirchen9  wegen  einiger  auf  dem 

Gute  Hofmannsberg  haftenden  Dienste. 

Nos  Otto  dei  gracia  prepositm  ecclesie  Pataviensis  et  magister 
Petrus  canonicus  ibidem  et  protonotarius  civitatis  ejusdem  presen- 
tibus  profitemur,  quod  cum  bonorabiles  et  religiosi  viri  Dominus 
Beinricus  abbas  monasterii  Cellae  Angelorum  Cysterciensis  ordinis 
et  eonventus  ibidem  ex  una  parte,  et  discretus  vir  Dominus  Wulfin- 
gus  plebanus  in  Gunschiren  (sie)  parte  ex  altera  super  questione 
seu  lite,  que  inter  eos  de  quodam  servitio  et  agris  quibusdam  ad 
predium  in  Hofmansperig  speetantibus  vertebatur,  in  nos  tanquam 
arbitros  et  arbitratores  seu  amicabiles  compositores  sub  certa  pena 
decem  librarum  denariorum  Pataviensium  reverendo  in  Christo  Patri 
et  Domino  nostro  Domino  Episcopo  pataviensi  et  decem  liLrarum 
nobis  solvendarum  compromiserint,  promittentes  utrumque  Dominus 
abbas  videlicet  pro  se  cum  conventu  suo  et  Domininus  Wul- 
fingus  pro  se,  cum  successoribus  suis,  ac  a  plebecanis  bona  fide 
nostro  laudo  arbitrio,  et  promulgacioni  stare  nee  contravenire  verbo 
vel  facto.  Nos  consideratis  juribus  et  informacionibus  paratis  utrius- 
que  et  ad  plenum  discussis  pronunciamus  arbitratum  et  dieimus, 
quod  Dominus  abbas  Cellaee  Angelorum  et  eonventus  ibidem  dictum 
predium  Hoffmanisperg  cum  agris  adjacentibus,  sicut  hueusque 
tenuerunt,  imposterum  tenere  et  possidere  debebunt  libere  et  quiete 
nee  a  Domino  Wulfingo  seu  successoribus,  seu  parochianis  suis,  seu 
a  quibusvis  aliis  inquietari  debebunt  aliqualiter  in  promissuin  (sie) 
ipsi  vero  prefatus  Dominus  abbas  et  eonventus  solvent  Domino  Wul- 
fingo suisque  successoribus  singulis  annis 

Ans  einer  geschriebenen  Chronik  des  Klosters  Engelszell  vom  Jahre  1783. 

XCI. 

1349.  8.  Jlnner.  Pamil.  —  Die  Brüder  Chalhoch,  Ulrich  und  Hugo  von  Fal- 
kenstein   Übergeben   den  Austrag    ihres  Streites   mit  Passau   um    der  Veste 

Rannarigel  wegen  gewählten  Schiedsleuten. 

Wier  Chalhoch,  Vlreich  vnd  Hang  brueder  von  Valchenstain 
tuen  chuut  offenbar  mit  disem  brief,  das  wier  wolbedacht  vnd  nach 


90 

rat  vnserr  vreunt  gegangen  sein  vmb  all  vnser  chrieg,  di  wier  haben 
mit  einander  vmb  vnser  vest  tzdem  Rannarigel  vmb  all  vnser  auf- 
laeuff,  schaden,  gult,   nutzz,   chost  vnd  raittung  hinder  vnser  vreunt 
die  erbern  herren  hern  Arnolden  von  Maessenhausen,  hern  Chun- 
raten  von  Tannberch,  hern  Fridr  eichen  von  Praitenekk,  hern  Jansen 
von  Rochenstain,  hern  Lienharten  von  Marspach  vnd  Gotfriden 
von  Talhaim  also,   das  wier  di  selben  segs  herren  tzesamm  pringen 
schuellen  gein  Pazzawe  tzehant,  vnd  vnser  gnaediger  herr  byschof 
Gotfrid  aller  schierist  von  wienn  gein  Pazzawe  chuemt,  darnach  in 
acht  taegen,  vnd  haben  wier  auch  all  drei  gesworn  auf  dem  brief, 
das  wier  all  staet  haben  schuellen  bey  vnser  ayden,  was  si  veber  all 
vnser  sach  spreche nt,  das  wier  das  mit  nicht  veberuaren  noch  spre- 
chen  dbainen  weis   noch   da  wider  choemen  mit  worten  noch  mit 
werhen.   Vnd   schuellen  si  dann  paidenthalben   all  vnser  sach  vnd 
chrieg  verhoeren  vnd  darueber  sprechen  nach  ieren  trewen,  was  si 
fueglich  vnd  recbtleich  duncht,   vnd   schuellen  wier  das  staet  haben 
an  alles  geuaer,  als  oben  geschriben  stet,  waer  aber,  das   der  segs 
schidlaßut  aiuer  oder  tzwen   ab  gieng  vnd   nicht  chomen  mochten 
vaer  ehafter  noet,   des  Got  nicht  geb,   so  schullen  di  vbrigen  vier 
nemen  ainen  oder  tzwen  ander  erbaer  man  an  gevaer  an  diser  stat, 
vnd  schullen  di  vollen  gewalt  haben  tzehoeren,  tzesprechen,  tzeschai- 
den  in  aller  der  mazz,  als  di  getan  schölten  haben,  an  der  stat  si 
sind  genomen.   Vnd  was  die  segs  oder   der  merar  tail  in  sprechent 
oder  schaident,   da  schol   es  gaentzleich  bei  beleiben  vnd  schuellen 
wier  das  staet  haben  in  aller  mazz;  als  oben  geschriben  stet,   an  als 
geuaer  bei  vnsern  ayden  vnd  bei  vnsern  trewen.  waer  aber,  das  sich 
di    vorgeschriben  segs  schidmann   nicht  gesinnen    moechten    vnd 
tzechrieg  wuerden  oder  auf  zwen  tail  geuielen,   so  schuellen  si  nach 
ieren  trewen  an  geuaer  nemen  einen  obman  vnd  schol  der  ainen  tail 
zue  geuallen  vnd  was  denn  der  selb  merar  tail  spricht  umb  all  vnser 
sach,   da  schol  es  gaentzleich  bei  beleiben  an  alles  geuaer  vnd  staet 
sein  in  aller  mazz,  als  oben  geschriben  ist.   welicher  aber  vnder  vns 
das  veber  fuer  vnd  nicht  staet  hield  oder  des  abgieng,  der  schol  mit 
sein  selbs  leib  vnd  mit  einem  pidibem  (?)  vnd  mit  vier  phaerden  hie 
tze  Pazzawe  in  ein  offens  gasthaus  vaeren  vnd  dar  inne  laisten,  als 
laistens  recht  ist,  vnd  da  nicht  aus  choemen,  vntzen  das  di  oben- 
geschriben  sach  volfuert  werden,  taet  er  des  nicht,  so  waer  er  man- 
ayd  vnd  pruechig  an  seinen  trewen.   Darueber  tze  warem  vrchund 


91 

geben  wier  disen  brief  besigelten  mit  vnser  dreyer  anhangunden 
insigeln.  Der  ist  geben  tze  Pazzawe  nach  Christi  gepuerd  dreuczen 
hundert  jar,  dar  nach  in  dem  naeun  vnd  vierczkisten  jar  an  sand 
Erharts  tag. 

Monum.  boic.  XXX.  II.  195. 


XCII. 

1349.  21.  J&naer.  —  Jann»  von  Capellen  schenkt  dem  Kloster  Pulgarn  zu 
seinem  Seelenheile  die  Eigenschaft  des  Hofes  zu  Katzbach. 

ICH  Janns  vonn  Capelle  vnnd  mein  sQn  bede  Virich  vnnd 
Eberhardt  Ynnd  annder  mein  erbenn  verjechen  vnnd  thuen  khundt 
allen  den  die  nun  sündt  ynnd  hernach  khünfftig  werdtenn,  die  disen 
brieff  sechent  vnnd  lesenn  oder  hörent  lesen,  das  ich  von  der 
jungckhfrauen  weegen  der  Zelckhnerine  dem  gottshauss  zu  Pul- 
garn  den  hoff  zu  Khatzbach  geaygent  hab  mit  allem  dem,  vnnd 
dartzue  gehörtt,  wie  das  genanndt  ist,  ynnd  auch  derselbe  hoff  mier 
jnn  meinem  vrbar  ledig  worden  was.  dieselben  aygenschafft  ann 
demselben  hoff  hab  Ich  lautterlich  durch  Gott,  mier  vnnd  meinen 
Toruordern  zu  ainem  saelgerett  gegeben  zu  dem  vorgenanndten 
gottshauss  zu  Pulgarn,  vnnd  ist  das  geschechen  mit  guettem  willenn 
aller  meiner  erhen  also,  das  ich  ynnd  meine  erbenn  khain  recht 
noch  khain  annsprach  ebigclich  nimbermehr  sollenn  gehaben  nach 
dem  vorgenanten  hoff  zu  Khatzpach.  Das  die  rott  statt  vnnd  vnuer- 
khertt  bleib,  alss  vor  verschribenn  ist,  von  vnns  vnnd  von  allenn 
vnnsern  erbenn,  geben  wier  die  vorgenanndten  ich  Janns  von 
Capelle  vnnd  mein  sün  baidte  Virich  vnnd  Eberhardt  disen  brieff  zu 
ainem  wahren  vhrkhunde  versygellt  mit  vnnserer  aller  dreyer  ann- 
hanngundten  jnnsygelln.  Der  brieff  ist  geben,  da  man  zallt  von 
vnnsers  herrn  Christus  gebuerdte  dreytzechen  hundert  vnnd  jnn  dem 
neunvnndviertzigistenn  jahrn  ann  St.  Anngness  tag. 

Aus  einem  vidimirten  Papiercodex  vom  7.  Hai  1632  zu  St.  Florian. 


92 


XCII  a. 

1349.  21.  J&nner.  —  Hanns  von  Capellen  eignet  dem  Kloster  Pulgarn  die  Mühle 

am  Gries  zu  St.  Georgen, 

ICH  Hannss  von  Capelln  vnnd  mein  söhn  bede  Vllrich  vnd 
Eberhartt  veriechen    vnd    thuen  khunt  allen  den,   die  nun  sundt 
vnnd  hernach  khunfftig  werdten,  die  disen  brieff  sechend  oder  lesen 
oder  horent  lesen,  das  ich  die  müll  ann  dem  griess  zu  St.  Jörgenn 
mit  aller  der  vnnd  dartzue  gehörtt,  versuecht  vnnd  vnuersuecht,  wie 
das  genant  ist,  hab  ich  dieselbe  muH  geaygent  hintz  dem  gottshauss 
zu  Pulgarn  vnd  hab  auch  die  aigeuschafft  also  gegeben,  das  ich  noch 
mein  erben  des  khain  ansprach  noch  khain  recht  nimermehr  sollen 
haben  auf  dieselben  mulle  hinfüer  ebigclich.    das  die  red  statt  vnnd 
vnuerkhert  bleibe  von  vnnss  vnd  von  allen  vnsern  erben,  alss  vor 
uerschriben  ist,  darüber  so  geben  wier  die  vorgenanten  ich  Jannss 
von  Capelle  vnd  mein  sun  beede  Vllrich  vnd  Eberhart  disen  brieff 
zu  ainem  wahren  vhrkhundte  versigelt  mit  vnser  aller  drey  anhan- 
gundten  jnsiglln.  Der  brieff  ist  geben,  da  man  zallt  von  Cristos 
gebuerth  1349  Jar  an  St.  Angness  tag. 

Aus  einem  vidimirten  Papiercodex  vom  7.  Mai  1632  su  St  Florian. 


XCIII. 

1349.  25.  J&nner.  —  Propst  Wernherr  zu  Ranshofen  und  der  Convent  diese» 

Klosters  verkaufen  dem  Herrn  Heinrich  dem  Schikchenf  Richter  zu  Wels,  ihr 

eigentümliches  Bergrecht  zu  Chritzendorf  oberhalb  Klosterneuburg. 

Wir  Wernher  von  Götz  genaden  probst  ze  Ranshofen  vnd  der 
gancz  conuent  dez  selben  goczhaus  veriehen  offenleichen  an  disem 
gegenburtigen  brief  vnd  tunn  chunt  allen  den,  di  in  horent,  sehent 
oder  lesent,  Daz  wir  mit  vnserm  gutem  willen  vnd  nach  rat  vnd  mit 
gunst  vnsers  conuencz  recht  vnd  redleich  an  alle  ansprach  ze  chauf- 
fen  gegeben  haben  dem  erbern  manne  hern  Hainrich  dem  Schikchen 
ze  den  Zeiten  richter  ze  Wels  vnd  seinen  erben  vnser  perchrecht, 
das  wir  gehabt  haben  ze  Chritzendorf,  das  gelegen  ist  ob  Neunburch 
chlosterhalb  vnd  des  vierczk  emmer  vnd  syhenthalb  emmer  most 
ist  vnd  naeun   vnd   dreizk  pfenning  alter  wienner  munzz   vnd  das 


93 

yoser  rehtz  aigen  gewesen  ist«  Das  selb  aigen  vnsers  perchrehcz 
haben  wir  in  auf  gegeben  mit  aller  stset,  mit  allen  den  rehten  vnd 
nutzen  als  wirs  gehabt  haben,  aus  unsern  nutzen  vnd  gewern  in  di 
irn  mit  alle  dev,  vnd  dar  zu  gehört,  versuht  vnd  vnuersucht,  vmb 
ain  gut,  des  wir  gar  md  gancz  von  in  gewert  sein,  vnd  schullen 
von  des  vorgenanten  perchrehts  ir  gewer  sein,  nach  des  lanczreht 
ze  Osterreich  vnd  der  stat  reht  ze  Neunburch  chlosterhalb  iar  vnd 
tag  vnd  was  in  dar  an  ab  get,  das  schullen  si  haben  dacz  vnsern 
trewn  vnd  auf  anderr  vnser  hab ,  wa  wir  di  haben,  versuht  vnd 
Touersuht.  Das  in  di  Wandlung  vnd  di  gelub  von  vns  also  staet  vnd 
vnuerchert  beleiben,  dar  vber  geben  wir  in  ze  ainem  warn  vrchunt 
disem  brief  mit  vnserm  vnd  vnsers  conuencz  anhangundem  insigel 
versigelt  Das  ist  geschehen  nach  christes  gepurd  vber  drewczehen 
hundert  iar,  dar  nach  in  dem  naeun  vnd  virczkistem  iar  an  sand 
Pauls  tag,  als  er  bechert  ward. 

Das  Original  auf  Pergament;  die  Siege)  in  weissem  Waeha  —  beschädigt. 
Im  Scblossarchive  zu  Eferding. 

XCIV. 

1349.  2.  ftbTXltr.  —  Elisabet  Beyluth,  Ott  Petreins,  Bürger  von  Kloster  Neuburg, 
Hausfrau,  verkauft  dem  Kloster  tu  Withering  Ein  Viertel  Weingarten  amAich- 

perg  um  16  Pfund  alter  Wienner  Pfenninge. 

Ich  Elizabeth  Beyluth,  Ott  Petreins,  purger  ze  Newnburch 
chloster  halben,  hausfro  vergich  mit  sampt  meinem  aydem  Micheln 
dem  Dirscher,  purger  ze  Wienn,  vnd  meiner  tochter  Ehpeten,  sei- 
ner hausffron,  an  disem  brif,  daz  wir recht  vnd  redleich 

vercbaufit  haben  den  erbern  gaistlichen  herren  apt  Herman  vnd  der 
samung  ze  Wilhering  vmb  xvj.  Ib.  alter  Wienner  dn.,  der  wir  schon 
gewert  sein,  vnsern  Weingarten,  daz  ain  virtail  ist,  leit  mit  paw  mit 
alle  an  dem  Aichperig  zenagst  irem  Weingarten,  der  genant  ist  der 
Chluppinger,  do  man  järleich  nicht  mer  von  dinet  dann  V  virtail 
weins  ze  perchrecht  vnd  drey  helbling  ze  voitrecht  den  edlen  vnd 
erbern  herren  herrn  Reinprechten  vnd  herrn  Fridrichen  brüdern 
von  Walsse  von  Ens,  vnd  haben  in  den  selben  Weingarten  auch  auf 

geben mit  vnsers  perchmaisters  hant  ze  den  zeiten  Pilgrams 

des  Flotter. Mit  vrchund  ditz  brifs  der  versigelt  ist  mit  vnsers 

obgeschribens  perchmaisters  Pilgreims  vnd  mit  meines  vorgenanten 


94 

Michels  insigels  vnd  verpint  wir  vns  paydew  Elspeten  vnder  dem 
selben,  wann  wir  nicht  aygens  insigels  haben.  Datum  anno  Domini 
M°  ccc*  xlviiij.  in  purificacione  beate  Marie  virginis. 

Aus  dem  Copialbuch  a,  Fol.  194.  StifUarchiv  Wilhering. 

xcv. 

1349.  5.  Februar.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  gewährt  dem  Stifte 

Waldhausen  den  eigentümlichen  Besitz  eines  ihm  lehenbaren,  von  Hermann 

dem  Gratzer  erkauften  Hofes  in  der  Pfarre  Münzbach. 

Wir  Albrecht  von  gotes  gnaden  Hertzog  ze   Osterreich,   ze 
Steyer  vnd  ze  Kernden  tun    chunt  mit  disem   brief  vmb   den  hof 
gelegen  in  Munzpekcher  pharr,  den  di  erbern  vnd  geistlichen  leut 
—  der  probst  vnd  —  der  conuent  von  WaUzhusen  gechaufft  habent 
von  Herman  dem  Gratzer,  vnd  der  lehen  von  vns  ist,  Daz  wier  die 
aygenschaft  desselben  hofs  durch  Got  vnd  durch  vnser  vnd  vnsrer 
vordem  sei  hail  willen  geben  haben  vnd  geben  ouch  mit  disem  brief 
zu  dem  vorgenanten  gotshous  ze  Waltzhausen  also,  daz  der  probst 
vnd  der  conuent  daselbs  den  egenanten  hof  mit  alle  den  nutzen  vnd 
rechten,  die  dartzu  gehorent,  furbaz  in  aygens  gewer  innhaben  vnd 
niezzen  sullen  vnd  allen  iren  frumen  da  mit  schaffen,  als  mit  anderm 
irem  aygeu  gut,  daz  zu  ierm  gotshous  gehört,  an  alle  ierrung.    mit 
vrcbund  ditz  briefs.    Geben  ze  Wienn  an   sand  Agathen   tag   nach 
Christes  geburd    dreutzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  nevn  vnd 
viertzkisten  jar. 

Original  auf  Pergament.  Siegel.  Aas  dem  Original  des  Klosters  Wald- 
hausen. 

XCVI. 

349.  14.  Februar.  —  Ott  der  Smatzhawser  verschreibt  seiner  Frau  Gedrow 
seine  Hube  zu  Pyscholfstorf,   seinen  Sitz  und  Mühle  zu  Lewching  und  die 

Schwaige  zu  Och. 

Ich  Ott  der  Smatzhawser  vergich  vnd  tun  chunt  —  daz  ich 
meiner  lieben  hawsfrawn  frawn  Gedrawten  gemachet  vnd  gegeben 
hau  mein  hüb  di  Obner  ze  Pyscholfstorf  vnd  meinen  sitz  ze  Lew- 
ching vnd  mein  mul  ze  Lewching  vnd  den  sitz  ze  Lewching  (sie !) 
vnd  allez  daz  dar  zu  gehört  ze  veld  vnd  ze  dorff  vnd  vizmat  besuchtz 
vnd  vnbesuchtz  mit  allen  rechten,  eren  vnd  nutzen,  di  durch  recht 
dar  zu  gehorent,  vnd  di  swayg  ze  Och  also,  daz  si  di  vor  genanten 


9S 

gut  inn  haben  vnd  niezzen  so!  in  aller  der  mazz,  sam  ich  selb  vntz  an 
iren  tod,  vnd  daz  sey  dhain  mein  erb  dar  an  nicht  irren  noch  ch ren- 
chen sol,  vnd  ob  si  mich  vber  lebt,  so  sol  si  mir  einen  zeitleichen 
gelt  auz  den  egenanten  guten  schaffen  vmb  mein  sei  vnd  ymb  di 
iren.  Si  sol  auch  mich  an  dhainen  Sachen  irren  noch  chrenchen,  ich 
hab  vollen  gewalt  di  vor  genanten  gut  ze  uerchumern,  ze  ver- 
setzen, ze  uertun  ob  mir  sein  not  geschech,  daz  got  nicht  engeb, 
daz  simich  dar  an  nicht  irren  sol  noch  mag.  Das  ir  daz  also  staet,gantz 
?nd  vnzerbrochen  beleih,  darüber  ze  einem  waren  vrchundgib  ich  ir 
disen  brief  versigelten  mit  meinem  insigel  allez  daz  stset  ze  haben, 
daz  oben  verschriben  stet.  Daz  ist  geschehen  —  dreutzehen  hundert 
iar,  darnach  in  dem  nevn  vnd  viertzgisten  iar  an  sand  Valteinztag. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel.  Stiftsarchiv  Reichersberg. 

XCVIL 

1349.  L.  Kill.  —  Revers  Heinrich  des  Runtinger,  seine  Mutter  mit  ihrer  Morgen- 
gabe auf  einem  halben  Hofe  zu  Weissenkirchen  bei  Kappell  bei  ihren  Lebzeiten 

frei  walten  zu  lassen. 

Ich  Heinrich  der  Runtinger  vnd  mit  sampt  mir  alle  mein  erben 
vergicb  vnd  lun  chund  an  dem  brief  allen  den,  di  in  sehent,  horent 
oder  lesent,  daz  ich  mein  üben  vrowen  vnd  mueter  vron  Revtxen 
di  Rüntingerinne  an  dem  hof,  der  gelegen  ist  in  dem  dorffze  Weh- 
zenchirchen  pei  Chappelle,  der  ir  morgengab  ist,  den  auch  si  in 
nutz  vnd  in  gewer  halben  hat,  nindert  ierren  sol  mit  dehainer  Sachen 
zu  versetzen  noch  zu  verchauffen  pei  im  tagen,  noch  mit  dehainer 
anderr  irrung  sol  ich  noch  mein  erben  sei  hindern,  mit  weu  daz 
genant  sei,  si  schaff  mit  demselben  halben  liof  ledichlich  vnd  laut- 
terlich  allen  irn  frum,  wi  si  welle,  di  weil  si  lebt.  Geschech  aber  dez 
nicht  also,  daz  ich  oder  mein  erben  daz  gelub  inder  vberfurn,  als 
vorgeschriben  ist ,  so  sol  ich  allen  meinen  geswittreden  meins  rech- 
tes veruallen  sein,  dez  ich  an  demselben  hof  haben  sold,  vnd  sol 
auch  ich  vnd  alle  mein  erben  furbaz  allez  rechten  an  dem  hof  gentz- 
lich  vertzigen  sein  also,  daz  wir  dehain  ansprach  darzu  nimmer  mer 
sullen  haben.  Vnd  daz  di  mainung  von  mir  vnd  von  meinen  erben 
allen  also  stet  vnd  vnuerchert  beleih,  als  vor  verschriben  ist,  do  gib 
ich  vorgenanter  Heinreich  meiner  vrowen  vnd  muter  vron  Reytzen 
den  gegenburtigen  brief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  insigel. 


96 

Der  sach  ist  getzeug  Hartmut  der  Fleischexz  vom  Stain  vnd  Leu- 
tolt  der  Staynreuter,  di  zu  einer  warn  betzeugung  durch  meiner 
pet  willen  ier  insigel  auch  an  den  prief  gehangen  habent,  di  auch 
pei  denselben  tainding  gewesen  sind,  vnd  ander  erber  leut  gnug. 
Der  prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd  vber  dreutzehen  hundert 
jar ,  darnach  in  dem  neun  vnd  viertzkisten  iar  an  aller  manne 
Vaschang  tag. 

Original  auf  Pergament   Siegel  verloren.  Aus  dem  Original  des  Klosters 
Waldhausen. 

xcvm. 

1349.  L  März.  —  Abt  Ulrich  von  Lambach  bestätigt  den  Versatt  des  Lehens  tu 

Unrating  (Pfarre  Picht). 

Wir  Vlreich  von  Gotes  gnaden  abbt  ze  Lambach  veriehen 
offenlich  mit  disem  brif,  das  für  vns  komen  sind  Hainrich  vnd  Alram 
vnd  Bernhart,  Virichs  sun  des  Mairs  von  Achlewtten  vnd  Alblein 
von  Sigolfing  vnd  sein  hausfraw  Eisbeten  vnd  ir  bruder  Ortolfr  vnd 
habent  mit  aller  irer  erben  gutlichen  willen  vnd  wort  das  lecken  zu 
Vnreting  gesetzt  ze  ainem  rechten  satz  mit  herren  handt  vnd  mit 
aller  der  stet,  die  ze  recht  darüber  gehorendt  ze  holtz,  ze  veld,  ver- 
sucht vnd  vnuersucht,  Philippen  vnd  seiner  hausfrawn  Kunigunden 
vnd  ir  baider  erben  vmb  xvj.  phundt  Wienner  den.  denselben  satz 
wir  in  bestätigt  haben  mit  aller  stset  vnd  vrkund  disen  gegenburtigen 
brit's,  wannd  das  lechen  von  vnserm  gotshaus  ist,  also  das  man  vns 
iärleichen  dauon  dienen  sol  L  newer  Wienner  munss  an  vnnsern 
frawntag  der  dienzeit  vnd  x  dl.  ze  weinfür  vnd  xv  dl.  ze  pawstewr 
vnd  x.  voit  dl.  vnd  vj  huener  vnd  anders  nicht.  Datum  anno  Domini 
M°.  ccc*.  xLviiij.  Invocauit. 

Abschrift  des  XV.  Jahrhunderts  im  Stiftsarchiv  iu  Lambach. 


XCIX. 

1349.  2.  März.  —  Georg  von  Herstorf  gibt  dem  Kloster  Baumgartenberg  den 
Hof  an  dem  Aigen  und  eine  Hofstatt  an  dem  Guslein  in  St.  Michaels  Pfarre  tur 

Stiftung  eines  Jahrtages. 

Ich  Jörg  von  Hersdorf  vnd  ich  Margret  sein  hausfraw  verie- 
hen  offennwar  vnd   tuen  khundt  allen  den,  die  den  brief  sehennt 


97 

oder  horennt  lesen,  das  wir  mit  wol  bedachtem   mut  vnd  mit  guet- 
lichem  willen  aller  vnnser  erben,  wie  die  genant  sind,  vnd  auch 
nach  rat  vnnser  besten  frewndt  zu   der  zeit,  do  wir  es  wol  getuen 
mochten,  geben  haben  den  geistlichen  herren  ze  Paicngartenperg 
vunsers  rechten  freien  kaufaigenns  ainen  hof,  haist  an  dem  Aigen 
vnd  ain  hofstat  haist  an  dem  Gusslein  gelegen  in  Sand  Michels 
pfarr  vnd   dienent  zwelif  Schilling   Wiener  pfenning,   sechs  Schil- 
ling auf  Sand  Jörgen  tag  vnd  sechs  Schilling  auf  vnnser  Frawen 
tag  in  dem  herbst,  mit  allen  den  rechten  vnd  nutzen ,  als  wir  sy 
selber  emalen  gehabt  haben,  also  beschaidennleich,  das  wir  diesel- 
ben gullt  sullen  haben  vntz  an  vnnsern  tod,  vnnd  sullen  darüber  jar- 
lich  den  herren  dienen  sechtzig  Wiener  phenning  an  Sand  Jörgen 
tag  in  jr  pitanntz  von  den  vor  geschriben  guetern  ze  vrchund ,  das 
sy  derselben  gueter  damit  bey  vnnsern   lembtigen   zeiten  mitsambt 
yus  sullen  an  der  gwer  sein.    Vnd  wann  wir   dann  baide  nymmer 
sein,  so  sullen  dieselben  güeter  lediclich   dienen  mit  allen   nutzen 
versuecht   vnd  vnuersuecht  der  samnung  in  jr  pitanntz  vnd  sullen 
sv  dann  vnnsern  jartag  begeen  järlich  ainst  in  dem  jar,  Wann  got 
vber  mich  egenannten  Jörgen  gepewtt,  an  demselben  tag  sullen  sy 
vnnser  baider  iartag  begeen,  als  gewonhait  ist  in  jrem  orden.  Vnd 
sol  der  pitantzer  an  demselben  tag  den  herren  geben  in  das  refennt 
ain  ganntz  dienst,  was   die  zwei  ff  Schilling  getragen   mügen,    zu 
einem  ewigen  seelgeret  mir  vnd  meiner  hausfrawen  vnd  auch  allen 
vnnsern  vodern.  Vnd  darumb  haben  sich  die  herren  gen  vns  verpun- 
^en,  wann   got  vber  vns   gepewtt,   vnd  wo   wir  sterben  zwischen 
Wienn  vnd  Passaw,   da  sullen  sy  vns  nemen  vnd  sullen  vns  bringen 
za  jrem  closter  mit  jr  aigner  fuer  vnd  sullen  vnns   dann   mit  jrer 
geistlichen  arbait,  das  ist  mit  vigili  singen  vnd  mit  seimessen  helflen 
jn  vnnser  grab,  als  sy  es  anndern  erbern  lewten  begeend  nach  irs 
Ordens  gewonhait.  Wir  sein  auch  vnd  nach  vns  vnser  erben  der  vor 
benannten  zwaier  guet^  der  herren  vnd  des  gotshawss  gwer,  scherm 
vnd  vogt  lautterlich  durch  got.  Tat  wir  den  armen  lewten  darüber 
vnguetlich,    vnd  wolten  sy  beswarn  mit  gwalt  oder  mit  vnrechter 
vodrung,   da  sullen  vns  die  egenanten   herren   vmb   ze   red  setzen. 
Vnd  ist,   das  wir  das  wider  tuen,  des   sol  sy  genüegen.  Geschach 
aber  des  nicht,  so  sullen  sy  dieselben  guet  ainem  andern  vogt   em- 
phelben,  wem   sy  wellen,  mit  vnnserm   guetlichem   willen.   Darzu 
offen  wir,  ob  das  geschach,  das  die  herren  sawmig  weren  vnd  nicht 

L'rkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns.  VII.  Bd.  7 


98 

volfüerten  rechtlich  vnd  genntzlich  als,  das  vorgeschriben  st»t,  so 
sullen  sich  ynnser  nagst  erben  der  e  genannten  güeter  wider  vnndter- 
ziehen  jn  an  fr  um,  vnd  den  herren  an  schaden  vnd  sullen  die  jnnhaben 
so  lang,  vntz  die  sawmichait  gepessert  werd.  So  sind  den  herren 
dann  die  guet  wider  ledig  als  vor  an  allen  krieg  vnd  an  alle  wider- 
red. Darumb  das  die  red  stät  vnd  vnuerchert  beleih,  darüber  gib 
ich  jn  den  brief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  innsigel  vnd 
mit  meins  brueder  innsigel  Chnnrad  von  Aurach  vnd  mit  meins 
swager  innsigel  Wolffharts  des  Güllen,  die  der  sach  damit  gezewg 
sind.  Der  brief  ist  geben,  do  man  zahlt  von  Crists  geburd  drew- 
zehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  newn  vnd  viertzigisten  jar  des 
montags  in  der  ersten  vasstwochen. 

Aus  einem  Copiaibuehe  des  Klosters  Baumgartenberg  von  1511. 


c. 

1349.  18.  Min.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  trägt  dem  Reinprecht 

von  Walsee  auf,  das  Kloster  Wilhering  in  den  Besitz  der  demselben  gegen  Reim- 

precht  von  Schonnberch  zuerkannten  Hofstatt  zu  Krems  zu  setzen. 

Wir  Albrecht  von  Gotes  genaden  Herczog  ze  Osterreich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Kernden  embeut  vnserm  getrewn  lieben  Reimprecht 
von  Waise  von  Ens  vnser  gnad  vnd  alles  gut.  Vmb  die  hofstatt  ze 
Chrembs,  die  di  erberu  vnd  geistlichen  lewt  von  Wilhering  Reim- 
precht von  Schonnberch  mit  dem  rechten  haben  anbehabt,  vnd  der 
si  der  Ernvelser  entwert  hat,  enphelhen  wir  dir  gar  ernstlich  das 
du  siv  der  selben  hofstat  wider  gewaltig  machest,  vnd  von  vnseru 
wegen  darauf  schirmest  nach  dem  behob  brief,  den  si  dar  vber 
habent.  Geben  ze  Wienn  an  mitichen  nach  Gedrudis  (!)  iiij to. 

Aus  dem  Copiaibuehe  B  pag.  1024  im  Stiftsarchive  zu  Wilhering. 


ci. 

1349.  25.  Marl.  —  Janns  von  Durnächting  und   Wernhart  von  Hausmenning 
verkaufen  dem  Kloster  St.  Florian  zwei  Güter  zu  Hohenberg  bei  Hohenstein  in 

der  Riedmark. 

Ich  Jans  von  Durncechting  vnd  mein  hausvrow  vro  Diemüt 
vnd  ich  Wernhart  von  Hausmenning  vnd  mein  hausvrow  vro  Mar- 


99 

gret  vnd  mit  vns  all  vnser  erben,  di  wir  haben  oder  noch  chumf- 
tichleich  gewinnen,  ez  sein  sun  oder  tochter,  wir  vergehen  offen- 
leich  an  disem  prief  vnd  tuen  chunt  allen  den,  di  in   sehent  oder 
horent  lesen,  di  nu  sind  oder  hernach  chumftig  werdent,    daz  wir 
mit  wol  bedachtem  muet  vnd  mit  rat,  gunst  vnd  willen  aller  vnserr 
erben   ze  chauffen  haben  geben  den  ersamen  herren  vnd  dem  gots- 
haus  datz  sand  Florian  zway  guet  datz  Höhenperig  gelegen  pey 
Hohenstein  in  der  Riedmarch,  di  vnser  vreyz  aygen  gewesen  sind, 
ymb  viertzk  phunt  wienner  phenning,  der  si  vns  gancz  vnd  gar 
gericht  vnd  gewert  habent,  vnd  haben  in  di  vorgenanten  guet  geben 
mit  allen  den  rechten  vnd  nuczen,  vnd  wir  sev  haben  gehabt,  ver- 
sucht vnd  vnuersucht,  ze  holtz  vnd  ze  veld.  Wir  schullen  auch  der 
vorgenanten  guet  ir  gewer  sein  für  all  ansprach,   wo  si  vns  dar  uz 
vordernt.  Taeten  wir  des  nicht,  wittanen  schaden  sev  des  nämen, 
den  schullen  sev  haben  auf  vns  vnd  auf  aller  vnserr  hab,  di  wir 
haben  in  dem  land.    Wser  aber,  daz  der  oftgenanten  guet  iemant 
pezzer  erib  wolt  sein,  der,  schol  dem  egeschriben  gotshaus  geben 
vierczk  phunt  wienner  phenning  vnd  waz  di  selben  guet  gepezzert 
sind,  daz  schol  er  auch  dem  gotshaus  nach  vier  man   rat  wider- 
cheren.   Vnd  daz  di  red  stet  vnd  vnuerchert  beleih,  Dar  vber  geben 
wir  disen  prief  versigelten  ich  Wernhart  von  Hausmenning  mit  mei- 
nem anhangunden  insigel  vnd  ze  pezzrer  bezeugnuss  mit  hern  Albers 
insigel  des  Premzzer,  so  verpint  ich  mich  Jans  von  Durnechting  vnd 
mein  hausvrow  vnd  vnser  erben  vnder  ir  paider  insigel,  wand  ich 
aygens  insigels  nicht  enhan,  vnd  zu  einer  pezzern  sicherbait  hab 
wir  gepeten  dinstleich  den  ersamen  herren  hern  Reynprechten  von 
Walsse,  der  zden  Zeiten  herr  vnd  vogt  in  der  Riedmarch  gewesen 
ist,  daz  der  sein  insigel  ze  bezeugnuss  dar  an  gehangen  hat.  Der 
brief  ist  geben   nach  Christs  gepurd   vber  drevzehen  hundert  jar, 
dar  nach  in  dem  nevn  vnd  virzigisten  jar  an  vnser  vrown  tag  zder 
chundung. 

Original  auf  Pergament  mit  den  zwei  ersten  Siegeln,  das  dritte  abgefallen. 
1.  Schild  mit  dem  Halse  und  dem  Schnabel  eines  Storches.  ...  ERNhARDI. 
D.hAVSMANN.  ...  2.  Schild  ohne  Helm  —  wie  bei  Hoseneck  f  S.ALBERTI. 
PREMZARH. 


7* 


467013A 


100 


CIL 

1349.  29.  Min.  —  Reinprecht  und  Friedrich  von  Wallsee  von  Ens,  Ulrich  und 
Friedrich  von  WalUee  von  Grätz,  Graf  Yban  von  Pernstein  und  Weich art  von 
Winkel  entscheiden  über  die  Theilung  der    Veiten  und  Güter  zwischen  ihren 

Vettern  Eberhart  und  Heinrich  von  Wallsee. 

Ich  Reinprecht  vnd  Fridrcich  von  Walsse  von  Ens  vnd  ich 
Vlreich  vnd  Fridreich  von  Walsse  von  Grecz  vnd  ich  Graf  Yban  von 
Pernstein  vnd  ich  Weichart  von  Winchel  wir  veriehen  mit  disem 
prief  vmb  die  tailung  der  veste,  der  gueter  vnd  auch  nvtz,  si  sein 
aigen  oder  lehen,  als  si  hernach  geschriben  vnd  penant  Stent,  vnserr 
lieben  vetern  vnd  vreunt  Eberharts  vnd  Hainreich  von  Walsse  von 
Drosendorf,  der  si  willichleich  hinder  vns  sint  gegangen  vnd  gelubt 
habent  mit  iren  trewen  an  aides  stat,  was  wier  dar  vber  sprechen, 
das  si  das  stet  pehalten;  So  sprech  wir  von  erst  Eberharten  den 
tail:  Merchenstain  di  vest,  den  pavmgarten,  der  dar  zv  gehört, 
den  mairhof  mit  dem  pawe,  mit  dem  wismad,  das  dar  zve  gehört  vnd 
auch  das  holtz,  das  dar  zve  gehört,  vnd  di  veste  Hvetenberch  mit 
dem  holtz,  das  dar  zv  gehört  vnd  auch  den  gemaurten  stochk  in  der 
Dornawe,  vnd  die  awe  vnd  das  wismad,  das  da  pei  leit  vnd  den 
achker  vnd  den  pavmgarten  dasei bs,  den  nidern  mairhof  ze  Eng- 
schachsveld  vnd  den  pavmgarten  halben  den  nidern  tail  pei  der 
Grevlinne  hof  getailt  twerchs  vber  von  dem  veld  in  das  dorf.  Noch 
ist  vngetailt  vischwaid,  wismad,  derwildpan  vnd  ander  vrbar  daselbs, 
swie  so  das  genant  ist,  das  schullu  si  noch  geleich  taileo.  So 
peschaid  wir  vnd  sprechen  vnd  tailen  den  andern  tail  dem  vor- 
genanten Hainreichen  seim  prueder  den  tail :  Di  veste  Engschachs- 
veld  vnd  den  obern  mairhof  vnd  den  pavmgarten  halben  den  obera 
tail  gen  dem  prvnne,  vnd  di  veste  ze  Lesdorf  vnd  den  mairhof  mit 
dem  pawe,  so  dar  zv  gehört,  den  pawmgai  ten  vnd  auch  di  visch- 
baid  do  selbs  vnd  das  holtz  vnd  wismad,  das  darzv  gehört;  vnd 
andrev  gueter  sint  noch  vngetailt  daselbs,  Weingarten,  sohlen  vnd 
vberlent,  das  dar  zv  gehört,  das  si  noch  geleich  tailen  schullen.  Vnd 
auch  was  das  holtz  ze  Merchenstain  vnd  ze  Hvettenberch  pesser  ist 
denn  das  holez,  das  ze  Lesdorf  gehört,  das  sol  Eberhart  Hain- 
reichen  widerlegen  anderswo  mit  als  guetern  holez.  Wir  sprechen 
auch,  was  ie  dem  herreu  vnder  seiner  veste  gelegen  ist,  das  schol 


101 

er  haben  vnd  schol  iz  dem  andern  widerlegen  mit  als  gvetem  gut 

anderswo.  Dar  nach  sprech  wir,  das  her  Eherhart  mit  havs  siezen 

rod  peleiben  sol  ze  Potenstain  von  dem  nechsten  sand  Gorgen  tag 

zehen  ganezev  iar;  Doch  so  sol  Hainreich  sein  prueder  alle  di  nvtz, 

di  gehörnt  vnd  gevallent  zv  dem  havs  ze  Potenstain,  ez  sei  vrbar, 

gericht,  maut,  phening  gult,  holcz9  vischbaid,   vismad,  versuecht 

vnd  vnuersuecht,  wie  so  das  genant  ist,  das  schol  er  alles  geleich 

halbs  haben  vnd  nemen  recht  als  Eberhart  seinen  halben  tail.  Vnd 

nach  den  vorgenanten  zehen  iaren  so  sol  ie  der  herre  danne  aine 

iar  oder  zwai  ze  Potenstain  mit  havs  sein,  wie  iz  in  oder  iern  erben 

danne  aller  peste  faegt.  Geschech  aber  das,  das  Eberhart  inner  den 

zehen  iarn  ab  gieng,  des  got  nicht  geb,  so   schulten  sich  auch  di 

selben  zehen  iar  vergangen  haben  vnd  ab  sein.  Vnd  wer  auch  das, 

daz  si  inner  den  zehen  iarn  ir  setz  tauen  muesten  oder  wolden  oder 

ob  von  in  gelost  wurd,  so  schullen  aber  di  oft  genanten  zehen  iar 

ab  sein  an  allev  widerred.  Wir  sprechen  auch  mer,  welicher  vnder 

den  vorgenanten   pruedern  Eberharten  vnd  Hainreichen  an   erben 

vnd  an  gescheft  verfur  vnd  abgienge,  des  selben  veste  vnd  gueter, 

wie  si  genant  sint,  schol  auf  den  andern  prueder  erben  vnd  ge Valien, 

als  ein  recht  ist.  Vnd  das  der  spruch  vnd  di  tailung  also  stet  vnd 

vnzebrochen  peleib,  dar  vmb  geb  wir  alle  vorbenante  disen  prief 

versigelten  mit  vnsern  anhangvnden  insigeln.  Diser  prief  ist  gegeben 

nach  Christes  gebuerd  drevzehen  hvndert  iar,  darnach  in  dem  nevn 

rnd  vierezkisten  iar,  des  nächsten  svntags  vor  dem  Palm  tag. 

Original  auf  Pergament  Die  Siegel  verloren.  Schlossarchiv  zu  Eferding. 

CHI. 

184t.  14.  April  —  Johann  der  LerbUchler  verkauft  eine  Hube  und  die  Vogtei 
auf  derselben  gelegen  zu  Schönau  an  Abt  Christian  tu  Mondsee. 

Ich  Johanns  der  Lerbüchler,  Imm  mein  hawsfraw  vnd  auch 
Diemuet  mein  mueter  vnd  alle  mein  geswistergert  vnd  all  vnser  erben 
veriehen  offenbar  an  dem  brief  allen  den,  die  in  sehent  oder  horent 
lesen,  daz  wir  vnser  hueb  vnd  die  vogtey  auf  derselben  hueb,  die 
gelegen  ist  ze  Schunnaw  oben  jn  dem  dor/fy  haben  ze  chauflfen 
geben  recht  vnd  redleich  mit  verdachtem  muet  vnd  guten  willen 
aller  vnser  erben  dem  erwinligen  herren  herren  Christan  zw  den 
zeiten  abbt  des  gotshaws  ze  Mannte  vnd  vberal  dem  conuent  dasei- 


102 

ben  vmb  vierczehen  pfunt  wienner  pfenning  vnd  sechczk  pfenning, 
der  sy  vns  gar  vnd  ganczleich  gericht  vnd  gewert  habent,  mit  vog- 
tey  vnd  allen  nuczen,  die  sy  darauf  gehaben  mugen,  wesucht  oder 
vnbesucht,  ze  dorflf  oder  ze  veld  also,  daz  wir  noch  chayn  vnser 
erben  ewichleichen  chayn  ansprach  nach  der  vor  genanten  hueb 
nymmer  mer  sullen  gewinnen  weder  mit  worten  noch  mit  werchen 
Wir  sullen  auch  derselben  hueb  ir  gewer  sein  an  aller  stat,  swo  jn 
des  not  geschiecht,  also  des  lantz  recht  ist.  Ob  wir  dez  nicht  entS- 
ten,  das  schullen  sy  haben  auf  aller  vnser  hab.  vnd  daz  daz  dem 
vor  genanten  gotshaws  ze  Männse  vnd  vbera)  dem  conuent  daselben 
also  stat  vnd  vnzebrochen  beleih,  dar  vber  gib  ich  Johanns  Ler- 
buchler  in  den  brief  versigelten  mit  meinem  insigel  vnd  verpinden 
sy  sich  darvnder  bey  iren  trewen,  alles  das  stat  ze  wehalten,  das 
an  dem  brief  verschriben  ist.  Daz  ist  geschehen,  do  man  zalt  von 
Christi  gepurd  drewczehen  hunder  jar  vnd  jn  dem  newn  vnd  viercz- 
kistem  jar  des  eritags  ze  Ostern. 

Aus  einem  Copialbuche  des  Klosters  Mondsee. 

CIV. 

1349.  24.  April.  —  Der  Pfarrer  Heinrieh  zu  Feldkirchen  stiftet  daselbst  mit 

dem  Walde  am  Ainberg  einen  Jahrtag. 

Ich  Hainreich  ze  den  Zeiten  pfarrer  ze  Veldchirchen  vergich 
vnd  tun  chunt  offenbar  an  disem  brief  allen  den,  di  in  sehent  oder 
hörnt  lesen,  daz  ich  ain  gut,  daz  haizzet  an  dem  aynperg  vnd  gele- 
gen ist  bey  Veltchirchen,  han  gechauft  vmb  mein  aigenhaft  gut  also 
daz  ich  damit  mag  geschaffen  meinen  frum,  wie  mier  geuellet,  vnd 
von  dem  man  raichet  alle  iar  meinen  genaedigen  vrawn  ze  Nidern- 
burch  faczPazzaw  ein  halbs  phunt  alter  wienner  phenning  an  vnser 
vrawn  tag  ze  der  dienstzeit  ze  rechtem  purchrecht.  Daz  selb  gut 
han  ich  mit  wolbedachtem  mut  ze  der  zeit,  do  ich  ez  wol  getun 
macht,  geben  meinem  egenanten  gotshaus  ze  Veltchirchen  also,  daz 
ez  ein  pharrer,  swer  nach  mier  chunftig  wiert,  schol  inne  haben 
ewichleich  mit  allen  nutzzen.  Mit  sogetaner  beschaidenhait,  daz  er 
schol  begen  alle  iar  den  tag  vnd  die  hochzeit  der  heiligen  iunch- 
frawn  sand  Dorothen,  an  dem  selben  tag,  dar  an  ir  hochzeit  geuellet 
oder  darnach  inner  acht  tagen  mit  sechs  priestern,  vnd  schol  an  dem 
abent  singen  vesper  vnd  dez  nachtes  metten  vnd  des  morgens  singen 


103 

ein  aropt  vnd  fünf  mess  sprechen  der  egenanten  iunchfrawn  sand 
Dorothen,  ynd  schol  iedem  priester  raichen  nach  dem  essen  zehen 
phenning  wienner  oder  pazzawer  munzz.  Ez  schol  auch  der  pharrer, 
der  ze  den  Zeiten  ist»  hegen  alle  iar  ewichleich  den  tag,  dar  an  ich 
stirb,  aber  mit  sechs  priestern  oder  dar  nach  inner  acht  tagen,  ynd 
schol  mier  dez  abentz  singen  vigili  ynd  des  morgens  ein  selmess 
singen  ynd  fünf  mess  sprechen  meiner  sei  ynd  allen  den,  Qi  mir  ent- 
pholichen  sind,  ze  trost  ynd  ze  hail,  ynd  schol  aber  yedem  priester 
raiehen  nach  dem  ezzen  zehen  phenning  wienner  oder  pazzawer 
munzz.  War  aber,  daz  der  pharrer,  der  ze  den  Zeiten  ze  Velt- 
chirchen  ist,  daran  saumig  war  ynd  daz  alles  vber  gieng  oder  einen 
tail,  als  vor  geschriben  stet,  so  schallen  sich  die  zechmaister  ynd 
die  pesten  in  der  pharr,  die  datz  Yeltchirchen  gesezzen  sind,  dez 
Torgenanten  gutz  ynd  holtzzes  an  dem  aynperg  ynderwinden  ynd 
daz  inne  haben  als  long,  vntzt  daz  alles  daz  eruollet  wiert  gantz  ynd 
gar,  daz  von  dez  pharrer  wegen  versäumt  ist.  Wenn  daz  aber 
geschiecht,  so  schallen  si  furbaz  dar  auf  nicht  mer  haben  ze  spre- 
chen, ez  wurd  denn  di  saumchait  mer  geäuert.  War  aber,  daz  die 
pharrläut  ynd  die  zechmaister  dar  an  säumig  wären  ynd  wolten  dez 
nicht  tun  einem  pharrer  ze  lieb,  so  schallen  sich  mein  genaedig 
frawn  ze  Nidenburch  ze  Pazzaw  dez  selben  gutes  ynderwinden  ynd 
daz  inne  haben  ynd  alles,  daz  vor  geschriben  stet,  begen  in  ierem 
gotshaus  datz  pazzaw.  War  aber,  daz  mein  vorgeuant  vrawen  daz, 
daz  vorgeschriben  stet,  nicht  mochten  noch  wolten  begen,  so  schol 
sich  daz  gotshaus  datz  sand  Florian  ynd  die  herren  da  selbs  dez 
oftgenanten  gutes  ynderwinden  ynd  daz  inne  haben  vnd  da  von  in 
irem  gotshaus  datz  sand  Florian  begen  alles,  daz  vorgeschriben  stet, 
vnd  auch  den  egenanten  vrawn  ze  Nidenburch  datz  Pazzaw  ein  hal- 
bes phunt  wienner  phenning  an  vnser  vrawen  tag  zu  der  dienst  zeit 
da  von  ze  purchrecht  raichen.  vnd  schol  dann  der  pharrer  noch  die 
pharrläut  ze  yeltchirchen  an  dem  vorgenanten  gut  vnd  holtzz  an  dem 
aynperg  dhain  recht  noch  ansprach  nimmermer  gewinnen.  Vnd  daz 
daz  stät  ynd  vnuerchert  beleih,  als  vor  beschaiden  ist,  dar  vber  gib 
ich  disen  offen  brief  mit  meinem  anhangundem  insige),  dar  zu  ze 
einer  pezzern  sicherhait  han  ich  gepeten  dienstleich  die  ersamen  mein 
genädig  vrawen  ze  Niderburch  datz  Pazzaw  vnd  meinen  herren 
frohst  Hainreich  von  sand  Florian,  daz  die  ier  jnsigel  ze  zeug* 
nuss  dar  an  gehangen  habent.   Der  brief  ist  geben  nach  Christes 


104 

gepurd  vber  dreutzehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  naun  rnd 
viertzkistem  jar  an  sand  Gorgen  tag. 

Aus  einem  Copialbuche  zu  St.  Florian. 

cv. 

1349.  27.  April.  Pamu.  —  Bischof  Gottfried  von  Pa*sau  beitätigt  die  Stiftung 
des  Herrn  Ulrich  von  Capellen,  betreffend  eine  wöchendiche  Messe,  welche 
einer  der  Priester  tu  Kirchdorf  alle  Mittwoch  auf  dem  Altare  des  h.  Nikolaus 

in  der  Schlosscapelle  tu  Schlierbach  lesen  soll. 

Gotfridus  dei  gracia  Episcopus  Ecclesie  Pataviensis  Omnibus 
presencium  inspecturis  salutem  in  Domino  sempiternam.  Sollicitudo 
pastoralis  oflfieii  nos  inducit,  ut  ea,  que  divini  cultus  augmentum 
respiciunt,  dirigere  et  promovere  debeamus.  Igitur  pium  propositum 
et  devocionem  Nobilis  uiri  Xlrici  de  Capeila  in  Domino  conmendan- 
tes  missam,  quam  in  remedium  anime  sue  in  altari  Sancti  Nycolai 
in  castro  suo  Slirbach  quartis  ferijs  singulis  septimanis  perpetuo 
per  aliquem  de  presbiteriis  (sie)  ecclesie  in  Chirichdorf  nostre 
dioecesis  celebrandam  ordinavit  et  cum  undeeim  solidis  deuariorum 
wiennensium  annuatim  perpetuo  plebano  dicte  ecclesie  in  Chirich- 
dorf vel  ejus  vices  gerenti,  qui  nunc  et  per  tunc  fuerit,  soluendorum 
dotauit  et  approbauit  et  ipsam  juxta  modum  et  ordinacionem  in  litte- 
ris  super  eo  confectis  contentam  presentis  scripti  patrocinio  memo  - 
rate  ecclesie  plebani  consensu  accedenteconfirmamus.  Datum  Patavie 
feria  seeunda  post  Marci  Ewangeliste  anno  Domini  millesimo  trecen- 
tesimo  quadragesimo  nono. 

Original  auf  Pergament  mit  einem  hängenden  Siegel.  Stiftsarchiv  zu 
Schlierbacli. 

cvi. 

1349.  Im  April.  —  Albrecht  der  Talinger  verkauft  die  Mahle  in  der  Au  an  Abt 

Reichart  zu  Baumgartenberg. 

Ich  Albrecht  der  Talinger  von  Talarn  vergich  offenwar  vnd 
tun  kundt  allen  den,  die  den  brief  sehennd  oder  horennd  lesen,  das 
ich  mit  wolbedaehtem  mut  ynd  mit  guetlichem  willen  meiner  haus- 
frawen  frawn  Chunigunten  vnd  meins  suns  Vrschalhens  ynd  aller 
meiner  erben,  wie  die  genant  sind»  vnd  auch  nach  meiner  pessten 


10S 

frewndt  rat  verchaufft  han  abbt  Reicharten  vnd  dem  gotshaws  vnd 

der  samnung  ze  Pawngartnperg  meins  rechten  freyen   aigens  ain 

mu),  haist  in  der  Aw,  mit  allen  den  nutzen  vnd  rechten,  die  darzu 

gehörend  ze  veld,  ze  holtz,  ze  wismad,  versuecht  vnd  vnuersuecht, 

als  ich  dieselben  mul  in  der  Aw  in  rechter  stiller  aigenns  gwer  vnd 

vnuersprochen  her  han  pracht  jnner  jar  ennvollen,  vmb  an   ains 

fanfilzig  phund  wiener  phenning,  der  ich   vnd   mein    erben  gantz 

vnod  gar  verricht  vnd  gewert  sein  an   alln  schadn.  Ich  bin  auch  vnd 

all  mein  erben  gwer  der  vor  genanten  mul   des  gotshawss  vnd  der 

berrn  zu   Pawngartnperg,  wo  des   dürft  geschiecht,  nach  lannds 

recht  jn  Osterreich.  Gieng  aber  den   egenanntn   herren  vnd  dem 

gotshaws   daran  jcht  ab  mit  recht,  das  sullen  sy  haben  auf  aller  der 

hab,  die   ich   vnd  mein  erben   haben,    vnd  sullen  auch   desselben 

Schadens,  den  sy  nemend  mit  recht  an  der  gewerschaft,  bechomen 

von  aller  vnnser  hab  an  clag  vnd  an  allen  Verzug  mit  meinem  vnd 

mit  aller  meiner  erben  guetlichem  willen,    wo  sy  darauf  gezaigen 

mugen,  es  sey  auf  lannd  oder  auf  wasser.  Es  leit  auch  diselb  mul, 

die  ich  den  egenannten  herren  ze  kauften  han  geben,  in  der  Aw  bey 

der  Närden  in  Erwinger  pfarr.  Vnd  darüber  das  die  red  vnd  der 

chauf  stät  vnd  vnuerchert  beleih,   darüber  gib  ich  den  egenannten 

herren  vnd  dem  gotshaws  zu  Pawngartenperg  den  brief  versigelten 

mit  meinem  anhangunden  innsigel  vnd   mit  meins  ohaims  innsigel 

hern  Wetzleins  von  Erwing  vnd  mit  hern  lorenntzn  des  öder  inn- 

sigell  zu  den  zeitn  landtrichter  in  dem   Machlannd  vnd   mit  bern 

Gotsckalichs  vnd  Chunrats  vnd  Ottn  der  Vlachennecker  innsigeln, 

die  all  des  chauffs  vnd  der  .Wandlung  mit  jren  jnsigeln  gezewg  sind. 

Der  brief  ist  geben   nach  christs  geburd  drewtzehen  hundert  jar, 

darnach  in  dem  newnundviertzigisten  jar  jnn  der  Antlaswochen. 

Aus  einem  Copialbuche  zu  Baumgartenberg  von  1511. 

CVH. 

1349.  20.  Hat.  —  Nielas  an  dem  Espan  und  Öfeyd,  seine  Hausfrau,  »ersetzen 
Otto  dem   Baumgarten  ihre  Aecker  vor   dem   Haberfeldthor  um  16  Pfund 

Wiener  Münze. 

IchNyötas  an  dem  Espan,  ich  Preyd  sein  hausvrowe  vnd  vnser 
erben  veriechen  oflenleich  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  prief 
sehent  oder  horent  lesen,  daz  wir  Otten  in  dem  Pavmgarten,  seiner 


106 

hausvrowen  Kathrein  vnd  ir  peider  erben  haben  gesatzt  ze  phand 
vnd  in  geantwurtet  mit  aller  stat  ze  rechtem  satz  vnser  ackcher,  di 
gelegen  sint  vor  dem  Haberfeit  tor,  vnser  wisen  mit  sechtzig  phen- 
ning  gelts,  di  darauf  sint,  für  sechtzehen  phunt  phenning  wienner 
munzz,  di  si  vns  berait  dar  auf  gelihen  habent,  vnd  der  wir  auch 
von  in  ganz  vnd  gar  verriebt  sein  vnd  gewert  also  beschaidenleich, 
daz  si  di  selben  ackcher  in  nutz  vnd  in  gwer  sollen  haben  mit  allen 
den  rechten  als  wir  vnd  vnser  vodern  di  von  alter  her  in  nvtz  vnd 
in  gwer  haben  gehabt  an  alle  irrung,  vnd  di  sechtzig  phenning  gelts, 
di  dar  auf  liegent,  di  sol  ich  vorgenanter  Nyclas  an  dem  Espan  oder 
mein  erben  selb  da  von  reichen  vnd  geben  alle  iar  an  sand  Gorgen* 
tag.  Tseten  wir  des  niht  vnd  den  selben  gelt  versezzen,  so  sol  Ott 
im  Pawmgarten,  sein  hausvrowe  Katrey  oder  ir  erben  den  gelt  an 
vnser  stat  selb  raihen,  vnd  geben  vnd  sullen  den  selben  gelt  danne 
slahen  auf  den  satz  zv  sampt  dem  haubtgut.  Wir  haben  auch  des 
vreye  wal,  daz  wir  di  selben  ackcher  vou  in  wol  mögen  wider  gelo- 
sen von  sand  Gyligen  tag  der  schirst  chunit  vber  ein  jar.  vnd  dar  nah 
sol  di  losung  alle  iar  sein  an  sand  Gyligentag  vmb  sechtzehen  phunt 
wienner  phenning  vnd  vmb  den  gelt,  den  si  vou  den  selben  ackchern 
an  vnser  stat  haben  gegeben,  dar  zv  ist  daz  reht  vnd  redleich  aus- 
genommen, daz  der  vorgenant  Ott  im  Povmgarten,  sein  hausvrowe 
Katrey  noch  ir  erben  di  vorgeschriben  akcher  nicht  sullen  noch 
mugen  weder  versetzen  noch  verchauffen  vntz  daz  sich  vier  jar  von 
sand  Gyligen  tag  der  schirst  chumt,  gantz  vnd  gar  nah  einander  ver- 
gangen habent,  vnd  nah  den  selben  vier  jaren  wanne  si  ir  pfenning 
danne  niht  lenger  geraten  wellent  noch.enpern,  daz  sullen  si  vns 
vor  viertzehen  tag  vor  sand  Gyligen  tag  chunt  tun,  vnd  ist  daz  wir 
di  selben  akcher  von  in  danne  niht  gelosen  mugen  noch  wellen»  so 
sullen  si  nah  den  selben  vier  iaren  wanne  si  wellent  der  vorgeschri- 
ben sechtzehen  phunt  wienner  pfenning  vnd  auch  des  gelts,  den  si 
an  vnser  stat  da  von  geben  habent  von  den  selben  akebern  becho- 
men,  so  si  nest  mvgen,  ez  sei  mit  versetzen  oder  mit  verchauffen  vnd 
ze  geben,  swem  si  wellent,  vnd  sullen  wir  noch  auch  ander  niemen 
von  vnsern  wegen  sev  daran  mit  nihtte  irren.  Daz  di  red  also  stet 
beleih  vnd  vnuerchert,  dar  vber  gib  ich  vorgenanter  Nyclas  an  dem 
Espan  in  den  offen  prief  ze  einem  sichtigen  wsern  gezeug  mit  meinem 
anhangunden  insigel  vnd  mit  hern  Herwärts  des  Voln  zder  zeit  rieh- 
ter  ze  Ens  auch   anhangunden  insigel   wol   bestetet.  Der  prief  ist 


107 

geben  nah  Christes  gepurd  dreutzen  hundert  jar  in  dem  nevne  vud 
yiertzkistem  jar  des  nesten  mitichens  vor  dem  Auffert  tag  vnsers 
herren. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hängesiegeln  im  Musealtrcbive  su  Linz. 


CVIII. 

1349.  23.  Mal.  —   Graf  Heinrich  von  Schaunberg  beurkundet,  dass  der  Chor- 
herr von  Passau,  Otto  der   Tuschet,  ein  Freisassenrecht  auf  der  Hube   tu 
Niedernrudlaching  dem  Heinrich  aus  dem  Haichenbach  verliehen  habe. 

Wir  Graf  Heinreich  von  Schounberch  veriehen  offenbar  mit 
disem  brief,  das  der  ersara  her  Otte  der  Tuschet  zu  den  zeiten  chor- 
herre  vnd  chelner  ze  Pazzow  hat  neinreichen  Chitnrats  sun  von 
Ekkreichstorf  aus  dem  Haychenpach  die  hueb  ze  nidern  Ruedlahin- 
gen,  die  der  Chorherren  ze  Pazzowe  lediges  guet  ist,  zu  rehtem 
vreisätze  lazzen  ze  styften  vnd  ze  stören  als  ander  ir  vreysätzen,  vnd 
sehol  auch  der  ob  genant  Heinreich  noch  dhein  sein  erbe  auf  die 
obgenante  hueb  dheines  andern  rechten  nicht  iehen.  Dar  vber  ze 
Yrchünde  geben  wir  disen  offen  brief  besigilten  mit  vnserm  anhan- , 
gunden  insigel,  den  wir  geben  haben  nach  des  ob  geschriben  Hein- 
rich vnd  seiner  erben  vnd  auch  nach  seiner  besten  vreund  bette,  vnd 
dar  vnder  verpint  sich  der  oft  genant  Heinrich  vnd  alle  sein  erben» 
vnd  lubent  mit  iren  trewen,  alles  das  stät  ze  haben,  das  vor  an  disem 
brief  beschriben  stat,  wand  si  aygnes  insigel  nicht  enhabent.  der 
brief  ist  geben  an  samtztag  vor  sand  vrbans  tag,  da  man  zalt  von 
Christes  gepuerde  drevtzehen  hundert  iar  vnd  dar  nach  in  dem  mlvn 
vnd  vyertzkistem  iar. 

Monum.  boic.  XXX.  II.  197. 


cix. 

1849.  25.  Hai.  —  Ulrich  von  Capellen  versetzt  seiner  Tochter  Anna,  Meisterin 
tu  Pulgarn,  und  eventuell  diesem  Kloster  drei   Güter  zu  Hauchelhag m  um 

38  Pfund  Pfenninge. 

ICH  \ brich  vonn  Capelln  vergich  {vnnd  thue  khundt  allen  den, 
die  nun  sundt  vund  hernach  khünfftig  werdtenn,  di  disen  brieff 
sechent  vnnd  lesen  oder  hören  lesen,  das  ich  vnnd  mein  erbenn 


108 

geldten  sollen  funff  vnnd  dreysig  pfundt  wiener  pfening  meiner  doch- 
ter Anna  zu  den  zeitten  maisterine  zu  Pulgarn,  vnnd  hab  auch  jer 
fuer  dieselben  pfening  gesatzt  mit  guettem  willenn  aller  meiner 
erbenn  drey  hoffstatt  zu  Hauhelhaym  mit  aller  der,  ynnd  dartzue 
gebort,  wie  das  genanndt  ist,  mit  aller  gölte  soll  dasselb  guett  mein 
vorgenante  docbter  Anna  jnnehaben  vnntzt  ann  jeren  dott  fuer  die 
vorverschriben  pfening  die  funff  ynnd  dreysig  pfundt  vnd  nach  jerem 
dott,  wem  sy  der  pfening  oder  den  satze  schafft,  demselben  soll 
ich  vnnd  mein  erbenn  der  ehegenanten  pfening  der  funff  ynnd 
dreyssig  pfundt  pfening  gebundten  sein  zu  geben.  Es  soll  auch 
mein  dochter  Anna  den  satz  vnnd  auch  die  pfening  also  verschaffen, 
das  sye  dem  gottshauss  zu  Pulgarnn  bleibenn  vnnd  auch  demselben 
gottshauss  jcht  enntzogenn  werdten.  vnnd  war  das  gethann,  das  ich 
oder  mein  erben  das  guett  datz  Hauchelhaym,  das  ehe  genannt  ist, 
die  drey  hof statt,  da  Ott  auf  zwayen  holde  jst,  vnnd  Hainrieh  auf 
der  grueb  auf  ainer  holde  ist,  woldten  losen  vmb  die  vorverschriben 
pfening  die  fünff  vnnd  dreysig  pfundt,  zu  welcher  zeitt  dasistjnn 
dem  jähre,  so  soll  man  mier  vnd  mein  erbenn  zu  losen  gebenn  ann 
allen  füertzug  also  ann  allen  schadenn  dem  gottshauss  zu  Pulgarn, 
das  man  die  pfening  soll  wider  annlegenn  zu  allem  dem  recht,  vnd 
vor  verschriben  ist.  Das  die  rede  statt  vnnd  vnuerkhertt  von  mir 
bleibe  vnnd  von  meir.en  erbenn ,  alss  vor  verschriben  jst,  darüber 
so  geb  ich  obgenanter  Vllrich  von  Capellnn  disen  brieff  zu  ainem 
wahren  vhrkhundt  versigelt  mit  meinem  annhangundten  jnnsygll. 
des  ist  getzeug  herr  Lorennz  von  Öde  zu  den  zeütenn  lanndt- 
richtör  jm  machlanndt.  der  brieff  ist  geben,  da  man  zallt  von 
vnnsers  herrnn  Christus  gebuerdt  tausent  dreuhundert,  darnach  jm 
nein  vnnd  vierzigisten  jähren  ann  sanndt  Vrbanns  tag. 

Aus  einem  vidimirten  Papiercodex  vom  7.  Mai  1632  zu  St.  Florian. 


ctx». 

1349.  25.  Hai.  —  Ulrich  von  Capellen  versetzt  dem  Kloster  Putgarn  für  schul- 
dige 40  Pfund  Pfenning  auf  seinem  Gerichte  zu  Hadersdorf  20  Schilling 

Pfenning. 

ICH  Ullrich  vonn  Capelln  vergich  füer  mich  vnnd  mein  erben 
vnnd  thuen  khundt  allen  den,   die  nun  sundt  oder  hernach  khunfftig 


109 

werdtenn,  di  disen  brief  Sechent  vnnd  lesent  oder  hörnt  lesenn,  dass 
ich  vnnd  mein  erbenn  geldten  sollen  viertzig  pfund  wienner  pfening 
dem  gottshauss  hintz  Pulgarn,  vnnd  hab  auch  jnn  füer  dieselben 
pfening  gesatzt  ich  vnd  mein  erbenn  zwaintzigckh  Schilling  gellts 
wienner  pfening,  di  das  vorgenandt  gottshauss  zw  Polgarn  soll 
haben  auf  mein  gericht  zu  Häderstorff  bey  dem  Champp,  vnd  wer 
mein  richter  ist  zu  Häderstorff,  derselb  soll  ann  allen  füertzug  die- 
selben zwaintzig  Schilling  pfening  gebenn  alle  jähre  järlich  gehnn 
Pulgarn  zu  zwayen  quottembern  jnn  der  vasten  zechen  Schilling  zu 
derselbenn  quottember  vnnd  zechen  Schilling  zu  pfingsten  auch  zu 
derselben  quottember,  vnnd  wann  ich  den  satz  gelösen  mag,  ich  oder 
mein  erbenn  vmb  die  viertzigckh  pfundt  pfening,  die  vor  verschriben 
sein,  so  soll  man  mier  sy  zu  lösen  geben  zwischen  weinachten  vnd 
der  liecbtmessen  von  dem  vorgenanten  gottshauss  zu  Pulgarn,  das 
die  red  statt  vnnd  vnuerkherdt  bleibe  von  mier  vnnd  von  meinen 
erbenn,  alss  vor  verschriben  ist,  darüber  gib  ich  der  vorgenanndt 
Yllrich  von  Capelle  disen  brieff  zu  ainem  wahrenn  vhrkundt  versigelt 
mit  meinem  annbangundten  junsigll.  Des  jst  getzeug  berr  Larentz 
von  Odt  mit  seinem  anhangundten  jnsigl  zu  den  zeitten  lanndt- 
richter  jnn  dem  Machlant.  Üer  brieff  jst  gebenn,  da  man  zallt  von 
rnsers  herrn  Christus  gebuert  dreylzechen  hundert  Jar,  darnach 
jnn  dem  neun  vnnd  ziertzigistenn  jähren  ann  sanndt  Vibanns  tag. 

Aus  einem  vidimirten  Papiercodex  vom  7.  Mai  1632  zu  St.  Florian. 

ex. 

1349.   25.    Mal.    —   Friedrich  des  Zehentner  sei.   Söhne    begeben   sich  aller 
Ansprüche  auf  dm  vom  Kloster  Reicheraberg  ihrem    Vater  leibgedingsweise 

verliehenen  Zehnten  in  der  Pütenau. 

Ich  Herman  vnd  ich  Fridreich  vnd  ich  Paul  Fridreichs  sun 
des  Zehentnasr  in  der  Putcnaw,  dem  got  genad,  vnd  all  vnser  erben, 
veriehen  offenbar  an  disem  prief  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent 
lesen,  daz  wir  hintz  dem  zehent  in  der  Patennw,  den  vnser  vater  e 
malen  ze  leibgeding  von  dem  gotzhaus  ze  Reichersperig  hat  gehapt 
nichtes  nicht  ze  sprechen  haben  noch  chaines  rechtes  darauf  ielten 
nur  als  vil  wier  von  genaden  von  dem  probst  oder  wer  dez  gotzhaus 
ze  Reicbersperig  pfleger  ist,  erwerifen  mugen.  Waer  auer  daz,  daz 
vier  daz  indert  vberfurn,  daz  schol  der  probst  vnd  daz  vorgenant 


110 

gofzhaws  auf  vnsern  trewn  vnd  auf  aller  vnser  hab  haben,  wo  si 
gelegen  sei.  Vnd  das  das  stet  vnd  vntzebrochen  weleib,  geb  wir 
disen  prief  versigelt  mit  dez  pidermans  insigel  Hainreichs  des  Chtt- 
nigperiger  vnd  dez  Waytzen,  purger  in  der  Newnstat  insigel, 
darvnder  wir  vns  verpinden  alles  daz  stet  wehalten  daz  vor  ver- 
schieben ist,  wan  wir  ainges  insigels  nicht  enhaben.  Der  brief  ist 
gegeben  dreuczehen  hundert  iar  darnach  in  dem  newn  vnd  viertzi- 
gisten  iar  an  sand  Vrbanstag. 

Orig.,  Perg.  mit  einem  Hfingesiegel.  Auch  Promptuar.  Reichersberg.  1. 

CXI. 

1349.    14.  Juni.   —    Visitationsbefund  über  den  Vermögenstand  des  Klosters 

EngehelL 

Nos  fr.  üT(ermannus)  dictus  abbas  in  Hilaria  anno  Domini 
Mo  ccc°  xlixo  dominica  prima  post  festum  sancte  trinitatis  abbaciam 
in  Cella  Angelorum  filiam  nostram  regulariter  visitantes  talem  inue- 
nimus  et  reliquimus  statum  ejusdem  domus.  Receperant  a  proxima 
preterita  visitatione,  que  facta  fuit  anno  Dni.  M°  ccc°  xlvuj  in  die 
Invencionis  sancti  Stephani  vsque  in  presens  de  servicio,  de  vino  ad 
portam  et  in  circulo  vendito  ac  de  aliquibus  bonis  ab  ejs  redernp- 
tis,  mutuis  et  obuencionibus  alijs  quibuscunque  cccalxvj  tl.  v.  solidos 
x  deuar.  Expense  per  idem  tempus  receptis  correspondebant.  Debita 
absoluta,  de  quibus  non  dabatur  pensio  cxxx  tl.  cum  dimidio  fuerunt. 
Item  debita  absoluta,  de  quibus  seruiebant,  dant  ccc  x  lvnj  tl.  Pre- 
carie  vero  pensiones  ad  xxix  tl.  et  Ix  den.  extendisse  se  computabant. 
Insuper  vini  et  bladi  habebant  sufficienciam  vltra  noua.  In  quorum 
omnium  euidenciam  buic  karte  sigilli  nostri  karakterem  duximus 
imprimendum. 

Codex  n.  58  pag.  8  in  der  Stiftsbibliothek  zu  Wilhering. 

CXII. 

1349.  23.  Jlllll.   —    Engelschalk  der  Pueher  bezeugt,   dass   das   Haus   am 
Kirchberge,  worauf  er  sitzt,  freies  Eigen   des  Klosters  Kremsmünster  sei 

und  diesem  nach  seinem  Tode  heimfalle. 

Ich  Engelschalch  der  Püchar  vergich  mit  disem  prief,  daz 
das  hous  ze  Chirchperch*  do  ich  mit  hous   gesessen  pin  und  davon 


111 

ich  dem  golzhous  ze  Chremsmünster  jserchleich  geraicht  han  und 
noch  raichen  schol  deu  weil  ich  leb  fumf  und  dreizk  pfenning  wien- 
nar  münze,  des  selben  gotzhouz  lediges  und  vreis  guet  ist.  und  da 
mit  nach  meinen  tod  allen  seinen  fr  um  schol  und  mag  schaffen  an 
all  irruug  und  ai.sprach,  und  dar  über  zu  ainem  warn  und  offen 
urchund  gib  ich  iem  disen  prief  versigelten  mit  meinem  und  meius 
pruders  Latenzen  zwain  anhangunden  insigeln.  Geben,  do  von 
Christes  gepurd  gezalt  warn  dreuzehenhundert  jar,  dar  nach  in  dem 
neunten  und  virzkistcn  jar  an  dem  suntiivent  abent. 

Urkuodeobuch  von  Kremsniünster  Nr.  220. 


CXIII. 

1349.  24.  Juni.  Wien.  —  Heinrich  und  Chunrat  von  Hackenberg  verkaufen  ihre 
Gülte  in  der  Herbor tsgrub  ihrer  Stiefmutter  Anna. 

ICH  Hainreich  vnd  ich  Chunrat  die  bruder  von  Hakenberch 
wir  veriehen  vnd  tun  chundt  allen  den,  die  disen  brief  lesent  oder 
horent  lesen,  di  nv  lebent  vnd  hernach  chunftich  sind ,  daz  wir  mit 
vnser  erben  guten  willen  vnd  gunst,  mit  verdachtem  mvt  vnd  nach 
vnser  naehsteu  freuntratzv  derzeit,  do  wir  izwolgetun mochten,  recht 
vnd  redleichen  verchauft  vnd  geben  haben  alles  daz  recht  vnd  allen 
den  tail,  den  wir  gehabt  haben  an  dem  gut,  daz  vnser  vater  her 
Leutolt  von  Hakenberch,  dem  got  genade,  mit  seiner  hausurowen 
vron  Annen  vnser  steufmvter  gechauft  hat  wider  den  Clementer*  vnd 
daz  da  leit  in  der  Herborts  grübe,  ez  sei  perehrecht  oder  zehent, 
swie  so  daz  genant  ist,  vmb  Sechs  vnd  dreizzich  phunt  wienner 
phenning,  der  wier  gar  vnd  gaentzleich  verlieht  vnd  gewert  sein, 
der  vorgenanten  vron  Annen  vnser  stevfmvter  vnd  allen  irn  erben 
furbaz  ledichleichen  vnd  vreileichen  ze  haben  vnd  allen  irn  frumen 
da  mit  ze  schaffen,  verchauffen,  versetzen  vnd  geben,  swem  si  wel- 
lent,  an  allen  irrsal,  vnd  suln  auch  wir  noch  vnser  erben  furbaz  vmb 
daz  vorgenant  recht  noch  vmb  den  tail,  den  wir  gehabt  haben  an 
dem  egenanten  gut,  hintz  ir  noch  hintz  irn  erben  chain  ansprach 
noch  chain  vodrung  gehaben  noch  gewinnen  von  erbes  wegen  weder 
vmb  vil  noch  vmb  wenige,  waer  aber,  daz  si  von  vns  oder  von  vnser 
erben  wegen  mit  recht  an  dem  vorgenanten  tail  noch  an  dem  rech- 
ten, daz  wir  gehabt  haben  an  dem  vorgeschoben  gut,  iebt  ansprach 


112 

gewinnen,  swaz  si  dez  schaden  nement,  daz  suln  wir  in  alles  auz 
richten  an  allen  im  schaden,  vnd  suln  auch  si  daz  haben  auf  vns  vnd 
auf  allem  vnserm  gut,  daz  wir  haben  in  dem  land*  ze  Oesterreich, 
wir  sein  lebentich  oder  tode.  vnd  daz  disev  sach  furbaz  also  stset 
vnd  vnzerbrochen  beleihe,  dar  vber  so  geben  wir  in  disen  brief  ze 
einem  vrchunde  diser  sach  versigelt  mit  vnsern  insigeln  vnd  mit 
hern  Jansen  jusigel  von  dem  Clemens,  der  diser  sach  gezeug  ist  mit 
seinem  jnsigi).  Diser  brief  ist  geben  ze  wienne  nach  Christes  geburde 
drevtzehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  nevn  vnd  viertzgisteu  iar 
an  sand  Johans  tage  ze  Svnwenten. 

Original  auf  Pergament  mit  einem  hängenden  Siegel.  Das  Siegel  Jann- 
sens,  von  dem  Clemens  und  Heinrichs  abgefallen.  Chunrat  führt  einen  blossen 
Stechhelm.  Schlossarchiv  zu  Gscbwendt, 

CXIV. 

1349.  21.  Juli.  Voran.  —  Conföderationsbrief  zwischen  den  Klöstern    Voran 

und  Reicher8berg. 

Venerabilibus  in  Christo  patribus,  amicis  et  confratribus  suis 
sincere  dilectis  dominis  Dietmaro  honorabili  preposito,  Syfrido 
decano  totique  conuentui  ecclesie  Reycherspergensis,  Pataviensis 
dyocesis,  Vlricus  sola  permissione  divina  prepositus,  Guntherus 
decanus  totumque  collegium  monasterii  Vorowiensis  Saltzburgensis 
dijocesis  cum  deuotis  orationibus  sinceram  ac  fraternam  in  Domino 
caritatem.  Cum  secundum  beatum  Augustinum  Caritas  sit  mentis 
affectus  ad  Deum  et  proximum  feruenter  et  ordinale  porrectus  sitque 
sanctis  animabus  in  operimentum  contra  passiones  tribulationum, 
munimentum  contra  temptationes  peccatorum,  in  ducatum  quantum 
ad  operaciones  virtutum  orationes  mutue  suffragantur,  scire  volumus 
vos  vniuersos  et  singulos,  quod  eadem  caritate  et  amore  contra  vos 
ardentissima  inflammati  omnium  bonorum,  que  in  nostra  ecclessia 
prefata  Domino  cooperante  fiunt,  missis,  orationibus,  vigilijs,  jejunijs, 
elemosinis  ac  alijs  quibuscunque  bonis  vos  participes  esse  volumus 
tarn  presentes  quam  futuros,  tarn  in  inorte  quam  in  vita  statueutes 
de  nostri  capituli  communi  consilio  et  consensu,  quod  prelatorum 
vestrorum  deposiciones  sicut  nostrorum  prelatorum  vigiliis  et  missis 
pro  defunctis  cum  choro  cantatis  et  flagello  a  quolibet  fratre  sumpto 
et  sacerdote  quolibet  missa  specialiter  habita  deuote  et  sollempniter 


113 

peragantur.   Item  dies  deposicionis  canonicorum  et  cotifratrum  modo 

simili  celebretur  ita  tarnen,  ut  dies  obitus  istorum  nobis  prout  vobis 

infra  spatium  duorum  mensium  declaretur.    Sed  et  memoria  omnium 

defunctorum  fratrum  semei  in  anno  hoc  est  in  vigilia  sancti  Andree 

Apostoli»  ut  prius  expressum  est,  per  omnia  teneatur,  et  quia  secun~ 

dum  canonica  instituta  siue  mandata  spiritualia  efficacius  gerimus» 

si  nostra  cum  fratribus  onera  parciamur  et  tucius  est  in  misericor- 

diam  quam  in  seueritatem  declinare»  ideo  adicimus  et  inviolabiliter 

a  nobis  et  nostris  successoribus  volumus  non  infringi,  si  quod  absit 

aliquis  ex  Yobis  casu  aliquo  extra  vestrum  cenobium  emitti  contin- 

geret,  quod  tunc  vnum  vel  duos  vestrum  pro  possibilitate  nostra  ad 

tempus  reformacionis  et  reconciliacionis  nobiscum  Gdeliter  teneamus 

et  fraterne.     Vt  autem   buiusmodi  communicacio  seu  fraternitatis 

eompromissio  rata  a  nobis  et  nostris  successoribus  ac  firma  in  poste- 

rum  perseueret,  Tobis  presens  scriptum  transmittimus  memorati  pre- 

positi  et  capituli  nostri  sigillorum  munimine  roboratum.  Datum  in 

Vorow*  anno  Domini  M°  ccc«  x\°  nono  in  prima  vespera  beate  Marie 

Magdalena. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel.  Auch  Promptuar.  Reichersberg.  Fol.  197  a. 


1349.  25.  Juli.  —  Janns  von  Capellen  gibt  tum  Jahrestage  seines   Vaters  dem 
Kloster  Baumgartenberg  den  Mitterhof  bei  der  Aist. 

Ich  Janns  von  Cappelln  vergich  offenwar  vnd  tun  kundt  allen 
den,  die  den  brief  sehent  oder  horent  lesen,  daz  ich  mit  wol  bedach- 
tem muet  ynd  mit  guetleichem  willen  aller  meiner  erben  geben  han 
hintz  Pawngartenperg  meifts  rechten  freyen  aigens  ainen  hof  gele- 
gen pey  der  Aist,  haist  der  Mitterhof,  mit  allen  den  rechten  ynd 
nutzen,  die  darzu  gehorent»  yersuecht  ynd  vnuersuecht»  als  ich  in 
selb  emaln  gehabt  han  in  stiller  aigens  gwer  meiner  jarenuollen,  ynd 
desselben  hofs  ist  viert  halb  pfund  gelts,  mit  also  beschaidner  red» 
daz  sy  dieselben  phenning  geben  sullen  auf  meines  yatter  jartag  zu 
dem  anderen  gelt»  das  ich  darzu  gewidemt  han  mit  vrchundt  der 
hanndtuesst.  Ich  bin  auch  ynd  mein  erben  des  vor  genannten  hofs 
der  herren  ynd  des  gotshauss  scherm  ynd  gwer  für  all  ansprach»  wo 
in  des  dürft  geschiecht,    nach  lannds  recht  in  Osterreich.    Vnd 

Urkandenbnch  de«  Lande«  ob  d.  Enna.  VIT.  Bd.  8 


114 

darumb,  das  die  red  st&t  vnd  vnuerkert  beleih»  darüber  gib  ich  in 
den  brief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  jnnsigel.  Der  brief 
ist  geben  nach  Christs  geburd  drewtzehen  hundert  jar  vnd  darnach 
in  dem  newn  vnd  viertzigisten  jar  an  sannd  Jacobs  tag  des 
zwelfpoten. 

Aus  einem  Copial buche  zu  Baumgartenberg  von  1511. 


CXVI. 

1349.  25.  Juli.  —  Abt  und  Content  zu  Baumgartenberg  reversiren  wegen  de$ 
Seelgerätheß,  das  Ulrich  von  Capellen  daselbst  mit  zwei  Weingärten  und  einem 

Hause  zu  Amstorf  gestiftet  hat 

Wier  apt  Reinhart  vnd  der  conuent  ze  Paumgartnperig  ver- 
gehen offenbar  vnd  tun  chund  allen  den,  di  den  prief  sehent  oder 
horent  lesen,  daz  vus  der  edel  herre  weylent  vnser  getriwer  vogt 
her  Vlreich  von  Chappeln,  dem  God  genad,  geben  hat  miltichleich 
durch  got  im  vnd  allen  seinen  vodern  ze  ainem  ewigen  selgerst 
zwen  Weingarten  vnd  ain  haus  dacz  Arnsdorf  mit  allem  dem  recht, 
als  er  sev  selb  emaln  gehabt  hat,  also  bescheidenleich,  daz  wier  da 
von  di  roren  vnd  auch  daz  zevg,  daz  zu  dem  wazzer  gehört,  daz  in 
vnserm  chloster  in  der  Twachel  auf  get  vnd  daz  vns  auch  der  vor- 
genant erber  herre  gestift  hat,  pezzern  schöllen  also,  daz  daz  waz- 
zer nicht  zege  vnd  ewichleich  wer,  dew  weil  daz  chloster  ste.  Dar 
zu  hat  vns  auch  der  e  geschriben  her  Vlreich  seliger  von  Chappeln 
geben  hat  (sie)  allez,  daz  er  dacz  Selüz  hat  gehabt  mit  so  getaner 
beschaidenhait,  daz  wir  von  dem  selben  gelt  di  chappeln  an  der 
porten,  dev  er  het  anerhaben,  schölten  pawen  vnd  gar  volpringen. 
Vnd  dar  zu  als  vil  mer,  wann  daz  wser,  daz  er  oder  sein  erben  vns 
g&ben  sibentzk  phunt  wienner  phening,  so  scholt  dann  hin  f&rbaz 
daz  vorgenant  gut  dacz  Selitz  dienen  zu  der  vorgeschriben  chappeln 
hintz  porten  zu  der  widern.  Dar  vber  vffen  wier  mer,  daz  vns  sein 
sun  her  Johans  von  Chappeln  vnser  getriwer  vogt  geben  hat  seins 
rechten  freyen  aygens  auf  seins  vater  jartag  ze  einem  ewigen  sei- 
geraßt ain  hof,  haizt  dacz  Gebhartn  jn  der  La,  vnd  drey  hofstet 
auf  dem  Hart,  des  sind  vier  phunt  gelts  wienuer  pfenning,  vnd  ainen 
hof  gelegen  pei  der  Aist,  haist  der  Mitterhof,  des  ist  virdhalb  phunt 
gelts  wienner  phenning  also  beschaideuleich,   daz  wier  seins  vater 


HS 

jartag  hern  Vlreichs  Ton  Chappel  schullen  begen  jserleich  des  naesten 
montags  nach  der  osterwochen,  vnd  schollen  an  dem  selben  tag  den 
herren,  di  in  seiner  chappeln  ze  porten  messe  sprechent  ynd  singen, 
geben  sechtzk  phenning  ynd  der  gemain  in  daz  refent  sechtzk  phen- 
oing  vmb  vische.  Wir  schullen  auch  armen  laevten  an  dem  selben 
tag  lailen  seiner  sei  ze  hilf  ynd  ze  trost  zwen  mutt  chorns,  waz 
da  von  prots  mag  weren.  iz  ist  auch  ie  der  von  erst  der  mutt  ges la- 
gen ynd  geraitt  vmb  viertzehen  Schilling  phenning  ynd  vier  pachen 
ie  der  pach  für  ain  halb  phunt.    Daz  schull  wier  alz  des  selben   tags 
tailen  ynder  arm  l&vt,  als  yorgeschriben  stet.    Wir  schullen  auch 
jsrleich  ain  gantz  dienst  geben  der  sammung  geben  (sie)  in  daz 
refent,  daz  ist  ie  dem  mann  drev  stukeh  vische,  ain  gantz  chaendel 
veins  von  porten  ynd  ain  phenibert  semel  an  vnsers  herren   leich- 
nams  tag  dem   offlt  genanten  hern  Vireichen  von  Chappeln  ynd  sei- 
nen vodern  ynd  auch  seinen  nachkomen  vnd  all  sein  erben  ze  hilf 
vnd  ze   trost  ynd  ze  ainem   ewigen  selgerset.   Geschieh  awer,  daz 
irier  savmig  waern  vnd  nicht  raicten  ynd  volfürten  gaenczleich  alz, 
daz  yorgeschriben  stet,  Da  schullen  vns  sein    naest  erben  vmb  ze 
red  setzen   vnd  vnderuar  wier  dann   di  selb  saumchait  nicht,  so 
schullen  si  sich  dar  nach  wider  yndereziehen  der  vor  genanten  guter 
angeuser,  vnd  schullen  dev  inn  haben  so  lang,  vncz  daz  wier  erstat- 
ten ynd  all  savmchait  pezzern  vnd  widertuen,  so  sind  vns  dann  di 
vorgenantn  gut  wider  ledig  an  allen  chrieg  ynd  an  allev  widerred 
als  vor.   Ynd  dar  vmb  daz  di  red  ynd  daz  seigeraßt  stet  vnd  vnuer- 
chert  beleih,   dar  vber  geb  wier  dem  egenanten  herren  hern  Jan- 
sen  von  Cbappeln  ynd  all   seinen  erben  den  prief  versigeltn  mit 
vnsern   payden  insigeln.   Der  prief  ist  geben,  do  von  Christs  pfird 
ergangen  waren  dreyczehen  hundert  jar  ynd  dar  nach  in  dem  naevn 
vnd  yirtzkisten  jar  an  sand  Jacobs  tag. 

Original  im  k.  k.  Hausarchive  auf  Pergament.  Zwei  Siegel. 

cxvn. 

1349.  25,  JttlL  —  Ortolf  von  Lato  reversirt  für  sich  und  seinen  ältesten  Sohn 
den  ihnen  zu  Baumannsrecht  vom  Kloster  Reichersberg  verlassenen  Hof  zu  Law. 

Ich  Ortolf  von  Law  vergich  offenbar  —  daz  ich  chomen  bin 
zu  dem  erbern  herrn  herrn  Dietmarn,  probst  ze  Reichersperig  vnd 

8* 


116 

dem  conuent  da  selben  vnd  zaigt  in  ein  hantfest,  di  probst  Reicher 
mir  vnd  meinen  Tater  Chunrat  het  geben  vber  den  hof  ze  Law.  Nv 
habent  si  an  gesehen  erbaerig  herren  gepet  vnd  auch  mein  dienst 
vnd  habent  mir  di  selben  hantfest genewt  also,  daz  si  mir  vnd  meinen 
sun  Ortolfen  dem  eltisten,  der  also  genant  ist,  den  vorgenanten  hof 
vnd  zehent  lazzen  habent  ze  pawmansrecht  zu  vnser  paider  leib,  vnd 
schüllen  in  iarchleieh  da  von  dienen  ze  rechter  dienstzeit,  daz  ist  zv 
vnser  frawn  tag  als  si  geporn  ist,  xxuy  metzen  chorns  vnd  ain  pfunt 
Pfenning  für  swein  vnd  für  stift,  vnd  schulten  auch  die  pfenning  mit 
dem  dienst  geben  vnd  wi  iz  get,  so  sei  wir  in  des  dienstes  vnd  der 
pfenning  all  iar  schuldig  vns  irr  dann  landes  vrlewg  oder  sichtiger 
landes  geprest  von  schawr  oder  von  bises,  so  schüllen  si  vns  beden- 
chen  als  ander  ir  behaust  holden.  Verzügen  wir  in  den  vorgenanten 
dienst  vnd  in  den  nicht  gseben  zeit  als  vor  verschriben  ist,  so  schal- 
len immer  vber  vierzehen  tag  Ix  pfenning  ze  wandel  dar  auf  gen. 
Verzug  wir  in  daz  ein  gantz  iar,  so  schüllen  si  vns  pfenten  mit 
vnserm  gueten  willen  vmb  schoden  vnd  vmb  haubtguet  vnd  ires  gel- 
tes da  von  bechomen  wi  si  mugen.  Vnd  wurten  in  di  pfant  gewert 
vmb  dienst  vnd  vmb  wandet,  so  haben  wir  vnser  recht  verloren. 
Vnd  wser  auer  daz,  daz  ich  vnd  mein  sun  Ortolf  mit  dem  hof  handel- 
ten oder  wider  si  vnd  daz  gotzhaus  oder  ir  arm  lewt  tseten,  des  si 
vns  beweisen  mugen  mit  widern  lewten,  di  daz  bei  ir  aid  vnd  trewn 
gesprechen  mugen,  dar  vmb  wir  vnser  pawrecht  pilleich  schulten 
verliezen,  so  sol  vnser  brief  vnd  hantfest  tod  sein  vnd  vns  nichtes 
nicht  furtragen  wenig  noch  vil  vnd  mugen  den  vorgenanten  hof 
bestiftem  mit  wem  si  wellent,  vnd  wenn  wir  ich  Ortolf  vnd  mein  sun 
Ortolf  nimer  sein,  so  ist  der  vorverschriben  hof  vnd  zehent  wider 
dem  gotzhaus  ledig  als  man  in  dann  vtndet  ze  veld,  ze  holt«  vnd  mit 
wismad  an  all  wider  red  vnd  chrieg.  Vnd  daz  in  daz  also  stat  vnd 
vnzebrochen  beleih,  gib  ich  in  disen  brief  mit  meinem  anhangundem 
insigel  vnd  ze  pezzer  sicherhait  verpind  ich  mich  vnder  der  erbern 
herren  anhangunden  insigel  herren  Lienhartz  von  Morspach  vnd' 
herrn  Georigen  von  Ahaim,  di  diser  sach  taidinger  vnd  redirar  sind 
gewesen.  Vnd  ist  geschehen  —  drewzehenhundert  iar  darnach  in 
dem  newn  vnd  viertzigistem  iar  an  sand  Jacobstag  in  dem  snit. 

Original  auf  Pergament  mit  drei  Hängesiegeln.  Stiftsarchiv  Reich ersberg». 


117 


CXVI1I. 

1849.  25.  Jüll.  —  Thoman  verkauft  an  seinen  Schwager,  Simon  in  Orimmenorl, 
Bürger  zu  Steyr,  den  halben  Theil  an  den  sechs  Gütern,  wovon  drei  an  der 
Aschach  in  der  Gamweid  und  drei  in  Oebleinsthal  in  der  Pfarre  Mölln  gelegen 

sind.  (Cf.  1319.  2.  Februar.) 

Ich  Thoman  Thomans  sin  weilent  dienet  ze  Gersten  %vnd 
purger  ze  Steir,  dem  got  genad,  vnd  alle  mein  erben,  wi  die 
genant  sint,  di  nv  lebent  oder  noch  chunftich  werdent,  vergehen 
vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  brief  an  sehent  oder  horent  lesen, 
daz  wir  mit  wol  bedachtem  mut  Ynd  mit  gutleichem  willen  vnd  gunst 
aller  vnserr  erben  vnd  friunt  zu  den  Zeiten,  do  wir  ez  wol  getün 
mochten,  recht  vnd  redleich  ze  chauffen  haben  gegeben  vnserm  lie- 
ben swager  Symon  in  dem  Grimmen  ortt  purger  ze  Steir  Ynd  allen 
seinn  erben  vnser  halffentail  an  den  sehs  gutern,  der  drev  gelegen 
sint  an  dem  Aschach  in  der  Garnwaid  vnd  die  andern  drev  in  dem 
Öbleinstal  in  Molner  pharre}  die  vnser  rechtz  leben  sint  von  vnserm 
genadigen  herren  hertzog  Albrechten  hertzog  in  Österreich  vnd  in 
Steir  mit  allen  den  nutzen  Ynd  rechten,  di  dar  zu  gehorent,  besucht 
oder  vnbesucht,  ze  holcz,  ze  feld,  gestift  oder  vngestift  oder  wi  daz 
genant  ist,  vnd  haben  in  daz  gegeben  vmb  viertzich  phunt  phenning 
wienner  mfinzze,  der  si  vns  gar  Ynd  gsentzlich  verricht  vnd  gewert 
habent  zu  vnserr  an  ligender  not  also,  daz  si  mit  den  genanten 
guten  ffirbas  imer  mer  allen  iren  frumen  schulten  schaffen  mit  vnserm 
gutlichen  willen,  mit  versetzen,  mit  verchauffen  oder  zu  wev  ez  in 
not  geschiht,  Ynd  schöllen  auch  des  ir  scherm  Ynd  ir  gewer  sein  für 
aller  erben  ansprach,  als  des  lantz  gewonhait  Ynd  recht  ist,  Ynd  taet 
wir  dez  nicht,  swi  getann  schaden  si  des  naemen,  den  ir  ains  gesa- 
gen  mocht  bei  seinn  trewen,  den  sullen  si  haben  auf  vnsern  leiben 
vnd  auf  aller  vnserr  hab,  wo  wir  die  indert  haben,  besucht  oder 
vnbesucht,  Ynd  swo  si  di  an  choment,  do  schulen  si  des  selben  Scha- 
dens mit  vnserm  gutleichen  willen  von  bechomen.  Daz  daz  also  stat 
Ynd  Ynzerbrochen  behalten  werd,  geb  wir  in  disen  brief  versigelt  für 
vns  vnd  vnser  erben,  wann  wir  selb  aigener  insigel  nicht  enhaben, 
mit  des  erbern  herren  kern  Albrechtz  vonAtzenpruk  zu  den  Zeiten 
purkgrafze  Steir  anhangundem  Insigel,  der  der  genanten  gut  leben 


118 

herre  ist  an  der  fursten  stat,  mit  hern  Friderichs  des  Chersperger 
zu  den  Zeiten  stat  richtet  ze  Steir  vnd  kern  Otten  des  Pauzzen 
anhangunden  jnsigeln,  di  der  genant  vnd  oben  geschriben  sach  vnd 
handelumb  geziug  do  mit  sint,  vnd  ist  geschehen,  do  man  zalt  von 
Cristes  geburtt  dreuzehenhundert  jar  vnd  dar  nach  in  dem  nevn  vnd 
virtzichisten  jar  an  sant  Jacobs  tach. 

Original  auf  Pergament  mit  drei  Siegeln.  —  1.  Nicht  deutlich,  aber  der 
Schild  scheint  viergetheilt,  die  Felder  1  und  4  geschacht,  2  und  3  leer»  ohne 
Helm.  —  2.  Chersperger  hat  eine  Figur  wie  eine  Waage,  die  etwas  schief  hingt, 
ein  Balken  aufwärts  gekehrt.  —  3.  Oben  am  Schilde  ein  Querbalken;  aus  der 
Tiefe  steigt  eine  Pyramide,  deren  Spitze  jenen  berührt;  alle  drei  ohne  Helm. 
Aus  dem  Originale  iu  Garsten. 


CXIX. 

1349.  26.  Juli.    —  Kunigunde  die  Kraierin  versetzt  Chunraten  dem  Huder- 
masch, Bürger  tu  Gmundcn,  den  Hof  auf  der  Swant  in  der  Pfarre  Lakirchen 

für  iOO  Pfund  Pfenning. 

ICH  Chunigund  di  Chrayaerinn  vnd  alle  mein  erben  wier 
veriechen  vnd  tun  chunt  offenleich  mit  disem  prief  allen  den,  die  in 
sechent,  horent  oder  lesent,  die  nu  sind  vnd  hernach  chunftig  wer- 
dent,  daz  wier  gelten  schulten  dem  erbern  mann  Chunraten  dem 
Hudermasch  purger  ze  Gmunden  vnd  seiner  hausvrawn  vnd  allen 
ieren  erben  hundert  phunt  phenning  alter  wienner  münzz,  vnd  für 
die  selben  phenning  da  hab  wier  in  für  gesaczt  vnsern  hof  auf  der 
Swant  gelegen  in  Lochiricher  pharr,  der  von  alter  vnser  recht  aygen 
ist,  vnd  haben  auch  daz  tan  mit  wolbedachtem  mfit  ze  der  zeit,  da 
wier  ez  wol  tun  machten,  vnd  ist  auch  die  selb  Wandlung  gesche- 
chen  mit  meines  hern  vnd  vater  willen  vnd  wart  hern  Dyetreichs 
dez  Geltinger  vnd  aller  vnser  payder  erben,  die  darzue  gehorent, 
mitt  allen  den  nuczen  vnd  rechten,  die  darzue  gehöre nt  ze  holcz  vnd 
ze  veld,  besucht  vnd  vnbesücht,  wie  daz  genant  sey  vnd  als  ez  von 
alter  herchomen  ist.  Chom  aber  yemant,  der  pesser  erib  wolt  sein 
dann  wier  vnd  ander  vnser  erben,  der  schol  den  vorgenanten  hof 
losen  von  dem  vorgenanten  Chunraten  dem  Hudermasch  vnd  von 
seinen  erben  für  die  vorgenanten  hundert  phunt  pfenning.  Vnd  daz 
in  die  red  also  staet  vnd  vnuerchert  beleih,  darvber  so  geben  wier 
in  disen  offen  prief  versygelten  mit  meines  hern  vnd  vater  hern 


119 

Dgetreichs  des  Geltinger  anhangundem  insygel  vnd  mit  dez  erbern 
mann  Hainreichs  dez  Würmtaler  ze  den  Zeiten  pfirgraf  ze  Ort 
anhangundem  insygel  vhd  mit  dez  erbern  mann  Otten  dez  Ötenanger 
anhangundem  insygel  in  an  schaden,  die  wier  vleizsichleich  därvmb 
peten  haben  vnd  die  diser  sach  zeug  sind.  Der  geben  ist  nach  chri- 
stes  geburd  drevczehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  naewn  Tod 
rierczigistem  iar  dez  nächsten  svntages  nach  sand  Jacobs  tag. 

Original  auf  Pergament  mit  dem  noch  hängenden  Siegel  des  Wurmtalers 
Ton  gelbem  Wachs,  im  Archive  des  Klosters  Schlierbach. 


cxx. 

1349.  29.  JüJL  leaenbarg.  —  Der  Cardinallegat  Guido  bekräftiget  die  Anord- 
nung des  Bischof  ei  Albert  von  Passau,  vermöge  welcher  der  Pfarrer  zu 
Waldkirchen  jährlich  14  Pfund  Absentgeld  nach  St.  Florian  zu  bezahlen  hatte. 

Guido  tniseratione  diuina  tituli  sancte  Cecilie  presbyter  Car- 
dinalis apostolice  sedis  legatus  dilectis  in  christo  .  .  preposito  et 
eonuentui  monasterii  sancti  Floriani  ordinis  sancti  Augustini 
Patauiensis  diocesis  salutem  in  domino.  Cum  a  nobis  petitur,  quod 
iustom  est  et  honesta  m,  tarn  uigor  equitatis,  quam  ordo  exigit  ratio- 
nis,  ut  id  per  solicitudinem  officii  nostri  ad  debitum  perducatur 
effectum.  Sane  petitio  vestra  nobis  exhibita  continebat,  quod  bone 
memorie  Albertus  olitn  Episcopus  Patauiensis  ex  certis  iustis  et 
ratiooabilibus  causis  de  conseusu  et  uoluntate  sui  capituli  statuit  et 
ordtnauit,  quod  rector  ecclesie  Walckirchen  dicte  diocesis,  in  qua 
ius  patronatus  habetis,  qui  pro  tempore  esset,  predicto  vestro  mona- 
sterio  quatuordecim  libras  vsualis  monete  deberet  perpetuis  tempo- 
ribus  ministrare.  Propter  quod  nobis  humiliter  supplicastis,  ut  Ordi- 
nationen! prefatam  confirmare  de  speciali  gratia  dignaremur.  Nos 
igitor  vestris  supplicationibus  grato  concurrentes  assensu  Ordinatio- 
nen! prefatam  per  predictum  Patauiensem  episcopum,  ut  premittitur, 
factam,  sicut  iuste  et  prouide  factu  fuit,  ratam  et  gratam  habentes 
auctoritate,  qua  fungimur  de  dono  spetialis  gratie  tenore  presentium 
confirmamus  et  presentis  scripti  patrocinio  communimus.  Nulli  ergo 
omnino  hominum  liceat  hanc  paginam  nostre  confirmationis  et  com- 
munitionis  infringere  uel  ei  ausu  temerario  contraire.  Si  quis  autem 
hoc  attemptare  presumpserit,  indignationem  omnipotentis  dei  et  bea- 


120 

torum  Petri  et  Pauli  apostolorum  eius  se  nouerit  incursurum.  Datum 
apud  Neurnburgam  Patauiensis  diocesis  V  kalendas  augusti  ponti- 
ficatus  domini  Clementis  pape  VI  anno  octauo. 

Original  auf  Pergament  im  Archiv  zu  St.  Florian.  Das  Siegel,  wovon  aber 
nur  der  untere  Theil  noch  erhalten,  auf  rothem  Wachs,  hingt  an  rothen  und 
grflnen  Seid  enft  den ;  in  einer  Nische  kniet  ein  Bisehof  betend,  links  und  rechts 
eine  Fahne. 


CXX1. 

1349.  31.  Juli.  Wildberg.  —  Adelheid  von  Starhemberg  stiftet  mit  der  Gabe 
eines  Weingartens  zu  Spitz  für  sich  und  ihren  Gemal  Gundaker  einen  Jahr- 
tag in  der  Capelle  zu  Kirchschlag, 

Ich  Alhait  von  Storchenberch  vergich  vnd  tuen  ehunt  allen 
den,  di  disen  prief  ansehent  oder  horent  lesen,  di  nv  sint  oder  noch 
chumftig  werdent,  daz  ich  mit  wolwedachtem  muet  vnd  mit  gunst 
aller  meiner  eriben  willen  zu  der  zeit,  do  ich  ez  wol  getuen  mocht, 
geschafft  han  den  den  (sie)  Weingarten,  der  da  haizzt  der  Reiber, 
der  gelegen  ist  in  dem  Mupach  ze  Spitz,  den  ich  chauft  han  vaib 
mein  aigenhaftew  hab,  zu  der  chappelln  in  dem  Chirchslag  nach 
mein  tod  also,  daz  er  dapei  weleiben  schol  ewichleich,  ynd  wer  die 
chappelln  inn  hat  vnd  dem  si  verliehen  wirt,  der  schol  yns  all  jar 
davon  wegen  einn  jartag  all  jar  virzehen  tag  vor  sant  Mychels  tag 
oder  virzehen  tag  hinnach  mit  fumf  messen,  der  schol  ainew  sein 
ein  gesungens  sclampt  vnd  ein  gesungen  ampt  von  vnser  vrawn  vnd 
drey  gesungen  mess  mir  vnd  mein  Gundachern  (sie)  vnd  alln  vnsern 
vodern  vnd  allen  vnsern  nachchomen.  waer  aber  daz  tan,  daz  ez 
wurd  verzogen,  daz  der  jar  tag  niht  volpracht  wurd,  alz  vor 
geschriben  stet,  so  (sollen)  sich  dann  mein  erben  dez  ee  genanter 
(sie)  Weingarten  vnderwinden  vnd  schullen  in  innhaben  alz  laug, 
vntz  daz  der  vorgenant  jartag  wegangen  wirt  vnd  volpracht,  als  vor 
geschriben  stet;  wann  daz  selb  dann  geschiecht,  so  schol  man  dann 
den  egenanten  Weingarten  hinwider  antwwten.  Daz  di  red  also 
staet  vnd  vnverchert  weleib,  so  gib  ich  vorgenante  Alhait  von  Stor- 
chenberch disen  prief  ze  einem  waren  vre b vnd  versigelt  mit  meins 
suns  Gundachers  insigel  von  Storchenberch  vnd  mit  meins  suns 
jnsigel  Orlolfs  dez  Pybers.  Der  prief  ist  geben,  do  man  zalt  von 
Christ  gepurt  drewzehen  hundert  jar  vnd  in  dem  nawn  ynd  viertzi- 


121 

gistem  jar  dez  nächsten  vreitagg  vor  sant  Steffans  tag  ze  Wilperch 
in  dem  Haus. 

Original  auf  Pergament  mit  drei  Hfingeaiegeln  von  gelbem  Wachs    (da* 
der  Alheit  hat  drei  Ringe  im  Schild).  Im  Schlosaarchir  zu  Riedeck. 


CXXII. 

1349.  9.  Algut.  —  Propst  Heinrich  und  der  Convent  tu  St.  Florian  bezeugen, 
da**  der  Pfarrer  Marquart  tu  St.  Veit  mit  dem  Zehent  zu  Harbruck  nach  St. 

Florian  einen  Jahrtag  gestiftet  habe. 

Nos  Heinrichs  diuina  tniseracione  preposüus,  Chvnradus 
decanus  totusque  domus  Sancti  Floriani  conuentus  Notum  faci- 
mus  vniuersis  presentem  paginam  inspecturis,  quod  discretus  vir 
dominus  Marquardus  tunc  temporis  ecclesie  sancti  Viti  plebanus 
ob  singularem  dilectionem,  quam  ad  nos  et  ad  monasterium  nostrum 
habere  dinoscitur,  nee  non  anime  sue  in  remedium  sempiternum, 
deeimam  suam  iu  villa,  que  dicitur  Harbrukk,  nobis  et  ecclesie 
nostre  prediete  deliberacione  prehabita  diligenti  donauit,  quam  officio 
infirmarie  tali  apposita  condicione  specialiter  deputauit,  quod  infir- 
marins,  qui  pro  tempore  fuerit,  post  obitum  ipsius  de  prefata 
deeima  dominis  et  fratribus  nostris  de  conuentu  ac  aliis  in  ecclesia 
prebendatis  quatuordeeim  diebus  in  aduentu  domini,  quolibet  die 
singulis  annis,  pisces  pro  tribus  solidis  tenebitur  ministrare,  qua- 
propter  dilectioni  sue,  qua  ecclesiam  nostram  amplecti  videtur,  toto 
conamine  correspondere  volentes,  oetauam  omnium  sanetorum  sin- 
gulis annis  cum  medio  festo  de  omnibus  sanetis  cum  officio  nocturno 
et  diurno,  sicut  in  ipso  fesfo  peractum  est,  peragere  obligamur. 
Insuper  sequenti  nocte  inmediate  anniuersarium  ipsius  cum  vigiliis 
et  missa  defunetorum  peragere  tamquam  yni  de  fratribus  nostris  simi- 
liter  obligamur.  Et  nichilominus  adiungentes,  quod  infirmarius,  qui 
pro  tempore  fuerit,  illo  die  tredeeim  pauperes  christi  in  jnfirmaria 
pascere  debet  ministrando  eis  in  mane  duo  fercula  cum  pane  suffi- 
cienti  et  vnicuique  picarium  vini,  similiter  per  omnia  fiat  in  cena  ob 
remedium  anime  ipsius.  Et  vt  predieta  omnia  et  singula  rata  et 
inconeussa  permaneant,  presentem  paginam  eidem  domino  Mar- 
ehardo    tradimus    sigilli     nostri    et    conuentus    nostri    munimine 


122 

roboratam.    Datum  anno  domini   M«.  CCO.  X).  Villi.    In   vigilia 

Lavrencii  Martiris. 

Original  auf  Pergament  mit  des  Propstes  Siegel,  das  andere  abgefallen. 
Im  Stiftsarchive  zu  St.  Florian. 

cxxm. 

1349. 14.  AugH8t  —  Ulrich  von  Tann  schenkt  dem  Spital  tu  Gmunden  sein  Gut 
zu  Roch  unter  der  Bedingung,  das*  der  Frau  tu  Traunkirchen,  der  Messen- 
beckin,  bis  an  ihren  Tod  jährlich  ein  halbes  Pfund  Pfenninge  gegeben  werde. 

Ich  Vir  eich  von  Tann  Hansen  tun  von  Tann,  vergich  offen- 
bar mit  disem  brief  vnd  tun  chund  allen  deh,  di  in  sehent,  hörnt 
oder  lesen  t,  Daz  ich  mein  gut  ze  Roch,  daz  mein  rechtz  aygen  ist 
gewesen,  da  Eberhart  weilent  auf  gesezzen  ist,  daz  seiner  chind 
zu  einem  rechten  erib  von  mir  habent,  vnd  mier  all  iar  da  von  gedient 
habent  fumf  Schilling  vnd  siben  phenning,  Daz  selb  gut  vnd  deu  gelt 
han  ich  geben  ledigchleich  vnd  freileich  durch  meins  vater  sei  wil- 
len vnd  durch  meiner  vnd  aller  meiner  vodern  sei  willen  hintz  Gmun- 
den den  dürftigen  in  daz  spital  mit  solicher  beschaidenhait,  Wer 
der  dürftigen  phleger  ist  vnd  dez  spitals,  daz  der  der  geistleichen 

vrown  ze  Trawnchirichen der  Messenpekchin  Hatmars 

swester  des  Messenpekchen  all  iar  geben  schol  vntz  an  iern  tot  ayn 
halb  phunt  phenning  vnd  nach  ierm  tot  schol  iz  den  dürftigen  her 
wider  gevallen  auf  daz  vorgenant  spital,  vnd  schulten  die  di  fumf 
Schilling  vnd  syben  phenning  ewigchleich  nyessen  in  aygens  gewer 
recht  als  ichs  her  han  pracht.  Dar  vber  zu  vrchund  gib  ich  disen 
brief  ges igelt  mit  meins  herren  hern  Eberhart  von  Waltse  zden 
Zeiten  hauptman  ob  der  Em  vnd  mit  meinem  anhangvnden  jnsigel. 
Der  geben  ist  nach  Christes  gepurd  drevtzehen  hundert  iar  vnd  in 
dem  nevn  vnd  virczigistem  iar  an  vnserer  vrown  abent  zder 
schiedung. 

Original  auf  Pergament  mit  lwei  Siegeln  im  Stadtarchive  zu   Gmunden. 

CXXIV. 

1349. 14.  August.  —  Ulrich  von  Tann  gibt  dem  Spitale  tu  Gmunden  3  Schilling 
jährlicher  Gülte  auf  einem  Gut  zunächst  seinem  Hause  in  Irnharting. 

Ich  Velz  von  Tann  Vergich  offenbar  mit  disem  brief  vnd  tun 
chund  allen  den,  di  in  sehent,  hörnt  oder  lesent,   Daz  ich  di  drei 


123 

Schilling  geltz,  di  ich  han  auf  dem  gut  zder  Newhaitnerinn,  daz  mein 
rechtz  aygen  ist,  daz  der  Newhaimerinn  vnd  irr  erben  rechtz  erib- 
recht  yon  mier  ist,  vmb  di  drei  Schilling  pfenning,  daz  gelegen  ist 
ze  nsechst  dem  fürt  pei  meinem  haus  ze  Yermhdrting,  der  selben 
gelt  han  ich  freileich  vnd  ledigchleich  geben  gaen  Gmunden  in  daz 
spital  den  dürftigen  durch  meiner  sei  vnd  durch  aller  der  sei  hails 
willen,  den  ich  sein  gepvnten  vnd  schuldig  pin,  vnd  schullen  auch 
di  selben  dürftigen  daz  vorgenant  gut  nyessen  in  alle  dem  recht,  als 
ich  in  aygens  gewer  her  han  pracht.  Dar  vber  zu  vrchund  gib  ich 
disen  brief  gesigelten  mit  meins  herren  jnsjgel  kern  Eberharts  von 
Wahse  cxden  Zeiten  hauptman  ob  der  Ens  vnd  mit  meinem  anhan- 
gunden  jnsigel.  Der  geben  ist  nach  Christes  gepurd  drevtzehen 
hundert  iar  vnd  in  dem  nevn  vnd  virtzigistem  iar  an  vnser  vrowen 
abend  zder  schiedung. 

Original  auf  Pergament  mit  lwei  kleinen  hängenden  Siegeln  von  brau- 
nem Wachs  im  Stadtarchive  zu  Gmunden. 

cxxv. 

1349.  23«  Avgnst.  —  Peter  von  Lobenstein  und  sein    Vetter  Ulrich  van  Loben- 
stein bezeugen,  dass  ihnen  Dietrich  van  Aistersheim  den  Satz  zu  Höflein  mit 
Ausnahme  jenes  um  Lobenstein  zur  Einlösung  gegeben. 

ICH  Peter  von  Lobenstain  Vnd  ich  Vlreich  Bein  vetter  kern 
Vireiche  min  von  Lobenstain  vergehen  vnd  tun  chund  allen  den,  di 
disen  brief  sehent,  hörnt  oder  lesent,  daz  vns  vnser  lieber  vreunt 
her  Dietreich  von  Oster zhaim  ze  losen  hat  gegeben  vnd  von  iem 
gelost  haben  alle  di  saetz,  di  er  von  vns  gehabt  hat,  iz  sei  datz  dem 
Hoflein,  iz  sein  ackcher,  holtz  oder  wismad,  wie  iz  genant  ist  ver- 
sucht vnd  vnuersucht  also,  daz  wir  noch  vnser  erben  hintz  im  noch 
hintz  sein  erben  vmb  di  egenanten  s&tz  chain  ansprach  ewigch- 
leiehen  nimmermer  haben  schullen  an,  waz  im  besunderleich  stet 
von  hern  Vireiche  von  Lobenstain,  daz  vmb  Lobenstain  leit,  daz 
hab  wir  noch  nicht  gelost.  Darvber  zu  vrchund  geben  wier  iem  disen 
brief  gesigelten  jch  Peter  von  Lobenstain  mit  mein  anhangvnden 
jnsigels  (sie)  Vnd  mit  vnsers  vettern  Dietmars  von  Lobenstain 
anhangunden  jnsigel,  Dahinder  ich  mich  vorgenanter  Vlreich  von 
Lobenstain  ier  vetter  verpint  mit  mein  trewn,  wand  ich  zden  zeiten 
aygens  jnsiges  (sie)  nicht  enhet.    Der  brief  ist  geben  nach  Christes 


124 

gepÄrd  drertzehen  hundert  iar  vnd  in  dem  nevn  vnd  virtzigistem 
iar  an  sand  Bartholomes  abent. 

Original  auf   Pergament  mit    zwei  Hfingesiegeln  ron  gelbem  Wachse 
(mit  zwei  Pfählen)  im  Schlossarchive  zu  Riedeck. 

CXXVI. 

1349.  24.  AugUSt  —  Revers  Ulrich  des  Auerbach  und  seiner  Hausfrau  über 
das  ihnen  von  Kremsmünster  tu  ihrem  Leibgeding  verliehene  Gut  tu  Pruesching. 

Ich  ülreich  der  Aytterwekch  und  mein  hausvrowe  vrau  Mar- 
garet vergehen  offenbar  mit  disem  prief,  das  wir  das  gfiet  daz  prue- 
sching mit  allen  den  nutzen,  di  dar  zu  gehörnt  versuecht  und  unver- 
suecht,  daz  des  gotzhauz  ze  Chremsmünster  rechtes  yreys&zz  gewesen 
ist,  yon  dem  selben  gotzhaus  erwarben  und  auch  enpfangen  haben 
nach  rechten  erbrecht  nur  zu  unser  paider  leybgeding  also,  wenne 
wir  paideu  nimer  sein,  das  das  selbe  guet  das  vorgenant  gotzhaus 
ledigleichen  wider  ansterb  mit  allen  rechten  als  vor  an  aller  unser 
erben  ansprach  und  ierrung.  Wier  schullen  auch  von  dem  eegenan- 
ten  guet  di  weil  wir  leben  und  is  inne  haben,  iserleich  an  unser 
vrown  tag  ze  der  dienstzeit  dem  vorgenanten  gotzhaus  in  der 
herren  oblay  dienen  ein  halb  pfunt  alter  wienner  pfenning  und  ein 
vogthuen  hinz  Puechchirchen,  Waer  aber  das,  das  wier  den  selben 
dienst  vers&zzen  und  Verzügen  und  in  den  nächsten  acht  tagen  nach 
dem  vorgenanten  dienstag  nicht  ganz  und  gar  verrichten,  so  schol 
das  oftgenant  guet  das  vorgeschrieben  gotzhaus  an  all  unser  und 
ouch  unser  erben  ansprach  ledichleichen  an  gevallen  und  seinen 
vrum  da  mit  schaffen  als  ee,  und  schullen  wir  ouch  payder  leibgeding 
und  alles  dez  rechtes,  das  wir  dar  anhüben,  g&nzleich  furvallen  sein 
an  allev  wider  red.  Und  das  das  alles  staet  beleih  und  unzebrochen, 
seind  wier  selben  aygens  insygels  nicht  haben,  geben  wier  dem  vor- 
geschriben  gotzhaus  ze  Chremsmunster  disen  offen  prief  versygilten 
mit  Hainreichs  des  Schikchen  zden  Zeiten  richter  ze  Wels  anhan- 
gunden  insygel  und  mit  Dyetreichs  des  Amman  purger  ze  Wels 
anhangunden  insygel,  di  mit  ir  paider  insygeln  aller  diser  sach  und 
Wandlung  recht  gezeug  sint.  Der  prief  ist  geben,  da  von  Christes 
gepuerd  ergangen  warn  dreuzehen  hundert  iar  und  dar  nach  in  dem 
neun  und  vierzkisten  iar  an  sand  Bartholomeus  tag. 

Urkundenbuch  von  Kremsmünster  Nr.  221. 


tu 


cum. 

1349.  24.  AvgUft.  —  Andre  von  Badergdorf  gibt  seinem  Sohne  Herrn  WildmÜ 
zu  Pulgarn  t  Pfund  Pfenninge  auf  einem  Baumgarten  tu  Hadersdorf. 

ICH  Anndre  zw  Haderstorff  vnnd  ich  Cathrey  sein  haussfrau 
vnnd  vnser  erben  wier  veriechen  vnnd  thuen  khundt  allen  den,  die 
den  brieff  sechent  oder  horent  lesen,  die  nun  lebent  oder  hernach 
khunfftig  werdten,  das  wier  mit  wolbedachtem  muett  vnnd  mit 
gesambter  hanndt  aller  vnnser  erbenn  vnnd  nach  vnnser  pesten 
freundt  rath  vnnd  gunst  vnud  zu  der  zeitt,  da  wier  es  woll  gethuen 
mechten,  recht  vnnd  redlich  geben  haben  vnserm  söhn  hern  Wil- 
düng  zw  Pulgarn  jnn  dem  khloster  ain  pfundt  pfening  ebiges  gelts 
wienner  munfz  auf  vnnserm  ledigen  vnuerkhumertten  paungarten,  der 
da  leitt  zuffadrinstorff^enh^b  der  pruckh  zunagst  Gffttf/ferpaungirten, 
vnnd  hab  in  auch  das  darzue  bestädt  mit  meiner  hanndt,  wann  ich 
sein  selb  perckhherr  bin.  wier  sollen  auch  jm  das  vorgenandt  pfundt 
pfening  gelts  dieonen  zu  zwayen  tagenn  jnn  dem  jähre,  ann  sanndt 
Marteinstag  ain  halbs  pfundt  vnnd  an  sanndt  Jorgenstag  ain  halb 
pfundt,  ich  vorgenanter  Anndre  oder  mein  erbenn  oder  werden  paun- 
gartten  nach  vnnss  jnne  hatt.  dätt  wier  des  nicht,  so  verfalt  sich 
wanndel  darauf,  alss  purckhrechts  recht  ist  in  dem  lant  zu  Oster- 
reich, vnnd  nach  meines  sohns  dotte  sollen  wier  ez  dennoch  ebig- 
clieh  zu  dem  khloster  zu  Pulgarn  diennen  mit  allem  dem  rechten 
alss  vnnserm  ehegenanten  sohnn  darumb,  das  sy  seiner  seell  vnnd 
vnnser  voruordern  seilen  ebigclichen  gedennckhen.  vnnd  das  auch 
die  red  füerbass  statt  vnnd  vnzerbrochen  beleihe,  darüber  so  gib 
ich  ihm  obgenanndter  Anndre  disen  brieff  versigelt  mit  meinem 
jansygel  vnnd  mit  des  erbaren  herrnn  jnnsygel  herrn  Jörgen  der 
zeitt  schaffer  jn  dem  khloster  zu  Pulgarn.  Der  brieff  jst  gebenn  zw 
Bartholomej  nach  Christy  gebuerth  dreytzechenn  hundert,  darnach 
jnn  dem  neun  vnnd  viertzigistenn  jähren. 

Aus  einem  ridimirten  Papiercodex  vom  7.  Mai  1632  in  St.  Florian. 


126 


CXXVffl. 

1349.  25.  Anglist.  Znaim.  —  Der  Legat  Guido  überträgt  dem  Abte  tu  Melk  die 

Erhebung  und  Berichtigung  über  die  Bitte  Propst  Heinrich»  und  des  Conventes 

tu  Waldhausen  um  Einverleibung  der  Pfarre  St.  Georgen. 

Guido  miseratione  diuina  tituli  sancte  Cecilie  pre$byter  car- 
dinalis,  apostolice  sedis  legatus  Dilecto  in  domino  —  abbati  mona- 
sterij  Medlicensis  Patauiensis  diocesis  salutem  in  domino.   Dilecti 
in  domino,  fraler  Henricus  prepositus  et  conueutus  monasterij  in 
Walchausen  ordinis  sancti  Augustini  Patauiensis  diocesis  prediete 
per  prepositum  soliti  gubernari  nobis  signifieare  curarunt,  quod  fruc- 
tus,  redditus  et  prouentus  ipsius  monasterii  in    Walchausen  sunt 
adeo  tenues  et  exiles,  quod  ipsi  ex  eis  nequeunt  commode  sustentari, 
et  onera  dicto  monasterio  ineuitabiiia  incumbeneia  supportare,  humi- 
liter  supplicantes,  ut  parrochialem  ecclesiam  sancti  Georgij  dicte 
diocesis,  eidem  monasterio  et  possessionibus  suis  vicinam,  ad  eorum 
presentationem  iure  patronatus  pertinentem,  cuius  fructus,  redditus 
et  prouentus  deeem  marcbarum  argenti  secundum  taxationem  decime 
ualorem  annuum  non  excedunt,  cum  omnibus  iuribus  et  pertinencijs 
suis  prelibato  monasterio  in  Walchausen  unire,  incorporare  et  an- 
nectere  de  speciali  gracia  dignaremur.   Quia  igitur  de  premissis  no- 
ticiam  non  habemus,   discretioni   tue   auctoritate,    qua   fungimur, 
tenore  presentium  eommittimus  et  mandamus,  quod  de  predictis  om- 
nibus summarie  et  de  piano  inquiras  cum  diligencia  ueritatein,  et 
quidquid  inde  repereris  per  fidelem  notarium  in  formam  publieam 
redactum  aut  sab  tuo  sigillo  inclusum  nobis  absque  dilatione  qualibet 
procures  fideliter  intimare.  Datum  apud  Znoymam  Olomucensü  dio- 
cesis VIII  Kalendas  Septembris,  pontificatos  domini  Clementis  pape 
VI  anno  octauo.  Auf  dem  umgeschlagenen  Ende:  6.  de  Autreyo. 

Original  auf  Pergament  im  Museum  zu  Lins.  Das  Siegel  rerloren. 


127 


CXXIX. 

1549.  SS.  AtglSt  Ztalm.  —  Der  päpstliche  Legat  Cardinal  Guido  beauftragt 
den  Abt  von  Melk  mit  der  Untersuchung  des  ZuStandes  und  der  Einkünfte  des 
Klosters  Gleink  behufs  der  angesuchten  Incorporation  der  Pfarrkirche  Haiders  - 

hofen. 

Guido  miseratione  diuina  tituli  sancte  Cecilie  presbyter  cor  dt- 
nalüj  apostolice  sedis  legatus  Dilecto  in  ehristo  . .  abbati  monasterij 
Medliceosis  ordinis  sancti  Benedicti  Patauiensis  dioeesis  salutem  in 
domino.  Peticio  dilectorum  in  ehristo  . .  abbatis  et  conuentus  mo- 
nasterij sancti  Andree  in  Glunich  Patauiensis  dioeesis  nobis  exhihita 
continebat,  quod  fruetus,  redditus  et  prouentus  predicti  eorum  mo- 
nasterij sunt  adeo  tenues  et  exhiles,  quod  ipsi  ex  eis  nequeunt  comode 
substentari  nee  ineumbencia  sibi  onera  supportare  nee  dormitorium, 
quod  in  prefato  monasterio  nullatenus  habere  noseuntur,  possunt 
facere  edificari,  quinijmo  coguntur  per  diuersas  celulas  habitare. 
Propter  quod  nobis  humiliter  supplicarunt,  ut  eisdem  paterno  conpa- 
cientes  affectu  deberemus  super  predietis  de  oportuno  remedio  pro- 
uidere  et  perrochialem  (sie)  ecclesiam  sancti  Seuerinj  in  Heders- 
houen  in  vicino  predicti  monasterij  sitam,  in  qua  ius  obtinent  patro- 
natus  euiusque  fruetus»  redditus  et  prouentus  decem  marcarum 
argenti  ualorem  annuum  non  excedunt,  cum  omnibus  iuribus  et  per- 
tineneijs  suis  eidem  monasterio  rnire  et  incorporare  de  speciali  gra- 
cia  dignaremur.  Nos  igitur  de  predietis,  ut  conuenit,  noticiam  non 
habentes  discrecioni  tue  auetoritate,  qua  fungimur,  presencium 
tenore  committimus  et  mandamus,  quatinus  de  predietis  diligenter 
inquirens,  si  ea  inueneris  ueritate  fuleiri,  nobis  per  tuas  patentes 
litteras  tuo  sigillo  sigillatas  uel  publicum  instrumentum  quantocius 
intimare  procures,  ut  certificari  possimus,  quod  in  huiusmodi  negocio 
facere  habeamus.  Datum  apud  Znoymam  Olomucensis  dioeesis  v.  kl. 
septembris,  pontificatus  domini  Clementis  pape  vj.  anno  oetauo. 

Jo.  de  Corbeya. 

Aas  dem  Originale  zu  Gleink.  Pergament  mit  einem  an  ungebleichten 
Hanfschnfiren  hingenden  rothen  Wachssiegel. 


128 


CXXX. 

134t.  3.  September.  Melk.  —  Ludwig,  Abt  zu  Melk,  berichtet  dem  Cardin*! 
Guido  Über  die  geringen  Einkünfte  des  Klosters  Gleink. 

Reuerendo  in  christo  patri  et  domino  domino  Gwidoni  Htuli 
'  aancte  Cecilie  presbitero  cardinali,  apostolice  sedis  legato  Ludwicua 
vester  abbas  deuotus  monasterii  Medlicensis  ad  sedem  apostolicam 
inmediate  pertinentis,  ordinis  sancti  Benedicti  Patauiensis  dyocesis 
cum  reconmendatione  sui  orationem  tarn  debitam  quam  deuotam. 
Vestre  reuerende  paternitatis,  prout  expedit,  cupiens  parere  iussioni- 
bus  et  mandatis  monasterium  sancti  Andreein  Glunich  ordinis  sancti 
Benedicti  Patauiensis  dyocesis  ampliori  quam  potui  industria  iuxta 
mandati  vestri  continenciam  diligenter  investigans  omnes  indigen- 
cias,  quas  vobis  abbas  et  conuentus  eiusdem  monasterii  proposue- 
runt,  reperi  omnino  veras  et  neccessarias  ex  eo,  quod  idem  monaste- 
rium exile  et  minutissimum  inter  omnia  Monasteria  Patauiensis  dyo- 
cesis reputatur,  quod  fructus,  reditus  (sie)  et  prouentus  predicti 
monasterii  tantum  sunt  tenues  et  exiles,  quod  ipsi  ex  eis  comode 
nequeunt  sustentari  nee  omnia  sibi  ineumbencia  supportare  nee  dor- 
mitorium,  quod  in  prefato  monasterio  nullatenus  habere  dinoseuntur, 
possunt  edificare,  quinymo  coguntur  per  diuersas  Cellulas  habitare, 
mea  et  omnium,  qui  dictum  monasterium  nouerunt,  consciencia  pura 
teste.  Quocirca  pietatis  vestre  gratiam  requiro  rogans,  pro  ipsis  et 
cum  ipsis  suppliciter  et  deuote,  quatinus  ecclesiam  parrochialena 
sancti  Seuerini  in  Hedershouen  in  vicino  predicti  monasterii  sitam, 
in  qua  ius  obtinent  patronatus,  dicto  monasterio  vnire  et  incorporare 
dignemini  gratia  et  misericordia  speciali  ita,  ut  iidem  fratres  dietam 
ecclesiam  parrochialem  per  se  inofficiare  habeant  aut  disponere  de 
eadem,  quod  ipsorum  utilitati  magis  fuerit  oportunum  ad  releuandam 
eam,  cui  fratres  predicti  sybiacent,  egestatem.  In  cuius  rei  testimo- 
nium  presentes  literas  duxi  munimine  sigilli  mei  consignandas. 
Datum  irx  Medlico  tercio  nonas  septembris.  —  Von  anderer  Hand : 
Datum  apud  Znoymam  Olomucensis  diocesis  viij  idus  Septembris  fiat. 
Ru  a  di. 

Aus  dem  Originale  zu  Gleink.  Pergament  mit  einem  hfingenden  rothen 
Wachssiegel. 


129 


CXXXI. 


1349.  4.  Sapfrmbtr.  Znaim.  —  Die  Pfarre  St.  Georgen  am  Walde  wird  incor- 

porirtdem  Kloster  Waldhausen. 

Gvido  miseratione  diuina  tituli  sancte  Cecilie  presbyter  car- 
dmalis  apostolice  sedis  legaius  Dilectis  in  Christo  preposito  et  con- 
uentui  monasterij  sancti  Johannis  euangeliste  in  Walchatuen  (sie) 
ordinis  sancti  Augustini  Patauiensis  diocesis  salutein  in  domino.  Ulas 
petitiones  ad  exauditionis  graciam  admittimus  non  indigne,  per  quas 
ecelesiarum  et  monasteriorum  utilitati  consulitur  et  personarum 
neeessitatibus  prouidetur.  Exhibita  siquidem  uestra  peticio  contine- 
bat,  quod  fruetus,  redditus  et  prouentus  monasterij  uestri  predicti 
sunt  adeo  tenues  et  exiles,  quod  ex  ipsis  non  potestis  seeundum 
uestri  status  decenciam  conmode  substentari,  nee  uobis  ineumbencia 
onera  supportare,  nobis  propterea  humiliter  supplicastis,  ut  vobis  in 
hac  parte  paterno  cempacientes  affectu  prouidere  super  hoc  de  opor- 
tuno  remedio  misericorditer  dignaremur  et  parrochialem  ecclesiam 
sancti  Georgij  dicte  patauiensis  diocesis  monasterio  vestro  supradicto 
inmediate  subieetam  cum  omnibus  iuribus  et  pertineneiis  suis  uestro 
monasterio  prelibato  vnire  et  incorporare  ac  in  perpetuum  annectere 
de  speciali  gracia  dignaremur.  Nos  igitur  de  predictis  debita  infor- 
matione  reeepta  volentesque  vobis  super  premissis,  quanto  salubrius 
possumus,  prouidere  predietam  parrochialem  ecclesiam  sancti  Georgij 
cum  omnibus  iuribus  et  pertineneijs  suis  monasterio  uestro  memo- 
rata  auetoritate,  qua  fungimur,  presencium  tenore  vnimus  et  incor- 
poramus  ac  in  perpetuum  annectimus  ita,  quod  cedente  uel  decedente 
rectore  ipsius  ecclesie  sancti  Georgij.  qui  nunc  est  uel  ecclesia  ipsa 
quoeunque  alio  modo  vacante  liceat  vobis  et  successoribus  vestris, 
qui  pro  tempore  fuerint,  predietam  ecclesiam  sancti  Georgij  cum 
iuribus  et  pertineneijs  suis  et  corporalem  possessionem  eiusdem 
ingredi  ac  eciam  libere  apprehendere  et  tenere  ipsiusque  fruetus, 
redditus  et  prouentus  in  proprios  usus  conuertere  consensu  alterius 
euiuseunque  minime  requisito,  prouiso,  quod  predieta  parrochialis 
ecclesia  sancti  Georgij  debitis  obsequiis  non  fraudetur,  sed  faciatis 
ibidem,  prout  oportunum  extiterit  et  est  alias  fieri  consuetum,  des  er* 
uiri  laudabiliter  in  diuinis.  Nulli  ergo  omnino  hominum  liceat  hanc 
pagtnam  nostre  vnionis,  incorporationis  et  annexationis  fnfringere 
uel  ei  ausu  temerario  contraire.   Siquis  autem  hoc  attemptare  pre- 

Urkandenbueh  des  Landes  ob  der  Knns.  Vit*  Bd.  9 


130 

sumpserit,  indignationem  omnipotentis  dei  et  beatorom  petri  et  pauli 
apostolorom  eius  se  nooerit  incursuram.  Datam  apod  Znoymam 
Olomucensis  diocenU  pridie  nonas  septembris,  pontifieatas  domini 
Clemeniis  pape  vj  anno  octauo. 

K.  de  Boloaesio. 

Original  auf  Pergament.  Das  Siegel  im  rotben  Wachse  auf  einer  Unter- 
lage tod  nngef&rbtem  Wachse,  an  gelben  Seidenftden  hingend.  Ana  dem  Ori- 
ginale des  Klosters  WaJdbansea, 

CXXXH. 

1349.  f.  laptembar.  Zlaim.  —  Cardinal  Guido,  päpstlicher  Legal,  incorporirt 
dem  Kloster  Gleink  die  Pfarrkirche  Haidershof en. 

GUIDO  miseratione  dinina  tüvli  aaneie  Ceciliepresbiiercardi- 
nalis,  apostolice  sedis  legatus  dilectis  in  christo  abbati  et  conuentui 
mouasterij  sancti  Andree  in  Glunich  ordinis  sancti  Benedict!  Pata- 
uiensis  dioeesis  salutem  in  domino.  Illas  peticiones  ad  exaudicionis 
graciam  admittimus  non  indigne,  per  quas  ecelesiarum  et  monaste- 
riorum  ntilitati  consulitar  et  personarnm  necessitatibus  prouidetur. 
Exhibita  siqnidem  nobis  vestra  peticio  continebat,  quod  fructos  red* 
ditos  et  prouentus  predicti  monasterij  vestri  sunt  adeo  tenues  et 
exiles,  quod  tos  ex  eis  non  potestis  conmode  sustentari  nee  vobis 
incumbentia  onera  supportare,  quodque  dormitorium,  de  qoo  in 
eodem  monasterio  maxime  indigetis,  edificari  facere  aliquatenus  non 
potestis,  propter  quod  nobis  bumiliter  supplicastis,  ut  vobis  paterno 
eompacientes  affeetu  deberemus  super  predictis  de  oportuno  remedio 
prouidere  et  parrochialem  ecclesiam  sancti  Seuerini  in  Bedershouem 
in  vicino  predicti  vestri  monasterij  sitam,  in  qua  ius  patronatus  asse- 
ritis  vos  habere  cuiusque  fructus,  redditus  et  prouentus  decem  mar- 
cbarum  argenti  valorem  annuum  non  excedunt,  cum  omnibus  iuribus 
et  pertinencijs  suis  predicto  vestro  monasterio  vnire  et  incorporare 
de  speciali  gracia  dignaremur.  Nos  igitur  de  predictis  debita  infor- 
matione  reeepta  volentesque  vobis  super  premissis,  quanto  salubrius 
possumus,  prouidere  predictam  ecclesiam  sancti  Seuerini  cum  omni- 
bus iuribus  et  pertinencijs  suis  monasterio  vestro  memorata  auctori- 
tate,  qua  fungimur,  tenore  presentium  vnimus,  incorporamus  ac  in 
perpetuum  annectimus  ita,  quod  cedente  uel  decedente  rectore  ipsias 
ecclesie  sancti  Seuerini,   qui  nunc  est,   uel  ecelesia  ipsa  quocunque 


131 

alio  modo  vacante  lieeat  vobis  et  successoribus  Vestris,  qui  pro  tem- 
pore fuerint,  predictam  ecclesiam  sancti  Seperini  cum  omnibua  iuri- 
bus  et  pertinentijs  suis  et  corporalem  possessionem  eiusdem  ingredi 
ac  etiam  libere  apprehendere  et  tenere,  ipsiusque  fructus,  redditus  et 
prouentus  in  proprios  vsus  conuertere  consensu  alterius  cuiuscunque 
minime  requisito  prouiso,  quod  predicta  ecclesia  sancti  Seuerini 
debitis  obsequijs  non  fraudetur,  sed  faciatis  ibidem,  prout  oportunum 
extiterit  et  est  alias  fieri  consuetum  desseruiri  laudabiliter  in  diuinis. 
Nulli  ergo  omnino  hominum  lieeat  banc  paginam  nostre  vnionis, 
ineorporacionis  et  annexaeionis  infringere  uel  ei  ausu  temerario  con- 
traire.  Si  quis  autem  hoc  attemptare  presumpserit,  indignacionem 
omnipotentis  dei  et  beatorum  Petri  et  Pauli  apostolorum  eius  se 
nouerit  ineursurum.  Datum  apud  Znoymam  Olomucensis  diocesis  yiij. 
idos  septembris,  pontificatus  dominj  Clementis  pape  vj.  anno  oetauo. 

R.  du  Nathoy. 

Aus  dem  Originale  zu  Gleink,  Pergament,  das  Siegel  hängt  an  gelben 
Seidenftden. 

CXXXIIL 

1349.  8.  September.  —  Janns  von  Capellen,  Eberhart  von  Wallsee,  Adelheid, 
»eine  Hausfrau,   und  Ulrich  und  Eberhart  von  Capellen  widmen  dem  Gottes- 
hause  tu  Pulgarn  die  Capelle  zu  Veit  bei  St.  Margarethen. 

leb  Jans  von  Chapelle  Vnd  ich  Eberhart  von  Wahse  ze  den 
leiden  haupman  ze  Trösendörf  vnd  ich  Alhait  sin  hausfrowe  vnd 
min  sin  paide  von  Chappelle  Virich  vnd  Eberhart  Vnd  darzy 
ynser  aller  paider  erben,  wier  vergehen  vnd  tun  chunt  allen,  di  nu 
sind  vnd  hernach  chumffetiche  werdent,  di  disen  prief  sehent  vnd 
lesent  oder  horent  lesen,  daz  wier  mit  wolbetachedem  mut  vnd 
auch  jn  rechlich  durch  Got  dev  chappelle  datz  Velize  datz  Sand 
Margreden  mit  allen  nutzen  dem  gotzehaus  hinz  Pullegarn  geay- 
gent  vnd  gegeben  haben  mit  so  auz  genomer .  rede,  Daz  di  selben 
herren  von  Pullegarn  di  &  genanden  chappelle  datz  Velize  von  ierm 
orden  selben  ewychlich  pesitzen  schuellen  mit  aeim  priester,  vud 
was  der  selbe  herre  ze  dem  jar  vber  sin  phruende  versparin  mag, 
Daz  schol  er  sim  gotzehaus  binz  Pullegarn  raychen.  Vnd  habe  auch 
wier  vnd  vnser  erben  daz  petacht,  daz  vnser  liebev  mume  dev  jvn- 
gecherrowe  vrowe  Agnes  von  Valchenwerch,  der  Got  genade,  die 

9* 


132 

vorgenan<}en  chappelle  datz  Veltze  auch  mit  gescheft  verhaizzen 
het  hinz  dem  vrowen  cbloster  ier  styft  hinz  Pullegarn,  Vnd  auch 
ze  den  zeiden  maysterinne  da  was.  Daz  di  rede  stet  vnd  vnuerchert 
von  vns  peleibe  vnd  von  vnsern  erben,  als  voruerschriben  ist,  dar 
vber  geben  wier  den  vorgenanden  ich  Jans  von  Chappelle  vnd  ich 
Eberhart  van  Walsse  vnd  ich  Vlriehe  von  Chappelle  vnd  ich  Eber- 
hart  von  Chappelle  disen  prief  zv  aeim  warn  vrchunde  versigelden 
mit  vnsern  allen  vierer  anhangunden  jnsigel.  Der  prief  ist  geben»  do 
man  zalt  von  vnsers  herren  Christus  gepurde  tausent  jar  drev  hun- 
dert jar,  dar  nach  in  dem  n&w&n  vnd  vyerzegisten  jar  an  vnser 
vrowen  tag,  als  si  geporn  wart. 

Aus  dem  Originale  im  Schlosse  zu  Ottensheim,  Pergament  mit  nur  noch 
zwei  Siegeln. 

CXXXIV. 

1349.  8.  September.  —  Jans  van  Capellen  übergibt  dem  Kloster  Pulgarn  die 
Eigenschaft  an  dem  Hofe  am  Musperg  in  der  Pfarre  St.  Georgen. 

Ich  Jans  von  Chappelle  vergich  vnd  tun  chunt  allen  den,  die 
nv  sind  vnd  hernach  chumffetich  werdent,  die  disen  prief  sebent 
vnd  lesent  oder  horent  lesen,  daz  ich  mit  wolbetachedem  mut  vnd 
auch  mit  gudem  willen  miner  sän  paider  Virichs  vnd  Eberhartze 
han  ich  in  rechlich  (sie)  durch  Got  gegeben  die  aygenschat  (sie), 
die  ich  gehabt  han  an  dem  gilt  am  Musperg,  ich  vnd  min  erben, 
der  begeben  jingehvrowen  Geuden  der  der  Welhinne  vnd  dem 
gotzchaus  hinz  Pullegarn  vnd  daz  vorgenant  gut  am  Müsperg  ist 
gelegen  bei  Sand  Görgen.  Daz  di  rede  stet  vnuerchert  von  vns 
beleihe  von  mir  vnd  von  min  erben,  als  vor  verschriben  ist.  dar 
vber  geben  wir  dev  vorgenanden  ich  Jatis  von  Chappelle  vnd  ich 
Virich  von  Chappelle  vnd  ich  Eberhart  von  Chappelle  disen  prief 
zv  aeim  warn  vrchvnde,  versigelden  mit  vnser  aller  dreyer  anhan- 
gunden insigel.  Der  prief  ist  geben  do  man  zalt  von  vnsers  herren 
Christus  gepurde  tausent  jar  drev  hundert  jar,  dar  nach  in  dem 
newen  vnd  vyerzegisten  jar  an  vnser  vrowen  tag,  als  si  geporn  wart. 

Aus  dem  Originale  zu  Wilhering,  Pergament,  die  Siegel  verloren. 


133 


CXXXIVa. 

1349.  9.  September.  P&mo.  —  Der  Bischof  Gottfried  von  Passau  und  sein 
Capitel  bestätigen  die  Spitalsstiftung  zu  St.  Florian. 

Gotfridus  dei  gratia  Patauiensis  episcopus  omnibus  christi 
fidelibus  in  perpetuum.  Qvia  magna  est  coram  deo  fidutia  elemosina 
omnibus  facientibus  eam,  ipsa  namque  dei  extat  ancilla,  mortis  anty- 
dotum,  iter  salutis,  venie  porta,  ipsa  etiam  peccata  elemosinis  redi- 
muntur,  estque  impietas  super  fratre  claudere  viscera  pietatis,  Et 
obinde  beatus,  qui  iotelligit  super  pauperem  et  egenum.  Hoc  sane 
attendens  Venerabilis  in  christo  Heinricus  preposüus  monasterii 
sancti  Florian*  ordinis  sancti  Augustini,  canonicorum  regularium 
oostre  dyocesis,  qui  de  elemosinis  et  subuentionibus  factis  ipsius 
coouentui  et  monasterio  suo  predicto,  ex  largitione,  donatione  testa- 
mentis  seu  legatis  christi  fidelium  clericorum  et  laycorum  Celestes 
thesauros  congregans,  hospitale  quoddam  infirmorum  ante  valuas 
eenobii  sancti  Floriani  construxit,  sufficienter  dotauit  ac  per  manus 
oostras  vtinam  deo  gratas  consecrari  procurauit,  certum  ibidem 
infirmorum  numerum  et  laborare  non  valentium  cum  certis  prebendis 
in  Wctu  et  vestitu  ceterisque  necessariis  et  tribus  missis  perpetuis 
ibidem  cottidie  celebrandis  instituens,  cum  certa  bonorum  et  posses- 
sionum  comparatione  et  ipsarum  nominali  expressione,  ordinatione, 
administratione  aliisque  omnibus,  que  in  legali,  iusta,  pia  et  deuota 
fundatione  sunt  attendenda,  sieut  in  eiusdem  prepositi  et  conuentus 
sui  litteris  inde  confectis  vberius  continetur.  Nos  bonorum  operum, 
que  in  dicto  hospitali  exercentur,  quorum  gloriosus  est  fructus,  par- 
ticipes  effici  desiderantes,  ipsum  hospitale  consecrauimus,  ac  funda- 
tionem,  dotationem»  missarum  ordinationem,  infirmorum  procuratio- 
nem  et  omnia  alia  in  litteris  dicti  prepositi  et  conuentus  contenta, 
sicut  prouide  facta  sunt,  rata  habemus  et  grata,  confirmantes  ea 
patrocinio  huius  scripti,  nostri  et  venerabilis  capituli  nostri  sigillis 
pendentibus  roborati,  addicientes,  vt  nullus  prepositus  sancti  Floriani 
Tel  ipse  conuentus  seu  quisvis  alius  vllis  umquam  temporibus  pre- 
dictam  ordinationem  in  toto  vel  in  parte  infringere  audeat  vel  ei 
ausu  temerario  contraire.  Siquis  autem  hoc  attemptare  presumpserit, 
indignationem  omnipotentis  dei  incurrat,  et  nostram  ac  successorum 


134 

nostrorum  seu  capituli  nostri  punitionem  et  seueram  castigationem 
eidem  infligendam  habeat  merito  formidare.  Datum  Patauie  anno 
domini  millesimo  tricentesimo  quadragesimo  nono,  Vto  idus  sep- 
tembris. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian.  Pergament  mit  zwei  hängenden  Sie- 
geln. Das  des  Bischofs  auf  rothem  Wachse,  im  Nabel  das  Familienwappen  des 
Bischofs  —  ein  Pfahl  durch  die  Mitte. 


cxxxv. 

1349.  9.  September.  —  Walther  der  Regenspurger  stiftet  sich  mit   i  Pfund 

Gülte  einen  Jahrtag  im  Kloster  Wilhering. 

Ich  Walchun  der  Regenspurger  vnd  all  meine  erben  yeriehen 

vnd  tvn  chunt daz  ich mit  hern  Wernhariz  rat  dez 

Wenagel  zden  Zeiten  pharrer  ze  Ottemhaim  vnd  nach  Rvgers  rat 
von  Hvmrechczried  zden  Zeiten  purkgraf  ze  Ottemhaim  vnd  auch 

richter  daselbs geschafft  vnd  geben  han  gen  Wilhering  in 

daz  refent  all  jar  jaerleich  ze  raichen  ain  phunt  phenning  vmb  semel, 
vmb  weyn  vnd  vmb  vissch.  Man  sol  raichen  j&rleich  von  meinem 
hauzz,  daz  da  leit  ze  Ottenshaim  an  dem  Ekk,  do  man  get  auf  daz 
haus,  ain  halb  phunt  phenning  alter  wienner  mvnizz,  vnd  daz  ander 
halb  phunt  auf  meinem  hof  auf  dem  perig  vnd  von  allen  akchern,  di 
dar  zv  gehorent.  Man  sol  auch  daz  vorgenant  phunt  geltz  raichen 
for  sand  Pernhartztag  vierczehen  tag.  Geschaech  dez  nicht,  wer 
dann  richter  ist  ze  Ottenshaim,  der  sol  in  phant  antwurten,  daz  si  di 
vorgenanten  phenning  da  uon  bol  bechomen.  W»r  aber  daz  man 
nicht  fvnd  phant,  so  sol  man  in  di  grvntt  alz  vil  antworten,  daz  si 
der  phenning  da  bechomen.  Vnd  wann  daz  ist,  daz  man  phent  vmb 
die  vorgenanten  phenning,  so  sind  dem  richter  verfallen  zwelif  phen- 
ning ze  wandel.  Wser  aber  daz  mein  erben  wolten  abchauffen  daz 
vorgenant  phunt  geltz  an  ein  andrew  stat  in  den  purchfrid  mit  einer 
also  guten  stat  alz  vor  geschriben  ist,  dez  sol  man  sev  nicht  Irren. 
War  aber  daz  si  daz  vorgenante  phunt  geltz  nicht  gar  wolten 
abchauffen,  so  sol  man  si  lazzen  abchauffen  daz  halb  phunt  geltz  auf  dem 
hauz  oder  daz  halb  phunt  geltz  avf  dem  hof  vnd  wer  ie  portner  ist 
ze  Wilhering,  der  sol  daz  phunt  phenning  inn  nemen  vnd  daz  geben 
dem  conuent  in  den  refent  vnd  den  herren  raiehen  ain  gut  mal,  sol 
in  daz  phunt  geltz  geben  vmb  vissch,  vmb  weyn  vnd  vmb  semel  an 


135 

sand  Pernhartztag  alle  jar  jaerleichen  ynd  ewigleichen.  Man  sol  auch 
Hainrick  des  Regenspurger  sei  dem  got  genad  vnd  einer  Chune- 
gunden  seiner  hausvrown  vnd  Walters  des  Regenspurger  vnd  seiner 
zweier  hausvrown  Margreten  vnd  Annen,  daz  man  der  fvmf  sei 
gedenchen  sol  an  sand  Pernhartztag  mit  einer  vigil  vnd  an  dem 
andern  tag  mit  einer  seimesse.  Daz  di  red  stset  vnd  vnzebrochen 
ewigleich  beleih,  gib  ich  disen  brif  versigelten  mit  meinem  anhan- 
gunden  insigel  vnd  mit  Rvgers  insigel  von  Homrechczried,  zden 
Zeiten  purkgraf  vnd  richter  ze  Ottenshaim,  der  iz  an  dem  prif  hat 
gelait  ze  ainem  zevg  im  an  schaden.  Der  brif  ist  geben  do  man  zalt 
von  Christes  geburd  drevzehen  hundert  jar  darnach  in  dem  nsBwn 
vnd  virtzigisten  iar,  des  mitichens  nach  vnser  vrawntag  ze  der 
dinstzeit. 

Copialbuch  A  156.  Stiftsarchiv  Wil bering. 

CXXXVI. 

1349.   17.  September.  —  Neinrieh  Teufenpek  und  seine  Erben  verzichten  auf 
die  Erbansprüche  nach  Herrn  Ortolf  Teufenpek:  s  Hinterlassenschaft  ans  Got' 

teshaus  Reichersberg. 

Ich  Hainreich  Tevffenpech  vnd  alle  mein  erben  wir  veriechen 
offenbar  an  disem  brif  vnd  tvn  chunt  allen  den,  di  in  sechent  oder 
horent  lesen,  das  wir  mit  wol  verdachten  mfit  vnd  zu  den  Zeiten,  do 
wir  iz  wo!  getvn  machten  vnd  mit  gutleichem  willen  vnser  besten 
Trennt  rat  aus  derhant  geben  haben  alle  di  ansprach  vnd  den  vnbillen, 
den  wir  gehabt  haben  hintz  dem  ersamen  würdigen  herren  probst 
Dietmarn  vnd  hintz  seinem  capitel  datz  Reichersperg  vnd  hintz 
alle  iren  nachchomen  der  gemayn  vberal  doselben  vmb  daz  gut,  daz 
rnser  lieber  herr  her  Örtolf  der  Tevffenpech  lazzen  hat,  dem  Got 
genad.  Vnd  wir  haben  daz  also  auz  der  hant  geben  den  ersamen 
wirdigen  herren  probst  Wernhern  von  Rönshofen  vnd  dem  erbern 
herrn  herrn  Hainreich  pfarrer  von  Sand  Giligen  ze  Passate  vnd 
dem  Hainreich  dem  Perchaymer,  purger  ze  Scherding  vnd  dem 
Herman  dem  Phistermaister}  purger  ze  Chrems,  die  des  schied- 
herrn  zwischen  vns  paydenthalben  gewesen  sint  von  iren  gnaden 
Ynd  auch  von  iren  trewen,  den  haben  wir  iz  ganz  vnd  gar  ledicb- 
leichen  geben,  daz  wir  furbaz  nimmer  mer  chain  ansprach  noch  chain 
chrieg  schulten  gehaben  vmb  daz  vorgenant  gvt,  daz  vnser  egenan- 


136 

ter  herr  herr  Ortolf  der  Tevffbnpech,  dem  Got  genad,  lazzen  hat  dem 
Gotzhaus  ze  Reichersperig  oder  waz  noch  yon  im  seines  gvtz  hinzu 
chomen  mag,  dez  sagen  wir  dem  vorgenanten  vnsern  genedigen 
herrn  probst  Dietmarn  ze  Reichersperg  vnd  sein  capitel  vnd  alle  ir 
nachchomen  doselben  ledig  vnd  frei  för  aller  ansprach  vnd  für  allen 
chrieg,  swie  daz  genant  ist,  vnd  daz  lub  wir  in  aller  stet  ze  haben 
mit  vnsern  trewn.  Wand  wir  zu  den  Zeiten  nicht  aygens  insigel 
heten,  so  haben  wir  gepeten  di  erbern  laevt  herrn  Symon  von  76s, 
zv  den  Zeiten  Richter  in  Chrems  vnd  in  Stayn,  vnd  herrn  Hermann 
den  Pfistermaister,  purger  ze  Chrems,  daz  in  di  irev  insigel  an  disen 
brief  habent  geleit  in  selben  an  schaden  zu  einem  getzeug  der  sach. 
Der  prif  ist  geben  do  man  zalt  von  Kristes  gepurt  drewtzehen  hun- 
dert jar  vnd  in  dem  nawn  vnd  viertzkistem  jar  Lamberti. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hingesiegel.  Auch  Promptuarium  Reichersbergense 
pag.  182  a. 

CXXXVII. 

1349.  23.  September.  —  Alber  der  Rueshaimer  und  seine  Hausfrau  Jewt  und 

Rulant  der  Rueshaimer  verkaufen  an  Dytreich  den  Amman,  Bärger  zu  Weis, 

den  Kleehof  oberhalb  Marchtrenk  und  die  Schwarzmühle. 

Ich  Alber  der  Rueshaimer  vnd  mein  hausfraw  fraw  Jewth  vnd 
ynser  erben  vnd  ich  Rulant  der  Rueshaimer  wir  veriehen  offenlich 

daz  wir  mit  woluerdachten  mut  —  ze  kauffen  haben  gegeben 

recht  vnd  redleich  dem  erbern  mann  Dytreichen  dem  Amman,  pur- 
ger ze  Wels,  vnd  seiner  hausfraw  frawn  Margreihen  vnd  iren  erben 
vnsern  hoff  der  genant  ist  der  Chlehoff  gelegen  oberhalben  Marich- 
trenck  vnd  die  Swartzmül,  di  da  pey  gelegen  i$t  vnd  vnser  recht 
erib  ist  gewesen  von  dem  gotshaws  ze  Lambaek,  mit  alle  dew  vnd 
dar  zu  gehört  .  .  .  mit  herrn  bant  .  .  vmb  ain  gut  des  wir  gantz 

vnd  gar  verriebt  vnd  gewert  von  in  sein .  Das  in  das  also  stät 

vnd  vnuerchert  von  vns  beleih,  dar  über  geben  wir  in  den  offen 

brieff versigelten  mit  vnsern  anhangunden  insigeln  Albers  vnd 

Rulantz  der  Rueshaimer vnd  zu  ainer  pessern  sicherhait  mit 

vnsers  vettern  anhangunden  insigel  Maihes  des  Rueshaimer.  Der 
brief  ist  geben  . .  .  drewtzenhundert  jar  darnach  in  dem  newn  vnd 
virezigsten  jar  des  nächsten  mitichens  vor  sand  Michelstag. 

Copialbnch  A  Fol.  73.  Stiftsarchiv  Lambach. 


137 


CXXXVIII. 


1949.  SQ.  September.  —  Propst  Heinrieh  zn  Waldhauten  widmet  in  die  Oblai 

den  Hof  zu  Panholz  in  der  Münzbacher  Pfarre,  den  er  von  Hermann  dem 

Gratzer  gekauft  hat  und  womit  er  eich  einen  Jahrtag  stiftet. 

Wir  Heinrich  van  gotz  gnaden  brobst  ze  Walthausen  veriehen 
offenbar  mit  dem  gegenbürtigen  brif  vnd  tum  (sie)  chunt  allen  den, 
die  in  sehent  oder  horent  lesen»  daz  wier  mit  wol  verdachtem  mut 
md  gesampter  bant  ynsers  erbern  conuents  geschaffet  vnd  gewidemt 
haben  in  di  oblay  vnsers  verainten  conuents  den  hof,  der  da  haizzet 
ze  Panholczy  der  gelegen  ist  ze  Munspach  in  der  pharr,  den  auch 
wir  gechauffet  haben  von  Hermane  dem  Graczer  vnd  lehen  waz 
zden  Zeiten  von  vnserm  genedigen  herren  dem  hertzogen  in  Öster- 
lich, der  auch  vns  durch  seiner  sei  hail  di  aigenschaft  des  vor- 
genanten bofs  hat  gegeben.  Wir  sulen  auch  den  selben  hof  ze  Pan- 
holez  vnserm  conuent  lediglich  geben  mit  allen  den  nutzen  versucht 
vnd  vnuersficht,  di  dar  zu  gehörnt,  swie  di  genant  sind,  daz  si  .  .  . 
nutzen  sullen  an  allen  chrieg,  als  ander  ir  gut,  daz  si  habent  in 
Osterrich  vnd  in  ier  oblay  gehört,  Also  beschaidenlich,  daz  si  vns 
alle  iar  ewichlich  vnsern  iartag  begen  an  sand  Achacy  vnd  seiner 
gesellenschaft  abent  mit  vigili,  sei  messe  vnd  anderlay  guttat,  als 
gewonhait  ist  in  vnserm  gotz  hous  ze  Walt  hausen,  vnd  an  dem  sel- 
ben sand  Achacy  tag  di  histori  von  in  singen  vnserr  sei  ze  hail  vnd 
ze  trost.  Vnd  daz  di  sach  also  pedenthalb  stet  vnd  vnuerchert  beleih, 
haben  wier  den  brief  mit  vnserm  vnd  dez  conuents  anbangunden 
jnsigeln  haizzen  versigeln  vnd  bestetten.  Der  brief  ist  geben  nach 
Christi  gepürd  vber  dreutzehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  neun 
vnd  viertzgisten  iar  an  sand  Michels  tag. 

Aus  dem  Originale  im  Museum  iu  Linz.  Sebr  stark  maculirt,  auf  Perga- 
ment, die  Siegel  fehlen. 

CXXXIX. 

1349.  29.  September.  ValdhanseB.  —  Heinrich,  Propst  zu  Waldhausen,  weiset 
zur  Gewandkammer  seiner  Klosterbrüder  jährlich  6  Pfund  Pfenning  auf  der 

Pfarrnutzung  von  St.  Georgen  an. 

Nos  Heinricus  dei  gratia  monasterij  in  Waldhausen  prepositus 
ordinis  saneti  Augustini  canonicorum  regularium  Pataviensis  dyo- 
cesis  vniuersis  cupimus  fore  notum,  quod  nos  fratrum  nostrorum 


138 

conuentualium  in  vestitu  defectuminspicientes  paterna  moti  clemencia 
ipsis  super  huiusmodi  penuria  conpaciendo  pro  releuacione  saarum 
yestium  sex  talenta  reddituum  wiennensis  monete  donaoimus  tem- 
pore, quo  hoc  facere  potuimus,  pro  tunicis  sibi  abinde  conparandis, 
et  eosdem  prouentus  sive  redditus  ipsis  deputauimus  iure  censuali 
super  ecclesia  sancti  Georij,  cuius  ius  patronatus  ad  dictum  nostrum 
spectat  monasterium  per  r euere nd um  dominum  Guridonem  T.  T. 
(Tituli)  sancte  Cecilie  presbiterum  cardinalem  ac  apostolice  sedig 
legatum  iuxta  litterarum  suarum  continenciam  cum  omnibus  iuribus 
suis  et  pertinencijs  prefato  nostro  monasterio  incorporatam  seu 
annexam,  nostro  quoque  labore  inpetratam.  Quicunque  ergo  nostri 
collegij  aut  quicunque  alter  post  discessum  uel  decessum  domiui  pro 
tunc  ibidem  plebani  in  eadem  ecclesia  sancti  Georij  officium  pleba- 
natus  rexerit,  predicto  conuentui  in  Waldhausen  annuatim  euudem 
censum,  videlicet  sex  talenta  denariorum  wiennensium  porrigat  sine 
qualibet  contradiecione.  Quem  censum  etiam  ab  eodem  plebano 
equali  iurisdictione  sepedicti  fratres  conuentuales  extorqueant  quem- 
admodum  et  in  alijs  censualibus  suis  ecclesijs  census  suos  exigere 
seu  extorquere  consueuerunt.  Vt  ergo  prescripta  consolatio  sepedic- 
tis  nostris  fratribus  in  Waldhausen  per  nos  ex  eorum  beneplacito  sup- 
plici  et  consilio  facta  rata  et  inuiolata  permaneat,  presentes  nostri  ac 
sepefati  nostri  conuentus  sigillorum  munimine  curauimus  roborari  jn 
testimonium  premissorum  eas  sepedicto  nostro  conuentui  assignandaa. 
Datum  et  actum  anno  domini  M®.  CCO.  XLIX«.  jn  die  sancti  Micha- 
helis  archangeli  jn  domo  habitacionis  nostre  in  Waldhausen. 

Aus  einem  gleichseitigen  Pergameutcodex  zu  Windhaag. 

CXL. 

1349.  29.  September.  —  Wemhart  der  Benaget,  Pfarrer  zu  Ottenskeim ,  über- 
gibt  dem  Kloster  Wilhering  sein  Haue  im  Freithofe  tu  Ottensheim  gegen  dem, 

dass  es  als  Pfarrhof  diene. 

Ich  Wernhart  genant  der  Benaget  zder  zeit  pharrer  ze 
Otenshaim  vergich  offenbar  an  disem  brief  vnd  tvn  chunt  allen  den, 
die  in  sehent,  lesent  oder  hörnt  lesen ,  daz  ich  mit  bolhedachtem 
mut,  rat  vnd  gvnst  meiner  geswistreten  vnd  aller  meiner  vrevnt  zder 
zeit,  do  ich  ez  wol  tun  mochtvnd  peimeiuem  lebentigen  vnd  gesun- 
ten  leib  mein  vnd  aller  meiner  voruodern  sei  ainuoltigchleichen  vnd 


139 

andachtichleichen  durich  got  geschafft  vnd  gegeben  han  meinen 
lieben  herren  abpt  Hermann,  der  sampnung  vnd  dem  gotzbaus  ze 
Wilhering  ain  phunt  geltzt  alter  wienner  phenning  auf  meinem 
haus,  daz  gelegen  ist  ze  Otenshaim  in  dem  vrevtbof  vnd  ze  nächst 
der  chirhen,  daz  ich  mit  meinem  erbtail  gechaufft  han  vnd  von 
newen  grvnt  gebawen  hab,  vnd  han  daz  getan  in  der  mainung  vnd 
beschaiden,  daz  daz  vorgenant  hauz  zv  der  chirhen  ze  Otenshaim 
gehorn  schol,  vnd  swer  ie  da  pharrer  ist,  der  sol  sein  wanung  dar 
inn  haben  vnd  schol  von  dhainerlai  sache  wegen  von  dem  gotzhaus 
nicht  enphrompt  werden.  Ez  so!  auch  der  pharrer»  der  daz  vor- 
genant hauz  nach  mier  inne  hat,  fürbaz  ewichleich  alle  iar  jaerch- 
leich  raichen  vnd  geben  in  der  vorgenant  geystleichen  herren 
pitantz,  swer  der  ie  phleger  vnd  amptman  ist,  ze  igleicher  chotemer 
sechtzig  wienner  phenning,  die  der  selb  ze  zeit  alle  weg  so!  geben 
der  sampnung  vmb  vissch.  Taet  man  dez  nicht  also,  daz  in  der  vor- 
genant phenning  dienst  ze  dhainer  zeit  in  dem  jar  lenger  vertzogen 
würd,  denn  vorgeschriben  ist,  swer  danne  daz  hauz  inne  hat,  der 
sol  in  dar  auf  geben  ie  vber  viertzehen  tag  zwen  vnd  dreizzich 
phenning  ze  einem  wandel,  vnd  gestund  daz  also  drey  stunt  viertze- 
hen tag,  daz  die  herren  vnd  daz  gotzhaus  dez  dienstes  vnd  der  wan- 
del nicht  gericht  wurden,  so  schulten  die  herren  ze  Wilhering  an 
vrag  fürbot  vnd  an  alle  chlag  dez  obgenanten  hauzz  sich  vndertzie- 
hen  vnd  daz  furbaz  ledichleichen  in  nutz  vnd  in  rechtez  purchrech- 
tes  gwer  haben,  vntz  daz  si  ierr  vodrvug  schon  gericht  werden  vnd 
schulten  si  dez  auch  vnengolten  beleiben  gen  dem  gericht  vnd  gen 
aller  maenchleich.  Ez  sol  auch,  wer  daz  hauz  inne  hat,  raichen  vnd 
geben  zu  dem  sichhaus  gan  Wilhering  dreizzich  wienner  phenning 
an  sand  Georigen  tag  vnd  zwen  phenning  dem  richter  ze  Otenshaim 
ze  purchrecht.  Vnd  daz  daz  also  stset  vnd  vntzebrochen  ewichleich 
beleih,  dar  vber  gib  ich  in  disen  brief  versigelten  mit  kern  Rügers 
von  Hvmrechtzried,  zden  Zeiten  purkgraf  vnd  richter  ze  Otens- 
Aaimjnsigel,  vnd  ze  einer  zevgnvzz  mit  Walthers  dez  Regenspurger 
purger  da  selbs  jnsigel,  wand  ich  selbs  aygens  insigel  nicht  hab. 
Der  brief  ist  geben,  do  man  zalt  von  Christes  geburd  drevtzehen 
hundert  jar,  dar  nach  in  dem  naewn  vnd  viertzkigistem  jar  an  sand 
Michahels  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Wilhering,   Pergament.  Des  Regenspurger  Siegel 
fährt  einen  sitzenden  Hund  im  Schilde ;  das  andere  abgefallen. 


140 


CXLI. 

1349.  29.  September.  —  Bertold  Schefolt  stiftet  mit  dem  um  18  Pfund  gekauf- 
ten Haus  in  der  Hopfenstrasse  zu  Ens  zu  seinem  und  seiner  Verwandten  Seelen- 
heil ein  ewiges  Lieht  vor  U.  L.  Frauenaltar  in  der  Abseiten  der  Stadtpfarr- 

Icirche  daselbst 

Ich  Perichtolt  Schefolt  vergich  vnd  tun  chünt,  daz  ich  geschafft 
vnd  geben  han  mein  haus  in  der  Hopfen  Straz  gelegen,  daz  ich  vrab 
funfczehen  phont  gechaufft  han  zu  dem  ewigen  lieht  durch  meiner 
sei  vnd  meiner  hausvrowen  sei  vnd  Perichiolcz  meins  vetern  sei  vnd 
vnsrer  chind  sei  willen,  daz  ewichleich  prinen  schol  var  vnsern 
vrowen  alter  in  der  abseiten  der  pfarre  stathalben  tag  vnd  nacht, 
also  wer  zehmaister  do  selben  ist,  der  sehol  daz  selb  lieht  von  dem 
haus  vnd  hoff  haben  also,  daz  ez  fürbaz  ewich  vnd  vnuerchumbert 
schol  beleiben.  Dar  vmb  so  antwurtt  ich  disen  prief  in  der  erbern 
purger  puchsen  vnd  pitt  auch  allev  dev,  di  nv  sind  oder  chonftig 
werdent,  daz  si  mir  dar  an  geholfen  sind,  daz  daz  gescheft  vnd  daz 
selb  haus  vnd  hof  stet  vnd  vnuerchvmbert  beleih  —  im  zweiten 
Exemplar:  —  vnd  enphiel  in  daz  auf  ir  trewe.  Dai  di  red  vnd  daz 
gescheft  also  stet  vnuerchumbert  beleib  —  dar  vber  so  gib  ich  vor- 
genanter Perichtolt  den  offen  prief  zu  einem  eiwigen  sichtigen  warren 
geczevg  der  sach  mit  meinem  anhangunden  insigel  bestetigt.  Der 
red  schollen  allev  levtt  geczevg  sein.  Der  prief  ist  geben,  da  von 
man  zalt  von  vnsern  herren  Jhesen  Christi  geburd  drevczehen  hun- 
dert jar  vnd  in  dem  newn  vnd  vierczigsten  jar  an  sand  Michelstag. 

Orig.,  Perg.  mit  einem  Siegel  im  Stadtarchiv  Ena.  Ein  zweites  Exem- 
plar im  Museum  zu  Linz. 

CXLII. 

1349.  29.  September.  —  Abt  und  Convent  von  Wilhering  tauschen  mit  der 

Uebergabe  eines  Gutes  zu  Wegrich  an  der  Traun  an  Ruger  den  Chremsdorfer 

ix/2  Pfund  Pfenning,  welches  dieser  auf  ihrem  Hofe  zu  Hitzing  hatte. 

Wier  abtt  Herman  vnd  die  sammung  ze  Wilhering  wicr 
veriehen  offenbar  an  disem  brief  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in 
sehent  oder  hörnt  lesen,  daz  wier  dem  erbern  mann  Rügern  dem 
Chremstorffer  vnd  seinen  erben  gegeben  haben  vnser  gut,  daz  da 
haizzt  an  dem  wegreich  vnd  ist  gelegen  bey  der  Traun,  ze  einem 


141 

rechten  widerwechsel  für  daz  halb  phunt  gelts,  daz  er  gehabtt  hat 
auf  vnserm  gut  datz  hitzzing,  do  Seydel  auf  gesezzen  ist,  mit  alle 
den,  vnd  darzfi  gehört,  besucht  vnd  vnbesucht,  ze  holtz  vnd  ze  veld 
vnd  mit  dem  gewondleichem  dienst,  den  man  ms  emaln  da  von 
geraicht  hat.  Wier  schfillen  auch  dez  vorgenanten  gfits  sein  recht 
berren  vnd  gewer  sein  ze  hof  vnd  ze  taiding  vnd  an  aller  stat,  wo 
iem  dez  not  vnde  dienst  geschiecht  für  alle  ansprach  als  recht  ist 
vber  al  in  dem  land  ob  der  Ems.  Nim  er  oder  sein  erben  daran 
dhainen  schaden,  den  si  an  geuSr  bey  iem  trewen  mochten  gesagen, 
den  schfillen  wier  in  gantz  vnd  gar  ab  tun  vnd  schfillen  si  daz  haben 
auf  aller  vnsrer  hab,  di  wier  haben  in  dem  land  ob  der  Ens.  mit 
vrchund  ditz  briefs,  der  versigelt  ist  mit  vnser  paiden  anhangunden 
insigeln,  der  geben  ist,  do  man  zalt  von  Christes  gepfird  dreutze- 
henhundert  jar,  darnach  in  dem  nfiun  vnd  viertzkistem  iar  an  sand 
Michels  tag. 

Ans  einem  Pergamentcodex  in  St.  Florian. 

Die  Gegenurkunde  stellt  am  gleichen  Tag  „Ruger  genant  der 
Chrempstarffer  ze  den  Zeiten  purgraf  ze  Chürnberch"  unter  seinem 
und  seines  „geswein  Philipps  des  Alhartinger"  Siegeln  aus. 

Copialbuch  A  178,  im  Stiftsarchive  Wilhering. 

CXLIII. 

1340.  30.  Saptombar.  —  Hertioeig  der  Chaiser  verkauft  dem  Spitale  tu  Si.  Flo- 
rian den  Hof  zu  Puch  im  Traungau  und  ein  Lehen  zu  Hörsching. 

Ich  Hertweig  hern  Hainreichs  sun  des  Chaisers,  dem  Got 
genad;  vnd  all  mein  erben,  di  ich  han  oder  noch  gewinn,  vergich 
vnd  tun  chunt  offenbar  an  disem  prief  allen  den,  di  in  sehent  oder 
horent  lesen,  die  nu  sind  oder  hernach  chumftig  werdent,  daz  ich 
mit  wol  bedachtem  mut  vnd  nach  rat  vnd  gunst  aller  meiner  vreunt 
vnd  besunderleich  Vlreichs  meins  prüder  vnd  seiner  hausvrown  ver 
Christein  vnd  aller  irer  erben,  di  si  habent  oder  noch  gewinnen!, 
vnd  meins  swager  Jansen  des  Schecken  von  Steyr  vnd  seiner  haus- 
vratcn  ver  Agnesen  vnd  irs  sun  Heinreichs  vnd  aller  ir  erben,  di 
si  haben  oder  noch  gewinnen,  gutleichem  willen,  verchaufft  han 
recht  vnd  redlich  zder  zeit,  do  ich  iz  wol  getun  mocht  meinen  hof, 
der  haizzet  dacz  Puech,  vnd  ist  gelegen  in  dem  Traungaw*  vnd  ein 


142 

leben  dacz  Hersing,  di  paidev  meins  vorgenanten  vaters,  dem  Got 
genad,  vraiz  aigen  sint  gewesen,  vnd  sind  mich  an  geuallen  an  rech- 
tem tail  von  meinen  vorgenanten  geswistreden  mit  allevdev,  vnd  dar 
zue  gehört  ze  holcz  vnd  ze  veid  vnd  ze  wismad,  gestipft  vnd  vnge- 
stipft,  versuecht  vnd  vnuersuecht,  wie  iz  sei  genant,  mit  allen  den 
nuczen  vnd  rechten,  als  ich  sev  han  inn  gehabt,  dem  ersam  gots- 
haus  daez  sand  Florian  vnd  besunderleich  dem  spital  da  selbs  vmb 
zwai  hundert  phunt  wienner  phenning,  der  ich  gancz  vnd  gar  gericht 
vnd  gewert  pin.  Ich  vergich  auch  vnd  schol  dez  vorgeschriben  hofs 
vnd  lehens  vnd  allev  dev,  vnd  dar  zu  gehört,  gewer  sein  vor  recht 
an  aller  stat,  wo  des  dem  egenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian 
vnd  dem  spital  da  selbs  dürft  geschiecht  nach  landes  recht.  Nanu 
aver  daz  oftgenant  gotshaus  vnd  daz  spital  dhainen  schaden  dar  an, 
den  schol  ich  in  ab  legen  vnd  widercheren  gancz  vnd  gar,  swo  ich 
in  des  ab  gieng,  daz  schullen  si  haben  auf  mir  vnd  auf  meinen  erben 
vnd  allr  meiner  hab,  di  ich  han  in  dem  land  ze  Österreich.  Wer 
auer  ieman  vnter  meinen  erben  oder  nachchomen,  di  recht  wolten 
haben  an  den  vorgenanten  guetern  vnd  dar  nach  sprechen,  der  schol 
dem  oft  genanten  gotshaus  dacz  sand  Florian  vnd  dem  spital  da 
selbs  geben  vierhundert  phunt  wienner  phenning,  vnd  schol  sich  dez 

hofs  vnd  dez  lehens  vnterwinden,  vnd  schol  dann  daz  Gotshaus  vnd 

• 

daz  spital  darauf  nicht  mer  haben  ze  sprechen.  Vnd  daz  disev  wand- 
lung  vnd  der  chauf,  als  vorgeschriben  stat,  ewichleichen  st&t  vnd 
vnuerchert  beleih,  dar  vber  gib  ich  vorgenanter  Herlweig  kern  Hein- 
reichs sun  des  Chaisers,  dem  Got  gnad,  disen  offen  prief  versigelt 
mit  meinem  vnd  meins  prüder  Vlreichs  vnd  mit  meins  swagers  Jan- 
sens des  Schecken  vonStyr  anhangundem  jnsigel  vnd  durch  pezzerer 
sicherhait  dem  oftgenanten  gotshaus  vnd  dem  spital  haben  wir 
dienstleichen  gepeten  den  erbern  vnd  wirdigen  herren  kern  Eber' 
harten  von  Waltse,  hauptman  ob  der  Ens  vnd  vogt  des  selben 
gotshaus,  daz  der  sein  jnsigel  dar  an  gelegt  bat  zu  einem  ewigen 
geczeug  vnd  sicherhait  der  vorgenanten  Wandlung.  Der  prief  ist 
geben  nach  Christ  gepurd  dreuczen  hundert  jar  dar  nach  in  dem 
nevn  vnd  vierczigisten  jar  an  sand  Andres  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian,  Pergament  mit  vier  Siegeln.  1.  Hert- 
weigs  Siegel,  Schild  ohne  Helm,  mit  einem  Querbalken  durch  die  Mitte. 
2.  Ulreichs  Schild  ohne  Helm,  mit  einem  Querbalken  durch  die  Mitte,  auf  dem 
ein  anderer  senkrecht  steht,  der  bis  an  den  Rand  reicht.  3.  und  4.  bekannt. 


143 


CXLIV. 

1340.  4.  October.  —   Otto  von  Volkenstorf  vermacht  für  den  Fall  seines  Todes 
den  Söhnen  seines  Schwagers  Heinrich  von  Wallsee  verschiedene  Lehengüter. 

Ich  Ott  von  Volche8torf  vergich  ynd  tun  chunt  mit  disem  prief 
allen  den,  di  in  ansehent,  horent  oder  lesent,  di  nu  lebent  oder  her- 
nach chunftig  werdent,  daz  ich  bedacht  han  die  treu  vnd  besunder 
freuntschaft,  di  mir  mein  lieber  swager  Hainreich  von  Walsse  von 
Drosendorf  getan  hat  unde  noch  getun  mag  in  chunftiger,  zeit  vnd 
mach  im  und  besunderlich  seinem  sun  Reimprechten  und  andern 
seinen  sünen,  ob  Reimprecht  an  leiberben  abgieng;  mit  meiner 
lehenherren  hant  di  guter,  di  hernach  geschriben  sint  und  lehen 
sint:  Des  ersten  von  meinem  genedigen  herren  dem  hochgebarn 
forsten  herczog  Albrechts  in  Osterreich  den  marcht  ze  Neunhofen 
und  die  pauhoff  darzu  in  dem  marcht  und  zwo  hfibe  aussen  an  dem 
marcht  und  dapey  di  yischwaid  auf  der  Chrems,  di  vischwaid  auf 
der  Ens.  Darnach  von  dem  pischolf  von  Pazzau  hundert  phunt  und 
sibenczig  phunt  wienner  phenning,  da  ich  daz  halbe  haus  in  der 
Geswent  umb  gelost  han,  daz  haus  und  den  hoff  zu  dem  Wasen  und 
waz  darzu  gehört.  Von  dem  pischolf  von  Pabenberch  daz  marich- 
füter  in  Hager  pharre.  Von  dem  abpt  ze  Chremsmünster  den  hoff 
ze  Schiermstorf  und  den  zehent  in  Chemnater  pharre.  Von  der 
abptissinn  von  Erlaichloster  den  zehent  in  Sand  Valenteiner  pharre. 
Di  guter  allesampt,  als  si  vor  geschriben  stent,  mache  ich  dem  vor- 
genanten meinem  üben  swager  Hainreichen  von  Walsse  und  seinen 
sunen  in  der  maynung,  als  vor  geschriben  ist,  Also  beschaidenlich, 
ob  daz  an  mir  geschech,  da  got  vor  sey,  daz  ich  und  mein  haus- 
vrove  ver  Chunigunt  an  leiberben  stürben  und  verfüren,  so  schullen 
si  di  obgenanten  guter,  di  alle  mein  lehen  sint,  alle  angeuallen  und 
zugehoren  in  allem  dem  rechten,  als  si  mein  vater  seliger  gedench- 
nuzze  und  auch  ich  in  lehens  gewer  herpracht  haben,  darinn  schul* 
len  si  si  ez  auch  haben  zu  nuczen,  zu  verchauffen,  zu  verseczen, 
geben,  wem  si  wellent,  und  alle  iren  frum  damit  schaffen,  als  lehens 
recht  ist  und  des  landes  ze  Osterreich.  Und  daz  dise  machung  also 
furbaz  stet  und  unzebrochen  beleihe,  darüber  gib  ich  in  disen  prief 
versigelten  mit  meim  Insigel.  Diser  sach  sint  zeug  di  erbern  herren 
her  Reymprecht  und  her  Fridreich  prudtr  von  Waise  von  Ens 


144 

und  her  Eberhart  von  Waise  hauptman  ob  der  Em  mit  iren  insi- 
geln.  Der  prief  ist  geben,  da  von  Christi  geburd  waren  ergangen 
dreuzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  neun  und  vierczigistem  jar 
des  sunntags  nach  sand  Michels  tag. 

Orig.,  Perg.  Vier  Siegel  von  weissem  Wachse.  K.  k.  geh.  Hausarchir.  — 
Abgedruckt  im  Notizenblatte  der  k.  Akad.  der  Wiss.  1854*  pag.  131,  Nr.  61. 

CXLV. 

1349.  4.  October.  —  Mathe*,  Pfarrer  zu  Kreuzen,  gibt  dem  Kloster  Waldhauten 

zu  seinem  Jahrtage  einen  Weingarten  bei  Rüstorf. 

ICH  Mathes,  zden  Zeiten  pharrer  ze  Chreutzen9  vergich  vnd 
tun  chunt  allen  den»  di  disen  brif  sehent  oder  horent  lesen,  daz  ich 
mit  wolverdachtem  mut  zder  zeit,  do  ich  ez  wol  getun  macht,  gege- 
ben vnd  geschaft  han  meinen  herren  hern  Heinrich  dem  Stainreuter, 
zden  zeiten  brobst  ze  Waldhausen  vnd  dem  conuent  daselbs  in  di 
oblai  einen  Weingarten  ze  Rüstorf \  der  gelegen  ist  zenachst  pei 
dem  Weingarten,  der  da  haizzet  daz  seiger  St  t  den  ich  gechauffet  hao 
vmb  XL  phunt  phenning,  auf  di  red,  daz  mir  di  vorgenanten  herren 
ze  Waldhamen  sullen  begen  alle  iar  meinen  iartag  ewichleichen,  als 
der  brief  sait,  da  auch  ander  mein  gescheut  an  stet,  vnd  daz  di  red 
also  stfit  beleih,  dez  gib  ich  in  den  brief  versigelt  mit  meinem  pet- 
schat,  wand  ich  anders  jnsigels  nicht  enhan,  vnd  mit  meins  herren 
hern  Otten  von  Volchemtorf  jnsigel,  daz  er  durch  meiner  gepet 
willen  daran  geleit  hat.  Datum  Anno  domini  M».  CCCM°  XLVIIII.* 
proxima  dominica  post  Michahelis. 

Aus  einem  gleichzeitigen  Pergamentcodei  zu  Windhaag. 

CXLVI. 

1349.  21.  October.  —  Reinhart,  Abt  zu  Baumgartenberg,  reversirt  wegen  eines 
van  Chunrat  dem  Swanter,  Bürger  zu  Freistadt,  mit  dem  Weingarten  Motz  am 

Hölenstein  gestifteten  Jahrtages» 

Wier  apt  Reinhart  vnd  der  conuent  gemain  cze  Paumgarten- 
perig  vergehen  offenbar  vnd  tun  chund  allen  den,  di  den  Prief 
sehent  oder  horent  lesen,  daz  vns  der  erber  man  Chunrat  der 
swanter  purger  cze  der  vreinstat  vnd  sein  hausvrowe  vrowe  Alhait 


148 

geben  habent  mit  wolpedacbtem  mut  vnd  mit  gunst  aller  ierer  erben 
cre  der  czeit,   do   si  iz  wol  tun  machten,   ainen  Weingarten  gelegen 
an  dem  Hoelenstain,  haizzt  der  Mocz,  in  vnd  allen  iren  vordem  vnd 
auch  iren    nachchomen  cze  ainem  ewigen  seigerat  also  mit   der 
beschaiden,  daz  den  selben  Weingarten  innhaben  vnd  nutzzen  schol 
ier  sun  prüder  Jan»  cze  seinen  tagen,  vnd  scbol  sein  phrunt  davon 
pezzern,  vnd  wenn  er  dann  nimer  ist,  so  schol  derselb  weingart 
ledichleich  gevallen  vnserm  conuent  vnd  der  gemain  also,  daz  wier 
vnser  phrunt  jaerleich  pezzern  schullen  in  daz  refent  von  den  nutzen, 
di  von  dem  selben  Weingarten  jsrleich  gevallen,  jaerleich,   als  verr 
sev  mugen  geraichen  an  vischen  oder  an  wev  iz  dem  conuent  aller 
fugleichiger  ist,  vnd  schullen  auch  darvmb  iern  jartag  begen  jaer- 
leich  an  sand  Halachie  tag  mit  vigili,  mit  messen,  mit  andaechtigem 
gepett,  als  gewonhait  ist  in  vnserm   orden.    Geschieh  aber,  daz 
wier  den  jartag  nicht  begiengen  vnd  nicht  alz  daz  volfurten,   daz 
vorgeschriben  stet,  so  schullen  sich  ier  naest  erben  cze  hant  wider 
vndereziehen  des  vorgenanten  Weingarten  an  gevser,  vnd  schullen  den 
innhaben  so  lang,  vncz  wier  wol  gepezzern  di  selb  savmchait  mit 
guter  gewizzen,  so  ist  vns  der  selb  vnser  weingart  dann  cze  hant 
wider  ledig  als  vor  an  allen  chrieg  vnd  an  allev  widerred.    Vnd  dar- 
vmb daz  di  red  staet  vnd  vnuerchert  beleih,  darvber  geb  wier  dem 
vorgenanten  Chunrat  dem  Swanter  vnd  seiner  hausvrowen  vnd  iern 
erben  den  prief  versigelten  mit  vnsern  paiden  anhangunden  jnsigeln. 
Der  prief  ist  geben  nach  Christs  gepurd  drevezenhundert  jar  vnd 
darnach  in  dem  naevn  vnd  viertzkisten  jar  an  der  aindl&f  tausent 
magt  tag. 

Orig.»  Perg.  mit  iwei  hängenden  Siegeln  von  gelbem  Wachse  im  Stadt- 
Archive  Freistaat 

CXLVIL 

1349.  2.  lOVember.  —  Konrad  Swanter,  Bürger  in  Freistadt,  macht  verschie- 
dene testamentarische  Stiftungen. 

Ich  Chunrat  der  Swanter, purger  in  der  Vreinstat,  vergich  offen- 
bar  ,  daz  ich nach  rat  meiner  pesten  vrevnt  vnd  der  erbern 

purger  in  der  Vreinstat als  mein  dinch  vnd  all  mein  hab  vnd 

mein  gut  verschafft  hab  also  wenn  daz  ist,   daz  got  vber  mich  pevt 
vnd  daz  ich  nicht  enpin,  daz   meine  chind   gemainmvetichleich   mit 

Urkandenbueh  de«  I*ndes  ob  der  Eons.  VIT.  Bd.  10 


146 

einander  leben  vnd  an  allen  chrieg,   so  schaff  ich  zu   dem   ersten 
ab  meiner  sei  ain  phunt  phenning  ewig  gelcz  auf  meinem  Weingarten 
am  Weytenperig  gelegen  in  der  Wachaw  mit  solher  beschaidenhait, 
wer  den  Weingarten  inn  hat,   der  schol   alle  jar  jerleich  geben  ain 
phunt   phenning  an  sant  Jörgen   tag  den  dürftigen  in  daz  spytal, 
daz  in  ir  phrunt  da  mit  gepessert   wert  nach   der  purger  rat.   Wer 
aber  daz   daz   phunt  phenning  zdem  tag  nicht  geben  wurd  vnd  daz 
man  daz  verczug  vnd  vessess,  so  schol  der  vorgenant  weingart  eriben 
in  daz   spytal  zo  rechtem  purchrecht.    Ich  schaff  auch  auf  meinem 
hintern  haus  ain  phunt  phenning  ewigs  gelcz,  da  mit  man  mir,  meiner 
hausfrawn  vnd   allen  vnsern  vodern  vnd  erben  jartag  begen  schol 
nach  der  purger  rat  alle  jar  dez  sontags  vor  sand  Merteins  tag.    Ich 
schaff  auch   mein  phlanczgarten,   da  Ludel  der  Sayler  aufgesezzen 
ist,  vnd  ain  gartel  gen  Zaglaw  gelegen,   da  geit  man  von  vierczk 
phenning  an  sand  Georgen  tag  in  des  Gvnzen  selgeret  vnd  waz  dez 
vbrigen  ist  vber  den  vorbenanten  zins,   daz  schaff  ich  ledichleich  in 
der  purger  zech.   So  lazz  ich  nevn  vas  weins,   dy  selben  wein  die 
enphilchich  Hainr ich en  den  Reiter  vnd  Thoman  demSwanter  auf  ir 
triw  also,   daz   si  dauon  gelten  schulten  vierczehen  phunt  phenning. 
Ich  schaff  auch  daz  sie  nemmen  von  den  wein  phenning  zehen  phunt 
vnd  darvm  chauffen  ain  phunt  phenning  ewigs  gelcz  sand  Katreyn  ; 
mocht  man  aber  vm  di  zehen  phunt  nicht  gewinnen  ain  phunt  gelcz, 
so  schol   man  dy   zehen  phunt  dem  gotshaus  anlegen  ze  pessrung 
nach  der  purger  rat.  Ich  schaff  auch  daz  sie  geben  schullen  von  dem 
wein  phenning  main  paiden  swestern   fünf  phunt  vnd  meins  prüder 
chinder  fumph  phunt  vnd  was  der  vbrigen  phenning  wirt  von  dem 
wein,  di  scholl  man  anlegen  meiner  sei  vnd  meiner  hausfrawen  sei 
vnd  aller  vnser  vodern  ze  pessrung  vnd  zv  ainer  ewigen  gedechtnuss 
nach   der  purger  rat.    Ich  schaff  auch  meinen  pessern  Weingarten 
gelegen  an  dem  Chveperg  in  daz  chloster  gen  Pavmgartenperig  also 
daz  di  sammung  der  herren  dez  selben  cblosters  mein  vnd  meiner 
hausfrowen  vnd  aller  vnser  vodern  jarczeyt  alle  jar  begen  schullen 
vnd  vns  auch  haben  in  ir  gedacht nuzz,  dy  weil  vnd  dy  Stiftung  dez 
chlosters  wert.    So  schaff  ich  auch  ain  phunt  phenning  gen  sand 
Peter  ze  pessrung  des  Hechts  vnd  auch  dez  gotshaus.   Ich  schaff 
auch  mein  sylber  gurtel,  mein  messer  vnd  mein  schal,   daz  man  mir 
da  mit  frummen  schol  ein  romvart  vnd  ein  achvart,   daz  dy  zehant 
gangen  werden,  mocht  man  sein  aber  nicht  chomen  mit  dem  gurtel- 


147 

gewant  vnd  minder  schal,  so  schol  man  nemmen  der  wein  phenning 
alx  vil  vncz  dy  vert  volpracht  werden.  Ich  schaff  auch  alz  mein 
gewant,  all  mein  harnasch  vnd  waz  in  dem  haus  ist,  daz  sehol  der 
Reytter  vnd  auch  Thomel  gehen  arm  levten  mit  einer  gewissen  vnd 
was  ander  meiner  hab  ist  vber  dy  hab,  dy  ich  verschafft  hab,  di  schaff 
ich  ledichleich  meinem  svn  Mertein  vnd  meiner  tochter  Margreten 
mit  solker  beschaidenhait,  stirbt  ir  eins  an  erben,  so  schol  sein  tayl 
auf  daz  ander  erben;  sterben  si  aber  paide  an  erben,  so  schol  dy 
hab  her  wyder  erben  auf  ir  nächst  erben.  Vnd  dar  vber  zv  vrchund 
gib  ich  dysen  offen  prief  wolbesigelten  vnd  bestaett  mit  der  stat  zder 
Vreinstat  anhangenden  insigel.  Der  prief  ist  geben  nach  Christes 
gepurt  drev  zehen  hundert  jar  dar  nach  in  dem  nevn  vnd  vurzkisten 
jar  dez  montags  an  aller  sei  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  Hangesiegel  im  Stadtarchive  Freistadt. 


CXLVIII. 

1349.  4.  lOVember.  —  Gerunch  der  Mitterkircher  versetzt  dem  Kloster  Baum- 
gartenberg ein  Lehen  zu  Weisching  in  der  Pfarre  Mitterkirchen, 

Ich  Gerunch  der  Mitterkircher  vergich  offenwar  vnd  tun  kundt 
allen  den ,  die  den  brief  sehent  oder  horent  lesen ,  das  ich  mit  wol- 
bedachtem  müt  vnd  mit  guetlichem  willen  meiner  hausfrawen  frawn 
diermtetn  vnd  mit  gunst  aller  vnnser  erben,  wie  di  genant  sind,  vnd 
auch  durch  rechter  ehaffter  not  willen  versatzt  han  meins  rechten 
erbaigens,  das  ich  mit  rechtem  recht  in  mein  gwalt  bracht  han  vnd 
chomen  ist,  ain  leben  datz  weisching,  da  Hainrich  der  Lutlan  auf- 
sitzt, gelegen  in  Mitterchircher  pharr,  dem  abbt  vnd  dem  gotshaws 
zu  Pawngartnperg  vmb  viertzig  phund  wiener  phenning,  der  ich 
gantz  vnd  gar  gewert  pin,  mit  allen  den  rechtn  vnd  nutzen,  die 
darzu  gehörend  ze  holtz  vnd  ze  veld,  versuecht  vnd  vnuersuecht.  Es 
dient  auch  das  selb  lehn  jarlich  achtzehn  metzn  korns  vnd  secht- 
sehen  metzn  habern  vnd  drey  Schilling  wiener  phenning  an  sand 
Jorgentag.  Es  ist  auch  des  vor  genantn  lehens  losung  jarlich  in  den 
pfingstfeirtagen  vnd  zu  kainer  zeit  nicht  mer  in  dem  jar.  Ich  bin  auch 
vnd  mein  vor  genannte  hausfraw  vnd  vnnser  baider  erben  des  ege- 
sehribenn  lehens  vnd  des  satzs  gwer,  wo  des  durfft  geschiecht,  nach 
lannds  recht  in  Österreich,  als  satzs  recht  ist.   Gieng   aber    dem 

10* 


148 

gotshaws  vnd  den  herren  ze  Pawngartnperg  daran  icht  ab  mit  recht, 
das  sulln  die  herrn  vnd  ir  gotshaws  haben  auf  aller  der  hab,  die  wir 
haben  in  dem  land  zu  Österreich.  Vnd  darumb,  das  die  red  vnd  die 
Wandlung  stät  ynd  vnuerchert  beleih»  darüber  gib  ich  dem  gotshaws 
ynd  den  offt  genanten  herren  den  brief  versigelten  mit  meinem  anhan- 
gunden  innsigel  vnd  mit  herrn  Lorenntzn  innsigel  ze  den  Zeiten 
landtricliter  in  dem  Machlannd  vnd  mit  herrn  Weizls  innsigel  von 
Erwing  vnd  mit  herren  Herworts  innsigel  den  Lenperger  vnnd  mit 
Fridrichs  des  Tannpekhen  innsigel,  di  der  sach  damit  gezewg  sind. 
Der  brief  ist  geben  nach  Crists  geburd  drewtzehen  hundert  jar  vnnd 
darnach  in  dem  newn  und  viertzigistenn  jar  des  nagstenn  mittichen 
nach  aller  heiligen  tag. 

Aus  einem  Copialbuch  des  Klosters  Baumgartenberg  vom  Jahre  1511. 


CXLIX. 

1349.  10.  lOVember.  —  Friedrich  der  Chersperger,  Richter  tu  Steyr,  stiftet 

ein  Seelgeräth  zu  Gleink  mit  einem  Weingarten. 

Ich  Friderich  der  Chersperger  richter  ze  Steir  vnd  alle  mein 
erben,  wi  di  genant  sint,  die  nv  lebent  oder  hernach  chunftich  wer- 
den^ vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  den  brief  an  sehent  oder 
horent  lesen,  daz  wir  mit  veraintem  mut  wol  bedacht  vnd  mit  gutlei- 
chem  willen  nach  rat  vnserr  pesten  friunt  zu  der  zeit,  do  wir  ez  wol 
getun  mochten,  durch  vnserr  sei  willen  geschaft  haben  den  herren 
vnd  dem  goczhaüs  ze  Gleunch  in  di  oblay  vnsern  Weingarten  gele- 
gen ze  Straczing  an  dem  Oloch,  do  man  funzehen  winner  phenning 
ze  purchrecht  von  gibt,  mit  allen  den  nutzen  vnd  rechten,  di  dar  zu 
gehorent,  swi  di  genant  sint,  besucht  vnd  vnbesucht,  also  daz  si  vns 
vnd  vnsern  vodern  vnsern  iartach  alle  iar  mit  vigili  vnd  messe  an 
dem  ahten  tag  vor  sant  Mirteins  tach  begen  sullen;  wer  auch,  daz 
chainer  vnserr  irben  nach  dem  genanten  Weingarten  sprach  oder  in 
haben  wolt,  der  sol  dem  genanten  goczhaüs  ze  Gleunch  geben 
viertzich  phunt  phenning  wienner  munzze;  swann  auch  ich  obgenan- 
ter  Friderich  Chersperger  alain  nimer  enpin,  so  sol  der  ob  genant 
weingart,  wi  man  in  dann  fint,  an  allen  clyiech  vnd  widerred  des 
obgenanten  gotzhausse  ze  Gleunch  ewichleich  sein.  Daz  daz  also 
st»t  vnd  vnzerbrochen  behalten  werd,  gib  ich  obgcnanterFnVfereieA 


149 

Chersperger  für  mich  vnd  alle  mein  erben  den  brief  versigelten  mit 
meim  vnd  der  stat  ze  Steir  anhangenden  Insigeln  vnd  ist  geschehen, 
do  man  zalt  vonChristes  geburtt  drewzehenhundert  iar  vnd  dar  nach 
in  dem  nevn  vnd  viertzichistem  jar  an  sant  Mirteins  abent. 

Ana  dem  Originale  zu  Gleink,  Pergament  mit  nur  noch  einem  Siegel. 

CL. 

1349.   10.  lOVember.  —  Friedrich  der  Chersperger y  Richter  tu  Steyr,  stiftet 
sich  zu  Garsten  einen  Jahrtag  mit  einem  Weingarten  tu  Stratting. 

Ich  Friderich  der  Chersperger  richtet  ze  Steir  vnd  alle  mein 
erben,  wie  di  genant  sint,  di  nv  lebent  oder  hernach  chünftich  wer- 
dend vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  den  brief  ansehent  oder 
horent  lesen,  daz  wir  mit  veraintem  müt  wolbedaht  vnd  mit  gutlei- 
chem  willen  nach  rat  meiner  pesten  friunt  zu  der  zeit,  do  wir  ez  wol 
getun  mochten,  durch  vnserr  sei  willen  vnd  durch  meins  suns  hern 
Christans  willen,  der  ze  Gcsrsten  ist,  geschaft  haben  den  herren  vnd 
dem  gotzhaüs  ze  Gcersten  in  di  oblay  vnsern  Weingarten  gelegen  ze 
Strastzitig  an  dem  oloch  zenoehst  bei  dem  Poschen  mit  allen  den 
nutzeu  vnd  rechten,  di  darzu  gehorent,  swi  di  genant  sint,  besucht 
vnd  vnbesucht  also,  daz  si  vns  vnd  vnsern  vodern  im  iartach  alle  iar 
mit  vigili  vnd  messe  an  der  ainlef  taüsent  maid  tach  begen  sullen. 
wer  auch,  daz  chainer  vnserr  irben  nach  dem  genanten  Weingarten 
sprach  oder  in  haben  wolt,  eer  sol  dem  genanten  gotzhaus  ze  Gaer- 
sten  geben  viertzich  pfunt  pfening  wienner  munzze.  man  dient  auch 
von  dem  obgeschribenn  Weingarten  gein  Lienvelden  zehen  wienner 
pfening  ze  purchrecht.  swann  auch  ich  obgenanter  Friderich  Chers- 
perger alain  nimer  enpin,  so  sol  der  obgenant  weingart,  wi  man  in 
dann  fint,  an  allen  chriech  vnd  widerred  des  genanten  gotzhausse  ze 
Gaersten  ewichleich  sein.  Daz  daz  also  stset  vnd  vnzerbrochen  behal- 
ten werd,  gib  ich  obgenanter  Friderich  Chersperger  für  mich  vnd 
alle  mein  erben  den  brief  versigelten  mit  meim  vnd  der  Stat  ze  Steir 
anhangenden  insigeln.  Daz  ist  geschehen,  da  man  zalt  von  Christes 
geburtte  dreuzehenhundert  jar  vnd  darnach  in  dem  nevn  vnd  virtzi- 
chistem  iar  an  sant  Marteins  abent. 

Orig.,  Perg.  im  ehemaligen  Garstner  Archive  mit  zwei  hängenden  Siegeln 
Ton  gelbem  Wachse.  1.  Gani  verschieden  von  dem  bei  Pretienhuber.  Annal.  5?. 
—  eine  nicht  zu  beschreibende  Figur : 


ISO 


CLL 

1349.    11.  Io?ember.  —   Bertha  die  Zartin  vnd  ihre  Kinder  schüfen  dem 
Kloster  Wiihering  sieben  Güter  am  Dietreiehsberg. 

Ich  Pericht  di  Zcertin  vnd  ich  Peter  ier  svn  vnd  mein  tochter 
Chlor,  ier  enichel  vnd  alle  vnser  erben  wier  veriehen  offenbar  vnd 
tun  chunt  allen  den,  di  den  brief  sehent  oder  lesen  horent,  Daz  wier 
mit  wolbedachtem  müt  vnd  zu  den  Zeiten,  do  wier  iz  wol  getun 
mochten,  vnd  mit  vnser  erben  gutleichen  willen  recht  vnd  redleich 
geschaft  haben,  daz  nach  vnserm  tot,  ob  wiers  verhaben  mugen  oder 
wellen,  durch  vnser  sei  hails  willen  vnd  aller  vnser  vorvodern  sei 
willen,  so  schaf  wier  der  saugen  sammvng  dem  abt  vnd  allen  seinen 
herren  hintz  Wiihering  vnser  siben  gut,  di  gelegen  sint  am  Biet- 
reich8perig,der  ains  haist  im  Rwut  vnd  ains  auf  der  Strceutzen  vnd 
ains  datz  der  Chnochen  vnd  ain  mul  haist  datz  der  Mierelln  vnd 
drev  gut  ligent  bei  ein  ander  da  bei,  versucht  vnd  vnuersucht  mit 
allem  gelt  vnd  mit  allem  nutz,  als  wiers  gehabt  haben  an  daz  ain, 
daz  sev  alle  jar  von  den  vor  genanten  guten  ains  an  sand  Nyclas  tag 
raichen  vnd  geben  schullen  hintz  der  pharr  ze  Lintz,  swer  so 
pharrer  ist,  sechs  Schilling  phenning  alter  winner,  vnd  hintz  dem 
spital  den  siehen  ze  Lintz  auch  sechs  Schilling  phenning  winner.  Mit 
solher  beschaidenhait  alle  di  weil,  daz  her  Bietreich  der  Malhinger, 
her  Wernhart  der  Uurnprech,  her  Haistolf  der  Tungozzinger,  daz 
di  drei  den  nutz  vnd  di  selben  gut  schullen  inn  haben  vnd  schullen 
vns  da  von  ze  iern  tagen  alle  iar  ainn  jartag  begen  also,  vnd  sev 
sein  mit  sampt  vns  von  got  Ion  enphahen  wellen  Ynd  schullen  auch 
daz  tun,  di  weil  ier  aiuer  lebt,  awer  nach  der  dreir  herren  tot  so 
schol  sich  sein  di  sammvng  vnder  winden,  vnd  schullen  vns  vnsern 
jartag  begen  nach  iern  trewn,  vnd  swas  vber  den  jartag  beleibt,  daz 
sol  der  abt  geleich  tailen  vnder  sein  sammvng ,  daz  aim  als  wol 
geschech  als  dem  andern.  Vnd  w&r,  daz  sev  daz  nicht  tasten,  so 
schullen  sich  vnser  naegst  erben  des  vorgenanten  gutz  vnderwinden 
vnd  schullen  den  jartag  begen,  als  vor  verschriben  ist  Vnd  wser 
awer,  daz  vnser  dreier  ains  als  lang  lebt  vnd  wolt  daz  daz  (sie)  vor- 
genanten gueter  Versendern»  oder  di  selben  gut  verchauffen  oder  ver- 
setzzen,   daz  sol  noch  mag  dar  an  niemt  engen  noch  irren.   Daz  di 


151 

red  stet  vnd  vnzebrochen  beleih,  dar  vber  geben  wier  disen  brief 
gesigelten  mit  vnsers  Heben  herren  kern  Eberharts  von  Waltse 
anhangundem  jnsigel,  der  ze  den  Zeiten  hauptman  was  ob  der  Ens, 
vnd  mit  vnser  baider  anhangnnden  jnsigel.  Der  brief  ist  gegeben 
nach  Christes  geburd  dreutzehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  nevn 
?nd  viertzkisten  jar  an  sand  Merteins  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Wilhering,  Pergament  mit  drei  hängenden  Siegeln. 


CLII. 

1349.   IL  lOfember.  —  Dietrich  der  Tanner  verkauft  seinen  Hof  zu  hohen- 
berg  in  Arbinger  Pfarre  dem  Kloster  Baumgartenberg. 

Ich  Dietrich  der  Tanner  vergich  offennleich  vnd  tun  kundt  allen 
den,  die  den  brief  sehend  oder  horent  lesen,  das  ich  mit  wol  bedach- 
tem muet  vnd  mit  guetlichem  willen  aller  meinererben,  wie  die 
genannt  sind,  nach  meiner  besten  frewndt  rat  vnd  auch  durch  rech- 
ter ehafter  not  willen  verchauft  han  meins  rechten  freyen  erbaigens, 
einen  hof  datz  Höhnperg  gelegn  jn  Erwinger  pfarr  mit  alle,  vnd 
darzu  gebort  versuecht  vnd  vnuersuecht,  der  mir  gefallen  ist  getailt 
von  all  mein  geschwistreden  zu  rechter  fürzicht  vnd  den  jch  vnd 
mein  vodern  gehabt  haben  in  rechter  stiller  aigens  gwer  vnser  jar 
enwollen,  dem  gotzhaws  vnd  den  herren  zu  Pawngariennperg  vmb 
an  zway  sechtzig  phund  wiener  phenning,  der  ich  gantz  vnd  gar 
gewert  pin  zu  rechten  tagen  an  allen  schaden,  also  mit  der  beschai- 
den,  das  ich  vnd  all  mein  erben  khain  ansprach  noch  chain  zueuer- 
sicht  zu  demselben  hof  nymmer  mer  sullen  gewynnen.  Ich  bin  auch 
vnd  mit  mir  all  mein  erben  des  egeschribenn  hofs  des  gotshawss  vnd 
der  herren  gwer,  wo  in  das  dürft  geschiecht,  nach  landtsrecht  jn 
Österreich,  als  aigens  recht  ist.  Gieng  aber  dem  egenannten  gots- 
haws  daran  jcht  ab  vnd  was  es  des  schadn  nymbt  mit  recht,  den  sol 
dasselb  gotshaws  vnd  di  herren  haben  auf  aller  der  hab,  di  ich  vnd 
mein  erben  haben  in  dem  lannd  ze  Österreich.  Vnd  darumb,  das  die 
red  staet  vnd  vnuerchert  beleih,  darüber  gib  ich  in  den  brief  ver- 
sigelten mit  meinem  anhangunden  innsigel  vnd  mit  kern  Lorenntzen 
innsigel  von  Öd,  den  Zeiten  landtrichter  in  dem  Machlannd  vnd 
herrn  Wetzeis  innsigell  von  Erwing  vnd  mit  kern  Weicharts  inn- 
sigel], di  der  sach  gezewg  sind«   Der  brief  ist  gebenn  nach  Crists 


182 

geburd  drewtzehen  hundert  jar,   darnach  in  dem  newn  und  viertzi- 
gistem  jar  an  S.  Merteins  tag. 

Aus  einem  Copialbueh  des  Klosters  Baumgartenberg  vom  Jahre  1511. 


CLIII. 

1349.  11.  I0?ember.  —  Agnes,  Hartmuts  des  Fleischessen  Witwe  verschafft  dem 
Kloster  Baumgartenberg  ein  halbes  Pfund  Wiener  Pfenning  auf  dem  Haghof  in 

Mümbacher  Pfarre  tu  einem  Seelgeräth. 

Ich  Agnes  die  kern  Hartmtäs  des  Fleischessen  Witib  vergich 
offennlich  vnd  tuen  kundt  allen  den,  die  den  brief  sehen!  oder  hörend 
lesen,  daz  ich  mit  wol  bedachtem  muet  vnd  mit  guetlichem  willen 
meiner  baider  sun  Leutolds  vnd  Bernharts  der  Hager  vnd  auch  mit 
gunst  aller  meiner  erben,  wie  die  genannt  sind,  geben  vnd  geschafft 
han  zu  der  zeit,  do  ichs  wol  tuen  mocht,  den  geistlichen  herren  hintz 
Pawngartenperg  mir  vnd  allen  meinen  vodern  zu  einem  ewigen 
seigerat  meines  rechten  freyen  erbaigens  ain  halb  phund  gelts 
wienner  phenning  auf  Sand  Lorenntzntag  der  münns,  die  zu  dersel- 
ben zeit  gang  hat,  auf  dem  halben  hof,  der  da  haist  der  Haghof, 
gelegen  in  Munspecker  pfarr  mit  der  beschaiden,  das  di  herren 
meinen  jartag  darumb  sullen  iärlich  begeen  an  sand  Johanstag  des 
E wangelisten,  als  gewonhait  ist  in  irem  orden.  Vnd  wer  der  herren 
pitantzer  ist,  der  sol  den  herren  an  demselben  tag  in  dem  refennt 
geben  einen  diennst,  als  ferr  das  halb  phund  geraicben  mag  vnuer- 
zogenlich.  Geschach  aber,  das  die  herren  sawmig  w&ren  vnd  der 
jartag  nit  begangen,  als  vor  geschriben  stet,  so  sollen  sich  mein 
nagst  erben  des  vor  genanten  gelts  vnd  des  halben  hofs  wider  vnd- 
terziehen  vnd  sullen  den  jnnhaben  an  gewer  so  lang,  vntz  das  die- 
selb  sawmichait  wol  gepessert  wirt  mit  gueter  gwissen,  so  ist  dem 
gotzhaus  vnd  den  herren  das  halb  phund  gelts  auf  dem  vor  genanten 
halben  hof  dan  wider  ledig  als  vor  an  allen  krieg  vnd  an  alle  wider 
red.  darüber  offen  ich  mer,  das  die  vor  genanten  herren  mit  dem 
halben  hof  nicht  anders  sullen  zu  schaffen  haben,  dann  das  sy  das 
vor  genant  halb  phund  iärlich  ein  sullen  nemen  an  sand  Lorentztag, 
als  vor  geschriben  stet.  Geschach  aber,  das  den  herren  der  dienst 
versessen  wurd  vnd  nicht  geben  an  dem  vor  genanten  tag,  zu  hant 
an  dem  nagsten  tag  darnach,   so  sullen  sy  gewalticlich  phenndten 


153 

auf  dem  egeschriben  halben  bof  vnd  da  nemen  baide  lewt  vnd  guet 
vmb  im  dienst  vnd  darzu  vmb  das  wanndl  vnd  sol  ich  vnd  mein 
erben  vnd  auch  anderr  nyeman  sy  daran  nyndert  jrren.  Vnd  darumb 
das  die  red  stät  vnd  vnuerkert  beleih,  darüber  gib,  ich  in  den  brief 
versigelten  mit  meiner  baider  sunLeutolds  vnd  Bernhera  anhangun- 
den  insigln  der  Fleischessen,  die  der  sacb  damit  gezewg  sind.  Der 
brief  ist  gebn  nach  Crists  geburd  drewzehen  hundert  jar  vnd  dar- 
nach jn  dem  newn  und  viertzigisten  jar  an  sannd  Marteins  tag. 
Aas  einem  Copialbuch  des  Klosters  Baumgartenberg  rom  Jahre  1511. 

CLIV. 

1349.  18.  lovember.  —  Zeugenschaftsbrief \  dass  dem  Kloster  Lambach  die 
Chemnatau  gegen  die  Chemnater  gerichtlich  zuerkannt  wurde. 

Ich  Eberhart  von  Pollnhaym,  Ich  Vlreich  von  Anhang,  Ich 
Alber  der  Partshaymer,  Ich  Dytrich  der  Schyuer,  Ich  Virich  der 
Georger,  Ich  Chunrad  der  Etzlinger  ze  den  Zeiten  phleger  des 
lantgerichts  ob  der  Ena  vnd  ich  Jacob  der  Stracher  vnd  ich  Chun- 
rad der  Salmamieiter  vnd  ich  Virich  der  Wupcl  wir  veriechen 
offenbar  an  disem  gegenbärtigen  prief,  daz  der  wierdig  gaistleich 
herre  abpl  Virich  ze  Lambach  ainen  tag  het  gegeben  auf  ain  rech- 
lez  recht  den  erbern  leuten  Gotfriden  dem  Chempater  vnd  seinen 
prvedern  nach  ir  williger  pet  vmb  die  Chempnatow,  da  si  naeh 
chriegten,  si  wer  ir  erib  vnd  div  gehört  zu  des  gotshauses  vorst  vnd 
biet  da  gen  ir  manung  dar  vmbe  gehöret  also  herren  vnd  rittern 
vnd  chnechtt  ertailt  hieten  vnd  an  der  manung  ist  in  ab  gegangen 
vnd  bat  der  abpt  div  vorgenande  Chempnatow  mit  ainem  recht 
behabt  vnd  ist  im  ertailt  von  vns  vnd  von  roanigem  erben  manne, 
daz  daz  gotzhaus  div  ow  fuerbaz  vor  in  vnd  vor  Iren  erbn  an  alle 
chrieg  habn  schol,  vnd  ist  auch  dem  abpt  vnd  dem  gotzhaus  des 
hochgeporn  fürsten  hertzog  Alber  hertzog  in  Osterrich  in  Steyr 
vnd  in  Kernden  schierm  dar  vber  ertailt,  vnd  des  edeln  herren  hern 
Eberhart  von  Waltse  hauptman  ob  der  Em  vnd  landtrichter.  Vnd 
dar  vber  geben  wir  dem  abpt  vnd  dem  gotzbaus  den  prief  zu  ainer 
bezeugnusse  vnd  gedechtnusse  diser  sache,  wand  wir  da  bey  gewe- 
sen sein  versigelten  mit  vnsern  anhangunden  jnsigeln.  Actum  et 
datum  anno  domini  M°.  CCC.  XLVII1I*  in  octava  sancti  Martini. 

Original  auf  Pergament  in  Lambach,  das  Siegel  aiemlich  erhalten 


154 


CLV. 

1349.  19.  lovember.  —  Jan»  der  Scheck  verkauft  dem  Kloster  St.  Florian  eine 
Fischweide  zu  Hag  bei  der  Traun,  die  Lehen  ist  de»  Herzog»  von  Oesterreich. 

Ich  Jans  der  Schechk  von  Styr  vnd  mein  hausvraw  vro  Agnes 
vnd  mein  sun  Heinreich  vnd  all  vnser  erben,  di  wir  haben  oder 
noch  gewinnen,  verieben  vnd  tun  chunt  offenbar  an  disem  prief  allen 
den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  di  nu  sind  oder  hernach  chumf- 
tig  werdent,  daz  wir  mit  wolbedachtem  mut  vnd  nach  rat  vnd  mit 
willen  vnd  gunst  aller  vnser  vreunt  vnd  besunderleich  Vlreichs  vnd 
Hertweigs  hern  Hainreichs  sun  des  Chaisers,  dem  Got  genad, 
meiner  swäger  vnd  aller  irer  erben,  di  si  habent  oder  noch  gewin- 
nend gutleichem  willen  verchauft  haben  zder  zeit,  do  wir  iz  wol 
getun  mochten,  vnser  vischwaid  an  dem  Hag  paj  {der  Traun,  di 
mir  vorgenanten  Jansen  dem  Schechken  geuallen  ist  an  rechtem  tail 
von  meinem  sweher  hern  Hainreichen  dem  Chaiser,  dem  Got 
genad,  di  im  warden  ist  von  hern  During  dem  Piber,  vnd  di  ich 
von  meinem  genadigeu  herren  hercxog  Albrechten  von  Osterich  han 
ze  lehen  mit  allev  dev,  vnd  dar  zu  gehört,  versuecht  vnd  vnuersuecht 
mit  allen  nuczen  vnd  rechten,  als  wir  sev  haben  inn  gehabt,  dem 
ersam  gotshaus  dacz  sand  Florian  vnd  der  sampnung  da  selb  vmb 
hundert  phunt  alter  wienner  phenning,  der  wir  gancz  vnd  gar  gericht 
vnd  gewert  sein.  Wir  veriehen  auch  vnd  schallen  der  vor  geschriben 
vischwaid  vnd  allev  dev,  vnd  dar  zu  gehört,  gewer  sein  vor  recht 
an  aller  stat,  wo  des  dem  egenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian 
dürft  geschiecht  nach  landes  recht.  Nim  auer  daz  oft  genant  gots- 
haus vnd  di  sampnung  dhainen  schadeu  dar  an,  den  schult  wir  in  ab 
legen  vnd  widercheren  gancz  vnd  gar,  swo  wir  in  des  ab  giengen, 
daz  schullen  si  haben  auf  vns  vnd  auf  vnsern  erben  vnd  allrer  vnse- 
rer  hab,  di  wir  haben  in  dem  land  ze  Österreich.  Wer  auer  ieman 
vnter  vnsern  erben  oder  nachchomen,  di  recht  wolten  haben  an  der 
vischwaid  vnd  dar  nach  sprechen,  der  schol  dem  oftgenanten  gots- 
haus dacz  sand  Florian  geben  zwai  hundert  phunt  wienner  phenning 
vnd  schol  sich  der  vischwaid  vnterwinden  vnd  schol  dann  daz  gots- 
haus dar  auf  nicht  mer  haben  ze  sprechen.  Vnd  daz  disev  Wandlung 
vnd  der  chauf  als  vor  geschriben  stet,   ewichleichen  st&t  vnd  vnuer- 


1K5 

chert  beleih,  dar  vber  gib  ich  yorgenanter  Jans  der  Schechk  disen 
offen  prief  mit  meinem  vnd  mit  meiner  vorgenanten  swäger  Vlreichs 
tnd  Hertweigs  der  Chaiser  anhangundem  insigel,  vnd  durch  pezzer 
sicherhait  dem  oftgenanten  gotshaus  haben  wir  dienstleichen  gepeten 
den  erbern  vnd  wirdigen  herren  kern  Eberharten  von  Waltse 
hauptman  ob  der  Ens  vnd  rogt  des  selben  gotshaus,  daz  der  sein 
insigel  dar  an  hat  gelegt  zu  einem  ewigen  gezeug  vnd  sicherhait  der 
yorgenanten  Wandlung.  Der  prief  ist  geben  nach  Christ  gepurd 
drevtzen  hundert  jar,  darnach  in  dem  nevn  vnd  vierczigistem  jar  an 
sand  Merteins  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian,  Pergament  mit  drei  Siegeln.  1.  Ein 
gespaltener  Schild  ohne  Helm  mit  einer  Binde  durch  die  Mitte:  S.  IOH ANNES 
SCHEKCHO.  %.  Undeutlich,  dem  Anscheine  nach  ein  Querbalken  durch  die 
Mitte,  auf  dessen  Mitte  ein  Pfahl  steht  3.  Verloren.  4.  Das  Siegel  Eberbarts 
too  Wallsee  ohnehin  bekannt. 


CLVI. 

1349.  23.  lovember  —  Friedrich  der  Tanpeck  und  seine  Hausfrau  Gisela  ver- 
setzen ihrem  Freunde  Dietrich  dem  Beikerstorfer,  Margareth,  seiner  Hausfrau, 
ihren  frei  kaufeigenen  Hof  tu  Wagrein  —  der  Trachterhof  genannt  —  in  der 
Pfarre  Mitterkirchen  gelegen,  um  iSO  Pfund  Pfenninge  Wiener  Münze, 

ICH  Fridreich  der  Tanpech  vnd  ich  Geissln  sein  hausfraw 
vnd  mit  vns  alln  vnsern  erben  wier  veriehen  vnd  tuen  chunt  allen 
den,  di  den  prief  sehent  oder  hörnt  lesen,  di  nv  sint  vnd  her  nach 
chumfitig  werdent,  daz  wier  ynuerschaidcnleiohen  gesaezt  haben 
vnserm  lieben  vreunt  Dietreichen  dem  Beikerstorfer  vnd  Margreten 
seiner  hausfrawen  vnd  alln  iern  erben  vnsern  hoffe  dacz  Wagrein} 
ist  genaatt  des  Trachter  hoff  vnd  ist  gelegen  in  Müterchircher 
pharre  vnd  ist  vnser  vreys  chauff  aygen,  vmb  anderhalb  hundert 
phuut  phenning  wienner  munzz  hab  wier  jn  den  vor  geschriben 
hoffe  gesaezt,  der  wier  gantz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  sein  an 
alln  schaden  vnd  auch  mit  allen  den  rechten  vnd  nutzen  habe  wier 
in  gesaezt,  als  wier  in  selber  in  gehabt  haben,  ez  sei  versuecht  oder 
vnoersuecht,  mit  holtz,  mit  velden,  mit  watde,  mit  wissmade,  swie 
daz  genautt  ist  also  mit  auz  genomer  red ,  daz  wier  des  vor  genann- 
ten satze  auf  dem  vor  geschriben  hoff  dacz  Wagrain  ier  gewer  sein 
nach  landes  recht  vnd  als  Satzung  recht  hat  in  dem  landt  in  Ö$ter- 


1K6 

reich.  Wer  auer  daz  getan,  das  in  dar  an  ab  gieng  rnd  schaden  mit 
recht  dar  an  nemen,  den  selben  schaden  scbullen  sev  haben  datz 
vns  rnd  datz  aller  vnser  habe,  di  wier  haben  in  dem  Iandt  in  Öster- 
reich an  allev  ansprach.  Ez  schol  auch  des  vor  geschriben  satze  alle 
jar  jarchleichen  lossung  sein  an  sand  Merteins  tag.  Daz  dem  vor 
genantten  Dietreichen  dem  Reikerstörjfer  rnd  Margreten  seiner 
hausfrawen  vnd  allen  iern  erben  disev  red  vnd  disev  Wandlung  also 
stet  vnd  vntzeprochen  peleib  von  mir  vor  genantten  Fridreichen 
dem  Tanpechen  vnd  von  alln  mein  erben,  dar  vber  gib  ich  in  disen 
gegenbuertigen  prief  ze  ainem  ewigen  gezeug  versigelt  mit  meinem 
anhangvnden  jnsigel  vnd  mit  hern  Wetzleins  von  Erbing  anhangvn- 
den  jnsigel  vnd  mit  hern  Larentzens  des  Öder  anhangvnden  jnsigel, 
der  ze  den  selben  zeitten  iantrichter  in  dem  Machlandt  gewessen 
ist  vnd  mit  Otteins  des  Ymtzinger  anhangvnden  jnsigel,  dew  diser 
sach  alln  gezeug  sid.  Der  prief  ist  geben,  do  man  zalt  von  Christes 
gepuerdt  drevtzehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  nevn  viertzkisten 
jar  an  sand  dementen  tag. 

Aus  dem  Original  im  Museum  zu  Linz  auf  Pergament,  die  Siegel  verloren. 


CLVll. 

1349.  30.  November.  —  Dietmar  von  Wolfstein  und  sein  Sohn  Alber  geben  dem 
Spitale  tu  St,  Florian  zum  Seelgeräthe  das  Gut  an  dem  Lehen  in  der  Nähe  des 

Klosters  und  das  Forstholt. 

Ich  Dyetmar  der  Wolfstain  vnd  mein  sun  Albrecht  vnd  all 
vnser  erben,  di  wir  haben  oder  noch  gewinnen,  veriehen  offenbar 
allen  den,  dt  disen  prief  sehent  oder  horent  lesen,  di  nun  sind  oder 
her  nach  chumftig  werdent,  daz  wir  mit  wol  bedachtem  muet  zder 
zeit,  do  wir  iz  wol  getun  mochten  mit  gutleichem  willen  vnser  pesten 
vreunt  vnd  all  vnser  erben  haben  gegeben  dem  ersam  gotshaus  dacz 
sand  Florian  vnd  dem  spital  da  selbs  recht  vnd  redleich  vnd  lauter« 
ieich  durch  Got  vnd  vnsrer  seien  vnd  alln  vnsern  vodern  vnd  vnsern 
nachchomen  zu  einem  ewigen  selgret  ein  gut,  daz  haizt  an  dem 
Lehen  vnd  ist  gelegen  nahen  pei  dem  egenanten  gotshaus,  mit  allev 
dev,  vnd  dar  czue  gehört  ze  holcz  vnd  ze  veld,  gestift  vnd  vnge- 
stipft,  versuecht  vnd  vnuersuecht,  daz  ich  vorgenanter  Dyetmar  der 
Wolfstain  han  ze  lehen  gehabt  von  meinem  genedigen  herren  dem 


187 

pischolf  von  Pazzaw,  vnd  ein  holcz,  daz  ist  gelegen  an  dem  farst- 
holcz,  daz  vnser  vreiz  aigen  ist  gewesen  mit  grünt  vnd  mit  holcz 
vnd  mit  allev  dev,  vnd  dar  zue  gehört  mit  allen  rechten  vnd  nuczen, 
als  wir  iz  innhaben  gehabt  also  beschaidenleich,  swer  des  vorgenan- 
ten spitals  dacz  »and  Florian  phleger  ist»  der  schol  daz  vorgenant 
leben  vnd  daz  holcz  haben  in  nucz  vnd  in  gwer,  als  anders  dez  sel- 
ben spital  gut,  vnd  schol  den  armen  leuten  ir  phrunt  da  von  pez- 
zern, als  er  pest  mag.  Wer  auer  ieman  vnter  vnsern  vreunten  oder 
erben,  dar  (sie)  nach  dem  vorgenanten  gut  sprechen  wold,  der 
schol  dem  oft  genanten  gotshaus  dacz  »and  Florian  vnd  dem  spital 
da  selbs  geben  hundert  phunt  wienner  phenning  vnd  schol  sich  dann 
dez  vorgenanten  gutez  vnd  dez  holcz  vnterwinden,  vnd  anders  nicht. 
Daz  disev  Wandlung  also  stet  vnd  vnuerchert  beleih,  dar  vber  gib 
ich  vorgenanter  Dyetmar  vnd  mein  sun  Albrecht  dem  vorgenanten 
gotshaus  dacz  »and  Florian  vnd  dem  spital  da  selbs  dissen  offen 
prief  versigelt  mit  vnserer  paider  anhangunden  insigel,  vnd  zu  einer 
pezzern  sicherhait  hab  wir  den  edlen  vnd  wierdigen  herren  kern 
Ewerharten  von  Waltse  Hauptmann  ob  der  Ens  vnd  vogt  dez  sel- 
ben gotshaus  dienstleich  gepeten,  daz  er  sein  insigel  dar  an  hat 
gelegt  der  vorgenanten  sach  zu  einer  pezzern  stetichait.  Der  prief 
ist  gegeben,  do  man  czalt  von  Christs  gepurd  dreuezehenhundert 
-  iar,  dar  nach  in  dem  nevn  vnd  vierezigisten  jar  an  sand  Andres  tag. 

Aas  dem  Original  zu  St  Floriaa ;  auf  Pergament  mit  drei  Siegeln. 


CLVIII. 

1349. 13.  December.  —   Die  Brüder  Jans  und  Dietrich  die  Wurmthaler  beken- 
nen, an  St.  Florian  und  das  Spital  daselbst  verkauft  tu  haben  die  Hub  zu  Au 

in  der  Pfarre  Keniaten. 

Ich  Jan»  der  Wirmtaler  vnd  ich  Bietreich  der  Würmtaler, 
sein  prüder  vnd  all  vnser  erben,  di  wir  haben  oder  noch  gewinnen, 
yeriehen  offenbar  an  disem  prief  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent 
lesen,  di  nu  sind  oder  hernach  chumftig  werdent,  daz  wir  mit  wol 
bedachtem  mut  vnd  nach  rat  vnd  mit  guiist  vnser  pesten  vreunt  vnd 
aller  vnser  erben  verchauft  haben  recht  vnd  redleich  zder  zeit,  do 
wir  iz  wol  getun  mochten,  vnser  luieb  dacz  au>,  di  gelegen  ist  in 
Chemmaten  pharr,  vnd  di  vnser  vnd   vnsrer  vodern   vreiz  aigen  ist 


168 

gewesen,  mit  allev  dev,  vnd  dar  zu  gehört  ze  holcz,  ze  yeld  vnd  ze 
wismad,  gestipft  vnd  yngestipft,  versuecht  vnd  vnuersuecht,  wie  iz 
sei  genant  mit  allen  rechten  vnd  nuczen,  als  wir  iz  haben  inn  gehabt, 
dem  ersamen  gotzhaus  dacz  sand  Florian  vnd  besunderleich  dem 
spital  da  selbs  vmb  hundert  phunt  alter  wienner  phenning,  der  wir 
gancz  vnd  gar  verriebt  vnd  gewert  sein.  Wir  schullen  auch  der 
selben  hueb  vnd  allev  dev,  vnd  dar  zu  gehört,  gewer  sein  vor  recht 
an  aller  stat,  wo  dez  dem  egenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian 
vnd  dem  spital  da  selbs  dürft  geschieht  nach  lants  recht.  Nam 
auer  daz  oftgenant  gotshaus  vnd  daz  spital  dhain  schaden  daran, 
den  schullen  wir  in  ablegen  vnd  widercheren  gancz  vnd  gar,  swo 
wir  in  dez  abgiengen,  daz  schullen  si  haben  auf  vns  vnd  auf  vnsern 
erben  vnd  allrer  vnserer  hab,  di  wir  haben  in  dem  lant  dacz  Öster- 
reich. Wer  auer  iemant  vnter  vnsern  erben  oder  nachomen,  der 
recht  wolt  haben  an  der  egenanten  hueb  vnd  wolt  dar  nach  sprechen, 
der  schol  dem  oftgenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian  vnd  dem 
spital  da  selbs  geben  zwai  hundert  phunt  wienner  pfenning,  vnd  schol 
sich  der  hueb  vnderwinden  vnd  schol  dann  daz  gotshaus  vnd  daz 
spital  dar  auf  nicht  mer  haben  ze  sprechen.  Vnd  daz  disev  wand« 
lung  vnd  der  chauf  als  vor  geschriben  stet,  ewichleichen  stät  vnd 
vnuerchert  beleih,  dar  vber  geben  wir  inn  disen  offen  prief  versi- 
gelten mit  vnserer  paiderer  (sie)  vor  genanten  prüder  Jansen  vnd 
Dielreichen  der  Würmtaler  vnd  mit  vnsers  öhaim  Rügers  dez 
Staudinger  anhangunden  jnsigeln,  vnd  durch  pezzer  sicherhait  dem 
oft  genanten  gotshaus  vnd  dem  spital  da  selbs  haben  wier  dienst« 
leichen  gepeten  den  erbern  vnd  wierdigen  herren  hern  Ewerharten 
von  Waltse  hauptman  ob  der  Ens  vnd  vogt  dez  selben  gotshaus, 
daz  der  sein  jnsigel  dar  an  hat  gelegt  zu  einem  ewigen  geezeug  vnd 
sicherhait  der  vor  genanten  Wandlung.  Der  prief  ist  geben  nach 
Christ  gepurd  dreuezen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  neun  vnd 
vierezigisten  jar  an  sand  Luczein  tag. 

Aus  dem  Originale  cu  St.  Florian;  auf  Pergament  mit  vier  Siegeln. 


169 


CLIX. 

1349.  16.  Dectmber.  Friesach.  —  Erzbischof  Ortolf  von  Sahburg  trägt  dem 
Archdiakon  der  oberen  Steiermark  und  Pfarrer  Ulrich  am  St.  Veitsberg  auf,  den 
vom  Propste  Dietmar  und  dem  Convent  tu  Reichersberg  auf  die  ihrem  Kloster 
als  Patron  gehörige  Pfarre  St,  Johann  in  Kirchschlag  (Salzburger  Diöcese) 
präsentirten  Priester  Rüg  er  daselbst  einzusetzen,  nachdem  diese  Pfarre  durch 

den  Tod  des  Pfarrers  Ortolf  erledigt  war. 

Der  Text  stimmt  wortlich  mit  Veränderung  der  Namen  mit  nachfolgender 
Urkunde,  nur  mit  der  Einschaltung: 

„Rugerum  sacerdotem  in  persona  dilecti  in  Christo  Chunradi 
nostre  curie  notarij,  plebani  in  Purchusa,  per  librum  vt  est  moris 
investivimus". 

Orig.,  Perg.  mit  HSngesiegeln.  Auch  Promptaar.  Reichersberg.  Fol.  80  a. 


CLX. 

1349. 18.  December.  Frimch.  —  Erzbischof  Ortolf  von  Saltburg  trägt  dem 
Archdiakon  der  oberen  Steiermark  und  Pfarrer  Ulrich  am  St.  Veitsberg  auf, 
den  vom  Kloster  Reichersberg  auf  die  Pfarre  St.  Jakob  zu  Lichtenekk,  die  durch 
den  Tod  des  Pfarrers  Herword  erledigt  war,  präsentirten  Kleriker  Johann  es 

(„Ortolfi  sc.  filium")  daselbst  einzusetzen. 

Ortolfus  Dei  gracia  sancte  SaUzburgensis  ecclesie  arcbiepis- 
copns,  apostolice  sedis  legatus  dilecto  in  Christo  Ylrico  superioris 
Marchie  Styrie  archidiaeono  plebano  Montis  sancti  Viti  salutem  in 
Domino.  Präsentatum  nobis  ad  ecclesiam  parrochialem  sancti  Jacob i 
in  IAechtenek  nostre  dyoecesis  yacante  ex  morte  Herwordi  imme- 
diati  rectoris  tllius  per  dilectos  in  Christo  Dyetmarum  prepositum 
et  capitulum  ecclesie  Reicherspergensis^  ad  quod  ius  patronatus 
illias  pertinet,  Johannem  Ortolf,  clericum  presencium  exhibitorem 
per  librum  vt  est  moris  investirimus  de  eadem,  deuocioni  tue  man- 
dantes,  quatenus  ipsum  vel  procuratorem  suum  eius  nomini  per  te 
Tel  alium  in  possessionem  corporalem  dicte  ecclesie  inducas  et 
inductum  defendas  faciens  sibi  de  ipsius  ecclesie  fructibus  et 
pertinentiis  integre  responderi  contradictores  et  rebelies  per  censu- 


160 

ram  ecclesiasticam  compescendo.   Datum  Frisaci  xv°  kal.  Januarij 
anno  Domini  Millesimo  trecentesimo  quadragesimo  nono. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegeln.  Auch  Promptuar.  Reichersberg.  Fol.  I.  XXI  a. 

CLXI. 

1349.  —  Otto  der  Hohenf eider  stiftet  für  rieh  und  seine  Brüder  zu  St.  Georgen 
im  Attergau,  wo  er  wird  begraben  werden,  einen  Jahrtag  und  ein  ewiges  Licht. 

In   namen   der  heiligen  und  unzertheilten  dreyfaltigkeit,  dass 
ich  Otto  der  Hohenfelder  von  meiner  brüder  geschafft  wegen  und 
nach  meiner  seelen  gewissen  und  von  unser  beeder  haab  und  nach 
rath  und  mit  willen  unser  beeder  erben  lediglich  geben  haben  hintz 
Sand  Jorgi  auss  unser  nutz  und  gewehr  die  guter,  die  hernach 
steent,   zu  einem  ewigen  seelgeraith  uns,   unsern  Torfordern  zu 
hülff  und  zu  trost  und  unser  nachkommen  und  allen  glaubigen  See- 
len ein  gut  zu  Perlhaim,  von  demselben  gut  soll  man  dem  pfarrer 
geben  alle  quatember  drey  Schilling  pfenning  und  Ton  dem  gut  zu 
Raydt  alle  quatember  zween  Schilling  pfenning,  der  pfenning  wer- 
den fünf  Schilling  all  quatember,  darumb  soll  ein  jeglicher  pfarrer 
daselbsten  zsanet  Jörgen,  da  wir  seyn  begraben,  an  dem  sonntag 
nach  der  quatember  ain  schöne  vigily  singen  selb   dritter  prister, 
und  soll  auch  dem  gesellen  geben  zween  vnd  dreyssig  pfenning  Ton 
den  fünff  Schilling  pfenning  und  wolt  es  auch  der  pfarrer  nit  bege- 
hen, als  es  gewidmet  ist,  das  sollen  die  nächsten  erben  beruffen 
und  auch  die  pfarrleuth  mit  sambt  ihn  als  lang,  untzt  es  der  pfar- 
rer begeh,  wolt  er  es  dann  ablassen  gehen,  so  sollen  wir  die  guter 
wohl  schaffen  zu  einem  andern  gottshauss,  da  man  es  begeh,    auch 
haben  wir  den  mittern  altar  gestüfft  mit  fünff  Schilling  pfenning  auf 
unsern  gut  daselbsten  zu  den  BäUegkingern  und  zweintzig  pfenning 
gen  Attersee  und  zehen  pfenning  gen  St.  Margaretken  und  solt  der 
zechmeister  den  altar  beleuchten  und  besorgen  mit  zwayen  schönen 
kertzen  Ton  den   fünf  Schilling   pfenning  und  soll  dess  sonntags 
nacht  nach  der  quatember  Tier  schöne  kertzen  haben  auf  unsern 
grab  zu  der  vigily  und  dess  montags  zu  den  fünff  messen  und  der 
altar  ist  gericht  zu  den  ehren  Sand  Achazi  mit  seiner  gesellschafft 
Sand  Ursula  mit  ihrer  gesellsckaft,  Sand  Dorothea,  St.  Elisabeth, 
St.  Maria  Magdalena  und  St.  Margarethenf  und  ist  auch  die  kirch- 


161 

weyh  auf  demselben  altar  und  auf  St  Cathrein  aliar  dess  suntags 
in  dem  antlass,  wir  haben  auch  kelch  und  messgewandt  bey  dem 
altar  und  haben  stufft  und  Steuer  und  weissheit  auf  dem  gut  zu 
den  Falckering  uns  und  unsern  erben  vorbehalten.  Wir  haben  auch 
geordnet  in  dem  namen  der  heiligen  und  der  ungeteilten  dreyfal- 
tigkeit  ein  ewiges  Hecht  daselbsten  zSt.  Jörgen,  da  wir  begraben,  und 
darzu  haben  wir  geschafft  auf  unser  müll  und  auf  der  sag  ein  pfund 
Pfenning,  die  gelegen  ist  ab  Attergeydorff  und  vier  Schilling  pfen- 
ning  auf  unsern  gut  zu  Linberg,  do  der  Perner  aufsitzt,  und  was 
die  zwey  stuck  mehr  dient  dann  die  zwölff  Schilling  pfenning  stufft 
und  Steuer  und  weissheit,  das  soll  bey  uns  und  unsern  erben  belei- 
ben, wir  haben  auch  geschafft  zu  Schmidhaimb  auf  dem  klain  gut- 
lein  pey  der  leisen  achzig  pfenning  auf  St.  Michaels  tag,  die  soll 
ein  zechmeister  einnemmen  und  soll  ein  Wandlung  kertzen  davon 
beraithen  zu  der  liechtmess  den  eitern  Hohenfelder,  der  soll  sie 
haben  am  unser  Frauen  tag  in  der  hand  und  soll  sie  dann  geben 
zu  der  pfarr.  wir  haben  auch  uns  und  unsern  erben  stufft  und 
Steuer  vor  behalten  auf  dem  gut  zu  Schmidhaimb.  Wir  und  alle 
unsere  erben  sollen  auch  den  Schulmeister  alle  quatember  sechs 
pfenning  geben.  Wir  wellen  auch,  dass  der  pfarrer  oder  seyn  Ver- 
weser den  brieff  und  das  geschafft  alle  quatember  lasse  oder  haisse 
lefcen  den  pfarrleuthen  auf  der  cantzl  etc.  Anno  aintausend  drey- 
hundert  neun  und  vierzigisten. 

Hoheneck  I.  382.  Nach  einer  corrumpirten  Abschrift  in  den  Collectaneis 
manoter.  ron  Reichard  S  t  r  e  i  n. 

CLXH. 

1349—1375.  —  Revers  des  Peter  von  Helmling,  Richters  tu  Vöcklabruck,  über 
das  vom  Abte  Heinrich  tu  Mondsee  tu  Erbrecht  erhaltene  Gut  tu  Sonnleiten. 

Ich  Peter  von  Helmling  richtet  ze  den  Zeiten  %e  Vechlach- 
pruk  vnd  mein  hawsfraw  Chunigund  vnd  all  vnser  erben  veriehen 
offenbar  an  disem  brief  allen  den,  di  in  sehent,  horent  oder  lesent, 
daz  wir  von  dem  erbergen  herren  abbt  Hainrick  zeMdnnse  vnd  dem 
conuent  daselbs  geworuen  haben  daz  guet  ze  Sunnleiten  wir  vnd 
all  vnser  erben,  di  yeczund  sind  oder  fftrbaz  werdent,  mit  allen 
nutzen,  die  darzw  gehörnt,  wesucht  vnd  vnbesficht  ze  rechter  erb- 
sehaft  mit  sotlaner  weschaidenhait,  daz  wir  jn  davon  dienen  schul- 

Urkundenbach  de*  Lande«  ob  der  Enns.  VII.  Bd.  1 1 


162 

• 

len  all  iar  iarleich  siben  Schilling  pfenning  alter  wienner  mfinss,  ein 
halb  pfunt  pfenning  an  vnser  frawen  tag. in  der  sat,  vnd  drey  Schil- 
ling pfenning  an  dem  prehentag  darnach,  war  aber  daz,  daz  wir 
in  den  vor  genanten  dienst  nicht  gäben  auf  den  vorgenanten  tag,  so 
schol  ez  sten  virczehen  tag,  vnd  schol  daz  wandl  darauf  gen  secheck 
pfenning»  vber  virczehen  tag  sechezk  pfenning,  vber  drey  virczehen 
tag  so  schol  sich  daz  offt  genant  guet  veruallen  haben. 

Aus  einem  Copialbucbe  des  Klosters  Mondsee. 


CLXIII. 

1350.  3.  Jiuer.  —  Otto  der  Schneider  von  Slratxing  verkauft  zur  Tagmesse 
im  Friedhofe  zu  Krem*  i  Pfund  Gülten  auf  seiner  Hube  zu  Straizing. 

ICH  Ott  der  Sneider  von  Streczing  vnd  alle  mein  erben  verte- 
ilen offenbar  mit  disem  brief  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent 
lesen,  diu  nu  lebent  oder  hernach  chunftig  sind ,   daz  ich  mit  wol- 
verdachten  mut  vnd  mit  gunst  vnd  gietleichen  willen  aller  vnser 
erben  vnd  auch  noch  rat  rnser  pesten  vreunt  zu  der  czeit,  do  wir 
izz  wol  getvn  mochten,  recht  vnd  redleich  ze  chaufen  haben  gege- 
ben dem  erbern  herren  hern  Vireichen  chapplan  ze  den  czeiten  des 
charner  ze  Chrems  in  dem  vreythof  vnd  allen  sein  nachchomen,  diu 
den  charner  innehabent,  ain  phunt  ewigs  gelcz  wienner  munizz  auf 
meiner  halben  hueb,  di  gelegen  ist  ze  streczing  pey  der  Lauben 
zenagst  Petrein  demSwoben,  vnd  anderthalb  zen&gst  Vireichen  dem 
Weniger,  do  man  alle  jar  von  dyent  sechezig  phenning  wienner 
munizz  an  drey  helbling  ze  rechtem  purchreebt  an  sand  Michels  tag 
in  Lyenuelder  hof  vnder  den    Weinczirln,  vmb  neunthalb  phunt 
phenning  wienner  munizz,  der  wir  gar  vnd  gancz  gewerd  sein.   Wir 
haben  in  auch  daz  vorgenant  phunt  gelcz  gemacht  vnd  bestet  auf 
vnser  halben  hueb  vnd  auf  alle  deu,  vnd  darezue  gehört  hinden  vnd 
vor,  ze  ueld  vnd  ze  dorf,  versuecht  vnd  vnuersuecht.    Ich  sol  auch 
vorgenanter  Ott  der  Sneider  oder  mein  erben  oder  swer  di  hueb  nach 
vns  inne  bat,  schulten  geben  vnd  dyen  alle  jar  dem  eegenanten  hern 
Vireichen  dem  chapplan  oder  sein  nachchomen   zu  der  tagmezze  in 
dem  charner  daz  selb  phunt  gelcz  zu  zwain  tegen  in  dem  jar,  ein 
halbs  phunt  auf  sand  Merteinstag  vnd  ze  weinachten  ein  halbs  phunt, 
im  oder  swer  vns  monet  an  seiner  stat.    war  auer,  daz  wir  im  oder 


163 

seinen  nachchomen  daz  phunt  gelcz  nicht  engeben  noch  dyenten  an 
den  vor  geschriben  tegen,  so  verueld  sich  wandet  darauf,  alz  purch- 
rechcz  recht  ist  rnd  des  landes  ze  Österreich.  Wer  auch»  daz  wir 
im  di  vorgenanten  gult  vnd  wandel  verczugen  an  seinen  willen  vnd 
nicht  engeben  an  den  tegen,  vnd  vorgeschriben  stet,  so  so!  er  vns 
oder  swer  den  brief  innehat  an  seiner  stat,  phenden  mit  vnserm 
gutleichen  willn  rnd  auch  mit  vnsers  gruntherren  gewalt  oder  mit 
seins  amptmans  gewalt  di  czeit  ze  streczing  so  lang,  vncz  daz  er 
dienstes  vnd  wandeis  von  vns  gancz  rnd  gar  gewerd  vnd  verricht 
werd.  Vns  ist  auch  verliehen  vnd  gegeben  diu  genad,  swelichs  jars 
wir  dem  selben  charner  vnd  dem  chapplan  chauffen  ein  ander  phunt 
gult  auf  einem  andern  guet,  da  disew  gult  alz  sicher  vnd  alz  gewizz 
leit  sam  auf  der  obgenanten  hueb,  des  schult  wir  an  irrung  sein 
nach  der  czeit»  vnd  der  dienst  geuallen  ist,  an  alles  geuer.  Vnd  daz 
diu  red  furbaz  stet  vnd  vnezebrochen  beleih,  des  geb  wir  im  disem 
(sie)  brief  zu  einem  offen  trehund  diser  sache  versigelten  mit  des 
gruntherren  insigel  vnsers  genedigen  herren  apt  Vlreigs  des  Nuern- 
berger  di  czeit  bestetter  apt  ze  Liligenueld,  mit  des  hand  wir  im 
daz  vorgenant  phunt  gelcz  bestet  haben  auf  vnser  eegenanten  hueb, 
wan  er  Stifter  vnd  storer  ist  der  selben  hueb,  vnd  sind  auch  geezeug 
dier  sach  der  erber  herr  her  Chunrat  zu  dem  mal  techent  ze  Chrems 
vnd  her  Hainreich  di  czeit  richter  vnd  amptman  des  vorgenanten 
abtes  ze  Liligenueld  mit  irn  insigeln,  wan  ich  aygens  jnsigel  nicht 
enhan.  Der  brief  ist  geben  nach  Christ  geburd  drewezehen  hundert 
jar,  darnach  in  dem  funfezigisten  jar  des  negsten  suntags  vor  dem 
Prehem  tag. 

Original ;  Pergament,  dessen  Siegeln  verloren,  im  Archive  des  Klosters 
SehJierbach. 

CLXIV. 

1350.  4.  Jiaaer.  —    Vermächtnis*  der  Katharina  Turings  des  Lertz  Witwe 

Bürgerin  von  Steyr, 

Ich  Katrei  Turings  des  Lertz  witibe,  dem  got  genad,  purge- 
rinn ze  Steir  vergich  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  den  brief  ansehent 
oder  horent  lesen,  daz  ich  mit  wol  verdahtem  mut  zu  der  zeit,  do 
ich  ez  wol  getan  mocht  vnd  auch  pillich  tun  scholt,  mein  geschaft 
also  geschaft  han,  als  ich  wil,  daz  ez  stset  beleih,  ob  ich  nicht  sein 


164 

schol.  Ich  schaffe  meinn  Weingarten  dacz  Ringeltal  in  der  Wa- 
chawe  gelegen  Friderichen  dem  Schüler  meiner  swester  sän,  daz 
man  in  do  mit  in  ain  chloster  pring.  Ich  schaffe  meinn  zehent  datz 
Hautzenbach  vnd  die  Ofenhub  meiner  swester  chindern.  Ich  schaffe 
mein  hueb  auf  dem  Pirchasch  hintz  sant  Gilgen  vmb  ain  ebigs  licht» 
vnd  liezze  man  daz  aber  gen,  so  sol  si  gevallen  ebichleich  ze  Ger- 
sten in  die  oblei.  Ich  schaffe  mein  hueb  datz  Paumberg  dem  gotz- 
haus  ze  Tauershaim  vmb  ain  ebigs  licht  vnd  zu  dem  werch.  Ich 
schaff  die  hueb  datz  Twerichöde  hintz  Gleunch  in  die  oblay  vmb 
ainen  ewigen  iartach.  Ich  schaffe  mein  hueb  datz  den  Chötern  Ete- 
peten  meins  wirtz  swester  vntz  an  iren  tode  vnd  nach  irem  tode 
hintz  sand  Florian  in  das  spital.  Ich  schaff  di  hofstat  pei  Symonn 
in  dem  grünenort  vnd  mein  chravt  g&rtten  dem  spital  ze  Steir.  Ich 
schaff  funzehen  pfunt  pfenning  hintz  Garsten  in  die  oblay  vmb  ainn 
ewigen  iartach.  Ich  schaffe  meiner  swester  Alhaiden  daz  Tirnstatn 
funzehen  pfunt  pfenning.  Ich  schaffe  Katrein  meiner  swester  tochter 
datz  Tirnstain  aht  phunt  pfenning.  Ich  schaffe  swester  Agnesen  der 
Harnnvarstinn  datz  Ibbs  aht  phunt  pfenning.  Ich  schaffe  vierzehen 
phunt  pfenning  in  daz  spital  ze  Lintz.  Ich  schaffe  mein  bruder  hern 
Maystolnen  funzehen  phunt  pfenning  vnd  dieselben  pfenning  sol 
man  nemen  von  meim  haus  datz  Steir.  Daz  daz  alles  also  Staat  vnd 
vnzerbrochen  behalten  werd,  gib  ich  obgenantev  Katrei  den  brief 
versigelt  mit  der  stat  insigel  ze  Steir  vnd  ist  geschehen,  do  man 
zalt  von  Christes  geburtte  drevzehenhundert  iar  vnd  darnach  in  dem 
f&nfczichistem  iar  daz  mantags  vor  dem  Prehentag. 

Original  auf  Pergament  Das  Siegel  abgeschnitten.  Museum  zu  Linz. 


CLXV. 

1350.  25.  Jlaner.  Bims.  —  Gütertheüung  zwischen  dm  Brüdern  Reinprecht  und 

Friedrich  von  Walsee  van  Ens. 

Ich  Reinprecht  vnd  Fridreich  prueder  von  Walsse  von  Ens 
veriehen  offenwar  vnd  tuen  chunt  allen  den,  di  disen  prief  sehent, 
lesent  oder  horent  lesen»  die  nu  lebent  oder  hernach  chumftich  sind, 
daz  wir  mit  wolbedachtem  muet  vnd  mit  gutleichem  willen  vnd  auch 
nach  rat  vnserr  pesten  vrewnt  ze  der  zeit,  do  wir  ez  wol  getuen 
mochten,  recht  vnd  redlich  getailt  haben  also  beschaidenlich,  daz 


16S 

nrir  vorgenantem  Reimprechten  vnd  meinen  erben  mit  rechtem  tayl 
ist  geuailen  die  vestt  Schaernstain  mit  alle  dew,  vnd  dar  zw  gehört, 
swie  so  daz  genant  ist  ynd  dar  zu  di  rischwaid  auf  der  Lawtoch  an 
den  zehent  ze  Lochchirichen  vnd  den  hof  ze  Gastaig  vnd  die  hueb 
an  der  Strazz  vnd  swaz  dar  zw  gehoert,  als  wir  daz  von  den  Rorern 
ee  haben  gechaufft,  daz  mit  rechtem  tayl  ist  geuailen  zu  der  vest 
gen  ort.  Dar  zu  ist  mir  gevallen  mit  rechtem  tayl  die  vestt 
Sewsenekk  mit  alle  dew,  ynd  dar  zu  gehört,  swie  so  daz  genant 
ist  Mier  ist  auch  dar  zif  geuailen  alles  daz  gut,  daz  wir  ze 
Larich  gehabt  haben,  daz  pei  der  stat  ze  Ens  ist  gelegen,  Swie 
so  daz  genant  ist,  ynd  die  guetel  zwischen  den  wazzern  gelegen, 
daz  gut  ze  Hetffenberch  mit  alle  dew,  ynd  dar  zw  gehört,  swie  so 
daz  genant  ist;  ynd  dar  zu  ist  mir  geuailen  der  hof  ze  Vbensee  pei 
Lengpach  gelegen  mit  pawe  ynd  zehenten  ynd  mit  alle  dew,  so  dar 
vif  gehört  Die  vorgenanten  zwo  vestte  Schaernstain  vnd  Sowsenekk 
mit  alle  dew,  so  dar  z#  gehoert,  ez  sein  forste,  wald,  sä,  vliez- 
lunde  wazzer,  vischwayd,  wismad,  aecher,  in  vrbar,  ze  holcz,  ze 
veld  vnd  ze  dorff,  ez  sei  gestuft  oder  vngestifft,  versfleht  oder 
tnuersoecht  oder  swie  so  daz  genant  ist  vnd  owch  mit  sampt  den 
vorgeschriben  guetern,  die  dar  auf  sint  getaylt,  ist  mir  vorgenan- 
tem Reimprechten  von  Walsse  vnd  meinen  erben  geuailen  an  ainem 
tayl;  da  engegen  an  dem  andern  tayl  ist  mir  vorgenantem  Frid- 
reichen  von  Walsse  vnd  meinen  erben  recht  vnd  redlich  geuailen 
die  vestt  Ort  in  dem  Trawnse  gelegen  mit  alle  dew,  so  dar  zu  gehört 
als  wir  dar  vber  besunder  prief  haben  von  vnsern  oehaimen  von 
Rauhenstain  vnd  von  Winchel,  mit  dem  vorgenantem  zehent  ze 
Lochchirichen  vnd  den  hof  ze  Gastaig,  die  Hueb  an  der  Strazz,  daz 
dar  auf  ist  getailt,  als  vor  geschriben  stet  vnd  dar  zw  die  vestt 
Swnerowe  vnd  swaz  dar  zw  gehört;  vnd  dar  zw  ist  mir  geuailen  die 
vestt  Herttenstain  vnd  swaz  dar  zwe  gehSrt.  die  vorgenanten  drey 
vestt  Ort,  Sumerow  vnd  Herttenstain  an  dem  andern  tayl  ist  mir 
Fridreichen  von  Walsse  vnd  meinen  erben  geuailen  mit  alle  dew, 
vnd  dar  zu  gebort,  ez  sein  gerichtt,  forstt,  wald,  sft,  vliezzunde 
wazzer,  vischwaid,  wismad,  aecher,  ze  holcz,  ze  feld  vnd  ze  dorff, 
ez  sei  versuecht  oder  vnuersuecht  oder  swie  so  daz  genant  ist,  als 
hie  vor  verschriben  ist  also  mit  auzgenommen  red,  swaz  ich  e  genan- 
ter Reimprecht  von  Walsse  vnd  mein  erben  haben  verlehencz  guetes, 
daz  zu  den  zwain  vnsern  e  genanten  vestten  Schaernstain  vnd  Sow- 


166 

senekk  an  ainem  tayl  gehört,  ez  sein  manlechen  oder  chirichlehen, 
die  so]  mein  prueder  Fridreich  vnd  sein  erben  mit  vns  haben  vnd 
leyhen.  Swaz  ich  dann  ee  genanter  Fridreich  von  Walsse  vnd  mein 
erben  haben  verlehencs  guetes,  daz  zu  vnsern  drin  vestten  Ort, 
Sumerow  vnd  Herttenstain  an  dem  andern  tayl  gehört,  ez  sein  man- 
lehen  oder  chirichlehen,  die  sol  mein  prueder  Reimprecht  vnd  sein 
erben  mit  vns  haben  vnd  leihen.  Daz  diser  tayl  vnd  di  sach  also 
paidenthalben  von  vns  vnd  allen  vnsern  erben  sUet  vnd  vncze- 
brochen  beleih,  dar  vber  gehen  vnd  bestaetten  wir  disen  offenn 
prief  zu  einem  ewigen  warn  geczewgen  diser  sach  mit  vnsern  anhan- 
gunden  insigiln  bestaetigtt  vnd  durch  pezzer  sicherhait  mit  vnsers 
lieben  vetern  Eberharts  von  Walsse  von  Lincz,  Eberharts  vnd  Hain- 
richs  von  Walsse  von  Drosendorf  anhangunden  insigeln  vnd  mit 
vnsers  lieben  oehaims  Johansen  von  Chappelln,  vnsers  oehaims 
Perichtolts  von  Losenstain  insigeln  vnd  dar  zu  mit  vnsrer  ritter  vnd 
diener  insigeln,  kern  Weycharts  von  Pernowf  kern  Wallhers  vnd 
kern  Hansen  pruedern  von  Sowsenekke  vnd  Perichtolts  Scheuolts* 
di  pei  dem  tayl  sint  gewesen.  Geben  ze  Ens  nach  Christi  gepurde 
dreuczehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  funfczkisten  jar  an  sand 
Pauls  tag,  als  er  bechert  warde. 

Aus  dem  Original  im  Schlosse  iu  Kferding  auf  Pergament,  mit  elf  ange- 
hängten Siegeln,  von  welchen  aber  nur  drei  ziemlich  gut  erhalten  sind. 

CLXVI. 

1350.  2.  Februar.  —  Gertrud  Widtnerin  stiftet  tum  Gotteshaus  Altenburg 
3  Schilling  Gülten  zu  einer  Wandlungskerze  und  einen  Jahrtag  für  sich  und 

ihren  sei.  Gatten  Friedrich. 

Ich  Getraud  die  Widmerin  vnd  alle  mein  erben  wir  veriehen 

das  ich gegeben  han  dem  gotshauss  datz  Altenpurg 

ain  guet  genant  das  Leubeinslehen  vnd  ist  drei  Schillings  gelts 
wienner  munss,  fünf  vnd  viertzig  an  sand  Jorgentag  vnd  fünf  vnd 
viertzig  phenning  alter  wiener  munss  an  sand  Gilgentag  vnd  ist 
auch  das  vorgenant  guet  vnser  freiss  aigen  gewesen  vnd  ist  gelegen 
in  Plasenstainer  pharr  vnd  auch  mit  allen  den  rechten  vnd  nutzen 
hab  wir  ietz  dem  vorgenanten  gotshauss  gegeben,  als  wir  ietz  selber 
in  gehabt  haben  —  also  beschaidenleichen,  das  man  vmb  sechzig 
Pfenning  kauffen  sol  alle  jar  jarleichen  an   vnser  frauentag  ze  der 


167 

liechtroess,  wer  zechmaister  ze  denselben  zelten  datz  Altenburg  ist, 
wax  ze  ainer  Wandlung  khertzen  vnd  viertzig  pfenning  sol  man  vns 
opfern  mir  vnd  meinem  wirt  Fridrichen  dem  Widmer  demgot  genad, 
wan  vnser  jartag  ist,  vnd  sechzehn  so!  man  dem  pfarrer  geben,  das 
man  vns  beiden  vigili  singe  an  ynserm  jartag  abent.  Wil  aber  der 
pfarrer  datz  Altenburg  des  nicht  tun  weder  vigili  noch  mess  singen; 
so  sol  der  zechmaister  datz  Altenburg  den  dinst  vnd  das  gelt  ein- 
nemen  vnd  sol  dem  gotshaus  wax  darumb  kauffen  zu  dem  Hecht. 
Wir  offen  auch  mer,  das  wir  vnsern  gnedigen  treuen  landvogt  den 
erbern  berrn  von  Capein  Herrn  Hansen  vnd  sein  erben  des  gebeten 
haben,  das  er  sein  anhengend  insigel  an  den  brief  gelegt  hat  — 
wan  wir  aigens  insigel  nicht  gehabt  haben,  vnd  sol  auch  dem  gotshaus 
des  ehegenanten  guets  hern  vnd  scherm  vnd  ewiger  vogt  sein  vnd 
gewer.  —  Der  brief  ist  geben  —  drei  zehenhundert  jar  darnach  in 
dem  fünfzigsten  jar  an  vnser  frauentag  ze  der  liechtmess. 

Urbar,  der  ehemaligen  Pfarre  Altenburg  (saec.  XVI.),  in  Privathandel!. 


CLXVII. 

1350.  2.  Februr.  —    Ulrich,  Pfarrer  der  St.  Jakobskirche  tu  Hohenberg  t 

reversirt  die  Stiftungen  Jakobs  des  Pfarrers  tu  St.  Gilgen  und   Walchuns, 

des  vorigen  Pfarrers  tu  Hohenberg  bei  dieser  Kirche. 

Ich  Vlreich  die  zeit pharrer  Sand  Jacobs  chirichen  ze  Hohen- 
berch  vergich  vnd  tvn  chunt  allen  den,  di  disen  brief  sehent  oder 
horent  lesen,  daz  der  erber  man  her  Jacob  zv  den  Zeiten  pharrer 
datz  Sand  Gyligen  mit  wo!  bedachtem  mvt  vnd  mit  zeitigem  rat  zv 
der  zeit,  do  er  daz  wol  getvn  mäht,  durich  seiner  sei  vnd  aller  sei- 
ner vadern  vnd  nachchomen  sei  hail  willen  reht  vnd  redleich  seines 
aygenhaften   erbgutes  lediehleich   gegeben  hat  seinen  Weingarten 
gelegen  ze  Sözz  in  dem  Sighartstal,  do  man  alle  iar  von  dienet  ainen 
emmer  perchrehtes  vnd  sehs  wienner  phenning  zv  mittervasten  den 
herren  von   Gemnik,  der  egenanten  chirichen  ze  Hahenberch  zv 
ainem  ewigen  selger&t  mit  allem  rehten,   als  er  den   hat  gehabt  in 
perchrehtes  gw£r.  Iz  hat  auch  der  erber  man  her  Walchvn  vor  mir 
pharrer  ze  Hahenberch  durich  seiner  sei   willen  auch  lediehleich 
gegebn  seinen  Weingarten  gelegn  ze  Pyestnik  in  Werhselrayn,  do 
man  alle  iar  von  dienet  dem  pharrer  ze  Engelschalichsveld  zwen 


168 

emmer  ze  perchreht  vnd  ain  vasschanch  hven  vnd  ainen  phenninch 
an  Sand  Philippes  tag  des  vorgenanten  Sand  Jacobs  gotshaus  ze 
Hahenberch  also  mit  ausgenommener  beschaidenhait,  daz  icb  ege- 
nanter  Vlreich  oder  swer  nab  mir  pbarrer  der  oftgenanten  Sand 
Jacobs  cbirichen  ist,  den  vorgeoanten  herren  paiden  kern  Jacobn 
vnd  hern  Walchvnen  von  den  varbenanten  Weingarten  ainen  ewigen 
iartag  begen  scbol  alle  iar  an  sand  Katreyn  tag  mit  sebs  priestern, 
des  abvndes  vigilig  singen  vnd  des  roargens  seimesse  vnd  die  zech- 
chertzen  da  pei  prinnen,  vnd  sol  auch  der  pbarrer  des  tages  armen 
leuten  tailen  zwen  metzzen  waitzz  zv  almosn  gepachen  vnd  ainen 
emmer  weines  vnd  igleicbem  priester  zwelif  pbenning  gebn.  Vnd 
von  swelbem  pharrer  der  varbeschriben  iartag  oder  daz  almvsn  wvrd 
gesavmet,  so  schulten  der  pesten  purger  ze  sand  Giügen  vier  vnd 
vier  ze  Hahenberch  sich  der  ebenanten  Weingarten  vnderwinden, 
vntz  allev  savmung  werd  gepezzert  Ynd  gib  dar  vber  disen  brief 
versigelten  mit  meinem  jnsigel  vnd  mit  des  egenanten  hern  Jacobs 
jnsigel  vnd  mit  hern  Dietreichs  vnd  hern  Stephans  der  herren  von 
Hahenberch  insigeln,  mit  der  willen  vnd  gvnst  sih  allev  sache  gentz- 
leich  hat  gewandelt.  Der  brief  ist  gebn  nah  Christburd  vber  tau- 
sent  iar,  drevhundert  iar,  jn  dem  fvnftzigisten  iar  an  vnser  vrawen 
tag  zv  der  liehtmesse. 

Original  auf  Pergament  zu'Gschwendt  mit  drei  Siegeln,  eines  fehlt 


CLXVIII. 

1350.  2.  Februar.  —  Ulrich  von  Capellen  schenkt  dem  Kloster  Pulgarn  die 

Fuckweide  auf  der  Gusen  zu  St.  Georgen. 

ICH  Virich  vann  Capellnn  vnnd  all  meine  erben  veriehen 
öffentlich  mit  dem  brieff  allen  den,  die  jnn  sechent  lesen  oder  hören 
lesen,  die  nun  lebent  oder  hernach  khunfftig  sündt,  das  wier  mit 
wolbedachtem  muett  zu  den  zeitten,  da  wier  es  woll  gethuen  inech- 
ten, durch  gott  vnnd  durch  vnnser  seellen  haill  willen  vnser  lieben 
styfft  dem  closter  zu  Pulgarn  den  frauen  vnd  den  herrn  daselbs 
geben  haben  vnser  vischwaidt  jnn  der  Gusen  zw  St  Jörgen  von  der 
müll  daselb,  die  zw  St.  Jörgen  am  griess  leit,  vnntzt  in  die  Thonaw, 
ganntz  vnnd  gar  ebigclich  vnnd  freilich  mit  allem  dem,  vnnd  dartzue 
gebort  versuecbt  vnnd  vnuersuecht,  den  vorgenandten    geistlichen 


169 

leuthen  zw  pesserung  jerer  phriendt  ynnd  das  sy  dieselben  visch- 
waidt  nutzen  sollen  vnnd  hinlassenn,  wem  sy  wellenn  ynnd  niessen 
sollenn,  so  sy  am  allermaisten  mügenn.  Ich  soll  auch  ich  vor- 
genandter  Virich  von  Capellnn  vnnd  all  meine  erben  nach  der  vor- 
genandten  vischwaidt  zw  St  Jörgenn  nimbermehr  khainen  zuespruch 
haben,  ynnd  sein  auch  der  sach,  alss  in  dem  brieff  geschriben  stet» 
desselbigen  closters  zu  Bulgarn  recht  gwer  vnnd  scherm  föer  alle 
annsprach,  ynnd  dass  die  red  ynnd  die  sach,  die  jn  dem  brieff 
geschriben  stet,  also  statt  ynd  ynzerbrochen  beleihe,  darüber  so 
gib  ich  yorgenanndter  Virich  von  Capelln  föer  mich  ynd  all  meine 
erbenn  den  brieff  versigilt  mit  meinem  jnnsigll  ynnd  mit  des  erbaren 
khnechts  jnnsigill  Steffeln*  des  Holtzer,  so  der  sach  zeug  ist  mit 
seinem  jnnsigill.  Der  brieff  [st  gebenn  nach  Christy  gebuerdt  drey- 
zechen  hundert  jähre,  darnach  jnn  den  funfltzigisten  jähren  ann 
ynnser  frauen  tag  zu  liechtmess. 

Aus  einem  vidirairten  Papiercodez  vom  7.  Mai  1632  zu  St.  Florian. 


CLXIX. 

1350.  3.  Februar.  —  Ott  der  Verber,  Bärger  tu  Krem;  verkauft  $ein  Gut  tu 
Rohrbach  nächst  der  Kirche,  welches  er  vom  Kloster  tn  Lehen  trug,  dem 

Spitale  tu  St.  Florian, 

Ich  Ott  der  Verber  burger  ze  Chrems  vnd  mein  hausvraw  ver 
Chunigund  vnd  mein  toeher  ver  Margret  vnd  mein  mäter  ver 
Diemut  vnd  ich  Jans  sein  prüder  ynd  all  ynser  erben,  di  wir  haben 
oder  noch  gewinnen,  veriehen  ynd  tun  chunt  offenbar  an  disem 
prief  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  die  nu  sind  oder 
hernach  chumftig  werdent,  daz  wir  mit  wol  bedachtem  mut  vnd  nach 
rat  vnd  mit  gunst  aller  ynsrer  vreunt  vnd  erben  yerchauft  haben 
recht  ynd  redleich  zder  zeit,  do  wir  iz  wol  getun  mochten  ynser 
guet  daez  Rarbach,  daz  gelegen  ist  zu  nagst  pey  der  chirhen  ynd 
daz  ynser  rechcz  erb  ist  gewest  vnd  daz  wir  ze  leben  haben  gehabt 
von  dem  ersam  gotshaus  daez  sand  Florian,  mit  allev  dev,  ynd 
dar  zu  gehört  ze  holez  vnd  ze  veld  vnd  ze  wismad,  gestipft  vnd 
vngestipft,  versuecht  vnd  vnuersuecht,  wie  iz  sey  genant  mit  allen 
rechten  vnd  nuezen,  als  wir  iz  haben  inn  gehabt,  dem  selben  gots- 
haus daez  sand  Florian  vnd  besunderlich  dem  spital  da  selbs  vmb 


170 

segs  vnd  dreisich  phunt  alter  wienner  phenning,  der  wir  gancs  ynd 
gar  vericht  ynd  gewert  sein.  Wir  schulten  auch  des  selben  gucs 
ynd  allev  dev,  ynd  dar  tu  gebort,  gewer  sein  yor  recht  an  aller  stat, 
wo  des  dem  egenanten  gotshaus  dacs  sand  Florian  ynd  dem  spital 
da  selbs  dürft  geschiebt  nach  lants  recht.  Nim  auer  das  oftgenant 
gotshaus  ynd  das  spital  dbain  schaden  dar  an,  den  schollen  wir  in 
ablegen  ynd  widerchern  gancz  ynd  gar.  Swo  wir  in  des  ab  giengen, 
das  scbullen  si  haben  auf  vns  ynd  auf  ynsern  erben  ynd  allrer 
ynsrer  hab,  di  wir  haben  in  dem  lant  das  Österreich.  Wer  auer 
ieman  ynter  ynsern  erben  oder  nachchomen,  der  recht  wolt  haben 
an  dem  egenanten  gut  ynd  wolt  dar  nach  sprechen,  der  schol  dem 
oftgenanten  gotshaus  ynd  dem  spital  geben  sechesig  phunt  wienner 
phenning  ynd  schol  sich  des  guets  ynterwinden  ynd  schol  dann  das 
gotshaus  ynd  daz  spital  dar  auf  nicht  mer  haben  se  sprechen.  Vnd 
das  disey  Wandlung  ynd  der  chauf  st&t  ynd  ynuerchert  beleih»  dar 
vber  gib  ich  vorgenanter  Ott  der  Verber  disen  offen  prief  versigel- 
ten mit  meinem  anhangundem  insigel,  wand  auch  mein  muter  ynd 
mein  prüder  nicht  aygens  jnsigel  habent,  verpindent  si  sich  vnder 
meinem  jnsigel,  di  vor,  genant  Wandlung  st&t  pehalten,  diser  sach 
sind  auch  czeug  Ott  der  Pulsinger,  Dietmar  der  Wolfstain.  Vnd 
durich  pezzer  sicherhait  dem  oft  genanten  gotshaus  vnd  dem  spital 
haben  wir  dienstleichen  gepeten  den  erbern  ynd  wierdigen  berren 
kern  Ewerharten  von  Walsse  hauptman  ob  der  Ens  ynd  vogt 
des  selben  gotshaus,  daz  er  sein  jnsigel  dar  an  gelegt  hat  su  einem 
ewigen  geeseug  der  vor  gescriben  Wandlung.  Der  prief  ist  geben 
nach  Christ  gepurd  vber  dreuezen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem 
fumfezigisten  jar  an  sand  Blasens  tag. 

Aus  dem  Originale  su  St  Florian  auf  Pergament  Eberhards  voo  Wallsee 
Siegel  hängt,  das  andere  abgefallen. 

CLXX. 

1350.  18.  Februar.  —  Heinrich  der  Chemnater  versetzt  mit  Einwilligung  seiner 

Hausfrau  Margareth  und  Agnesens,  Dietrich  des  Tanners  Schwester  und  ihrer 

Söhne  Jakob  und  Karl  dem  Propste  Janns  von  Waldhausen  um  32  Pfund  ein 

Gut,  genannt  zu  dem  Langen,  in  der  Pfarre  Müntbach. 

Ich  Hainreich  der  Chemnatter  vnd  ich  Margret  sein  haus- 
fraw  vud  mit  vns  alln  vnser  erben,  wir  veriehen  ynd  tuen  chunt 


171 

allen  den,  di  den  prief  sehent  oder  bfrent  lesen,  das  wir  mit  wo) 
pedachtem  muet  vnd  mit  guetleichem  willen  vrown  Agnesen,  Biet* 
reich*  des  Tanner  swester9  vnd  auch  mit  willen  ir  sün  paider 
Jacobs  vnd  Charleins,  vnd  auch  aller  ir  chinder,  swie  di  genant 
sind,  ynd  auch  mit  gonst  aller  vnser  erben  vnd  auch  nach  vnser 
pesten  vrewnt  rat  cze  den  czeiten,  do  wir  iz  mit  recht  wol  getuen 
mocht,  daz  wir  vnverschaidenleichen,  recht  vnd  redleichen,  an  als 
gever  cze  rechttem  phant  gesatzt  haben  dem  erbern  geistleichem 
wierdigen  kern  probst  Jansen  datz  Walthausen  vnd  sein  nach 
chommen  vnd  auch  dem  couent  da  selber  ain  gut,  ist  genantt  dacz 
dem  Langen,  vnd  ist  gelegen  in  Münspecher  pharre9  vnd  ist  auch 
daz  selb  gut  vnser  vreys  aygen,  vnd  auch  mit  allen  den  rechtten 
vnd  nutzen  habe  wir  ins  gesatzt,  als  wir  iz  selber  in  gehabt  haben, 
ez  sei  versuecht  oder  vnversuecht,  ez  sei  gestifft  oder  vngestifft, 
mit  holtz,  mit  velden,  mit  wissmaden,  swie  daz  genant  ist,  vmb  zwai 
vnd  dreizzig  phfint  phenning  wienner  mfintzz,  der  wir  gantz  vnd 
gar  gericht  vnd  gewert  sein  an  allen  schaden,  also  peschaidenleichen, 
daz  wir  des  vorgenantten  aygens  vnd  des  vorgeschriben  satze  ir 
gewer  sein  nach  landes  recht  vnd  als  satzuung  recht  habent  in  dem 
lande  in  Österreich  an  alln  wider  red  vnd  an  alln  ir  mfie;  wer  auer 
daz  getan*  daz  in  mit  recht  dar  an  ab  gieng  vnd  schaden  mit  recht 
dar  an  nemen,  den  selben  schaden  schulten  sev  haben  datz  vns  vnd 
datz  aller  vnser  habe,  di  wir  haben  in  dem  landt  in  Österreich 
oder  anders  swo,  an  allev  ansprach  vnd  an  alln  chrieg.  Vnd  dar 
vber,  daz  dem  vor  genantten  erbern  herrn  probst  Jansen  datz 
Walthausen  vnd  sein  nachchommer  vnd  auch  dem  couent  dasel- 
ber  disev  red  vnd  disev  Wandlung  also  stet  vnd  vnd  (sie)  vnze- 
prochen  peleib  von  mir  vor  genantten  Hainreichen  dem  Chemnatter 
vnd  von  meiner  ee  genantten  hausfrawn  Margreten  vnd  auch  von 
mir  vor  genantten  Agnesen  vnd  auch  von  mir  vor  genantten  Jacoben 
vnd  Charlein  vnd  von  alln  vnsern  erben,  dar  vber  geb  wir  in  disen 
prief  versigelt  mit  vnsers  lieben  vreuntz  anhangvnden  jnsigel  Diet- 
reichs  des  Tanner.  wann  wir  selber  aygens  insigels  nicht  gehabt 
haben  cze  der  selben  czeit,  vnd  wir  in  sein  mit  allra  vleiz  gepetten 
haben,  daz  er  sein  insigel  daran  gehangen  hat,  ynd  ist  auch  diser 
sach  da  mit  gezeug,  vnd  mit  des  erbern  ritter  hern  Welzleins  von 
Srbing  anhangvnden  insigel  vnd  mit  des  erbern  ritter  hern  Laren- 
txens   des    öder  anhangvnden   insigel,    cze   den    selben    czeiten 


172 

landrichter  in  dem  Machlandt  gewessen  ist,  dev  diser  sach  paide 
gezeug  sind.  Der  prief  ist  geben,  do  man  czalt  von  vnsers  Hern 
Cbristes  gepuerd  drevtzehen  hundert  jar, ,  dar  nach  in  dem  furaft- 
cziksten  jar  des  phintztags  in  der  gantzen  vastwochen. 

Aus  dem  Originale  im  Linzer  Musäum  auf  Pergament,  mit  den  Spuren  der 
drei  verloren  gegangenen  Hingesiegeln. 


CLXXI. 

1350.  18.  Februar.  —  Heinrich  der  Chemnater  und  seine  Freunde  perkaufen 
ihr  frei  eigenes  Gut,  genannt  tu  dem  Langen  in  der  Mümbacher  Pfarre  an  das 

Kloster  Waldhausen, 

Ich  Hainrich  der  Chemnatter  vnd  ich  Margret  sein  hausfiraw 
vnd  mit  yns  alln  vnser  erben  wir  veriehen  vnd  tuen  chvnt  allen  den, 
di  den  prief  sehent  oder  hörnt  lesen,  di  nv  sind  vnd  hernach  chumff- 
tig  werdent,  daz  wir  mit  wol  pedachten  mfiet  vnd  gutleichem  willen 
vrown  Agnesen  Dietriechs  des  Tanner  swester  vnd  auch  ier  sin 
paider  Jacobs  vnd  Charleins  vnd  auch  aller  ierren  chinder,  swie 
di  genant  sind,  vnd  auch  mit  gänst  aller  vnser  erben  vnd  auch  nach 
vnser  pesten  vrewnt  rat  ze  den  zeitten,  do  wir  iz  wol  mit  recht 
getuen  möehtten,  daz  wir  vnverschaidenleichen  recht  vnd  redleicheo 
ze  chauffen  geben  haben  dem  erbern  herren  probst  Jansen  datz 
Walthausen  vnd  sein  nachchommern  vnd  auch  dem  conuent  dasel- 
ber  vnd  auch  dem  vorgeschriben  gotzhaus  datz  Walthausen  ain  gut 
ist  genant  datz  dem  Langen  vnd  ist  gelegen  in  Münspecher  pharre 
vnd  ist  auch  dazselb  gut  vnser  vreys  aygen  gewessen  vnd  auch  mit 
allen  den  rechten  vnd  nutzen  habe  wir  ins  geben,  als  wir  iz  selber 
ingehabt  haben,  ez  sei  versuecht  oder  vnversuecht,  ez  sei  gestifft 
oder  vngestifft  mit  holtz,  mit  velde,  mit  wismade,  swie  daz  genantt 
ist,  vmb  zehenthalben  phunt  phenning  vnd  vmb  tzwen  vnd  dreizzig 
Pfenning  wiener  münzz,  der  wir  gantz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert 
sein  an  alln  schaden  also  mit  auzgenomer  red,  daz  wir  des  vor- 
genantten  chauffs  vnd  des  vorgeschriben  aygens  ir  gewer  sein  nach 
landes  recht  vnd  als  aygen  recht  habent  in  dem  laudt  in  Öster- 
reich an  als  gever.  Wier  offen  auch  mer  an  disem  prief,  daz  wir 
vns  des  ee  genantten  gutz  datz  dem  Langen  ewichleichen  ze  ver- 
zieht getan  haben  vnd  auch  alln  erben  in  offner  lantschran  vor 


173 

erbern  rittern  vnd  cbnetten  ze  den  zeitten,  do  wir  iz  mit  reeht  wol 
getoen  mochten,  daz  wir  noch  vnser  erben  chain  ansprach  noch 
chain  reeht  nimmer  mer  daran  haben  schallen  in  chainr  stat  nicht, 
daz.  lob  wir  mit  ynsern  trewn  stet  pehalten  an  als  gever,  Ynd  dar- 
yber,  daz  dem  yorgenantten  erbern  herren  probst  Jansen  datz 
Walihausen  ynd  dem  couent  daselber  disey  red  ynd  disev  Wand- 
lung also  stet  ynd  ynzeprochen  peleib  von  mir  yorgenantten  Hain- 
reichen  dem  Chemnatter  ynd  von  meiner  eegenantten  hausfrawn 
Margreten  vnd  auch  von  mir  yorgenantten  Agnesen  vnd  von  mir 
yorgenantten  Jacobs  vnd  Charleins  vnd  von  alln  ynsern  erben,  dar- 
yber  geb  wir  in  disen  prief  versigelt  mit  vnsers  lieben  vrevntz 
anhangunden  insigel  Dietreichs  des  Tanner,  wann  wir  selber  aygens 
insigels  nicht  gehabt  haben  ze  derselben  zeit,  ynd  wir  in  sein  mit 
allm  yleizz  gepetten  haben,  daz  er  sein  insigel  daran  gehangen  hat, 
ynd  ist  auch  diser  sach  damit  gezeug,  ynd  mit  des  erbern  ritter 
hern  Wetzleins  von  Erbing  anhangvnden  insigel  ynd  mit  des  erbern 
ritter  hern  Larentzens  des  öder  ze  denselben  zeitten  lantrichter 
in  dem  Machlandt  gewessen  ist,  anhangvnden  insigel,  dev  diser 
sach  paide  gezeug  sind.  Der  prief  ist  geben,  do  man  zalt  von  vnsers 
herren  Christes  gepuerdt  dreutzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem 
fumftziksten  jar,  des  phineztags  in  der  ganezen  vastwochen. 

Aus  dem  Originale  des  Klosters  Waldhausen,  auf  Pergament,  die  Siege] 
Terloren. 

CLXXII. 

* 

1350.  83,  Febriar.—  OrafChunrai  von  Schaunberg  verleihet  dem  Herrn  Ulrich 

von  Pergau  den  Hof  tu  Sictendorf. 

Wir  graf  Chunrat  von  Schawnberch  veriehen  vnd  tön  chunt 
allen  den,  di  disen -brief  lesent  oder  horent  lesen,  di  nu  leben t  vnd 
her  nach  chunftich  sint,  vmb  den  hof  gelegen  ze  Siezendorf  vnd 
vmb  allez  daz,  daz  dar  zV  gebort  ze  velde  vnd  ze  dorff,  ez  sey 
gestifft  oder  vngestifft,  versucht  vnd  vnuersucht,  swi  so  daz  genant 
ist,  den  der  erber  herr  her  Vlreich  von  Pergaw  von  vns  ze  lehen 
hat/  daz  wir  dem  selben  herren  Vlreich  von  Pergaw  die  genade 
getan  haben  vnd  tun  auch  mit  disem  brif,  daz  wir  im  vnd  seinen 
erben  payden  s? nen  vnd  tochtern  den  vorgenanten  hof  vnd  swaz 
dar  zv  gehört,   als  ez  allez  von  alter  her  chomen  ist,  recht  vnd 


174 

redeleichen  verüben  haben  zv  rechtem  lechen  nach  dez  landes 
recht  ze  Österrich  also,  daz  der  selb  her  Vlreich  von  Pergaw 
vnd  alle  sein  erben  baidew  sH  ynd  töchter  sfilu  furbaz  mit  dem 
eegenanten  hof  vnd  mit  allew  dew  vnd  dar  zf  gehört,  ledichlichen 
ynd  freylichen  allen  iren  frümen  schaffen,  yerchauffen  als  lehens 
recht  ist  ynd  dez  landes  recht  ze  Österreich.  Vnd  sein  auch  wir 
ynd  vnser  erben  ynuerscbaidenlichen  dez  obengenanten  hofs  ynd 
allez  dez,  ynd  dar  zf  gehört,  hern  Vlreichs  von  Pergaw  ynd  seiner 
erben  baydew  sfin  ynd  töchter  recht  leben  herren  ynd  gewern 
ynd  scherm,  als  lehens  recht  ist  ynd  dez  landes  recht  ze  Öster- 
rich. Vnd  daz  dise  lehenschaft  furbaz  also  stftt  ynd  vnzerbrochen 
beleih,  dar  ober  geben  wir  in  disen  brief  ze  einem  waren  sichtigen 
vrchünd  diser  sache  yersigeiten  mit  vnserm  jnsigel  ynd  mit  ynsers 
brüder  jnsigel  brüder  Heinreichs  graf  von  Schaümberch  Sand 
Johans  Ordens,  der  diser  sache  gezeQg  ist  mit  seinem  jnsigel.  Diser 
brief  ist  geben  nach  Christes  gepürtt  drewtzehen  hundert  jar,  dar 
nach  in  dem  fumftzigistem  iar  an  sand  Mathias  abend. 

Aas  dem  Originale  zu  Gschwendt,  auf  Pergament,  blos  mit  dem  Siegel 
des  Lehensherrn,  das  andere  abgefallen  —  ein  blosser  Helm  mit  zwei  gegen 
einander  gekehrten  Hörnern. 

CLXXffl. 

1350.  24.  Februar.  —  Dietmar  der  Engelpoltstorfer  mit  seinen  Kindern  und 
Wernhart  der  Alhartinger  versetzen  die  Hube  zu  Mitterperbing  in  der  Oftc- 

ringer  Pfarre  dem  Spitale  zu  St.  Florian. 

Ich  Dyetmar  der  Engelpoltstorfer  vnd  mein  sin  Pridreich, 
Salomon  vnd  Reicher  vnd  mein  töchter  Chlar  vnd  Katrey  ynd  jch 
Wernhart  der  Alhartinger  ynd  all  vnser  erben,  di  wir  haben  oder 
noch  gewinnen,  veriehen  ynd  tun  chunt  offenbar  an  disem  prief 
allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesent,  di  nu  sind  oder  hernach 
chumftig  werdent,  daz  vns  des  not  ist  geschechen  ynd  dürft,  daz 
wir  nach  rat  ynsrer  pesten  yreunt  yerseczt  haben  vnser  vreiz  aygen» 
die  hueb  dacz  Mitter  Perhing,  di  gelegen  ist  in  Offteringer  pfarr 
mit  alle  dev,  vnd  dar  zu  gehört  ze  holcz  ynd  ze  veld,  gestipft  ynd 
vngestipft,  gepaun  ynd  vngepavn  dem  ersam  gotshaus  dacz  sand 
Florian  vnd  dem  spital  da  selbs  vmb  hundert  phunt  wienner  phen- 
ning,  der  wier  gancz  ynd  gar  verriebt  ynd  gewert  sein.  Wier  schul- 


176 

len  auch  dez  saczes  gewer  sein  ze  hof  vnd  ze  tayding,  swo  dez 
dem  vorgenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian  vnd  dem  spital  da 
selbs  dürft  geschichet  an  als  gever.  Geschech  awer  daz,  daz  vnsrer 
vreunt  dhainer  auf  stuend  vnd  wolt  daz  ersam  gotshaus  vnd  daz 
spital  an  sprechen  vmb  di  vorgenanten  hueb,  daz  schullen  wir  in 
aus  richten  vnd  für  aev  sten  an  allrer  stat,  wo  dez  dem  ersam  gots- 
haus vnd  dem  spital  dürft  geschieht,  di  weil  wir  leben.  Dar  nach 
chom  ein  vnsrer  erben,  der  pezzer  recht  wolt  haben  zu  dem  vor- 
genanten gilt,  der  geb  dem  egenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian 
?nd  dem  spital  da  selbs  hundert  phunt  gewiger  wienner  phenning 
an  sand  Jacobs  tag  vnd  ziech  sich  dar  zu.  All  di  weil  daz  nicht 
geschieht,  so  schullen  si  daz  egenant  gut  haben  in  nuez  vnd  in 
gewer  vnd  von  vns  vngelost  ewichleich  in  rechter  saez  gewer,  als 
recht  ist  in  österich*  vnd  waz  si  dez  selben  guts  nizzent,  di  weil 
vnd  iz  nicht  gelost  wirt  von  vnsern  nachchomen,  daz  sol  vnsern 
vodern  vnd  vns  sein  ein  ewiges  selgrdt.  Vnd  daz  di  Wandlung  vnd 
der  saez,  als  vor  gescriben  stet,  ewichleich  stset  vnd  vnuerchert 
beleih,  Dar  vber  gib  ich  vorgenanter  Dyetmar  der  Bngelpoltstorfer 
disen  offen  prief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  jnsigel,  vnd 
wand  ich  vorgenanter  Wernhart  der  Alhartinger  nicht  aygens  jnsi- 
gel han,  verpint  ich  mich  vnter  meine  swagers  Dyetmar*  dez 
EngelpoUstorfer  jnsigel,  die  vorgescriben  Wandlung  stset  pehalten, 
vnd  durch  pezzer  sicherhait  dem  oftgenanten  gotshaus  vnd  dem 
spital  haben  wir  gebeten  Philippen  den  Alhartinger,  daz  der  sein 
jnsigel  an  seinen  schaden  dar  an  hat  gelegt  zu  einem  geezeug  der 
vorgescriben  Wandlung.  Der  prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd 
vber  dreuezehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  fumfezigistem  jar  an 
sand  Mathias  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian,  auf  Pergament  mit  zwei  Siegeln.  Der 
Engelpoltstorfer  hat  einen  von  oben  gespaltenen  Schild  ohne  Helm,  auf  dem 
drei  Rosen  im  Dreiecke  stehen;  der  Alhartinger  einen  rechts  springenden 
Fuchs.  —  Von  dem  nfimlichen  Datum  ist  auch  ein  Kaufbrief  über  dasselbe  Gut, 
ganz  gleichlautend  mit  dem  obigen,  mit  dem  Unterschiede,  dass  Dietmar  und 
die  Uebrigen  bekennen,  den  Hof  um  32  Pfund  verkauft  zu  haben. 


176 


CLXXIV. 

1350.  24.  Februar.  —    Ulrich  der  KaUer  verkauft  dem  Spital  tu  St.  Florian 

das  Gut  tu  Erleich  tu  Nesselbach. 

Ich  Vlreich  der  Chaiser  vnd  mein  hausfraw  ver  Christein 
vnd  all  vnser  erben,  tli  wir  haben  oder  noch  gewinnen,  yeriehen 
vnd  tun  chunt  offenbar  an  disem  prief  allen  den,  di  in  sehent  oder 
horent  lesen,  die  nu  sind  oder  hernach  chumftig  werden t,  das  wir 
mit  wolbedachtem  mut  vnd  nach  rat  vnd  ganst  aller  ynserer  vreunt 
vnd  besunderlich  Hertneides  mein*  prüder  vnd  seiner  hausfrawn 
ver  Sophein  vnd  allrer  irer  erben,  di  si  habent  oder  noch  gewinnent 
vnd  meins  swager  Jasen  (sie)  dez  Scheken  von  Styr  vnd  seiner 
hausfrawn  ver  Agnesen  vnd  aller  irer  erben,  di  si  habent  oder 
noch  gewinnent,  gutleichem  willen  verchauft  haben  recht  vnd  red- 
lich zu  der  seit,  do  wir  iz  wol  getan  mochten,  vnsrev  gilt  daez 
Erleich  vnd  sint  gelegen  ze  Nezzepach,  di  vnsers  vaters  hern  Hein- 
richs des  Chaisers,  dem  Got  genad,  vreiz  aigen  sint  gewesen,  vnd 
sint  mich  an  geuallen  an  rechtem  tail  von  meinen  vorgenanten 
geswistreden  mit  alle  dev,  vnd  dar  zn  gehört  ze  holez,  ze  veld  vnd 
ze  wismad,  gestipft  vnd  vngestipft,  versucht  vnd  vnuersucht,  wie  iz 
sei  genant»  mit  allen  nuezen  vnd  rechten,  als  wir  sev  haben  inn 
gehabt,  dem  ersam  gotshaus  daez  sand  Florian  vnd  besunderlich  dem 
spital  da  selbs  vmbachezich  phunt  wienner  phenning,  der  wir  ganez 
vnd  gar  verriebt  vnd  gewert  sein.  Wir  veriehen  auch  vnd  schollen 
der  vorgescriben  gut  vnd  alle  dev  vnd  dar  zu  gehört,  gewer  sein 
vor  recht  an  aller  stat ,  wo  des  dem  egenanten  gotshaus  daez  sand 
Florian  vnd  dem  spital  da  selbs  dürft  geschiecht  nach  landes  recht. 
Nsem  auer  daz  oftgenant  gotshaus  vnd  daz  spital  dhainen  schaden 
daran,  den  schulten  wir  in  ablegen  vnd  widercheren  gancz  vnd  gar. 
Swo  wir  in  dez  ab  giengen,  daz  schulten  si  haben  auf  vns  vnd  auf 
vnsern  erben  vnd  allrer  vnserer  hab,  di  wir  haben  in  dem  Lant  ze 
Österich.  Wer  auer  ieroan  vnter  vnsern  erben  oder  nachchomen,  di 
recht  wolten  haben  an  den  vorgenanten  guten  vnd  dar  nach  sprechen, 
der  schol  dem  oft  genanten  gotshaus  daez  sand  Florian  vnd  dem 
spital  da  selbs  geben  czwai  hundert  phunt  winner  phenning,  vnd  schol 
sich  der  gut  vnterwinden  vnd  schol  dann  (daz)  gotshaus  vnd  daz 
spital  dar  auf  nicht  mehr  haben  ze  sprechen.  Vnd  daz  disev  wand- 


177 

hing  vnd  der  chauf,  als  vor  gescriben  stset,  ewichleichen  st&t  md 
moerchert  beleih,  dar  vber  gib  ich  vorgenanter  Vlreich  der  Chai- 
ser disen  offen  prief  versigelten  mit  meinem  vnd  mein*  prüder 
Herine its  vnd  mit  mein*  swager  Jansen  dez  Scheken  von  Styr 
anhangunden  jnsigeln.  Vnd  durch  pezzer  sicherbait  dem  oftgenan- 
ten gotahaus  vnd  dem  spital  haben  wir  dienstleichen  gepeten  den 
erbern  vnd  wirdigen  berren  kern  Ewerharten  von  Walsse*  haupt- 
man  ob  der  Ens  vnd  vogt  dez  selben  gotshäus,  daz  der  sein  jnsigel 
dar  an  hat  gelegt  zu  einem  ewigen  geczeug  der  vorgenanten  Wand- 
lung. Der  prief  ist  geben  nach  Christ  gepurd  dreuczehen  hundert 
jar,  dar  nach  in  dem  fumfczikisten  jar  an  sand  Mathias  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St  Florian  auf  Pergament  mit  vier  schon  beschrie- 
benen Siegeln. 

CLXXV. 

1550.  28.  Februar.  —  Hertneit  von  Weitende  bestätigt,    da»»  er  von  Herrn 
Stephan  von  Slät  für  da»  Hau»  tu  Slät  200  Pfund  richtig  erhalten  habe. 

Ich  Haerineyt  von  Weizzenekke  vnd  alle  mein  erben  ver- 
gehen vnd  tuen  chunt  offenlich  mit  disem  brief  allen  den,  di  in 
sechent,  lesen  oder  horent  lesen,  di  nv  lebent  vnd  her  nach  chumf- 
tig  werdent,  daz  vns  her  Stephan  von  Slät  vnd  alle  sein  erben 
verricht  vnd  gewert  habent  der  zwaier  hvndert  pfunt  gelts,  di  sev 
vns  zu  dem  haus  ze  Sldt  ze  chauffen  gegeben  habent,  der  hvndert 
pfunt  pfennig  gelts  in  frbar  gelegen  sint  an  verlechentem  gfit,  vnd 
habent  auch  vns  des  verricht  vnd  gewert  in  paiden  pfarren  ze  Pran- 
perch  vnd  ze  Wissmad.  Vnd  sol  auch  ieh  vorgenanter  Bmrtneyd 
von  Weizzenekke  vnd  alle  mein  erben  gegen  kern  Stephann  von 
Sldt  vnd  gegen  seinen  erben  furbazz  vmb  daz  gut  vnd  vmb  alles  daz, 
daz  sev  vns  zu  dem  haus  ze  Sldt  vnd  in  paiden  pfarren  dar  zfie, 
als  vor  benant  ist,  ze  chauffen  gegeben  habent,  dhain  ansprach 
nimer  haben,  nach  dhain  voderunge  vmb  dhainen  abganch  des  güts, 
daz  vor  geschriben  stet,  ez  sey  ze  veld  ader  ze  dorff,  ze  holtze, 
gestift  ader  vngestift,  versucht  ader  vnuerschächt  (sie),  swie  so  daz 
genant  ist,  denn  als  vil,  swazz  vns  mit  recht  vnd  mit  vrag  vnd  mit 
vrtail  an  behabt  wiert  an  dem  vorgenanten  gut,  Daz  sulle  wier  ich 
vorgenanter  Stephan  von  Sldt  vnd  mein  erben  hern  Hoertneyden 
von  Weizzenekke  vnd  seinen  erben  auzzrichten  vnd  wider  ehern  an 

Urknndenbooh  dea  Landes  ob  der  Eons.  VIT.  Bd.  12 


allen  ieren  schaden.  Vnd  des  ze  einem  offen  vrchunt  geh  wier  disen 
brief  versigelt  mit  vnserm  jnsigel  vnd  mit  der  erbern  herren  jnsigeln 
kern  Fridreichs  des  Heusler  vnd  kern  Dietreichs  von  Hokenberch, 
die  diser  sach  gezeug  sint  mit  jeren  jnsigeln.  Der  brief  ist  gegeben 
nach  Christes  gepurd  dreutzechen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem 
fvmftzkistem  iar  des  svntages  in  der  andern  vastwochen,  als  man 
singet:  Oculi  mei  semper. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament,  nur  noch  mit  dem 
Siegel  des  Hohenbergers. 

CLXXVL 

1350. 4.  April  —  Die  Brüder  von  Falkenstein,    Chalhoch,  Ulrich  und  Hugo 
übergeben  die  Entscheidung  ihrer  Ztoistigkeit  mit  dem  Bischöfe  von  Passau 

einem  Schiedssprüche. 

ICH  Chalhoch  vnd  ich  Vlreich  vnd  ich  Hang  brueder  von  Val- 

chenstain  wir  veriehen  vnd  tuen  chunt  offenbar  mit  dem  brief,   daz 

wir  mit  wolbedachtem  muet  vnd  nach  rat  aller  vnserr  pesten  vreunt 

gegangen  sein   vmb  alle  vnser  auflaeuff  vnd   chrieg,   di  wir  mit 

einander  gehabt  haben,  ez  sey  vmb  vest,  vmb  erib,  vmb  mansehaft, 

vmb  dienaer  oder  vmb  brief  oder  vmb  welcherlay  sacb  daz   sey, 

gantz  vnd  gar  hinder  den  hochwierdigen  fuersten  vnserm  genae- 

digen  herren  bischof  Gotfriden  ze  Pazzawe  vnd  herrn  Chunraien 

von  Tannberch,  herrn  Fridreichen  von  PraUenek}  herrn  Honten 

von  Reihenstain,  herrn  Lienharten  von  Moerspach,  herrn  Hansen 

von  Traten  vnd  hinder  herrn  Ludweigen  auf  dem  Stain,  also,wazdj 

all  mit  rat  dar  auz  vindent,  wo  si  daz  tun  oder  wenn  in  dez  di  muezz 

werd,  vnd  waz  sie  sprechent  vmb  all  vnser  chrieg,   ez  sey  vmb  vest, 

vmb  erib,  vmb  glueb,  vmb  brief,  vmb  manscbaft,  vmb  diener  oder 

vmb  welherlay  sach  daz  sey,  daz  schuellen  wir  allez  staet  haben 

an  all  widerred  vnd  verpinden  vns  auch  mit  vnsern  trewn  an  aydes 

statt,  darinn  gehorsam  (zu)  sein  an  geuaer  vnd  an  all  irrung.  Wier 

veriehen  auch,  ob  in  der  weil  der  syben  obgenanten  herrn  ayner 

nicht  enwaer,  ee  si  vntz  gantz  mit  einander  verrichten!  dez  Got 

nicht  geb,  so  muegen  di  andern  sechz  ein  andern  an  sein  stat 

nemen,  wer  in  dar  zue  geuelt.   Vnd  der  hat  denn  mit  sampt  den 

andern  vollen  gewalt  ze  sprechen  vmb  vnsern  chrieg,   alz  oben 

geschriben  stet.  Vnd  daz  allez  also  staet  vnd  vnzebrochen  beleih, 


17* 

geben  wir  in  disen  brief  versigelten  mit  vnsern  anhangunden  insi- 
geln.  Datum  dominica  quasi  modo  geniti  anno  domini  M«.  CCC. 
Qoinquagesiroo. 

abgedruckt  aus  den  Monuro.  boic.  XXXII.  200. 

CLXXVII. 

1350.  4.  April.  —   Gebrüder  Walchun  und  Friedrich  Weiss  stiften  mit  einem 
Acker  in  der  Stainpoes  eine  ewige  Messe  in  der  Pfarrkirche  tu  Ena. 

Ich  Wolchuen  der  Weizz  vnd  ich  Fridreich  der  Weizz,  wir 
payd  prueder,  wir  veriehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen 
prief  sehent  oder  horent  lesen,  di  nu  lebent  oder  her  nach  chunf- 
tich  werdent,  das  wir  vnsern  acher,  der  gelegen  ist  in  dem  Stain- 
pozz,  babent  geben  mit  wo]  bedahtem  muet  vnd  mit  guetleihem 
willen  aller  vnser  erben  zue  der  zeit»  do  wir  ez  wol  getun  mach- 
ten» zue  der  ewigen  mezz,  div  gestift  ist  zder  pharr  for  vnser 
fraun  alter  in  der  abseiten  stathalp,  also  beschaidenleich,  daz  wir 
von  dem  vor  genanten  acher  raihen  vnd  gebn  schuln  ain  phunt 
phenning  geltz  alle  jar  an  sant  Michelstag,  vnd  wir  den  acher 
auch  inne  haben  schuln  die  weil  wir  payd  prueder  leben,  vnd 
wann  wir  niht  ensein,  so  schol  der  vor  genant  acher  beleiben 
zue  ainem  ewigen  seirat  pey  dem  vor  genanten  alter.  Daz  diseu 
red  also  stat  vnd  vnuerchert  beleih,  dar  vber  geb  wir  egenanten 
tzwen  prueder  disen  prief  zue  ainem  sichtigen  warn  getzeug  ver- 
sigelt vnd  bestat  mit  vnsern  anhangunden  insigeln.  Vnd  zue  ainer 
pezzerr  sicherhait  mit  dez  erbern  manns  insigel  Perchtölt  Schef- 
foltz,  der  diser  mezz  anhefer  ist  gewesen  vnd  mit  dez  erbern 
manns  insigel  Vlreichs  dez  Funfchircher  zue  den  Zeiten  statrichter 
ze  Ens.  Der  prief  ist  gegeben  do  von  Christes  gepurt  sint  ergan- 
gen dreuzehen  hundert  jar  dar  nach  in  dem  funftzgisten  jar  dez 
nahsten  sunntags  nach  den  ostern. 

Original  auf  Pergament  mit  zwei  ziemlich  wohl  erhaltenen  and  twei 
beechidigten  Siegeln  im  Pfarrarchive  zu  Ena. 


12* 


180 


CLXXVM. 

1350.  15.  AprlL  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreieh  gestattet  dem  Ulrich 
Oechsel  und  Eiblein  Dünne  die  Stiftung  einer  Messe  in  der  Spitalkirche  tu 
Freistadt  mit  Gütern,  deren  Eigenschaft  er  dahin  widmet 

Wir  Albrecht  vongottez  gnaden  hertzogze  Österreich,  te  Steyr 
vnd  ze  Kernden  tun  chunt  mit  disem  prief,  daz  wir  vnserm  getrewn 
Vlreich  den  öchsel  vnd  Eiblein  dez  Dünnen  bruder  ynsern  pur- 
gern  ze  der  Vreynstat  di  gnad  getan  habent,  daz  si  in  der  capelln 
in  dem  spital  ze  der  Vreynstat  ein  ewigev  messe  gestiften  mögen 
mit  der  beschaidenhait,  daz  si  dez  pbarrer  daselbs  ze  der  Vreyn- 
stat willen  darzu  gewinent  vnd  vmb  die  vier  guter  ain  hof  am 
Pülhoff  ain  hof  datz  Lest,  ain  hueb  datz  Witzleinstorf  vnd  ain 
hüben  datz  Schellenperch,  die  der  vorgenant  Vlreich  Öchsel  ze 
lehen  von  vns  hat  vnd  die  er  zu  der  vorgenanten  ewigen  messe 
durch  Got  geben  hat  mit  vnserm  willen  vnd  gunst,  daz  wir  die 
aigenschaft  der  selben  guter  auch  durch  Got  vnd  durch  vnser  vnd 
vnserer  vordem  sei  willen  zu  der  selben  ewigen  messe  geben 
haben  vnd  wellen,  swer  die  Vreinstat  von  vnsern  wegen  inn  hat» 
daz  der  die  selben  guter  dem  caplan,  der  da  der  vor  genanten 
ewigen  messe  verweser  ist,  von  vnsern  wegen  schirme.  Dez  geben 
wir  zu  vrchund  disen  prief  versigelten  mit  vnserm  insigel,  der 
geben  ist  ze  Wienn  an  phinzstag  nach  dem  sunntag  Misericordia 
domini  nach  Christes  geburd  drewzehen  hundert  jar  darnach  in 
dem  funftzigsten  jar» 

Orig.,  Perg.  mit  Hfingesiegel  im  StBdttrchire  Freistadt. 

CLXXIX. 

1350.  24.  AprlL  —  Die  Brüder  Chadolt,  Haug  und  Ulrich  von  Valkenstein  ver- 
kaufen dem  Kloster  Oleink  zwei  Güter  in  der  Pfarre  Haidershofen. 

ICH  Chadolt  von  Valchenstainf  jch  Haug  von  Valchenstain9 
jch  Virich  von  Valchenstain  wier  drei  prüder  veriehen  offenbar 
an  disem  prief  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in  sehent,  lesent  oder 
lesen  borent,  die  nv  lebent  oder  hernach  chunftig  werdent,  daz 
wier  mit  wolbedacbtem  vnd  veraintem   muet   vnd   mit  aller  vnser 


181 

eriben  guetlichem  willen  vnd  czv  der  czeit,  do  wier  ez  wo]  getun 
machten,  vnsers  rechten  chaufaigens  czwai  guet,  ains  gelegen  ze 
Hwgting  ynd  ains  dacz  dem  Gerworten  in  Hmdershover  pfarr  mit 
alle  der,  vnd  darczv  gehört  cze  holcz  ynd  czv  velde,  besucht  vnd 
vnbesucht  oder  wie  ez  benant  sei,  den  eribern  ynd  geistlichen 
leyten  abbt  Heinrichen  ynd  der  sammung  cze  Glevnch  cze  chauffen 
haben  geben  vmb  drev  ynd  twaintzig  pfunt  pfenning  wienner 
mvnzz,  der  wier  gantz  ynd  gar  von  in  gericht  ynd  gewert  sein, 
vnd  s&llen  sev  hinfur  die  selben  gut  besitzen  vnd  innehaben  mit 
rechter  aigens  gwer,  als  wier  diw  selben  guter  gehabt  haben,  vnd 
allen  ieren  frum  damit  schaffen,  versetzen,  verchauffen  vnd  wan- 
deln damit,  wie  siw  wellen  als  mit  ierem  vreim  aigen,  vnd  sein 
auch  wier  der  selben  guet  iern  gewern  vnd  ier  scherm  an  aller 
stat  für  all  ansprach,  darüber  geb  wier  in  disen  gegenburtigen 
offen  prief  versigelten  mit  Vnser  dreier  aigen  anhangunden  jnsi- 
geln,  der  geben  ist,  do  von  Christi  gepurd  warn  ergangen  driw- 
tzehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  funtzigistem  jar  an  sant  Geor- 
gen tag. 

Das  Original  auf  Pergament  mit  drei  Hfingesiegeln  von  gelbem  Wachs  beim 
bischöflichen  Consiatorium  zu  Linz.  (Im  einfachen  Schilde  der  Falke  mit  aus- 
gebreiteten Flugein  auf  dem  dreispitzigen  Hügel.) 

CLXXX. 

1350.  84.  April.  —  Bertholt  von  Losenstein  stiftet  einen  Jahrtag  zu  Gieink  mit 

dem  Gut  Hag  in  der  Haidershof  er  Pfarre, 

Ich  Berchtold  von  Losenstain  vergich  offenbar  an  disem  brif 
vnd  tuen  chunt  allen  den,  div  in  sehent  lesent  oder  lesen  horent,  div 
nv  lebent  oder  her  nach  chunftich  werdent,  daz  ich  mit  wolbedach- 
tem  muet  vnd  mit  aller  meiner  erben  »guetleichem  willen  vnd  czu 
der  czeit,  do  ich  iz  wol  getuen  macht,  meines  rechten  chauf  aigens 
ain  guet  genant  im  Hag,  gelegen  in  Hwder$houer  pharr  ob  der 
$frazz,  daz  an  vnser  frowen  tag  czu  der  dienst  czeit  dient  ein  halbez 
phunt  neuer  wienner  phenning  vnd  czwai  heribst  huenr  vnd  czwai 
vachsanch  huenr  vnd  fier  ch&s,  acht  phenning  werd ,  vnd  dreizzich 
ajr  ynd  steur,  ledichleich  gegeben  han  mit  alle  div  vnd  dar  czue 
gehört  cze  holcz,  cze  veld,  besucht  vnd  vnbesficht,  oder  wie  iz 


182 

benant  sei  mit  solcher  beschaidenhait,  daz  siv  j&rleich  dez  nagsten 
mantags  vor  dem  aufert  tag  ain  yigili  vnd  dez  nagsten  erichtag  mar- 
gens  dar  nach  ain  sei  mess  singen  sullen  mir  vnd  meiner  haus- 
vrowen  froun  Margreten  vnd  allen  vnsern  erben  cze  hilf  vnd  cze 
trost.  Dar  czue  sullen  siu  auch  jserleich  an  sand  Jacobs  tag  in  dem 
snit  ein  vigili  vnd  dez  nagsten  tags  nach  ein  sei  mess  singen  vnd 
vleizzich  bitten  vmb  bern  Gundakers  sei  vom  Losenstain  vnd  vmb 
seiner  hausvrowen  sei  froun  Annen  vnd  vmb  ir    baider  erben 
vnuerczogenleich.  Vnd  dacz  siv  czden  baiden  vorgenanten  t&gen  dez 
selben  gotstdienst  dester  fleizzig  sein,  sol  man  den  herren  in  conuent 
jserleich  raichen  vnd  geben  czu  einem  isleichen  jartag  sechkich  (sie) 
phenning  vom  dem  selbem  guet,  vnd  dez  mantags  var  dem  auffert 
tag  sol  man  auch  den  herren  in  conuent  raichen  ein  halben  emmer 
weines,  dez  der  abbt  selber  trincht,  an  alle  wider  red.  Vnd  sullen 
auch  div  vorgeschriben  mess  vnd  div  vigili  beseezen  mit  geleut  vnd 
mit  Hecht,  als  gewauhait  ist,  vom  dem  selben  guet.  Vnd  wo  dez 
nicht  geschieh,  oder  daz  siv  dar  an  saumig  wseren,  daz  sol  ich  oder 
mein  erben  haben  auf  dez  gotshaus  guet,   vncz  iz  wider  tan  werd 
mit  irm  guetleichen  willen.    Vnd  daz  in  daz  hin  für  staet  beleih  vnd 
vnverchert,  dar  vber  gib  ich  vorgenanter  Berchtold  vom  Losenstain 
disen  gegenburtigen  offen  brif  versigelten  mit  meinem  aygen  anha- 
nunden  (sie)  jnsigel  vnd  bestatteten  mit  meins  vettren  jnsigel  Diet- 
mars vom  Losenstain,  czu  einer  ganezen  vnd  richtigen  stsettiebait 
der  selben  sach.  Der  geben  ist,  do  von  Christi  geburd  waren  ergan- 
gen dreuezehenhundert  jar,  darnach  in  dem  funfezigisten  iar  an 
sand  Gorgen  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Gleink  auf  Pergament,  die  Siege]  abgefallen. 


CLXXXI. 

1350.  0.  Mal.  —  Jans  von  Capellen  bezeugt  den  Brüdern  Rertlein,  Seidlein  und 
Jans  den  Gaugenbergern,  den  halben  Hof  in  dem  Hag  an  der  Ipf  in  der  Neu- 

kircher  Pfarre  geliehen  tu  haben. 

Ich  Jona  ton  Chappeln  vnd  alle  mein  erben  vergieb  vnd  tön 
chünd  allen  den,  di  disen  prief  sehent  oder  horent  lesen,  di  nu  lebent 
vnd  her  nach  chunftich  sind,  daz  ich  mit  verdachtem  mut  ze  der 
zeit,  do  ich  ez  wo!  gelun  mocht,  verlihen  han  den  drin  prüdem 


183 

Bertlein  vnd  Segdlein  vnd  Jörnen  den  Gaugenpergern  in  vnd  iren 
erben  den  halben  hof,  der  do  leit  auf  der  Ypphe  genant  in  dem 
Hag  in  Newnchiricher  pharr,  ze  rechtem  leben,  versacht  vnd 
vnuersueht,  ze  holte  vnd  ze  veld,  wi  so  daz  genant  ist,  vnd  pin  auch 
des  selben  halben  hofs  ier  rechter  scherm  vnd  gewer  in  vnd  iren 
erben,  wo  so  in  des  not  geschieht  also  landes  recht  ist  jn  Österich. 
Dax  di  red  staet  vnd  vnzebrochen  beleih,  dar  vber  do  gib  ich  vor- 
genanter Jens  van  Chappln  in  vnd  ieren  erben  disen  prief  ze  einem 
offen  vrchund  versigilt  mit  meinem  anhangundem  insigil.  Der  prief 
ist  geben,  do  man  zalt  von  Christes  gepurd  dreutzehen  hundert  jar, 
dar  nach  in  dem  fumfzigistem  jar  an  dem  heiligen  auffert  tag. 

Aus  dem  Originale  su  St.  Florian  auf  Pergament  mit  einem  Siegel. 


CLXXXII. 

1350.  9.  Mftl.  —  Christian,  Sohn  der  Pechminn,  perkauft  an  Jamuen  den  Ho»- 
mundj  Mautner  tu  Passau,  den  Weingarten  am  Aichuyeg. 

Ich  Christan  der  Pechminn  svn  vnd  ich  Gedravt  sein  havswrow 
veriechen  vnd  tvn  chvnd  mit  disem  brief  allen  lavten,  daz  ich  ege- 
nantev  Gedravt  mit  gvnst  vnd  mit  gutem  willen  vnd  nach  rat  mein 
vnd  meins  ersten  chanwierts  Chvnrats  den  Chravczer,  dem  Got 
genad,  naster  vnd  pester  eriben  vnd  vrevnt  Rüdleins  Eylinsgrab, 
Virichs  Fridreichs  svn  des  Pyrichenworter  vnd  Petreins  Rügers 
svn  des  Pyrichenworter  vnd  Vlreichs  des  Tenken  vnd  Wentlein 
seiner  havswrowen  vnd  Rüger  Ropot,  recht  vnd  redleich  verchavft 
haben  mit  gesampter  hant  vnd  mit  vnsers  perchmaister  hant  Ort' 
weins  des  Tuczen  ze  den  Zeiten  amptman  der  erbern  herren  von 
Pavngartenperig  durich  rechter  ehafler  not  willen  von  geltes  wegen, 
da  mich  egenantev  Gedravten  mein  vorgenanter  seliger  ersten  (sie) 
chonwiert  Chvnrat  der  Chravczer  ze  geltinne  lazzen  hat  mit  gesamp- 
ter hant  hincz  den  Juden,  vnd  durich  des  selben  gelts  willen  haben 
wier  verchavft  vnd  geben  mit  furzicht  vnsern  Weingarten  mit  alle 
dem  nuez  vnd  rechten,  alz  er  mit  altem  recht  herchomen  ist  vnd  des 
ain  dryttail  eins  ganezen  jevchs  ist,  leit  an  dem  Aychweg  zenast 
Gvndolten  dem  Tuczen,  da  man  alle  iar  von  dient  ze  rechtem  perch- 
recht  ainen  emmer  weins  vnd  zwen  wienner  phening  ze  voytrechf 
vnd  nicht  mer,  vm  vierezich  phvnt  vnd  vmb   ein  halbz  phvnt  alz 


184 

wienner  pbening,  der  wier  gar  vnd  gancz  gewert  sein  hincz  den 
judeo  ze  rechten  tagen,  dem  erbern  mann  Jansen  dem  Hosmtnd 
mavter  ze  Pazzaw  vnd  wrown  Chvnigvnten  seiner  bauswrowen  vnd 
ier  paider  eriben,  den  sev  gechavft  habent  vm  ier  aygenleich  yarynd 
gut,  furbaz  vreyieich  vnd  ledichleich  ze  haben  vnd  allen  ieren  frym 
domit  ze  schaffen  mit  verchavffen,  mit  verseczen,  mit  Yerchavffen 
(sie)  ynd  geben,  swem  sev  wellent,  alz  in  daz  allerpeste  fftgvnt  ist, 
vnd  darzu  durich  pezzrer  sycherhait  willen  so  seezen  vnd  pinten 
wier  vns  vnuerschaidenleich  zesamp  mit  vnsern  trevn  ich  egenanter 
Christian  vnd  ich  Gedravt  sein  hauswrow  vnd  ich" Rudel Ey linsgrab 
vnd  ich  flreich  vnd  Peter  der  Pyrichenwarter  svn  vnd  ich  Wreich 
derTenke  vnd  ich  Wentel  seine  hauswrowe  vnd  ich  Roger  Rapot  mit 
vnsern  eriben  für  den  vorgenanten  Weingarten  dem  erbern  mann 
Jansen  dem  Hosmvnd  mavter  ze  Pazzaw  vnd  wrowen  Chvnigvnden 
seiner  havs wrowen  vnd  ier  paider  eriben  ze  rechten  gewern  vnd 
scherm  für  allev  ansprach,  alz  perchrechts  recht  ist  vnd  des  lants 
recht  in  Österreich.  Wer  awer,  daz  in  furbaz  dhaynerlai  chrieg  oder 
ansprach  auferstund  gen  dem  oft  genanten  Weingarten,  von  swem 
daz  wer,  oder  ob  in  mit  recht  daran  icht  abginge,  daz  sullen  sev 
haben  auf  vns  allen  vnuerschaidenleich,  alz  wier  oben  genant  sein, 
vnd  auf  allem  vnserm  gut,  daz  wier  haben  in  dem  land  ze  Österreich 
wier  sein  lemtig  oder  tod.  Vnd  daz  der  egenant  chavf  vnd 
scherm  furbaz  stet  vnd  vnzebrochen  beleih  vnd  seyd  wier  alle,  alz 
wier  vorgenant  sein,  nicht  aygen  insygel  haben,  darvm  verpinten 
wir  vns  alle  mit  vnsern  trevn  der  voruerscriben  red  vnd  Wandlung 
vnder  des  erbern  mans  insygel  Gvndolts  des  Tuczen  Ynd  mit  vnsers 
egenanten  perchmaister  insygel  Ortweins  des  Tuczen  vnd  mit  des 
erbern  mans  insygel  Hainreichs  des  Durren,  di  all  diser  sache  zevg 
sind  an  vnserr  stat  mit  iren  insygeln,  des  wier  sev  all  gepeten  haben, 
als  wier  egenant  sein.  Der  brief  ist  geben  nach  Christ  gepurd  drev- 
zehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  fvmfczygistem  jar  acht  tag  vor 
phyngsten. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  hängenden  Siegeln  von  gelbem  Wache  im  Archive 
des  Klosters  SchJierbaeh. 


185 


CLXXXIII. 

1350.  10.  MaL  —  Gerichtsbrief  Jörgen  des  Vintlers,  Amtmanns  des  Reinprecht 
von  Wattsee  in  Betref  eines  Weingartens  zu  Krittendorf. 

Ich  Jorig  der  Vitaler  (?)  von  Chrizendorf  zu  den  zeiten  ampt- 
man  des  erbern  Herren  kern  Reinprechis  von  Walsse  von  Enns 
Vergich  offenl eichen  an  disera  brief,  daz  für  mich  chom  für  rechtz 
gericht  der  erber  man  Leupolt,  zu  den  Zeiten  kern  Jacobs  diener 
von  Eslarn,  purger  ze  Wienne,  vnd  chlagt  mit  vorsprechen  an  des 
selben  seins  herren  stat  auf  Fridreichs  Weingarten  an  der  Rawbe- 
rinne,  der  do  leit  ze  Chritzendorf,  ze  nest  Chvnrats  Weingarten  des 
Cklainen  vmb  zehen  vnd  fünf  Schilling  wienner  phenning  versezzens 
purchrechts  vnd  vmb  alle  die  zwispilde,  die  mit  recht  dar  auf  ertailt 
sint,  als  ver,  daz  (?)  ich  im  mit  recht  poten  dar  auf  gab  Vireichen 
den  Perchgozzer  vonNidern  Chritzendorf  vnd  Leupolten  von  Chrit- 
zendorf, di  zwen  erber  man,  di  habent  auch  mit  iren  trewn  darvmb 
gesagt  vor  rechtem  gericht,  als  sev  ze  recht  schölten,  daz  sev  den 
Weingarten  mit  sampt  den  vmbsezzen  haben  beschawt  vnd  geschaczt, 
daz  er  so  tewr  nicht  en  ist,  als  das  versezzen  purchrecht  vnd  di 
zwispilde,  di  mit  recht  darauf  ertailt  sint.  Vnd  wart  gevragt,  waz 
recht  wer.  Do  geviel  dem  vorgenanten  Leupolten  do  mit  vrag  vnd 
mit  vrtail,  er  scholt  mir  mein  recht  geben,  daz  hat  er  getan,  vnd 
scholt  ich  in  des  Weingarten  gewaltich  machen  vnd  an  die  gewer 
setzen,  daz  hab  ich  auch  getan,  dem  vorgenanten  hern  Jacoben  von 
Eslarn  furbaz  ledichleichen  vnd  vreyleichen  ze  haben  vnd  allen 
seinen  frvmen  du  mit  ze  schaffen;  verchauffen,  versetzen  vnd  geben, 
swem  so  er  welle  an  allen  irrsal.  Vnd  wände  ich  selber  aigens  insi- 
gils  enhan,  dar  vber  gib  ich  im  disen  brief  ze  einem  offen  vrchunde 
versigilt  mit  der  erbern  lewt  insigiln  hern  Andres  zu  den  zeiten  des 
vorgenanten  meins  herren  schaffer  hern  Reinprechis  von  Walsse 
von  Enns,  hern  Vlreichs  von  Chritzendorf  zu  den  zeiten  des  probsts 
amptman  von  Nevnburch,  di  diser  sache  gezewg  sint  mit  iren  insi- 
giln. Der  brief  ist  geben  nach  Christa  geburde  draitzehen  hundert 
iar,  dar  nach  in  dem  funftzigistem  iar  des  nagsten  mantags  vor  dem 
phingstag. 

Aus  dem  Originale  zu  St  Florian  auf  Pergament,  mit  nur  noch  einem 
Siegel. 


186 


CLXXXIV. 

1350.  15.  Mal.  Wien.   —  Graf  Virich  von  Pfannberg  sagt  Hanns  en  von  Wil- 
dungsmauer nach  dem  Tode  seiner  Mutter  Chunigunde  von  Winden  die  Beleh- 

nnng  mit  dem  Lehen  tu  Telesbrunn  tu. 

Wir  graf  Vlreich  von  Phannberg  marschal  in  Österreich  vnd 
hauptman  in  Kernden  tun  chunt  mit  disem  brief,  daz  für  tos  chom 
die  erber  vrowe  vrau  Chunigund,  Eberhartz  wittib  von  Wynden 
vnd  pat  vns,  daz  wir  di  lechen  ze  Taelesprünne9  di  si  von  vns  ze 
lehen  hat,  ierm  sun  Hansen  von  Wyldungsmawer  liehen.  Nu  haben 
wir  ir  pet  an  gesechen  vnd  haben  dem  vorgenanten  Hansen  von 
Wyldungsmawer  mit  sampt  ir  di  lehen  gelihen  also»  wann  daz  ist, 
daz  di  vorgenant  vrawe  Chunigund  abget  vnd  nicht  enist,  so  sullen 
di  egenanten  lechen  erben  vnd  geuallen  mit  vnserm  guetleichen 
willen  auf  den  vorgenanten  Hansen  von  Wildungsmawer.  mit  vrchund 
ditz  briefs,  der  geben  ist  ze  Wienn  nach  Christi  gepurt  tausent 
drev  hundert  iar,  darnach  in  dem  fumftzigisten  iar  an  dem  heyligen 
phingst  abend. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament,  mit  einem  Siegel. 
Schild  ohne  Helm  mit  drei  neben  einander  stehenden  Wecken,  aufwärts  gerich- 
teten Spitzen. 

CLXXXV. 

1350.  24.  Mal.  —  Sattbrief  um  das  Lehen  tu  der  Tann  in  Gutauer  Pfarre. 

Ich  Merchel  Walthers  sun  datz  der  Tann  vergreh  offenlich 
vnd  tun  kundt  allen  den,  die  den  brief  sehennt  oder  horennt  lesen, 
das  ich  mit  wol  bedachtem  mut  vnd  nach  meins  vettern  rat  Sigharts 
des  Amman  vnd  nach  annder  meiner  pessten  frewnt  rat,  wie  die 
genannt  sind»  versatzt  han  das  lehn  datz  der  Tann,  gelegen  in 
Guetawer  pfatr,  das  meins  vatter  satz  gewesen  ist  von  Herwaren 
kern  Cristans  sun,  das  han  ich  versatzt  dem  gotshaws  zu  Pawn- 
gartenperg  für  sechtzehen  |phund  wiener  phenning,  der  ich  gantz 
vnd  gar  gewert  pin.  Ich  bin  auch  vnd  mein  erben  desselben  satzs 
gwer  nach  lannds  recht  in  Osterreich.  Es  ist  auch  desselben  satzs 
j  Sri  ich  losung  an  sannd  Jorgenn  tag  vnd  zu  chainer  zeit  mer  jn  dem 


187 

jar.  Vnd  darumh,  das  die  red  stSt  vnd  vnuerchert  beleih,  darüber 
gib  jch  dem  egenannten  gotshaus  den  prief  versigelten  mit  des 
erbern  berrn  innsige)  kern  Weicharts  des  Pernawer  ze  den  Zeiten 
lanndtrichter  in  der  Riedmarch,  wann  ich  aigenns  innsigels  nicht 
han.  Der  brief  ist  geben  nach  crists  purd  drewtzehen  hundert  jar 
vnd  darnach  in  dem  funfltzigistn  jar  des  montags  yor  ynnsers  herren 
leichnamtag. 

Aus  einem  Copialbuch  des  Klosters  Baumgartenberg  Tom  Jahre  1511. 

CLXXXVI. 

1350.  28.  MaL  —  Lönr  und  seine  Hausfrau  Katharina  verkaufen  Herrn  Leu- 
*olden,  Dompropsien  tu  Freising,  und  seinen  Brüdern  Grafen  von  Schaunberg 

mehrere  Güter  im  Attergau, 

m 

ICH  Lönr  vnd  ich  Kathrei  sein  hausfrawe  veriehen  offenleich 
mit  disem  brief  für  vns  vnd  vnser  erben,  daz  wir  vnsern  lieben 
gnsedigen  herren  hern  Leutolden  tumprobst  ze  Freysing  vnd  seinen 
brfidern  grafen  ze  Schawnberch  recht  vnd  redleich  ze  chauffen 
geben  haben  vnsrew  Gut,  di  her  nach  geschriben  Stent  mit  allen  im 
zugehorungen,  wi  daz  genant  ist  oder  wa  ez  gelegen  ist,  besucht 
rnd  vnbesucht.  ze  dem  ersten  ain  gut  an  dem  Sultzperg  vnd  vier 
gut  ze  Par schalling,  di  vnser  lehen  von  vnsern  vorgenanten  herren 
gewesen  sint  vnd  di  wir  in  aufgeben  haben,  vnd  ain  Mul  an  dem 
Pangarten,  di  vnser  lehen  gewesen  ist  von  dem  abbt  ze  Pawern,  di 
wir  im  auch  aufgeben  haben,  vnd  der  vorgenanten  gilt  aller  süllen 
wir  ir  gewer  sein  nach  dez  landes  in  dem  Atergawe  recht  vnd 
gewonheit  an  alls  verziehen,  vntz  si  iegleichs  gflts  den  vollen  gewin- 
nent  seiner  jar  (sie).  Wir  sein  auch  dez  geltz,  darumb  wir  di  vor- 
geschriben  gut  verchaufft  haben,  mit  beraiten  pfenningen  gsenez- 
leich  verrihtt  vnd  gewert.  Vnd  dez  alles  ze  vrchund  geben  wir  in 
disen  brief,  der  mit  meinem  dez  vorgenanten  Lönr  vnd  Otten  dez 
Böhenuelder  purchgrauen  ze  Chamer  anhangenden  insigeln  versigelt 
vnd  geben  ist  nach  Cristes  geburt  dreutzehen  hundert  jar  vnd  in 
dem  funflzigsten  jar  dez  freytags  nach  sant  Vrbans  tag. 

Ans  dem  Originale  im  Schlosse  eu  Eferding  auf  Pergament,   die  Siegel 
ferloren. 


188 


CLXXXVH. 

1350.  IS.  Juni.  —  Otto  der  Hinterhoher  gibt  zu  einem  Seeig  er  äthe  dem  Kloster 

Gleink  das  Kindlehen  am  Behamberg. 

Ich  Ott  der  Hinderholczer  vergich  offenwar  an  disem  brif  vnd 
tuen  chunt  allen  den,  diu  in  sehent,  lesent  oder  lesen  horent,  diu  nu 
lebent  oder  her  nach  chumftich  werdent,  daz  ich  mit  wolbedachtem 
muet  vnd  mit  aller  meiner  erben  gutleichen  willen  vnd  czu  der  czeit, 
do  ich  iz  wol  getuen  macht,  meins  rechten  lechens  ain  guet  gelegen 
an  dem  Behemperg,  daz  da  haizzet  an  dem  Chindlechen,  mit  alle  diu, 
vnd  dar  czu  gehöret  cze  holcz,  cze  veld,  besucht  vnd  vnbesucht  vnd 
mit  allen  den  nuczen,  wie  diu  benant  sind,  gegeben  han  dem  gots- 
haus  hincz  Glewnich  mir  vnd  meiner  hausvrowen  Christein  sseligen 
vnd  allen  meinen  vodern  czu  einem  rechten  selgeret  also,  daz  diu 
herren  in  dem  vorgenantem  gotshaus  cze  Glevnich  daz  vorgenant 
guet  am  Chindlechen  insullen  haben  vnd  besiezen  hin  für  vnd  ewich- 
leich  in  rechter  aygens  geber  nach  den  genaden,  diu  daz  vorgenant 
gotshaus  cze  Glevnich  von  alter  her  hat  von  den  erbirgen  vnd  edeln 
herren  von  Volchensdorf,  von  den  daz  vorgenant  guet  an  dem  Chind- 
lechen mein  recht  lechen  gewesen  ist,  vnd  han  ich  in  daz  selb  gut 
geselt  (sie)  vnd  geantburt  mit  aller  furezicht  vnd  rechten,  diu  dar 
czu  gehorent.  Mit  vrchund  diez  gegenburtigen  offen  brifs  versigelts 
vnd  bestaets  mit  meinem  aygen  anhanunden  (sie)  jnsigel  vnd  mit 
meins  bruder  jnsigel  Dietreichtdez  Hinderholczer  czu  einer  beezzern 
sicherhait.  Der  gegeben  ist,  do  von  Christi  geburd  waren  ergangen 
driuezehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  fumfezigisten  iar  an  sand 
Veits  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Gleink  auf  Pergament  mit  zwei  hfingeoden  Siegeln 
von  gelbem  Wachse. 

CLXXXVIII. 

1350. 15.  Juni.  —  Heinrich  der  Noppenberger,  Bürger  zu  Weh,  verkauft  an 

Meister  Leutold,  den  Arzt-Burger  zu  Wels,  eine  halbe  Hube  vor  dem  Staudach, 

die  er  von  den  Herzogen  von  Oesterreich  zu  Erbrecht  hatte. 

Ich  Hainreich  der  Noppenperiger  purger  ze  Wels  vnd   mein 
hausfraw  vnd  alle  vnser  erben  veriehen  Ynd  tun  chunt  offenbar  mit 


189 

disem  prief  allen  den,  di  in  an  sehent  oder  horent  lesen,  daz  wir 
mit  gutem  willen  vnd  mit  wol  bedahtem  mut  recht  vnd  redleich  ze 
chauffen  haben  geben  mit  vogtes  hant  vnd  mit  aller  staet  mapster 
Lewtolden  dem  arczt  purger  ze  Weh  vnd  seiner  hausfrawn  vnd 
allen  ieren  erben  vnser  halbew  hüb,  di  genant  ist  vor  dem  Stavdach 
vnd  di  vnser  reht  erb  ist  gewesen  von  dem  hochgeporen  forsten 
herczog  Albrechten  von  Österreich ,  mit  allen  den  rehten  vnd 
miczen,  die  dar  zu  gehorent  ze  holez  vnd  ze  veld,  besueht  vnd  vnbe- 
sucht  auz  vnser  nuez  vnd  gewer  in  di  iern  vmb  ein  gut,  dez  si  vns 
gancz  vnd  gar  gewert  habent,  daz  wier  nichs  dar  vmb  hincz  in  ze 
sprechen  haben.  Vnd  wer  vogt  ist  ze  Wels,  der  schol  in  die  vor- 
genanteu  halbe  hob  scherm  vnd  frein  an  aller  der  stat,  da  sein  dem 
vorgenanten  mayster  Leutolden  dem  arczt  vnd  seiner  hausfrawn 
vnd  allen  ieren  erben  not  vnd  turft  geschieht,  also  dez  lants  ist  ob 
der  Enns  vnd  auch  der  vogtay  recht  ze  Wels.  Daz  in  daz  allez  staet 
vnd  vnuerchert  von  vns  beleihe,  dar  vber  zu  einem  waren  czeug  vnd 
vrchund  geben  wir  in  disen  prief  mit  dez  erbern  ritter  insigel  kern 
Albers  dez  Lauterwechen,  der  zden  czeiten  gewaltiger  vogt  ist 
gewesen  ze  Wels9  daz  er  durch  vnser  vleizzigen  pet  willen  an  disen 
prief  gehangen  hat  im  selben  an  schaden,  dar  vnder  ich  mich  vor- 
genanter Hainreich  der  Noppenperger  vnd  mein  hausfraw  vnd  alle 
vnser  erben  gaenczleich  verpunten  haben  mit  vnsern  trewen  allez 
daz  staet  zehaben,  waz  an  disem  prief  geschriben  stet.  Der  geben 
ist  nach  Christes  gepurdt,  do  man  czalt  drewezehen  hundert  jar, 
dar  nach  in  dem  ffinfezigisten  jar  an  sand  Veyts  tage. 

Aus  dem  Originale  zu  Freistadt  auf  Pergament,  das  Siege]  fehlt 


CLXXXK. 

1350.  24.  Juil.  —  Die  Brüder  Heinrich,  Wernhart  und  Friedrich,  Grafen  ton 

Schaunberg,  bestätigen  das  Geschäft  Alheits  der  Stalin,  welche  ihren  Hof  zu 

Müterpernau  tum  Seelgeräth  nach  Wilhering  gibt. 

Wir  Heinreich,  Wernhart  vnd  Fridreich  brüder  vnd  grauen 
van  Schownberch  wier  veriehen  offenbar  an  disem  brief  Ynd  tun 
chunt  allen  den,  die  in  sehent  oder  hörnt  lesen,  di  nu  lebent  vnd  her 
nach  chunftig  sind,  daz  vnser  liebev  trewe  ver  Alhaid  die  Stcelinn, 
die  erbser  jungvrow  mit  irr  besten  vrewnt  rat  vnd  mit  irs  brüders 


190 

Friedreichs  des  Stals  vnd  aller  irr  erben  gutlichem  willen  vnd  wart 
vnd  auch  mit  rechter  ebiger  furtzicht  hat  recht  vnd  rtdleich  geben 
zv  der  zeit,  do  si  ez  wol  getvn  macht,  den  erbern  gaistlichen  herren 
vnd  dem  gotzhous  ze  Wilhering  irn  hof,  ist  gelegen  in  der  mittern 
Pernaw9  do  ze  disen  Zeiten  Örtel  ouf  gesezzen  ist,  ynd  alles,  daz 
dar  zv  gehört,  swo  daz  gelegen  ist  oder  swie  ez  genannt  ist,  ze  holtz 
vnd  ze  veld,  versucht  vnd  vnuersucht,  den  si  für  ein  rechtes  sentt- 
mszziges  aygen  ledichleichen  gechaufft  hat  von  kern  Dyetreichen 
dem  SchfjuersTiA  seinen  erben,  vnd  bat  daz  getan  in  soliher  mai- 
nung  vnd  beschaidenheit,  daz  si  in  ouf  dem  vorgenanten  hof  durich 
irer  sei  hail  willen  vnd  ze  einem  rechten  ewigen  seiger« t  in 
ier  pitantz  vor  auz  hat  geben  ain  phuut  phenning  jaerchlichen  rech* 
ter  herren  gult,  daz  si  irn  jartag  do  von  jaerchüchen  begen  an  vnser 
vrown  abent  zv  der  liechtmesse  mit  vigili  vnd  mit  messen  noch  irs 
ordens  gwonhait,  *nd  daz  daz  dester  andaechtichleicher  volfurt  werd, 
schol  man  des  selben  tages  igleichen,  der  in  dem  orden  ist,  geben 
die  aderlazzer  phrunt,  drew  stukch  vissch  in  einem  pheffer  vnd  ain 
phenbert  semel.  Den  vbrigen  gelt,  swaz  des  ist  ouf  dem  egeschriben 
hof  vber  daz  vorgenant  phunt  geltes,  habent  die  herren  von  Wilhe- 
ring von  ir  gechaufft  gsentzlichen  vnd  ledichleichen  vmb  siben  vnd 
zwaintzig  phunt  alter  wienner  phenning,  dev  si  se  ze  rechten  tsegen 
schon  gar  vnd  gantz  gewert  habent,  in  allem  dem  rechten  vnd  mit  allen 
den  punden,  als  di  obgeschriben  ver  Alhaid  die  Stcelinn  den  selben 
hof  gechaufft  hat  von  kern  Dytreichen  dem  Schiuer,  also  beschai- 
denlich,  daz  di  offtgeschriben  herren  von  Wilhering  den  vorgenan- 
ten hof  in  der  mittern  Pernato  mit  alle  dev,  vnd  dar  zv  gebort,  furbaz 
ewichleichen  schul len  besitzen  vnd  haben  in  nutz  vnd  in  rechter 
aygens  gwer  an  allen  chrieg  vnd  ansprach  aller  nuenichleich  in 
rechter  sentmsezzigen  aygen  recht  also,  daz  noch  wier  noch  dhainer 
vnserr  nachchomunden  noch  niemant  anderr  dhainer  rechten  darouf 
geiehen  mugen  noch  haben,  weder  tagwerich  noch  vogt  habern  noch 
vogtej  noch  dhain  ander  vorderung,  swie  die  genant  ist,  denn  ouf 
recht  senttm&zzigen  aygen  ze  recht  ligen  schullen.  Ez  mugen  auch 
die  herren  mit  dem  offtgenanten  hof  allen  iren  frum  geschaffen  mit 
versetzen,  mit  verchauffen  noch  ires  gotshous  notdurfft  samp  mit 
anderm  irm  aygen.  Ez  hat  auch  die  obgenant  Alhaid  die  Stcelinn 
den  herren  von  Wilhering  ze  einem  rechten  ewigen  gwerschafft  mit 
allen  den  rechten,  punden  vnd  gelubd  in  geantburt  di  vrchund,  di  ir 


191 

her  Dyetreich  der  Schiuer  vber  den  hof  gegeben  bat ,  als  si  dar  an 
geschriben  sind  also,  daz  her  Dytreich  der  Schiuer  vnd  alle  sein 
erben  des  gotshous  vnd  der  herren  ze  Wilhering  vmb  den  offU 
geschriben  bof  gwer  scbol  sein  an  aller  stat,  swo  in  des  dürft 
geschiecht,  in  aller  der  weis,  als  er  ver  Alhaiden  mit  seinen  briefen 
verhaizzen  hat.  mit  vrchund  ditz  briefs,  der  versigelt  ist  mit  vnsern 
Heinreichs.  Wemhartes  vnd  Fridreichs  bruder  vnd  grauen  von 
Schownberch  vnd  mit  kern  Dytreichs  des  Schiuers,  Bumpolts  sein 
8vns,  Fridreichs  des  Stals,  iers  bruders  vnd  mit  kern  Albers 
von  Partzhaim  zv  einer  warn  zeugnusse  insigeln,  vnd  verpint  sich 
die  obgeschriben  verAlhaid  mit  irn  trewn  vnder  vnser  aller  jnsigeln, 
allez  daz  stset  ze  halten,  daz  an  dem  brief  oben  geschriben  stet» 
wand  si  selber  nicht  aygens  jnsigels  hat.  Der  brief  ist  geben,  do  man 
zalt  Ton  Christes  gepurd  drevtzehen  hundert,  dar  noch  in  dem  funf- 
tzigisten  jar  an  sand  Johans  tag  ze  svnnbenden. 

Original  auf  Pergament,  die  Siegel  abgefallen,  im  Stiftsarchiv  au 
Wilhering. 

cxc. 

1350.  M.  Jttnl.  —  Guet,   Wittwe  des  Jans  von  Morspach  sei  und  ihre  Söhne 
Jans  und  Wernhart  stiften  für  ihre  Familie  einen  Jahrtag  und  zwei  Wochen- 
messen im  Gotteshause  zu  Reiehersperg  mit  SO  Pfund  Passauer  Münze. 

Wir  Guet  herrn  Jansen  witib  von  Morspach  seligen  vnd  mein 
sunJanns  vnd  Wernhart  veriehen  offenbar  an  dem  brief,  das  wir  funf- 
tzik  pfunt  passawer  pfenning  gegeben  haben  dem  gotzhaus  ze  Reichers* 
berg  vnd  dem  conuent  daselben,  das  si  und  ir  nachkomen  darvmb 
ewikleich  haben  sullen  einen  ewigen  jartag,  das  ist  an  dem  andern 
freytag  in  dem  advent  des  nachtes  mit  yigilj  vnd  des  morgen  mit 
einer  selmezz  gesungen  mit  dem  chor  vnd  sol  den  herren  dauon 
geuallen  in  die  oblay  ein  pfunt  pfenning  vnd  all  wochen  zwo  mess  in 
dem  capitel  ainew  an  dem  eritag  auf  des  heiligen  Geistes  alter  vnd 
die  ander  auf  dem  pfintztag  auf  Vnsers  Herrn  Leichnam  alter  vnd 
sol  davon  geuallen  den  herren,  der  die  mess  spricht  ye  drey  pfen- 
ning yon  der  mess.  Wer  aber  das  sich  das  nicht  verging,  als  ver- 
schriben  ist  oder  yersawmpt  wurd,  so  haben  wir  vnd  vnser  nach- 
komen in  vnd  iren  nachkomen  zu  zesprechen  vnd  darnach  sullen  si 
alles  das  volffirn,  das  vereaumpt  ist,  is  ir  dann  eehaft  not,  an  geuer. 


192 

Wem  si  darüber  sawmig  vnd  nicht  volfürten,  als  verschrieben  ist, 
so  haben  wir  gewalt  in  nider  ze  legen  mit  ir  guetem  willen  all  ir 
voderung  auf  irem  dorff  ze  Münichperg  als  lanng  vntz  daz  alles  das 
eruollt  werd,  das  oben  beschriben  ist,  yod  das  in  vnd  yns  also  stet 
ynd  yntzebrochen  beleih,  geben  wir  in  disen  brief  vnder  herrn  Lien- 
harts  von  Morspach  vnd  Heinreichs  des  Grausen  insigel.  Vnd  ist  das 
geschehen  drewtzehen  hundert  jar  darnach  in  dem  funftzkisten  jar 
au  sant  Johannstag  ze  Sunbentteu. 

Promptuar.  Reicherspcrg.  Fol.  100  a. 


CXCI. 

1350.  29.  Juni.  —  Michael  Jacob  de»  Kellner»  Sohn  tu  Klotterneuburg  verkauft 

* 

seinen  Weingarten  an  dem  Eck  dem  Dechant  Heinrich  tu  Ens. 

Ich  Michel  Jacobs  sun  des  chelner  und  Jansen  ayden  pey 
dem  Tör  den  payden  got  genad  und  ich  Margret  sein  hausfrau  veri- 
chen daz  wir mit  unsers  perchherren  hant  Jan- 
sen dez  Vreysinger  ze  der  zeit  dez  gotzhaus  ze  Neunburg  ampt- 
man,  recht  und  redleich  verchauft  haben  und  geben  mit  furzicht 
vnsern  weingartn  an  dem  Ekke  daz  ein  ganz  jeuch  ist  und  leit  zu 
nast  meins  swager  weingartn  Jansen  dez  egenantn  meins  swecher 
sun  Jansen  pey  dem  Tör,  do  man  von   dient  ze  perchrecht  drey 
emmer  weins  und  sechs  wienner  phenning  ze  voytrecht  ynd.  nicht 
mer,  den  mir  mein  erste  hausvrau  frau  Chunigund  des  selben  Jan- 
sen tochter  pey  dem  Tör,  der  66t  genad,  mit  ires  bruder  Jansen  und 
auch  ander  irer  nasten  und  pesten  freunt  gunst  vnd  willen  geben 
und  gemacht  hat  ze  der  zeit,  do  si  iz  wol  getun  mocht  und  auch 
recht  ze  tun  hett  mit  des  selben  weingartn  perchmaister  hant  Jansen 
dez  Vreysinger,  wan  er  ir  tailtz  guet  gewesen  ist  von  allen  iren 
geswistreyden  mit  f&rzicht  vnd  mit  loz,  den  selben  unsern  weingartn 
haben  wir  verchauft  und  geben  mit  allem  dem  nutz  und  rechtem 
als  er  mit  altem  recht  in  rechter  perchrechts  gewer  her  chomen  ist 
umb  fünf  und  sechtzig  phunt  phenning  wienner  münz,  der  wir  gar 
und  ganz  gewert  sein.  Iz  sint  auch  mit  dem  selben  guet  andereu 
erib  von  den  Juden  geläst,  do  mich  mein  egenanteu  hausfrau  frau 
Chunigund  inne  lazzen  hat  mit  gesampter  hant  und  mit  gueter  gwiz- 
zen,  den  selben  weingartn  hat  von  uns  gechauft  der  erber  berr  herr 


193 

Bahireich  techent  ze  Ens  umb  sein  aygenz  varenz  guet  und  nicht 
umb  seiner   obirichen  guet  furbaz  freileich  und  ledigleich  ze  haben 

und  allen  seinen  frum  damit  ze  schaffen Vnd  daz  di  ege- 

scbriben  red  und  Wandlung  also  geschehen  sey  und  daz  der  yor- 
genant  chauf  und  scherm  furbaz  stet  beleih,  dez  geben  wir  hern 
Hainreich  disen  brief  zu  ainem  waren  urchunt  versigilten  ich  ege- 
nanter  Michel  und  ich  egenanter  Jans  sein  swager  mit  unsern  aygen 
insigeln  und  mit  dez  egenanten  weingartn  perchmaister  insigil  Jan- 
sen dez  Vreysinger,  dez  ist  auch  gezeug  mit  seinem  insigil  Michel 
dez  gotzhaus  chüchenmahter  ze  Neunburg.  Der  brief  ist  geben 
nach  Christi  gepurd  dreuzehenhundert  jar  dar  nach  in  dem  funftzi- 
gisten  jar  an  sand  Peters  und  sand  Pauls  tag  ze  sunbenten. 

Urkundenbuch  von  Krerosmfinster  Nr.  2fc2. 


CXCH. 

1350.   28.  Jtll.  leibnrg.  —  Der   Cardinallcgat  Guido  bestätigt  die  durch 
Bischof  Wernhart  von  Passau  bewirkte  fncorporation  der  Pfarre  Ried  tum 

Kloster  Su  Florian. 

Guido  miseracione  diuina  tituli  Bande  Cecilie  presbiter  [car- 
dinalis,  apostolice  sedis  legatus  dilectis  in  christo  preposito  et 
conuentui  monasterii  mncti  Floriani  ordinis  sancti  Augustini  Pata- 
uiensis  diocesis  salutem  in  domino.  Cum  a  nobis  petitur,  quod 
iustum  est  et  honestum,  tarn  uigor  equitatis,  quam  ordo  exigit  räcio- 
nis,  ut  id  per  sollicitudinem  offlcij  nostri  ad  debitum  perducatur 
effectum.  Sane  peticio  uestra  nobis  exhibita  continebat,  quod  du  dum 
bone  memorie  Wernhardus  olim\  episcopus  Patauiensis  parrochia- 
lem  ecclesiam  in  Ryed,  in  qua  uos  ius  patronatus  habetis,  predicto 
uestro  monasterio  ex  certis  iustis  et  racionabilibus  causis  de  capituli 
sui  consensu  uniuit  et  eciam  incorporauit,  nobis  humiliter  supplican- 
tes,  ut  unionem  et  incorporacionem  prefatas  confirmare  de  speciali 
gracia  dignaremur.  Nos  igitur  uestris  supplicacionibus  grato  concur- 
rentes  assensu  unionem  et  confirmacionem  prefatas  per  predictum 
Patauiensem  episcopum,  ut  premittitur,  factas,  sicut  iuste  et  prouide 
facte  sunt,  ratas  et  gratas  habentes  auctoritate,  qua  fungimur,  de 
dono  specialis  gracie  tenore  presencium  confirmamus  et  presentis 
scripti  patrocinio  communimus.   Nulli  ergo  omnino  hominum  liceat 

UrkTindeabnoh  dei  Landet  ob  der  Eani.  VIT.  Bd.  13 


194 

hanc  paginam  nostre  con6rmacionis  infringere  uel  ei  ausu  temerario 

contraire.  Si  quis  autem  hoc  attemptare  presumpsertt,  indignacionem 

omnipotentis  Dei  et  beatorum   Petri  et  Pauli  apostolorum  eius  se 

nouerit  incursurum.     Datum  apud  Nuemburgam  Patauiensis  dio- 

cesis  V.  kalendas  Augusti  pontificatus  domini  Clementis  pape  VI. 

anno  octauo. 

P.  Bail). 

Aas  dem  Originale  zu  St  Florian  auf  Pergament  mit  einem  hangenden 
Siegel  an  rothen  und  blauen  Seidenfäden;  der  unlere  Theil  zerbröckelt.  Das 
Siegel  in  rothem  Wachse,  l&nglichtrund,  ein  gothischer  Altar,  in  dessen 
Nischen  die  Himmelskönigin,  links  und  rechts  neben  ihr  Paulus  und  Petrus. 
S,  GVIDONIS  .  DE.  C(?)OLONIA .  MIS E.  CEC1L1E .  PBRI .  CARDIN  ALIS. 


CXCHI. 

1350.   8.  AugQSt   EüS.  —  Heinrich,  Domherr  zu  Passau  und  Dechant  von  Ens, 
reversirt  die  Jahrtagsstiftungen  Gottfried  des  Schreibers  sei.  trnd  seines  Sohnes 

Thomas. 

Ich  Heinrich  chorher  ze  Pazzow  vnd  techent  ze  Ens  vergib 
offenlih  mit  disem  brif,  daz  der  erber  vnd  beschaiden  man  Thoman 
Gotfrids  des  Schriber  sun,  dem  Got  genad,  nach  seins  Yor genanten 
vaters  gescheit  vnd  auch  selb  durch  Got  vnd  auch  se  trost  vnd  hulf 
ir  vnd  all  irir  vodern  vnd  nachchomen  sein  mir  vnd  mein  nachchomen 
techenten  ze  Ens  ledichleich  geben  hat  einen  acker  gelegen  pei  dem 
spital  ze  nächst  an  der  pfarr  akchern,  also  daz  ich  vnd  all  mein 
nachchomen  techent  oder  verweser  ze  Ens  dem  seibin  Thomann  di 
weil  er  lebt  vnd  nach  ym  seinen  erben  oder  einem  seiner  pesten 
vreunt  al  jar  geben  vnd  raichen  sullen  zwelif  Schilling  wienner 
pfening,  da  man  des  vorgeschriben  Gotfridis,  seiner  hausfrowen 
Sophein,  des  vorgenanten  Thoman  s  seins  suns  vnd  Gotfridis,  Eis- 
peten,  Margreten,  Katherein  vnd  Sophein,  Thomans  geswistriden 
vnd  aller  ir  vreunt  vnd  vodern  jartag  mit  begen  sol  datz  der  pfarr 
zsand  Larentzen  ze  Ens  ewichleich,  da  ir  leichnam  ligent,  des 
nachts  mit  gesungen  vigilj  vnd  des  morgens  mit  der  selmess,  vnd  sol 
da  mit  allen  trewen  vleizzichleich  Got  piten  vmbir  aller  sein,  vnd  sol 
der  vorgenant  Thoman  oder  wem  di  zwelif  Schilling  pfening  geraicht 
werden,  von  den  selben  pfening  geben  des  nachtes  ze  der  vigili  den 
priestern,  dem  chorschuler,  dem   messner  sechtzig  pfening  vnd  des 


198 

morgens  vmb  daz  oblay  drei  Schilling  ymb  prot  vnd  zwelif  pfening 
?mb  wein  oder  als  vil  pfening  da  für  vnd  armen  leuten  auf  daz  grab 
drei  Schilling  pfening  des  nachtes  ynd  dan  des  morgens  auch  armen 
leuten  zwen  ynd  yiertzik  pfening,  di  si  auch  da  selb  ze  der  mess 
dann  opfern  sullen.  Auch  sol  man  geben  hintz  minnern  brudern 
sechtzig  pfening  ymb  prot  vnd  sechs  pfening  ymb  wein  auch  ze 
oblay,  daz  di  auch  den  iartag  dar  ymb  begen  als  pillich  ist.  Des 
getts  als  wirt  zwelif  Schilling,  di  ich  ynd  mein  nachchomen  all 
raichen  sullen  zdem  jartag,  ynd  di  man  tailen  sol  als  obgeschriben  stet. 
Teten  wir  des  nicht  oder  daz  wir  Verzügen  ynd  nicht  raichten  zdem 
jartag,  so  solten  wir  dar  nach  inner  viertzehen  tagen  geben  zeiner 
pezzrung  an  der  pfarchirch  ze  Ens  dem  werch  oder  dem  licht 
sechtzig  pfening  ynd  in  daz  spital  sechtzig  pfening,  als  oft  wir  iz 
virtzehen  tage  versessen,  vnd  dannoch  nach  der  pezzrung  solten  wir 
die  zwelif  Schilling  pfening  raichen  ze  dem  jartag,  daz  er  begangen 
wurden  all  jar  des  nächsten  suntags  nach  sand  Merteins  tag  als  ob 
geschriben  stet  ynd  nicht  abgieng.  Wer  aber  daz  wir  di  zwelif  Schil- 
ling raichten,  ynd  Thoman  oder  wem  wir  si  raichten,  den  jartag  also 
damit  nicht  begiengen  ynd  tauten  als  oh  geschriben  ist,  so  sol  der 
selb  geben  auch  ze  pezzrung  der  pfarr  sechtzig  pfenning  vnd  dem 
techent  sechtzig  pfening  als  er  daz  auch  viertzehen  tag  yersezz  oder 
virtzug  vnd  dennoch  nach  der  pezzrung  den  jartag  begen  ymb  di 
pfening,  tailen  auch  als  ob  geschriben  stet.  Das  loben  wir  mit  ynsern 
trewen  ynd  geben  dar  vber  disen  brief,  der  ainer  beliben  sol  Thoman 
ynd  seinen  nachchomen  oder  in  der  stat  puchsen,  ynd  ainer  dem 
teehent  ze  Ens  in  seins  gotshaus  gewalt,  versigilt  mit  meinen  anhan- 
gunden  jnsigil,  der  geben  ist  ze  Ens  an  suntag  vor  ynsern  Vrowen 
tag  der  schidung  —  dreutzehen  hundert  jar  dar  nach  in  dem  fumf- 
tzigisten  jar. 

Orig.,  Perg.  ohne  Siegel  im  Musealarchiv  Lins. 

1352.  12.  Aigust  Ins. 

Denselben  Beyers  wiederholt  wortwörtlich  Dechant  Heinrich 
„dez  nächsten  suntags  vor  vnser  Vroventag  ze  der  schidung  —  dreu- 
czehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  zway  vnd  fumfczikigsten  iarM 
unter  seinem  Siegel. 

Orig.,  Perg.  mit  Hftngesiegel.  Pfarrarchiv  Ena. 

13* 


196 


CXCIV. 

1350.  10.  Anglist.  —  Conrad  von  Polheim  begibt   sich  mit  Zustimmung  seines 
Sohnes  Weichard  aller  Ansprüche  auf  das  Gut  in  der  Au  bei  der  Alm  tu  Gun- 
sten der  Gusterei  zu  Kremsmünster. 

Ich  Chanrad  von  Polhaim  vergich  offenleich  an  disem  brief 
und  tuen  chunt  allen,  di  in  sehent  horent  oder  lesent,  das  ich  mich 
mit  wolbedachten  mut  und  mit  gunst  meins  sunes  Weychardes  und 
»Her  meiner  erben  alles  des  rechtes,  das  ich  an  dem  gut  in  der  Aw 
bey  der  Alben,  das  gelegen  ist  in  demVicchticang,  das  mein  rechtes 
aigen  gewesen  ist,  lauterleich  undledigleich  verzeich  also,  das  das  selb 
gut  furbaz  ewichleich  an  all  ansprach  und  beswerung  von  mir  und  von 
all  meinen  erben  warten  und  dienen  schol  dem  gotzhaus  ze  Chrems- 
munsier  in  das  ampt  der  custrey.  Und  das  das  taet  und  unzebrochen 
beleih  gib  ich  disen  brief  ze  eim  offen  urchund  bestaet  und  bewart 
mit  meim  anhangunden  insigel.  Der  brief  ist  gegeben  do  man  zalt 
von  Christes  gepuerd  tausent  jar  dreuhundert  jar  darnah  in  dem 
funtzigisten  jar  an  sant  Laurenten  tag. 

Urkunde  nbuch  von  Krerasmtinster  Nr.  223. 


cxcv. 

1350. 18.  AügU8t.  —  Behob-  und  Gerichtsbrief,  ausgefertigt  vom  Amtmanne  des 
Gotteshauses  Klosterneuburg  in   Folge  einer  vom  Gewaltträger  des  Abtes  tu 
Kremsmünster  vorgebrachten  Klage  wegen  versessenen  Dienst  von  einem  Wein- 
garten. 

Ich  Jans  der  Vreifsinger  ze  den  Zeiten  des  gotzhaus  ze  Neun- 
burch  amptman  vergich  und  tun  chund  mit  disem  brief  allen  lauten, 
daz  für  mich  chom  in  einem  etayding,  da  ich  an  dem  rechten  saz 
Rüger  Frumman  und  wogt  an  seiner  herren  stat  von  Chremsmunster 
mit  einem  brief,  der  in  sagt  ain  phunt  phenning  geltes  von  einer 
rächen  Weingarten,  di  gelegen  ist  ander  vmstergazzen  pei  Dytmarn 
dem  Druxel,  der  ich  perchmaister  pin,  und  vrogt  als  lang  dar  auf 
um  der  herren  versetzen  dienst  und  um  di  zwyspild  dar  auf  ze  rech- 
ter zeit  und  tegen  alz  recht  ist  alz  lang  daz  in  geviel,  man  solt  den 
Weingarten  schätzen,  da  ward  der  weingart  geschätzt  von  erbern 
lauten,  di  sagten,  daz  vor  recht  pei  irem  ayd  daz  der  weingart  mit 


197 

pau  mit  all  nicht  teuer  wer  dann  der  dienst  und  di  zwyspild  di  seu 
dar  auf  behabt  bieten,  da  ward  gevrogt,  waz  recht  wer,  da  geviel  in 
das  mit  vrog  und  mit  urtail  seyd  der  weingart  nicht  teuer  wer  dann 
daz  purchrecht  und  di  zwyspild  und  di  dar  auf  behabt  wem  ich 
solt  seu  des  Weingarten  gewaltig  machen  und  an  di  gewer  setzen  ze 
yerchaufen  ze  versetzen  und  geben  swem  seu  wellent  alz  in  daz 
fugunt  ist  und  solt  in  des  einen  behab  prief  geben  alz  recht  wer,  und 
daz  hab  ich  allez  getan  alz  iz  in  mit  vrog  und  mit  urtail  gevallen  ist, 
und  daz  der  vorgenant  Rüger  seinen  herren  von  Chremsmunster  den 
vorgenanten  Weingarten  vor  mir  in  dem  rechten  etayding  ze  gegen 
dem  rat  und  den  genanten  und  andern  erbern  lauten  mit  not  tayding 
mit  vrog  und  mit  urtail  und  mit  rechtem  recht  in  ir  gewalt  pracht 
hab  ze  verchaufen  ze  versetzen  und  allen  irenfrum  damit  ze  schaffen, 
des  gib  ich  in  den  herren  von  Chremsmunster  disen  brief  ze  einem 
worn  gezeugdiser  sache  versy gelten  mit  meinem  insygel,  des  ist  auch 
gezeug  mit  seinem  insygel  der  erber  man  Hainreich  der  Darr,  der 
pei  dem  rechten  gesezzen  ist  und  di  selben  zeit  des  rats  einer  gewe- 
sen ist.  Der  brief  ist  geben  nach  Christ  gepuerd  dreuzechen  hundert 
jar  dar  nach  in  dem  fumfzygistem  des  nasten  mytichens  nach  unser 
Vroun  tag  ze  der  Schydung. 

Urkundenbuch  von  Chremsmunster  Nr.  224. 


CXCVI. 

1350.   L  September.  —  Otto  der  Pömcr  verkauft  an  das  Gotteshaus  Garsten 
den  Dienst  von  der  Hofstatt  an  dem  Schathartsberg  unter  der  Leiten  fr.  20  D. 

um  I  Pfund  Pfenning» 

Ich  Ott  der  P&mer  vnd  ich  Ann  sein  hawsvrow,  Wir  Vhmch 
und  Volchwein  sein  brüder  mit  sampt  allen  vnsern  erben  wiehen 
offenbar  an  disem  brief  allen  den,  di  in  sehent  oder  hörnt  lesen,  di  nv 
sind  oder  hernach  chunftich  werdent,  daz  wir  mit  verdachtem  muet, 
nach  rat  vnserr  pesten  frewnt  verchauffet  haben  ledichleich  den 
erbsern  gseistleichen  herren  dem  abpt  vnd  der  sampnung  des  gots- 
baws  ze  Gosrsten  zwaintzik  phenning  iaerchleichs  gelts  mit  allen 
vnsern  rechten,  die  wier  emalen  haben  gehabt,  wie  die  genant  sind, 
auf  irr  Hofstat  an  dem  Schalhartsperig  vnder  der  Leiten  vmb  ein 
phunt  wienner  phenning,  der  wir  gar  vnd  gaentzleich  gewert  sein 


198 

ynd  haben  in  daz  selb  gelt  vnd  recht  auf  gegeben  mit  rechter  fur- 
czicht  nach  des  landes  recht  also  beschaidenleichen,  daz  wier  noch 
dehainer  vnserr  erben  oder  frewnt  furbaz  dar  an  dehain  recht  suchen 
oder  haben  schallen.  War  aber»  daz  in  die  vorgenant  gult  von  ieman 
chrieghaft  wurd,  den  schulle  wir  in  siecht  vnd  richtich  machen.  Tat 
wier  des  nicht,  so  schulle  wier  in  allen  den  schaden  ab  legen,  den 
sev  ze  hof  oder  ze  taiding  mit  chost  oder  mit  raisen  dar  auf  nemen, 
vnd  schullen  sev  den  selben  schaden  Haben  vnuerscbaidenleichen  auf 
vnsern  trewn  vnd  auf  aller  der  hab,  die  wier  haben  in  dem  land  ze 
Österreich.  Daz  diser  chauf  vnd  die  gelub,  als  sev  vorbenant  sind, 
staet  vnd  vnczebrochen  ewichleich  beleiben,  des  geben  wier  den 
egenanten  herreu  vnd  dem  gotshaws  ze  Gasrsten  disen  offenn  brief 
versigelten  mit  meinem  obgenantes  Ottes  des  Pömer  jnsigel  vnd 
wenne  wier  Vlreich  vnd  Volchbein  sein  bruder  aigener  jnsigel  nicht 
enhaben,  haben  wier  gebeten  die  erbern  herren  hern  Stephann  von 
Hohenwerch  vnd  hern  Weicharten  von  Topel  jvmb  ir  jnsigel,  die 
sev  dar  an  ze  einem  vrehund  vnd  warn  geczeug  geleget  haben.  Des 
ist  auch  getzeug  Wolfhart  der  Han,  der  der  selben  gult  chaufman 
gewesen  ist.  Der  brief  ist  gegeben,  do  von  Christes  geburd  ergangen 
warn  dreuczehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  fumftzkistem  jar  an 
sand  Gyligen  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Garsten  auf  Pergament  mit  drei  Siegeln.  1.  Zwei 
Krücken  neben  einander  gestellt  2.  Der  aufstehende  Panther.  3.  Drei  abwfirts 
gekehrte  Spitzen. 

CXCVH. 

1350.  1.  September.  —  Dietrich  der  Steinbäck  und  seine  Geschwister  verkaufen 
der  Pfarrkirche  Gutau  eine  Hube  tu  Tidendorf  in  der  Pfarre  Wartberg. 

Ich  Dietreich  der  Stainpekch  vnd  mein  geswistreid  vnd  alle 
vnser  erben  wier  veriehen  vnd  tun  chunt  offenbar  an  dem  brief  allen 
den,  di  in  sehent  oder  hörnt  lesen,  die  nu  lebent  oder  hernach 
cliunftig  sind,  daz  wier  mit  wol  bedachtem  mut  vnd  mit  all  vnsrer 
erben  gutleichen  willen  vnd  nach  vnserr  pesten  freunt  rat  verchauft 
haben  die  halben  hub  ze  Tidendorf )  die  gelegen  ist  in  Wartperger 
pharre  vnd  vnser  vreys  aigen  gewesen  ist,  dem  erbern  herren  herren 
Hainreichen  ze  den  Zeiten  pharrer  ze  Guttawe  vnd  dem  gotshaus 
da  selb  vnd  dem  chloster  datz  sand  Florian,  von  dem  daz  gotshaus 


199 

leben  ist,  mit  allen  den  nützzen,  die  dar  zu  gehörnt  ze  holtzz  vnd  ze 
veld,  versucht  vnd  vnuersucht,  als  wier  vnd  vnser  vodern  ez  gehabt 
haben,  vmb  dreu  zehen  phunt  phenning  alter  wienner  münzz,  der 
wier  gantz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  sein  also  beschaidenleicb, 
daz  wier  schulten  der  vorgenanten  hüb  dez  vorgenanten  pharrer  vnd 
dez  gotshaus  vnd  dez  chloster,  di  vor  genant  sint,  gewer  sein  an 
aller  stat  für  alle  ansprach  vnd  für  allen  chunftigen  chrieg  also  lantz- 
recht  ist  ze  Österreich.  Tat  wier  dez  nicht,  wie  getanen  schaden 
der  vorgenant  pharrer  oder  die  gotshauser,  die  vor  genant  sint,  dez 
nsemen,  ez  sey  mit  potscheften,  mit  nachraisen  oder  mit  welherlay 
saehh  daz  sey,  den  si  gesprechen  mögen  bey  iern  trewen,  den  sel- 
ben schaden  schulten  wier  in  gantz  vnd  gar  ab  tun  vnd  schulten  si 
das  haben  auf  vnsern  trewen  vnd  auf  aller  vnsrer  hab,  die  wier  haben 
in  dem  lant  ze  Österreich,  versucht  vnd  vnuersucht,  wo  si  die 
geaischent  auf  lant  oder  auf  wazzer,  daz  dem  vorgenanten  pharrer 
vnd  dem  gotshaus  ze  Gutawe  vnde  dem  chloster  datz  sand  Florian 
di  rede  vnd  die  Wandlung  also  stät  vnd  vnuerchert  beleih,  darvber 
gib  ich  vorgenanter  Bietreich  der  Stainpekch  in  disen  offen  brie 
versigilt  mit  meinem  anhangundem  insigel  versigilt  (sie)  vnd  mit 
dez  erbern  herren  kern  Ylreichs  von  Pernawe  ze  den  Zeiten  lant- 
richter  in  der  Riedmarich  anhangundem  insigel  iern  vngolten  (sie) 
ze  einem  gezeug  für  allen  chunftigen  chrieg.  Der  brief  ist  gegeben, 
do  man  zalt  von  Christus  gepürde  dreutzehen  hundert  iar,  darnach 
in  dem  fünftzhistem  iar  an  sand  Giligen  tag. 

Aus  einem  Pergamente odei  in  St.  Florian. 


CXCVIII. 

1350.  h  September.  —  Otacher  der  Scholchaimer  willigt  in  die  Uebergabe  eines 
Hauses  tu  Obernberg  an  das  Kloster  Reickersberg  gegen  Vorbehalt  der  Wieder- 
lösung. 

Ich  Otacher  der  Scholchaimer,  mein  hausfraw  vnd  all  vnser 
eriben  vergechen  mit  disem  brief  offenbar  allen  l&utten,  daz  wir 
vns  freuntleich  vnd  liepleich  bericht  haben  mit  herren  Dietmaren 
probst  ze  Beichersperig  vnd  mit  dem  gotzhaus  daselben  gar  vnd 
gsentzleich  vmb  daz  selgereraet,  daz  mein  muter  saelige  vnd  mein 
ohaim  Aecherl    der  Hager    auf   irem  haus   beten    geschaffet    ze 


200 

Obernperig  also,  daz  di  herren  dez  vorgenanten  gotzhaus  das  haus 
inn  schullen  haben  mit  allen  nutzen  vntz  wir  is  von  in  geleesen 
ymb  fumftzechen  pfunt  pazzawer  pfenning,  ynd  yerpautten  si  in  der 
yrist  ynd  is  in  stet  icht  an  daz  haus  daz  ein  rechtew  not  dürft 
war,  daz  schullen  wir  in  wider  cheren  nach  pider  laeut  rat,  den  daz 
paw  chunt  ynd  gewissen  sey.  Vnd  ze  vrchund  diser  sachh  gib 
ich  in  disen  brief  versigelten  mit  meinen  anhangunden  insigel. 
Der  brief  ist  geben  —  drevtzechen  hundert  jar  ynd  in  dem  ffimt- 
tzigisten  iar  an  sand  Gylgen  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  H&ngesiegel.  Stiftearchiv  Reichersberg. 


CXCIX. 

1350.  0.  September.  Passau.  —  Quittung  des  Dompropntes  Otto  zu  Patsau  über 
4  Goldgulden  als  Gebühr  des  Propstes  tu  Reichersberg  tu  den  Auslagen  für  das 

Concil  tu  Padua. 

Otto  Dei  gracia  prepositus  ecclesie  Patauiensis  recognosci- 
mus  per  presentes,  quod  honorabilis  vir  dominus  •  .  Prepositus 
Reicherspergensis  expediuit  nobis  de  quatuor  florenis  auri  pro 
expensis  ad  concilium  Padue  factum  harum  testimonio  litterarum. 
Datum  Patauie  feria  secunda  ante  festum  natiuitatis  beate  Marie. 
Anno  Domini  M*ccc°  1°. 

Promptuar.  Reichersperg.  Folio  176. 


cc. 

1350.  29.  September.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterrcich  leihet  Walchun 
von  Hader  das  Haus  Biberstein,  welches  ihm  Ulrich  der  Tanner  käuflich  über- 
geben hat, 

Wier  Albrecht  von  Gotes  gnaden  herczog  ze  Österreich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Kernden  tun  chunt  mit  disem  prief,  daz  für  vns 
cham  Vlreich  der  Tannar  vnd  tet  vns  ze  wizzen,  wie  er  vnserm 
getrewen  lieben  Walchuen  von  Hader  ynd  seinen  erben  ze  chauffen 
geben  hiet  das  haws  ze  Piberstain  in  Bechsenberger  gericht  mit 
alle  dem,  das  darczu  gehört,  das  von  vns  ze  lehen  ist,  vnd  pat 
ins,  das  wier  das  von  jm  auf  nemen  vnd  das  dem  vorgenanten 
Waltchuen  von  Hader  vnd  seinen  erben  verliehen.  Das  haben  wier 


201 

durch  seiner  pet  willen  von  jm  auf  genomen  vnd  haben  dasselb 
haws  mit  aller  seiner  zugehörung  dem  vorgenanten  Waltchuen 
ton  Hader  vnd  seinen  erben  verliehen  nach  der  prief  sag,  di  si 
darumb  gegen  einander  geben  habent,  vnd  des  geben  wier  ze 
vrchund  disen  prief  besigelten  mit  vnserm  anhangundem  jnsigel. 
Der  geben  ist  ze  Wienn  an  sand  Michels  tag  nach  Christes  gepurd 
drewezehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  fumfezigistem  jar. 

Aus  dem  Original  im  k.  k.  geh.  Hausarchive  auf  Pergament  mit  einem 
iDgehfingten  Reitersiegel  von  weissem  Waebs. 


cci. 

1350.  29.  September.  —  Alber  der  Wolf  stein  ur  kündet,  das*  er  den  Hof  tu  dem 
Thal  in  der  Pfarre  KaUtorf  an  St  Florian  verkauft  habe. 

Ich  Alber  Wolfstain  Dyetmars  sun  des  Wol/stains  vnd  ich 
Margret  sein  hausvrowe  vnd  vnser  paider  erben,  iz  sein  sun  oder 
tochter,  di  wir  haben  oder  noch  gewinnen,  wir  veriehen  vnuer- 
schaidenlichen  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  prief  sehent  oder 
horent  lesen,  di  nu  sind  oder  hernach  chumftig  werdent,  daz  wir 
mit  wol  bedachtem  mut  vnd  nach  rat  vnsrer  pesten  vreunt  vnd 
mit  gunst  vnd  willen  vnsrer  nächsten  erben  Engelschalchs  des 
Moser  vnd  ver  Agnesen  seiner  hausvrawen  vnd  ir  paider  erben,  di 
si  habent  oder  noch  gewinnent,  vnd  Stefans  des  Egenperger  vnd 
aller  seiner  erben,  die  er  hat  oder  noch  gewinnt,  vnd  James 
vnd  Dpetreichs  des  Würmtaler  vnd  aller  ierer  erben,  di  si  habent 
oder  noch  gewinnent,  vnd  Hainreichs  ires  prüder  erben  verehaufft 
haben  recht  vnd  redlich  zder  zeit,  do  wir  iz  wol  getun  mochten, 
vnsern  Hof  zdem  Tal  pey  Chaczleinstorf  gelegen,  der  vnser  vreiz 
ajgen  gewesen  ist  mit  alli  dev,  vnd  dar  zu  gehört  ze  dorf ,  ze 
holez  vnd  cze  veld.  gestipft  vnd  vngestipft,  versucht  vnd  vnuer- 
sucht  mit  allen  rechten  vnd  nuezen,  als  wir  in  haben  inn  gehabt, 
dem  ersam  gotshaus  daez  sand  Florian  vmb  sechs  vnd  hundert 
phunt  wienner  phenning,  der  wir  gancz  vnd  'gar  verriebt  vnd 
gewert  sein.  Wier  veriehen  auch  vnd  sullen  des  vorgenanten  hofs 
vnd  alle  dev,  vnd  dar  zu  gehört,  gewer  sein  vor  recht  an  aller 
stat,  wo  des  dem  egenanten  gotshaus  daez  sand  Florian  dürft 
geschieht  nach   lants   recht.    Naem  auer   daz   oftgenant  gotshaus 


202 

dhainen  schaden  dar  an,  den  sullen  wir  in  ablegen  vnd  wider 
cheren  gancz  vnd  gar,  swo  wir  des  ab  giengen,  das  sullen  si 
haben  auf  vns  vnd  auf  vnsern  erben  vnd  aller  vnsrer  hab,  wo  wir 
di  haben  in  dem  lant  ze  Osterich.  Wer  aber  iemant  vnder  vnsern 
erben,  der  nach  dem  vorgeuanten  hof  zdetn  Tal  sprechen  wolt, 
der  sol  dem  oftgenanten  gotshaus  dacz  sand  Florian  geben  hun- 
dert march  lotigs  silbers  wienner  gewicht  an  sand  Jacobs  tag  vnd 
sol  sich  des  hofs  vnterwinden  vnd  sol  dann  daz  gotshaus  dar  auf 
nicht  mer  haben  ze  sprechen.  Vnd  daz  disev  Wandlung  vnd  der 
chauf,  als  vor  geschriben  stet,  ewichleichen  staet  vnd  vnuerchert 
beleih,  dar  vber  gib  jch  vorgenanter  Albreckt  der  Wolfstain  disen 
offen  prief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  jusigel  vnd  mit 
Engelschalchs  des  Moser  vnd  mit  Steffans  [des  Egenperger  vnd 
mit  Jansen  vnd  Dyetreichs  der  Wurmtaler  anhangunden  insigeln. 
Vnd  durch  pezzer  sicherhait  dem  oftgenanten  gotshaus  haben  wir 
dienstlich  gebeten  den  erwirdigen  herren  kern  Ewerharten  von 
Walsse ,  hauptman  ob  der  Ens  vnd  vogt  des  selben  gotshaus, 
daz  der  sein  insigel  dar  an  hat  gelegt  zu  einem  ewigen  geczeug 
der  vor  geschriben  Wandlung.  Der  prief  ist  geben  nach  Christ 
gepurd  vber  dreuczen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  fumfczigisten 
jar  an  sand  Michels  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian  a  auf  Pergament  mit  fünf  angebängten 
Siegeln.  1.  Abgefallen.  2.  Schild  obne  Helm,  auf  ibm  ein  Widderborn.  f.  S. 
ENGELSCHALCI.  MOSER.  3.  Zur  Hälfte  zerbröckelt  und  nicht  mehr  unter- 
scheidbar. 4.  und  5.  Bekannt 


CCH. 

1350.  29.  September.  —  Propst  und  Convent  tu  St.  Florian  legen  16  Pfund, 
womit  sich  der  Pfarrer  von  Lassberg  ein  Seelgeräth  gestiftet  hat,  auf  das  Gut 

Hohenberg  in  der  Pfarre  Katstorf 

Nos  Hainricus  ecclesie  domus  sancti  Floriani  diuina  per- 
missione  prepositus,  Johannes  decanus  et  conuentus  ibidem  tenore 
presencium  profitemur,  quod  Weichardus  quondam  plebanus  eccle- 
sie nostre  in  Losperch  pro  anime  sue  remedio  et  pro  anniuer- 
sario  suo  post  festum  sancti  Laurencij  missa  defunctorum  cum 
vigilijs  peragendo,  donauit  nobis  XVI  talenta  denariorum  wiennen- 
sium,  ad  quos  posuimus  IX  talenta  denariorum,  cum  quibus  con- 


203 

parauimus  redditus  XI  solidorum  denariorum  yeterum ,  quos  colo- 
üüs  residens  in  Hohenberg  in  parrochia  in  Chaetzleimtorf  in  festo 
beati  Georij  et  in  natiuitate  beate  virginis  Marie  annis  singulis 
infirmario  ministrabit.  Qui  in  anniuersario  predieti  plebani  VI  soli- 
dos  denariorum  diuidet  in  conuento  dominorum;  medium  talentum 
denariorum  debet  habere  infirmarius  pro  elemosine  subsidio.  VII 
denarios,  quos  de  vinea  Sneyder  wlgariter  nominata  singulis  die- 
bus  dominicis  septem  personis  pauperis  in  hospitali  primitus  insti- 
tutis  largire  tenetur,  insuper  per  ix  denarios  dabit  tribus  paupe- 
ribus,  quibus  in  quadragesima  pedes  secundum  consuetudinem 
abluuntur,  et  XXX  denarios  idem  infirmarius  pro  labore  suo  lene- 
bit.  Et  ut  hec  deuocionis  remedia  rata  sint,  sigillis  nostris  hanc 
litteram  confirmamus,  que  data  est  post  mille  et  trecentas  annos 
inearnacionis  domini,  Deinde  in  festo  sancti  Michaelis  in  quinqua- 
gesimo  anno  videlicet  jubileo. 

Aus  einem  Pergamentcodex  in  St.  Florian. 

CCIIL 

1350.  13.  Octeber.  —  Peter  von  Ritzenunnkel  verkauft  dem  Kloster  Gleink  die  von 
den  VoÜcenstorfern  lehenbaren  zwei  Hüben  zu  Oed  in  der  Pfarre  Dietaeh, 

ICH  Peter  von  Ritzenwinchel  vergich  offenwar  an  disem  brief 
vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in  sehent,  lesent  oder  lesen  horent, 
dir  nv  lebent  oder  hernach  chunftig  werdent,  daz  ich  mit  wol- 
bedachtem  muet  vnd  mit  guetlichem  willen  meiner  hansfrown  EIb- 
peten  vnd  aller  meiner  eriben,  nach  rat  meiner  frevnt  zter  tzeit, 
do  ichs  wol  getun  macht,  meins  rechten  lehens  tzwo  hueb  datz 
Öd  gelegen  in  Tuedeher  pfarr  mit  allen  den  nutzen,  vnd  dartzv 
gehört  ze  holtz,  ze  veld,  versucht  vnd  vnuersucht,  wie  ez  benant 
sei,  ze  chauffen  geben  han  den  eribern  vnd  g&istleichen  Isvten 
appt  Heinrichen  vnd  der  sammung  datz  Glevneh  vmb  siben  vnd 
sechtzik  pfunt  pfenning  wienner  münzz,  der  ich  gantz  vnd  gar 
von  in  gericht  vnd  gewert  pin  also,  daz  siv  div  vorgenanten 
gueter  hinfur  vnd  ewichleich  innehaben  schulten  vnd  besitzen  in 
rechter  aigens  gwer  nach  den  rechten,  div  daz  vorgenant  gotshaus 
hat  von  den  eribern  vnd  edeln  kern  von  Volkchenstorf,  von  den 
ich  die  vorgeschoben  guet  zu  leben  gehabt  han.    Vnd    pin   auch 


204 

ich  vorgenanter  Peter  von  Ritzemoinchel  derselben  gueter  des 
egenanten  gotshaus  gwer  vnd  scherm  nach  lants  recht  für  alliv 
ansprach  an  aller  etat,  wo  in  dez  nat  geschieht,  vnd  waz  in  daran 
abgieng  oder  weihen  schaden  siv  daran  ntemen  von  meinen  eriben, 
den  schullen  siv  haben  auf  aller  der  hab,  div  ich  han  in  dem 
lande.  Daz  in  daz  stet  hinfur  vnd  vnzebrochen  beleih,  darvber 
gib  ich  vorgenanter  Peter  Ritzenwinchler  disen  gegenwärtigen  offen 
prief  versigelten  mit  meinem  aigen  anhangundem  jnsigel  vnd  bestell 
den  mit  dez  erbern  herren  hern  Albrechts  von  Atzenbrukk  insigel 
zten  tzeiten  purkrafen  ze  Steyr  vnd  mit  meins  oheims  jnsigel 
Ottens  dez  Hinderholtzer.  Der  gegeben  ist,  da  von  Christes  gebärd 
warn  ergangen  drivtzehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  funftzigi- 
stem  iar  an  sand  Cholmans  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  Hängesiegeln  von  gelbem  Wachs  im  bischöflichen 
Consistorium  zu  Lins.  Ritsenwinkler  und  Hinterholser  führen  im  einfachen 
Schilde  den  auf  einem  dreihügeligen  Steine  stehenden,  mit  dem  Kopfe  abwärts 
geneigten  Fisch  und  das  Hirschgeweih. 


CCIV. 

1350.    13.  October.  —  Marchart  der  Panhalm  schenkt  dem  Gusteramte  zu 
St.  Florian  das  Gut  Atxengarr  in  der  Pfarre  Sierriino. 

Ich  Marchart  der  Ponhalm  vnd  mein  hausvraw  ver  Agnes 
vnd  mein  sün  Reinprecht  vnd  Philipp  vnd  mein  töchter  Katreif, 
Peters,  Agnes  vnd  Asann  vnd  all  vnser  erben,  di  wir  haben  oder 
nach  gewinnen,  veriehen  vnd  tOn  chunt  offenbar  an  disem  prief 
allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  di  nu  sind  oder  her 
nach  chumftig  werdent,  daz  wir  mit  wol  bedachtem  mut  vnd  mit 
gunst  vnd  rat  aller  vnsrer  vreunt  vnd  erben  zu  einem  ewigen  sei« 
geret  geben  haben  ledichleichen  zu  der  zeit,  do  wir  iz  wol  getun 
mochten,  dem  ersam  gotshaus  daez  sand  Florian  vnd  besunder- 
leich  dem  guster  ampt  daselbs  ein  gut  haizzet  Aczengarr,  daz 
gelegen  ist  in  Sirnicher  pharry  daz  vnser  vreys  aygen  ist  gewesen, 
vnd  daz  ich  vorgenanter  Marchart  der  Panhalm  vmb  mein  aigen- 
haffts  gut  gechauft  han,  da  man  von  auch  järleich  dient  sechs 
Schilling  phenning  wienner  munzz  an  vnser  Vrowen  tag  zder  dienst 
seit,   also  daz  iz  ein  guster  daez  sand  Florian  sol  ewichleichen 


205 

inn  haben  mit  allen  rechten  rnd  nuczen,  als  wier  iz  inn  gehabt 
haben,  mit  solher  beschaidenhait,  daz  er  mier  den  vorgenanten 
Marcharten  dem  Ponhalm  alle  jar  begen  haizze  meinen  jartag 
mit  fumf  Schilling  phenning,  di  er  vnder  di  herren  tail  also,  daz 
man  mir  dez  nächsten  tags  naeh  sand  Bartholomes  tag  an  dem 
abent  sing  vigili  vnd  dar  nach  des  morgens  selmeczz.  Wir  ver- 
zeihen vns  auch  dez  vorgenanten  güts  g&nczlich  vnd  gar  also 
daz  wier  noch  vnser  erben  nimmermer  dhain  ansprach  dar 
auf  haben  sullen,  vnd  sullen  auch  dez  vorgenanten  gutes  gewer 
vnd  scherra  sein,  wo  dez  dem  vorgenantem  gotshaus  dacz  sand 
Florian  vnd  besunderlich  dem  guster  ampt  da  selbs  dürft  geschieht, 
als  aygens  recht  ist  in  östereich.  Vnd  daz  daz  also  stet  vnd  vnuer- 
chert  beleib9  dar  vber  gib  jeh  oftgenanter  Marchart  der  Panhalm 
disen  offen  prief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  jnsigel.  Der 
prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd  vber  dreuezen  hundert  jar, 
dar  nach  in  dem  fumfezikisten  jar  an  sand  Cholmans  tag. 

Aas  dem  Originale  zu  St.  Florian  auf  Pergament  mit  einem  Siegel. 


ccv. 

1350.  13.  OctOber.  Wien.  —  Otto  von  Meissau  reversirt,  dass  die  Bürgschafts- 
leistung Albers  von  Sunnberg  etc.  für  sich,  seinen  Bruder  Stephan  und  Janns 

von  Prunne  den  Bürgen  ohne  Nachtheil  sein  soll. 

Ich  Ott  von  Meychsawe  vnd  mein  erben  vergehen  vnd  tfin 
chunt  allen  den,  di  disen  brief  lesent  oder  horent  lesen,  daz  wir 
meinen  prüder  hern  Stephan  von  Meichsawe  oberister  marscha- 
lieh  in  Österrich  vnd  hern  Jansen  von  Prtfnne  zu  sampt  vns- 
vnuerschaidenlichen  versatzzet  haben  dez  ersten  hintz  hern  Albern 
von  Svnttberch  vnd  hintz  seinen  erben  für  dre#  hvndert  phunt 
wienner  phenninge,  dar  vmb  wir  si  ledigen  vnd  losen  suln  an 
allen  iren  schaden  vmb  zwei  hvndertt  phfint  wienner  phening  zf 
den  weihennachten,  die  nv  schirst  choment  vnd  vmb  hundert  ph&nt 
an  dem  vaschanchstage ,  der  schirst  ch&mpt,  vnd  hintz  hern  Chön- 
rat  von  Arberche  vnd  hintz  seiner  hawsurowen  vrowen  Chin- 
gunden  vnd  hintz  iren  erben  für  zwai  hvndert  phtnt  wienner 
phening,  dar  vmb  wir  si  auch  ledigen  vnd  losen  suln  an  dem 
vaschanche  tage ,  der  schirist  chvmpt,  vnd  hintz  hern  Hainrichen 


206 

von  Pottendorf  vnd  hintz  seiner  hawsurowen  vron  Agnesen  vnd 
hintz  iren  erben  für  vier  hvndertt  phünt  wienner  phening,  dar  vmb 
wir  si  auch  ledigen  vnd  losen  suln  an  vnser  Vrowen  tage  der  liecht- 
messe,  der  schirist  cbumpt.  Tun  wir  dez  niht,  swelhen  schaden  si 
denne  der  vorgenanten  phening  vnd  der  pvrgelschaft  fflrbaz  nach 
einem  ieglichem  tag,  vnd  vorbenant  ist,  nement  an  Christen  oder  an 
Juden,  daz  si  bey  iren  trewen  gesagen  mvgen,  den  selben  schaden 
mit  sampt  dem  hauptgut  suln  wir  in  an  allen  chriege  allen  ab  legen 
vnd  wider  cheren,  daz  loben  wir  in  an  allez  gevär  ze  laisten  mit 
vnsern  trewen.  Si  suln  auch  hauptgut  vnd  schaden  haben  auf  vus 
vnd  afif  allem  vnserm  gut,  daz  wir  haben  in  dem  lant  ze  Osten  ich, 
wir  sein  lebenlich  oder  tode.  Vnd  dar  über  so  gibe  ich  Ott  von 
Meicksawe  für  mich  vnd  für  mein  erben  in  disen  brif  ze  einem  waren 
vrchunde  diser  sache  versigilten  mit  meinem  insigil  vnd  mit  meins 
prüder  insigil  kern  Wernhartz  von  Meichsawe,  der  diser  sache 
gezeuge  ist  mit  seinem  insigil.  Diser  brief  ist  geben  ze  Wienne  nach 
Christes  gepurtt  dreutzehen  hundert  iar,  dar  nach  in  dem  fumftzigi- 
sten  jar  an  sant  Cholmans  tage. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  zwei  Siegeln.  — 
Schild  ohne  Helm  mit  dem  Einhorn. 


CCVI. 

1350. 16.  October.  —  Hertneid  der  Gälringer  verkauft  dem  Spitale  tu  Si.  Flo- 
rian €tne  Hube  und  Seide  tu  Fronleiten  an  der  Fpf. 

Ich  Hertneyd  der  Gmtringer  vnd  mein  hausvraw  ver  Elspet 
vnd  vnser  paider  sün  Hertneyd,  Philipp  vnd  Marchart  vnd  vnser 
töchter  Elspet  vnd  Ootlieb  vnd  all  vnser  erben,  di  wir  haben  oder 
noch  gewinnen,  veriehen  vnd  tun  chunt  offenbar  an  disem  prief  allen 
den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  di  nu  siut  oder  her  nach  chumf- 
tig  werdent,  daz  wir  mit  wol  bedachtem  mfit,  mit  gunst  vnd  mit  rat 
aller  vnser  vreunt  vnd  erben  verchauft  haben  recht  vnd  redlich  zder 
zeit,  do  wir  iz  wol  getan  mochten,  vnser  hueb  dacz  Fronleiten  vnd 
ein  seid  dapef  gelegen  pey  der  Yph  vnd  di  gelegen  ist  in  Florianer 
pharr,  di  vnser  vreiz  aygen  ist  gewesen,  mit  alle  dev  vnd  dar  zfi 
gehört  ze  holcz,  ze  veld  vnd  ze  wismad,  gestipft  vnd  vngestipft,  ver- 
sucht vnd  vnuersucht  mit  allen  rechten   vnd   nuczen,  als  wir   sey 


207 

haben  inn  gehabt,  dem  ersam  gotshaus  dacz  sand  Florian  ynd 
besunderlich  dem  spital  da  selbs  vmb  simczik  phunt  wienner  phen- 
ning,  der  wir  gancz  Ynd  gar  verricht  Ynd  gewert  sein.  Wir  veriehen 
auch  ynd  sullen  der  Yorgeschriben  hueb  Ynd  alle  dev,  ynd  dar  zu 
gehört,  gewer  sein  vor  recht  an  aller  stat,  wo  dez  dem  ^genanten 
gotshaus  dacz  sand  Florian  Ynd  dem  spital  da  selbs  dürft  geschieht 
nach  lants  recht.  Nsem  awer  daz  egenant  gotshaus  dacz  sand  Florian 
Ynd  daz  spital  da  selbs  dhainen  schaden  dar  an,  den  sullen  wir  in 
ab  legen  Ynd  wider  cheren  gancz  Ynd  gar.  Swo  wir  in  dez  ab  gien- 
gen,  daz  sullen  si  haben  auf  vns  Ynd  vnsern  erben  Ynd  aller  vnsrer 
hab,  wo  wir  di  haben  in  dem  lant  ze  Österich.  Wer  awer  iemant 
vnder  vnsern  erben  oder  nachchomen,  der  recht  wolt  haben  an  der 
vorgeschriben  hueb  Ynd  an  der  seid  da  pey  Ynd  dar  nach  sprechen, 
der  sol  dem  oftgenanten  gotshaus  vnd  dem  spital  geben  hundert 
march  lotigs  silber  wienner  gewicht  an  sand  Jacobs  tag,  Ynd  sol  sich 
der  hueb  vnd  der  seid  vnder  winden.  Vnd  daz  disev  Wandlung  vnd 
der  cbauf  als  Yor  geschriben  stet,  ewichleichen  stet  vnd  vnuerchert 
beleih,  dar  vber  gib  jeh  vorgenanter  Hertneyd  der  Gcetringer  disen 
offen  prif  versigelten  mit  meinem  Ynd  mit  meins  swagers  Ortolfs  dez 
Chersperger  anhangunden  jnsigeln.  Vnd  durch  pezzer  sicherhait 
dem  oftgenanten  gotshaus  vnd  dem  spital  haben  wier  dienstlich 
gebeten  den  erwirdigen  herren  kern  Ewerharten  von  Walsse  haupt- 
man  ob  der  Ens  vnd  vogt  dez  selben  gotshaus,  daz  er  sein  jnsigel 
dar  an  hat  gelegt  zu  einem  ewigen  geezeug  der  Yorgeschriben  wand« 
lung.  Der  prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd  vber  dreuezen  hundert 
iar,  dar  nach  in  dem  fumfezigisten  jar. 

Ans  dem  Originale  zu  St  Florian,  auf  Pergament  mit  drei  Siegeln.  Gätrin- 
ger  hat  einen  quer  getheilten  Schild ;  im  oberen  Theile  steht  ein  rechts  gewen- 
deter Vogel,  der  etwas  in  seinem  kurzen  Schnabel  Irfigt,  im  unteren  Felde  ein 
Slero.  f  S.  HERTNIDI  GAETRINGARII. 

CCVIL 

1350.  27.  October.  —  Otto,  Bürger  tu  Ybs,  und  seine  Hausfrau  nehmen  von 
Reinhart,  Abten  tu  Baumgartenberg,  und  dem  Convente  eine  Fleischbank  tu 
Ybs  in  Bestand  gegen  jährliche  Verabreichung  von  60  Pfenningen  alter  Wiener 

Münze. 

Ich  Ott  pärger  dacz  Ybs  zten  Zeiten  kern  Dyetreichs  des  alt 
richtet  dyenner  ze  Ibs  vnd  ich  Margrede  sein  haüsvrow  vnd  alle 


208 

vnser  erben  wier  veriehen  vnd  tun  chvnt  allen  läwten  offenbar  mit 
disem  gegenbürtigen  prief  allen  den,  di  in  sebent,  lesent  oder  hörnt 
lesen,  di  nf  lebent  oder  her  nach  chfinftig  werdent,  daz  wir  bestan- 
den haben  £wichleich  von  dem  erwirdigen  herren  abt  Reinharten 
zten  Zeiten  abt  dacz  Pavngartenperig  vnd  von  dem  ganczen  conuent 
da  selb  ain  fleische  panch,  di  gelegen  ist  ze  nachgst  der  panch,  di 
da  leit  pei  der  purger  panch  mit  solicher  beschaidenhait,  daz  wir  in 
alle  jar  ewichleich  von  derselben  panch  dienen  schullen  vnuerczo- 
genleich  sechczikch  phenning  alter  wienner  mflnzz  an  dem  heiligen 
weinnachtabent  in  oder  swem  sew  di  phenning  schaffent  oder  swer 
den  prief  inne  hat,  wier  seczen  in  auch  ze  £bentewer  für  di  sech- 
czikch phenning  geltes  vnser  baws,  daz  gelegen  ist  an  dem  maricht 
dacz  Ybs  ze  nachgst  des  Cherspdtcmer  häws  also  beschaidenleich, 
ob  wier  oder  vnser  erben  oder  wer  daz  vorgenant  ha#s  vnd  di  vor- 
genant fleischepanch  nach  vns  inne  hat,  den  obgenanten  herren  di 
sechczikch  phenning  nicht  dyenten  an  dem  vorgenanten  tag,  so  schol 
des  morgens  zehant  ze  wandel  darauf  gevallen  sein  sechczich  phen- 
ning. waer  aber  daz,  (daz)  dienst  vnd  wandel  gestund  sechs  wochen, 
so  sind  der  phenning  sechs  Schilling.  Swanne  di  sechs  wochen 
danne  auz  choment,  geb  wir  oder  wfer  daz  hafls  vnd  die  panch  nach 
vns  inne  hat,  danne  dienst  vnd  wandel  nicht,  so  schol  ze  hant  der 
richter,  swer  zten  Zeiten  richter  ist  in  der  stat  ze  Ibs,  auf  dem  obge- 
nanten haus  vnd  auf  der  vorgenanten  panch  phenden  vnd  schol  den 
vorgenanten  herren,  oder  swer  den  prief  inne  hat,  phant  geantwftr- 
ten  von  dem  haus  vnd  von  der  panch  an  chlag,  an  furbot  vnd  an 
alles  recht  mit  vnserm  gutleichen  willen  als  verr,  vncz  daz  sev  dien- 
stes  vnd  wandeis  gancz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  werdent,  vnd  ist 
di  wandlunge  geschehen  mit  dez  erbern  mannes  hant  vnd  mit  seinem 
gutleichen  willen  kern  Jansen  zten  Zeiten  richter  dacz  Ybs,  kern 
Dyetreichs  stin,  dem  man  daz  purchrecht  geit  in  daz  gericht  von 
dem  haus  vnd  von  der  panch,  oder  swer  richter  ist  ze  Ibs  in  der 
stat  von  vnsers  genaedigen  herren  wegen  dez  herczogen  von  Öster- 
reich. Daz  dise  rede  vnd  die  wandlunge  also  ymmer  ebichleich  staet 
vnd  vnzebrochen  beleih,  des  gib  ich  vorgenanter  Ott  vnd  ich  Mar- 
grede sein  hdusvrowe  den  obgenanten  herren  disen  prief  zv  einer 
sicherhait  vnd  zv  einem  vrchund  der  sache,  versigelten  mit  des  vor- 
genanten hern  Jansen  zi  den  Zeiten  richter  ze  Ibs  anhanguudem 
insigel,  der  des  hafis  vnd  der  panch  rechter  gruntherr  vnd  perchherre 


209 

ist,  oder  swer  richter  ist  in  der  stat  ze  Ybs,  vnd  ist  des  gezeug  her 
Dyetreieh  der  alt  richter  dez  obgenanten  hern  Jansen  vater  mit 
seinem  anhanglindem  insigel,  wand  wier  aygens  insigels  nicht  enha- 
ben,  yerpint  wier  vns  mit  vnsern  trewn  vnder  di  vorgenanten  zwai 
insygel  allez  daz  staet  ze  haben  vnd  volfueren ,  daz  vor  geschriben 
stet.  Der  prief  ist  geben  ,nach  Christi  gepurde  dreuczehen  hundert 
jar,  darnach  in  dem  f&mfczkistem  jar  an  sand  Symons  abent. 

Aus  dem  Originale  im  k.  k.  geh.  Hausarchiv  auf  Pergament  mit  zwei  Sie- 
geln, eines  fehlt. 

CCVIII. 

Circa  1350.  28.  October.  Wiei.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  gebietet 
dem  Eberhart  von  Wallsee  tu  untersuchen,  ob  der  Burgfried  und  die  Häu- 
ser, welche  der  Winkler  und  Rauhensteiner  an  sich  gerissen,   tu  Gmunden 

gehören  ete. 

Wir  Albrecht  von  Gotes  genaden  herczog  ze  Österreich,  ze 
Steir  vnd  ze  Kernden  embieten  vnnserm  getrewn  lieben  Eberharten 
vanWaksee  vonLynntz  vnnser  gnad  vnd  alles  gut.  vmb  den  purkch- 
frid  vnd  die  hewser,  der  sich  der  Winkchler  vnd  der  Bauchen- 
stainer  dntz  Gmunden  vnnderwunden  habent,  vnd  die  doch  vns  zuge- 
hornt,  emphelhen  wir  dir  ernstleich  vnd  wellen,  das  du  gen  Gmun- 
den reitest  vnd  die  burger  vnd  die  vmbsessen  daselbs  darumb  gegen 
jn  verhörest  von  vnnsern  wegen,  vnd  wie  die  jechent,  das  es  von 
altter  berhomen  sej,  soltu  schaffen,  das  es  dabej  beleih.  Du  solt  auch 
verpieten  haissen,  das  man  in  dem  dorffe  ze  Gmunden  bej  der  prugk 
kain  wanndlung  habe,  die  vnnsrer  stat  schedleich  sej,  des  wellen 
wir  nicht  geraten.  Der  brief  ist  geben  ze  Wienn  an  sannd  Symons 
vnd  sannd  Judas  abent. 

Aus  einem  Transsumpt  auf  Pergament  des  Abtes  Thomas  von  Lambach 
vom  4.  Juli  1466  au  Gmunden. 

CCIX. 

1350.  L  lOVember.  —  Revers  Albert  des  Lauterbäck  über  das  von  ihm  erkaufte 
und  ihm  vom  Abte  Ernest  von  Kremsmünster  erbrechtsweise  eingegebene  Gut 

auf  der  G Stätten. 

Ich  Alber  der  Lauterwech  und  all  mein  erben  vergehen  effen- 
leich  mit  disem  brief  und  tun  chunt  allen  den,  di  in  sehent  horent 

Urkandtnbnch  des  IAnde«  ob  der  Eons.  VII.  Bd.  14 


210 

oder  lesent,  daz  wir  von  dem  erbern  herren  hem  Ernsten  ze  den 
Zeiten  abpt  ze  Chremsmünster  und  von  dem  selben  seinem  gotzbaus 
erwarfen  baben  ain  gut  ze  erbrecht  auf  der  Steten  genant ,  daz  wir 
auch  gechauft  haben  von  Dietreichen  dem  Ertzenperger  und  glegen 
ist  in  WeUchiricher  pharr,  und  schulten  dayon  wir  und  unser  erben 
oder  wer  daz  gut  nach  uns  inn  hat,  dem  selben  gotzhaus  alle  jar 
jaerleich  dienen  unverzogenleich  an  sand  Michels  tag  zwainzk  wien- 
ner phenning  weinnart  dienst  und  an  sand  Nyclas  tag  dreizk  wienner 
phenning  sand  Nyclas  dienst  und  zwai  schaff  habern  ze  vreiem  dienst 
und  an  sand  Andres  tag  sechs  chaes  und  fumf  reisten  harbs  und  ain 
vogt  hun  und  nicht  mer,  wer  aber,  daz  dem  gotzhaus  an  dem  ege- 
nanten  dienst  vil  oder  wenchk  über  di  vorgenanten  diensttag  icht 
verzogen  wfird  vierzehen  tag,  so  schol  daz  selb  gotzhaus  auf  dem 
selben  guet  darumb  pfenden  an  alle  vrag  mit  unserm  und  di  iz  nach 
uns  inn  habent  guetem  willen,  wer  aber  daz  man  iem  pfand  wert,  so 
schol  darnach  über  naesten  vierzehentag  daz  selb  gut  für  sezk  wien- 
ner phenning  ze  wandel  den  selben  gotzhaus  vervallen  sein  und  dar 
ab  bechomen  dienstes  und  wandeis  ganz  und  gar  an  allen  seinen 
schaden,  wer  aber,  daz  darnach  über  di  nasten  tzwir  vierzehen  tag 
daz  egenant  gotzhaus  dienstes  und  wandeis  von  dem  selben  gut  von 
chainer  irrung  nicht  ganz  und  gar  bechomen  mocht,  so  schol  daz  oft 
genant  gut  recht  und  redleich  an  allew  ansprach  und  widerred  dem 
oft  genanten  gotzhaus  für  ain  lediges  und  vreis  gut  vervallen  sein. 
Daz  daz  also  stet  von  uns  und  unverchert  beleih,  dar  über  so 
geb  wir  ich  egenanter  Alber  der  Lauterwech  ze  einer  offen  Archund 
disen  brief  versigelten  mit  meinem  anhangundem  insigel,  der  geben 
ist  nach  Christes  geburd  über  dreuzehenhundert  jar  und  dar  nach  in 
dem  fumfzigisten  jar  an  aller  heiligen  tag. 

Urkundenbach  von  Kremimünster  Nr.  225. 


ccx. 

1350.   6.  lovember.  —  Die  Kinder  Dietrichs  des  Halber  seh  verkaufen  ihre 
Rechte  am  Hülbhof,  Pfarre  St.  Valentin  bei  Ens,  Heinrich  dem  Winnen  und 

seiner  Hausfrau, 

Ich  Ott,  ich  Nycla,  ich  Agnes,  ich  Margret  Dyetreichs  chin- 
der  dez  Halber  dem  got  gnad  veriehen  offenbar  an  dem  prief  —  daz 


21  i 

wir  —  mit  gunst  vnd  willen  defc  erbern  herren  herrn  Dyetmars, 
probstz  ze  Beichersperig  vnd  dez  conuentz  do  selben  haben  ze 
chauffen  gegeben  alle  vnser  reht,  di  wir  haben  gehabt  von  dem  e 
genantem  gotzhauzz  auf  den  hof  datz  sand  VaUein  pei  der  Ens, 
gehaizzen  der  Hülbhof,  Hainrich  dem  Winnen  vnd  seiner  hausfräwn 
Margreten  vnd  allen  im  erben  di  sie  iezunt  habent  oder  noh  gewin- 
nent  also,  daz  der  yorgenant  Hainrich  vnd  sein  hausfräv  Margret 
oder  ir  erben  ton  dem  e  genantem  hof  aller  iärchleich  dienen  schul- 
ten ze  rehtem  dienst  zwelif  Schilling  wienner  pfenning  vnd  zehen 
Schilling  wienner  pfenning  für  drei  nachtseid,  di  vor  auf  dem  hof 
gelegen  sint  an  sand  Michelstag  vierzehen  tag  vor  oder  nah.  Täten 
si  dez  nicht,  so  warn  si  ge Valien  ze  wandet  immer  vber  viertzehen 
tag  sechczig  wienner  pfenning.  Verzügen  si  datz  ein  gantz  iar,  so 
schol  man  sev  pfenden  vmb  den  vor  verschriben  dienst  vnd  vmb  di 
wandel,  vnd  hat  dann  der  e  genant  probst  vnd  daz  gotzhaus  den  e 
genanten  hof  ze  leichen,  wem  si  wellent  an  all  wider  red,  iz  schol 
auch  der  offt  genant  Hainreich  vnd  sein  hausfr&v  oder  ir  erben  den 
hof  nicht  tailen,  noch  ire  recht  versetzen  noch  verchauffen,  si  pieten 
den  chauf  oder  den  satz  daz  gotzhaus  e  an  vor  andern  lewten.  Moht 
den  daz  gotzhaus  den  hof  nicht  gelosen  noch  gechauffen,  so  hat  der 
e  genant  Heinrich,  seine  hausfrav  oder  ir  erben  gewalt  ir  reht  auf 
dem  selben  hof  ze  versetzen  oder  verchauffen  mit  irr  hant  einem 
gleichem  pavmanne,  da  si  ir  vodrung  mugen  von  bechom.  Si  schul- 
ten auch  getriw  sein  dem  gotzhaus  als  ander  holden  durch  recht 
schullen.  Ze  vrchunt  gehen  wir  in  disen  brief  versigeltem  vnder  dez 
erbern  mannes  Albrechtz  dez  Wolfsiaim  anhangunden  insigel.   Der 

gegeben  ist dreyzehen  hundert  iar  dar  nah  in  dem  fftmtzigi- 

sten  iar  an  sand  Lienhartz  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  Hängesiegel.  Stiftaarchiv  Reichersberg. 

1350.  IL  lOVember  gibt  Propst  Dytmar  und  der  Content  zu  Reichersperg  seine 
Einwilligung  zu  obigem  Kaufe  unter  den  gleichlautenden  Bedingungen  unter 

ihren  Siegeln. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  gebrochenen  Hingesiegeln.  (Auch  Propst  Ditmar  hat 
den  h.  Michael  in  seinem  Ovalsiegel,  und  in  einem  Schildchen  unter  der  Heili- 
genfigur eine  Priesterfigur  mit  Birett  und  geöffnetem  Evangelienbuch.)  Stifts- 
irehiT  Reichersberg. 


14* 


212 


CCXI. 


1350.  19.  November.  —  Nictas  ab  dem  Espan  und  seine  Hausfrau  Breid 
erneuern  die  Stiftung  ihrer  Vorfahren  von  i  Pfund  Pfenning  Gülte  zum  Ankauf 

von  Leinwand  in  das  alte  Spital  zu  Ens. 

leb  her  Nycla  ab  dem  Espan  vnd  mein  hausfrawe  Preid  vnd 
mit  vns  alle  vnser  erben  wir  veriehen  —  daz  mein  vodern  vnd  ich 
geben  haben  ain  pfunt  pfenning  geltes  alter  wienner  munzze,  das 
wir  haben  auf  der  Leupoltinn  haus  in  der  Juden  strazz,  daz  man 
allev  jar  jerichleich  reicht  an  sand  Jorigentag,  daz  haben  wir  geben 
in  das  alt  spital,  also  daz  man  alle  jar  jerichleich  dar  vmb  chauffen 
schol  leinen  tuech,  vnd  sebol  daz  tailen  vnder  sev  alz  verr  daz  gelan- 
gen mag.  Ich  schol  auch  vnd  mein  erben  vnd  waz  vnsers  geslechtes 
ist,  daz  vorgenant  phunt  pfenning  geltes  in  daz  vor  genant  spital 
selber  geben.  Wer  auer  daz  getan,  daz  wir  oder  vnser  nach  chomen 
mit  dhaynerlay  sachen  dar  an  savmig  wurden,  so  schol  iz  der  rat, 
der  ze  den  Zeiten  in  der  stat  ist,  der  schol  daz  selb  pfunt  geltes 
auch  raichen  in  daz  vor  genant  spital  alz  wir  haben  getan  vmb  leinen 
tuech,  dez  pitten  wir  sev  innerchleich  durch  Got.  Wir  schullen  auch 
dhain  widerred  daran  niht  haben  mit  nihte  niht  wir  oder  vnser  erben. 
Daz  in  di  red  stet  vnd  vnuerchert  beleih,  dar  vber  gib  ich  in  disen 
offen  gegenburtigen  brief  versigelt  mit  meinen  anhangunden  jnsigel 
ze  einer  bestetnuzze  vnd  sicherhait  ditz  priefs.  Der  prief  ist  geben 
—  dreuzehen  hundert  jar  vnd  dar  nach  in  dem  funftzikisten  jar  an 
sand  Elspetten  tag. 

Orig.»  Perg.  mit  Hfingesiegel  im  Musealarchiv  zu  Lins. 

CCXII. 

1350.  26.  Dccember.  —  Heinrich  von  Volchenstorf  gibt  dem  Kloster  Gleink 
sein  Gut  auf  dem  Rötlein  in  der  Pfarre  St,  Marienkirchen  ttnd  SO  Pfenning 
jährt.  Gülte  von  seinem  Gute  auf  der  Steinwand  in  der  Stadelkircher  Pfarre- 

Ich  Heinreich  von  Volchenstarff  vergich  offenwar  mit  disem 
brif  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  in  sehent,  lesent  oder  lesen  hörnt, 
daz  ich  mit  wolbedachtem  müt  vnd  mit  aller  meiner  erben  gutleichem 
willen  vnd  ze  der  zeit,  do  ich  ez  wol  getun  mocht,  den  erbern  herren 
vnd  den  gaeistleichen  Iseuten  abbt  Hainreichen  .vnd  der  sammung  ze 


213 

Glevnikch  meines  vreyen  aigens  ein  gut  ledichleichen  vnd  vreylei- 
chen  gegeben  han,  daz  da  haizzet  datz  dem  Rotten  auf  dem  aigen 
gelegen  in  Band  Mareinphiricher  pharr  mit  alle  dew,  vnd  dar  zu 
gehört  ze  holtz  vnd  ze  veld,  versuecht  oder  vnversuecht  oder  swie 
ez  benant  sey,  vnd  daz  dient  iaerleichen  zehen  vnd  sechs  Schilling 
alter  phenning  an  vnser  Vrowen  tag  zder  dienst  zeit,  vnd  han  auch 
den  selben  herren  funfk  phenning  gelts  geschaft  iserleichen  in  zu 
geben  an  dem  vorgenanten  vnser  Vrown  tag  auf  meinem  aigen  gut 
ainem,  daz  da  haizzet  auf  der  Stainwant  gelegen  in  Stadelchiricher 
pfarr  also,  wenn  ich  oder  mein  erben  in  richtig  machen  oder  chauf- 
fen  oder  in  geben  fumfk  phenning  gelts,  da  si  in  wol  gelegen  sint 
oder  daz  ich  oder  mein  erben  in  geben  sechs  phunt  braiter  phenning 
wienner  munzz,  so  schol  daz  vor  genant  gut  auf  der  Steinwant  ledich 
sein  vnd  schol  den  vorgenanten  herren  zu  Glevnich  von  dem  vor- 
beschriben  phunt  gelts  jaerleichen  an  dem  nächsten  vreytag  vor 
Phingsten  gevallen  vnd  gewert  wem  (sie)  von  dem  sichmaister  in 
dem  chloster,  der  daz  selbig  guet  innehaben  schol,  fumf  Schilling 
phenning  vmb  ein  sei  messe,  di  si  desselben  vreytages  singen  schul- 
ten vnd  vmb  ein  vigili,  di  si  des  vodern  phintztag  abents  haben 
schullen,  vnd  darnach  zu  hant  schullen  si  vmb  di  andern  drey  Schil- 
ling sprechen  dreizkk  messe  an  vnderloz  mir  vnd  meinen  zwain  haus- 
vrowen,  den  Got  genad,  Elspeten  von  Goldekk  vnd  Sopheinn  von 
Chranichperg,  vnd  aller  meiner  vodern  sei  zu  hilf  vnd  zu  trost. 
Geschsech  des  nicht  oder  daz  sev  an  derselben  messe  oder  vigili 
savmich  waern,  des  Got  nicht  en  geb,  so  schol  sich  der  nsechst  vnd 
der  pest  mein  erb  desselben  gutes  an  nuezz  vnderziehen  vnd  schol 
daz  iune  haben  als  lang,  vncz  daz  allez  daz  wider  tan  werd,  daz  sev 
vor  versäumt  haben  an  vnserm  vorgeschaftem  selgraet.  Vnd  daz  diez 
mein  geschafft  vnd  mein  vreyew  gab  hinfur  staet  vnd  vnuerchert 
beleih,  darvber  gib  ich  vor  genanter  Hainreich  von  Volchemtorf 
disen  gegenwärtigen  offen  prief  versigelt  mit  meinem  aigen  anhan- 
gundem  insigel  vnd  mit  Gorgen  mein*  svns  aigen  insigel  bestset  zu 
ainer  richtigen  vnd  'gantzen  staetichait  der  selben  sach.  Der  selbig 
prief  ist  gegeben,  do  von  Christes  gepurt  waren  ergangen  dreutzehen 
hundert  jar,  darnach  in  dem  ain  vnd  funfkistem  jar  an  sand  Stephans 
tag  ze  weinachten. 

Orig.  auf  Perg.   Das  erste  Siege]  hängt,  das  zweite  verloren  gegangen. 
Museum  zu  Linz. 


214 


CCXIII. 

1350.  26.  December.  —  Janns  von  Capellen  leiht  Bertholden  dem  Leutendorfer 
den  Hof  zu  Hag  in  der  Pfarre  Nettkirchen  an  der  Ipf. 

Ich  Jans  von  Chappelln  vergich  an  disem  prief  allen  den,  di  in 
sehent  oder  hörnt  lesen,  daz  ich  mit  gutleichem  willen  aller 
meinner  erben  ze  rechttem  lehen  gelihen  han  Perichtolden  dem 
Leutzendorffer  vnd  seinner  hausvrowen  Petersse  vnd  alln  iern 
erben  ain  hoff,  ist  genant  in  dem  Hage  vnd  ist  gelegen  in  Nevn- 
chircher  pharre  pei  der  Yffe,  mit  allen  den  rechten  vnd  nutzen  han 
ich  in  gelihen  den  vor  geschriben  hoffe  mit  holtz,  mit  velden, 
mit  wissmaden,  swie  daz  genantt  ist  also  beschaidenleichen, 
daz  ich  dez  vorgenanntten  hoffs  ier  herr  vnd  ier  scherm  vnd  ier 
gewer  pin  nach  landes  recht  in  Österreich  an  als  gever  vnd  dar 
vber,  daz  in  disev  red  stet  vnd  vnzeprochen  peleib  von  mier  vor 
genantten  Jansen  von  Chappelln  vnd  von  alln  mein  erben,  dar  vber 
gib  ich  in  disen  prief  versigelt  mit  meinem  anhangvndem  insigel. 
Der  prief  ist  geben,  do  man  zalt  von  Christes  gepuerdt  drevtzehen 
hundert  iar,  dar  nach  in  dem  fumftziksten  jar  an  sand  Stenphans 
(sie)  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St  Florian  auf  Pergament,  das  Siegel  abgefallen. 

CCXIV. 

Circa  1350.  (Waldhanseft?)  —  Revers  von  Propst  Johann  zu  Waldhausen  wegen 
des  Jahrtages  f&r  den  Pfarrer  Wernher  zu  Bergkirchen. 

Nos  Johannes  miseratione  diuina  ecclesie  Walthusen  prepo- 
situs  totusque  ibidem  conuentus  presentibus  profitemur,  quod  discre- 
tus  vir  et  confrater  noster  dompnus  Wernherus  plebanus  in  Per- 
chirchen  dedit  nobis  sedeeim  libras  denariorum  Wiennensis  monete, 
pro  quibus  conparauimus  vnam  libram  reddituum  super  feodo,  quod 
dicitur  okran,  sito  in  barrochia  Münspach}  tali  condicione,  vt  eius 
anniuersarium  nos  et  successores  nostri  cum  vigilijs  et  missa  defunc- 
torum,  sicut  apud  nos  fieri  consuetum  est,  infra  oetauam  saneti  Mar- 
tini confessoris  perpetuo  peragamus,  quod  si  non  fecerimus,  tunc 
ecclesie  nostre  prepositus  tamdiu   prefatam  libram  denariorum  reti- 


215 

nere  tenebitur usque negligentia  per  nos  plenius 

cmendetur.   In  cuius  rei  testimonium  presentes  iussimus  conscribi 

sigillorum   conmunitas.  Datum  anno  domini  millesimo  tre- 

centesimo  .  . . 

Aus  dem  Originale  des  Klosters  Waldhausen  auf  Pergament,  die  Siegel 
Terloren. 

ccxv. 

CirC4  1350.  —  Instruction  für  den  Küchenmeister  zu  St.  Florian,  womit  er  an 

Festtagen  die  Brüder  tu  bewirthen  habe. 

Ut  quilibet  procurator  celerarie  secundum  regulam  sancti  Augu- 
stini sine  murmure  fratrum  prebendarum  fercula  sine  detrimento 
possit  et  augmento  non  dubitanter  ministrare,  necessarium  est  sibi, 
utin  Script oexemplari  in  diuersis  festivitatibus  noticiam  habeatcibaria 
suis  dominis  ministrandi.  Igitur  notandum  est,  quod  triplex  festiuitas 
a  nostro  conuentu  annis  singulis  celebratur,  scilicet  summum  festum 
maius  et  summum  festum  minus  et  medium  festum.  In  summo  festo 
maiori  prelatus  solet  prandere  in  refectorio  cum  conuentu,  scilicet 
in  yigilia  natiuitatis  domini,  et  tunc  celerarius  festiua  fercula  mini- 
strabit, scilicet  holera  *  cum  pisciculis  *  uel  allecibus  *  et  IIIIQOr 
fercula  piscium  bonorum  et  vnum  illorum  erit  cum  prodio  *  coagu- 
lato  et  pipere  et  croco  condito.  Dabit  eciam  ordeum  et  pisa *  et  sie 
erunt  septem  fercula,  quorum  quinque  sunt  de  piseibus.  Decano  mini« 
strabit  holera  cum  pisciculis  aut  duobus  allecibus  et  Vque  fercula 
piscium,  ordeum  et  pisa,  pulmentum*  ynum  et  buccellas*  panis 
in  prodio  papaueris.  Et  si  festiuitas  Epiphanye,  purificacionis, 
assumptionis  et  natiuitatis  beate  uirginis  Marie  et  beatorum  Floriani 
et  Augustini  et  omnium  sanetorum  cadunt  in  feriam  sextam,  celera- 
rius similiter  ministrabit,  ut  prescriptum  est  in  yigilia  natiuitatis 
domini.  Si  uero  festiuitates  predicte  cadunt  in  sabbatum,  tunc  mini- 
strabit holera  cum  caseo  et  sagimine  *  condita  et  ob  hoc  caseus 
prebende  non  datur.  Ministrabit  etiam  iiiiuor  fercula  piscium  bonorum 
et  ynum  illorum  dabit  in  prodio  coagulato  cum  croco  et  pipere  con- 
dito et  dabit  oua  et  ordeum  cum  croco  conditum.  Decano  ministrabit 
yque  fercula  piscium,  ynum  illorum  potest  dare  de  lacticinio ».  Cetera 
fercula  dantur  sibi,  ut  in  sabbato  non  festiuo,  scilicet  oua,  caseus  in 
fönte    "  et  ordeum ;  caseus  prebende  non  datur.    Si  uero  prefate 


216 

festiuitatcs  cadunt  in  diem  dominicum  aut  in  terciam  feriam  aiue  in 
qaintam  feriam,  tunc  dabit  holera  cum  carnibus  porcinis  ueteribus" 
et  pullos  decoctos  1J  et  subcuffertum  *»  et  assaturas  de  carnibus 
vitulinis  a  tempore  pasce  usque  ad  festum  sancti  Johannis  bap- 
tiste,  in  quo  incipitdare  subcuffertum  et  assaturas  de  carnibus  vacci- 
nis.  Dabit  etiam  ferculum  de  pullis  et  porcellis  cum  prodio  condito 
et  pipere  et  croco  et  oua  et  pulmentum.  Decano  addit  vuum  ferculum 
et  sibi  duplici  quantitate  singula  fercula  ministrabit.  Si  festiuitates 
prescripte  cadunt  in  feriam  secundam  sive  quartam,  tunc  dabunt 
(sie:  pro  dabuntur)  eadem  fercula,  non  pulmentum,  sed  ordeum  cum 
croco  conditum  et  caseos  seruabit.  In  duobus  diebus  carnisbriuii " 
et  in  festiuitate  annunciacionis  beate  virginis  Marie,  in  die  palma- 
rum,  in  cena  domini,  in  vigilia  pasche  ministrabit  primum  holus  cum 
allecibus,  seeundum  holus  cum  esoeibus, "  cetera  fercula  dominis 
et  decano  dabit  sicut  in  vigilia  natiuitatis  domini.  In  die  pasche 
et  pentecostes  dabit  Septem  fercula  ut  in  festis  prescriptis,  decano 
Septem  fercula.  In  cena  dierum  eorundem  vi  fercula,  decano  vii. 
fercula  et  caseos  ad  mensam  dominorum  et  decani.  In  feria  iida 
quatuor  fercula  de  carnibus  et  ouva  et  ordeum,  decano  vii. 
fercula.  In  cena  tria  fercula  de  carnibus  et  pulmentum  et  oua» 
decano  vi.  In  feria  tercia  ministrabit  quatuor  fercula  de  carnibus  et 
oua  quintum,  decano  sex ;  in  cena  tria  fercula  de  carnibus  et  oua 
quartum,  decano  quinque  et  caseos  ad  mensas.  Feria  quarta  pasce 
duo  fercula  de  carnibus  et  ordeum  et  oua,  decano  quinque  fercula; 
in  cena  prebendam  ferialem  scilicet  caseos,  oua  et  pulmentum.  Nati- 
uitas  domini  si  cadit  in  dominicum  diem,  per  quatuor  dies  ministrabit 
ut  in  diebus  pasche,  nisi  quod  per  duos  dies  pasce  dabit  primum  fer- 
culum de  diuersis  eibis  consecratis.  Sciendum  est  eciam,  quod  in  feria 
sexta  infra  oetauam  pasce  dabit  lacticinia  in  prandio  et  in  cena  et  non 
pisces.  Vigilia  sancti  Floriani  si  cadit  in  diem  carnium,  dabit  ferculum 
bonum  de  carnibus  ad  prebendam  solitam.  Si  cadit  in  feriam  sextam 
aut  in  sabbatum,  dabit  ferculum  piscium.  In  die  Marci  dabit  lactici- 
nia semel  et  duo  fercula  piscium  propter  ieiunium  et  medium  festum, 
decano  tria  ad  conswetam  prebendam.  In  diebus  rogacionum  et  in 
vigilia  ascensionis  dabit  lacticinia  et  vnum  ferculum  piscium  et 
decano  duo  fercula  ad  prebendam  conswetam.  In  die  ascensiortis 
ministrabit  ut  in  summis  festis,  in  cena  prebendam  ferialem;  in 
uigilia  pentecostes  dabit  lacticinia  et  ferculum  piscium,  decano  duo 


217 

ad  prebendam.  Feria  quarta  infra  octauam  pentecostes  dabit  lactici- 
nia  et  duo  fercula  piscium,  decano  tria  ad  prebendam  conswetam  et 
hoc  propter  medium  festum  et  ieiunium.  In  sabbato  dabit  lacticinia 
et  Tnum  ferculum  piscium,  decano  duo  ad  prebendam  conswetam.  In 
summo  festo  minori,  scilicet  Johannis  baptiste,  Petri  et  Pauli,  in 
inuencione  sancti  Stephani,  Mychahelis,  Andree,  in  circumcisione 
ministrabit  quinque  fercula,  decano  sex.  Si  hec  festa  cadunt  in  diem 
dominicum  aut  in  feriam  terciam  aut  in  quintam,  ministrabit  quatuor 
fercula  carnium  et  oua.  Si  cadunt  in  feriam  secundam  et  quartam, 
dabit  tria  fercula  de  carnibus  et  ordeum  et  oua,  decano  sex.  Si 
cadunt  in  feriam  sextam,  dabit  tria  fercula  piscium  et  bolera  et 
ordeum,  decano  quatuor  et  illa  fercula,  que  dantur  sibi  in  feria  sexta. 
Si  cadunt  in  sabbatum,  dabit  duo  fercula  piscium,  caseum,  oua  et 
ordeum,  pulmentum  dabit  ad  cenam,  decano  tria  fercula  piscium, 
caseum,  oua  et  ordeum,  caseum  in  fönte  et  liolus  cum  caseo  et  sagi- 
mine  conditum.  In  mediis  festis  sie  ministrabit:  Si  cadunt  in  diem 
dominicum  aut  in  feriam  terciam  siue  in  quintam  feriam,  dabit  tria 
fercula  carnium  et  oua,  decano  quinque  fercula.  Si  cadunt  in  feriam 
secundam  et  quartam,  dabit  duo  fercula  carnium  et  ordeum  et  oua, 
decano  quinque.  Si  cadunt  in  feriam  sextam  aut  in  sabbatum,  dabit 
vnum  ferculum  piscium  ad  prebendam  statutam,  decano  eciam  sem- 
per  in  biis  mediis  festis  dabit  vnum  ferculum  ad  prebendam  conswe- 
tam. In  diebus,  que  precedunt  festa  sancti  Florian!,  Augustini,  Mar- 
tini, circumeisionis  et  dedicacionis,  bonum  ferculum  ad  statutam  pre- 
bendam. Sunt  eciam  alia  festa,  de  quibus  nulla  fercula  ministrabit, 
scilicet  in  festis  beati  Stanizlaij  et  sanete  crucis  et  sacratissimi  cor- 
poris Christi  et  sanete  Anne  et  in  quadragesimo  die  assumpeionis  et 
coneepeionis  sanete  Marie  et  sanete  Elyzabet  et  sanete  Chunigundis, 
in  festo  sanete  Trinitatis,  quod  peragitur  ante  aduentum  domini ", 
de  quibus  solummodo  dantur  denarii.  Infra  quadragesimam  cuilibet 
dominorum  dabit  oleum  super  duo  fercula.  A  festo  beati  Johannis 
baptiste  dabit  subfercula  et  assaturas  de  carnibus  uaccinis  vsque  ad 
uatiuitatem  beate  yirginis.  A  festo  eodem  dabit  pullos  et  anseres 
usqoe  ad  festum  beati  Martini,  ab  eodem  festo  dabit  pro  subtusfer- 
culo  *7  porcinas  carnes  et  salsucia  "  pro  assaturis.  Et  tunc  tem- 
poris  officiales  in  seeundis  feriis  et  quartis  feriis  usque  ad  aduentum 
domini  cenam  in  caritate  laucius  ministrabunt.  Post  hanc  dominis  in 
refectorio    duas    canulas"   idem    ofßcialis   ministrans   propinabit. 


218 

Infra  quadragesimam  in  mediis  festis  dabunt  esoces  cum  holeribus 
et  vnum  ferculum  piscium  ita,  si  cadunt  in  feriam  secundam  aut 
quartam  uel  in  sextam  feriam  aut  in  sabbatum;  si  uero  cadunt  in 
diem  dominicum  uel  in  feriam  terciam  aut  in  quintam  feriam,  simili- 
ter  ministrabit.  Decano  addit  vnum  ferculum  de  festo  ad  prebendam 
constitutam.  Item  decano  infra  quadragesimam  ministrabit  dominicis 
diebus  ad  prandium  holera  cum  esocibus  duobus  frustis  et  ynum  fer- 
culum piscium  bonorum,  ad  cenam  holera  cum  duobus  allecibus  et 
duo  fercula  piscium.  Cetera  fercula  ut  in  feriis  sextis  per  totum 
annum.  Celerario  yini  ministrabit  ut  decano.  In  dominica  septua- 
gesime  celerarius  ministrabit  pullos  decoctos,  subtusfercula,  assatu- 
ras  de  carnibus  recentibus  et  pastilla**.  In  dominica  quinqua- 
gesime  dabunt  (sie)  ad  prandium  pullos  decoctos,  subtusferculuro, 
assaturas  de  carnibus  recentibus  et  bona  holera  cum  carnibus  porcinis. 
Ad  cenam  ministrabit  pullos  decoctos,  subtusferculum  et  assaturas  de 
carnibus  vitulinis,  pastella  caseata,  artoerealeas  artocreolas  cum  car- 
nibus et  pipere  repletas.  ■«  Post  septuagesimam  in  seeundis  feriis 
et  quartis  per  duas  ebdomadas  diuisim  ad  cenam  a  singulis  officiali- 
bus  inuitamur.  Post  cenam  et  potum  omnibus  congregatis  de  comniuni 
celerario  due  canule  in  refectorio  propinantur.  Ordeum  et  pulmeutum 
per  totum  annum  puro  lacte  ministratur.  Si  natiuitatis  domini  cadit 
in  feriam  sextam  uel  in  sabbatum,  lacticinia  cum  piseibus  tarn  ad 
cenam  quam  ad  prandium  ministrabit  ut  in  summis  festis  prescriptis, 
que  cadunt  in  sabbatum.  Infra  quadragesimam  celerarius  debet  sibi 
semper  de  piseibus  melioribus  prouidere,  tunc  sine  murmure  mini- 
strabit. In  duobus  diebus  carnisbriuii  et  in  annunciacione  beate  vir- 
ginis  Marie,  in  die  palmarum,  in  cena  domini  et  in  vigilia  pasce  cum 
esocibus  equaliter  et  piseibus  ministrabit  vt  in  summo  festo  maiori 
et  prelatus  cenabit  in  refectorio  diebus  eisdem. 

1.  Hülsenfrüchte  jeder  Art.  2.  Kleine  Fische.  3.  Häringe.  4.  Eine  dichte 
Suppe  oder  Sauce  mit  Pfeffer  in  Saffran  gewürzt.  5.  Zuckererbsen  6.  Ein  Gemüse. 
7.  Krapfen  in  einer  Mohnsamenbrühe.  8.  Ein  Fett  wird  hier  statt  Schmalz 
genommen.  9.  Eine  Milchbrühe.  10.  Eine  Käsesuppe,  wie  panis  in  fönte  eine 
Wassersuppe.  11.  Geräuchertes  Schweinfleisch.  12.  Eingemachte  Hühner. 
13.  Quod  est  sub  corpore  et  quod  illud  fert,  sustentat,  d.  i-  die  Füsse,  also  hier 
Kälberfütse.  14.  Die  Faschingstage,  quia  privabant  esu  carnis.  15.  Lachse 
16.  Aus  diesen  beiden  Festen,  nämlich  des  vierzigsten  nach  Maria  Himmelfahrt* 
welcher  in  dem  voranstehenden  Kalendarium  auf  den  23.  September  angesetzt 
ist  und  Resurrectio  beate  Virginia  genannt  wird,  und  dem  der  h.  Dreifaltigkeit, 


219 

welches  Tor  dem  Advente  —  im  Kalender  am  23.  November  —  gefeiert  wird, 
erhellt,  dass  die  Instmetion  aus  der  ersten  Hälfte  des  XIV.  Jahrhunderts  her- 
stammt, denn  Johann  XXII.,  welcher  von  1316  bis  1334  auf  dem  pftbstlichen 
Stahle  sass,  befahl  für  die  ganze  Kirche,  das  Fest  der  h.  Dreifaltigkeit  am  ersten 
Sonntag  nach  Pfingsten  zu  feiern,  und  verbot  das  der  Himmelfahrt  Marien«  an 
einem  andern  als  dem  IS.  August  zu  begehen.  17.  Eine  Zwischenspeise 
18.  Eingesalzenes  Fletsch.  19.  Kfinnchen,  Handeln  in  0 esterreich.  20.  Krapfen. 
21.  Pasteten.  —  Diese  Erläuterungen  sind  von  Chrysostomus  Hanthaler.  — 
Original  auf  Pergament 

CCXVI. 

135L  2.  Jän&er.   St  Florian.    —   Leb  von   Visnis  bekennt,   dass  er  jedem 
Ansprüche  auf  die  Hofstatt  tu  Visnis  tu  Gunsten   des  Klosters  St.  Florian 

entsagt  habe. 

Ich  Leb  von  Visnis  vergich  für  mich  vnd  für  alle  mein  erben 
offenbar  an  disem  brief  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in  hörnt  oder 
sehent,  daz  ich  (mich)  mit  meinem  genadigen  herren  probst  Jan' 
sen  von  sand  Florian  vnd  mit  dem  gotshaus  da  selbs  recht  vnd  red- 
leich  verricht  han  vmb  die  hofstat  datz  Visnis  also,  daz  ich  mich 
derselben  hofstat  vnd  aller  der  recht,  die  ich  vnd  mein  erben  daran 
seholten  gehabt  haben,  ledichleich  geauzzent  han  also,  daz  ich  noch 
mein  erben  furbaz  dhain  ansprach  darauf  nimmermer  schullen  gewin- 
nen, vnd  wolt  ander  yem  die  selb  hofstat  von  dem  egenanten  gots- 
haus besten,  den  schullen  ich  vnd  mein  erben  dar  zu  fudern,  mit 
weu  wir  mugen,  vnd  mit  nichten  doran  ierren.  Vnd  daz  (daz)  also 
stat  beleih,  darvber  gib  ich  disen  brief  versigilt  mit  dez  erbern 
ritter  herren  Hainreichs  von  Öd  ze  den  Zeiten  purgraf  %e  Windekk 
vnd  TOgt  der  oftgenanten  hofstat  vnd  mit  Albrechtz  dez  Greusnik- 
cher  anhangunden  jnsigeln.  Der  brief  ist  geben  datz  sand  Florian 
nach  Christes  gepürd  dreutzehen  hundert  iar  vnd  in  dem  ains  vnd 
fumftzkistem  iar  an  dem  suntag  vor  dem  Prehen  tag. 

Aus  einem  Pergamentcodex  in  St  Florian. 


CCXVII. 

1351.  6.  Jänner.  —  Der  Abt  Michael  von  Garsten  gelobt,  das  von  Berthold  von 
Losenstein  mit  dem  Ziegelhof  errichtete  Seelger ä'h  getreu  erfüllen  tu  wollen. 

Wier  Michel  von  Gotes  gnaden  abt  vnd  di  gantz  bruederschaft 
des  conuentz  tzv  Gaersten  veriehen  offenbar  mit  disem  brief  allen 


220 

den,  di  in  sehent  oder  lesen  horent,  daz  wir  in  genommen  vnd 
enphangen  haben  von  herrn  Perchtolten  von  Losenstain  daz  gut  an 
dem  Tzyegelhof,  daz  aygen  ist  vnd  dient  alle  jar  an  vnser  vrawntag 
zder  dienst  tzeit  fünf  Schilling  alter  wienner  phenning  vnd  an  sand 
Jörgen  tag  auch  fünf  Schilling  alter  wienner  phenning  für  all  vadrung, 
dar  vmb  hab  wir  vns  verlubt  vnd  verpunden,  daz  wir  jerleich  an 
sand  Jacobs  tag  des  selben  nachsts  singen  schullen  ein  gantze  vigili 
vnd  des  morgens  dar  nach  ein  gesunge  selmess  mit  sechs  brinnunden 
chertzen  pei  der  par  vnd  mit  lewten,  als  dar  tzv  gehört  herrn  Gun- 
dachern  vnd  seiner  wiertinn  vrown  Annen  von  Losenstayn  vnd 
iren  erben  jartag  vnd  iern  selln  zehilf  vnd  ze  trost.  Vnd  jerleich  des 
suntag  nachtes  vor  dem  auflertag  ein  gantze  gesunge  vigili  vnd  des 
mentags  morigen  dar  nach  ein  gesunge  selmess  auch  mit  sechs  brin- 
nunden chertzen  vnd  mit  lowten,  als  dar  tzv  gehört  ze  igleicher  zeit 
ze  payden  jartagen  herrn  Perchtolden  vnd  seiner  wiertinn  vrown 
Margreten  von  Losenstayn  jartag  vnd  iern  selln  zehilf  vnd  ze  trost, 
vnd  dar  vmb  schol  man  vns  von  den  vor  genanten  phenningen  ze 
igleichen  jartag  raichen  vnd  geben  den  herren  in  den  conuent  ein 
halb  phunt  phenning  vnd  in  di  gustray  sechtzk  phenning  für  di 
chertzen  vnd  für  daz  lowten.  Vnd  wenn  daz  ist,  daz  herr  Perchtold 
von  Losenstayn  ab  get  vnd  nicht  mer  ist,  so  schull  wir  seinen  jar- 
tag begen  auf  den  tag,  vnd  er  verschaiden  ist,  vnd  schullen  im  vnd 
seiner  wiertinn  vrown  Margreten  dar  an  begen  gantz  vnd  gar  tzv 
allen  dem  rechten,  als  vor  geschriben  ist.  Tasten  wir  des  nicht  oder 
ob  wir  daz  indert  savmeten  an  ehaft  not  ze  drin  vierzehen  taegen,  so 
schol  sich  herr  Perchtold  oder  herrn  Gundachers  erben  des  vor- 
genanten gutz  vuderwinden  so  lang  daz  wir  er  vullen,  daz  vor  ver- 
saumpt  ist.  Daz  di  sach  vnd  di  Wandlung  vnzebrochen  furbaz  beleih, 
dar  vber  geb  wir  abt  Michel  in  disen  briet'  versigelten  mit  vnserm 
anhangunden  insigel  vnd  mit  vnsers  conueuts  anhangunden  jnsigel. 
Der  brief  ist  geben  nach  Cbristes  gepurd  drewzehen  hundert  jar, 
dar  nach  in  dem  aynz  Ynd  funzkistem  iar  an  dem  heiligen  Pericht  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Siegeln  im  Archive  zu  Garsten. 


221 


CCXVIH. 

1SSL  6.  Jin&er.  —  Ckalhoch  von  Falkenstein  verkauft  an  seine  Brüder  Ulrich 
und  Haug  seinen  Erbtheil  an  dem  Hofe  zu  Eisenstein  in  Haidershof  er-,  an  dem 
Hof  tu  Stdmpfing  in  Steinerkircher-Pfarre  und  an  zwei  Weingärten  zu  Hunts- 

heim  ober  Mautern. 

Ich  Kaihoch  von  Falchemtayn  yergich  offenleich  mit  dem  prief 
ynd  tuen  chunt  allen  den  leuten,  die  den  prief  sechent  oder  horent 
lesen,  daz  ich  mit  wol  verdachtem  muet  ynd  mit  guetem  willen  aller 
meiner  erben  han  zechauffen  gegeben  meinen  pruedem  Vireichen 
ynd  Haugen  den  Falchenstaynaern  vnd  allen  iren  erben  meinen 
eribta}],  den  ich  han  an  den  hof  daz  Risenstayn  gelegen  dacz 
Hwdershouen  jn  der  pharr,  der  freyz  aygen  ist,  ynd  an  dem  hof 
dacz  Stcempfing  genannt,  der  gelegen  ist  dacz  Staynechyrichen  jn 
der  pharr,  der  vnser  sacz  ist,  vnd  an  den  '  zwayn  Weingarten  dacz 
Huntshaym  gelegen  ob  Mauttaren,  vmb  zway  ynd  achczg  phunt 
phenning  wienner  munzze,  der  ich  ynd  mein  erben  von  in  gancz  vnd 
gar  gericht  vnd  gewert  sein.  Auch  schallen  sev  den  vorgeschriben 
meinn  eribtayl  haben  in  iivcz  vnd  in  rechter  eribz  gewer  mit  allen 
den  nueczen  vnd  rechten,  als  ich  jn  vor  inne  gehabt  han»  vnd  schul- 
ten auch  allen  iren  frum  damit  schaffen  mit  verseczen  vnd  mit  ver- 
cbauffen  nach  allem  irem  willeu  an  allen  irrsal,  daz  in  dey  red  von 
mir  vnd  von  meinen  eriben  staet  vnd  vnverchert  beleih,  dar  vber  vnd 
dar  vmb  gib  ich  jn  den  offenn  prief,  der  versigelt  vnd  bestätigt  ist 
mit  meinem  anhangundem  jnsigel  ze  einem  offenn  vrchund  der  war- 
hait  vnd  mit  meiner  ohaym  Perichtotis  von  Losstayn  vnd  Jansen 
von  Reychenstayn  anhanglinden  jnsigeln  ze  waren  gezeugen  der 
vor  geschriben  Wandlung  jn  an  schaden.  Der  prief  ist  geben,  do 
man  zallt  von  Christes  gepuertt  dreuczehenhundert  jar,  dar  nach  in 
dem  ainz  vnd  funfczgistem  jar  an  dem  prechent  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Gleink.  Pergament  mit  drei  hängenden  Siegeln 
von  braunem  Wachse.  1.  f.  S.ChAL.hOi.D.VALCh?STAl.  In  dem  Nabel  des 
Schildes  ein  Fels,  auf  welehem  ein  Vogel  (Falk)  mit  ausgebreiteten  Flugein 
steht.   2.  Das  gewöhnliche  Siegel  der  Herren  von  Losenstein.  3.  Zerbröekelt. 


222 


CCXlX. 

1351.  0.  Jänner.  —  Berthold  von  Losenstein  stiftet  sich  ein  Seelgeräth  in  der 

Kirche  tu  Garsten  mit  dem  Ziegel  ho f  bei  Steyr, 

Ich  Berichtold  von  Losenstain  vnd  ich  Dyetmar  vnd  all  mein 
prueder  von  Losenstain  vnd  all  vnser  eriben  veriechen  offenbar  mit 
disem  brief  allen  den,  di  in  sechent  oder  horent  lesen,  daz  wir  mit 
wolbedachtem  möt  vnd  du  rieh  vns  vnd  vnser  vorvodern  Selen  hau 
willen  auz  vnserm  nueze  vnd  gewer  recht  vnd  redleich  geben  haben 
den  Zy egelhoff  pei  Steyr  mit  allen  nuezen  vnd  rechten,  vnd  da  zue 
gehört,  wi  daz  genant  ist,  den  erbern  geistleichen  herren  gen  Ger- 
sten  in  di  oblay,  vnd  daz  selb  guet  dint  alle  jar  jerleich  an  vnser 
vrowen  tag  zder  dinst  zeit  fumf  Schilling  alter  wienner  pbenning  vnd 
an  sand  Georigentag  auch  fumf  Schilling  alter  wienner  pbenning 
vnd  vmb  daz  selb  guet  schullen  si  singen  alle  jar  dez  suntags  nach- 
tes  vor  dem  auffertag  ein  ganeze  gesungen  vigily  vnd  dez  nächsten 
mentags  morigens  darnach  ein  gesungene  seimisse  mit  sechs  prin- 
nunden  cherezen  pei  der  par  mir  Perichtolden  vnd  meiner  haus- 
frown  Margreten  von  Losenstain  seien  vnd  allen  vnsern  voruodern 
seien  ze  hilff  vnd  ze  trost  vnd  jerleich  an  sand  Jacobs  tag  decz  sel- 
ben nachtes  ein  gancz  gesungene  vigily  vnd  decz  morigens  darnach 
ein  gesungene  seimisse  kern  Gundakchern  vnd  seiner  housfrown 
vrown  Annen  seien  vnd  allen  ieren  voruodern  seien  ze  hilff  vnd  ze 
trost  mit  sechs  prinnunden  cherezen  pei  der  par  vnd  mit  louten  ze 
paider  jartagen,  alz  da  zu  gehört,  vnd  dar  vmb  sol  man  den  herren 
in  di  oblay  ze  igleichem  jartag  raichen  vnd  geben  ein  halb  phunt 
wienner  pbenning  vnd  in  di  gustray  dreizzik  phenning  für  di  cher- 
ezen vnd  für  daz  lawten;  vnd  wenn  ich  vorgenanter  Perichtold  von 
Losenstain  nicht  enpin,  so  schullen  si  meinen  vnd  meiner  hous- 
frowen  jartag  begen  auf  den  tag,  vnd  ich  verschaiden  pin,  vnd  schul- 
len vns  dar  an  begen  ze  alle  dem  rechten,  als  vor  verschriben  ist. 
Wurden  si  dar  an  indert  sowmig,  so  schult  sich  vnser  eriben  decz 
vorgenanten  guetes  an  dem  Zyegelhoff  vnder  winden  so  lang,  vncz 
si  dew  vor  vorgenanten  jartaeg  paid  gancz  vnd  gar  volfuerent  vnd 
begent,  so  schullen  si  denn  daz  guet  wider  jnn  haben  mit  allen  rech- 
ten vnd  nuezen,  alz  da  zu  gehört  vnd  alz  wir  ez  inn  gehabt  haben» 
vnd  sein  auch  dez  guets  jr  scherm  vnd  gewer,  wo  in  d*z  n°t 


223 

geschieht,  alz  landez  recht  vnd  gewonhait  ist  in  Ostereich.  Vnd  daz 
di  sache  vnd  daz  selgret  furbaz  stet  ynd  vnzeprochen  beleih»  dar 
vber  geh  wir  jcb  obgenanter  Berichtold  vnd  ich  Dyeimar  von 
Losenstain  disen  offen  brief  versigelten  mit  vnsern  paiden  anhan- 
gonden  jnsigeln,  ynd  dez  zeug  ist  her  Dyetreich  von  Losenstain 
mit  seinem  anhangenden  jnsigel.  Der  brief  ist  geben  nach  Christi 
gepurde  drewezechen  hundert  jar  ynd  darnach  in  dem  ain  ynd 
fumfezkistem  jar  des  suntags  nach  dem  heiligen  Prechen  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  drei  Siegeln,  im  Archive  tu  Garsten. 

ccxx. 

135L  22.  Jänner.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oestcrr eich  gewährt  dem  Stifte 

Waidhausen  zur  Besserung  seines  Seelgerälhes  bei  dem  Spitale  zu  St.  Nikola 

unter  dem  St  rüden  6  Pfund  Wiener  Pfenninge  jährlich  an  der  SalzmauthtuLinz. 

Wir  Albrecht  von  Gottes  gnaden  hertzog  %e  0esterreich9  ze 
Steyer  vnd  ze  Kernden  tun  chunt,  das  wir  den  erhern  ynd  geist- 
lichen leuten,  vnsern  lieben  chaplan,  dem  probst  rnd  .  •  dem  conuent 
ze  Walthusen  darurab,  das  si  den  Gots  dienst  vnd  die  ewigen  messe, 
di  wir  ze  spital  zehaut  niderhalb  des  Strudens  Got  ze  lob  ynd  in 
eren  sand  Niclas,  vns  vnd  vnsern  vordem  seien  zehilf  vnd  ze  trost 
gestift  haben»  dester  baz  volenden  vnd  volfueren  mugen,  geben  ynd 
geschafft  haben  vnd  geben  vnd  schaffen  in  oueb  mit  disem  brief  an 
vnser  maut  ze  Lintz  sechs  phunt  wienner  phennig,  di  si  alle  i&r 
ewechleich,  wann  si  wellen,  an  saltze  an  derselben  maut  furfuren 
svllen  vnd  wellen,  das  in  vnser  Mauter  ze  Lintz,  swer  der  ye  in  dem 
iar  ist,  chain  irrung  daran  tue  in  dehain  weg,  wan  wir  vnd  vnser 
oachomen  dieselben  sechs  phunt  phenig  demselben  vnserm  mautter 
verleichen  an  der  maütt  ze  Lintz  absiahen,  mit  vrchund  ditz  priefs« 
Geben  ze  Wienn  an  sand  Vincency  tag  nach  Christes  gepurd  dreut- 
zehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  ain  vnd  fumftzigsten  iar. 

Original  auf  Pergament  mit  einem  angehängten  Siegel  auf  rothera  Wachs 
mit  drei  Schilden,  oben  die  von  Oesterreich  und  Steiermark,  unten  der  von 
KSrnthen;  im  Museum  tu  Linz.  —  S.  Kurz,  Beiträge  IV.  478. 


224 


CCXXI. 

1351.  25.  Jinner.  —  Katharina,  Witwe  des  Durtng  Lerz,  Bürgers  von  Steyr 
stiftet  mit  der  Gabe  eines  Hofes  zu  Kremsdorf  einen  Jahrtag  im  Kloster  Garsten' 

Ich  Kathrei  Türings  des  Lertz  witib,  weylnt  purger  ze  Stetjrr, 
dem  Got  genad,  vergich  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  brief 
sechent  oder  lesen  hörnt,  daz  ich  mit  wolbedachtem  müt,  mit  meines 
vaters  vnd  mit  aller  meiner  geswistret  vnd  erben  gutleich  willen, 
nach  meiner  pesten  vrevnt  rat  vnd  gunst  recht  vnd  redleich  gegeben 
han  dem  gotshaus  ze  Garsten  meinen  hof  gelegen  ze  Chremstorf, 
der  rechtz  freys  aygen  ist,  mit  allen  den  rechten  vnd  nutzen,  di 
darzu  gehörnt  ze  holtz  vnd  ze  veld,  versucht  vnd  vnüersucht,  mit 
der  beschaidenhait,  daz  si  meins  vorgenanten  wiertz  iartag  vnd  den 
mein,  swenn  ich  nimer  pin,  vnd  aller  vnser  vodern  ewigchleich 
begen  schulten  mit  vigili  vnd  mit  messe  all  iar  dez  nächsten  maen- 
tags  nach  dem  aufferttag,  wann  daz  mein  wiert  mit  mier  schuf  an 
seinen  lesten  Zeiten  mit  meinem  gutleichen  willen,  als  es  noch  heut 
ze  tag  mein  will  ist,  vnd  schol  auch  dez  vorgenanten  gotzhaus  gewer 
sein  für  alle  chrieg  vnd  ansprach  nach  lantz  recht.  Daz  di  red  st&t 
vnd  vntzebrochen  beleih,  darvber  gib  ich  disen  brief  gesigelten  mit 
meiner  lieben  bruder  Fridreichs,  Pauleins,  Wernhatiz  der  Tun- 
gozzinger  anhangundem  jnsigel,  vnd  mit  meins  lieben  swagers  Phi- 
lipps der  Tungozzinger  aydem  anhangundem  jnsigel,  dahinder  ich 
mich  vnd  mein  bruder  Thomas  der  Tungozzinger  vns  verpinden  mit 
vnseru  trewn  allez  daz  stset  ze  behalten,  daz  oben  verschriben  ist, 
wann  wier  nicht  jnsigel  haben.  Der  brief  ist  geben  nach  Christes 
gepurd  drevtzechen  hundert  jar  vnd  in  dem  ayna  vnd  fumftzkistem 
jar  an  sand  Pauls  tag,  als  er  bechert  wart. 

Original  auf  Pergament  mit  vier  HSngesiegeln.  Stiftsarchir  Garsten. 

CCXXII. 

1351.  2.  Februar.  —  Ulrich  der  Tanner  und  seine  Mutter,  dann  Tanquard  der 
Ch  lammer  und  dessen  Sohn  Martin  verkaufen  an  das  Kloster  zu  Waldhausen 

eine  Hube,  das  Tannerlehen  —  auf  dem  Okraitu 

Ich  Alhait  Fridreichs   des  Tanndr  witibe,  dem  Got  genad, 
vnd  ich  Vlreich  ir  sftn  vnd  mit  vns  alle  vnser  erben,   ez  sein   sun 


225 

oder  tochter,  wie  di  genant  sind,  vnd  ich  Tanquard  der  ChlammSr 
vnd  ich  Mertt  sein  svn  vnd  mit  yns  all  vnser  erben,  wir  vergechen 
rnd  tuen  cbund  allen  den,  di  den  prief  sehent  oder  horent  lesen, 
daz  wir  mit  wol  bedachtem  muet  vnd  mit  guetleichem  willen  vnser 
vnd  aller  vnserr. erben  vnd  auch  mit  gesampter  hant  vnd  nach  vnserr 
pesten  vreunt  rat  ze  den  Zeiten,  do  wier  daz  wol  mit  recht  getuen 
mochten,  vnuerschaidenleichen ,  recht  vnd  redleichen  ze   chauffen 
haben  gegeben  (versetzt  haben)  ein  hueb,  die  genant  ist  datz  des 
Tannär  lehen  datz  dem  Chuertzen  auf  dem  Okrain,  di  gelegen  ist 
in  Münizpekher  pharre  vnd  vnser  vreyez  aygen  (gewesen)  ist,  dem 
erbSrn  herren  probst  Jansen  datz    Walthausen  vnd  allen  seinen 
nachchomen  vnd  dem  conuent  vnd  auch  dem  gotshaus  da  selben  mit 
allen  den  rechten  vnd  nutzen,  als  wir  sei  selber  vnd  vnser  vodern 
Tnuersprochenleich  in  rechtes  aygens  gewer  inn  haben  gehabt,  ez 
sei  versuecht  oder  vnuersuecht,  gestift  oder  vngestift,  mit  holcz,  mit 
relden,  mit  wismaden,  wie  daz  genant  ist,  vmb  zway  vnd  dreizzig 
phunt  phenning  wienn&r  munczze,  der  wir  von   in  gantz   vnd  gar 
gericht  vnd  gewert  sein  an  allen  vnsern  schaden  also  mit  auz  geno- 
meuer  red,  daz  wier  der  vorgenanten  hueb,  der  aygenschaft  vnd  des 
chauffes  (satzes)  ir  gewern  vnd  scherm  schullen  sein  an  allez  gevar 
nach  landes  recht  in   Osterreich.     Wir  offenn  auch  mer  an  dem 
prief,  daz  wir  von  all  vnser  erben  vns  des  vorgeschribenn  guetes 
ebichleich  ze  vertzicht  getan  haben  in  offner  lantschrann  vor  dem 
lantrichter  vnd    vor  erbörn  rittern  vnd  chnechten  zden  Zeiten,  do 
wir  ez  wol  getuen  mochten,  daz  wir  noch  vnser  erben  dhain  ansprach 
noch  dhain  recht  immermer  dar  an  haben  schullen  an  dhainer  stat, 
daz  loben  wir  in  mit  vnsern  triwen  stät  zebehalten  an  allez  gevör. 
Vnd  daz  dem  vorgenanten  erbern  herren  probst  Jansen  vnd  seinen 
nachchomen  vnd  dem  conuent  vnd  auch  dem  gotshaus  datz   Walt- 
kausen  di  red  vnd  daz  gelub  also  stät  vnd  vntzebrochen  beleih  von 
ms  allen,  di  vorgenant  sind,  vnd  auch  von  allen  vnsern  erben,  dar 
vber  gib  ich  vorgenanter  Tanquard  der  Chlammer  den  prief  ver- 
sigelten mit  meinem  anhangunden  jnsigel,  dar  zue  haben  wir  gepe- 
ten  den  ersamen  ritter  hern   Weczel  von  Erbing  vnd  Otten  den 
Öder  ze  den   Zeiten  lantrichter  im  Machland  vnd  Bietr eichen 
den  TannSr,    daz  iederman  mit  sampt  seinem  anhangundem  jnsigel 
der  red  vnd  des  chauffes  (satzes)  geczeug  ist,  wand  wier  ich  vor-  • 

genante  Alhait  vnd  Vlreich  ir  suri  vnd  vnser  erben  vnd  Mertt  Dan- 

Urkandenbuch  des  Landes  ob  derEnna.  VII.  Bd.  15  j 


226 

quarts  des  Chlammer  sun  des  mit  vnsern  treuwen  vergechen,  daz 
wir  zden  Zeiten  nicht  aygener  jnsigel  baben  gehabt.  Der  prief  ist 
gegeben,  do  man  zalt  von  Christes  gepuerd  dreuczehen  hundert  jar, 
dar  nach  in  dem  aynz  vnd  fumfczigistem  iar  an  vnser  Vrouwen  tag 
zder  Hechten  messe. 

Aus  dem  Original  im  Linzer  Museum  auf  Pergament  mit  einem  Siegel 
die  drei  anderen  fehlen.  —  Ein  Baum  oder  eine  Staude  stehend  in  einem  Schild 
ohne  Helm.  S.DIETRIOI.TEimSR. 


CCXXIll. 

1351.  2.  Februar.  —  Ulrich  der  Tanner  und  seine  Mutter  und  Tanquard  der 
Chlammer  und  dessen  Sohn  versetzen  an  Waldhausen  eine  Hube  ndas  Tanner- 

lehenu  auf  dem  Okrain. 

Stimmt  wörtlich  (mutatis  mutandis)  mit  obigem  Kaufbrief. 
Nur  bezüglich  der  Sicherstellung  des  Satzes  heisst  es:  „Wer  aber 
daz  getan,  daz  in  mit  recht  dar  an  icht  ab  gieng  vnd  schaden  mit 
recht  dar  an  nemen,  daz  sev  gesprechhen  mochten  pei  iren  trev*wn, 
den  selben  schaden  schullen  sev  haben  datz  vns  vnd  datz .  aller 
vnserr  hab,  di  wir  haben  in  dem  land  ze  Osterreich,  an  allez  geuar. 
Es  schol  auch  des  egenanten  satze  alle  iar  ierleich  losung  sein  an 
aller  mann  Vaschang  tag  vnd  ze  chainer  andern  zeit.4* 

Aus  dem  Originale  im  Linzer  Museum  auf  Pergament  mit  zwei  halb  zer- 
bröckelten Siegeln,  die  andern  zwei  verloren.  Wetzel  von  Erbing  hat  einen 
Schild  ohne  Helm  mit  einem  Sparren;  der  von  Oed  einen  Pfahl  durch  den  Schild. 


CCXXIV. 

1351.  5.  FebrQaT.  —  Conrad  von  Ymtzing  reversirt  über  das  von  seinem   Vater 
Heinrich  dem  Ymtzinger  bei  dem  Gotteshause  zu  Baumgartenberg  mit  Schenkung 

einer  Hofstatt  zu  Gang  gestiftete  Scclgcräth. 

Ich  Chunrat  von  Ymtzing  vergich  offenwar  vnd  tuen  kundt 
allen  den,  di  disen  brief  sehent  oder  horent  lesen,  das  mein  vatter 
Hainrich  der  Ymtzinger,  dem  Got  genad,  geben  hat  mit  wol  bedach- 
tem muet  vnd  mit  guetlichem  willen  aller  seiner  erben»  wie  die 
genant  sind,  ze  der  zeit,  do  er  es  wol  getuen  mocht,  hintz  Paten  - 
gartennperg  seines  rechten  freyen  aigenn  ain  hoffstat  dat£  Gang, 


227 

die  dient  i er! ich  ein  halb  phundt  wiener  phenning  auf  sand  Michels- 
tag, jiem  ynd  all  sein  rodern  zu  einem  ewigen  seelgerät  also 
beschaidennlich,  das  die  herren  dauon  kain  stewr  noch  kain  ynrechte 
yodrung  nemen  sullen,  dann  wann  man  di  hofstat  mit  ainem  newen 
holden  stifft,  so  geit  der  ditz  (auz)  vert  sechs,  ynd  der  einfert  sechs 
(pfenning?)  Vnd  wer  der  herren  pitantzer  ist,  der  sol  das  halb 
phund  einnemen  ynd  sol  der  samnung  dauon  ein  dienst  geben  in 
das  refennt  an  aller  heiling  abend,  ynd  sullen  die  herren  an  dem- 
selben tag  meins  vatter  jartag  begeen,  als  gewohnhait  ist  in  jrem 
orden.  Wer  aber,  das  man  Verzug  ynd  den  herrn  den  dienst  nit 
g£b,  als  verr  das  halb  phund  geraichen  mag  ynd  als  ee  yerschriben 
ist,  so  sullen  sich  meins  vatters  nagst  erben  wider  vndterziehen  der 
hofstat  ynd  sullen  die  junhaben  so  lanng,  vntz  das  die  sawmchait 
wol  gepessert  wirt,  so  ist  dann  den  herrn  ynd  dem  gotshaws  die 
egenannt  hofstat  wider  ledig  an  allen  krieg  als  yor.  Vnd  darumb, 
das  die  red  stet  ynd  vnuerchert  beleih,  gib  ich  an  meins  vatter  stat, 
dem  Got  genad,  den  brief  versigelten  (mit)  meinem  anhangunden 
innsigell  ynd  mit  meines  vettern  innsigel  Otten  des  Ymtzinger,  der 
der  sach  damit  gezewg  ist.  Der  brief  ist  geben  nach  Christs  burd 
drewtzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  ains  vnd  fuuftzigisten  jar 
and  sand  Ayten  tag. 

Aus  einem  Copialbuche  des  Klosters  Baumgartenberg  vom  Jahre  1511. 


ccxxv. 

U5L  5.  Februar.  —  Peter  von  Ritzenwinkel  gibt  seinem  Lehenherrn  Otto  von 
Volkenstorf  bekannt,  dass  er  dem  Kloster  Gleinle  zwei  Buben  zu  Oedin  der 

Die t acher  Pfarre  ans  Noth  verkauft  habe. 

Dem  erwierdigen  vnd  meinem  gen&digen  herren  herrn  Otten 
von  Volchenstorf  enbiet  ich  Peter  von  Ritzenwinchel  mein  stseten 
vnd  willigen  (linst  in  ganczen  trewen.  Herr  ich  lazz  ew  wizzen,  daz 
ich  mit  wolbedachten  muet  ynd  einen  tail  durch  nat  vnd  durch  mei- 
ner vnd  aller  meiner  vodern  sei  hail  willen  den  erbern  ynd  geistlichen 
luvten  appt  Hainrichen  ynd  der  sammung  daecz  Glevnch  ze  chauf- 
fen  gegeben  han  meins  rechten  lehens  czwo  hub  gelegen  d»ez  4)d 
in  Tudeher  pfarr,  diw  ich  von  iwern  gnaden  ze  lehen  gehabt  han, 
ynd  diw  selben  guter  han  ich  in  geben  nach  den  gnaden  ynd  rech- 

15* 


228 

ten,  diw  siw  von  iw  vud  allen  Volchenstorffern  habent  ynd  da  ir 
gotshaus  mit  gestift  ist,  ynd  send  vnd  gib  iv  diselben  guet  auf  ynd 
yerczeich  mich  ir  pei  dem  poten,  der  iv  disen  brif  geit,  ynd  mit 
yrchunt  des  selben  brifs  also,  daz  ir  dem  vor  geschriben  gotshaus 
diy  oben  genanten  guet  inantwurt  ynd  seit  (sie)  nach  den  oben 
geschriben  rechten,  diy  daz  selb  gotshaus  von  iw  vnd  iwern  vodern 
in  alter  her  hat  bracht  vnd  besezzen.  Der  prif  ist  geben  nach  Christs 
geburd  vber  driuezehen  hundert  iar,  darnach  in  dem  ain  ynd  ffinf- 
czigistem  iar  an  sand  Agathen  tag. 

Aus  dem  Original  im  Musealarchive  ru  Linz.  Pergament.  Das  aufgedrückte 
Siegel  abgefallen.  Vergleiche  die  Urkunde  dd.  13.  October  1350. 


CCXXVL 

1351.  11.  Februar.  —  Alber  der  Hutter  verkauft  an  das  Kloster  St.  Florian 
9  Schilling  Geldes  auf  einem  behaustem  Gute  zu  Weiterstorf  gegen  einen  Wein- 
garten,   Bock fu  88. 

Ich  Alber  der  Hutter  vnd  allev  meinev  geswistreid  wier  verie- 
hen  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  disen  prief  sehent  oder  horent 
lesen,  di  nu  lebent  oder  hernach  chüftig  (sie)  werdent,  daz  ich  mit 
wolbedachtem  müt  vnd  gunst  aller  meiner  geswistreid  vnd  aller  mei- 
ner eriben  zv  der  zeit,  do  ich  ez  wol  getun  mocht,  gegeben  han  dem 
ersam  chloster  daez  sand  Florian  meines  rechten  aygens  neun  Schil- 
ling geltes,  daz  gelegen  ist  daez  Weithersdorf  auf  wehaustem  gut. 
Ich  han  in  awer  den  vorgenanten  gelt  gegeben  ze  wider  Wechsel 
vmb  ein  Weingarten,  der  do  haizzet  der  Pochsfüz,  den  Symon  der 
Hutter  diener  geschaft  hat  ab  seiner  sei  zv  einem  ewigen  seigere t, 
daz  manigem  mann  chunt  vnd  gewizzen  ist.  Wer  awer,  daz  yem  des 
vorgenanten  Weingarten  pezzer  erib  wolt  sein,  der  schol  dem  vor- 
genanten Albern  dem  Hutter  vnd  sein  geswistreiden  fufeig  phunt 
phenning  gewen  an^all  wider  red.  Wier  geben  auch  die  vorgenanten 
neun  Schilling  dem  egenanten  chloster  also,  daz  man  dem  vorgenan- 
ten Symon,  der  der  Hutter  diener  ist  gewest,  alle  iar  sein  iarezeit 
schol  wegen  mit  vigili  vnd  mit  seimesse,  als  des  chloster  gewanheit 
ist,  vnd  schol  man  dann  die  neun  Schilling  phenning  vnder  die  herren 
gewen.  Ich  pin  auch  ich  vorgenanter  Alber  vnd  allev  meinev  geswi- 
streid der  vorgenanten  neun  Schilling  des  vorgenanten  chloslers  gewer 


229 

für  alle  ansprach  für  all  eriben,  als  des  landes  recht  ist  in  Aster* 
reich.  Vnd  daz  die  red  stet  vnd  vnczbrochen  weleib,  dar  vber  gib 
ich  vor  genanter  Alber  der  Hutter  disen  prief  versigelt  mit  meinem 
insigel.  Vnd  sind  diser  sach  geczeug  Ott  der  Butter  vnd  Jans  der 
Hutter  mit  ieren  anhangunden  insigeln.  Diser  prief  ist  gegeben,  do 
Ton  christes  gepurd  ergangen  waren  dreuczehen  hundert  jar,  dar 
nach  in  dem  ain  vnd  funfczigisten  jar  des  nächsten  vreitags  nach 
sand  Dorothe  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian  auf  Pergament.  Ein  Siegel  h fingt,  die 
andern  zwei  abgefallen.  Eine  Abbildung  des  Hutter'schen  Siegels  hat  Han- 
thaler, doch  nicht  ganz  genau.  Es  ist  uns  eben  so  wenig  als  ihm  möglich  zu 
bestimmen,  was  es  Torstellen  soll. 


CCXXVIL 

1351. 11.  Februar.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  stiftet  eine  ewige 
Messe  in  der  St.  Nikolai' Spitalkirche  unter  dem  Struden  mit  200  Pfund  Pfen- 
ninge und  bestätiget  das  Recht  des  Klosters  Waldhausen,  auf  dem  Wasser 

Almosen  zu  sammeln. 

Wir  Albrecht  von  Gotes  gnaden  hertzog  ze  Osterreich,  ze 
Steir  vnd  ze  Kernnden  tun  kunt  mit  disem  brief,  das  wir  durch 
Got  vnd  durch  vnnser  vnnd  vnsrer  vordem  vnd  auch  vnser  nach« 
komen  seein  hail  willen  vnd  jn  eren  des  gutn  hern  sandt  Niklas  mit 
der  erbern  vnd  geistlichen  lewt  vnsers  lieben  capplan  — - .  Des 
brobst  vnd  des  conuents  zu  Waldhawsenn  gunst  ain  ewige  messe 
jn  jr  kirchen  ze  Spitall  ze  hanndt  nyderthalb  des  Strudms  gestuft 
haben,  di  derselb  brobst  vnd  der  conuent  mit  ainem  erbern  briester 
jrs  ordens  bestifften  vnd  begeen  sullen,  vnd  derselb  sol  haben  ainen 
briester  zu  gesellen  jm  zu  hilff,  er  sei  geistlich  jrs  ordens  oder  weit- 
tich  also,  das  die  baid  briester  begeen  die  egenant  ewige  mess  vnd 
auch  stetigkleich  daselbs  sytzen.  Si  sulln  auch  kainer  mess  auf  das 
haws  zu  Werbenstain  gebunden  sein.  Wir  haben  jn  auch  zu  der- 
selben ewigen  mess  geben  zwaihundert  phunt  wienner  phenning, 
der  si  genntzlich  verricht  vnd  gewert  sind.  Vnd  dar  vmb  si  ver- 
lehenndte  guter,  die  von  vns  lehen  sein  kauffen  sulln,  derselben 
guter  aygentschafft  wir  dann  auch  zu  derselben  mess  vnd  zu  dem 
gotshaws  zu  Waldhawsen  geben  mit  disem  brief;  dartzu  haben  wir 
dem  brobst  vnd  dem  conuent  zu    Waldhawsen  mit  des  erwirdigen 


230 

bischoffs  Gotfrides  vonpassaw  willen  vnd  gunst  bestätt  alle  jr  nutze 
jrs  allmusen  vnd  des  sammens,  das  emaln  von  alter  zu  demselben 
gotshaws  ze  Spitall  gehört  hat  vnd  das  jn  vor  mit  gewallt  enpfrembt 
was,  oberthalb  vnd   nyderthalb  des  Strudms  also,  das  nyemandt 
sammen  sol  auf  der  tunaw  von  aller  schiffung  auf  noch  ab  zwischen 
Ardakher  vnd  Ybs,  den  allain  zu  dem  egenanten  gotshaws  zu  Spitall. 
Si  sulln  auch  von  demselben  allmusen   die  weg  pessern,  die  von 
alter  dauon  gepessert  sind,  die  sich  anheben  dats  Hönxtain  nydert- 
halb werbenstain  vnd  geent  hin  zetal  gen  Prenntlein  an  der  wennt 
gegen  Serbnich  vber  ainhalb  der  tunaw,  dann  annderthalb  aufwertes 
von  Serbnich  für  Spitall  vnczt  für  Werbenstain  vber  die  klaus  jn 
den   pawngarten   nyderthalb   des   dyessenpaches.  Si  sulln  auch  zu 
dem,  vnd  die  zech  hat,  das  gotshaws  beleuchten  vnd  pessern,  was 
inwenndlichen  dartzu  gehört,  vnd  was  dann   des    obgenanten  allmu- 
sen vber  dasselb  alles  vber  wirt,  da  sol  der  pharrer  ze  Spitall  vnd 
sein  gesell  jr  phrunt  mit  pessern.  Wer  aber,  das  sie  die  vorgenant 
ewige  mess  ze  Spitall  nit  begiengen  vnd  bestifften  mit  aim  erbern 
briestern  jrs  ordens  vnd  mit  ainem   gesellen,   als  vorgeschoben  ist, 
so  sulln  wir,  vnser  eriben   vnd   vnser  nachkomen  sew  mannen  mit 
ainer  gewissen,  vnd  wem  si  oder  jr  nachkomen  dann  säumig  vnd  es 
nach  der  mauung  jn  ainem  monat  nicht  volligkleich  wider  prachten 
an  grosse  eehafft  nott,  so  sulln  wir,  vnser  eriben  oder  vnser  nach- 
komen dieselben  messe  levhen  ainem  anndern  briester,  wemm  wir 
wellen,  mit  derselben  gullt,  die  wir  zu  derselben  mess  bestätt  vnd 
geben  haben  vnd  mit  den  zwainhundert  phunden  wienner  phenning, 
die  wir  jn  auch  darzu  geben  haben,  dafür  si  vns  geweist  haben  auf 
zwelflf  mutt  körn  gullt  vnd  auf  acht  mutt  habernn  gullt,   der  dient 
man  von  der  newnstatt  funflf  mutt  körn  vnd  fünf  mutt  habern,  das 
annder  getraid  sulln  si  richten  aus  Erbinger  pharr  von  jrem  zehenndt, 
den  si  da  habent,  vnd  zway  phunt  gelts  wienner  phenning  auf  drein 
Guetern,  die  gelegen  sind  jn  Waldhawser  pharr,  das  erst  zu  Riten- 
8tain,  da  man  an  sandt  Jorigen  tag  ain  phunt  phenning  von  dient, 
das  annder  jm  Stainnoch,  da  man   an  sandt  Giligen  tag  ain  halb 
phunt  phenning  Yon  dient,  das  dritt  ain  lehen,  dauon  man  auch  an 
sandt  Giligentag  ain  halb  phunt  phenning  diennet.   Wann  aber  der 
briester,  dem  dieselb   mess  mit  derselben  gullt  gelihen  wurde,   nit 
mer  war,  so  soll  dieselb  mess  mit   derselben   gullt  aller  gefallen  an 
das  gotshaws  ze  Waldhawsen  mit  allen  den  rechten,  als  vorgeschri- 


231 

ben  ist,  vnd  sulln  si  auch  den  offtgenanten  gotsdienst  genntzlich  dann 
rolfuem.  War  auch,  das  vnserer  eriben  oder  vnserer  nachkomen, 
burggrauen  oder  phleger  zu  Werbemtain  oder  annder  yemand  dem 
rorgenanten  gotshaws  zu  Waldhawsen  an  der  yorgenanten  sammen 
des  allmusen  kainen  gewallt  oder  jrrung  tet,  das  sulln  si  bringen  an 
yüs,  an  Tiisr  eriben  oder  vnser  nachkomen  oder  pfleger  mit  ainem 
gewissen,  so  sulln  wir,  vnser  eriben  oder  vnser  nachkomen  oder 
pfleger  jn  dann  dasselb  vnuertzogentlich  aufrichten.  Des  geben  Wir 
zu  vrkunt  disen  brief  besiglt  mit  vnserm  insigl,  der  geben  ist  zu 
Wienn  an  freytag  nach  sandt  Scholasticen  tag,  da  man  zallt  nach 
Cristj  gebärd  dreyzehenhundert  jar,  darnach  in  dem  ainsundfunfft- 
zigisten  jar. 

Aus  dem  Vidimus  des  Bischofs  Christoph  von  Passau  ddo.  5.  September 
1404.  Im  Linser  Mnseum. 

CCXXVHI. 

135L  IL  Febriar.  Wien.  —  Revers  des  Klosters    Waldhausen,  betreffend  die 
Stiftung  einer  ewigen  Messe  im  Spitale  unterhalb  des  Strudens  tu  St.  Nikola 

durch  Herzog  Albrecht  IL 

Wir  Johans  von  Gotes  gnaden  probst ,  Ott  der  techent  vnd 
die  sammung  gemainchlich  ze  Waldhusen  tun  chund  offenbar  mit 
disem  brief,  daz  der  edel  hochgeporn  fürst  vnser  gnediger  herr 
hertzog  Albrecht  ze  Österreich^  ze  Steyr  vnd  ze  Kernden  durch 
Got  vnd  durch  seiner  vnd  seiner  vordem  vnd  auch  seiner  nach- 
komen seien  hail  willen  vnd  in  ern  dez  guten  berren  sand  Nyclas 
mit  vnser  aller  gunst  vnd  gutleichem  willen  ein  ewigen  messe  in 
vnserr  chirchen  ze  spital  zehand  niderhalb  dez  Strudems  gestift  hat, 
die  wier  mit  ainem  erbern  priester  vnsers  ordens  bestiften  vnd  begen 
sollen.  Vnd  der  selb  sol  haben  ainen  priester  zu  gesellen  im  ze  hilf, 
er  sei  geistlich  vnsers  ordens  oder  wertlich  also,  daz  di  paid  prie- 
ster begen  di  egenanten  ewigen  messe  vnd  auch  stetichlich  daselbs 
sitzen.  Wir  suüen  aber  dehainer  messe  auf  daz  haus  ze  Werben- 
stain  sein  gepuuden.  Vns  hat  auch  vnser  vorgenanter  herr  hertzog 
Albrecht  zu  der  selben  ewigen  messe  geben  zwai  hundert  phunt 
wienner  phenning,  der  wir  genczlich  gewert  vnd  verriebt  sein.  Dar 
vmb  wir  verlehenten  guter,  di  von  im  leben  sind,  chauffen  sullen, 
der  selben  guter  aigenschaft  er  vns  vnd  vnserm  vorgenanten  gots 


232 

bous  ze  Waldhausen  zu  der  selben  ewigen  messe  geit  mit  seinem 
brief.  Dar  zu  hat  er  vns  vnd  vnserm  vorgenanten  gotshaus  zeWald- 
husen  mit  vnsers  gnedigen  herren  bischof  Gotfrides  von  Pazzaw 
willen  vnd  gunst  bestett  alle  nucz  vnsers  almusens  dez  sammens, 
daz  emaln  von  alter  zu  vnserm  gotzhous  ze  Spital  gebort  bat,  vnd 
daz  vns  vor  mit  gewalt  enpfromdet  waz  oberhalb  vnd  niderhalb  dez 
Strudems  also,  daz  niemant  sammen  sol  pey  der  Tänaw  von  aller 
Schulung  auf  noch  ab  zwischen  Ardakcher  vnd  Ybs9  danne  alain  zu 
vnserm  ägenanten  gots  haus  zu  Spital.  Wir  sullen  auch  von  dem 
selben  almusen  di  weg  pezzern,  di  von  alter  da  von  gepezzert  sint, 
di  sich  an  hebent  daez  Haustain  niderhalb  Werbenstain  vnd  gend 
hin  ze  tal  gen  Prentlein  an  der  wend  gen  Sedmich  vber  ainhalb  der 
Tunav}  danne  anderthalb  auf  wertes  von  Sedmich  für  spital  vntz 
für  Werbenstain  vber  die  Chlavs  in  den  Paumgarten  niderhalb  dez 
Diezzenpachs.  Wir  sullen  auch  dar  zu,  vnd  di  czech  hat,  daz  selb 
gotz  haus  ze  Spital  beleuchten  vnd  pezzern,  waz  in  wend  ichlich  dar 
zw  gehört,  vnd  waz  danne  dez  oftgenanten  almusens  vber  daz  selb 
allez  vber  wirt,  da  sol  der  pharrer  ze  Spital  vnd  sein  geselle  ir 
pfrund  mit  pezzern.  Wer  aber,  daz  wir  di  vorgenanten  ewigen 
messe  ze  Spital  nicht  begiengen  vnd  bestiften  mit  ainem  erbern 
priester  vnsers  Ordens  vnd  mit  ainem  gesellen,  als  vor  geschriben 
ist,  so  sol  vnser  vorgenanter  herre  hertzog  Albrecht 9  sein  erben 
oder  sein  nachkomen  vns  mouen  mit  einer  gewizzen,  vnd  wern  wir 
oder  vnser  nachkomen  danne  saumich  vnd  ez  nach  der  monung  in 
ainem  maneid  nicht  vollichlichen  widerprechten  an  grozz  £haft  not, 
so  sol  er,  sein  erben  oder  sein  nachkomen  di  selben  messe  leihen 
einem  andern  priester,  wem  si  wellen  mit  derselben  guld,  di  er  zu 
derselben  messe  bestett  vnd  geben  hat,  vnd  mit  den  zwain  hundert 
phunten  wienner  phenning,  di  er  vns  auch  dar  zu  geben  hat,  da  für 
wir  vnsern  vorgenanten  genedigen  herren  herezog  Albrechten 
geweist  haben  auf  zwelif  mutt  körn  guld  vnd  auf  acht  mutt  habern 
guld,  der  man  von  der  newnstat  dient  fumf  mutt  körn  vnd  fumf  mutt 
habern;  daz  ander  getrayd  sullen  wir  richten  auz  Erbinger  pharr 
von  vnsern  zehent,  den  wir  daselbs  haben,  vnd  zway  phunt  wienner 
phenning  geldes  auf  drin  gutern,  di  gelegen  sind  in  der  pharre  ze 
Waldhusen,  daz  erst  ze  Rittenstain,  da  man  an  sand  Gorgen  tag 
von  dient  ain  phunt  wienner  phenning,  daz  ander  in  dem  Stainech9 
da  man  an  sand  Giligen  tag  von  dient  ain  halb  phunt  phenning,  daz 


233 

dritt  am  lehen,  da  man  auch  an  sand  Giligen  tag  von  dient  ain  halb 
phunt  phenning.  Wann  aber  der  priester,  dem  diselb  messe  mit  der- 
selben guld  gelihen  ward,  nicht  mer  wer,  so  so]  di  selb  messe  mi* 
derselben  guld  aller  geuallen  wider  an  vnser  vorgenants  goozhaus 
ze  Waldhusen  mit  allen  den  rechten»  vnd  vor  geschriben  ist  vnd 
sullen  wir  auch  den  oftgenanten  gotz  dienst  gentzlich  da  vol  füren 
Wer  auch,  daz  vnsers  obgenanten  herren  herczog  Albrechten,  sei- 
ner erben  oder  seiner  nachkomen  purkgrafen  oder  pfleger  ze  Wer- 
benstain  oder  ander  iemant  vnserm  vorgenanten  goez  hous  ze  Wald- 
husen an  dem  egenanten  sammen  dez  almusens  dehainen  gewalt 
oder  irrung  tet,  daz  sullen  wir  an  seu  bringen  mit  einer  gewizzen, 
vnd  dazselb  allez  sullen  si  vns  auch  danne  auz  richten  vnuerczogen- 
lichen,  als  auch  vnsers  vorgenanten  genedigen  herren  herzog 
Albrechten  prief  habent,  di  er  vns  dar  vber  zu  einer  stetichait  dar 
vber  geben  hat.  Dez  geben  wir  ze  vrchund  den  brief  besigelt  mit 
vnser  brobst  Johans  vorgenants  vnd  des  conuents  ze  Waldhusen 
paiden  anhangunden  insigeln.  Der  brief  ist  geben  ze  Wienne  am 
freytag  nach  sand  Scolasticen  tag,  do  man  zalt  von  Christi  gepurd 
dreutzehen  hundert  iar,  dar  nach  in  dem  ains  vnd  fumftzigsten  iar. 

Aus  dem  Originale  des  k.  k.  geh.  Hauaarchives  auf  Pergament  mit  zwei 
angehängten  länglichen  weissen  Siegeln. 


CCXXIX. 

1351. 15.  Februar.  Wien.  —  Bischof  Gotfried  von  Passau  bestätigt  mit  Einver- 
ständnis* Propst  Johanns  und  des  Convents  zu  Waldhausen  die  Messstiftung 
Herzog  Albrechts  von  Oesterreich  zum  dahin  gehörigen  St  Nikola-Spitale  unter 
dem  Siruden,  sammt  Nebenbestimmungen  und  Bedingungen. 

Gotfridus  dei  gratia  Patauiensis  episcopus  ad  notitiam  pre- 
sentium  et  memoriam  futurorum.  Qvia  dominum  in  sanctis  eius  lau- 
dare  iubemur,  vt  de  elemosjnis  temporaliter  seminatis,  sanctorum 
meritis  et  precibus  eterna  metere  valeamus,  ea ,  que  pro  veneratione 
sanctorum  et  diuini  cultus  augmento  animarumque  fidelium  augen- 
tur  (sie)  salute,  merito  sunt  benigno  fauore  amplectenda  et  digne 
superiorum  approbatione  confirmanda,  maxime  tarnen  circa  iltas 
ecclesias  et  loca,  que  de  sanete  matris  nostre  Patauiensis  ecclesie 
visceribus  sunt  edueta.  Cum  igitur  magnificus  et  illustris  prineeps, 


234 

dominus  Albertus  dux  Austrie,  Styrie  et  Karinthie  in  bonore 
confessoria  almi,  beati  Nycolai,  vt  sit  navta  mundo  naufrago,  vnam 
perpetuam  missam  de  nouo  in  ceclesia  seu  hospitali  infra  Strudem 
suf er  alueo  Danubii  situato ,  viarumque  reformationem  et  alia  pie- 
tatis  opera  ibidem  perficienda  instaurauerit  ac  laudabilibus  quibus- 
dam  modificationibus  et  conditionibus  appositis  sufficienter  dotauerit, 
nostro  ac  venerabilis  in  Christo  Johannis  prepositi  et  conuentus 
monasterij  Walthusensis ,  ordinis  sancti  Augustini  canonicorum 
regularium  nostre  dyocesis,  ad  quos  dicta  ecclesia  pertinuit  ex 
antiquo,  consenssu  et  beneplacito  accedenlibus.  Nos  laudabilem  et 
deuotam  eiusdem  principis  inteutionem  grato  affectu  amplectentes  et 
in  domino  conmendantes,  ea,  que  circa  premissa  prouide  per  eum 
facta  sunt,  auctoritate  ordinaria  approbamus  et  ex  certa  scientia  con- 
firmamus,  volentes,  vt  omnia  et  singula  circa  dotationem  et  ordina- 
tionem  predictas  per  roemoratum  principem  feliciter  ordinata  cum 
omnibus  modificationibus  et  conditionibus  appositis  de  verbo  ad  ver- 
buro,  prout  in  litteris  originalibus  inde  confectis  explicantur  et  decla- 
rantur,  sicut  proinde  facta  sunt»  perpetui  roboris  gaudeant  firmitate. 
In  quorum  euidens  testimonium  sigillum  nostrum  presentibus  est 
appensum.  Actum  et  datum  Wienne  die  quintadecima  mensis 
febmarii  anno  Domini  millesimo  trecentesimo  quinquagesimoprimo. 

Aus  dem  Originale  im  Linier  Museum  auf  Pergament  mit  einem  Siegel. 


ccxxx. 

1351. 22.  Febnar.  —  Behabbrief,  ausgefertigt  vom  Wallsee' ecken  Amtmann  tu 
Kloster nrubnrg,  als  der  Abt  von  Kremsmünster  durch  seinen  Stellvertreter 
wegen  versessenen  Dienst  von  einem  Weingarten  klagte,  der  ihm  nun  gerichtlich 

zugesprochen  wird. 

Ich  Pyligreim  der  Flaizer  ze  den  Zeiten  amptman  herrn  Frid- 
reichs  und  hern  Reinpreckts  meiner  herren  von  Wallse  vergich  ynd 
tun  chund  mit  disem  brief  allen  lauten,  daz  für  mich  chom,  da  ich 
an  dem  rechten  saz  Rudel  Fruman  und  vrogt  an  seiner  herren  staet 
von  Chremsmunster  mit  einem  dienst  brief  um  irn  versezzen  dienst, 
des  ain  pbunt  gelts  ist  und  leit  auf  Meinharts  der  Mertinn  aydem 
Weingarten  am  dem  Hengstperig  und  ist  ein  halbz  jeuch  und  leit  ze 
uast  dem  Ölm,  des  ich  perchmaister  piu,  und  vrogt  alz  lang  darauf 


235 

ze  Seht  malen  ze  rechter  zeit  und  ze  rechten  tagen,  und  ward  auch 
dem  egenanten  Meynharten  alz  oft  ein  fürbot  da  ward  gevrogt  waz 
recht  wer,  da  gevil  daz  mit  vrog  und  mit  Artail,  man  solt  den  Wein- 
garten schätzen,  und  gescheh  dar  nach  waz  recht  wer,  da  ward  der 
selb  weingart  geschätzt  von  erbern  lauten,  die  ich  darzu  schuf,  und 
di  selben  erbern  laut  chomen  wider  für  recht  und  sagten  daz  pei  irm 
ayd  und  treun,  daz  der  Weingarten  nicht  teuer  wer  dann  der  dienst 
und  di  zwyspyld,  die  dar  auf  behabt  wern  acht  stund,  da  ward  gevrogt 
waz  recht  wer,  da  ward  ertailt  mit  vrog  und  mit  Artail  und  mit 
rechtem  recht,  seyd  der  weingart  nicht  teuerr  werr  dann  daz  purch- 
recht  und  di  zwyspyld,  di  dar  auf  acht  stund  erlangt  und  behabt 
wern,  man  solt  seu  des  selben  Weingarten  gewaltig  machen  und  an 
di  gewer  setzen,  furbaz  allen  irn  frum  da  mit  ze  schaffen  mit  ver- 
chauffen  mit  versetzen  und  geben  swem  seu  wellent,  und  solt  in  des 
geben  einen  behab  brief,  und  daz  hab  ich allez getan  als  in  iz  vrog  und 
urtail  geben  hat.  Und  daz  der  Yorgenant  Rudel  Frumman  seinen 
herren  von  Chremsmunster  den  egenanten  Weingarten  um  irn  ver- 
sezzen  dienst  und  um  ireu  zwyspüd  mit  rechten  nottayding  alz  ege- 
scriben  stet  in  ir  gewalt  pracht  hab  vor  mir  ze  verchaufen  ze  ver- 
setzen und  allen  irn  frum  damit  ze  schaffen,  des  geb  ich  in  disen 
brief  ze  einem  woren  urchund  der  vorverscriben  red  und  Wandlung 
versygelt  mit  meinem  insygel,  des  sind  auch  gezeug  mit  irn  insygeln 
des  rates  ze  der  zeit  zwen  erber  mann  Hainreich  der  Dürr  und 
Symon  in  der  Weytengazzen,  di  pei  dem  rechten  gewesen  sind« 
Der  brief  ist  geben  nach  Christ  gepurd  dreuzechen  hundert  jar  dar 
nach  in  dem  ains  und  fumfzygisten  jar  des  nasten  erytages  vor 
vaschang. 

Urkundenbuch  von  Kremsmunster  Nr.  226. 


CCXXXI. 

1351  10.  Min.  Paumgarten.  —  Wilhelm  von  Paungarten  setzt  Frauen  Chuni- 

gundm,  Eberharts  Witwe  von  Winden  und  ihrem  Sohne  Hans  für  450  Pfund 

Pfenninge  sein  halbes  Haus  zu  Paungarten  zum  Pfände. 

Ich  Wilhalm  von  Paungarten  vnd  ich  Margret  sein  hausfrow 
rnd  vnser  erben  wir  vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  brief 
lesent  oder  horent  lesen,  daz  wir  gelten  sullen  Ynd  schuldig  sein  der 


236 

erbern  vrowen,  vrow  Chunigunden,  kern  Eberhartz  teityb  selig, 
dem  Got  genad,  vnd  irem  sun  Hansen  von  Winden  fumfthalbe  hun- 
dert phunt  wienner  phenning,  da  für  wir  in  gesatzt  haben  ze  phant 
mit  vnser  erben  gutem  willen  vnd  gunst  nach  vnser  pesten  vreunt 
rat  mit  verdahtem  müt  vnd  mit  gesampter  hant  ze  der  zeit,  do  wir 
ez  wol  getun  mohten,  vnd  mit  vnsers  rechten  lehen  herren  hant  dez 
hoch  wird  igen  fürsten  herczog  Albrecht  in  Österich,  ze  Steyr  vnd 
ze  ChSrnd  (sie)  vnser  halbez  haus  ze  Paungarten  vnd  was  dar  zu 
gehört  ze  veld  vnd  ze  dorf,  bestift  oder  vnbestift,  versucht  oder 
vnuersucht,  swie  so  daz  genant  ist,  daz  wir  gechauft  haben  von  dem 
erbern  herren  kern  Otten  von  Missaw  vmb  newn  hundert  phunt. 
Daz  selbe  halbe  haus  vnd  waz  dar  zu  gehört,  als  vor  geschriben  stet, 
baben  wir  in  recht  vnd  redlich  [versatzt,  als  Satzung  recht  ist  vnd 
dez  landes  recht  ze  Österich,  also  mit  auz  genomener  red, 
daz  wir  daz  vor  genant  halbe  haus  vnd  waz  dar  zu  gehört,  inne 
haben  sullen  vnd  nützen  vnd  sullen  in  alle  jar  da  von  dienen  fumf 
vnd  fumfzig  phunt  phening  zwir  in  dem  jar,  halbe  vf  sant  Georigen 
tag  vnd  halbe  vf  sant  Michels  tag,  vnd  ze  swelhen  taegen  wir  dez 
nicht  entun,  swenne  vns  denne  dev  vorgenant  vrow  Chunigund  von 
Winden  oder  ir  sun  Hans  von  Winden  mant  vnd  vodert,  so  sollen 
wir  dez  ndehsten  tages  darnach  aynen  erbern  chneht  selbe  ander  mit 
zwain  ph£rten  gen  Wienne  senden  in  ayn  erber  gasthaus,  da  man  in 
hin  zaigt,  vnd  sollen  die  da  inne  ligen  vnd  laysten,  als  inne  ligens  vnd 
laystens  recht  ist  vnd  nimmer  da  auz  [chomen  vntz  als  lang,  daz  si 
der  phening,  die  ze  den  tagen  geuallen  solten,  gar  vnd  gentzlich 
verricht  vnd  gewert  werden.  Wer  aber,  daz  also  nicht  gelaist  wurd, 
als  vor  geschriben  stet,  oder  daz  dev  laistung  lenger  denne  vier 
wochen,  vnd  daz  si  der  phenning,  die  ze  den  taegen  geuallen  solten, 
in  der  zeit  nicht  verricht  wurden,  swelhen  schaden  sy  denne  dersel- 
ben  phening  n&men,  ez  sey  ze  Christen  oder  ze  Juden,  den  si  mit  im 
trewen  gesagen  mögen,  den  selben  schaden  mit  sampt  den  phenin- 
gen  sullen  wir  in  gentzlich  vnd  gar  ablegen  vnd  wider  ehern  an 
allen  chrieg  vnd  an  alle  wider  red.  Daz  loben  wir  in  mit  vnsern 
trewen  vnd  sollen  sy  auch  daz  haben  vf  vns  vnd  vf  allem  vnserm 
gut,  dez  wir  haben  in  dem  land  ze  Osterich  oder  wa  wir  ez  haben, 
wir  sein  lebentig  oder  tod.  Vnd  swenne  daz  ist,  daz  wir  losen  wellen, 
so  sullen  wir  ze  chainer  ander  zeit  in  dem  jar  nicht  ^lösen,  denne 
zwischen  santMerteyns  tag  vnd  dem  vaschang.  Wer  ouch,  daz  dev  vor 


237 

genant  vrow  Chunigund  von  Winden  oder  ir  sun  Hans  vonWinden 
den  satz  nicht  lenger  haben  wolten  oder  mohten,  so  sullen  si  daz 
£genant  haus  halbez  vnd  waz  dar  zu  gehört»  mit  vnserm  gutem  willen 
verseczen  vnd  verchumern  vmb  als  tu  gütz,  als  ez  in  von  vns  stet, 
vmb  fumfthalbe  hundert  phunt  phening  vnd  nicht  mer,  in  allem  dem 
rechten,  als  wir  in  ez  versaczt  haben.  Wer  ouch  des  Got  nicht 
engeb,  daz  dev  vor  genant  vrow  Chunigund  vnd  ir  sun  Hans  von 
Winden  in  der  zeit  abgiengen  vnd  stürben,  vnd  daz  ir  sun  an  erben 
verfur,  swem  den  der  vor  genant  satz  mit  recht  geuiel  vnd  erbet, 
dem  sullen  wir  in  allem  dem  recht  da  mit  warten,  als  in  selber.  Wir 
sein  ouch  dez  vorgenanten  halben  haus  ir  reht  gewern  vnd  scherm 
für  alle  ansprach,  als  Satzung  recht  ist  vnd  dez  landez  ze  Osterich; 
get  in  dar  mit  reht  icht  ab,  daz  sullen  wir  in  vs  richten  an  allen  irn 
schaden  vnd  an  allen  chrieg,  daz  loben  wir  in  mit  vnsern  trewen  an 
aller  geuser.  Vnd  dar  vber  ze  vrchund  diser  sach  so  geben  wir  in 
disen  brief  versigelt  mit  vnserm  jnsigel,  vnd  mit  dez  erbern  herren 
jnsigel  kern  Fridreichs  von  Chreuzpach  vnd  mit  kern  Hansen  insi* 
gel  von  dem  Clemens  vnd  mit  kern  Jrnfricz  jnsigel  von  dem  Cle~ 
mens  vnd  mit  kern  Hansen  jnsigel  von  Merswanch  vnd  mit  kern 
Wernhartz  jnsigel  dez  Messenpechen,  die  diser  sach  gezeug  sint 
mit  irn  jnsigeln.  Der  brief  ist  geben  ze  Paungarten  nach  Christez 
gepurt  drev  zehen  hundert  jar,  darnach  im  ayns  vnd  funfzigesten  jar 
dez  phincztages  in  der  ersten  vast  wochen. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  dem  Siegel  des 
Cbreusbachs,  die  übrigen  fünf  abgerissen.  Das  Siegel  des  Chreuspach :  Schild 
ohne  Helm,  in  der  Mitte  ein  Ring,  von  dem  Radien  nach  den  drei  Ecken  aus- 
gehen, f.  S.  FRIDRICl  .D^.  qRCVZPC JCh. 

CCXXXII. 

135 L  12.  Min.  —  Heinrich  der  Varistor f er  und  seine  Hausfrau  versetzen  dem 
Abte  Ernest  von  Kremsmünster  ihr  Gut  auf  der  Stieget  im  Garstenthate. 

Ich  Hainreich  der  Vonstorfer  und  Gedräut  mein  hausfrau  und 
unser  baider  erben  vergehen  offenleich  an  disem  brief  und  tun  chunt 
allen  den,  die  in  sehent,  lesent  oder  horent  lesen,  das  wir  mit  guet- 
leichem  willen  und  auch  wol  bedaht  und  mit  unser  baider  freunten 
willen  und  rat  gesatzt  haben  das  guet,  das  genant  ist  auf  der  Sti- 
chely  und  leit  in  Gatrstner  pharr  und  ist  lehen  von  dem  piseholf  ze 


238 

Babenberch,  für  zwainzich  phunt  phennig  wienner  münz  dem  erwir- 
digen  prelat  abt  Ernsten  ze  Chremsmunster,  der  uns  auch  der  vor- 
genanten phenning  reht  und  redleieh  verricht  und  gewert  hat.  Wir 
sein  auch  des  vor  genanten  guetes  sein  gewer  nach  landes  reht  und 
was  in  chrieges  oder  ansprach  an  gieng  umb  den  egenanten  satz, 
den  schuli  wir  aus  richten  an  all  seinen  schaden  und  schol  er  das 
haben  auf  unsern  treun  und  auf  all  unser  hab,  di  wir  haben  in  des 
herzogen  landen  ze  Osterreich.  Wir  gehelen  und  vergehen  auch  des 
satz  und  aller  vor  geschriben  taiding  und  gelub  dem  egenanten  abt 
Ernsten  oder  wer  uns  oder  ander  im  mit  disem  brief  mont  oder  den 
inn  hat.  Das  diseu  red  stset  und  unzebrochen  beleih,  gib  ich  disen 
brief  ze  eim  offem  urchund  besigeltem  mit  meim  anhangundem  insi- 
gel,  und  sind  des  alles  zeug  Ernst  der  Ottstorfer,  Meindel  Teyer- 
wanger,  Perichtold  Ottstorfer,  Nycla  Ottstorfer 9  Peter  und  Dietel 
im  Usleich  und  ander  erber  leut.  Der  brief  ist  geben,  do  man  zalt 
von  Christes  gepuerd  tausent  jar  dreu  hundert  jar  dar  nach  in  dem 
ains  und  funfzigisten  jar  an  sand  Gregorij  tag. 

Urkundenbuch  von  Kremsmünster  Nr.  227. 


CCXXXIII. 

1351.  17.  Hftri.  —  Schiedspruch  Reinprechts  von  Wallsce,  Albers  von  Rauhen- 
stein und  Hannsen  des  Türsen  von  Rauheneck,  vermöge  dessen  die  Güter  tu 
Gotfrislag,  um  Durrental,  bei  dem  Wagram  etc.  an  Frau  Elsbet  —  Cohlus  von 
Seldenhofen  Hausfrau  —  und  erst  nach  ihrem  oder  ihrer  Kinder  Tode  an  Wei- 
chart von  Winkel  fallen  sollen. 

Ich  Reimprecht  von  WalseS  von  Ens  vnd  4ich  Alber  von  Bau- 
henstain  vnd  ich  Hans  der  Tuers  von  Rauhenehk  wir  veriehen  an 
disem  prief  vnd  tuen  chunt  allen  den,  die  disen  prief  sehent,  horent 
oder  lesent,  die  nu  lebent  vnd  hernach  chvnftig  sint,  daz  ain  chrieg 
zwischen  vnserm  oheim  Weycharten  von  Winchel  wider  vnserr 
muetn  wrawn  Elspeten  Choln  wirttin  von  Seldenhouen  gewesen  ist 
vmb  die  gueter,  die  her  nach  geschriben  stent:  Gotfrislag,  daz  da 
leit  auf  dem  Speysenperg,  vnd  yra  all  die  gueter,  die  vm  Durrented 
ligent  pei  dem  Wagrein}  vnd  waez  daez  Wravmdorff  auf  vberlent 
vnd  auf  gestuften  guet  leit,  vnd  die  raül  daez  Wrawndorff  vnd  was 
zu  den  guetern  allen  gehört,  denselben  chrieg  haben t  si  an  vns 
lazzen  paidenthalben,   was  wir  dar  vber  sprechen,   da  schulten  sev 


239 

pei  peleiben.  nn  hab  wir  dar  vber  gesprochen,  alle  die  gueter,  di 
vor  geschriben  stent,  daz  der  schol  inn  haben  vnd  nficzen  Choln 
wirtiin  von  Seldenhouen  vnuerchumert  vncz  an  iren  tod  also 
peschaidenleich,  wer  daz,  daz  si  erben  gewunn,  der  schol  daz  gelt 
vnd  die  gueter  sein,  waer  auer  daz,  daz  si  an  erben  verfüer,  so 
schullen  die  gueter WeychartenvonWinchel  vnd  sein  erben  an  geual- 
len  mit  vrchvnd  dicz  priefs.  daz  di  red  vnd  die  sache  stet  vnd  vnd 
(sie)  vnezeprochen  peleib,  dar  vber  gib  ich  Elspet  Choln  Wirttinn 
von  Seldenhouen  disen  offen  prieff  czu  ainer  vestigung  diser  sache 
versiegelt  mit  meim  anhangentem  jnsigel  vnd  mit  der  erbem  herren 
jnsigeln,  die  der  sach  spruchlevt  gewesent  sint.  Der  prief  ist  geben 
do  man  czalt  von  Christes  gepürd  drevczechenhvndert  iar,  dar  nach 
in  dem  ain  vnd  funfezichistem  iar  an  sand  Gedrauten  tag* 

Aas  dem  Originale  zu  Gschwendt,  auf  Pergament  mit  vier  angehängten 
Siegeln.  1.  Ohne  Schild,  ein  geschlossener  Helm,  auf  welchem  der  obere  Theil 
eines  Bullenbeissers,  welcher  um  den  Hals  ein  Band  mit  einem  Ringe  tr&gt  — 

halb  zerbröckelt UZ XBGT.DG 2.  und  3.  bekannt,  4.  Schild  ohne 

Helm,  mit  einem  Querbalken  durch  dessen  Mitte. 


CCXXXIV. 

1351.  27.  Hin.  —  Otto  der  Otenanger  verkauft  an  das  Kloster  Lambach  sein 

Eigen,  das  Gut  an  der  Strasse. 

Ich  OH  der  Otenanger  vnd  mein  hausvrowe  vrawe  Elspefh 
wir  veriechen  offenbar  mit  disem  gegenbfirtigen  prief  allen  den,  di 
in  sechent  oder  lesen  hörend,  div  nu  sind  oder  hernach  chunftich 
werdend,  daz  wir  mit  wolbedachtem  mtt  vnd  mit  veraindem  rat  vnd 
mit  aller  vnsrer  erben  gutlichen  willen  vnd  wart  verchauft  haben 
eheufllich  vnd  recht  den  ersamen  herren  dem  conuent  ze  Lambach 
in  div  oblay  daz  gut  an  der  Strazze  mit  allen  den  nutzen,  div  durch 
recht  dar  zA  gehörend  ze  holtz,  ze  veld,  versuecht  vnd  vnuersuecht, 
md  daz  vnser  rechtz  aygen  gewesen  ist,  auz  vnser  nutz  vnd  gewer 
in  ir  nutz  vnd  gewer  mit  allem  dem  recht,  vnd  rechtz  aygens  chauf- 
recht  ist,  vnd  mit  solicher  beschaydenhait,  waz  in  ffirbaz  chrieg  von 
vns  oder  von  vnsern  erben  an  gienge,  des  selben  sullen  wir  vnd 
vnser  erben  ir  gewer  sein  für  alle  anesprach,  also  landes  recht  ist, 
vnd  sullen  siv  daz  selben  haben  auf  aller  vnsrer  hab,  wo  wir  div 
haben  vnd  auf  vnsern  trevwen.  Daz  disev  red  stet  gantz  vnd  vnze- 


240 

broehcn  beleih,  dar  vber  gib  ich  vorgenander  Otto  Otenanger  dem 
egenanden  conuent  ze  Lambach  disen  gegenburtigen  prief  versigel- 
ten mit  meinem  anhangunden  jnsigel.  Datum  anno  domini  M°.  ccc°. 
quinquagesimoprimo  dominica  Letare  herusalem. 

Aus  dem  Originale  zu  Lambach    auf  Pergament  mit  einem  Siegel  — 
etwas  verwischt,  scheint  ein  Kamm  mit  drei  abwärts  stehenden  Zfihnen. 


ccxxxv. 

1351.  27.  Min.  —  Verkaufbrief  über  die  Hube  am  Zeidlhofin  der  Pfarre  Alten 

bürg  an  das  Gotteshaus  daselbst. 

Ich  Peter  des  Gratzer  sun  vnd  ich  Mert  des  Graizer  sun  und 
ich  Michel  des  Gratzer  sun  vnd  ich  Elspet  des  Gratzers  tochter  vnd 
ich  Hainreich  der  Zeitlhofer  Ynd  ich  Adelhait  des  Zeitlhofers  toch- 
ter, Ruemharts  hausfraw  von  Huenpuechen,  dem  Got  genad,  ynd 

all  vnser  erben  wir  veriehen  —  das  wir ze  kauffen  geben 

haben  dem  gotshauss  datz  Altenpurg  vnd  dem  zechmaister  daselbs 
die  hueb  ist  genannt  an  dem  ZeidlhofvnA  ist  gelegen  in  Altenpur  - 

ger  pfarr  vnd  ist  auch  vnser  freis  aigen  gewesen vmb  funf- 

zehen  phunt  wienner  pfenning,  der  wir  ganz  vnd  gar  gericht  vnd 

gewert  sein. Ob  iemand  herfur  kam,  der  pesser  recht  zu  der 

benannten  hueb  wellt  haben,  der  sol  dem  vorgenanten  gotshauss 
datz  Altenpurg  vnd  dem  zechmaister  daselbs  geben  zwai  vnd  dreissig 
pfunt  pfenning  wienner  munss.  —  Dar  über  geb  wir  in  disen  brief 
versigelt  mit  des  erbern  manns  anhangenden  insigel  Otteins  des 
Öder,  der  zo  den  selben  Zeiten  latitrichter  in  dem  Machland  gewe- 
sen ist.  —  Ynd  ist  auch  diser  sach  gezeug  mit  seinem  insigel  der 
erber  mann  Werkart  (!)  der  alt  lantrichter  vnd  sind  darnach  darzue 
gezeugen  herr  Wentzla  von  Erbing  vnd  Leutold  Stainreiier  vnd 
Hans  von  Winthag  vnd  Cuenrad  von  Au  vnd  Clement  der  Widmer 
vnd  Fridrich  der  Kogler  Ynd  ander  erber  leut.  —  Der  brief  ist  geben 
—  drei  zehen  hundert  darnach  in  dem  ains  vnd  funfzigisten  jar  des 
sontags  ze  mitterfasten. 

Pfarrurbar,  von  Altenburg  (saec.  XVI),  in  Privathfinden. 


241 


CCXXXVI. 

1351.  24.  ApHl.  —  Heinrich  der  Schick,  Helena  seine  Hausfrau  etc.  vergelten 
dem  Kloster  Baumgartenberg  drei  frei  eigene  Hüben  in  der  Pfarre  Kreuzen. 

Ich  Rainreich  der  Schickh  vndjch  Helena  sein  Hausfrau?  vnd 
all  vnnser  erben  wie  die  genant  sind,  wir  veriehen  offenwar  vnd 
tun  kundt  allen  den,  di  den  brief  sehent  oder  horent  lesen,  das  wir 
mit  wol  bedachtem  müt  vnd  mit  guetlichem  willen  vnd  auch  nach 
rat  vnnser  bessten  frewndt  versatzt  haben  den  herren  vnd  dem  gots- 
haws  ze  Paumgarinperg  vnnsers  rechten  frein  aigens  drey  hueb 
gelegen  in  Chrewtzer  pharr9  eine  hinder  der  chirchen,  die  annder 
datz  dem  Cherspawmer,  di  drit  auf  der  eben,  vnd  ain  lehn  ann  dem 
Wanckh  gelegenn  in  Sachsner  pfarr,  mit  alle  den  rechten  vnd 
nutzen,  die  zu  denselben  vier  gueten  gehorent  versuecht  vnd  vnuer- 
suecht,  als  satzs  recht  ist,  vmb  hundert  phund  wiener  phenning 
die  wir  gantz  vnd  gar  emphangen  haben  Ynd  gewert  sein  an  allen 
schaden.  Wir  sein  auch  desselben  satzs  der  egenanntn  herren  vnd 
irs  gotshawss  gwer,  wo  des  durfft  geschiecht,  nach  lannds  recht  in 
Österreich,  als  satzs  recht  ist.  Gieng  aber  jn  daran  icht  ab,  vnd  was 
sy  des  schaden  nement  mit  recht,  den  sullen  wir  jn  ablegen  vnd 
sullen  sy  das  haben  auf  aller  vnnser  hab,  die  wir  haben  in  dem  lannd 
ze  Österreich.  Es  ist  auch  des  offt  genannten  satzs  jfirlich  losung 
an  sand  Lorenntzn  tag  vnd  zu  khainer  zeit  mer  in  dem  jar.  Vnd 
darumb,  das  die  red  stat  vnd  vnuerchert  beleih,  gib  ich  Hainreich 
Schickh  für  mich  vnd  für  mein  hausfrawen  vnd  für  all  vnnser  erben 
den  offtgenanten  herren  vnd  irem  gotshaws  den  brief  versigelten  mit 
meinem  anhangunden  innsigel.  Der  sach  vnd  der  Wandlung  sind 
auch  gezewg  Chunrat  Sunckhaim,  Chart  der  Grueber,  Dietrich 
der  Hofkirclier  vnd  her  Wetzt  von  Erwing  mit  jrn  anhangundn 
innsigeln.  Der  brief  ist  geben  nach  Crists  geburde  drewtzehen  hun- 
dert jar  vnd  darnach  in  dem  ains  und  funfftzigisten  jar  an  sannd 
Jorgenn  tag. 

Aus  einem  Copialhuche  des  Klosters  Baumgartenherg  vom  Jahre  1511. 


Ürkandenbuch  des  Landes  ob  der  Enns.  VII.  Bd.  16 


242 


CCXXXVII. 

1351.  24.  April.  —  Janns  von  Traun  verpfändet  den  Hof  zu   Vierstweg  in  der 
Pfarre  Ens  dem  Spitale  St.  Florian  um  300  Pfund  Pfenning. 

Ich  Jans  von  Traum  vnd  mein  Hausfrau?  vro  Dorothe  vnd 
mein  sün  Leupolt  Jans  Hertneid  vnd  Erasm9  vnd  mein  tochter 
Kathrey  vnd  all  vnser  erben  di  wir  haben  oder  noch  gewinnen,  wir 
veriehen  vnuerschaidenlich  vnd  tun  chunt  allen  den»  di  disen  prief 
sehent  oder  horent  lesen,  di  nu  sind  oder  hernach  chunftig  wer- 
dend daz  vns  dez  not  ist  geschechen  vnd  dürft,  daz  wir  nach  rat 
vnsrer  besten  freunt  verseczt  haben  vnsern  hof,  gelegen  an  dem 
Vierstweg,  da  Stephan  auf  gesezzen  ist  vnd  gelegen  in  Enserpkarr, 
der  von  alter  her  vnser  vreis  aygen  gewesen  ist,  mit  alle  den  nuczen 
vnd  rechten  vnd  dar  zu  gehört  ze  holtz  ze  veld  vnd  ze  wizmat, 
gestiftvnd  vngestift,  gepawn  vnd  vngepawn,  versucht  vnd  vuuersucht, 
dem  ersamm  gotzhaus  dacz  sand  Florian  vnd  besunderlich  dem 
spital  da  selbs  vmb  drew  hundert  phunt  phenning  wienner  munzze, 
der  si  vns  gericht  vnd  gewert  habent  gantz  vnd  gar  liebleich  vnd 
gütleich,  daz  wir  sev  nichtes  zeichen,  vnd  sollen  auch  des  satz  ir 
gewer  sein  ze  hof  vnd  ze  taiding,  swo  in  dez  not  geschiecht  an  als 
geuer;  geschieh  aber  daz,  daz  vnsrer  freunt  theiner  auf  stund  vnd 
wolt  nach  dem  vorgenantem  hof  sprechen,  daz  sollen  wir  in  aus 
richten  vnd  für  sev  sten  an  aller  stat,  da  in  dez  not  geschiecht,  di 
weil  wir  leben.  Darnach  ehern  iemant  vnsrer  erben  oder  freunt,  der 
pezzer  recht  wolt  haben  zu  dem  vorgenantem  hof,  der  geb  dem 
egenanten  gotshaus  datz  sand  Florian  vnd  dem  spital  da  selbs  drew 
hundert  pfunt  gebiger  wienner  pfenning  an  sand  Jacobstag  vnd 
ziech  sich  dar  zfl,  all  di  weil  dez  nicht  geschiecht,  so  sollen  si  den 
egenanten  hof  haben  in  nutz  vnd  in  gewer  vnd  von  vns  vngelost 
ewichleich  in  rechter  satz  gewer  als  recht  ist  in  Österreich  t  vnd 
waz  si  dez  vorgenanten  hofs  niezzent,  di  weil  vnd  er  nicht  gelost 
wirt  von  vns  oder  von  vnsern  nachommen,  daz  sol  vnserr  vodern 
vnd  vns  sein  ein  ewigs  selgeret.  Vnd  daz  di  Wandlung  vnd  der  satz, 
als  vorgeschoben  stet,  ewichleich  stät  vnd  vnuerchert  beleih,  dar 
vber  gib  ich  disen  prief  ich  vorgenanter  Jans  von  Trawn  mit  mei- 
nem vnd  mit  meines  swager  Dyetreichs  dez  Aysterhaimer  anhan- 
gunden  jnsigeln,  vnd  durch  pezzer  sicherhait  dem  egenantem  gotz- 


243 

haus  datz  sand  Florian  vnd  dem  spital  daselbs  haben  wir  dienstlieh 
gepeten  den  erbern  herreo  kern  Eberharten  von  Wabe  hauptman 
ob  der  Ens9  daz  er  sein  insigel  dar  an  gelegt  hat  zu  einem  gezeug 
rnd  sicherhait  der  vorgeschriben  Wandlung.  Der  prief  ist  geben  nach 
christ  gepurd  dreutzehen  hundert  iar,  dar .  nach  in  dem  ains  vnd 
funftzikisten  jar  an  sand  Georgen  tag. 

Aus  dem  Originale  su  St.  Florian  auf  Pergament,  mit  drei  angehängten 
Siegeln.  An  demselben  Tage  wurde  über  das  nämliche  Gut  ein  Kaufbrief  aus- 
gefertigt, vermöge  dessen  Janns  von  Traun  selbes  dem  Spitale  su  St.  Florian 
am  146  Pfund  käuflich  uberliess. 


ccxxxvm. 

135L  27.  April.  —  Revers  Johann»  von  Capellen,  dass  die  Capelle  im  Schlosse 
Mitterberg  der  Pfarrkirche  (Bergkirchen)  keinen  Nachtheil  bringen  soll. 

Ich  Jans  von  Capellen  vnd  all  mein  erben  und  all  mein  nach- 
komen  vnd  wer  das  hauss  zu  Mitterberg  hinfüran  wird  innhaben, 
wir  veriehen  etc.  dass  ich  mit  ernstlicher  vnd  emsiger  bitt  hab  gebe- 
then  die  ehrbaren  herrn  herrn  Ludwigen  zu  den  Zeiten  abt  zu  Molk 
vnd  herrn  Nielas  f  zu  den  Zeiten  prior  $  vnd  das  ganze  conuent 
daselbst,  dass  sie  durch  meiner  dienst  willen  vnd  zu  vorderist  mir 
bestätigten  ein  capelln,  die  ich  gebaut  vnd  gewidmet  hab  in  dem 
haus  ze  Mitterberch,  das  gelegen  ist  in  der  pharr  zu  Pernkirchen, 
die  von  ihnen  vnd  von  ihrem  gottshaus  lehen  ist,  der  ich  ganz  vnd 
gar  widerlegt  hab  nach  der  ehrbaren  herren  rath,  herrn  Ludwigs, 
zu  den  Zeiten  dechant  zu  Nerden  vnd  herrn  Bernhards  zu  den  zeiten 
pfarrer  der  vorgenannten  pfarr  zu  Pernkirchen,  allen  den  schaden, 
den  die  ehgenannte  kirchen  davon  nehmete  oder  hinfüran  nehmen 
möchte.  Da  haben  si  mein  .bitt  angehört  vnd  haben  mir  bestätigt 
dieselbe  kapellen  mit  ihrem  brief  vnd  mit  ihrem  ganzen  willen  vnd 
gunst  darzue  gegeben,  dass  ich  vnd  alle  meine  erben  und  alle  meine 
oachkommling,  oder  wer  des  haus  zu  Mitterberch  herr  sey,  leihen 
hinfüran  die  vorgenannte  kapelln  mit  der  hand  ledig,  wem  wir  wol- 
len also  beschaidentlich,  dass  der  kapellan,  wer  der  sey,  in  der  oft- 
genanten kapellen  mess  singe  vnd  mess  löse  (sie)  vnd  vesper  vnd 
weihbrunnen  segne  vnd  die  heilige  zeit  verkünde;  vnd  was  opfers 
in  der  kapellen  wird,  das  ist  des  kapellans ;  aber  alle  andern  pfarr- 
liche recht,  wie  die  genannt  seyn,  die  soll  man  nehmen  vnd  reichen 

16  • 


244 

von  der  pfarr  zu  Pernkirchen  etc.  Der  brieff  ist  geben  nach  Christi 
geburth  1361.  jähr,  des  nechsten  mittichen  nach  St.  Görgen  tag. 

Aus  Schmidl's  Oesterr.  Blatter  für  Literatur,  Kunst,  Geschichte  etc. 
IV.  Jahrg.  Nr.  34.,  pag.  133.  —  Hueber,  Aust.  Illust.  pag.  79. 

CCXXXIX. 

135L  1.  MaL  —  Mar  gar  et  ha,  Aeblissin  tu  Traun  kirchen,  verleihet  Reicher  dem 
Mülwanger  den  Hof  tu  Altmaning,  welchen  er  gekauft  hat  von  Gottfried  dem 

Altmaninger  —  tu  Erbrecht. 

Wir  Margret  von  Gotes  genadenabtessinn  ze  Traunchirichen 
vnd  der  conuent  des  selben  gotzhauzz  wir  veriehen  vnd  tuen  chunt 
offenwar  mit  disem  prief  allen  den,  di  in  sehent  oder  lesent  oder 
horent  lesen,  daz  für  vns  ist  chomen  Götfrid  von  Altmening,  vnd 
mit  wolbedachtem  muet  vnd  mit  aller  seiner  erben  willen  vnd  wart 
vnd  auch  nach  rat  seiner  pesten  frevnt  vnd  erberer  lantleut  hat 
Reichern  dem  Mülwanger  recht  vnd  redleich  ze  chauffen  gegeben 
im  vnd  allen  seinen  erben  den  hof,  den  er  hat  gehabt  ze  Altmaning 
mit  allen  den  nutzen,  di  dar  zue  gehorent  ze  holtz  vnd  ze  veld,  ver- 
suecht  vnd  vnuersuecht,  da  von  man  vns  jerleich  dient  an  vnserer 
Vrawen  tag  ze  der  dienst  zeit  fünf  vnd  dreizzig  newer  wienner  pfen- 
ning,  vnd  ze  der  selben  zeit  hat  sich  der  ee  genant  Reicher  der 
Mülwanger  mit  dem  ee  genanten  Gotfriden  von  Altmaning  liebleich 
vnd  frevntleich  bericht  vmb  den  seihen  vorgeschribenn  hof  ze  Alt- 
mening, daz  er  im  weder  (sie)  gelten  noch  wider  geben  nicht  schol, 
vnd  haben  den  selben  hof  verlihen  ze  rechtem  eribrecht  dem  vor- 
geschriben  Reichern  dem  Mülwanger  vnd  allen  seinen  erben  also 
mit  der  beschaiden,  daz  si  vns  aller  iar  da  von  schullen  dienen  an 
vnser  vrawen  tag  ze  der  dienst  zeit  fünf  vnd  dreizzig  newer  wienner 
pfenning,  vnd  ob  si  den  selben  dienst  versezzen,  so  schol  man  sev 
pfenten  immer  nach  viertzehen  tegen  vmb  ein  wandcl  als  lantz  recht 
ist.  Dar  vber  geben  wir  disen  prief  zu  einer  pezzern  sicherhait  diser 
gegenwurtigen  red  vnd  zu  einem  vrchunt  der  worhait  versigellen  mit 
vnsern  payden  anhangunden  jnsigeln.  Der  brief  ist  geben,  do  man 
zalt  von  Christi  gepurd  dreutzehenhundert  iar,  dor  nach  in  dem  ainen 
vnd  fünftzigisten  jar  an  sand  Philipps  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Ort  am  Traunsee    auf  Pergament,  die    Siegel 
abgefallen. 


245 


CCXL. 

1351.   3.  Mai.   Woitra.  —  Herzog   Alb  recht  IL  von    Oesterreich  gebietet  dem 
Burggrafen  zu  Werfenstein  die  gesammelten  Pfenninge  dem  Pfarrer  zu  St, 

Nicola  im  Struden  zu  verabfolgen. 

Wir  Albrecht  von  Gotez  gnaden  herzog  ze  Oest erreich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Kernden  entbieten  vnserm  getreuen  dem  purkgrafen 
vnd  den  leuten  gemainichlich  ze  Werbenstain  vnser  gnad  vnd  allez 
gut.  Vmb  die  phening,  di  man  sammet  in  sand  Nyclas  ern  in  dem 
Struden,  gepiten  wir  eu  gar  ernstlich  vnd  wellen,  daz  ir  diselben 
phenniug  gebt  vnd  werden  lazzet  dem  pfarrer  ze  spital  niderhalb  dez 
strudeus,  vnd  Jm  dehain  irrung  daran  tut.  Datum  in  Witra  in  inuen- 
cione  sancte  Crucis  anno  domini  M.  CCC.  quinquagesimo  primo. 

Kurz,  Beiträge  IV.,  pag.  477. 


CCXLI. 

1351.  4.  Mal.  —  Wulfing  und  Euphemia  von  Stain  versetzen  an  Propst  Johann 
und  den  Convent  zu  Waldhausen  für  80  Pfund  Wiener  Pfenning  zwei  Güter 
zu  Ebersdorf  i  zu  Gassen,  1  vor  dem  Panholz  und  i  beim  Stadel  in  der  Pfarre 

Dimhach. 

Ich  Wulfinch  der  Stainer  vnd  ich  Ojfmey  sein  housfrow  vnd 
mit  sampt  vns  alle  vnser  erben,  sun  vnd  töchter  vnuerscheidenlich, 
veriehen  vnd  tun  chunt  mit  dem  gegenburtigen  prief  allen  den,  di  in 
sehent  lesent  oder  horent  lesen,  di  nu  lebent  oder  hernach  künftig 
wernt,  daz  wir  mit  wol  verainten  mut  vnd  auch  nach  zeitigem  rat 
vnserr  pesten  vreund  aller,  zder  zeit  do  wir  ez  mit  recht  wol  getun 
machten,  recht  vnd  redlich  gesatzt  haben  den  ersamen  geistlichen 
herren  brobst  Johansen  vnd  dem  convent  ze  Waldhausen  ein  gut, 
daz  vnser  freys  aigen  gewesen  ist,  dez  fumf  güeter  sind  vnd  gelegen 
alle  in  der  pharre  ze  Dunnpack,  als  sie  hie  an  dem  brif  benant  sind, 
Zwai  guter  ze  Ebersdorf,  ains  ze  Gazzen,  ains  vor  dem  Panholtz 
vnd  ains  datz  dem  Stadel,  gesatzt  haben  an  phandes  stat  für  achtzig 
phunt  wienner  phennig,  der  wir  gantz  vnd  gar  an  allen  vnsern  scha- 
den von  in  ze  rechten  tegen  bericht  vnd  gewert  sein  also  beschei- 
denlich,   daz   di  egenanten  herren  ze  Waldhansen  vnd  alle  ir  nach- 


246 

komen  die  egenanten  güeter  inne  haben  sullen  vnd  niezzen,  als 
ander  ir  aigen  gut  mit  allen  den  nutzen  vnd  rechten,  als  si  dar  zu 
gehörnt,  als  wir  vnd  vnser  voruodern  seu  inne  gehabt  haben  manich 
iar  vnd  tag,  versucht  oder  vnuersucht,  ze  holtz  ze   veid  ze  wismat 
ze  waid  vnd  ze  wazzer,  gestift  oder  vngestift,   wie  ez  genant  sei,  so 
lang,  vntz  wir  —  oder  vnser  erben  den  egenanten  herren  ze  Wald- 
hausen  oder  im  nachkomen  di  selben  achtzig  phunt  phenning  wider- 
chern  gentzlich  vnd   berichten.    Wir  sullen   auch  derselben  vor- 
genanten guter  ir  gewer  sein  vnd  ir  scherme  für  alle  ansprach,  wo 
in  dez  dürft  geschieht  als  aigens  recht  ist  in  dem  land  ze  Osterrich. 
Teten  wir  dez  nicht,   swi  getanen  schaden  si  dez  nemen  mit  recht, 
den   si  bei  irr  bescheidenheit  gesagen  oder  weisen  möchten,  den 
sullen  wir  in  ab  legen  gentzlichen  vnd  sullen  auch  daz  haben  auf 
aller  der  hab,  di  wir  haben  in  dem  land  ze  Osterrich,  ez  sei  varund 
oder  anlikgund  gut,  wa  si  dar  auf  körnen,  wir  sein  lebendig  oder  tod. 
Wir  haben  auch  losens  recht  alle  an  vnserr  Vrowen  tag  zder  Licht- 
misse virtzehen  tag  vor  oder  virtzehen  tag  hinnach,   wanne   wir  seu 
danne  der  vorgenanten  achtzig  phunt  phenning  gentzlich  berichten 
vnd  wem  in  denselben  vir  wochen,  so  sind   di  obgenante  guter  vns 
alleu  wider  ledig,  vnd  sullen  auch  vns  der  wider  vndertzihen  vnd  di 
nutzen  als  ander  vnser  aigen  gut,  als  wir  ez   auch  emaln  in  aigen- 
schaft  her  in  rechter  gewer  bracht  haben.    Vnd  sullen  auch  danne 
fürbaz  di  oft  genanten  herren  ze  Waldhausen  hintz  den  oftgenanten 
gutem  dehain  ansprach  haben  vil  noch  wenich.   Swelichs  iares  aber 
sich  daz  verget  also,  daz  di  vorgenanten  guter  in  den  ob  geschriben 
vir  wochen  von  vns  oder  von  vnsern  erben  nicht  gelöst  würden,  so 
sullen  di  vorgenanten  herren  ze  Waldhausen  oder  ir  nachkomen  di 
egenanten  guter  inne  haben  vnd  wider  nützen,  als  ander  ir  aigen  gut 
in  aller  der  mazze,  als  vor  verschriben  ist,  aber  daz  iar  künftich- 
lichen.    Vnd  daz  in  daz  allez  stet  vnd  vnzebrochen  beleih,   als  vor 
verschriben  ist,  dar  vber  geben  wir  in  den  brif  besigelt  vnd  bestett 
mit  meins  egenants  Wulfings  dez  Stainer  anhangunden  insigel,  vnd 
mit  dez  erbern  ritter  kern  Chraften  dez  Hawser  insigel.    Vnd  dar 
zu  mit  der  erbern  leut  Wernhers  von  Walichstörf  an  seiner  haus- 
frown  stat,   Jansen  dez  Stainer,  Stephans  vnd  seins  brüder  Hein- 
rich von  Aw  vnd  Otten  dez  Imptzinger,  aller  anhangunden  insigeln, 
di  mit  sampt  andern  erbern  leuten  gnug  der  sach  getzeug  sind  vnd 
durch  vnserr  gopet  willen   ir  insigel   zu  einer  ewigen  sicherhait  der 


247 

obgeschriben  sach  gehangen  habent  an  den  gegenbürtigen  brif,  der 
geben  ist  nach  Christi  gepurd  vber  dreutzehen  hundert  iar,  darnach 
in  dem  ains  vnd  fumftzigsten  iar  an  sand  Florians  tag. 

Aas  dem  Original  im  Linzer  Museum  auf  Pergament.  Von  den  sieben 
Hingesiegeln  mangelt  das  zweite.  Die  übrigen  von  weissem  Wachs .  Nr.  1 : 
Schild  unkenntlich,  Umschrift .  .  .  IN6L  STAI.  Nr.  3:  Schild  dreieckig,  schräg 
ron  der  Rechten  nach  links  durch  eine  Zackenlinie  getheilt  —  +.  S.  WER- 
RERDI  DE.  S.  \1T0.  Nr.  4:  Schild  dreieckig  mit  einem  Querbalken.  S.  10HAN- 

XIS  STAIMAR Nr.  5 :  Schild  dreieckig,  gespalten  und  durch  ein  Band 

quer  getheilt.  f-  S.  STEPHANI  DE  AW.  Nr.  6:  Schild  wie  der  vorige, 
f.  S.  HEINR1CI  DE  AW.  Nr.  7 :  Im  dreieckigen  Schild  eine  Kröte.  Umschrift, 
f.  S.  OTTONIS  INTZINGER. 


CCXLII. 

135L  24.  Mai.  —  Ulrich  und  Alb recht  die  Chremsdorfer  verkaufen  dem  Kloster 
St,  Florian  den  Hof  unter  der  Linde  in  der  Leondinger  Pfarre. 

Ich  Vlreich  der  Chremsdorfer  vnd  ich  AlbrechU  Rügers  sun 
des  Chremsdorfer  vnd  all  vnser  erben  veriehen  vnd  tun  ehunt  offen- 
bar an  disera  prief  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  daz 
wir  mit  wol  bedachtem  mut,  mit  gunst  vnd  mit  rat  aller  Ynser  vreunt 
vnd  erben  verchaufft  haben  zder  zeit,  do  wir  iz  wol  getün  mochten 
vnser  gut  vnder  der  Linden  pei  der  aw  in  Lewntinger  pfarr,  daz 
vnser  vreys  a?gen  ist  gewesen,  gechaufft  von  dem  ersamen  gotshauz 
ze  Wilhering,  mit  alle  dew,  vnd  dar  zu  gebort  ze  holcz,  ze  veld  vnd 
ze  wismad,  gestuft  vnd  vngestifft,  versucht  vnd  vnuersncht,  mit  allen 
rechten  vnd  nuczeit,  als  wir  iz  haben  inn  gehabtt,  dem  ersamen  gotz- 
haus  dacz  sand  Florian  vmb  vier  vnd  zwainczik  pfunt  pfenning 
wienner  munzz,  der  wir  gancz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  sein.  Wir 
sullen  auch  dez  vorgenanten  gutes  vnd  alle  dew,  vnd  dar  zu  gebort, 
gewer  sein  vor  recht  an  aller  stat,  wo  dez  dem  egenanten  gotzhaus 
dacz  sand  Florian  dürfft  geschiecht  nach  landes  recht.  Näm  auer 
daz  oft  genant  gotzhaus  dacz  sand  Florian  dhainen  schaden  dar  an, 
den  sullen  wir  im  ablegen  vnd  wider  cheren  gancz  vnd  gar.  Swo 
wir  im  dez  ab  giengen,  daz  sol  ez  haben  auf  vns  vnd  auf  vnsern 
erben  vnd  auf  aller  vnsrer  hab,  wo  wir  di  haben  in  dem  lant  ze 
Österreich.  Ynd  daz  disew  Wandlung  vnd  der  chauf,  als  vor  geschri- 
ben  stet,  ewicbleich  stSt  vnd  vnuerchert  beleih,  dar  vber  geben  wir 


248 

disen  prief  versigelt  mit  meinem  dez  vorgenanten  Vlreichs  dez 
Chremsdorfer  anbangundem  insigel,  vnd  wand  ich  vorgenanter 
Albrecht,  Rügers  sun  dez  Chremsdorfer  nicht  aigen  insigel  han, 
han  ich  vreuntleich  gepeten  meinen  liben  swager  Hainreich  den 
Flei8chezz}  daz  er  sein  insigel  auch  daran  gehangen  hat,  vnd  dar 
vnder  verpint  ich  mich  stät  ze  behalten  allez,  daz  vor  geschriben 
stet.  Der  prief  ist  geben  nach  Christes  gepurd  vber  dreutzehen  hun- 
dert iar,  dar  nach  in  dem  ains  vnd  fumftzkisten  iar,  an  eritag  vor 
dem  auffart  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian  auf  Pergament.  Des  Chremsdorfer 
Schild  ohne  Helm  hat  einen  rechtsspringenden  Fuchs,  der  etwas,  wie  eine 
Harfe,  in  den  Vorderpfoten  hfilt;  der  andere  Schild  hat  einen  geschachten 
Schragebalken. 

CCXLIII. 

1351.  25.  Mai.  —  Friedrich  der  Zehentner  zu  Perg  verkauft  sein  Recht  auf  dem 

Zehetithofe  zu  Perg  an  Jannaen  den  Wurm  taler. 

Ich  Fridreich  ze  den  Zeiten  zehentner  datz  Perig  vnd  Mar' 
gret  mein  hausfrawe  vnd  all  vnser  erben,  die  wier  haben  oder  noch 
gewinnen,  veriehen  vnd  tun  chunt  offenbar  an  disem  brief  allen  den, 
die  in  sehent  oder  hörnt  lesen,  die  nu  sind  oder  hernach  chunftig 
werdent,  daz  wier  mit  wol  bedachtem  müt  nach  rat  vnd  mit  gunst 
aller  vnsrer  freunt  vnd  erben  verchauft  haben  recht  vnd  redleich  zu 
der  zeit,  do  wier  ez  wol  getiin  mochten,  alle  vnsreu  recht,  die  wier 
gehabtt  haben  auf  dem  zehenthof  datz  Perg,  dem  erbern  mann  Jann- 
scn  dem  Würmtaler  vmb  achtzig  phunt  phenning  wiener  munzz, 
der  wier  gantz  vnd  gar  gewert  sein  also,  daz  wier  noch  dhain  vnser 
erben  dhain  ansprach  nach  demselben  vorgenanten  hol*  nimmer  mer 
haben  schullen.  War  auch,  daz  der  vorgenant  Jans  der  Würmtaler 
oder  swem  er  die  recht  ze  chauflen  geit,  dhainen  schaden  daran 
namen,  den  zwen  erber  man  bey  iern  trewen  gesprechen  mugen,  den 
schul  wir  in  ablegen  ich  vnd  die  porgen,  die  ich  iern  darvmb  gesatzzt 
han,  denn  als  vil,  waz  die  Dietmars  sün  taten  Gotfrid  vnd  Stephan, 
Hainreich  vnd  Dietmar,  dez  schullen  wir  vnengolten  sein  ich  und 
mein  porgen  Mei%tein  der  zehentner  von  sand  Marein,  Marichart 
von  Sibenmayncr,  Fridreichen  von  Wägern,  Chünraten  den  Grü- 
ber datz  sand  Florian,  Maier  Otten  von  Algersdorf,   Mai/r  Chun- 


249 

raten  ton  Chürtzenchirichen,  Otten  an  dem  Baut,  Ortoffen  von 
der  Aich,  Vireichen  von  Sibenmafjrn,  Vireichen  in  dem  Velbach, 
Weicharten  am  Flekch,  Ortolfen  von  Pirichelwang,  Vireichen  den 
Pinter,  Wernharten  den  Stimussenhüber,  Wernharten  in  dem  Chot. 
Chunraten  von  Erleich  vndPetern  den  Pekchen  datz  sand  Florian, 
die  dem  vorgenantem  Jansen  dem  Würmtaler  dar  vmb  ze  vns  mit 
iern  trewen  verhaizzen  habent.  Tnd  daz  iem  di  red  vnd  der  chauf, 
als  vor  geschriben  stet,  ewichleichen  staet  vnd  vnzebrochen  beleih, 
darvber  geb  wir  iem  disen  offen  brief  versigilten  mit  der  erbern 
chnecht  Leableins  dez  Sichlinger  vnd  Pilgreims  dez  Pulsinger 
anhangundcn  insigeln,  di  deu  durch  vnser  dienstleich  pet  willen 
daran  gelegt  habent  vnd  der  vorgcschriben  Wandlung  ze  einem*  ewi- 
gen gezeug,  wann  ich  vorgenanter  Fridreich  dhain  aigens  insigel 
nicht  han,  vnd  verpint  mich  vnd  alle  mein  erben  vnd  die  vorgescho- 
ben porgen  vnder  denselben  insigeln  stät  ze  behalten  alles  daz,  daz 
vor  geschriben  stet.  Der  brief  ist  geben  nach  Christus  gepürd  dreu- 
tzehen  hundert  iar  vnd  darnach  in  dem  ains  vnd  funflzkistem  iar  an 
dem  auffert  abent 

Aus  einem  Pergamentcodex  zu  St.  Florian. 


CCXLIV. 

1351.  26.  Hai.  Passan.  —  Bischof  Gottfried  von  Passau  bewilligt  dem  Rein- 
precht  von  Wallsee,  dass  er  seinen  zwei  Töektern  Elisabeth  und  Agnes  die 
Veste  Viehofen,  die  passauisches  Lehen,  vermache,  und  bestimmt  die  Erbfolge 

auf  derselben. 

Wir  Gotf'rid  von  Gots  gnaden  byschof  ze  Pazzaw  bechennen 
offenbar  mit  disem  brif,  das  der  edel  ersam  Reinnprecht  vonWahse 
hat  gemacht  mit  vnserm  gutem  willen  vnd  gunst  seinen  zwain  toeh- 
tern  Elspeten  vnd  Agnesen,  di  er  bey  der  erbern  Elspeten  seiner 
ersten  hausfrawen  saugen  gehabt  hat,  sein  vest  ze  Vihouen,  di  von 
vns  vod  vnserm  gotzhaus  lehen  ist  vnd  allz  daz,  das  darzu  gehört 
mit  der  beschaidenhait,  ist,  das  diselbm  sein  zwo  tochter  erben 
gewinnend  auf  diselben  sol  das  gemächt  erben  vnd  geuallen.  Ist 
auer,  das  der  vorgenanten  zwayr  tochter  ainev  stirbt  an  erben»  so 
schol  di  vorgenant  vest  vnd  was  dar  zu  gehört,  geuallen  an  di  andern 
in  allem   dem  recht,  als  vor  geschriben  ist.  War  aber,  das  si  an 


2S0 

erben  stürben,  so  sol  es  hin  wider  auf  den  selben  Reinprecht  geu al- 
len vnd  auf  sein  erben,  die  er  bey  seiner  andern  hausfrawn  hat. 
Gieng  aber  derselb  Reinprecht  ab  vnd  sein  erben,  so  sol  es  erben 
vnd  geuallen  auf  seinen  bruder  Fridreich  von  Walsse  vnd  auf  sein 
erben.  Vnd  dar  vber  geben  wir  den  brif  besigilten  mit  vnserm  anhan- 
gundem  insigil,  der  geben  ist  ze  Pazzawe  an  dem  auffert  tag  anno 
domini  millesimo  ccc°.  quinquagesimo  primo. 

Aus  dem  Original  im  Schlosse  zu  Eferding  auf  Pergament,  das  Siegel 
abgefallen. 

CCXLV. 

1351.  31.  Hai.  —  Gottfried,  Bischof  zu  Passau,  erklärt  die  ton  Orlolf  Piber 
mit  anderen  Eigen  widerlegten  Lehen  für  Christian  Gugelein  als  freies  Eigen. 

Wir  Gotfrid  ton  Gots  gnaden  byschof  ze  Pazzawe  veriehen 
offenbar  mit  dem  prief,  daz  wier  mit  gvnst  vnd  willen  vnsers  ersa- 
men  capitels  dy  aygenschaft  der  zwayer  glayt  dez  zehentz  pey  dem 
Nevnmarkcht,  di  vnser  getrewer  lieber  Ortolf  der  Pjfber  vnser 
purggraf  ze  Ryedekk  von  vns  vnd  vnserm  gotzhaus  ze  lehen  het, 
vnd  di  er  vns  mit  andern  aygen  widerleit  vnd  von  vns  ze  lehen 
enphangen  hat,  durich  besvnder  genad  vnd  hell'  geben  bann  Chri- 
staun  dem  Gugelein  purger  in  der  Vreinstat  vnd  seinen  erben  oder 
wer  den  prief  inn  hat,  vnd  darvber  geben  wir  zv  vrchvnd  den  prief 
versigelten  mit  vnserm  vnd  vnsers  capitels  anhangunden  insigiln,  der 
geben  ist  nach  Christes  geburd  drevzehenhvndert  jar  vnd  dar  nach 
in  dem  ain  vnd  fvmfczkistem  jar,  dez  ertags  an  sand  Petronelln  tag. 

Aus  dem  Original  im  Magistratsarchive  tu  Freistadt  auf  Pergament  mit 
zwei  angehängten  länglichten  Siegeln. 


CCXLVI. 

1351.    13.  Juni.   —    Ortolf  Piber,  Burggraf  zu  Riedeky  verkauft  an  Christian 
Gnglein  einen  Zehent  bei  Neumarkt  um  iSO  Pfund  Wiener  Pfenning. 

Ich  Ortolf  der  Pyber,  zden  zeyten  purkraf  ze  Riedeklc  vnd 
mein  havsfrow  Elspet  vnd  vnser  payder  erben  —  wir  veriehen  offen- 
bar —  daz  wir  —  geben  haben  ze  chauffen  dy  zway  glayt  vnsers 
zehents,   den   wir  gehabt  haben  pey  dem  Nevnmarkcht,   Christan 


251 

dem  Gugelein,  purger  in  der  Vreinstat,  seiner  hausfrawn  Elspeten 
vnd  ir  payder  erben  —  zu  rechtem  c  hau  fitem  vrayn  aygen  —  vmb 
hundert  phunt  vnd  vmb  dreyzk  phunt  phenning  wienner  mvnss,  der 
si  vns  gantz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  haben.   Wir  schulten  auch 

dez  selben  zehents  ir  gewer  sein darvber  zv  vrchund  — 

gib  ich  vorgenanter  Oriolf  der  Pyber  in  disen  offen  prief  —  wol 
besigelten  —  mit  meinem  anhangunden  insigel,  vnd  zu  einem  zeuge 
pezzer  sicherhait  mit  meines  lieben  prüder  Gundakchers  des  Star- 
henwerger  anhangunden  insigel.  Der  prief  ist  geben  drevzehen  hvn- 
dert  jar  dar  nach  in  dem  ain  vnd  fumphczkistem  jar  dez  mitichens 
nach  sand  Margreten  tag. 

Orig.,  Perg.,  zwei  Hfingeaiegel,  im  Stadtarchive  Freistadt. 

CCXLVIL 

1351.  14.  Jaul.  —  Die  Burggrafen  von  Maidburg  entscheiden  einen  Krieg  zwi- 
schen Chunrat  von  Tannberg  und  den  Söhnen  Otto's  von  Haslau  wegen  des 

Hauses  Haseneck, 

Wir  Bürckert  vnd  Ott  vnd  Berichtolt  vnd  Burchart  pure- 
grafen  ze  Magdbilrch  vnd  grafen  ze  Hardek  vnd  vnser  eriben  wier 
veriehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  disen  prief  lesent  oder  horent 
lesen,  daz  für  vns  vnd  für  erber  herren  vnd  für  vnser  man  chomen  her 
Chunrat  von  Tannberch  an  ainem  tail  vnd  Vlreich  von  Ilaslawe 
vnd  seine  geswisterey  hern  Otten  sün  von  Haslatve,  dem  Got  gnad, 
an  dem  andern  tayl  vmb  den  chrieg,  den  sev  miteinander  gehabt 
habent  vmb  daz  halb  haws  ze  Hasenekk9  vnd  waz  lehen  her  Chunrat 
von  Tannberch  vngetailt  inne  gehabt  hat,  di  zv  dem  selben  halben 
haws  gehorent,  daz  erber  herren  vnd  auch  vnser  man  darumb 
gesprochen  habent,  daz  her  Chunrat  von  Tannberch  daz  selb  halb 
haws  vnd  di  vngetailten  lehen  in  nuez  vnd  in  gewer  schol  innhaben 
vnuerchummert  vncz  an  seinen  tod,  vnd  nach  seinem  tod  so  schol 
daz  selb  halbe  haws  ze  Hasenekk  vnd  di  vngetailten  lehen,  di  darzu 
gehorent,  swie  so  di  genant  sind,  eriben  vnd  geuallen  auf  den  ege- 
nanten  Vlreich  von  Haslawe  vnd  auf  seinev  geswisterey,  den  wier 
auch  daz  selb  halb  haws  vnd  die  vngetailten  lehen  di  darzu  gehörnt, 
ze  rechtem  lehen  verlihen  haben  nach  dez  landes  recht  ze  Öster- 
reich ze  allem  dem  rechten,  als   vor  geschriben  stet,  vnd  darzv  alle 


252 

dev  lehen,  als  sev  der  vorgenant  her  Ott  von  Raslawe  ier  vater  von 
vns  ze  lehen  gehabt  hat.    Vnd  darvber  so  geben  wier  in  diesen  prief 
ze  ainem  warn  vrchund  diser  sach  versigilteti  mit  vnsern  anhangun- 
den  jnsigeln.  Diser  prief  ist  geben  ze  Wienne  nach  Christes  gepurd 
dreuczehen  hundert  iar,  darnach  jn   dem  ains  vnd  fumfczkisten  iar 
an  sand  Veyts  abent. 

Orig.,  Perg.  mit  dem  noch  hängenden  Siegel  Burkharts  von  schwarzem 
Wachs  im  Seh  1  ossär  chive  zu  Ried  eck. 


CCXLVIU. 

135L  15.  Juni.  WaldhanSOn.  —  Johann,  Propst  zu  Waldhausen,  und  sein  Con~ 
vent  verpflichten  sich  dafür,  dass  ihnen  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  das 
Almosensammeln  auf  den  den  Slruden  aufwärts  fahrenden  Schiffen  bestätigt 
hat,  die  in  der  Donau  verunglückten  oder  sonst  fremden  Todten  bei  der  Kirche 

zu  begraben. 

Wir  Johannes  von  Gocz  gnaden  brobst  vnd  di  sammung 
gemainchlich  ze  Waldhausen  veriehen  offenbar  an  dem  brif,  daz  wir 
di  töten,  di  in  der  Tünaw  verderbent  oder  ander  eilend  toten,  wo  wir 
seu  vinden  oder  darauf  geweiset  wem  zwischen  dem  Struden  vnd 
sand  Kylians  kirchen  ze  Sedmich  hie  dishalb  der  Tünaw,  da  ian- 
dezhalb  gelegen  ist  diselbe  kirchen  Sedmich,  bestatten  sullen  nach 
christenlicher  ordenung  pei  vnserr  kirchen  ainer  daselbs  ze  Spital 
oder  ze  Sedmich  darvmb,  daz  vns  vnser  gnediger  herr  der  hoch- 
geporn  fürst  herczog  Albrecht  ze  Osterreich  daz  almussen  des  sam- 
mens  von  der  schiffung  aufwerts  durch  den  Struden  hat  bestett  mit 
seinen  priefen.  Wer  auch  daz,  daz  der  priester,  wer  pharrer  wer 
zder  vorgenanten  kirchen  ze  Spital,  daran  säumich  wer,  mit  swel- 
hem  gut  danne  derselb  eilend  tut  bestatt  würt,  dez  der  selb  pharrer 
mit  einer  gewizzen  beweiset  wurd,  daz  sol  er  allez  gentzlich  wider  - 
chern  mit  geleihem  gut;  tet  er  dez  nicht,  so  sol  der  purkgraf  oder 
wer  di  weil  phleger  ist  ze  Werbenstain,  di  nutz  dez  selben  sammens 
zu  sand  Niclas  hinz  Spital  aufwertz  durch  den  Struden  so  lang  inne- 
haben, vntz  di  selbe  saumung  werd  widerbracht  also,  daz  daz  selb 
gut,  damit  der  tot  wurd  bestatt,  gentzlich  würd  widerchert.  vnd 
wanne  auch  daz  geschech,  so  sullen  wir  vns  wider  selben  nutz  dez 
sammens  vnderczihen  vnd  di  innehaben  in  aller  der  mazze,  vnd  wir 
seu  emaln  haben  innegehabt.  Wir  sullen  auch  daz  oftgenant  almüsen 


263 

dez  sammens  aufwerts  durch  den  St  rudern  vnbedwungenchlich 
innemen  also,  daz  nimant  darzu  bedwungen  werd  ze  geben  danne 
alain,  der  in  andacht  durch  Got  vnd  in  sand  Nyclas  ern  sein  hand 
darzu  raichet.  vnd  dez  verpinden  wir  vns  ewichleichen  mit  gutlichem 
willen  allez  stet  ze  behalten.  Mit  vrkund  dez  brifs,  der  besigelt  ist 
mit  vnsers  vorgenanten  brobst  Jansen  vnd  auch  der  sammung  ze 
Waldhausen  paider  anhangundem  insigel.  Datum  Walthusen  Viti 
martiris  anno  domini  M°.  CCC°.  quinquagesimo  primo. 

Aus  einem  gleichzeitigen  Pergamentcodex  so  Windhaag. 


OCXLIX. 

135L   29.  Juni.    —  Revers  des  Klosters  Hohenfurt,  die  von  Ulrich  dem  Ochsel, 
Wulfing  und  Christian  Gugel,  Burger  tu  Freistadt,  gestifteten  Jahrtage  begehen 

tu  wollen. 

Wir  prvder  Hainreich  vnd  di  samnvng  gemain  dez  chlosters 
ze  Hohen/vrth  veriechen  vnd  tun  chvnt  offenbar  an  dem  prief  allen 
den,  di  in  secheut  lesent  oder  horent  lesen,  di  nv  lebent  oder  her- 
nach chvmftig  sint,  daz  di  erbern  levt  Vlreich  der  Ochsel,  Wnlfinch 
vnd  Christan  der  Gvgell  pvrger  in  der  Vreinstat  durch  besvnder 
lieb  trew  gvnst  vnd  andacht  willen  di  si  besvnderleich  zv  vns  vnd 
zv  vnserm  chloster  habent,  gegeben  habent  vns  vorgenantem  con- 
uent  dreizzzich  phunt  wyenner  phenning,  ieder  man  zehen  phvnt,  ier 
selber  sein  vnd  all  iren  vorvodern  sein  zv  einem  rechten  vnd  ewigen 
selgeret,  vnd  vmb  di  selben  phenning  hab  wir  gechavft  in  dem  dorf 
ze  Noyching  zwaiuczk  Schilling  phenning  rechter  herren  gvld,  di 
nicht  ab  mag  gegen  vnd  schvllen  da  van  ir  aller  dreier  jartag  begen 
vnd  avch  aller  ierr  vorvordern  sei  alle  iar  ewichleicb.  zv  dem  ersten 
mal  schvll  wir  begen  Vlreichs  des  Ochsleins  vnd  aller  seiner  vor- 
vodern iar  tag  dez  nesten  tages  nach  sand  Katreintag,  dez  Wulfings 
vnd  aller  seiner  vorvodern  an  sand  Johans  tag  nach  Ostern,  dez 
Christana  dez  Gvgelleins  iartag  vnd  aller  seiner  vorvodern  dez 
nesten  tages  nach  vnser  Vrovntag  zv  der  schidvng,  iedem  mann 
besvnder  mit  einer  ewigen  vnd  ierleichen  bedechtnvss  nach  vnsers 
ordens  gewonhait  vnd  iedem  mann  mit  einem  mal  in  daz  revent  von 
ein  (?)  czehen  siben  Schilling  phenning,  so  man  pest  chan  vnd  mag, 
vnd  daz  verhaiz  wir  in  mit  vnsern  trewen  vnd  mit  dem  prif,   den 


254 

wir  in  dar  vber  gegeben  haben  zv  ainem  rechten  waren  vrchunt 
diser  sach  versigelten  mit  vnserm  vnd  ynsers  conuents  insigel.  Wer 
aver,  daz  dez  nicht  geschehen  schol,  daz  wir  oder  vnser  nachchomen 
di  egenanten  iarteg  nicht  begieng,  alz  wir  verhaizen  vnd  gelobet 
haben  vnd  daz  daz  wer  vier  mann  chvnt  vnd  gewizzen,  so  schvllen  si 
sich  oder  Ir  nachchomen  dez  vorgenanten  eins  vnderwinden  mit 
vnsern  gveten  willen,  vnd  schvllen  in  geben  gen  Pavmgartenperg 
oder  gen  Wilherring,  wo  sev  aller  pest  verlvst.  Dar  nach  hat  vns 
geschaft  vnd  gegeben  Albrecht  pei  dem  spüaltor  ain  phunt  geltes, 
da  von  wir  seinen  vnd  allen  seinen  vorvodern  iartag  schvllen  begen 
dez  nesten  tags  nach  der  aileftavsend  maid  tag  in  alle  dem  recht  vnd 
gelvb,  als  hie  vor  geschriben  ist.  Diser  prif  ist  gegeben,  da  nach 
Christes  gepvrd  ergangen  waren  drewezehen  hvndert  iar,  dar  nach 
im  ains  vnd  fvmfczigistem  iar  an  der  heiligen  zwelfpoten  tag  sand 
Peters  vnd  sand  Pavls. 

Aus  dem  Original  im  Stadtarchive  zu  Freistadt  auf  Pergament  mit  zwei 
angehängten  Siegeln. 

CCL. 

1351.  8.  Juli.  Wels.  —  Herzog  Albreclä  von  Oesterreich  verleihet  dem  Spitale 
zu  Wels  das  Gotteszeil-Salz  und  dessen  Maitthfreiheit. 

Wir  Albrecht  von  Gottes  genaden  hertzog  ze  Österreich,  ze 
Steyr  vnnd  ze  Karndten  veriehen  vnnd  thuen  kundt  mit  disem  brieff, 
das  wir  durch  Gott  vnnd  vnnser  vnd  vnnserer  vordem  vnnd  nach- 
komen  seel  hail  willen  dem  spital  der  armen  dürflftigen  leuth  ze 
Wels  geben  haben  vnd  geben  auch  ein  gotz  zeill  saltz  an  der  Hall- 
statt  vnnd  wellen,  das  man  sew  dieselben  gotzzeil  fueren  lasse  an 
mautt  vnnd  yrrung  mit  aller  der  freyung,  so  andere  gotzzeill  habent. 
Mit  vrkundt  dits  brieffs  geben  ze  Wels  am  freytag  nach  sant  Virichs 
tag,  do  man  zeit  von  Christes  gepurde  dreitzehenhundert  jar,  dar- 
nach in  dem  ainssundfiinfftzigisten  jar. 

Aus  der  Pancharte  Kaiser  Rudolfs  IL  zu  Wels.  Abgedruckt  bei  Hormayr, 
Taschenbuch  1837,  Seife  389. 


255 


CCLI. 

135L  13.  Juli.  —  Ortolf  Piber  verkauft   dem  Christian  Gugelein  Zehente  bei 

Neumarkt. 

Ich  Ortolf  der  Pyber}  zden  Zeiten  purkraf  ze  Riedekk  vnd 
mein  hausfrow  Elspet  vnd  vnser  payder  erben  dy  wir  haben  oder 
noch  gewinnen,  wir  veriehen  offenbar  mit  dem  prief  vnd  tuenn  chvnt 
allen  den,  dy  den  prief  sehent  oder  lesen  horent,   dy  nv  lebent  oder 
noch  chumftig  sint»  daz  wir  mit  wolbedachtem  mvet  vnd  mit  gvnst 
vnd  gutem  willen  vnser  pesten  vrevnt  vnd  aller  vnser  erben  recht 
vnd  redleich  geben  haben  ze  chauffen  dy  zway  glayt  vnsers  zehents, 
den  wir  gehabt  haben  pey  dem  Nevnmarkcht,  Christan  dem  Guge- 
lein purger  in  der  Vreinstat9  seiner  hausfroum  Elspeten  vnd  ir 
payder  erben,  vnd  aus  vnser  gewer  in  ir  gewer  geantwurt  zv  rech- 
ten chaufftem  vreym  aygen  mit  allen  den  rechten  vnd  nvczen,  vnd 
wir  jn  gehabt  haben  vnd  dar  zv  gehört,  besuecht  vnd  vnbesuecht, 
vmb  hvndert  phunt  vnd  vmb  dreyzk  phunt  phenning  wienner  mvnss, 
der  si  vns  gancz  vnd  gar  gericht  vnd  gewert  haben.    Wir  schulten 
auch  dez  selben  zehents  ir  gewer  sein  an  aller  stat,  wo  in  dez  not 
geschiecht  für  alle  ansprach  vnd  für  allen  chrieg,  also  aygens  vnd 
lants  reeht  ist  in  Österreich,  taet  wir  dez  nicht,  waz  chriegs  jn  dar 
nach  wuechs  oder  gieng  von  vns  oder  von  vnsern  nachchömen  auf 
den  egenanten  zehend,  oder  wy  er  jn  wurd  ierr  gemacht,  waz  si  dez 
schaden  nement,   den  selben  schaden  schulten  wir  jn  abtun  vnd 
schallen  si  daz  haben  auf  vns  vnd  auf  aller  vnser  hab,  dy  wir  haben, 
besuecht  vnd  vnbesuecht,  vnd  wer  vns  mont  mit  dem  prief,  vnd  der 
in  innhat  mit  willen  Christum  vnd  auch  seiner  erben,  dem   selben 
sey  wir  allez  dez  gepunden  vnd  schuldig,  daz  vorbeschriben  ist,  vnd 
auch  alle  dy  recht  an  dem  vorgenanten  zehent,   dy  Christan  oder 
sein  erben  daran  haben,  vnd  daz  dy  red  vnd  dy  handlung  also  staet 
vnd  vnuerchert  beleih,  darüber  zv  vrchvnd  vnd  zv  einem  waren  sich- 
tigen zevg  gib  ich  vorgenanter  Ortolf  der  Pyher  jn  disen  offen  prief 
far  mich  vnd  für  all  mein  erben  wolbesigelten  vnd  bestaett  mit  mei- 
nem anhangundem  insigel,  vnd  zv  einem  zevg  pezser  sicherhait  mit 
meines  lieben  prüder  Gvndakchers  dez  Starhenwerger  anhangun- 
dem insigel  für  allen  chvniftigen  chrieg.    Der  prief  ist  geben   nach 


234 

mr  ,r  Af«tfA  in  dem  ain  vnd  fumph- 

diser  j^  ..^r»^ 


aver  .^,/^><':^^ 

di 
hr 


^^^^  VJftr«reten  te8- 


1  tlf0j*r-  **  jurdiii*  xu  Freistadt  auf  Pergament,  gut 

</i'<  <**'w*  *   #****■  ^«"«'ege'".  mit  den  gewöhnlichen 


CCLII. 


^/nhl  »*  Capellen  versetzt  seiner  Tochter  Anna,  Meisterin 
lS$l  &  ^frsß°*ter*  Pul9arn>  dre*  Hofstätten  zu  HaUhcim. 

pü  fhith  ron  Chappelle  vergich  vnd  tun  chunt  allen  den,  die 
.  a  ytid  hernach  chumffetich  werdent,  die  disen  prief  sehent  vnd 
fl*  Sl  oder  borent  lesen,   daz  ich  mit  wolbetachedem  mut  vnd  auch 
^^tetn  willen  aller  meiner  erben  han  ich  miner  tochter  Anne  ze 
901  teüen  maystrine  dez  gotzehaus  datz  Pullegarn  gesatzt  han 
sc)  drey  hofestet,  di  gelegen  sint  datz  Hanhelhaym9  ffir  ffumff  vnd 
dreiiteb  phunt  wyenner  phenning,  mit  aller  gulde,  swie  dev  genant 
-st  yersuecht  vnd  vnbesuecht,  vnd  auf  den  zwayn  hofesteden  da  ist 
Ott  holde,  auf  der  tryden  hofestat  da  ist  Hainrick  auf  der  Grub 
holde  auf.   Daz  gut  als  6z  hie  verschriben  ist,  schul  6z  min  vorgenant 
tocheter  Anna  inne  haben  in  rehter  satzungs  gewere  mit  allem  nutze 
vntze  an  iern  tode  für  dev  voruerschriben  phenning  die  fumff  vnd 
dreizich  phunt,  vnd  darnach  nach  ierm  tode  hat  min  vöregenandev 
tocheter  Anna  nach  mim  rat  vnd  auch  mit  mim  gudem  willen,  min 
vnd  aller  miner  erben  vnd  auch  ze  der  zeit,   do  si  6z  wol   getun 
mocht,  hat  si  den  selben  satze  vnd  auch  dev  voruerschriben  phen- 
ning die  fumff  vnd  dreizich  phunt  nach  ierm  tode  verschaft  hinz  dem 
vorgenanden  gotzehaus  hinz  Pullegarn  denselben  conuente  dessel- 
ben gotzehaus  in  ier  obelay,   vnd  wenne  ich  oder  min  erben  densel- 
ben satze  gelosen  mögen  vmb  die  voruerschriben  phenning  vmb  die 
vorgenanden  fumff  vnd  dreizich  phunt,  ze  welher  zeit  daz  in  dem  jar 
ist,  so  schol  man  vns  ze  losen  geben  nach  miner  tocheter  tode  Anna, 
dev  vorgenat  (sie)  ist,  von  dem  ägenanden  gotzehaus  datz  Pulle- 
garn. Daz  die  red  stet  vnd  vnuerchert  von  vns  peleibe  von  mier  vnd 
von  min  erben,  als  vorverschriben  ist,  darvber  gib  ich  der  vorgenant 
Virich  von  Chappelle  disen  prief  zve  aeiin  waren  vrchunde  versigel- 
den  mit  minen  anhangenden  jnsigel.    Des  ist  gezeug  Steuphan  der 


287 


Uolczer  ze  den  zeiden  pürgraf  datz  Steyrike  mit  sinem  anhangun- 
den  jnsigel.  Der  prief  ist  geben,  do  man  zalt  von  Christus  gepurde 
tausent  jar  drevhundert  jar,  darnach  in  dem  aeim  vnd  fumffegisten 
jar  an  sand  Jacobs  tag. 

Original  auf  Pergament  tu  St.  Florian.  Die  iwei  Hingesiegel  verloren. 


CCLIII. 

1351.  26.  Juli.  —  Otto  von  Chornspach  verkauft  Reinprechten  von  Wallsee  eine 
Wiese  zu  Pluemau  und  ein  Tagwerk  Wiesmad  tu  Talarn. 

Ich  Ott  von  Chornspach  vnd  mein  erben  verichen  mit  dem 
prief  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  daz  wier  haben  ze 
cbauffen  geben  vnserm  Heben  herren  hern  Reinprechten  von  Waltsc 
vnd  seinen  erben  ein  biss  ze  Plümawe  vnd  ein  tagwerch  bissniat  ze 
Talarn7  daz  vnser  vreys  aigen  ist,  vmb  ein  guet,  des  wir  gantz  vnd 
gar  gewert  sein  ze  rechten  tsegen.  Wir  sein  auch  derselben  biss  ze 
Plümawe  vnd  des  tagwerch  bissmat  ze  Talarn  gewern,  als  aygens 
recht  ist  in  dem  lande  ze  Öesterreich.  Namen  sev  darvber  schaden 
mit  recht,  den  selben  schaden  schulte  wier  in  abtun  vnd  ablegen 
vnd  schullen  in  haben  auff  vns  vnd  auff  aller  der  hab,  die  wier  haben 
in  dem  lande  ze  Osterreich.  Wer  daz  iemen  der  egenanten  biss  ze 
Plümawe  vnd  des  tagwerch  bissmat  ze  Talarn  erbe  wolt  sein,  der 
sol  geben  meinem  genedigem  herren  hern  Reinprecht  von  Watee 
oder  seinen  erben  zwai  vnd  aechzzich  phunt  phenning,  vnd  sol  die 
biss  ze  Plümawe  vnd  daz  tagwerch  bissmat  ze  Talarn  danne  ledich 
sein.  Daz  in  die  red  also  staet  vnd  vnuerchert  beleihe,  dar  vber  geb 
wier  in  den  prief  ze  einem  offen  vrchund  vnd  ze  einem  waren  zevg 
bestätigt  mit  meinem  anhangvnden  insigel,  vnd  ze  einem  zevg  ver- 
sigelt mit  hern  Weicharts  insigel  von  Perennawe  vnd  ze  zevgen 
versigelt  mit  meins  lieben  vrevnt  insigel  Otten  von  Flachenekk  vnd 
mit  meins  vetern  insigel  Otten  von  Pernnawe,  die  sein  zevg  sint  mit 
irren  anhangvnden  insigeln.  Geben  nach  Christi  gepurde  drevzehen 
hundert  jar,  dar  nach  in  dem  ainsunfumfzzichgistem  jar  des  eritag 
nach  sand  Jacobstag. 

Aus  dem  Originale  im  Schlosse  tu  Eferding  auf  Pergament,  die  Siegel 
abgefallen. 

UrfcuUUnfcaeh  4m  L*nd«i  ob  «Ur  fintii.  Vtl.  Bd.  17 


288 


1  1       1      t      ,       .  <  I  i   .  >  >  I  I       i     I      ,      >      1  .  •  I         *       •  I      ■       ■       i         J  >      •  '   l    I 


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1351.   2.  August   Passatt.  —  Bischof  Gottfried  von  Passau  bestätigt  die  Äi/- 
, ,  . .  fang  des  Spitals,  m  $t*x  Florian  a*ttrch  den  Propst  ^Heinrich. 


(U 


Gotfridus  dei  gracia  Patauietms  episcopm  omnibus  in  per- 
petuum.  Quia  magna  est  corott/deo  fiducia  elemosina  (sie)  facienti- 
bus  eam,  ipsa  namque  dei  extat  ancilla,  mortis  autidotum,  iter  salu- 
tis,  venie  porta,  ipsa  eciaih  peceata  elemosinis  redimuntur,  esfque 
irapietas  super  fratre  viscera  claudere  pietatis,  et  obinde  beatus, 
qua  intellegit  super  pauperemet  «genuin,  Hee  sane  detote  atten- 
cjooe  considerans  reoolende  memoire  Heinricus  quondatn  präpositwß 
manaiterü  mneti  Floriani,  ordinis  saneti  Auguttfini,  caoonicorom 
regularium  nosire  dyocesis  de.  elemiisinis  et  subuentionibus  sibi  -et 
eius  conuentui  ac  monasteri*  supradicto  factis  ex  largicione  döna- 
cione  testamentis  seil  legatis.  Christi  fidelium  clerieorom  et  laycoruro 
Celestes  thesauros  congregans  quoddam  hospitale  infirmornm  ante 
valuas  cenobii  saneti  Floriani  construxit,  quod  per  manus  nostras 
.vtintm  deo  gratas  consecrari  eetam  proeurauit,  ac  per  bona  infra 
scripta  et  nominatam.  expressa  suffictenter  dotauit.  Hec  siquidem  sunt 
bona,  quibua  dietum  hospitale  dotatum  existit.  Primo  videlicet  inter 
Jiuesum  ei  Trunam,  curia  in  Prato,  curia  in  Anger,  curia  in 
Vierstweg,  item  in  Grünprunn  vna  hueba,  in  Aw  iuxta  SHrberch 
vna  hueba,  in  Hörbuch  vna  hueba,  in  snperior{  Vreynleiten  vna 
hueba  et  vna  area,  item  in  Erleich  duo  feoda,  in  Hausmaning  treis 
soWdi  deuftriorum  reddituum,  item  in  Pukching  sexaginta  dennrii 
reddituum,  jtem  in  Traungawe  curia  in  Lüg,  curia  in  Puech}  jti 
Herajng.  vnum  feodum.  dictum  Prdntellechen.  In  Vrondorfo&o  bona, 
item  molendinum  ia  Hag,  jbidem  piscacio,  jn  Mtiterperbing  vnum 
feodum,  in  Rtiit  sex  solidi  denariorum  reddituum,  jtem  in  Winnbercii 
curia  et  feodum  jn  Wolkeinsdorf' cum  omnibus  ad  ea  pertinentibud. 
Item,  dedime  infra;  seripte^  videlicet  deeima  ad  sanetum  Peirnm  in 
Wivnbetehj  jtem-deeima  super  curia  in  Tänn,  jtem  deeima  quon- 
dam  Heinrici  dicti  Chantzler,  jtem  deeima  quoftdarii  MarcAardi 
plebani  cechsie  saneti  Yiti  Jtem  deeima  super  curia  in  Mairsdorf9 
inclusa  deeima  quorundam  ortorum  in  Hausmaning  iuxta  Liutxz,  qqe 
deeime  collaeionem  prepositi  respexerunt,  in  quarum  recompensacio- 


289 

nem  duas  piscaciones  iuPukehing  per  eundem  Heinricum  emptas  vna 
cum  vaaiff  argeoteis  ponderis  viginti  nöuem  marcarura  argenti  pre- 
lature  reliquit,  jtem  decima  in  Traumerdorf  et  Posch,  de  qua  rector 
hospitalis  infirmario  eiusdem  monasterii  singulis  anniaduodecim8olid09 
denariorum  tenebitur  ministrare,  jtem  vi  nee  Infra  Scripte,  videlicfet 
vraeii  in  Töblieh,  dieta  auf  der  Hohenwart,  jtem  in  Chremm  vihea 
dieta  Enffweg,  item  in  Mauttarn  quatuor  ternarii  vini,  item'  Irt 
Wach&uia  vinea  dieta  Hofinger,  jtem  vinea  dicta  Amerstal,  jtem 
rioea  dicta  Reinprechtsrain,  ibidem  vinea  dicta  Homestel,  de  qui- 
bus  omnibus  et  singulis  bonis  supra  scriptis,  indusis  bonis  quibes- 
conque  ad  antiquom  hospitale  pertinentibus  fecit  et  statuit  ordina- 
cionem  sequentem ;  primo,  quod  reetor  hospitalis  prefati,  qui  pi*d 
tempore  fuerit,  fratribus  de  conuentu  porrigere  teneatur  in  annitier- 
sariis  Leupoldi  dicti  Tüchler  de  Aneso  et  vxoris  sne  tria  talenta 
denariorum,  item  in  anniuersarits  Symonis  quondam  mutant  Lint- 
zensis  et  vxoris  sue  tria  talenta,  item  in  anniuersario  Duiingi  dicti 
Piber  vnum  talentum,  jtem  in  anniuersario  Wilhalmi  de  Wintzperch 
quondam  ecclesie  Patauiensis  preposüi  vnum  talentum,  jtem  in 
anniuersario  Friderici  quondam  plebani  sancti  Viti  vnum  talentum. 
jtem  in  anniuersario  Haimpücherinn  dimidium  talentum,  jtem  in 
anniuersario  ipsius  Beinrici  predictorum  institutoris  vnum  talentum. 
Et  eodem  die  rector  hospitalis  distribuat  inter  pauperes  panes  de 
vno  modio  siliginis  et  duas  pernas,  sex  solidos  denanorum  Talentes, 
jtem  procurare  debebit  singulis  diebus  dnas  missas  in  dieto  hospitali 
dicendas,  vnam  inter  conuentuales,  ita  quod  de  persona  transeat  in 
personam  secundum  ordinem,  et  cuilibet  dicenti  iNo  die  rector  hospi- 
talis vnam  eanulam  de  meliori  vino,  quod  propinatur  in  villa,  et  vnam 
simulam  vel  quinque  denarios  ministrabit.  Item  secundam  missam 
que  dicenda  est  summo  mane,  ordinabit  cum  presbitero  seeularf,  cui 
prouidere  debet  in  expensis  conpetentibus,  cui  eeiam  singulis  diebus 
vnam  eanulam  vini  et  tres  denarios  ministrabit,  et  de  residuo  triginta 
et  duos  pauperes  inclusis  octo  pauperibus  prius  in  hospitali  existen-* 
tibus  pascere  debet  prebenda  in  pane  et  in  eibo,  sieut  ab  antiquo  in 
hospitali  eodem  consweuit  pauperibos  ministrari,  et  omnibus  predictis 
triginta  et  dudbos  pauperibus  vnieuique  singulis  diebus  mediam 
eanulam  vini  et  vnieuique  singulis  annis  tres  solidos  denariorum  pro 
reformacione  vestitus  tenebitur  ministrare.  Nos  igitur,  qui  predictum 
hospitale  personaliter  duximus  consberandum,  bonorum  que  in  eodem 

17" 


260 

hospilali  contiuue  exercentur,  operum,  quorum  gloriosus  est  fructus,eo 
amplius  participes  fieri  desiderabiliter  cupientes,  quo  ipsum  specialiori 
fauore  prosequimur  et  affectu,  fundacionem  donacionem  missarum 
ordinacionem  inßrmorum  procuracionem  ac  omnia  et  singula  supra 
scripta  sicut  prouide  faeta  sunt,  rata  habemus  et  grata»  confirmantes 
ea  patrocinio  huius  scripta,  sigilli  nostri  munimine  roborati,  adicientes, 
ut  nullus  prepositus  dicti  monasterii  uel  conuentus  seu  aliqua  singu- 
laris  persona  vllis  vnquam  temporibus  predictam  ordinacionem  in  toto 
uel  in  parte  infringere  audeat  uel  ausu  ei  temerario  contraire.  Si  quis 
autem  hoc  attemptare  presumpserit,  indignacionem  dei  omnipotentis 
incurrat,  et  nostram  ae  successorum  nostrorum  seu  capituli  nostri 
punicionem  et  seueram  castigacionem  merito  habeat  formidare. 
Datum  Patauie  quarto  nonas  augusti  anno  domini  millesimo  trecen- 
tesimo  quinquagesimo  primo. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian  auf  Pergament,  mit  dem  bischöflichen 
Siegel. 

CCLV. 

1351.  14.  AugUSt.  Wien.  —  Heinrieh  der  Neidecker  und  Dietrich  der  Guffinch 
verkaufen  an  Herrn  Ulrich  von  Pergau  da*  Haut  auf  der  Hochstrasse  tu  Wien 

an  dem  Auguttiner-Friedhof 

Ich  Hainreich  der  Neydekker  vud  ich  Dietreiek  der  Guffinch 
sein  aijdem  vnd  ich  Anna  sein  hausurotee  wir  vergehen  vnd  tun 
chunt  allen  den,  di  disen  brief  lesent  oder  horent  lesen»  di  nv  lebent 
vnd  hernach  chunftig  sint,  daz  wir  mit  vnser  erben  guten  willen  vnd 
gunst  mit  verdachtem  mvt  vnd  mit  gesampter  hant  zu  der  zeit,  do 
wir  es  wol  getun  mochten  vnd  mit  vnsers  gruntherren  hant  hern 
Jacobs  des  Pollen  zu  den  zeilen  chapplan  der  chappellen  vnner 
Vrawen  in  der  purger  rathaus  ze  Wienne9  hern  Otten  Haymen 
stiftunge,  dem  Got  genaue,  vercbauft  haben  vnser  haus  gelegen  auf 
der  hochstrazze  ze  Wienne  an  der  Augustiner  vrejjthof,  da  man 
von  demselben  vnserm  haus  alle  iar  dient  der  egenanten  chappellen 
vnser  Vrowen  zwen  vnd  viertzich  wienner  phenninge  ze  gruntrecht, 
vnd  von  einem  chlainen  flekchen  binden  des  hofs  der  pharrchirichen 
sant  Michel  drej  phenninge,  vnd  hern  Haunolden  dem  Schuhler 
vier  phunt  wienner  phenninge  ze  purchrecht  vnd  nicht  raer.  vnd  die 
selben  vier  phunt  geltes  sint  ab  ze  losen  mit  zwaintzich  marchen 


261 

silbers  oder  mit  viertzich  phunden  wienner  phenningen.  Daz  Vor- 
genant haus  haben  wir  recht  vnd  redleich  verehauft  vnd  geben  mit 
alle  dem  nutz  vnd  recht,  als  wir  es  ju  purchrechtes  gewer  her  pracht 
haben,  vmb  zway  hundert  phunt  wienner  phenninge,  der  wir  gar 
vnd  gaentzleich  gewert  sein,  dem  erbern  herren  hern  Vireichen  von 
Pergawe  vnd  seinen  erben  furbaz  ledichleichen  vnd  vrejleichcn  ze 
haben  vnd  allen  im  frumen  da  mit  ze  schaffen  verchaoffen  ver- 
setzen vnd  geben,  swero  si  wellen  an  allen  irresal.  Vnd  ze  einer  pez- 
zern  sicherhait  so  setzen  wir  vns  ich  Hainreich  der  Neydekker  vnd 
ich  Dietreich  der  Guffinch  sein  andern  vnd  ich  Anna  sein  haus- 
urotce  vnd  vnser  erben  vnuerschaidenleich  über  daz  vorgenant  haus 
dem  egenanten  erbern  herren  kern  Vireichen  von  Pergawe  vnd 
seinen  erben  ze  rechten  gewern  vnd  scherm  für  alle  ansprach,  als 
purchrechtes  recht  ist  vnd  der  stat  recht  ze  Wienne.  Wser  aber, 
daz  si  mit  recht  an  dem  selben  haus  iclit  chrieges  oder  ansprach 
gewunnen,  swaz  si  des  schaden  nement,  daz  suln  wir  in  alles  aus- 
richten vnd  wider  ehern  an  allen  im  schaden,  vnd  suln  auch  si  daz 
haben  auf  vns  vnuerschaidenleich  vnd  auf  allem  vnserm  gut,  daz  wir 
haben  in  dem  lande  ze  Osterreich,  wir  sein  lebeutich  oder  tode. 
Vnd  daz  diser  chuuf  furbaz  also  staet  vnd  vnzerbrochen  beleihe,  dar- 
über so  geben  wir  jn  disen  brief  zu  einem  warn  vrchunde  vnd  zu 
einer  ewigen  vestnunge  diser  sache  versigilt  mit  vnsern  jnsigiln  vnd 
mit  des  gruntherren  jnsigil  des  vorgenanten  hern  Jacobs  des  Pollen 
vnd  mit  hern  Wegcharts  jnsigil  bei  den  Minnern  Prüdern  ze 
Wienne  vnd  mit  hern  Dietreichs  jnsigil  des  Fluscharts  zu  den 
Zeiten  purgermaüter  ze  Wienne  vnd  mit  hern  Sigharts  jnsigil  des 
Prunner,  die  diser  sache  gezeuge  sint  mit  im  jnsigiln.  Diser  brief 
ist  geben  ze  Wienne  nach  Christes  gepurt  dreutzehen  hundert  iar, 
dar  nach  in  dem  ayns  vnd  fumftzgisten  iar  an  vnser  Vrowen  abent 
der  sehidunge. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament.  Fünf  Siege]  hängen, 
das  erste  abgefallen.  1.  Dietrichs  von  Güffing:  ohne  Schild«  geschlossener  Helm, 
Helmdecke,  auf  dem  Helme  ein  an  einem  Bande  aufgehängtes  Posthorn.  2.  Des 
Caplans:  Maria  mit  dem  Kinde.  3.  f.  S.  WKThARDI.  FILÜ.  VLRICI,  ein  Greif. 
4.  Des  Flossharts:  Eine  Lilie.  8.  Ein  capitales  F. 


262 


CCLV1. 

1351.    28.  August.  —  Alber  der  Lauter  weck,  Pfleger  im  Ischeiland,  bekennt, 
das*  er  das  Haus  ausserhalb  seiner  Mauer,  welches  er  vom  Spiiale  zu  Gmunden 

gekauft  hatte,  demselben  wieder  machen  wolle. 

Ich  Alber  der  Lawtterwech  ze  den  zeyten  phleger  in  demhch- 
lant  vergich  oflfenleich  mit  dem  prief  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in 
lesent  sehent  oder  horent,  daz  ich  daz  haws,  daz  awsserhalb  meiner 
mawer  leyt  gegen  Eklein  dem  nachrichter  vber,  daz  ich  chawft  han 
von  dem  spital  vmb  mein  aygenleich  gut,  daz  ich  daz  selb  haws  nach 
meinem  tod,  swen  ich  hewnt  oder  margen  nicht  en  pin,  hin  wider 
schaf  zu  dem  selben  vorgenanten  spital  ze  Gemunden,  da  ich  iz  von 
chawft  han  an  allew  ierung.  .Vnd  daz  dew  red  von  mier  vnd  von  all 
mein  vrewnten  also  stet  vnd  vnuerchert  peleib,  gib  ich  vorgenanter 
Alber  %  der  Lawtterwech  dem  obgenanten  spital  ze  Gemunden  ze 
verchund  disen  prief  versigelt  mit  meinem  anhangundeii  jnsigel. 
Daz  ist  gesehen,  do  man  zalt  von  Christes  gepuert  trewezehen  hun- 
dert jar,  dar  nach  in  dem  ains  vnd  fumfzkisten  jar  an  sant  Augu- 
stini tag. 

Aus  dem  Original  im  Stadtarchive  zu  Gmunden  auf  Pergament»  das  Sie- 
gel abgebrochen. 

CCLVII. 

1351. 1.  September.  —  Gebhart9  des  Swenter  Schuldbrief  über  9  Pfund  Passauer 

Münze  an  Propst  Dietmar  von  Reichersberg. 

Ich  Gebhart  der  Swentter  meiu  hawsfraw  vnd  all  mein  erben 
wir  veriehen  offenbar  —  das  wir  sullen  gelten  berrn  Dietmarn 
probst  ze  Reichersperg  vnd  dem  selben  goczhaws  newn  pfunt  Pfen- 
ning pazzawer  munzz,  der  wir  in  vnd  das  goczhaws  richten  sullen 
an  alles  vertziehen  auf  sant  Jorigentag  der  schir>t  kumbt.  Teten  wir 
des  nicht,  so  sol  ich  vorgenant  Gebhart  der  Swentter  nach  dem  tag 
vngemont  invarn  mit  ainem  pfart  gen  Obernperig  in  ein  erber  gast- 
haus,  vnd  darum  laisten  angeuer  als  laistens  recht  ist  als  lang,  vntz 
das  der  probst  vnd  das  gotzhaus  seines  gelts  gar  vnd  gantz  verriebt 
wird.  Waer  aber  das  ich  vor  ehalt  not  nicht  gelaisten  mocht,  so  sol  ich 


263 

ainen  mein  ganoz  an  mein  stat  inlegen  in  allen  den  rechteu  vnd  vor- 
uerechriben  stet  Wier  aber  das  wir  die  laistung  Verzügen,  wie 
getanen  schaden  der  probst  vud  das  gotzhaws  dez  nam,  den  luben 
wir  in  abzetun  gar  vnd  ganz  an  alles  geuir.  Vnd  ze  vrchund  geben 
wir  den  brief  versigelt  vnder  Hainrich  dez  Messenpeker  insigel, 
wenn  wir  aigner  insigel  nicht  euhaben.  Der  geben  ist  —  drewzehen 
hundert  jar  darnach  in  dem  drew  vnd  funftzkisten  jar  an  sand 
Giligentag. 

Promptuar.  Reichersberg.  A  196. 


CCLVIII. 

1351.  8.  September.  —  Revers  Heinrichs,  de*  Sohnes  Bernhard  de*  Trynausch- 
lein,  und  Beiner  Schwester  Margareth  Über  zwei  ihnen  vom  Abte  tu  Kremtmün- 

ster  erbrechteweise  verliehene  Güter. 

Ich  Hainrieh  Wernharezz  dez  Trynaüschleins  sun  und  mein 
swester  Margret  und  all  unser  bayder  erben  vergehen  offenleich  mit 
dem  brief  und  tun  chunt  allen  den»  di  in  ansehent  lesent  oder  hörnt, 
daz  wir  choinen  sein  zu  unserm  gnädigen  herru  Ernst  zu  den  Zeiten 
appt  ze  Chremsmunster  und  hat  uns  und  unsern  erben  geliheu  ze 
rechtem  erybrecht  zwai  gut,  di  da  haizzent  ze  Lerochstetten  und 
glegen  in  Weyschiricher  pfarr  mit  allen  den  rechten  und  nutzen, 
di  dar  zu  gehörnt  besucht  und  unbesucht  also  mit  aus  genumer  red» 
daz  wir  und  unser  erben  oder  wer  deu  gut  nach  uns  besitzt,  da  von 
dienen  schulten  alle  jar  jaerchleich  von  den  ob  genanten  zwain  guten 
sechtzig  pfenning  und  zwai  vogt  hunrr  an  sand  Niclas  tag  und  Steuer 
nach  gnaden  dem  ob  genanten  gotzhaus  ze  Chremsmunster.  War 
aber  daz  wir  den  vorgenanten  dinst  an  dem  ob  genanten  tag  nicht 
engaben,  so  schol  uns  dez  gotzzhaus  amptman  pfenten  auf  den  ob 
genanten  guten  vmb  dienst  und  umb  wandel  alls  ander  dez  gotzhaus 
aygen  ze  Chremsmunster  recht  hat  an  alles  gevär  mit  uns  und  unser 
erben  gutleichem  willen  und  wort.  Wser  aber  daz  man  Steuer  dar  auf 
layt  nach  gnaden»  vnd  daz  wir  darwyder  wollen  seiu,  so  schullen  si 
uns  aber  darumb  pfenten  alls  dez  gotzzhaus  aygen  recht  ist.  Vnd 
daz  daz  also  stset  und  unzebrochen  beleih,  dar  über  geben  wir  dem 
vor  genanten  gotzhaus  ze  Chremsmunster  den  brief  versigelten  mit 
dez  erbern  mann  Hainrich  dez  Schikchen  ze  den   Zeiten  richter 


284 

%e  Weh  anhangunden  und  mit  Hainrieh  dez  Allten  Trynaüschleins 
anhangunden  insigel,  wan  wir  aygner  insigel  nicht  haben,  und  di 
ir  insygel  dar  an  gelegt  habent  der  sache  zu  einer  zeugnuz.  Der 
brief  ist  geben,  do  von  Christes  gepurd  ergangen  warn  dreuzehen 
hundert  iar  dar  nach  in  dem  ain  und  funfzigisten  iar  an  unser  Vrawn 
tag  zu  der  dienstzeit. 

Urkundenbuch  von  Kremsratinater  Nr.  228. 


CCL1X. 

135L   16.  September.  —  Chunrat  der  Schreiber,  Bürger  zu  Wels,  verkauft 
Eberharten  von  Wattsee,  Hauptmann  ob  der  En$,  das  Gut  tu  Tratteneck  um 

SSO  Pfund  Pfenning  alter  Wiener  Münze. 

Ich  Chunrat  der  Schreiber purger  cze  Wels,  mein  hausfraw  vnd 
alle  vnser  erben  veriehen  vnd   tun  chunt  mit  disem  offen  brief  allen 
den,  die  in  ansehent  oder  horent  lesen,  daz  wir  mit  wolbedachtem  mut 
zu  der  zeit,  do  wir  ez  wol  getun  mochten,  nach  rat  vnserr  pesten  freunt 
dem    erbern   herren   hern   Eberharten   von    Waltse  ze    der    zeit 
hauptman  ob  der  Em  vnd  allen  seinen  erben  daz  gut  ze  Trtettenekk 
mit  alle  dev,  vnd  darzu  gehört  ze  dorff  ze  holtz  vnd  ze  veld,  besucht 
vnd  vnbesucht,  chlain  vnd  groz,  swi  so  daz  genant  oder  gehaizzen 
ist,  als  wir  ez  von  hern  Dietr eichen  dem  Schenkken  von  Dobrah 
gechaufft  haben,  dez  sechczehen  pfunt  pfenning  rechter  herren  gult 
sind,  recht  vnd  redleich  ze  chauffen  haben  geben  vmb  drev  hundert 
vnd  dreitzich  pfunt  pfenning  alter  wienner  mfinzz,   der  si  vns  gantz 
vnd  gar  bericht  vnd  gewerdt  habent,  vnd  verhaizzen  im  vnd  seinen 
erben  mit  vnsern  trewen,   daz  wir  in  daz  vor  genant  gut  mit  herren 
hant  vnd  mit  rechter  staet  auf  geben  vnd  richtich  machen  sullen  zwi- 
schen hinn  vnd  weinachten   di  schierst  choment,  als  lehens  recht  ist 
an  geuser.  Wer  aber,  daz  in  mein  herr  der  hertzog  von  Österreich* 
der  dez  gutz  rechter  lehenherr  ist,  nich  leihen  wolt,   vnd  daz  wir  in 
di  lehenschaft  in   der  zeit  nicht  auzgerichten   mochten    an  geuaer, 
so   sol    der   chauf  ab  sein   zwischen   vnser    vnd   sullen   ir  brief 
vnd  purgen,  di  si  vns  vmb  den  chauf  geben  vnd  gesaczt  haben.  los 
vnd  ledich  sein,  vnd  sullen  dar  vmb  nichtz  mer  hintz  in  zesprechen 
noch  ze  vordem  haben,  vnd  sol  ich  vnd  mein  erben  mit  dem  vor- 
genanten gut  ze  Trtetenekk  furbaz  vnseren  frumen  achten  vnd  schaf- 


265 

fen,  swi  wir  wollen.  Vnd  daz  (daz)  also  staet  vnd  vnuerehert  beleih, 
dar  vber  zu  ainem  vrehund  geben  wir  in  disen  brief  mit  meinem 
anhangunden  insigel  versigelt  vnd  zu  ainer  zeuguuzz  mit  dez  erbern 
mannes  insigel  Heinrich  des  Schickken  ze  der  zeit  richter  ze  Weh, 
der  ez  durch  vnserr  pet  willen  im  an  schaden  an  disen  brief  hat 
gehangen»  der  geben  ist  nach  Christes  gepurt  drevtzehen  hundert 
jar,  dar  nach  in  dem  ains  vnd  fünfzigsten  jar  dez  pfinztags  vor  sand 
Nathevs  tag. 

Ana  dem  Original  im  Schlosse  m  Eferding  auf  Pergament,  die  Siegel 
sind  abgefallen. 

CCLX. 

1351.  21.  September.  DUM  la  Englaad.  —  Die  Kaiserin  Margaretha  bestätigt 
dem  Kloster  Raitenhaslach  die  Freiheit,  aus  dem  Forste  im  Weühart  ungehin- 
dert Holt  nehmen  tu  dürfen. 

Wir  Margaretha  von  gots  genaden  römische  kaygerinne 
veriehn  offenbar  an  dem  brief,  daz  wir  abbt  Fridreich  und  dem  con- 
sent zu  Raitenhaslach  gegeben  haben  dreuhundert  fueder  holz,  dy 
sy  ebichleich  alle  jar  iarleich  an  unserm  holtz  in  dem  Weilhart 
nemen  sullen  und  mögen  alle  jar  iarleich,  wanen  sy  wellent  und  wo 
sy  wellent  ez  nemen  in  unserm  holz,  an  unser  und  unserm  forst- 
maister  und  andern  unsern  amptleuten,  wy  dy  genant  sind,  irrung 
und  hinderung,  dy  iezund  sind  oder  fürbaz  werdent,  zu  andern  den 
genaden,  dy  sy  vor  an  dem  holz  in  dem  Weilhart  von  der  alten 
herrschaft  sälichen  gehabt  habent.  Ez  habent  auch  unser  forst- 
maister  etwivil  vodrung  hintz  in  gehabt  von  haw  und  chrawt  und 
waidphening  und  von  andern  voderung,  wy  dy  genant  ist  und  her- 
chomen  ist,  sy  sey  gewonlich  oder  vngewonlich,  wellen  wir,  daz  dy 
ab  und  tod  sey,  und  daz  sy  chainem  unserm  forstma ister  fürbatz  icht 
mer  schuldig  noch  gepunden  sein.  Darzu  habent  unser  richter  zu 
Otting  an  sand  Jorigentag  ein  nachtsei,  daz  wellen  wir,  daz  sy  in 
fürbaz  an  demselben  tag  nicht  mer  schuldig  noch  gepunden  sein 
von  chost  noch  von  chainerlay  voderung,  wy  dy  genant  ist«  Der 
richter  ist  oder  fürbaz  wirt,  auch  unser  chastner  zu  Weilhart  und 
zu  Otting,  dy  habent  in  ir  zehent  nicht  geben  als  fürderleich,  als  sy 
piüeich  taten  ab  unsern  chasten,  wollen  wir  und  gebieten  unsern 
pflegern  zu  Purchausen,  dy  iezund  da  sind  oder  fürbaz  da  werdent, 


266 

welichs  iar  in  ir  zehent  und  ir  voderuiig  von  den  chasten  nicht  i'uder- 
leich  wirt»  als  ir  brief  sagent,  dy  sy  von  der  alten  herrschaft  sftligen 
darüber  habend  datz  sy  danne  unser  pfleger  notten  und  zwingen  sol 
als  rerr  das  in  ir  zebent  all  jar  iärlich  füderleicb  und  hilflieb  werd 
von  in  oder  von  den»  dy  chastengQlt  inne  habent,  wer  dy  sind.  Uns 
ist  auch  ftrehomemen,  daz  man  in  grossen  ungemach  tut  an  ir 
gerichten  und  an  ir  leuten  und  guten»  und  daz  man  sy  bey  ir  rechten 
nicht  beleiben  lät,  als  ir  brief  sagent,  dy  sy  von  der  alten  herschaft 
oder  von  unserm  lieben  herrn  keyser  Ludwig  saugen  und  von  uns 
darüber  habent.  Wer  das  tat»  oder  in  welchem  gericht  es  geschäch, 
es  sey  von  unsern  amptleuteu  oder  purgern  oder  von  wem  es 
geschäch,  daz  man  sy  pey  ir  rechten  und  alter  gewonhait  nicht  liez 
beleiben,  sy  sein  verschriben  oder  unverschriben,  oder  daz  man  in 
bruch  wolt  tun  an  den  genaden,  dy  wir  in  oben  verschriben  haben» 
oder  daz  man  sy  überlegen  wolt  mit  übriger  kastung  und  nachsei 
oder  mit  welchen  sachen  man  sy  zu  schaden  wolt  pringen,  es 
geschäch  zu  unsern  vesten  oder  stäten  oder  wo  es  geschäch,  wellen 
wir  und  gepieten  unserm  pfleger  zu  Purchausen,  der  iezund  da  ist 
oder  fürbaz  da  wirt,  daz  sy  sein  niemant  gestaten»  und  datz  sy  sie 
schirmen  wider  aller  mänleich  und  gein  allen  den,  dy  sy  zu  schaden 
pringen  wolten,  daz  pieten  wir  mit  ganzem  ernst  War  aber  iemant 
darüber,  der  unserm  pfleger  ze  starkeh  wolt  sein  und  wolt  daz  chlo- 
ster  darüber  laiding,  so  sol  er  anrufen  unser  stet  und  alle  unser 
amptleut,  dy  iezund  sind  oder  furbaz  werdent,  und  sullen  in  di 
geholfen  sein  mit  ganzen  treun  und  ernst.  Das  mainen  und  gepieten 
wir  in  und  sullen  auch  diselben  derselben  hilf  unentgolten  beleiben 
und  sein  an  ir  leib  und  an  ir  gut«  Und  darüber  geben  wir  in  den 
brief  versigelten  mit  unserm  insigel,  der  geben  ist  zu  Dünn 
in  Engellande,  do  man  zalt  von  Christus  geburd  dreuzebeuhun- 
dert  jar»  darnach  in  dem  ainenn  und  Kinfzigisten  jar  an  sand 
Matheustag. 

Monum.  boie.  III.,  pag.  209. 


*67 


CCLXI. 

1351.  13.  October.  —   Ulrich  der  Tanner  versetzt  an  Pent  von  Humbrechtsried 
den  von  den  Herren  von  Capellen  tehenbaren  Hof  zu  Holthaim. 

Ich  Vlreich  der  Tanner,  mein  hausfraw  Chunigunä  vnd  all 
TDser  erben  vergehen  vnd  tön  chund  allen  den,  di  disen  brief  sehent 
oder  lesent  hörnt,  daz  wier  mit  herren  hant  vnd  mit  aller  stät  recht 
rnd  redleich  gesatzt  haben  Petdzen  von  Humbrechtzryed,  seiner 
hausfrawn  Agnesen  vnd  allen  sein  erben  vnsern  hof  ze  Holtzhaim, 
der  lehen  ist  von  dem  von  Chappeln,  mit  alle  die,  vnd  darzu  gehört 
le  holtz  vnd  ze  veld,  versficht  vnd  vnuersucht,  vmb  dreizk  phont 
alter  wienner  phening,  der  wier  gewert  sein,   darvmb  wir  in  aller- 
i&rchleich  ledigen  vnd  losen  schollen  zft  vnserer  Vrowentag  der 
diensttzeit  viertzehen  tag  vor  vnd  virtzehen  tag  hinnach.  Wier  sein 
auch  dez  vorgenanten  satz  auf  dem  egenanten  hof  ier  gewer,  wo  in 
dez  not  gescbieeht,  als  lantz  recht  ist.    Tun  wier  dez  nicht,  swaz  si 
dez  dann  sehaden  neroment,  den  schulten  wier  in  ablegen  vnd  schul- 
ten si  daz  haben  auf  vnsern  trewn  vnd  darzfi  auf  aller  vnserer  hab, 
swo  wier  di  haben  versucht  vnd  vnuersficbt.   Daz  di  red  stSt  vnd 
vntzebrochen  beleih,  darvber  gib  ieh  disen  brief  gesigelten  mit  mei- 
nem anhangunden  jnsigel,  vnd  dez  zu  einer  pezzern  sicherhait  vnd 
zevgnuzz  mit  meins  oeheims  jnsigel  Albrecht  Wieli,  (?)  der  daz  an  hat 
gelegt  durch  meiner  pet  willen  iem  an  schaden.    Der  brief  ist  geben 
nach  Christes  gepurd  drevtzehen  hundert  iar  vnd  in  dem  ayns  vnd 
furoftzkistem  iar  an  sand  Cholmans  tag. 

Original  auf  Pergament»  die  Hftngetiegel  abgefallen.  In  Privathänden. 

CCLXIL 

1351.  1.  lowmber.  —  Margaretha  die  Sehendmrgerin  und  ihre  Söhne  rever- 

siren  Über  die  Zehente  auf  dem  Hofe  zu  Schemburg  und  auf  dem  Gut  tu  Taling, 

welche  ihnen  Abt  Heinrich  tu  Mondsee  zur  Vergütung  de*  um  des  Gotteshauses 

wegen  erlittenen  Schadens  als  Leibgeding  überlassen  hat. 

Ich  Margret  dew  Schempurgerin  vnd  ich  Andre  vnd  ieh  Wem- 
hart  ir  sün  verleben  für  vns  vnd  für  vnaer  erben  offenteich  mit  dem 
brief  vnd  tuen  chund  allen  den»  die  in  sehent  oder  hörnt  lesen»  däz 


268 

wir  mit  vnserm  genadigen  herren  abbt  Hainreichen  vnd  mit  dem 
conuent  dez  gotshaws  ze  Mannte  nach  vnser  pesten  frewnt  rat  vnd 
gunst  frewntleich  verriebt  sein  vmb  allen  schaden«  den  wir  von 
prancz  wegen  oder  wie  er  genant  ist,  von  dezselben  gotshaws  wegen 
enpfangen  haben  also,  daz  wir  ze  einer  ergeezong  den  zehent  auf 
dem  hof  ze  Schempurg,  den  wir  von  jnn  jnnhaben  ze  pawmans  recht 
vnd  auf  dem  gütlein  ze  Taling,  daz  wir  auch  selb  mit  dem  pflüg 
pawen,  dienst  vnd  zehent  jnnhaben  sullen  vnd  nyessen,  di  weil  ich 
vor  genante  Margret,  mein  sün  Wernhart  vnd  mein  tochter  Katrey 
leben,  welcher  der  dreyer  leib  nicht  ist,  so  hat  ys  yeder  ander,  der 
dann  lebet  an  allew  irrung,  vnd  wenn  die  vor  genanten  leib  all  drey 
nicht  mer  sind,  so  sullen  die  egenanten  nwcz  vnd  recht  dem  vor 
genanten  gotshaws  ledig  vnd  loz  sein  von  jn,  iren  erben  vnd  von 
allen  iren  frewnten  an  alle  ansprach  vnd  chrieg.  daz  ys  also  stät  vnd 
vnzebrocheu  beleih,  geben  wir  jn  darvjjer  ze  einer  vrchund  den  brief 
vnder  kern  Pilgreims  von  Rotaw  insigel  vnd  vnter  Hainreichs  des 
Tobelhaimer  zu  den  Zeiten  purkraf  ze  Scharding  insigel  versigelten, 
jn  peden  vnd  iren  erben  an  schaden,  darvnder  verpinden  wir  vns  mit 
vnsern  trewen  allez  daz  stat  ze  haben,  daz  an  dem  ist  verschriben, 
vnd  geben  ist  nach  Christi  gepurd  vber  drewezehen  hundert  jar  vnd 
in  dem  ain  vnd  funfezigisten  jar  an  aller  heiligen  tag. 

Aus  einem  Copialbuch  des  Klosters  Mondsee  (XV.  Jahrhundert). 


ccLxin. 

1351.  1.  levember.  —  Alram  der  Mutier,  Burger  tu  Klosterneuburg,  und  Beine 
Hausfrau  bekennen,  dass  sie  von  dem  Kloster  Baumgartenberg  auf  ihrer  beider 
Lebenszeit  einen  Weingarten  empfangen  haben  um  halben  Wein,  und  machen 

sich  dazu  verbindlich. 

Ich  Alram  der  Huter  puriger  ze  Neunburch  chloster  halben 
vnd  ich  Elspet  sein  hausfrow  wir  veriechen  vnd  tun  chund  an  disem 
brief  allen  den,  di  in  lesent  oder  horent  lesen,  di  nv  lebent  vnd  her- 
nach chunftich  sint,  vmb  den  Weingarten,  der  do  haist  die  Chalieh- 
leiten,  den  vns  vnser  genediger  herr  apt  Reinhart  vnd  der  conuent 
ze  Pammgartenpcrig  zu  vnser  paider  leib  lazzen  habent  vmb  halben 
wein,  den  wir  jn  jaerlichen  da  von  geben  suln  in  vnser  presse 
in  irew  vas,  vnd  suln  auch  wir  weder  lesen  noch  pressen  an  im 


269 

seheinpoten,  vnd  siiln  auch  wir  den  selben  Weingarten  haben  in 
gutem  mitterm  paw  vnd  dem  nicht  enziechen,  daz  er  icht  pawloz 
werd.  Tuen  wier  des  nicht  vnd  des  vberfaren  wurden,  daz  vier  erber 
man  pei  im  trevn  gesprechen  mochten,  daz  wir  dem  Weingarten 
enzogen  bietend  vnd  den  pawlozz  hieten  lazzen  werden,  so  sulu  wir 
alle  vnser  recht  doran  flaren  haben  vnd  suln  sew  sich  des  Weingar- 
ten wider  vncztächen  (vnderziehen),  wie  si  den  vindent,  vnd  suln 
wir  sew  nach  vnser  erben  daran  nicht  irren,  vnd  suln  auch  wir  selb 
daz  perchrecht  vnd  alle  vodrunge  von  demselben  Weingarten  geben 
an  deu  zechent  allein ,  den  suln  sew  selb  geben  von  dem  irn  halben 
tail  alz  vil9  vnd  do  von  gehört,  wir  sullen  auch  alle  perchtayding 
suchen  vnd  den  Weingarten  verantburten,  wo  des  not  ist  vnd  dürft, 
die  weil  er  in  vnser  gewalt  ist.  Vnd  swenn  wir  dann  paidew  nimer 
sein,  ist  denn,  daz  wir  ain  aribait  in  dem  Weingarten  getan  vnd  paun 
haben»  so  suln  in  vnser  erben  oder  nächst  freunt  pavn  vnczen  an  daz 
nächst  lesen,  daz  darnach  schierist  chunftich  wirt,  vnd  suln  den  wein 
halben,  der  darinne  wirt,  lesen  vnd  vessen  vnd  den  herren  irn  tail 
do  von  geben,  vnd  sich  sich  (sie)  die  herren  des  Weingarten  denn 
ze  hant  nach  dem  lesen  vnderziechen  vnd  allen  irn  frumen  domit 
schaffen  an  allen  irsal.  Si  suln  auch  vns  zway  jar,  die  schierist  cho- 
ment,  iedes  jars  geben  vir  tawssent  stekchen,  daz  macht  acht  taws- 
sent  vnd  nicht  mer,  vnd  swenne  die  zway  iar  auz  choment,  so  sint 
sew  vns  weder  stekchen  noch  ander  fodrung  zu  dem  selben  Wein- 
garten nicht  gepunden.  vnd  darvmb,  daz  di  red  stet  vnd  vnczerbro- 
chen  weleib,  vnd  swenn  wir  selber  nicht  aigen  insigil  enhaben,  des 
geben  wir  in  disen  brief  ze  einem  warn  sichtigen  vrchund  versigilt 
mit  hern  Gundolt  insigil  des  Tuezen  vnd  mit  hern  Syntons  insigil  in 
der  Weitengazzen,  die  wir  diser  sach  zeuch  peten  haben  mit  irn 
insigiln.  Der  brief  ist  geben  nach  Christ  purd  drewezehen  hun- 
dert jar,  darnach  in  dem  ain  vnd  fumfezigistem  jar,  an  aller  heyli- 
gen  tag. 

Aus  dem  Original  im  k.  k.  geh.  Hausarchive  auf  Pergament  mit  iwei 
•ngehfingten  Siegeln. 


270 


CCLXIV. 

UH.  IL  lOTeatal*.  —  Ckunrat  von  Oedmg  und  denen  $chve*ter  Pereht  rever- 
siren  die  ihnen  vom  Kloster  Reichereberg  tu  Erbrecht  verliehene  halbe  Hub  *v 

Oeding  (Pfarre  Utenaich). 

9 

Ich  Chunrat  von  öding  vnd  mein  s  wester  ffraw  Per  cht  verie- 
hen  offen  —  daz  wir  haben  gewaruen  von  dem  erbern  herrn  berrn 
Dytmaren  probst  ze  Reichersperig  vnd  von  dem  conuent  daselb  ein 
halbew  hub  ze  Öding  vnd  ain  virtail  da  selb  vns  vnd  vnsern  erben 
di  wir  yezurit  haben  oder  noch  gewinnen  also,  däz  wir  in  iarchleich 
da  ton  dienen  schulten  auf  sant  Jacobstag  virzehen  Schilling  pfen- 
ning  vnd  vif  hfinef,  vnd  schullen  in  irew  stifttaiding  chbmen  mit 
ainen  halben  pfunt  pfenning  vnd  mit  vir  hünern,  vnd  di  wefseit  di 
durich  recht  da  von  gehorent,  daz  sint  von  der  halben  hueb  sechzig 
ayr  vnd  sechs  chäz  vnd  von  dem  virtail  dreyzzig  ayr  vnd  sechs  chaz. 
Verzügen  wi>  in  den  vorgenannten  dienst,  so  habeni  si  vns  gewalfc 
ze  pfenten,  wir  schullen  auch  nicht  versetzen  noch  verchaufen  nur 
mit  irem  guten  willen.  Si  babent  auch  alle  di  recht  hincz  vns  sam 
hincz  andern  iren  pehausten  holden  vnd  dar  vmb  sullen  si  vns  ver- 
sprechen   sam    andern    ir  wehaust  holden.    Datum    inno   Domini 

.,1 

M«  cccooo  quinquagesimo  primo.    Martini  episcopi  et  confessoris. 
Datum  sub  sigillo  domino  Hainrici  Talhamarii  de  Pirchach. 

Orig«,  Perg.  ahnt  Siegel.  Stiftaarchiv  Reichtrabqrg.      ,....'/ 

CCLXV. 

135L  IS.  Deceqibtr  —  Janne  der  Türe  von  Bauheneck  gibt  Meinen  Schu>ieger- 
$ohne  Herrn  Friedrich  von  Winkel  ah  Heimeteuer  seiner  Tochter  Anna  den  Hof 

tu  Pestorf  und  andere  Güter. 

Ich  Jans  der  Tärs  von  Rauchenekk  vnd  ich  Katrey  sein  haus- 
fravo  wier  vergehen  offenbar  an  disem  prief  allen  den,  de  in  sehent 
odei»  horent  oder  lesent,  de  nu  lebent  oder  her  noch  chunftich  sind, 
daz  wier  mit  wolbedachtem  muet  zw  der  zeit,  do  wier  iz  wo)  getuen 
mochten,  vnd  mit  vnsers  lehen  herren  hant  vnsers  genaedigen  herren 
herczog  Albrechts  in  Osterreich  geben  haben  vnsern  hof  ze  Pestarf9 
des  fier  lehen  sind  vnd  des  zway  lehen  vnser  lehen  sind  gewesen  von 


m 

YiKtnkt N  gen adi^en  beeren  hehczög  Albtechts  in  ÖMerrbkh  Wid  de 
ttoitf  vn'ser  reefefea  aygen  rhu*  attea,  daß  dor » zwe  gehört  vze  velde 
tad-M  darf;  )z-sef  phefattiftggelt  'wismad1  hölc^i»  öder  etoh«r,4ft  se^ 
westifl  öder  >Thw6stiftfr  versnecht  oder  witi<A*s«eehi;  wie  Bödaz»  genant 
ist»  PHserm  nytlem  hirru  ^FridreicKtn  flow  •  JFitocAÄfVttd1  Mfa** 
kubsfrauxn  <m*to*r  lachten  tir(t*6W  Annttt  «£'  refchter1  bö^mstewer 
fiir  4reu  hundert  pfrrint ;  wienner  p  hennjng.  wier  hatten  inkfcfo  geta-fefa 
vnaeva  rechten  ifayg0nsjdae2>  Zagtet  zwelrf  acMlIing  ph«n?ffg; gelte;  dfe 
man  all  lar  dient  «q  Sand  Myehelbtag, i  vrid'aöf  der  Stark ffrtieb  sefchs 
Shilling  pbenrring»  geilta,  de  man 'MI  iar  dient  ansand  (Seerigen  tag, 
vnd  dncz  dem  Gurmuns  «achaehw  s^iMingipbertiag  £elta,  detrrätv  all 
iar  dient  an  send  Geörigen  tag  tM  ansind  MychelsUag^farfiircfck 
pfcnnt  wieaner  phänjng,  vnd  de  Oarmanmive  faer  sei&efek  phunt 
wienutt  phenhtg,  ilfaz  vor  genant  guet  ailez  hab  wfer  gewert  leditfh1 
leieh  vnd  vreyleieb  «e  haben  ae>  lern  tagen,  Ms  landes  recht  ist  vnd 
gewanhait  im  (kkerreieh.  wer<*wery  da«  seil  an  erben  her  faerert, 
des  Got  niettfengeb;  •  so  stihol  !daz  vargenaiit  guet  hach  ierntageh 
allez  gedallen  gut' vnser  naat  Trennt;  do  \t  *e  recht  auf  erbet.  Vnd 
dönrmb,  so  geh  'wie?  in  dieetti  (siö)  prief  versigelten  mit  taeita  var 
genants  Jansen  de*  Tuerwn  von  Rauchenekk  aygeft  jnsigetvnd  mÄ 
des  erbern  berren  jnsygel  kern  Albere  von  RauchenttaitV  yrid  mit 
des  erbern  Herren  jnsrigel  kern  Reimprechts  tan  Pttiehtorf,  de  diser 
saeh  gezeag  sind  mit  iera  jnaygeln.  der  pritf  ist  geben  naeh  Christ 
puerd  'dkewzehen  hundert  iM\dot  noch  in  dem  ainz  md  fbmfczkisfen 
iacdes  eritags  an  sand  Lncein  tag.  

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  drei  Siegeln.  Der 
Schild  des  Tursen  ohne  Helm:  ein  Bindenschild;  die  zwei  übrigen  der  Herren  von 
Ihkuheneek  —  wie  bei  Hsritniler;  das1  vierte  hing  nie  an  der  Urkunde. 


CCLXVL  ,  , 

1351.  21.  ftlBCember.  Waldhausen.  —  Propst  Johann  von  Watdhausen  stiftet 
daselbst  eine  grössere  Feier  des  Festes  der  unbefleckten  Empfängnis^  und  eine 
Messe  tu  Ehren  des  L  Aitarssacramentes  aus  dem  Reichnisse  eines  jeweiligen 
Pfarrers  zu  St.  Georgen  zum  Stifte,  welcfies  sich  auf  die  Urkunden  des  Cardinal- 
,    Legaten  Guido  und  Biscliof  Gottfrieds  von  Passau  gründet. 

Vt  ea,  epie  pfenia  raeione  in  ecclesijs  conuentnalibaS  institutmL 
tur,   in  posterum  non  euacaentur  robore  firmitatis,   scriptis  merito 


272 

conmendantur  autenttcis  et  sigillis.  Hinc  est,  quod  nos  Johannes 
diuina  permisinone  ecclesie  sancti  Johannis  ewangeliste  in  Walt- 
husen  prepositus  de  maturo  consilio,  consensu  et  fauore  Ottonis 
nostri  decani  ae  aliorum  fratrum  nostrorum  conuentualium,  ad  hono- 
rem precipue  omnipotentis  dei,    bonorificenciaro  gloriose  Virginia 
Marie»  ampliori  veneracione  laudis  pariter  et  honoris  in  ecclesia 
nostra  dilatare  cupientes,  de  ipsa  matre  domini  festum  sacre  concep- 
tionis,  quod  in  ecclesia  nostra  tantum  cum  pleno  officio  et  conmuni 
cantu,  videlicet  de  eius  natiuitate  hactenus  est  peractum,   de  cetero 
cum  maiori  festo,  quod  medium  festum  dicimus  et  hystoria  propria, 
prouf  in  nostro  breuiario  plene  annotatum  est  est  (sie),   instituimus 
celebrandum.    Pro  quo  Septem  solidos,  decem  denarios  wieonensis 
monete  oblagiarius  fratribus  eadem  die  exhibebit,  neenon  et  omnia, 
que  apud  nos  in  medio  festo  de  cellario,  de  coquina  solent  ammini- 
strari,  pitancia  non  obmissa;    denique  ad  honorem  reuerendissimi 
dominici  corporis  sacramenti  in  alteri  ipsius  in  iatere  monasterii 
nostri,  vel  si  hoc  rumperetur,  in  alio  altari,  quodeumque  nobis  uel 
successoribus  nostris  placuerit,  missam  de  ipso  corpore  Christi  yel 
saltem  collectam  eius  in  quinta  feria  statuimus  celebrandum,  et  cele- 
branti  ipso  die  quinque  denarios  wiennensis  monete  predictus  obla- 
giarius ministrabit.   Prefatum  quoque  censum  ipsi  oblagiario,  videli- 
cet Septem  solidos  decem  denarios  pro  hystoria  et  nouem  solidos 
minus  decem  denarios  prefate  monete  pro  missa,  vt  dictum  est,  quod 
erunt  duo  tallenta,  plebanm  sancti  Geori  de  censu  sedeeim  librarum 
nobis  et  ecclesie  nostre  per  reverendum  in  Christo  patrem  ac  dominum 
dominum  Gwidonem,  Htuli  sancie  Cecilie  presbyterum  cardinalem, 
apostolice  sedis  legatum    incorperatum   vnitum   ac   in  perpetuum 
annexum,  prout  in  suis  ac  etiam  reuerendi  in  Christo  patris  et  domini, 
domini  Gotfridi  Patauiensis  episcopi  literis  super  hoc  confectis  ple- 
nius  conprehenditur  et  invenitur,  in  quatuortemporibus  proximis  post 
festum  pentecostes  nobis  et  successoribus  nostris  minime  contra- 
dicentibus,  prefato  oblagiario  amministrabit.  Si  autem,  quod  absit, 
aliquis  prepositorum  successorum  nostrorum  siue  decanorum  vel  quo- 
rumeumque  ecclesie  nostre  conuentualium  hanc  nosträm  institutionem 
ausu  temerario  infringere  presumpserit,  indignacionem  omnipotentis 
dei,  gloriose  virginis  Marie  nee  non  sauetorum  apostolorumJPetri  et 
Pauli  et  sancti  Johannis  apostoli  et  ewangeliste  se  nouerit  ineursurum. 


*X 


273 

Acta  sunt  hec  in  prefata  nostra  ecclesia  Walthusen  anno  domini  mille- 
simo  trecentesimo  quinquagestmo  primo,  Thome  apostoli. 

Aus  dem  Originale  im  Linzer  Museum  auf  Pergament  mit  zwei  Siegeln. 


CCLXVII. 

1351.   26.  Decemb6r.  —  Heinrich  von  Volkenstorf  schenkt  dem  Siechenhanae  zu 
Gleink  iß  Schilling  Pfenning  Gülten  auf  zwei  Gütern  in  den  Pfarren  St,  Marien 

und  Stadelkirchen, 

ICH  Hainreich  von  Volchenstorff  vergich  offenwar  mit  disem 
brief  vnd  tun  chunt  allen  den,   di  in  sehent  lesent  oder  lesen  hörnt, 
daz  ich  mit  wolbedachtem  müt  vnd  mit  aller  meiner  erben  gutleichem 
willen  vnd  ze  der  zeit,  do  ich  ez  wo!  getun  mocht,  den  erbern  herren 
vnd   den   geistleichen  l&uten  abbt  Hainrich   vnd  der  sammung  ze 
Glvnikch  meines  vreyen  aigens  ein  gut  ledichleiohen  vnd  vreyleichen 
gegeben  han,  daz  da  haizzet  datz  dem  Rötlein  auf  dem  aigen,  gele- 
gen in  sand  Mareinchiricher  pfarr  mit  alle  dev,   vnd   darzfi  gehört 
ze  holtz  vnd  ze  veld,  versuecht  oder  vnversuecht  oder  swie  ez  benaut 
sey,   vnd   daz  dient  iserleichen  zehen  vnd  sechs  Schilling  alter  phen- 
ning  an  vnser  Vrowen  tag  zder  dienstzeit;   vnd  han  auch  den  selben 
herren  funfk  phenning  gelts  geschalt  i&rleichen  in  zu  geben  an  dem 
vorgenanten  vnser  Vroven  tag  auf  meinem  aigen  gut  ainem,  daz   da 
haizzet  auf  der  Stainwant,  gelegen  in  Stadelchiricher  pfarr  also, 
wenn  ich  oder  mein  erben  in  richtig  machen  oder  chauffen  oder  in 
geben  fumfk  phenning  gelts,  da  si  in  wol  gelegen  sint,  oder  daz  ich 
oder  mein  erben   in   geben   sechs   phunt  braiter  phenning  wienner 
munizz,  so  schol  daz  vorgenant  gut  auf  der  Stainwant  ledich  sein 
vnd  schol  den  vorgenanten  herren  zu  Glvnich  von   dem  vorbeschri- 
ben  phunt  gelts  jaerleicben  an  dem  nächsten  vreytag  vor  phingsten 
gevallen  vnd  gewert  wem  von  dem  siechmaister  in  dem  chl oster,  der 
daz  selbig  guet  inne  haben  schol,   fumf  Schilling  phenning  vmb  ein 
seimesse,   di  si  desselben  vreytages  singen  schulten,  vnd   vmb   ein 
vigili,  di  si  des  vodern  phintztag  abents  haben  schullen,  vnd  darnach 
zu  hant  schullen   si   vmb  di  andern  drey  Schilling  sprechen  dreizkk 
messen   an  vnderloz  mier   vnd   meinen  zwain  hausvrowen,   den  Got 
genad,  Elspeten  von  Goldekk  vnd  Sopheinn  von  Chranichperch  vnd 
aller  meiner  vodern   sei  zu   hilf  vnd  zu  trost.    Geschsech  des  nicht 

Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns.  VIT.  Bd.  18 


274 

oder  daz  sev  an  der  selben  messe  oder  vigili  savmich  warn,  des  Got 
nicht  engeb,  so  schol  sich  der  nächst  vnd  der  pest  mein  erb  des 
selben  gutes  an  nutzz  vnderziehen  vnd  schol  daz  inne  haben  als  lang, 
vntz  daz  allez  daz  wider  tan  werd,  daz  sev  vor  versäumt  haben  an 
vnserm  vorgeschaftem  selgnet.  Vnd  daz  ditz  mein  geschafft  vnd  mein 
vreyew  gab  hinfur  stset  vnd  vnverchert  beleih,  darvber  gib  ich  vor- 
genanter Hainreich  von  Volchenstorf  disen  gegenwärtigen  offen 
prief  versigelt  mit  meinem  aigen  anhangundem  jnsigel  vnd  mit  Gor- 
gen meins  svns  aigen  jnsigel  bestaet  zu  einer  richtigen  vnd  gantzen 
stsetichait  der  selben  sach.  Der  selbig  prief  ist  geben,  do  von  Chri- 
stes  gepurt  waren  ergangen  dreutzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem 
ain  vnd  fünfkisten  jar  an  sand  Stephans  tag  ze  weinachten. 

Orig.,  Perg.  mit  dem  noch  hangenden  Siegel  Heinrichs  von  gelbem  Wachs 
im  bischöflichen  Consistorium  zu  Linz. 


ccLxvin. 

1351.  26.  December.  —  Heinrich  von  Volkenstorf  verschafft  dem  Kloster  Gleinh 

sein  Gut  tu  den  Rollen  in  der  Pfarre  St.  Marien  und  5  Pfund  auf  dem  Gute 

auf  der  Steinwand  in  der  Stadelkir  eher- Pfarre  zu  der  Inprmarie. 

Ich  Hainrich  von  Volckhenstorff  vergich  offenbahr  mit  diasein 
brief  vnd  thue  khundt  allen  den,  die  ihn  sehen  lesen  hören,  dass 
ich  mit  wolbedachtem  mueth  vnd  mit  aller  meiner  erben  güettlichen 
willen  vnd  zu  der  zeit  da  ich  es  wol  gethuen  möcht,  den  erbarn 
herrn  vnd  den  geistlichen  leuthen  abbt  Heinrich  vnd  der  samblung 
zu  Gleinckh  meines  freyen  aigens  ein  guet  ledigelichen  vnd  treuli- 
chen gegeben  hab,  dass  da  haisset  datz  den  Rotten  auf  dem  aigen 
gelegen  in  St.  Mar einkhür eher  pfarr  mit  allen  den,  vnd  dass  darzue 
gehört  zu  holz  vnd  zu  feldt  versuecht  vnd  vnuersuecht  oder  wie  es 
genant  sey,  vnd  dass  dient  j ehrlich  zehen  vnd  sechs  Schilling  alter 
pfenning  an  vnser  Frauen  tag  zue  der  dienst  zeit,  vnd  hab  auch  den- 
selben herren  fünff  pf'ening  gelts  geschafft  jährlich  innen  zue  geben 
an  dem  vorgeiianten  vnnsser  Frauen  tag  auf  meinem  aignen  guett 
ainen,  das  da  haisset  auf  der  Stainwandt,  gelegen  in  Stadlkhürcher 
pfarr  also,  wann  ich  oder  mein  erben  ihnen  richtig  machen  oder 
khauffen  oder  ihnen  geben  fünff  pfening  gelts,  da  sie  ihnen  wol  gele_ 
gen  seindt,  oder  dass  ich  oder  mein  erben  ihnen  geben  sechs  pfundt 


275 

bereuter  pfening  wienner  mini,  so  sol  das  rorgenant  guet  auf  der 
Stmimrandt  ledig  sein  vnd  soll  den  vorgenanten  berren  zu  GMmtih 
Ton  vorbeschribnen  pfundt  gelts  jährlieben  an  dem  negsten  freytag 
vor  pfingsten  gefahlen  vnd  gewehrt  werden  von  dem  sieehenmaister 
in  dem  eloster,  der  daselh  gaett  innen  haben  soll,  funff  Schilling 
pfening  vmb  ein  seimesse,  die  sie  desselben  freytags  singen  sollen, 
vnd  vmb  ain  vigili,  die  sie  den  vordem  pfingstag  abents  haben  sollen, 
vnd  darnaeh  ine  handt  sollen  sie  vmb  die  andern  drey  Schilling  spre- 
chen dreyssig  messen  ohne  vnderlass  mir  vnd  meinen  zwayen  haus- 
trauen,  den  Got  genadt,  Ehpctte*  vom  Goldekh  vnd  Soffegen  ton 
Khrdnithperg,  vnd  aller  meiner  vordem  seel  zu  hilf  vnd  zu  trost 
geschah  das  nit  oder  dass  sie  an  derselben  mess  oder  vigili  saumbig 
wehren,  das  Got  nit  engeb,  so  soll  sich  der  negst  vnd  der  best  mein 
erbe  desselben  guetes  an  noez  vnderziehen,  vnd  soll  das  innen  haben 
als  lanng,  vnczt  das  alles  das  widerthan  wierdt,  das  sie  vor  ver- 
saumbt  haben  an  vnserm  vorgeschafften  seelgerath.  vnd  dass  diss 
mein  geschafft  vnd  mein  vbergab  hinfur  steth  vnd  vnuerkhert  bleib, 
darüber  gih  ich  vorgenanter  Hainrich  ton  Yolkhenstorff  dissen 
gcgenwerttigen  offnen  brief  versigelt  mit  meinem  aignen  anhangen- 
den insigl  vnd  mit  Georgen  meines  sohns  aigen  insigil  bestett  zu 
ainer  richtigen  vnd  ganczen  stettigkeit  derselben  sach.  derselbig 
brief  ist  gegeben,  da  von  Christi  geburt  waren  ergangen  dreyzehen- 
hundert  jähr,  darnach  in  dem  ain  vnd  funffzigisten  jähr  an  St.  Ste- 
phan tag  zu  weinachten. 

Aus  einem  Copitl buche  des  XVII.  Jahrhunderts  tu  Gleink. 


CCLXIX. 

1352.  22.  Jiiaer.  —  Zeugenschaftsbrief  Lienhart's  von  Marspaeh,  Pflegers  tu 
Obernberg,  über  die  Selgeräthe  Chunigunden  der  Schalchhaimerin  und  Akerlein 

des  Hager  's  ans  Gotteshaus  Reichersberg. 

Ich  Lienhart  ton  Marspuch,  zsten  Zeiten  pfleger  ze  Obernperg 
vergich  offenbar  mit  disem  brief  allen  lauten,  daz  für  mich  vnd  für 
meinen  richter  ist  chomen  her  Dytmar  der  probst  ze  Richersperg  von 
seinen  wegen  vnd  von  seines  goczhauzz  wegen,  vnd  hat  aufgetragen 
mit  dem  recht  daz  geschafft,  daz  di  erberg  fraw  fraw  Chunigunt  di 
Schalchamerinn  hat  geschafft  ab   irer  sei  zsten  Zeiten  vnd  sis  wol 

18* 


276 

getun  macht  mit  irr  sun  vnd  pesten  freuut  rat  vnd  willen  auf  dem 
haus  vnd  grünt  ze  Obernperig,  da  si  selben  ist  inn  gesezzen,  pei  dem 
ersten  schuf  si  dem  gotzhaus  ze  Rickersperig  zehent  pfunt,  darnach 
dem  gotzhaus  ze  Aspah  zehen  pfunt,  vnd  di  selben  zehen  pfunt  hat 
der  vor  genant  probst  ze  Richersperig  gewaruen  von  dem  abt  vnd 
von  dem  gotzhaus  ze  Aspach,  vnd  hat  im  daz  auf  gegeben  in  der 
schrann  mit  meines  richters  hant.  Darnah  schuf  si  Ackkerlein  dem 
Hager  irm  ennichlein  zehen  pfunt,  vnd  di  selben  zehen  pfunt  schuf 
er  an  seinen  lesten  Zeiten  ab  seiner  sei  zu  rechtem  seigerat  dem 
gotzhaus  ze  Richersperig  vnd  seinen  geleichen  erbtail,  daz  virtail 
an  dem  vor  genannten  haus  vnd  grünt  ze  Obernperig.  Item  hat  auch 
daz  recht  gesait,  ob  er  darauf  icht  pauet,  daz  ein  notdurft  war,  daz 
schol  man  im  widerchern  ati  der  losung  nah  der  purger  rat  vnd  nah 
ander  erber  laut  rat.  Vnd  daz  also  gehandelt  sei  vor  mir  vnd  vor  den 
purgern  vor  meinem  richter  mit  rechtem  recht  dem  gotzhaus  ze 
Richersperig  daz  vor  genant  geschaft  mit  meines  richters  hant  in- 
geantwurt  sei,    gib  ich  disen  brief  versigelt  mit  meinen  insigel.    Der 

geben  ist tausent  iar  drew  hundert  iar  in  dem  zwai  vnd  ffimf- 

tzigisten  iar  an  sant  Vincententag. 

Orig.,  Perg.  mit  Hangesiege]  im  Stiftsarchive  Reichersberg. 


CCLXX. 

1352.   24.  Jänner.  —  Friedrich  der  Tungozzinger  erlaubt  seiner  Tochter,  den 

Hof  zu  Kremstorf  nach  (rarsten  zu  geben. 

Ich  Fridreich  der  Tungozzinger  vergich  offenbar  mit  disem 
brief  vnd  tun  chund,  daz  ich  mit  aller  meiner  erben  gütleich  willen 
vnd  wart  erlaubt  han  meiner  tochter  Katrein  der  Tueringerin  den 
hof  ze  Chremstorf  ze  geben  zu  dem  gotzhous  ze  Gesrsten  oder  auf 
welichs  gotzhaus  si  wil  also,  daz  ich  noch  mein  erben  dhain  ansprach 
ewigleich  nymmer  mer  dar  nach  haben  schulten  noch  mugen,  vnd 
vertzeichen  vns  dez  mit  vrchund  dez  brifs,  der  gesigelt  ist  mit  mei- 
nem anhangunden  jnsigel,  der  geben  ist  nach  Christes  gepurd  drev- 
tzehen  hundert  iar  vnd  in  dem  zwai  vnd  fumftzkistem  jar  an  sand 
Pauls  abent  zder  becherung. 

Aus  dem  Originale  au   Garsten  auf  Pergament  mit   einem  angehSngten 
Siegel. 


87  T 


CCLXXI. 

1352.2*  Februar. —  Ulrich,  Hermanns  von  Ort  Sohn,  und  dessen  Hausfrau  stif- 
ten sieh  durch  Uebergabe  ihres  Gutes,  ndaiz  dem  Grat*  (Pfarre  Münsteuer)  auf 
ihren  Todfall  einen  Jahrtag  im  Kloster  tu  Reichersberg. 

Ich  Vlreich  Hermanns  sun  von  Ort,  mein  hawsfraw  Margret 
vergich  offenbar  —  das  wir  —  vnsern  vodern  ze  seigerät  haben 
geaigent  vnser  guet  datz  dem  Grat  dem  gotzhaws  ze  Reichersperg} 
das  vns  vnd  vnser  vodern  rechtes  lehen  ist  gewesen  von  dem  gotz- 
haws mit  der  beschaiden,  daz  wir  ez  nv  sullen  haben  zv  vnser  pai- 
der  tegen  ze  leibgeding,  vnd  sullen  dauon  dann  ierleich  ze  hugnuss 
an  sand  Luceintag  sechtzik  pfenning  dem  conuent  inir  oblay  geben,  vnd 
sullen  darvmb  begen  vns  vnd  vnsern  vodern  jartag  mit  einer  vigili 
vnd  mit  einer  selmess.  Vnd  wenn  ich  vorgenanter  Vlreich  vnd  mein 
hawsfraw  Margret  nimmer  pin,  so  ist  das  vorgenant  guet  ledig  dem 
gotzhaws  an  widerred.  Vnd  darnach  sol  dem  conuent  geuallen  sechs 
Schilling  pfenning  an  dem  vorgenanten  jartag  in  ir  oblay  ewichleich 
vop  dem  voruerschriben  guet  —  vnd  das  das  stet  vnd  vntzebrochen 
beleih,  gib  ich  vorgnanter  Vlreich  disen  brief  versigelt  mit  meinen 
anhangunden  insigel.  Der  geben  ist  —  tawsent  jar  drewhundert  jar 
in  dem  zwai  vnd  funftzkistem  jar  an  vnser  Frawntag  ze  liechtmesse. 

Promptuar.  Reichersberg.  A  141. 

1352.    2.  Februar.   —  Revers  des  Propstes  Dietmar  zu  Reichersberg  und  des 

Conventes   daselbst    Über   die   vorgenannte   Jahrtagstiftung    des    Ulrich  des 

Snitzer,  Hermanns  von  Ort  Sohn  und  dessen  Hausfrau  Margaretha. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Siegelrestem  StifUarchiv  Reichersberg. 


CCLXXII. 

1352.   23.  Februar.  —   Die  Brüder  Janns  und  Burkhart  die  Steger  verkaufen 
an  ihren  Schwager  Bertholt  ein  Haus  und  einen  Luss  zu  Steyr. 

Ich  Jans  der  Steg  er,  ich  Purchart  der  Steger  wir  paid  prü- 
der, vnser  hausfrawen  vnd  alle  vnser  erben,  di  wir  haben  oder  noch 
gewinnen,   vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,   die  den  brief  sehent 


278 

oder  horent  lesen,  daz  wir  mit  wolverdachtem  müt  vnd  mit  güt- 
lichem willen  aller  vnsrer  erben  zu  der  zeit,  do  wir  ez  wol  getun 
mochten,  nach  rat  vnserr  pesten  iViunt  recht  vnd  redlich  ze  chauf- 
fen  haben  gegeben  vnserm  swager  Perchtolden  vnd  seiner  haus- 
frawen  Ehpeten  vnserr  s wester  vnd  allen  irn  erben,  die  si  habent 
oder  noch  gewinnend  vnser  haus  gelegen  ze  Steir  auf  dem  perg 
zwischen  des  Prevhaven  haus  vnd  der  Lobnicher  haus,  vnd  ain  lös 
in  dem  purchueld  gegen  dem  genanten  haus  gelegen  mit  allen  den 
rechten  vnd  nutzen,  di  darzu  gehorent  besucht  vnd  vnbesucht,  vmb 
sibenthalbs  vnd  zwaintzich  phunt  pfening  wienner  münsse,  der  si 
vns  gar  vnd  g&ntzlich  verriebt  vnd  gewert  habent,  wir  sullen  auch 
des  genanten  haüsse  vnd  lusse  ir  gewer  vnd  scherm  sein  für  alle 
chrieg  vnd  ansprach,  vnd  sullen  in  die  ausrichten.  Taet  wir  des  nicht, 
swelhigen  schaden  si  des  naemen,  den  ir  ains  gesagen  mach  bei 
seinn  trewen,  den  sulle  wir  in  gantz  vnd  gar  widerchern  vnd  sullen 
auch  den  haben  auf  aller  vnsrer  hab,  wo  wir  die  di  [sie]  haben 
besucht  oder  vnbesucht,  vnd  mit  vnserm  gutlichem  willen  da- 
von bechomen.  Daz  daz  also  staet  vnd  vnzerbrochen  beleih,  geb 
wir  ped  Jans  vnd  Purchart  die  Steger  für  vns  vnd  vnser  erben  den 
brief  versigelt  mit  vnser  pnider  anhangenden  insigeln,  vnd  zu  ainer 
warn  geziuehnusse  mit  hern  Jans  des  Schekhen  zu  der  zeit  purggraf 
ze  Steir  anhangenden  insigel,  der  der  selben  gut  lehenherre  ist  an 
der  forsten  stat,  vnd  ist  geschehen,  do  man  zalt  von  Christus  gepurtt 
dreuzehenhundert  iar,  in  dem  zway  vnd  funfeziehistem  iar  an  dem 
pfineztag  in  der  ersten  vastwochen. 

Orig.,  Perg.  im  ehemaligen  Garstencr  Archive,  mit  zwei  hängenden  Sie- 
geln von  gelbem  Wachs,  das  des  Schelten  abgefallen. 


CCLXXIII. 

1352.  6.  März.  —  Dietrich  der  Reiekerstorfer,    Margaretha  Heine  Hausfrau 
versetzen  dem  Abt  Christian  zu    Baumgarten berg  den  frei   eigenen  Hof  zu 

Wagram  in  der  Pfarre  Mitter kirchen. 

Ich  Dietrich  der  Reickerstorff<*r  vnd  ich  Margret  sein  haus- 
fraw  vnd  vnser  baider  erben  verleben  offnwar  vnd  tun  chunt  allen 
den,  di  den  brief  sehend  oder  horent  lesen,  das  wir  versatzt  haben 
mit  wol  bedachtem  müt  vnd  mit  guetlichem  willen  alh»r  vnsrer  erben 


279 

vnnd  auch  vnnser  bessten  frewnt  rat  vnd  auch  durch  rechter  ehaff- 
ter  not  willen  abbt  Christ  an  vnd  dem  conuent  zu  Pawngartenperg 
vnnsers  freien  chaufaigens  vnnsern  hof  datz  Wagram  gelegen  ju 
Müterchircher  pfarr,  der  do  von  alter  haist  der  Trachterin  hof 
mit  allev,  vnd  darzu  gehört  ze  holtz  vnd  ze  veld  vnd  ze  wismat, 
versuecht  vnd  vnuersuecht  vnd  mit  allen  nutzen,  vmb  hundert  phund 
wiener  phenning,  der  wir  gantz  vnd  gar  verriebt  sein  zu  rechtn 
tagn  an  allen  schaden.  Wir  sein  auch  vnd  mit  vns  vnnser  erben  des 
vor  genannten  satzs  der  herren  vnd  des  gotshawss  ze  Pawngartn- 
perg  gwer,  als  satzs  recht  ist  nach  lannds  recht  in  Österreich. 
Gienng  aber  in  daran  icht  ab  vnd  was  sy  des  schaden  nement  mit 
recht,  desselben  Schadens  sullen  sy  bekomen  von  aller  der  hab,  die 
wir  haben  in  dem  lannd  ze  Österreich  mit  vnnserm  vnd  mit  aller 
vnnser  erben  guetlichem  willen.  Es  ist  desselben  satzs  jerlich  losung 
an  sand  Larenntzntag  vnd  zu  chainer  zeit  nicht  mer  in  dem  jar. 
F)arzu  oflenn  wir  mer,  das  Fridrich  der  Tampeckh  vnd  sein  haus- 
fraw  fraw  Geisel  junbabent  ein  holtz  vnd  ain  wismat,  das  sullen  sy 
niessen  vntz  an  ir  baider  tod.  Vnd  wann  sy  dann  baide  nymmer  sind, 
so  sol  dasselb  holtz  vnd  das  wismat  geuallen  zu  dem  vor  genanntn 
hof,  als  es  von  alter  darzue  gehört  hat,  vnd  sullen  sich  die  vor 
genannten  herren  desselben  hofs  mitsambt  dem  wismat  vnnderziehen 
vnd  alln  jrn  frumm  damit  schaffen,  wie  sy  wellen,  mitsambt  dem  vor 
genantn  hof,  diweil  vnd  er  jr  phant  ist,  vnd  sull  wir  vnd  all  vnnser 
erbenn  sy  daran  nindert  jrren.  Das  die  red  stät  vnd  vnuerchert 
beleih,  gib  ich  Dietrich  der  Reickerstorffer  dem  vor  genannten 
gotshaws  den  brief  für  mich  vnd  für  mein  egeschribne  hausfraw  vnd 
für  all  vnnser  erben  versigelten  mit  meinem  anhangunden  jnnsigel 
vnd  mit  Ottenn  des  Öder  jnnsigel  ze  den  zeitn  lanndtrichter  indem 
Machlannd  vnd  mit  herrn  Wetzls  jnnsigel  von  Erwing  vnd  mit 
meiner  sweger  jnnsigeln  Fridreichs  des  Tampeckchen  vnd  Otten 
des  Imtzinger.  Der  brief  ist  geben  nach  Christs  purd  drewtzehen 
hundert  jar,  darnach  in  dem  zwayundfuntTtzigistenn  jar  in  der 
anndern  vastwochenn  des  eritags. 

Aus  einem  Copialbuche  des  Klosters  Baum^urtenberg  vom  Jahre  1511. 


280 


CCLXXIV. 

1352.  12.  Min.  —  Otto  der  Hinterholzer  verkauft  an  das  Kloster  Garsten  zwei 
Güter  in  den  Pfarren  Haidershofen  und  Behamberg. 

Ich  Otte  der  Hinterholtzer}  mein  hausfrawe  vnd  alle  vnser 
erben,  swie  die  genant  sint,  die  nv  lebent  oder  noch  chunftich  wer- 
dend vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  den  brief  sehent  oder 
horent  lesen,  daz  wir  mit  wolverdahtem  müt  vnd  veraintem  [rat]  vnd 
mit  gutlichem  willen  aller  erben,  nach  rat  vnserr  pesten   friunt  aus 
vnserm  nvtz  vnd  gewer  recht  vnd  redlich  ze  chaüffen  haben  gegeben 
vnsers  chaufaigens  zwai  gut,  daz  gut   datz  dem  Humpel  genant  in 
Hasdershofer  pfarre,  vnd  daz  gut  in  dem  Loch  in  Pehenperger  pfarre 
mit  allev  dev,  vnd  darzv  gehört  ze  dorffe  ze   velde  ze  holtz  oder 
swi  daz  genant   ist,  besucht   vnd   vnbesucht,   dem  erbern  gotzhaus 
ze   Gcersten  vnd  den   gaistlichen  herren   abt  Erharten  vnd    dem 
conuent  vmb  viertzich  phunt  pfening  wienner  munsse,  der  si  vns 
gar  vnd  gentzlich  verricht  vnd  gewert  habent.  Wir  sullen  auch  der 
genanten  guter  des  obgenanten  gotzhaüsse  gewer  sein  für  alle  chrieg 
vnd  ansprach  nach  des  lantzs  recht.  Daz  daz  also   staet  vnd  vnzer- 
brochen  behalten  werd,  gib  ich  obgenanter  Otte  Hinterholtzer  für 
mich  vnd  alle  mein  erben  den  brief  versigelt  mit  meim  anhangenden 
insigel,  vnd  zu  ainer  guten  ziuchnusse  mit  Dietreichs  meins  bruder 
vnd  Otten  des  Ritzenwinchler  meins  ohaims  insigeln.  Daz  ist  gesche- 
hen, do  man  zalt  von  Christus  geburtt  dreuzehenhundert  iar,  in  dem 
zwai  vnd  fuuftzichistem  des  suntags  vor  mitterr  vasten. 

Orig.,  Perg.  im  ehemaligen  Garstener  Archive  m»t  drei  hängenden  Siegeln 
von  gelbem  Wachs.  Die  drei  Schilde  fast  gleich:  zwei  gegen  einander  gekehrte, 
auf  einem  Felsen  stehende  Hirschgeweihe. 


CCLXXV. 

1352.  5.  Hai.  Linz.  —  Heinrich  der  Jung  von  Walisee  von  Linz  reversirt,  dass 

er  den  Brief  worin  seine  Mutter  auf  ihre  Habe  zu  Gunsten  ihrer   Vettern  von 

Losen  stein  verziehtet,  diesen  nächstens  besiegelt  schicken  wolle. 

Ich  Heinrich  der  jung  von  Waltsee   von  Lincz  thuen  khundt 
offen  leich  mit  disem  brief,  das  ich  mich  verpundteti  hau   vnd  ange- 


281 

naroen  den  brief  ze  besiegln,  den  mein  liebe  frau  mein  muetter  dez 
erbern  berrn  Hartneyden  tachter  seeligen  von  Losenstain  gegeben 
hat  im  vettern  herrn  Rudolphen  vnd  herrn  Dietrichen  von  Losen- 
stain also»  daz  si  sich  verzeichet  aller  jrer  hab,  als  jr  brief  sait,  den 
soll  icb  in  zwischen  hinn  vnd  sunnbenden  besiglten  senden  mit  mei- 
ner  lieben  schwagern  jnsigel  herrn  Vbans  dez  grafen  von  Pern- 
stain  vnd  mit  dez  erbern  Heinriche  jnsigel  von  Potendorfy  di  der- 
selben sach  mit  jrn  jnsigel n  gezeug  sindt.  Wer  aber,  daz  in  daz 
verzogen  wurd,  von  wiegetanen  sachen  daz  geschach,  so  soll  ich 
in  einen  erbern  knecht  mit  zway  Pferdn  ze  Steyr  einlegen  in  ein 
erber  gasthauss,  wo  sie  nun  hin  zaigent,  der  soll  iniigen  vm  laisten 
vnd  nit  auzkhonnen,  iz  wider  (werde?)  daz  vollzogen,  daz  mein 
brief  sait.  Daz  in  daz  also  von  mir  vnuerkert  beleih,  gib  ich  disen 
offen  brief  zu  ainem  vrkhundt  mit  meinem  anhangunden  jnsigel  besi- 
gelten.  Geben  ze  Linz  nach  Christi  gebuert  vber  dreyzehenhundert 
jar  vnd  in  dem  zway  vnd  funffzigisten  jar  an  vnsers  Herrn  auf- 
farts  tag. 

Aus  Strein's  genealogischen  Handschriften. 


CCLXXVI. 

1352. 1.  JOttl.  Well.  —  Eberhart  von  WalUee  erklärt,  dats  er  sieh  nach  dem 

Käthe  und  Willen  des  Hertoga  Albrecht  in  Betreff  seiner  Streitigkeiten  mit 

Bischof  Gottfried  von  Passau  einem  Schiedsgerichte  nntertoorfen  habe. 

Ich  Eberhart  von  Walsse9  haubtman  ob  der  Ens  vergich  offen- 
lich  mit  disem  brif,  daz.  ich  vmb  all  sach  chrieg  vnd  aufleuff,  die 
sich  vergangen  habent  vncz  auf  den  heutigen  tag  zwischen  mir  vnd 
den  meinen  an  ainem  tail,  vnd  dem  erwirdigen  herren  bischof  Got- 
frid  se  Pazzowe  vnd  den  seinen  an  dem  andern  tail,  nach  meins 
gnädigen  herren  rat  vnd  willen,  herzog  Albrechts  ze  Österreich^  ze 
Steyr  und  ze  Kernden,  gegangen  bin  an  meinem  tail  hinder  di 
edeln  ersam  Reinprechten  von  Walsse  meinen  vettern  vnd  Perch- 
tolden  von  Losenstain,  so  ist  der  erwirdig  herr  bischof  Gotfrid  ze 
Pazzowe  an  seinen  tail  gegangen  hinder  den  edeln  erwirdigen  her- 
ren graf  Leutolten  von  Schowmberch  vnd  hinder  .  .  Tursen  von 
Tirnstain,  vnd  haben  wir  paidenthalben  mit  veraintem  muet  darzu 
genomen  den  fuemften  zu  einem  obmann,  meinen  vettern  Virich  von 


282 

Wahne  also,  daz  all  sach  chrieg  vnd  aufleuff  zwischen  mir  vnd  den 
meinen  vnd  dem  vorgenanten  bischof  Gotfrid  vnd  den  seinen  freunt- 
lich  besten  suellen  vntz  an  meins  vorbenanten  herren  herczog 
Albrechts  chumft  her  wider  haim  yon  Swaben,  vnd  sol  er  vns  dann 
paiden   dar  nach   inner  sechs   wochen   bescheiden  einen  tag   gen 

Wienn,  vnd  sol  vnser  igleicher  dann  dahin  mit  im  pringen  sein 
spruchleut  vnd  all  sein  chuntschafft,  der  er  dürfftig  ist  vnd  geniezzen 
wil,  vnd  sol  auch  mein  obgenanter  herr  der  herczog  den  obman  da 
hin  vodern,  vnd  di  fuemf  suellen  dann  da  paidenthalb  verhorn  all 
sach,  vnd  wes  si  freuntlich  nicht  berichten  muegen,  da  suellen  si 
ein  recht  vmb  sprechen  auf  den  aid,  vnd  wo  der  merer  tail  auz  in 
hin  geuellt,  da  so]  iz  bey  beleiben.  Waz  auch  den  fuemfen,  oder  dem 
merern  tail  geuellt  ze  sprechen  zwischen  vns,  daz  sich  zu  freunt- 
schafft  zivcht,  des  suellen  si  vollen  gewalt  haben,  vnd  waer,  daz 
der  spruchleut  ainer  oder  mer  ab  gieng,  oder  man  ir  nicht  gehaben 
moecht,  so  sullen  wir  ander  nemen  an  ir  stat,  an  allz  gevär.  Ez 
suellen  auch  all  geuangen,  iz  sein  edel  leut  oder  pawren,  paident- 
halben  taeg  haben  auf  den  spruch.  Auch  suellen  allev  geding,  di 
nicht  gegeben  sind,  gaenczlich  ab  sein.  Daz  allz  loben  wir  paident- 
halben  staet  ze  halten  vnd  nicht  vertziehen  an  allz  geuaer,  vnd  dar 
vber  ze  vrchund  gib  ich  disen  brif  versigelt  mit  meinem  anhanguu- 
dem  insigel.  Datum  Welse  feria  secunda  post  octauam  pentecostes. 
anno  domini  M°.  ccc°.  quinquagesimo  secundo. 

Monuni.  boic.  t.  XXX.  II.,  pag.  20ö. 


CCLXXVII. 

1352.  2.  JttDi.  Wel8<  —  Ernst,  Abt  zu  Kremsmünster  verleiht  den  ihm  von  Otto 

von  Volkenstorf  aufgesandeten  Hof  zu  Sehiermersdorf  und  den  Zehent  in  der 

Kemater-  Pfarre  an  Heinrich  von  Wallsee  von  Drosendorf. 

Wir  Ernste  con  Goten  genaden  abpt  ze  Chremsmunster  verie- 
hen  vnd  tun  chuut  oflenlich  mit  disem  prief,  daz  für  vns  chom  her 
Ott  von  Volehenstorf\  vnd  gab  vns  auf  seines  rechten  erbes  ainen 
hoff  ze  Schierme8dorf  vnd  den  zehent  in  Chemnater  j)harre  vnd 
pat  vns,  daz  wir  daz  von  vnsern  genaden  geruchten  ze  leihen  seinem 
8wager  her  Hainreichen  von  Waise  von  Drosendorf  vnd  seinen 
erben.  Nu  hab  wir  angesehen  di  trevn  dienst  vnd  fuderung,  di  si 


283 

vns  von  paydenseiten  vnd  vnserm  gotzhaus  oft  getan  habent  vnd 
noch  getün  mugen  in  chunftiger  zeit,  vnd  leihen  vnd  haben  verlihen 
dem  vorgenanten  Bainreichen  vnd  seinen  erben  di  vorgenanten 
guter  mit  vrchunt  dicz  priefs.  Geben  ze  Welsze  mit  vnserm  insigel 
nach  Christi  geburd  drevzehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  zway 
rnd  funfczigistem  jar,  des  sampcztags  jn  der  quater-temper  ze 
phingsten. 

Aus  dem  Original  im  k.  k.  geheimen  Hausarchive  auf  Pergament.  Ein 
verdorbenes  Siegel. 

CCLXXVIII. 

1352.  3.  JllL  Wels.  —  Janas  von  Capcll  und  sein  Sohn  Virich  thun  kund, 
wann   und  wie    die  Beschauung    und  Schätzung  ton   Schlierbach  vor  sich 

gehen  soll. 

Ich  Jans  von  Chappell  vnd  ich  Ylrich  von  Chappell  sein  svn 
vnd  all  vnser  erben  wir  veriehen  offenbar  an  dem  brief  vnd  tueu 
chunt  allen  den,  die  in  sehent,  horent  oder  lesent,  di  nv  lebent  oder 
hernach  chunftig  sind,  daz  die  beschow  vnd  die  Schätzung  vmb 
Slierbach  geschehen  so]  nach  svnnhenten,  die  schierist  choment 
vber  acht  tag  dacz  Slierbach,  vnd  vf  den  selben  tag  sullen  die  vier 
binchomen,  die  vnser  herr  der  hertzog  von  Osterrich  dar  zv 
geschaft  hat.  Wer  aber,  daz  der  ainer  oder  mer  abgieng  vnd  nicht 
dar  ehern,  so  sullen  die  andern  einen  andern  an  seiner  stat  nemen, 
vnd  sol  graf  Leotold  von  Schownberch  tuembrobst  ze  Freising  der 
fvnft  sein  zv  einem  vberman.  Vnd  ob  der  ouch  abgieng,  so  sullen 
die  vier  ainen  vberman  nemen  nach  iren  trewn,  vnd  sol  die  sach  vnd 
die  Schätzung  vmb  Slierbach  gancz  vnd  gar  da  selhs  gericht  vnd 
geendet  werden.  Wer  aber,  daz  wir  die  oben  gescliriben  sach  vf 
den  vorgenanten  tag  nicht  volfuerten,  darvmb  haben  wir  zvsampt 
vns  ze  porgen  gesatzt  graf  Ybann  von  Pernstain,  hern  Friderichen 
von  Waltse  ze  Ensf  hern  Eberharten  von  Waltse  ze  Drozendorf 
vnserm  üben  vrewnd  hern  Eberharten  von  Waise  zden  ziten  houbpt- 
man  ob  der  Ens  vnd  seinen  erben  also  beschaidenlich,  daz  er  vnd 
sein  erben  vollen  gebalt  habent  vns  mit  sampt  vnsern  porgen  ze 
manen  gen  Liniz  ze  laisten  jn  ain  erber  gasthows,  vnd  sol  im  vnd 
seinen  erben  dnselbs  iederman  einen  erbern  chnecht  mit  zwain 
pferften  (sie)  inlegen  vnd  laisten  als  laistens  recht  ist,  vnd  da  nicht 


284 

ouzchomen,  ez  werd  e  volfuret  jm  vnd  seinen  erben  allez  dar,  daz 
oben  Yerschriben  ist.  Daz  die  sach  also  stet  vnd  vnuerchert  beleih, 
darvber  geb  wir  jm  vnd  seinen  erben  hie  den  offen  brief  versigelten 
mit  vnsern  anhangunden  insigeln  vnd  mit  vnsrer  porgen  insigeln. 
Der  brief  ist  geben  ze  Wels  nach  Christes  geburd  drewtzehen  hvn- 
dert  jar,  vnd  in  dem  zwai  vnd  funftzichstem  jar,  des  pfintztags  an 
vnsers  herre  leichnam  tag  Jesv  Christi. 

Aus  dem  Original  im  Schlosse  zu  Eferding   auf  Pergament;  von  den 
angehängten  Siegeln  ist  nur  mehr  das  erste  ganz  erhalten  —  weisses  Wachs. 


CCLXXIX. 

1352.  6.  Juni.  Wel8.  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  erlaubt  den  Bürgern  zu 
Wels  zur  Rettung  vor  Ueber schwemmung  den  notwendigen  Grund  tu  benutzen. 

Wir  Albrecht  von  Gottes  genaden  hertzog  ze  Österreich,  ze 
Steyr  vnnd  ze  Kärndten  thuen  kundt,  daz  wir  vnnsern  getrewen 
den  burgern  ze  Weiss  gunnen  vnd  erlaubt  haben,  wo  sie  dieselb 
statt  ze  Weiss  vor  dem  wasser  retten  vnnd  bessern  wellen,  vnnd 
dartzue  sie  des  grundes  bedürften,  es  sei  aw  oder  acker,  wes  der 
selb  grundt  ist,  das  sy  denselben  grundt  dartzue  nemen  mügen  vnnd 
sollen,  vnnd  das  in  daran  niemant  kain  yrrung  nicht  thuen  soll.  Mit 
vrchundt  dits  brieffs  geben  ze  Weiss  am  eritag  vor  gotsleichnam- 
tag  anno  domini  M.  cccL.  secundo. 

Aus  der  Pancharte  Kaiser  Rudolfs  II.  zu  Wels.  Abgedruckt:  Hör  mayr, 
Taschenbuch  für  1837,  Seite  360. 


CCLXXX. 

1352.  6.  Juni.  Wels.   —  Herzog  Albrecht  von   Oesterreich  befiehlt,  dose  der 
Richter  der  Stadt  Wels  wie  ein  anderer  Bärger  daselbst  dienen  soll. 

Wir  Albrecht  von  Gottes  genaden  hertzog  ze  Osterreich,  ze 
Steyr  vnnd  ze  Kärndten  thuen  kundt,  das  wir  wellen,  wer  vnnser 
richter  ist  ze  Weiss,  das  der  mit  der  statt  vnnd  mit  den  burgern 
daselbs  ze  Weiss  dienen  soll  als  ein  ander  burger.  Mit  vrkuudt  diss 


288 

brieffis  geben  ze  Wehs  am  eritag  vor  vnnsers  herrn  leichnambs  tag 
anno  domini  millesirao  trecentesimo  quinquagesimo  secundo. 

Aus  der  Pancliarte  Kaiser  Rudolfs  II.  zu  Wels.  —  Wiederholt  durch  Her- 
zog Rudolf  IV.  dd.  Wien  am  14.  Jänner  1359  (Hormayr,  Taschenbuch  für 
1837,  pag.  363)  und  von  Herzog  Albreeht  IU.  dd.  Lim  am  8.  October  1393 
(I.  c.  363).  Abgedruckt  bei  Hormayr,  Taschenhuch  1837,  S.  360.—  Kurz, 
j  Handel,  Seite  347. 


i 


CCLXXXI. 

1352.  6.  Jllftl.  —  Die  Brüder  Reinbrecht  und  Friedrick  von  Wallsee  zu  Ens, 
Berthold  von  Losen  st ain  und  Hanns  Graf  von  Pernstein  setzen  sieh  zu 
Bürgen  Eberharts  von  Walsee  wegen   Verkauf  des  Hauses  Reichenstein  an 

Ulrich  von  Capellen. 

ICH  Reyprecht  (sie)  vnd  ich  Fridrich  paid  prüder  von  Waltse 
datz  Ens  vnd  ich  Perchtolt  von  dem  Losenstayn  vnd  ich  grafHam 
von  Pernstayn  wir  veriechen  offenleich  vnd  tun  chunt  allen  den,  di 
disen  prief  ansechent  horent  oder  lesent,    daz  wir  vnuerscheyden- 
leichen  porg  sein  worden  herrn  Eberhartz  von   Waltse  haubtman 
ob  der  Ens  vnd  seiner  erben  vm  daz  haus  ze  Beychenstayn,  daz 
der  vorgeschoben  her  Eberhart  von   Waltse   hern    Vireichen  von 
Chappeln  vnd  seinen  erben  ze  chaufen  hat  geben  vm  dre  tausend 
phunt  vnd  vm  sechshundert  phunt  phenning  alter  wienner  muntz  mit 
allen  den  nutzen  vnd  rechten,  vnd  herschaft  vnd  vorsten  vnd  visch- 
wayd  vnd  wiltpen,   die  darzu  gehorent  besucht  vnd  vnbesucht,  vnd 
scholl  auch  der  obgenant  her  Eberhart  von  Waltse  hern  Vireichen 
von  Chappeln  vnd  seinen  erben  dorzu  geben  dreuzig  phunt  herren 
gult  vnd  zwaynzig  phunt  geltz  auf  gestiftem  guet  in  vrbar  mitt  allen 
den  nutzen,  die  dorauf  liggen  sind  oder  geuallen  von  dem  tag  heut, 
vnd  schol   auch  im  darzu  geben   drithalbhundert  phunt  geltz   ver- 
lehentz,  daz  ritter  vnd  chnecht  von  im  haben  ze  lechen,  vnd  schol 
auch  im  geben  achtzig  phunt  geltz  vnd  drew  phunt  geltz  verlechentz, 
daz  paurn  von  im  haben.  Im  schol  auch  der  vorgeschriben  her  Eber- 
hart von  Waltse  vnd  sein  erben  alles  daz  richtig  machen,  das  ver- 
schriben  stet  an  disem  prief»  vnd  auch  allew  stet  mitt  herren  hant 
dorzu  tun,  der  er  dorzu  bedarf,  dem  vorgeschriben  hern  Vireichen 
von  Chappeln  vnd  seinen  erben  zwischen  hin  vnd  sand  Michels  tag» 
der  nu  schirst  chomt,  an  allen  chrieg.  Wer  aber  daz,  daz  dem  vor- 


286 

geschriben  hern  Vireichen  von  Chappeln  vnd  seinen  erben  doran 
icht  abgieng  vnd  nicht  Yolfurt  werd,  daz  vorgeschriben  stet  an  disem 
brief,  so  scholl  wir  in  vier  erwer  rittermezig  ebne  cht  inlegen  ider 
man  selbander  vnd  ider  man  mitt  zwayn  pherften  gen  Lintz  oder 
gen  Ens  in  ein  offen  gatshaus,  swo  si  vns  hin  vardern  her  Vlreich 
oder  sein  erben,  vnd  schallen  di  (sie)  laysten  an  als  gevor,  als  lay- 
stens  recht  ist,  vnd  nimer  aus  chomen,  iz  werd  e  volfurt  hern  Virei- 
chen von  Chappeln  vnd  allen  seinen  erben  allez,  daz  vorgeschriben 
stet  an  disem  prief.  Daz  in  disew  red  stet  vnd  vnverchert  beleih, 
dorvber  geb  wir  in  disen  prief  versigelten  mit  vnser  vierr  anhan- 
gunden  jnsigel  zu  aynem  waren  vrchund  der  vorgeschriben  sacb. 
Der  prief  ist  geben,  do  man  zalt  von  Christs  gepurt  tausend  jar  vnd 
dre  hundert  jar,  darnach  in  dem  zway  vnd  fTuntzigisteu  (sie)  jar  an 
vnsers  herren  leychnams  tag. 

Orig.,  Perg.,  dessen  Siegel  verloren,  im  Archive  des  Schlosses  Freistadt. 


CCLXXXII. 

1352.  15.  Juni.  -    Chunrat  von  Swertfurb,  Bürger  tu  Hall,  verkauft  an  da* 

Kloster  Garsten  ein  Gut  bei  Hall. 

ICH  Chuenrat  der  Swertfurb  burger  ze  Halle,  jeh  Jans  »ein 
aydem,  mein  hausfrow  Elspet  vnd  all  vnser  eriben,  wi  di  genant 
sind,  veriechen  offenbar  mit  disem  brief  allen  den,  di  in  sechent  oder 
horent  lesen,  daz  wir  mit  wolbedachtem  mut  vnd  nach  rat  vnser 
vreunt  ze  der  zeit,  vnd  wir  ez  wol  getun  machten,  auz  vnserm  nuez 
vnd  gewer  recht  vnd  redleich  zu  chouffen  haben  geben  daz  guet  am 
Prcewneizperig  pei  Hall  ze  holez  ze  veld  ze  wismat  mit  alle  dew, 
vnde  darzu  gehört,  wi  daz  genant  ist,  den  erbern  geistleichen  her- 
ren herren  Hermon  dem  Ponhalben  vnd  dem  conuent  ze  Gersten 
vmb  zwai  vnd  dreizzik  phunt  wienner  phenning,  der  wir  gancz  vnd 
gar  gewert  sein,  vnd  sein  ouch  wir  dez  guets  ir  gewern,  als  dez 
guts  recht  in  der  hofmarich  ist.  Nemen  si  darvber  dhain  schaden 
mit  recht  daran,  den  schulten  wir  in  ablegen  vnd  widercheren  vnd 
schulten  si  daz  haben  auf  vns  vnd  vnserm  gut,  wo  wir  daz  haben 
oder  noch  gewinnen  in  dem  land  ze  Osterreich  vnd  ob  der  Ens, 
vud  davon  bechomen  an  recht  mit  vnserm  gutleichen  willen,  wo  si 
dez  bechomen  mögen,  auf  wazzer  vnd  auf  land   so   lang,  vncz   wir 


287 

daz  vorgenant  guet  gar  ouzrichtig  vnd  an  chrieg  machen  dem  vor- 
genanten  gotshous  ze  Gersten.  Darvber  ze  einem  waren  vrchunt 
eben  wir  disen  offen  brif  versigelt  mit  dez  erbern  hern  hern  Perich- 
toldes  von  Losenstain,  der  ze  der  zeit  gewaltig  waz  ze  Ror,  anhan- 
gendem insigel,  wand  wir  aigner  jnsigel  nicht  haben,  vnd  sind  dez 
zeug  Ott  der  Riczemcinchler  vnd  Gotfrid  der  Sinzenperger  mit 
iren  jnsigeln.  Her  brif  ist  geben  nach  Christi  gepurd  tousent  drew- 
hundert  jar,  darnach  in  dem  zwai  vnd  fumfczkistem  jar  an  sand 
Veyts  tag. 

Orig.,  Perg.  im  ehemaligen  Garstencr  Archive  mit  drei  hängenden  Sie- 
geln von  gelbem  Wachse. 

CCLXXXIII. 

1352. 15.  Joid.  —  Chunrat  und  Janns  Brüder  die  Viehdorf  er  versetzen  eine 
Hofstatt  tu  Lostorf,  Lehen  vom  Herzoge  Albrecht  von  Oesterrcich ,  ihrem 
Freunde  dem  Spet  von   Warthausen,  Landrichter  tu  Peilstein,  um  6  Pfund 

Wiener  Pfenning  auf  vier  JoJtre. 

ICH  Chunrat  der  Viedörffer  vnd  ich  lans  der  Viedörffer  sein 

prneder  vnd  alle  vnser  erbm  wier  veriehen  an  disero  prief  vnd  tun 

chunt  allen   den,  di  in  ansehent  oder  horent  lesen,  di   nu  lebent 

oder  hernach  chumftig   sind,  daz  wir  mit  wolverdachtem  mut  vnd 

mit  gunst  aller  vnserer  erbm  ze  der  tzeit,   do  wier  das   wol  getun 

machten,  versast  haben  vnsers  gutz  ein  hofstat,  dew  do  leit  datz 

Lostorf >  vnd  dev  rechtz  leben  ist  von  dem  hochgeparn  fursten  hertzog 

Albrecht.  Also  haben  wiers   versast  mit  vnsers  leben  herren  hant 

vnserm  besundern  vreunt  Speten  van  Warthausen  ze  den  tzeiten 

lantrichter  ze  Peilstain  vnd  vern  Katrein  seiner  hausuravn  vnd  ier 

paeder  erbm  mit  allen  den  nuttzen  vnd   rechten,  vnd  zv  der  var- 

genanten  hofstat  gehört,  gestift  oder  vngestift,  versucht  oder  vnuer- 

sucht,  ze  dorff  vnd  ze  veld,  wie  so  das  genant  ist.  es  ist  auch  ze 

den  tzeiten   auf  der  vargenanten  hofstatt  gesessen  Hainreich  der 

Plachner.  Also  bab  ins  versast  für  sechs  phunt  wienner  phenning, 

der  wir  van  in  gantz  vnd  gar  gewert  sein  also  beschaidenleich,  das 

sev  das  vorgenant  gut  schulten  inne  haben  ze  einem  rechten  satz, 

als  Satzung  recht  ist  vnd  des  landes   gewanheit  jn  Österreich  vntz 

van  dem  sunibent  tag,  der  nu  schierist  chumftig  wiert,  vber  vier  iar. 

is  schol  auch  in  den  vier  iarn  alle  iar  losung  sein   am   sunibent   tag* 


288 

Wer  awer,  das  dev  vargenante  vier  iar  aus  cheemen,  das  wier  nicht 
losten,  als  var  geschriben  stet,  so  schol  is  furbas  ier  rechtz  chauf 
gut  sein  allen  ieren  frumen  do  mit  schaffen  mit  yerchauffen  vnd  mit 
versetzen  vnd  gebem,  wem  sev  wellen  an  alle  ierrung.  Wier  sein 
auch  des  vargenanten  gutz  ier  rechter  gewer  vnd  scherm  für  alle 
ansprach,  als  lehens  recht  ist  vnd  gewanhait  jn  Osterreich.  Nemen 
sev  dar  vber  indert  einen  schaden  mit  recht  an  dem  vargenanten 
gut,  den  schulten  wier  in  ab  legen  gantz  vnd  gar,  vnd  schulten  sev 
das  haben  auf  vns  vnd  auf  allem  dem  gfit,  das  wier  haben  in  dem 
land  ze  Österreich,  wir  sein  lemtig  oder  tod.  Hiet  awer  in  nicht 
alles  das  stet  (sie),  das  an  dem  prief  geschriben  stet,  wer  danne  ze 
den  tzeiten  landes  herr  ist'jn  Österreich  oder  haubtman  an  seiner 
stat,  der  schol  in  phant  geben  van  aller  vnserer  hab  als  vil,  do  van 
sev  haubtgutz  vnd  schaden  wol  bechomen  mugen  an  schlag  vnd  an 
für  bot  vnd  an  alles  recht  mit  vnserm  gutleichen  willen.  Das  dev  red 
also  stet  vnd  vnzebrochen  beleih,  dar  vber  geb  wier  in  disen  prief 
zv  einem  vrchund  der  warhait  diser  sach  versigelt  mit  vnser  paeder 
anhangunden  jnsigeln;  vnd  sind  auch  der  sach  getzeug  Ott  derRar- 
bekch  vnd  Gundakcher  der  VSuchsner  mit  ieren  anhangunden  insi- 
geln.  Der  prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd  dreuezehen  hundert 
iar,  dar  nach  in  dem  zway  vnd  fumftzigistem  iar  an  saud  Veitz  tag. 

Aus  dem  Original  im  Schlosse  Eferding  auf  Pergament,  die  Siegel  alle 
abgefallen. 

CCLXXXIV. 

1352.  4.  Juli.  —  Der  Dechant  Konrad  zu  Krems  reversirt  dem  Kloster  zu  Wil- 
hering  gewisse  Burgrechtsdienste  von  dem  halben  Hof  zu  Neudorf. 

Ich  Chunrat  di  weil  techent  ze  Krembs  vergich  offenbar  —  das 
ich  den  erbern  geistlichen  herren,  dem  abbt  vnd  der  sampnung  des 
chlosters  ze  Wilhering  alle  iar  jarleichen  an  sand  Georigen  tag  schol 
raichen  vnd  dienen  in  iren  hof  vnder  den  Weintzurln  ze  Krembs  zu 
rechtem  purkrecht  von  dem  halben  tail  des  hofs  gelegen  ze  Nevndorf, 
der  weylend  Steffans  des  Veldrichter  ist  gewesen,  zwelift  halben 
pfenning  wienner  munsze  vnd  an  sand  Michelstag  von  den  äkchern, 
die  hinden  daran  stossend,  funftzehen  pfenning,  vnd  an  dem  selben 
tag  von  dem  Pnmngarten,  der  an  di  Haid  stozzet  nach  den  vor- 
geschriben  äkchern,  drei  phenning  auch  wienner  munsse.   Tat  ich 


289 

des  nicht  oder  wer  den  hof  inue  hat,  so  schullen  die  vorgenau- 
ten  herren  alle  die  recht  darauf  haben  als  auf  anderm  purkrecht 
recht  ist  in  Österreich.  Vnd  darvber  gib  ich  in  disen  brief  versigel- 
ten mit  meinem  anhangunden  insigel.  Der  prief  ist  geben  drewt- 
zehen  hundert  jar  darnach  in  dem  zway  vnd  funftzigisten  jar  an  sand 
Vlrichstag. 

Copialbuch  B,  Fol.  999.  Im  Stiftsarchive  Wilhering. 


CCLXXXV. 

1352.  25.  Joll.  —  Magens  der  Puecher  verkauft  an  Rudolf  den  Pauzwekken  den 
Hof  tu  Schrettental,  welcher  Lehen  ist  von  Weichhart  von  Storchenberg. 

Ich  Magens  der  Puecher  vnd  ich  Chlar  sein  hausvrawe  wir 
veriechen  vnd  tun  chunt  allen  den  di  disen  prief  sechend  oder 
hörend  lesen,  div  nu  lebend  oder  her  nach  chumftich  werden,  daz 
wir  mit  aller  vnsrer  erben  gutlichen  willen  vnd  wart  vnd  mit  vnsrer 
besten  frevnd  rat  zu  der  zeit,  da  wir  ez  wol  getun  mochten,  vnd 
mit  vnsers  lechenherren  hant  kern  WeychardesvonStorichenberch 
recht  vnd  redlichen  verchauft  haben  vnsern  hof  ze  Schretental  mit 
allen  den  nutzen,  div  durch  recht  darzu  gehörend  ze  holtz  ze  veld 
besuecht  vnd  vnbesuecht,  wie  daz  genand  ist,  Rvedolffen  dem  Pauz- 
wekken vnd  seiner  hausvrowen  vran  Chlaren  vnd  allen  ieren  erben 
auz  vnsrer  nutz  vnd  gewer  in  ir  nutz  vnd  gewer  vmb  achtzechen 
pfunt  wienner  phenning,  der  wir  gantz  vnd  gar  gerichtt  vnd  geweret 
sein,  also  beschaidenlich  furbaz  ledichlichen  vnd  vreilichen  ze  haben 
vnd  allen  ieren  früm  damit  ze  schaffen  mit  verchauffen  mit  ver- 
setzen oder  geben,  wem  si  wellen  an  allen  irresal.  Vnd  sein  auch 
wir  vnd  vnser  erben  des  obgenanden  hofs  vnd  waz  darzu  gehört  ir 
scherm  vnd  ir  geuer  für  alle  ansprach,  also  lechens  recht  ist.  Wer 
aber,  daz  in  an  dem  egenanten  hof  vnd  waz  darzu  gehöret,  mit 
recht  icht  abgienge,  daz  sullen  wir  in  allez  auzrichten  vnd  wider- 
cheren.  Teten  wir  des  nicht,  wiegetanen  schaden  siv  dann  des 
nemen,  den  sullen  wir  in  abtun  gantz  vnd  gor,  vnd  sullen  si  auch 
dazselbe  haben  auf  vns  vnd  auf  aller  vnsrer  hab,  wo  wir  di 
haben,  wir  sein  lemtich  oder  tode.  Chem  aber  iemand  herfür,  der 
bezzer  erib  wold  sein  zu  dem  egenanden  hof,  denn  der  vorgenand 
Ruedolfder  Pauzwekk  vnd  sein  erben,  der  schol  in  geben  iv  mit  zig 

Urkundenbnch  des  Landes  ob  der  Eons.  VII.  Ud.  19 


290 

pfunt  wienner  phenning  an  allen  chrieg.  Daz  in  div  red  stet  gantz 
vnd  vnzebrochen  beleihe,  darvber  gib  ich  vorgenander  Magens  der 
Puecher  disen  prief  versigelten  mit  meinem  anhangunden  jnsigel 
vnd  mit  meins  lieben  frevndes  jnsigel  Meinhardesdes  Tewerbanger, 
der  diser  sach  taidinger  ist  gewesen.  Vnd  ich  Chvnigund  des  vor- 
genanden  Magens  mueter  verbinde  mich  vnder  den  zwain  jnsigelen 
alle  div  tayding  vnd  div  geluben  div  vorgeschoben  stent,  stet  ze 
behalten  mit  meinen  trewen.  Geben  nach  Christs  purt  vber  drev- 
tzechen  hvndert  jar  dar  nach  in  dem  zway  vnd  fumftzikisten  jar  an 
sand  Jacobs  tag. 

Aus  dem  Original  zu  Lambach  auf  Pergament.  Das  Siegel  Puchers  führt 
ein  JSgerhorn  mit  einem  Bande  und  der  Umschrift:  •£  S.fllJGGCnSOlUS 
PV^Ch€RÜ. 

CCLXXXVL 

1352.  12.  August.  —  Heinrich,  Decan  zu  Ens,  reversirt  den  durch  Thomas,  den 
Sohn  des  Schreibers  Gotfried  zu  Ens  daselbst  in  der  Pfarrkirche  zu  St.  Lau- 
renz gestifteten  Jahrtag  begehen  tu  wollen. 

Ich  Heinrich  chorherr  ze  Pazzaw  vnd  techent  %e  Ens  ver- 
gich  offenlich  mit  disem  brif,  daz  der  erber  vnd  beschaiden  man 
Thoman  Gotfridis  des  Schreiber  sun  von  Ens,  dem  Got  gnad,  nach 
seins  vorgenanten  vaters  gescheft  vnd  auch  selb  durch  Got  vnd  auch 
ze  trost  vnd  hülf  ierr  vnd  aller  irir  vodern  vnd  nachchomen  sein 
mier  vnd  meinen  nachchomen  techenten  ze  Bns  ledichlich  geben  hat 
einen  achker  gelegin  pey  dem  spital  ze  naest  an  der  pharr  akchern 
also,  daz  ich  vnd  all  mein  nachchomen  techent  oder  verweser  ze 
Ens  dem  selben  Thomann  div  weil  er  lebt  vnd  nach  im  seinen  erben 
oder  einem  seiner  pesten  vreunt  all  iar  geben  vnd  raichen  sullen 
zwelif  Schilling  wienner  phenning,  da  man  des  vorgeschriben  Got- 
frids  seiner  hausfrawen  Sophein  dez  vorgenanten  Thomans  sein 
svns  vnd  Gotfrides  Elspeten  Margreten  Kathrein  vnd  Sophein 
Thomans  geswistriden  vnd  aller  ierr  vreunt  vnd  vodern  jartag  mit 
begen  sol  dacz  der  pharr  zsant  Laurenizen  ze  Ens  ewiehlich,  da  ier 
leichnam  ligent,  des  nachtes  mit  gesungen  vigili  vnd  des  morgens 
mit  der  selmess,  vnd  sol  man  da  mit  allen  trewen  vleizzichleich  Got 
pitten  vmb  ier  aller  sei,  vnd  sol  der  vorgenante  Thoman  oder  wem  div 
zwelif  Schilling  pfenning  geraicht  werden,  von  den  selben  pfenning 


291 

geben  dez  nachtes  ze  der  vigili  den  priestern  dem  chorschuler  dem 
mesner  sechczichk  pfenning  vnd  des  morgens  vmb  daz  oblay  drei 
Schilling  vmb  prot  vnd  zwelif  pfenning  vmb  wein  oder  als  vil  phen- 
ning  da  für,  vnd  armen  leuten  auf  daz  grab  drey  Schilling  phenning 
des  nachtes  vnd  dann  dez  morgens  auch  armen  leuten  zwen  vnd 
vierczich  pfenning,  di  si  auch  da  selb  ze  der  mess  dann  opfern  sul- 
len.  Auch  sol  man  geben  hincz  minnern  brudern  sechczig  pfenning 
vmb  prot  vnd  sechs  (sie)  pfenning  vmb  wein  auch  ze  oblav,  daz  div 
auch  den  jartag  dar  vmb  hegen,  als  pilleich  ist.  Dez  geltes  alles 
wiert  zwelif  Schilling,  di  ich  vnd  mein  nachchomen  all  raichen  sul- 
len  zdem  jartag  vnd  di  man  tailen  sol,  als  ob  geschriben  stet.  Teten 
wier  dez  nicht  oder  daz  (wir)  Verzügen  vnd  nicht  raichen  zdem  jartag,  so 
solten  wier  darnach  inner  vierezehen  tagen  geben  zeiner  pezzrung 
an  dev  pfarrchirchen  ze  Em  dem  werch  oder  dem  Hecht  sechezigk 
pfenning  vnd  in  daz  spital  sechczig  pfenning,  als  oft  wier  iz  vier- 
ezehen tage  versezzen,  vnd  dannoch  nach  der  pezzrung  solten  wier 
di  vierezehen  Schilling  pfenning  raichen  zdem  jartag,  daz  er  began- 
gen ward  all  iar  des  nächsten  svntags  nach  sand  Merteins  tag,  als  ob 
geschriben  stet  vnd  nicht  abgieng.  Wer  aber,  daz  wier  di  vier- 
ezehen Schilling  raichten  vnd  Thoman  oder  wem  wier  si  reichten, 
den  jartag  also  damit  nicht  begiengen  vnd  tauten,  auch  als  ob 
geschriben  ist,  so  sol  der  selb  geben  ze  pezzrung  der  pharr  sech- 
czig pfenning  vnd  dem  techent  sechezkich  pfenning,  als  er  daz  auch 
vierezehen  tag  versezz  oder  Verzug,  vnd  dannoch  nach  der  pezz- 
rung den  jartag  hegen  vnd  die  pfenning  tailen,  auch  als  ob 
geschriben  stet.  Daz  loben  wier  mit  vnsern  trewen  vnd  geben  dar 
vber  disen  prief,  der  ainer  beliben  sol  Thomann  vnd  seinen  nach- 
chomen oder  in  der  stat  puchssen  vnd  ainer  dem  techent  ze  Ens  in 
seins  gotshaus  gewalt  versigilt  mit  meinem  anhangundem  insigel. 
Der  geben  ist  ze  Ens  dez  nächsten  suntags  vor  vnser  vrowen  tag  ze 
der  schidung  nach  Christs  geburd  dreuezehen  hundert  jar,  dar  nach 
in  dem  zway  vnd  fumfezikigsten  jar. 

Ans  dem  Originale  im  Decanats- Archiv  zu  Ena  anf  Pergament  mit  einem 
hingenden  Siegel. 


19* 


292 


CCLXXXVII. 

1352.  6,  December.  —  Abt  Gerlach  und  der  Content  zu  Lilienfeld  versichern 
den  von  Herrn  Stephan  von  Siel  mit  einem  Hause  in  der  Schenkenstrasse  tu 
Wien  gestifteten  Jahr  tag  begehen ,  und  dessen  Sohn  Herrn  Ofen  im  Kloster 

begraben  zu  wollen. 

Wir  apt  Gerlach  vnd  der  conuent  dez  chlasters  zu  Lylienweld 
veriehen  vnd  tuen  chvnt  mit  disem  brief  allen  den  di  in  sehent  oder 
horent  lesn,  daz  der  edel  vnd  erber  herre  her  Stephan  von  Slet} 
dein  Got  genad,  vns  vnd  vnserm  chloster  lautterleich  durch  Got  vnd 
durich  seiner  sei  hael  vnd  seiner  hausvrowen  vrowen  Annen  vnd 
durch  aller  seiner  vadern  sei  hael  willen  mit  wo]  verdachtem  muet 
vnd  rat  vnd  gvnst  seines  svns  hern  Offen  vnd  mit  gvetem  willen 
seiner  nahsten  vrevnt  zu  der  zeit,  do  er  daz  wol  getven  machte, 
gegeben  hat  ain  haus  gelegen  zu  Wienne  in  der  Schenchenstrazze 
an  dem  ek  pey  der  Potendarffer  haus,  daz  wir  auch  verchauft  haben 
dem  erbern  herren  hern  Gotschalichen  von  Neytperch  vmb  acht 
vnd  sechzig  phvnt  phenning  wienner  mänzze  also  beschaydenleich, 
daz  wir  alle  iar  in  vnserm  convent  von  dem  selben  gvt  ainen  jartag 
begen  schvllen  dez  nahsten  tags  nah  sand  Phylipps  tag,  als  seines 
vaters  iartag  hern  Offen,  dem  Got  genad,  nah  vnsers  ordens  gewon- 
hait  mit  gepet  mit  vigily  mit  mezse  vnd  mit  ainem  tebych  vnd  mit 
vier  cherezen  zu  vigili  vnd  zu  mesze  durch  besvnder  andacht.  Iz 
schol  auch  hern  Stephans  svn  von  Slet,  ob  er  wil  zu  dem  jartag 
chomen  mit  sechs  pherten  vnd  nicht  mer,  oder  sein  schafler  mit  drin 
vnd  nicht  mer,  vnd  schol  man  ymmer  zwaen  pherten  geben  ainen 
metzen  habern,  jz  mag  aueb  sein  schafter  in  dez  convenz  oder  dez 
aptz  cheler  gen  vnd  chosten  dez  pesten  weins,  dez  schol  man  dez 
morgens  geben  dem  convent  vnd  semein  vnd  drev  stuch  visch;  wurd 
aber  daz  an  ehaft  not  versäumet,  so  schullen  sich  die  nächsten 
vrewnt  her  Off  hern  Stephanis  svn  vnderwinden  fvmf  phvnt  geltz 
wienner  phenning  vnsers  rechten  aygens  so  lang,  vncz  daz  die 
savmpthait  gepezzert  werde.  So  schvllen  vns  vnserr  gvlt  ledich  sein 
an  alle  ansprach,  die  wir  in  also  auszaygen  pey  vnserm  chloster 
gelegen  daez  Raydenveld  Hainreich  vnder  denn  wald  dienet  fvmf 
vnd  dreyszig  phening,  Huppelhof  Umi  vnd  vierzig  phenning,  Sney- 
der  am  Ort  fvmf  Schilling,   Alhayt  vnd   Wolfger  fvmf  Schilling, 


293 

Wogenfüs  sechsiig  phenoing,  Stephan  zu  den  Veylern  aecht  vnd 
dreysig,  Muhmer  in  der  Scheyben  ain  halb  phvnt,  Mul  in  der  Awe 
vierdhalben  Schilling,  Mulner  dacz  Radichatc  dreizich  phenning, 
Chvnrat  am  Steg  sechszig,  Hainreich  da  selbes  zwelif  phenning, 
Peter  auf  dem  Pack  zwainzig  phenning,  Ortolf  auf  dem  Grillen- 
perig  fvmf  vnd  vierzig  phenning,  Fridreichs  witib  dacz  Mayrhouen 
dreyzich  phening,  der  Drochselhof  an  der  Stainwand  ain  phvnt, 
der  Mawrer  vnd  sein  sun  sechszig  phenning.  Wier  geluben  auch 
durch  besvnder  vrewntschaft  willen  kern  Stephans  sun  kern  Offen, 
swo  er  in  dem  lande  sturb,  so  schulte  wir  in  mit  vnserm  wagen  vud 
mit  vier  priestern  zu  dem  chluster  fueren  vnd  pey  vns  begraben. 
Vnd  daz  daz  alles  also  stete  beleihe,  gebe  wir  dorvber  kern  Offen 
ton  Slet  disen  brief  versigelten  mit  vnsern  payden  insigeln  vnd  mit 
vnsers  weyser  abt  Chvnratz  insigel  von  dem  heyligen  chreucz,  den 
wir  dorvmb  gepeten  haben.  Der  brief  ist  geben  nach  Christes 
gebuerd  vber  drevzechn  hvndert  iar  in  dem  zway  vnd  fvmczigisten 
iar  an  sand  Nyclas  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  drei  gut  erhaltenen 
Siegeln. 

CCLXXXVIII. 

1352.  26.  Decamber.  —  Eberhart  von  Starhemberg  versetzt  seinen  Brüdern 
Gundaker  und  Rüger  den  Hof  zu  Mittereck  um  20  Pfund  Pfenning. 

Ich  Eberhart  van  Starhenberch  vergich  vnd  tuon  chunt  allen 
den  die  disen  prieff  sehend  oder  lesen  heorent,  daz  ich  mit  fordah- 
tem  raoot  verseczt  han  Gundakhern  vnd  Buegern  meinen  pruedern 
von  Starhenberch  den  hof  dacz  Mitterek  vm  czwainczigphunt  wien- 
ner phennig  also  peszaidenleich,  daz  ich  den  forgenanten  hof  nicht 
fvrbaz  seczen  szol  noh  vorchaufen,  oder  ich  sol  inn  nah  Oer  mann 
rat  hocher  seczen  oder  forchaufen.  Wer  aber,  daz  ich  den  vor- 
genanten hof  wider  losen  wolt,  daz  szol  ich  vor  sant  Gorgen  tag 
fierczehen  tag  oder  darnach  in  den  fierczehen  tagen.  Entet  ich  auer 
dez  nicht,  so  stueond  der  forgenant  hof  van  derselben  zeit  aver 
daz  gancz  iar.  Darvber  gib  ich  disen  prieff  vnder  meimanhangunden 
ingesidel  vnd  mit  dez  Reichenstainer  ingesidl  vnd  mit  dez  Artolfs 
Pybers  meinz  prüder  ingsidl  zv  zevgnvz  diser  sach  vnd  diser  wand- 
lunge.  Daz  ist  geszehen,  van  dann  man  zalt  van  Christ  gepvord  tav- 


294 

sent  iar  drevhundert  iar  vnd  in  dem  zwayvndfvmskisten  iar  an  sant 
Stephans  mess  tseg. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hungesiegeln  von  gelbem  Wachse  im  Schlossarchiv 
zu  Riedeck.  Des  Pibers  Siegel  hing  nie  an  der  Urkunde.  (Der  Reichensteiner 
hat  drei  Querbalken;  zwischen  den  zwei  obern  sind  drei,  zwischen  den  untern 
zwei  Sterne.  Auf  dem  Siegel,  dessen  Rand  zum  Theile  abgebröckelt,  scheint 
zu  stehen  IOhANlS  . .  .  .) 

CCLXXX1X. 

1353.  4.  Jänner.  —  Eberhart  von  Starhemberg ,   Chorherr  zu  Paxsau,  verkauft 
seinen  Brüdern  Gnndaker  und  Rüger  den  Hof  tu  Mittereck  bei  Wildberg. 

Ich  Eberhart  von  Starchenberch  chörherr  ze  Pazzaw  vergich 
offenbar  mit  disem  brief  vnd  tun  chund  allen  den,  di  in  sechentoder 
lesen  hörnt,  daz  ich  mit  wolbedachtem  mut  nach  meiner  vrevnt  rat 
vnd  gunst  recht  vnd  red I eich  ze  chauffen  han  gegeben  meinen  lieben 
bruderu  Gundakchern  vnd  Bügern  von  Starchenberch  vnd  allen 
iern  erben  den  hof,  der  da  haizzt  der  Mitterekk  vnd  leit  pei  Wilt- 
perch,  der  mier  ze  eribtail  geuallen  ist,  aus  meiner  nuez  vnd  gewer 
in  di  irn  mit  alle  di,  vnd  darzu  gehört  ze  holez  vnd  ze  veld,  versucht 
vnd  vnuersucht,  vmb  ein  gelt,  dez  ich  gar  vnd  gancz  gewert  pin. 
Ich  pin  auch  dez  vorgenanten  hofs  ier  gewer,  wo  in  dez  not  ist,  als 
lancz  recht  ist.  Taet  ich  dez  nicht,  swie  viel  schaden  si  dann  dez 
nement,  den  schol  ich  in  ablegen  vnd  schulten  si  daz  haben  auf  mein 
trewn  vnd  darzu  auf  aller  meiner  hab,  swo  ich  di  han  versucht  vnd 
vnuersucht.  Darvber  ze  vrchund  gib  ich  in  disen  brief  gesigelten 
mit  meinem  anhangunden  jnsigel  vnd  mit  meiner  lieben  muter  jnsi- 
gel  vrown  Adelhait  von  Starchenberch  vnd  mit  meins  lieben  bruder 
Ortolfs  dez  Piber  anhangunden  jnsigel,  di  dez  chauffs  redner  vnd 
taydinger  sind  gewesen  vnd  auch  ierev  jnsigel  an  disen  brief  habent 
gelegt  durch  meiner  pet  willen  zu  einer  zevgnuzz  in  an  schaden. 
Der  geben  ist  nach  Christes  gepurd  drevezehen  hundert  jar  vnd  in 
dem  drev  vnd  fumfezkistem  jar  an  dem  vreitag  nach  dem  eben- 
beich  tag. 

Orig.,  Perg.  mit  zwei  Hängesiegeln  von  gelbem  Wachse,  das  des  Pibers 
verloren.  Im  Schlossarchive  zu  Riedeck. 


295 


ccxc. 

1353.  25.  J&nner.  —  Agnes,  Königin  von  Ungarn  und  Pfalzgräfin  bei  Rhein, 
leiht  Rudolf  dem  Schifer  und  seiner  Hausfrau  Anna  die  Lehen,  welche  Pob 
von  Hoholting gehabt ;  stürben  sie  kinderlos,  so  wird  Pilgr im  von  Anhang  folgen. 

Wir  Agnes  von  Gotcz  genaden  chvnigin  ze  Vngam ,  pfhalcz- 
grafin  by  Bin  vnd  herczogin  in  Baiern  veriehen  mit  dem  briet* 
offenlich,  daz  wir  Budoffen  dem  Schifer  9  seiner  hausfrawen  Annen 
vnd  ier  baider  erben,  ez  sein  tochter  oder  svne  verlihen  haben  ze 
rechtem  lehen  allez,  daz  si  von  hern  Poben  von  Boholting  ist  an 
erstorben  vnd  daz  er  vnd  sein  erben  von  vns  habent  gehabt  ze  lehen, 
mit  der  beschaiden,  wann  er  vnd  sein  hawsfraw  nimer  sind,  so  sul- 
len  ir  erben  allez  daz  von  vns  vnd  von  vnsern  erben  raichen,  allz 
si  habent  getan,  vnd  sullen  wir  in  dann  leihen,  allz  pilleich  ist; 
wann  di  abgingen,  so  sullen  ez  raichen  di  Pilgrärns  chind  von 
Anhang  von  vns  vnd  vnsern  erben.  Dez  ersten  hab  wir  in  verlihen 
den  sitz  ze  Panczingen,  ein  hof  ze  Trawtmaningen,  ein  zehent 
haws  ze  Elling,  ein  zehent  by  der  Pvnach,  ein  gut  ze  Griessenawe ; 
di  guet  vnd  zehent  hab  wir  in  verlihen  ze  rechtem  lehen  mit  alle 
dev,  vnd  darzu  gehernt,  besucht  vnd  vnbesucht;  vnd  waz  her 
Poben  von  HohoUingen  erben  vnd  aidem  noch  vngetailter  hab  mit 
einander  habent,  waz  si  darauz  angeuelt  mit  dem  tail  oder  an 
ersturib  mit  dem  dot,  daz  sein  vogtay  oder  verlichne  lehen,  daz 
sullen  wir  in  auch  leihen,  vnd  welherlai  frvm  si  wellent  saffen  (sie) 
mit  der  oben  verschriben  hab  vnd  lehenschaft,  daz  sei  mit  verhei- 
raten mit  verchawffen  mit  versetzen,  da  sullen  wir  vnd  vnser 
erben  si  oder  ir  erben  nicht  an  irren.  Daz  in  daz  allez  stat  vnd  vnze- 
brochen  beleih,  daz  oben  an  dem  brief  verschriben  ist,  darvmb  zu 
einem  vrchund  der  warhait  geben  wir  in  den  brief  versigelten  vnder 
vnserm  anhangvnden  jnsigel,  der  geben  ist,  do  man  zalt  von  Chri- 
stus gepurtt  drewczhen  hundert  jar  vnd  dar  nach  in  dem  drev  vnd 
fvntzigistem  jar  an  sand  Pawls  tag,  do  er  bechert  ward. 

Original  auf  Pergament,  eine  halbe  Spanne  lang  und  eine  kleine  Spanne 
breit,  sehr  klein  und  nett  geschrieben.  Das  Siegel,  das  an  einem  Pergament- 
Streifen  befestigt  war,  ist  abgefallen. —  Aus  dem  gräflich  Harrach'schen  Archive 
»i  Wien. 


2»* 


CCXCI. 

1353.  2.  Febnar.  FrilsUit.  —  Conrad  Raydel,   Bürger  in  Freistadt,  stiftet 
einen  Jahrtag  für  Jans  den  Puüer  in  der  Kirche  tu  Neumarkt. 

Ich  Chünrat  der  Raydel  purger  in  der  Vreinstadt  vnd  mit 
sant  mir  alle  mein  erben  vergehen  vnd  tuen  chunt  offenbar  mit  die- 
nen brief  allen  den  di  in  sebent  borent  oder  lesent,  daz  wir  vnver- 
czogenleich  von  vnsern  havs,  glegen  in  der  Vreinstat  in  der  bintern 
gazzen  gegen  der  patstuben,  vber  alle  jar  jarleich  dienen  vnd  raichen 
schulten  an  vnsrer  frauntag  zder  liechtmisse  i'umf  Schilling  alter 
wienncr  phenning  dem  pfarrer  dacz  dem  Nevnmarcht,  wer  di  weil 
da  pbarrer  ist,  vnd  auch  ein  vleischpanch,  ist  glegen  iu  der  Vrein- 
stat, di  dritt  vleischpanch  nach  der 8  Wurmes  zenast  ders  Hierns, 
vndain  vleischtisch  an  dem  marcht.  Wer  der  ist  der  divselben  vleisch- 
banch  vnd  auch  den  tysch  inne  hat,  der  selb  schol  auch  aller  jaer- 
leich  vnvcrzogenleich  auch  au  vnsrer  frauntag  zder  liechtmisse  davon 
raichen  vnd  dienen  fumf  Schilling  alter  wienner  phenning  dem  phar- 
rer  dacz  dem  Nevnmarcht,  vnd  schol  auch  dann  der  egenant  phar- 
rer  von  der  egeschriben  gult,  die  man  im  raichet  vnd  auch  dienet 
von  vnserm  egenanten  havs  vnd  auch  von  der  vleischpanch  alle  jar, 
jarleich  begeu  jartag  vnd  gehugnuzze  an  der  heiligen  junchfravn  sand 
Aytentag  vnverzogenleich  Janseyns  des  Puller,  dem  Got  gnad,  vnd 
aller  seiner  vodern,  des  abencz  mit  ainer  gesvnner  vigity  vnd  des 
inargens  mit  drinn  messen,  vnd  auch  alle  svntag  schol  man  des  ege- 
schriben Janseyns  vnd  seiner  vodern  sei  gedenchen  auf  dem  lekkter 
gedenchen  mit  dem  gemain  pet.  Wer  auch  daz  der  egenant  pharrer 
datz  dein  Nevnmarcht  den  jartag  nicht  begienge  als  emaln  geschri- 
ben  ist,  welichs  jarsdazwer  daz  des  egeschriben  Janseyns  des  Pul- 
ler  erben  czwen  mochten  pei  trn  trewen  gesprechen,  swer  dann 
pharrer  in  der  Weinstat  ist,  der  schol  sich  dann  mit  der  vart  der 
egeschriben  gult  paide  auf  dem  hatvs  vnd  auf  der  vleischpanch 
vnderwinden  vnd  schol  dann  desselben  jars  den  egenauten  jartag 
davon  hegen  als  emaln  geschriben  ist.  Wer  auch  daz  ich  egenanter 
Chunrat  der  Raydel  oder  mein  erben  der  egeschriben  gult  ab  vnserm 
oftgenanten  havs  ab  mochten  gechaufien  vnd  anderswo  an  glegen 
da  si  alsen  wol  ligt  ze  dienst  zu  dem  egenanten  jartag,  da  schol  man 
vns  Hindert  an  hindern  noch   irren.   Daz  di  red  auch  alle  glub   di 


297 

emaln  gescbriben  stent  also  stet  vnczebrochen  beleiben,  darvber  so 
geb  wir  icb  egenanter  Chunrat  der  Raydel  disen  offen  bricf  ze  ainer 
waren  vrchund  vnd  ze  ainem  offen  geczeug  versigelten  vnd  bestetigt 
mit  der  erbern  stat  anhangunden  insigel  von  der  Vreinstat.  Der  brief 
ist  geben  nacb  Christes  gepurd  vber  drevczebenhundert  jar  vnd  dar- 
nach in  dem  drin  vnd  fumfczigisten  jar  an  vnsrer  frauntag  ze  licht- 
misse. 


i 


Orig.,  Perg.  im  Stadtarchive  zu  Freistadt;  Siegel  gut  erhalten.. 

CCXCII. 

1353.   8.  Februar.  —    Weichart    von  [Polheim   will  nach   vorausgegangener 
Schältung  seinen  Antheü  an   dem  Walde  zu  Polheim  Herrn  Eberharten  von 

Wallsee  verkaufen. 

Ich  Weychart  hern  Chunrat s  svn  von  Polnhaim  vnd  alle  mein 
erben  veriehen  vnd  tun  chunt  mit  disem  offen  brief  allen  den  di  in 
sehent  oder  horent  lesen,  daz  wir  vnsern  tail  an  dem  wald  ze 
Polnhaim  besucht  vnd  vnbesucht  mit  allen  rechten  eren  vnd  nutzen, 
als  wir  in  vnd  vnser  vater  seliger  in  nutz  vnd  in  gewer  in  aygens 
geweiz  von  alter  her  praht  haben,  dem  erbern  herren  hern  Eber- 
harten  von  Waltse  vnd  allen  seinen  erben  recht  vnd  redleich  ze 
chauffen  haben  geben  also,  daz  wir  Hainreichen  den  Schickken  von 
Wels  von  vnsern  wegen  darzv  haben  genomeu  vnd  allen  gewalt  dar 
zu  geben,  daz  er  vnseren  tail  an  dem  egenanten  wald  wegen  vnd 
nach  seinen  triwen  schätzen  sol,  so  hat  der  ob  genant  her  Eberhart 
ton  Waltse  vnd  sein  erben  auf  iren  tail  hern  Jacoben  von  Schon- 
nawe  dar  zu  geben  vnd  geschaft  also,  swi  di  zwen  vnseren  tail  an 
dem  egenanten  wald  achtend  vnd  schätzend,  daz  sol  ainen  siechten 
furganch  haben  vnd  paidenthalben  dabei  beleiben  an  alles  gever, 
vnd  swaz  dez  selben  geltes  wirt,  daz  sol  vns  der  egenant  her  Eber- 
hart von  Waltse  vnd  sein  erben  beraitz  geben  vnd  vnuertzogenleich 
berichten.  Vnd  darvber  zu  ainem  vrchund  dez  vorgeschriben  chauf- 
fes  geben  wir  in  disen  brief  mit  meinem  anhangvnden  jnsigel  ver- 
sigelt, der  geben  ist  nach  Christes  gepurt  drevtzehen  hundert  jar 
darnach  in  dem  drev  vnd  funtzigstem  jar  dez  svntags  nach  vnser 
frawen  tag  zder  dienstzeit. 

Aus  dein  Originale  im  Schloss  zu  Eferding  auf  Pergament;  im  Siegel 
der  bekannte  Pol  heimer  Schild  —  weisses  Wachs.  Cf.  S.  326,  Nr.  CCCXX, 


298 


CCXCIII. 

1353.  8.  Februar.  —  Abt  Christian  und  der  Convent  tu  Baumgartenberg  rever- 
siren  über  20  Pfund  Wiener  Pfenning,  welche  Rapoto  der  Schreiber  tu  Wien 
tu  einem  Seeig  erat  he  gegeben  hat,  womit  sie  das  Lehen  tu  Weysching  in  der 

Pfarre  Mitterkirchen  angekauft  haben. 

Wir  abpt  Christan  ze  Pavmgartenberg  vnd  der  conueut  da 
selben  veriehen  offenleich  vnd  tun  chunt  allen  den  di  den  prief 
sehent  oder  hörnt  lesen,  daz  vns  der  erber  schreyber  Rapoto  von 
Wietin  hat  geben  zwaintzk  phvnt  wienner  phenning,  vmb  die  wier 
chauft  haben  ain  lehen  ze  Weysching  gelegen  in  Mitterchirchen 
pharr,  daz  zehen  Schilling  herren  gultist,  also  beschaidenleich:  wer 
gvster  ist,  daz  der  daz  selb  lehen  inn  schol  haben,  vnd  schol  dovon 
raichen  ain  nacht  Hecht  zv  sand  Benedict!  alter  vnd  ain  stekch  eher- 
tzen  zu  der,  vnd  er  ee  von  alter  dahin  geben  hat,  vnd  ain  Wandlung 
chertzen,  vnd  all  hochzeit  wann  man  offenez  capitel  hat,  so  schol 
er  daz  Hecht  datz  sand  Benedicten  alter  des  abents  ze  vesperzeit 
avf  zvnten  vnd  schol  daz  lazzen  prinn  di  acht  tag  auz  gantz  vnd  gar 
nacht  vnd  tag  dem  vor  genanten  Rapoten  vnd  all  seinen  vodern  ze 
ainem  ewigen  selgeraet.  Mit  vrchund  des  priefs,  den  wier  versigelt 
haben  mit  vnsern  paiden  jnsigeln.  Geben  nach  Christs  pVrd  drev- 
tzehen  hvndert  jar  in  dem  drev  vnd  fVmftzkistem  jar  des  vreitags 
in  der  ersten  vastwochen. 

Aus  dem  Originale  im  Museum  zu  Lioz  auf  Pergament  Die  Siegel 
verloren. 

CCXCIV. 

1353.  21.  Februar.  —  Revers  Wilhelm  des  Wurmthaters,  dass  er  von  dem  Hofe 
tu   Zirking   an  St.  Florian  jährlich  zwei  Schaf  Korn,  ebensoviel  Hafer  etc. 

tu  dienen  habe. 

Ich  Willialm  von  Würmtal  vnd  ich  Anna  sein  hausvraw  vnd 
mit  vns  all  vnser  erben  vergehen  offenbar  an  disem  prief  vnd  tun 
chunt  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  di  nun  sind  oder 
noch  chumftig  werdent,  daz  wier  ein  hof  gechauft  haben  von  mei- 
nem prüder  Jansen  von  Wurmtal,  der  gelegen  ist  ze  Zirknarn  vnd 
der  lechen  ist  von  dem  probst  vnd  dem  gotshaus  daez  sand  Florian, 


299 

da  von  wier  jaerlich  dienen  demselben  probst  vnd  dem  gotshaus  an 
vnser  vrowen  tag  ze  der  dienstzeit,  zwai  schaf  chorn,  zwai  schaf 
habern  vnd  an  zehen  phenning  segs  Schilling  phenning  wienner 
munzz.  Tett  auer  wir  dez  nicht  vnd  den  selben  dienst  ze  den  selben 
vnser  vrowen  tag  nicht  engeben,  so  genn  in  dreyn  vierzen  tagen 
segs  Schilling  phenning  dar  auf  ze  wandet,  ymmer  vber  vierzen  tag 
sechczik  pfenning,  damit  sol  jz  gesten  ein  ganczes  jar,  vnd  verrich- 
ten wier  dann  dez  dienst  vnd  der  segs  Schilling  inr  (sie)  jars  vrist 
nicht,  so  sey  wir  veruallen  dem  gotshaus  allez  dez  rechts,  daz  wir 
an  dem  hof  gehabt  haben.  Vnd  daz  daz  vnczwrochen  beleih,  dar 
vber  gib  ich  Wilhalm  von  Würmtal  disen  offen  prief  dem  probst 
vnd  dem  gotshaus  versigelten  mit  meinem  anhangundem  jnsigel  vnd 
mit  meines  pruders  Jansens  von  Würmtal  anhangundem  insigel, 
der  daz  dar  au  hat  gelegt  durch  meiner  pet  willen  iem  an  schaden. 
Der  prief  ist  geben  nach  Christi  gepurd  vber  dreuezenhundert  jar 
dar  nach  in  dem  drev  vnd  fumfezikisien  jar  dez  phineztags  vor  sand 
Mathes  tag  dez  zwelif  poten. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian  auf  Pergament  mit  zwei  Siegein. 

ccxcv. 

1353.  3.  läTZ.  —  Der  Bürgerralh  zu  Ens  und  Marchart  Churiman,  Spitalmeister 
daselbst,  verteilten  dem  Enser  Bürger  Ulrich  Kurxbek  die  Spitalmähle. 

Wir  der  rat  der  erbern  puriger  ze  Ens  vnd  ich  Marchart  der 
Churtzman  genant  vnd  spitalmaister  datz  Ens  Yeriehen  offenbar  — 
daz  wir  —  mit  geleicher  chuer  der  waegsten  (!)  vnd  der  pesten 
vnser  lieben  puriger  ze  Ens  .  .  .  nach  irer  aller  rat  di  mul  an  der 
alten  Purkk  auf  der  Ens7  di  dez  spitals  ist  datz  Ens  haben  geliehen 
«e  rechetem  lehem  dem  getrewen  mann  Vlreichem  dem  Churtz- 
pechen,  puriger  ze  Ens,  vnd  vron  Elspeten  seiner  hausfrawen  vnd 
ir  paider  erben  —  ez  sein  svn  oder  tochter  —  mit  beschaidner  ret, 
daz  er  Vlreieh  der  Churtzpech  von  der  mul  dienen  sol  dem  spital 
datz  Ens  alle  iar  jerichleich  vor  sand  Michels  tag  acht  tag  zwen  vnd 
dreizzich  metzen  dwrres  chorns,  vnd  dar  zv  sol  er  dem  spital  mallen 
ze  aller  zeit  an  alle  mautt  alles  des  si  bedürfen  vnd  ze  mallen  habent 
—an  alle  savmmichait,  vnd  ob  daz  geschech  von  Gotes  gewalt,  daz 
di  mul  abgieng  vnd  hin  gestört  wurde  von  dem  gewaltigen  wag, 


300 

wanne  daz  geschieht,  da  mit  get  der  dienst  ze  hant  ab  mit  der  mul 
vnd  ist  dev  selb  mullstat  dem  spital  wider  ledig  wardent  also,  daz 
Vir  eich  der  Churtzpech  noch  seiu  hausvrawe  noch  irev  chind  da 
mit  furbaz  nichtes  nicht  ze  schaffen  stillen  haben.  Wer  auer  daz 
getan,  daz  dev  selbe  mul  auf  der  Ens  belib  vngestort,  als  lang  dev 
selb  mul  stet,  schulten  sev  alles  daz  davon  dienen  daz  vorgesebri- 
ben  vnd  beschaiden  ist  —  Ynd  dar  zu  sol  Vlreich  der  Churtzpech 
der  awe,  dev  zu  der  vor  genanten  mul  gehört,  dem  spital  besvnder- 
leich  vnd  gar  trevleich  phlegen  vnd  sol  sev  pessern  vnd  für  ziechen, 
so  er  peste  mug  mit  allem  fleizz.  Er  schol  auch  dhain  recht  noch 
dhainen  nutz  in  der  selben  awe  nicht  haben  mit  dhainnen  sachen. 
Nur  allain  sol  er  haben  dar  inne  einen  pflantzgarten  vnd  ainen  weg 
von  der  mul  in  di  awe  vnd  durch  rechtev  notdurft  etleswenne  czu  dem 
hofzawn  vnd  zu  der  wure  sol  er  nemen  holtz  in  der  selben  awe,  daz 
er  abgestumeln  mag  vnd  furbaz  anders  nicht  durch  ichte.  —  Dar 
vber  geben  wir  disen  gegenburtigen  prief  ze  einem  sichtigen 
vrchunt  —  mit  vnserm  gemainen  anhangunden  sigel  von  der  stat 
wohl  bestetet  — .  Der  prief  ist  geben  —  dreutzehen  hundert  jar  vnd 
darnach  in  dem  dreu  vnd  fumfezigisten  jar  des  svntags  ze  mitter 
vasten,  so  man  singt  Letare. 

Orig.,  Perg.  mit  Hingesiegel  im  Museatarchive  iu  Linz. 


CCXCVI. 

1353.  12.  M&rz.  Ortolf  der  Chersperger  und  sein  Eidam  Chunrat  der  Simen- 

perger  stiften  Marcharten  dem  Chersperger,  Ortolf's  Bruder,  ein  Selgeräth  tu 

Gleink  mit  dem  Lehengute  zu  Eck  in  der  Pfarre  Wolfern. 

Ich  Ortolf  von  Chersperch,  jeh  Chunrad  von  Sinczetiperg,  dez 
vorgenanten  Ortolfs  von  Chersperch  aidem  wir  veriehen  offenbar 
an  disem  brief  vnd  tun  chund  allen  den,  di  in  sehent  lesent  oder 
lesen  hörnt,  daz  wir  mit  wol  bedachtem  muet  vnd  nach  vnsrer  freunt 
rat  vnd  mit  guetlehem  willen  dem  gotshaus  tze  Glunich  vnd  den 
herrn  da  selben  vnsers  rechten  lehens  ein  guet  an  dem  Ekke,  gele- 
gen in  Wolfarer  pharre  mit  alle  diw,  vnd  dar  czu  gehört  cze  holez 
cze  veld,  besuecht  vnd  vnbesuecht  oder  wi  ez  benant  sei,  daz  wir 
von  den  erwirdigen  herrn  von  Volchenstarf  hern  Georgen  vndhern 
Ortolfn,  weiln  herrn  Hainreichs  svnn  von  Volchenstarf,  dem  Got 


SOI 

gnad,  cze  rechtem  leben  gehabt  haben»  ledicbleich  gegeben  haben 
naeh  der  volg  vnd  nach  den  rechten,  di  das  vorgenant  gotshaus  cze 
Gleunich  Ton  allen  Volchenstarffern  hat,  vns  vnd  vnsern  vadern 
vnd  sunderleich  hern  Marcharten  von  Chersperg  meins  vorgenanten 
Ortolfs  von  Chersperch  bruder  cze  einem  rechten  selgerech  (sie). 
Dar  czu  haben  auch  wir  dem  vorgeschriben  gotshaus  mit  gueter 
betrachtung  vnd  mit  ganezen  willen  aller  vnser  erben  vnd  czu  der 
czeit,  do  wir  iz  wol  getuen  machten,  vnsers  rechten  vnd  frein  aigens 
ein  wis,  di  da  haizzet  di  Purch  wisy  gelegen  bei  dem  selben  guei 
am  Ekke  auch  in  Wolfarer  pharre  gegeben  czu  einer  pesserung 
dez  selben  selgerecz  also,  daz  wir  derselben  wis  dez  oftgenanten 
gotshaus  gewern  vnd  scherm  sullen  sein  an  aller  stat  für  alle 
ansprach.  Vnd  waz  si  dez  schaden  nemen,  den  sullen  si  haben  auf 
alle  di,  vnd  wir  haben  in  dem  land  cze  OsteiTeich,  vnd  dar  vmb  sul- 
len di  herrn  vnd  der  conuent  dez  selben  gotshaus  cze  Glunich  dez 
vorgeschriben  kern  Marcharcz  von  Chersperch  jartag  jerleich 
begen  an  sand  Margreten  tag  mit  einer  Yigili  vnd  dez  andern  mar- 
gens  mit  einer  gemain  gesungen  messe  an  alle  furezicht.  Dar  czu 
sullen  auch  di  selben  herrn  den  vorgenanten  hern  Marcharten  den 
Chersperger  treuleich  vnd  genczleich  nemen  in  ir  bruderschaft  vnd 
in  ir  guettet,  da  si  Got  mit  dienent,  iz  sei  bei  nacht  oder  bei  tag. 
Vnd  daz  das  hinfur  alles  stet  beleih  vnd  vnuerchert,  darvber  geben 
wir  disen  gegenwärtigen  offen  brief  versigelten  mit  meinem  dez  vor- 
genanten Ortolfs  dez  Chersperger  jnsigel  vnd  mit  meinem  egaenan- 
ten  Chunrates  dez  Sinczenperger  jnsigel  vnd  mit  Wilhalms  dez 
Chersperger  dez  vorgenanten  Ortolfs  dez  Chersperger  bruder 
anhangunden  jnsigel  cze  einem  rechten  geezeug  vnd  czu  einer  gan- 
ezen sicherhait  der  selben  sache.  Vnd  der  brief  ist  geben,  da  von 
Christi  gepurd  waren  ergangen  dreuezehen  hundert  jar  dar  nach  in 
dem  drew  vnd  fumfezigisten  jar  an  sand  Gregory  tag  in  der  vasten. 

Aoa  dem  Originale  su  Gleink   auf  Pergament  mit   drei   angehängten 
Siegeln. 


302 


CCXCV1I. 

1353.  3L  Hält.  —  Abt  Ulrich  tu  Lambach  gibt  der  Margaretha  von  Pfeffendorf 

das  Gut  tu  Pfeffendorf  zu  Erbrecht 

Wir  Virich  von  Gotes  gnaden  abpt  ze  Lambach  vnd  der  gantz 
conwent  da  selben  wir  veriehen  offenbar  mit  disen  gegenbürtigen 
brief,  daz  wir  mit  wohlbedachten  mvt  vnd  mit  verainden  rat  daz  gut 
ze  Pfeffendorf  gelegen  ob  des  weges  niden  in  dem  dorfle  mit  allen 
den  nvtzen  di  durch  recht  dar  zu  gehornd  ze  holtz  ze  velde  ver- 
sucht vnd  vnversucht,  vorlichen  haben  ze  rechten  erybrecht  Mar- 
grethen  von  Pfeffendorf vnd  allen  iren  erben  die  sie  mit  irem  wiert 
Chunraden  von  Pfeffendorf 'hat,  der  ez  vor  vnser  im  vnd  seiner  haws- 
frowe  die  vorgenant  ist  vnd  ir  bayder  erben  ze  einem  erybrecht 
habend  gewarben  von  dem  seligen  herren  abpt  Jansen  dem  Got 
genad  also  beschaidenlich,  daz  si  vnserm  gotzhaus  jerichlich  do  von 
dienen  sullen  sechtzig  newe  wienner  phenning  an  vnser  vrowen  tag 
ze  der  dienzeit  in  di  chamer,  vnd  dreizzig  wienner  phenning  ze  pow- 
stewer,  vnd  zechen  wienner  phenning  ze  roytstewer  vnd  zway  hoener 
vnd  nicht  mer.  daz  in  daz  stet  gantz  vnd  vnzebrochen  beleih,  dar  vber 
geben  wir  in  disen  brief  versigelten  mit  vnser n  auhangunden  insigeln. 
Vnd  ist  daz  geschehen  do  von  Christs  puert  ergangen  waren  tausend 
jar  drev  hundert  jar  darnach  in  dem  drev  vnd  fumftzigisten  jar  des 
nächsten  svnntages  nach  dem  heiligen  ostertag. 

Original  auf  Pergament  im  Stiftsarchive  Lambach.  Siegel  fehlt  gänzlich. 


CCXCVHL 

1353.    4.  April  FreiStadt  —    Heinrich    der  Hiertel    Bein  Weib   und  seine 
Kinder  verkaufen  den  Steinkeller-Hof  in  der  Pfarre  Neumarkt  um  88  Pfund 

Pfenning  an  den  Freistädter-Bürger  Wulfing. 

Ich  Hainreich  der  Hiertel  vnd  mein  hausfrow  Dorothea  vnd  mein 
sun  Engelbrecht  vnd  mein  tochter  Agnes  vnd  al  vnser  erben,  di  wir  haben 
oder  noch  gewinnen,  wir  veriehen  vnuerscheidenlich  vnd.  tun  chunt  allen 
den,  die  disen  prief  sehent  oder  horent  lesen,  di  nv  sint  oder  noch 
chumftig  werdent,  daz  wir  mit  wolbedachtem  muet  vnd  nach  rat  vnd 


303 

mit  willen  vnd  gvnst  aller  vnser  erben  vnd  vreunt  verchaufft  haben 
recht  rnd  redleich  ze  der  zeit,  do  wir  ez  wol  getun  moehten,  vnsern 
hof  zdem  Staincheler,  der  gelegen  ist  in  Nevnrnarchter  pharr,  der 
von  alter  her  ynser  vreys  aygens  gewesen  ist  vnd  von  vnsern  vodern 
an  vns  chomen  ist,  mit  allen  rechten  vnd  nuczen  vnd  darzv  gehorent 
vnd  davon  bechomen  mvgen  ze  holcz  ze  veld  vnd  ze  wismat,  gestift 
vnd  vn gestift,  versuecht  vnd  vnversuecht,  alz  wir  in  haben  inn 
gehabt,  dem  erbern  mann  Wulfing  purger  in  der  Vreimtat  vnd  seiner 
hausfrovn  Elspeten  vnd  ir  payder  erben,  dy  si  habent  oder  noch 
gewinnen,  an  zway  phunt  vmb  sechzk  phunt  phenning  wiener  munzz,  der 
wir  ganz  vnd  gar  vericht  vnd  gewert  sein.  Wir  veriehen  auch  vnd 
schulten  des  vorgenanten  hofs  vnd  allez  des  daz  darzu  gehört  gewer 
sein  vor  recht  vnd  auch  an  aller  stat,  wo  dez  dem  egenanten  Wul- 
fing oder  sein  erben  not  vnd  dürft  geschiecht  nach  landes  recht 
Naemen  si  aber  daran  dhainen  schaden,  den  schulten  wir  in  ablegen 
vnd  widercheren  gancz  vnd  gar  swo  wir  in  dez  abgiengen,  waz  si 
dez  schaden  naemen,  den  schulten  si  haben  auf  vns  vnd  auf  vnsern 
erben  vnd  auf  aller  vnser  hab  di  wir  haben  in  dem  land  ze  öster,- 
reicht  vnd  schulten  si  auch  dez  schaden  bechomen,  wi  si  nächst 
mvgen  mit  vnserm  gutleichem  willen,  also  daz  wir  sev  daran  mit 
nichtev  schulten  irren  noch  engen.  Daz  disev  Wandlung  vnd  der 
chauff  alz  vorgeschoben  stet  ewichleich  staet  vnd  vnuerchert  beleih, 
darüber  gib  ich  vorgenanter  Hainreich  der  Biertel  disen  offen  prief 
für  mich  vnd  für  all  mein  erben  wolbesigelten  vnd  bestaet  mit  mei- 
nem anhangundem  insigel,  vnd  zv  einem  zevg  vnd  auch  durich 
pezzer  sicherhait  der  vorgenanten  handlung  ist  der  prief  vnd  avch 
der  chauf  beuestent  vnd  bestaet  mit  des  erbern  ritter  hern  Weyk- 
Charts  von  Pernato  vnd  mit  Hainreichs  dez  Chersperger  anhan- 
gvnden  insigeln  vnd  mit  hern  ChunrcUs  dez  Schevrbechen  anhangvn- 
dem  insigel,  der  zden  Zeiten  purkraf  vnd  landtrichter  gewesen  ist  in 
der  Yr einstat.  Der  prief  ist  geben  nach  Christes  gepurd  drevzeh- 
chenhundert  jar  darnach  an  dem  drev  vnd  fumfczkisten  jar  an  sand 
Ambrosy  tag. 

Original  auf  Pergament  im  Stadtarchive  zu  Freistadt  Die  vier  Siegel  gut 
erhalten. 


304 


CCXCIX. 

1353. 13.  April.  Wien.  —  Heinrich  von  Dobreniz  verseilt  an  Jannsen  von  Winden 
für  73  Pfund  Pfenning  den  Hof  tu  Gensterndorf  welcher  auch  sein  Satz  ist 

von  Heinrich  und  Hanns  von  Prunnc. 

IcH  Hainreich  von  Dobreniz  vnd  mein  erben  vergehen  offen- 
leich  an  disem  brief,  daz  wir  vnuerschaidenleich  gelten  suln  Jansen 
von  Winden  vnd  seinen  erben  drev  vnd  sibentzich  phunt  wienner 
phenninge,  vnd  haben  in  da  für  gesatzt  mit  guten  willen,  mit  ver- 
dachtem mut  zu  der  zeit,  do  wir  es  wol  getun  mochten,  vnsern  satze 
den  mir  mein  öhaim  Hainreich  vnd  her  Jans  die  prüder  von 
Prunne  gegeben  habent,  der  ir  satze  gewesen  ist  von  Charlein  von 
dem  Gerlos,  den  pawehof  ze  Gensterndorf  mit  allen  den  nutzen 
vnd  rechten,  als  der  brief  sagt,  den  Chart  von  dem  Gerlos  den 
egenanten  meinen  ohaymen  darvber  gegeben  vnd  verschriben  hat, 
vnd  den  ich  auch  Jansen  von  Winden  vnd  seinen  erben  in  ir  gewalt 
geantwurt  vnd  gegeben  han.  Vnd  darvber  so  gibe  ich  in  disen  brief 
ze  einem  warn  vrchünde  diser  sache  versigelt  mit  meinem  insigel 
vnd  mit  des  egenanten  meins  ohayms  insigel  hern  Jansen  von 
Prunne,  der  diser  sache  gezeuge  ist  mit  seinem  jnsigel.  Diser  brief 
ist  geben  ze  Wienne  nach  Christes  geburt  dreutzehen  hundert  iar 
dar  nach  in  dem  drev  vnd  fumftzgisten  iar  des  samstages  in  der 
andern  wochen  vor  sant  Jörgen  tage. 

*  Aus  dem  Originale  zu  G  ach  wandt  auf  Pergament  mit  einem  Siegel.  Ein 
Bindenachild,  wie  der  Oesterreich :  S.IOh ÄlUlIS  ....  RVn.  Das  erste  Siegel 
zerbröckelt. 


ccc. 

1353.  24.  April.  —  Vir  ich  der  Pemdorfer  und  sein  Bruder  Ludwig  geben  einen 
Acker  an  dem  Moor  in  der  Pfarre  Grammastetten  dem  Kloster  Wilhering  zum 

Seelgeräthe  für  ihren  Vater. 

Ich  Ylreich  der  Perndorfer,  ich  Ludweig  sein  brueder  vnd 
all  vnser  erben  wir  veriehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  brief 
ansehent  oder  horent  lesen,  di  nu  lebent  oder  (hernach)  chvnftich 
sind,  daz  wier  den  acher,  genant  an  dem  Mos  im  Greymhartsteter- 


308 

pharre  gelegen,  recht  vnd  redleich  vnd  mit  guter  gunst  vnd 
willen  aller  vnser  vreont  geben  haben  dem  goteshous  ze  Wilhering 
Tnd  der  samnvng  da  selbs  ze  einem  seigerät  ab  vnsers  Täters  sei, 
dem  Got  genad.  Wier  verzeichen  vns  ouch  des  vorgenanten  achers, 
(daz  wir  dar  zv)  nimer  mer  chain  zueversicht  schulten  gehaben.  Ez 
schol  auch  daz  egenant  (gotzhaus  ze  Wilhering  vnd  di  sampnung) 
doz  selbs  den  e  genanten  acher  versetzen,  verchauffen  vnd  ze  irm 
(frum  schaffen,  wie  si  wellent,  da)  schulte  wir  sey  zue  fuedern. 
Swaz  in  dar  an  ab  get  von  vns  vnd  von  (vnsern  erben,  das  schullen 
si  haben)  datz  vns  vnd  datz  aller  vnser  hab  nach  landes  recht.  Oaz 
di  red  (also  stät  vnd)  vnzebrochen  beleih,  dar  vber  geben  wir  jch 
vorgenanter  Vlreich  der  Perndorfer  vnd  ich  egenanter  (Ludweig) 
sein  brueder  dem  egenanten  gotzhaus  ze  Wilhering  vnd  der  sam- 
mvng  da  selbs  disen  offen  brief  (ze  einer)  warn  vrchund  diser  sache 
versigelt  mit  vnsers  vetern  anhangvndem  jnsigel  Herbortes  des 
P(erndorfferJ  vnd  ze  einer  pezzern  sicherhait,  wann  wir  aygens 
jnsigels  nicht  enhaben,  darnach  mit  des  erbern  (mannes)  jnsigel 
Chvnratz  (»der*  ausgelassen)  ze  den  Zeiten  purkgrafvnd  lantrichter 
gebesen  ist  ze  Wessenberch.  Der  brief  (ist  geben  do)  ergangen 
waren  von  Christes  gepurd  dreuzehenhundert  jar,  dar  nach  in  dem 
drew  vnd  (funftzigisten  iar)  an  sand  Gorgen  tag. 

Aas  dem  Originale  zu  Wilhering  auf  Pergament,  die  Siegel  verloren.  — 
Die  wegen  einer  grossen  Lücke  unleserlichen  Stellen  des  Originals  wurden  aus 
einem  Copialbuche  entnommen  und  hier  per  Parenthesin  gesetzt 


CCCI. 

1353.  24.  April.  Wien.  —  Niklas,  Sohn  des  Grafen  Lorenz  von  Martestorf,  ver- 
kauft die  halbe  Veste  zu  Vestenburg  an  seinen  Oheim  Herrn  Ulrich  von  Pergau 
um  SSO  Pfund  Pfenning  (cf.  1333  am  29.  September,  S.  327). 

Ich  graf  Nichlas,  graf  Laurentz  sun  von  Mdertestorf,  dem 
Got  genade,  vergich  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  disen  brief  lesent 
oder  horent  lesen,  die  nu  lebent  vnd  hernach  chunftich  sint,  daz 
ich  mit  meiner  erben  guten  willen  vnd  gunst  mit  verdachtem  mut 
vnd  nach  meiner  pesten  vreunt  rat  zu  der  zeit,  do  ich  es  wol  getun 
mochte,  verchauft  han  meines  rechten  aygens  mein  halbev  veste  ze 
Vestenburch  vnd  allez  daz,  daz  zu  der  [selben  halben  veste  gehöret 

Urknndenbnch  des  Lande«  ob  der  Enns.  VII.  Bd.  20 


306 

in  vrbar  ze  holtz  ze  velde  vnd  ze  dorf,  es  sei  gestift  oder  vngestift, 
versucht  oder  vnuersucht,  swie  so  daz  genant  ist  vnd  swo  so  daz 
gelegen  ist.  Die  selben  veste  halbev  ze  Vestenburch  vnd  alles  daz9 
daz  zu  der  halben  veste  gehöret  als  vor  verschriben  ist,  han  ich 
recht  vnd  redleich  verchauft  vnd  geben  mit  alle  den  nutzen  vnd 
rechten,  als  ich  es  alles  vnd  mein  vodern  in  aygens  gewer  her  pracbt 
haben,  vmb  sechsthalbe  hundert  phunt  wienner  phenninge,  der  ich 
gar  vnd  gsentzleich  gewert  bin,  meinem  öheim  kern  Vireichen  van 
Pergawe  vnd  seinen  erben  furbaz  ledichleichen  vnd  vreyleichen  ze 
haben  vnd  allen  im  frumen  da  mit  ze  schaffen  verchauffen  ver- 
setzen vnd  geben,  swem  si  wellen  an  allen  irresal.  Vnd  sein  •  auch 
wir  ich  obgenanter  graf  Nichla*  vnd  mein  erben  vnuerscbaidenleich 
der  vorgenanten  halben  veste  ze  Vestenburch  vnd  alles  dez,  daz  zu 
der  selben  halben  veste  gehöret,  als  vor  an  disem  brief  geschriben 
stet,  des  egenanten  kern  Vlreichs  von  Pergawe  vnd  seiner  erben 
recht  gewern  vnd  scherm  für  alle  ansprach,  als  aygens  recht  ist  vnd 
des  landes  recht  ze  Steyr.  War  aber,  daz  si  mit  recht  an  der  sel- 
ben halben  veste  vnd  an  alle  dev  vnd  dar  zu  gehöret,  als  vor  ver- 
schriben ist,  icht  chrieges  oder  ansprach  gewunnen,  swaz  si  des 
schaden  uement,  daz  suln  wir  in  alles  ausrichten  vnd  widerchern 
an  allen  irn  schaden.  Vnd  suln  auch  si  daz  haben  auf  vns  vnd  auf 
allem  vnserm  gut,  swo  wir  daz  haben,  wir  sein  lebentich  oder  tode. 
Vnd  daz  diser  chauf  furbaz  also  st&t  vnd  vnzerbrochen  beleihe,  dar 
vber  so  gib  ich  vorgenanter  graf  Nichlas  meinem  ohaim  kern 
Vireichen  von  Pergawe  vnd  seinen  erben  disen  brief  zu  einem  warn 
vrchunde  vnd  zu   einer  ewigen  vestnung  diser  sache  versigilt  mit 
meinem  jnsigil  vnd  mit  meiner  vreunde  jnsigiln  der  erbern  herren 
kern  Merten  des  Stächssen  von  Trautman&torf,  kern  Eberharts9 
hern  Hainreichs  der  prüder  von  Walsse,  hauptleut  ze  Drosendorf. 
kern  Perichtolis  von  Pergawe,  die  diser  sache  gezeuge  sint  mit  irn 
insigiln.    Dieser  prief  ist  geben  ze   Wienne  nach   Christes   geburt 
drewtzehen  hundert  iar,  dar  nach  in  dem  drev  vnd  fumftzgisten  jar 
an  sant  Jörgen  tage. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  fünf  angehängten 
Siegeln.  Graf  Niklas  hat  einen  Adler  mit  ausgebreiteten  Flügeln,  die  andern 
Siegel  sind  bekannt. 


307 


CCCIL 

1353.  26.  April.  —  Ulrich,  Pfarrer  zu  Steten,  bestätigt,  das*  ihm  seine  Pfarr- 
leute nach  Geheiss  Herzog  Albrechts  alles  Geld  angelegt  haben  auf  liegenden 

Gründen. 

Ich  Vlreich  pharrer  ze  Steten  vergich  vnd  tun  chunt  offenlich 
mit  disem  brief,  daz  mir  die  erbern  leut  —  die  gemain  meiner  pharr- 
leAt  ze  Steten  allez  das  habent  auzgericht  vnd  angelegt  gar  vnd 
gentzlich,  daz  si  demselben  gotshaus  ze  Steten  verbaizzen  habent 
antzelegen  vnd  ze  stiften  nach  meins  herren  brief  des  hochgeporn 
fürsten  hertzog  Albrechts  ze  Osterrich*  ze  Steyr  vnd  ze  Kernden. 
Des  ersten  habent  si  mir  geben  ein  widern»  da  ich  aufsitze»  dartzu 
haben  si  mir  geben  achtzehen  jeuch  achker»  die  datz  Steten  gelegen 
sind,  darnach  habent  si  mir  angelegt  fumftzig  phunt  wienner  phen- 
ning,  der  dreizzig  phunt  gelegt  sint  an  einen  getraitzehent,  der  auch 
ze  Steten  gelegen  ist,  vnd  vmb  die  andern  zwaintzig  phunt  habent 
si  mir  gechauffet  sechs  jeuch  achker  mit  cheid  [sie]  mit  alle, 
die  auch  ze  Steten  gelegen  sint»  also  beschaidenlich,  daz  ich  vnd 
alle  mein  nachchomen  furbaz  nimmermer  hintz  in  von  derselben  Stif- 
tung wegen  dhain  ansprach  noch  vordrung  haben  sullen  noch  mugen. 
Vnd  des  zu  einem  vrchund  gib  ich  in  disen  brief  versigelt  mit  mei- 
nem insigel  vnd  mit  meins  lehenherren  insigel  hern  Stephans  phar- 
rer ze  Leubendorff  vnd  mit  des  erbern  herren  jnsigel  hern  Merten 
des  Pyber  zu  den  Zeiten  purggraf  vnd  pfleger  ze  dem  Greutschen- 
stain,  die  diser  sache  getzeug  sint  mit  iren  insigeln.  Der  brief  ist 
geben  nach  Christes  gepfirde  dreutzeheuhundert  iar,  darnach  in  dem 
drew  vnd  fumftzkistem  iar  an  vreytag  vor  dem  svnntag,  als  man 
singet  misericordia  dominj. 

Orig.,  Perg.  im  Linzer  Museum  mit  dem  bfingenden  Siegel  des  Pfarrers 
Ton  Leobendorf  von  gelbem  Wachse,  die  andern  abgefallen. 


20* 


308 


cccm. 

1353.  1.  Mai.  —  Rudolf  der  Steher  tu  Brunn  und  Gertraud,  seine  Hautfrau, 
stiften  sich  mit  dem  Weingarten  Pfajf  an  dem  Brunnberg  einen  Jahrtag  im 

Kloster  Lambaeh. 

Ich  Rudolph  der  Steltzer  zu  Prttnne  vnd  ich  Gertraud  sein 
hausfraw  vnd  all  vnser  baider  erben  wir  veriehen  — ,  das  wir  — 
mit  vnsers  pergmaisters  hant  Virich  des  Reindieina  zu  den  Zeiten 
des  hochgebornen  forsten  herzog  Albrechts  pergmaister  des  perg- 
rechts  zu  Medling  haben  gegeben  mit  vrkund  dis  gegenwertigen 
briefs  zu  ainem  seelgerait  vnd  zu  einem  ewigen  jartag  vnsern  Wein- 
garten an  dem  Prunberg,  der  da  haisset  der  Pfa/fynd  ligt  zu  negst 
des  Weingarten,  der  da  haisset  Salotortf)  —  vnd  der  vnser  gekauff- 
tes  guet  ist,  daruon  man  jarlichen  dint  ain  eimer  weins  zu  purgrecht 
vnd  ainen  wienner  pfenning  zu  vogtrecbt  vnd  nit  mehr,  denselben 
Weingarten  haben  wir  geben  dem  erbarn  gotsbauss  vnd  dem  closter 
zu  Lambaeh  mit  solcher  beschaidenheit,  das  der  conuent  desselben 
closters  darvon  jarlichen  begehen  soll  an  sand  Dyonisitag  oder  an 
seinem  abent  ainen  ewigen  jartag  des  abents  mit  vigili,  des  morgens 
mit  seimessen,  den  seelen  zu  ainem  ewigen  trost  — .  Wir  offnen 
auch,  das  wer  des  vorgenanten  gotsbauss  her  vnd  pfleger  ist,  der 
sol  den  herren  desselben  tages  in  dem  conuent  für  ir  arbeit  geben 
ain  halbs  phunt  wienner  pbenning  — .  Geschieh  aber  dasselb  nit, 
von  welcherlay  saumnuss  das  kam,  das  der  obgenant  jartag  also  nit 
begangen  wurd,  als  vorgeschriben  stehet,  so  sollen  sich  vnser  bai- 
der negst  erben  —  des  Weingartens  vnderziehen  ohn  alle  irrung.  — 
Vnd  wein  wir  selben  aigenes  insigel  nit  haben,  haben  wir  gebeten 
den  vorgenanten  pergmaister,  das  er  zv  vrkund  —  gelegt  hat,  vnd 
auch  des  gezeuge  ist  der  wol  ersame  herr  herr  Hainrich  der 
Wuermbrand  zu  den  Zeiten  pfarrer  zu  Perchtohsdorf  mit  seinem 
anhangenden  insigel.  Der  brief  ist  geben  —  tausent  jar,  drey  hun- 
dert jar,  darnach  in  dem  drey  vnd  funfzigisten  jar  an  der  h.  herren 
sand  Philipps-  vnd  sand  Jacobstag. 

Copialbuch  C,  Fol.  173  (saee.  XVI)  im  Stiftsarchive  zu  Lambaeh. 


309 


CCCIV. 

1353.  3.  Mai.  —  Bug  er  von  Humbrechtsried,  Burggraf  tu  Ottensketm,  gibt  ein 
halbes  Pfund  Gülte  auf  der  Badstube  tu  Ottensketm  als  Selgeräihnach  Wilhering. 

Ich  Rveger  von  Hvmbrechtzried,  ze  den  Zeiten  purlcgraf  vnd 
richter  ze  Ottenshaim,  vergich  —  das  ich  —  han  gegeben  mein 
halb  pfunt  geltz,  das  ich  gehabt  han  in  nvtz  vnd  in  gwer  auf  der 
padstuben  datz  Ottenshaim,  di  da  leit  ze  nächst  des  Stainpeken 
haws  ze  rechtem  seigerat  gein  Wilhering  vnser  frawen  vnd  dem 
gotzbaus  ab  meiner  sei  vnd  ab  meiner  hauzfrawen  sei  Elzpeten  vnd 
ab  meiner  hausfrawn  sei  Agnesen  vnd  ab  aller  meiner  chinder  sei. 
Vnd  schol  auch  das  vorgnant  halb  phunt  geltz  alle  jar  gegeben  wer- 
den acht  tag  vor  gotzleichnamtag  gein  Wilheringet  wer  di  pad- 
stuben  inn  hat.  Tat  man  des  nicht,  so  haben  di  herren  ze  Wilhering 
recht  ze  pfenten,  sam  ein  ichleich  man  vmb  sein  dinst  schol  tun. 
Vnd  zu  einer  waren  vrknnde  gib  ich  in  disen  brief  —  versigelt  mit 
meinem  anhangunden  insigel.  Der  brief  ist  gegeben  —  drewzehen 
hundert  jar  darnach  in  dem  siben  vnd  funfzkistem  jar  des  nächsten 
freytags  vor  dem  auffarttag. 

Copialbueh  B  881,  A  184  im  Stiftsarchive  zu  Wilhering. 


cccv. 

1353. 12.  Hti.  Ort.  —  Testament  des  Grafen  Conrad  von  Schaunberg. 

Wir  graf  Chonradt  von  Schawnnberg  verjechen  offenlich  mit 
dem  brief  vnd  thun  kund  allen  den,  dj  in  sechent  oder  hörnt  lesen, 
dj  ytzn  sind  oder  hernach  kunfftig  werdent,  das  wir  mit  wolbedach- 
tem  mut  vnd  mit  aller  vnser  erben  vnd  besten  frewndt  ratt,  gunst 
vnd  guten  willen  zw  der  zeitt,  do  wir  es  wol  gethun  mochten,  durich 
vnser  vnd  vnser  vordem  vnd  nachkomen  seil  haill  vnd  sälden  willen 
recht  vnd  redlich  geschafft  haben  vnd  schaffen  auch  mit  disem  brief, 
ob  das  war,  das  yemant  vnnser  brief  herfür  zaigt  mit  vnserm  insigl, 
da  wir  gult  an  schuldig  waren,  dj  selbigen  brief  sullen  vnnser  vet- 
tern herr  Lewtolt  tumbrobst  zw  Freysing,  Wernnhartl,  Fridreich, 
Chunradt  (?),  Vlreich,  Hainreich  all  brueder  vnd  vettern  grauen 


310 

zw  Schawnberg  vnd  jr  junger  brueder  vnd   vettern    Wilhalm  vnd 
Hanns  grauen  zw  Schawnnberg  ledigen  vnd  stillen   das  selb  gelt 
selber  richtig  machen,  das  kain  red  furwasser  dauon  aufste,  dj  vnser 
sei  vnd  eren  vbel  zum  noch  niemann  kain  schaden  dauon  aufste  noch 
wachse.  Wir  schaffenn  auch  vnserm  lieben  brueder  graf  Hain- 
reichen von  Schawnnberg  sand  Johans  orden  ains  vnd  dreissig 
phunt  wienner  gult  jn   dem  Newndorf  %e  Ortt,  die  er  haben  vnd 
messen  sol  vnuerkumertt  vnd  vnuerstewrtt  vntzt  an  seinen  tod,  vnd 
nach  seinem  tod  sol  es  wider  vallen   auf  vnnser  vorgenant  vettern 
von  Schawnnberg  vnd  auf  ir  eriben.  Es  mugen  auch  vnnser  vettern 
pflüg  vnd  wagen  daraufhaben,  als  es  mit  gewonhaitt  her  istkomen. 
Wir  schaffen  auch  vnserm  vorgenanten  brueder  graf  Hainreichen 
zwaintzig  pfunt  wienner  phenning  geltz,  dj  jm  vnser  ohaim  von 
Meyssaw  auf  zaigen  sullen,   das  er  dj  hab  vnuerkumertt  vnczt  an 
seinen  tod,  vnd  nach  seinem  tod  sol  es  wider  vallen  auf  sew  vnd 
auf  ir  eriben.  Auch  schaffen  wir  mer  vnserm  ohaim  Wernnharten 
von  Meyssaw  vnd  seinem  sun  Hannsen  vnd  iren  eriben  vnnser  dorf 
zw  Lewtoltztal  vnd  waz  darzw  gehortt  vnd  was  wir  haben  ze  Plue- 
mental  allen  jren  frumen  damit  ze  schaffen,  wie  in  das  aller  pest 
fugt.  Wir  schaffen  auch,  das  vnnser  obgenant  öhairn  von  Meyssaw 
vnsers  vettern  graf  Hainreichs  von  Schawnnberg  saugen  tochter 
Kathrein,  dj  wir  ytzw  pey  vnns  haben,  jn  das  kloster  hincz  sand 
P&rnnhartt  helffen  süllenn,  vnd  sullen  jr  auszaigen  drew  pfunt  wien- 
ner pfenning  gult,  dj  sy  habe  vnuerkumertt  vntzt  an  jrenn  tod.  Wir 
schaffen  auch  von  vnserm  perkrecht  zw   Vttental  ain  vas  weins  zw 
zwain  vnd  XX.  emeren  gein  Huntzhaim  zu  der  kirichen  alle  jar 
ewigklich.   Wir  schaffen  auch,  was  des  vbrigen  perckrechtz  ist  vber 
das  vas  wein,  Durstlein  vnd  seiner  hawsfrawnn,  dj  er  ytzt  hatt,  vnd 
irbaiden  kinderu,  allen  jrenn  frumen  damit  ze  schaffen,  wie  in  aller 
pest  thunckt.  Wir  schaffen  auch,  das  Durstet  vnd  sein  hawsfraw 
vnd  jre  kind  jr  tochter  Kathrein,  dj  bey  meiner  hawsfrawn  ist,  selb 
bestatten  sullen  von  dem  vorgeschribem  perckrecht.  Auch  schaffen 
wir  vnserm  getrewn  Hartweigen  dem  Hainpechen  vnd  seiner  haus- 
frawn  Kathrein  vnser  klains   haws   ze    Wienn,  das   wir  gekawfTt 
haben  von  ainem  mann,  hatt  gehaissen  der  Hortt  vnd   von  seinen 
eriben.  Er  sol  auch  von  dem  selbigen  haws  dienn  alles,  das  davon 
recht  ze  dienn  ist.  Sy  mugen  auch  mit  demselbigen  haws  alles  das 
schaffen  vnd  thfin,  das  sy  wellent.    Darnach  schaffen   wir  vnserm 


311 

Schreiber  Hainreichen  dem  Sluder  von  Dor/fen,  der  ytzw  bei  vnns 
ist,  dj  nagst  gotsgabe,  wie  dj  genant  ist,  dj  vosern  vettern  von 
Schawnberg  aller  nagst  ledig  wirtt,  das  sy  im  dj  leichen  sullen  laut- 
terlich  zw  goczwillen  an  alles  verziechen  vnd  an  alle  widerred.  Wir 
schaffen  auch  Ix  phunt,  dj  vnser  vettern  von  Schawnberg  aufrichten 
sullenn,  dreissig  phunt  hincz  vnser  frawn  auf  dj  Stetten  zw  dem 
paw  vnd  xxx  phunt  alls  wienner  phenning  zw  dem  paw  zw  den  min- 
nern brudern  ze  Wienn.  Wir  wollen  vnd  schaffen  auch,  wan  Got 
vber  vnns  gepewtt,  das  man  vnns  dan  bestatten  sol  daczt  den  min- 
nern brudern  ze  Wienn  vor  der  dreier  kunig  a  Itar  vor  dem  sagrär, 
den  wir  gewidemt  haben.  Auch  schaffen  wir,  wan  das  ist,  das  Got 
vber  vnns  gepewtt,  das  vnns  dan  vnser  vorgenant  vettern  von 
Schawnnberg  vnd  vnser  ohaim  von  Meissaw  zw  der  erd  bestättn 
sullen  dacz  den  mynern  bruedern,  als  vor  geschriben  ist,  als  sy 
wissenn,  das  es  vnns  vnd  in  ain  er  sey,  vnd  was  das  gestett,  das 
sullen  sy  gleich  miteinander  aufrichten  vnd  gelten.  Wir  schaffen 
vnsern  weingartten  ze  Vngern9  der  gelegen  ist  dacz  sannd  Gorgen 
bey  dem  ser  hincz  den  selbigen  minnern  brudern  also,  das  man  vnns 
alle  jar  ewigklich  vnsern  jartag  da  von  begen  sol  mit  gesungen  vigilj 
vnd  mit  gesungen  selambt.  Ynd  das  dicz  vorgeschribens  geschafft 
alles  statt  vnd  vnczebrochen  beleih,  darüber  zw  ainem  warn  vrkund 
geben  wir  disen  offen  brief  versiglten  mit  vnserm  anhangunden  insigl 
vnd  mit  vnsers  lieben  brueder  graf  Vlreichs  von  Vfanwerig  mar- 
schalich  in  Österreich  vnd  hawbtman  jn  Kernden,  der  dicz  geschaffte 
zewg  ist  mit  seinem  insigl,  der  geben  ist  ze  Ortt  an  sannd  Pan- 
graczen  tag  nach  Kristj  gepürtt  drewzechenhundertt  vnd  darnach 
in  dem  drew  vnd  funftzigisten  jarenn. 

Aus  einem  Inventtrium  8chaunberg*scber  Urkunden  geschrieben  auf 
Papier  gegen  das  Ende  des  XV.  Jahrhunderts.  —  Im  Archive  des  Schlosses 
Eferding. 

CCCVI. 

1353.  24.  Hti.  —  Heinzel  der  Vressner  verkauft  Herrn  Friedrich  von  Pettau, 

Marschall  in  Steyer^  eine  Hube,  zwei  Aecker,  zwei  Wiesen,  den  Hof  zu  Raben«- 

berg  und  einen  halben  Weinzehent  um  24  Mark  älter  Grätzer  Pfenninge. 

Ich  Hainczel  der  Vrezzner  vnd  all  mein  erben  veriehen  offen- 
leich  an  disem   prief  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  in  sehent  horent 


312 

oder  lesent,  daz  wier  dem  edlem  hern  hern  Fridreichen  von  Pettow 
marschalch  in  Steyer  vnd  sein  erben  verchauft  haben  ain  hüben,  di 
dagelegen  ist  in  dem  Prasink,  vnd  zwen  acher  vnd  zwo  wisen  die  ze 
Niderpirch  gelegen  sint,  vnd  den  hof  ze  Rabensperch  vnd  ain  hal- 
ben weinczehenten,  der  an  der  Goricz  pey  Lemberch  gelegen  ist  in 
des  vorgenanten  hern  czehenten,  mit  allen  den  rechten,  vnd  wier  daz 
vorgenant  gut  in  gehabt  haben,  vnd  allez  daz,  daz  czu  dem  vor- 
genanten gut  gehört,  gesuchtz  vnd  vngesuchtz,  wie  daz  genant  ist 
oder  wa  ez  gelegen  ist,  vm  vier  vnd  zwainczichk  march  alter  graczer 
phenning,  der  wier  gar  vnd  genczleichen  gewert  sein,  vnd  schöllen 
im  daz  vorgenant  gut  aufgeben  vnd  machen  mit  des  hern  hant,  von 
dem  ez  ze  lehen  ist  vnd  der  ez  ze  recht  leihen  schol.   Auch   schul 
wir  in  daz  vorgenant  gut  scherm  vnd  vertreten  vor  aller  ansprach 
nach  landes  recht,  als  man  ze  recht  lehen  scherm  schol ;  tet  wier 
des  nicht,  weihen  schaden  des  der  vorgenant  her  her  Fridreich  vnd 
sein  erben  nem,  den  ir  ainz  pey  sein  trewen  gesagen  mocht  an  ayd 
vnd  an  andrev  pewaerung,  den  schul  wier  in  gelten  vnd  ablegen 
gar  vnd  genczichleichen  vnuerschidenleichen  an  allez  geuerd  vnd  an 
chlag  vnd  an  tayding,  vnd  schallen  daz  haben  auf  vns  vnd  dacz  vnsern 
trewen  vud  auf  allen  dem  vnd  wier  haben.  Vnd  daz  in  disev  gelob 
stet  vnd  gancz  vnd  vnuerprochen  peleib,  darvber  geb  wier  in  disen 
offen  prief  versigelten  ich  vorgenanter  Hainczel  vnd  mein  erben  mit 
des  erbern  man  hern  Chünrats  czu  den  czeyten  pharer  zu  der  Nevn- 
chirchen  vnd  mit  Fridreichs  des  Tenichker  anhangenden  insigeln, 
die  ez  durch  vnser  pet  willen   an  disen   prief  gelegt  habent   in  an 
schaden  vns  ze  ainem  geczeugnust  vnd  ze  vrchunt  der  warhayt.  Der 
prief  ist  geben  nach  Christes  geburt  tausend  iar,   dar  nach  in  dem 
drey  vnd  fumfczichistem  iar  des  nasten  vreytages  nach  Gotes  leych- 
nam  tag. 

Aus  dem  Original  im  Schlosse  zu  Eferding  auf  Pergament,  die  Siegel  in 
ungefärbtem  Wachs. 


313 


CCCVII. 

1353.   14.  JllllL    Wien.    —  Hertog  Albrecht  von  Oesterreich  gibt  dem  Erhardt, 
Hagen* 8  Sohn,  einen  Pfandbrief  Über  Spielberg. 

Wir  Albrecht  etc.  tun  kunt,  daz  vnser  getrewer  Erhart  Hagen* 
selig  von  Spilberch  sttn  mit  vnserm  gutem  willen  vnd  gunst  gelost 
hat  vnser  vest  Spilberch  von  Bansen  dem  Scheken  von  Steyr  vmb 
drew  hundert  phunt  wienner  phenning,  so  hat  vns  derselb  Erhart 
bereit  geJihen  drithalb  hundert  phunt  wienner  phenning  vnd  fumf- 
czik  phunt  sol  er  verpowen  auf  die  vest  Spilberch,  der  summ  ist 
sechs  hundert  phunt  wienner  phenning,  da  für  der  vorgenante  Erhart 
.  .  sein  hausurow  vnd  sein  erben  die  egenante  vest  Spilberch  mit 
allen  den  nutzen  vnd  rechten,  als  wir  die  von  alter  herpracht  haben, 
die  darczu  gehören!,  von  vns  in  phandes  weis  innh'aben  vnd  niezzen 
suilen  an  abslag  als  lang,  vntz  datz  wir  oder  vnser  erben  denselben 
Erharten  .  .  seiner  housurown  oder  sein  erben  der  vorgeschriben 
de  (600)  phunt  wienner  phenning  verrichten  vnd  geweren.  Wir 
geben  auch  dem  obgenanten  Erharten  .  .  seiner  housurown  vnd 
seinen  erben  auf  vnser  vest  ze  Spilberch  ze  purchhut  fumfezik  phunt 
wienner  phenning  vnd  schaffen  in  die  auf  vnser  maut  ze  Stain  vnd 
gebieten  .  .  dem  mauter,  der  ze  den  Zeiten  da  ist,  daz  er  sew  der- 
selben fumfezik  phunt  phenning  alle  jar  rieht  vnd  were  auf  sand  Jör- 
gen tag  vnd  auf  sand  Michels  tag.  als  ez  von  alter  herchomen  ist. 
Ez  mugen  auch  der  vorgenant  Erhart .  .  sein  hausurow  vnd  sein 
erben  die  obgenant  vest  Spilberch  der  vnsern  ainem  versetzen  vmb 
alsuil  geltes,  als  in  die  verseezt  ist,  mit  vnserm  gutem  willen,  wan 
in  dez  not  beschiecht.  Dez  geben  wir  zu  vrchund  etc.  Datum  Wienne 
feria  sexta  ante  viti,  anno  domini  m°.  ccc°.  Iiij°. 

Aus  einem  Codex  des  k.  k.  geh.  Hausarchives.  Papiercodex.  Ms.  Austr. 
Nr.  23,  pag.  K. 

CCCVIII. 

1353. 15.  Juni.  —  Otto  von  Volckenstorf  stiftet  Güter  in  den  Pfarren  Mitterkir- 
chen, Kreutzen,  St.  Thomas  und  Sachsen  zu.  dem  Gotteshause  in  Baumgarten- 
berg tu  einem  Seelgeräthe. 

Ich  Ott  von  Volchennstorff  vergich  offennwar  vnd  thuen  kundt 
allen  den,  die  den  brief  sehennt  oder  hörend  lesen,  das  ich  mit  wol 


314 

bedachtem  muet  vnd  mit  guetlichem  willen  fraun  Margreten  meiner 
muter,  frawn  Chunigunden  meiner  Hausfrauen  vnd  mit  gunst  aller 
meiner  erben,  wie  die  genannt  sind,  vnd  auch  nach  rat  meiner  pess- 
ten  frewnndt  geben  hab  demgotshaws  vnd  den  herren  zu  Pawngarten- 
perg  meinem  vatter  herren  Albern  seligen  von  Volchennstorf  vnnd 
meiner  mueter  frawn  Margreten  vnd  mir  vnd  allen  vnnsern  voderen 
vnd  auch  vnseren  nachkomen  zu  einem  ewigen  seelgerät  die 
guet,  die  hernach  geschriben  stend,  die  mein  freyes  aigenn  gewesen 
sind,  datz  Kirchstegen  zwen  hof  vnnd  zwo  hofstet  gelegen  jn 
Mitterkircher  pfarr 9  das  guet  am  Prannt  jn  Krewtzer  pfarr, 
das  guet  im  Kerspawm,  das  guet  auf  der  Eben  auch  in  Krewtzer 
pfarr,  das  guet  am  Graben  in  sand  Thomans  pfarr,  ain  hofstat 
in  der  Aw,  ain  hofstat  datz  Eytzenndorffy  das  guet  am  Wannch9 
alle  gelegen  in  Sachsner  pfarr,  mit  allem  dem  recht  vnd 
mit  allen  den  nutzen,  als  ich  sy  bann  jnngehabt  zu  holtz  zu  veld, 
versuecht  vnnd  vnuersuecht,  gestifft  vnd  vnngestifft  also  beschaiden- 
leich,  wer  der  herren  chamerer  ist,  der  sol  dieselben  guet  jnnhaben 
vnnd  sol  dauon  herren  vnd  bruedern  chutten  vnd  chappen  geben 
vber  die  rechten  pfruendt  die  sy  von  dem  stiffter  habent,  also  das 
yedem  herren  järlich  ein  kutten  geuall  vnnd  yedem  brueder  jerlich 
ein  cappen  also,  das  sy  ain  jar  von  mir  vnd  meinen  vodern,  das  ann- 
der  von  dem  stiffter  gewanntt  werden  mit  khutten  vnd  mit  kappen 
als  vor  geschriben  ist.  Es  sol  auch  der  herren  khainer  noch  khainer 
brueder  des  gewanndes,  das  im  geuelt  von  meiner  stifft  dem  chame- 
rer nicht  aufgeben,  wann  er  mag  es  durch  Got  geben  oder  annders 
rechtleich  damit  farenn,  wie  er  will  an  alle  irrung.  Geschieh  aber, 
das  der  abbt  oder  die  herren  die  genannten  stift  wolten  lassen  abgen 
vnd  nicht  volfueren,  als  das,  wer  der  herren  khamerer  ist,  yedem 
herren  nicht  jerlich  gab  ain  kutten  vnd  yedem  brueder  ein  cappen, 
als  vorgeschriben  ist,  so  sullen  sich  mein  negst  erben  der  vor 
genannten  guet  vndterwindeu  vnd  vndterziehen  an  geuer  den  herren 
von  Pawngartenperg  an  schad  vnd  meinen  erben  an  frummen  als 
lang,  vntz  die  saumichait  wol  gepessert  wertl,  vnd  dann  so  sol  in  jr 
guet  wider  ledig  sein  als  vor.  Darumb  das  di  red  vnd  di  hanndlung 
von  mir  vnd  von  meinen  nachkomen  dem  gotshaus  vnd  den  geist- 
lichen herren  datz  Pawngartenperg  stät  vnd  vnuerkert  beleih,  gib 
ich  in  den  brief  zu  ainem  waren  gezewg  vnd  sichtigem  vrchund  der 
sach  vnd  wanndlung  versigelten   mit  meinem  anhangunden  innsigel, 


315 

rnd  zu  einer  pesseren  sicherhait  viid  bestetigung  mit  meiner  ohaim 
herren  Jannsens  von  Chappeln  vnd  Jannsens  von  Cselking  ann- 
haungundeii  innsigelln,  die  der  sach  gezewgen  sind.  Der  brief  ist 
geben  nach  Crists  burd  dreyzehen  hundert  jar,  in  dem  drey  und 
funfzigisten  jar  an  sand  Veitstag. 

Aus  einem  Copialbuche  des  Klosters  Baumgartenberg  rom  Jahre  1511. 


CCCIX. 

1353.  24.  Juni.  —  Wemher  von  St.  Veit,  dessen  Hausfrau  und  Ulrich  und  Lud» 
vrig  die  Stainer  geben  dem  Gotteshause  Wühering  7  Schilling  Pfenninge  als 

Seelger äth. 

Ich  Wemher  von  sand  Veit  vnd  mein  hausfraw  Margret  vnd 
ich  Vlreich  vnd  Ludweig  di  Stainer  vnd  all  vnser  erben  veriehen, 
daz  wir  —  gegeben  haben  vnser  frawn  vnd  dem  gotzhaus  ze  Wilhe- 
ring vnser  gut,  daz  da  haisset  auf  der  Strass,  daz  vnser  freys  aygen 
gewesen  ist  vnd  gelegen  in  sand  Peters  pfarr  in  der  graschaft  (!) 
ze  Wessenberch  also  mit  der  bescheiden,  daz  man  von  dem  vor- 
genanten gut  nicht  mer  raichen  noch  geben  sol  dann  vij  ß.  alter 
winner  pfenning  an  vnser  Frawn  tag  ze  dinstzeit,  wan  ez  sein  freis 
chaufrecht  ist,  wer  darauf  sitzt,  vnd  wenn  er  daz  selb  chaufrecht 
hin  geit,  so  sol  er  vj  dn.  geben  ze  ausvart  vnd  wer  invert,  der  sol 
auch  vj  den.  geben  vnd  sol  auch  der  auf  dem  vorgenanten  gut 
sitzt  chain  stewer  noch  chainen  vngelt  nicht  geben,  dann  alz  vil 
ob  er  mit  dem  recht  ein  wandet  verlür,  daz  sol  man  von  im  nemen 
sam  von  andern  des  gotzhaus  lewten.  Man  sol  auch  von  den  vor- 
genanten vij  Schilling  geben  vnd  raichen  an  vnser  Frawntag  zder 
dienstzeit  den  herren  in  ir  refent  visch  alz  verr  vnd  di  pfenning 
geraichen  mugen.  Geschieh  aber  dez  nicht,  so  soll  sich  der  nagsten 
erben  ainer  dez  egenanten  gutz  vnderwinden  an  schaden  alz  lang 
vnd  datz  si  volpringen  vnd  volfuren  alz  oben  geschriben  stet  Ez 
sol  auch  ainer,  der  sich  dez  gutz  vndertzeucht,  chainen  nutz  davon 
haben  vnd  sullen  auch  di  nutze  alz  lang  still  ligen  vntz  daz  ez 
volfurt  wert,  als  vor  geschriben  stet  vnd  sol  auch  ich  vorgenan- 
ter Wemher  vnd  mein  hausfraw  Margret  vnd  ich  Vlreich  vnd 
Ludweig  di  Stainer  dez  vorgenanten  gutz  auf  der  Strass  ir 
gewer  sein  alz  lautzrecht  ist  in  der  grafschaft  z  Wessenberch,  vnd 


316 

wann  auch  daz  geschiecht,  daz  Got  vber  vns  gepewtt  vnd  Tns 
hinnimt  alz  sein  heiliger  will  ist  von  diser  weit  mich  vnd  mein 
hawsfrawn  Margreten,  so  sol  vns  der  apt  vnd  der  conuent  nemen 
ze  Mauthausen,  vnd  vns  pringen  in  ir  gotzhaus  ze  Wilhering  vnd 
vns  da  erleich  bestaten  an  all  irrung  vnd  an  all  vnser  mue9  vnd 
sol  auch  in  daz  offt  genant  gut  mit  vnserm  tod  ledichleichen 
gevallen.  Daz  in  daz  stät  vnd  vnuerchert  ewichleich  beleih,  dar 
vber  gib  ich  vorgenanter  Wernher  von  sand  Veit  disen  offen  brif 
besigelten  mit  meinen  anhangunden  insigel,  vnd  ze  einer  pessern 
sicherhait  für  mich  vnd  für  meine  erben  mit  meins  vetern  Vlreich 
vnd  Ludweigs  der  Stainer  anhangunden  insigel.  Datum  anno  dfii 
Me  ccc°  liij  feria  y.  in  die  sancti  Johannis  Waptiste. 

Copialbuch  A  183.  Stiftsarchiv  Wilhering. 

cccx. 

1353.  24.  JunL  —  Oertel  und  Jöstel  die  Hornecker  verzichten  auf  den  andern 
Theit  des  Leibgedings  der  Frau  Gerlrude,  gebor nen  ton  Arberg,  ihrer  Schwä- 
gerin, wovon  sie  einen  Theil  in  dem  Markt  zu  Pirichveld  und  bei  einer  Mühle 

daselbst  kauften. 

Ich  örtel  vnd  ich  Jöstel  die  Hornnekker  vnd  vnser  erben  ver- 
gehen mit  disem  brief  vnd  tun  chunt  allen ,  die  in  sechent  oder 
horent  lesen,  daz  wier  chaufft  haben  von  vraw  Gedrawten  kern 
Offenn  tochter  von  Arwerch  vnser s  prueder  wirtinn  kern  Albrechtcz 
von  Hornnekk  auz  der  haimstewer,  die  si  von  vnserm  prueder 
hat,  dez  da  sind  sibenczibch  phunt  geltcz  vnd  daz  si  schol  haben 
ze  aim  leibgeding  hincz  an  iren  tod,  auz  dem  selben  leibgeding 
hab  wier  von  ier  chaufft  fumf  phunt  geltcz,  daz  gelegen  ist  in 
dem  marcht  ze  Pirichveld  vnd  vnder  dem  marcht  an  ainer  mul 
vmb  nevnczehen  phunt  wienner  phenning,  der  wier  sev  gancz  vnd 
gar  gewert  haben,  also  mit  auzgenomner  red,  vnschadhaft  der  vor- 
genanten vrawn  Gedrawten  hern  Offenn  tochter  von  Arwerch  an 
dem  andern  leibgeding,  daz  si  von  dez  chauffes  wegen  chainn  scha- 
den nemen  schol  an  dem  andern  leibgeding  mit  vrchund  dicz  priefs, 
vnd  daz  daz  stet  vnd  vnczebrochen  beleih,  dar  vber  geb  wier  ir  disen 
prief  versigelten  mit  meinem  dez  egenanten  Örtleins  des  Hornnek- 
ker anhangvnden  jnsigelen,  vnd  verpint  ich  mich  egenanter  Jöstel 
vnder  meins  prueder  Ortleins  insigel  aller  der  gelub  gepunden  sein, 


317 

als  var  geschriben  stet,  wand  ich  zv  der  zeit  nicht  jnsigels  gehabt 
han,  ze  ainem  yrchund  der  warhait.  Der  prief  ist  geben  nach  Chri- 
stes  geburd  dreuczehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  drev  vnd 
fümfczgisten  jar  an  sand  Johanns  tag  ze  svniwenten. 

Ans  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  einem  Siege)  — 
ein  stehendes»  gewundenes  Hörn. 


CCCXl. 

1353.  17.  Juli.  —   Heinrich  Abt  und  der  Convent  zu  Gleink  geloben  in  der 
Pfarrkirche  zu  Haidershof en  den  Jahrtag  Friedrichs  des  Kressling  von  Dorf 

vollziehen  tu  lassen. 

Wir  Heinreich  von  Gots  gnaden  apt  vnd  di  gemain  der  bru- 
derschaft  cze  Glunich  veriehen  offenbar  an  disem  brief,  daz  wir  mit 
gemainem  rat  vnd  mit  guetleichem  willen  enphangen  vnd  ingenumen 
haben  von  Fridreichen  dem  Chresling  weilen  hern  Fridreichs  svn 
dez  Chresling  von  dem  Dorf,  den  Got  gnad,  daz  selgeret,  daz  der 
vorgenant  her  Fridreich  der  Chresling  von  dem  Dorf  mit  dem  ege- 
schriben  Fridreichen  dem  Chresling  seinem  svn  vnd  mit  allen  seinen 
altisten  erben  geschaft  het  ain  pfunt  geltes  gemainer  wienner  munzze 
auf  czwain  gueten,  di  sein  rechtes  aygen  gewesen  sind,  im  Fach 
ains  ob  Herdershoff  Dorf  gelegen  vnd  ains  auf  dem  Smidesperg9 
baide  gelegen  in  Herdershoffer  pharre,  daz  sein  erben  vnd  er  inne 
gehabt  habent  seind  dez  vorgeschriben  hern  Fridreichs  des  Chres- 
ling von  dem  Dorf  tod  seins  vater,  vnd  davon  getailt  habent  armen 
leuten  an  sand  Geori  tag  als  vi],  vnd  daz  pfunt  pfenning  geltes 
getragen  macht  jerleich,  hat  gegeben  vnd  ingea.ntwurt  er  vnd  all  sein 
vadern  mit  guetleihem  willen  aller  seiner  erben  vnd  czu  der  czeit, 
da  si  ez  wol  getun  machten,  mit  allen  den  rechfen  vnd  nuczen  vnd 
in  aygens  gewser,  als  si  di  vorgenanten  guet  herpracht  vnd  inne- 
gehabt habent,  den  heyligen  vnd  der  chirchen  cze  Hedershoffen  in 
alle  diw  recht,  als  ander  ledt  der  vorgenanten  chirchen  cze  Heders- 
hoffen, cze  einem  rechten  selgeret  seinem  vater  vnd  im  vnd  allen 
seinen  erben  vnd  vorvadern  vnd  nachchvnfligen  sein  cze  hilf  vnd  cze 
trost  mit  solher  beschaidenhait,  daz  ein  igleiher  pharrer  cze  Heders- 
hoffen jerleich  vnd  ewigleich  begen  sol  irn  jartag  an  sand  Alexi  tag 
czu  der  andern  vesper  mit  einer  gesungen  vigili  vnd  dez  nächsten 


318 

tags  darnach  mit  fumf  sei  messen  vnd  nach  dem  gotsdienst  trewn 
vnd  speisen  sol  fumfczehen  armew  leut  vnd  den  geben  drew  essen, 
da  si  mit  beleiben  mugen,  vnd  vier  chenel  weins  vnd  nach  dem  essen 
aynem  igleihen  menschen  ain  phenning.  W«r  awer  daz,  das  der  vor 
genant  pharrer  cze  Herdershoffen  dazselben  (sie)  gotsdienst  vnd 
selgeret  nicht  volpringen  möcht  als  vor  geschrieben  stet,  von  e haften 
nöten,  so  sol  er  an  vnderlaz  den  gotsdinst  vnd  daz  selgeret  volprin- 
gen in  denselben  acht  tagen  nacheinander  cze  raiten;  geschech  dez 
nicht,  daz  der  gotsdinst  vnd  daz  selgeret  nicht  volpracht  word  in 
den  acht  tagen,  so  ist  ein  igleiher  pharrer  cze  Herdershoffen  ver- 
uallen  cze  einer  pessrung,  daz  er  mern  sol  den  goezdinst  mit  drin 
messen  czu  den  fvmfen  vnd  mit  acht  armen  leuten  czu  den  fvmfcze- 
hen  also,  daz  er  in  denselben  acht  tagen  diw  saumung  an  dem  goez- 
dinst vnd  auch  di  pessrung,  da  er  mit  geuallen  ist,  czueinander  cze 
raiten  mit  acht  messen  vnd  mit  drin  vnd  ezwainezig  armen  leuten 
vollichleich  wider  tun  vnd  vnuerczogenlicb.  Geschech  dez  alles 
nicht,  so  sullen  sich  di  nächsten  erben  vnderwinden  der  vorgeschri- 
ben  guet  an  der  armen  leut  schaden,  di  auf  den  gueten  gesessen  sind 
vnd  innehaben  vierezehen  tag,  ob  der  goezdinst  vnd  daz  selgeret 
vnd  auch  die  pessrung  wider  tan  wurt  vollichleich,  so  sullen  si  wider 
ledig  sein  den  heyligen  vnd  der  chirchen  cze  Hedershoffen.  Waer 
awer  daz,  daz  sich  daz  allez  nicht  vergieng,  als  vor  geschriben  stet, 
so  sullen  wir  vns  der  abt  vnd  der  conuent  cze  Glunich  der  vor- 
genanten guet  in  dem  Pack  vnd  auf  dem  Smidesperg  vndereziehen 
mit  allen  den  rechten,  vnd  vorgeschriben  stet,  vnd  den  jartag  mit 
der  vigili  vnd  fumf  messen  vnd  mit  den  fumfczehen  armen  leuten 
jerleich  hegen  an  sand  Allexi  tag  allen  den  sein,  als  vor  geschriben. 
Vnd  daz  daz  stet  vnd  vnezebrochen  beleih,  darvber  geben  wir  dem 
oftgenanten  Fridreichen  dem  Chresling  vnd  seinen  erben  disen 
gegenwärtigen  brief  versigelten  mit  vnsern  paiden  anhangunden  jnsi- 
geln  zu  ainer  pessern  sicherhait  vnd  warheit  dez  oftgenanten  gots- 
dinst vnd  selgeret  vnd  czu  einem  rechten  vrchund  vnd  warheit  der 
selben  sache,  vnd  der  brief  ist  gegeben,  da  von  Christi  gepurd  warn 
ergangen  dreuezehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  drev  vnd  fumfezi- 
gisten  jar  an  sand  Allexi  tag. 

Original  auf  Pergament  im  bischöflichen  Conti&torium  zu  Lins,  die  Siegel 
abgefallen. 


319 


CCCXIL 

1353.  23.  Juli.  Linz.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  bestätigt  dem  Kloster 

St.  Florian  die  Manthfreiheit. 

Wir  Albrecht  von  Gots  gnaden  herizog  %e  Österreich,  zeSteyr 
vnd  ze  Chernden,  vergehen  vnd  tuenn  chunt  offenlich  mit  disem 
brief  allen,  die  in  sehent  oder  horent  lesen,  daz  wir  gesehen  haben 
die  hantvest,  die  vnser  lieber  herre  vnd  vater  chunig  Albrecht  seli- 
ger, do  er  hertzog  was,  den  erbern  vnd  geistlichen  leuten  .  .  .  dem 
brobst  vnd  dem  conuent  ze  sand  Florian  geben  bat,  vnd  als  si  des 
ouch  brief  habent  von  chaisern,  von  romischen  chunigen  vnd  von 
vnsern  voruordern  den  hertzogen  von  Osterreich  also,  daz  si  vberal 
iu  vnserm  land  für  alle  zolle  vnd  mautt  auf  wazzer  vnd  auf  land  vrey 
vnd  ledig  sein  schullen.  Da  von  gebieten  wir  allen  vnsern  mauttern 
vnd  amptleuten,  die  zu  der  czeit  sind,  den  der  brief  getzaigt  wird, 
ernstlich  vnd  wellen,  daz  si  dieselben  geistlichen  leut  vmb  dhainen 
zol  oder  mautt  weder  auf  wazzer  noch  auf  land  icht  phrengen  vnd 
dhain  sovmong  tuen.  Wir  gebieten  ouch  allen  richtern  vnd  ampt- 
leuten vnd  wellen  ouch  gar  ernstlich,  daz  si  demselben  probst  vnd 
dem  conuent  ir  leut  vnd  ouch  ir  holden,  die  in  zuegehornt  vnd  ir 
chost,  der  si  zu  irem  hous  bedürfen,  vmb  dhain  gelt  icht  verbieten 
noch  verbieten  lazzen,  man  suech  denn  ee  vmb  diselben  sache  ein 
recht  vor  dem  brobst  oder  vor  seinen  amptleuten.  Wer  aber,  daz 
yeman  gen  demselben  probst  oder  gen  seinem  gotshous  icht  ze  spre- 
chen hiet,  wellen  wir,  daz  man  darvmb  ir  leut  noch  ir  guet  icht 
phreng  oder  aufbab,  man  suech  denn  ee  darvmb  ein  recht  vor  irem 
vogt,  den  wir  in  ze  richter  geben  haben.  Swo  aber  daz  vberuarn 
wurd  von  vnsern  richtern,  mauttern  vnd  amptleuten,  an  daz  si  sich  in 
vnser  vngnad  veruallent,  beleibent  si  vns  ze  pezzrung  hundert  phunt 
goldes  nach  ir  alten  hantuesten,  die  si  von  allen  vnsern  vordem 
habent.  Vnd  daz  in  daz  furbaz  also  stet  beleih,  als  des  obgenanten 
vnsers  vatter  brief  sait,  geben  wir  ze  einer  sicherhait  disen  brief 
besigelten  mit  vnserm  jnsigel,  der  gebn  ist  ze  Lintz  an  eritag  vor 
sand  Jacobs  tag  nach  Christ  geburd  dreutzehen  hundert  jar,  dar  nach 
in  drev  vnd  fumftzgisten  jar. 

Ans  dem  Original«  tu  St  Florian  auf  Pergament  Das  Siegel  verloren. 


320 


CCCXIII. 

1358.  25.  Juli.  Lini.  —  Albrecht  Herzog  von  Oesterreich  verbietet,  das  Kloster 
Gleink  im  Besitze  und  in  der  Umfriedung  des  Waldes  und  der  Weide  in  der 

Smelhau  tu  beirren . 

Wier  Albrecht  von  Gots  gnaden  hertzog  ze  Österreich,  ze 
Steyr  ynd  ztKernden  tun  chunt,  daz  wir  die  erbern  vnd  geistleichen 
den  abt  vnd  den  conuent  von  Glevnch  vnd  ir  gotzhous  daselbes 
in  vnser  sunder  gnad  vnd  scberm  genomen  haben  an  irem  holtz 
vnd  an  ierr  wayd  auf  der  Smelhdw  also,  daz  s\  daz  selb  holtz  vnd 
die  vorgnanten  wayd  mugen  vmbfriden  vnd  iren  frumen  damit  »schaf- 
fen, vnd  so!  in  niemant  daran  dhain  irrung  tun  in  dhainem  weg.  mit 
vrchund  ditz  briefs.  Geben  ze  Lintz  an  sand  Jacobs  tag  dez  heiligen 
zwelfpoten  nach  Christs  gepurt  drewtzehen  hundert  jar,  darnach  in 
dem  drew  vnd  fumflzkisten  jar. 

Scheko  magister  coquine. 

Original  auf  Pergament  mit  einem  Hängesiegel  von  rothem  Wachs  im 
bischöflichen  Consistorium  zu  Linz. 


CCCXIV. 

1353.  25.  Juli.  Linz.  —  Herzog  Albrecht  verbietet,  das  Kloster  Gleink  im  Besitze 
des  Hohes  und  der  Weide  auf  der  Schmelau  zu  irren. 

Wfir  Albrecht  von  Gottes  gnadten  herczog  zue  Österreich,  zue 
Steyr  vndt  zue  Kherndten  etc.  thuen  khundt,  dass  wür  die  erbarn  vndt 
geistlichen  N.  N.  den  abbt  vndt  conuent  von  Gleinckh  vndt  ihr  gots- 
hauss  daselbst  in  vnser  sunder  gnadt  vnd  schirm  genomen  haben  an 
ihrem  holcz  vndt  die  vorgenante  (sie)  waydt  auf  der  Schmelau  also, 
dass  sie  dasselb  holz  vnd  die  vorgenante  waydt  mögen  vmbfriden 
vndt  ihren  frumen  damit  schafen  vnd  soll  ihnen  niemandt  daran 
khain  irrung  thain  in  khainen  weg.  mit  vrkhundt  ditz  briefs.  Geben 
zue  Lintz  an  sant  Jacobs  tag  des  heiligen  zwelfpoten  nach  Khristi 
.gepurt  dreyzehenhundert  jähr,  darnach  in  dem  drey  vnd  funfezigi- 
sten  jähr. 

Aus  einem  Copialbuche  des  XVII.  Jahrhunderts  zu  Gleink. 


321 


CCCXV. 

1353.  25.  JulL  Wels.  —  Bischof  Leopold  von  Bamberg  gibt  dem  Eberhard  von 
Waüsee  da»  Gericht  und  mehrere  Güter  in  Schlierbach  tu  Erblehen. 

Wir  Leupolt  von  Gots  genaden  erweit  und  bestetigt  bischof  ze 
Babenberg  becbennen  offenleich  mit  disem  prif,  daz  wir  geliehen 
haben  und  verleichen  auch  mit  disem  prif  dem  edeln  mann  unserm 
liebem  getreun  Eberhart  von  Waltsee  hauptman  ob  der  Em  und  allen 
seinen  erben,  sunen  und  tochtern  daz  gericht  ze  Slierpach  vnd  alle 
di  gut,  die  er  hat  in  dem  selben  gericht,  die  von  uns  und  unserm 
gotzhaws  ze  lochen  gen,  und  haben  auch  im  mit  gutem  willen 
erlaubt,  ob  er  abgieng,  dez  Got  lang  nicht  en welle,  daz  er  die  selben 
lechen  mag  schaffen  wem  er  wil,  seinen  erben  sunen  oder  tochtern, 
doch  unschedleich  uns  und  unserm  gotzhaus  an  den  selben  unsern 
lechen.  Mit  urkund  diez  prifs  versigelt  mit  unserm  insigel  und  geben 
ze  Wels  nach  Crist  gebürt  dreutzechen  hundert  jar  und  in  dem  drew 
und  funftzigsten  jar  an  sand  Jacobs  tag. 

Orig.,  Perg.  Ein  Siegel.  K.  k.  geh.  Hauearehir.  Abgedruckt  im  Notiten- 
blatt  der  kais.  Akad.  der  Wiss.  1854,  pag.  296,  Nr.  71. 

CCCXVI. 

1153.  28.  JilL  —  Eberhart  von  Waltsee,  Hauptmann  ob  der  Enst  und  Ulrich 
von  CapeUen  entscheiden,  dass  Jörg  von  Volkenstorf  kein  Recht  habe  auf  die 

Fischweide  des  Klosters  Gleink  auf  der  Ens, 

Ich  Eberhart  vonn  Waltse  hawbtman  ob  der  Enns  tuen  kund 

mit  disem  brief  vmb  die  ansprach,   die  Jorig  vonn  Volchennstorff 

genn  dem  ersamen  hern  dem  abbt  von  Glewnnck  vnd  genn  dem ' 

gotshawsr  getan  hat  vmb  di  vischwaid  auff  der  Enns,   di  da  get,  da* 

sich  ir  vrbar  anhebt,   vntz  genn  Stenning}  das  des  der  selb  Jorig 

von  Volchennstorff  hinder  mich  vnd  hinder  mein  ohaim  Vlriehen 

von  Chappellerm  gentzlichen  geganngen  ist  also,  was  wir  darüber 

sprechenn,   das  es  fürbas  dabei  ewigklich  soll  beleybn,  Nw  Sprech 

wir  nach  der  rechtigkaft,  als  wir  es  paidenthalbn  habn  vernomen, 

das  Jorig  vonn  Volchennstorff  den  abbt  vonn  Glewnnck  vnd  sein 

gotshawss  mit  ruen,  mit  gemache  an  allew  ansprach  vnd  an  alle 

Urkaudenbuch  des  Lande«  ob  der  Enns.  VIT.  Hd.  21 


S22 

irrung  an  der  egeuantn  vischwaid  soll  beleybn  lassenn.  Mit  vrchund 
des  brieffs  versigelt  mit  vnnser  baider  angedrucktn  jnnsigln.  Datum 
anno  domiui  M.ccc0  quinquagesimo  tercio,  feria  tercia  post  diem 
s.  Jacobj. 

Aus  einem  Vidimus  des  Abtes  Benedikt  von  Garsten  dd.  23.  Februar  1482, 
su  Gleink. 

CCCXVII. 

1353.  15.  AugUit.  Wiei.  —  Herzog  Albrecht  von  Österreich  betätigt  die  Stif- 
tung de*  SpitaU  zu  St.  Florian  durch  den  Propst  Heinrich. 

Albertus  dei  gracia  dux  Austrie,  Starte  et  Karinthie,  domi- 
nus Carniole,  Marchie  et  Partus  naonis,  comes  in  Habspurch  et  in 
Kyburch,  lantgrauius  superioris  Alsacie  dominusque  Phirretarum 
omnibus  imperpetuum.  Per  elemosinam  inopie  egenorum  consulitur 
et  ad  eterna  gaudia  peruenitur,  quod  attendens  bone  recordacionis 
Heinricus  quondam  prepositus  domus  sancti  Floriani,  ordinis 
sancti  Augustini  canonicorum  regularium,  Patauiensis  diocesis  de 
elemosinis  et  subuencionibus  sibi  et  eius  conuentui  ac  domui  supra- 
dicte  factis  ex  largicione  donacioae  testamentis  seu  legatis  Christi 
fidelium  clericorum  el  laycorum  Celestes  thesauros  congregans, 
quoddam  hospitale  infirmorum  ante  valuas  cenobii  sancti  Floriani 
construxit  ac  per  bona  infrascripta  et  nominatim  expressa  sufficienter 
dotauit.  Hec  siquidem  sunt  bona,  quibus  dictum  hospitale  dotatum 
existit,  primo  videlicet  inter  anesum  et  Trunam  curia  in  prato,  curia 
in  Anger,  curia  in  Vierstweg.  Item  in  Grünprunn  vna  huba,  jn  Aw 
iuxta  Stürberch  vna  hueba,  jn  Borbach  vna  hueba,  ju  mperiori 
Vregnleiten  vna  hueba  et  vna  area,  jtem  in  Erleich  duo  feoda,  jn 
Hausmaning  tres  solidi  denariorum  reddituum,  jn  Pulthing  sexaginta 
denarii  reddituum,  jtem  in  Trawngawe  curia  in  Lueg,  curia  in 
Puech9  jn  Hersing  vnum  feodum,  dictum  Prantellechen,  jn  Vron- 
dorfocto  bona,  jtem  molendinum  in  Hag,  jbidem  piscacio,  jn  Mitter- 
perbing  vnum  feodum,  jn  Reut  sex  solidi  denariorum  reddituum, 
jtem  in  Winnberch  curia  et  feodum  in  Wolkeinsdorf  cum  omnibus 
ad  ea  pertinentibus,  jtem  decime  infrascripte,  videlicet  decima  ad 
sanctum  Petrum  in  Winnberchf  jtem  decima  super  curia  in  Tdnn, 
jtem  decima  Heinrici  quondam  dicti  Chantzler,  jtem  decima  quon- 
dam Marchardi  plebani  ecclesie  sancti  Viti,  jtem  decima   super 


323 

curia  in  Mairsdorf,  inclusa  decima  quorundam  ortorum  in  Haus- 
tnanmff  iuxta  Lintz,  que  decime  collacionem  preprositi  respexerunt, 
in  quarum  reconpensacionem  duas  piscaciones  in  Pukhing  per  eun- 
dem  Heinricum  emptas  vna  cum  vasis  argenteis  ponderis  yiginti 
novem  marcarum  argenti  prelature  reliquit,  jtem  decima  in  Traw- 
nerdorf  et  Posch,  de  qua  rector  hospitalis  inflrmario  dicti  monasterii 
singulis  annis  duodecim  solidos  denariorum  tenebitur  ministrare, 
jtem  vinee  infrascripte,  videlicet  vinea  in  Tödlich  dicta  auf  der 
Hohenwart,  jtem  in  Chremsa  vinea  dicta  Engweg,  jtem  in  Mauttarn 
guatuor  ternarii  vini,  jtem  in  Wachouia  viuea  dicta  Hofinger,  jtem 
vinea  dicta  Amerstal9  jtem  vinea  dicta  Reinprechtstrain,  jbidem 
vinea  dicta  Hosnestel.  De  quibus  omnibus  et  singulis  bonis  supra- 
dictis  inclusis  bonis,  quibuscumque  ad  antiquum  hospitale  pertinen- 
tibus  fecit  et  statuit  ordinacionem  sequentem.  Primo,  quod  rector 
hospitalis  prefati,  qui  pro  tempore  fuerit,  fratribus  de  conuentu  por  - 
rigere  teneatur  in  anniuersariis  Leuppoldi  dicti  Tuechler  de  Aneso 
et  vxoris  sue  tria  talenta  denariorum,  jtem  in  anniuersariis  Simonis 
quondam  mutarii  Lintzensis  et  vxoris  sue  tria  talenta,  jtem  in  anni- 
uersario  Duringi  dicti  Piber  vnum  taleotum,  jtem  in  anniuersario 
Wilhalmi  de  Wintzperch,  quondam  ecclesie  Patauiensis  prepositi 
vnum  talentum,  jtem  in  anniuersario  Friderici  quondam  plebani 
sancti  Viti  vnum  talentum,  jtem  in  anniuersario  Haimpuecherinn 
dimidium  talentum,  jtem  in  anniuersario  ipsius  Henrici  predictorum 
institutoris  vnum  talentum.  Et  eodem  die  rector  hospitalis  distribuat 
inter  pauperes  panes  de  vno  modio  siliginis  et  duas  bernas,  sex  soli- 
dos denariorum  valentes,  jtem  procurcre  debebit  singulis  diebus 
duas  missas  in  dicto  hospitali  dicendas,  vnam  inter  conuentuales  ita, 
quod  de  persona  transeatin  personam  secundum  ordinem  et  cuilibet 
dicenti  illo  die  rector  hospitalis  vnam  canulam  de  meliori  vino,  quod 
propinatur  in  villa  et  vnam  simulam  uel  quinque  denarios  ministra- 
bit;  jtem  secundam  missam,  que  dicenda  est  summo  mane,  ordinabit 
cum  presbitero  seculari,  cui  prouidere  debet  in  expensis  competen- 
tibus,  cui  etiam  singulis  diebus  vnam  canulam  vini  et  tres  denarios 
ministrabit.  Et  de  residuo  tringinta  et  duos  pauperes,  inclusis  octo 
pauperibus  prius  in  hospitali  existentibus  pascere  debet  prebenda  in 
pane  et  in  cibo,  sicut  ab  antiquo  in  hospitali  eodem  consueuit  pau- 
peribus ministrari.  Nos  igitur  fundacionem  donacionem  missarum 
ordinacionem  inflrmorum   procuracionem  ac  omriia  et  singula  supra. 


324 

scripta,  sieut  prouide  facta  sunt,  rata  habentes  et  grata  confirmamus 
ea  per  presentes  sigilli  nostri  robore  conmunitas.  Adicientes,  ut  nol- 
lus  prepositus  dicti  monasterii  uel  conuentus  seu  aliqua  singularis 
persona  vllis  vnquam  temporibus  predictam  ordinacionem  in  toto  nel 
in  parte  infringere  audeat  uel  ausu  ei  temerario  contraire.  Siquis 
autem  hoc  attemptare  presumpserit,  indignacionem  dei  omnipotentis 
inciirrat,  et  nostram  ac  heredum  et  successorum  nostrorum  punicio- 
nem  et  seueram  castigacionem  merito  habeat  formidare.  Datum 
Wienne  die  assumpcionis  gloriosissime  virginis  Marie,  anno  domini 
millesimo,  trecentesimo  quinquagesimo  tercio. 

Aus  dem  Originale  zu  St.  Florian  auf  Pergament.  Das  Siegel,  an  einem 
Pergamentriemen  hängend,  entspricht  der  Abbildung  bei  Hergott.  Mon.  August, 
domus  Austriac.  Tab.  VI,  Nr.  2,  mit  dem  Unterschiede,  dass  der  Schild  am 
Halse  des  Pferdes  nicht  einen  gekrönten  Löwen,  sondern  einen  Panther,  wie  in 
dem  Fähnlein,  Eeigt. 


CCCXVIII. 

1353.  8.  September.  —  Ortet  der  Zeller  erklärt,  den  Hof  zu  Pramerdorf  nur  tu 

Baumansrecht  vom  Kloster  Reichersberg  tu  haben. 

Ich  Ortel  der  Zeller  vergich  offenbar  mit  disem  brief  für  mich, 
für  mein  hawsfraw  vnd  für  all  mein  erben,  das  ich  nichtz  nicht  han 
ze  sprechen  noch  ze  reden  hintz  dem  hof  ze  Pramerdorf  noch  hintz 
allen  dem  das  dartzu  gehört,  nvr  als  vil  ich  in  mag  verdienn  vnd 
verstewern  nach  genaden  dem  probst  ze  Reichersperg  oder  wer  des 
goczhaws  gewaltig  ist.  Vnd  wenn  er  mir  des  furbas  nicht  lassen 
wollt,  so  sol  ich  im  in  antwurtten  stiflleich  vnd  pawleichen  mit  sam 
vnd  mit  ardhew  nach  der  vmbsätzen  rat  als  lantz  recht  ist.  Vnd  ze 
vrchund  gib  ich  im  disen  prief  versigelt  vnder  meines  genadigen 
herrn  hern  Ortolfs  von  Waldekk  anhangunden  insigel,  wann  ich 
aigens  insigels  nicht  enhan.  Datum  Mo  ccc°  Liij.  in  natiuitate  sancte 
Marie. 

Promptuar.  Reichersberg.  A  180  a. 


325 


CCCXLX. 

1353.  9.  September.  —  Heinrich  der  Kersperger  und  seine  Hausfrau  verkaufen 
dem  Convente  tu  Kremsmünster  eine  Wiese,  das  Razfeld  genannt. 

Ich  Hainreich  der  Chersperger  und  ich  Gedräut  sein  hausvrou 
und  all  unser  erben  wir  veriehen  offenwar  mit  disem  brief  und  tun 
chunt  allen  den,  die  in  sehent  hörnt  oder  lesent,  daz  wir  mit  wol- 
bedachtem  muet  und  zder  zeit,  do  wir  ez  wol  getun  mochten  und 
nach  unserr  pesten  vreunt  rat  recht  und  redleich  auz  unserm  nutz 
und  gewer  in  di  iren  zechaufen  gegeben  haben  den  erbern  geist- 
lichen herren  der  ganzen  gemain  ze  Chremsmunster  unser  wisen 
genant  daz  Razzvelt  gelegen  in  Weischiricher  pfarr,  und  di  leben 
ist  von  dem  selben  gotshaus  ze  Chremsmunster,  umb  vierzehen  phunt 
alter  wienner  phenning,  der  si  uns  ganz  und  gar  gericht  und  gewert 
habent  ze  allen  den  tegen  und  seu  daz  tun  schulten,  wir  sein  auch 
der  vorgenanten  wisen  ir  gewern  als  landes  recht  ist  ob  der  Ens. 
Nemen  seu  daran  dhainen  schaden  von  mir  oder  von  meinen  erben 
mit  recht,  das  zwen  erber  man  gesprechen  mugen  an  aid,  den  selben 
schaden  schulten  wir  in  ablegen  und  widercheren  an  recht  und  an 
irrung  und  schullen  seu  daz  haben  auf  andern  unserm  gut,  daz  wir 
indert  haben  in  dem  lant  ze  Österreich,  und  des  selben  Schadens 
da  von  bechomen  so  seu  nechst  mugen  an  recht  mit  unserm  guet- 
leicben  willen.  Und  daz  in  diseu  sach  also  stet  und  unverchert  beleih, 
darüber  geben  wir  in  disen  offen  brief  versigelt  mit  mein  egenanten 
Hainreiches  des  Chersperger  anhangunden  insigel  und  ze  einer 
Pezzern  bezeugnusse  mit  Ernsten  des  Otsdorffer  zden  Zeiten  richter 
ze  Chremsmunster  anhangundem  insigel  im  an  schaden.  Der  brief 
ist  gegeben  do  man  zalt  von  Christi  gepurd  dreuzehen  hundert  iar 
und  dar  nach  in  dem  dreu  und  funfkisten  iar  des  nächsten  mantages 
nach  unser  Vroun  tag  zder  dienst  zeit. 

Urkundenbucb  von  Kremsmünster  Nr.  229. 


326 


CCCXX. 

1353.  19.  September.  —  Weichart  von  Polheim  verkauft  Meinen  Antheil  an  dem 
Burgstall  und  dem  Walde  tu  Polheim  Herrn  Eberharten  von  WalUee,  Haupt- 
mann ob  der  Ens,  um  3S  Pfund  Patsauer  Pfenning. 

Ich  Weychart  kern  Chunratz  svn  von  Polnheim  vnd  alle  mein 
erben  veriehen  vnd  tun  chunt  mit  disem  offen  brief  allen  den,  di  in 
ansehent  oder  horeut  lesen,  daz  wir  mit  wolbedachtem  mut  ze  der 
zeit,  do  wir  ez  wol  getun  mochten,  allen  ynsern  tail  an  dem  purch- 
stal  vnd  an  dem  Wald  ze  Polnkaim  besucht  vnd  vnbesucht  mit  allen 
rechten  eren  vnd  nützen,  di  darzu  gehorent,  als  in  vnser  vater 
seliger  vnd  wir  in  aygens  gewer  vnangesprochen  von  aller  her  haben 
p rächt,  dem  edeln  herren  hern  Eberharten  von  Waltse  ze  der  zeit 
hauptman  ob  der  Ens  vnd  allen  seinen  erben  recht  vnd  redleich  ze 
chauffen  haben  geben  vmb  fumf  vnd  dreiczich  pfunt  pazzower  Pfen- 
ning, der  wir  gantz  vnd  gar  bericht  vnd  schon  gewert  sein  also,  daz 
wir  dheiu  ansprach  nimmer  mer  darnach  gehaben  sullen,  vnd  sulleu 
auch  dez  obgenanten  purchstals  vnd  dez  waldes  ir  gewer  sein  für 
alle  ansprach  nach  landes  recht,  wo  in  dez  dürft  oder  not  geschieht. 
Taet  wir  dez  nicht,  swelhen  schaden  si  dez  meinen,  den  sullen  wir  in 
gentzleicben  auzrichteu  vnd  ablegen  an  allen  schaden  vnd  sullen 
deu  haben  auf  vns  vnd  auf  vnsern  trewen  vnd  auf  aller  vnser  hab, 
besucht  vnd  vnbesucht,  swo  wir  di  haben  oder  swo  di  gelegen  ist. 
Vnd  dar  vber  zu  ainem  waren  vrchund  geben  wir  in  disen  brief  mit 
meinem  auhangunden  insigel  versigelt  vnd  ze  zeugnuzz  dez  vor- 
geschoben chaufies  mit  hern  Jacobs  insigel  vou  Schonnawe  vnd 
Dietreihes  dez  Ovens  auhangunden  iusigeln,  di  ez  durch  vnserr  pet 
willen  in  an  schaden  an  disen  brief  babeut  geleit  vnd  gehangen.  Der 
brief  ist  geben  nach  Christes  gepurtt  drevtzehen  hundert  jar,  dar 
nach  in  dem  drev  vnd  fvnlzigstem  jar  des  pfintztags  vor  saud 
Malhes  tag. 

Aus  dem  Original  im  Schlosse  m  Eferding  auf  Pergament,  sSmmtliche 
Siegel  verloren.  —  Cfr.  S.  297,  Nr.  CCXLII. 


327 


CCCXXL 

1353.  25.  September.  —  Bekenntnis*  des  Friedrieh  Tungattinger,  dass  der 
Akt  Wernhart  von  Wühering  den  Satz  auf  seinem  Gute  tu  Chunesperg  ein- 
gelöst habe. 

Ich  Fridrich  der  (Tungossinger)  vnd  all  mein  erben  (ver- 
gechen  vnd)  tun  chund  allen  den,  di  disen  brief  sebent  oder  lesen 
horent,  (das  der  ersam)  her  abt  Wernhart  ze  Wilhering  vnd  di 
erbar  samung  da  selbs  (von)  vns  gelost  vnd  geledigt  (habent)  daz 
gut  auf  dem  (Chuneinsperig),  daz  vnser  satz  ist  gewesen  (vnd  dar) 
vber  wier  einen  brief  haben  (gehabt),  der  verlorn  ist.  Waer,  daz 
der  selb  brief  furbaz  indert  funden  (vnd  furtragen)  wurd,  von  (wem 
daz  geschech,  der  schol)  tot  sein  vnd  (chraft  nicht  mer)  haben 
also,  daz  (wir  noch)  vnser  erben  vmb  daz  (egenaut  gut)  dhain 
ansprach  (ewigchleich)  nymer  mer  haben  schtillen  noch  (mugen, 
vnd)  dar  vber  ze  vrchund  gib  ich  in  (disen)  brief  (mit  meinem  jnsi- 
gel,  der  geben)  ist  nach  Christes  gepurd  drevtczechen  (hundert  jar 
vnd  jn  dem  drew  vnd  fumftzkistem  jar  an  dem  mitichen)  vor  sand 
Michels  tag. 

Aus  dem  Originale  so  Wilhering  auf  Pergament,  die  Siegel  abgefallen. 
Da  selbes  durcb  Feuchtigkeit  beschädigt  ist,  so  wurden  die  unlesbaren  Stellen 
aus  einem  Copialbuche  entlehnt  und  hier  in  Klammern  geschlossen. 


cccxxn. 

1353.  29.  September.  Wien.  —   Graf  Nielas  der  Guniameister  verkauft  die 
halbe  Veste  tu  Vestenhurg  an  Herrn  Ulrich  von  Pergau  um  SSO  Pfund  Wiener 

Pfenning  (cf  am  2  t  Jänner  1358,  S.  SOS). 

Ich  graf  Nichlas  der  guniamaister  vnd  ich  Ehbet  sein  haus- 
urotce  wir  vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  brief  lesent 
oder  horent  lesen,  di  nu  lebent  vnd  hernach  chunftich  sint,  daz 
wir  mit  vnser  erben  guten  willen  vnd  gunst,  mit  verdachtem  mut 
vnd  mit  gesampter  hant  zu  der  zeit,  do  wir  es  wol  getun  mochten, 
vnd  nach  vnser  pesten  vreunt  rat  verchauft  haben  vnsers  rechten 
aygens  vnsern  halben  tau  die  veste  halbev  ze  Vestenburch  vnd  alles 
daz,  daz  zu  dem  selben  vnserm  halben  tau  geboret»  aigen  leben 


328 

purchrecht  verlehentes  gut  in  vrbar  ze  holtz  ze  velde  vnd  ze 
dorf  walde  vischwaide  pauwe  wismat,  es  sei  gestift  oder  vnge- 
stift,  versucht  oder  vnuersucht,  swie  so  daz  genant  ist.  Den  selben 
vnsern  halben  tail  an  der  veste  ze  Vestenburch  vnd  alles  daz  daz 
dar  zu  gehöret  als  vor  verschriben  ist,  haben  wir  recht  vnd  red- 
leich  verchauft  vnd  geben  mit  alle  den  nutzen  vnd  rechten,  als  es 
vnser  vodern  vnd  auch  wir  in  aygens  gewer  her  pracht  haben,  vmb 
sechsthalb  hundert  phunt  wienner  phenninge,  der  wir  gar  vnd 
gsntzleich  gewert  sein,  dem  erbern  herren  hern  Vireichen  von 
Pergawe  vnd  seinen  erben  fürbaz  ledichleich  vnd  vreyleich  ze  haben 
vnd  allen  irn  frumen  damit  ze  schaffen  verchauffen  versetzen  vnd 
geben,  swem  si  wellen  an  allen  irresal.  Vnd  zu  einer  pezzern  sieher- 
hait  so  setzen  wir  vns  ich  graf  Nichlas  der  guniameister  vnd  ich 

Ebbet  sein  hausurowe  vnd  vnser  erben  vouerschaidenleich  vber  die 

• 

vorgenanten  halben  veste  ze  Vestenburch  vnd  vber  alles  daz 
daz  darzu  gehöret,  als  es  vor  an  disem  brief  benant  ist,  dem  ege- 
nanten  hern  Vireichen  von  Pergawe  vnd  seinen  erben  ze  rechten 
gewern  vnd  scherm  für  alle  ansprach,  als  aygens  recht  ist  vnd  des 
landes  recht  ze  Steyr.  Waer  aber,  daz  si  mit  recht  an  der  selben 
halben  veste  ze  Vestenburch  vnd  alle  dev  vnd  darzu  gehöret,  icht 
chrieges  oder  ansprach  gewunnen,  swaz  si  des  schaden  nement,  daz 
suln  wir  in  alles  aus  richten  vnd  widerchern  an  allen  irn  schaden, 
vnd  suln  auch  si  daz  haben  auf  vns  vnd  auf  allem  vnserm  gut,  daz 
wir  haben  in  den  landen  ze  Österreich  vnd  ze  Steyr,  wir  sein  leben- 
tich  oder  tode.  Vnd  daz  diser  chauf  iurbaz  also  staet  vnd  vnzer- 
brochen  beleihe,  dar  vber  so  geben  wir  ich  graf  Nichlas  der  gunia- 
maister  vnd  ich  Elzbet  seine  hausurowe  hern  Vireichen  von  Per- 
gawe vnd  seinen  erben  disen  brief  zu  einem  warn  vrchtinde  vnd  zu 
einer  ewigen  vestnunge  diser  sache  versigelt  mit  vnserm  insigil  vnd 
mit  graf  Nychlas  insigil,  graf  Laurentzes  svn  von  Mwrtestorf  vnd 
mit  hern  Perichtolts  insigil  von  Pergawe  vnd  mit  hern  Merten  insi- 
gil des  Stüchssen  von  Trautmanstorf  di  alle  diser  sache  gezeuge. 
sint  mit  irn  insigiln.  Diser  brief  ist  geben  ze  Wienne  nach  Christes 
geburt  drevtzehen  hundert  iar,  dar  nach  in  dem  drev  vnd  ftimftz- 
gisten  jar  an  saut  Michels  tage. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  fünf  Siegeln.  1.  Sehr 
verwischt  und  die  Embleme  unkenntlich.  Die  Umschrift  seheint  zu  heissen: 
^.S.mJlGISTfU.<(onV3  •  •  -  2.  Schild  ohne  Helm,  ein  Adler  mit  ausgebrei- 


329 

feten  Flügel o (fOmiTISD^  M^RTtfnST  ...   3.  Bekannt  —  vier- 

getheilter,  rechts  geneigter  Schild,  Helm  mit  Helmdecke,  auf  dem  Helme  eine 
Art  Hiu benstock,  auf  welchen  ein  Hut  4.  Gross,  dreieckigt,  an  den  beiden 
Sehenkeln  etwas  abgerundet,  ohne  Helm  —  ein  Widderkopf;  ebenso  Nr.  5. 


CCCXXIII. 

1353.  13.  October.  Wien.  —  Berthold  von  Pergau  erhält  183  Pfund  Pfenning 
ton  seinem  Vetter  Ulrich  von  Pergau,  welcher  den  Juden  zu  Neustadt  Bürg- 
schaft leistet  für  den  Grafen  von  Märtestorf. 

Ich  Perichtoli  von  Pergawe  vnd  mein  erben  vergehen  vnd  tun 
chunt  allen  den,  die  disen  brief  lesent  oder  horent  lesen,  daz  mein 
veter  herr  Vlreich  von  Pergawe  mir  geantwurt  vnd  gegeben  bat 
huudert  phunt  vud  drev  vnd  achtzich  phunt  wienner  phen- 
ning,  da  in  mein  herre  der  hochgeborn  fürste  hertzog  Albrecht  ze 
Österreich,  ze  Steyr  vnd  ze  Chosrnden  zu  genot  hat  vnd  auch  mit 
im  geschaut  hat,  da  ich  Perchtolt  von  Pergawe  vmb  purgel  bin 
hintz  den  Juden  datz  der  Newenstat  für  graf  Nichlasen,  graf  Lau- 
rents sun  von  Mosrtestorf  vnd  die  ich  auch  den  Juden  datz  der 
Newenstat  geben  sol  an  den  briefen',  da  ich  purgel  vmb  bin  für 
den  egenanten  graf  Nichlasen.  Vnd  dar  vber  so  gibe  ich  im  disen 
brief  ze  einem  warn  vrchunde  diser  sache  ver^igelt  mit  meinem 
insigil  vnd  mjt  der  erbern  herren  jnsigiln  hern  Eberhart*  vnd  kern 
Hainreicfi8  der  prüder  von  Walsse,  hauptlceut  ze  Drosendorf  vnd 
herrn  Stephans  von  Hohenberch,  die  diser  sache  gezeuge  sint  mit 
irn  insigiln.  Diser  prief  ist  geben  ze  Wienne  nach  Christes  geburt 
dreutzehen  hundert  iar,  dar  nach  in  dem  drev  vnd  fumftzgisten  iar 
an  sand  Cholmans  tage. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  vier  angehängten 
Siegeln. 

CCCXXIV. 

1353.  28.  October.  Wien.  —  Dietrichs  von  Eohenberg  Erbvertrag  und  Theilung 

mit  seinem  Bruder  Stephan  von  Eohenberg  in  Einsicht  ihres  väterlichen  und 

mütterlichen  Erbes  und  des  Nachlasses  i/tres  Oheims  Ofen  von  Slät. 

Ich  Dietreich  von  Hohenperch  vergich  vnd  tun  chunt  allen 
den,  die  disen  brief  lesent  oder  horent  lesen,  die  nv  lebent  vnd 


330 

hernach  chunftich  sint,  daz  ich  mich  des  mit  meinen  trewen  an 
aydes  stat  verlobt  vnd  verbunden  han  gegen  meinem  prüder  kern 
Stephan  von  Hohenberch  vmb  alles  das  gut,  daz  vns  anerstorben 
ist  von  vnserm  vater  kern  Stephan  von  Hohenberch,  dem  Got 
genade,  vnd  daz  vns  auch  noch  angeuallen  sol  von  vnser  muter,  ez 
sei  aigen  lehen  verlehentes  gut  purchrecht  perchrecht  in  vrbar 
ze  holtz  ze  velde  vnd  ze  dorf,  es  sei  gestift  oder  vngestift 
versficht  oder  vnuersucht,  swie  so  daz  genant  ist,  vnd  vmb  daz  halb 
haus  ze  Wolßerstorf  vnd  alles  daz,  daz  darzu  gehöret,  daz  vns  an- 
erstorben ist  von  vnserm  öhaim  Offen  von  Slast,  dem  auch  Got 
genade,  vnd  swaz  vns  gutes  von  im  anerstorben  ist,  es  sei  aygen 
lehen  purchrecht  perchrecht  in  vrbar  ze  holtz  ze  velde  vnd  ze 
dorf,  es  sei  gestift  oder  vngestift,  versucht  oder  vnuersucht,  swie 
so  daz  genant  ist,  vnd  es  sei  auch  des  vorgenauten  gutes  lehen  von 
vnserm  herren  den  hertzogen  ze  Österreich  oder  von  dem  pyscholf 
von  Pazzaw  oder  von  dem  purgrafen  von  Nürnberch  oder  von  swem 
es  lehen  ist,  da  wir  ez  ze  lehen  von  haben,  daz  ich  daz  selbe  gut 
alles,  als  es  vor  in  disem  brief  benant  ist,  mit  meinem  prüder  kern 
Stephan  von  Hohenberch  vngetailt  sol  haben  vntz  an  meinen  tode. 
Vnd  waer  auch  daz,  daz  ich  Dietreich  von  Hohenberch  stürbe  vnd 
nicht  sfine  hinder  mir  liezze,  so  sol  denne  daz  vorgenant  gut  alles 
erben  vnd  geuallen  auf  den  selben  meinen  prüder  kern  Stephan 
von  Hohenberch  vnd  auf  sein  erben  daz  sune  sint,  vnd  suln  auch 
si  denne  meiner  tochter,  di  ich  alebenst  (sie)  han,  da  von  geben 
tausent  phunt  wienner  phenninge ;  ist  aber,  daz  ich  mer  tochter 
gewinne,  wie  vil  der  war,  den  suln  si  denne  davon  gebunden  sein 
ze  geben  drevtzehen  hundert  phvnt  wienner  phenninge  vnd  dar  zu 
so  suln  auch  mein  tochter  vor  aus  haben  alles  daz  gut,  daz  von  irr 
muter  herchomen  ist,  swie  so  daz  genant  ist  vnd  swo  so  daz  gele- 
gen ist.  Waer  aber,  daz  mein  prüder  her  Stephan  von  Hohenberch 
stürbe  vnd  nicht  sune  liezze,  vnd  daz  daz  vorgenant  gut  alles  auf 
mich  vnd  auf  mein  sune  geuiel,  als  ich  auch  besunderleich  brief 
vnd  insigel  von  im  darvber  han,  vnd  daz  er  denne  mer  tochter 
biet  denne  zwo,  so  sol  ich  denne  seinen  tochtern  gepunden  sein  ze 
geben  drevtzehen  hvndert  phvnt  wienner  phenninge  zu  irr  muter  gut, 
daz  si  auch  vor  aus  dar  zu  haben  suln.  W«r  aber,  daz  er  denne 
nur  zwo  tochter  hiet,  so  sol  ich  denne  seinen  tochtern  gebunden 
sein  ze  geben  nur  tausent  phvnt  wienner  phenninge,  ob  daz  ist,  daz 


S31 

es  ze  schulden  chvmt,  als  vor  verschriben  ist.  War  aber,  daz  vnser 
ainer  in  recht  ehaft  not  chtem,  dev  wizzenleich  war,  der  sol  denne 
den  andern  seins  tails  des  vorgenanten  gutes  anpieten  vnd  sol  im 
daz  denne  ze  chauffen  geben  nach  zwayer  manne  rat  —  vnser 
vreunt.  Wolt  er  es  aber  nicht  chauffen»  so  sol  der  denne  vnder  vns 
baiden,  der  in  ehaft  not  chomen  ist,  mit  dem  selben  seinem  tail 
gutes  allen  seinen  frumen  schaffen,  als  im  daz  aller  peste  wol  chvm 
vnd  fuge  an  allen  irresal,  als  verre  vnd  als  vil,  daz  er  von  ehaften 
noten  chvm.  Waer  aber,  daz  wir  icht  stozze  vnd  aufheuf  gegen  ein- 
ander gewunnen,  daz  sol  denne  gesten  an  zwain,  die  wir  aus  den 
siben  nemen,  die  irev  insigil  an  disen  brief  gehangen  habent,  vnd 
swaz  die  selben  zwen  denne  darvber  sprechen^  daz  suln  wir  denne 
baidenthalben  stset  haben  an  allen  chriege.  Waer  aber,  daz  wirbaid 
sune  liezzen,  die  suln  denne  auch  bei  allen  den  gelüben  vnd  punten 
beleiben,  der  wir  vns  gegen  ein  ander  verlobt  haben,  als  vor  ver- 
schriben ist.  Vnd  daz  disev  sache  fürbaz  also  stset  vnd  vnzerbrochen 
beleihe,  darvber  so  gib  ich  in  disen  brief  zu  einem  warn  vrchunde 
diser  sache  versigilt  mit  meinem  insigil  vnd  mit  der  erbern  herren 
insigiln  kern  Vlreichs  von  Hauspack,  kern  Reymprechis  des  Tar- 
sen, kern  Jansen  des  Tirsen  von  Rauhenekke,  kern  Mauritz  von 
Hauwenuelde,  kern  Chadolts  von  Ekchartsawe  des  Eltern,  kern 
Jansen  von  Merswanch,  Badmars  von  Sünnberch,  di  diser  sache 
taydinger  vnd  verrichter  gewesen  sint  vnd  auch  alle  diser  sache 
gezeug  sint  mit  irn  insigiln.  Diser  brief  ist  geben  ze  Wienne  nach 
Christes  geburt  drevtzehen  hundert  iar,  dar  nach  in  dem  drev  vnd 
fumftzgisten  iar  an  sant  Symon  vnd  sant  Judas  tage. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  acht  hängenden 
Siegeln,  i.  und  2.  Die  Siegel  der  Hasenberge  bekannt.  3.  Zerbröckelt.  4.  Schild 
ohne  Helm  mit  einer  Binde  durch  die  Mitte,  wie  der  österreichische  Binden- 

sebüd. .  lOhAnNIS  .TVRSOnIS.D 5.  Eine  Haue,  wie  bei  Hanthaler. 

6.  Helm  ohne  Schild»  Decke  fliegend,  auf  dem  Helm  der  obere  Theil  eines 
gekrönten  Löwen.  7.  Schild  ohne  Helm  mit  drei  an  einander  gereihten  Wecken 
ichrig  links  durch  den  Schild.  8.  Schild  ohne  Helm,  in  dem  eine  Sonne,  die 
wie  ein  Polyp  aussieht. 


332 


CCCXXV. 

1353.  11.  November.  Pamtl.  —  Ulrich  der  Schenk  ton  Seborn  etc.  verkauft  mit 
Einwilligung  seines  Schwähers  Christians  von  Jochenstein  vierzehn  in  der  Abtei 

gelegene  Güter. 

Ich  Vlreich  der  Schenkch  von  Seborn  vnd  meine  hausfrow 
Kathrei  vnd  all  vnser  erben  veriehen  offenlich  mit  disem  brif  vnd 
tuen  chuent  allen  den,  di  in  sehent  oder  horent  lesen,  daz  wir  mit 
gesampter  hant,  mit  guetem  willen  vnd  auch  nach  vnsrer  pesten 
freunt  rat  vnd  mit  meins  sweher,  hern  Cristans  von  Johenstain 
guctleichen  willen,  vnsrew  guet,  der  vierezechntfw  sind,  di  gelegen 
sind  in  der  Apptay  vnd  di  hernah  geschriben  Stent,  von  erst  ain 
guet  ze  Lanizmansperg,  ain  muel  ze  Oed,  ain  guet  ze  Chranwin- 
cheU  ain  guet  ze  Oberdorf,  drew  guet  ze  Chuemring,  ain  guet  ze 
Ortmamperg,  ain  guet  ze  Raphalzperg,  ain  guet  ze  Stierwerch* 
ain  guet  ze  Pusling,  ain  guet  ze  Saularn,  ain  guet  ze  HauHenperg 
vnd  ain  guet  ze  Champarn  mit  allen  den  rechten  eren  vnd  nuetzen, 
die  dar  zue  gehorent,  besuecht  vnd  vnbesuecht  als  wir  si  selber  inn 
haben  gehabt,  auz  vnser  nuetz  vnd  gwer  in  di  seinen  recht  red- 
leich  vnd  aygenleich  als  landes  recht  ist,  ze  chouffen  haben  geben 
vnserm  üben  herren  bischof  Gotfriden  ze  Pazzow  vmb  zway  hun- 
dert pfunt  pazzower  phenning,  der  er  vns  genzlich  gewert  hat  an 
allen  vnsern  schaden  .  .  Wir  verzeihen  auch  vns  vnd  ich  Chrütan 
von  Johenstain  der  guet  mit  dem  brif  also,  daz  wir  furbaz  noh  nie- 
mant  von  vnsern  wegen  ewichleich  nimmer  mer  nah  den  gueten 
dhainerlay  recht  noh  ansprach  sullen  haben  noh  gewinnen  weder 
mit  recht  noh  an  recht,  noh  mit  dhainerlay  Sachen.  Wir  haben  auch 
im  mit  vnsern  trewen  gelubt  vnd  verhaizzen,  daz  wir  der  guet  sein 
scherm  vnd  sein  gewer  für  allen  chrieg  vnd  ansprach  wellen  sein 
an  aller  stat,  vnd  im  des  not  ist,  als  des  landes  recht  ist.  Taeten 
wir  des  nicht,  welherlay  schaden  er  des  nimt,  den  er  gesprechen 
mag  vngesworen  vnd  vnberecht,  den  sullen  wir  im  allen  abtun  vnd 
widerchern  ganz  vnd  gar  an  allen  seinen  schaden,  vnd  sol  er  daz 
haben  auf  vns  vnd  auf  vnsern  trewen,  vnd  darzu  vnuerschaidenlich 
auf  aller  der  hab,  di  wir  vberal  indert  haben  oder  lazzen,  wo  di 
gelegen  ist  in  Osterreich  oder  in  Bayrn  besucht  vnd   vnbesucht. 


333 

vnd  des  selben  Schadens  sol  er  von  vris  vnd  von  vnsrer  hab  becho- 
men,  wi  er  wil  vnd  wi  er  mag,  mit  vnserm  gütlichen  willen  vnd  an 
allez  recht.  Wer  di  guet  von  vnsers  herren  wegen  bischof  Gotfrids 
von  Paztawe  vnd  mit  seinem  willen  inn  hat»  vnd  wer  den  brif  auch 
mit  seinem  gutlichen  willen  inn  hat,  der  hat  alle  di  recht  di  oben 
an  dem  brif  stent  gescbriben.  Vnd  daz  in  daz  also  stet  ganz  vnd 
vnzebrochen  beleih,  darvber  haben  wir  im  geben  den  brif  bes igel- 
ten mit  meinem  vorgenanten  Vlreichs  des  Schenkchen  vnd  mit  meins 
swehers  Christum  von  Johenstain,  Chunrats  des  Radegger,  Ekk- 
harixs  des  Staynpekchen,  zder  zeit  vnsers  herren  von  Pazzowe  mar- 
schalich,  vnd  Jansen  des  Hosmundes9  zden  Zeiten  mautter  ze  Paz- 
zowe anhangunden  insigeln,  di  der  sach  taidinger  gewesen  sind  in 
vnd  iren  erben  an  allen  schaden.  Darvnder  sich  all  vnser  erben  mit 
iren  trewen  verpinten  an  aydes  stat  allez  daz  stet  zehaben  vnd  nim- 
mer mer  dawider  nicht  ze  tuen,  daz  an  dem  brif  ist  verschriben, 
der  geben  ist  ze  Pazzowe  nah  Christ  geburd  dreutzehen  hundert iar, 
darnah  in  dem  drew  vnd  fümftzkistem  jar  an  sand  Herteins  tag» 

Monum.  boic.  T.  XXX.  II.,  pag.  207. 

CCCXXVI. 

1353.  22.  Vovember.  —  Revers  Ortolf  des  Orhol,  Bürgers  in  Wels,  und  seiner 
Ehefrau  über  das  ihnen  vom  Abte  tu  Kremsmünster  verliehene  Gut  Hochweidach. 

Ich  Ortolf  der  Örhol  purger  ze  Wels  und  ich  Kathrei  sein 

haosvrou  und  all  unser  erben  wir  veriehen  offenwar  an  disem  brief 

und  tun  chunt  allen  den,  di  in  sehent  hörnt  oder  lesent,  daz  wir 

von  dem  erbern  heim  herrn  Ernsten  zden  Zeiten  abt  ze  Chrems- 

mwnster  und  von  demselben  gotshaus  erwarben  haben  ein  gut,  daz 

genant  ist  Huchweydech  und  gelegen  ist  in  der  pharr  ze  Sippach- 

zell9  und  schulten  da  von  wir  und  unser  erben  oder  wer  däz  gut  nach 

uns  inne  hat  dem  selben  gotshaus  alleierleich  dienen  unverzpgenleich 

an  sand  Niclas  tag  sechzk  phenning  alter  wienner  münz  und  einvogt 

huen  und  nicht  mer.  Wer  aver  daz  getan,  daz  dem  vorgenanten 

gotshaus  der  dienst  verzogen  wurd  an  dem  selben  tag  oder  hinnach 

in  acht  tagen,  so  schol  daz  selb  gotshaus  auf  dem  egenanten  gut 

mit  unserm  gutleichem  willen  umb  den  obgenanten  dienst  um  sechzk 

phenning  ze  wandet  an  allen  chrieg.  Und   daz  diseu  red  also  stet 


334 

und  unverchert  beleih,  dar  über  gib  ich  in  rorgenanter  Ortolf  der 
örhol  disen  gegenwärtigen  offen  brief  versigelten  mit  meines  swe- 
hers  Hainreiches  des  Orholn  anhangundem  insigel  im  an  schaden, 
wann  ich  selber  aygens  insygels  nicht  enhan.  Der  brief  ist  gege- 
ben nach  Christi  gepurd  dreuzehen  hundert  iar  und  dar  nach  in 
dem  dreu  und  ffinfzigisten  iar  des  nächsten  vreytages  vor  sand 
Kathreyn  tag. 

Urkundenbuch  von  Kremsmünster  Nr.  230. 


CCCXXVII. 

1353.  29.  lovember.    —    Confraternitätsbrief  de»  Klosters  Formback  (Abi 
Martin,    Prior  Heinrieh)    mit  dem  Kloster  Reicher gperg   (Propst  Dietmar 9 

Dechant  Liebhart). 

Venerabilibus  in  Christo  patribus  et  dominis  predilectis  domino 
Dietmaro  preposito,  Liebhardo  decano  totique  conventui  ecclesie 
Reicherspergensis  Martinas  dei  gracia  abbas,  Heinricus  prior 
totusque  conuentus  monasterii  Formbacensis  salutem  cum  virtutis  et 
gracie  felicibus  incrementis.  —  —  Vobis  omnibus  presentibus  et 
futuris  plenam  —  tarn  in  morte  quam  in  vita  confraternitatem  com- 
munionem  participacionem  omnium  bonorum,  que  donante  deo  in 
perpetuum  in  nostro  fiunt  monasterio  —  adicientes  —  vt  prelatorum 
vestrorum  deposiciones  sicut  nostrorum  prelatorum  —  solempniter 
peragantur.  IIa  dies  deposieionis  confratrum  equali  modo  celebretur 
ita  tarnen,  vt  dies  obitus  ipsorum  nobis  prout  vobis  infra  dierum  octo 
spacium  declaretur.  Sed  et  memoria  omnium  fratrum  semel  in  anno 
—  proxima  vacante  die  post  dominicam  letare  per  omnia  teneatur.  — 
Yolumus  et  quicunque  ex  vobis  —  ad  nos  declinauerit  —  caritatiue 
recipiatur  et  —  pertractetur  —  vestra  confraternitate  viceuersa  ad 
omnia  et  singula.  In  cuius  facti  euidenciam  presentes  litteras  vobis 
damus  sigillorum  nostrorum  robore  communitas.  Actum  anno  domini 
M°  ccc°  1  iij.  iij  kal.  decembris. 

Orig.,    Perg.  mit  Resten  des  Conventsiegele.    Stiftsarchiy  Reichersperg. 
Auch  im  Promptutr.  Reichersberg.  A  198. 


335 


CCCXXVIU. 

1353.  5.  December.  Glelnk.  —  Die  Gebrüder  Ulrich  und  Hang  von  Falkenstein 
verkaufen  dem  Kloster  Gleink  zwei  Höfe,  eine  Mühle  und  eine  Hofstatt  zu  Risen- 

stein  in  der  Haidershof  er  Pfarre, 

Ich  Virich,  ich  Hang  geprüder  von  Valkenstain  wir  vergehen 
vnd  tuen  kunt  offenbar  an  disen  prief  allen  den,  di  in  sehen  hören 
oder  lesen,  di  nu  lebent  oder  hernach  chunftig  werdent,  daz  wir  mit 
wolbedahttem  inuet  vnd  naeh  vnserr  pesten  freunde  rat  vnd  zu  der 
zeit,  do  wir  ez  wol  getuen  mohten  vnd  mit  gutlichem  willen  vnsers 
pruders  Kadols  von  Valkenstain  vnd  aller  vnserr  erben  dem  erwer- 
gen  vnd  gaistlichem  herrn  apt  Hainrieh  von  Glunich  vnd  demselben 
seinem  goczhause  zu  chaufen  haben  geben  vnsers  rechten  vnd  vrien 
aigens  zwen  hof,  ain  müllen  vnd  ain  hofstat  zu  Risenstain  gelegen 
in  Hedershofer  pfarr  mit  alle  deuf  vnd  darzu  gehört  zu  holez  zu 
velde  zu  wayde  zu  wasser  zu  dorfe,  gestift  vnd  vngestift  (sie)» 
gepauwen  vnd  vngepauwen,  versucht  vnd  vnuersucht  oder  wi  ez 
genant  ist,  als  wir  si  von  alter  in  aygens  gewer  gehabt  haben,  vm 
hundert  vnd  dreyssig  phunt  pfening  wiener  mfincz,  der  wir  gancz 
vnd  gar  geriht  vnd  gewert  sein,  in  solher  beschaidenhait,  daz  daz 
vorgenant  goczhaus  zu  Gläung  mit  den  obgenanten  gueten  zu  Bisen" 
stain  allen  seinen  frumen  schaffen  schol  vnd  ez  vrilich  vnd  gencz- 
lichen  besiezen  vnd  inuhabeu  schol  in  rehter  aygens  gewer,  als  wir 
ez  von  vnser  vordem  herpraht  haben,  an  allen  irrsal  vnd  an  all 
ansprach.  Gesche  aber  daz,  daz  iman  in  erbs  natnen,  nach  den  sei« 
ben  obgenanten  gueten  Sprech  oder  sprechen  wolt,  der  schol  dem 
vorgenanten  goczhaus  zu  Glunich  zwey  hundert  pfunt  pfening  wie- 
ner muncz  geben  vnd  widerkeren;  als  ez  von  ersten  her  getaydinget 
ist  vnd  mit  auzgenumener  rede  gesprochen  ist.  Vnd  daz  das  alles 
dem  oftgenantem  goczhaus  zu  Gl&unig  hinfur  stet  vnd  vnuerkert 
beleihe,  darvber  geben  wir  egenant  Virich  vnd  Hange  von  Valken- 
stain disen  gegenwertigen  offen  prief  versigelten  mit  vnser  paider 
ynsigell,  di  daran  hangen,  der  auch  versigelt  ist  mit  vnsers  egenan- 
ten  pruders  ynsigel  her  Kadolcz  van  Valkenstain  vnd  auch  bestetigt 
ist  mit  herrn  Eberharcz  von  Waltse  ynsigel  hauptmans  ob  der  Ens, 
vnd  zu  ainer  pessern  sicherhait  mit  herrn  Johannsen  von  Traun 
ynsigel  vnd  mit  vnserr  lieben   ohaim  Johansen  vnd  Virichs  von 


33S 

Reichnatain  ynsigel  vud  mit  herrn  Bertoltz  vom  Losenstain  ynsigel 
vnd  mit  her  Chunrats  von  Flaehenekk  ynsigel,  den  allen  deu  selbe 
wandelung  vnd  sach  wol  chunt  vnd  gewizzen  ist.  Di  selb  sach  vnd 
wandelung  ist  geschehen  ze  Glunig,  do  von  Christus  gepurt  ergan- 
gen waren  dreuzehenhundert  iar  vnd  darnach  in  dem  trey  vnd  fünf- 
zigstem iar  an  sand  Nicolais  abent. 

Orig.,  Perg.  mit  sechs  noch  hängenden  Siegeln  von  gelbem  Wachs  im 
bischöflichen  Consistorium  su  Lide. 


CCCXX1X. 

1353.  6.  DdCOmbtr.  —  Chol  von  Seldenhofen  und  Elsbet  seine  Hausfrau  ver- 
kaufen Herrn  Eberhart  von  WaiUee  Hauptmann  ob  der  Ene  eilfthalb  Pfund 
Herren-Gülte,  in  der  Rogateeh  bei  Scheibe  gelegen,  um  168  Pfund  Wiener 

Pfenning. 

ICH  Chol  von  Seldenhouen  vnd  ich  Elspet  sein  hausvraw  vnd 
alle  vnser  erben  verichen  vnd  tuen  cbvnt  mit  disem  prief  allen  den, 
die  in  ansehent  oder  horent  lesen,  daz  wir  vnserm  lieben  frevnt 
dem  erberm  herren  hern  Eherharten  von  Walsse  hauptman  ob  der 
Ens  vnd  allen  sein  erben  mit  wolbedachtem  muet  vnd  nach  vnser 
pesten  frevnt  rat  cze  der  czeit,  do  wir  ez  wol  getuen  mochten,  aind- 
lefthalb  phunt  geltz  rechter  herren  gult,  die  in  der  Rogatsch  bey 
Scheibe  gelegen  sind,  daz  vnser  rechtz  aygen  ist,  chaufleich  vnd 
rechtleich  an  alle  ansprach  besuecht  vnd  vnbesuecht,  swi  so  daz 
genant  oder  gehaizzen  oder  wo  ez  gelegen  ist,  ie  ain  phunt  herren 
gelt  vm  sechczehen  phunt  alter  wyenner  phenning  vm  hundert  phunt 
vnd  vm  an  zway  sibenczich  phunt  alter  wyenner  phenning  cze  chauf- 
fen  haben  geben,  der  wir  schon  vnd  gar  frevntleich  hericht  vnd 
gewert  sein,  vnd  schulten  auch  der  selben  guet  swi  die  genant  sind, 
ir  gewer  sein  für  allev  ansprach,  swo  in  des  dürft  oder  not  geschiecht, 
nach  landes  recht  cze  Osterreich  an  alles  geuerd.  Wer  auch,  daz 
wir  mer  geltz  an  der  selben  stat  gehaben  mochten,  dann  vor  geschri- 
ben  ist,  daz  so!  er  vns  herczu  richten ;  wer  sein  aber  minner,  daz 
sol  vns  ab  dem  gelt  ab  gen  cze  geleiher  weiz,  als  vor  beschriben 
stet.  Vnd  dar  vber  cze  ainem  vrchund  der  vor  geschriben  sach  geben 
wir  in  disen  prieff  mit  vnsern  insigeln  vnd  cze  czeug  mit  herren 
Reimprecht8  von  Schönnberch  vnd  herren  Weicharts  des  Winchler 
anharrenden  (sie)  insigeln  versigelt.  Der  prieff  ist  geben,  do  man 


337 

czalt  Ton  Christes  gepurd  drevczehen  hundert  iar,  darnach  in  dem 
drew  vnd  funfczgisten  iar  an  sand  Nyclas  tag  vor  weinnachten. 

Aas  dem  Original  im  Schlosse  zu  Eferding  auf  Pergament,  das  erste 
Siegel  verdorben  —  ungefärbtes  Wachs.  Es  hängen  vier  Siegel ;  das  »weite» 
dessen  Umschrift  weggebröckelt,  hat  den  Adlersflügel  der  von  Schönberg,  wie 
das  dritte,  Reinpreehts  von  Schönberg. 

cccxxx. 

1353.  12.  December.  —  Peter,  Jakob  des  Spitalmeisters  im  Bürgerspital  tu 
Klosterneuburg  Sohn,  verschaff  dem  Kloster  Wilhering  ein  halbe»  Joch  Wein- 
garten an  dem  Stellen jtu  Klosterneuburg  als  Seelgeräth. 

Ich  Peter  Jacobs  svn  des  spytalmaister  in  der  purger  spytal  ze 
Neunburch  chlosterhalben  vergich  —  daz  ich  —  do  ich  wol  vnd 
voll ic hl  eich  zv  meinen  iaren  chomen  waz  nach  rat  meins  vaters  — 
mit  meins  perchherren  hant  herrn  Pilgreims  des  Würfel,  zv  den 
zeiten  Chorherr  vnd  obristen  chelner  des  gotzhauzz  ze  Neunburch 
recht  vnd  redleich  geben  han  durich  Got  lautterleich  vnd  ze  vor- 
drist  —  durich  meiner  sei  vnd  aller  meiner  vordem  sei  hail  willen 
den  erbern  gaistleichen  herren  vnd  dem  gotshaus  ze  Wilhering 
mein  halbs  jeuch  Weingarten  gelegen  ze  Neunburch  an  den  Stellen 
zenachst  Leupolts  des  Sehonnherm  Weingarten,  der  mein  rechts 
anderstarbens  eribguet  ist,  vnd  der  mir  —  geuallen  ist  an  rechter 
tailung,  do  mein  vater  Jacob  vnd  mein  mueter  Kathrey,  der  Got 
genad,  —  mit  gesampter  hant  —  alle  irev  guter,  purchrecht  vnd 
perchrecht  vnd  varund  guter  mit  einander  getailt  vnd  georndent  vnd 
geschalt  habent  als  der  statbrief  sagt,  der  darüber  gegeben  ist  von 
dem  rat  der  selben  stat.  Ynd  von  dem  e  genanten  Weingarten  dient 
man  alle  iar  ze  perchrecht  anderhalben  emmer  weins  vndainphennich 
ze  voytrecht  an  sand  Goergen  tag  vnd  nicht  raer,  also  daz  die  selben 
herren  ze  Wilhering  mit  dem  vor  genanten  Weingarten  furbaz  allen 
irn  frum  schaffen  schullen  —  an  allen  chrieg.  —  Ynd  daz  die  ege- 
sehriben  red  vnd  Wandlung  staet  beleih  vnd  vngebrochen,  vnd  wand 
ich  nicht  „aygen  insigel  hab,  darvmb  so  gib  ich  obgenanter  Peter 
dem  gotshaus  ze  Wilhering  disen  brief  ze  einem  warn  vrchund  diser 
sach  versigelten  mit  meins  vorgenanten  perchherren  insigel  her 
Pyllgreims  des  Würphel  insigel,  vnd  ze  einem  worn  getzeug  mit  der 
erbern  laeut  insigeln  herrn  Jacobs  des  alten  Slüzzleer  sun,  ze  den 

Urkandtnbnch  dts  Landti  ob  dtr  Enn».  VII.  Bd.  22 


338 

zeyten  statricbter  vnd  Judenrichter  rnd  herrn  Wysents  an  dem 
Anger  seis  broder  rnd  Hainrich  de9  Dürren  zden  Zeiten  des  rata 
ainer,  des  ich  sev  gebeten  hab.  Der  brief  ist  geben  —  dreutzehen 
hundert  iar  darnach  in  dem  drev  vnd  fumftzkisten  iar  an  sand 
Lucein  abent. 

Copialboch  a  143.  StifUarchiv  Wil  bering. 


CCCXXXI. 

13S3. 17.  December.  —  Marchart  von  Percheim  perkauft  an  Otto  den  Wieschen* 
dorfer  sein  Gut  Stalbach  in  der  Pfarre  Kronstorf 

Ich  Marichart  von  Perchaim,  mein  hausfrawe  Diemüt  vnd  alle 
Tnser  erben  veriehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  disen  brief  sehent 
oder  lesen  hörnt,  daz  wir  mit  wolbedachtem  müt  rnd  mit  all  vnser 
prüder  gutleichen  willen  vnd  wort  nach  vnsrer  freunt  rat  rnd  gunst 
recht  vnd  redleich  ze  chauffen  haben  geben  Otten  dem  Wieschen- 
dorffer,  seiner  hausfrawen  Chunigunden  vnd  allen  seinen  erben 
vnser  gut  datz  dem  dorfflein  vnd  haizzet  in  dem  Stalbach  vnd  leit  in 
Chremstorffer  (sie)  pharr  vnd  ist  freys  aigen  mit  allen  den  rechten 
vnd  nutzzen,  vnd  darzu  gehörnt  ze  holtzz  vnd  ze  veld,  versucht  vnd 
vnuersucht  vmb  ein  gelt,  dez  wir  gar  vnd  gantz  gewert  sein.  Wir 
sein  auch  dez  vorgenanten  gutes  ze  einem  rechten  freyen  aigen  ir 
gewer  für  alle  ansprach,  wo  in  des  not  geschiecht,  als  lantz  recht 
ist.  Tun  wir  dez  nicht,  swietann  schaden  si  dann  dez  nement,  den 
schulten  wier  in  ablegen  vnd  schöllen  si  daz  haben  auf  vnsern  tre- 
wen  vnd  darzu  auf  aller  vnsrer  hab,  swo  wier  die  haben,  versucht 
vnd  vnuersucht.  War  auch,  daz  yem  chäm,  der  pezzer  recht  wolt 
haben  zu  dem  vorgenanten  gut,  der  schol  in  geben  ffinftzig  phunt 
wienner  phenning,  vnd  schol  in  wider  cheren  nach  vier  mann  ratt 
daz  si  darauf  verpawen  habent.  Daz  di  rede  stät  vnd  vnzebrochen 
beleih,  dar  vber  geben  wier  in  disen  brief  gesiegelten  ich  egenanter 
Marichart  der  Perchaimer  mit  meinem  anhangundem  insigel  vnd  mit 
meiner  lieben  prüder  Reichers  vnd  Vlreichs  anhangunden  insigeln, 
die  der  sache  mit  iren  insigeln  gezeug  sind  in  an  schaden,  da  hinder 
ich  mich  Andre  vnd  Haintzel  vns  verpinten  mit  vnsern  trewen, 
wann  wir  ze  den  Zeiten  nicht  insigel  beten  vnd  vns  dez  vorgenanten 
gülz  gantz  vnd  g&ntzleich  mit  sampt  vnsern  egenanfcn  prüdem  für- 


339 


zieht  haben  getan  also,  daz  wir  noch  vnser  erben  dhafn  ansprach 
ewichleich  nimmermer  dar  nach  haben  schallen  noch  mögen.  Der 
brief  ist  geben  nach  Christes  gepurd  dreutzehenhundert  far  vnd  in 
dem  drew  vnd  fumftzkistem  iar  an  dem  erichtag  vor  sand  Tho- 
manstag. 


Aus  einem  Pergamentcodex  zu  St.  Florian. 


CCCXXXII. 


1353.  21.  December.  —  Peter,  Jakob  des  Spitalmeisterg  im  Bürgerspital  zu 

Klosterneuburg  Sohn,  gibt  dem  Kloster   Wilhering  bei  seiner  Aufnahme  in  das 

Kloster  ein  halbes  Joch  Weingarten  „an  dem  Seyticeg". 

Ich  Peter  Jacobs  sun  des  spytalmaister  in  der  purger  spytal  ze 
Neunburch  chlosterhalben   vergich  —    daz    ich  angesen  han  die 
grozzen  lieb  vnd  vreuntschaft,  die  mir  mein  herren  ze  Wilhering 
ertzaigt  habent  dar  an7  daz  si  mir  lautterleich  durch  Got  irn  orden 
gegeben  habent  vnd  in  ir  bruderschaft  genomen  habent,  durch  der 
selben  trewn  willen  bab  ich  den  selben  gteistleichen  herren  ynd  dem 
gotshaus  ze  Wilhering  lautterleich  durch  Got  geben  meins  rechten 
eribtails,  daz  mir  geben  vnd  geschaft  ist  von  meinen  egenanten  vater 
vnd  von   meiner  mueter  Kathrein,  der   Got  genad  —  do  sev  mit 
gesampter  hant  allev  irev  gueter  —  mit  einander  getailt  habent,  als 
der  statbrief  saget,  der  dervber  gegeben  ist  von  dem  rat,  mein 
halbs  jeuch  Weingarten  gelegen  an  dem  Seytweg  zenachst  der  Ott 
Perinn  Weingarten,  do  man  alle  iar  von  dient  ze  perchrecht  ein 
eminer  weins  vnd  ze  voitrecht  drey  wienner  phenuing  ze  drin  etayding 
im  iar  vnd  nicht  mer,   so  des  perchmaister  ist  Hainreich  Rapot,  ze 
den  Zeiten  hern  VLreichs  des  Chappeller  amptman,  mit  dez  hant  ich 
ez  getan  han  also  mit  auzgenomen  Worten,    ist  daz  ich  Peter  in  dem 
orden  beleih  vnd  gehorsam  laist  vnd  tuen,  so  sebol  mein  vater  Jacob 
den  selben  Weingarten  haben  in  nutz  vnd  in  gewer  ledigen  vnd  vnuer- 
chumberten  vntz  an  seinen  tod,  daz  er  sein  norung  dester  paz  geha- 
ben mug,  vnd  nach  seinem  tod  so  schulten  sich  sein  mein  egenant 
herren  vnderwinden,  wie  sev  in  vindent  gepawn  oder  vngepawn,  vnd 
schulten  dann  mir  alle  iar  furbaz  do  von  raichen  vnd  geben  zwai 
phunt  wienner  phenning  ze  pezzrung  meiner  pfrunt  vnd  schulten 
auch  dar  zu  meim  vater  vnd  meiner  mueter  begen  einen  ewigen  iar- 

22  * 


340 

tag  an  dem  tag,  als  mein  rater  stirbet  mit  vigilj  mit  seimessen  mit 
Iren  gebet,  als  irs  ortlens  gewonhait  ist.  Vnd  daz  die  herren  dest 
williger  dar  zv  .«ein,  so  schol  man  iedem  herren  des  selben  tages 
geben  ein  pfennibert  semel  vnd  drev  gutev  stukch  vischs  in  einem 
pfeffcr.  War  aber,  daz  mir  der  orden  ze  swer  war  vnd  darinnen 
nicht  beleiben  mochte,  so  ist  mir  mein  obgenanter  weingart  von 
in  ledig  vnd  frey  der  egeschriben  punt  an  allen  chrieg  vnd  wider- 
red. Vnd  daz  die  vorgeschriben  red  vnd  Wandlung  stset  beleih  vnd 
wand  ich  egenanter  Peter  nicht  aygen  insigel  han,  dar  vmb  so  gib 
ich  meinen  herren  von  Wilhering  disen  briefze  einem  warn  vrchund 
diser  sach  vers igelten  mit  meins  vorgenanten  perchmaisters  insigel 
Hainreichs  Rapots,  vnd  zv  einem  worn  getzeug  mit  der  erbern  laeut 
insigeln  herrn  Jacobs  des  alten  Sluzzl&r  sun  zv  den  Zeiten  stat- 
richter  vnd  Judenrichter  vnd  Wysents  an  dem  Anger  seins  bruder 
vnd  Hainreich  des  Dürren  zv  den  Zeiten  des  rats  ainer,  des  ich  sev 
mit  vleizz  gepeten  hab.  Der  brief  ist  geben  —  drevtzehen  hundert 
iar  darnach  in  dem  drev  vnd  fumftzkisten  iar  an  sand  Thomans  tag« 

Copialbuch  a  142.  Stiftaarchiv  Wilhering. 

CCCXXXIII. 

1353.  21.  December.  —  Eberhart  des  Hopfstängels  Revers  über  das  ihm  vom 
Kloster  Reichersberg  zu  Erbrecht  verliehene  Haus  an  dem  Urfahr  zu  Obernberg. 

Ich  Eberhart  der  Hopfsteengel  vergich  offenbar  an  disem  brief 
für  mich  für  mein  hawsfraw  vnd  für  alle  mein  erben,  das  ich  gewor- 
ben han  von  dem  erbern  herrn  herrn  Dicetmarn  probst  ze  Reichers- 
perg  vnd  von  dem  conuent  daselben  ze  rechtem  erib  ain  haws  ze 
Obemperig  an  dem  Vrttar  mit  sambt  der  hofstat  vnd  waz  dartzne 
gehört,  das  ir  freis  aigen  ist  gewesen,  mit  solicher  beschaiden,  daz 
ich  oder  wer  das  vorgenant  aigen  inn  hat,  dauon  dienen  sol  jerleich 
an  sand  Michelstag  fünf  Schilling  passauer  pfenning.  Word  in  das 
indert  vertzogen,  so  sollen  sidarumbpfennten  vnd  zue  sperren  vmbirn 
versezzen  dinst  als  der  hofmarich  recht  ist  ze  Obemperig  an  aller 
amptleut  hant,  wurd  in  das  indert  gewert  oder  verstanden,  so  biet 
sich  in  inner  jaresfrist  das  vor  genant  aigen  veruallen  vnd  mochten 
das  versetzen  oder  verkaufen,  wen  si  wolten  mit  vrsern  guetleichen 
willen.  Ich  sol  auch  —  weder  versetzen  noch  verkauften  nur  mit 


341 

der  herro  gueten  willen  vnd  gunst.  Vnd  daz  das  also  stet  —  beleih, 
gib  ich  den  brief  versigelt  vnder  Hertteins  des  Schreiber  zden  Zei- 
ten richter  ze  Obernperig  anhangunden  insigel.  —  Der  geben  ist— 
drewczehen  hundert  jar  darnach  in  dem  drei  vnd  funftzkistem  jar 
an  sand  Thomanstag. 

Promptuar.  Reichersperg.  A  206 1. 


CCCXXXIV. 

1353.  2L  December.  —  Gertrude,  die  Tochter  des  Herrn  Ofen  von  Arberg 
erstallet  ihrem  Gemähte  Herrn  Hansen  von  Winden  ah  Wiederlage  600  Pfund 
Pfenninge,  wovon  eine  halbe  Mark  Silbers  als  Stiftbetrag  dem  Gotteshause  zu 

Hain  gehört. 

Ich  Gedräut  Kern  Offen  tochter  von  Arbereh  tun  chunt  mit 
disem  prieff  allen  den,  die  in  s**hent  oder  horent  lesen,  daz  ich  nach 
rat  vnd  gunst  meiner  pesten  vreunt  meim  lieben  wiert  Hansen  von 
Winden  ze  rechter  Widerlegung  seins  guets  gegeben  han  vnd 
gemacht  meins  aygen  guets  sechs  hundert  pfunt  alter  wienner  pfen- 
ning,  vnd  han  in  der  geweist  des  ersten  auf  meinn  tail  der  vest  ze 
Puten  vnd  waz  dar  zu  gehört,  als  ich  ez  vntz  auf  den  heutigen  tag 
in  nutz  vnd  in  gewer  her  pracht  han,  vierdhalb  hundert  pfund  Pfen- 
ning, vnd  in  den  Püheln  pey  Wetschein  ain  vnd  zwainzich  march 
gelts  für  zway  hundert  pfunt  wienner  pfenning,  die  mein  recht  mor- 
gengab gewesen  sint  Yon  Kern  Erasm  seligen  von  Pernek  meim 
vorderm  wiert  also  auzgenomleieh,  daz  desselben  gelts  ain  halb 
march  gelts  geuallen  schol  dem  gotshaus  ze  Reün,  als  si  der  vor- 
genant her  Erasm  selig  dahin  durch  seiner  sei  willen  vnd  durch  der 
meinen  zu  aim  ewigen  jartag  mitt  anderm  guet  geschafft  hat.  Dar 
zu  han  ich  in  auch  geweist  auff  zwo  march  gelts  pey  Wieltsch  gele- 
gen, die  da  dient  achczehen  ember  weins  für  zwainzich  pfunt  wien- 
ner pfenning,  vnd  auff  ain  hueb  in  den  Püheln  datz  Dem  schitz 
gelegen,  die  da  dient  achczehen  ember  weins  ze  czins  vnd  sechs 
ember  ze  perchrecht  daselbs  vnd  ze  Wyeltsch  gelegen  für  zehen 
march  silbers  oder  für  achczehen  pfunt  wienner  pfenning,  vnd  auch 
auf  ain  hueb  ze  Wieltsch,  da  der  Drasme  auff  siezt,  die  da  dient 
achczehen  ember  weins  ze  czins  vnd  sechs  ember  weins  daselbs  ze 
perchrecht  für  zwen  vnd  dreyzzich  guidein.    Daz  vorgenant  guet  han 


342 

ich  im  allez  gemäht  also  beschaidenleich,  jst,  daz  wier  chinder  mitt 
ainander  gewinnen,  auf  dieselben  chind  schallen  die  vorgenanten 
sechs  hundert  pfunt  pfenning  geuallen  nach  vnser  paider  tod ;  wer 
aber,  daz  ich  sturb  vnd  pey  im  an  erben  verfür,  des  Gott  enwell, 
(sie)  so  schallen  die  offt  genanten  pfenning  auf  in  geuallen  vnd  schol 
er  die  innhabeu  nutzen  vnd  niezzen  vnuerchumert  vntz  an  seinn 
tod,  vnd  nach  seinn  tod  schallen  sev  herwider  auf  die  nächsten 
erben  geuallen.  Vnd  des  zu  aim  vrchund  der  warhait  gib  ich  im 
disen  priefF  mitt  meim  vnd  mitt  der  edeln  herren  kern  Vlreichs  von 
Walsse  hauptman  in  Steyr,  mitt  kern  Fridreichs  von  Walsse  seins 
brueder,  mitt  kern  Hertneids  von  Pettow  vnd  mit  hern  Fridreichs 
von  dem  Graben  anhaugunden  jnsigeln  versigelten.  Der  prieff  ist 
geben  nach  Christes  gepurd  dreuzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem 
drev  vnd  fumfezigistem  jar  an  sand  Thomas  tag  des  heiligen  zwelf 
poten. 

Aus  dem  Originale  zu  Gachwendt  auf  Pergament  mit  nur  noch  drei 
angehängten  Wachssiege] n.  1.  Das  Arbergische  Siegel,  wie  bei  Hanthaler,  ohne 
Helm.  2.  und  3.  Geschlossener  Helm  mit  dem  Flügel.  4.  und  5.  Abgefallen. 


cccxxxv. 

1354.  6.  Jinner.  —  Janns  von  Capellen  stiftet  mit  V eher  gebung  der  Kirche  zu 
Gumpendorf  an  da*  Kloster  Baumgartenberg  ein  ewiges  Seelgeräthe. 

Ich  Janns  von  Chappelln  vergich  offenwar  vnd  tuen  kundt  allen 
den,  die  den  brief  sehennt,  lesennt  oder  huren  lesen,  das  ich  mit 
wol  bedachtem  muet  vnd  mit  meiner  sün  Vlreichs  vnd  Eberharts 
guetlichem  willen  vnd  mit  gunst  aller  meiner  erben  geben  han  den 
geistlichen  lewten  dem  abbt  vnnd  dem  conuennt  zu  Pawngartenpeig 
lautterlich  durch  Got  vnd  mir  selben  vnd  meinen  vodern  vnd  inei- 
nen nachkomen  zu  einem  ewigen  seelgeret  die  gotzgab  vnd  die  kir- 
chen  datz  Gumpenndorff  ewige  lieh  ze  haben  mit  allem  dem,  vnd 
darzue  gehört  also  beschaidenlieh,  das  auf  derselben  kirchen  zu 
Gumpendorf  zw  en  briester  jrs  ordeuns  aws  jrem  closter  ewigelich 
sitzeu  sullen  vnd  auch  dieselben  kirchen  mit  dem  gotsdienst  ver- 
wesen sullen.  So  offenn  ich  auch,  das  sich  der  abbt  vnd  der 
cot  uennt  gen  mir  verpunden  habent  mit  jrem  brief  vnd  mit  jrs  wei- 
ser brief  des  abbls  von  dem  heiligen  Krewtz  zwo  mess  ewigelich  ze 


343 

sprechen  teglich  in  der  capellen,  Ao  mein  oatter  seliger  her  Vlreich 
von  Cappelln  jnn  bestatt  ist.  Vnd  was  in  derselben  Capellenn  zu 
bessern  ist  an  messgewannteu  au  puechern  an  altartüechern  an 
glesern  an  dechem,  das  sullen  sy  alles  bessernn,  vnd  wann  sy 
daran  sewmig  weren  vnd  darnach  vmb  die  sawmichait  gemant  wur- 
den vnd  nach  der  manung  Vber  ein  monat  nicht  volfüerten  vnd  vol- 
zugen  alles  das,  des  sy  sich  gen  mir  verpunden  habent  vnd  das  an 
dem  brief  geschriben  steet,  den  sy  mir  geben  haben  mit  jren  baiden 
anhangunden  innsigeln  vnd  mit  irs  weisers  des  abbts  von  dem  heili- 
gen Krewtz  anhangunden  innsigei,  ze  hannt  sol  ich  mich  oder  nach 
mir  mein  erben  der  offt  genanten  kirchen  datz  Gumpenndorf  vndter- 
windeu  vnd  vndterziehen  mit  irem  gueten  willen.  Vnd  was  sy  darauf 
verpawt  oder  geleit  haben,  das  sullen  sy  voraus  verloren  haben.  Ich 
sol  auch  vor  genanter  Jans  von  Chappelln  vnd  nach  mir  mein  erben 
der  vor  genanten  kirchen  ze  Gumpendorf  ewiger  vogt  sein,  als  wir 
des  brief  haben  von  in  vnd  von  jrm  weiser  dem  abbt  von  dem  heili- 
gen Krewtz  vnd  von  vnnserm  genedigen  herren  dem  hochgeborenn 
türsten  hertzog  Albrechten  von  Österreich.  Darumb,  das  den  erbern 
geistlichen  lewten  dem  abbt  vnd  der  sammung  zu  Pawngartenperg 
vnd  iren  nachkomen  die  red  vnd  die  wanndlung  steet  vnd  vnuerkert 
beleih  von  mir  vnd  von  meinen  erben  nach  mir,  gib  ich  in  vorge- 
nanter Jans  von  Chappelln  den  brief  zu  einem  vrchundt  vnnd  zu 
einem  gezewg  der  sach  vnd  der  wanndlung,  versigelten  mit  meinem 
anhangundeu  insigel  vnd  mit  meiner  baiden  sün  Vlreichs  vnd  Eber- 
harts  anhangunden  innsigeln.  Der  brief  ist  geben  nach  Christs 
geburd  dreutzehen  hundert  jar,  darnach  in  dem  vier  und  funffzigi- 
stem  jar  an  dem  prehentag. 

Aus  einem  Copialbuehe  des  Klosters  zu  Baumgartenberg  vom  Jahre  1511 . 


CCCXXXVI. 

1354.  6.  Jänner.  —   Revers  des  Abts  Christian  zu  Baumgartenberg  auf  Janna 

ton  Capellen ,  der  dem  Kloster  die  Gottesgabe  und  Kirche  zu   Gumpendorf  zu 

einem  Seelgeräth  überlassen  hat ;  —  mit  dem  Versprechen,  täglich  zwei  Messen 

in  der  Capelle  zu  lesen,  wo  dessen  Vater  Ulrich  bestattet  ist. 

Wir  abpt  Christan  ze  Paumgartenperg  vnd  di  samnung  daselbs 
gemain  vergehen  offenbar  vnd   tvn  <chvnd   allen   den,   di  den   prief 


344 

sebent  lesent  oder  hörnt  lesen,  daz  yns  der  edel  erwirdig  herr  her 
Jans  von  Chappell  vnser  vokt  durch  der  treifrn  willn,  di  er  zv  vns 
vnd  zv  vnserm  gotshaus  hat  vnd  auch  im  selb  vnd  seinn  nachchomen 
zv  einem  ewigen  selgerset  geben  hat  die  gotsgab  vnd  di  chirchen  ze 
Gvmppendorf  mit  allev  dev,  vnd  dar  zugehört  also  beschaidenleich, 
daz  auf  derselben  chirchen  datz  Gvmppendorf  zw en  priester  Vnsers 
ordens  auz  vnserm  chloster  ewichleich  sitzzen  schvllen  vnd  auch 
verbesen  mit  dem  gotsdinst.  So  offen  wir  auch  mer,  daz  wir  vns 
verpunden  haben  an  dem  prief  mit  vnsern  trewn,  zwo  mess  ewich- 
leichen  ze  sprechen  tägleich  in  der  chappell n,  do  sein  vater  seliger 
her  Vlreich  von  Chappelln  inn  bestat  ist,  vnd  waz  in  der  selben 
chappelln  ze  pezzern  ist  an  messgwannt  an  pvchern  an  alter- 
tüchern  an  glsesern  an  daechern,  daz  schullen  wir  allez  pezzern. 
Wann  wir  daran  savmig  wern  vnd  wir  darnach  gemant  wurden  vnd 
nach  der  manvng  vber  ain  mönat  nicht  volzvgen  allez  daz,  des  wir 
vns  mit  vnsern  trewn  verpunden  haben  vnd  daz  an  dem  prief  geschri- 
ben  stet,  zehant  so  schol  sich  der  vorgenant  edel  herr  her  Jans 
von  Chappell  oder  nach  im  sein  erben  der  offt  genanten  chirchen  ze 
Gvmppendorf  vnderwinden  vnd  vnderziehen  mit  vnserm  gütleichem 
willn,  vnd  waz  wir  darauf  verpawt  oder  geleit  haben,  daz  schvllen 
wir  vor  auz  verlorn  haben.  Dar  zv  so  tun  wir  mer  chvnd,  daz  der 
selb  edel  herr  her  Jans  von  Chappell  vnd  nach  im  sein  erben  der 
vor  geschriben  chirchen  datz  Gvmppendorf  ewig  vokt  schvllen  sein, 
als  si  des  prief  habent  mit  dem  grozzen  insigel  von  vnserm  gn&digen 
herren  dem  höcgeparn  fVrsten  hertzog  Albrechten  ze  Osterreich. 
Darvmb,  daz  dem  vorgenanten  edelu  herren  kern  Jansen  von  Chap- 
pell vnd  seinn  erben  di  red  vnd  di  Wandlung  stet  vnd  vnuerchert 
beleih  von  vns  vnd  von  den,  di  nach  vns  cboment,  geh  wir  in  dem 
prief  zv  einem  vrchvnd  der  sach  versigelten  mit  vnsern  paiden 
anhangunden  insigel  n,  vnd  zv  einen  gezevg  mit  vuscrs  weiser  abpt 
Chvnrats  von  dem  heiligen  Chrevtz  anhangunden  insigel.  Der  prief 
ist  geben  nach  Christs  pvrd  vber  drevtzehm  hvndert  jar,  dar  nach 
in  dem  vier  vnd  fvmftzkisten  jar  an  dem  prehentag. 

Orig.f  Perg.  mit  drei  Siegeln  im  k.  k.  geh.  Hausarchive. 


34K 


CCCXXXVII. 

1354. 13.  Jiiner.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  befiehlt  den  Bürgern 
von  Eni,  eine  ihm  schuldige  Steuer  einzuzahlen. 

Wir  Albrecht  von  Gotes  gnaden  hertzog  ze  Österreich  ze 
Steyr  und  ze  Kernden  embieten  vnsern  getrewn  dem  richter  dem 
rat  vnd  den  purgern  gemeinlich  ze  Ena  vnser  gnad  vnd  allz  gut.  Wir 
lazzen  ew  wizzen,  daz  wir  ew  die  gnad  getan  haben,  daz  wir  ew 
der  achtzik  mark  so  ir  vns  nutzemal  ze  stewr  sult  geben,  lazzen 
haben  zwaintzik  mark,  emphelhen  wir  ew  vnd  weihen  ernstlich,  daz 
ir  die  sechtzig  mark  auf  der  hofstat  vnder  ew  aufleget  vnd  vns  die 
vnvertzogenlich  inpringet  vnd  auch  sendet«  Geben  ze  Wienn  an 
mentag  vor  sand  Peterstag  ad  kathedram.  etc. 


CCCXXXVIII. 

13S4.  26.  J&nner.  Wiei.  —  Herzog  Albrecht*  von  Oesterreich  Spruch  zwischen 
dem  Bischöfe  von  Passau  und  Eberhart  von  Wattsee. 

Wir  Albrecht  von  Gott  gnaden  hertzog  ze  0$terreich9  ze 
Steyr  und  ze  Kemdent  tun  chund  vmb  die  chrieg  vnd  stozz,  so  der 
erwirdig  her  Gotfrid  byschof  ze  Pazzow  an  ainem  tail,  vnd  vnser 
getrewer  lieber  Eberhart  von  Waise  von  Linz  an  dem  andern  tail 
mit  einander  gehabt  habent,  daz  si  derselben  chrieg  vnd  stozz  ze 
baider  seit  aller  irer  vreund  helffer  vnd  diener  hinder  vns  genczlich 
gangen  sind,  stet  zehalten,  waz  wir  darvber  sprechen.  Sprechen 
wir,  daz  der  egenant  her  Götfrid  byschofze  Pazzow  vnd  Eberhart 
von  Wake  ze  baider  seit,  alle  ire  vreund  helffer  vnd  dienet*  vmb 
all  reub  prent  vnd  schaden  gut  vreund  an  einander  sein  stillen, 
vnd  sol  ainer  dem  andern  fOrbaz  darvmb  nicht  zusprechen.  Owch 
sprechen  wir  vmb  Kristann  den  Waczmanstorjfer,  daz  der  vmb 
all  sach,  die  er  oder  der  von  Hals  ze  rainen  vnd  ausczemerkchen 
habent,  an  weiden  an  vischwaiden  an  der  vest  Wildenstain  vnd  an 
andern  Sachen  mit  dem  egenanten  byschof  von  Pazzow,  daz  des 
derselb  Waczmanstorfer  vollen  gewalt  pringen  sol  von  dem  von 
Bah,  vnd  sol  ovch  daz  derselb  Waczmanstorffer  austragen  mit 
dem  von  Pazzow  zwischen  hin  vnd  dem  nechsten  heiligen  tag  ze 


346 

phingsten.  Precht  er  des  gewaltes  von  dem  von  Hals  nicht,  vnd 
wurd  owch  die  sach  nicht  ausgetragen  in  der  egenanten  zeit,  so 
wellen  wir  dem  egenanten  byschof  von  Pazzow  geholffen  sein  wider 
den  egenanten  Waczmanstorjfer,  vnd  soll  denn  Eberhart  von  Walsse 
sich  desselben  Waczmanstorffer  auzzen  vnd  nicht  annemen.  Dann 
vmb  di  wisen,  die  Kr  ist  an  der  Waczmanstorffer  gemet  hat,  spre- 
chen wir,  daz  bei  der  chuntschaft  ein  recht  vnd  Weisung  darvmb 
geschehen  sol,  vnd  waz  mit  dem  recht  vnd  Weisung  der  eltisten  vnd 
der  pesten  erfunden  wirt,  da  bei  sol  ez  ze  gwin  vnd  ze  flust  belei- 
ben; vnd  sol  owch  di  beweisung  geschehen  an  der  stat,  da  der 
chrieg  ist,  vnd  sol  owch  dasselb  verhörn  der  Praitenekker  vnd  der 
Walich.  Dann  vmb  di  leben  ze  Efriding  sprechen  wir,  daz  der 
byschof  von  Pazzow  Eberharten  von  Waise  für  sich  vnd  für  sein 
man  tag  geben  sol,  vnd  waz  da  mit  dem  rechten  erfunden  wirt,  da 
sol  ez  bei  beleiben.  Wir  sprechen  owch  vmb  den  Goldnerwerd9  daz 
man  die,  di  vormals  geschalt  dar  zu  sind,  noch  dar  zu  schaffen  sol 
mit  vollem  gewalt,  vnd  sullen  die  daz  nach  rat  der  eltisten  vnd  pesten 
verrichten.  Vnd  sol  di  richtigung  baidenthalben  gemaricht  vnd 
gerainet  werden  vnd  owch  verpriefet,  daz  ez  furhaz  vnuercherdwerd. 
Dann  vmb  daz,  daz  man  schedlich  lewt  gen  Valchenstain,  vnd  sched- 
]ich  sach  vnd  vmb  dyef  pezzert,  sprechen  wir,  swes  der  von  Paz- 
zow recht  hat,  da  sol  in  Eberhart  von  Waise  bei  lazzen  beleiben ; 
swes  aber  der  von  Waise  gen  Valchenstain  recht  hat,  da  sol  er 
owch  bei  beleiben  als  es  baidenthalben  von  alter  ist  herchömen. 
Wir  sprechen  auch  vmb  daz  ge rieht,  daz  der  probst  zu  dem  Siegel 
innhat,  daz  dasselb  sol  baidenthalben  vor  vnser  werden  ausgetragen, 
wan  wir  sein  vogt  sein.  Owch  sprechen  wir  vmb  des  von  Mawr- 
perig  wald,  daz  daz  gen  sol  an  ein  chuntschaft,  daz  gemayii  lewt 
sind,  vnd  sol  aveh  daz  vor  vuser  ausgetragen  werden.  Dann  vmb 
den  Trawner  vnd  den  Volchenstorffer  sprechen  wir,  daz  di  ze  bai- 
der  seit  ire  vreund  helffer  vnd  diener  gut  vreunt  an  einander  sul- 
len sein.  Vnd  sol  der  byschof  von  Pazzow  dem  Volchenstorffer  ze 
einer  ergeezung  des  Schadens,  so  er  von  dem  Trawner  genomen 
hat,  leihen  ein  manlehen,  bei  zehent  phunt  geltes  wienner  phen- 
ning  daz  im  ledig  wirt,  oder  im  aber  ainen  seiner  vreund,  für  den 
er  bittet,  beraten  mit  einer  kirichen,  so  ez  ze  schulden  chumt.  Wir 
wellen  owch,  daz  si  ze  baider  seit  fürbaz  vreund  sein  vnd  in  vreunt- 
schaft  beleiben,  vnd  ob  dhain  auflauf  furbaz  aufstund  zwischen  in 


347 

oder  den  im,  da  sol  entweder  tail  nicht  es  zu  tun»  wann  so  verr,  daz 
si  di  sach  an  vns  pringen  sullen,  daz  wir  di  verhörn  vnd  owch  pez- 
zern,  swelicher  des  nicht  tet,  so  wellen  wir  dem  andern  tail  gen 
jenem  tail  heholflen  sein,  mit  vrkund  diczs  briefs,  der  geben  ist  ze 
Wienn  an  sunntag  nach  sand  Agnesen  tag  nach  Kristes  gebürt  drew- 
ezehen  hundert  jarv  darnach  in  dem  vier  und  fünfczikstem  jar. 

Monum.  boic.  XXX.  II.  £09. 


CCCXXXIX. 

1354.  2.  Februar.  —  During  und  Reicher  die  Sazzer  stiften  ein  Seelger äth  tu 
Dietach  mit  dem  Gut  Stenning  in  der  Stadelkircher  Pfarre. 

Ich  Türinch  der  Sazzer  vnd  Reicher  mein  brüder  vnd  alle 
ander  vnsrew  geswistreyd  vnd  auch  alle  vnser  erben  vergehen  vnd 
tun  chund  allen  den,  di  den  prief  sehent  oder  horent  lesen,  daz  wir 
mit  wolbedachtem  mut  vnd   mit  gutleichem   willen  aller  erben  vnd 
auch  nach  rat  vnser  pesten  freunt  zue  der  zeit,  da  wir  ez  wol  getun 
machten,  gegeben  haben  vnsers  gutz  ain  freyes  aygen,  daz  gelegen 
ist  ze  Stenning  in  dem  dorff  in  der  Stadelchircher  pfarr,  da  Preyd 
Nukhlin  auf  gesesen  ist  vnd  daz   drey  Schilling  phenning  wienner 
münzz  gilt,  zu  einem   ewigen  selgenet  allen  vnsern  vadern  ze  hilf 
vnd  ze  trost  dem  pfarrer  ze  Tuedich  zu  der  chappellen  daz  Stadel, 
daz  wir  noch  vnser  erben  jmmermer  chain  ansprach  oder  recht  dar 
zu  haben  sullen,  doch  also  mit  der  beschaiden,  daz  die  ob  genant 
Nuklin  vnd  all  ier  erben  daz  selb  gut  schullen  haben  zv  einem  rech- 
ten erben,  daz  in  daz  nicht  gehochert  sol  werden,  vnd  schullen  auch 
nimmer  geben,  dann  van  der  abvart  ain  huen  vnd  von  der  aufvart 
auch  ain  huen  ze  erung  si  oder  wem  si  irew  recht  gebent,  vnd  dar 
an  schol  si  auch  niemant  ierren.  Ez  sol  auch  der  vor  genant  pfarrer 
ze  Tuedich,  der  die  chappellen  besingt  dacz  StadeU  alle  iar  begen 
Ludweichs  dez  Sazzer  jartag  drei  tag  vor  sant  Thomas  tag  vnsern 
vetern  vnd  Reichers  dez  Sazzer  jartag  vnsers  vater  an  dem  dritten 
tag  nach  sand  Ayten  tag,  igleichen  mit  zwain  messen  vnd  mit  gemai- 
nen pet,  vnd  wan  der  pfarrer  dar  an  saming  wser  vnd  dez  niht  taet, 
als  oft  ist  er  dem  siechmaister  ze  Glünich  in  daz  siechaus  veruallen 
zwen  vnd  dreyzzig  wienner  phenning  vnd  der  chappellen  ze  Stadel 
ain  phunt  wags.  Daz  duz  also  staet  vnd  vnczebrochen  behalten  werd, 


348 

geb  wir  darveber  zu  einer  guter  geczewchnusse  für  vns  vnd  vaser 
erben,  wann  wir  selben  aigener  jnsigeln  nicht  enhaben,  gegenwär- 
tigen offen  prief  versigeltes  mit  vnserr  nächsten  frivnt  jnsigel  Hain- 
reich*,  Otten  des  Stadeler,  Wernhartz  des  Steger  vnd  Hcertneytz 
dez  Hawzenpechetij  vnd  gesehen  do  man  zalt  van  Christi  gepurd 
drevezehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  vier  vnd  fumfezigisten  jar 
an  dem  heiigem  liechtmesse  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Gleink  auf  Pergament  mit  vier  Siegeln.  Die  ersten 
zwei  ohne  Schild,  zwei  Instrumente,  welche  Aehnlichkeit  mit  einer  Wagen- 
winde haben;  das  dritte,  gekreust  zwei  Kolben  oder  Schlägel ;  das  letzte  ein 
geschlossener  Helm  mit  Büffel  hörnern.  —  Die  Gegenurkunde  des  Abtes  Heinrich 
von  Gleink  ist  von  demselben  Tage. 


CCCXL. 

1354.  2.  Febmar.  Freistadl.  —  Ulrich  der  Oechset,  Stadtrichter,  der  Roth  und 
die  Gemain  von  Freistadt  stiften  für  eine  tägliche  Messe  in  der  Spitalkirche 

einen  vierten  Priester  zur  Pfarre  Freistadt. 

Ich  Ulreich  der  Öchsel  ezden  Zeiten  statrichter  ezder  Vrein- 
stat  vnd  wir  der  rat  vnd  di  gmain  daselb  vergehen  vnd  tun  chunt 
offenbar  mit  disem  prief  allen  den  di  in  sehent  horent  oder  lesent, 
di  nv  lebent  oder  hernach  chunftig  sint,  daz  wir  mit  veraintem  sün 
vnd  mit  wolbedachtem  müt  vnd  mit  gueter  vorbedechtnuzz  in  den 
ern  vnsers  herren  Jesu  Christi  vnd  vnser  frawn  vnd  aller  seiner  hei- 
ligen haben  gestift  ain  ewigev  messe  daez  vnser  frawn  in  dem  spital, 
das  gelegen  ist  ze  hant  vor  vnser  vorgenanten  stat,  also  daz  man 
furbaz  ewichleichen  zu  den  drin  pristern  die  von  alter  her  gewond- 
leich  vor  in  dem  pharrhof  sint  gewesen,  den  virden  prister  ewich- 
leichen haben  schol,  damit  dev  vorgenant  ewig  messe  daez  unser 
fravn  in  dem  spital  alle  tag  tagleich  an  alle  hindrung  vnd  savmuuzz 
werd  volpracht  nach  der  frfimesse  die  man  auch  alle  tag  daez  sand 
Katreyn  haben  schol,  vnd  dan  nach  der  mezze  daez  vnser  fravn 
schol  man  alle  tag  ein  vronampt  singen  auch  daez  sand  Katreyn,  als 
von  alter  lang  ist  herchomen,  vnd  das  di  egenant  ewig  messe  daez 
vnser  fravn  in  dem  spital  also  werd  volpracht  an  schaden  der  pharr, 
darvmb  hab  wir  gewisser  gult  gewidemt  fvmfczehen  phunnt  wienner 
phenning,  dev  man  alle  jar  jarleich  geben  vnd  raichen  schol  avs 
vnser  purger  czech  an  als   vereziehen   vnd   an  allen   abganch,   vnd 


349 

diselben  fumfczehen  phunt  phenning  gelcz  sind  vns  vnd  vnser  czech 
mit  ander  gwisser  gult  wol  derstat  vnd  auch  widerlegt,  die  geschri- 
ben  stet  in  der  purger  czechpüch,  also  das  man  dem  pharrer  oder 
seinem  vicary,  swer  der  ist  czden  czeiten,  alle  chotemmer  geben  vnd 
reichen  sehol  aus  vnser  vorgenanten  czech  je  virczehen  Schilling 
alter  wienner  phenning  an  als  verczihen  vnd  an  allen  abganch, 
darvmb  er  denselben  virden  prister  an  seinem  tysch  haben  schol  mit 
allem  recht  vnd  gewonhait  als  er  vor  di  czwen  prister  hat  gehabt 
mit  ezzen  vnd  mit  trinchen,  vnd  seind  nv  der  vierd  prister  in  den 
pharrhof  von  der  vorgenanten  messe  wegen  ist  gestift,  vnd  das  auch 
derselb  prister  schol  gleichen  tail  aller  nvcz  haben  mit  den  zwain 
gesellen,  di  vor  dem  pharrer  geholfen  habent  vnd  auch  alle  hei- 
lichait  mit  sant  in  raichen  vnd  geben  schol,  darvmb  hab  wir  den- 
selben drin  pristern  zu  ainer  Widerlegung  vnd  ze  ainer  derstattung 
der  nucz,  di  vor  di  zwen  prister  alain  hieten  gehabt,  von  den  vor- 
genanten fvmfczehen  phunten  den  drin  pristern  mit  einnander  acht 
phunt  phenning  geben,  vnd  dieselben  acht  phunt  phenning  schol 
man  vnverzogenleich  ewichleich  alle  jar  raichen  vnd  geben  aus  vnser 
vorgenanten  czech,  alle  chotemmer  czwen  phunt  alter  wienner  phen- 
ning, di  diselben  drey  prister  gleich  vnder  sich  tayln  schullen.  Wer 
auch  daz  getan,  wer  der  purger  czech  innehiet  oder  der  ir  czech- 
maister  ist,  dem  pharrer  vnd  auch  seinen  drin  gesellen  den  egenan- 
ten  gelt  zu  ainer  igleichen  chotemmer  als  vor  geschriben  stat  an  den 
prief  nicht  enreicht  noch  geb  ze  igleicher  czeit  als  vor  geschriben 
ist,  so  schol  der  statrichter  wer  der  ist  zden  czeiten  dem  purger 
czechmaister  an  alles  recht  darvmb  zusperren  oder  dem  pharrer 
vnd  seinen  gesellen  guetew  phant  geanwurten,  da  von  si  irs  gelcz 
wo)  bechomen  mugen.  Darvber  ze  air  er  offen  vrchund  vnd  zeainem 
warn  sichtigen  gezevg  geb  wir  ieh  egenanter  Ulreich  der  Öchsel 
vnd  der  rat  vnd  gemain  der  purger  von  der  Vreinstat  diesen  offen 
prief  für  allen  chvmftigen  irsal  fursigelten  vnd  wolbesteligt  mit  vnser 
stat  anhangundem  insigel.  Der  prief  ist  geben  nach  Christes  gepurd 
drevczehen  hundert  jar  vnd  dar  nach  in  dem  vir  vnd  fvmfczigisten 
jar  an  vnser  fravntag  zder  liechtmisse. 

Original  auf  Pergament  im  Stadtarchive  zo  Freistadt.  Das  Siegel  gut 
erhalten. 


350 


CCCXLI. 

1354.  2.  Febnutr.  —  Revers  Hartneid's  des  Krämers,  Bürger  in  Weis,  und 
seiner  Hausfrau  über  das  Gut  an  der  Brück,  weiches  ihm  der  Abt  von  Krems- 
münster erbrechtlich  gegeben. 

Ich  Hdrtneyd  der  Chramdr  puriger  ze  Wels  und  mein  haus- 
frau  Trau  Ursula  und  all  unser  paider  eriben  wir  vergehen  offen- 
leich  an  disem  prief  und  tun  chunt  allen  den,  di  in  an  sehent  horent 
oder  lesent,  daz  wir  von  dem  erwirdigen  herren  hern  Ernsten  ze 
den  Zeiten  apt  ze  Chremsmünster  erwarfen  haben  daz  gut,  daz  da 
haizzet  an  der  Prukk  und  daz  gelegen  ist  in  Weischiricher  pharr, 
do  von  wir  und  all  unser  eriben  oder  swer  daz  selb  gut  nach  uns 
besitzet  alle  iar  iärleich  von  dienen  schullen  an  unser  fraun  tag  ze 
der  dienstzeit  vier  und  sibentzig  newr  phenning  wienner  münz  und 
zwen  und  dreizzig  jeuchartphenning  und  vier  weinfahrtphen- 
ning  und  Sin  lampt  ze  anderthalben  schot  als  izz  ander  des  gotz- 
haus  laut  dienent  und  zwai  recharn  hunr  und  ain  vogt  hun.  Wenn 
auch  daz  ist  daz  der  herzog  ein  steur  auf  daz  gotzhaus  ze  Chrems- 
munster  layt,  so  schullen  wir  auch  ein  steur  dulden  mit  ander  des 
gotzhaus  lauten  und  auch  ander  steur  nicht,  und  schullen  auch  anders 
dienstz  nicht  geben,  denn  als  vor  geschriben  stet.  War  aber,  daz 
wir  den  vorgeschriben  dienst  und  auch  di  vodrung  ze  yedem  tag  in 
dem  iar  nicht  gaben  als  recht  und  pilleich  war  und  als  gewonhait 
ist,  so  schol  uns  des  gotzhaus  amptman  darumb  phenden  auf  dem 
vorgenanten  gut  mit  unserm  gutleichen  willen  an  alles  recht.  Daz 
di  red  stät  und  unverchert  furbaz  beleih,  dar  über  ze  einem  urchund 
gib  ich  vorgenanter  Härtneit  der  Chramer  disen  prief  versigelten 
mit  meinem  anhangunden  insigel.  Der  prief  ist  gegeben  nach  Chri- 
st es  gepurd  über  dreuzehen  hundert  iar  dar  nach  in  dem  vier  und 
funfzigisten  iar  an  unser  fraun  tag  ze  der  liechtmesse. 

Urkundenbuch  voo  Krems müDtter  Nr.  231. 


351 


CCCXLII. 

1S54.  24.  Februar.  Wien.  —  Ulrich  der  Polle  und  Anna  seine  Hausfrau  ver- 
kaufen an  Herrn  Berthold  von  Pergau  das  Baus  in  der  Pipingstrasse  zu  Wien. 

Ich  Ylreich  der  Polle  vnd  ich  Anna  seine  hausurowe  wir  ver- 
gehen vnd  tun  chunt  allen  den,  die  disen  brief  lesent  oder  horent 
lesen,  die  nu  lebent  vnd  hernach  chunftich  sint,  daz  wir  mit  vnser 
erben  guten  willen  vnd  gunst  mit  verdachtem  mut  vnd  mit  gesampter 
hant  zu  der  zeit,  do  wir  es  wol  getun  mochten,  vnd  mit  vnsers  grunt- 
herren  hant  kern  Jansen,  kern  Wey  Charts  sun  bei  den  Minnern  prü- 
dem verchauft  haben  vnser  haus  gelegen  in  der  Pipingstrazze  ze 
Wienne  ze  nahst  Otten  haus  des  Haitzer  des  fleischakcher,  da  man 
Ton  dem  egenanten  vnserm  haus  alle  iar  dient  kern  Jansen  pei  den 
Minnertl  prädern  zwaintzich  wiener  phenniug  ze  gruntrecht  vnd 
zway  phunt  wienner  phenning  ze  purchrecht  vnd  nicht  mer;  vnd  hat 
auch  mir  vorgenanten  Annen  mein  vater  her  Orttolf  mit  der  Pet- 
ziehen  daz  selb  haus  ledichleich  gechauft  vmb  sein  aigenhafts  varunt 
gut.  Daz  selb  haus  haben  wir  recht  vndredleich  verchauft  vnd  geben 
mit  alle  den  nutz  vnd  recht,  als  wir  es  in  purkrechts  gewer  her 
pracht  haben,  vmb  sibentzich  phunt  wienner  phenning,  der  wir  gar 
vnd  gaentzleich  gewert  sein,  dem  erbern  herren  kern  Perichtolden 
von  Pergawe  vnd  seinen  erben  furbaz  ledichleich  vnd  vreileich  ze 
haben  vnd  allen  irn  frumen  da  mit  ze  schaffen  verchauffen  versetzen 

vnd  geben,  swem  si  wellen  an  allen  irresal.  Vnd  sein  auch  wir  ich 

* 

Ylreich  der  Polle  vnd  ich  Anna  sein  hausurowe  vnd  vnser  erben 
Ynuerschaidenleich  des  egenanten  haus  des  vorgenanten  erbern  her- 
ren hern  Perichtolts  von  Pergawe  vnd  seiner  erben  recht  gewern 
vnd  scherm  für  alle  ansprach,  als  purchrechts  recht  ist  vnd  der  stat 
recht  ze  Wienne;  w»r  aber,  daz  si  furbaz  mit  recht  an  dem  vorge- 
nanten haus  icht  chrieges  oder  ansprach  gewunnen,  swazsi  des  scha- 
den nement,  daz  suln  wir  in  alles  aus  richten  vnd  wider  ehern  an 
allen  irn  schaden.  Vnd  sfiln  auch  si  daz  haben  auf  vns  vnd  auf  allem 
vnserm  gut,  daz  wir  haben  in  dem  lande  ze  Österreich,  wir  sein 
lebentich  oder  tode.  Vnd  daz  diser  chauf  furbaz  also  stset  und  vnzer- 
brochen  beleihe,  dar  vber  so  geben  wir  in  disen  brief  ze  einem  warn 
vrehunde  vnd  zu  einer  ewigen  vestnunge  diser  sache  versigilt  mit 
vnserm  jnsigil  des  vorgenanten  hern  Jansen  bei  den  Minnern  brü- 


382 

dern  vnd  mit  des  vorgenanten  kern  Orttolfs  jnsigel  mit  der  petzic- 
hen  vnd  mit  Stephans  jnsigil  des  Pollen,  mein  vorgenanten  Vlreichs 
prüder,  die  diser  sache  gezeuge  sint  mit  irn  jnsigiln.  Diser  brief  ist 
geben  ze  Wienne  nsfch  Chriates  geburd  dreutzehen  hmdert  iar,  dar 
nach  in  dem  vier  vnd  fümftzgisten  iar  an  sand  Matbyas  tage  des  hei- 
ligen zwelifpotten. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  Die  Siegel  abgefallen. 


CCCXLHI. 

1354.  3.  Hill.  —  Ludwig  auf  dem  Siein,  Richter  tu  Passau,  bezeugt  den  Ver- 
kauf von  1Z  Schilling  Passauer  Pfenning  Burgrecht  auf  einem  Hause  auf  dem 
Neumarkt    tu  Passau  von  Chunigund   des   Hausen    Witwe  an  Martin   den 

Schoter, 

Ich  Ludweich  auf  dem  Stain,  richter  ze  Passaw,  vergich 
offenbar  .  .  .  daz  vor  mir  veriechen  habent  fro  Chvngvnt  dez  Hvsen 
witib  ssligez  vnd  ir  tochter  ChungunU  daz  si  durch  ir  rechtev  not- 
durft  auf  irem  hauz  gelegen  an  dem  Nevnmarkcht  in  der  laut  strazz 
ze  naechst  dez  Pamhcskchleins  hauz  habent  ze  chauffen  geben  Mer- 
tein  dem  Schoter  seiner  hausfraw  vnd  ir  erben  zwelf  Schilling  paz- 
zawer  pfenning  purchrechtz  vmb  sibenzehen  pfunt  auch  pazzawer 
pfenning,  der  si  g&ntzleich  gewert  sint  vnd  di  si  auf  ir  e  genant 
hauz  verpawn  habent  also  beschaidenleich,  daz  si  in  jaerleich  da 
von  raichen  vnd  dienen  schullen  ze  dreyn  tagen  in  dem  iar  ze  wei- 
nachten, ze  pfingsten  vnd  an  sant  Michels  tag  vnd  an  einem  jeglei- 

chem  dem  selben  tag  ain  holbez  pfvnt  pazzawer  pfenning. 

Vnd  wann  die  obgenannt  Chungunt  der  Hvsinn  tochter  di  weill  irr 
rechten  iar  nicht  het,  so  habent  für  sey  Vlreich  Remhart  pekch 
gehaizzen  vnd  Peter  der  Glokel  also  in  der  maz,  swann  daz  ist  daz 
si  zu  iren  rechten  iarn  chomt,  daz  si  dann  als  daz  staet  haben  sol  — 
Ez  haben  auch  recht  di  obgenant  Hvsin  vnd  ir  tochter  —  daz  si  daz 
purkrecht  auch  wol  mögen  wider  chauffen  in  den  nächsten  fumf 
jarn  di  schirst  nach  ain  ander  choment  auch  vmb  sybenzehen  pfvnt 
pazzawer  pfenning.  —  Mitt  vrchvnde  dez  brifz  den  ich  in  dar  vber 
gib  mit  meinen  anhangvnten  insigel,  daz  ich  di  weill  von  des  gerichta 
wegen  han  gehabt.  Dez  sind  zeugen  Fridreich  vnd  Christan  di  Gold, 
Hermann  der  Rauscher,  Hans  Vnfrid}  Wernhart  der  Rotenpekch 


3S3 


vnd  ander  erber  laut.   Der  geben  ist  an  sant  Chvngvnten  tag 
dreuzehen  hvndert  jar  vnd  in  dem  vier  vnd  fumftzkistem  iar. 

Orig.,  Perg.  mit  Hängesiegel.  Stiftsarchiv  Reichersberg. 


CCCXLIV. 

1354.  12.  Man.  Wie*.  —  Graf  Ulrich  von  Pfannberg,  Marschall  in  Oesterreich 

und  Hauptmann  in  Kärnthen,  gibt  eine  Versicherung  über  die  Morgengabe  von 

2400  Pfund  Wiener  Pfenningen  der  Tochter  des  Grafen  Rudolfs  von  Schaun- 

berg  Margaretha,  welche  sein  Sohn  Johann  Graf  von  Pfannberg  ehlicht. 

Wir  graf  Virich  von  Pfannberg  marschallich  in  Österreich 
vnd  hauptman  in  Kernden  veriechen  vnd  tun  kund  allen  den  dj 
disen  brief  lesennt  oder  horent  lesen,  daz  wir  vns  gefrewndt  haben 
mit  den  edlen  heren  graf  Fridreichenn  von  Schawnberg  vnd  graf 
Vlrichen  von  Schawnnberg  seinen  vettern  vnd  mit  allen  ir  paiden 
eriben  vnd  pruedern  also,  das  wir  vnsern  lieben  sun  graf  Hansen 
tonn  Pfanwerig  geben  haben  irer  muemen  junckfrawn  Margretlen 
graf  Ruedolfs  von  Schawnberg  tochtter  ze  ainem  rechten  kannen, 
vnd  haben  auch  derselben  vnser  siiur  i'rawn  Margretlen  zw  den 
obgenanten  vnserm  sun  graf  Haussen  irem  wirtt  gelobt  ze  geben 
vier  vnd  zwaintzigk  hundertt  phunt  wienner  phenning  ze  rechter 
morgengabe  nach  des  landes  rechten  ze  Österreich^  wen  das  ist, 
das  vnser  sun  graf  Hanns  bey  derselben  seiner  hawsfrawn  frawen 
Margretten  vnser  snur  geleit,  darnach  jner  jarsfrist,  vnd  haben  jr 
dafür  ze  purgl  gesatztt  vnsern  lieben  aidem  graf  Fridreichen  von 
Orttennberlg,  herrn  Fridreichen  von  Wallse  hauptman  ob  der 
Enns,  herrn  Meriten  den  Stuchsen  von  Trawtmanstorffy  hern  Stef- 
fan  von  Meissaw  obrister  marschallich  in  Osterreich,  hern  Hain- 
riehen,  hern  Otten  von  Meissaw,  hern  Vlrichen  von  Hauspach  vnd 
Perichtolden  van  Pergawe  vnuerschaidennlich  zusambt  vnns.  Was 
ir  an  vnser  ainem  abgett,  das  sullen  sy  haben  auf  dem  andern  also 
mit  ausgenomen  rede,  ist,  daz  wir  die  egenanten  vnser  snur  frawn 
Margreten  der  egenanten  vier  vnd  zwaintzigk  hundertt  phunde  wien- 
ner phenning  jrer  morgengab  nicht  richten  vnd  gewern  in  der  zeitt 
vnd  in  dem  recht,  als  vor  verschriben  ist,  wenn  vnns  dan  ir  vettern 
ainer  von  Schawnberg*  der  disen  brief  jnnhatt,  mant  vnd  vordertt, 
so  sullen  wir  graf  Virich  von  Pfanwerig,  wir  graf  Fridreich  von 

Urkundenbach  des  Landes  ob  der  Enns.  VIT.  Bd.  23 


354 

Orttenberg*  ich  Fridreich  von  Wallsse  elc.  vnser  yglicher  ainen 
rittermässign  knecht  selb  andern  mit  zwain  phärtten  des  nagsten 
tages  darnach  ze  Wienn  in  ein  erber  gasthaws  senuden,  da  vnns 
der  hin  zaigt,  der  vns  mant  vnd  vordertt,  vnd  sullen  die  da  jnne 
ligen  vnd  laisten,  als  jnligens  vnd  laistens  recht  ist,  vnd  sullen  die 
da  nymer  auskörnen,  es  werde  dew  offt  genant  fraw  Margrett  der 
vier  vnd  zwaintzigk  hundertt  phunt  irer  morgengab  gar  vnd  gantz- 
lich  verriebt  vnd  gewertt  in  dem  recht,  als  vorgeschribenn  ist,  das 
geloben  wir  in  vnuersebaidenlich  an  alle  widerred  ze  laisten  mit 
vnsern  trewen;  vnd  darüber  so  geben  wir  in  disen  brief  zu  ainem 
warn  vrkund  versiglt  mit  vnsern  insigeln.  Der  brief  ist  geben  zw 
Wiem*  nach  Christi  gepurd  drewzechenhundertt  jar,  darnach  in  dem 
vier  vnd  iunfzigistenn  jar  an  sannde  Gregorigen  tage. 

Im  Archive  des  Schlosses  zu  Ef er  ding.  Aus  einem  Inventarium  Schaun- 
berg*scher  Urkunden  geschrieben  auf  Papier  gegen  das  Ende  des  XV.  Jahr- 
hunderts. 

CCCXLV. 

1354.  12.  März.  Wien.  —  Graf  Ulrich  von  Pfannberg,  Marscfiall  in  Oeslerreich, 

gelobt  mit  seinem  Sohne  dem  Grafen  Johann  von  Pfannberg,  die  Gemalin  des 

letzteren  dahin  zu  bringen,  dass  sie  auf  alle  Ansprüche  an  die  Erbschaft  ihres 

Vaters  des  Grafen  Rudolfs  von  Schaunberg  verzichte. 

Wir  graf  Virich  von  Pfanwerig  marschallich  in  Osterreich  vnd 
haubtman  in  Kernden  vnd  wir  graf  Hanns  von  Pfanwerig  sein 
sun  veriechen  vnd  tun  kund  allen  den,  di  disen  brief  lese-nt  oder 
horent  lesen,  das  wir  vnns  mit  vnsern  trewn  verlubtvndverpundenn 
haben  gegen  vnsern  lieben  swagern  den  edlen  herren  graf  Frid- 
reichen  von  Schawnberg}  graf  Vlrichen  von  Schawnberg  seinem 
vettern  vnd  gegen  allen  iren  paiden  pruedern  also,  wen  das  ist,  das 
wir  graf  Hanns  pey  vnser  eelichen  wirtin  grafin  Margret ten  ir 
muemen  vnd  graf  Rudolfs  tochter  von  Schawnberg  (ein  Wort  aus- 
gefallen —  geligen?)  vnd  das  wir  sy  in  vnser  haus  pringen,  das 
wir  sy  dan  darzw  pringen  sullen,  wenn  vns  der  vorgenant  vnser 
swager  ermonl  vnd  vordernt,  das  sy  sich  furzichtt  tue  alles  jrs  erib- 
tails  gutes,  das  von  dem  egenanten  graf  Ruedolfen  von  Schawnn- 
berg  anerben  vnd  geualleu  solt  an  allem  dem  gut,  das  er  lassen  hatt 
an  vesteu  an   vrbar  an  aygen  an  holtz,  es  sey  ze  velde   vnd   ze 


358 

dorf,  es  sey  gestifft  oder  vngestifft,  versucht  oder  vnuersuchtt,  ver- 
lechent  oder  vnuerlechent,  wie  so  das  genant  ist  vnd  wo  das  gelegen 
ist,  an  was  sy  guets  von  jr  muetter  angeuallen  soll  an  allem  dem 
gutt  das  ir  inueter  liinder  jr  last,  es  sey  eribgutt  oder  varuntgutt, 
vnd  das  derselben  jr  muetter  rechts  erib  ist  von  jren  vordem  vnd 
frewnden,  des  sol  sich  der  egeuanten  (sie)  vnser  wirttine  nicht  ver- 
zeichen  vnd  so)  jrn  eribtail  da  von  nemen  an  alle  dem  gut»  da  sy  in 
ze  recht  nemen  sullen,  vnd  stillen  auch  ir  des  die  vorgenanten  ir 
vetern  vnser  swager  mit  jren  trewen  geholffen  sein,  so  siepest  mugen. 
War  aber,  daz  wir  dew  selbe  Margretten  in  der  zeitt,  als  vor- 
geschriben  stett,  nicht  darzw  prachteu,  das  sy  sich  verzig,  als  vor 
geschriben  ist,  wen  vnns  den  vnser  swager  ainer  von  Schawnberg 
mant  vnd  vordernt,  so  sol  vnser  yeglicher  ainen  erbern  rittermassi- 
gen knecht,  den  man  selb  andern  mit  zwain  phartien  des  nagsten 
tags  darnach  ze  Wienne  in  ain  erber  gasthaus  senden,  da  vnns  der 
hin  zaigt,  der  vns  mandt  vnd  vordert,  vnd  sullen  die  da  jnne  ligen 
vnd  laisten,  als  jneligens  vnd  laistens  recht  ist,  vnd  sullen  da  nimer 
aufkomen,  es  werde  ee  vnsern  swagern  von  Schawnberg  alles  das 
gelaist  vnd  volfurtt,  das  voran  dem  brief  geschriben  stett,  das  gelo- 
ben wir  in  ze  laisten  mit  vnsern  trewn.  Vnd  darüber  so  geben  wir 
in  disen  brief  zw  ainem  vrkund  versiglt  mit  vnsern  baiden  anhan- 
gunden  insigeln.  Der  brief  ist  geben  ze  Wienn  nach  Christi  gepurde 
drewzehenhundert  jar,  darnach  in.  dem  vier  vnd  funfzigisten  jar  an 
sand  Gregorigen  tag. 

Im  Archive  des  Schlosses  zu  Eferding.  Aus  einem  Inyentarium  Schau n- 
berg'scher  Urkunden ,  geschrieben  auf  Papier  gegen  das  Ende  des  XV«  Jahi- 
hunderts. 

CCCXLVI. 

1354.  12.  Man.  Wien.  —  Heinrich  von  Deuptal  verkauft  an  Herrn  Stephan  von 
Hohenberg  den  Hof  zu  Stadlern  und  48  Joch  Aecker  um  38  Pfund    Pfenning. 

Ich  Hainreich  von  Deuptal  vnd  ich  Offmey  sein  hausurowe, 
wir  vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  die  disen  brief  lesent  oder 
horent  lesen,  die  nu  lebent  oder  hernach  chuuftich  sint,  daz  wir 
mit  vnser  erben  guten  willen  vnd  gunst  mit  verdachtem  mut  vnd  mit 
gesampter  hant  zu  der  zeit  do  wir  es  wol  getun  mochten,  vnd  mit 
Herten  hant  Hemmen  aydem  zu  den  zeiten  richtet-  ze  Stadlawe,vev- 

23* 


356 

chauft  haben  vnsern  hof  gelegen  da  selbens  ze  Stadlawe  ze  nahst 
dem  egenanten  Herten  dem  richtet*,  vnd  acht  vnd  vierczich  jeuchart 
akchers  die  dar  zu   gehorent,  vnd  swaz  darzu  gehöret  ze  uelde  vnd 
ze  dorf,  es  sei  gestift  oder  vngestift,  versucht  oder  vnuersucht,  swie 
so  daz  genant  ist,  der  purchrecht  ist  von  dem  edeln  hohgeborn  for- 
sten herczog  Albrechten  ze  Österreich,  ze  Steyr  vnd  ze  Chcprnden, 
dem  man  alle  iar  von  dem  selben  vnserm  hof  dient  drey  helbling  ze 
purchrecht  vnd  hern  Bietreichen  dem  Fluschart  zu   den   Zeiten 
purgermaister  ze  Wienne  achczehen  wienner  phenning  ze  vberzins 
vnd  nicht  mer.  Den  vorgenanten  hof  vnd  swaz  dar  zu  gehöret,  als 
vor  verschribeu  ist,  haben  wir  recht  vnd   redleich   verchauft  vnd 
geben  mit  allen  dem  nucz  vnd  recht  als  wir  es  alles  in  purchrechts 
gewer  her  pracht  haben,   vmb  acht  vnd  dreizzich   phunt  wienner 
phenning,  der  wir  gar  vnd   gaenczleich  gewert  sein,  dem  erbern 
herren  hern  Stephan  von  Hohenberch  vnd   seinen  erben  furbaz 
ledichleich  vnd  vreileich  ze  haben  vnd  allen  iren  frumen  da  mit  ze 
schaffen   verchauffen   verseczen  vnd  geben,  swem  si  wellen  an  allen 
irresal.  Vnd  sein  auch  wir  ich  Hainreich  von  Deuptal  vnd  ich  Off- 
mey  sein  hausurdwe  vnd  vnser  erben  vnuerschaidenleich   des  vor- 
genanten hofs  vnd  swaz  dar  zu  gehöret  als  vor  verschriben  ist,  des 
egenanten  erbern  herren  hern  Stephans  von  Hohenberch  vnd  seiner 
erben  recht  gewern  vnd  scherm  für  alle  ansprach,  als  purchrechts 
recht  ist  vnd   des  landes  recht  ze   Osterreich.  Waer  aber,  daz  si 
furbaz  mit  recht  an  dem   vorgenanten  hof  vnd  alle  dev  vnd  dar  zu 
gehöret  als  vor  verschriben  ist,  icht  chrieges  oder  ansprach  gewun- 
nen,  «waz  si  des  schaden  nement,  daz  suln  wir  in  alles  aus  richten 
vnd  wider  ehern  an  allen  irn  schaden,  vnd  suln  auch  si  daz  haben 
auf  vns  vnd  auf  allem  vnserm  gut  daz  wir  haben  in  dem  lande  ze 
Österreich,  wir  sein  lebentich  oder  tode.  Vnd  daz  diser  chauf  fur- 
baz   also   stset  vnd   vnzerbrochen  beleihe,  darvber  so  geben  wir  in 
disen  brief  ze  einem  warn  vrchunde  diser  sache  versigilt  mit  vnserm 
jnsigil  vnd  mit  des  egenanten  Herten  jnsigil  des  richters  von  Stadl- 
awe* der  diser  sache  gezeug  ist  mit   seinem  jnsigil.    Diser  prief  ist 
geben   ze    Wienne  nach  Christes  gepurd  dreutzechen  hundert  iar, 
dar  nach  in  dem  vier  vnd  fumfczgistem  iar  an  sand  Gregorien  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament.   Das  Siegel  des   von 
Deuptal  ist  abgefallen,  das  andere  hangt. 


35? 


CCCXLVII. 

1354.  £3.  Min.  —  Heinrich  Nuntbeck  vermacht  seiner  Hausfrau  Elsbeth  dm 
Hof  zu  SL  Georgen  auf  dem  Ybsfeld  zu  rechtem  Heiratgut. 

Ich  Hainreich  Nuntbech  vergich  oflenlichen  mit  dem  pricf  vnd 
tuen  chunt  allen  den  die  in  sehent  oder  horent  lesen  die  nu  lebent 
vnd  hernach  chunftig  werdent,  daz  ich  mit  wo!  verdachtem  muet 
vnd  mit  aller  meiner  erben  guetlichen  willen  ze  der  zeit  da  jch  daz 
wol  getuen  macht,  recht  vnd  redlichen  gemacht  vnd  geben  han  mei- 
ner hausvrowen  vrown  Ehpeten  den  hof  datz  »and  Gorigen  pey  der 
chirichen  auf  dem  Ybsveld,  der  mein  rechtz  puerchrecht  ist  von 
dem  gotzhaus  dacz  sand  Gorigen  ze  rechtem  hciratguet  nach  lans- 
recht  fuer  hundert  pfunt  pfenning  wienner  munizze  also  weschai- 
denlichen,  daz  si  allen  iren  Trum  da  mit  schaffen  schol  ze  iren  tegen 
nach  lansrecht;  wer  auer  daz,  daz  di  vorgenant  vrowe  Elspeth 
mein  hausvrowe  abging  an  erben,  so  schol  der  vorgenant  hof  her 
wider  erben  auf  mich  vnd  auf  alle  mein  erben.  Wer  auer  daz  daz 
jch  vorgenanter  Heinreich  der  Nuntbech  verfuer  an  erben  de  jch 
vnd  si  mit  einander  bieten  oder  gebunnen,  so  schol  si  vnd  mag  allen 
iren  fr  um  mit  dem  hof  schaffen  ze  iren  tegen  mit  verseczen  oder  mit 
verchauffeu  nach  lansrecht,  si  hab  erben  pey  mier  oder  nicht,  so 
schol  si  den  hof  haben  in  nucz  vnd  in  gwer  vnd  schulten  sey  di 
erben  die  jch  an  sey  han  ez  sein  svn  oder  tochter  nindert  irren 
an  dem  hof  vnczt  an  iren  tod.  Vnd  schol  ich  egenanter  Heinreich 
der  Nuntbech  des  hofs  ir  rechter  gwer  sein  fuer  alle  ansprach  als 
puerchrechz  recht  ist  vnd  des  lans  ze  Osterreich.  Daz  ir  die  red 
also  stet  vnd  vnverchert  weleibe,  darvber  gib  ich  ir  disen  prief  ze 
einer  offen  vrchund  der  worhait  versigelt  mit  meinem  anhangvnden 
insigel.  Vnd  sint  auch  des  zeug  her  Heinreich  der  Gaubitz  vnd 
mein  prueder  Speth  von  sand  Lienhart  mit  iren  anhangvnden  insi- 
geln.  Der  prief  ist  geben  da  man  zalt  von  Christes  gepuerd  drey- 
zehen  hundert  jar,  dar  nach  in  dem  vier  vnd  fumfczkisten  jar  des 
suntags  ze  mittervasten. 

Aus  dem  Originale  im  Schloss  zu  Eferding  auf  Pergament.  Das  erste  und 
dritte  Siegel  erhalten  -  weisses  Wachs.  1.  f.  S.HEINR .  DE.  WART.  .  VSEN 
in  einem  sechseckigen  Umfange ;  im  Felde  ein  dreieckiger  Schild,  in  welchem* 


358 

ein  aufgehender  Sparren  mit  fünf  Sternen.  3.  f.  S .  SPED0N1S  .  DR .  BART 
HAVSEN.  in  einem  Zirkel-Umfange.  Schild  wie  im  ersten  Siegel. 


cccxLvm. 

1354.  25.  Man.  —  Letztwillige  Anordnung  Weichart*  von  Winkel. 

Ich  Weichart  von  Winchel  vergich  ofTenleich  mit  disem  prief 
vnd  tven  chund  allen  den  di  in  seclient  lesent  oder  horent  lesen, 
daz  ich  angesechen  lian  vnd  auch  bedacht  als  vns  di  heylig  schritt 
beweyst,  daz  wir  nicht  gewisser  haben  wenn  den  tod,  vnd  nicht 
vngewisser  wenn  di  zeyt  des  todes,  vnd  auch  daz  vns  nach  vnsern 
testen  zeyten  nicht  anders  nach  voliget  wenn  daz  wir  mit  vnsern 
gueten  werchen  vnd  von  vnserr  hab  di  weyl  wir  leben  vnd  iz  wol 
getven  mögen  vnser  sei  ze  trost  recht  vnd  redleich  fursenten. 
Daz  han  ich  vleizichleich  von  den  genaden  des  almechtigen  gotes 
betracht  vnd  besariget  vnd  han  mit  guetem  rat  meiner  pesten  vrewnt 
vnd  meiner  erben  gueten  willen  ze  der  zeyt  do  ich  iz  wol  getven 
mocht  vnd  gesunt  gewesen  pin  mein  gescheit  recht  vnd  redleich 
durch  meiner  sei  hayl  willen  vnd  auch  daz  ich  alle  chrieg  di  vnder 
meinen  erben  aufgesten  mochten  ab  nem  vnd  vnderstueud  so  ich 
pest  mog  geschalt  han  in  aller  der  mazz  als  her  nach  geschriben 
stet:  von  erst  schaff  ich  durich  meiner  sei  willen  ain  ros  daz  wol 
viertzk  phunt  werth  ist  vnd  allen  meinen  sweren  wappen  mit  allem 
dem  daz  dar  zv  gehört  zu  meiner  pharr  datz  sand  Stephan  vnd 
einem  pharrer  da  selbs,  daz  man  allez  mit  meinem  leychnam  vber 
daz  grab  fuern  schol,  vnd  da  ich  auch  pey  meinem  vater  kern  Art- 
lieben dem  Got  genad  in  der  chirichen  mein  begrebnuss  erwel.  da 
mir  auch  mein  erben  schon  begen  schulten  alle  pherleichev  recht, 
vnd  schullen  auf  der  par  (igen  f'umf  loden  grabs  tuechs  di  man  tay- 
len  schol  vnder  arm  laut.  Man  schol  auch  ein  guidein  tvech  vmb 
vier  march  chauffen  daz  pey  dem  gotshaus  gasel  (sie)  geweys  schol 
beleyben,  man  schol  auch  di  vor  genanten  viertzk  phunt  di  man 
vmb  daz  selb  ros  geyt  taylen  also»  daz  zwaintzk  phunt  gevallen 
ainem  chappelan  meins  alter  den  ich  gestift  han  in  dem  gotshaus 
datz  sand  Stephan  in  sand  Johannes  des  ewangelisten  ern,  den  ich 
ze  hant  widern  wil  mit  fumfthalben  phunt  phenning  ewigs  geltes  vnd 
daz  ich  ob  Got  wil  noch  pezzern  wil,  vnd  di  andern  zwaintzk 
phunt  di  schullen  auch  gevallen  zv  einer  andern  ewigen  mess   wo  iz 


389 

einem  pharrer   von   sand  Stephan  aller  pest  fug  vnd  gevall.  Ich 

schaff  auch  zwain  gesellen  pey  meiner  vorgenanten  pharr  vnd  drin 

chappelan  daselbs  vnser  vraweu  vnd  sand  Jacobs,  vnd  ze  Chunigs- 

prunn  ir  igleichem  ain  phunt  phenning,  vnd  schaff  meim  chappelan 

auf  dem  haus  ze  Winchelberch  mein  vergolt  gurtel  mein  strazros 

mit  allem    meinem  chlainem  harnasch  daz  man  auch  pey  der  par 

für  füren  schol :  wer  awer  daz  chain   strazros   da  nicht  wer,  so  sol 

man  im  den  pesten  vnd  den  eltisten  voln  auz  meiner  stuet  dafür 

geben  der  ze  den  zeyten  da  ist.  Ich  schaff  auch  zv   der  chirichen 

gen  Winchel  pey  der  Tunaw  fumf  pfunt  phening.    Ich   schaff  auch 

meiner  hausvrawen  vrawen  Petersn  ein  vbergolten  choph,  des  zway 

trinchvaz  sind  vnd  dar  zv  von  meiner  varunden  hab  segs  mutt  chorns 

vier  mutt  waytz  vnd  vier  mutt  habern  vnd  zway  vaz  wein  von 

Raspach  vnd  ain   vaz  speiswein  mit  der  beschaydenhait,  ob  iz  ze 

der  zeyt  in  dem  chasten  vnd  in  dem  cheller  nicht  wer,  so  schol  man 

sey  richten  von  den  nosten  nutzen  gantz  vnd  gar,  vnd  schaff  ir  ain 

stuet  phert  auz  meiner  stuet  wefliches   si  haben    well  vnd  vier 

wagenpbert  auz  meinem  mayerhof  also  mit  der  beschaydenhait,  daz 

si  zv  andern  meiner  varunden  hab  nicht  ze  sprechen  hab.  Ich  schaff 

auch  meiner  tochter  Annen  der  Lyechtenstainerinn  zwen  choph, 

ain  hultzein  vnd  ain  vbergolt,  dar  inn  stett  der  von  Waise  zaychen, 

vnd  meiner  tochter  Margret  zwo  schal,  ain  vergolt  vnd  ain  vnuer- 

golt,  vnd  meinen  svn  Fridreich  acht  silberein   schal,   vnd  meiner 

tochter  der  nunnen  in  dem   cholster  (chloster)   ze  Minpach  mein 

zeit  und  phert,  vnd   Chunrat  dem  Steger  ze  Göznich  ain  jungen 

voln  auz  meiner  stuet,  vnd  auch  zv  der  purderschaft  (sie),  da  ich 

inn  pin  mit  dem  pharrer  von  Rorbach  vnd  mit  andern  prudern   ain 

jungen  voln,  vnd  Vlreich  dem  Marstaller  meinen  jayd  maydem  vnd 

meinem  alten  marstaller  Symon  dem  Payer  vier  phunt  phenning, 

vnd  waz  ander  meiner  hab   sey,   iz  sey  erblechen  oder  varund  guet 

daz  sol  allez  gevallen  auf  meine  svn,  auf  ain  als  auf  den   andern, 

vnd  wer  auch  daz  ich  an  meinen   lesten   zeyten  an  gescheft   ver- 

fur,  daz  ich  chain  ander  gescheft  nicht  tett,  so  will  ich,  daz  ditz 

vorgeschoben  gescheft  mein  lestes  gescheft  sey  vnd   vnzerbrochen 

beleih  als  ich  iz  an  meinen  lesten  zeyten  getan   hiet.  Ich   schaff 

auch,  daz  mein  sun  allez  meines  gclts,  daz  ich  gelten  sol  vnd  beleih, 

des  si  mit  vrchund  meiner  prief  oder  mit  andern  vrchunden   frumer 

laut  daz    ein  offenev  gewizzen    wer    ermant  wurden,  daz  schulten 


360 

si  allez  gelten  von  aller  meiner  hab  di  ich  in  lazz,  daz  iz  auf  mei- 
ner sei  icht  gelig  vnd  pitt  auch  mein  vorgenant  svn  pev  Gots  hulden, 
daz  si  mein  vorgeschribens  gescheft  gentzleich  volfurn  als  ich  in 
des  getraw,  vnd  gib  auch  darvmb  ze  vrchund  disen  prief  versigel- 
ten mit  meinem  insige)  vnd  mit  meines  eitern  sun  insigel  Fridreichs 
vnd  mit  meins  ocheira  insigel  kern  Reinprecläen  von  Schonberck 
vnd  mit  meins  vetern  insigel  Artliebs  auf  der  Tunawe  vnd  mit 
meins  pharrer  insige)  mayster  Petreins  ze  den  zeyten  pharrer  vnd 
techen  datz  sand  Stephan  auf  dem  wagrain.  Geben  nach  Christi 
gepurd  dreyzechen  hundert  jar,  darnach  in  dem  vier  vnd  fumftz- 
kisten  iar  an  vnser  vrawen  tag  ze  der  Chundung. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  fünf  Siegeln.  Das 
Siegel  Nr.  4  ist  ebenfalls  ein  Einhorn,  das  Siegel  der  Herren  von  Winkel ;  die 
Umschrift:  ....  KRTLIBLD€LBIn(Lh. 


CCCXLIX. 

1354.  27.  Mir*.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  bestätigt  die  lieber» 
gäbe  der  Kirche  tu  Gumpendorf  an  das  Kloster  Baumgartenberg  durch  Johann 

von  Capellen  mit  Vorbehalt  der  Vogtei. 

Wir  Albrecht  von  Gots  gnaden  hertzog  ze  Osterreich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Kernden  tuenn  chunt,  daz  vnser  getrewer  lieber 
Johans  von  Chappell  die  lehenschaft  vnd  alle  die  recht  so  er  gehabt 
hat  zv  der  kirichen  ze  Gumpendorf,  gebn  hat  loutterlich  durch  Got 
für  sich  vnd  für  sein  erben  dem  gotshous  ze  Paungartnperig  ewich- 
lich  ze  haben  also  beschaidenlich,  daz  demselben  Johansen  von 
Chappell  vnd  seinn  erben  die  vogtey  vber  diselben  kyrichen  ze 
Gumpendorf  dann  och  ewichlich  sol  beleiben.  Ouch  sullen  die  geist- 
lichen leut  der  abt  vnd  der  conuent  ze  Paungartenperig  dem  ege- 
nanten  von  Chappell  vnd  seinen  erben  den  gotsdienst  gentzlich  vol- 
fuern,  des  si  sich  mit  irn  briefen  gen  in  verpunden  habent.  Teten 
si  des  nicht  vnd  wurden  daran  sovmig,  so  sullen  sich  der  ebenant 
Chappeller  vnd  sein  erben  der  selben  kyrichen  ze  Gumpendorf 
wider  vndercziehen  mit  vnserm  vnd  vnserr  erben  guctem  willen  an 
alle  irrung.  Vnd  wann  wirobrister  vogt  sein  in  dem  land  ze  Öster- 
reich, batt  vns  der  egeschriben  Chappeller  mit  vleizz,  daz  wir  daz 
bestetten  vnd  im  des  gun (löten,   daz  haben  wir  getan  vnd  tuen  ez 


361 

oucfc  mit  vrchund  dits  briefs  besigelt  mit  vnserm  Insigel.  Geben  ze 
Wienn  an  sand  Ruepprechts  tag  in  der  vasten  nach  Christ  gepurd 
dreutzehenhundert  jar,  darnach  in  dem  vier  vnd  fumfczkisten  jar. 

Original  auf  Pergament  mit  einem  angehängten  weissen  schonen  Reiter- 
siegel im  k,  k.  geh.  Hausarchiv. 


I  CCCL. 

I 

1354.  24.  April.  —  Ulrich  der  Zeller  reversirt  das  ihm  vom  Kloster  Reicher*- 
berg  als  Leibgeding  verliehene  Gut  zu  Paussing  (Pf.  Bob). 

Ich  Vlreich  der  Celler,  Otten  sun  von  Cell  vergich  offenbar 
....  daz  ich  gewarnen  han  von  dem  erbern  herrn  herrn  Dyt- 
maren  probst  ze  Heichersperg  vnd  dem  conuent  daselb  daz  gut  ze 
Paizzing  dez  ain  vir  tail  ist  zu  mein  ains  tagen  mit  solher  beschai- 
den,  daz  ich  jarchleieh  oder  der  hold  der  auf  dem  gut  da  sitzet  in 
ir  stiftstaiding  schol  chomen  mit  zwain  vnd  dreizzig  pfenning  vnd 

mit  zwain  hunnern vnd  wann  ich  vor  genanter  Vlreich  der 

Celler  nicht  mer  pin,  so  ist  in  daz  vor  genant  gut  ledig.  —  Vnd  dar 
vber  ze  vrchund  gib  ich  in  disen  brief  versigelt  vnder  meinz  veter 
Heinreich  dez  Celler  anhangunden  insigel  vnd  vnder  Wernhers  dez 
Hanchen  anhangunden  insigel.  Der  geben  ist,  do  man  zalt  —  drew- 
zehen  hundert  iar  darnach  in  dem  vir  vnd  fümftzigisten  iar  an  sant 
Jörgen  tag. 

Orig.,  Perg.  (ein  Siegel  fehlt)  im  Stiftsarchive  zu  Reichersberg. 


CCCLI. 

1354.  20.  Hai.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  trägt  dem  Kraft  Häu- 
ser auf,  100  Pfund  tum  Bau  der   Veste   Werfenstein  aufzuwenden  und  die 

Summe  auf  seinen  Satt  zu  schlagen. 

Wir  Albrecht  etc.  schaffen  mit  dir  Kräften  dem  Howser  vnd 
welln,  daz  du  auf  vnser  vest  Werbemtain  verpawest  c :  tf  (hundert 
pfund)  wienner  phenning,  wan  wir  dir  diselben  c:  tf  stahen  auf  disel- 
ben  vest  zu  dem  gelt,  darumb  si  vor  dein  sacz  von  vns  ist.   Mit 


362 

vrkund  dicz  brifs.  Geben  ze  Wienn  an  eritag  vor  dem  heiligen  äuf- 
ferttag  anno  domini  m°.  ecc»  liüjto. 

Aus  einem  Codex  des  lt.  k.  geh.  Hausarchives. 


CCCLII. 

1354.  25.  Mal.   —  Bertholt  von  Pergau  und  dessen    Vetter  Ulrich  theiien  die 
Güter  zu  Gumpoldukirchen  und  Lestorf  so,  dass  Ulrich  diese,    und  Bertholt 

jene  erhält. 

Ich  Perchtolt  von  Pergawe  vergich  offenleich  an  disem  brief 
allen  den  di  in  sehent  oder  horent  lesen  die  nv  lebent  oder  her 
nach  chunftich  sinde,  daz  ich  mit  meiner  eriben  gueten  willen  vnd 
gunst  vnd  nach  meiner  pesten  vreunde  rat  han  aus  gewechselt  gegen 
meinen  vettern  hern  Vireichen  von  Pergawe  vnd  seinen  eriben  mit 
den  guetern,  die  wier  miteinander  gehabt  haben  vnd  die  gelegen 
sint  datz  Lestorf 'vnd  ze  Gvmpoltzchirichen,  daz  vnser  altes  a?gen 
ist  also,  daz  ich  vorgenanter  Perchtolt  von  Pergawe  han  geben  dem 
egenanten  meinen  vettern  hern  Vireichen  von  Pergawe  allez  daz 
guet,  daz  ich  gehabt  han  datz  Gvmpoltzchy riehen  meinen  tayl  mit 
alle  dev,  vnd  dar  zue  gehört  versuecht  oder  vnuersuecht,  swie  so 
daz  genant  ist  vnd  als  hie  an  disem  brief  geschriben  stet.  Des  ersten 
Cholman  an  dem  March  dient  zwelyf  phenning  vnd  zway  huener, 
Jacob  Pernger  dient  zwelyf  phenninge  vnd  zway  huener,  des  Lynd- 
ner  Enynchel  dienent  von  einem  weyngarten  dreizzich  phenning, 
Hainreich  der  Zagel  dient  von  einer  setz  zwen  phenninge,  Örtel 
pey  der  Nacht  dient  von  einer  setz  zwen  phenning,  Reychmuet 
dient  von  einer  setz  zwen  phenning,  Lyebusch  Payer  dient  von  einer 
setz  vier  phenning,  Altreych  von  einem  hof  dient  er  zwen  phenning. 
So  dienent  die  Deutschen  Herren  zwen  emmer  perchrechts,  Nycla 
pey  dem  Prunne  dient  zwen  emmer  perchrechts,  der  syechmayster 
von  dem  kegligen  Chreutz  dient  vier  emmer  perchrechtes,  Haintzel 
Sweertzel  hof  dient  zwen  emmer  perchrechtes,  der  Staynuellder 
vnder  dem  Slevninch  dient  ainen  emmer  perchrechts,  der  Chaum- 
perger  dient  ainen  emmer  perchrechts,  der  Henykein  dient  ainen 
emmer  perchrechtes.  Daz  vorgenant  guet  alles  meinen  tayl  han  ich 
vorgenanter  Perchtolt  van  Pergawe  geben  zu  einem  widerwechsel 
meinem  egenanten  vettern  herrn  Vireichen  von  Pergawe  vnd  seinen 


363 

eriben  vmbe  daz  guet,  daz  er  mit  mier  gehabt  hat  datz  Lest&rf  Aht 
er  mir  vnd  meinen  eriben  her  wider  geben  hat  zu  einem  wider 
Wechsel  als  der  brief  sögt  den  ich  von  im  darüber  han,  an  den 
Weingarten,  der  do  haizzt  daz  Chünretel  vnd  ain  emmer  perch- 
rechts  datz  Lestörf,  daz  ist  vor  aus  meines  vettern  vnd  seiner  eri- 
ben. Ez  schot  auch  der  egenant  mein  vetter  her  Vlreich  von  Per* 
gawe  vnd  sein  eriben  mit  dem  vorgenanten  guet  ze  GumpoUzchiri- 
chen  meinen  tajl  allen  iern  frum  schaffen  verchauffen  versetzen 
vnd  geben  swem  sie  wellen  au  allen  ierresal,  vnd  pin  auch  jch  vor- 
genanter Perchtolt  von  Pergawe  vnd  mein  eriben  der  egenanten 
gueter  ze  Gumpoltzchyrichen  vnd  auch  allez,  daz  darzue  gehört» 
meines  tayles  des  egenanten  meines  vettern  hern  Vlreychs  von 
Pergawe  vnd  seiner  eriben  rechter  gewer  vnd  scherm  für  alle 
ansprach  als  aygens  recht  ist  vnd  des  landes  recht  ze  Oesterreych, 
vnd  swaz  in  mit  recht  daran  abeget,  daz  schullen  sie  haben  vnuer- 
sehaydenleichen  auf  mier  vnd  auf  allen  meinen  eryben  vnd  auf  allen 
vnserm  guet  daz  wier  haben  in  dem  lande  ze  Oesterreich,  wier 
sein  lemtig  oder  tode;  vnd  daz  die  sache  stset  vnd  vnzebrochen 
beleihe,  darvber  geben  wir  in  disen  brief  zu  einem  ofleun  vrchunde 
vnd  gezeuge  diser  sache  versygelt  mit  mein  vorgenanten  PerchtoUs 
von  Pergawe  jnsygel  vnd  mit  Vfrcychs  jnsygel  meins  svns  vnd  mit 
hern  Stephans  jnsygel  von  Böhenberch  der  diser  sache  gezeug  ist 
mit  seinem  jnsygel.  Der  brief  ist  geben  da  man  zalt  nach  Chrystes 
gepürde  dreutzehen  hvndert  jar,  darnach  in  dem  vier  vnd  fumfz- 
gysten  jar  an  sand  Vrbans  tag. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament  mit  drei  Siegeln. 


cccLra. 

1354.  1.  Jui.  —   Revers  Chunrats  von  Schalnperg  in  Betreff  der  Uebernahme 

eines  Hohes  im  Tiefenbach7  welches  ihm  Abt  Heinrich  ton  Gteink  gegen  einen 

jährlichen  Dienst  zu  einem  Burgrecht  verliehen  hat. 

Ich  Chunrat  von  Schalnperg  mit  allen  meinen  erben  vergich 
offenbar  vnd  tun  chund,  daz  wir  genumen  vnd  enpliangon  haben  von 
dem  erbern  vnd  geistleihen  herren  herrn  Heinreichen  apt  ze  Glu- 
nich  ze  rechtem  purchrecht  ein  holcz  gelegen  in  dem  Tiwfenpach 
an  der  Glunicher  leiten,  da  wir  jerleich  von  dinen  vnd  raichen  sul- 


364 

len  dem  gotshaus  ze  Glunich  achzehen  phenning  wienner  munzz  an 
sand  Giligen  tag  zu  einem  rechten  purchrecht  vnuerczogenlich. 
Teten  wir  dez  nicht,  so  sae  wir  dez  nächsten  tags  darnach  verualleu 
dez  wandeis  als  purchrechtes  recht  ist.  Vnd  seind  wir  aigens  jnsi- 
gels  nicht  enhaben,  so  geben  wir  dem  erbern  herren  kern  Hein- 
reichen  apt  ze  Glunich  vnd  dem  gotshaus  da  selben  den  prief  ze 
einem  zeug,  daz  dasselb  holcz  von  gruntrecht  gehört  zu  dem  chlo- 
ster  dacz  Glunich,  versigeltes  mit  meins  herrn  apt  Christans  von 
Paumgartenperg  anhangunden  jnsigel,  wann  wir  aigens  jnsigels 
nicht  enhaben.  Geben  nach  Christa  purd  dreuczehen  hundert  jar, 
in  dem  vir  vnd  fumfczigisten  jar  an  dem  heiligen  pfiugsttag. 

Aus  dem  Originale  des  Klosters  Gleinlc  auf  Pergament  mit  einem  sehr 
zierlichen  Siegel  in  gelbbräunli ehern  Wachse  an  einem  Pergamentstreifen 
hingend. 

CCCLIV. 

• 

1354.  8.  Juni.  Wien.  —  Herzog  Albrecht  von  Oesterreich  erlaubt  der  Frau  Ger- 

trude,  Tochter  des  Ofen  von  Arberg,  sein  Lehen  das  Dritttheil  der    Veste  zu 

Putten  ihrem  Gemale  Hanns  von  Winden  ah  Heimsteuer  zu  geben. 

Wir  Albrecht  von  Gots  gnaden  hertzog  ze  Osterreich,  ze 
Steyr  vnd  ze  Kernden  tutin  kunt,  daz  di  erber  Gedräut,  Offen* 
tochter  von  Arberg  fvr  vns  chomen  ist  vnd  hat  Ynserm  getrewn 
Hansen  von  Winden,  irm  elichen  wiert  mit  vnser  hant  gunst  vnd 
gutem  willen  für  sein  haimstewer  ledichleich  gemacht  daz  drittail, 
so  si  hat  an  der  vest  ze  Puten  vnd  swaz  darzü  gehurt  daz  von  vns 
lehen  ist  als  der  brif  sait,  den  si  im  darüber  geben  hat  also,  daz  er 
dasselb  drittail  an  derselben  vest  ze  Puten  vnd  swaz  darzü  gehört 
haben  so),  als  gemechts  recht  ist  im  vnserm  lande  ze  Osterreich. 
Mit  vrchund  ditz  brifs,  geben  ze  Wienn  an  sunntag  nach  dem 
phingestag  nach  Christes  geburd  dreutzehen  hundert  iar,  darnach 
in  dem  vir  vnd  fumftzigistem  iar. 

Leupoldus  Siede  ndorffer. 

Aus  dem  Originale  zu  Gschwendt  auf  Pergament.  Das  Siegel  ist  abgefallen. 


es 


CCCLV. 

1354.  9.  JlBl  WlOB.  —  Gertrude,  Tochter  des  Herrn  Ofen  von  Arberch  ver- 
macht ihrem  Gatten  Hanns  von  Winden  (in  Ermanglung  von  Leibserben)  das 
herzogliche  Lehensdrittel  an  dem  Hause  tu  Putten  und  das  Eigen  in  der  Wieltsch, 
das  sie  von  ihrem  verstorbenen  Manne  Erasem  von  Pernekke  geerbt  hatte. 

Ich  Gedräut,  hern  Offen  tochter  von  Arberch,  dem  Got  genaue, 
vnd  Hansen  hausurowe  von  Winden,  vergich  vnd  tun  chunt  allen 
den  di  disen  brief  lesent  oder  horeut  lesen,  die  uv  lebent  vnd  her- 
nach chunftich  sint,  daz  ich  mit  gutem  willen  vnd  gunst  des  edeln 
hocbgeborn  fursten  hertzoge  Albrechtes  ze  Österreich  ze  Steyr 
vnd  ze  Chernden  recht  vnd  redleich  gemacht  vnd  gegeben  han  dem 
vorgenanten  meinem  wirt  Hansen  von  Winden  meins  rechten  lehens 
daz  ich  von  dem  selben  hochgeborn  fursten  ze  leben  han,  mein  drit- 
tail  an  dem  haus  ze  Pütend  vnd  alles  daz,  daz  zu  dem  selben  mei- 
nem drittail  gehöret  in  vrbar  ze  holtz  ze  velde  vnd  ze  dorf  es  sei 
gestift  oder  vngestift  versucht  oder  vnuersucht,  swie  so  daz  genant 
ist  vnd  han  im  dar  zu  gemacht  vnd  gegeben  alles  daz  gut,  daz  ich 
han  in  der  Wieltsch  daz  rechtes  aygen  ist,  daz  mir  mein  erer  wirt 
her  Erasem  von  Pernekke  dem  Got  genade,  ledichleichen  gegeben 
hat,  als  die  brief  sagent,  die  er  mir  dar  vber  gegeben  hat,  vnd  swaz 
ich  setze  da  han,  es  sei  gestift  oder  vngestift  versucht  oder  vnuer- 
sflcht  swie  so  daz  genant  ist,  also  mit  ausgenomener  rede,  ist  das 
ich  mit  dem  egenanten  meinem  wirt  Hansen  von  Winden  chinde 
gewinne,  da  so)  denne  daz  vorgenant  gut  alles  nach  vnser  paider 
tode  auferben  vnd  geuallen.  Wser  aber,  daz  ich  Gedräut  stürbe  vnd 
daz  ich  mit  dem  selben  meinem  wirt  Hansen  von  Winden  nicht 
chind  biet,  so  sol  er  denne  mit  demselben  gut  allem  als  es  vor  an 
diesem  brief  benannt  ist,  ledichleichen  vnd  vreyleichen  allen  seinen 
frumen  schaffen  verchauffen  versetzen  vnd  geben  swem  er  welle 
an  allen  irresal.  Wser  aber,  daz  ich  den  selben  meinen  wirt  vber« 
lebet  vnd  daz  er  mir  nicht  chinde  liezze  die  ich  mit  ihm  biet,  so 
sol  denne  daz  oftgenant  gut  alles  ledichleichen  wider  mein  sein, 
daz  ich  denne  da  mit  sol  auch  allen  meinen  frumen  schaffen  in  alle 
dem  recht  als  daz  selbe  gut  vor  mein  gewesen  ist.  Vnd  daz  disev 
sache  furbaz  also  stset  vnd  vnzerbrochen  beleihe,  dar  vber  so  gib 
ich  vorgenantev  Gedräut  dem  egenanten  meinem  wirt  Hansen  von 


366 

Winden  disen  brief  zu  einem  warn  vrchunde  diser  sache  versigelt 
mit  meinem  iusigil  vnd  mit  des  edeln  herren  insigil  graf  Purcharts 
purgraf  ze  Maydburch  vnd  graf  ze  Uardekke,  vnd  mit  des  erbern 
herren  insigil  kern  Eberkarts  von  Walsse  hauptman  ze  Drosen- 
darf  di  diser  sache  gezeuge  sint  mit  irn  insigiln.  Diser  brief  ist 
geben  ze  Wienne  nach  Christes  geburt  dreutzehen  hundert  iar,  dar 
nach  in  dem  vier  vnd  fumftzgisten  iar  des  nsehsten  m&ntages  vor 
sant  Veits  tage. 

Aus  dem  Originale  zu  Gscbwendt  auf  Pergament.  Das  erste  Siegel  ist 
zur  Hfilfte  zerbröckelt  —  der  obere  Theil.  —  Auf  dem  Schilde  erscheint  eine 

Figur  wie  eine  Glocke IS.DGC.  ÄRWÖC  ....  Das  zweite  Siegel 

ohne  Helm,  kleiner  Form  j  das  dritte  abgefallen. 


CCCLVI. 

1354.  24.  JUIÜ.  Lambach.  —  Fridl  Hod  verpfändet  %ein  Haus  an  dem  Stadel 

an  Christian  den  Schreiber  daselbst. 

Ich  Fridel  Hod  vnd  ich  Margareth  sein  hausvrowe  wir  verie- 
chen  offenbar  mit  dem  gegenbürtigen  brief,  daz  wir  mit  wolbedach- 
tem  muet  vnd  mit  aller  vnser  erben  guetleichen  willen  vnd  auch 
wart  vnser  havs  an  dem  Stadel  mit  allen  den  nutzen  di  durch  recht 
dar  zu  gehörend  versucht  vnd  vnversucht,  gesetzet  haben  ze  ainen 
rechten  satze  mit  herren  hant  vnd  mit  alle  der  steet  di  ze  recht 
dar  vber  gehöret,  dem  erbern  mann  Christ ane  ze  den  Zeiten  Schrei- 
ber an  dem  Stadel  vnd  seiner  hausvrowen  vron  Kathreyn  vnd  ir 
bayder  erben  vmb  acht  pfunt  alter  wienner  pfeuninge  jerichlichen 
ze  losen  an  allez  gever  an  sand  Giligen  tage  vor  acht  tage  oder  hin 
nach  acht  tage  mit  solicher  beschaidenhait,  daz  wir  oder  vnser 
erben  dem  vorgenanden  Christane  oder  seinen  erben  jerichleichen 
da  von  dienen  sullen  ain  halb  phunt  wienner  pfenniugeze  weinachten 
vnd  ain  halb  phunt  wie  du  er  pfenninge  an  sand  Georgen  tage. 
Wer  aber,  daz  wir  den  selben  dienst  versetzzen  von  wie  getanen 
sachen  daz  geschiecht  vud  in  nicht  geben  zu  den  tegeu  di  vor- 
geschoben stent,  so  schollen  wir  in  daz  vorgenand  haus  ravmen  au 
allen  cbriege,  vnd  schullen  si  dann  daz  selb  haus  mit  allen  nutzen 
di  dar  zu  gehörend  vmb  hofzius  lazzen  vmb  minner  oder  vmb  mer 
wem  si  wellen   an  allez   Widerreden   vnser   vnd   aller   vuser  erben. 


367 

Wir  offen  auch  wenn  si  den  satz  nicht  lenger  wellen  noch  mügen 
haben  wem  si  dann  daz  selben  'haus  setzent  mit  dem  gegenbürtigeu 
prief,  der  selb  schol  alle  div  recht  ynd  gewer  des  vorgenanden 
satzes  vnd  des  haus  haben  di  vorgeschriben  stent.  Vnd  ze  ainer  bez- 
zern  sicherhait  vergich  ich  Jensei  Hod  vnd  ich  Nycol  Hod  vnd  ich 
Albert  Hod  des  obgenanden  Fridleins  prueder,  daz  wir  mit  vnsern 
trewn  verhaizzen  alle  div  wandlunge  vmb  den  vorgenanden  satz  vnd 
alle  div  gelub  div  vorbeschriben  sind,  stet  ze  haben  an  allen  chrieg, 
wand  di  taidinge  vnd  div  wandlunge  mit  vnserm  guetleichen  willen 
vnd  wart  geschehen  sind.  Daz  bestetige  wir  in  mit  des  wol  ersamen 
herren  abpt  Vlreichs  ze  den  Zeiten  herre  vnd  phleger  des  erbern 
gotshaus  ze  Lambach  anbangunden  insigel.  Datum  Lambaci  anno 
domini  millesimo  trecentesimo  quinquagesimo  quarto  Johannis 
Baptiste. 

Original  auf  Pergament  im  Stiftsarchive  zu  Lambach.    Das  Siegel  fehlt 
gfiailieh. 

CCCLVII. 

1354.  30.  Jini.  Passan.  —  Anordnungen  des  Janns  von  Traun,  welcher  sich  auf 
längere  Zeit  tu  entfernen  im  Begriffe  ist,  auf  den  Fall  seines  Todes. 

Ich  Jans  von  Traten  vergich  offenleich  mit  disem  brief  allen 
den,  di  in  sehent  oder  hoerent  lesen,  daz  ich  mit  gutem  willen  vnd 
mit  wolbedachtem  muet  vnd  zder  zeit  do  ich  iz  wol  getuen  mocht, 
alle  meinev  chind  vnd  mein  vest  ze  Eschelberch  vnd  all  .mein  hab, 
wo  ich  di  han,  empfolhen  han  meinem  gnedigen  herren  bischof  Got- 
frid  ze  Pazzow,  dem  ich  sunderlich  dar  zu  getraw,  für  all  mein 
freunt  also  beschaidenleich,  ob  daz  waer,  daz  ich  herwider  nicht 
chaem,  des  Got  nicht  geh,  so  sol  er  di  selben  ineinev  chind  vest 
vnd  all  mein  hab  leut  vnd  guet  innehaben  vnd  verwesen  so  lang, 
vncz  daz  di  selben  meinev  chind  dar  zu  werden,  daz  si  di  vorgenanlen 
vest  vnd  ander  mein  hab  leut  vnd  guet  selb  verwesen  vnd  inne 
gehaben  muegen.  Auch  wil  ich  daz,  ob  ich  nicht  herwider  chäm  als 
vor  beruert  ist,  daz  man  meiner  hausfrown  Dorothee  in  der  vor- 
genanten  vest  ze  Eschelberch  einen  erleichen  gemach  auz  zaig,  da 
si  inne  wonen  vnd  gesein  mueg  all  di  weil,  vnd  si  nicht  einen  andern 
man  nimet.  Wann  aber  daz  waer,  daz  si  einen  andern  man  naem, 
so  schol  si  fuerbaz  mit  der  selben  vest  nichtes  nicht  ze  schaffen  haben. 


368 

Vnd  daz  daz  also  staet  vnd  vnczebrochen  beleih,  dar  vmb  gib  ich 
disen  brif  versigelten  mit  meinem  anhangendem  insigel,  vnd  zu  einer 
pezzörn  sicherhait  vnd  zeugnuezz  hab  ich  gepeten  di  erbern  herren 
herrn  Chunradvon  Tannberck  vnd  herrn  Chunrad  von  Puchperch, 
daz  di  ir  insigel  auch  dar  an  gehangen  habent,  in  selbs  an  allen 
schaden.  Der  brief  ist  geben  ze  Pazzaw  in  commemoratione  sanctt 
Pauli  apostoli,  anno  dominj  M°.  ccc.  liiij10. 

MoDuro.  boic.  XXX.  IL,  pag.  214. 


CCCLYIIL 

1354.  4.  Jlli.  —  Ulrich  Gutiar,  Pfleger  des  Spüales  tu  Gmunden,  verleihet 

Friedrich  dem  Hund  von  Roitham  das  Gut  zu  Posenröch  in  der  Pfarre  Roit- 

ham,  welches  früher  Heinrich  von  Räch  inne  hatte. 

Ich  Vlreich  Gutiar,  zter  zeit  phleger  dez  spitals  ze  Gmunden 
vergich  vnd  tun  chund  allen  den,  di  disen  brief  sehent  oder  horent 
lesen,  daz  für  mich  ist  chommen  Hainreich  von  Räche  vnd  sein 
hausfraw  vrawe  Elspet  ynd  ier  baider  erben  vnd  habent  mir  auf- 
gegeben daz  erbreht,  daz  si  gehabt  habent  von  heren  Vtzen  selig 
von  Tanne  auf  dem  gut,  daz  gelegen  ist  datz  posen  Röche  in  Reut- 
haimer  pharr  mit  allen  den  rehten  vnd  nutzen,  alz  si  ez  gehabt 
habent  von  dem  vorgeschoben  seligen  heren  Vtzen  von  Tannen; 
vnd  daz  vorgenant  gut  han  ich  gelihen  dem  beschaiden  chneht  Ffrid- 
reichen  dem  Hund  von  Reuthaim  vnd  seiner  hausfrawn  vron  Mar» 
greten  vnd  ier  bayder  erben  mit  solher  beschaidenhait,  daz  si  jerch- 
leich  an  vnser  vrawen  tag  zter  dienstzeit  dienen  vnd  raihen  schöllen 
in  das  spital  ze  Gmunden  vnuerczogenleich  vnd  auhan  allen  schaden 
fumf  Schilling  vnd  siben  phentung  alter  wienner  munsze  vnd  dehainen 
andern  hantdienest.  Ich  der  vorgenant  Vlreich  offen  auh,  ob  der 
vorgenant  Ffridreich  oder  sein  erben  verchauffen  oder  verseczen 
wolten,  so  sint  si  niht  anders  gebunden  von  dem  vorgeschriben  gut, 
dann  dev  vorgenanten  fumf  Schilling  vnd  siben  phenning  ze  dienest. 
Daz  dem  vorgeschriben  Ffridreichen  dem  Hund  vnd  seiner  vor- 
geschriben hausfrawen  vnd  ier  bayder  erben  disev  sache  vnd  dev 
vorgenant  Wandlung  also  st£t  vnd  vnczebrochen  beleih,  dar  vber  so 
gib  ich  in  der  vorgenant  Vlreich  der  Gutiar  disen  brief  ze  ainem 
vrchunde  der  warhait  geuestent  vnd  bestetiget  mit  meinem   anhan- 


369 

gundem  jnsigel  versigelt,  vnd  ze  ainer  bezzero  sicherhait  mit  des 
erbern  mannes  Jacobe*  dez  Schueler  zter  zeit  amptman  vnd  richter 
ze  Gmunden  anbangundem  jnsigel  versigelt  in  bayden  an  allen 
schaden.  Der  prief  ist  geben  nach  Christes  gepurde  dreuzehen- 
hundertjar,  dar  nah  in  dem  vier  vnd  ffumfczigislem  jar  an  sand 
Vlreichs  tag. 

Aus  dem  Original  im  Stadtarchive  zu   Gmunden  auf  Pergament  mit  zwei 
hingenden  Siegeln. 

CCCLIX. 

1354. 12.  JnlL  —  Herwart  der  Mühlwanger  vermacht  dem  Spitale  in  Gmunden 

Meine  Mühle  an  der  Achleiten  gegen  dem,  das*  selbes  der  Pfarre  Münster  tu 

einem  Seelgeräthe  jährlich  ein  halbes  Pfund  und  twei  Pfenning  zahle. 

leb  Herwort  der  Mülwanger  vergich  vnd  tun  chunt  allen  den, 
die  disen  brief  sehent  horent  oder  lesent,  daz  ich  mit  wolbedahtem 
mut  zter  zeit,  do  ich  ez  wol  getun  moht  vnd  mit  gutem  willen  vnd 
wort  aller  meiner  erben  bau  geschaffet  vnd  gegeben  in  daz  spital  ze 
Gmunden  ze  ainem  ewigen  selgeret  mier  vnd  allen  meinen  vadern 
seien  vnd  auh  allen  meinen  nahehömmen  seien  ze  hilffe  vnd  ze  trost 
in  der  eren  der  heyligen  driualtichait  allev  meinev  reht  vnd  auh  dev 
nueze,  dev  ich  han  besueht  vnd  vnbesueht  auf  der  mul  ze  Gmunden, 
dev  gelegen  ist  in  der  stat  purchfrid  an  der  Achleiten  ze  nehstbey 
dem  spital  vnd  dev  mein  reht  es  purchreht  ist  von  der  edeln  hoch- 
geborn  hersebaft  von  Österreich,  vnd  da  ich  jerchleich  von  gedient 
vnd  geraihet  han  in  daz  statgericht  ze  Gmunden  an  sand  Gorigen  tag 
zwelf  phenning  wienner  munzze.  Ich  offen  auh,  daz  ich  an  der  vor- 
genanten mul  han  gehabt  ain  rad  lediges  vnd  vreyes  mit  allen 
nfiezen  vnd  auz  dem  andern  rad  daz  sechstail  mit  allen  nuezen,  so 
schaffe  ich  obgenanter  Herwort  der  Mülwanger,  daz  man  jerchleich 
des  süntags  nah  sand  Merten  tag  von  den  vorgeschriben  nuezen 
geben  vnd  raiben  schol,  wer  spitalmaister  zter  selben  zeit  ist,  dem 
pharrer  ze  Münster  oder  wer  verweser  da  selben  ist,  drei  Schilling 
dem  pharrer  vnd  zwen  vnd  dreizzig  phenning  seinen  gesellen,  da 
man  vnsern  jartag  von  begän  schol  dez  selben  süntags  an  dem  abent 
mit  der  vigili  vnd  an  dem  mentag  morgen  dar  nah  mit  ainem  gesun- 
gen sßlaropt  vnd   raitzwain   gesprochen   messen  also   mit    solher 

Urkundonbuch  des  Laude»  ob  der  Eons.  VII.  Bd.  24 


370 

beschaidenhait,  wer  das  getan,  daz  mier  vod  vusern  vadern  sÄlen 
daz  vorgenant  seigeret  verczogen  wurde,  daz  man  an  dem  vor- 
geschoben jartag  niht  sunge  noh  niht  sprech  messe  vnd  auh  mit  der 
vigili,  so  schol  daz  vorgenant  seigeret  daz  halbe  phunt  vnd  zwen 
phenning  veruallen  sein  dez  selben  jares  in  daz  spital  ze  Gmünden 
den  dürftigen.  Daz  dem  vorgenanten  spital  ze  Gmünden  disev  sache 
vnd  gescheit  vnd  dev  vorbenant  Wandlung  also  stet  vnd  vnczebrochen 
beleih,  dar  vber  so  gib  ich  der  vorgeschoben  Herwaert  disen  brief 
ze  ainein  vrchunde  der  warhait  geuestent  vnd  bestetiget  mit  meinem 
anhangundem  insigel  versigelt,  vnd  ze  ainer  bezzern  sicherhait  mit 
der  erbern  gemain  stat  jnsigel  ze  Gmünden,  dev  ich  vleizzichleichen 
dar  vmb  gebeten  han  in  an  allen  schaden.  Der  brief  ist  geben  nah 
Christes  geburde  dreuzehenhundert  jar,  darnah  in  dem  vier  vnd 
ffumfczigisten  jar  an  sand  Margreten  tag. 

Aus  dem  Original  im  Stadtarchive  zu  Gmünden  auf  Pergament  mit  zwei 
angehängten  Siegeln.  Das  des  Mühlwanger  führt  ein  Mühlrad  im  Schilde,  die 
Umschrift  verwischt 


CCCLX. 

1354. 12.  Juli.  —  Ulrich  der  Gutiar,  Pfleger  und  Spitalmeister  zu  Gmünden, 

reversirt  dem  Pfarrer  zu  Münster  jährlich  8  Schillinge  32  Pfenninge  für  ein 

Seelgeräth  des  Ritter  Herbort  des  Mülwanger  zahlen  zu  wollen. 

Ich  Vlreich  der  Gutiar  ze  der  seit  phleger  vnd  spitalmaister 
ze  Gmünden  vnd  alle  die,  di  nach  mier  phleger  sind  vnd  werdent, 
vergehen  vnd  tun  chunt  allen  den,  di  disen  brief  sehent  oder  horent 
lesen,  daz  wier  iserleich  geben  vnd  rayhen  schulten  dez  nächsten 
suntagez  nach  sand  Merteins  tag  von  den  rechten  vnd  nuczen 
besucht  vnd  vnbesucht,  dew  der  erber  ritter  her  Herbort  der  Mül- 
wanger gegeben  vnd  geschaft  hat  den  ^dürftigen  in  daz  spital  ze 
Gmünden  auf  der  mul,  dew  gelegen  ist  in  dem  purkchfrid  ze  Gmün- 
den an  der  Achleiten  ze  nächst  dem  spital,  werpharrer  ze  Münster 
ist  oder  seinem  vicarij  drev  Schilling  wienner  phenning  vnd  den 
herrn  den  gesellen  da  selber  zwen  vnd  dreijzzig  phenning  mit  solher 
beschaydenhayt,  daz  man  dem  vorgenanten  kern  Herborten  vnd 
alln  seinen  vodern  seilen  vnd  auch  allen  seinen  nachchomen  selln 
ein  gesugnew  (sie)  vigily  sol  haben  dez  nächsten  suntages  nach 


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sand  Merteins  tag  vnd  dor  nach  an  dem  nächsten  moiitag  eingesung- 
nes   selampt  vnd  zwo  gesprochen  selmezs.    W«r  aber  daz  getan, 
daz  daz  selgerset  allso  nicht  volfurt  wurde  gesungen  vnd  gesprochen 
alls  vor  geschriben  stet,  vnd  daz  sein  auch  ein  spitalmayster  nicht 
beweyset  wurde  mit  einer  rechten  worhait  oder  di  erbern  purger 
ze  Gmunden  dez  selben  iares,  so  sol  daz  vorgenant  halb  phunt  vnd 
zwen   phenning  veruallen    sein    den   idurftigen   in   daz   spital   ze 
Gmunden  an  allen  chrieg  vnd  an  all  widerred  vor  geistleichem  vnd 
vor  weltleichem  gericht.  Vber  daz  wer  daz  getan,  daz  man  von  dem 
vorgenanten  spital  dem  pharrer  von  Munster  oder  seinem  vicari 
noch   den  gesellen   dez  vorgenanten  halben  phuntz  vnd  der  zwayer 
phenning  nicht  gaeben  dez  nächsten  suntagez  nach  sand  Mertein